Man lese und staune …

by Stephan on 3. Dezember 2011

Das wird ein sehr kurzer Beitrag. Nichtsdestotrotz dachte ich mir, darüber muss man doch hier berichten. Manchmal geschehen Zeichen und Wunder. Wie ich so eben die elektronischen Schlagzeilen der FAZ geprüft habe, stach eine aus dem üblichen tristen Einerlei der Wirtschafts-Berichterstattung hervor: Was sind Schulden? Ein schneller Klick und die Überraschung war groß. Der Ökonom Michael Hudson darf in der FAZ schreiben? Natürlich im Feuilleton. Die Damen und Herren aus der Wirtschaftsredaktion kennen solche Querdenker ja gar nicht. Bitte lesen und diskutieren! Chapeau FAZ Feuilleton!

 

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keiner Dezember 6, 2011 um 13:27

http://ftalphaville.ft.com/blog/2011/12/06/782711/collateral-crunch-meet-boe/

Ich find ja der verrückte Holger hat völlig recht: Es ist eine Bonitätskrise. Erst schütten sie die paranoiden Bankster mit Liqidität zu und jetzt quengeln sie weiter, weil sie nicht mehr wissen, wie und wo sie den ganzen Dreck risikofrei in eine schöne Zukunft retten sollen.

Stephan Dezember 6, 2011 um 12:09

@keiner
Danke! Dieser Aufstand des FAZ Feuilletons gegen die neoliberalen Standard-Stehsätze-Artikel der FAZ Wirtschaftsredaktion ist eine sehr gute Idee!

keiner Dezember 6, 2011 um 11:56

Die Provokation gegen die Wirtschaftsabteilung der FAZ geht weiter

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/oligarchie-der-finanz-der-krieg-der-banken-gegen-das-volk-11549829.html

:-D

Sucram Dezember 5, 2011 um 18:25

@Morph

War auch nicht als Überzeugung gedacht. Wollte einfach mal Dávila dazwischen hauen, weil’s gerade so gepasst hat; oder auch nicht…

Morph Dezember 5, 2011 um 17:57

@sucram

sicher, für den der die Kohle bzw. das Amt hat. Überzeugt mich nicht.

Sucram Dezember 5, 2011 um 17:48

@Morph Dezember 5, 2011 um 13:34

Siehe es doch mal so rum:

“Der Amtsmißbrauch und die Bestechung sind in demokratischen Zeiten die letzten Schutzräume der Freiheit” N. Gómez Dávila

Degnaphta Dezember 5, 2011 um 16:10

Ist das nicht irgendwie kindisch in einem thread, in dem bereits Bernays und Lippmann verlinkt sind, solche Behauptungen aufzustellen?

In Fragen vernünftiger Organisation des Zusammenlebens gibt es keine Schwarmintelligenz, @Degnaphta. Die Masse trifft sich hinsichtlich ihrer politischen Intelligenz auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Bis auf deinen längeren Beitrag zur Erläuterung des Luhmannschen Katechismus ballerst du ziemlich auf Behauptungsebene um dich.
Hat es dich so mitgenommen, daß Frau Tönnies dem guten Vordenker so ans Bein gepisst hat?
Ich habe mich immer um die Antwort auf die Frage gedrückt, ob er denn nun Tor, Schelm oder Scharlatan ist, was Frau Tönnies offenbar für sich als klar erwiesen ansieht. Mich amüsiert das eher.

Doch damals, als Luhmann noch ‘neu’ war, habe ich ihn eher als Warner verstanden, denn so richtig neu war das ja nicht, sondern nur das wissenschaftliche Gewand war die Innovation.
Daß Luhmann allerdings mit Scheuklappen&Zerrbrille arbeiten mußte, um die Schlüssigkeit seinen Werkes zu erreichen, war zumindest in den Kreisen, mit denen ich ihn diskutierte, vollkommen klar und anerkannt.
“Wenn man ausblendet, daß der Einzelne auf ‘seinem Posten’ innerhalb seines Funktionssystems ja ebenfalls die Möglichkeit gut&richtig zu entscheiden, dann landet man in der Luhmannschen Hölle der Fremdbestimmung durch Systemanforderungen. Wir müssen die Systeme auch besser strukturieren, damit sich solcherlei schädliche Selbstläuferei nicht verstetigt.” S on in etwa haben wir ihn aufgenommen und taxiert.

Daß daraus mal der Katechismus einer modernen Religion werden würde, hätte ich damals nicht erwartet. ich hatte die Leute für aufgeklärter gehalten.
Wenn ich mir jetzt allerdings anschaue, wie perfekt Luhmann geeignet ist, dem Jünger zu ermöglichen, sich selber die Absolution dafür zu erteilen, daß mit der Borg-Komponente des Menschen absichtlich oder fahrlässig Schindluder getrieben wird. Mir kommt das nacktschneckig vor, wenn es mit Vorsatz betrieben wird, und sehr erbärmlich, wenn Bildungsferne bei gleichzeitig anscheinend hohem Bildungsstand offenbar wird.
Und dann paßt der Luhmannsche Kram auch noch wie Arsch auf Eimer zu den in zeitlicher Nähe veröffentlichten Lampsdorff-sein-Kampf-Papieren, die ich auch als mile-stone im Niedergang der Demokratien ansehe.

@ neoliberale Anzeichen in den 70ern
Hier habe ich die Einführung des NC für die Teilnahme an bestimmten Studiengängen für einen wesentlichen Punkt. Nach meiner damaligen wie heutigen Einschätzung hätte man statt dessen die Hochschulen ausbauen sollen. Auch wäre der Umstieg auf die Gesamtschule bei gleichzeitiger Verlängerung der Schulzeit sinnvoll gewesen, war das Stoffpensum doch erkennbar angewachsen.
Und für Schulunwillige hätte es auch eine Lockerung der Aus- und Wiedereinstiegsmöglichkeiten gebracht. Leider konzentrierte man sich nur auf die Schaffung des zweiten Bildungsweges, was immerhin schon mal eine der Verbesserungen aus dieser Zeit darstellt.
Und man hätte sich davon verabschieden müssen, daß eine akademische Laufbahn automatisch zu wesentlich höheren Bezügen führt als die Alternativen. Warum sollten einige mit Faktor 10k entlohnt werden, während andere nix zu beißen haben? Außer daß sowas irgendwann explosiv endet, kommt da nix bei heraus. Ein Blick in die Historie müßte genügen.

“Oh Ihr heiligen Axiome&Prämissen, so möget ihr wohl geraten, auf daß Euch Das Wahre, Das Schöne und Das Gute entwachse… sozialverträglich und ökologisch nachhaltig natürlich ;-)
Awomen”

Für die Ängstlichen noch eine Affiramtion zum Troste, als Zufluchtsort, für den festen Stand(punkt)
Denn das ist mal richtig sicher: “Die Basis bildet die Grundlage des Fundaments.”

Lina Dezember 5, 2011 um 15:54

Aber bleiben wir beim Thema des Artikels. Und dazu hatte ich nur eine Aussage:

Des Sklaven größter Feind ist der priviligierte Sklave. Denn er ist derjenige, der das System der Sklavenhalter aufrecht erhält.

Und Sklaven haben noch ein Merkmal: Sie lassen sich leicht manipulieren und gegeinander aufhetzen. ;)

Nichts für ungut, lieber Morph.
Ich habe zum Thema nichts mehr zu sagen.

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