Maischberger-Kintopp

by h.huett on 7. Dezember 2011

Wir bewegen uns in diesen Tagen am Rande der Klippen. Das überfordert nicht nur das Gemüt. Wer hält einen Cliffhanger aus, der nicht aufhören will?

Deshalb hat sich Kollege Lübberding abwechslungshalber die Sendung einer gewissen Frau Maischberger angesehen, einer Fernsehdame, der mal ein Verhältnis nachgesagt wurde. Die Geschichte ging aus wie die einer anderen Dame, die man in Berlin als Goldelse bezeichnet, ob ihrer gigantisch-teutonischen Maße auch als das einzige Mädchen ohne Verhältnis bekannt.

Ohne Verhältnis, ohne Sinn und Verstand, fürchtet Lübberding, hat Frau Maischbergers Redaktion ihr Kuriositätenkabinett gecastet. Der reinste Irrsinn. Aber mit System. Deshalb geht hier die Reise, nach Charlotte Roche, weiter mit den Damen ohne Verhältnis.

Viel Spaß beim Kintopp. So nannte man in den 20er Jahren das Kino. In Marbach gab es in den 70er Jahren einmal eine großartige Ausstellung unter dem Titel “Hätte ich das Kino!” Die Ausstellung zeigte auch ein Manifest, das die führenden Künstlerinnen und Künstler der 20er Jahre unterzeichnet hatten:

Fordert gute stumme Filme!

Das wäre doch was für die ARD. Heiteres Unsinnraten. Ohne Ton. Ohne Gebärdendolmetscher. Hätten Sies gewusst?

Nein!

{ 36 comments… read them below or add one }

hacedeca Dezember 7, 2011 um 09:50

Naja, in der DDR gab es ja als Kunstform den Sozialistischen Realismus. Der forderte optimistische, einfache, sozialistische Menschen als Darstellungsobjekt.

Nur jetzt zu fordern, dass man einen BRDesken Realismus macht, also mit Frauen, die klug-gebildete Männer in Führungspositionen sind, um damit den gender Idealen nahe zu kommen, das ist doch ideologisch!

Die Realität zu ertragen, immer und immer wieder, so wie sie ist, that’s an attitude!

Und was, wenn Maischberger die Realität gezeigt hat? Was, wenn die heuzutage sehr gerne beschworenen 99 Prozent unabhängig von ihrem Geschlecht so sind, spießig, nuttig, dumm, esoterisch, kurzum: leicht verstrahlt?

holger Dezember 7, 2011 um 09:57

Eckische Klammern von misch… und einen dicken Applaus an F.Luebberding

 So schaute Natascha Ochsenknecht, Ex-Frau des Oberhauptes [Uwe] des gleichnamigen Schauspieler-Clans [+ Wilson Gonzales und Jimi Blue], eines Nachmittags durch den Spion ihrer Berliner Etagenwohnung – und sah ein verdächtiges Subjekt [Uwe ?] . Sie achtete auf „Gestik und Mimik“, war sich sicher, der Mann ist verdächtig [klar, war ja Uwe] und so machte er sich auch sogleich an der Haustür zu schaffen [Wer weiß was Uwe intus hatte, der wollte nur ins Bett, und fand das Schlüsselloch nicht auf Anhieb] . Das Leben ist halt wild und gefährlich, so muss sich Frau Ochsenknecht irgendwie gedacht haben [ Ist das Uwe?], und so trat sie mit wildem Karate-Tritt von innen gegen die geschlossene Haustür, so dass das Subjekt sogleich, vor Schrecken erstarrt, die Flucht ergriff [Uwe ist eben ein Frauenversteher]. So ähnlich muss es wohl gewesen sein. Sie hat den Unhold später, ihrer Auffassungsgabe sei Dank, an „Gang und Schritt“ erkannt [Uwe war schon immer außergewöhnlich im Schritt].

holger Dezember 7, 2011 um 10:02

Solche Formate gehören in die Prime-Time, damit gesundheitlich angeschlagene Personen so wie ich (die früh Bubu machen), auch mal was zu lachen haben. Auf dem 2ten kam Hitler und Speer, da hätte die ARD mal echt Mut beweisen können. Maischberger-Spezial.

CC Dezember 7, 2011 um 10:05

FL:
Frau Maischberger zeigte Frauen als deformierte Persönlichkeiten, die dem Zuschauer als fremdbestimmtes Kuriositäten-Kabinett vorgeführt wurden.

Der Blick ist einseitig geschlechtlich, das dazu passende Pendant ist der deutsche Mann.

Mit Kindern gibt es dann die deutsche Familie. So wie hier:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Familie_Ochsenknecht.jpg&filetimestamp=20081205105413

Wer in nächster Zeit den „Untergang des Abendlandes“ von Oswald Spengler lesen will, kann sich die Lektüre sparen. Mit Maischberger erleben sie ihn live.

Dazu wird nicht Maischberger benötigt. Es reicht, den Alltag bewusst wahrnehmen.

Huuh Dezember 7, 2011 um 10:09

Wiesaussieht, Sketch in einem Erd-, einem Kellergeschoss und zwei Elfenbeintürmen. Mit wechselndem Rauch aus Schornstein H oder L.

Nanuk Dezember 7, 2011 um 10:30
Lina Dezember 7, 2011 um 12:14

“Du willst Wahres mich lehren? Bemühe dich nicht!
Nicht die Sache will ich durch dich,
ich will dich durch die Sache nur sehn.”

Schiller

topi Dezember 7, 2011 um 15:18

Ja die Maischi; immer gut für schräge Sendungen.

Hier gibt es eindeutig zu wenig smileys.

Frank: *troest*

Balken Dezember 7, 2011 um 16:52

Wer Themen für seine Frühkritik braucht, hat wenigstens einen Grund, sich einmal auch so etwas anzutun. Die Entschuldigung sei angenommen, dispens erteilt. Wenngleich – irgendwie halte ich ja immer auch Kritik, auch den Verriss, für eine Form der Reklame. Musste das sein? Gab es nichts anderes zum frühkritisieren?
Wenn hier zur Erholung schon einmal von einem Sendeformat die Rede ist — Am Sonntag, wenn spätestens der cliffhanger wieder weitergeht (0der sollten wir dann sogar schon über die Klippe sein, nach dem Europäischen Rat?), freue ich mich auf ein 10:15-Uhr-Ritual (zur besten Sonntags-Gottesdienst-Zeit), das es schon seit Joachim Rosenthals Zeiten gibt. Das geht allerdings nicht stumm! Würde ich in diesem Falle auch gar nicht wünschen. Zeitgeschehen klingt da nur unaufgeregt herein, wie von draußen. Ein altbackenes Format. Das ursprünglich wirklich wohl eine Rätselsendung war (und immer noch Sonntagsrätsel heißt), inzwischen aber als Rätselsendung eher selbstironisch und weil das kulturelle Umfeld sich gewandelt hat zum Vehicel geworden ist, vom Moderator zum “Rüberbringen” von etwas anderem eingesetzt: gesprochenes Deutsch, dem man zuhören mag, Sinn für feinen Humor, der keinen Lachbefehl braucht. eine Erlösung von comedy, von Dudelfunk. Vom Staccato der sonst üblich gewordenen Moderation, ja der zwischen Dschingeln eingeklemmten Nachrichtenfetzen. Zeit für ganze Sätze. Die letzte freie Stimme der freien Welt.Wer Themen für seine Frühkritik braucht, hat wenigstens einen Grund, sich einmal auch so etwas anzutun. Die Entschuldigung sei angenommen, dispens erteilt. Wenngleich – irgendwie halte ich ja immer auch Kritik, auch den Verriss, für eine Form der Reklame. Musste das sein? Gab es nichts anderes zum frühkritisieren?
Wenn hier zur Erholung schon einmal von einem Sendeformat die Rede ist — Am Sonntag, wenn spätestens der cliffhanger wieder weitergeht (0der sollten wir dann sogar schon über die Klippe sein, nach dem Europäischen Rat?), freue ich mich auf ein 10:15-Uhr-Ritual (zur besten Sonntags-Gottesdienst-Zeit), das es schon seit Joachim Rosenthals Zeiten gibt. Das geht allerdings nicht stumm! Würde ich in diesem Falle auch gar nicht wünschen. Zeitgeschehen klingt da nur unaufgeregt herein, wie von draußen. Ein altbackenes Format. Das ursprünglich wirklich wohl eine Rätselsendung war (und immer noch Sonntagsrätsel heißt), inzwischen aber als Rätselsendung eher selbstironisch und weil das kulturelle Umfeld sich gewandelt hat zum Vehicel geworden ist, vom Moderator zum “Rüberbringen” von etwas anderem eingesetzt: gesprochenes Deutsch, dem man zuhören mag, Sinn für feinen Humor, der keinen Lachbefehl braucht. eine Erlösung von comedy, von Dudelfunk. Vom Staccato der sonst üblich gewordenen Moderation, ja der zwischen Dschingeln eingeklemmten Nachrichtenfetzen. Zeit für ganze Sätze. Die letzte freie Stimme der freien Welt. :-)

Alfons Dezember 7, 2011 um 17:36

Es regnet hier bei uns. Das macht nass.
Uiiuii

konradi Dezember 7, 2011 um 18:18

mißglückte Suche nach Thema für Frühkritik ?

Nö, ist völlig okay. Das wahre Leben spielt sich bei Maischberger genauso wenig ab wie in diesem Blog. Zudem ist es in der Tat so, das einem die Eurokrise bis Oberkante Unterkiefer steht. Warum also nicht nicht mal den großen Hammer rausholen und zeigen was man rhetorisch noch so alles so drauf hat. Klasse, @Frank Lübberding – gut und locker geschrieben ! ;)

matt_us Dezember 7, 2011 um 19:35

@konradi
“Zudem ist es in der Tat so, das einem die Eurokrise bis Oberkante Unterkiefer steht.”

Nun, ich haette mir mal eine Talkshow gewuenscht, die mal Vorzuege einer EU Vertragsverhandlung erlaeutert. Oder den Leuten erklaert warum es keine Inflation geben kann, wenn die EZB Geld druckt, oder warum 1% hoehere Zinsen fuer Italien, 100.000 zusaetzliche Arbeitslose bedeuten jedes Jahr.

Gibt es aber nicht seit 3 oder 4 Wochen! Es laueft nur noch Extra Seichtes auf den Talkshows. Kuriosenkabinett der Frauen, da haette unsere Stalin und Elizabeth die Grosse Verehrerin ja noch dabeigepasst.

Lina Dezember 7, 2011 um 19:36

Mein Schiller-Zitat galt der Maischberger-Redaktion.

“Heute sitzt das Gesindel zur Geisterstunde in Talk-Shows” – besonders in Politik-Talkshows wäre dem hinzuzufügen.

Vom Gesindel, von Damen ohne Verhältnis, und von Männern ohne Eigenschaften habe ich die Nase gestrichen voll, deswegen schaue ich nicht mehr zu.

Aber der FAZ-Text ist amüsant.

holger Dezember 7, 2011 um 20:01

matt_us

—>>>Nun, ich haette mir mal eine Talkshow gewuenscht, die mal Vorzuege einer EU Vertragsverhandlung erlaeutert.”

Um 23:15 ?

Wo die Zielgruppe der Scheintoten (42) 70-108 schon im Bett ist? Das ist doch Strange. Sach mal, kommst Du noch regelmäßig zum Sex? Oder bummst Du mit ner CDS Gummi-Puppe?

carlos manoso Dezember 7, 2011 um 20:14

@ matt_us Dezember 7, 2011 um 19:35
„Gibt es aber nicht seit 3 oder 4 Wochen! Es laueft nur noch Extra Seichtes auf den Talkshows.“

Dafür läuft Wolfgang Schäuble s Show auf dem European Banking Congress. So gut wie nichts davon wird in den Medien gesendet werden
http://www.youtube.com/watch?v=2IRnDOtu1z8&feature=related

Schäuble in der NYT: “Wir können eine politische Union nur durch eine Krise erreichen“
http://www.nytimes.com/2011/11/19/world/europe/for-wolfgang-schauble-seeing-opportunity-in-europes-crisis.html?_r=2&pagewanted=1

„der Bundesbank (geht) die Luft aus: Ihre Bestände an Bunds sind als Sicherheiten so gut wie aufgebraucht, die Bundesbank kann kein Geld mehr an die Banken verleihen und ist, im Gegenteil, zum Schuldner dieser Banken geworden. … Dieser missliche Zustand wurde von den Zentralbanken der Euro-Problemländer verursacht. Sie haben in den vergangenen Monaten ohne Limit versucht, ihre nationalen Bankensysteme durch Notkredite am Leben zu erhalten. Das Geld dazu kam fast ausschließlich von der Bundesbank. Zu einem kleineren Anteil hat auch die niederländische Notenbank ausgeholfen.

Solange dieses System funktionierte, konnte das Euro-System funktionieren, ohne dass Geld gedruckt wurde. …. Nun aber ist die Bundesbank an ihr Limit gekommen. Daher versuchen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy mit höchster Eile, eine Lösung zu zimmern. Denn der Zahlmeister Europas ist an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit angelangt.

Denn: Die Bundesbank kann das TARGET System nicht mehr mit Geld versorgen.
Damit wird nach Einschätzung der beiden Ökonomen der Zusammenbruch des Euro-Systems zu einer „sich selbst erfüllenden Prophezeiung“.

In normalen Zeiten könnten Banken in Europa der Bundesbank Geld borgen. Wenn jedoch zu viele Banken in einer Kapitalflucht ihr Geld aus den schwächeren Euro-Ländern abziehen, dann bricht das TARGET-System zusammen. Die Folge: „Eine spekulative Attacke könnte innerhalb eines Tages geschehen, und die EZB müsste das attackierte Land komplett retten. …

Diese Attacke kann … durch drei Maßnahmen aufgehalten werden: Anwerfen der Druckerpresse durch die EZB, Ausgabe von Eurobonds oder Rettung der attackierten Staaten durch den IWF. Jeder einzelne dieser Schritte würde jedoch nur bedeuten, dass die Eurozone Zeit gewinnt.“
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/12611/

A. G. Dezember 7, 2011 um 20:32

Schiller ist nun definitiv zu hoch. :)

Kompliment, @FL, @HH, hab’s nicht gesehen, aber die Texte sind ausgesprochen amüsant.

holger Dezember 7, 2011 um 20:43

@ carlos manoso Dezember 7, 2011 um 20:14

könntest Du mal bitte Diesen Thread, Ökonomen frei halten? Sonst schicke ich Dir nämlich Inge Meysel auf den Hals.

http://images.derstandard.at/t/12/2010/05/25/1271488435371.jpg

Als Inkarnation versteht sich.

Stephan Dezember 7, 2011 um 20:46

@Holger
Dann sag ich lieber nix oder?

CC Dezember 7, 2011 um 20:47

F.L.
Nach Ende der Sendung fragte man sich, ob die Einführung des Frauen-Wahlrechts im Jahr 1919 nicht doch ein Fehler gewesen sein könnte.

Warum? An der Politik würde sich doch nichts ändern.

Viel wichtiger wäre Frage noch den Ursachen der Frauenverblödung in dieser Kultur.

holger Dezember 7, 2011 um 20:48

@ Stephan wieso?

holger Dezember 7, 2011 um 20:50

ahh Stephan ein Piefke denkt langsam.

frei von Ökonomie

Frauke H. Dezember 7, 2011 um 20:53

Hier regnet es auch. Alles nass.
apropos:
Wer ist Maisberger?

holger Dezember 7, 2011 um 20:54

Hier geht es um Frauen-Power, Sex, Crime. Einbrecher, Schwule Lesben? Aber doch nicht um Schäuble!

Frauke H. Dezember 7, 2011 um 21:00

Wer ist Charlotta Rosch?
Ich guck nur Arte. Kein Bezahlfernsher wie ART und ZTF oder SKI und wie die alle heißen.

Frauke H. Dezember 7, 2011 um 21:12

Und warum steht über jedem Schriebs : Flatter Null ??
Seid ihr ein Geheimklub oder so?

Geheimclub Dezember 7, 2011 um 21:18

@Frauke
Prognose:
Dich wird hier niemand füttern…..

Frauke H. Dezember 7, 2011 um 21:20

Ich bin nicht behindert. Suche keinen Krankenpfleger, der mich füttert.
Du auch gesund?

topi Dezember 7, 2011 um 21:41

Lady “Bitch” Ray, Pornorapperin, Erfinderin des Vagina-Style (Antwort auf Frauenarzt’ türkische Kollegen), und unplagierte Doktorin der Kulturwissenschaft, dawar Maischberger noch richtig weit vorn.

@holger

Ist eigentlich bald Vollmond?

Bogus Dezember 7, 2011 um 21:51
CC Dezember 8, 2011 um 04:09

Eine intellektuelle Frau hat es in Deutschland noch viel schwerer als ein intellektueller Mann.

Deshalb gibt es Deutschland sowenig intellektuelle Frauen.

In Deutschland haben sich die Frauen in den 70-er Jahren für Alice Schwarzer und gegen Esther Vilar als als „(frauen)emanzipatorisches Modell“ entschieden.

Und die Männer haben sich für ein Frauenideal, wie von einer Verona Feldbusch repräsentiert, entschieden, gegen die intellektuelle Frau, wie eine Esther Vilar.

Nun haben die Deutzschen den Typ einer Alice Schwarzer als Politikerin: Angela Merkel, Claudia Roth, Gesine Lötzsch etc.

All diese Frauen reden zu ihren Wählern wie Mütter zu kleinen Kindern …

Aber es funktioniert.

Einige Männer halten qua Projektion diese Frauen sogar für geniale Politikerinnen.

Zwar war keine dieser Politikerinnen bislang jemals in der Lage, eigenständig einen anspruchsvollen Gedanken zu formulieren, aber dies irritiert diese mutterfixierten Männer nicht …

therealslimshady Dezember 8, 2011 um 06:50

Na, ich weiß nicht. Frauen ohne Verhältnis fehlt irgendwas, finde ich. Kann ich aber jetzt nicht genau benennen, allenfalls umschreiben. Das Geheimnisvolle halt; das Frauen haben sollten. Irgendwie. Die Goldelse zum Beispiel die steht da halt nur so rum, einfach so, zeigt was sie hat und lässt nichts im Verborgenen, und ihre Legacy kann man in jedem Berlinreiseführer nachlesen. Dito Maischberger, die steht halt nicht sondern sitzt – aber ansonsten same story. Frauen ohne Verhältnis haben etwas Trauriges, so nach dem Motto “übriggeblieben”. Trotz aller Offenherzigkeit. Nicht schön. A difference that makes a difference, klar, das schon; aber doch bitte nicht so!

Mein Haupteinwand gilt aber der Formulierung “Unsinnraten”: darum geht es ja gerade nicht. Sondern um non-verbale Kommunikation. Die ist ja angeblich wichtiger als die verbale. Sagt man. Merke ich auch, da wo ich jetzt gerade bin. Ich mein hey: ob stumm oder flämisch – what’s the difference? Na eben.

Degnaphta Dezember 8, 2011 um 07:03

Das wiki-Orakel berichtet u.a. von Esther Vilar dergleichen:
In ‘Der betörende Glanz der Dummheit’ wendete sie sich gegen eine zu große Spezialisierung. In der vorangestellten Widmung heißt es: „Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel“ (von Bertrand Russell). In ‘Die 25 Stunden Gesellschaft’ propagierte sie ein alternatives Arbeitszeitmodell. Vilar versuchte, unter Zuhilfenahme von zwei 5-Stunden-Einheiten pro Tag, das Miteinander besser zu regeln. Jeder der Partner solle eine Schicht arbeiten, so dass immer jemand bei den Kindern sein könne. Die Wochenarbeitszeit würde sich auf 25 Stunden verringern, die Lebensarbeitszeit sich dadurch aber verlängern. Dies allerdings müsste ohne Lohnausgleich geschehen.

Solcherlei Vorschläge zur Neuorganisation des alltäglichen Miteinanders fand ich damals sehr interessant und vielversprechend. Zumal die sich abzeichnende Sockelarbeitslosigkeit ja genügend deutlich machte, daß es herkömmlich nicht weitergehen kann.
Volle Pulle Rationalisierung stand ja schon länger auf dem Programm, was isoliert betrachtet, als Segnung der Neuzeit und echter Fortschritt hätte durchgehen können, wenn man sich dementsprechend auch an neuzeitliche Ideen von Verteilung der Arbeit und ihrer Früchte gewagt hätte. Doch das wurde elegant umschifft.

Die Vilar wurde damals von der Schwarzer als Faschistin bezeichnet. Jetzt steht die Schwarzer als Femifaschistin bei youtube.
http://www.youtube.com/watch?v=99r46HbiJEw
So ändern sich Details… die Zeiten haben sich seither nicht sehr geändert sondern sind nur eskaliert.

h.huett Dezember 8, 2011 um 07:43

therealslimshady
Ich kenne die Flamen. Sie beherrschen 1001 Arten des Stummseins. Das bringt eine stoische Sprache einfach mit sich. Schau Dir mal Brügge an, das venedig des Nordens. Georges Rodenbach lässt die Stadt für seinen Protagonisten Trauer verkörpern. Es wäre allerdings ein großer Fehler, stumm mit dumm gleichzusetzen. Chirac hat mit all der Deftigkeit der Küche des tiefen Frankreichs das Schweigen als eine Gelegenheit für Genießer bezeichnet.
Das führt zurück zum Unsinn. Im Unterschied zu Sinn, den es offenbar nur in der Einzahl (reden wir nur nicht von Einfalt) gibt, herrscht beim Unsinn ein grenzenloses Überangebot.

Das Unsinnsraten ist ein philosophisches Rigorosum.

Welchen Unsinn hätten´s denn gern?

Jackle Dezember 8, 2011 um 08:26

Ich war noch nicht in Brügge, aber wenn die Stadt erwähnt wird, muss ich direkt auf den grandiosen Film “In Bruges” verweisen. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte das nachholen.

http://www.youtube.com/watch?v=nr8Jw-VYflY

Eagon Dezember 8, 2011 um 21:34

Der Menschenhandel ist eines der weltweit am stärksten wachsenden Geschäftsfelder.
Vielen Frauen wird Gewalt angetan und sie werden ermordet.
Während des Bosnieneinsatzes beteiligten sich UN-Mitarbeiter am Menschenhandel. Frauen wurdenfür die Prostitution abgerichtet und deutschen Soldaten als Huren des Krieges dienstbar gemacht.

WIE IST DIES NACH AUSCHWITZ WIEDER MÖGLICH?

Wieso haben alle Politikerinnen so erbärmlich versagen konnten?

Wer war damals Verteidigungsminister?

Eagon Dezember 8, 2011 um 21:42

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