Frohe Weihnachten

by eFlation on 24. Dezember 2011

Wiesaussieht wünscht allen Lesern Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr 2012.

Im September sind wir mit Wiesaussieht online gegangen. Jeden Monat haben wir einen neuen Besucherrekord erreicht und ihr habt hitzig über unsere Meinungen diskutiert. Das wollen wir in 2012 fortsetzen – an Themen wird es sicherlich nicht mangeln.

Über Lob, Anregungen und Kritik freuen wir uns.

 

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Keynesianer Dezember 24, 2011 um 08:21

Wünsche ebenfalls allen Lesern und Mitschreibern ein frohes Fest und schöne Feiertage.

Möchte nochmal darauf hinweisen, dass beim Aufruf der Internetadresse

http://www.wiesaussieht.de/

immer noch folgende Meldung kommt:

Diese Präsenz ist leider nicht verfügbar.

Vermutlich ist das ja Absicht, damit der Andrang auf den Blog nicht allzusehr anwächst; aber falls Ihr das wieder abstellen könntet, würden sich die Leserzahlen und das Kommentariat sicher noch weiter vermehren. ;-)

Nanuk Dezember 24, 2011 um 08:34

Frohe Weihnacht euch allen…
http://www.youtube.com/watch?v=O-zjlBsLkzk

Andy Dezember 24, 2011 um 08:49

Moin und frohe Weihnachten. Kann man die “neuen Besucherrekorde” denn auch mit Zahlen verdeutlichen?

Gruß
Andy

Horst Schmidt Dezember 24, 2011 um 09:22

@ all

Besinnliche Festtage und einen “Guten Rutsch” ins Jahr 2012!

Horst Schmidt Dezember 24, 2011 um 09:36

Ein nicht ganz ernst gemeintes Gedicht

Mit 30 Jahren stirbt ein Pferd, das niemals hat ein Glas geleert.
Mit 20 sterben Schaf und Ziegen, die niemals Schnaps zu trinken kriegen.
Die Kuh trinkt Wasser nie mit Rum, nach 18 Jahren fällt sie um.
Mit 15 ists für Hunde um, auch ohne Whisky, Schnaps und Rum.
Die Katze schleckt nur Milch allein, sie geht nach 13 Jahren ein.
Das Huhn legt Eier für Likör, 6 Jahre lang – dann lebts nicht mehr.
Der Mensch trinkt Schnaps trotz kranker Galle und überlebt die Viecher dennoch alle.
Damit ist der Beweis erstellt, dass Alkohol gesund erhält!
Drum lasst uns öfters einen heben, damit wir alle länger leben!

Quelle: Volksweise

h.huett Dezember 24, 2011 um 10:22

Keynesianer

Wenn das mit dieser Meldung nur bei Dir passiert, kann es daran liegen, dass Du deinen Cache leeren musst. Ist der Rechner ein Nostalgiker?

gelegentlich Dezember 24, 2011 um 10:27

@Keynesianer
Der Aufruf der Seite macht kein Problem. Lokales Problem, lokal lösen…

Keynesianer Dezember 24, 2011 um 11:13

@gelegentlich

“Der Aufruf der Seite macht kein Problem. Lokales Problem, lokal lösen…”

Ich hatte es schon vermutet, dass es sich hier nicht um einen Fehler, sondern um ein Feature des Blogprogramms handelt. Der Hinweis kommt anscheinend nur, wenn jemand mit genau meiner IP auf die Seite geht.

Was will man mir damit sagen? ;-)

gelegentlich Dezember 24, 2011 um 11:46

@Keynesianer
Oh Mann, wenn das Marx-Buch genauso ist…

Ein IT-Techniker (der ich nicht bin) braucht dazu erst mal eine vernünftige Beschreibung des Fehlers und Einzelheiten. Welches Betriebssystem, welcher Browser, tritt das Problem auch bei einem anderen Browser auf? (wenn nein hat Huetts Hinweis auf den Cache schon mal getroffen) – und und und…

,,Was will man mir damit sagen?” – dass es da irgendein Element gibt, das noch nicht beherrscht wird.

f.luebberding f.luebberding Dezember 24, 2011 um 11:48

Das wünsche ich auch. Besinnliche Tage und die Chance auf lauter guter Vorsätze für das Jahr 2012. Sogar der Bundespräsident hat diese Vorsätze, so scheint es. Nach Informationen der Welt am Sonntag wird er seine Immobilie ab dem 1. Januar 2012 über ein ganz normales Immobiliendarlehen finanzieren. Vielleicht hat er die Anregungen von matt_us aufgenommen?

H.K.Hammersen Dezember 24, 2011 um 12:34

@luebberding
Wahrscheinlich hat er nur auf die Zuteilung seines Bausparvertrages gewartet.

wowy Dezember 24, 2011 um 12:34
carlos manoso Dezember 24, 2011 um 12:36

@ f.luebberding Dezember 24, 2011 um 11:48
„Das wünsche ich auch. Besinnliche Tage und die Chance auf lauter guter Vorsätze für das Jahr 2012. „

Die letzten Tage 2011 sollten besinnliche Tage sein. Das Jahr 2012 wird das Jahr der Entscheidungen. Die Wut des Jahres 2011 wird sich 2012/2013 in rasenden Zorn wandeln.

Am 10.12. 2011 sagte Michail Gorbatschow bei der Verleihung des Franz-Josef-Strauß-Preises durch die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung, für das Jahr 2012 sollten wir uns Gedanken machen: „Diesmal werden Sie für Sylvester noch genügend Bratwürstchen und Eisbein haben. Naja, was das nächste Jahr betrifft, da sollten wir uns Gedanken machen, und zwar zusammen.“ Vermutlich meint Gorbatchov, dass ohne Atombombeneinsatz Israel und die USA niemals einen Krieg gegen den Iran beginnen werden.
http://www.youtube.com/watch?v=SsvwSarD44k&feature=player_embedded

„Wir gehen davon aus, dass mit dem Wahljahr 2012, vor dem Hintergrund einer sozialen und wirtschaftlichen Depression, der Lähmung des politischen Systems auf Bundesebene, des wachsenden Misstrauens der Wähler gegen die beiden abwechselnd herrschenden Parteien, der neuen Zweifel, ob die Verfassung noch ausreichend Funktionsregeln für einen Staat in einer modernen Welt bieten kann, die Vereinigten Staaten in eine Epoche eintreten, in der sich die Zukunft des Landes für viele, viele Jahre entscheiden wird. In den folgenden vier Jahren wird das Land politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Belastungen und Spannungen ausgesetzt sein wie nie seit Ende des amerikanischen Bürgerkriegs, der, geschichtlicher Zufall, vor ziemlich genau 150 Jahren, nämlich 1861, begonnen hat. In den nächsten vier Jahren werden die USA zahlungsunfähig und unregierbar sein. Das einstige Flaggschiff der Weltordnung wird zum manöverierunfähigen Seelenverkäufer.

Um den komplexen Prozess des Zerfalls der ehemaligen Weltmacht verständlich darzustellen, gliedern wir die Präsentation in drei große Bereiche :
1. Die Lähmung der staatlichen Institutionen und der Zerfall des traditionellen Zweiparteiensystems
2. Die wirtschaftliche Todesspirale : Rezession/Depression/Inflation
3. Die Auflösung der Gesellschaftsstruktur“
http://www.leap2020.eu/GEAB-N-60-ist-angekommen-Umfassende-weltweite-Krise-USA-2012-2016-Ein-zahlungsunfahiges-und-unregierbares-Land_a8500.html

Keynesianer Dezember 24, 2011 um 12:51

h.huett

Den Rechner habe ich vor zwei Jahren selber gebaut. Der Browser ist Nightly unter Vista. Dann werde ich mal schauen, ob es irgendwie am Cache liegt, vielleicht ein Fehler von Nightly, das ja noch in der Testphase ist und jeden Tag mindestens ein Update kriegt.

Danke jedenfalls für die Hilfe und wünsche ein frohes Fest. :-)

Keynesianer Dezember 24, 2011 um 13:04

Es war tatsächlich der Cache bei meinem Nightly.

neuling Dezember 24, 2011 um 13:49

Die Systeme mögen wechseln, oder auch nicht – die Menschen bleiben. In diesem Sinne

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

snozin Dezember 24, 2011 um 14:44

Zu meinen Pflichten als August gehört es, euch zu grüßen. Deshalb grüße ich speziell alle und im allgemeinen jene Versprengten, die mir in guter Erinnerung sind, etwa lemming/ceteris oder eben froZ Treidelstein (vielen Dank für das warme Gedicht). Wer kam sonst noch an mir vorbei: da waren Buschi und topi, da waren einige, vor denen ich mir nicht mal traue, den Hut zu ziehen, da ist…na ja… wegen dem trage ich seit langem keinen Hut mehr.
Da ist Lübberding mit seinem Talent, aus allen Richtungen zugleich zu kommen, und da ist Herr Hütt, der unverwechselbar ist, solange er sich nicht selbst verwechselt. Ich grüße Morph mit seiner These, dass die Realwirtschaft nur durch mildernde Umstände fort existieren kann, die man ihr wohl nur aus Versehen noch einmal gewährt hat. Und Hallo!!! Aus seinem alten wie aus dem neuen Leben begrüße ich Holger, der den Zeitgeist wahrscheinlich am besten von allen über die Wupper zu hebeln vermag.

Lasst euch schmecken, was da gerade in euch hineinlaufen will und rutscht, rutscht, es ist nicht mehr weit. Ich stehe schon am Tor der Agenda 2012 und werde euch…oder mein Sprecher wird euch

begrüßen.

Stephan Dezember 24, 2011 um 15:28

Yep. Frohes Fest!

Immer wieder gut: “Just once, I’d like a regular, normal Christmas. Eggnog, a fuckin’ Christmas tree, a little turkey. But, no. I gotta crawl around in this motherfuckin’ tin can.” —John McClane, Die Hard

holger Dezember 24, 2011 um 15:37

Natürlich wünsche ich auch jedem, eine schöne, fröhliche, besinnliche Zeit.

—>>> Das wollen wir in 2012 fortsetzen – an Themen wird es sicherlich nicht mangeln. „

Diese Vermutung habe ich auch…

—>>>Über Lob, Anregungen und Kritik freuen wir uns. „

Ich würde das Blog umbenennen. „wuffziehtsaus“

Aber macht ja nix… Ganz Nordafrika ist in Demokratie versunken. Gutti hats Land verlassen. Ach… irgendwas, war da noch mit den Finanzen EFSFEFS EMSB. Gottschalk hat kein Bock mehr gehabt. Boris saß bei Kerkeling auf der „Menschen 2011“ auf der Bank. Und die Castings in der Sänger Branche liefen gut. Aber ansonsten… War was?

Ach so… da gabs ja noch den legendären Präsi Wuff.

Hätte ich fast vergessen.

So und nun ne alte Weisheit noch: „Nix wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“

Und nun ran an den Schmauß… :D

Fernsehtipp fürs Warten ZDF now. „Der Eisenhans“ ;-)

topi Dezember 24, 2011 um 15:49

ZDF?

Ist gestorbeb; die haben sowohl beim Grüffelo als auch beim Michel (leider ist der deutsche Michel gänzlich unähnlich) dasEnde weggelassen, um mehr von ihren blöden trailern zu bringen. #grrrrr#

Meine Medienempfehlung:
http://www.youtube.com/watch?v=-RSIc0RtbU8

Aber Vorsicht, ich bin ausgesprochener Weihnachtsmuffel. :roll:

Frohes Fest, Euch allen Lieben.

Bello Dezember 24, 2011 um 17:42

Wuffige Weihnachten den Kopfgeldjägern und auch dem Kommentariat.

Wuff!

Nachruf Dezember 24, 2011 um 19:11

Es kann nur einen Nachfolger als Bundspräsi geben :

Hape Kerkeling for Christmas for Schermani.

Nachruf Dezember 24, 2011 um 23:37

Revolution in Russland;
habt ihr alle die friedlichen, fröhlichen Menschen im Fernsehen verfolgt?
Wie wollen die ollen Oligarchen gegen diese phantasievollen literarischen russischen Seelen bestehen?
Passend zum Tod von Vaclav Havel – Gorbatschow demonstriert gegen seinen verräterischen Adjudanten Medwedjew.
Herrlich 1989 findet 2011/12 eine revolutionäre Fortsetzung.
Demokratie, Kultur und Freiheit bilden sich weiter aus.
Bis März ist Putin unwählbar – Medien stellt euch darauf ein.
“Der Ruf nach Wahrheit und Liebe besiegt Lüge und Hass.”
Was für ein Weihnachtsfest !!!
Wir dürfen dabei sein, mitgestalten, Gemeinsinn stiften.
Wählt : Ehrlichkeit—>Glaubwürdigkeit—>Nachhaltigkeit
—>Gemeinschaftlichkeit

Nachruf Dezember 24, 2011 um 23:48
Nachruf Dezember 24, 2011 um 23:52
Teilzeitsarkast Dezember 25, 2011 um 05:57

Wie jetzt?
Schon Weihnachtsmorgen und immer noch keine Jopi-Kondolenz? Ist doch ein cooler Abgang mit 108 am Heiligabend vor dem Weltuntergang.
Wir werden die Generation WK-I & II noch schmerzlich vermissen. Und bis dahin:
Frohes Fest allerseits!

Und nun zum Werbeblock:
http://www.youtube.com/watch?v=YehHD3AoQEI

Stephan Dezember 25, 2011 um 16:54

Sehr schön. Wir sind wie Schafe. (HT: Paul Krugman)

gelegentlich Dezember 25, 2011 um 17:33

,,Gemeinsinn stiften”
Frage in die Runde: wenn diese Party ,,Nord-Süd-Begegnung” nur von Sponsoren bezahlt wurde (VW, AWD, z.B.) heißt es ja, dass da keine öffentlichen Mitteln reingeflossen sind. Glaeseker wird man wohl kaum nachweisen können, dass er während seiner Arbeitszeit von seinem Diensttelefon aus Sponsoren eingeworben hat. Auch Wulff hat ja das Recht, nach Feierabend an einem Sponsorenessen teilzunehmen, als ,,Wulff”, nicht als Ministerpräsident.
Aber, und das würde ich gerne wissen wollen von Leuten, die sich da auskennen: wenn VW ein paar hunderttausend Euro für solch eine Party beisteuert – können die da als steuermindernde Werbeausgabe geltend machen (was ja letztlich bedeutet, dass wir Alle das mitfinanziert haben) oder nicht?

Hans Hütt Dezember 25, 2011 um 18:55

Sponsoringausgaben sind steuermindernde Betriebsausgaben

holger Dezember 25, 2011 um 19:35

@ gelegentlich… Ich kanns nicht mehr lesen und hören… aber da steht einiges drin unten im Link. Das alles kann natürlich einer Ost-FDJ-Birne und einem DGB Funktionär beim Bummsen in Brasilien nicht passieren. Wollen wir noch Peter Hartz und sein Freund Schröder einladen? Und die SPD Sozialdemokraten mal ein bißchen aufarbeiten? Gerne. Hillu ist lt. “Bunte” übrigens wieder zu haben. Im Angebot hätten wir noch ERGO und Wüstentot, wo Rau seine Immos hat vermutlich finanzieren lassen. Tja… nicht Bielefeld… sondern eben Osnabrück… Gleich neben Rheine.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wulff-verlaesst-vw-aufsichtsrat-tschuess-machts-gut-wir-sehen-uns-wieder-1.960625

Nachruf Dezember 25, 2011 um 19:36
gelegentlich Dezember 25, 2011 um 20:34

@holger
Sorry, zur politischen Meinungsbildung zählt schon auch ein wenig Geduld, danke für den Link, aber dort steht => dazu nichts drin.
Dafür im Link von @Nachruf, danke ebenfalls. Freilich bin ich kein Steuerberater. Wenn ich es richtig sehe wären die Sponsorengelder von VW für Party-Schmidt Betriebsausgaben von VW, damit abzugsfähig – d.h. es entstünde durch die Tätigkeit von Party-Schmidt, Glaeseker und Wulff der Allgemeinheit, dem Steuerzahler, ein Schaden durch den ,,Nord-Süd-Dialog”. So könnte man politisch argumentieren.
Letztlich geht es dabei (BILD und andere machen ja jetzt auf dem Umweg über Glaeseker mit der ,,Wulff-Story” weiter) wohl darum die Intensität des üblen Geruchs zu erhöhen. In meiner Interpretation, natürlich. Pro-Wulff würde ich einwenden: laßt es sein, jetzt kommt doch eh nur noch Kleinvieh!

holger Dezember 25, 2011 um 20:53

gelegentlich

—>>>@holger
Sorry, zur politischen Meinungsbildung zählt schon auch ein wenig Geduld, danke für den Link, aber dort steht => dazu nichts drin.”

Es geht gewiss nicht, um “politische Meinungsbildung” da musst Du bei den Sozial Demokratischen Autoren vorsprechen. Nicht bei mir. Der Iran übt Krieg, und man schreibt gerne über Wuff. Und die Historie VW wird nicht gesehen.

Egal: “Stirb langsam aber jetzt erst recht”

Wuff Dezember 25, 2011 um 21:04

Wann gibt es wieder Futter?

>SE: Bald du Vollidiot … Nur Geduld.

gelegentlich Dezember 25, 2011 um 22:50

@Wuff
??? Miau?

wowy Dezember 26, 2011 um 00:27

@Autoren des Blogs :-)
http://mobil.kurier.at/detail/4478833.php
Damit ihr wisst, was “His Masters Voice” so berichtet.
:-D

Nachruf Dezember 26, 2011 um 12:14

“Die Gesellschaft braucht Leuchttürme wie auf hoher See, Orientierungspunkte, nicht lehrmeisterlich, sondern erklärend. Sie kann sie annehmen oder nicht, aber sie braucht sie.”
von “His Masters Voice”:

http://www.leuchttuerme.net/index.php?nav=1000136&lang=1&id=30&action=portrait

Bauen wir los…

Andreas Kreuz Dezember 26, 2011 um 13:11

@wowy Dezember 26, 2011 um 00:27

Schirrmacher hat in seinem Beitrag das Wort “Staatssschuldenkrise” verwendet.
Wenn er es verstanden hätte,
wäre “bankenvermittelte Gläubigerluftnummernkrise” das richtige Wort gewesen. ;-)

gelegentlich Dezember 26, 2011 um 14:49

@Andreas Kreuz
Es ist wirklich bedenkenswert, dass Michael Sommer vom DGB endlich mal das formuliert hat, was seit über einem halben Jahr in allen kritischen Blogs steht, am 16.12.2011, mit bemerkenswert geringem Medienecho:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/staatsschulden-dgb-chef-fordert-massive-steuererhoehungen-1.1237622
(woanders schon 2 Tage früher)
,,”Ich denke an die Einführung einer Vermögenssteuer, die Reichensteuer, die Erhöhung der Erbschaftssteuer und die Besteuerung von Finanztransaktionen”, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) der Bild am Sonntag.
Die aktuelle Krise sei in erster Linie eine Staatseinnahmekrise. “Es ist doch kein Wunder, wenn bei uns nach den Steuersenkungen der vergangenen 10 bis 15 Jahre dem Staat das Geld fehlt”, sagte Sommer. “Wenn wir heute noch die Steuergesetze des Jahres 2000 hätten, hätte der Staat in diesem Jahr 50 Milliarden Euro Mehreinnahmen.”
D.h. die Formulierung ,,Staatsschuldenkrise” ist eigentlich schon Ideologie, die offenbar auch der ach so kritische Schirrmacher nicht durchschaut hat. Dennoch glaube ich persönlich nicht, dass man die Wulff-Geschichte ,,eingeführt” hat um davon abzulenken…

Keynesianer Dezember 26, 2011 um 15:31

@gelegentlich

“D.h. die Formulierung ,,Staatsschuldenkrise” ist eigentlich schon Ideologie, die offenbar auch der ach so kritische Schirrmacher nicht durchschaut hat. ”

Das ist Schirrmachers Job, die demagogische Bezeichnung “Staatsschuldenkrise” auf einfach nicht Fall zu durchschauen. Wer das “durchschaut”, darf in diesem System Hartz4 beantragen. So läuft es doch.

Keynesianer Dezember 26, 2011 um 15:32

Korrektur:

Das ist Schirrmachers Job, die demagogische Bezeichnung “Staatsschuldenkrise” einfach nicht zu durchschauen. Wer das “durchschaut”, darf in diesem System Hartz4 beantragen. So läuft es doch.

Schatten von Angebot und Nachfrage Dezember 26, 2011 um 23:21

@zu häufig

,,”Ich denke an die Einführung einer Vermögenssteuer, die Reichensteuer, die Erhöhung der Erbschaftssteuer und die Besteuerung von Finanztransaktionen”, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) der Bild am Sonntag.”

Er denkt nicht nur an Steuererhöhungen für die, die sich keinen eigenen Aktienfonds in Luxembourg und keine Stiftung in Liechtenstein leisten können, sondern auch an mehr Zuwanderung von Fachkräften und mehr Multikulti, nicht? Wink, Wink, Zwinker, Zwinker…

Guter Mann, dieser Pöbelflüsterer!

Frohes Fest, Ihr Aufstocker, Ihr Leiharbeiter und zukünftigen Mindestrentner!

gelegentlich Dezember 27, 2011 um 09:02

@Schatten von Angebot und Nachfrage

,,Er denkt nicht nur an Steuererhöhungen für die, die sich keinen eigenen Aktienfonds in Luxembourg und keine Stiftung in Liechtenstein leisten können…”

Das verlangt eine Erklärung – denn so ist diese Aussage sinnlos.
Was in diesem Zusammenhang ein ,,Pöbelflüsterer” sein soll hätte man auch gern gewußt.

xxhyfoxx Dezember 27, 2011 um 09:08

@gelegentlich Dezember 26, 2011 um 14:49

Michi Sommer sitzt im Aufsichtsrat der “Deutschen” Telekom. Das Michi Sommer erst auf jetzt auf den Trichter kommt das man evtl. die Steuern erhoehen koennte, also im oberen Drittel sozusagen, liegt vielleicht daran das Michi Sommer von diesen Steuererhoehungen betroffen waere. Oder einer seiner Freunde im Aufsichtsrat. Oder seiner Seilschaftskollegen die auch alle in Aufsichtsraeten dick und rund werden.
Michi hat mit den trillerpfeifenden- und transparentschwingenden Fußvolk nichts mehr gemein das er in rhytmischen Abstaenden mal wieder auf die Straße schicken laesst um am Ende zu verkuenden: mehr als >1,5% war nicht drin. Danke Michi!
Statt dessen wettert uns Michi gegen Spartengewerkschaften die, die Schnauze voll haben von >1,5% und ihren Ansprueche durchsetzen. Muss man nicht toll finden aber der Erfolg gibt ihnen Recht. Und von Michi Sommer wuerde ich mich auch nicht verraten… pardon, zertreten… ach herrje, vertreten, das war das korrekte Wort, lassen.

@Schatten

Wenn dEUtschland nur so zu retten ist, dann muß es eben so sein. Wir alle muessen Opfer bringen und den Guertel enger schnallen. Nur so kann der Aufschwung kommen, das scheue Reh erscheinen, die Investoren investieren und der Markt markten.
Die Lohnkuerzung komme, der Urlaub werde gestrichen. Agenda 2020 geheilgt seie dein Wort das die Bonzen uns als Alternativlos verkaufen. Amen.

… wir weben hinein den dreifachen Fluch,
wir weben, wir weben.

SMG
xxHyFoxx

gelegentlich Dezember 27, 2011 um 10:30

@xxhyfoxx
Dass Michi Sommer jetzt erst darauf kommt – darum ging es mir nicht. Er formuliert jetzt das, was in den letzten Monaten fast nur in kritischen Blogs zu lesen war, aber es gibt kein Medienecho.
Neu ist das eh nicht:
Reinhard Jellen – aber im Jahr 2003:
http://www.heise.de/tp/artikel/15/15724/1.html
http://www.heise.de/tp/artikel/16/16390/1.html
Ebenfalls schon 2005, vor der Bundestagswahl, ein Artikel, den ich im Netz leider nicht mehr finde (in welchem er darlegt, dass der Krieg der Reichen gegen die Armen ja längst begonnen hat):
Süddeutsche Zeitung, 14.09.2005 – von WILLI WINKLER
Arm gegen Reich
Die Letzten werden die Letzten sein

,,Die Besitzenden fürchten den Makel der Armut nicht weniger als die Armen und sind deshalb entschlossen, den Gesellschaftsvertrag aufzukündigen. Anders als es die Romantiker seit Babeuf erwartet haben, ist heute eher mit einer Rebellion der Reichen gegen die Ärmeren zu rechnen. Die Rente, der Arbeitsplatz, die Regierung, die Zukunft: Nichts ist mehr sicher. Wenn einem täglich dieser Apocalypso vorgetanzt wird, ist sich jeder selber am nächsten. Die Armen, das sind die anderen.”

Das Alles sollte man immer ,,mitdenken”, wenn Siechmar Gabriel die Affäre Wulff mit vergiftetem Lob am Köcheln halten will.

Andreas Kreuz Dezember 27, 2011 um 11:24

@gelegentlich
Ja, der Sommer formuliert.

Aber der zahnlose Papiertiger DGB beißt doch schon lange nicht mehr.

Es wird auch wieder keine Wahlempfehlung geben,
aber auch keine Distanzierung von denen vornehmen,
die die Interessen der ‘Arbeitnehmer’ (noch so ein Verschleierungs-Ausdruck) bestimmt nicht wahrnehmen,
wenn sie es denn könnten.
Wer damit wohl gemeint ist?
Vielleicht der Pop-Beauftragte mit seiner Mischpoke? ;-)

Andreas Kreuz Dezember 27, 2011 um 11:29
Nanuk Dezember 27, 2011 um 11:54
Nanuk Dezember 27, 2011 um 11:54
HAM Dezember 27, 2011 um 12:12

Als Pferdeflüsterer bezeichnet man Menschen, die besonders gut mit Pferden umgehen können und dazu spezielle Methoden der Kommunikation verwenden. (Wikipedia)

Es handelt sich um Dressurmethoden von Nutztieren, die ohne oder nur mit geringem Einsatz von physischer Gewalt auskommen.

Es sind Methoden des klassischen und operanten Konditionierens, welche heute auch als Standardmethoden bei der Dressur von Menschen zu Nutzmenschen zum Einsatz kommen (Schulsystem, Arbeitswelt).

Zudem spielt Suggestion durch Massenmedien sowie durch Sozialisationsagenten (Lehrer etc.) eine entscheidende Rolle.

Der Begriff Suggestion wurde im 17./18. Jahrhundert eingeführt und bezeichnet die manipulative Beeinflussung einer Vorstellung oder Empfindung mit der Folge, dass die Manipulation nicht wahrgenommen wird oder zumindest zeitweise für das Bewusstsein nicht abrufbereit ist.
(Wikipedia)

Eine besonders raffinierte Manipulationsmethoden und Herrschaftstechniken sind Schein-Lösungen, welche in Wirklichkeit Lösungen verhindern.
Mit der Struktur von Scheinlösungen hat sich besonders die systemische Theorie auseinandergesetzt: „Wenn die Lösung das Problem ist.“

So haben sich Sozialdemokratie und sonstige etablierte linke Parteien sowie Gewerkschaften zu institutionalisierten Scheinlösungen“ entwickelt, welche vorgeben, die Interessen der arbeitenden Bevölkerung zu vertreten, aber in Wirklichkeit das Gegenteil tun.

Wenn also Führer von Sozialdemokratie, Linkspartei, DGB-Gewerkschaften, Journalisten von Systemmedien etc. etwas als Lösung propagieren, dann kann man sicher sein, dass es sich um Scheinlösungen handelt, auch wenn sie eine scheinbare Plausibilität aufweisen.

Nanuk Dezember 27, 2011 um 12:32

@Ham
Da ist nix heimlich das ist ganz offen…

Einen ersten Erfolg kann die Branche bereits verbuchen, ehe die Änderung des Luftverkehrsgesetzes in Kraft tritt: Aus der ursprünglich vorgesehenen Sammelbezeichnung “Drohnen” wurde im Zuge der Beratungen zur Novellierung des Gesetzes das ungleich nüchternere “unbemannte Luftfahrsysteme”. In der Stellungnahme des UAV DACH heißt es: “Zum einen erscheint der Begriff ‘Drohne’ für diese Art der Zukunftstechnologie im laienhaften Verständnis militärisch vorbelastet zu sein, sodass allein wegen dieser schiefen Begriffsverwendung unnötige und unsachliche Vorbehalte im parlamentarischen Verfahren und in der Gesellschaft entstehen könnten.”

Nanuk Dezember 27, 2011 um 12:33

Wer Drohne sagt ist doof… Experten sagen unbemannte Luftfahrsysteme.

gelegentlich Dezember 27, 2011 um 12:44

@HAM, Nanuk

,,Wenn also Führer von Sozialdemokratie, Linkspartei, DGB-Gewerkschaften, Journalisten von Systemmedien etc. etwas als Lösung propagieren, dann kann man sicher sein, dass es sich um Scheinlösungen handelt, auch wenn sie eine scheinbare Plausibilität aufweisen.”
Scheinlösung oder Lösung? Das war gar nicht meine Frage. Ich fand es interessant im Hinblick darauf, wie politische Willens- und Meinungsbildung funktioniert, dass diese Äußerung von Sommer fast keinen Widerhall gefunden hatte, während die Springerpresse und Verbündete täglich die Causa Wulff neu köcheln lassen.
Wenn man überdies bedenkt, dass dieses Staatseinnahmenkrisenproblem seit mindestens 2003 für jeden Interessierten offenkundig war (soweit reichen, nach meinem Wissensstand, die im Internet zugänglichen Veröffentlichungen zurück) wird die Laune nicht besser.

Natürlich ,,unbemannte Luftfahrsysteme”. ,,Drohne” ist ein Begriff aus der Bienenzucht.

Nanuk Dezember 27, 2011 um 12:46

Bienenzucht und Ordnung…

Balken Dezember 27, 2011 um 23:27

Bitte … ! Ich bin mediensüchtig, Unterart blogsüchtig, Spezifikation wiesausssiehtsüchtig. Ich nehme auch den dreizehnten Wulffartikel, wenn ich nichts anderes kriege. Ich brauche Stoff, bitte! Diese netten Weihnachtsgrüße schlagen nicht an, der Braten wird kalt, mich fröstelt! H.Hütt einsilbig zum letzten Mal am ersten Feiertag, seither ist das Leuchtfeuer verlöscht. Holger ist nicht mehr lustig zumute, goodnight ist schlafen, Morph in Morpheus’ Armen, der Halbgott vermutlich in anderweitiger Weihnachtsbeschäftigungen zwischen Himmel und Erde unterwegs, Lübberding macht Inventur im Gebrauchtwarenladen der SPD, nur Nanuk, die treue Seele, kickt den Ball dann und wann ein bißchen weiter, und die üblichen Verdächtigen verweisen einstweilen lustlos weiter auf die Schlechtigkeit der Welt… Bitte. Weihnachten ist doch nun vorbei! Am Ende fahr’ ich noch die Kiste runter und geh’ spazieren!

gelegentlich Dezember 27, 2011 um 23:38

@alle
Da ich von Ökonomie nicht genug verstehe Frage in die Runde, für wie plausibel der hier mögliche Sachverstand die folgende Einschätzung von Jahnke hält:
http://www.jjahnke.net/rundbr88.html#2569
,,Hinter den Kulissen sind sich Regierungen und Notenbanken wahrscheinlich längst einig: Gesucht wird mehr Inflation bei niedrigsten Zinsraten, um so in einem viele Jahre dauernden Prozeß zu einer Entschuldung der Staaten zu kommen, ohne den politisch heiklen Weg über Steuererhöhungen und vor allem mehr Steuern für die einflußreichen vermögenden Schichten der Bevölkerungen zu gehen. Dazu müssen die Notenbankzinsen niedrig gehalten werden und gleichzeitig die Notenpressen unter Volldampf arbeiten. So wurden auch in der Vergangenheit immer wieder Staatsschulden abgebaut.”
Sieht es bisher nicht ganz danach aus? Bei den Vorschlägen von Sommer gibt es nicht mal ein erwähnenswerten Echo.

Nachruf Dezember 28, 2011 um 00:55

@ gelegentlich

2012 wird die Goldmann Sachs Connection plattgemacht ;-)
mit Karacho und voller Lotte!
Steuererhöhungen bis unter die Kopfkissen in den Auslandsresidenzen der $Hörigen … Albträume reloaded !!!

Nachruf Dezember 28, 2011 um 00:59

@ Balken

Etwas Entzug tut gut vor dem Bettel-Wulffifinale ;-)

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 06:46

@gelegentlich

Nach dreißig Jahren “Stabilitätspolitik” ist die Überwindung der zum Zweck der Demagogie sogenannten Staatsschuldenkrise mit Inflation der sinnvolle Weg. Vor allem der einzig politisch durchsetzbare. Wir Keynesianer bräuchten dafür die Unterstützung der gesamten Linken, was allerdings von den Herrschenden mit Hilfe ihrer “Marxisten” bis jetzt verhindert wurde.

Was Jahnke schreibt, ist also richtig, obwohl es trotzdem höhere Steuern für die Reichen und Vermögensteuer geben sollte. Die Inflationierung ist also keine Alternative zur angemessenen Besteuerung der Reichen, aber ohne Inflationierung können wir die Geldvermögenskrise bei all unseren Sparern und verbohrten schwäbischen Hausfrauen nicht beenden.

Mit Inflation geht das leicht, wobei es sich allerdings um eine lohninduzierte Inflation handeln sollte. Ist alles grundsätzlich nicht so schwierig, aber gegen die Interessen der Reichen nicht so leicht durchzusetzen, wie das Beispiel Japan zeigt, wo halt die Löhne nicht erhöht wurden. Daher die jahrzehntelange Stagnation in Japan.

Das muss also politisch durchgesetzt werden; auch und vor allem gegen die depperten Marxisten, die lieber nochmal dreißig Jahre auf die Weltrevolution warten und bis dahin die Wertform genauer analysieren möchten, statt sich mit Geld- und Konjunkturpolitik zu befassen. ;-)

Andreas Kreuz Dezember 28, 2011 um 07:58

@Keynesianer

Solange zur Kategorie ‘privates Eigentum’ keine neuen, bahnbrechenden Vereinbarungen getroffen werden,
ist alles nur eine Verschlimmbesserung.

Entweder Du weißt das oder Du hast ein bißchen Ideologie nach Deinen Maßstäben vorgeschoben – oder beides. ;-)

Die Zielrichtung auf die von Dir ausgemachten ‘Marxisten’ ist ein Armutszeugnis.

Aber da hier alle so prima zerstritten sind, die etwas ändern möchten,
wird der Weg nach unten ungebremst fortgesetzt.

Warten auf den Big-Bang – sozusagen
- je nachdem bei Tee, Kaffee oder Rotwein. :-).

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 09:02

@Keynesianer
Die Grundsatzdebatte über ,,Marx als solchen” will ich jetzt nicht führen. Mir fällt aber auf, dass die These von Jahnke, wie verfahren werden sollte/könnte, trotz der 49,2 Mrd. Euro-Hilfe der EZB

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36130/1.html

von den Banken nicht genutzt zu werden scheint: die tun gerade nicht das, was erwartet worden war, nämlich Staatsanleihen damit kaufen. Weil die vielleicht mit negativen Realzinsen verbunden wären?
Offenkundig scheint es nicht möglich vorhandenes Geld ohne zu Zocken (Derivate und so…) so anzulegen dass es genügend Rendite bringt, und das gar noch in der Realwirtschaft hier.
Eine Analyse ist dann gut, wenn sie
- zu den beobachtbaren Tatsachen paßt
- überprüfbare Vorhersagen aufzustellen gestatttet.

Und da schneidet die ziemlich orthodoxe marxistische Analyse eines Konicz
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/1.html
und selbst die weiter gefaßte eines Herrn Wallerstein
http://www.heise.de/tp/artikel/29/29687/1.html
einfach besser ab, wenn nicht mal die primitivstmögliche ,,keynesianische” Variante mit der heimlichen Zwangsinflation real durchgesetzt werden kann, so, wie es im Moment ja aussieht. Von der durch Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und Transaktionssteuer beschleunigten Variante ohnehin abgesehen.

Übrigens haben Analyse des Hintergrunds einer Krise und politische Taktik im Alltag nichts miteinander zu tun. Das wissen auch Marxisten. Ich kenne da Niemanden, der das zur Zeit zu beobachtende Aufwachen auch ,,bürgerlicher” Intellektueller (Schirrmacher, Minkmar als Beispiel) zurück weisen würde. Du argumentierst hier gegen Windmühlen. Es ist Keiner da, der verlangt, dass wir jetzt nichts tun damit endlich die Revolution kommt. Im Gegenteil: Gysi hält im Bundestag eine Rede nach der anderen, deren Substanz selbst vom Gegner täglich als richtig gewürdigt wird – aber es bewegt sich nichts, außer der Europa-Austerisierung.

Horst Schmidt Dezember 28, 2011 um 09:19

Wir in diesem Lande können uns glücklich schätzen einen solchen Mann nicht “vorweisen” zu können. Denn Gnade uns Gott ein solcher würde die bundesdeutsche Bühne betreten.

Die etablierten Parteien dürften sich dann noch wärmer anziehen, als sie es jetzt schon tun müßten. :-)

http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/6057/der-neue-star-der-euro-krise/

Bei Teilen der sich als “liberal” Einschätzenden findet er schon Anklang.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 09:54

@Horst Schmidt
Neu ist der nicht gerade. Der wird von einigen Schnappatmern im Gelben Forum seit mindestens 2 Jahren frenetisch gefeiert, wie viele Andere rechtspopulistische Hanseln auch (z.B. Sarrazin). Ein rechter Demagoge hat natürlich nur dann Erfolg, wenn er Dinge, die Jeder beobachten kann, in klarer, einfacher Sprache auf den Punkt bringt – aber eben nicht alle Dinge! Seine Kritik an der mangelnden politischen Legitimation der EU in Europa ist ja nicht falsch. Ich kann mich nicht daran erinnern dass er jemals was gesagt hat, das den Interessen der ,,britischen” Finanzindustrie zuwider laufen würde.

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 11:37

@Andreas Kreuz+@gelegentlich

Dass selbst keynesianische Politik in den letzten dreißig Jahren nicht durchsetzbar war, sonst hätten wir nämlich Vollbeschäftigung und Massenwohlstand, braucht Ihr mir nicht zu erzählen. Allerdings würde ich gerne wissen, warum Ihr der Weltrevolution größere Chancen einräumt. ;-)

Tomasc Konicz schreibt natürlich genau das, was die Herrschenden wollen:

“Diese gigantischen Schuldenberge sind in den vergangenen Jahrzehnten entstanden, weil sie notwendig waren, um den Kapitalismus überhaupt funktionsfähig zu erhalten.”

Man könne da also nichts machen, außer auf die Weltrevolution zu warten, vor allem keine Keynesianische Politik. Warum Dir das einleuchtet, erklärt sich einfach damit, dass Du halt auch immer die Wertform analysiert hast, statt Dich mal m it Geldpolitik zu beschäftigen. Die einfachen Regeln der Geldpolitik kommen den mit den Berechnungen von C+V+M vertrauten Marxisten wie Hokuspokus vor. ;-)

Konicz kommt dann auch noch mit dem technischen Fortschritt als Ursache der Arbeitslosigkeit:

“Obwohl Lohnarbeit die Substanz des Kapitals bildet, strebt das Kapital zugleich danach, die Lohnarbeit möglichst weitgehend durch Rationalisierung aus dem Produktionsprozess zu verbannen…”

Und wie hat die Notenbank die letzten dreißig Jahre die Inflation bekämpft? Mit Zaubersprüchen? ;-)

Oder durch die systematische Verursachung von Massenarbeitslosigkeit?

Und hat das stabile Geld nichts damit zu tun, dass die Reichen dann möglichst viel davon zu hohen Zinsen auf ihren Bankkonten horten?

Frag nach bei Konicz? Oder doch besser bei den Keynesianern? :-)

Bei Konicz kann man halt nichts machen:

“Die avancierten kapitalistischen Gesellschaften gerieten folglich in die Krise der Arbeitsgesellschaft, die mit steigender Arbeitslosigkeit, allgemeiner Prekarisierung und/oder einem stagnierenden Lohnniveau einhergeht.”

So dumm kann der aber gar nicht sein, wie das, was er hier schreibt:

“Zugleich steigen mit dem technischen Niveau der Produktion die Aufwendungen für Infrastruktur, Bildung oder Produktionsinvestitionen, was wiederum die Massennachfrage und/oder die Unternehmensgewinne belastet. Die gesamtgesellschaftlichen notwendigen Investitionen zur Aufrechterhaltung der Akkumulation von Kapital wachsen immer weiter an, wodurch das Verhältnis zwischen profitabler Kapitalverwertung und den hierfür notwendigen Aufwendungen sich zugunsten der Letzteren verschiebt. ”

Die Massennachfrage wurde durch die Lohnkürzungen und den Sozialabbau, also durch neoliberale Politik gesenkt. Aber Konicz wird sicher dafür bezahlt, dass er uns das als unvermeidbar wegen des Akkumulationsgesetzes verkauft:

“Der Kapitalismus hat ein derartig hohes Produktivitätsniveau erreicht, dass er nur noch durch ein “Leben über den Verhältnissen”, also durch Schuldenmacherei eine Zeit lang eine Art Zombieleben führen kann – bis zum großen Crash.”

Und dann kommt natürlich die Weltrevolution, nach dem großen Crash, wie sie uns Charlie versprochen hat. ;-)

Horst Schmidt Dezember 28, 2011 um 11:45

@ gelegentlich

Nun das Problem in unserem Lande ist das “Recht haben” und das “Recht behalten”! Auch die “Linke”, insbesondere Oskar Lafontaine kann ein Lied davon “singen”, hatten Recht und haben in vielem Recht, nur in diesem Lande profitieren sie nicht davon.

Bei solch einem Typen wäre es schon ganz anders. Dass er als britischer Politiker sich nicht die Finanzindustrie wie auch immer zur Brust nimmt, darf doch wohl verständlich sein, denn auch er ist, wenn es darauf ankommt, “very british”.

Doch genau aus diesem Grund bekommt er ja in Großbritannien keine Mehrheiten. Anders wäre ein solcher Fall möglicherweise – sollte sich die Lage in Deutschland wie auf der Insel entwickeln – in diesem Land, denn dann kann man tatsächlich davon ausgehen, dass hier wieder richtig “deutsch” gesprochen wird.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 11:50

@Keynesianer
Ich glaube/hoffe nicht auf die Weltrevolution. Freilich bleibe ich lieber bei dem, was ich beobachten kann.

,,Dass selbst keynesianische Politik in den letzten dreißig Jahren nicht durchsetzbar war, sonst hätten wir nämlich Vollbeschäftigung und Massenwohlstand, braucht Ihr mir nicht zu erzählen.”

Das ist aber, noch mehr (!) als bei Konicz/Wallerstein, eine einfache Behauptung ohne irgendeine Begründung. Wohingegen der von Dir verspottete Absatz
“Zugleich steigen mit dem technischen Niveau der Produktion die Aufwendungen für Infrastruktur, Bildung oder Produktionsinvestitionen, was wiederum die Massennachfrage und/oder die Unternehmensgewinne belastet. Die gesamtgesellschaftlichen notwendigen Investitionen zur Aufrechterhaltung der Akkumulation von Kapital wachsen immer weiter an, wodurch das Verhältnis zwischen profitabler Kapitalverwertung und den hierfür notwendigen Aufwendungen sich zugunsten der Letzteren verschiebt. ”“Zugleich steigen mit dem technischen Niveau der Produktion die Aufwendungen für Infrastruktur, Bildung oder Produktionsinvestitionen, was wiederum die Massennachfrage und/oder die Unternehmensgewinne belastet. Die gesamtgesellschaftlichen notwendigen Investitionen zur Aufrechterhaltung der Akkumulation von Kapital wachsen immer weiter an, wodurch das Verhältnis zwischen profitabler Kapitalverwertung und den hierfür notwendigen Aufwendungen sich zugunsten der Letzteren verschiebt. ”
mindestens in zahlreichen Segmenten zu dem paßt, was man sogar im Alltag beobachten kann. Ich wies ja darauf hin: es ist jetzt Geld da, aber offenbar sieht kaum Einer hier ein Feld, wo er es in seinem Sinne hinreichend renditestark anlegen kann. Um das Schlimmste zu verhindern könnte man die Massenkaufkraft anheben – aber welche Produkte willst Du hier für wen derart produzieren, dass Deine Rendite ,,stimmt”? Eine völlig neue Technologie (Kondratieff-Zyklus), die vieles Alte auch entwerten könnte, ist nicht in Sicht.

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 12:11

Ja, und Wallerstein:

“In 30 Jahren wird es keinen Kapitalismus mehr geben”

Vor dreißig Jahren haben mir so ziemlich alle Marxisten verkündet, dass (die mit Zinssätzen von 20% p.a. für das FED-Geld ausgelöste) Krise jetzt der von Marx (wegen dem Wertgesetz: immer mehr C und immer weniger “lebendige Arbeit” ;-)) vorhergesagte Zusammenbruch des Kapitalismus sei.

Von der Geldpoliotik wollten die alle nichts wissen, trotz 14% Zinsen auf dreißigjährige Papiere. Das kommt nämlich bei der Wertformanalyse nicht vor. Andre Gorz hat ihnen damals noch das Paradies versprochen, wegen dem technischen Fortschritt, der die Arbeitsplätze zerstöre. Das Paradies haben die ehemaligen 68er jetztb den Arbeitern beschert, mit Hartz4 und Zwangsarbeit für 1 Euro und Rentenkürzung. Aber wir müssen doch die Umwelt schützen vor dem bösen Konsum der uneinsichtigen Arbeiter. ;-)

“Wallerstein spricht seit langen davon, dass wir uns am Ende der zweiten Phase eines Kondratieff-Zyklus befinden. Der Zusammenbruch des Kapitalismus werde real, weil negative Konjunkturzyklen mit einer Systemkrise zusammenfielen, in welcher der Kapitalismus aus dem Gleichgewicht gerate, weshalb eine “Phase des politischen Chaos” anstehe.”

Der angebliche Kondratieff-Zyklus wurde vom Schumpeter ins Gespräch gebracht, neben einigen anderen Zyklen. Es ging ja darum, zu leugnen, dass die Geldpolitik die Große Depression absichtlich inszeniert hatte. Dafür hat Schumpeter auch noch die “schöpferische Zerstörung” entdeckt, wofür sie ihm wieder einen Lehrstuhl gleich in Harvard verschafft haben.

Und jetzt kommt der Wallerström wieder mit dem korrupten Unsinn daher, von wegen Kondratieff und überhaupt, der Kapitalismus wäre am Ende. Jetzt fürchten die Marxisten nur noch, dass der Kapitalismus von den bösen Keynesianern gerettet wird, statt dass es weitergeht mit Lohnkürzung und Sozialabbau in der unvermeidbaren Krise des Kapitalismus, in der das dann alles zwangsläufig wäre, wegen dem Wertgesetz und so … .

“Wallerstein ist nicht irgendein Theoretiker. Der 1930 in New York geborene Sohn jüdischer Einwanderer aus Deutschland, gilt als einer der Begründer der Weltsystem-Theorie. Der Soziologe lehrt an der Yale University und hat das Studienzentrum Fernand-Braudel der Wirtschaften und Zivilisationen historischer Gesellschaften in Binghampton (New York) gegründet und bis 2005 geleitet. Einen Namen machte er sich vor allem mit seinen Studien zur globalen kapitalistischen Wirtschaft.”

Unglaublich immer, wie nett doch der Kapitalismus zu seinen vorgeblich schärfsten Gegnern, wie diesen Marxisten, ist. ;-)

Die dürfen gleich in Yale lehren und noch jede Menge Studienzentren gründen. :-)

“Werde in der Phase A des Kondratjew-Zyklus der Gewinn durch materielle, industrielle oder andere Produktion geschaffen, muss der Kapitalismus sich in der Phase B, wenn er weiter Profit generieren will, finanzieren und flüchte deshalb in die Spekulation. Deshalb verschuldeten sich seit nun mehr als 30 Jahren die Unternehmen, die Staaten und die Privathaushalte massiv. ”

Aha. Dass immer Schulden = Geldvermögen gelten muss, ist ja wieder so ein keynesianischer Hokuspokus. Dass vor dreißig Jahren der Monetarismus umgesetzt wurde, hat Wallerstein in Yale wohl auch nicht mitbekommen. Er war vermutlich zu sehr mit Marx beschäftigt. ;-)

“In diesem Sinne bietet die derzeitige Krise aber nichts Neues, über die alle so diskutieren, als wäre es etwas nie da gewesenes. Sie ist ähnlich zu anderen historischen Augenblicken, wie die große Depression…”

Dass die Große Depression absichtlich verursacht wurde, und zwar von denselben Leuten, die heute den Neoliberalismus betreiben, habe ich auf meiner Homepage zur Genüge nachgewiesen, einschließlich der Geständnisse einiger Beteiligten. Die Marxisten (speziell die in der SPD) wollten damals auch nicht “den Arzt am Krankenbett des Kapitalismus spielen” und haben den Zusammenbruch verkündet. Es hat sich nicht viel geändert.

Ihr müsst kapieren, dass da ein Schwindel aufgezogen wird. Jemand mit einem Lehrstuhl in Yale kann doch wirklich das Kapital von Marx nicht für interessant halten. Höchstens für nützlich für die Interessen, die in Yale halt gewöhnlich so vertreten werden.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 12:20

@Keynesianer
Bleiben wir lieber auf dem realen Boden. Warum versuchen die Banken im Moment keine europäischen Staatsschulden zu kaufen, obwohl sie doch von der EZB so ,,billiges” Geld bekommen?
Wo wären die tatsächlich möglichen Investitionen (renditestark!) in die Realwirtschaft?
(Dass Wallerstein in Yale lehrt heißt – nichts)

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 12:31

@gelegentlich

Du musst Dich schon auf die logischen Zusammenhänge der Geldpolitik einlassen, sonst kannst Du mir wimmer wieder vorwerfen, dass ich meine Behauptungen nicht begründen würde.

Ein Zinssatz von 20% für FED-Geld im Jahr 1982 führt zu Rezession und Massenarbeitslosigkeit. Keynesianer hätten das nicht gemacht, also hätten wir bei keynesianischer Politik Vollbeschäftigung gehabt. Mehr ist es nicht.

“Um das Schlimmste zu verhindern könnte man die Massenkaufkraft anheben – aber welche Produkte willst Du hier für wen derart produzieren, dass Deine Rendite ,,stimmt”? Eine völlig neue Technologie (Kondratieff-Zyklus), die vieles Alte auch entwerten könnte, ist nicht in Sicht.”

Wir brauchen zur Ankurbelung der Konjunktur keine neue Technologie, sondern schlicht und ergreifend eine nachfrageorientierte Politik, während seit dreißig Jahren eine “angebotsorientierte” Politik betrieben wurde. Also hoch mit Löhnen und Sozialleistungen und nieder mit den Zinsen (die sind jetzt niedrig, waren aber noch bis 2007/8 von FED und EZB hochgetrieben worden!). Und natürlich angemessene Steuern auf Vermögen und hohe Einkommen.

Wenn in den USA das oberste Prozent ein Viertel des Gesamteinkommens der Ökonomie einsackt, dann kann es dafür keine sinnvollen Anlagen mit noch mehr Rendite geben. Schwierig ist das von der Logik her nicht, die Einkommensverteilung muss man bloß ändern.

Es muss aber gegen die Interessen der Reichen durchgesetzt werden – und was nützen und dabei Wallerstein und Konicz mit ihren Thesen?

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 12:41

@gelegentlich

“Warum versuchen die Banken im Moment keine europäischen Staatsschulden zu kaufen, obwohl sie doch von der EZB so ,,billiges” Geld bekommen?”

Das ist sehr einfach zu beantworten: Weil die Merkel und die Medien doch so großen Wert auf die Schuldenschnitte mit Beteiligung der Gläubiger gelegt haben! Das hat so gewirkt, wie es wirken sollte, nämlich die Zinsen für Griechenland und jetzt auch bald Italien durch die Decke zu jagen.

Natürlich hat Merkel das nicht aus eigener Dummheit, sondern für ihre Auftraggeber gemacht.

Wir könnten und sollten uns genauso fragen, warum in Griechenland an den Jobs und den Arbeitern gespart wird, statt endlich die Reichen zu besteuern. Damit wäre die griechische Schuldenkrise beendet.

Und “renditestarke Investitionen” brauchen wir gar nicht. Das ist ja nur der Kondratiew-Käse immer wieder.

Nachfrage schafft Arbeitsplätze, nicht Investitionen und schon gar nicht “renditestarke”. Dass die Ausbeuter mit Investitionen Arbeitsplätze schaffen würden, ist ja das übliche neoliberale Märchen, mit dem dann Lohnkürzungen und Sozialabbau und Steuergeschenke für die Reichen begründet werden, weil die dann doch davon Arbeitsplätze schaffen würden.

Ja, wo sind sie denn, die Arbeitsplätze, die mit den vielen Lohnkürzungen, dem Sozialabbau und den ständigen Steuergeschenken für das Kapital versprochen wurden seit dreißig Jahren?

Versuchen wir es doch einfach mit mehr Massenkaufkraft.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 12:59

,,Ein Zinssatz von 20% für FED-Geld im Jahr 1982 führt zu Rezession und Massenarbeitslosigkeit.”
Ok.
,,Keynesianer hätten das nicht gemacht, also hätten wir bei keynesianischer Politik Vollbeschäftigung gehabt. Mehr ist es nicht.”
Behauptung. Wir hätten vielleicht etwas länger Vollbeschäftigung gehabt. Wie lange wissen wir nicht.
,,Es muss aber gegen die Interessen der Reichen durchgesetzt werden” – ich kenne keine Marxisten, die gegen Vermögenssteuer, Transaktionssteuer usw. wären. Dass die bösen Marxisten Sinnvolles sabotieren kann dementsprechend nicht das Problem sein. Daher nervt mich dieses Marxisten-Bashing auch immer mehr.
Die NachDenkSeiten und auch Flassbeck votieren seit Langem für eine keynesianische Lösung. Es bewegt sich nichts. Führen uns die Keynesianer also an der Nase rum weil sie uns Unerreichbares versprechen – um mal in Deiner Logik zu argumentieren?

Eine gute Nachricht gibt es aber: Bodo Hombach, der damals Lafontaine/Flassbeck wegintrigiert hat, verschwindet aus dem öffentlichen Leben und kriegt sein Gnadenbrot als Domestike/Hausmeister bei einer reichen Familie, endet also ziemlich unwürdig (aber auf weichen Kissen):
http://faz-community.faz.net/blogs/adhoc/archive/2011/12/27/hombach-http://faz-community.faz.net/blogs/adhoc/archive/2011/12/27/hombach-vor-dem-abschied-von-der-waz-bodo-macht-was-neues.aspx
vor-dem-abschied-von-der-waz-bodo-macht-was-neues.aspx

Das Problem ist doch: alle Vorschläge innerhalb dieses System zu reformieren (Vermögenssteuer usw.) finden in der Politik überhaupt keinen Widerhall, der Impuls des DGB ging unter, kritische Blogs finden keine Resonanz – nicht mal die heimliche Inflation (sensu Jahnke) kommt offenbar vom Fleck.

Balken Dezember 28, 2011 um 15:17

Böse Marxisten hin, gute Keynesianer her – die Weltverbesserer streiten über das richtige Verständnis darüber, auf welche Art die Welt schlecht ist. Dritter Weg: it’s the politics, kein Wertgesetz und keine objektiven Zyklen. Kann es sein, dass Vollbeschäftigung nicht gewollt ist, weil – jedenfalls im herkömmlichen Sinne wirtschaftlich rentierlicher Arbeitsplätze – nicht mehr gewollt werden kann? Kann es sein, dass wir unter einem grünen Elitenprojekt leiden, das zwei Dinge zu vereinen versucht: Ende des Wachstums (club of Rome, lang ists her), und Erhalt des Privilegien-Status quo? Was bedeutet: Wachstum schon noch, für einige, und zum Ausgleich Austerity, für den großen Rest. Ich habe den Eindruck, das ist es, was um uns herum vorgeht, halb bewußt, halb unbewußt. Und alle machen mit, wie immer, weil es fühlt sich bekanntlich immer auch ein großer Teil derer zu den Gewinnern zugehörig, die zu den Verlierern gehören, nicht zu den Privilegierten.

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 16:50

@gelegentlich

“Dass die bösen Marxisten Sinnvolles sabotieren kann dementsprechend nicht das Problem sein.”

Meine Erinnerungen an die Marxisten gehen dreißig Jahre zurück, als die jede Kritik der Hochzinspolitik verweigert haben, von wegen “verkürzte Kapitalismuskritik” oder gar “struktureller Antisemitismus” etc.. Das kriegt man vermutlich nicht mit, wenn man eher so Soziologe ist und sich nur davon beeindrucken lässt, wie die verbal am Kapitalismus herumhacken.

Außerdem arbeitet da bis heute ein gewichtiger Teil wie Marx für die Kräfte des Systems. Der hat damals ja auch weite Teile der sozialen Bewegung als “utopischen Sozialismus” und “unwissenschaftlich” ausgegrenzt und halt die Wertform analysiert. Was die ja heute mit der “Kapitallesebewegung” auch wieder machen (unter dem Beifall der Systempresse im Jahr 2008).

Wir haben es hier in weiten Bereichen tatsächlich mit “feindlichen Agenten” zu tun, die ja wie der Wallerstein dann das Kondratieff-Märchen vom Schumpeter und ähnlichen Blödsinn auftischen. Da muss man dem Publikum die lange Tradition dieses seltsamen “Radikalismus”, der gezielt gegen die Keynesianer wirkt, schon von Marx beginnend erklären.

@Balken

“Kann es sein, dass Vollbeschäftigung nicht gewollt ist, weil – jedenfalls im herkömmlichen Sinne wirtschaftlich rentierlicher Arbeitsplätze – nicht mehr gewollt werden kann? Kann es sein, dass wir unter einem grünen Elitenprojekt leiden, das zwei Dinge zu vereinen versucht: Ende des Wachstums (club of Rome, lang ists her), und Erhalt des Privilegien-Status quo? ”

Ja, klar. Vollbeschäftigung ist nicht gewollt, weil man dann die Leute nicht mehr im Griff hat. Die hat man nur im Griff, wenn die alle Angst um Job und Karriere haben müssen und wenn der Fall nach unten sehr tief ist. Massenarbeitslosigkeit (oder working poor) und Prekarisierung sind Herrschaftsinstrumente.

Kein Projekt “der Grünen”, sondern der herrschenden Klasse. Die Ökobewegung ist nur nützlich für die ideologische Rechtfertigung der Massenverarmung. Konsum ist doch schlecht für die Umwelt und wenn die Klimakatastrophe (oder das Waldsterben: erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch!) die Menschheit bedroht, dann wird doch niemand mehr mit Keynes die Wirtschaft ankurbeln wollen. oder? ;-)

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 17:07

@gelegentlich

“Die NachDenkSeiten und auch Flassbeck votieren seit Langem für eine keynesianische Lösung. Es bewegt sich nichts. Führen uns die Keynesianer also an der Nase rum weil sie uns Unerreichbares versprechen – um mal in Deiner Logik zu argumentieren?”

Du bist vermutlich kein Logiker. Soll nicht böse gemeint sein, manche sind halt Musiker oder haben sonst was für Talente. ;-)

Es ist doch ein Unterschied, ob sinnvolle keynesianische Vorschläge an Widerständen scheitern, oder ob von vornherein (Weltrevolution) den Leuten die “Wege ins Paradies” versprochen werden und alles, was nicht gleich die Weltrevolution ist, als Systemstabilisierung verteufelt wird, wie es vor allem der Gremliza im Konkret seit jeher praktiziert.

Die Logiker sind halt Keynesianer, weil es einleuchtet, dass man den ersten Schritt (Geldpolitik) vor dem letzten (Weltrevolution) machen muss. :-)

Dann ist auch klar, dass es sich bei den “Weltrevolutionären” um die Jungs von der Gegenseite handeln muss. ;-)

“Daher nervt mich dieses Marxisten-Bashing auch immer mehr.”

Ginge mir auch so, wenn ich den Marx immer für einen tiefen Denker gehalten hätte. :-)

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 17:31

@Keynesianer
,,Ginge mir auch so, wenn ich den Marx immer für einen tiefen Denker gehalten hätte. :-)”
Nein, das ist nicht das Problem. Es sind eher die ewigen Wiederholungen des immer Gleichen.
,,Die Logiker sind halt Keynesianer, weil es einleuchtet, dass man den ersten Schritt (Geldpolitik) vor dem letzten (Weltrevolution) machen muss. :-)
Dann ist auch klar, dass es sich bei den “Weltrevolutionären” um die Jungs von der Gegenseite handeln muss.”
Sorry, ich meine einfach es ist nicht die Zeit und der Platz, sich für irgendwelche biographischen Niederlagen rächen zu wollen – was weiß ich, was da war. Für mich klingt das bloß so als ob irgendein Salonmarxist Dir das Mädel ausgespannt hat, etwas vereinfacht…

Nein, die EZB reicht 480 Mrd. aus und die Banken wollen sie nicht haben! Nicht mal die heimliche Inflationierung klappt. Zu einem Zeitpunkt, an dem das Wasser immer noch steigt, quakt Herr Weidmann:
,,Zusätzliche Eingriffe der Notenbank zur Lösung der Staatsschuldenkrise in Form quasi unbegrenzter Staatsanleihenkäufe lehnt Weidmann weiterhin ab, da dadurch die Stabilität der Währung seiner Ansicht nach untergraben würde.”
“Staatsfinanzierung mit der Notenpresse würde auf Dauer zulasten gerade der kleinen Sparer gehen, der Menschen mit niedrigem Einkommen”, bekräftigte Weidmann. Vordringlich sei, das Problem an der Wurzel zu packen und die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen.”
Er ist aber kein Marxist, oder?

Balken Dezember 28, 2011 um 17:38

“Kein Projekt “der Grünen”, sondern der herrschenden Klasse.”
So habe ich mein Posting auch gemeint. Aber eben mit der Nuance: ein grünes Projekt der herrschenden Klasse. Eben deshalb machen mir die Grünen ja auch mehr und mehr den Eindruck einer grünen FDP. Die Grenzen zum Sozialdarwinismus einer Das-Boot-ist-voll-Ideologie sind fließend. Nur mein Problem ist: Ich bin ja selbst mit einer grünen Denke weitgehend einverständig. Ich sehe Grenzen des Wachstums aus Vernunft und Verantwortung. Und da sind wir saturierten Europäer doch irgendwie alle der Meinung: Grenzen müssen sein, sollen aber doch nicht Einschränkungen für uns selbst bedeuten. Weihnachten kurz nach Florida, darauf will ich nicht verzichten müssen. Sollen halt die anderen gar nicht erst dahin kommen, wo wir sind.
Wie geht das, Einschränkungen für alle? Eine sehr ungleiche Gesellschaft scheint mir wenig in der Lage, die gemeinsamen Lebensgrundlagen zu erhalten. Denn die “da oben” werden ihre Privilegien halten wollen und werden “Sparen” dahingehend verstehen, die Masse von ihrem exklusiven Standard fernzuhalten. Und die Masse ihrerseits wird erstmal nichts anderes im Blick haben als das Vorbild der Elite. Heißt die Alternative Nordkorea? Gemeinsames Sparen – gemeinsame Armut? Die wirkliche Alternative wäre wahrscheinlich eine in im Wesentlichen egalitäre Gesellschaft (weil dies auch die einzige freie Gesellschaft ist, sowohl ohne privilegierte Bonzen als auch ohne privilegierte Leistungsbeiseiteträger). Eine solche freie Gesellschaft wäre in der Lage, die gemeinsamen Lebensgrundlagen zu schützen, auch unter der Bedingung von planvoller Restriktion (Ausschluss schädlicher Entwicklungen und Auswahl schonender Entwicklungen). Sie wäre deshalb in der Lage dazu, weil verhindert ist, dass durch Einzelne oder durch eine Klasse Machtpositionen aufgebaut werden, durch die der Rest exkludiert wird. – Bleibt eine solche Gesellschaft ewig Utopie?

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 19:05

@gelegentlich

“Für mich klingt das bloß so als ob irgendein Salonmarxist Dir das Mädel ausgespannt hat, etwas vereinfacht…”

Weil Dir der Unterschied zwischen Logik und Unlogik halt nichts sagt. Mir springt beim Marxismus das Messer im Sack auf, wie es in Bayern so schön heißt. Andere fragen sich bei irgendwelchen Thesen höchstens, ob sie gesellschaftlich anerkannt und gut für die Reputation sind. Denen könnte man den ganzen Marx vorlesen, ohne dass ihnen der Hut hoch ginge.

“Er ist aber kein Marxist, oder?”

Die Neoliberalen haben eine breitgefächerte Unterstützerschar in fast allen gesellschaftlichen Bereichen. Manche treten sogar als Keynesianer auf. Die erkennt man nur an den logischen Widersprüchen, an sonst gar nichts. Der Weidmann hätte durchaus Recht, wenn er Bankenregulierung fordern würde und Steuern für die Reichen Griechenlands, die dann auch eingetrieben werden.

Es kann ja nicht sein, wie SPD und Grüne fordern, dass zuletzt das Geld, das die reichen Griechen nicht als Steuern zahlen, von den Arbeitern, Rentnern, Kranken und Arbeitslosen in Deutschland abgespart wird, per solidarischer Haftung mit Schuldengrenze und Eurobonds.

@Balken

“Eben deshalb machen mir die Grünen ja auch mehr und mehr den Eindruck einer grünen FDP. Die Grenzen zum Sozialdarwinismus einer Das-Boot-ist-voll-Ideologie sind fließend. Nur mein Problem ist: Ich bin ja selbst mit einer grünen Denke weitgehend einverständig. Ich sehe Grenzen des Wachstums aus Vernunft und Verantwortung. ”

Da sind wir uns weitgehend einig. Ich halte mich selber für “Öko”, weil ich gegen den sinnlosen bürgerlichen Konsum bin. Weil ich kein Bürger bin und den Unsinn bürgerlicher Existenz verachte.

Ich bin auch libertär und würde sofort möglichst alles von den unmittelbar betroffenen Menschen selber regeln lassen statt von einer Regierung.

Der Trick der Neoliberalen besteht ja darin, aus allen Bereichen die positiven Ansätze zu pervertieren. Dann heißt Öko, dass der Joschka Fischer in einer großen Villa haust mit Millionen von BMW und Siemens und anderen Firmen, die er “berät”, auf dem Konto, und für die anderen gibt es Hartz4 und im Winter selbstgestrickte Pulli in ungeheizten Wohnungen. Das ist die Politik der GRÜNEN.

“Die wirkliche Alternative wäre wahrscheinlich eine in im Wesentlichen egalitäre Gesellschaft (weil dies auch die einzige freie Gesellschaft ist, sowohl ohne privilegierte Bonzen als auch ohne privilegierte Leistungsbeiseiteträger). Eine solche freie Gesellschaft wäre in der Lage, die gemeinsamen Lebensgrundlagen zu schützen, auch unter der Bedingung von planvoller Restriktion (Ausschluss schädlicher Entwicklungen und Auswahl schonender Entwicklungen). Sie wäre deshalb in der Lage dazu, weil verhindert ist, dass durch Einzelne oder durch eine Klasse Machtpositionen aufgebaut werden, durch die der Rest exkludiert wird.”

Ja, das ist es.

Andreas Kreuz Dezember 28, 2011 um 19:23

Zum letzten Absatz gebe ich auch meine Zustimmung.

Geht aber nicht ohne Neuregelung des gesellschaftlichen Konsens zum Eigentumsbegriff.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 19:41

@Keynesianer: ,,Mir springt beim Marxismus das Messer im Sack auf, wie es in Bayern so schön heißt.” – Haben wir, wenn ich das mal so für alle regelmäßigen Mitleser so sagen darf, längst verstanden. Und ich persönlich finde dass es dem Sack nicht gut tut…

@Andreas Kreuz

,,Geht aber nicht ohne Neuregelung des gesellschaftlichen Konsens zum Eigentumsbegriff.”
Und damit sind wir beim Titel des Threads wieder angekommen: ,,Frohe Weihnachten”?
Im Ernst: wenn das nicht ,,marxistisch” ist im Sinne von @Keynesianer, will sagen: weil ich was Sinnvolles erhoffe mache ich jetzt, heute, nichts – was dann?

Ich würde Euch bitten mal konkret was zu sagen, zur Situation im Moment und zur näheren Zukunft.
Die Ansage von Jahnke, es liefe auf eine heimliche Inflation und Schuldenabbau dadurch hinaus, scheint ja nicht zuzutreffen, falls Weidmann auch für die Bundesregierung spricht. Im Moment scheint es gerade zu einer Minierleichterung für Italien zu langen. Ansonsten ist die EZB-Iniative offenbar verpufft. Was heißt das jetzt?

Keynesianer Dezember 28, 2011 um 19:58

Wir befinden uns in einem Währungskrieg von USA und GB gegen den Euro. Das Ziel des angloamerikanischen Finanzkapitals ist die globale Dominanz und die Lateinamerikanisierung Europas. Dazu haben die Unterstützung von ihren Leuten in den Regierungen der Euro-Staaten (Sarkozy, die Mutter hat schon für die Agency gearbeitet, und die Pastorentochter, deren Vater angeblich die DDR so toll fand, dass er da gleich mit Familie rübergezogen ist und dann auch in eine wichtige Stellung kam) und selbstverständlich die Massenmedien.

Die Völker der Eurostaaten haben dabei den Schaden und sollten gegen diese Politik mobilisiert werden. Was aber schlecht gelingt, so wie die Linke überall unterwandert ist.

Wenn jeder wüsste, wie Wirtschaftskrisen absichtlich inszeniert werden und zu welchen Zwecken, dann hätten wir morgen wieder eine boomende Konjunktur und außer den Keynesianern würde sich keine der heutigen Figuren nochmal vor die Bürger oder überhaupt auf die Straße trauen.

So einfach wäre das und doch so schwer, solange die Wertform analysiert und Kondratieff diskutiert wird.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 20:32

Dann also unfrohe Weihnachten: wir haben verloren, Sarkozy und die Pastorentochter sind Lakaien, die Massenmedien hat man auch und die Linke ist überall unterwandert.
Dass Jeder weiß dass und wie Wirtschaftskrisen absichtlich inszeniert werden ist nicht zu erwarten, siehe oben ,,Massenmedien” – wir müssen uns also jetzt schlafen legen.
Ich habe mich noch nicht entschieden ob ich heute dann doch lieber gleich von Marx träume, oder, wenn es wirklich so ist, von den Huris im Paradies. Da dies so persönlich, geradezu intim ist werde ich es an dieser Stellle nicht mitteilen.
Tja, man hat mir die Augen geöffnet, um sie gleich wieder schließen zu müssen. Schade eigentlich…

KL Dezember 28, 2011 um 21:37

Substantielles: hier.

Farewell wiesaussieht.de

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 22:07

@KL
Danke, das ist so eine gute Zusammenfassung dessen, was in den letzten Wochen überall in den kritischen Blogs diskutiert und dargestellt worden war, auch in der FAZ. Das bedeutet wohl, dass, um einen Kollaps des Systems zu vermeiden, ,,die Märkte” eingeschrumpft werden müssen, auch wenn das durch die Brust vieler Staatsbürger geht, wie Streeck darstellt.
Wird der Wunsch der Märkte durchgesetzt bleibt nicht nur die Demokratie auf der Strecke, die Wirtschaft implodiert auch durch Austerität (die höchstens noch durch Barbarei selber am Leben bleiben könnte). D.h. die Kredite können nur dann zurückgezahlt werden, wenn gleichzeitig die Gläubiger, während sie dieses Geld zurück erhalten, erleben müssen wie es verdampft: der Staat nimmt es ihnen ab, um seine Schulden zu begleichen.
Wer dann aber mit welchem Geld die Autos usw. kaufen soll kann ich nicht erkennen. Kann das Jemand hier? Den Ausdruck ,,privater Keynesianismus” finde ich im Rahmen dieses Threads hier goldig.
Hätte er nicht die Lösung längst sein müssen?

holger Dezember 28, 2011 um 22:20

Ist Wuff noch Bundespräsi?

Wahrheit Dezember 28, 2011 um 22:25

Wenn die Menschen endlich begriffen, das Böse vom Guten zu unterscheiden, so wäre diese Krise schon morgen überstanden. Was wir jetzt brauchen, ist Geduld. Die Politik muss verstehen, dass ein Führen an den Menschen vorbei in eine Sackgasse führt. Die internationale Finanzkrise ist von Amerika und GB fabriziert, um gegen den Euro zu spekulieren. Aber sie werden ihr Ziel nicht erreichen, denn mit dem neuen freien Internet wird die Demokratie gewinnen. Wir brauchen keine Erkenntnis, denn mit den neuen technischen Mitteln, die uns das Internet zur Verfügung stellt, wird sich letztendlich die Wahrheit durchsetzen. Jetzt zahlt es sich aus, wer die Geduld hat seine Worte vor einem Computer zu verfassen. Denn nur in der Solidarität unserer gemeinsamen Gedanken im Internet werden wir diese Welt endlich wieder zurück auf die Bahnen der Demokratie führen. Oligarchen, ihr seid gewarnt. Eure Medienkonzerne sind nichts gegen die Macht unserer Gedanken in einem kleinen Blog abseits des Mainstreams. Halleluja! Euch allen ein schönes erfolgreiches Jahr 2012.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 22:38

@holger
,,Ist Wuff noch Bundespräsi?”
Ja, soweit ich weiß. Aber wie ich vermutet hatte: da köcheln Einige täglich immer ein wenig weiter. Und ich möchte dabei bleiben: die Anlässe, die er liefert, geben das ,,eigentlich” nicht her.
Die Hintergedanken der SPD kann ich verstehen, aber die kommandieren nicht die Medien. FTD hat heute wieder nachgelegt; wenn ich dagegen halte, was hier
http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1964253/#comments
aufgeblitzt ist müßten die Maßstäbe, die man an Wulff anlegen will, zu einer geradezu barbarischen Totalrasur der Elite in der Republik führen. Die kann man im wohlverstandenen Eigeninteresse aber nicht wollen, gell?

holger Dezember 28, 2011 um 22:38

“FAZ” ? was ist das?

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/saekulare-gegen-orthodoxe-israelis-demonstrieren-gegen-religioesen-fanatismus-11583121.html

“Die Spannungen zwischen ultraorthodoxen und säkularen Juden nehmen seit Wochen zu. Rund zehn Prozent der knapp acht Millionen Israelis sind ultraorthodoxe Juden, die eine besonders strenge Auslegung religiöser Vorschriften verfechten und zunehmend gewaltsam dafür eintreten”

und im gleichem Atemzug das:

“Militante Palästinenser im Gazastreifen feuerten derweil am Mittwoch zwei Raketen in Richtung Israel ab, die aber keinen Schaden anrichteten. Zuvor war bei zwei israelischen Luftangriffen im Norden des Gazastreifens am Dienstagabend mindestens ein militanter Palästinenser getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der medizinische Notdienst in dem Palästinensergebiet mit.”

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Wahrheit Dezember 28, 2011 um 22:45

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

GELD!

Halleluja!

holger Dezember 28, 2011 um 22:49

@ gelegentlich

—>>>Die kann man im wohlverstandenen Eigeninteresse aber nicht wollen, gell?”

Natürlich nicht. Dann müssten se ja an sich die gleichen Maßstäbe ansetzen wollen/müssen. Und wer weiß, wie Hütt und Luebberding ihr Studium finanziert haben. :D Sein wir froh, das der Gottgleiche Fischer nicht Kanzler geworden ist. Und die beiden nur Gasbrüder geworden sind. Und nun fangen se schon wieder mit Sandstreuen an. Und ich lass mich nicht mehr verarschen. Von keinem Sozialisten dieser Welt mehr. Mit Rhetorik oder ohne.

gelegentlich Dezember 28, 2011 um 22:57

@holger
,,Und ich lass mich nicht mehr verarschen. Von keinem Sozialisten dieser Welt mehr. ”
Daraus folgt dann…was?

wowy Dezember 28, 2011 um 23:12

@holger
Schau mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nathan_der_Weise

Kurz gesagt. Es sind die Feinde der Aufklärung in den d r e i Weltreligionen. So alt, so neu ;-)

holger Dezember 28, 2011 um 23:19

Geh mit … Aber geh…

egal Dezember 29, 2011 um 01:08

Wolfgang Streeck in dem ZEITlink:

In den Nachkriegsjahren, den “glorreichen Dreißig”, wie die Franzosen sagen, war dieser Konflikt durch hohe Wachstumsraten und tiefgreifende Regulierung der Märkte, insbesondere der Kapitalmärkte, weitgehend stillgelegt. Es gab in allen westlichen Ländern einen expandierenden Sozialstaat, funktionsfähige Gewerkschaften, Tarifautonomie, eine politische Vollbeschäftigungsgarantie. Diese Phase prägt immer noch unsere Vorstellungen darüber, was demokratischer Kapitalismus ist. Aber solche Wachstumsraten waren eben eine Ausnahme. Es hat sie seither nie wieder gegeben.

Warum waren die Nachkriegswachstumsraten eine Ausnahme? Für mich die entscheidende Frage der ganzen Kapitalismusreformdiskussionen. Nur weil die Politik nicht mehr keynsianisch handelte, wie @Keynsianer behauptet?

Hans Hütt Dezember 29, 2011 um 01:39

KL

Streeck hat recht. Auf naive Fragen hat er offen geantwortet. Die politische Alternative lautet Pest oder Cholera. Damit erlischt jeder Legitimitätsanspruch des politischen Betriebs. Wir stehen vor der Ausrufung des Ausnahmezustands. Die Frage ist nur noch durch wen.

Hans Hütt Dezember 29, 2011 um 01:46

egal

“Warum waren die Nachkriegswachstumsraten eine Ausnahme? ”

In der Ostwestkonkurrenz sah die Fiskalpolitik größeren Sinn in der steuerlichen Privilegierung stiller Reserven in den Unternehmen. Die Folge: Verflechtungen der Deutschland AG. Die Steuerbefreiung von Gewinnen bei der Veräußerung von Unternehmensanteilen hat damit Schluss gemacht (1998ff). Man machte Kasse. Das war der Markteintritt der Heuschrecken.

topi Dezember 29, 2011 um 01:49

Wie, Pest oder Cholera?

Wenn die Multimilliardäre zu einfachen Millardären geschrumpft würden bedeutet dann Pest oder Cholera? Und für wen?

topi Dezember 29, 2011 um 02:03

@Weidmann

Der spielt halt seine Rolle. Was sollte er machen, Stephans Billionen raushauen?

Die EZB hat ja mit ihrer halben Billiondeutlich gemacht, wo es lang geht; Weidmann hin oder her.
Erinnertnoch jemand die Namen der anderen diesjährigen deutschen EZB-ler?

Und die Halbierung der italienischen Zinsen scheinen tatsächlich Jahnkes “finanzielle Repression” zu stützen. Vielleicht geht es in diese Richtung.

Den Banken kann ja die “gemessene” Inflationsrate auch völlig wumpe sein; die leihennominalbeider EZB und tilgen nominal, alles, was dazwischen hängen bleibt, also zur positiven Zinsdifferenz, wird gerne mitgenommen.

Richtig ist, dass man damit Steuern ander richtigenSTelle vermeidenwill.
Aber geht man davon aus, dass nicht nur Banken, sondern auch große Vermögen vom Horten-Nachbau ( :roll: ) getroffen werden, ist es doch weit besser als die Erhöhungvon Kopf- und Verbrauchssteuern.

Hans Hütt Dezember 29, 2011 um 02:05

topi

Genau das ist die Frage

topi Dezember 29, 2011 um 02:32

Bemerkenswert, dass die ö-r Nachrichten prominent über die Tendenz zur Frühverrentung mit Abschlag berichtet haben.

Womit ja Rente mit 67 indieser Konzeption zur reinen Rentensenkung wird.

Wobei mannebendem üblichen Umverteilungsaspekt
arm –> reich

noch die Richtung

Malocher –> Sesselpuper
anführen muss. :roll:

topi Dezember 29, 2011 um 02:40

Ach ja: Deutschland hat mehr Strom exportiert als importiert.

Scheiße aber auch, die kriegen nicht mal mehr eine ordentliche Statistik-Fälschung hin.

Oder ist das schon der Wind des Wechsels?

Jedenfalls wird 2012 nach dem sehr vorhersehbaren Jahr des Durschwurschtelns 2011 doch etwas spannender.

Wobei ich allerdings nicht auf den 21.12. wetten würde; es gibt noch solvente Schuldner, solange sollte der Laden laufen.

Aber es dürfte erste Austern-Krämpfe brauchen, um zu dieser bahnbrechenden Erkenntniszugelangen. :roll:

Wo sind wir dann eigentlich bei der Gesamtverschuldung? Ich tippe mal auf 400% vom BSP.

Keynesianer Dezember 29, 2011 um 08:38

@egal

“Warum waren die Nachkriegswachstumsraten eine Ausnahme? Für mich die entscheidende Frage der ganzen Kapitalismusreformdiskussionen. Nur weil die Politik nicht mehr keynsianisch handelte, wie @Keynsianer behauptet?”

Mehr ist es nicht.

Fangen wir mit den Nachkriegsjahren an: Nach alter Tradition der Bank von England hätte jetzt erst einmal die Geldpolitik die Preise und Löhne in England und den USA wioeder auf den Stand von 1939 senken müssen. Dazu hätten die Notenbanken eine mörderische deflationäre (deswegen heißt die so!) Depression erzeugen müssen wie 1929-33. Hat man aber gegen die Keynesianer damals nicht durchsetzen können. :-)

Also wurden in den USA im Gegenteil die Löhne nach Kriegsende erhöht, damit die Ökonomie voll von der Kriegsproduktion auf Zivilproduktion umstellen konnte. Die Neoliberalen haben vor Wut getobt, weil die Vollbeschäftigungspolitik die alten Verhältnisse von Herr und Knecht in Wirtschaft und Gesellschaft bis zum Ende der 60er Jahre ziemlich abgeschliffen hatte.

Die 68er waren nur durch die Keynesianer möglich gewesen, was die Deppen aber nie kapiert haben, weil man denen ja den tollen Weltrevolutionär Karl Marx in die Birne getrommelt hat. Getrommelt haben die Medien und die neoliberalen/neomarxistischen Ideologen der Oligarchen. Die Keynesianer haben das erst nicht verstanden, warum die kapitalistische Presse zusammen mit den üblichen Figuren von CIA/MI6 den Neomarxismus bei den Studenten organisiert und propagiert haben.

Mit den ganzen Neomarxisten in der Presse und auf der Straße haben die Neoliberalen die Kapitalistenklasse auf die “Stabilitätspolitik” einschwören können, weil die ja fürchten mussten, dass sonst die Maoisten oder Stalinisten der KPDXY bald die Politik bestimmen. Auf der anderen Seite hat eine ganze junge Generation geglaubt, dass Keynes ja nur den Kapitalismus retten wollte, während jeder junge Revolutionär doch für die Weltrevolution kämpfen müsse.

So konnten dann die Neoliberalen unter Volcker und in Deutschland mit Pöhl und später Tietmeyer und Konsorten mit Hochzinspolitik die Massenarbeitslosigkeit erzeugen, die Löhne senken, die Profite steigern, alles öffentliche Eigentum privatisieren – bis heute. Die Neomarxisten sind 1980 plötzlich alle zu Ökologen mutiert und wollten nur noch die Umwelt vor dem bösen Wachstum retten und auf gar keinen Fall mit Zinssenkungen die Nachfrage (nach den bösen Konsumgütern!) beleben.

Das muss man alles erlebt haben, wie die Jugendorganisation der FDP an den Unis damals Bündnispartner für den MSB-Spartakus war und fröhlich unter den Plakaten von Lenin, Stalin, Marx und Engels auf dem gemeinsamen Podium saß. Erst als die Neoliberalen dann die Hochzinspolitik widerstandslos über drei Jahrzehnte bis heute die Krisen inszenieren konnten, ist das uns Keynesianern so langsam klar geworden.

Die ehemaligen Neomarxisten haben das aber bis heute nicht gerafft und meinen immer noch, mit der nächsten Krise breche der Kapitalismus aber jetzt endgültig zusammen und sie müssten jetzt nur die Keynesianer daran hindern, den Kapitalismus zu retten.

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 08:50

@topi
Es ist spannend genug. Ich war neugierig geworden und habe mir mal die Kommentare zu dem Streeck-Artikel, den @KL empfohlen hat, angeschaut. Bemerkenswert!
Da gab es eine Leseempfehlung auf folgenden Artikel, der zum Thema ,,Frohe Weihnachten” paßt: Frohe Weihnachten – aber in Königstein/Tauns”
http://www.zeit.de/2011/52/DOS-Maria-und-Josef – genial!
Und die ersten beide Kommentare da haben es in sich:
,,… Schade, mich hätte noch interessiert, wie einer der dort ebenfalls ansässigen, prominenten Motivationstrainer auf das Paar reagiert hätte…Dumdi”

,,2. Ein beeindruckender
.. und phantastischer Bericht.
“Hier hilft euch keiner. Bitte, bitte fahrt nach Frankfurt.”
“Hier ist’s halt scheiße für solche wie euch, hier ist Königstein.”
Es ist mehr als an der Zeit, die Börsen- und Reichensteuer einzuführen.”

Gruselig, aber ein besseres Foto zu ,,Weihnachten 2011/Deutschland” wird man so leicht nicht finden. Sozusagen ,,Streeck animiert”…

Keynesianer Dezember 29, 2011 um 08:50

@topi

“Wo sind wir dann eigentlich bei der Gesamtverschuldung? Ich tippe mal auf 400% vom BSP.”

Ja, so viel Geldvermögen gibt es inzwischen. Würde nochmal ein Volcker den Zins auf 20% p.a. hochtreiben, dann müssten 80% der gesamten Wirtschaftsleistung jedes Jahr an die Eigentümer des Geldvermögens abgedrückt werden.

Davon träumen die Rentiers natürlich und versuchen es in den Eurostaaten mit immer höheren Risikozinsen, wozu die Merkel dann fleißig “Haircuts” und die Beteiligung der Gläubiger fordern darf. Der sichere Weg in eine Depression und die Deutschen dürfen zuletzt alles bezahlen, weil die Merkel und überhaupt die Deutschen doch wieder schuld waren.

Nanuk Dezember 29, 2011 um 09:26

@gelegentlich

Das ist das tolle am Kaputalismus man brauch keine Gulags zu bauen die Upperclass baut sich ihre eigenen…
http://www.youtube.com/watch?v=bpRN4xHohKw

h.huett Dezember 29, 2011 um 09:52

KL

by the way: Das hat Streeck etwas verklausulierter auch schon vor ein paar Monaten in der FAZ geschrieben. Er hat eingesehen, dass man seinen Appell überhört oder nicht ernst genug genommen hat.

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 09:55

@Nanuk
Danke, schöne Illustration. Wo in Deutschland gibt es so etwas (Potsdam?). Kronberg geht ja in die Richtung, aber die Zäune sind doch noch sehr in den Köpfen, nicht so recht physisch, in Hardware realisiert. Wenn das anders würde entstünden Arbeitsplätze: also ein sozusagen keynesianisches Ergebnis ohne ein keynesianisches antizyklisches Instrument anwenden zu müssen. Es wäre im Wortsinne prozyklisch.

Nanuk Dezember 29, 2011 um 09:59

Es dauert eine Stunde, bis wir den Pfarrer gefunden haben. Der sagt, mit ihm habe niemand telefoniert. Dennoch lässt er den Küster das Gemeindehaus aufschließen, wo auch der Kindergarten untergebracht ist. Auf einem Spielstraßenteppich rollen wir unsere Isomatten aus. Bis spät in den Abend lauschen wir, bewacht von zwei Schaukelpferden, dem Kirchenchor bei seinen Proben für die Weihnachtsmesse.

http://blip.tv/catholicpunkrockfan/ich-bin-so-froh-dass-ich-nicht-evangelisch-bin-57805

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 10:12

@alle

Wo in Deutschland gibt es so etwas wie gated communities (Potsdam?).

Nanuk Dezember 29, 2011 um 10:19

@gelegentlich
überall muste nur mal schauen wo das Geld sitzt da ist das überall so… Prenzlauer Berg ist auch so eine… Potsdam ist auch so ein heisser Kandidat…

Nanuk Dezember 29, 2011 um 10:20
gelegentlich Dezember 29, 2011 um 10:27

@Nanuk
Danke – ich stieß 2000 auf das Thema am Beispiel USA. Es war offenkundig dass das in abgewandelter Form auch hier einziehen wird. In meiner Umgebung gab es für dieses Thema aber keine Resonanz. Mittlerweile kann wohl Kalifornien auf dieser Basis als so etwas wie ein ,,failed state” gelten. – Das Beste, wie so oft, an Deinem Video sind die Kommentare – das ist zwar von 2008, trifft aber auch Weihnachten 2011: ,,Wir sind das Volk!”, ein schreckliche Aussage, sollte sie denn stimmen.

Nanuk Dezember 29, 2011 um 10:34

@gelegentlich
“So ein Lutscher!”

Das hätte Walt Kowalski wohl auch nur noch dazu zu sagen…
http://www.youtube.com/watch?v=SahfDtywe_k

Linus Dezember 29, 2011 um 10:51

“s Göid bdeit nix, solangst oans hast – hat da Onassis gsagt, und desweng verschenkta koans”

(altes Starnberger Sprichwort)

Nanuk Dezember 29, 2011 um 11:30

http://designer-outlet-roermond.com/

Das ist auch sehr empfehlenswert für soziologische Studien…

Nanuk Dezember 29, 2011 um 11:34

und man kann danach wunderbar in die Altstadt gehen und in die Kathedrale… und sich bei einem Kaffee über die Zombies lustig machen…

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 12:53

@h.huett

,,by the way: Das hat Streeck etwas verklausulierter auch schon vor ein paar Monaten in der FAZ geschrieben.”
Ich habe gerade mal ein wenig geblättert:
http://www.mpifg.de/aktuelles/mpifg_medien_de.asp
Der hat sich ziemlich umtriebig publizistisch verhalten in der letzten Zeit.
http://www.linkeblogs.de/?cat=1798
Ist der eigentlich Mitglieder der Linken? Dass er dort manchmal schreibt muss ja nichts heißen.
Worauf es hier aber wohl ankommt dürfte dies sein:
nach übereinstimmender Meinung der meisten Autoren bis weit ins ,,bürgerliche Lager” hinein, wofür Streeck mit Haslett auch einen Amerikaner zitiert
http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13738875/Abschied-vom-Ausnahme-Zeitalter.html
und selber den m.E. kompaktesten Überblick liefert
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/eine-verteilungsfrage-die-naechste-stufe-der-finanzkrise-11111142.html

wäre eine Lösung der Krise ohne eine massive Umverteilung (,,Gebt die Beute zurück!”) nicht zu machen. Ob das reicht oder der Kapitalismus dann am Grenznutzenproblem scheitert weiß wohl Niemand. Kaffeesatzdeuterei. Da diese Umverteilung, wenn man den ganzen Theaterdonner der Milliardärspresse wegläßt, offenbar eine rein politische Frage ist und keine ökonomische (es gibt keine ,,Sachzwänge” dagegen, eher schon dafür) hat sich dann doch ein wenig Nebel verzogen. Danke, @KL, wenigstens sind wir aus diesen Gespensterdiskussionen (@Keynesianer) raus.

egal Dezember 29, 2011 um 12:55

Neben den Arkadien am Potsdamer Horn gibt es in Deutschland keine Gated Communities.
In Berlin gibt es auf den ersten Blick Wohnanlagen, die Gated Communities ähneln, z. B. die Prenzlauer Gärten oder das Victoriaquartier am Kreuzberg. Diese Anlagen sind baulich abgeschlossen, haben nur wenige Zugänge, eine sozial homogene Bewohnerstruktur, manche Tore, Kameraüberwachung und Doormen.
Was ich sagen kann. Erstens: Die Dinger enstanden um die Jahrtausendwende in angesagten Innenstadtbezirken und sind mittlerweile fast schon Anachronismen. Denn um die Jahrtausendwende war die berliner Innenstadt (innerhalb des S-Bahnrings) noch sozial durchmischt. Die Gentrifizierung ist aber dabei, ganze Bezirke wie Kreuz- und Prenzlauer Berg zu Gated Communities zu machen.
Was ich zweitens sagen kann: sechs bis siebenhundert Meter neben dem Victoriaquartier gibt es eine andere Wohnanlage, die baulich etwas abgetrennt ist: Riehmers Hofgarten. Betreten ist dort aber erwünscht. Die Tore stehen auch nachts offen, es gibt Läden und Arztpraxen, die Besucher anziehen. Gegenüber liegt ein Puff, an dem sich niemand stört. Die Wohnungen im Riehmers Hofgarten haben durchgängig Hartzholzböden, Stuck und eine auch für Altbauten beachtliche Deckenhöhe. Im Victoriaquartier überwiegt Laminat und Gipskarton. Die Deckenhöhe ist die des sozialen Wohnungsbaus. Wie auch der Wohnungsschnitt. Es riecht sogar so. Im Hofgarten liegt ein Hotel, Einzelzimmer ab 100 Euro, am Victoriaquartier ein Hostel. Das sozioökonomische Gefälle zwischen Stadtquartier und Proto-Gated Community ist offensichtlich. Im Victoriaquartier wohnt die abstiegsbedrohte Mittelschicht. Die Mauern sollen nicht die Hartz IV Empfänger abhalten. Sie sollen die Bewohner baulich vor Hartz IV schützen. In den Proto Gated Communities in Berlin lebt, wer Potsdam will und es sich nicht leisten kann. Die Armen ins Gefängnis, die untere Mitte in die Gated Community? Im Victoriaquartier sind zehn Jahre nach Fertigstellung meines Wissens immer noch Wohnungen zu haben.

@ Keynsianer
Deficit Spending und Staglaflation waren einfach das Ergebnis von zu wenig Keynsianismus? Ich widerspreche dir nicht, ich frage nur.

Keynesianer Dezember 29, 2011 um 13:25

@egal

“Deficit Spending und Staglaflation waren einfach das Ergebnis von zu wenig Keynsianismus? Ich widerspreche dir nicht, ich frage nur.”

Die Stagflation in den 70er Jahren war das Ergebnis der Hochzinspolitik 1973/74 und gefälschter Preisstatistiken. Damals wurde noch das Gegenteil der hedonischen Inflationsberechnung von heute betrieben: Wenn die Leute früher am Badesee Urlaub gemacht haben und dann im Flieger nach Thailand sind, hat die Inflationsstatistik damals für den Posten Urlaub Tausend Prozent Preissteigerung verrechnet. Noch in den 80ern war es Inflation , wenn jemand einen 10mal so guten Computer zu einem um 50% höheren Preis gekauft hat. Heute wird die Statistik natürlich genau umgekehrt gefälscht. ;-)

Der lächerliche Ölpreisanstieg durch den Jom-Kippur-Krieg konnte keine Inflation auslösen. Man hat das aber in den Medien dramatisiert, Sonntagsfahrverbote und ähnlicher Unsinn.

Dann wurden noch die Gewerkschaften ermuntert, möglichst hohe Nominallohnsteigerungen zum “Inflationsausgleich” zu fordern. Nichts gegen Lohnerhöhungen, aber das war ein abgekartetes Spiel. In derselben Zeitung, die zu Lohnforderungen ermuntert hat, wurde noch auf derselben Seite eine scharfe “Inflationsbekämpfung” gefordert. Also die geldpolitische Verursachung von Massenarbeitslosigkeit. Und dieselben Gewerkschaftsfunktionäre, die hohe Nominallohnerhöhungen gefordert haben, wussten plötzlich nicht, wie die sogenannte “Stabilitätspolitik” funktioniert und haben dann die Massenarbeitslosigkeit mit den Mikroprozessoren und dem technischen Fortschritt erklärt und noch eine Maschinensteuer(!) gegen dioe Arbeitslosigkeit gefordert.

So blöde können die ja alle nicht sein!

Das Deficit Spending in den letzten dreißig Jahren war dann nötig, weil die neoliberale Politik von Lohnsenkung und Sozialabbau eine Belebung der Konjunktur mit steigenden Masseneinkommen nicht mehr zugelassen hat. Also wurden die Zinsen von Greenspan auf fast Null gesenkt und die Armen sollten billige Hypotheken bekommen, statt bessere Löhne.

Wird aber in der Oligarchenpresse immer so dargestellt, als hätte schon wieder der Keynesianismus versagt.

Hans Hütt Dezember 29, 2011 um 14:28

egal

Beim Victoria-Quartier kommt hinzu, dass seit dem Ende der Brauerei die damit befassten Projektentwickler in Serie pleite gegangen sind, nicht ohne rechtzeitig vorher durch absurde steuerliche Gestaltungen den Anlegern Mondphantasien zu verkaufen. Die Beobachtungen der baulichen Qualität und der Verdichtung kann ich bestätigen. Die Verwahrlosung und ich vermute auch endlose Rechtsstreitigkeiten in den Eigentümergemeinschaften sowie unter den Nachbarn sind billigend in Kauf genommen worden. An diesem Wohnquartier kann in Zeitlupe studiert werden, zu welchen Ergebnissen eine Projektentwicklung führt, die ausschließlich unter der Perspektive steuerlicher Optimierung arbeitet. Auch unter denkmalpflegerischer Perspektive ist das Ergebnis übrigens ein Desaster.

Vielleicht sollte man mal eine Berliner Desasterführung konzipieren, ein Pflichtprogramm für Betriebswirte, Steuerberater, Immobilienentwickler, Denkmalschützer und nicht zu vergessen die fiskalpolitischen Spezialisten.

PS Nicht zu vergessen die Architekten und Bauingenieure!

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 15:25

@h.huett
Bitte den Beitrag freischalten – mir ist, sorry, schon wieder ein Daumen ausgerutscht! :-(

egal Dezember 29, 2011 um 16:50

@ h.huett
Die fiskalpolitischen Spezialisten ganz besonders. Denn die Steuern sollen ja eigentlich steuern, d. h. über Sonderabschreibungen soll städtebaulich und wohnungspolitisch ermöglicht werden, was der Markt sonst nicht leisten würde. Manchmal klappt das (aktuelles Beispiel: Schlachthof Friedrichshain. Die sanierten Denkmäler dort sind das einzig nicht abstoßend Hässliche.) Manchmal nicht. Ich kenne mich aber zu wenig aus, um beurteilen zu können, ob das nur die notwendigen Kollateralschäden jedes Steuerrungsmechanismus sind, oder ob der ganze Steuerungsmechanismus nur noch absurd ist.

Festhalten kann man auf jeden Fall, dass die “Gated Communities” Vorboten der Lateinamerikanisierung Deutschlands sein mögen – die Oberschicht und obere Mitte wohnt auf jeden Fall noch nicht dort (Ausnahme Arkadien).

Was mir gerade noch auffällt: es gibt so gut wie keinen seriösen Immobilienentwickler, zumindest für den Mittelschichtsmarkt. Die ganze Branche riecht nach dem, was man früher halbseidende Halbwelt nannte. Ähnlich ist es mit der Finanzindustrie. Wo ist denn der Unterschied zwischen, sagen wir, HASPA und AWD? Beide verkauften risikoscheuen Rentnern systematisch irgendwelche Zertifikate. Beide haben eine den Betrug begünstigende Vertriebskultur. Beide ziehen solariumsgebräunte Männer mit aggresivem aftershave an. Der habituelle Unterschied dieser Finanzvertriebler zu Maklern und Immobilienmanagern: rein graduell. Letztere bräunen sich in ihren spanischen Immobilien.
Ist das nicht eine bemerkenswerte Koinzidenz? In früheren Zeiten gingen solche Leute in die Kolonien oder zur Kavallerie. Heute sind sie die Fußtruppen der Bubblebranchen. Bedeutet das nicht irgendwas? Gibt es irgendwelche sozialen Konstanten? Sind unsere Städte die neuen Hereros? Ich komm nicht drauf.

@Keynsianer
Du gibst Detailantworten. Details habe ich schon zur Genüge gehört. Was mir fehlt ist Überblick. Ich glaube in Blogkommentaren werde ich den kaum gewinnen. Buchempfehlung? Ich suche sowas wie eine Wirtschaftsgeschichte der 60/70/80, meinetwegen aus rein keynsianischer Sicht. Anyone else?
Übrigens, ich verstehe deine Verschwörungstheorien – vermutlich entgegen deiner Intention – eher literarisch. Marx als preußischer Agent ist eine literarisch zulässige Personalisierung, um seine angebliche Wirkung zu erzählen .Trotzdem liegst du in diesem Fall, meine Heuristik, daneben (denn Marx Eschatologie hat die Parusieverzögerung nicht überlebt, spätestens 1918 war sie tot). Aber die Geschichte der Konsumkritik als CIA-Verschwörung zu erzählen, schärft durchaus den Blick für die zweifellos vorhandene Menschenverachtung. Also – why not? Eine vollständig richtige Welterklärung hat hier niemand.

sind DIE neoliberalen Bubbleökonomien.

Nanuk Dezember 29, 2011 um 17:00

“Festhalten kann man auf jeden Fall, dass die “Gated Communities” Vorboten der Lateinamerikanisierung Deutschlands sein mögen – die Oberschicht und obere Mitte wohnt auf jeden Fall noch nicht dort (Ausnahme Arkadien).”

Nur weil es keine Schranken gibt heist das noch lange nicht das es keine Gated Community ist… in GB zb ist das ganze Land eine…
http://www.zeit.de/2007/03/Big-Brother
Das ist einfach billiger für den Staat als Sozialleistungen zu zahlen und ganz nebenher schafft das Wachstum…

Keynesianer Dezember 29, 2011 um 17:50

@egal

Ich bin Logiker. Marx hatte die kleine Schwester vom preußischen Innenminister geheiratet; dessen Vater hat ihn politisch ausgebildet und Marx hat den dafür selber als seinen Mentor bezeichnet.

Wenn jetzt jemand noch Fragen hat, ist der kein Logiker; denn alles andere wäre völlig unwahrscheinlich. Nicht nur, dass der Schwager des Innenministers kein Agent wird, sondern wirklich Kommunist ist; vor allem dass er damit auch noch berühmt wird und ihn sogar die Kapitalisten bis heute feiern lassen, weil er angeblich so genial war.

Dabei ist “Das Kapital” nur dummes Geschmarre!

Jetzt gibt es Leute, des weiß ich aus langer Erfahrung, die nicht logisch denken, sondern immer nur im sozialen Zusammenhang: Ist die These sozial anerkannt, verbessert sich damit die Reputation? Oder bekommt man damit Probleme?

Nur solche Leute könnten daran zweifeln, dass Marx ein preußischer Agent war. Die gibt es selbstverständlich genug, leider. Die glauben nicht nur an den großen und genialen Kritiker des Kapitalismus Karl Marx, sondern wenn es der Reputation dient und soziale Anerkennung bringt auch an sämtliche Wunder Jesu oder die Eingebungen des Propheten Mohammed.

Keynesianer sind immer Logiker. ;-)

Keynesianer Dezember 29, 2011 um 18:11

@egal

“Aber die Geschichte der Konsumkritik als CIA-Verschwörung zu erzählen, schärft durchaus den Blick für die zweifellos vorhandene Menschenverachtung.”

Die “Geschichte der Konsumkritik” ist uralt und reicht zurück bis in die Zeiten, in denen dem Volk ein gottesfürchtiges Leben in Armut, Fleiß und Bescheidenheit gelehrt wurde: ora et labora!

Das ora et labora ist heute nicht mehr so ganz aktuell, daher hat man sich die Öko-Bewegung für diesen Zweck ausgedacht und aufgezogen.

Ist selbstverständlich alles nur eine Verschwörungstheorie, denn sowas machen die Herrschenden doch niemals absichtlich. Und von Euch wäre doch keiner darauf reingefallen, wenn das nur ein Schwindel der Herrschenden gewesen wäre. ;-)

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 18:51

,,Ich bin Logiker. Marx hatte die kleine Schwester vom preußischen Innenminister geheiratet; dessen Vater hat ihn politisch ausgebildet und Marx hat den dafür selber als seinen Mentor bezeichnet.”
Wenn das Dein Nachweis für Logik ist…der Schüler denkt und handelt also wie der Lehrer? Das weiß ich besser.
,,Mentor” – dieses anerkennende Wort erhält später der, welcher sich Mühe gegeben hat. Ob mit oder ohne Erfolg aus seiner Sicht bleibt dabei offen. Es gibt mißratene Kinder – und Schüler.
Deine ,,Verschwörungstheorie” goutiere ich nicht mal literarisch. Sie ist nur im Weg. Salonmarxisten gab es und gibt es, ok. An denen gestrandete Biographien auch. Nicht schön, aber heute gibt es Wichtigeres.

Zeige einfach mal die Marxisten her die im Moment für Abwarten votieren, um der kommenden Weltrevolution nicht im Wege zu steuen, und gegen Vermögenssteuer und und und – das frage ich schon zum x.ten Male.

Von den in der Zusammenfassung bei Streeck
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/eine-verteilungsfrage-die-naechste-stufe-der-finanzkrise-11111142.html
im August genannten möglichen Mechanismen greift in Deutschland bisher nur (1), aber man muss damit rechnen, dass die Machttaktikerin Merkel die weiteren dann ins Auge faßt, wenn diese Krise in Deutschland fühlbarer wird und Reaktionen hervorruft, die sie nicht ignorieren kann. Ansonsten fliegen nur Papierkugeln, erst in den kritischen Blogs, jetzt auch in einigen bürgerlichen Medien.
Ist so der Stand von heute?

Keynesianer Dezember 29, 2011 um 19:17

@gelegentlich

“Wenn das Dein Nachweis für Logik ist…der Schüler denkt und handelt also wie der Lehrer? Das weiß ich besser.”

Es ist einfach eine Wahrscheinlichkeitsrechnung: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, in der Familie des preußischen Innenministers einen preußischen Agenten zu finden?

Wie hoch ist dagegen die Wahrscheinlichkeit, in der Familie des preußischen Innenministers den genialen Kritiker des Kapitalismus zu finden?

Du brauchst es nicht ausrechnen! :-)

Ob Schüler wie ihre Lehrer denken, hat mit der Sache nichts zu tun. Wie viele Schüler, die nicht wie ihre Lehrer denken, wurden die genialen Theoretiker des Kommunismus? Keine ernstgemeinte Frage.

Die Kapitallesebewegung steht jeder praktischen Politik grundsätzlich im Wege und die vielen marxistischen Kritiker des Keynesianismus habe ich ja oft genug hier angeprangert, wie etwa den Kurz mit dem Vorwurf der “verkürzten Kapitalismuskritik” und so weiter.

Wir könnten die Chancen auf die Durchsetzung der angemessenen Besteuerung der Reichen (Vermögensteuer, Einkommensteuer etc.) wesentlich verbessern, wenn den Leuten auch erklärt wird, dass die Schuldenkrise eine Geldvermögenskrise ist, die durch “Stabilitätspolitik” entstanden ist und dass die “Stabilitätspolitik eben dreißig Jahre lang damit durchgesetzt wurde, mit restriktiver Geldpolitik die Konjunktur abzuwürgen und Massenarbeitslosigkeit zu erzeugen. Ich versuche ständig, den Leuten das zu erklären, damit die Forderung nach einem Vorgehen gegen die Profiteure der neoliberalen Politik einen guten Grund hat.

KL Dezember 29, 2011 um 19:34

@gelegentlich, @h.huett

War wohl zu voreilig, hatte mich innerlich von wiesaussieht.de verabschiedet, seit hier nur noch Wulff etc. pp. …

Warf nun zum Abschied noch einen Stein ins Wasser – und es gab tatsächlich Wellen !? Erfreulich. Erinnere mich nämlich nostalgisch der besten Zeiten von weissgarnix, wo theoretische Modelle diskutiert wurden, bis es rauchte. Streeck etwas gründlicher zum Thema: The Crises of Democratic Capitalism (Hatte ich schon zweimal, ich weiß).

@egal
“Ich suche sowas wie eine Wirtschaftsgeschichte der 60/70/80 …”

Vielleicht dies zum Anfang: Ulrich Busch / Rainer Land, SOEB 4 ? (Tauchte früher schon mal bei wgn auf.)

KL Dezember 29, 2011 um 19:38

Link zu Streeck verdorben, hier richtig.

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 19:55

@KL
Also welchen Link meinst Du jetzt?
Der von mir oben zitierte FAZ-Artikel klappt – wenn Du nicht ein Zeilenendzeichen mitkopieren solltest…
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/eine-verteilungsfrage-die-naechste-stufe-der-finanzkrise-11111142.html
Dein Link geht ja auf die Homepage von Streeck.
Frage noch einmal: ist der Parteimitglied der Linken? Ich meine das nicht negativ, Marxist oder so…

Um 2003 hatte ich mal überschlagen:
wenn man die Summe aller weltweit produzierten Güter und Dienstleistungen nimmt und der alles Geld, das als Papiergeld, Optionen, Derivate usw. existiert kam man auf etwa 1:10. Das hieße ja, wenn man Geld als Tauschmittel verstünde (Versprechen, einen bestimmten Teil menschliche Arbeitszeit, auch als Warenprodukt geronnen, zu erhalten) dass es damals eine massive, nun ja, ,,reale” Inflation schon gegeben hätte. Zu naiv?

Nanuk Dezember 29, 2011 um 20:09

“nun ja, ,,reale” Inflation schon gegeben hätte. Zu naiv?”

Nein ist nicht naiv in den USA zb gab es eine reale Inflation bei Häuserpreisen … das führte dazu das die Produktion von Häusern Industrialisiert wurde ich glaube bin mir aber nicht sicher aber so eine Hütte in den USA steht in 2 Wochen bezugsfertig… in Deutschland ungefähr 6 Wochen mit Innenausbau höheren auflagen usw…

Das hat vor 10 Jahren noch nen ganzen Sommer gedauert…

Inflation ist Zeitdiebstahl.. :)

gelegentlich Dezember 29, 2011 um 20:53

@KL
Ich bin mir nicht sicher, möchte aber darauf hinweisen, dass jedenfalls mich theoretische Modelle nicht interessieren. Mein Zugang zu solch einem Blog ist ein anderer: in der Politik ist der Unterschied zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten entscheidend, finde ich jedenfalls. Es ist zwar einfacher als früher sich per Internet über Hintergründe zu informieren – aber in noch größerem Tempo sitzen Myriaden von bezahlten Profis daran, die wirklichen Absichten und Taten durch eine Art informeller Aufmerksamkeits- und Informationsverschmutzung zu verschleiern. Da steigt man allein kaum mehr durch – und wenn viele, möglichst kompetente Teilnehmer mitarbeiten hat man vielleicht eine etwas bessere Chance. Darum, den dabei aufgewirbelten ,,nicht zielführenden”, nur die Sicht versperrenden Schlamm wegzuwedeln, muss man sich aber immer selber kümmern. Das ist der Grund, warum ich auf ,,Marx als Agent” mehr und mehr allergisch reagiere – und Wulff ist halt eine politische Intrige, deren Hintergrund sich vielleicht dereinst aufhellen wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Es ist also kein theoretisches Interesse, wenn ich, wie oben gezeigt, nach dem Verhältnis von ,,realem” zu virtuellem Geld frage oder mich für Streecks Aussage interessiere (Link oben):
,,Bleibt die Hoffnung, durch Strukturreformen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Länder mittelfristig zu verbessern. Das Gelingen solcher Reformen erscheint mehr als zweifelhaft – man schaue sich nur das Scheitern der jahrzehntelangen, extrem kostspieligen Bemühungen des italienischen Staats um eine Modernisierung des Mezzogiorno an. Ohne eine Oberschicht, die bereit ist, zu Hause unternehmerische Risiken einzugehen, statt ihr Geld im Ausland zu investieren, kann ein Land sich nicht entwickeln. Irland hat Strukturreformen außerhalb seines Bankensystems nicht nötig.”

enrico Dezember 29, 2011 um 21:12

@ Keynesianer

Jetzt gibt es Leute, des weiß ich aus langer Erfahrung, die nicht logisch denken, sondern immer nur im sozialen Zusammenhang: Ist die These sozial anerkannt, verbessert sich damit die Reputation? Oder bekommt man damit Probleme?

Und

Wir könnten die Chancen auf die Durchsetzung der angemessenen Besteuerung der Reichen (Vermögensteuer, Einkommensteuer etc.) wesentlich verbessern, wenn den Leuten auch erklärt wird, dass die Schuldenkrise eine Geldvermögenskrise ist, die durch “Stabilitätspolitik” entstanden ist und dass die “Stabilitätspolitik eben dreißig Jahre lang damit durchgesetzt wurde, mit restriktiver Geldpolitik die Konjunktur abzuwürgen und Massenarbeitslosigkeit zu erzeugen. Ich versuche ständig, den Leuten das zu erklären, damit die Forderung nach einem Vorgehen gegen die Profiteure der neoliberalen Politik einen guten Grund hat.

Die Leute, vor allem die Journalisten unter ihnen, denken nicht logisch, sondern fragen sich nur ob sich ihre Reputation mit dieser oder jener These wohl verbessern oder gar ruinieren könnte. Inhalte zählen nicht wirklich. Verstehen Wollen ebensowenig. Reputation – Re-Putation – ist eben alles.

Leider, solange es Leute gibt, die mit besten Absichten anderen Leuten etwas über unsere sozialen Zusammenhänge erklären wollen, wird sich daran auch nicht viel ändern. Und zwar gerade wegen den guten Absichten. Die Masse denkt nicht, sie reputiert. Allen voran, die Mächtigen unter ihnen.

Aber es gibt Tricks diesen Teufelskreis zu unterbrechen. Und wie die gehen, das kann ja jetzt jeder selbst heraus finden.

PS. Da bei mir Weihnachten wegen Müdigkeit ausgefallen ist, wünsche ich allen schon einmal frohe Ostern und so :-)

Wat. Dezember 29, 2011 um 21:54

@Andreas Kreuz – Dezember 28, 2011 um 07:58
@Balken – Dezember 28, 2011 um 17:38

“Solange zur Kategorie ‘privates Eigentum’ keine neuen, bahnbrechenden Vereinbarungen getroffen werden,
ist alles nur eine Verschlimmbesserung.
[...] Aber da hier alle so prima zerstritten sind, die etwas ändern möchten, wird der Weg nach unten ungebremst fortgesetzt.”

“Die wirkliche Alternative wäre wahrscheinlich eine in im Wesentlichen egalitäre Gesellschaft [...]. Eine solche freie Gesellschaft wäre in der Lage, die gemeinsamen Lebensgrundlagen zu schützen, auch unter der Bedingung von planvoller Restriktion [...] Sie wäre deshalb in der Lage dazu, weil verhindert ist, dass durch Einzelne oder durch eine Klasse Machtpositionen aufgebaut werden, durch die der Rest exkludiert wird. – Bleibt eine solche Gesellschaft ewig Utopie?”

Warum sollte das ewige Utopie bleiben, wenn wir das so woll(t)en?

Unterhalb der ‘Neuverhandlung’ des Eigentums ist das aber wirklich nicht zu haben…
Planen können immer nur die, die die Verfügungsgewalt über das Eigentum haben.

Was meint denn dann egalitäre Gesellschaft? Es kann doch dann nur gemeint sein, daß ohne die Verfügung einzelner (weniger) über die Ergebnisse der Produktion egalitäre Voraussetzungen geschaffen werden (können).

Wesentlich beim Thema “Eigentum” ist nicht die altbekannte Enteignung; die Aneignung!

Die Aneignung durch die, die dieses Eigentum schaffen.
Nur wenn Produzenten und Konsumenten zusammenfallen, können “wir” diese Art des Zusammenlebens ermöglichen, daß eben nicht die einen zu lasten der anderen leben.
Das sollte bei gesellschaftlicher Produktion trotz Arbeitsteilung, als gemeinsame Leistung derer, die da (gesellschaftlich) herstellen möglich sein.

Allein wenn man heute das gesamte Arbeitsvolumen auf die ‘verteilt’, die arbeiten und die, die gern arbeiten möchten, aber nicht ‘dürfen’, hätten wir für alle einen ca. 6 h-Tag in der fünf-Tage-Arbeitswoche. (Bei wohlgemerkt 30 Tagen Urlaub) Und in der Rechnung ist noch aller verwaltungstechnischer ‘Arbeitsunsinn’ von der Arbeitslosenverwaltung bis zur Finanzbehörde drin…

Wir hätten also a) genug Zeit uns selbst um die Planung zu kümmern b) sind wir technisch und technologisch in der Lage uns zu koordinieren und c) Politiker sind schon langer nicht mehr ‘gebildeter’ als Nicht-Politiker – wozu also jemanden für was bezahlen, was wir selbst gemeinsam mindestens besser können ;-)

Wir sollten mal langsam anfangen zu üben… Energieversorgung zu kommunalisieren und dann mitreden, wie, wer und wozu Energie produziert, wäre doch mal ein kleiner Anfang.
Bei Wasser- und Lebensmittelversorgung könnten wir dann weitermachen…

Nachruf Dezember 29, 2011 um 22:28

@ enrico

“…frohe Ostern…” dann hast Du die russische März-Revolution verschlafen ;-) De-Putination

http://www.youtube.com/watch?v=sO9NXFPCJxU&feature=related

Nachruf Dezember 29, 2011 um 22:43

under marching feet
from Sankt Petersburg to Moskau

http://www.youtube.com/watch?v=62deX08sRbA&feature=related

Gerald Braunberger Dezember 29, 2011 um 22:52

@egal
“Ich suche sowas wie eine Wirtschaftsgeschichte der 60/70/80 …”

Das bekannte Werk von Abelshauser liegt jetzt in einer aktualisierten Auflage vor:

http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=20107

Gruß
gb.

Nachruf Dezember 29, 2011 um 23:05

Gibt es eigentlich noch einen Bundeswirtschaftsminister oder ist das eine Halluzination ?

Was soll eine Wirtschaftsgeschichte nur über den Rösler nur schreiben?

Linus Dezember 29, 2011 um 23:21

@enrico:
Im Moment ist es einigermaßen still in meinem Kopf. Als hätten sich die Dezember-Nebel über die Gedanken gelegt. So ist meine Welt eingefrostet, liegt nackt und schmucklos, und zeigt nur das blanke Gerippe. Still, wunderlich, beunruhigend beruhigend. Gedanken des letzten Sommers, an denen noch ältere hängen und ziehen mit hohlen Mündern, der Substanz verlustig, eingedampft zu Schattenwesen. Wer Evolution in Aktion sehen will, der studiere die eigenen Gedanken.

Sie sind frei! Information pur! Was sollte sie bremsen in ihrem Wuchs? Und doch sind sie wohlgegründet auf Hunger, Durst, Wärme und Fortpflanzung (wie unsereins auf Jahreszeiten ;-)) und wachsen von dort aus nach innen. Inzwischen scheinen sie mir wie ein Spiegel der Welt, und deshalb behandle ich sie pfleglich, ja fürsorglich, und begegne keinem von ihnen mit Verachtung. Wie sollte ich auch nur einen von ihnen unnütz finden, wo er doch Anlaß für den nächsten ‘besseren’ ist?

Dieser Ort ist gewiß nicht der Ort der Logik, auch wenn er solche hervorbringen kann. Auch der Begriff ‘Reputation’ ist in solch relativistischer Umgebung nicht angemessen, da wertend und dünkelhaft. Es ist eine Art, sich zurechtzufinden. Wer bessere Argumente hat, der soll sie vorbringen. Sie mögen der Wahrheit näher sein. Doch solang die noch nicht feststeht, bleibt es bei Putation und Reputation.

Und wenn die Wahrheit mal feststeht, bleiben nur noch abgenagte Knochen.

Sorry für diesen dunklen Post. Ich denke, du hältst es aus :-D

Linus Dezember 29, 2011 um 23:41

@gb:
Danke für den Tipp. Aus der Kladde:
“Dabei wird deutlich, wie sehr die wirtschaftlichen Erfolge des Landes durch ein spezifisches soziales Produktionsregime geprägt waren, das durch die Reformen der letzten Jahre in Frage gestellt wurde.”
Das klingt natürlich keineswegs wertneutral. Trotzdem kann es gut belegt sein :-)

Schatten Dezember 29, 2011 um 23:44
Stephan Dezember 29, 2011 um 23:52

Michael von Prollius? Zeitverschwendung. Besser gleich Ludwig von Mises und Freunde lesen.

KL Dezember 30, 2011 um 10:44

@gelegentlich

Meinte den von mir zuvor gesandten link.

Zu dem Bekenntnis “Ich bin mir nicht sicher, möchte aber darauf hinweisen, dass jedenfalls mich theoretische Modelle nicht interessieren” kann ich nur erklären, daß ich so ‘orthodox’ bin, immer das Motto von Einstein zu beachten: “Die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann”.
Ohne Theorie ans Material zu gehen, heißt dann, nicht darüber grübeln zu wollen, welchen Theoremen man sich anvertraut hat. Auch gut, wenn man einen frischen Blick und beherzten Griff für die Phänomene hat.

Andreas Kreuz Dezember 30, 2011 um 11:43

@Wat.

Solange keine Massenbewegung zu befürchten ist,
darf auch ein bißchen drüber geredet und geschrieben werden:

http://www.fr-online.de/kultur/occupy–100-000-dollar-muessen-reichen-,1472786,11368354,view,printVersion.html

gelegentlich Dezember 30, 2011 um 12:16

@KL
“Die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann”
Ich erweitere das mal: schon die Auswahl, wohin ich schaue, was mir also überhaupt auffallen kann, drückt ja eine Hypothese über meine Umgebung aus. Und da man Sprache und Denken nicht trennen kann kann ich nur solche Beobachtungen ,,denken”, zu denen ich mir einen Begriff machen kann. Das Andere ist mehr oder weniger unterbewußt und spielt hier keine Rolle. Insoweit, wirklich nur so weit, ist Theorie wichitg. – Ich habe jetzt jahrzehntelang Karrieren und Entwicklungen von ,,Theoretikern des Spätkapitalismus” verfolgen können. Das hat meine Ehrfurcht vor Theoriegebäuden verringert.

Was diese Krise der Staatseinnahmen angeht fällt mir auf:
- das ,,Lambsdorff”-Papier, mit dem Schmidt gestürzt wurde, leitete hier eine Wende ein
- spätestens 2003 (als für einige Stunden die Aufforderung Ackermanns, man solle dringend eine Bad Bank schaffen, im Netz war) weiß man dass es im Gebälk kracht
- vor der Bundestagswahl 2005, am 13.9.2005, gab es einen Artikel von Willi Winkler in der Süddeutschen, der weitgehend unbeachtet blieb: ,,Arm gegen Reich -Die Letzten werden die Letzten sein”. Darin sagt er, dass der Krieg der Reichen gegen die Armen schon längst begonnen hat.
Das sind keine Theorien, eher Schilderungen.
Am handlichsten faßt wohl Streeck die Deutungen zum heutigen Geschehen zusammen (FAZ, 21.8.2011). Michael Hudson votiert am 3.12.2011, auch in der FAZ, für eine der 4 Möglichkeiten von Streeck. Real passiert heute eine Melange:
- Möglichkeit 1 von Streeck (Austerity)
- ein wenig Möglichkeit 4: heimliche Inflation (EZB, Draghi)

Da es offenbar wirklich eine reine Verteilungsfrage zu sein scheint, wie Streeck argumentiert und was ich auch vermute, ist es eine rein politische Frage und die ökonomischen Details der Tagespresse sind die hingehaltenen Stöckchen, die wir zu sehen kriegen.
Bis hierhin braucht man nicht viel Theorie – die Frage, ob bei erreichtem monetären Gleichgewicht der Kapitalismus dann am Grenznutzenproblem scheitert oder sich (Kondratieff) durch eine neue, umwälzende Technologie ein weiteres Mal das Leben verlängert stellt sich frühestens in fernerer Zukunft. Wegen dem Gleichgewicht…

Nanuk Dezember 30, 2011 um 12:55

http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/30.12.2011-10.05/b/redezeit-witschaftsethik-in-zeiten-der-krise.html

Dem habe ich gerade gelauscht scheint ja ganz vernüftige Ansichten zu haben und alleine das er den Steuerdieben in der Schweiz moralische Verwarlosung vorgeworfen hat dafür gibt es von mir schon 100 Punkte :)

Nanuk Dezember 30, 2011 um 12:56
Keynesianer Dezember 30, 2011 um 14:38

@gelegentlich

“… ob bei erreichtem monetären Gleichgewicht der Kapitalismus dann am Grenznutzenproblem scheitert …”

???

Es gibt kein Gleichgewicht in einer Ökonomie mit Geld, sondern die Geldpolitik muss die Ökonomie immer gezielt ins “Gleichgewicht” (= optimale Auslastung des Produktionspotentials) steuern. Oder eben die Geldpolitik steuert die Ökonomie in die Krise zum Nutzen der Rentiers oder der Spekulanten oder für politische Zwecke.

Grenznutzenproblem? Tendenzieller Fall der Profitrate? Der Kapitalismus funktioniert auch mit negativer “Rendite” auf Realkapital, nur nicht mit einer höheren Rendite (=Realzinsen) für Geld auf der Bank statt Investitionen in der Realwirtschaft.

gelegentlich Dezember 30, 2011 um 15:52

Schadenfreude ist ja eine tiefe menschliche Regung, oft gering geachtet. Aber hier geht es ja um frohe Weihnachten. Daher will ich nicht versäumen Eure Aufmerksamkeit auf einen wunderbar gehässigen Autor zu lenken, der gerade jetzt, sozusagen zu Weihnachten, wieder etwas auf den Gabentisch gelegt hat:
Otto Köhler – http://www.jungewelt.de/2011/12-30/016.php
Sein Schreibstil wird oft angefeindet als vermeintlich zu polemisch. Aber wer weiß, was die von ihm so Gescholtenen wirklich tun, findest selbst seine Polemik schwach:
,,In seinem eindeutigen Bemühen aber, sich an die Gefühle der rechtskonservativen Trauergemeinde heranzuarbeiten, war Oettinger vorübergehend jeder Sinn für kritische Reflexion abhanden gekommen.
Er wollte bei diesen Leuten Punkte sammeln für seine Wiederwahl. Das aber ist unmöglich, wenn er den Gegenstand ihrer aufrichtigen Trauer als Gegner des NS-Staates herabsetzt und ihm so gerade bei
seinen treuesten Anhängern die Ehre abschneidet.”
- lieber würde man sich die Zunge abbeißen als über Filbinger den Satz vorlesen: ,,De mortuis nisil bene”. Dass Köhler nicht übertrieben hatte machte vor rund 2 Jahren ein lokaler Wasserwerksdirektor aus BaWü deutlich, der sich darüber aufregte, dass Jemand anders Admiral Canaris ehren wollte, obwohl der doch ,,mit dem Feind” zusammen gearbeitet hätte.
Und einem weiteren Merkel-Zäpfchen, Ulf ,,Eure-Armut-kotzt-mich-an” Poschardt, würden hier auch nicht viele Komplimente gemacht.

egal Dezember 30, 2011 um 17:03

@ Kl, Gerald Braunberger, Schatten

Danke für die Empfehlungen

Busch/Land online habe ich angefangen zu lesen.
Abelshauser ist auf meiner Einkaufsliste notiert. Zusammen mit dem hier auch mal empfohlenen Brentano (“Der wirtschaftende Mensch in der Geschichte”).

In einigen Wochen werde ich mal eine Rückmeldung geben.

egal Dezember 30, 2011 um 17:12

@ gelegentlich
Ich habe im Zusammenhang mit Wulffs Freunden nicht nur zum Scherz auf die Kuratoriumsmitglieder des Arbeitskreises christlicher Publizisten verwiesen. Manchmal fragt man sich schon…
http://www.acp-international.de/?q=node/17

gelegentlich Dezember 30, 2011 um 18:09

@egal
Danke, ich habe im Nebenthread Wulffs Freunde auf ein Fundstück hingewiesen. Ich will den Hinweis hinzufügen, dass besagter Prof. Weidenfeld Neffe eines leibhaftigen Abtes (von Maria Laach) ist.

Und, wie Koch und auch Wulff, als Bub ein kleiner Streber, der für die Junge Union Prospekte verteilte, während die Gleichaltrigen in der Region nach positiv denkenden jungen Frauen forschten. Er mußte aber damals, gesund und stattlich wie er war, nicht zur Bundeswehr und konnte ihn Höllentempo promovieren. Geheiratet hat er auch – richtig. Nämlich eine Honoratiorentochter. Die nivellierte Mittelstandsgesellschaft Schelskys war nur auf den ersten Blick eine ruhige Pfütze.
@h.huett: aus mir unerfindlichen Gründen gerate ich in diesem Blog zu oft in die Moderationsschleife. Weil ich einen Browser ohne Javascript benutze?

gelegentlich Dezember 30, 2011 um 18:21

@egal:
Soeben gesehen:
,,Der Staatsrechtsprofessor Hans Herbert von Arnim kommt laut einer Vorabmeldung der “Welt am Sonntag” in einem Fachaufsatz zu dem Ergebnis, dass staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Bundespräsident Wulff unausweichlich seien. Er sei sich ziemlich sicher, dass Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident gegen das niedersächsische Ministergesetz verstoßen habe, schreibt von Arnim demnach. Der zinsgünstige Privatkredit von Unternehmergattin Edith Geerkens entspreche einem geldwerten Vorteil von “mindestens 20.000 Euro”, zitiert die “Welt am Sonntag” aus dem Aufsatz des Juristen.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806470,00.html
Vorabmeldung in der Springerpresse heute schon. Springer hält den Ball im Feld.

Doktor D Dezember 31, 2011 um 00:10

Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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