Biedermeier 2.0

by h.huett on 20. Dezember 2011

Jedes Thema in der Medienwelt erzeugt Blasen und Metastasen. So auch, kein Wunder, die Debatte über Vorwürfe, auf die der amtierende Bundespräsident seine Anwälte antworten lässt.

Wolfgang Michal, Wolfgang Lieb und Tom Strohschneider erliegen einem erstaunlichen Irrtum.

Liebs Einwand, der Rechercheaufwand in der causa Wulff sollte doch in mindestens gleicher Intensität Fragen existenzielleren Zuschnitts gewidmet werden. Lieb hält es für zweckmäßig, die Fragen nicht den Leuten, nicht den Bürgern, auch nicht den Benachteiligten in den Mund zu legen. Er geht weiter zurück, in die Anthropologie, reklamiert existenzielle Fragen der Menschen – beyond any politics.  Größer hamses nicht?

Strohschneider lässt irgendwie offen, ob er mit dem Sprachspiel der Würde oder politischer Opportunität argumentiert. Das “hätte sollte würde” wäre ja ganz unterhaltsam, gelangte  Strohschneider nicht schließlich zu einer Betrachtung, die die politische Relevanz des Amtes unabhängig von seinem Inhaber insgesamt für zweifelhaft erklärt.

Die weiteren Bemerkungen zum zweifelhaften Zuschnitt und der noch zweifelhafteren Legitimität stellt Michal besser und beantwortet sie schlechter. Denn seine medienordnungspolitische Reflektion über Hetzmeuten, Chefs, Ursachen und Wirkungen unterliegt zwei Schönheitsfehlern. Er stellt einen Zusammenhang her zwischen vorgeblichen Anwürfen gegen die Gattin des Präsidenten und einer bloggenden Hetzgefolgschaft der Leitmedien.

Seine Sorgenfurchen vertiefen sich mit der Frage, ob die Holzpresse auf der Suche nach einem Überlebensrezept ausgerechnet die schlechtesten Eigenschaften der bloggenden Hetzmeute adaptieren muss. Dass Michal es für zweckmäßig hält, zum Auftakt seines blogstaatsmännischen Einwurfs einen link zu einer ganz besonders widerlichen Seite zu setzen, finde ich grenzwertig. Welches Diskreditin-Ziel verfolgt er damit?

Die drei Kollegen unterscheiden nicht zwischen primären und sekundären Sachverhalten. Ihnen ist die Verfassung des politischen Systems, die Integrität der politischen Akteure, die Frage persönlicher Verantwortung irrelevant geworden. Nicht dass sie Gründe dafür schuldig bleiben. Sie sind in zwei Worte zusammenzufassen:

So what? Dahinter schlummert das altbekannte “alles egal”.

Ihre Beiträge betrachte ich als Bausteine für eine Kultur des Biedermeier 2.0. Nicht die Behaglichkeit, sondern kommode Unbehaglichkeit polstert ihre Lauben. Sie verlieren aus dem Auge, was in demokratisch verfassten Gesellschaften immer erste Aufgabe einer demokratischen Linken gewesen ist: die Normen und die Substanz der politischen Verfassung gegen Verstöße, Zweckentfremdung und Entkernung zu verteidigen.

Vor 80 Jahren hieß es, was die Linken getan hätten, sei richtig gewesen, was sie nicht gemacht hätten falsch.

Auch das steht nun vor der Wiederaufnahme. Aus dem dritten Rang höre ich gerade den Zuruf, dass die Opposition keine Lust auf eine Kampagne vor Weihnachten und zwischen den Jahren habe. Die anderen Krisen hätten sie genug gefordert.

Biedermeier 2.0. Sein Hauptmerkmal: Es ist alles scheißegal, solange die Ungemütlichkeit erhalten bleibt, mit der man sich irgendwie arrangiert hat.

Frohe Weihnachten!

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Thelonious Dezember 22, 2011 um 19:35

“Nicht alles, was juristisch unrechtens ist, ist auch falsch.”

Naja, die Schlußfolgerung liegt ja auch nahe :)

wowy Dezember 22, 2011 um 19:37

Ja, die liegt nun wirklich sehr nahe, da können auch mehrere drauf kommen.

gelegentlich Dezember 22, 2011 um 19:42

Ich habe mir gerade die Presse-Berichte angesehen. Mit dem bisher auf den Tisch gelegten Material wird man den Herrn nicht abschießen können, soviel ist wohl klar. Der sitzt das aus. Und ob neue Stipulationen kommen, die ihn in Sorge um seine Familie versetzen werden (der von mir favorisierte mögliche Rücktrittsgrund) ist unklar. So wird in den nächsten Tagen außer Rumgeeiere ohne Schnee nicht viel zu erwarten sein.
Dieses Volk hört einfach nicht auf seine Intellektuellen.

wowy Dezember 22, 2011 um 20:37

So, nun wirklich genug mit Wulff.
Frohes Fest allerseits!

HAM Dezember 22, 2011 um 20:47

@gelegentlich Dezember 22, 2011 um 19:42
Dieses Volk hört einfach nicht auf seine Intellektuellen. #

Wie ist der Satz zu verstehen?

Auf welche Personen sollte denn das Volk hören?

gelegentlich Dezember 22, 2011 um 20:52

@HAM

,,Wie ist der Satz zu verstehen?”

Dem Anlass angemessen – albern! Ein Berg kreißte, ein rachitisches
Mäuslein ward geboren…wenn meine Nase nicht trügt (aber ich habe den Kadaver wohlgemerkt nicht lokalisieren können) wird der ,,Spaß” alsbald irgendwie weitergehen. Gelangweilten Übermut schreibe ich der Springerpresse nicht zu. Selbst wenn sie ihn hätten, er würde ihnen nicht erlaubt.

HAM Dezember 22, 2011 um 22:23

@gelegentlich Dezember 22, 2011 um 20:52

Wie ich es schon früher in einem anderen Thread geschrieben habe, ist meine Erklärung für das Geschehen, dass das Ganze irrational ist.

Leute wie Moore oder Schirrmacher sehen, dass die Politik keine Kontrolle mehr über die Prozesse hat. Das System fährt gegen die Wand, jeder Rettungsaktion macht es noch schlimmer.

Nich, das es unmöglich wäre, das System zumindest mittelfristig zu stabilisieren.
Aber die Politik – an der Spitze Merkel – ist unwillig und/oder unfähig, notwendige Schritte einzuleiten.

Soweit lässt sich dies noch belegen.

Alles Weitere ist (m)eine Hypothese, die aber für mich eine relativ hohe Plausibilität hat, gerade auch auf dem Background meiner Erfahrungen als analytischer und systemischer Psychotherapeut.

Wer die Idee eingebracht hat, weiß ich nicht. Irgendwann kam die Idee in mediennahen Teilen des Establishments auf, dass man einen starken BP brauche, also intellektuell, moralisch und rhetorisch stark. So einen, der konservativ-bürgerliche Werte repräsentiert.
Also ganz anders als der Wulff.

Deutschland hat keine Intellektuellen, welche von der Bevölkerung anerkannt sind und eine geistige und moralische Orientierung geben könnten.
Denn diese ewiggleichen neoliberalen und reaktionären Talkshowschwätzer sind es nicht, auch nicht Lafontaine oder Wagenknecht.

Möglicherweise hätte ein Norbert Blüm als BP im Volk Autorität, aber so einen wollen die Neoliberalen nicht.

Diese Kampagne gegen Wulff war doch von der Argumentation her völlig hysterisch und realitätsfremd. Aber fast alle Medien mit ihrer Meute haben dort mitgemacht, mit Ausnahme einzelner finanziell unabhängiger Journalisten, wie Michael Naumann.

Die Medien funktionieren top-down, obwohl sie formal nicht so strukturiert sind, sondern das funktioniert über finanzielle Abhängigkeiten, ähnlich wie z. B. das angesprochene opportunistische Verhalten von Studenten.

gelegentlich Dezember 22, 2011 um 23:19

Ob das irrational oder nicht ist weiß ich nicht. Wenn es rational wäre muss noch lange nicht gegeben sein dass die ,,Gruppe”, die das gestartet hat, ihre wirklichen Beweggründe auf den Tisch legt. Davon lebt ja Politik auch ein Stück weit.
,,Gott hat dem Menschen die Sprache gegeben, damit er seine Gedanken verbergen kann.” (Talleyrand)
Den Unterschied zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten erkennen…
Vielleicht haben hier Leute Beweggründe, die sie nicht öffentlich zeigen möchten und ganz sicher finden die, dass Wulff genügend Anknüpfungspunkte liefert. Tatsächlich kommt doch ein halbseidenes Detail nach dem anderen auf den Tisch, selbst heute, nach seiner Reinwasch-Erklärung, dieser Party-Schmidt. Das wird bei Weitem nicht Alles sein. Vielleicht will man ihn zu Tode hetzen?

Blüm ist ein anderes Kaliber, klar. Ein vormoderner Vollblutpolitiker, viel mehr der letzte Live-Rock’n Roller als Fischer, der ja vom Rockstar zum Schlagersänger geworden ist, um mal sein eigenes Bild aufzunehmen. Solche Leute hätten aber heute, Stichwort Professionalisierung, kaum eine Chance in der Politik.

Nein, ich sehe diese Kampagne (ich bin mir sicher dass es eine ist; da berichten nicht einfach die Medien weil es ihre Pflicht ist) noch längst nicht am Ende. Angefangen hat wohl BILD, das ,,Hosen runter”-Bild kommt ausgerechnet von Wagner, ich lach mich schlapp, schließlich hat der Herr seinen eigenen guten Ruf. Und danach haben andere Medien halt mitgemacht.
Langsam fühle ich wie ich zum Snob werde: was erwartet man eigentlich mit welchen Mitteln ein armer Schlucker unter den rezenten Bedingungen, die diese Leute doch kennen, hochkommen will? Die Ochsentour hat dieser Mann Wulff doch brav und redlich auf sich genommen. Wenn sein neuer Medienfuzzi nicht ganz doof ist gelingt es ihm vielleicht so eine ,,Wir-hier-unten-gegen-die-da-oben”-Stimmung zu erzeugen, dann hätten alle ihr Vergnügen, die ,,Wissenden” und die Desinteressierten.

Nachruf Dezember 22, 2011 um 23:43

@ alle Besserlügner

http://www.youtube.com/watch?v=OQfpTPUYbXc&feature=related

From his 1977 album Peter Gabriel 1 (Car).

Lyrics:

Climbing up on Solsbury Hill
I could see the city light
Wind was blowing, time stood still
Eagle flew out of the night
He was something to observe
Came in close, I heard a voice
Standing stretching every nerve
Had to listen had no choice
I did not believe the information
I just had to trust imagination
My heart going boom boom boom
“Son,” he said “Grab your things,
I’ve come to take you home.”

To keep in silence I resigned
My friends would think I was a nut
Turning water into wine
Open doors would soon be shut
So I went from day to day
Tho’ my life was in a rut
“Till I thought of what I’d say
Which connection I should cut
I was feeling part of the scenery
I walked right out of the machinery
My heart going boom boom boom
“Hey” he said “Grab your things
I’ve come to take you home.”
(Back home.)

When illusion spin her net
I’m never where I want to be
And liberty she pirouette
When I think that I am free
Watched by empty silhouettes
Who close their eyes but still can see
No one taught them etiquette
I will show another me
Today I don’t need a replacement
I’ll tell them what the smile on my face meant
My heart going boom boom boom
“Hey” I said “You can keep my things,
They’ve come to take me home.”

Nachruf Dezember 22, 2011 um 23:54
Nachruf Dezember 23, 2011 um 00:03

They will soon be at their bricky home

http://www.youtube.com/watch?v=GimLuOUVkxg&feature=related

HAM Dezember 23, 2011 um 00:38

@gelegentlich Dezember 22, 2011 um 23:19
Nein, ich sehe diese Kampagne (ich bin mir sicher dass es eine ist; da berichten nicht einfach die Medien weil es ihre Pflicht ist) noch längst nicht am Ende.

Das mag sein.

Aber das läuft bereits jetzt weitgehend selbstreferentiell: Für die Medienkampagne interessieren sich nur noch die Medien und ihr Umfeld.

Die Bevölkerung interessiert es nicht mehr. Und auch bei den Politikern gibt es nur noch wenig Resonanz. In den Blogs ist kaum Interesse dafür, sofern diese nicht von Medienleuten gemacht werden.

Für jeden, der einen Funken Verstand hat, ist doch völlig klar, dass es eine personalisierte Kampagne ist. Es ist keine Kampagne gegen Korruption, sondern eine gegen Wulff.

gelegentlich Dezember 23, 2011 um 07:31

@HAM
,,Das mag sein”
Es ist so. Dieser Artikel von gestern, 18:33 Uhr, zeigt auch auf wie es gehen soll:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-805351,00.html
Da wird ein Glaubwürdigkeitsproblem behauptet, aber, wir lachen ja schon wieder, nur eines von Wulff. Das Problem der jetzigen Kampagne ist doch, dass sie auch deshabl keinen Erfolg hatte, weil die Auslöser keine durchschlagskräftige Glaubwürdigkeit haben. Ein Fall für den Kommunikationsanalytiker Huett.
,,Was, wenn in den kommenden Tagen noch mehr Belastendes bekannt wird? Kommt dann eine zweite Erklärung des Bundespräsidenten, ein zweites öffentliches Gnadengesuch? Schwer vorstellbar.”
Damit wird der Anker für kommende weitere ,,Details” gelegt. Und: der Begriff ,,Wulffs Gnadengesuch” ist ja eine Behauptung, ein Wunsch, die Öffentlichkeit möge das bitte, bitte so auffassen. Es ist keine Beschreibung – wie, als ob man Tom Schimmecks ,,Arschlochalarm” von 2005 schon wieder bestätigen möchte. Der Spiegel will schon wieder kein Zaungast sein.

Die Bevölkerung kann sich dabei doch gar nicht selbst zu Wort melden, höchstens sehr indirekt über Quoteneinbrüche, sobald es schon wieder um Wulff geht.

H.K.Hammersen Dezember 23, 2011 um 08:08

Das Lohndumping in D kann ja weiter gehen, wenn jetzt massenhaft Griechen und Spanier zu uns kommen. Jetzt können die komparativen Kostenvorteile voll ausgespielt werden. Arbeiten in D und zur Entspannung ans Mittelmeer. Aber nur, wenn mann über die richtigen Freunde verfügt.

gelegentlich Dezember 23, 2011 um 08:59

@H.K.Hammersen
Da ich nicht vermute dass die Komödie ,,Wulff” aufgelegt wurde um von der Realisierung der komparativen Kostenvorteile abzulenken und das es doch hier um ,,Biedermeier 2.0″ gehen soll verweise ich dazu besser auf Konicz ,,Die Krise kurz erklärt” für die sozusagen klassisch marxistische Erklärung:
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/1.html
In diesem Rahmen sind Wulff, Maschmeyer und Schröder doch Figuren von untergeordnetem Rang. Und die noch untergeordnetere Frage, wie lange es noch dauert, ob wir noch was von unserer Rente (wie lange aber auch?) haben werden – die wird dort auch nicht beantwortet…

Keynesianer Dezember 23, 2011 um 09:30

@gelegentlich

Die Theorie der Krise von Konicz ist mal wieder Unsinn. Er ist eben “Marxist” und kein Keynesianer. Dem entsprechend will er die Krise als unvermeidbar darstellen, als eine Folge der Entwicklung und des Standes der Produkzivkräfte:

“Die avancierten kapitalistischen Gesellschaften gerieten folglich in die Krise der Arbeitsgesellschaft, die mit steigender Arbeitslosigkeit, allgemeiner Prekarisierung und/oder einem stagnierenden Lohnniveau einhergeht. Zugleich steigen mit dem technischen Niveau der Produktion die Aufwendungen für Infrastruktur, Bildung oder Produktionsinvestitionen, was wiederum die Massennachfrage und/oder die Unternehmensgewinne belastet.”

Für solche Theorien sind die Neoliberalen und deren Auftraggeber dankbar, die ja schon die Große Depression 1929-33 mit der Geldpolitik verursacht haben und damals einen ähnlichen Unsinn verbreiten ließen. Vor allem damals durch die ILO in Genf:

Emil Lederer: Technischer Fortschritt und Arbeitslosigkeit, Mohr Tübingen 1931; Technical progress and unemployment. ILO, Genf 1938;

Vladimir Woytinsky: Three sources of unemployment: the combined action of population changes, technical progress and economic development, International Labour Office, 1935;

Dabei hatte der Woytinsky vorher in Deutschland mit dem WTB-Plan noch selber eine expansive Kreditpolitik vertreten. Aber die International Labour Organization (ILO) in Genf stand unter dem Einfluss der britischen Imperialisten der Milner-Gruppe.

Es gilt selbstverständlich immer noch, dass jede Krise durch die richtige Geldpolitik sofort zu beenden ist, wenn das gewollt wird. Da gibt es keine unvermeidbare Krise wegen irgendwelchem Wertblödsinn nach Marx und keine “Krise der Arbeitsgesellschaft” wegen der Erfindung der Dampfmaschine oder des Computers.

Lasst Euch den Blödsinn nicht mehr länger einreden, dann müssen die auch wieder mit ihren inszenierten Krisen aufhören. Mehr wäre eigentlich nicht nötig, als dass jeder weiß, dass es die Krisen nur gibt, weil sie von interessierter Seite inszeniert werden. Schon wäre es ausgestanden, für immer. ;-)

gelegentlich Dezember 23, 2011 um 09:35

@Keynesianer
Sorry, ich wollte geradezu verzweifelt versuchen beim Thema ,,Biedermeier 2.0″ zu bleiben. Ansonsten haben Sie freilich , wenn Sie an sich selbst runterschauen recht, natürlich, aber es nützt nichts: Karl Schiller ist tot.

Doktor D Dezember 23, 2011 um 09:40

@cm: Ob die Klappe zu halten der richtige Rat war, kommt ein bisschen darauf an, was das Ziel von Wulff ist. Für Früstücksdirektorat mit schönen Auslandsreisen ganz gut; wenn Wulff aber noch davon träumt, von irgendjemand ernst genommen zu werden aka politschem Einfluss, dann war das ein schlechter Rat – und das konnte man wissen, als klar war, dass BILD und Spiegel die Fährte aufgenommen hatten. Mit dieser brillanten Taktik ist der Mann jetzt eine Witzfigur (und das war auch absehbar), der froh sein kann, wenn seine Zuhörer mehr Stil haben als er und nicht die Hälfte des Publikums bei großen Worten in seiner Rede in Kichern ausbricht. Das ist für einen eitlen Menschen wie Herrn Wulff bestimmt schwer zu ertragen.

Keynesianer Dezember 23, 2011 um 10:03

@gelegentlich

Wenn Du Dich gerne veralbern lassen willst, hätte ich da noch was für Dich:

“Der Wettlauf mit den Maschinen

Informationstechnik vernichtet Jobs und macht die Reichen immer reicher, behaupten zwei MIT-Forscher. ”
http://www.heise.de/tr/artikel/Der-Wettlauf-mit-den-Maschinen-1370433.html

Nicht die Neoliberalen sind die Schuldigen an Massenarbeitslosigkeit und Umverteilung zu Gunsten der Reichen, sondern die bösen Computer, lernen wir da von den “Wissenschaftlern” des MIT.

Leute, Ihr dürft einfach nicht aufhören, Euch ver*rschen zu lassen! Und vor allem Keynes ist ganz schlecht, der wollte nur den Kapitalismus retten. :-)

gelegentlich Dezember 23, 2011 um 10:21

@Keynesianer
Für dieses hohe Niveau reicht mein kleines Hirn noch (!) nicht. Ich denke da praktisch-empirisch. Schau mal hier:
http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2011/12/19/ein-lob-der-lobby.aspx
bei dem Kommentar ,,19. Dezember 2011, 22:46″ von ,,Vroni”. Die ist Person, die offenkundig eine ziemlich lange Erfahrung hat mit dem neuen Zeitalter mit den neuen Maschinen. Und welche Erfahrungen schildert sie damit?
Ob nur die bösen Neoliberalen die an sich guten Maschinen vergiften oder ob ein allgemeineres Problem dahinter steht? Beides hat mit ,,Biedermeier 2.0″, diesem Lehrstück politischer Meinungsumbildung in postmodernen Zeiten, nichts zu tun. Oder sollen wir jetzt Rüdiger Kalupner zu Hilfe rufen?

Keynesianer Dezember 23, 2011 um 11:02

@gelegentlich

“Beides hat mit ,,Biedermeier 2.0?, diesem Lehrstück politischer Meinungsumbildung in postmodernen Zeiten, nichts zu tun.”

Doch, freilich hat es mit der “Meinungsumbildung in postmodernen Zeiten” zu tun. Sehr sogar, weil hier der Unterschied zwischen den für die Menschheit wichtigen und völlig unwichtigen Meinungen sofort sichtbar wird. Willst Du über den Wulff frei meinen oder über die wichtigen Probleme der Menschheit?

gelegentlich Dezember 23, 2011 um 11:18

@Keynesianer

,,Willst Du über den Wulff frei meinen oder über die wichtigen Probleme der Menschheit?”

Mich persönlich interessiert das als ein Stück politischer Willensbildung heute. Was ich sehe ist:
- milliardenschwere Medienbesitzer wollen aus irgendwelchen Gründen Wulff weg haben
- sie können aus Gründen, die ich nicht kenne, ihre wirklichen Motive dafür nicht auf den Tisch legen
- sie schicken deshalb ihre Klopper-Truppe BILD los
- die scheitert bei dem Vorhaben, weil die Schläge noch zu schwach sind und sie selber ein so hohes Glaubwürdigkeitsproblem hat, dass man ihr das Motiv nicht abnimmt

Letzteres ist aber die Voraussetzung für die beabsichtigte Wirkung auf die Meinungsbildung. Mit der Einwirkung auf diese macht man natürlich weiter: im Moment versucht die Hilfstruppe SPIEGEL Online den Eindruck zu erwecken, Wulff hätte um Gnade gebeten und tut so, als ob jetzt aber wirklich nichts mehr dazu kommen darf.
Wohlgemerkt: das ist ja keine Tatsache, das will man erreichen, suggerieren.

Wenn es um ,,die Menschheit” geht sind wir im falschen Thread und am falschen Ort. Vielleicht doch Herr Kalupner?

Michael Michaelis Dezember 24, 2011 um 00:09

Ich verstehe nicht, wie man das Versagen von Gesellschaft mit dem Versagen Einzelner erklären will. Das geht doch nur dann, wenn man selbst alltägliche Erfahrungen – alle empirischen Fakten der eigenen Existenz – komplett ausblendet.

Man ist dann nur um Haaresbreite davon entfernt, alles Unglück den Juden (Negern, Zigeunern..) in die Schuhe zu schieben.

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