Wulff, der Usurpator

by f.luebberding on 2. Januar 2012

Schon im ersten Artikel zum Skandal namens Bundespräsident Wulff ist in diesem Blog deutlich gemacht worden, dass die Bild in dieser Affäre einen guten journalistischen Job gemacht hat. Sie hat fair berichtet und dem Bundespräsidenten – wie auch die anderen Leitmedien in diesem Land – genügend Möglichkeiten gegeben, die Widersprüche und die Ungereimtheiten in seinem bisherigen Handeln als einer der führenden deutschen Politiker aufzuklären. Die seltsame Finanzierung seines Eigenheimes ist dabei nur einer der zu klärenden Punkte. Im Handeln von Wulff gab es nämlich offenkundig eine Kontinuität: seine Verantwortung als Politiker unauflöslich mit seinen privaten Interessen zu verschmelzen. Er hat diese Verantwortung schlicht verkauft. Das muss man heute in dieser Deutlichkeit sagen. Seine wüsten Drohungen gegen Kai Diekmann noch vor der ersten Veröffentlichung in der Bild waren dabei nur ein Ausdruck für Wulffs charakterlichen Defizite. Er ist würdelos, nicht nur für einen Bundespräsidenten.

Dabei hat Wulff eines genau gewusst: dass niemand eine solche Geschichte über den höchsten Repräsentanten des deutschen Staates leichtfertig bringen wird. Im Gegensatz zur Person namens Wulff ist man sich der journalistischen Verantwortung bewusst. Nur hat Wulff seit Monaten offenkundig nur eine Linie erkennen lassen: sein Handeln zu verschleiern. Man muss sich das einmal vorstellen. Während Wulff bei Kai Diekmann anruft, hat er gleichzeitig dafür zu sorgen versucht, dass seine Hausfinanzierung den Anschein der Seriösität erzeugt. Glaubt Herr Wulff ernsthaft, dass ihm heute noch jemand ein Wort glaubt? Seine Erzählungen nichts anderes sind als eine Legende, um den tatsächlichen Ablauf zu verschleiern? Von seiner ersten Erklärung bis zu seiner Stellungnahme vom 22. Dezember hat er nichts von dem eingehalten, was er so laut fomuliert:

“Ich weiß und finde es richtig, dass die Presse- und Informationsfreiheit ein hohes Gut ist in unserer freiheitlichen Gesellschaft. Das bedeutet gerade für Amtsträger, jederzeit die Wahrnehmung ihrer Aufgaben vor der Öffentlichkeit zu erläutern und gerade auch im Grenzbereich zwischen Dienstlichem und Privatem, zwischen Amt und privat, die erforderliche Transparenz herzustellen. Das ist, wie viele von Ihnen auch wissen, nicht immer leicht, gerade, wenn man an den Schutz betroffener Familienangehöriger und Freunde denkt. Aber es ist eben notwendig, denn es geht um Vertrauen in mich und meine Amtsführung. Mir ist klar geworden, wie irritierend die private Finanzierung unseres Einfamilienhauses in der Öffentlichkeit gewirkt hat. Das hätte ich vermeiden können und müssen. Ich hätte auch den Privatkredit dem niedersächsischen Landtag damalig offenlegen sollen. Das war nicht gradlinig, und das tut mir leid. Ich sehe ein, nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig. Ich sage aber auch deutlich, zu keinem Zeitpunkt habe ich in einem meiner öffentlichen Ämter jemandem einen unberechtigten Vorteil gewährt. Persönliche Freundschaften sind mir, gerade auch menschlich, wichtig. Sie haben aber meine Amtsführung nicht beeinflusst. Dafür stehe ich.”

Wulff steht tatsächlich nur für das, was er in dem Anruf bei Kai Diekmann zum Ausdruck gebracht hat. Sich selbst zum alleinigen Maßstab für das politische Selbstverständnis in diesem Land zu machen. Wulff erlaubt sich alles. Er ist der Staat. Es soll sogar Leute geben, die meinen, mit Wulff die Demokratie gegen die Medien zu verteidigen. Jeder Politiker, der jetzt noch Wulff im Amt halten will, muss wissen, was er tut.

Er zerstört damit die politische Kultur in diesem Land.

Eine politische Kultur, die nur funktionieren kann, wenn die schon längst brüchig gewordenen Begriffe wie Glaubwürdigkeit oder Verantwortung nicht völlig sinnlos werden. Christian Wulff hat den letzten Rest an Legitimität verloren. Er ist seit dem Überschreiten des Rubikon als ein Usurpator im Amt des Bundespräsidenten zu betrachten.

Das ist eine Staatskrise.

Entweder er tritt selbst zurück oder er ist gemäß Art. 61 GG aus dem Amt zu entfernen.

update

Stellungnahme des Bundespräsidialamtes:

Berlin (dpa) – Bundespräsident Christian Wulff hat auf Kritik an seinem Umgang mit den Medien den Wert der Pressefreiheit unterstrichen. Das Bundespräsidialamt teilte mit, die Presse- und Rundfunkfreiheit sei für den Bundespräsidenten ein hohes Gut. Er habe deshalb zu den Krediten für sein Eigenheim und zu Urlaubsaufenthalten Transparenz hergestellt. Über Vieraugengespräche und Telefonate gebe er aber grundsätzlich keine Auskunft. Das Präsidialamt reagierte damit auf Berichte, Wulff habe bei «Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann die erste Veröffentlichung über seinen umstrittenen Privatkredit zu verhindern versucht.

Interessante These: er habe Transparenz hergestellt.

15:40 Uhr: Stellungnahme der Bild Chefredaktion.

“Zwei Tage nach der ersten BILD-Veröffentlichung zu dem Hauskredit (Dienstag, 13.12. 2011) suchte der Bundespräsident erneut den Kontakt zum BILD-Chefredakteur und bat in einem Telefonat persönlich um Entschuldigung für Ton und Inhalt seiner Äußerungen auf der Handy-Mailbox. ?Deshalb hat die BILD-Zeitung nach breiter redaktioneller Debatte davon abgesehen, eigens über den Vorfall zu berichten.? Dieser Verzicht hatte und hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf die weiteren Recherchen in allen offenen Fragen, die sich u.a. im Zusammenhang mit dem Hauskredit stellten oder noch stellen könnten.”?

{ 589 comments }

Reinhard Januar 2, 2012 um 10:46

Und wie schon bei Guttenberg versagt die Opposition völlig dabei entsprechenden Druck aufzubauen. Die SPD will es sich nicht mit der CDU verscherzen, weil man in zwei Jahren eine Regierungskoalition bilden will. Die Grünen wirken seltsam teilnahmslos und träge. Die Linkspartei ist mal wieder zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Auch DAS ist ein Verfall der politischen Kultur, wenn die parlamentarische Opposition ihren Job nicht mehr macht.

A. G. Januar 2, 2012 um 10:50

»Ich leide physisch und psychisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.«

knus horlanski Januar 2, 2012 um 10:51

Art. 61 GG? O RLY?

wulff säße in so einem fall stellvertretend für den gesamten machtapparat auf der anklagebank. wo unter derartigen bedingungen die notwendige zweidrittelmehrheit für die einleitung eines verfahrens herkommen soll, ist mir schleierhaft.

die konfliktlinien verlaufen nicht zwischen bundestag, bundesrat und präsident, sondern zwischen den inneren kreisen der berliner parteipolitik und dem rest der gesellschaft. für solche probleme bietet die verfassung kein lösungsangebot.

occupy schloss bellevue wäre neben journalistischem dauerfeuer von bild, faz und spiegel eine option. aber mal ehrlich, wer will bei 5°c und nieselregen für reine symbolpolitik seinen kopf hinhalten?

neuling Januar 2, 2012 um 10:58

Bild lässt berichten und wird zur Quelle, unter Quellenschutz?

wowy Januar 2, 2012 um 11:10

@fl
Warum appellierst Du (und die sonstige aufklärende Presse) nicht an die SPD Fraktion in Niedersachsen und daran, endlich einen Untersuchungsausschuss einzuberufen.
Ein Rücktritt Wulffs würde die Dinge ungeklärt lassen und den Steuerzahler einen Haufen Geld kosten. Ist das das Ziel?

Horst Schmidt Januar 2, 2012 um 11:19

Stephan Hebel bringt es auf den Punkt:

“Nicht die Affäre ist zu klein für einen Präsidenten. Dieser Präsident ist zu klein für sein Amt.”
http://www.berliner-zeitung.de/meinung/leitartikel-wulff-affaere–moralisch-gescheitert,10808020,11376246.html

Auch die andere Weisheit bewahrheitet sich:
“Nicht die Affäre ansich bringt Politiker zu Fall, nein es ist der Umgang mit dieser!”

Nun einmal ehrlich. Wie dummfrech muß ein Politiker sein, sich mit der Springer-Presse – speziell mit “Bild” – in dieser Form anzulegen. Solch Dinge regelt man nicht mit dem Anrufbeantworter, sondern geht offensiv in die Öffentlichkeit und greift an. Allerdings setzt dies voraus, man besitzt gute Karten und hat Eier in der Hose.

Aber auch genau dort liegt das Problem der jetzgen SPD-Führungspersonen. Es bietet sich für sie nur die Operation “Knieschuss” an. Kann man dies von diesen Personen verlangen?

john thompson Januar 2, 2012 um 11:38

“Jeder Politiker, der jetzt noch Wulff im Amt halten will, muss wissen, was er tut.”
Siechmar Gabriel ist so einer. Wann kümmern sich die Bild und Lübberding um den?

Bürger Januar 2, 2012 um 11:38

Die BILD schießt ihre konservativen Helden ab: Erst Henkel, jetzt Wulff. Wer ist der (die) Nächste? Und was ist der Plan dahinter?

Reinhard Januar 2, 2012 um 11:43

Der “PLAN” besteht darin neue Leserkreise zu gewinnen, weil die BILD-Verantwortlichen merken, dass sie sich dem Weltbild der Leser anpassen müssen, um wirtschaftlich zu überleben.

Bürger Januar 2, 2012 um 11:49

@Reinhard
Zum Fall Henkel passt diese Erklärung nicht.

Linus Januar 2, 2012 um 11:57

@neuling:
“Bild lässt berichten und wird zur Quelle, unter Quellenschutz?”
Exakt! Tolle Kronzeugen hat die Anklage da.

Doktor D Januar 2, 2012 um 12:07

Eine interessante Idee zu Wulff und Guttenberg und ihrem Verhalten: Die sind überhaupt nicht politisch: http://www.taz.de/Selbstdarsteller-des-Jahres-/!84760/
Und weil sie keinerlei politisches Interesse und Gespür haben, kommen sie uns auch immer so gerne mit Moral. Und weil eine Menge Bürger auch politisch desinteressiert sind oder ein völlig konsenssüchtiges Politkverständnis haben, kommen die Jungs auch eine Zeit lang gut an.
Die große Frage ist doch dann: Wie bekommen wir das Politische zurück in die Politik?

egghat Januar 2, 2012 um 12:11

Schöner Text. Danke.

Hoffe, dass Wulff erledigt ist.

Reinhard Januar 2, 2012 um 12:15

@Bürger:
Natürlich passt das. Die BILD will sich halt ein wenig kapitalismus-kritisch geben, weil der einfache Bürger über “Die Reichen da oben” murrt. Oder es war eine persönliche Geschichte, weil der Henkel den Diekmann nicht zu einer Party eingeladen hat oder ihm eines Abends den tollen Platz im angesagten Luxus-Restaurant weggenommen hat.

Wie auch immer, die BILD ist nur noch an auflagesteigernden Schlagzeilen interessiert. Jedwede politische Agenda ist angesichts stetig sinkender Auflagen längst einem simplen Kampf ums wirtschaftliche Überleben gewichen.

Bürger Januar 2, 2012 um 12:53

Das Euro-Drama ließe sich aber auch durch Stützung der Henkel-Position wunderbar auflagestärkend ausschlachten.

Finmike Januar 2, 2012 um 13:31

Staatskrise? Systemkrise ist eher der angemessene Begriff dazu. Weder findet sich hierzulande irgendwo auch nur ein ansatzweise passender Kandidat für irgendein Amt von Bedeutung – nicht in Regierung noch Opposition – noch ist es anderswo besser. Beachten Sie die Alternativen zu Obama, der sich ja auch zunehmend als Versager herausstellt. Statesmen, anywhere?

Nanuk Januar 2, 2012 um 13:32

Usurpator der ist doch gewählt? Kai Diekmann bedrohen die Koksnase…
http://www.youtube.com/watch?v=1p_u0nahatM

rainer Januar 2, 2012 um 13:32

……Wulff ist aus kleinsten Verhältnissen (lt. seiner “Werbung”), die auch nich zerrüttet waren…….solche Leute (siehe auch Schröder etc.) verlieren in den meisten Fällen beim Aufstieg jeglichen Masstab……….dieses Land Hier bringt keinen Vaclav Havel hervor…

Linus Januar 2, 2012 um 13:39

Grade beim SF gefunden:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7664/2012-in-der-glaskugel#comment-153379

–>>”Das alles klingt doch mit jeder Meldung mehr nach perfekter Verschwörungspraxis. Wulff hat sich natürlich nicht über die Kreditaffäre echauffiert – diese als “unglaubliche” Geschichte zu bezeichnen ist ja wohl ziemlich unpassend (“unendlich” träfe es eher). Nein, die Recherchen des BILD-”Reporters” bezogen sich vermutlich auf die seit Wochen “in Blogger-Kreisen” kolportierte Nachricht, dass BILD demnächst mit einer Story über Bettina Wulffs Vergangenheit rauskommt, und das hat Wulff zu so einem Anruf und so einer Wortwahl verleitet. Dumm, dass der Anruf aufgrund von Wulffs (verständlicherweise) unkonkreter Wortwahl nun auf die Kreditgeschichte bezogen werden kann. Natürlich nicht offiziell, also nicht von BILD, deshalb werden anderen, glaubhafteren Medien erstmal Bröckchen vorgeworfen. Das Leaken des aufgezeichneten Anrufs zum jetzigen Zeitpunkt hilft natürlich dabei, die ganze Geschichte nach der Weihnachtspause noch mal so richtig anzufeuern.
Nicht schlecht gemacht: Auf Untergrund-Kanälen mit (inzwischen unhaltbarer, http://marialourdesblog.wordpress.com/2011/12/26/affare-wulff-bettina-wulff-ist-nicht-lady-viktoria/) Schlammschlacht-Geschichte wedeln, Wulff-Drohung einsacken, dann mit 08/15-Amigo-Story rauskommen, bißchen auskochen, und jetzt das heiße Wasser ins alte Fett gießen.”

Linus Januar 2, 2012 um 13:48

Kann bitte einer meinen letzten Kommentar freischalten? Danke!

Nanuk Januar 2, 2012 um 14:16

@Linus
FL hat vergessen rechts zu blinken…

Nanuk Januar 2, 2012 um 14:17

Sozialdemokratisches Brücken bauen mit Bild und Glotze…

topi Januar 2, 2012 um 14:40

Über die Dümmlichkeit, als Kompromittierter das Kompromat auf den AB zu liefern, brauchtmannixmehr zu sagen. :roll:

Die BILD wieder in Bestform. Streut unter den Kollegen die Gerüchte über die “wilde Bettina”, um dann vielsagend zu dementieren.

Nimmt Wulffs entsprechenden Anruf auf Band auf, und tut so,alsob er sich zur Kreditgeschichte äußert.
Thematisiert die Rotlichtgeschichten also nicht, aber der zunehmend Komprimierte könnte den Sachverhalt (AB) nur aufklären, wenn er selber die Geschichte bringt.

Das ist ganz große Schmierenkampagne.
Da muss man nicht mitmachen.

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 14:56

topi

“Nimmt Wulffs entsprechenden Anruf auf Band auf, und tut so,alsob er sich zur Kreditgeschichte äußert.”

Das ist Unsinn. Es ging immer nur um die Finanzierung des Hauses und die sich aus den Stellungnahmen von Wulff ergebenden Fragen.

holger Januar 2, 2012 um 14:58

@ grand master topi

—>>>Das ist ganz große Schmierenkampagne.
Da muss man nicht mitmachen.”

100 99 tausend % Zustimmung. Habe ich von Anfang an gesacht… Mir tun die Kinder leid. Nicht Wuff. Weg mit dem Idioten… habe ich auch gesacht. Lueberding was wäre, wenn man mit dir so umspringen würde? Ich bin hier bzw (WGN Blog) mal heftigst verprügelt worden, wo das mit @ Ceteris passierte. Hoffentlich lebt der überhaupt noch. Ab einer gewissen Situation tut es nicht not, aus dem Kästchen zu plaudern. Für mich haste dein Ranking AAA verloren. B+ högschtens noch. Nicht dafür, was Du aufs Blatt pinselts, das ist egal, sondern wie… soviel Plattheit hätte ich nicht vermutet.

Nanuk Januar 2, 2012 um 15:05

“Der Chefredakteur der “Zeitung”, die den Qualitätsjournalismus, die? Persönlichkeitsrechte von Hunderten Menschen und die deutsche Sprache zu Grabe getragen hat, wettert gegen Werteverfall – das riecht doch nach Stoff für Satire! ”

Ein zitat von Youtube…

phai Januar 2, 2012 um 15:08

@fl
“Das ist Unsinn.”
Das ist kein Unsinn, sondern zwei Tatsachen. Die Frage ist, ob sich Wulff tatsächlich zur Kreditgeschichte geäußert hat oder nicht, aber wenn man der FAZ glauben darf, dann ist es eine Tatsache, dass BILD den Anruf aufgezeichnet hat, und es ist eine Tatsache, dass BILD die Bezugnahme zur Kreditaffäre zumindest zuläßt.
“Es ging immer nur …”
Waren Sie, Herr Luebberding, in der fraglichen Zeit in der BILD-Redaktion beschäftigt? Oder woher wissen Sie so alternativlos, worum es in der Zeit vor dem 12.12.11 ging?

tschill Januar 2, 2012 um 15:09

Hm. Verstehe nicht, was Wulff nach Flick und Franz Josef noch kaputt machen könnte. Metaphysische Platzhalter wie Glaubwürdigkeit? Die Frage müßte stattdessen beantwortet werden: Who watches the watchmen? Aber auch Alan Moore hatte keine Antwort.

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 15:17

Holger

Man hat die Privatssphäre von Wulff immer respektiert, wenigstens in den sogenannten Mainstreammedien. Nur habe ich darauf hingewiesen, dass ich die von topi geäußerte Vermutung für Unsinn halte. Nichts anderes. Dieses Nähkästchen existiert nicht. Ansonsten scheint man es für normal zu halten, dass ein Bundespräsident Kriegserklärungen formuliert. Genauso wie man hier sogenannte Freundschaftskredite für normal gehalten hat, obwohl in dieser von Wulff selber als Erklärung angebotenen Geschichte vor allem die Widersprüche auffällig gewesen sind.

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 15:21

phai

Falsch verstanden. Topi hat unterstellt, dass der Bezug auf die Kreditgeschichte nur vorgeschoben war – und es in Wirklichkeit um etwas anderes gegangen sein könnte. Genau dafür gibt es nach den öffentlich zugänglichen Informationen keinen Hinweis. Das wollte ich nur klarstellen.

Nanuk Januar 2, 2012 um 15:25

“Ansonsten scheint man es für normal zu halten, dass ein Bundespräsident Kriegserklärungen formuliert. ”

Ja besser als wenn die Kanzlerin das machen würde so ein Privatkrieg zwischen Wulf und Pomade interessiert mich garnicht ich würde viel lieber wissen was in Afghanistan passiert…

Linus Januar 2, 2012 um 15:26

@fl:
” Topi hat unterstellt, dass der Bezug auf die Kreditgeschichte nur vorgeschoben war – Genau dafür gibt es nach den öffentlich zugänglichen Informationen keinen Hinweis.”

Und für das Gegenteil etwa? Auch nicht? Wenn dem aber tatsächlich so wäre, warum wird der Mitschnitt dann nicht veröffentlicht? Fertig ist die Laube. Warum bleibt man lieber in der Gerüchteküche? Phai hat das perfekt auf den Punkt gebracht.

enrico Januar 2, 2012 um 15:27

@FL

Jeder Politiker, der jetzt noch Wulff im Amt halten will, muss wissen, was er tut.
Er zerstört damit die politische Kultur in diesem Land.

Er zerstört damit sicher nicht die “politische Kultur” in diesem, unserem Land, er lässt nur offensichtlich, wie diese Kultur schon sehr lange ist: Unglaubwürdig, verantwortungslos, heuchlerisch verlogen und mithin zynisch sinnleer.

Aber wir sollten nicht vergessen, dass in einer demokratisch gesinnten Gesellschaft alle Bürger auch Politiker sind. “Politische Kultur” – wenn es so etwas überhaupt gibt – findet zunächst einmal innerhalb der Bürgerschaft statt. Der Rest ist Operette.

Wulff ist ein Kleinbürger-Operettenpräsident. Man sollte ihm die tollen Uniformen von Gaddafi vererben und dazu gute Militärmusik spielen:
http://www.youtube.com/watch?v=KA4nyvE2ono

Loriot hätte seine Freude da oben.

Ausgwulfft is!

holger Januar 2, 2012 um 15:32

—>>>Dieses Nähkästchen existiert nicht.”

Ah ja… Konfirmanden Koffer dann etwa auch nicht… dann bin ich ja beruhigt. Und wir können endlich mal das Thema Wuff zu Ende führen. Und uns der Demokratisierung Nordafrikas, dem Iran, und KimJong hon schon zu. Zu wenden.

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 15:34

Linus

Von welcher Gerüchteküche redest Du? Die beiden Artikel in der FAS und der SZ sind nicht vom Bundespräsidenten dementiert worden. Also wird der Inhalt wohl richtig wiedergegeben worden sein. So einfach ist das.

Nanuk Januar 2, 2012 um 15:35

“Wulff ist ein Kleinbürger-Operettenpräsident.”

Wir sind ja auch ein Operettenstaat… auf zu neuen Sekundärtugenden…
http://www.youtube.com/watch?v=5bYn-XTDDTQ

Nanuk Januar 2, 2012 um 15:40

So ein mist aber auch das den Konservativen niemand mehr ihre Pomade abkauft…

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 15:41

Holger

Das mit dem Koffer war eine Schnapsidee von Fefe. Oder meinst Du, dass jemand über das Hypothekendarlehen von Wulff bei der BW Bank gewusst hat, bevor es Wulff überhaupt abgeschlossen hat? Ich habe im Text den link zur FAZ gesetzt. Das Problem bei Wulff ist vor allem, dass seine eigenen Aussagen so nicht stimmen können – und nicht die angeblich irgendwo existierenden Geheimakten.

Aber Wulff redet dafür unaufhörlich von Transparenz.

phai Januar 2, 2012 um 15:44

@fl
“Also wird der Inhalt wohl richtig wiedergegeben worden sein.”
Den Inhalt eines aufgezeichneten Gesprächs zu dementieren dürfte selbst dem Bundespräsidenten schwerfallen. Aber leider steckt der Fuss des Inhalts immer noch im Socken des Bezugs, und beides zusammen im Stiefel der Interpretation. Den Socken könnte Wulff, falls es denn nötig wäre, nur dementieren, wie topi richtig bemerkt hat, wenn er die richtige Strumpfhose zeigt und damit die Gerüchteküche selbst benennt. Somit ist das Ausbleiben eines Dementis noch lange kein Hinweis für die Richtigkeit eines Artikels, genauso wie ein Dementieren noch kein Beweis für dessen Falschheit wäre.

Nanuk Januar 2, 2012 um 15:45

“Aber Wulff redet dafür unaufhörlich von Transparenz.”

und die SPD unaufhörlich von Sozialer Gerechtigkeit… meinst du ernsthaft das glaubt denen noch einer?

Nanuk Januar 2, 2012 um 15:47

Da redet die SPD jetzt seit fast 150 Jahren von… herrlich.

Linus Januar 2, 2012 um 15:49

@fl:
Was gibt es da zu dementieren? Ein Telefongespräch mit solchem Inhalt hat ja wohl stattgefunden. Die Frage ist, auf welche Geschichte sich das Gespräch bezog. Das wird sich wohl nur anhand der Tonband-Aufzeichnung klären lassen. Warum nimmt Herr Diekmann nicht dazu Stellung? Wie neuling schrieb:

–>>”Bild lässt berichten und wird zur Quelle, unter Quellenschutz?”

Welch mieses Spiel über die Bande!

enrico Januar 2, 2012 um 15:49

Man sollte “Politische Kultur” nicht Politikerkultur verwechseln. Das eine hat mit dem anderen nur sehr wenig zu tun.

Wenn sich Bürger über ihre nackten Kaiser lustig machen, dann ist das politische Kultur vom Feinsten. Alles, was die Herrscher da beitragen können, ist, dass sie sinnfreie und wichtige Reden halten und die Bürger in Ruhe lassen. Dafür bekommen sie ja auch ihre üppigen Darsteller-Gagen. Wofür denn sonst?

holger Januar 2, 2012 um 15:50

—>>>Aber Wulff redet dafür unaufhörlich von Transparenz.”

Ich gebs auf… Nanuk war schneller…

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 15:50

phai

Siehe oben die Stellungnahme von Bild. Deine Logik ist keine. Es ist nichts als Spekulation – ohne jede Grundlage. Im übrigen sollte man diesen Satz der Bild zur Kenntnis nehmen:

“Dieser Verzicht hatte und hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf die weiteren Recherchen in allen offenen Fragen, die sich u.a. im Zusammenhang mit dem Hauskredit stellten oder noch stellen könnten.?”

Linus Januar 2, 2012 um 15:58

@fl:
–>>”Deine Logik ist keine. Es ist nichts als Spekulation – ohne jede Grundlage.”
Das kannst du dir ebenso gut selber umhängen.

Nanuk Januar 2, 2012 um 15:59

@holger
Der harte Boden der Tatsachen sag ich dazu nur…
Palim Palim
http://www.youtube.com/watch?v=v8hJn1Hm5ZE

phai Januar 2, 2012 um 16:03

“Deine Logik ist keine.”
Danke für diese nette Umformulierung deines Satzes “Das ist Unsinn.” Natürlich ist es Spekulation, und genauso wie Deine und die öffentliche Spekulation mit Grundlage:
“Genau dafür gibt es nach den öffentlich zugänglichen Informationen keinen Hinweis.”
Die oben von Linus zitierte Quelle ist öffentlich zugänglich.
“…Stellungnahme von BILD…”
…schließt mit keinem Wort aus, dass es auch andere Recherchen oder Gerüchte darüber gegeben hat, und erwähnt mit keinem Wort den Bezug des Anrufs von Wulff, dient Deiner Argumentation also genausowenig wie meiner. Glaubst Du wirklich, wenn sich Wulff über die bevorstehende Kreditaffärenstory so aufgeregt hätte wie es die Wortwahl des Anrufs suggeriert, dass sein Krisenmanagement nicht besser gewesen wäre? Er wußte einfach nicht was kommt, und das legt die Vermutung nahe, dass noch eine andere Story im Äther schwebt(e).

Linus Januar 2, 2012 um 16:03

@fl:
“Dieser Verzicht hatte und hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf die weiteren Recherchen in allen offenen Fragen, die sich u.a. im Zusammenhang mit dem Hauskredit stellten oder noch stellen könnten.?”

Das kann man so lesen: “Wir verzichten darauf, die Frau des BP als Schlampe vorzuführen, behalten uns aber alle Schritte in Sachen Kredit-Affäre vor”.

phai Januar 2, 2012 um 16:10

@Linus:
Wir sollten uns vor dem Beitragschreiben absprechen. ;)
@fl:
Ich sage ja nicht, dass es diesen anderen Bezug gab/gibt, nur dass die Möglichkeit besteht und dass sie nicht so unwahrscheinlich ist wie von Dir behauptet. Und außerdem bedeutet die Tatsache, dass BILD böse ist noch lange nicht, dass Wulff ein toller Politiker/BP/Moralapostel wäre.

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 16:42

Ulrich Reitz erklärt in der WAZ ganz gut die Umstände dieses Telefonats. Und was ist der Unterschied zwischen Spekulation und Fakten? Dass es Leute gibt, die das Protokoll dieses Anrufs kennen. Reitz gehört offenkundig dazu.

http://www.derwesten.de/politik/der-bundespraesident-ist-nicht-mehr-zu-halten-id6208964.html

Nanuk Januar 2, 2012 um 16:46

“Wulff hat versucht, den Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann, und wohl auch den Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner unter Druck zu setzen.”

Womit denn wollte er die Bundeswehr schicken?
http://www.youtube.com/watch?v=C9r8JV5mtiM

phai Januar 2, 2012 um 16:56

@fl:
“Reitz gehört offenkundig dazu.”
Weil er weiß, dass der Anruf mehrere Minuten gedauert hat? Weil er die mittlerweile verbreitete (weil naheliegende) Ansicht wiederholt, dass Wulff die Kreditstory meinte? Na das sind doch mal Fakten,Fakten,Fakten. Natürlich ist die Drohung total neben der Spur und ein finaler Rücktrittsgrund. Worauf sie sich bezog ist und bleibt aber weiter Spekulation, bis Wulff selbst dazu etwas sagt, oder ein voller Mitschnitt veröffentlicht wird. Die Ansicht, dass sie sich auf die Kreditaffäre bezog wird nicht glaubhafter, nur weil es in allen Medien steht. Die angebliche Wortwahl Wulffs übersteigt die Dimension der Kreditaffäre bei weitem.

Nanuk Januar 2, 2012 um 17:03

@phai
Die Medien kämpfen um ihre Glaubwürdigkeit das ist deren Geschäftsmodel und demontieren sich selbst ein herrliches Schauspiel…

Nanuk Januar 2, 2012 um 17:05

“Es ist die Aufgabe der Presse in einem Rechtsstaat, aufzudecken, was schiefläuft. ”

Solche Sätze offenbaren ein Rechtsverständnis das seines gleichen sucht…

phai Januar 2, 2012 um 17:06

@fl
bild.de: “Der Bundespräsident zeigte sich darin empört über die Recherchen zu dem Hauskredit und drohte u.a. mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen BILD-Redakteur. ?”
Also ordnet auch BILD offiziell den Anruf den Hauskredit-Recherchen zu. Punkt für Dich. Ist aber bis zur Veröffentlichung des Protokolls auch erstmal nur eine Interpretation, und bei solchen ist BILD ja bekanntlich recht freizügig.

Bogus Januar 2, 2012 um 17:20

Wulff muss weg. Diekmann for President!

Statt öder Weihnachtsansprache gibt’s dann die Top-10 der BILD-Girls des Jahres:

http://www.bild.de/unterhaltung/erotik/bild-girls/waehlen-sie-das-schoenste-dezember-girl-21850604.bild.html

Nanuk Januar 2, 2012 um 17:25

Die Freiheit wird in der Bild und WAZ Redaktion verteidigt!

Nanuk Januar 2, 2012 um 17:34
Goodnight Januar 2, 2012 um 17:38

Die Sache ist absolut simpel.

Wulff hatte seltsame Freunde.
Darunter auch Herrn Diekmann.

Wer mit dem Feuer spielt…

Die erste und einfachste Regel der Welt.

“Just when I thought I was out… they pull me back in.”
Michael (the godfather III)

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 17:55

Goodnight

Im Bildblog gibt es eine kleine Zusammenstellung über diese Freundschaft zwischen Bild und Wulff:

http://www.bildblog.de/35960/gewitter-im-aufzug-bei-christian-wulff/

Doktor D Januar 2, 2012 um 17:56

Was Goodnight sagt: Wer dem Teufel seine Seele verkauft, bekommt irgendwann die Rechnung präsentiert. Wobei sich die Redaktion ja noch extrem kulant gezeigt hat: Der Mann hatte mehrere Monate Zeit, sich eine intelligente Verteidigungslinie zu überlegen. Wer dann darauf kommt, es sei das Beste Redakteure strafrechtlich zu bedrohen und sie von ihrem Chef unter Druck setzen lassen zu wollen, dem ist dann auch einfach nicht mehr zu helfen. Mal ganz abgesehen davon, was das über ihn als Mensch sagt. Und ja: Auch für die BILD-Zeitung gilt die Pressefreiheit. Nur weil das ein Drecks-Revolverblatt ist, müssen wir uns nicht genauso benehmen.

neuling Januar 2, 2012 um 18:00

Zum Quellenschutz nach Reitz: “Ein Telefonat zwischen einem Journalisten und einem Politiker ist geschützt, man kann Vertraulichkeit vereinbaren. Das ist bei einer auf eine Mailbox gesprochenen Nachricht nicht der Fall. Bild hätte sie veröffentlichen dürfen, verzichtete aber klugerweise darauf. Der Springer-Chef machte dem Präsidenten klar, dass er sich in die journalistische Freiheit nicht einmischen werde. Dass ein solcher Vorgang nicht geheim bleiben würde, war klar. Bei Bild in Berlin arbeiten 180 Redakteure, und nicht jeder im Präsidialamt schätzt Wulff.”

Frage, wann hat Wulff dem “Springer Chef” gedroht? Was hat er verlangt? Ist dieses Gespräch auch auf einer Mailbox gelandet, da es nicht vertraulich behandelt werden musste?

Und die Quelle für die ganzen Gesprächsbehauptungen ist das Präsidialamt, nicht Herr Diekmann oder Herr Döpfner.

Hier wird doch nur noch über Bande gespielt.

Linus Januar 2, 2012 um 18:05

Der Spiegel ist beleidigt, daß er außen vor gelassen wurde :-D
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,806751,00.html

Andreas Kreuz Januar 2, 2012 um 18:07

Irgendwie fällt mir dazu nur noch das Lied ein:

“Wenn der Topf aber nun ein Loch hat….”

http://www.volksliederarchiv.de/text425.html

Endlosschleife…

egal Januar 2, 2012 um 18:16

Die Bild- Zeitung warnt unter der Überschrift Deutschlands gefährlichster Sex-Verbrecher: »Der Tod ist jetzt auf freiem Fuß – nach 30 Jahren Knast«. Müller hat zwar niemanden umgebracht, aber das sind Details, die niemanden interessieren.ZEIT

Die Bild streut Gerüchte – wie kann man bloß darüber reden?
Wenn Bild jemanden anklagen will, soll sie die Beweise offen legen, wie das in Europa seit der Aufklärung üblich ist, und nicht über drei Ecken über ein Beweisstück berichten lassen.
Wer Gerüchte für Tatsachen nimmt, beschädigt die politische Kultur doch genauso wie Christian Wulff.

Goodnight Januar 2, 2012 um 18:18

@neuling

“Hier wird doch nur noch über Bande gespielt.”

Natürlich.
Es geht nicht um Herrn Wulff sondern um die Machtfrage in dieser unser Republik. Politik versus Presse versus öffentliche Meinung versus Wirtschaft incl., Regierung versus Opposition, Presse versus Presse versus Blogs etc.

Dieses Schauspiel wird gerade aufgeführt.
Und das man es im Bundespräsidialamt aufführen kann, das spricht nicht für den Amtsinhaber.
Und das immer mehr Rollen auf der Bühne erscheinen und sich das Spiel auf immer weitere Akte verlängert, all das spricht dafür, dass es notwendig ist das Schauspiel aufzuführen. Denn die Machtfrage scheint nicht wirklich geklärt, in diesem unserem Lande.
Bei klaren Machtverhältnissen wäre Herr Wulff oder Herr Diekmann schon lange wieder Privatmann.

Aber ich wiederhole mich:
Das Interessante an dieser “Krise” ist, das keiner die Macht hat sie zu beenden. Keine(r) ist fähig das Amt des Bundespräsidenten zu schützen.

Das gibt zu denken….

Joseph: “You’re the guys that scare me. You’re the people that make big wars. ”
Edward: “No, we make sure the wars are small ones. ”
(the good shepherd)

neuling Januar 2, 2012 um 18:23

@goodnight
dann ist die Machtfrage wohl geklärt, wenn der erste Mann des Staates gehen müsste!

neuling Januar 2, 2012 um 18:25

also doch Zielrichtung Frau Merkel?

topi Januar 2, 2012 um 18:29

Wie das Leben so spielt.

Aufgrund heftiger Turbulenzen im Hochsauerlandkreis wird Frank L. zum aussichtsreichen Landratkandidaten (unabhängig, keine Parteipolitik bitte).

Nun gibt es da eine alte Geschichte, dass der Chef des Abwasserzweckverbandes Arnsberg und der Baureferent gute Kumpel sind; und L.s Strasse wurde bei den Ausbaugebühren anders behandelt wurde als andere Straßen (wofür es sachliche Gründe geben KANN).

Nun zieht der “Briloner Wochenspiegel” zusammen mit dem”Mescheder Spatz”, deren Chefs erklärte Gegner von L.s Kandidatur sind, einen windigen Informanten aus dem Hut, der von unehelichen Kindern, ja wenn nicht schlimmeren, was das Saubermannimage des L. zerstören würde, zu berichten weiß.
Darüber werden Gerüchte im ganzen Sauerland gestreut, die Blogs sind voll, selbst die Mofa-Rocker mit den langen Haaren wissen davon (kleiner Nebenstrang,sorry).

Unser Frank ruft daraufhin erbost bei dem Chef des Käseblatts an; der sieht seine Nummer und drückt zum sechsten Mal weg, daraufhin platzt ihm der Kragen, und er lässt Drohungen los, dass er sich solche Berichte nicht gefallen lassen wird.

Dabei erwähnt er die Art der Vorwürfe natürlich nicht.

Nun ist das Band da,die Käseblätter erscheinen mit der Topmeldung, dass der Herr Kandidat sie bedroht, wenn sie ihrer “journalistischen Pflicht” zur Aufklärung der Vorwürfe wegen Unregelmäßigkeiten nachkommen.

Und welche Möglichkeiten hat Frank L. nun?

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 18:33

topi

Netter Versuch. Aber ich wohne zur Miete. Dem Bundespräsidenten wäre dann auch einiges erspart worden … .

Horst Schmidt Januar 2, 2012 um 18:33

Merkwürdig, merkwürdig.

“Aber ich wiederhole mich:
Das Interessante an dieser “Krise” ist, das keiner die Macht hat sie zu beenden. Keine(r) ist fähig das Amt des Bundespräsidenten zu schützen.

Das gibt zu denken….”

Aber ja, aber ja doch, dieser völlig überforderte Amtsinhaber aus der Provinz hat DIE MACHT dieses Spiel über Bande zu beenden und wenigstens einmal etwas Sinnvolles für diese Republik zu tun. Ohne finanziellen Schaden zu nehmen. Bitte nicht vergessen.

Und dann richten wir endlich den Fokus auf die Person, die eigentlich gemeint ist und dieses Land Schritt für Schritt zerlegt – in wessen Auftrag auch immer – und daran von niemandem gehindert wird.
Die uckermärkische Perle Angela Merkel!

P.S.: Die politische Bankrotterklärung wird aber erst dann sichtbar, wenn es um die Nachfolge dieser Niete geht. Egal wer ins Rennen geschickt wird, voll nimmt ihn niemand mehr. Denn eines dürfte schon klar sein, Personen, Persönlichkeiten mit Niveau werden sich nicht finden lassen und wenn ja, sich nicht bereit erklären dieses “würdelose Amt” zu übernehmen. :-)

Doktor D Januar 2, 2012 um 18:44

Topi, nette Geschichte, passt aber nicht auf das Wölffchen. Der hat den ehrenamtlichen Baudezernenten Geerkens ja direkt involviert – und mitnichten mit einer Infrastrukturmaßnahme, die den Wirtschaftstandort Hintertupfingen nach vorne bringt.
Mich würde mal interessieren, wie oft Wulff als MP bei den niedersächsischen Käseblättern angerufen hat, um die Redakteure in den Senkel stellen zu lassen. Oder wie kommt man sonst auf so eine bescheuerte Idee?

holger Januar 2, 2012 um 18:49

@f.luebberding Januar 2, 2012 um 18:33
topi

Netter Versuch. Aber ich wohne zur Miete. Dem Bundespräsidenten wäre dann auch einiges erspart worden … .”

Ja genau… er hätte ja einfach nach Belle Wuff ziehen müssen. Wofür zahlen wir EIGENTLICH? Für sonen Klinkerbau?

Der Hundt Wuff darf sogar sein BGE kassieren. Um was geht es hier denn eigentlich? Der kassiert sein Leben lang. Der Penner soll noch 30 Jahre sein Lohn und Brot bzw. Wasser ab Grüßen… Vielleicht klagt er ja noch, wie Hans die Eichel… 25km von mir entfernt hausend, die Wachtel.

holger Januar 2, 2012 um 18:51

Das Amt ist nicht beschädigt, die da in Berlin hocken haben was am Schädel.

holger Januar 2, 2012 um 18:54

Luebberding

haste dir mal ausgerechnet, was der mit 108 Jahren abkassiert hat, wenn er den Heesters macht?

holger Januar 2, 2012 um 18:58

Nee ne? so weit denken wir ja nicht. Bloß nicht um 12 an Mittach denken. Hier gehts ja ums Prinzip… Aber der ISDAP die Stimme geben. Rente mit 67 und unsere Bundeswuff Grüßaugust der Welten, der geht wohl verdient in den Ruhestand. Mit einem BGE. Ihr Sozialisten ich kriege euch noch…

Morph Januar 2, 2012 um 18:59

@topi

wie verständnisvoll… Nee, topi, für uns Leute mit Geschmack und Bildung gibt’s in diesem Fall nur zwei Möglichkeiten: Entweder voll auf die Zwölf (die Fakten machen CW zu einem WANDELNDEN WIDERSPRUCH – keine gute Form für ein Verfassungsorgan), oder Schweigen. Ich persönlich bin fürs Schweigen. Würde aber, wenn ich zu kommunizieren gezwungen wäre, sagen: Der Mann muss schnellstens raus aus dem Amt! Eine Groteske, die sich da vor unseren Augen abspielt!

holger Januar 2, 2012 um 19:02

Warum hat denn der Wuff nicht den AB vom Kai gepfändet?

Linus Januar 2, 2012 um 19:02

Bevor im Hause Bild auch nur eine Zeile gegen Herrn Wulff geschrieben wird, hat man in der Führungsebene die zu fahrende Strategie fünfmal bis ins Detail festgelegt – ein Verweis auf die Pressefreiheit ist daher pure Heuchelei.

Natürlich hat man sich mit anderen Zeitungen abgesprochen, alles in allem also große Inszenierung. Das ist soweit nix Neues. Fragt sich also nur, warum Wulff abgesägt werden soll? Man hätte das auch locker unter den Teppich kehren können, wenn man nur gewollt hätte.

Die Bild macht die Vorlage, die FAZ und die SZ kicken nach. Spiegel und Zeit bleiben merkwürdigerweise außen vor. Wer zieht da die Strippen und zu welchem Zweck?

neuling Januar 2, 2012 um 19:05

Mich würde auch interessieren, wer Wulff gesteckt hat, was am nächstem Morgen in der Bild stehen würde.

holger Januar 2, 2012 um 19:08

@ Morphi

—>>>: Der Mann muss schnellstens raus aus dem Amt! ”

Habe ich auch gedacht… bin ich schon immer für gewesen, den da gar nicht hin zu schicken. Nun muss er aber dadurch. Oder ich stelle auf der Stelle Strafanzeige, gegen Hotte und Wuff. Steuern bekommt keiner mehr von mir. Weder Hotte noch Wuff und das Hosenanzug auch nicht, und auch die ISDAP nicht. Sozialisten Bande. Schlimmer als die 2 Mann NSU und Breifick zusammen.

Goodnight Januar 2, 2012 um 19:08

@neuling

Nehmen wir mal an, Frau Merkel hätte auch mal seltsame Freundinnen gehabt…z.B. eine Friede….

Nehmen wir mal an, die Friede hätte ganz viel Freude an diesem schnieken Karl-Theodor gehabt….bis ihn die Angie und die Annette weg-ge-simmst hätten…

Und jetzt bimst die Friede den Liebling der Angie weg…

Von Freundin zu Freundin…

Stellen wir uns einfach mal vor, genau so würde unser Land regiert.

Nope….ist natürlich quatsch. So was gibst nur in billigen Groschenromanen ;-)

“The richest man is the one with the most powerful friends. ”
Don Altobello (the godfather III)

Doktor D Januar 2, 2012 um 19:11

Linus, so einfach ist die Welt nicht.
@Neuling: Einfach die von FL verlinkten Artikel gründlich lesen, dann würdest du auch wissen, dass das die BILD selbst war. Wulff weiß doch schon seit August 2011, dass seinen interessanten Immobiliengeschäften nachrecherchiert wird. Im Gegensatz zur Fama der armen Opfer wissen fast alle Menschen, die von der BILD ins Visier genommen werden, dass die BILD das tut – und zwar von BILD selbst. Leider sind ganz viele davon nicht in der Lage, darauf adäquat zu reagieren (zu wenig Erfahrung, kein Zugang zu einer ordentlichen Anwältin, nicht genug Geld, nicht genug Nerven). Interessant, dass Herr Wulff auch dazu gehört.

Linus Januar 2, 2012 um 19:12

@Goodnight:
Du Waschweib! :-D

Linus Januar 2, 2012 um 19:14

@Doktor D:
“Linus, so einfach ist die Welt nicht.”

Nu lass aber mal hören …

enrico Januar 2, 2012 um 19:14

@topi

Und welche Möglichkeiten hat Frank L. nun?
Sich als Bundespräsident wählen lassen, was denn sonst.
Denn nachdem BILD berichtete, dass er ein tadelloser Kerl ist und sogar seine Socken bügelt, wird er sicher die Herzen aller Schwiegermütter erobern und natürlich Bundespräsident werden. Selbst auch dann, wenn er Freunde in Arnsberg hat.

Ob er Freunde in Arnsberg hat, das wissen wir nicht, aber das mit den gebügelten Socken, das stimmt sicher. Nach A kommt B:
Vorher Freunde aus A. und dann bei B.

“Bundespräsident Dr. Frank Lueberding”, das hätte doch was.

neuling Januar 2, 2012 um 19:15

@Doktor D
die Vorgeschichte ab August ist mir bekannt, war aber nicht Inhalt meiner Neugierde. Wer hat “was” dem Wulff am Vortag gesteckt, dass dieser anrufen musste?

topi Januar 2, 2012 um 19:16

“Mich würde auch interessieren, wer Wulff gesteckt hat, was am nächstem Morgen in der Bild stehen würde.”

Michnicht.

Aber WAS ihm da gesteckt wurde, das wäre interessant. :roll:

neuling Januar 2, 2012 um 19:19

dass es nicht die olle Kamelle war ist meiner Meinung nach wahrscheinlicher.

Dipfele Januar 2, 2012 um 19:23

@Doktor D

>Eine interessante Idee zu Wulff und Guttenberg und ihrem Verhalten: Die sind überhaupt nicht politisch …

Lesetipp:
Wolfgang Fach:”Das Verschwinden der Politik”
Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main 2008,
250 Seiten, 10 Euro.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/783923/

Nanuk Januar 2, 2012 um 19:25

@Goodnight
Ich gehe davon aus das Deutschland genau so regiert wird!

Nanuk Januar 2, 2012 um 19:27

Zickenkrieg mit Wulfi…

Doktor D Januar 2, 2012 um 19:33

@Neuling: Am Vortag hat doch niemand was stecken müssen. Wulff hat (alles lt. BILD) am 12. Dezember seine Stellungnahme (die BILD also auch vorliegt!) zurückgezogen, kurz vor Redaktionsschluss, stattdessen hat er Diekmann aufs Handy gequakt, inkl. Drohung mit dem Staatsanwalt (total smarter Move). Am 13. hat die BILD, wie geplant, die Story zum Kredit gebracht, Herr Wulff merkt (ein bisschen spät), dass Herr Diekmann die deutlich dickeren Eier hat und wirft sich dem Alpharüden vor die Füße. Auch jetzt hätte etwas besseres Spin Doctoring die Sache noch retten können, aber dazu scheint Wulff kognitiv nicht in der Lage zu sein. Stattdessen macht er alles schlimmer, serviert der BILD Redaktion eine super Gelegenheit, sich als wirkliche Journalisten zu rehabilitieren, seine alten Feinde aus FAZ und SZ nehmen die Fährte auf – diese Story kann man sich als Medium nicht entgehen lassen, sonst hört man auf als solches zu existieren (etwas, was Herr Wulff wohl auch nicht verstanden hat) – und in den nächsten Tagen werden wir wohl wieder das hier hören: http://www.jagdschule-rheinhessen.de/downloads/jagdvorbeihalali.mp3
Wenn die CDU / SPD sich auf einen neuen BP geeignet hat. Mein Tipp: Lammert oder von der Leyen.

holger Januar 2, 2012 um 19:34

Nanuk

hat der wirklich? … Ich zahle jedenfalls für diese Lecker der Zwischenraum Schenkel nix mehr.

Doktor D Januar 2, 2012 um 19:36

Danke, Dipfele!

Horst Schmidt Januar 2, 2012 um 19:43

Weder Lammert wird sich auf dieses Amt einlassen, noch wäre eine weitere Niedersächsin verkraftbar.

Auch dürften beide alte Rechnungen mit der uckermärksichen Perle offen haben und als Amtsinhaber nicht schweigen wollen. Beide sind schon allein dadurch für dieses Amt verbrannt, auch wenn sie sich – wie heißt es so schön – in die Pflicht nehmen lassen würden, um nicht etwa Schaden von der Bundesrepublik Deutschland abzuwenden, sondern von der o.a. Perle.

enrico Januar 2, 2012 um 19:47

@Gerechtigkeit
Alles hat seine zwei Seiten: Wenn sich Guthaben erhöhen, erhöhen sich auch irgendwo Schulden. Wenn sich die Diäten und Pensionen der Politiker erhöhen, muss sich auch das Rentenalter der Arbeitenden erhöhen.

Das muss man doch verstehen.

Doktor D Januar 2, 2012 um 19:51

Ich denke ja, dass gerade die Fähigkeit über persönliche Animositäten und Zu-begleichende-Rechnungen im entscheidenden Fall hinweg zu sehen, diese Fähigkeit macht die erfolgreiche Politikerin aus. Da halte ich alle drei für fähig zu. Vielleicht ist das Amt aber mitterweile viel zu irrelevant geworden (Köhler und Wulff haben da ja viel zu beigetragen), um sich zu exponieren, sodass Merkel und Co. die Sache einfach laufen lassen können, bis Wulff hin ist. Und dann sucht man sich in aller Ruhe die Nachfolgerin aus, denn es hat sich ja gezeigt, dass schnelle parteipolitsch motivierte Entscheidungen zu Fehlern führen und es der Bundeskanzlerin deswegen ein tiefes Anliegen ist, die Kandidatin für das höchste Amt im Staate nun in einem alle Parteien und wichtige Interessengruppen umfassenden Prozess zu ermitteln. ;-) Den Notarjob macht so lange der Bundesratspräsident, wie im GG vorgesehen.

neuling Januar 2, 2012 um 19:58

@ Doktor D
stecken müssen war nicht meine Frage. Anrufen müssen ist interessant.

Oder Sie gehen von einem Volltrottel aus, dann hat sich die Machtfrage für Deutschland allerdings auch geklärt, denn wenn ich richtig in Erinnerung habe, war er schärfster übrig gebliebener Konkurrent.

holger Januar 2, 2012 um 19:59

Und wo sind hier bitte die Schwachköpfe die ein BGE nicht für möglich halten? Wenn jeder einmal nur den Grüßmich HotteWuff macht für 5 Minuten, dann hat er das. Lebenslang mit Office und Mieze… fragt da irgendeiner nach? Hähhhh??? Kommt raus aus eurem Bau… ich kriege euch schon ihr Sozialisten.

Doktor D Januar 2, 2012 um 20:06

@neuling: Vielleicht kein Volltrottel, aber ich gehe schon von jemandem aus, dem ganz elementares Wissen über sich, seine Funktion, Systemlogiken von Politk und Medien nicht zugänglich ist. Und dass er jemals als ernstzunehmender Konkurrent von jemandem wie Frau Merkel galt, dass er sich diesen Schmarrn von interessierter Seite hat einreden lassen, das war ja der Anfang seines Untergangs.

enrico Januar 2, 2012 um 20:08

@Nanuk:
@Goodnight
Ich gehe davon aus das Deutschland genau so regiert wird!

Nehmen wir einmal an, dass es 2011 keine Bundesregierung, keine Opposition und auch keinen Bundespräsidenten gegeben hätte. Welche Nachteile hätte die Mehrheit der Bevölkerung dadurch erlitten?

Bin bis jetzt noch auf keinen gekommen. Am Ende brauchen wir die gar nicht mehr…

Doktor D Januar 2, 2012 um 20:10

Herr Minkmar bringt es auf den Punkt: “Das Deprimierende an der ganzen Kredit-von-Edith-Geschichte ist der völlige Mangel an politischem Instinkt und symbolischem Gespür. Darin gleicht Wulff dem früheren Verteidigungsminister zu Guttenberg. Beide versuchten, sich trotz unzureichender Mittel einen bürgerlichen Aufstiegstraum zu verwirklichen. Guttenberg fehlte die Zeit für eine Dissertation, Wulff fehlte das Geld für sein Haus.” (Mehr hier.)

Goodnight Januar 2, 2012 um 20:18

Wulff ist dead man walking.

Was macht Berlin?

Am Anfang der “Affäre” hat sich keiner demonstrativ vor den Bundespräsidenten gestellt.

Jetzt steht keiner auf und fordert den Rücktritt.

Berlin schaut zu, wie die Presse das Bundespräsidialamt zusammenschießt.

WO IST UNSERE REGIERUNG?

Wie will eine solche Regierung Deutscheland oder gar Europa führen?

Wenn sie nicht mal den Präsidenten oder/und sein Amt schützen kann?

Die Politiker aller Parteien scheinen vor Angst gelähmt…: Angst vor einer Neuwahl des Präsidenten.

So ein Eindruck darf nicht entstehen!

Period.

Angst vor der Wahl eines neuen Bundespräsidenten?
In Zeiten einer Europa-Krise?

Gott schütze unser Vaterland….

“I let them down. I let down my friends, I let down my country, and worst of all I let down our system of government, and the dreams of all those young people that ought to get into government but now they think; ‘Oh it’s all too corrupt and the rest’. Yeah… I let the American people down. And I’m gonna have to carry that burden with me for the rest of my life. My political life is over. ”
Nixon (Frost/Nixon)

Horst Schmidt Januar 2, 2012 um 20:23

Um es nur noch einmal in Erinnerung zu rufen. Als Wulff mit seiner Unfähigkeit das Amt des Kanzlers bekleiden zu können kokketierte, lachten alle und glaubten ihm nicht. Nun hat er den Beweis erbracht, selbst mit diesem Amt des Bundespräsidenten in jeder Beziehung überfordert zu sein, doch jetzt gibt es wohl Leute – vor allem Journalisten – die ihm dieses glauben, aber genug andere, dei ihn trotzdem im Amt halten wollen.

“In einem “Stern”-Interview wurde Wulff, 49, noch deutlicher. Er wolle weder Bundeskanzler noch Minister in Berlin werden. “Mir fehlt der unbedingte Wille zur Macht und die Bereitschaft, dem alles unterzuordnen”, sagte der niedersächsische Regierungschef dem Magazin “Stern”. Das Amt des Bundeskanzlers traue er sich nicht zu. “Ein guter Landespolitiker ist noch lange kein guter Kanzler.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,566120,00.html

Alles so komisch, so abstoßend, so peinlich. So Bundesdeutsch! :-)

Nanuk Januar 2, 2012 um 20:26

@Doktor D.
Der Unterschied zwischen Wulf und Guttenberg ist das es Guttenberg nicht nötig hätte das macht ihn noch lächerlicher… der Besitzt ein beachtliches Vermögen und Ländereien in der Familie währe ich gerne das schwarze Schaf… ich würde auch ne Kapelle bauen… :)

holger Januar 2, 2012 um 20:27

Muhahhahahahahahahahahahah :D :D :D :D :D :D

Und wegen der schlimmen Finanzlage sollen die Griechen künftig auch wieder längere Zeit zum Militär. Die Regierung in Athen plant nach einem Medienbericht die Verlängerung der Wehrpflicht von neun auf zwölf Monate.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Griechen-Drama-geht-weiter-article5117536.html

Und schalten sie Morgen wieder ein, wenn es heißt: “Idioten aller Länder vereinigt euch” “Hurra geschafft, wir sind alle Wuffi”

A. G. Januar 2, 2012 um 20:32
Nachruf Januar 2, 2012 um 20:35

Nachruf ? gestrichen
Wulff`s Zitat zu Rau von A.G. um 10:50 Uhr sagt alles :

»Ich leide physisch und psychisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.«

No more comment …

enrico Januar 2, 2012 um 20:37

@ Doktor D

danke für den link. Minkmar hat es hervorragend auf den Punkt gebracht. Die Entzauberung der Machtanmaßung.

Die neuen Kleider der Guttenwuffs, prêt à porter.

Nachruf Januar 2, 2012 um 20:44
A. G. Januar 2, 2012 um 20:47

@Nachruf
“Ich leide psychisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben”, sagte Wulff NUR, hab mich vertan. Und wenn jetzt der Amtseid des Staatsoberhaupts gelesen werden würde… Wie kann man nur so unverschämt-dreist sein, nicht den Rücktritt zu erklären. Dann lieber Frau v.d.L.

A. G. Januar 2, 2012 um 20:56

Oder war’s doch “physisch”? Hat Wulff sich noch in der Wortwahl vertan? Egal auch, schlimm genug!

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 21:06

WO IST UNSERE REGIERUNG?

Nicht nur die Regierung. Die Politik droht zu verschwinden. Sie sind unfähig Entscheidungen zu treffen, weil sie nur noch das eigene Kalkül interessiert. Aber sie können nicht einfach alle die Klappe halten: wenn er nicht zurücktreten soll, müssen sie begründen, warum Wulff im Amt bleiben kann. Ansonsten werden sie von Wulff in den Sog des Legitimationsverlustes mit hineingezogen werden.

Goodnight Januar 2, 2012 um 21:11

Das “Schöne” an solchen “Krisen” ist ja immer, dass man plötzlich Dinge beobachtet, die man vor nicht beobachte, weil man jetzt anders beobachtet.
Und ich beobachte gerade ein Berlin ohne Politiker.

Die FDP ist dead people walking.
Die Linken sind ein Lafontaine/Wagenknecht-Liebespaar in Flitterwochen.
Die Grünen sind ohne Joschka weiterhin kopflos.
Die SPD ist … immer noch in der Post-Schröder-Phase…auf der Suche nach einem Programm und einen Chef.
Bleibt die CDU.
Und die CDU ist Merkel….und sonst niemand.

ERGO:
Die einzig aktive Politikerin in Berlin ist Frau Merkel.

Und wenn sich Frau Merkel nicht bewegt…wie im Moment…dann bewegt sich in Berlin garnix.

Willkommen im Moskau…äh…Berlin 2012 ;-)

“With all due respect sir, I have done battle, every single day of my life.”
Maggie (the iron lady)

Nanuk Januar 2, 2012 um 21:15

@goodnight
Die Maggie hat auf Streikende schiessen lassen die ist ein anderes Kaliber…
http://www.youtube.com/watch?v=yigMWCHm_EM

f.luebberding f.luebberding Januar 2, 2012 um 21:18

Goodnight

Irrtum. Auch Frau Merkel ist nicht in dieser Sache aktiv. Sie fürchtet sich davor, für den Schaden namens Wulff in politischen Regress genommen zu werden. Es gibt heute in ganz Berlin nicht einen aktiven Politiker. Sie schweigen alle. Wir senden alle in das Nichts. Wahrscheinlich hoffen sie alle darauf, dass uns irgendwann nichts mehr einfällt.

Horst Schmidt Januar 2, 2012 um 21:20

Oh my God Goodnight

“Die einzig aktive Politikerin in Berlin ist Frau Merkel.
Und wenn sich Frau Merkel nicht bewegt…wie im Moment…dann bewegt sich in Berlin garnix.”

Selbst wenn alles vorher Geschriebenes stimmen sollte, diese, ihrige Schlußfolgerung will uns und ihnen Merkel Glauben machen. Ja es wird Politik im weitesten Sinne betrieben, aber es wird nicht regiert, opponiert. Das was eine Demokratie ausmacht, ist zum Erliegen gekommen.

Jackle Januar 2, 2012 um 21:20

“Hattä Wulff aof däm ABä, solltä ihn als Krisänmänägär bäratän. Wördä ihm Krieg ämpfählän – gägän ain Land, abär doch nächt gägän die Mädiän!”

Nachruf Januar 2, 2012 um 21:32

@ A.G.

http://www.focus.de/politik/deutschland/affaere-die-luft-wird-duenn_aid_183266.html

“Der von der Spendenaffäre getroffene CDU-Parteivize Christian Wulff: „Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ Die Sozialdemokraten, so Wulff, sollten „Johannes Rau zurückziehen“ und „den Weg frei machen“ für Richard Schröder oder Dagmar Schipanski.”

maybee correct

Goodnight Januar 2, 2012 um 21:36

@Lübberding

Yep…aber genau das wollte ich doch damit ausdrücken.
Jetzt wo auch Frau Merkel aufgehört zu agieren, da fällt auf: Sie war die einzige die in den letzten Monaten bzw. Jahren agiert hat.
Das ist ja der Witz. Mir fällt nix ein, was die SPD oder die Grünen oder die FDP wesentlich gesagt oder getan hätte….im Jahre 2011. Nix, garnix.
Ich kann mich nur an Merkel erinnern.

Und folglich ist Ihr Ausfall gerade umso bemerkenswerter, wo sie doch vorher Europa lenkte.

“It’s time to get up! It’s time go to work! It’s time to put the great, back into Great Britain!”
Maggie (the iron lady)

enrico Januar 2, 2012 um 21:41

@ Horst Schmidt

Das was eine Demokratie ausmacht, ist zum Erliegen gekommen.

Im Gegenteil. Das, was Demokratie ausmacht, könnte jetzt erwachen: Selbstständige Bürger, die ihren Obrikeitsglauben überwunden haben!

holger Januar 2, 2012 um 21:41

—>>>Nicht nur die Regierung. Die Politik droht zu verschwinden.”

Luebberding… wie jetze??? Die Plitik auch noch? Die Mayas hatten wohl doch recht. :D hab ich gar nicht mitbekommen. Muss wohl wieder mal an mir vorbeigerauscht sein.

Nachruf Januar 2, 2012 um 21:44

@ Jackle

Habe augenblicklich den ABä auf der fritzbox wieder eingeschaltet ;-)

Linus Januar 2, 2012 um 21:51

“Irrtum. Auch Frau Merkel ist nicht in dieser Sache aktiv. Sie fürchtet sich davor, für den Schaden namens Wulff in politischen Regress genommen zu werden. Es gibt heute in ganz Berlin nicht einen aktiven Politiker. Sie schweigen alle. Wir senden alle in das Nichts. Wahrscheinlich hoffen sie alle darauf, dass uns irgendwann nichts mehr einfällt.”

Na, das also ist die Botschaft aus dem Nähkästchen. Berlin in Schockstarre! Ach du große Sch*ße. Und die Journalisten-Truppe fragt sich, ob sie jetzt selber übernehmen muß? Die Lage ist so explosiv, daß alle überfordert sind. Ein klassisches Machtvakuum.
Ich mein das alles ohne Ironie. Wenn’s was helfen würde, würd ich schreien: Lübberding, MACH WAS !!!

enrico Januar 2, 2012 um 21:52

@holger

Luebberding… wie jetze??? Die Plitik auch noch? Die Mayas hatten wohl doch recht. :D hab ich gar nicht mitbekommen. Muss wohl wieder mal an mir vorbeigerauscht sein.

Der Untergang der Politik geht so: Politik, Plitik, Pltik, Pltk, Plt, Pl, P, blubb … und weg isse ;-)

Die Mayas haben immer recht.

enrico Januar 2, 2012 um 22:08

@Linus:
Lübberding, MACH WAS !!!

Jawohl: Die Politik geht, Luebbermän übernimmt!
Das Gute überwindet das Böse.
2012 das Jahr der Macher.

wowy Januar 2, 2012 um 22:09

f.luebberding Januar 2, 2012 um 21:18

Was sollen die Politiker auch sagen? Wenn ihr Wulff Salamitaktik vorwerft, dann kommt nicht selbst jeden Tag mit ner Story, die ihr schon ewig in petto habt? In diesem Land wird niemand zurückgeschrieben, wenn ihr erdrückende Beweise habt, dann stellt Strafanzeige, wenn ihr persönlich betroffen seid, wie vielleicht Dieckmann und Döpfner, dann stellt Strafantrag? Wenn ihr zur SPD Fraktion im Niedersächsischen Landtag gehört, dann beantragt endlich einen Untersuchungsausschuss oder geht wegen der Lüge vor den Staatsgerichtshof?
Wenn ein Strafverfahren eröffnet wird, dann muss die Immunität aufgehobern werden. Wenn sich die Strafbarkeit herausstellt, dann, und erst dann, können wir mal an Art. 61 GG denken.

Was, das wollt ihr alles nicht? Dann haltet allesamt die Luft an und die sogenannten Edelfedern still.
Die Heuchelei ist nämlich nicht mehr zu ertragen.

Um Aufklärung im rechtsstaatlichen Sinne geht es hier nicht die Bohne!

Andreas Kreuz Januar 2, 2012 um 22:11

Ich würde es ja machen.
Aber wenn ich an die vielen Fenster im Bellevue denke
und an meinen Rücken – nee, dann lieber doch nicht. ;-)

@enrico Januar 2, 2012 um 21:41
Lieber spülen sich die ‘selbständigen Bürger’ selber in den Abfluss
als dass sie für irgendetwas Unberechenbares einen Finger krumm machen.

Linus Januar 2, 2012 um 22:15

Update:
Berlin (dpa) – Bundespräsident Christian Wulff soll in der Affäre um seinen Hauskredit auch bei der Springer-Mehrheitsaktionärin Friede Springer versucht haben, Berichte der «Bild»-Zeitung über seinen Privatkredit zu verhindern. Das schreibt «Cicero online». Das Telefonat soll allerdings mit der kühlen Auskunft geendet haben, dass die Witwe des Verlagsgründers Axel Springer keinen Einfluss auf ihre Chefredakteure zu nehmen pflege. Ein Springer-Sprecher sagte, dazu sei dem Unternehmen nichts bekannt.

Thor Januar 2, 2012 um 22:27

Ich will Harald Lesch als BP…….

topi Januar 2, 2012 um 22:27

morph
“Der Mann muss schnellstens raus aus dem Amt!
Eine Groteske, die sich da vor unseren Augen abspielt!”

Eine Groteske, sicherlich.
Und mit Wulff im Amt wird es anscheinend immer grotesler, insofern.

Aber wieso verständnisvoll? Doch nicht für Wulff.

Es geht mir um das Verständnis der Kampagne.

Die BILD holt eine Erklärung vonWulff ein, wahrscheinlich die erste aus demBuPräAmt. Und dann ruft ein durchdrehender Wulff an und droht mit Krieg und Staatsanwalt, wenn sie seit Monaten anhängiges Material veröffentlichen, welches noch dazu wahr ist (bei derBild ja keineswegs notwendig).

Quelle: Bild.
Sekundärquelle: Reitz.

Wo ist denn wenigstens das Zitat aus dem Anruf, in dem sich W. auf die Kreditchoose bezieht?

Warum regt sich jemandso auf, nach dem er schon eine schriftliche Erklärung abgegeben hatte?

a) er ist völlig Gaga.

Das gilt injedemFall, Kompromat aufs Band zu sprechen ist ja nun das Dümmste, was ein Kompromittierter tun kann.

b) die Gegenseite hält sich nicht an Absprachen

Könnte sein, aber “Krieg” etc. sind mit den Aussagen, die tatsächlich in der ersten Bildmeldung erschienen, überhaupt nicht in Einklang zu bringen.

c) sie spielen ihm, nachdem sie sein Statement zur Kreditaffäre eingeholt haben, ein Gerücht über die Veröffentlichung der Andeutungen über vermeintliche Geschichten über die angebliche Bett-Ina zu.
Goodnight bspw., Experte für alles menschliche (wieso eigentlich, alter Systemiker? ), war ja auch sofort imBilde.

Also für mich ist c) um Längen wahrscheinlicher als einfach nur a).

Thor Januar 2, 2012 um 22:29
topi Januar 2, 2012 um 22:31

@ A.G.

Hast wohl noch nie richtig gelitten, wa? ;-)

Wat meinste, wie physisch das werden kann.

Linus Januar 2, 2012 um 22:43

In Berlin geht keiner ans Telefon. Vielleicht sollten wir eine Petition einreichen.

enrico Januar 2, 2012 um 22:45

@ Andreas Fensterkreuz
Lieber spülen sich die ‘selbständigen Bürger’ selber in den Abfluss
als dass sie für irgendetwas Unberechenbares einen Finger krumm machen.

Deshalb wird auch Präsident Dr. F. Luebberding am 16. Februar 2015 seine historische Rede auf einem Balkon in Köln-Kalk an das deutsche Volk richten:
“Ich bin gekommen um Ihnen mitzuteilen,… [Volk jubelt]…dass heute Ihre Ausreise… [Volk jubelt noch mehr]…nötig geworden ist.”

topi Januar 2, 2012 um 22:49

@fl
“Netter Versuch. Aber ich wohne zur Miete.”

Ah, du hast also Ambitionen? ;-)

“Dem Bundespräsidenten wäre dann auch einiges erspart worden … .”

Sicher.
Aber dann hätte er sich anders mit seinen “Freunden” verbandelt, kompromittierbar.

Aber darum geht es ja nicht. Ein Untersuchungsausschuss,und weg mit ihm, wenn er denn.

Es geht um das nach meiner Ansicht nach anzunehmendeSpielmit der schmutzigen Geschichte, die seit dem ersten Bericht immer mitschwang.

Und zwar ganz groß eingesetzt von der BILD, das muss man lassen: immer über Bande, nie direkt den Schmutz geworfen, nach außen nur wissend gelächelt.

Aber das verringert nun nicht die Perfidität des Vorgangs.

Um nochmal auf unseren Lokalpolitiker zurückzukommen: wenn er sich durch irgendwelche dreckigen Anwürfe zu einer solchen Reaktion hat hinreißen lassen, dann könnteer dies nur noch durch Aufklärung der dreckigen Anwürfe erklären.

Die Frage ist, wo die Grenze ist; mancher sieht sich als Allmächtiger, für den alle öffentlichen Anwürfe verfolgungswürdig sind. Ganz ausschließenkannman das bei einemaus der Maschi-Gang und dem Andenpakt wohl nicht.

Wenn jemand Gerüchte streut, dass meine Töchter auf den Strich gehen (dauert noch ein paar Jahre bis zur Wahrscheinlichkeit, zugegeben),weiß ich nicht, wie weit meine Contenance reicht.

gelegentlich Januar 2, 2012 um 23:12

@topi

,,Wenn jemand Gerüchte streut, dass meine Töchter auf den Strich gehen (dauert noch ein paar Jahre bis zur Wahrscheinlichkeit, zugegeben),weiß ich nicht, wie weit meine Contenance reicht.”

Dann lobe 5000 Euro aus für den, der sich erfolgreich auf dem Strich nach ihrem Preis erkundigt hat und diese Nachricht notariell bestätigt vorzeigen kann. Dann ist Ruhe.

Gegenüber Gerüchten hilft nur Souveränität. Nur dann kriegen sie keine Luft mehr.

topi Januar 2, 2012 um 23:26

@gelegentlich

Und das sollte also Bettina jetzt machen: die haben uns zugespielt,dass sie eine Geschichte bringen wollen, dass ich als neben Conti auch andere Einnahmequellen hatte?

Hier könnte es ja sein, dass es eben keine Gerüchte sind, sondern einfach eine nicht ganz bürgerliche Vergangenheit der BuPräGattin.
Ein Fall für BILD, Leute heute und wieder ganze Drecksverbreitungsmist heißt,bitteschön.
Ich verwies ja auf die eingeheirateten zukünftigen Thronbeisitzerinnen der Nachbarländer, da legte sich die Aufregung um Drogen- oder Diktatorenlieblingshelfervergangenheit schließlich auch.

Nicht das Bettina die ausgelobten 5000 kratzen; aber dann sind die Fotos und Freier-Berichte, obnun wahr oder manipuliert oder völlig erlogen, an der Tagesordnung.

h.huett Januar 2, 2012 um 23:31

Morph

Ich habe eben die Voraufführung von Dantons Tod im Berliner Ensemble angesehen. “Geht mal Euren Phrasen nach bis zu dem Punkt, wo sie verkörpert werden.”

Der amtierende Bundespräsident kann kein Schauspielhaus dieser Republik mehr betreten, ohne sich lächerlich zu machen.

h.huett Januar 2, 2012 um 23:32

Linus
Kann es sein, dass Du da was verpasst hast? Oder wie erklärst Du Dir den Spiegel-Titel “Der falsche Präsident”?

h.huett Januar 2, 2012 um 23:35

Dipfele

Guter Tip mit Flach.

topi Januar 2, 2012 um 23:35

Kennt noch jemand den brutalst möglichen Aufklärer?

Heil will schnellstmögliche Aufklärung.

Wer bemerkt den feinsinnigen Unterschied? :roll:

Und:
Nachdem das bemühte Jahresendträgheitsmotiv nicht mehr zieht, muss man sich wohl der wahren Motivation der Opposition annähern.

brigitte Januar 2, 2012 um 23:39

für die einen ein terrorist. für die anderen ein freiheitskämpfer: christian klar hat momentan zeit und koennte das amt sofort übernehmen.

h.huett Januar 2, 2012 um 23:41

Lübberding
“Wahrscheinlich hoffen sie alle darauf, dass uns irgendwann nichts mehr einfällt.”

Echt? Das soll uns passieren? :-D

Nachruf Januar 2, 2012 um 23:50

In der VW-Kantine ist die Currywurst sehr zu empfehlen ;-)
Smalltalk inklusive…

Morph Januar 2, 2012 um 23:57

@topi

“Es geht mir um das Verständnis der Kampagne.”

Ein Politiker, der sein Amt nicht dazu benutzt, Vorteile zu nehmen und zu geben und der sein Privatleben schützt (und keine schwülstigen Homestories macht, wie prima er seine Intimpartnerwechsel + Patchworkfamilie hinbekommt), ein solcher Politiker braucht keine Kampagne der Welt zu fürchten.

Persönliche Einfühlung ist im privaten Umgang miteinander eine schöne Sache, topi, für die Beurteilung öffentlicher Angelegenheiten ist diese Fähigkeit unzuständig.

Dadurch dass Wulff die wirklichen Umstände der Kreditvergabe für sein Haus verschleiert hat, ist er als Staatsoberhaupt untragbar geworden; dadurch dass er die Kontakte zu Presseleuten zu benutzen versucht hat, eine bevorstehende Berichterstattung zu verhindern, ist er doppelt untragbar geworden.

Jeder weitere Tag, den dieser wandelnde Widerspruch die deutsche Nation repräsentiert, vermehrt den Schaden.

Und was die mitschwingenden Gerüchte angeht: Die sind nichts weiter als ein atmosphärischer Widerhall seiner Amtsunmöglichkeit. Wäre Wulff integer und für das Amt passend, dann wäre jedes noch so ‘wildes’ Vorleben seiner Frau in der formalen Passung von Amt und Amtsträger aufgehoben. Die Gerüchte sind lediglich ein Symptom, das die persönliche Schwäche des Amtsträgers anzeigt. Man muss sich nur die Fotos anschauen, die den Bundespräsidenten mit seiner Frau zeigen. Peinlich. Gruselig geradezu.

sk8erBLN Januar 3, 2012 um 00:00

Wulff — heute gabs zwar schon so richtig auf die Fresse :D

ein highlight habe ich aber noch, versprochen, für heute der letzte Beitrag zu der Gestalt.

Die Sache mit Bild Chef Diekmann, dem König des Imperiums Springer und der Mehrheitsaktionärin Friede Springer selbst waren nicht die ersten Drohanrufe des hochvorzüglichen Wulffs.

Nein, “Bereits im Sommer 2011 gab es einen ähnlichen Vorfall.”
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13794951/Als-Wulff-gegen-Bild-einen-Krieg-fuehren-wollte.html

Ein déja vue also im Springerimperium.

“Die „Welt am Sonntag“ hatte im Sommer vergangenen Jahres bei einer Recherche ganz ähnliche Erfahrungen wie nun die „Bild“-Zeitung gemacht. Um eine Veröffentlichung zu verhindern, intervenierte das Bundespräsidialamt massiv – nicht nur beim Chefredakteur, sondern auch an höchsten Verlagsstellen.”

Fast könnte man denken der Typ ist MAFIOSI, aber nein, der ist Politiker ;) ach so, wo nochmal war der Unterschied? Ahh richtig, die Mafia hat einen Codex.

“Jurist spricht von “versuchter Nötigung”

Hört man sich unter Juristen um, wie Wulffs Äußerungen gegenüber der „Bild“-Zeitung einzuordnen sind, hört man immer wieder ein Wort: „Nötigung“. Damit könnte Wulffs Verhalten als Straftat angesehen werden.

Der Berliner Presserechtler Johannes Weberling sagte „Welt Online“: „Falls der Sachverhalt wie dargestellt stimmt, müssen Strafrechtler klären, ob es sich um versuchte Nötigung handelt. In jedem Fall handelt es sich um eine versuchte Einflussnahme auf Medien.“”

Die kommt allerdings ggf. noch zu den bereits vorliegenden weiteren 20 Strafanzeigen gegen Wulff als 21. hinzu.

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 00:32
Stephan Januar 3, 2012 um 00:41

@FL

Goodnight. Irrtum. Auch Frau Merkel ist nicht in dieser Sache aktiv. Sie fürchtet sich davor, für den Schaden namens Wulff in politischen Regress genommen zu werden. Es gibt heute in ganz Berlin nicht einen aktiven Politiker. Sie schweigen alle. Wir senden alle in das Nichts. Wahrscheinlich hoffen sie alle darauf, dass uns irgendwann nichts mehr einfällt.

>Wir senden alle in das Nichts.
Bemerkung #1: Korrekt! Das interessiert tatsächlich niemand. (Vor allem der Goodnight Nonsense. Bei seinen Beiträgen sind eigentlich nur die IMDB Zitate spannend.)

>Wahrscheinlich hoffen sie alle darauf, dass uns irgendwann nichts mehr einfällt.
Bemerkung #2: Falsch. Jeder weiß dass du weitere 1.000 Wulff Beiträge produzieren kannst. Loop back to zu Bemerkung #1.

topi Januar 3, 2012 um 00:46

“Persönliche Einfühlung ist im privaten Umgang miteinander eine schöne Sache, topi, für die Beurteilung öffentlicher Angelegenheiten ist diese Fähigkeit unzuständig.”

Das ist ja wie mit meiner Holden: ich sage A, sie antwortet auf B. (nur manchmal natürlich, Schazi, falls du hier mitliest). ;-)

Bild bleibt Bild, auch wenn sie von allen “übereinstimmend” zitiert wird, mit ihrer selbstgeschaffenen (natürlich unter unglaublich dämlicher und schon alleine rücktrittsrechtfertigender Mitwirkung Wulffs) Quelle.

sk8erBLN Januar 3, 2012 um 00:52

“Warum das Blatt über diese wahrhaft exklusive Geschichte nicht sofort berichtete, gehört zu den Mysterien der Affäre.”

heisst es im vorstehenden Link.
Einfache Antwort. Es musste vorab für ausreichend Fallhöhe gesorgt werden. Das alleine hätte bestenfalls einen kleinen Effekt gehabt, wie um Januar 3, 2012 um 00:00 verlinkt, war das ja auch nicht Wulffs erster Versuch der massiven Einflussnahme. Die im Sommer blieb für Wulff gänzlich folgenlos (vielleicht war sie nicht so gut dokumentiert wie die Dummheit mit dem AB).

Ohne die Salamitaktik für die sich sowohl Medien als auch Wulff entschieden haben, wäre der Effekt nur halb so dramatisch wie jetzt.

Ausgeschlossen dass unsere geliebte Perle aus der Uckermark, die ja kürzlich noch ihr “vollstes Vertrauen” in die selbst ausgesuchte Marionette bekundet hat, unter den notwendigen Zugzwang gesetzt werden könnte ohne den jetzigen Verlauf.

Jetzt muss ihn wirklich nur noch wer aus dem Schloss mit den Füßen zuerst rausschaffen, zurück unter den Stein in Grosswedel unter dem er hervorgekrochen kam.

Und es bleibt die immer noch offene Frage ob und ggf. wer die Beseitigung der Marionette Wulff in Auftrag gegeben hatte und was der genaue Anlass dafür war.

holger Januar 3, 2012 um 08:19

Sehr geehrter Herr ex in spe Präsidente Wuff

hätten Sie die Güte, endlich mal an Rücktritt zu denken? Sie fügen nicht nur dem Amt Schaden zu, sondern sämtlichen Computern und Blog-Aktivisten beim bloggern.

Sagen Sie moi Präsidente doch einfach: „Ok Leute das wars… ich gehe in meinen wohlverdienten Ruhestand“.

Das würde doch jeder verstehen moi Präsidente. Das dauert dann zwar noch ca. 14 Tage bis der Kai aus der Kiste sein Pulver verschossen hat, aber in der Zeit ab nach Florida. Kannst ja auch mit Gutti ne elder boy group aufmachen. Wär doch was oder? Komm Wuffi wir zahlen das schon. Wir haben es doch. Wir werden dich bis ans Lebensende pflegen, hegen, und nicht mehr fordern.

Frage nicht was der Staat für dich… Blut,Schweiß und Tränen. Ja Wuff… der Islam gehört zu Deutscheland nur Du nicht mehr. Exclusiv Excludiert so zu sagen. Wir, werden dir hübsch die Almosen weiter finanzieren. Woran liegt es nun? Sei doch bereit dafür!

Schau mal… Du, der Gutti und er der Hotte… ihr könnt doch jetzt Skat spielen. Musste auch nicht mehr mit der Friede sprechen. Oder auf einen AB sabbeln. Kannst ja bei den Atlantikern anfangen, da hockt der Walter Leisler auch noch rum. George doubleU der jüngere auch…

Natürlich wird es dann ruhiger um Dich. Aber wir brauchen Dich auch nicht. Wer sollte Dir noch glauben, wenn Blut,Schweiß und Tränen gefordert sind? Das kannste dann den Teletubbies erzählen. Oder dem Gutti oder dem Hotte oder dem Walter Leisler.

Also moi Präsidente trete zurück, und wir können hier in Ruhe wieder, um Saldenmechanik, du weißt schon… Guthaben=Schulden usw.usf. Unterdiskutieren. Oder die Demokratisierung in ganz Nordafrika voran bringen.

Moi Präsidente… ich hatte angekündigt keine Steuern mehr zu zahlen für dein Einkommen. Die Ankündigung kündige ich. Ich zahle Freiwillig aber geh. Halte er das Maul, ziehe er in die USA. Aber belästige er nicht unbedarfte Bürger und Blogger.

Geh mit Gott aber geh.

Dein untertänigster Untertan holgi

Keynesianer Januar 3, 2012 um 08:37

Die ganze Systempresse kennt kein anderes wichtiges Thema mehr:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806829,00.html

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-01/wulff-telefonat-reaktionen

Und keiner will uns erzählen, welchen Zwecken die künstliche Aufregung über solche Banalitäten wie die offiziellen Vorwürfe wirklich soll. Na, dann heult mal alle weiter mit der Meute

Nanuk Januar 3, 2012 um 08:37

Also wenn dann werde ich BuPräsident sonst bin ich beleidigt und schreie das ganze Abendland zusammen!

http://www.youtube.com/watch?v=55SmADAueSs

Nanuk Januar 3, 2012 um 08:41

Das ist ein Traumjob in Deutschland!

holger Januar 3, 2012 um 08:50

Nanuk

nur 2 Monate und dann zurück treten. Das geht. Haste deinen 40zigsten denn schon gefeiert? Sonst is nix mit dem Amte.

Nanuk Januar 3, 2012 um 08:56

Gesucht wir ein Mensch mit einem Koffer voll Selbstironie das Schloss Bellevue ist bezugsfertig…

Ha morgens mit dem Hund durch den Park schreiten… herrlich.Ich werde auch die Renovierung durch setzen… und die Mamutbäume.Freundlich die Gärtner grüssen über die neusten Rosen quatschen… bringe auch meine Bonsai mit für die Deutsch Japanische Freundschaft… dann fahre ich durch die Welt schade das ich nicht mal die Geschenke behalten darf…

Nanuk Januar 3, 2012 um 08:57

“Haste deinen 40zigsten denn schon gefeiert? Sonst is nix mit dem Amte.”

Ne leider nicht… aber der kommt bestimmt und so lange bleibt der eh noch im Amt :)

Nanuk Januar 3, 2012 um 09:00

Roman Herzog man kann ja Politisch zu dem stehen wie man will aber Selbstironisch war der… der hat sich nicht so wichtig genommen.

Nanuk Januar 3, 2012 um 09:09

http://www.museumsmagazin.com/2010/01/berlin/staatsgeschenke/

Daran sieht man wie kleinlich dieses Land ist bis 150 Eur darf man behalten Adenauer hat das noch selbst entschieden…

Nanuk Januar 3, 2012 um 09:14

“Ein Finanzminister kann als privater Sparfuchs zur Kultfigur werden, vom Bundespräsidenten wird erwartet, dass er Großzügigkeit walten lässt.”
Nils Minkmar

Wie will man den da Großzügig sein wenn man nur von Korruptionsbeauftragten umgeben ist das geht nicht…

holger Januar 3, 2012 um 09:17

Nanuk

—>>>Ne leider nicht… aber der kommt bestimmt und so lange bleibt der eh noch im Amt”

könnte ich nicht mal kurz eben… dauert auch nicht lange, dann kannst ja du.

Systemfrager Januar 3, 2012 um 09:17

Wir sollen Unterschriften für Wulff sammeln.

Er entspricht dem realen Muster/Prototyp unserer Politiker, er ist das beste Produkt und Ergebnis dessen, was unsere – real existierende kapitalistisch-parlamentarische – Demokratie wirklich ist und was sie produziert. Und so etwas wollen wir uns doch nicht wegnehemen lassen.

Unterschriften für Wulff!

Wir sollen wir die Bauer schlau sein. Warum wollen sie ihren Pfarrer nicht absetzen, als es sich herausgestellt hat, er hat was ausgefressen. Dieser ist dann bedient – gewissermaßen hat man ihn auch in der Hand -, wenn der neue kommt, der würde ihnen auch was nehmen, und so etwas sollte dann so selten wie möglich geschehen. So schlau – die Bauer!

holger Januar 3, 2012 um 09:19

Nanuk

bei mir ist der Komprimierte Koffer übervoll. :D Was meinste was der Luebber dann tippseln kann. Muss ich meine Memoaren nicht selber schreiben.

holger Januar 3, 2012 um 09:20

Nee nanuk

erst ist der dran der um 09:17 getippselt hat. Dem gönne ich auch ein BGE :D

KL Januar 3, 2012 um 09:24

Jeder Politiker, der jetzt noch Wulff im Amt halten will, muss wissen, was er tut.
Er zerstört damit die politische Kultur in diesem Land.

Er zerstört damit sicher nicht die ‘politische Kultur’ in diesem, unserem Land, er lässt nur offensichtlich, wie diese Kultur schon sehr lange ist: Unglaubwürdig, verantwortungslos, heuchlerisch verlogen und mithin zynisch sinnleer.”

Mehr könnte ich zu der ganzen Choose nicht sagen.

Daß mancher sich dafür erwärmen kann, diese gewisse große, bekanntermaßen seriöse Zeitung, die für ihre Humanität und Integrität berühmt ist, in ihrem Kampf für politische Hygiene zu unterstützen, ist doch sehr verwunderlich.
Ebenso verwunderlich, daß manche sich für die Würde dieses Amtes engagieren. Seit dem letzten Mann, der es so ausfüllte, daß man Respekt vor der deutschen politischen Kultur bekam, haben die entscheidenden Politiker dafür gesorgt, daß es keiner mehr ausübte, der ihnen durch sein Format gefährlich werden könnte. Seit 1994 ist dieses Amt für mich nichts anderes mehr gewesen, als bloße Manövriermasse im politischen Alltagsgeschäft.

Und nun wird also ein korrupter Nichtskönner in einem durch Besetzung mit Nichtskönnern seit Jahren lächerlich gemachten Amt von einem intriganten und rufmörderischen Titten-Blatt unlauteren Verhaltens wegen angeklagt.

Ich wundere mich etwas über diesen Sturm im Wasserglas.

h.huett Januar 3, 2012 um 09:51

KL

Zynismuskritik ist ein anderer Ausdruck für enttäuschte Liebe. Das schafft die Tatsache des Zynismus nicht aus der Welt, aber kann den Blick darauf verändern. An wessen Seite man sich dabei wiederfindet, ist weniger interessant als die Frage, welche Konsequenzen man daraus zieht.

Vor der Nominierung Horst Köhlers gab es eine interessante Debatte über die politische Substanz des Amtes, manche plädierten für seine Abschaffung, andere für seine Aufwertung durch Volkswahl. Wären Köhler und Wulff je durch eine Volkswahl in ihr Amt gelangt? Was hat den einen zu seiner Beamtenkarriere, was den anderen in die Politik gebracht? Die Unterschiede mögen so groß nicht sein. Eine Gemeinsamkeit werden sie bald teilen: dass sie über die tatsächlichen Gründe ihres Rücktritts schweigen. Sie finden sich nicht im Ende, sondern am Anfang ihrer Karrieren. Letztens hörte ich irgendwie schlaflos ein langes Radiogespräch mit einer gewissen Christa Luft, die anekdotisch aufschlussreich über Begegnungen mit Köhler im Jahr 1990 berichtete. Was Lafontaine u.a. damals richtig vorhersahen, war Horst Köhler aus einr déformation professionelle völlig unzugänglich,da überwölbte der nationale Tremor den ökonomischen Sachverstand wie eine Rundumscheuklappe.

Zurück zum “Sturm im Wasserglas”. Es ist doch aufschlussreich, dass diese Diskussion zeitgleich zur großen Krise, zeitgleich zur Frage nach der Rolle der Politik, zeitgleich zur Frage nach den Grenzen nationalen politischen Handelns auf die Tagesordnung gelangt. Die zurückhaltenden Äußerungen der Oppositionsparteien könnte einer blitzartigen Einsicht in eigenes Unvermögen zuzurechnen sein, sie verhalten sich zur Causa taktisch, manche auch mit dem Ziel einer Schadensbegrenzung im eigenen Lager.

Wie müssten, noch ehe die nächsten Kandidatenkaninchen aus dem Zylinder gezogen werden, die im Grundgesetz beschriebenen Aufgaben des Amtes des Bundespräsidenten künftig ausgefüllt werden, was sind die Erwartungen unserer Gesellschaft, wo reicht die Beschreibung des Grundgesetzes nicht mehr aus?

Von mir aus können wir diese Debatte genau hier führen und in ihrem Verlauf unter anderem die Frage beantworten, ob Wulff diesen Anforderungen (ob ausgesprochen oder nicht) je gerecht geworden ist.

phai Januar 3, 2012 um 09:51

Hape Kerkeling weiß schon warum er Wetten Dass…? nicht moderieren wollte.

Nanuk Januar 3, 2012 um 09:56

@Hütt
“ob Wulff diesen Anforderungen (ob ausgesprochen oder nicht) je gerecht geworden ist.”

Das kann man klar verneinen einen schlechteren Staats Schauspieler hatten wir noch nie da hocken… da war Köhler Nationale ja noch besser.

Nanuk Januar 3, 2012 um 09:59

Btw der Gauck würde in diesem Amt genau so scheitern…

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 10:03

Nanuk

Das ist wohl auch der Grund für ein paar Leute, eine Kampagne für Georg Schramm als nächsten Bundespräsidenten zu starten.

Nanuk Januar 3, 2012 um 10:05

@Hütt
Der ist verrückt genug dafür… :)

Doktor D Januar 3, 2012 um 10:12

Michael Spreng, der ein bisschen was weiß über die Prozesse der Springer-Presse, zum Anruf auf die Mailbox: http://www.sprengsatz.de/?p=3786

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 10:14

Nanuk

Genau deshalb. Er wäre eine selbstdisziplinierte politische loose cannon on board. Unbestechlich. Selbstkritisch. Und jederzeit bereit zu rhetorischen Blutgrätschen in den Betrieb.

Bloß: wer wäre im aktuellen politischen Betrieb bereit, ihn zu nominieren? Die Linke hat etwas wiedergutzumachen. Ihre schändliche delivery bei der Wahl Wulffs. Sie könnte mit dem Vorschlag Schramms eine unparteiische Morgengabe für ein neues Bündnis liefern, das nicht nach parteipolitischen Grenzen schielte.

Nanuk Januar 3, 2012 um 10:16
Nanuk Januar 3, 2012 um 10:27

@Hütt
Die Menschen würden ihn auslachen… das ist traurig aber Wahr.

Horst Schmidt Januar 3, 2012 um 10:38

Warum sollte man Georg Schramm seiner Kraft berauben und ihn zur Kastration freigeben?

Selten solch Blödsinn gelesen.

f.luebberding f.luebberding Januar 3, 2012 um 10:41
Niedersachse Januar 3, 2012 um 10:54

“niedersächsische CDU distanziert sich von Wulff”
Hat da jemand Angst vor der nächsten Landtagswahl??

h.huett Januar 3, 2012 um 10:56

Niedersachse
Diese Frage stellt sich die niedersächsische CDU zwei Wochen zu spät. Sie hätte sich dazu in der Sitzung des Ältestenrats anders verhalten müssen. Die Angst hat sie damals zusammengeschweißt und jetzt auseinander getrieben.

holger Januar 3, 2012 um 10:58

Via G+ :D irgendwie lustig dort

http://soundcloud.com/malotki/dieckmanns-ab

Nanuk Januar 3, 2012 um 10:59

@hütt
»Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen«.

Es muss immer wage bleinben damit es nicht zu sehr weh tut… das sind vieleicht schon die Anfänge des Asiatischen Jahrzehnts deren Kultur durch und duch auf Symbolen beruht sogar ihre Schrift besteht aus Symbolen…

Morph Januar 3, 2012 um 11:02

@Hans Hütt

“Von mir aus können wir diese Debatte genau hier führen und in ihrem Verlauf unter anderem die Frage beantworten, ob Wulff diesen Anforderungen (ob ausgesprochen oder nicht) je gerecht geworden ist.”

Gut. Machen wir’s kurz: Der Figur des Staatspräsidenten passt nicht mehr ins nachbürgerliche Zeitalter. Der Staat hat sich heute zu einer im Ganzen unkalkulierbaren und im Teil hochspezialisierten Organisation entwickelt. Seine Verkörperung in einem humanistisch motivierten, gebildeten und geschmackvollen Oberhaupt ist anachronistisch geworden. Der Staatspräsident (im Unterschied zum Regierungschef!) kann heute nur noch geheuchelt werden. Zwar war das bürgerliche Zeitalter schon in seiner Hochphase als Heuchelei durchschaubar, aber wenigstens war die Fassade machtgeschützter Innerlichkeit so blickdicht, dass man noch mit Pathos Antibürger sein und darin die Wahrheit bürgerlicher Emanzipation retten konnte.

Aber heute, in Zeiten selbstläufiger Teilsteuerungen, die ein Ganzes nur noch ex negativo kennen, nämlich als überwachungspolitisches Exklusionszonenmanagement (Stw. FRONTEX & INDECT), in Zeiten entfesselter Obszönität, in Zeiten des ideellen Gesamtvoyeurismus mal ideeller Gesamtzotigkeit, in diesen Zeiten sollten wir uns das idiotische Schauspiel einer Staatspräsidente: Papamama aller Deutschen, ersparen.

Der Vorschlag Georg Schramm zu küren, ist übrigens ein Regressionssymptom eigenen Rechts. Die Welt ist ein Schauspielhaus, wohl wahr, aber keine Kleinkunstbühne!

KL Januar 3, 2012 um 11:06

@Doktor D

“Und im Abgang schafft er es noch, BILD und den BILD-Chefredakteur zu Helden der Pressefreiheit zu machen. Sauber hingekriegt, Herr Präsident.” – Jo, that’s it. Was für eine Null.

@h.huett
Die gewisse Christa Luft ist mir natürlich bekannt, die Wirtschaftsministerin der letzten Modrow-Regierung, eine von den intelligenten Expert/innen, die in normalen Zeiten in der Politik immer in der dritten Reihe steckenbleiben.
Was sie über Köhler sagt, überrascht mich nicht. Der Mann war ja 2005 zu doof, zu bemerken, was er sagte, als er Schröders Parlamentsauflösung u. a. mit den Worten rechtfertigte, der Kanzler habe ihm glaubhaft versichert, er könne sich nicht mehr auf das Abstimmungsverhalten der Regierungsfraktionen verlassen. Ich weiß nicht, ob damals irgend jemand öffentlich bemerkt hat, daß der Präsident hier die Erfüllung eines Verfassungsauftrags durch Parlamentarier, die praktizierte Gewissensfreiheit bei Abstimmung, zur Legitimation einer Parlamentsauflösung anführte.

Erst der Kasper Herzog, dann die Altersversorgung für Rau, schließlich der hinterwäldlerische Angestelltentyp namens Köhler und schließlich diese Lusche Wulff. Was für ein Reigen staatspolitischer Inkompetenz . Es ist so deprimierend, daß ich beschlossen habe, emotional keinen Anteil mehr am Verfall der Verfassungsinstitutionen dieses Landes zu nehmen.

holger Januar 3, 2012 um 11:15

Erst beschädigt Wuff das Amt und das Amt Wuff und nun soll auch noch der Schramm weggeschrammelt/beschädigt werden. Jetzt reicht es aber wirklich. Der AB von kai ist voll.

h.huett Januar 3, 2012 um 11:16

Morph
“Der Vorschlag Georg Schramm zu küren, ist übrigens ein Regressionssymptom eigenen Rechts. Die Welt ist ein Schauspielhaus, wohl wahr, aber keine Kleinkunstbühne!”

Klar. Aber second order Selbstbeobachtung des Systems. Da kommen Funktion und Verkörperung zu einer erhellenden Symbiose. Eine ganz andere Frage ist, wie weit dieser Vorschlag fefes es in der politischen Praxis bringen wird. Ich habe manchmal auch Sympathie für Vergeblichkeiten.

KL Januar 3, 2012 um 11:21

@Morph

Ich frage mich hin und wieder, ob es nicht an der Zeit ist, das Drei-Gewalten-Modell zu überschreiten. Der Präsident hat doch keinerlei wirklichen Sinn, er ist doch nur der Wurmfortsatz, der früher Monarch war. Zur Zeit Montesquieus war es sinnvoll, einer ‘natürlich’ herrschenden Schicht, dem Monarchen mit dem Adel, eine gewählte Versammlung eines weiteren Standes gegenüberzustellen. Aber in der bürgerlichen Republik ? Wozu wählt man einen Präsidenten, wenn er keine reale Macht hat ? Da scheinen mir Amerikaner und Franzosen konsequenter zu sein. Die Deutschen sind wohl nach ’45 nicht von ihrem Anführerkomplex losgekommen, vor dem sie zugleich – mit Grund – Angst bekommen hatten. Sonst hätten sie sich vielleicht entschieden, entweder einen starken Exekutivpräsidenten oder gar keinen zu haben.

Ein starker Präsident hätte dann als Chef der Exekutive, Chef seiner Regierung, ein effektives Gegengewicht in einem Parlament zu finden. In Deutschland ist die Regierung aber gerade nur, was Lenin der bolschewistischen Organisation verpaßt hatte: ein Exekutivausschuß einer Deputiertenversammlung. Das bestimmt doch uneingestanden die politische Praxis (Fraktionszwang) und deshalb war Köhler ja so ungeschickt, sich auf das unkontrollierbare Abstimmungsverhalten der Regierungsfraktionen als einen Grund für die Parlamentsauflösung zu berufen. Da hat er an die verschwiemelten Üblichkeiten gedacht und die Verfassung vergessen, die er wahrscheinlich im Leben nicht begreifen wird. Wenn er sie überhaupt je gelesen haben sollte.

kurms Januar 3, 2012 um 11:25

Also Dombrowski bringt sich schon gerne mal für eine Nominierung ins Gespräch. Soviel ich weiß, hat auch jedes Mitglied der Bundesversammlung Vorschlagsrecht. Von daher besteht ja Hoffnung daß Georg Schramm nominiert würde. Seine Vorstellungsrede könnte dann ein Highlight werden. Gewählt würde er selbstverständlich nicht.

holger Januar 3, 2012 um 11:30

kurms

—>>> Seine Vorstellungsrede könnte dann ein Highlight werden. Gewählt würde er selbstverständlich nicht.”

Genau… nur die Rede würde mich entzücken. Wenn der militärisch geschulte Schramm unter der fetten Henne, den Advokaten unter Vakuum geschulten Pädagogen, Weicheiern mal den Arsch aufblasen tuen würde.

Nanuk Januar 3, 2012 um 11:57

@holger
“Genau… nur die Rede würde mich entzücken. ”

We love to entertain you…
http://www.youtube.com/watch?v=5syxlL-yXZo&feature=related

Merkur Januar 3, 2012 um 12:25

Hahahaha, wir sind also alle dem Thema Eurokrise, Schuldenkrise, Bankenkrise und so überdrüssig geworden?
Oder warum stürzen sich alle alle Deutschen in Wahnsinnstheorien zu einem verhältnismäßig unwichtigen Thema?
Oder passiert grad einfach nix weil die Bankiers dieser Welt immernoch auf Skiurlaub in den Alpen oder in Aspen sind?
Da hat der Wulff ja doppelt Pech gehabt, erst kommt dieses Affärchen raus und dann auch noch grade dann wenn in der Finanzkrise grad nix passiert – also ich hab Mitleid mit unseren Bundespräsidenten…. ;-)

Merkur Januar 3, 2012 um 12:30

Oder sind uns einfach diese Milliädrchen und Billiönchen die uns in die letzten Jahren täglich um die Ohren geflogen sind zu viel geworden, und über die Weihnachtszeit wollen wir, besinnlich wie wir über diese Tage ja immer werden, den kleinen Dingen wieder Aufmerksamkeit schenken?

Merkur Januar 3, 2012 um 12:37

Und Perfekt zusammengefasst ist das ganze eh genau hier:
http://sozialtheoristen.de/2012/01/03/wozu-sich-gedanken-machen/

gelegentlich Januar 3, 2012 um 12:59

Wollen wir mal wieder zur Hauptsache dabei zurückkehren?
sk8erBLN hatte sie m.E. richtig beschrieben:
,,Und es bleibt die immer noch offene Frage ob und ggf. wer die Beseitigung der Marionette Wulff in Auftrag gegeben hatte und was der genaue Anlass dafür war.”
Bisher sieht es aus wie eine geplante Intrige, bei der das wirkliche Motiv dafür noch nicht auf dem Tisch liegt.

Die Sachen selber, so unappetitlich sie sein mögen, sind relativ (zu dem, was ähnlich rangige Führungspersönlichkeiten bisher gezeigt haben) eher kleine Fische. Gegenüber einem Koch oder Mappus oder gar Strauß ist das ein Milchgesicht.

Als Steuerzahler finde ich das Folgende (falls die Sponsorenzuschüsse wirklich steuermindernd als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können) erheblich schädlicher: http://www.am-ende-des-tages.de/photos/081218-nord-sued-dialog/
Eine öffentliche Veranstaltung, die indirekt mit öffentlichen Mitteln bezahlt wurde, und die nichtöffentlich war. Dieser ganze symbiotische subventionierte Selbstfeierzirkus dieser ,,Elite” , beahlt mit unserem Geld – zum Teufel damit!

Reinhard Januar 3, 2012 um 13:15

“Bisher sieht es aus wie eine geplante Intrige, bei der das wirkliche Motiv dafür noch nicht auf dem Tisch liegt. ”

Nein. Es sah “nur” nach einer verdammt guten Story aus, die Wulff jedoch mit sofortiger Offenheit und Transparenz gut überstanden hätte. Da er sich jedoch so selten dämlich verhalten hat, dass er sich selbst ins Aus schiesst, ist ganz alleine seine Verantwortung. Nicht alles ist immer gleich eine Verschwörung. Manchmal passieren Dinge, weil Menschen Fehler machen.

Systemfrager Januar 3, 2012 um 13:17

Na, wie sieht es aus
sammeln wir nun Unterschrifeten für Wulff?
und wenn wir dabei sind, ich schlage vor

Wulff soll lebenslang Präsident bleiben

Die Vorteile liegen klar und eindeutig auf der Hand:
- Er hat schon seinen Kredit (seine Urlaubsreisen, usw.), ein zweites Mal wird er nicht versuchen müssen
- Er ist angeschlagen, also wird er keine weiteren Dummheiten wagen

Was will man mehr?

h.huett Januar 3, 2012 um 13:21

Robert von Lucius, einst Südafrika- heute Niedersachsen-Korrespondent der FAZ, schreibt heute in der Printausgabe ein Porträt des Leiters des Bundespräsidialamtes, Lothar Hagebölling.

Einen Hinweis finde ich besonders interessant: den Hinweis auf Hageböllings Antrittsvorlesung als Honorarprofessor an der TU Braunschweig zum Thema “Der Bundespräsident – Staatsnotar oder staatspolitischer Libero”.

Wir kennen diese Vorlesung nicht, können uns nur mittelbar vorstellen, in was für einen Rollenkonflikt ein Staatsnotar gelangt, wenn sein Umgang mit Verträgen in eigener Sache so fatal erklärungsbedürftig geworden ist.

Als staatspolitischer Libero kann er im Grunde nur noch den Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabucco singen. Freiheit und Unbefangenheit sind dahin.

Nanuk Januar 3, 2012 um 13:28

“Als staatspolitischer Libero kann er im Grunde nur noch den Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabucco singen. Freiheit und Unbefangenheit sind dahin.”

http://www.youtube.com/watch?v=XttF0vg0MGo&feature=related

Das singen doch alle Hütt und der Wärter heist Sachzwang…

Nanuk Januar 3, 2012 um 13:33

http://www.youtube.com/watch?v=0xFO_0QQJik&feature=related

Das ist ja das tolle an Andre Rieu da klingt selbst das noch nach Party…

gelegentlich Januar 3, 2012 um 13:42

@Reinhard

,,Nein. Es sah “nur” nach einer verdammt guten Story aus, die Wulff jedoch mit sofortiger Offenheit und Transparenz gut überstanden hätte.”

Es tut mir leid, aber ich finde das naiv. Springer hat verdammt viel sehr gute Journalisten unter Vertrag, die sehr gut recherchieren können und das auch tun. Was davon veröffentlicht wird entscheiden die aber nicht. Es sei denn es paßt auch zu den Interessen des Hauses. Diese Kreditnummer (ca. 20 000 Euro geldwerter Vorteil) ist ein tatsächlich sehr kleines Ding – in Relation. Zu einer Intrige paßt dass nur unscharf (!) andeutet, dass etwas kommt, und den Betroffenen dazu bringt, panisch überzureagieren, weil er nicht hinreichend genau weiß was kommt. Jedenfalls macht man das so wenn man Jemand abschießen will. So ist es bisher ja auch gelaufen. Man läßt nicht los, bis er endlich aufgibt. Von Weihnachten bis Neujahr schien die Sache zu ruhen; also kam die Veröffentlichung interner Telefonate durch Dritte, auch passend zu einer Intrige.
Deren wirkliches Motiv aber nicht auf dem Tisch liegt!

Systemfrager Januar 3, 2012 um 13:50

Tja,
wer weiß!
Vielleicht muss Wulff gehen, damit die SPD den Posten bekommt (sie hat sonst keinen Kanzlerkandidaten, den ein normaler Mensch wählen würde)
Dann wird unsere eiserne Lady die Kanzlerin der GroKoz bleiben können.
Alles klar?
Was für ein Traumpaar:
Gauck & Angela
;-)

Reinhard Januar 3, 2012 um 13:54

“Was davon veröffentlicht wird entscheiden die aber nicht.”

Das entscheidet Diekmann und Diekmann ist an einer guten Story interessiert, die zugkräftige Schlagzeilen verspricht und BILD ein wenig journalistischen Anspruch verleiht, verliert die BILD (wie alle anderen ja auch) Jahr um Jahr an Auflage. Diekmann denkt hier wirtschaftlich-egoistisch an die Zeitung, der er vorsteht. Mehr an VT gibt es hier nicht. Und niemand hat Wulff gezwungen sich so selten dämlich zu verhalten, wie es Wulff eben getan hat. Sicher, man hat ihn provoziert, vlt, auch genau in dem Wissen wie selten dämlich sich Wulff verhalten könnte, aber letztendlich ist das SEINE Verantwortung, wie er auf diese Vorwürfen reagiert.

Und wie bei Guttenberg, so zeigt sich auch hier, dass diese Leute nicht über die Presse stolpern (bzw. Guttenplag), sondern einzig und alleine über sich selbst, weil ihre Innensicht nicht mehr mit der Aussensicht ihrerselbst in Einstimmung gebracht werden kann und sie vor lauter Verblendung nicht mehr abschätzen können, was ihre in ihrer Sicht richtigen Handlungen nach aussen bewirken können.

Ich kann nur widerholen: Man sollte nicht in allem und überall eine Verschwörung sehen wollen, wenn das Offensichtliche auch als Erklärung genügt. Hier ein Chefredakteur mit einer guten Story und dort ein inkompetenter Politiker, der über seine eigenen Unzulänglichkeiten stolpert und dem Chefredakteur frei Haus neue Schlagzeilen liefert. Nicht mehr, nicht weniger.

carlos manoso Januar 3, 2012 um 13:59

@ Morph Januar 3, 2012 um 11:02
„Gut. Machen wir’s kurz: Der Figur des Staatspräsidenten passt nicht mehr ins nachbürgerliche Zeitalter. Der Staat hat sich heute zu einer im Ganzen unkalkulierbaren und im Teil hochspezialisierten Organisation entwickelt. Seine Verkörperung in einem humanistisch motivierten, gebildeten und geschmackvollen Oberhaupt ist anachronistisch geworden. Der Staatspräsident (im Unterschied zum Regierungschef!) kann heute nur noch geheuchelt werden. …, in diesen Zeiten sollten wir uns das idiotische Schauspiel einer Staatspräsidente: Papamama aller Deutschen, ersparen.“

Vollkommen richtig.

Das traumatische Ereignis von Wulffs katastrophalen Drohungen auf dem Anrufbeantworter von BILD-Diekmann (“Krieg”, “endgültiger Bruch”, “Rubikon überschritten”) haben das biochemische Gleichgewicht des nformationsverarbeitungssystems offenbar final zum Entgleisen gebracht. Wulffs finaler Schuss blockiert jetzt das Streben des Systems nach den üblichen adaptiven Lösungen. Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken und Sinngebungen, die von dem betreffenden Katastrophenereignis herrühren, bleiben regelrecht im traumatisierten Nervensystem des Systems stecken.

gelegentlich Januar 3, 2012 um 14:04

@Reinhard
Ich finde dass Deine Linie nicht hinreichend zu den Fakten paßt. Die Annahme, ein Dieckmann könne in einer wichtigen Sache gegen die Interessen des Hauses entscheiden, teile ich nicht. Dass ein Dieckmann aus eigener Machtvollkommenheit im Bedarfsfall den Inhalt vertraulicher Telefongespräche weitergeben darf kaufe ich auch nicht.
Natürlich ist Wulff für seine dämlichen Reaktionen selber verantwortlich. Aber man sehe doch selbst: er brachte eine halbgare Entschuldigung, die Presse war enttäuscht. Wulff sagte dann nach Weihnachten nichts mehr. In dem Moment, wo die Story einzuschlafen droht, kommen jetzt die Sachen, die er im Sommer (!) falsch gemacht hat, vor dieser Ministory mit seinem Baudarlehen. Und so wie es sich darstellt gingen die Andeutungen nicht in die Richtung, dass Wulff annehmen musste, es würde um das Baudarlehen gehen. Nein, so verhält man sich wenn man Jemanden abschießen will. Und das Baudarlehen trägt als Begründung für diesen Wunsch nun einmal nicht. Schon gar nicht Geldgesocks wie denen bei Springer.

holger Januar 3, 2012 um 14:11

Klar… ich bin bekloppt. 2 Kinder, ellenlang (21 jahre) auch noch verheiratet und das mittlerweile auch noch glücklich. Und wer läuft mir über den Weg? Nur Einzeller. Wuff/Luebberding/Huetten und andere. Ich hab jetzt mal mit dem Chef telefoniert, ob das alles so richtig ist… Er sagte: „JA“ Du blöder Hund. Hätte ich mir ja selber ausgesucht. Meinte er. Hier auf Irden geht es nur ernsthaft zu… hat er jedenfalls gesagt. Und dabei gelächelt, verlegen… Da hab ich Cheffe mal gefragt: „Gehts Dir noch gut? Das war um 1000 Jahre zu früh“ 2969 wollte ich erst wieder hier hin. Und was Antwortet der alte, unrasierte Sack? „Alternativ(loser) Buchungsfehler“. Ja toll… sie sind der Meinung das war Spitze oder was? Da verzählen mir alte gebügelte Socken, dass man mal ernst bleiben sollte, wir haben ja noch ein beschädigtes Amt des Bundes Wuff in Belle Wuff. Wenn die wüssten, was sie 2969 erwartet, bei Maxe dem Inzinger im Maggi Kochstudio. Ohne Bundeswuff.

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 14:42

holger
Was macht mich Brutbesorgten zum Einzeller?

snozin Januar 3, 2012 um 14:47

Suche Szenenskripte, Dialoge, Bühnenbilder(!) etc. für den Sketch

“Wulff tritt nicht zurück.”

holger Januar 3, 2012 um 14:59

Ich bin ebenfalls ein Einzeller, der Begriff Einzeller ist für mich keine Beleidigung. Wir können noch in alle Richtungen. Ein Punkt kann machen was er will. Er ist frei. Er ist nur ein Punkt. Einzeller haben alles Überlebt.

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 15:00

snozin
Gibt es schon bei Tucholsky zur Hardenaffäre

Nanuk Januar 3, 2012 um 15:17

@Hütt
Jetzt wird es Geschmacklos… zumindest bei der Titanic… ein griff ins Klo würde ich mal sagen.

Nanuk Januar 3, 2012 um 15:33

Die Titanic spiessiger als Wulf wer hätte das gedacht?
Balzac hätte seine Freude an den Füdlibürgern…

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 15:45

nanuk
Was ist bei der Titanic?

Doktor D Januar 3, 2012 um 15:49
gelegentlich Januar 3, 2012 um 15:54

@alle
Ästhetische Fragen sind halt auch inhaltliche Fragen. Dieser Sachverhalt, egal wie er inhaltlich steht, gehört nicht in die Öffentlichkeit. Punkt.
Als Landei ist mir nicht so klar, wie selbstverständlich oder unmöglich es ist den Inhalt privater Telefongespräche ohne Einverständnis der Gegenseite an Dritte weiterzugeben. Zumindest verstärkt das den Eindruck einer gemachten Kampagne/Intrige, erst recht, wenn das im letzten Sommer war und jetzt (!) erst kommt. Denn das hätte doch zuerst dran kommen müssen, nicht wahr?

holger Januar 3, 2012 um 16:03

Oha Thomas Oppermann (ISDAP) mein Sozialisten Spezi zu Göttingen hat gesprochen. Wenn der was sagt, ist das Gesetz. kein Wunder das er Termine nicht einhalten kann, der Wichtel…

Nanuk Januar 3, 2012 um 16:04

@gelegentlich
“Als Landei ist mir nicht so klar, wie selbstverständlich oder unmöglich es ist den Inhalt privater Telefongespräche ohne Einverständnis der Gegenseite an Dritte weiterzugeben. ”

Anything goes ist längst Mainstream spiessig gerade zu…

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 16:10

gelegentlich

Der Inhalt von Telefongesprächen unterscheidet sich von Nachrichten auf Anrufbeantwortern oder in Mailboxes. Warum? Weil diese bei Leuten wie Diekmann von mehreren bearbeitet werden und jemand, der aufgrund seines Amtes und der damit ebenfalls verbundenen Arbeitsteilung das weiß, schon einen erstaunlichen Kontrollverlust erlitten haben muss, dass ihm so was passierte

Nanuk Januar 3, 2012 um 16:14

@Hans Hütt
Ne das war ja nicht mal ein Kontrollverlust ich hätte dem Dieckmann oder der Titanic jetzt die Eier zertrümmert…

carlos manoso Januar 3, 2012 um 16:17

@ Nanuk Januar 3, 2012 um 15:17
„Jetzt wird es Geschmacklos… zumindest bei der Titanic… ein griff ins Klo würde ich mal sagen.“

Schätze mal, BILD hat da noch ene janz fiese Gechichte in der Pipeline, über die Springer, Bertelsmann und ECFR aus rein rechtlichen Gründen aber noch nicht schreiben lassen will (Intimbereich…).

Vielleicht ist Wulff nach diesem fiesen Enthüllungsartikel von Springer, Bertelsmann und ECFR gar nicht mehr lange genug im Amt des Bundespräsidenten und das formelle deutsche Staatsoberhaupt kann dann gar nicht mehr souverän darüber entscheiden, ob die kommenden Zustimmungsgesetze zum ESM-Vertrag , zum Fiskalpakt und vielleicht sogar noch zur sog „kleinen Vertragsänderung“ (Art. 136 Abs. 3 AEUV) sowie das Gesetz zum Aufbrechen des Grundgesetzes für all diese Mechanismen von sich aus dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorlegt.

Hat Wulff etwa nicht schon vor Monaten gefordert, die Politik dürfe sich nicht „am Nasenring durch die Manege führen lassen von Banken, Ratingagenturen und Medien“ und gab dergestalt die Alternative zu unserem möglichen künftigen Bundespräsidenten Schäuble ?

Nanuk Januar 3, 2012 um 16:17

Kann man doch mal den Justizminister anrufen und mal die Bundesanwaltschaft schicken… im Affenhaus.

Hans Hütt Januar 3, 2012 um 16:18

Nanuk
Aber Du bist nicht Narkozy

Nanuk Januar 3, 2012 um 16:24

@Hütt
Ja dann muss das halt die Merkel machen… daran sieht man wie lächerlich die Politik geworden ist nicht mal gegenseitig decken die sich noch.

Nanuk Januar 3, 2012 um 16:25

Es dreht sich nur noch um sie selbst!

Reinhard Januar 3, 2012 um 16:31

@carlos:
Der gute Mann ist bislang nicht durch entsprechende “Widerstands”-Handlungen aufgefallen. Eine Rede hier und eine Rede da sind halt nur eine Rede hier und eine Rede da.

Dipfele Januar 3, 2012 um 16:35

@h.huett

>Bloß: wer wäre im aktuellen politischen Betrieb bereit, ihn zu nominieren?

http://www.youtube.com/watch?v=SlY6Gg5Riek&feature=player_embedded#at=84

Ich habe diese Bewerbungsrede schon im Juni 2010 zum Anlass genommen, um bei Wahlmännern/-frauen der Bundesversammlung zu antichambrieren, ob sie bereit wären, Lothar Dombriwski die Kandidatur zu ermöglichen. Hat sich aber keiner getraut, weder Schreiner noch Wecker noch Wagenknecht.

Morph Januar 3, 2012 um 16:36

@Nanuk

“Jetzt wird es Geschmacklos… zumindest bei der Titanic… ein griff ins Klo würde ich mal sagen.”

Nein. Was vorher im Internet, in der Welt und bei Günther Jauch gelaufen ist, war allerunterste Schublade. Was Titanic macht, ist dagegen Aufklärung.

Ich werde künftig die Herzens- und Verstandesbildung von Zeitgenossen danach beurteilen, ob sie mir erläutern können, warum der Welt-Artikel zu Frau Wulff abgründig war, dagegen die Titanic-Satire aber – wie so oft bei der Titanic – das ethische Gefüge in der Öffentlichkeit wieder geradezurücken geeignet ist.

(Kleiner Tipp: Nur wer sich angreifbar macht, ist Aufklärer. Heckenschützen können keine Aufklärer sein!).

gelegentlich Januar 3, 2012 um 16:41

@h.huett
Anrufbeantworter, ok. Dennoch sind das ausnahmslos Leute, die im engsten Umfeld von Dieckmann arbeiten. Dass die hinter dessen Rücken, ohne dessen Einverständnis, sowas an Dritte geben kann ich mir nicht vorstellen.
Da aber der relativ schwache Angriff mit der Kreditfinanzierung zuerst kam, und jetzt erst die Sache mit den Anrufen, obwohl die zeitlich früher anzusetzen ist, heißt das für mich: das ist eine Kampagne, den Mann will Springer abschießen.
Nichts da mit Herr Dieckmann will sein Blatt endlich mal journalistisch besser machen. Das glaube ich einfach nicht! Es paßt auch nicht zum Ablauf. Dass FAS, Cicero und Andere das gerne nehmen schon. Aber in dieser Sache ist Springer der Hauptakteur, die anderen treiben bloß.
Titanic: mit solchen Leute möchte man sich doch lieber nicht zum gleichen Zeitpunkt auf irgendeiner Toilette aufhalten.

Nanuk Januar 3, 2012 um 17:02

@gelegentlich
Am ende bleibt nichts anderes übrig als sich ab zu wenden da haben die Zuhälter aus Bulgarien mehr Anstand… es ist erbärmlich.
http://www.youtube.com/watch?v=JSrYBvLq99E

f.luebberding f.luebberding Januar 3, 2012 um 17:15
carlos manoso Januar 3, 2012 um 17:28

@ Reinhard Januar 3, 2012 um 16:31
„Der gute Mann ist bislang nicht durch entsprechende “Widerstands”-Handlungen aufgefallen. Eine Rede hier und eine Rede da sind halt nur eine Rede hier und eine Rede da.“

Nun ja, Bundespräsident Wulff soll immerhin nach seinem Anfall auf dem Anrufbeantworter („Rubincon“) von BILD-Diekmann später erneut Kontakt zu Diekmann aufgenommen haben und seinen früheren Anruf bedauert haben.

Das Szenario einer Entmachtung läuft auch 1970 Jahre nach Caesar nach dem immer gleichen Schema ab. Ein mächtiger Amtsinhaber folgt seinen eigenen Gesetzen oder und lebt irgendwann nur noch in seiner Parallelwelt und verliert den Bezug zur Wirklichkeit. Zum Beispiel droht der mächtige Amtsinhaber auf Anrufbeantworter, das “alles oder nichts”-Spiel zu spielen. Zu 99,9% verliert der Amtsinhaber das Spiel.

Bekanntlich legte sich Caesar im. Januar 49 v. Chr. mit seinem eigenen Parlament an, denn die bewaffnete Überquerung des Rubicon in Richtung Rom war gleichbedeutend mit der Kriegserklärung an den römischen Senat. Der Senat hatte beschlossen, dass Caesar seine Befehlsgewalt niederlegen müsse, ehe er erneut sein Amt kandidieren dürfe. Mit der tatsächlichen Überquerung des Rubicon spielte Caesar das Spiel „Alles oder Nichts“ tatsächlich – gewann so allerdings die absolute Macht.

eFlation eFlation Januar 3, 2012 um 17:37

“Ich bleib heute im Bett.” “Du bist gestern schon liegen geblieben!” “Und heute will ich auch!” “Christian, du bist Bundesprä…”

gelegentlich Januar 3, 2012 um 17:48

@luebberding

Ich bin zwar nicht gefragt, finde die Absicht des Artikels aber leicht zu entschlüsseln: der Mann ist ein schmieriger Typ, der hinten herum unangenehme Dinge fummeln will.
Man fragt sich baff: ja, das wußtet Ihr doch aber schon die ganze Zeit. Warum bringt Ihr das jetzt (!) heraus?

Stephan Januar 3, 2012 um 17:53

Ein flotter Heiliger – davon träumt Deutschland. Träumen Frank und Hans auch davon?

Reinhard Januar 3, 2012 um 17:58

@glegentlich:“Warum bringt Ihr das jetzt (!) heraus?”

Weil es jetzt (!) den größten “Impact” hat. Zeitungen, bzw. die Verantwortlichen bei Zeitungen denken nach meinen Erfahrungen nicht in Kategorien wie “Wahrhaftigkeit” oder anderem naiven Krimskrams, sondern denken nur an ihr eigenes wirtschaftliches Wohlergehen. Und gute Schlagzeilen zum richtigen Zeitpunkt sind hier die halbe Miete.

Morph Januar 3, 2012 um 18:00

@FL

ich finde Stories über die Familienangelegenheiten von öffentlichen Personen grundsätzlich unverschämt (fand ich auch damals bei dem, glaube ich, Habbruder von Schröder unerhört). Sehr verständlich, dass Wulff nicht möchte, dass in seiner Herkunftsfamilie gewühlt wird. Andererseits muss er sich zurechnen lassen, dass er seine familiären Verhältnisse aufs Boulevard-Spiel gesetzt hat. Ich hab da kein Mitleid.

Die Drohanrufe und -aktionen finde ich angesichts der Pressemächte, um die es hier geht, nicht wirklich empörend.

Was ich in diesem Fall beobachte, ist allein dies: Einer, bei dem öffentliche Rede und privates Tun derart auseinanderklafft, dass die Inszenierung des ideellen Gesamtbürgers nicht gelingt. Kein Präsident der Nachkriegsgeschichte, weder Scheel noch Carstens (um die geringeren Minderleistungen zu nennen), weder Lübke noch Köhler (um die gravierenden Minderleistungen zu nennen) sind in einer derartigen Nichtentsprechung von Amtsrede und Privatverhalten auffällig geworden.

Der erste Schirrmacher-Artikel hat für meine Begriffe den Fall bündig eingeordnet und den Rücktrittsgrund hinreichend entwickelt. Alles danach hat die Gründe nicht einsichtiger, sondern den Fall peinlicher gemacht.

Morph Januar 3, 2012 um 18:04

wobei Christian Wulff natürlich die PERFEKTE Instantiation des REALEN Gesamtbürgers verkörpert. Da hat der Weltgeist mal wieder sehr exakt gearbeitet. Auch der Name: Christian Wulff, scil. gescheitertes Abendland mal Hobbes, stimmt ja ganz genau!

Morph Januar 3, 2012 um 18:15

OT

Gerade im Radio gehört: Der Postbote, der früher einmal ein Mittelstandsberuf war, ist in den Niedriglohnsektor abgerutscht. – An diesem Beispiel ließe sich ein Theorie der gegenwärtigen mitteleuropäischen Gesellschaft entwickeln.

Bürger Januar 3, 2012 um 18:21

“wobei Christian Wulff natürlich die PERFEKTE Instantiation des REALEN Gesamtbürgers verkörpert”

Frechheit!

h.huett Januar 3, 2012 um 18:27

Morph OT
Woher hast Du die Idee, dass Postgote ein Mittelstandsberuf war? Es war ein Aufsteigerjob der lange vor der Prekarisierungsgeschichte manchen Postboten einen Zweitjob ermöglichte.

h.huett Januar 3, 2012 um 18:29

Morph

“Der erste Schirrmacher-Artikel hat für meine Begriffe den Fall bündig eingeordnet und den Rücktrittsgrund hinreichend entwickelt. Alles danach hat die Gründe nicht einsichtiger, sondern den Fall peinlicher gemacht.”

D´accord!

Morph Januar 3, 2012 um 18:30

@Hans Hütt

aus dem Radio. Wobei: Um die Postgoten sollte man sich diagnostisch auch mal bemühen. :-)

h.huett Januar 3, 2012 um 18:31

Stephan

Ich bewahre meine Träume vor der Politik und die Politik vor meinen Träumen. Das ist bei manchen Österreichern bekanntlich anders.

Morph Januar 3, 2012 um 18:32

@Bürger

“Frechheit!”

Schau nur genau hin, bevor Du den Abwehrschimpf kommunizierst, schau seeehr genau hin! ;-)

Stephan Januar 3, 2012 um 18:43

@Hans
Sehr schön. Ja wir Österreicher waren schon immer sehr visionär mit unseren Träumen. Schließlich haben wir die Traumdeutung erfunden. Es gibt aber auch ein paar Deutsche die das ganz gut können: Bitte hör nicht auf zu träumen. Du wirst das auf deine alten Tagen aber vielleicht nicht mehr lernen?

holger Januar 3, 2012 um 18:44

Morph

—>>>Wobei: Um die Postgoten sollte man sich diagnostisch auch mal bemühen.”

Siehste… mal wieder nix kapiert. Es gibt kein Post. Noch Future. Du Postmorph Du.

h.huett Januar 3, 2012 um 18:49

Dipfele

Ausnahmsweise bin ich mal pathetisch: Trotz und wegen seiner Wildheit könnte Georg Schramm für Deutschland sein und werden, was Václav Havel für die Tschechoslowakei und Tschechien war.

f.luebberding f.luebberding Januar 3, 2012 um 18:50

Morph

Was ist jetzt das Problem mit Wulff? Den Artikel über seine Halbschwester wollte er verhindern, konnte es aber nicht, weil diese selbst über ihr Verhältnis zum Bruder Auskunft gegeben hatte. Der Artikel hat auch keine größere Bedeutung gehabt. Ich wusste noch nicht einmal, dass er Geschwister hatte. Das interessierte mich auch nicht. Ich hatte das Bild von Wulff, was er uns selber berichtet hatte: enge ökonomische Verhältnisse. Zwei gescheiterte Ehen der schwer kranken Mutter. Mehr auch nicht. Aber dieses Image war schon nicht unwichtig für den Politiker Wulff, wie auch die Welt in ihrem Artikel deutlich macht. Nun hat heute der Stern eine neue Geschichte gebracht.

http://www.stern.de/politik/deutschland/neues-in-der-praesidentenaffaere-fuer-eventmanager-wulff-sprach-sponsoren-an-1769255.html

Die Welt hat das aufgenommen. Es geht um Geerkens und seine Rolle beim Verkauf des Elternhauses.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13796547/Geerkens-half-Wulff-bei-weiterem-Immobiliendeal.html

Das Interesse an Wulffs Biografie ist keineswegs das Interesse des Boulevards. Es geht darum zu verstehen, ob das Bild, das wir von Wulff hatten, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Und das ist nur aus einem Grund wichtig: nämlich zu verstehen, wie es passieren konnte, dass bei Wulff seine politische Rolle und seine ökonomischen Interessen offenkundig nicht voneinander zu trennen gewesen sind.

Morph Januar 3, 2012 um 18:51

@holger

“Postmorph”

:-)

f.luebberding f.luebberding Januar 3, 2012 um 18:54

Morph

Im übrigen ist es eine Verharmlosung jetzt immer von dem idealen Gesamtbürger oder dem Heiligen zu reden, den man angeblich im Bellevue erwarte. Das ist Unsinn. Man muss kein Heiliger sein, um sich nicht korrumpieren zu lassen. Deshalb hatte sich auch niemand für Wulffs Halbschwester interessiert. Nur hatte es auch niemand für möglich gehalten, dass Wulff so ist, wie er ist.

Morph Januar 3, 2012 um 18:58

@FL

“Im übrigen ist es eine Verharmlosung jetzt immer von dem idealen Gesamtbürger oder dem Heiligen zu reden, den man angeblich im Bellevue erwarte. Das ist Unsinn.”

‘Heiliger’ ist natürlich Blödsinn. Trotzdem: Das Bundespräsidentenampt stellt Erfordernisse, die nicht mehr so ganz in die Zeit passen.

h.huett Januar 3, 2012 um 18:59

Naja, Stephan, die Österreicher haben Freud nach London vertrieben und die Berggasse als Schrein inszeniert, als es wieder geboten schien. Meine Träume kommen ohne Kitsch aus.

h.huett Januar 3, 2012 um 19:01

Morph
Postgote ist eine Wortschöpfung meines Vaters. Unserer war einer.

holger Januar 3, 2012 um 19:04

@ Morph Januar 3, 2012 um 18:51

freut mich das es dich erheitert :D

Reinhard Januar 3, 2012 um 19:06

“Das Bundespräsidentenampt stellt Erfordernisse, die nicht mehr so ganz in die Zeit passen”

Ach so, dann wird Korrumpierbarkeit und Inkompetenz bei Politikern ausdrücklich gewünscht?

Horst Schmidt Januar 3, 2012 um 19:19

Ich könnt mich kringeln. Ja sans denn alle narrisch?

“Ausnahmsweise bin ich mal pathetisch: Trotz und wegen seiner Wildheit könnte Georg Schramm für Deutschland sein und werden, was Václav Havel für die Tschechoslowakei und Tschechien war.”

Und dann z.B. einen Aufruf zum Krieg gegen Iran ins Leben rufen.
Sowie Havel für den Irak-Krieg des George W. Bush.

Was haben Havel und der Freiheitswille + Mut der Tschechoslowaken und Georg Schramm und der/die untertänigste/n Deutsche/n gemein?

h.huett kommen Sie zur Vernunft.

Stephan Januar 3, 2012 um 19:21

@Hans
(1) Waren wir damals alle schon vereinigt im 1000-jährigen Reich und eine Unterscheidung AT/DE macht da wenig Sinn und (2) life is a bitch. Jewish Chronicle: How a Nazi saved Sigmund Freud Mit deinem Halbwissen kommen wir da nicht weiter. Egal. Das ist sowieso OT. Lassen wir es also.

h.huett Januar 3, 2012 um 19:27

Stephan
Der Export kam aus Braunau und wurde via Braunschweig auf Umwegen ins Amt gehievt. Halbwissen unterscheidet sich von Nichtwissenwollen.

PS: Diese gute Nazistory ist Halbweltwissen. Es reicht sich an die von Freud unter Zwang unterschriebene Erklärung zu erinnern, dass er die Gestapo jedermann wärmstens empfehlen könne. Scheint geholfen zu haben?

Stephan Januar 3, 2012 um 19:34

@Hans
Wie gesagt lassen wir es. Ich habe nicht vor mich auf so ein Niveau runter zu bewegen. Da wird mir schwindelig ;~)

Goodnight Januar 3, 2012 um 19:40

Herr Wulff ist ein Schauspieler.
Er spielte die Rolle von Schwiegermutters Liebling.
Es war seine einzige Rolle. Es war die Rolle seines Lebens. Und er spielte sie perfekt. Zu perfekt. Er lächelte, nickte und lobte immer.
Wo ein von Gutenberg sich in seinem Bemühungen zum Übercharakter verstrickte, da verlor Wulff jegliche Struktur im Vermeiden von Ecken, Kanten, Narben, Konturen, Risiken, Konflikten, von dem was wir Charakter nennen.
V. Guttenberg war Doktor, Historiker, Gebirgsjäger, Multimillionär, Staatsmann, Modell, Vater, Sohn, Manager, Weltretter, Wein- und Schachexperte, Philosoph und hätte er mehr Zeit gehabt so wäre er noch Pilot, Kosmonaut, Schriftsteller, Dichter und so weiter geworden.
Herr Wulff war nie ein “ein”… sondern immer nur kein:
Kein Genie, kein Killer, kein Frauenheld, kein Ideologe, kein Intellektueller, kein Macher, kein whatever.
Wulff war nett.
Wulff war eine leeres Blatt, was man tagtäglich neu beschreiben konnte. Eben Schwiegermutters Liebling. Einer der zu jedem misslungenen Kuchen lächelte: “doll wie der schmeckt”.

Und so kommt es, das ihn die “Bild” nun neu schreiben kann. Den Wulff. Sie schreiben ihm den Charakter in die Person, dem er immer
ausgewichen ist. Er ist plötzlich “ein” und nicht mehr “kein”. Er ist ein Freund seltsamer Personen, ein Schuldner, ein Netzwerker, ein Spieler…und er ist nicht mehr nett.

Können wir dem folgen? Kaum. Wulff ist zu leer um ihn plötzlich zu füllen. Deshalb dauert es so lange, bis man ihn voll zu schreiben kann, bis man das “ein” hinter dem Lächeln von Wulff zu sehen meint.
Das schützt ihn…eine Zeit…aber dann ist sein Problem: Er kann dem geschrieben “ein” kein eigenes “ein” entgegensetzen, weil er hat nur ein “kein”, d.h. er tritt weiterhin vor die Presse, lächelt und sagt, was er nicht ist.
Das ist seine einzige Verteidigungslinie. Eine andere Möglichkeit ist nicht. Weil jedes “ein” welches er hervorzaubern sollte genauso schockieren würde wie die Bestätigung des von “Bild” beschriebenen “ein”.
Herr Wulff ist ein leeres Blatt. Er ist nur ein Lächeln. Und daher ist Aufklärung in diesem Fall ausgeschlossen. Er kann nur einen Weg wählen, den Abgang.
Zurück zum “kein”.
Lächelnd.

“But… but when you smile… oh darling, when you smile, that’s what I live for. When you smile.”
(the manchurian candidate)

Andreas Kreuz Januar 3, 2012 um 20:16

@goodnight und @all

Was ist das für ein Land,
was sind das für politische Führungskräfte,
was ist das für eine Bundesversammlung,
in dem und mit der ein “KEIN” zum Bundespräsidenten gewählt wird?

Wobei – die Alternative war ja nicht besser, nur anders…

gelegentlich Januar 3, 2012 um 20:16

@goodnight
Ok, die Unterscheidung zwischen ,,ein” und ,,kein” verwischen zu können mögen wir als sein Lebenswerk betrachten. Ich kann nicht erkennen warum ihm nur der Abgang bliebe. Wenn er klug ist und ein wenig aussitzt (die berichteten Fehlreaktionen sind ja vom letzten Jahr) muss er vermutlich nicht gehen. Im Moment ist er Bundespräsident, von dem sich herausstellt, auch für die,welche das nicht wissen wollten, dass er ein A… ist wie alle Anderen. Die größte Partei, die der Nichtwähler, sagt: na und? (Umfragen)
Die Franzosen (danke,@Stephan) lachen darüber, dass wir uns damit groß befassen.
Die Sache, über die der Stern berichtet, ist in der Tat widerlich. Aber Leute, die z.B. in Hessen wohnen, werden dazu nur müde schmunzeln.
Über Brender sagt man er habe in dem Moment gehen müssen als er anfing, sich den üblichen Pressionen der Parteipolitiker beim ZDF zu entziehen. Merkel hätte erklärt er hielte sich nicht an die Spielregeln, also solle er gehen.
In der causa Wulff gibt es also nicht Bewegendes außer alten Kamellen, die im Zuge einer Springer-Intrige jetzt aufgefahren werden. Basta!

holger Januar 3, 2012 um 20:34

@ gelegentlich

—>>>Die Sache, über die der Stern berichtet, ist in der Tat widerlich.

Ja ist denn schon wieder Hitlers Tagebücher Zeit? Nach Hitlar der Wuff

Hat der auch Tagebücher der Wuff? Poesiealbum Wuff Confidential Uaurpator Duce.

h.huett Januar 3, 2012 um 20:35

gelegentlich

Kommen wir zurück zur Funktionsbestimmung, die der Leiter des Bundespräsidialamts in seiner Antrittsvorlesung in Braunschweig erörtert hat: der Staatsnotar (den staatspolitischen Libero können wir getrost fallenlassen, weil Freiheit für ihn als Spielmacher nicht in Sicht ist).

Was ist denn von einem Notar zu halten, von seiner Sorgfalt in der Bearbeitung und Signierung von Urkunden, der vorgeblich private Transaktionen, die mehr als nur ein Geschmäckle enthalten, jeweils dann zu korrigieren bzw zu bemänteln versucht, wenn sie ans Licht der Öffentlichkeit gelangen? Was ist davon zu halten, dass das Bedachtsein auf den eigenen Vorteil über den ersten und den zweiten und dritten Anlass in Fortsetzung praktiziert wurde?

Ist das die große Unschuldvermutung? Fehlendes Rechtsbewusstsein? Oder eine kleinkarierte “mir kann keiner”-Haltung? Was ist von dem Mann im Fall einer tatsächlichen Krise zu erwarten?

Und was verdanken wir ihm als medienpolitische Morgengabe, die BILD-Zeitung zum Sturmgeschütz der Meinungsfreiheit geadelt zu sehen? Das Argument zur politisch irrelevanten Gruppe der Nichtwähler besagt nichts außer einer Wurstigkeit, der a priori alles egal ist. Es erinnert fatal an Noelle-Neumanns Schweigespirale, ein untauglicher Versuch, unerfreuliche Tatsachen wegzuerklären.

Nanuk Januar 3, 2012 um 20:46

So Mädels da ihr alle so empört seit…
Noch ein Kommentar zur Kausa Wulf…
Forza Italia denkt mal drüber nach schafft ihr schon.

wowy Januar 3, 2012 um 20:47

Nach dem gefühlten 1000. Artikel zu Wulff in der Mainstreampresse wird mit jeder Schlagzeile offensichtlicher, dass Wulff weg soll. Und zwar n i c h t, weil er einen Kredit für sein Klinkerhaus aufgenommen hat, etc., sondern weil es einen anderen Grund gibt, den uns die Presse bisher verschweigt. Das Spiel soll soweit gedreht werden, bis Wulff zurücktritt.
Das GG sieht allerdings nur ein Abwahlverfahren für den BP vor. Warum geht man nicht diesen Weg? Mit allen Konsequenzen?
Warum werden die Schlagzeilen immer martialischer und die Artikel immer schwülstiger, voll von Andeutungen?
Wo bitte ist im GG geregelt, dass die Mainstreampresse in einer konzertierten Aktion ohne gerichtsfeste Beweise einen BP zu Fall bringen kann? Verstehen wir darunter die 4. Gewalt, die aufklärt?
In was für einem Land leben wir eigentlich? Wenn das Schule macht, dann gute Nacht Deutschland!
Ich bin wirklich überrascht, wie viele Leute das anscheinend völlig normal finden.
Ich kannte das bisher nur aus Berlusconis Italien und Putins Russland.
Der absolute Brüller kam gestern von @fl: Wenn er sich nicht wehrt, dann wird schon stimmen, was da in der Zeitung steht. Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Empfehle ab und an ins bildblog zu schauen.

xefix Januar 3, 2012 um 20:59

@Hans Huett
von Notaren und ihrer Zuständigkeit ;)

“Noch am Sonntag hatte er mitgeteilt, es gehöre nicht zu seinen Aufgaben als Notar, vor der Beurkundung den baulichen Zustand einer Immobilie zu prüfen. ”

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/umstrittene-immobilienverkaeufe-berliner-justizsenator-braun-tritt-zurueck-11559529.html

Prinzipiell hat Exsenator Braun ja recht. Trotzdem trat er zurück.
Allerdings adelte er keine Sturmgeschütze en passant.

Und im Krisenfall ist souverän wer den Ausnahmezustand ausruft ;)
Das (neue) Wahlgesetz wird vom BVerfG kassiert, Schäuble wird Präsident und Merkel Oberbefehlshaberin.
Joschka putschtanschließend, Dani wird Informationsminister und Zizek (sorry for bad spelling ;) erklärt uns das ganze aus dem schweizer Exil.

Wenn wir hier so weitermachen kommen wir auf den Index!
FSK: Ab 4 ;)

nixfürungut

Jackle Januar 3, 2012 um 21:00

“In was für einem Land leben wir eigentlich? ”

In einem Land, in dem Christian Wulff überhaupt BP werden konnte.

Nanuk Januar 3, 2012 um 21:03

@Jackle
Glaub mir es gibt genug in diesem Land die wollen das so einer wie Christian Wulf nie mehr Bundespräsident wird… die hätten lieber einen strammen Unternehmer als BuPräsident

gelegentlich Januar 3, 2012 um 21:04

@h.huett
Von alldem ist wenig zu halten, fraglos. ,,Was ist von dem Mann im Fall einer tatsächlichen Krise zu erwarten?” – nicht mehr und nicht weniger als von den Anderen in seiner Umgebung. Ein ergreifendes Thema war heute die Jobsuche für den armen Herrn Asmussen, der ein 750 Mill.-Loch bei der IKB mit zu verantworten hat.

Dass die BILD-Zeitung durch ihn geadelt wurde – wer glaubt denn das? Die fahren eine anders motivierte Intrige, ziemlich durchsichtig. Ob Diebstahl geahndet werden soll oder nicht – dazu sagen wir nichts. Aber der da hat 50 Cent geklaut!
(Wissen wir zwar schon länger, aber jetzt erst paßt es das zu sagen)

Die Nichtwähler an sich sind sicher zunächst mal irrelevant. Sobald sie aber die größte Gruppe sind zeigt das eine Entkoppelung (vom System der politischen Willensbildung), die das System destabilisiert. Darüber mache ich mir Gedanken. Wurstig ist mir das nicht, ein Rücktritt Wulffs würde das nicht ändern. Ncht unter diesen Umständen.

Jackle Januar 3, 2012 um 21:07

@Nanuk

Das kann ich mir auch gut vorstellen. Und aus meiner Sicht braucht ein BP auch kein Heiliger sein. Aber der Typ war halt schon immer ein Würstchen. Wie Goodnight richtig sagt, der perfekte Schwiegersohn. Null Ausstrahlung. Nichts.
Dann doch lieber Lothar Matthäus. Von dem waren zumindest alle Peinlichkeiten auch schon ausführlich in der Bild.

Balken Januar 3, 2012 um 21:11

@ wowy
Meine (unwichtige) Zustimmung. Erstaunlich,wie sich hier ausgerechnet ein für die Massen bestimmtes ekliges Revolverblatt, dass nicht fürs Klo taugt, und das von den Geldeliten billigst unters Volk gebracht wird, weil man möchte, dass das Volk so ist, dass es dies “liest”, in dieser Sache als Retter der freien Presse ™ und der gutgbürgerlichen bundespräsidialen schwiegersöhnlchen Werte aufspielen darf. Und keiner(bin ich echt der einzige?) findet das zum schießen komisch.

Reinhard Januar 3, 2012 um 21:13

@Jackle:

Loddar ist in seiner Peinlichkeit wenigstens transparent. Da gibt es keine unangenehmen Überraschungen, weil er sich förmlich mit allem was er tut, in die Öffentlichkeit drängt. Da weiß man, was man bekommt.

Reinhard Januar 3, 2012 um 21:16

@Balken: Die Welt ist dummerweise komplex und nicht so einfach, wie wir das gerne hätten. Die BILD ist weiterhin ein ekelhaftes Schmierblatt und Diekmann ein Ars…, ein unsympathischer Zeitgenosse, aber es ist richtig und wichtig, dass sie die Geschichte mit Wulff ins Gespräch gebracht hat.

wowy Januar 3, 2012 um 21:17

@Balken
Danke, wenigstens einer ;-)
Zu köstlich wirklich, dass BILD, ausgerevchnet BILD, plötzlich die Prawda ist :-D
Das ist geradezu bizarr und es ist brandgefährlich.

A. G. Januar 3, 2012 um 21:21
wowy Januar 3, 2012 um 21:23

@Reinhard
Ins Gespräch bringen ist eins, die Gesprächsschatulle nur öffnen, wenn man eigene Ziele verfolgt ist etwas Zweites und die Gleichschaltung (konzertierte Aktion) in der Sache der Mainstreammedien etwas Drittes.
Tucholsky würde fragen: merkt Ihr nischt?

xefix Januar 3, 2012 um 21:35

Merkozy, der Siamese arbeitet auf eine chirurgische Lösung hin.

“Die syrische Regierung massakriere ihr eigenes Volk, sagte Frankreichs Präsident Sarkozy in seiner Neujahrsansprache auf einem französischen Luftwaffenstützpunkt in der Bretagne.”

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/sarkozy_verurteilt_asads_barbarischen_repression_1.14059823.html

Die andere Hälfte der Siamesen dürfte das in postmenstruelle Diaphorese treiben.

Bleibt die Frage nach dem Beurkunder des neuen Wahlgestzes. Oder ist es schon notariell beglaubigt?

Reinhard Januar 3, 2012 um 21:41

@wowy: Wenn die Zeitungen das Handeln von Wulff übereinstimmend verurteilen, dann ist das keine Gleichschaltung, sondern eine übereinstimmende Verurteilung eines ganz offensichtlichen Fehlverhaltens.

Und jetzt die Frage an Dich: Wer profitiert von einem Rücktritt Wulffs UND hat die Möglichkeit sich des Schalthebels der phösen Systemmedien zu bedienen?

wowy Januar 3, 2012 um 21:42

@xefix
Bleibt die Frage nach dem Beurkunder des neuen Wahlgestzes. Oder ist es schon notariell beglaubigt?
Wenn Wulff zurückgetreten worden ist, dann steht für 30 Tage Seehofer bereit. Danach wird jemand auf den Sessel kommen, der alles unterschreibt.

Reinhard Januar 3, 2012 um 21:46

@wowy: Und wo hat Wulff jemals angedeutet, dass er entsprechende Gesetzte NICHT unterschreibt?

wowy Januar 3, 2012 um 21:47

@Reinhard
Das glaubst Du doch selber nicht! Allein die Telefon-/Mailboxaktion hat deutlich das Gegenteil bewiesen.
Wir können eine Wette abschließen:
Wenn Wulff zurückgetreten worden ist, dann wird das Thema binnen zwei Tagen aus der Presse verschwunden sein.
Rechstaatlich untersuchen kann nur die Staatsanwaltschaft, Recht sprechen nur ein Gericht. Das verkehrt sich gerade ins Gegenteil, was ich sehr besorgniserregend finde.

h.huett Januar 3, 2012 um 21:53

wowy

Du hast gewiss Deine Stärken, wenn Du Dich auf geltendes Recht berufst. Als Verschwörungstheoretiker fehlt Dir der Realitätssinn. Weißt Du überhaupt, was Gleichschaltung ist? Und wie kommst Du auf die Idee, dass zwischen einem Gastkommentar von Pascal Hugues in der SZ über die taz bis bildblog hier eine Gleichschaltung erfolgt wäre? Du verkämpfst Dich wofür?

wowy Januar 3, 2012 um 21:55

Allein die FAZ hat bei Bundespräsidenten eine besondere Affinität. Ein ehemaliger Chef Inneres hat vor Jahren verzweifelt versucht den damaligen sächsischen Justizminister zum Bundespräsidenten zu schreiben (was ihm nicht gelungen ist) und nun versuchen die Herausgerber (besonders Herr Kohler) den Bundespräsidenten aus dem Amt zu schreiben, und zwar mit einer Schlagzahl, die ich mir eher bei anderen Themen wünschen würde:
http://www.faz.net/aktuell/kommentar-die-leere-des-raumes-11590398.html

wowy Januar 3, 2012 um 21:56

h.hütt
Lies es einfach nochmal. Deine Antwort sagt mir, dass Du es nicht oder zumindest falsch verstanden hast.

wowy Januar 3, 2012 um 21:58

@h.hütt
Es geht nicht um VT, sondern um Demokratie und R e c h t s s t a a t l i c h k e i t.

A. G. Januar 3, 2012 um 22:00
xefix Januar 3, 2012 um 22:12

“Es gibt wenig Sinn, sich über das Amt selbst den Kopf zu zerbrechen, wenn ein Amtsinhaber nicht gut tut. Bei einer Totalrevision der Verfassung ist das aber ein Merkposten.”

http://www.freitag.de/politik/1151-ein-ruecktritt-wuerde-dem-amt-gut-tun

Nochmal:
“Bei einer Totalrevision der Verfassung ist das aber ein Merkposten.”
Was will uns Meyer damit sagen?

(Hans Meyer gehörte unter anderem von 1970 bis 1976 dem Wissenschaftsrat an und bekleidete ab 1974 die Professur für Staats-, Verwaltungs- und Finanzrecht an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Von 1996 bis 2000 war er Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin.)

wowy Januar 3, 2012 um 22:12

@A.G.
Zitat aus Deinem Link:
“Bedeutet es einen Bruch der verfassungsmäßig garantierten Pressefreiheit, wenn das Staatsoberhaupt Journalisten einzuschüchtern und Berichterstattung zu verhindern versucht?

Der Versuch, eine erwartete ungünstige Presseberichterstattung über eigenes Verhalten zu verhindern oder abzuschwächen, gehört nicht zu den Aufgaben des Bundespräsidenten. Er kann einer solchen Berichterstattung natürlich mit eigenen Argumenten entgegentreten.

Ist der Präsident unter diesen Umständen noch haltbar?

Sein Verhalten gegenüber der Springer-Presse ist ihm als Bundespräsidenten zuzurechnen und daher nicht tolerierbar. Ein Rücktritt würde dem Amt und seiner Partei gut tun.”

Ich sage: wenn sich das bewahrheitet, muss er weg. Vorher aber müssen in einem rechtsstaatlichen Verfahren Beweise her.
Nur weil in der FAZ und der Sueddeutschen steht, dass man gehört habe es gebe jemand, der einen kennt, dessen Onkel Redakteur bei der BILD ist, der gehört habe, dass Herr Wulff sich folgendermaßen geäußert habe, allein davon ist es noch nicht so.
Und es gibt ja hinreichend Möglichkeiten dagegen vorzugehen. Ich habe sie alle hier aufgezeigt. Warum macht das keiner? Kann mir die Frage vielleicht jemand beantworten?

A. G. Januar 3, 2012 um 22:15

Stimme zu, @Wowy. Ebenso bin ich dafür (hab’s schon oft geschrieben), dass mehr Staatsrechtler interviewt werden. Die können bei solchen Themen besser ‘einordnen’ und ‘bewerten’, sorry…

f.luebberding f.luebberding Januar 3, 2012 um 22:16

Wowy, Balken etc.

Nur falls es noch nicht bemerkt worden ist: es ist so, wie es Goodnight schon vor zwei Wochen sagte. Es ist erstaunlich, dass Wulff noch nicht zurückgetreten ist. Es gibt übrigens seit gestern niemanden mehr in den deutschen Medien, der Wulff verteidigt. Nur bisweilen eine Metadebatte über die Rolle der Medien in dieser Affäre. Das betrifft vor allem die Rolle der Bild. Ich habe so schon von Beginn an argumentiert: es ist völlig egal, welche Motive Diekmann und seine Redaktion haben, weil man darüber nur Vermutungen anstellen kann. Die meisten dieser Vermutungen bestätigen aber nur die Vorurteile der Leute, die sie artikulieren. Das geht bis zu diesem Bullshit, dass es ein Kartell von alten Damen geben soll, die sich überlegt haben, jetzt den Herrn Wulff abzuschießen. Manche nennen sie Frieda und Liz. Es gibt nur zwei sinnvolle Kriterien, um das Handeln der Bild wie auch aller anderen Medien zu beurteilen. Haben sie sich an journalistische Standards gehalten oder nicht? Also etwa nur solche Geschichten veröffentlicht, die sie auch belegen konnten? Oder den Betroffenen die Möglichkeit gegeben haben, sich zu den Vorwürfen zu äußern bevor sie veröffentlicht worden sind? Mir ist in der Hinsicht nicht ein Fall bekannt, wo in dieser Affäre von der Bild, dem Spiegel, der FAZ, dem Stern, der Zeit etc. dagegen verstoßen worden wäre. Im Gegensatz zu anonymen Internet-Aktivisten, die tatsächlich ohne jeden Beleg alles Mögliche behaupten – und das dann zur Grundlage ihrer Argumentation machen. So konnte ich auch die Kritik lesen, dass die Bild vorher Wulff über ihre Geschichte informiert habe. Tatsächlich ist das der journalistische Standard, nichts anderes. Vor der ersten Bild Veröffentlichung und dem berühmten Anruf des Herrn Wulff gab es auch eine Stellungnahme des Bundespräsidenten, die er aber wieder zurückgezogen hatte – um stattdessen dann Diekmann auf die mailbox zu reden. Warum Wulff diese zurückgezogen hat und was dort zu lesen war? Die Bild hat es uns bekanntlich nicht verraten. Man kann die Bild hart kritisieren, das habe ich auch schon oft genug gemacht, aber bitte dann, wenn diese Kritik auch begründet ist. Bisher habe ich diese bei der Wulff Sache nicht gelesen.

Es waren auch gleich zu Beginn der Affäre zwei Dinge durchaus zu erwarten bzw. zu befürchten. Erstens, dass sich die Standards zur Beurteilung des Handelns von Politikern schon zugunsten eines gewissen Zynismus verschoben haben. Damit also unser wichtigstes Argument – Politiker an ihren eigenen Maßstäben zu messen – an Durchsetzungsfähigkeit verliert. So hätte ich es vorher nicht für möglich gehalten, dass so viele Leute diese Geschichte mit den sog. Privatkrediten sog. väterlicher Freunde offenkundig für unproblematisch halten könnten. Ich war viel mehr der Überzeugung gewesen, dass man Wulffs früheres Argument für richtig hält. Man dürfe noch nicht einmal den Anschein erwecken, dass man seine politische Verantwortung mit wirtschaftlichen Vorteilen vermengt. Insoweit waren die Standards schon verrutscht. Zweitens war es immer klar gewesen, dass die Politik (also alle Parteien) aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse an einer solchen Debatte haben wird. Es war also klar, dass man mit dieser Debatte zuerst einmal wenig Zustimmung finden würde … . Nun das war durchaus ein positiver Effekt. Konnte man auch lesen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/faz-net-fruehkritik-das-schlossgespenst-im-bellevue-11565507.html

Um damit zum Argument des bisher ausgebliebenen Wulff Rücktritts zurückzukommen. Das ist keine Medienkampagne gegen Herrn Wulff. Es ist eine Kampagne gegen ein herrschendes Politikverständnis, das meint, sich an ihre eigenen Standards nicht halten zu müssen. Und es gibt, wenigstens bei mir, schon eine gewisse Verblüffung darüber, dass das offenkundig schwer zu vermitteln ist. Denn die Politik handelt in unser aller Namen. Und am Ende sind wir alle darauf angewiesen, dass die Politik das in keiner Sekunde vergisst. Und darauf hinzuweisen, ist nun einmal unser Job.

Reinhard Januar 3, 2012 um 22:21

@wowy: Was soll ich nicht glauben? Wer profitiert von einem Rücktritt Wulffs UND kann den Gleichschaltungshebel bedienen? Wo hat Wulff angedeutet, dass er sich weigern würde entsprechende Gesetze tatsächlich nicht zu unterschreiben?

Seit Beginn der Diskussionen um Wulff höre ich jede Menge ominöse Andeutungen a la “Ihr wisst schon wer!” und dieses unsägliche “Cui bono”, aber dann kommt in der Regel ausser wilden Spekulationen nichts mehr.

Was ich schade finde, denn die Frage nach der Rolle der BILD in diesem Schauspiel, die ganz ohne Zweifel NICHT von Liebe zu Freiheit und Demokratie getrieben wird, die ist durchaus berechtigt, so ist das ja nicht. Nur … aluminiumhut-tragendes Geraune empfinde zumindest ich als wenig konstruktiv.

wowy Januar 3, 2012 um 22:23

aluminiumhut-tragendes Geraune
Was soll das sein?

A. G. Januar 3, 2012 um 22:26

Zu der möglichen Motivation mancher Medienverantwortlichen: http://www.wiesaussieht.de/2011/12/17/goodnights-botschaft-an-herrn-wulff/

Es wurde schon allgemein so viel geschrieben….

A. G. Januar 3, 2012 um 22:28
Reinhard Januar 3, 2012 um 22:33

@wowy: Das ist die Übernahme von Spekulationen als Faktenbasis für weitere Argumentationen.

enrico Januar 3, 2012 um 22:34

@ F. Luebberding

Es ist eine Kampagne gegen ein herrschendes Politikverständnis, das meint, sich an ihre eigenen Standards nicht halten zu müssen.

Wenn dem wirklich so wäre, dann hätte es auch (schon vor langer Zeit) eine Kampagne gegeben, der SPD nahezulegen, sich aufzulösen. Denn dort meinte man ja auch sich nicht, sich an die ach so heiligen, eigenen Standards halten zu müssen.

Hören wir auf, das ganze ist doch nur noch lächerlich.

Frankie Bernankie Januar 3, 2012 um 22:36

Wer hat vorher Gertrud Höhler gehört im Heute – Journal? Empfehlenswert. Wer mal eine Guillotine rauschen hören will, hier , bei 09:57:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1533222/ZDF-heute-journal-vom-3.-Januar-2012?setTime=8#/beitrag/video/1533222/ZDF-heute-journal-vom-3.-Januar-2012

Ansonsten weiss ich, weil ich im selben Landkreis wohne wie der Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger, dass dieser bei der bald fälligen Wahl den Olaf Henkel zum Bundespräsidenten machen will.

holger Januar 3, 2012 um 22:37

—>>>Denn die Politik handelt in unser aller Namen. Und am Ende sind wir alle darauf angewiesen, dass die Politik das in keiner Sekunde vergisst. Und darauf hinzuweisen, ist nun einmal unser Job.”

Luebberding… die Mayas werden recht bekommen….

A. G. Januar 3, 2012 um 22:40

(Mich würde die Meinung von Staatsrechtlern zur aktuellen Medienberichterstattung zu Wulff interessieren. Dass darüber nichts zu lesen ist, dürfte nicht verwundern…

Die Kritik an Medienberichten soll kein Vorwurf sein, sondern zum Reflektieren anregen… So, Feierabend.)

Reinhard Januar 3, 2012 um 22:40

@enrico:
Ich meine mich an eine Zeit erinnern zu können, in der die SPD durch die Bank weg ins Altersheim geschrieben wurde (durchaus zu Recht), weil sie sich im Zuge der Agenda 2010 und der letzten Koalition mit der CDU von jedweder politischen Glaubwürdigkeit verabschiedet hat.

Nein, das tut man jetzt nicht mehr. Jetzt gibt es andere Themen.

enrico Januar 3, 2012 um 22:48

Bezahlte Journalisten und Politiker haben viel gemeinsam: Sie machen es für Geld. Geld macht Macht und Macht macht Geld et vice versa.

Dazu einmal ein großes Lob für die hiesigen Blog-Macher und auch Kommentatoren, deren Motiv sich hier wohl hauptsächlich aus Leidenschaft zusammensetzt.

wowy Januar 3, 2012 um 22:58

@Reinhard
Ich habe hier alle Fakten mehrfach benannt. Kannst Du mir meine letzte Frage vielleicht beantworten?

@fl
Dem rein journalistischen Ethos widerspreche ich. Dazu wurden viel zu viele Fragen nicht gestellt. Um mich nicht zu oft zu wiederholen nur eine als Beispiel: Warum beantragt die SPD Fraktion im Niedersächsischen Landtag keinen Untersuchungsausschuss? Und damit in Zusammenhang, warum hält Herr Gabriel, SPD, Opposition?,und seines zeichens selbst ehemaliger Ministerpräsident von Niedersachsen, eine unglaubliche Verteidigungsrede auf Wulffs Verbleib im Amt?

Linus Januar 3, 2012 um 23:08

@fl:
“Es gibt nur zwei sinnvolle Kriterien, um das Handeln der Bild wie auch aller anderen Medien zu beurteilen. Haben sie sich an journalistische Standards gehalten oder nicht? Also etwa nur solche Geschichten veröffentlicht, die sie auch belegen konnten? Oder den Betroffenen die Möglichkeit gegeben haben, sich zu den Vorwürfen zu äußern bevor sie veröffentlicht worden sind?”

Die Bild ist ja nicht doof. DieBild geht in einer Affäre dieses Kalibers gerade mal soweit wie nötig. Warum sollte sie sich über Gebühr aus dem Fenster lehnen? Der Wulff hat ihr seine eigene Demontage ja buchstäblich auf dem Tablett geliefert. Da mußte man nur noch ein paar Informationen streuen und abwarten. Keine Ahnung, ob letzteres journalistische Standards verletzt. Wahrscheinlich kann man der Bild daraus nicht wirklich eine Vorwurf machen. Dennoch: In jedem Falle ist ein solches Vorgehen taktisch, d.h. mit Zielsetzung versehen. Spätestens ab dem Telefonat stand das Ziel fest. Wulff hat fertig. Jetzt ging es nur noch darum, das geschickt einzutüten. Und um die Wahl der Mittel ist die Bild i.A. nicht verlegen.

Wenn du jetzt schreibst, die Bild hätte gute journalistische Arbeit geleistet, dann fällt mir spontan dazu nur ein: Sie ist gar nicht mehr dazu gekommen, mit Dreck zu werfen.

Linus Januar 3, 2012 um 23:13

@fl:
“Das ist keine Medienkampagne gegen Herrn Wulff. Es ist eine Kampagne gegen ein herrschendes Politikverständnis, das meint, sich an ihre eigenen Standards nicht halten zu müssen.”

Eine Kampagne für mehr Moral, angeführt von der Bild-Zeitung. Und da wunderst du dich, daß das schwer zu vermitteln ist?

h.huett Januar 3, 2012 um 23:43

wowy et alii

Versuchen wir einmal, mit etwas Abstand den Sachverhalt anders zu betrachten. Ich rede jetzt nicht von Wulff, nicht von Bild, nicht vom Rechtsstaat, auch nicht in hervorgehobener Schreibweise, sondern von Aktions- und Reaktionsmustern, ok?

Was sehe ich da? Ein Reaktionsmuster heißt enttäuschte Liebe, desillusioniert, stecken alle unter einer Decke, korrumpiert, politisch irrelevant. Blanker Hohn. Warum regt Ihr Euch auf. Ich würde nicht so weit gehen, solchen Aussagen so etwas wie Realitätsverlust vorzuwerfen. Dafür gibt es zu viele Indizien, zu viel Anschein, dass da was dran sein könnte.

Der Hohn als Haltung ist eine Maske der Ohnmacht, Biedermeier 2.0 von unten. Er bemäntelt ein politisches Vakuum (das Bild ist hier nicht neu, wie Du Dich vielleicht erinnerst). Ein politisches Vakuum kann für eine gewisse Zeit Druck aufbauen und es würde mich nicht wundern, wenn zu dem Zeitpunkt des größten Drucks wie aus dem Hut das Kaninchen eine Formation auf den Plan tritt, die Nanuk mit Forza Italia bereits als Beispiel genannt hat. Wir sind nicht sehr weit von dem Zeitpunkt entfernt, wo eine solche “Deutsche Kraft” auf den Plan tritt. Sie wird gewiss anders heißen, flauschig, anständig usw., aber sie wird da sein.

Parallel zu der Haltung des Hohns (sind doch eh alle Verbrecher) kommt eine Irritation zum Ausdruck darüber, dass hier seltsame Allianzen in Tateinheit gegen Wulff zustande kommen. Indizien sprechen insofern dafür, als der Inhalt der Mailboxnachricht einen Übermittler erforderte, wen auch immer. Die Irritation über die ungewohnten oder anstößigen Allianzen maskiert eine enttäuschte Lagerorientierung, eine Sehnsucht danach, auf der richtigen Seite zu stehen, einen Rest von Hoffnung, der noch nicht vom Hohn überrannt worden ist.

Sowohl der Hohn als auch die Irritation übersehen die anstößigen Vorgämge selbst und ihre Folgen für die Funktionsfähigkeit des Amts unter diesem Präsidenten. Das Nötige haben, jenseits aller Unterschiede, Morph und Goodnight dazu gesagt. Der Mann ist ja nicht als Bewährungsstrafe in sein Amt gewählt worden. Tatsächlich ist er inzwischen im Inland völlig außerstande, sein Amt noch unparteiisch und unbefangen wahrzunehmen. Anders als der demenzkranke Lübke verfügt Wulff, wie ich annehme, noch über die Chance, die Ausweglosigkeit und Lächerlichkeit, der er anheimfällt, zu erkennen, bevor ein förmliches Amtsenthebungsverfahren in Gang gesetzt würde.

Ich sprach davon schon heute morgen: Wir erleben zeitgleich die Erosion politischer und wirtschaftlicher Führungsnormen. Die Chance einer so marginalen Nische wie diesem Blog besteht darin, genau darüber anders als durch Aktivierung unmittelbarer Reflexe nachzudenken. Also auch über Normen der Amtsausübung, die weder im Grundgesetz noch mittelbar aus dem Beamtenrecht abgeleitet werden müssen, sondern sich aus der politischen, wirtschaftlichen, technischen und geistigen Situation unserer Zeit ergeben. Ich widerspreche Morphs These der selbsttätigen Abschaffung des Amts durch seine beiden letzten Inhaber. Lass uns statt VT-und Hohn über ein Anforderungsprofil an den nächsten Bundespräsidenten nachdenken, von mir auch aus immer mit der vergleichenden Frage, ob Wulff diesen mutmaßlichen Normen genügen kann.

h.huett Januar 3, 2012 um 23:55

Frankie Bernankie

Ein vernichtendes Urteil. Ich schätze Frau Höhler nicht besonders, aber ihr Befund, dass Wulff sein Amt als Beute missverstanden haben kann, trifft.

wowy Januar 3, 2012 um 23:59

@h.hütt
Nein, da muss ich klar widersprechen. Deine Einsortierung in Hohn und enttäuschte Liebe ist mir einfach zu flach. Und sie wird auch dem, was von vielen hier in mehreren (zu vielen) Freds diskutiert wurde nicht gerecht.
Ich persönlich will die aktuelle Situation auch nicht übergangen wissen. Wegwischen, was müsste ein nächster BP bringen.
Ich möchte mich damit auseinandersetzen, warum sich die großen Mainstreammedien (auch über Bande) die Bälle zuspielen, warum sie kein Interesse an einer echten Aufklärung haben und dennoch seit Wochen eine Maschinengewehrsalve nach der anderen abfeuern (womit ich die Frequenz betonen will) , um unbedingt zu erreichen, dass Wulff zurücktritt. Wobei der angebliche Schaden für das Amt, der in den ersten 20 Artikeln noch besonders betont wurde, inzwischen überhaupt keine Rolle mehr spielt. Die Presse hat den kollektiven Tunnelblick und ich frage: warum?

wowy Januar 3, 2012 um 23:59

Und ein bisschen Humor zwischendurch schadet nie :-D
http://gutjahr.biz/blog/2012/01/50-wulff-filme/

Reinhard Januar 4, 2012 um 00:08

wowy, sie spielen sich die Bälle zu, weil es eine gute Story ist, die Aufmerksamkeit und Schlagzeilen verspricht. Schon vergessen? Es sind Medien, die genau DAVON leben. Mehr muss man in diesem Falle wirklich nicht hineindeuten.

Reinhard Januar 4, 2012 um 00:12

Zu Frau Höhler: Ich würde, auch wenn sie der Frage einfach ausgewichen ist, dennoch gerne wissen, warum im Falle Rau der Turnaround geschafft wurde und warum das bei Wulff angeblich zu spät sein soll. Ich habe den Fall Rau nicht mehr genau im Kopf, aber hat Rau das getan, was laut Fr. Höhler die Deutschen angeblich lieben, den Kniefall?

wowy Januar 4, 2012 um 00:19
topi Januar 4, 2012 um 00:56

Die saubere Bild also. :roll:

Woher können eigentlich die Gerüchte stammen, dass die Bild einen randvollen Kompromatekoffer zu C.W. und vor allem zu seiner Frau, auch in “seriösen” Blättern schon als “wilde Bettina”bezeichnet, sitzt?

Es kann nur eine Quelle geben. Ganz seriös natürlich, nicht öffentlich, nur hintenrum durchgesteckt.

Schmierenkampagne auf höherem Niveau, sagte ich. Traut man der Bild das vielleicht nicht zu?

wowy Januar 4, 2012 um 01:03

Sehr schöner Text:
“Nur sollte man hier beim Wort Pressefreiheit den Lautstärkeregler etwas zurücknehmen.”
http://blog.zdf.de/3sat.Kulturtube/2012/01/03/unwuerdig/

topi Januar 4, 2012 um 01:04

Zum Amt.

Durchaus möglich, dass jemand das Amt verändert, wirkliche Impulse für das Land gibt (und den Funktionslogikern Rätsel auf).
Sie kann ja ohn Unterlass tun, was sie wöllte; wenn es denn keine Klinkerträume (oder Abwasseranschlüsse ;-)) gäbe.

Aber äußerst unwahrscheinlich, dass so jemand gewählt würde.

topi Januar 4, 2012 um 01:20

Aus wowys link.

“Und da, wo Bünde gebrochen werden, sind wir auch schon gleich beim “Krieg führen”, jenem Wort auf dem Mailbox-Tape, welches der ehrenwerte Kai Diekmann in die schenkelklopfenden Berliner Silvester-Runden hineinplauderte.”

Nein, der Bild ist natürlich nichts vorzuwerfen.

Und sie streut auch keine Gerüchte. Nie.

Hans Hütt Januar 4, 2012 um 01:30

wowy
Der kulturzeit- Text unterliegt einem historischen Irrtum. Der Rubikon bezeichnet eine Grenze. Die Grenze zwischen der politischen Macht in Rom und ihrem militärischen Werkzeug.

Kulturzeit begeht mit dem Lagerbild der vorherigen Kumpanei zugleich einen Kategorienfehler als auch eine paradoxe Intervention , ganz wie Wulff selbst: Er sagt dem, der ihm zuvor mit eigener Billigung, aber aus dem Blickwinkel einer medienkritischen Öffentlichkeit zu nah gekommenist, Du kommst mir zu nah

wowy Januar 4, 2012 um 01:30

Herr Blome klingt ein wenig resigniert. Pulver verschossen?
http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/der-gefangene-praesident-21887232.bild.html

wowy Januar 4, 2012 um 01:33

@Hans Hütt
““Krieg führen”: Das drückt eine Gewissheit aus, nämlich, dass einige Medien sich selbst keineswegs mehr als Beobachter des politischen Geschehens verstehen, sondern als dessen Akteure. Nur für das erste allerdings gibt es ein Recht auf Pressefreiheit. Nutzt ein Medium seine Wirkmächtigkeit aus, um bestimmte Inhalte in die Politik hineinzudrücken und – schlimmer noch – personelle Besetzungen nach eigenem Gusto zu organisieren, ist das mehr als das Ausüben eines publizistischen Einflusses und schon gar nicht durch Pressefreiheit geschützt. “

wowy Januar 4, 2012 um 01:35

N8

Hans Hütt Januar 4, 2012 um 01:35

wowy

Interpretier nicht zu viel, sondern lies doch einfach, was da steht. Blome erhöht den Druck. Er klingt vielleicht irritiert, aber das muss man wohl auch seit dem ZDF Interview, in dem Frau Höhler sagt, dass Wulff sein Amt als Beute betrachte

Nachruf Januar 4, 2012 um 04:08
holger Januar 4, 2012 um 07:19

Sachen gibts… Wuff ist immer noch Bundesjugendspiel Leiter… und der Asmussen wird nicht Chef VWler bei der EZB. Das soll lt. Medien ein Belgier werden.

Irgendwie scheint die “deutsche” Meinung out zu sein.

h.huett Januar 4, 2012 um 07:50

holger
So verrutschen die Maßstäbe.

Jetzt werden die noch lebenden Reliquien des politischen Betriebs aus der Kulisse auf die Bühne gefahren. Vor Weihnachten war Frau Hamm-Brücher dran, eben Hans-Jochen Vogel.

Ich komme noch mal auf Stephans link zu Mme Pascale Hugues zurück.Sie hat ja aus französischer Perspektive ihr Unverständnis darüber ausgedrückt, dass man in Deutschland im Unterschied zu ihrer heimat offenbar einen Heiligen im Amt haben will. Sie hat dabei eine Kleinigkeit übersehen, die ihren unheiligen M. Sarkozy genauso irritiert. Die deutsche Neigung, politisch den Rechtgläubigen zu geben und damit die eigenen Interessen zu forcieren. Die reine Leere oder Lehre? Das fällt nun vor allem auf den Merk-Teil der Merkozy-Chimäre zurück. Wer ordnungs- und stabilitätspolitisch richtiges Verhalten durch ein System des Überwachens und Strafens erzwingen will, damit aber, wie dokumentiert, schon bei Lappalien in der eigenen Heimat scheitert, muss nicht nur um die Reputation fürchten. Das Spiel mit doppelten Maßstäben und einseitiger Durchsetzung der eigenen Interessen geht nicht auf.

Die Sternsinger werden am Freitag Herrn Wulff um zinsgünstige Kredite bitten müssen. Ob er seinen Kopf in ihre Bettelsäcke steckt?

Nanuk Januar 4, 2012 um 08:03

@hütt
“Das Spiel mit doppelten Maßstäben und einseitiger Durchsetzung der eigenen Interessen geht nicht auf.”

Echt…
http://www.youtube.com/watch?v=QL65dcC_UNM

wowy Januar 4, 2012 um 08:13

“Es braucht keine neue Enthüllung, um sicher zu sein, dass Wulff gehen muss.“
Jetzt fährt die FAZ Frau Lengsfeld auf:
http://www.faz.net/aktuell/politik/bundespraesident-in-der-kritik-cdu-politikerin-lengsfeld-fordert-wulffs-ruecktritt-11591332.html
Die Texte werden nicht substantieller, sie offenbaren nur den verzweifelten Wunsch, der nun endlich zur Gewissheit werden möge.

h.huett Januar 4, 2012 um 08:21

wowy

Du hast zu wenig geschlafen. Guten Morgen!

h.huett Januar 4, 2012 um 08:21

Die Geburt eines Elefanten. Achtung: graphic! http://www.youtube.com/watch?v=llIv20mScP8

Kicking the baby into life, so ein Tritt gegen politische Elefanten wäre tödlich, hier erweckt er zum Leben. Rätsel der Natur

wowy Januar 4, 2012 um 08:24

@h.hütt
Das stimmt ;-) Ändert aber nichts an dem Artikel. Guten Morgen!

Nanuk Januar 4, 2012 um 08:25

@wowy
Es ist nur noch lächerlich.
Politik und Medien ein Rosenkrieg…
http://www.youtube.com/watch?v=xtBaGf-JiLA

xxhyfoxx Januar 4, 2012 um 08:32

Wuff am 12.12.2011: “Fuer mich und meine Frau ist der Rubikon ueberschritten”

Echt? Warum eigentlich? Und was hat Bettina mit Knoedels Hauskredit zu tun? Steht die auch im Grundbuch? Gibts fuer Bettina bei Diekmanns Truppe Schonung? Traut Wuff sich allein nicht aus der Deckung?

Ich finde diese explizite Erwaehung seiner Frau auf Diekmanns AB interessant. Sagt zwar nichts aus, aber interessant. Wuerde gerne mal die Orginalansage auf Diekmanns AB hoehren. Um was ging es da eigentlich? Ich weiss so wenig…

SMG
xxHyFoxx

Nanuk Januar 4, 2012 um 08:33

@h.hütt
Nein es nur die Frühpatrouille…
die Zitat von “dying in service” träumt.
http://www.youtube.com/watch?v=x8iwM2ZIpFM

h.huett Januar 4, 2012 um 08:34
holger Januar 4, 2012 um 08:34

hans

—>>>Wer ordnungs- und stabilitätspolitisch richtiges Verhalten durch ein System des Überwachens und Strafens erzwingen will, damit aber, wie dokumentiert, schon bei Lappalien in der eigenen Heimat scheitert, muss nicht nur um die Reputation fürchten. ”

Überwachen und Bestrafen… ja… bin ich ja nun überhaupt kein Supporter von. Nutzt nämlich nix. Meist erreicht man damit nur das Gegenteil von dem, was man erreichen wollte. Irgendwann drehen sich die Leute weg, und dann ist die Reputation falls überhaupt vorhanden dahin. Wir hatten bei den Marinefliegern auch einen Offizier, der wurde ignoriert. Auch nicht schön für ihn gewesen. Der hat nämlich nicht verstanden, dass ca. 90% der Anwesenden freiwillig bei dem Verein waren. Aber er wollte ja Überwachen und Bestrafen. Selbst Schuld.

—>>>Das Spiel mit doppelten Maßstäben und einseitiger Durchsetzung der eigenen Interessen geht nicht auf.”

Richtig… geht ja auch gar nicht gut. Oder sagen wir mal so… dafür brauchts richtig Disziplin. Ist wie mit der Kindererziehung. Ich kann nicht unterschiedliche Maßstäbe anlegen. Habe ich auch nicht gemacht. Bei uns gibts wenige Regeln, aber die werden eingehalten. Zum Wohle aller im Hause. Und wenn mal was Quer läuft, dann wird sich zusammengehockt und darüber gesprochen. Aber Überwachen und Bestrafen ist bei mir einfach nicht drin. Entweder man macht eine Sache aus Überzeugung oder man sollte diese lieber lassen. Die Politik ist für mich am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. Unabhängig von der Person Wuff.

Ich fühle mich eingesperrt, überüberwacht, vollreguliert, und entmündigt. Wenn ich mal meinen Traum sagen kann… Ich hätte gerne ein Europa der Regionen. Nicht der Staaten. Wie man das veranstalten kann, weiß ich noch nicht. Aber ich brauche eine solches Staatsgebilde nicht. Kombination aus Bund/Länder/Kommunalebene. Ich habe unzählige Gesetze und Verordnungen und Vorschriften im Kopf, da wird man eines Tages Irre. Wir betreiben einen heiden Aufwand für Nix… Ich habe jetzt ein Planfeststellungsverfahren gesehen (Klein-Wasserkraftwerk) da werden 38 Verbände angehört. Und jeder muss seinen Senf dazu geben. Da stelle ich mir nicht mehr Fragen: Da packe ich mir noch an den Kopf.

Genau so ist es auch mit der Politik. Die kommen durch ihren eigenen Wust nicht mehr durch. Die haben den Durchblick verloren. Reputationen haben die eh nicht mehr. Die Zahl der Nichtwähler wird größer. Und ich hoffe nur, dass nicht ein Braunauer diese Möglichkeit am Schopfe packt. Ich denke mal, das ginge auch nicht mehr. Aber die Politik spielt mit dem Feuer. Durch ihr eigenes dämliches System. Unfähig wirkliche Reformen zu liefern. Warum das so ist, weiß ich nicht. Wir sind alles nur Zeitzeugen.

Nanuk Januar 4, 2012 um 08:49

@wowy
Blome Katholischer als der Papst letztens bei Augstein und Blome hat er noch erzählt er wolle nicht für Sonderschüler bezahlen… jetzt macht er sich sorgen um die Jugend tja das Spiel mit doppelten Maßstäben und einseitiger Durchsetzung der eigenen Interessen geht nicht auf.

wowy Januar 4, 2012 um 08:51

Laut ARD wird Wulff nicht zurücktreten und das, obwohl schon Boris Becker und Bushido seinen Rücktritt gefordert haben und Herr Blome, wie schon bei Jauch, nicht fassen kann, dass das Amt Herrn Wulff schützt.
Ja es sind schwere Zeiten, wo man einen BP nicht einfach so wegschreiben und wegtwittern kann. :-D
Again: warum nicht den legalen, möglichen Weg wählen?

holger Januar 4, 2012 um 08:58

Aus diesem Fall Wuff werde ich einfach nicht schlau, oder doch? In diesem Fall schließe selbst ich eine VT aus. Wenn das eine ist, ist das eine von Gott selber.

Es passt doch gar nix zusammen. Von Anfang an nicht. Von der Nominierung bis zum Ende, eine Komödie. Ich frage mich ernsthaft, was das nun soll. Es gibt kein „Cui bono“. Fakt ist, und dazu stehe ich schon immer, wenn ein Amt beschädigt worden ist, dann war das die Nominierung von Wuff. Gab es eigentlich einen triftigen Grund der für Wuff damals sprach?

Was hat ihn denn nun dazu befähigt das höchste Amt des Planeten Erde zu besetzen? Hat er sich mit Ruhm und Ehre ausgezeichnet als Präsi von NDS? Vom Schiegerwuff zum Bundeswuff…

Das ist das, was ich einfach nicht verstehe/verstanden habe. In welcher Hetz und Eile er sein Ministerpräsi abgelegt hat. Irgendwie habe ich das so in Erinnerung „Wir sind Papst“ „Wir sind Wuff“ „Du bist Deutschland“.

Mir wäre es ganz recht, wenn die „BILD“ mal was aus der Zeit andeuten würde. Wie wird man Bundeswuff der Herzen? Und warum überhaupt?

Wo steckt eigentlich die Merkel? Immer wenn man se mal braucht, is se nicht da. Hier in Deutscheland wird ein Amt nach dem anderen beschädigt. Das hat Tradition. Wenn nicht durch das Wirken, dann doch durch die Optik.

Morph Januar 4, 2012 um 09:12

@wowy

findest Du denn, dass Wulff ein pasabler Präsident ist bzw. nach der erwiesenen Verschleierungstaktik hinsichtlich seines Hauskredits noch sein kann?

Für meine Begriffe gibt es in diesem Fall nur zwei Beurteilungsmöglichkeiten: Entweder man ist der Überzeugung, dass der deutsche Staat einen Bundespräsidenten braucht, dann hat Wulff im Umgang mit der Affäre seine Amtsunwürdigkeit bewiesen und muss aus dem Amt entlassen werden. Oder man ist der m.E. richtigeren Überzeugung, dass sich in dieser Posse die ganze Fragwürdigkeit eines Amtes entlarvt, das heute von seinem Träger ein Ausmaß an Heuchelei erzwingt, die durch keine Rhetorik bemäntelt werden kann.

Der Bundespräsident kann heute nur ein Affe sein. Daher sollte man das Amt abschaffen.

Aber was Du hier als Pressekampagne gegen Wulff beschreibst, ist wirklich abwegig, wowy. Ich denke, dass sich die Vehemenz, mit der jetzt gegen Wulff geschrieben wird, allein durch die weltanschaulichen Maßgaben des politischen Journalismus erklären lassen. Leitartikler und Feuilletonisten verfügen über eine sehr ausgeprägte persönliche Meinung. Ihr Beruf verlangt, dass sie zu allen öffentlichen Vorgängen persönlich Stellung nehmen können. Sie sind gewissermaßen das zum Beruf geronnene staatsbürgerliche Bewusstsein (und nur durch ihre Arbeit vermittelt sich die mediale Simulation, dass das staatsbürgerliche Bewusstsein mehr sein könnte als eine operative Fiktion des politischen Systems). Politische Journalisten erleben Wulff, den wandelnden Widerspruch im Amt des ersten Staatsbürgers, geradezu als persönlichen Affront. Wulff im Amt: Der Beweis, dass das staatsbürgerliche Bewusstsein eine rhetorische Floskel ist. Wulff im Amt desavouiert den politischen Journalismus als luxurierendes Ornament der Medienindustrie. Daher die Vehemenz. Daher auch Franks großes Engagement in dieser Sache.

@Hans Hütt

“Ich widerspreche Morphs These der selbsttätigen Abschaffung des Amts durch seine beiden letzten Inhaber.”

Zu widersprechen verlangt, wenn man es genau nimmt, die Angabe von Gründen, sonst bleibt es beim bloßen Widerspruchswunsch. Als Grund entnehme ich Deinen Kommentaren aber lediglich Atmosphärisches (‘Hohn als Maske der Ohnmacht’, ‘Biedermeier 2.0′). In der Sache – nämlich dass wir längst in einer Technokratie ohne allgemeinverbindliche und allgemein zu rechtfertigende Eingriffsmöglichkeiten leben – habe ich noch nichts gehört, das mich von meinem Jeanpaulismus abbringen könnte.

Apropos ‘Ohnmacht’: ‘Ohnmacht’ ist eine alteuropäische politische Kategorie, die heute semantisch leerläuft. Heute lässt sich sinnvoll nur noch von Macht reden und ihrer politischen Institutionalisierung in Form der Unterscheidung Regierung/Opposition. Regierung ist heute sowenig ‘Obrigkeit’ wie Opposition ‘ohnmächtiges Untertanenbewusstsein’ ist.

Nanuk Januar 4, 2012 um 09:17

@morph
“Der Bundespräsident kann heute nur ein Affe sein. Daher sollte man das Amt abschaffen.”

Früher war mehr Lametta.

Nanuk Januar 4, 2012 um 09:24

Zur Verteidigung der Frühpatrouille kann man anmerken das Rommel es so zumindest geschaft hat den Anschein von Gefährlichkeit zu wecken immer im Kreis um den Häuserblock… wo wir doch schon den Rubikon überschritten haben.

Morph Januar 4, 2012 um 09:29

@wowy

“Again: warum nicht den legalen, möglichen Weg wählen?”

Wird erstens doch gemacht. Gibt eine Reihe von Strafanzeigen. Und zweitens ist eine Klage gegen Wulff aus dem Parlament heraus aus pragmatischen Gründen höchst unwahrscheinlich.

Drittens und am wichtigsten – auch in Richtung @goodnight: Wir erleben hier eine sehr avancierte Figuration gesellschaftlicher Ausdifferenzierung; persönliche Integrität zählt nur noch im Bereich höchstpersönlicher Rücksichtnahme – Liebesbeziehung, Familie, engster Freundeskreis; Privatverhalten und öffentliche Selbstkundgabe kann heute extrem auseinanderklaffen, ohne dass dies notwendigerweise zur Exklusion führt. Hauptsache, wie @Holger sagen würde, die Frisur sitzt.

Linus Januar 4, 2012 um 09:29

Zum Fernmelde-Geheimnis:
Die aufgezeichnete Nachricht war persönlich(!) an Herrn Diekmann gerichtet. Herr Wulff hat in keinem Moment, auch nicht stillschweigend, einer Veröffentlichung zugestimmt, sondern ist von einer vertraulichen Behandlung ausgegangen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß die Nachricht aufgezeichnet wurde. Sie unterliegt daher sehr wohl dem Fernmelde-Geheimnis. Wäre es ein persönlich adressierter Brief gewesen, der von Dritten gelesen wurde, würde das selbe gelten.

Eine Veröffentlichung des Inhaltes ist vor diesem Hintergrund erst dann erlaubt, wenn der Schutz höherwertiger Rechte eine Veröffentlichung erforderlich macht, und keineswegs allein durch Verweis auf die Pressefreiheit gedeckt.

Wäre dies der einzige Fehler Wulffs, dann könnte er sich jetzt hinstellen und behaupten, das Gespräch habe in dieser Form gar nicht stattgefunden.

Es geht also nicht darum, Herrn Wulff eine Ungesetzlichkeit nachzuweisen, sondern seinen Ruf nachhaltig zu beschädigen. Damit trifft obiger Vorwurf ins Schwarze:

“… dass einige Medien sich selbst keineswegs mehr als Beobachter des politischen Geschehens verstehen, sondern als dessen Akteure. Nur für das erste allerdings gibt es ein Recht auf Pressefreiheit. Nutzt ein Medium seine Wirkmächtigkeit aus, um bestimmte Inhalte in die Politik hineinzudrücken und – schlimmer noch – personelle Besetzungen nach eigenem Gusto zu organisieren, ist das mehr als das Ausüben eines publizistischen Einflusses und schon gar nicht durch Pressefreiheit geschützt. “

Sterngucker Januar 4, 2012 um 09:41

Der Ex-Anwalt und Blogschreiber Markus Krompa hat da interessantes zur Vertraulichkeit der Wulff’schen AB – Drohungen geschrieben.

http://www.kanzleikompa.de/2012/01/03/ist-kai-diekmanns-mailbox-vertraulich/

:-)

Linus Januar 4, 2012 um 09:43

@Morph:
–>> “Ich denke, dass sich die Vehemenz, mit der jetzt gegen Wulff geschrieben wird, allein durch die weltanschaulichen Maßgaben des politischen Journalismus erklären lassen. Leitartikler und Feuilletonisten verfügen über eine sehr ausgeprägte persönliche Meinung. Ihr Beruf verlangt, dass sie zu allen öffentlichen Vorgängen persönlich Stellung nehmen können. Sie sind gewissermaßen das zum Beruf geronnene staatsbürgerliche Bewusstsein (und nur durch ihre Arbeit vermittelt sich die mediale Simulation, dass das staatsbürgerliche Bewusstsein mehr sein könnte als eine operative Fiktion des politischen Systems). Politische Journalisten erleben Wulff, den wandelnden Widerspruch im Amt des ersten Staatsbürgers, geradezu als persönlichen Affront.”

Es ist völlig wurscht, was die politischen Journalisten empfinden. In der Demokratie gilt: Ein Mann, eine Stimme.
Der Vorwurf, die Presse betreibe Politik, ist durchaus zutreffend. Und diese Art der Kriegführung durch Andeutungen anstelle von Recht ist eine Bedrohung für das politische System.
Natürlich kann man den Standpunkt vertreten, daß das immer so sei. Es gehe nicht ohne Beeinflußung der öffentlichen Meinung, das sei dem Prozeß der Meinungsbildung inhärent. Schon. Gefährlich aber wird es dann, wenn dadurch der normale Entscheidungsprozeß ausgehebelt wird, sei es das Rechtssystem oder die parlamentarische Entscheidung in echter(!) Repräsentation des Willens des Souveräns (nicht etwa unter Druck der Presse).

h.huett Januar 4, 2012 um 09:53

Linus

In Deinem Vergleich trifft nichts ins Schwarze, Du verkennst die Dimensionen des Sachverhalts.

Die Nachricht, die Fritzchen Meyerbeer an Leopold Sacher-Masoch telegrafiert, war und bleibt geschützt. Aus besten Gründen. Wenn das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland bei der elektronischen Übermittlung einer Nachricht an einen xbeliebigen Journalisten, und sei es Herr Diekmann, die Fassung verliert und herumpöbelt, dies mit der Absicht verknüpft, Wohlverhalten des Presseorgans zu erzwingen, gehört es zu den unveräußerlichen Pflichten des Attackierten, diesen Vorgang in epischer Breite zu beleuchten, so unerfreulich die ad hoc Allianz an der Seite der Bild-Zeitung auch sein mag.

Man kann darüber nachdenken, warum diese Chose so scheibchenweise ans Licht gelangt. Ich halte zugute, dass der Vorgang buchstäblich beispiellos ist. Der Hinweis auf Sarkozys Brüllerei zieht nicht, weil jeder weiß, der Sarkozy auch nur drei Minuten am Stück beobachtet hat, dass er der inkarnierte Kontrollverlust ist.

Die deutsche politische Kultur (Michael Seemann kann ein Lied davon singen) reagiert allergisch auf Kontrollverluste, erstaunlicherweise sind wir uns dieser systemischen Allergie nicht immer so bewusst, wie es vielleicht erforderlich sein müsste. Daher die Gürtelrosen, daher der anaphylaktische Schock, die Verdruckstheit der letzten Wochen. Es fehlen manchen, die das als ihren Beruf betreiben, die Worte.

Inzwischen denke ich darüber nach, was eigentlich passiert, wenn Wulff sein Amt tatsächlich als Beute betrachtet und nicht hergeben will. Wie es aussehen könnte, wenn er auspackt, wenn er also die etwas larmoyante Medienkritik des Bundestagspräsidenten mit eigenen Bordmitteln fortsetzt uznd vertieft, die Vertraulichkeit des “unter 3″-Wortes kündigt.

Vertraulichkeit ist ja kein Kosename für den Sachverhalt, den sie bezeichnet. Da krault niemand hinter dem Ohr. Da werden auch keine Deals über put oder calls verhandelt. Da werden die Bedingungen für Operationen der politischen Macht in Kenntnis einer Rollenteilung erörtert, die auf der einen Seite die Exekutive sieht, auf der anderen Seite ihre Übersetzer und Interpreten. Wenn das Rollenspiel gut funktioniert, entsteht keine politische Seifenoper, sondern ein Gleichgewicht von checks & balances.

Dieses Gleichgewicht ist durch Wulffs message ramponiert. Wenn er nachkartet, verzeih den Vergleich, dann passiert etwas Unvorhersehbares.Irgendwo da draußen könnte es ja jemanden geben, der die Pressefreiheit in diesem Land so ähnlich betrachtet wie, sagen wir, Maggie Thatcher die englischen Bergarbeiter. Damit stelle ich ausdrücklich nicht die Macht der Medien und mögliche Fehltritte in Abrede. Das System der checks & balances sieht bei Fehlhandlungen eine Selbstkorrektur vor, keinen Eingriff der Exekutive.

Herr Wergin schreibt heute in seinem Blog:

Nach Köhler und Wulff drängt sich also der Verdacht auf, dass Kandidaten für höchste politische Ämter mit allzu großer Nonchalance und Naivität rekrutiert werden. Das ist eine Unprofessionalität, die einem der wirtschaftskräftigsten und wichtigsten Länder der Welt nicht angemessen ist. Unabhängig davon, ob Wulff in den nächsten Tagen zurücktritt oder sich weiter ans Amt klammert: das Prozedere zur Auswahl des Bundespräsidenten muss dringend auf den Prüfstand und gänzlich neu entworfen werden. Solch eine Schlampigkeit bei der Auswahl seiner Eliten kann sich ein Land wie dieses einfach nicht leisten.

Kopfnote für die Verantwortliche: mangelhaft

Sterngucker Januar 4, 2012 um 09:55

Sollte natürlich heißen “Der Ex-Anwalt von Kai Diekmann…”

Sorry

Morph Januar 4, 2012 um 09:57

@Linus

“Es ist völlig wurscht, was die politischen Journalisten empfinden. In der Demokratie gilt: Ein Mann, eine Stimme.”

Ein solch populistisches Demokratieverständnis motiviert auch die Ausländerfeinde und Todesstrafebefürworter. Du machst es Dir zu einfach, @Linus.

“Der Vorwurf, die Presse betreibe Politik, ist durchaus zutreffend.”

Die Presse kann keine Politik betreiben. Nur die Politik kann das. Informier Dich über die Abläufe von Regierungsbildungs- und Gesetzgebungsverfahren bevor Du so etwas Abwegiges aufschreibst!

Die Presse prägt lediglich die öffentliche Meinung (als interne Umwelt der Politik). Und dies mit harten Bandagen. Wer die Hitze nicht verträgt, soll nicht in der Küche arbeiten.

Das Problem an der Presse heute ist nicht ihre aggressive Meinungsfreude, sondern die Monopolstellung bestimmter Verlage. In der Causa Wulff spielt dieses Problem KEINE erkennbare Rolle.

holger Januar 4, 2012 um 09:59

@ Postmorphsendung :D

Irgendwie mag ich diese Kreation… :D

—>>>Privatverhalten und öffentliche Selbstkundgabe kann heute extrem auseinanderklaffen, ohne dass dies notwendigerweise zur Exklusion führt. ”

Doch… habe ich erst Gestern im Realen erlebt. Die Exklusion ;-) Wenn man Privat mit etwas “ich weiß kein Wort dafür” vermischt. Das ist nicht gut. Oder sagen wir mal so, es kann mistig ausgehen. Anonym wäre mir das jedenfalls nicht so passiert. Aber sei es, wie es kuett. Wuff ist seine reale Identität ins Gesicht gesprungen. Die Frisur sitzt nicht mehr lange. jedenfalls nicht als Bundewuff der Deitschen. Tja… so ist das Leben eben.

Linus Januar 4, 2012 um 10:01

@Huett:

“… dies mit der Absicht verknüpft, Wohlverhalten des Presseorgans zu erzwingen, gehört es zu den unveräußerlichen Pflichten des Attackierten, diesen Vorgang in epischer Breite zu beleuchten, so unerfreulich die ad hoc Allianz an der Seite der Bild-Zeitung auch sein mag.”

Dann gehört es zur unveräußerlichen Pflicht der Bildzeitung, die Sache vor Gericht zu bringen. Nur dieses ist dafür zuständig. Alles andere kommt einer Aushebelung des Rechtssystems gleich.

holger Januar 4, 2012 um 10:05

Hans

—>>>Inzwischen denke ich darüber nach, was eigentlic passiert, wenn Wulff sein Amt tatsächlich als Beute betrachtet und nicht hergeben will. Wie es aussehen könnte, wenn er auspackt, wenn er also die etwas larmoyante Medienkritik des Bundestagspräsidenten mit eigenen Bordmitteln fortsetzt uznd vertieft, die Vertraulichkeit des “unter 3?-Wortes kündigt.”

Das wäre der Oberhammer. Hat ja selbst Gutti sich nicht getraut.

h.huett Januar 4, 2012 um 10:07

Morph

Ohnmacht gehört zu den politisch revitalisierbarsten Kategorien. Dieses Bild illustriert einen Wendepunkt. Ich gehe nicht so weit, darin einen Gandhi-2.0 Augenblick zu erkennen. Aber die Ikone des gewaltlosen Widerstands gegen den Capsaicinsprayer in Uniform delegitimiert die Macht augenblicklich und umfassend.

“dass wir längst in einer Technokratie ohne allgemeinverbindliche und allgemein zu rechtfertigende Eingriffsmöglichkeiten leben”

Wir diskutierten im vergangenen Jahr auch über das Bild im Situation Room des Weißen Hauses

Das Bild illustriert, dass wir längst in einer Welt des instanten Interventionismus gelandet sind, die sich, soweit das exekutives Regierungshandeln betrifft, einer augenblicksgeschöpften staatsrechtlichen Absicherung in der Tradition Carl Schmitts bedient. Kein Wunder, dass er für die Chinesen den Staatsrechtslehrer No.1 darstellt, aber die Amerikaner sind da nicht besser.

Wulffs Einlassung auf den Anrufbeantworter ist instant power herself in Tateinheit mit ihrem exzeptionellen Scheitern. Deswegen ja meine eigene ohnmächtige Idee einer Kandidatur Georg Schramms, der dem Amt allein die Würde des in den Ernst der Situation gewandelten Wortes zurückgeben könnte.

Horst Schmidt Januar 4, 2012 um 10:09

Die wahre Presseerklärung von Christian Wulff

http://www.youtube.com/watch?v=dL2T30O2NQs

Linus Januar 4, 2012 um 10:17

@Morph:
–>>”Ein solch populistisches Demokratieverständnis motiviert auch die Ausländerfeinde und Todesstrafebefürworter. Du machst es Dir zu einfach, @Linus. ”

Ganz im Gegenteil, du machst es dir zu einfach. Ausländer und Sträflinge sind durch das GESETZ vor demokratischer Willkür geschützt.
NB: M.E. ist es antidemokratisch, das Prinzip “ein Mann, eine Stimme” als populistisches Demokratieverständnis abzutun.

“Die Presse kann keine Politik betreiben. Nur die Politik kann das.”
Und ich kann nicht Autofahren. Nur das Auto kann das.

“Das Problem an der Presse heute ist nicht ihre aggressive Meinungsfreude, sondern die Monopolstellung bestimmter Verlage. In der Causa Wulff spielt dieses Problem KEINE erkennbare Rolle.”

In der Causa Wulff handeln die großen Zeitungen nach einem gemeinsamen Muster. Scheibchenweise Andeutungen streuen, in der Erwartung, das was hängenbleibt. Dies gemeinsame Ziehen an einem Strang hat durchaus etwas Monopol-artiges und riecht nach stiller Absprache.

Ich bin weit davon entfernt, Wulff zu verteidigen. Aber ich erlaube mir, daß Vorgehen der Presse zu beobachten.

NB: Was sollen diese persönlichen Attacken? Kannst du dir das bitte sparen?

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:17

“gehört es zu den unveräußerlichen Pflichten des Attackierten, diesen Vorgang in epischer Breite zu beleuchten”

Ich sag doch Frühpatrouille.
http://www.youtube.com/watch?v=d_D1mYBBHgM

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:23

@h.hütt
zu Georg Schramm der Bildungsbürger ist eine lebendes Fossil das weiss er auch selbst so viel Selbsterkenntnis traue ich dem Psychologen Schramm zu…

Linus Januar 4, 2012 um 10:26

@Nanuk:
” zu Georg Schramm der Bildungsbürger ist eine lebendes Fossil ”

Auch Schramm ist ein lebendes Fossil. Genau das macht ihn ja so attraktiv für den Job.

h.huett Januar 4, 2012 um 10:26

Linus

Du verkennst systematisch die Prinzipien der Gewaltenteilung sowie der Kommunikationsregeln. Was hat der Inhalt einer Mailboxnachricht vor Gericht zu suchen? Wenn überhaupt, dann vielleicht in Scheidungsprozessen.

Der O-Ton gehört in die Öffentlichkeit. Der eine einzige Körper und die eine einzige Stimme des Präsidenten als seine unteilbare persönliche Autorität sind schon vor der Veröffentlichung dahin. Nachher wird er noch stumm zu ertragen sein.

h.huett Januar 4, 2012 um 10:29

Nanuk & Linus

Schramms Kandidatur wäre ein Purgatorium für die politische Kultur. Er stellte den Ernstfall des gesprochenen Wortes wieder her.

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:29

@Hütt
Nur mal so nebenbei was meinst du wie viele Gebildete 1 Eur Jobber es an Universitäten gibt… Bildung ist doch keine Garantie mehr für ein “Bürgerliches” ( was auch immer das sein mag ) Einkommen…

Morph Januar 4, 2012 um 10:30

@Hans Hütt

Das von Dir zitierte Bild hat ja fast in Echtzeit eine Unzahl von Photoshop-Interpretationen gefunden: http://tinyurl.com/84orvke

Wie vordem auch schon das Foto aus dem situation-room. Wie als würde sich das Universum öffentlicher Bilder, Klänge und Texte gegen Pathosformeln wehren, werden heute alle Zeichen, die so etwas konstituieren KÖNNTEN, instantan zerlegt, dekonstruiert, depotenziert.

Auf mich machen die jüngsten Stilphänomene der politischen Kommunikation, z.B. Occupy-Bewegung, Piratenpartei, Anonymous, den Eindruck des Sporadischen, Tentativen, letztlich Unverbindlichen (so sehr sie situativ auch empfindlich stören und so Einfluss ausüben können). Und ich glaube, dass dieser Eindruck nicht ganz täuscht.

Dass die Regierungspolitik im Tagesgeschäft heute weltweit so einen ‘instantanen Interventionismus’ zu pflegen scheint, ist m.E. kein Krisensymptom, sondern eine neue Lage, die m.E. der Vorherrschaft anonymer, technokratisch selbstläufiger Kontrollsysteme perfekt entspricht. Diese sind an die Stelle großer Entwürfe getreten.

Das Besondere an der derzeitigen Kanzlerin ist, dass sie diese Lage nicht rhetorisch zu bemänteln versteht (wie dies ihr stilistischer Antipode, Barack Obama, so glänzend kann).

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:34

@hütt
“Er stellte den Ernstfall des gesprochenen Wortes wieder her.”

Du bist ja ein richtig reaktionärer Sack…
http://www.youtube.com/watch?v=pQD-dXfHrvk

Linus Januar 4, 2012 um 10:34

@Huett:
” Was hat der Inhalt einer Mailboxnachricht vor Gericht zu suchen? ”
Wenn dies ein Nachweis der Nötigung zur Verletzung der Pressefreiheit ist, dann ist das ein Beweismittel.

War doch nicht so schwer, oder?

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:45
Doktor D Januar 4, 2012 um 10:50

@Linus: Könntest du “normaler Entscheidungsprozess” erklären? (mir scheint nämlich das, was die Medien hier machen, eminent normal zu sein: das ist ihr Geschäfts- und Funktionsmodell – Aufmerksamkeitsmanagement und Herstellung von Öffentlichkeit – diese Beobachtungs-/Protokollfunktion, die du anführst, scheint mir bestenfalls prä-modern.) Das Rechtssystem arbeitet, – soweit wir das von außen beobachten können –, gerade ab, was bei ihm von der Causa Wolff vorliegt (eben langsamer als das Mediensystem und genau darauf scheint sich Herr Wulff zu verlassen), und jetzt, wo aus der Sache eine Machtprobe für Frau Merkel wird, setzt sich auch die Politk in Bewegung. Ich seh’ anscheinend das Problem nicht, was du siehst. Und was ist “echte Repräsentation” des Willen des Souveräns? Der Bundestag? Was heißt dann “echt” in diesem Zusammenhang? Der Bundestag ist die Institution, die ein Amtsenthebungsverfahren gegen Wulff einleiten kann, ok, aber warum dürfen die Medien deshalb nicht an Wulff dranbleiben?
Holger und HH haben doch recht: Wulff scheint sich darauf zurückzuziehen, dass der BuPrä im Grunde ein Bezieher bedingungsloses Grundeinkommens ist, weil die formalen Hürden, ihn loszuwerden sehr hoch sind. Nur kündigt er damit wohl einen zentralen Konsens für das Funktionieren unseres Systems auf – und das sollten wir schon diskutieren.

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:53

“Nur kündigt er damit wohl einen zentralen Konsens für das Funktionieren unseres Systems auf.”

Welchen denn?
Fleiss Leistung das sind alles Phrasen… Ideologie.

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:56

Der macht nur das was die Gewerkschaften seit den 80zigern machen Job Protection…

Nanuk Januar 4, 2012 um 10:59

Wulf füllt dieses Amt als Representant der Bürgerlichen Mitte perfekt aus es gäbe keinen besseren…

h.huett Januar 4, 2012 um 11:02

Linus

Lies einfach mal nach, was einer der besten Presserechtler dazu geschrieben hat.

Es ist nur Beweismittel für den irreversiblen Gesichtverlust Wulffs.

h.huett Januar 4, 2012 um 11:07

Nanuk

Wie viele Gebildete 1 Eur Jobber es an Universitäten gibt…

Ich kann das aus eigener Anschauung bestätigen. Für manche Lehraufträge (inkl. Referatlektüre und Benotung) komme ich auf weniger als 1 Euro/h. Manchmal werden nicht mal Reisekosten ersetzt. Das heißt, für die Universitäten müsste es für ihre Budgetierungsregeln und dazu ergänzende Steuergesetze den Begriff der Viertmittel geben, mit dem der Eigenanteill unzureichend hinsichtlich ihreer formalen Bildungabschlüsse vergüteten Lehrpersonen mit für sie absetzbaren Spendenquittungen (100 Stunden Lebenszeit) kompensiert würde (dahinter gestaffelt ein spot-Markt von Stiftungsgeldern mit Lotterietrommel für die glücklichen, deren Spendenquittung gezogen und vergütet wird)

Doktor D Januar 4, 2012 um 11:10

@Nanuk: Offiziell sind Amtsträger bei uns immer noch dem Gemeinwohl verpflichtet – und wenn diese Verpflichtung vom obersten Repräsentanten dieses Gemeinwesens selbst als schlechter Witz abgetan wird, dann haben wir eine Berlusconi-Situation, nix anderes.
Man kann das natürlich auch als Chance für einen Akt der (Selbst-)Aufklärung begreifen, nur sieht es für mich (auch aus dem Vorbild Italien heraus abgeleitet) danach aus, dass dadurch nicht die Leistungsideologie als Unterdrückungsinstrument entlarvt wird, sondern die Idee des Gemeinwohls.

Nanuk Januar 4, 2012 um 11:17

“und wenn diese Verpflichtung vom obersten Repräsentanten dieses Gemeinwesens selbst als schlechter Witz abgetan wird, dann haben wir eine Berlusconi-Situation, nix anderes.”

Och echt? Berlusconi wurde gewählt der hat nicht geputscht… die CDU hat den Siegt in Italien gefeiert… die fanden den super.Jetzt kommen endlich all die tollen Konservativen Werte.

Btw die waren schon immer ne Farce..

Doktor D Januar 4, 2012 um 11:23

“Berlusconi wurde gewählt der hat nicht geputscht…” – eben! Darum ging es mir ja: Da werden keine positiven Desillusionisierungsmechanismen in Gang gesetzt, da wird das komplette Gemeinwesen Zug um Zug korrumpiert, so dass am Ende ein technokratischer Putsch hochgradig legitim erscheinen kann.

Linus Januar 4, 2012 um 11:40

@Doktor D:
Wie wird man einen BP “normal” los?

Rechtssystem:
Hat der BP eine Rechtsverletzung begangen, so gehört die vor Gericht.
“Das Rechtssystem arbeitet, – soweit wir das von außen beobachten können –, gerade ab, was bei ihm von der Causa Wolff vorliegt”. Meines Wissens hat bisher noch keine Zeitung Klage wegen Nötigung eingereicht. Warum eigentlich nicht?

Bundestag:
Der Bundestag sollte sich zu einer Amtsenthebung durchringen, wenn das Verhalten von Herrn Wulff für das Amt untragbar geworden ist.
Bisher ist nur die Sache mit der Kreditaffäre einigermaßen klar. Ob dies in den Augen der Abgeordneten für eine Amtsenthebung reicht, sei dahingestellt.

Die Telefonaffäre ist Aufgabe der Gerichte und weiterhin ungeklärt. So lang dies so ist, sollte sie gemäß dem Grundsatz “im Zweifel für den Angeklagten” in einem parlamentarischen Verfahren keine Rolle spielen, auch wenn die Medien versuchen, diesen Ball ins Spiel zu bringen.

Es besteht jedoch die Gefahr, daß sich der Bundestag vom Druck der Medien vereinnahmen läßt (das wäre die “nicht normale” Entscheidung, da sie nicht mehr alleinig im Sinne des Souverän getroffen würde).
Diese Gefahr resultiert mE aus der symbiotischen Beziehung, die Politik und Medien eingegangen sind. Man kann mit einigem Recht die Medien als 4. Gewalt im Staate apostrophieren, gemäß ihrer Beobachter- und Kritikfunktion. Genau deshalb ist die Aufrechterhaltung eine Gewaltenteilung hier wichtig. Es ist daher fahrlässig, den ‘de facto’-Zustand zur Norm erklären zu wollen.

Warum wurde bisher keine Klage eingereicht? Dazu fallen mir zwei Hypothesen ein:
a) die Beweislage ist zu dünn, die “Beweise” gerichtlich nicht verwertbar, oder die Anschuldigungen sind sogar unzutreffend.
b) eine gerichtliche Klärung würde Absprachen zwischen Politik und Medien verbieten. Einer solch grundsätzlichen Entscheidung käme wohl fast Gesetzesrang zu, da sie einen Präzedenzfall schafft. Dies würde Medien und Politik gewiß nicht in den Kram passen. Warum dann nicht auch Frau Merkels Freundschaft mit Frau Springer auf den Prüfstand stellen?

Nanuk Januar 4, 2012 um 11:40

“Man kann das natürlich auch als Chance für einen Akt der (Selbst-)Aufklärung begreifen, nur sieht es für mich (auch aus dem Vorbild Italien heraus abgeleitet) danach aus, dass dadurch nicht die Leistungsideologie als Unterdrückungsinstrument entlarvt wird, sondern die Idee des Gemeinwohls.”

Genau… und jetzt?

Linus Januar 4, 2012 um 11:54

@huett:
Du verstehst mich da falsch. Wenn Herr Diekmann, die Nachricht veröffentlichen will, dann kann er das tun, auch ohne Herrn Wulffs Einwilligung.
Ein Abgreifen der Nachricht durch Dritte ist aber ohne Einwilligung von entweder Sender oder Empfänger nicht zulässig. Den Nachweis dieser Einwilligung kann Herr Wulff von Herrn Diekmann einfordern.

Doktor D Januar 4, 2012 um 11:57

@Nanuk: Wie oben schon geschrieben: Da werden keine positiven Desillusionisierungsmechanismen in Gang gesetzt, da wird das komplette Gemeinwesen Zug um Zug korrumpiert, so dass am Ende ein technokratischer Putsch hochgradig legitim erscheinen kann.
Plus: Von korrumpierten Zustände a l’italia profitieren im Allgemeinen nur die, bei denen sich Macht und Geld sowieso schon konzentriert hat, den anderen wird dann irgendeine Gruppe zum Fraß vorgeworfen, die sich leicht marginalisieren lässt: http://www.hrw.org/news/2011/03/21/italy-act-swiftly-end-racist-violence

h.huett Januar 4, 2012 um 11:58

Linus

Da gibts nichts falsch zu verstehen. Wer immer den Sachverhalt öffentlich macht, bekäme in einem Land wie den USA einen Pulitzerpreis, auch wenn er dafür in den Gully greifen musste.

Nanuk Januar 4, 2012 um 12:08

@Doktor D.
und Hütt und Lübberding machen fröhlich mit bei der Berlusconisierung…

Doktor D Januar 4, 2012 um 12:12

@Linus: Warum ihn kein Medium bisher verklagt hat? Möglicherweise deswegen: “Während seiner Amtszeit genießt der Bundespräsident strafrechtliche Immunität. Der Bundespräsident kann nicht abgewählt werden. Die einzige Möglichkeit, ihn seines Amtes zu entheben, ist die Präsidentenanklage vor dem Bundesverfassungsgericht nach Art. 61 GG.” (Wikipedia)
Aber ich bin totaler juristischer Laie.
Der Witz scheint mir doch zu sein, dass gerade der BuPrä extrem gut vor dem von dir perhorreszierten “Druck der Medien” geschützt ist. Außerdem zeigt doch gerade die Lautstärke und Massivität, mit dem die Medien in diesem Fall arbeiten (müssen), dass die Beziehung so symbiotisch nicht (mehr) ist.

Linus Januar 4, 2012 um 12:12

@Huett:
“Wer immer den Sachverhalt öffentlich macht, …”
Bisher hat noch niemand den SACH-Verhalt öffentlich gemacht. Es bleibt bei Hörensagen.

Doktor D Januar 4, 2012 um 12:13

@nanuk: ???

h.huett Januar 4, 2012 um 12:17

Linus

Es reicht die Inhaltsangabe. Jedes Detail oder der ganze Wortlaut im O-Ton wäre für viele unerträglich.

Nanuk Januar 4, 2012 um 12:18

@Doktor D
Man kann dem Mann (BuPräsidenten) nichts der ist völlig ungefährdet… und am ende bleiben Desillusionierte übrig…

Nanuk Januar 4, 2012 um 12:20

An dem können sich jetzt alle abreagieren bringen tut das nichts überhaupt nichts…

Linus Januar 4, 2012 um 12:28

@Doktor D:
Ich bin da genauso Laie. Ich vermute aber stark: Zur Amtsentshebung (und damit Aufhebung der Immunität) ist eine formelle Anklage zu stellen. Diese kann freilich nur durch Bundestag/-rat erfolgen. Nichtsdestoweniger brauchen auch die tatrelevante Beweise. Die kriegen sie nicht geliefert!?

“Außerdem zeigt doch gerade die Lautstärke und Massivität …”
Sehe ich anders: Massiv wäre die Präsentation eines Beweises. Lautstärke allein reicht nicht zum rechthaben.

Linus Januar 4, 2012 um 12:31

@Huett:
“Es reicht die Inhaltsangabe”

Immer her damit, wenn Herr Diekmann die Richtigkeit der Angaben bestätigt.

llse Januar 4, 2012 um 12:46

doktor d: “Wulff scheint sich darauf zurückzuziehen, dass der BuPrä im Grunde ein Bezieher bedingungsloses Grundeinkommens ist, weil die formalen Hürden, ihn loszuwerden sehr hoch sind. Nur kündigt er damit wohl einen zentralen Konsens für das Funktionieren unseres Systems auf – und das sollten wir schon diskutieren.”

in erster linie hat die bild den konsens mit wulff aufgelöst, wohlgefällig zu berichten (gleichzeitig eine hübsche drohung an andere amtsinhaber) und sich selbst, den umgang mit der eigenen pressefreiheit, entblößt.

die beabsichtigte auflösung des gemeinwesens mit dem ziel eine technokratenputsches, seh ich auch so, aber eben nicht mit wulff als akteur.

Balken Januar 4, 2012 um 12:47

@ hütt 11:58
Ja klar, eine “Aufklärungs”story, die der Personalisierung von Politik und damit der Ablenkung von politischer Aufklärung dient, wird immer gern genommen. Da kann sich dann sogar ein Medium als Saubermann generieren, dass dazu gar nicht in den Gully greifen muss, sondern der Gully ist …

h.huett Januar 4, 2012 um 12:53

Linus

Dafür, dass Du hier so starke Töne anstimmst, scheinst Du erstaunlich schlecht informiert über den erreichten Sachstand. Der ist unstrittig und in den bisher zitierten soundbytes bestätigt.

h.huett Januar 4, 2012 um 12:54

Balken
Wer in dieser Affäre Gully und wer deepthroat ist, bleibt noch zu klären. Auch die Frage, wer einen Pulitzerpreis oder eine saure Zitrone erntet ist noch lange nicht geklärt.

Morph Januar 4, 2012 um 12:59

@linus

“NB: Was sollen diese persönlichen Attacken? Kannst du dir das bitte sparen?”

Womit habe ich Dich Deines Erachtens persönlich attackiert?

“Ausländer und Sträflinge sind durch das GESETZ vor demokratischer Willkür geschützt.”

Nein, denn die Gesetze werden in einem demokratischen Verfahren festgelegt. Wenn man die Demokratie auf One Man/One Vote reduziert, plädiert man stillschweigend dafür, dass die Mehrheit die Gesetze macht.

“NB: M.E. ist es antidemokratisch, das Prinzip “ein Mann, eine Stimme” als populistisches Demokratieverständnis abzutun.”

‘One Man/One Vote’ ist ein Verfahren, das eine kollektive Entscheidung ermöglicht, unabhängig von der Verfassung des Kollektivs. Auch das organisierte Verbrechen entscheidet vermutlich bestimmte Dinge in gewissen Gremien kollektiv und bedient sich dabei dem Mittel der persönlichen Abstimmung mit dem Mehrheitsvotum als Entscheidungskriterium.

Ich verstehe unter der modernen politischen Verfassung nicht allein das persönliche Abstimmungsprinzip, sondern insbesonderer die Möglichkeit des Minderheitenschutzes, die es ERÖFFNET, aber noch nicht REALISIERT.

In der Moderne wird die Entscheidung der Minderheit gleichsam als Reflexionsmoment immer mitgeführt. Das ist Sinn der institutionalisierten Opposition. (Und führt übrigens zu dem bekannten Demokratieproblemen der latenten Blockade kollektiv bindender Entscheidungen).

““Die Presse kann keine Politik betreiben. Nur die Politik kann das.”
Und ich kann nicht Autofahren. Nur das Auto kann das.”

@Linus? (ach ja, ich darf ja nicht attackieren ;-) – Also ganz sachlich: Das Auto ist ein technisches Mittel und kein Akteur. Politiker dagegen, politische Parteien, Amtsinhaber, Regierungsorganisationen, sind in jedem Fall Akteure, denen alles, was sie tun, als nicht weiter hintergehbare Entscheidung zuzuschreiben ist.
Die Presse kann in Parlamenten und Ausschüssen weder argumentieren noch abstimmen. Wenn ein Politiker Presseberichterstattung oder einen Leitartikler im Parlament zitiert, dann ist das allein seine Entscheidung.

“In der Causa Wulff handeln die großen Zeitungen nach einem gemeinsamen Muster. Scheibchenweise Andeutungen streuen, in der Erwartung, das was hängenbleibt.”

Nein. Wulff hat die Umstände seiner Kreditgeschäfte verschleiert. Darauf weist die Presse nachdrücklich hin, solange dieser Zustand fortbesteht. Wulff hat sich als Politiker immer dafür ausgesprochen, dass Politiker nicht den Anschein der Bestechlichkeit erwecken dürfen und im Zweifelsfall den Hut nehmen müssen. An diesen Aussagen wird er jetzt gemessen. Das ist fair.

“Dies gemeinsame Ziehen an einem Strang hat durchaus etwas Monopol-artiges und riecht nach stiller Absprache.”

Sorry, aber wenn verschiedene Beobachter zu demselben Urteil kommen, dann kann das auch am Beobachteten liegen. Oder sagst Du auch, wenn verschiedene Leute behaupten, in der Toscana sei es schöner als in Gelsenkirchen, dass das nach geheimer Absprache röche?

Ich bin weit davon entfernt, Wulff zu verteidigen. Aber ich erlaube mir, daß Vorgehen der Presse zu beobachten.

NB: Was sollen diese persönlichen Attacken? Kannst du dir das bitte sparen?

Morph Januar 4, 2012 um 13:00

@linus

upps, die beiden letzten Absätze sind noch aus Deinem Vorpost, den ich kopiert habe, aus Versehen stehen geblieben.

konrad Januar 4, 2012 um 13:11

” Leitartikler und Feuilletonisten verfügen über eine sehr ausgeprägte persönliche Meinung. Ihr Beruf verlangt, dass sie zu allen öffentlichen Vorgängen persönlich Stellung nehmen können.”

Sind das dieselben Leute die vorher so ein Tattoo für niedlich hielten und etwas Erfrischendes für unsere Monar….. accch unser Presidialamt darstellt :-)?

Hat sich mit dieser Affäre etwas an der Fähigkeit dieser Person geändert?

Morph Januar 4, 2012 um 13:30

@konrad

“Sind das dieselben Leute die vorher so ein Tattoo für niedlich hielten und etwas Erfrischendes für unsere Monar….. accch unser Presidialamt darstellt :-) ?”

Na klar.

“Hat sich mit dieser Affäre etwas an der Fähigkeit dieser Person geändert?”

Natürlich nicht.

Entscheidend ist: Sage nie einem Journalisten, er soll verdammt noch mal die Klappe halten. Die Kundgabe der eigenen Meinung gehört für einen Leitartikler und Feuilletonisten zum Berufsethos. (Was natürlich nichts über die Treffsicherheit der Meinung besagt).

Was Wulff wohl geritten hat, die BILD-Berichterstattung durch persönliche Intervention verhindern zu wollen? Eine Idiotie sondergleichen. Ich vermute, dass es die pure Verzweiflung war, da er Zustandekommen und Verschleierung des Kredits offenbar nicht so aufklären kann, dass der Anschein der Korruption sich in Nichts auflösen würde. Wulff hat gekungelt, und er kann das nicht aus der Welt schaffen. Er hat in ähnlichen Angelegenheiten deutlich gemacht, wie er persönlich ein solches Verhalten einschätzt.

Ihm bleibt nur der Rücktritt um identisch zu sein. Wenn er am Amt festhält (was immerhin möglich ist), wird für seine restliche Amtszeit ein Verfassungsorgan unseres Staates illegitim verwaltet sein. Schon eine gruselige Vorstellung, oder nicht?

Das Merkwürdige ist, finde ich, dass marode Strukturen sich immer aus einem Nichts heraus als solche offenbaren. Der Anlass, Wulffs faktische Verfehlung, ist ja nun wirklich geringfügig, gemessen an den politischen Skandalen, die die Bundesrepublik schon erlebt hat. Schon irre.

konrad Januar 4, 2012 um 13:34

Meine Meinung:
Es ist wie bei der Bazillensuche, wenn man sucht findet man auch welche.
Hat man auch bei den Vorgängerpatienten danach gesucht?
Also, alte Patienten untersuchen, Ergebnisse vergleichen, Schlüsse ziehen.
Ich finde so ein Einzelergebniss ziemlich irrelevant.

Linus Januar 4, 2012 um 13:41

@Morph:
“Nein, denn die Gesetze werden in einem demokratischen Verfahren festgelegt.”

Es gibt verbindliche Rechtsgrundsätze, die, einmal beschlossen, auch demokratisch nicht einfach außer Kraft gesetzt werden können. Sie sind dem Zugriff der Willkür erstmal entzogen. Genau dies ist der Sinn der Gewaltenteilung.

“Wenn man die Demokratie auf One Man/One Vote reduziert, plädiert man stillschweigend dafür, dass die Mehrheit die Gesetze macht.”
Ich habe da nichts reduziert. Ich habe geschrieben, daß die Presse (im Gegensatz zur Rechtssprechung) in der Demokratie keine Entscheidungsbefugnis hat.

“Also ganz sachlich: Das Auto ist ein technisches Mittel und kein Akteur. Politiker dagegen, politische Parteien, Amtsinhaber, Regierungsorganisationen, sind in jedem Fall Akteure, denen alles, was sie tun, als nicht weiter hintergehbare Entscheidung zuzuschreiben ist.”

Das ist Wortklauberei. Wenn die Wahl eines BP davon abhängt, daß er der Bildzeitung genehm ist – andernfalls wäre er nicht BP geworden -, dann sehe ich hier eine gewichtige politische Einflußnahme. Ebenso, wenn sich unser Finanzminister seine Gesetze von der DB diktieren läßt.

“Wulff hat die Umstände seiner Kreditgeschäfte verschleiert. Darauf weist die Presse nachdrücklich hin, solange dieser Zustand fortbesteht. Wulff hat sich als Politiker immer dafür ausgesprochen, dass Politiker nicht den Anschein der Bestechlichkeit erwecken dürfen und im Zweifelsfall den Hut nehmen müssen. An diesen Aussagen wird er jetzt gemessen. Das ist fair.”

Richtig. In der “Telefon-Affäre” sieht das etwas anders aus. Da verstehe ich nicht, warum die Medien einmütig darüber schreiben, während der Kronzeuge Diekmann sich dazu ausschweigt.

Linus Januar 4, 2012 um 13:47

@Huett:
Wo ist das Tonband?

holger Januar 4, 2012 um 13:48

Der Huett hats echt drauf… :D

Der Urinator wird im möchte müssen, heute sein Amt segnen. ;-)

holger Januar 4, 2012 um 13:50

@ Linus Januar 4, 2012 um 13:47
@Huett:
Wo ist das Tonband?

Das hat der Kai verkauft, der muss ja noch seine Tel.Rechnung bezahlen, wo er als im Ausland noch gebloggert hat. Bloggern ist flüssiges Wachs in einen Holzteppich zu bürsten. :D

Morph Januar 4, 2012 um 13:51

@konrad

“Ich finde so ein Einzelergebniss ziemlich irrelevant.”

Sicher. Nur ist es eben auch ziemlich irrelvant, was Du oder ich so findet. Entscheidend ist – gesellschaftlich gesehen – die massenmediale Beschreibung der Welt. Und die hat über Wulff den Daumen unwiderruflich gesenkt.

Noch spiegelt sich das nicht nachdrücklich genug im Meinungsbild der Parlamentarier wider. Die sind angesichts der Tatsache wie in Schockstarre. Bei zu Guttenberg hat die Übersetzung schneller geklappt. Verständlicherweise. Der Rücktritt eines Verteidigungsministers ist ja fast eine Routineübung in der BRD. Aber wenn sich die Schockstarre löst, werden sich keine Partei und kein Parlamentarier mehr der massenmediale Beschreinung der Amtsuntauglichkeit Christian Wulffs entziehen.

holger Januar 4, 2012 um 13:53

Wuff der Urinator soll um 20:15 MEZ auf des öffentlich rechtlichen Bildschirmen erscheinen. Ja ist denn schon Weihnachten???

Morph Januar 4, 2012 um 13:56

@linus

“Wenn die Wahl eines BP davon abhängt, daß er der Bildzeitung genehm ist – andernfalls wäre er nicht BP geworden -, dann sehe ich hier eine gewichtige politische Einflußnahme.”

Das ist eine These, die Du erstmal begründen solltest. Dass Wulff BP geworden ist hat m.E. am wenigsten mit der BILD zu tun, sondern vor allem damit, dass Merkel ihn mit ihrem üblichen machtpolitischen Geschick gegen die übergroße Mehrheit der Bevölkerung und dem alkgemeinen massenmedialen Stimmungsbild durchgedrückt hat.

gelegentlich Januar 4, 2012 um 13:57

Ich habe mal nachgesehen bei Kompa.
,, ,,Auch § 201 StGB – Vertraulichkeit des gesprochenen Worts – dürfte nicht verletzt sein. Eine unbefugte Aufnahme liegt schon nicht vor, denn die hatte Herr Wulff ja selbst produziert. Derartige Entäußerungen werdenAuch § 201 StGB – Vertraulichkeit des gesprochenen Worts – dürfte nicht verletzt sein. Eine unbefugte Aufnahme liegt schon nicht vor, denn die hatte Herr Wulff ja selbst produziert. Derartige Entäußerungen werden wie schriftliche Äußerungen behandelt. Damit trägt der Absender das Risiko, dass die freiwillig manifestierte Äußerung in Umlauf gerät, vgl. Schünemann: Leipziger Kommentar, Strafgesetzbuch, 12. Auflage 2008, § 201; Satzger/Schmitt/Widmaier: StGB Strafgesetzbuch Kommentar, 1. Auflage 2009 § 201. ”
Kann ich nicht beurteilen. Aber darum geht es ja gar nicht: hier ist ja nicht irgendein Schreiben versehentlich auf der Straße gelandet und vom Finder veröffentlicht worden. Sondern der Adressat der Mitteilung hat sich sehr viel später (!) dafür entscheiden, einseitig, ohne Rücksprache oder Genehmigung, den Inhalt dieser widerlichen Kommunikation zu veröffentlichen. Wie das rechtlich aussieht ist nicht meine Sache. Sie zeigt mir aber, dass die Behauptung falsch ist, Springer/Dieckmann ginge es hier zuallererst um Aufklärung/Werte/Ansehen des Amtes usw.
Weshalb hat man denn diese Sache, die zeitlich zuerst kam, nicht als erste auch veröffentlicht? Und später dann die Fundstücke zum Kreditproblem? Nur die Betrachtung des Ablaufes deutet doch darauf hin, dass es um eine Kampagne handelt um diesen Mann jetzt abzuschießen. Als der erste Pfeil nicht traf hat man einen weiteren abgeschossen.
Von der Person Wulff halte ich nach wie vor wenig. Aber der Milliardärspresse mißgönne ich die Betätigung der Schalter am Aufzug.

Doktor D Januar 4, 2012 um 14:02

@Linus: Mit der Beschreibung von Lautstärke und Massivität wollte ich keine Wahr oder Falsch-Bewertung abgegeben, denn darum geht es in meinem speziellen Argument nicht. Ich meine, gerade dass die Medien so hochdrehen, scheint für mich eher für morphs / goodnights Beschreibung des Verhältnis Medien – Politik zu sprechen: Die Einflussnahme geht eben nicht so direkt über ein paar Leitartikel und Geklungel im Hinterzimmer vom Borchardts, sondern durch ‘indirekte Reizung’. Total unterkomplex könnte man das vielleicht so beschreiben: Die Wallungen im System Medien sind für Politik nur dann anschließbar, wenn sie dort als Macht-”Frage” formuliert werden können und müssen. Das schöne Bild “Aussitzen” bringt es ja super auf den Punkt.
Zu BILD als Präsidentenmacher: Soweit ich mich erinnern kann, war die BILD eher pro Gauck. Merkel hat Wulff ja – um in deinem Beschreibungsmodell zu bleiben – gegen die großen Print-Medien (und zahllose Umfragen) durchgesetzt. Ob das ein Fehler war, dass herauszufinden nimmt sich Frau Merkel gerade die Zeit.

Nanuk Januar 4, 2012 um 14:03

Wenn Wulf im Amt bleibt ist das Positive was man daraus ziehen kann das die Kampagnenfähigkeit der Blöd Zeitung ein Stückchen weiter Richtung Bedeutungslosigkeit gerutscht ist…

Linus Januar 4, 2012 um 14:05

@Morph:
“Das ist eine These, die Du erstmal begründen solltest.”
Stimmt. Du übrigens die deine.

Nichtsdestoweniger – und deshalb habe ich diese These angeführt – scheint mir, daß man heute als Politiker an der Bild-Zeitung nicht mehr vorbeikommt. Sämtliche Kanzler-Kandidaten und die, die es noch werden wollen, dienen sich da ja nicht von ungefähr an.

Morph Januar 4, 2012 um 14:06

@Linus

“Das ist Wortklauberei.”

Sorry, aber da muss ich doch drastisch werden: Das ist Logik, mein Lieber! Wenn Du nicht mehr zwischen Akteuren, Handlungsmitteln und Handlungszwecken kategorial unterscheiden kannst, dann erübrigt sich die Diskussion über gesellschaftliche Tatbestände.

“Richtig. In der “Telefon-Affäre” sieht das etwas anders aus. Da verstehe ich nicht, warum die Medien einmütig darüber schreiben, während der Kronzeuge Diekmann sich dazu ausschweigt.”

Es wäre das Einfachste für Wulff, sofort ein Dementi veröffentlichen zu lassen, wenn die kolportierten Inhalte der Telefonate falsch dargestellt worden wären. Und natürlich wäre ein solches Dementi subito erfolgt (eine Routineübung eines Pressereferats). BILD hätte sich mit der Streuung eines falschen Gerüchts in DIESER Sache für alle Zeiten unmöglich gemacht. Alle Beteigten der BILD-Redaktion wissen, dass sie sich in DIESER Sache nicht den KLEINSTEN handwerklichen Fehler leisten dürfen.

Dass es zu keinem Dementi gekommen ist, BEWEIST, dass das, was wir über die Telefonate wissen, den Tatsachen entspricht.

Dipfele Januar 4, 2012 um 14:06

@holger

>Es gibt kein „Cui bono“

Aber es gibt ein “Tu quoque”, wie schon Carl Schmitt wusste:
“Elite sind diejenigen, die sich das tu quoque verbitten dürfen.”

Das Tu-quoque-Argumunt (lat.: Du auch) hat bei der sog. Elite zwei Bedeutungen: zum einen – im Sinne des kategorischen Imperativs verstanden – verbittet sie es sich als Selbstanwendungszumutung, zum anderen – im Sinne des Argumentum ad hominem – benutzt sie es als Rechtfertigungsargument für eigene Maßlosigkeit, um unbeirrt ‘Maß halten’ predigen zu können.

Für Wulff ist es ein Rohrkrepierer, ist halt keine Elite.

konrad Januar 4, 2012 um 14:07

Um es mit Holgers Worte zu sagen:

Ich möchte nicht in einem Land leben, wo ein paar Zeitungsartikel entscheiden wie etwas abzulaufen hat!
Ohne demokratische Entscheidung, ohne Mitspracherecht! Es schlägt die Stunde der Moralisten (gab es schon sowas ehnliches?)!
Wird nach einem Rücktritt juristisch etwas passieren? Werden Seilschaften offengelegt? Werden die Nutznießer auch belangt? Oder wird man denen nichts nachweisen können? Was weißt man dann jetzt nach, wenn es später keine Rolle mehr spielt?

gelegentlich Januar 4, 2012 um 14:08

@nanuk
Und dieses Ergebnis wäre nach meiner Ansicht für dieses Land ein wenig besser als die Alternative, die man auch nur widerwillig knurrend schlucken kann.
Wenn überhaupt würde ich mir wünschen, dass die zuständigen Institutionen den Mann aus dem Amt entfernen. Anlässse dafür hat er ja geliefert.

Doktor D Januar 4, 2012 um 14:13

@Nanuk: Nö, das zeigt vor allem mal, das die Kampagnenfähigkeit der BILD gegenüber Mächtigen aller Art massiv überschätzt wird. Und dass das Gerede von der BILD-Macht auch eine prima Entschuldigung für eitle, strategisch unterbegabte Leute auf dem Weg nach oben ist, vor deren Anrufen und Betteleien um Aufmerksamkeit man sich in der Redaktion nicht retten kann. Man muss sich mit der BILD nicht dermaßen ins Bett legen wie Wulff.

Nanuk Januar 4, 2012 um 14:25

@Doktor D
Das ist das Geschäftsmodell der Bild… die Leben von ihrer eigenen Überschätzung und jedes mal wenn die was anzetteln und das geht in die Hose verlieren die ein Stückchen davon.

holger Januar 4, 2012 um 14:26

Momentan wird ja jedes Amt gefährdet

Ex-Industrieminister Christian Estrosi erklärte Hollandes Verhalten für “eines Präsidentschaftskandidaten unwürdig”. Es sei “auf persönlicher Ebene niederträchtig, aber auf politischer Ebene auch gefährlich”, weil das Amt des Präsidenten herabgewürdigt werde.

http://www.n-tv.de/politik/Hollande-spottet-ueber-Sarkozy-article5131386.html

es scheint ein rein Politisches Problem zu sein… 2011 setz sich in 2012 fort. Rücktritt nach Rücktritt, Ein Amt nach dem nächsten beschädigt. Ich glaub ich gucke Fernsehen.

Doktor D Januar 4, 2012 um 14:26

Hoffen wir’s mal!

Nanuk Januar 4, 2012 um 14:31

@Doktor D
“Zur Verteidigung der Frühpatrouille kann man anmerken das Rommel es so zumindest geschaft hat den Anschein von Gefährlichkeit zu wecken immer im Kreis um den Häuserblock… wo wir doch schon den Rubikon überschritten haben.”

;)

carlos manoso Januar 4, 2012 um 14:37

@ Linus Januar 4, 2012 um 13:41
„Richtig. In der “Telefon-Affäre” sieht das etwas anders aus. Da verstehe ich nicht, warum die Medien einmütig darüber schreiben, während der Kronzeuge Diekmann sich dazu ausschweigt.“

Ehrlich gesagt is es jetzt auch schon wurscht, ob Britta Wulff vorher mal anschaffen war. Deshalb muß ein deutscher Staatspräsidente doch nicht gleich den „Rubicon“ auf Diekmanns AB überqueren und sich ins Kabarett verirren.

Hier nun der Anrufbeantworter von BILD-Diekmann mit Wulffs Wut-Anruf zum Abhören:
http://soundcloud.com/malotki/dieckmanns-ab

„Als BILD die erste Veröffentlichung plante, erfuhr Christian Wulff – auf Staatsreise unterwegs im arabischen Raum – von dem journalistischen Scoop und bellte dem Chefredakteur Kai Diekmann eine Art Kriegserklärung auf die Mail-Box. Es war nicht der einzige Versuch des Bundespräsidenten, der „Vierten Macht“ das Handwerk zu legen. Der nächste Anruf galt dem Vorstandsvorsitzenden des Axel-Springer Verlags, Mathias Döpfner. Seine lautstarken Vorhaltungen aus der Ferne verhallten frucht- und sinnlos. Ein dritter Anruf, diesmal bei der Mehrheitsaktionärin Friede Springer, so heißt es, soll mit ihrer kühlen Auskunft geendet haben, dass die Witwe des Verlagsgründers keinen Einfluss auf ihre Chefredakteure zu nehmen pflege.“
http://www.cicero.de/berliner-republik/klempner-im-schloss-bellevue-christian-wulff-bild-diekmann/47849

Linus Januar 4, 2012 um 14:38

@Doktor D:
“Ich meine, gerade dass die Medien so hochdrehen, scheint für mich eher für morphs / goodnights Beschreibung des Verhältnis Medien – Politik zu sprechen: Die Einflussnahme geht eben nicht so direkt über ein paar Leitartikel und Geklungel im Hinterzimmer vom Borchardts, sondern durch ‘indirekte Reizung’.”

Volle Zustimmung. Das ist auch eine Art Kommunikationskanal. Daß man darüber einen Druck ausüben kann, obwohl es eigentlich in unserem Staatssystem nicht vorgesehen ist, daß man sich auf beiden Seiten über die Bedeutung der kommunizierten Zeichen einig ist, ja daß sich darüber eine Art stille ‘Sprache’ entwickeln konnte, deutet auf eine unheilige Verquickung von Medien und Politik, also ein Unterlaufen des eigentlich angestrebten Prinzips der Gewaltenteilung.

Und gut möglich, daß du Recht hast: daß man Politik letztendlich nur durch Aussprechen des Wortes ‘Macht’ zum Zuhören bewegen kann.

Morph hat oben nur solche als Akteure in der Politik gelten lassen, “denen alles, was sie tun, als nicht weiter hintergehbare Entscheidung zuzuschreiben ist.” Souveräne, unbewegte Beweger also!? Diese Definition mag als Modellannahme für Systemiker taugen, in unserem Universum ist sie aber nicht anzutreffen. Also entwickeln sich zwangsläufig Kommunikationskanäle, auch unvorhergesehene.

Das ist solang nicht schlimm, als die Bindung nicht zu eng ist, also das Gleichgewicht zwischen den Gewalten halbwegs gewahrt ist. Es läßt sich aber per definitionem nicht regeln, sonst nähme die regelnde Gewalt, also z.B. das Recht (oder auch die Presse)überhand. Es bleibt nur, an die Verantwortlichkeit aller Beteiligten zu appellieren.

Könnten die daran interessiert sein? Ja, im Sinne der Aufrechterhaltung des Gesellschaftsvertrages. Es hilft nichts, wir dürfen das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. Spezialisierung ist dem natürlich entgegengesetzt.

h.huett Januar 4, 2012 um 14:40

Nanuk
“Wenn Wulf im Amt bleibt ist das Positive was man daraus ziehen kann das die Kampagnenfähigkeit der Blöd Zeitung ein Stückchen weiter Richtung Bedeutungslosigkeit gerutscht ist…”

Träume weiter. Du übersiehst die Kehrseite dieses Ausgangs. Dann heißt es ungebremst anything goes. Und nicht nur das. Der jetzt ausgetragene Machtkampf würde die Balance der Mächte da draußen, so prekär und so unerfreulich sie im Detail auch aussehen mag, zerstören. Die Idee der Vierten Gewalt wäre mausetot.

Nanuk Januar 4, 2012 um 14:40

In Afrika angekommen, täuschte er ersteinmal die brit. Spione über seine tatsächliche Truppenstärke, in dem er seine Panzer mehrmals im Kreis vorbei fahren ließ.

Wenn man Mittwochs schon sehen kann, wer Sonntag zu Besuch kommt, hat man genug Zeit einen Kuchen zu backen.

;)

h.huett Januar 4, 2012 um 14:43

Linus
Frag Herrn Diekmann.

Nanuk Januar 4, 2012 um 14:43

“Die Idee der Vierten Gewalt wäre mausetot.”

So ist das mir Ideen… wenn man sich für PR hat einspannen lassen.Ab morgen gibt es dann wieder die Volksrente von der Alianz im Hause Springer…

Linus Januar 4, 2012 um 14:46

@Morph:
Zur Logik siehe meinen Post an Doktor D. Seit Newton gilt:
Actio = Reactio ;-)

“Es wäre das Einfachste für Wulff, sofort ein Dementi veröffentlichen zu lassen, wenn die kolportierten Inhalte der Telefonate falsch dargestellt worden wären. ”

Wulff hat angerufen, weil die seine Bettina durch den Kakao ziehen wollten. Und jetzt hat ihm seine Bettina gestanden, daß da was dran ist. Blödsinn? Vielleicht. Aber damit ist dein Beweis keiner mehr.

Doktor D Januar 4, 2012 um 15:00

Linus, das war jetzt echt schwach! morph mangelnde Beweise vorzuwerfen und dafür ein Gerücht bigotter Blogger/Journalistenkreise anzuführen. Die Bettina-Story ist nichts als der feuchte Traum sozial inferiorer Männchen, die ihren Autoritätskomplex ausleben, weil sie sich keine Domina leisten können. Also bitte!

Nanuk Januar 4, 2012 um 15:00

http://www.freitag.de/wissen/1139-geld-oder-wissen

Das Geschäftsmodel zu zertrampeln da hätte ich mehr Freude dran aber man nimmt was man kriegen kann… ;)

gelegentlich Januar 4, 2012 um 15:04

@h.huett
,,Träume weiter. Du übersiehst die Kehrseite dieses Ausgangs. Dann heißt es ungebremst anything goes. Und nicht nur das. Der jetzt ausgetragene Machtkampf würde die Balance der Mächte da draußen, so prekär und so unerfreulich sie im Detail auch aussehen mag, zerstören. Die Idee der Vierten Gewalt wäre mausetot.”
Das Problem ist doch dass ,,anything goes” längst da ist und dass diese Leute diese Vierte Gewalt nicht sind/sein können.
Wer keine direkte Macht hat braucht z.B. Glaubwürdigkeit. Man sehe sich, um nur ein Beispiel von vielen anzusehen, das Verhalten von BILD/Dieckmann gegenüber Sibel Kekilli an. Und denen soll man jetzt abnehmen, dass es um Werte pipapo geht in diesem Fall?
Eine Zumutung.
Wenn die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse annimmt und Guttenberg laufen läßt: anything goes!
Nochmal: möge man ihn ,,abschießen”. Aber das sollen dann bitte die jeweiligen Institutionen tun – und nicht eine Springer-Kampagne unbekannten Motivs.

Linus Januar 4, 2012 um 15:05

Doktor D:
Also bitte! Das ist nicht MEIN Punkt. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß Morph auch keinen hat. Und damit bin ich auch schon still.

Morph Januar 4, 2012 um 15:11

@Linus

“Morph hat oben nur solche als Akteure in der Politik gelten lassen, “denen alles, was sie tun, als nicht weiter hintergehbare Entscheidung zuzuschreiben ist.” Souveräne, unbewegte Beweger also!? Diese Definition mag als Modellannahme für Systemiker taugen, in unserem Universum ist sie aber nicht anzutreffen. Also entwickeln sich zwangsläufig Kommunikationskanäle, auch unvorhergesehene.”

Mit Verlaub, nicht @Morph lässt irgendetwas gelten, sndern politisch gilt, was eben politisch gilt. Schau Dir die Verfahren an.

Damit ist nicht bestritten, dass es nichtpolitische Personen und Organisationen mit unterschiedlich starkem Einfluss auf politische Entscheidungen gibt. Finanzstarke Lobbies und gut vernetzte Journalisten haben mehr Einfluss auf die Politik als Du oder ich. Und es ist völlig klar, dass die finanzstärkste Lobby (also die Finanzwirtschaft, aka ‘das’ Kapital) und die reichweitenstärksten Journalisten (also die Chefredakteure der großen Boulevardmedien, aka ‘die öffentliche Meinung) den größten Einfluss auf die Politik haben.

Gleichwohl: Wenn ein Ministerium sich ‘Fachverstand’ ins Haus holt, um Gesetzestexte zu verfassen, wenn ein Staatsoberhaupt seine Privatverhältnisse breit covern lässt, dann ist das die Entscheidung des Ministeriums und des Staatsoberhaupts. Keine Bank der Welt kann aus eigener Entscheidung irgendein Gesetz bestimmen, kein Boulevardblatt der Welt kann über die Intimbeziehungen eines Staatsoberhaupts berichten, wenn nicht die verantwortlichen Personen dies zulassen.

Linus Januar 4, 2012 um 15:16

@Morph:
“Wenn ein Ministerium sich ‘Fachverstand’ ins Haus holt, um Gesetzestexte zu verfassen, wenn ein Staatsoberhaupt seine Privatverhältnisse breit covern lässt, dann ist das die Entscheidung des Ministeriums und des Staatsoberhaupts. ”

Warum entscheiden die so? Egal – ich glaube, wir haben uns schon wieder getroffen :-D

Morph Januar 4, 2012 um 15:18

@Linus

“Ich wollte nur darauf hinweisen, daß Morph auch keinen hat. Und damit bin ich auch schon still.”

Ja, und dieser Hinweis erreicht einfach sein Ziel nicht. Schon mal drüber nachgedacht, dass Kommuikation nicht mit Newton’scher Physik beschrieben werden kann? Dann wird’s aber mal Zeit!

Morph Januar 4, 2012 um 15:25

@Linus

“Warum entscheiden die so? Egal”

Nein, nicht egal. Sie entscheiden so, weil sie so entscheiden KÖNNEN, weil diese Entscheidung im Spektrum der legitimen Entscheidungen liegt.

Und Sie MÜSSEN dies auch tun, weil kaum ein normaler Abgeordneter über den Fachverstand verfügt, die nötig ist, um die komplizierten Regelungsnotwendigkeiten der Moderne zu beherrschen.

Allerdings sollten Minister und Abgeordnete heute SYSTEMATISCH kontroversen Fachverstand konsultieren und dann nach Intuition entscheiden, welche Ordnungsmaßgabe ihnen plausibler erscheint. In dieser Hinsicht gibt es einen großen Sensibilisierungsbedarf für die neuen Umstände des technokratischen Zeitalters.

Linus Januar 4, 2012 um 15:48

@Morph:
“Und Sie MÜSSEN dies auch tun, weil kaum ein normaler Abgeordneter über den Fachverstand verfügt, die nötig ist, um die komplizierten Regelungsnotwendigkeiten der Moderne zu beherrschen.
Allerdings sollten Minister und Abgeordnete heute SYSTEMATISCH kontroversen Fachverstand konsultieren und dann nach Intuition entscheiden, welche Ordnungsmaßgabe ihnen plausibler erscheint.”

Das heißt doch: Was ihnen als Akteurspotential verbleibt, ist ihre Intuition: “Huhu, Angela, huhu, das geblümte Kostüm, nein, nein, nicht das rote, das geblümte natürlich!”

Doktor D Januar 4, 2012 um 15:54

@Nö: Da wären auch noch Erfahrung und ein gesundes Misstrauen gegen Leute, die ganz genau wissen, was richtig ist. Außerdem ist Intuition eine der komplexesten psychisch-kognitiven Prozesse überhaupt, zusammen mit guter Beobachtungsgabe kann man damit ordnetlich weit kommen.
Und so langsam misstraue ich deinem Wahrnehmungs- und Urteilsvermögen nun wirklich, Linus: Ist dir denn im Ernst noch nie aufgefallen, dass Frau Merkel NIE in der Öffentlichkeit Geblümtes trägt, außer in gang seltenen Fällen als Accessoire?! So lange wir unsere eigene Vorurteile über politische Protagonisten für Kritik halten, haben die nicht viel zu befürchten von uns.

h.huett Januar 4, 2012 um 15:55

Linus

Ich weiß nichts über Deine politischen Kenntnisse der Normen und Pragmatiken, aber kann Dir versichern, dass solche albernen Kamerastatements zu EFSF-Finanzierung einen irreführenden Eindruck über die fachliche Expertise von Gesetzgebern verbreiten. Das Parlament hat Ausschüsse, in die jede Fraktion auf die herausgehobenen Positionen die fürs Themengebiet verlässlichen Experten entsendet. Hintersassen, altgediente ministerielle Arbeitspferde und Newbies können sich in neue Themen einarbeiten. In Malawi traf ich 2007 den großen Entwicklungspolitiker Walter Riester, der der Norm gefolgt ist, nicht in den Fachausschuss seines alten Ressorts zu gehen.

In den Ausschüssen und den federführenden Referaten der Bundesministerien werden Experten der unterschiedlichsten Herkunft systematisch gegrillt. Am bestem entwickelt war diese Praxis in der Mainzer Staatskanzlei, wo unter der Planungsverantwortung von Gerd Mielke Expertengrills zu großen Themen der 90er Jahre durchgeführt wurden. Mancher Grillwurst ist das gut, anderen nicht gut bekommen.

Doktor D Januar 4, 2012 um 15:56

Zur Anschauung: http://bit.ly/zp524R

h.huett Januar 4, 2012 um 16:01

Morph

Die Physik bringt (selten) gewitzte Politiker hervor. Die Physiker sind politisch, wie manche Nachbardisziplinen von Mathematik bis Informatik, manchmal erstaunlich weltfremd- Wenn sie aber erst einmal, wie Herr Lafontaine und Frau Merkel, in die Spitzenpolitik gefunden haben, kehren sie zurück zu den wirksamen Kraftbestimmungen politischer Mechanik.

holger Januar 4, 2012 um 16:12

Hey Doktor

—>>> Ist dir denn im Ernst noch nie aufgefallen, dass Frau Merkel NIE in der Öffentlichkeit Geblümtes trägt”

Für mich der Satz 2012… :D jetzt schon.

Linus Januar 4, 2012 um 16:26

@Doktor D:
Ich seh´s ein: Für das geblümte Kostüm läßt sich hier kein Strauß gewinnen. Mir hätts gefallen.

@Huett:
“dass solche albernen Kamerastatements zu EFSF-Finanzierung einen irreführenden Eindruck über die fachliche Expertise von Gesetzgebern verbreiten”.

Du hast mal ein Video über eine Fachtagung der CDU zur Finanzkrise eingestellt. Da waren u.a. als Redner versammelt Merkel, Schäuble, Ackermann, Weidmann … Frau Merkel hat damals einen denkbar sympathischen und aufgeweckten Eindruck bei mir hinterlassen, vermutlich weil der Rahmen nicht gar so öffentlich war.

Dennoch hat sie durchaus nicht so gewirkt, als ob sie das Thema in seiner Wichtigkeit und Tragweite wirklich verstünde. Herr Ackermann hat den ermüdenden Technokraten gegeben, der erklärt, welch große Regulierung die Banken schon von sich aus auf den Weg gebracht haben. Herrn Weidmann habe ich vergessen.

Merkels Wissenstand wirkte auf mich wie das Halbwissen von Managern, die mit vielen, augenscheinlich gleich wichtigen Themen zu Rande kommen müssen und nicht die Zeit haben, sich reinzudenken. Mit Schäuble war das ähnlich.
Und da saßen sie und haben ihren “Experten” eine Plattform gegeben.

Das muß sicherlich nicht die Regel sein, aber in puncto Finanzkrise scheint es mir symptomatisch.

Doktor D Januar 4, 2012 um 16:37

@Holger: ;-)
Geblümtes ist für Gattinnen reserviert.
Genaues beobachten und wahrnehmen hilft schon, die eigenen Vorurteile bisschen unter Kontrolle zu behalten.

holger Januar 4, 2012 um 16:46

Hey Doktor

—>>>Genaues beobachten und wahrnehmen hilft schon, die eigenen Vorurteile bisschen unter Kontrolle zu behalten.”

Du bringst mich echt auf eine Idee. Merci… :D Ich muss mir doch die Farbenlehre vom Altmeister Goethe wieder rauskramen.

h.huett Januar 4, 2012 um 16:53

Linus
Expertengrills sind nicht öffentlich. Das Video war politische PR, als solche für Analysen nur sehr begrenzt tauglich. Bei Expertengrills werden die bissigsten Piranhas mit Themenkompetenz systematisch scharf gemacht, sie sollen die fiesen unbequemen Fragen stellen.

In der politischen PR ist nach wie vor die größte Fehlbesetzung der Außenminister, der von seinen fachreferenten immer nur sehr schmale soundbytes vorbereitet bekommt, über die hinaus er gar nicht sprechfähig ist. Soviel Fremdschämen gabs im AA zuletzt unter Klaus Kinkel, aber da vergleichsweise selten.

Doktor D Januar 4, 2012 um 16:53

Einschlägig für politisch Geblümtes: http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=24339&toc=3324
Nur leider kommt der Hosenanzug nicht vor.

+++Kurzticker+++Kurzticker+++ Januar 4, 2012 um 16:57

Hab gerade auf meinem iPhone eine SMS von Münti erhalten. Die SPD ist bemüht H.Schmidt zu einem Auftritt im Fernsehen zu bewegen, in dem er erklärt, weshalb wir an Wulff festhalten müssen. Geht jetzt wohl nur noch um die Auswahl der richtigen Talkshow für diesen Auftritt.

holger Januar 4, 2012 um 17:47

Warum Bettina Schausten?

Doktor D Januar 4, 2012 um 17:50

Warum Ulrich Deppendorf?

holger Januar 4, 2012 um 17:51

Und warum Seehofer?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807156,00.html

Seehofer spricht Wulff das Vertrauen aus

Seehofer?

Doktor D Januar 4, 2012 um 17:54

Jetzt mach’ ich mir langsam Sorgen um Wulff…

mp Januar 4, 2012 um 18:00

ja weil der horsti sein gutti wieder will, so.

holger Januar 4, 2012 um 18:03

Wo sind RTL und Sat Uno geblieben?

Nanuk Januar 4, 2012 um 18:11

@Holger
Also wirklich die machen denen die Quote kaput der Bachelor oder Wulf… we love to entertain you…

Doktor D Januar 4, 2012 um 18:11

@Holger: Na, wer glaubt, mit einem Anruf bei Chefs die entsprechende Berichterstattung verhindern zu können, der sieht auch den Charme eines solchen Aktuelle Kameras-Arrangements. Und es soll wohl spezial staatstragend werden, schätze ich mal.

topi Januar 4, 2012 um 18:17

morph
“Nein, nicht egal. Sie entscheiden so, weil sie so entscheiden KÖNNEN, weil diese Entscheidung im Spektrum der legitimen Entscheidungen liegt.

Und Sie MÜSSEN dies auch tun, weil kaum ein normaler Abgeordneter über den Fachverstand verfügt, die nötig ist, um die komplizierten Regelungsnotwendigkeiten der Moderne zu beherrschen.”

So kann man”Legitimität” definieren; muss man aber nicht.
Die Pharmamafia diktiert Gesetze zur Pharmamafiaregulierung, und weil man es ja nicht so genau weiß, und sich”Experten”für die dümmste These finden, ist das dann legitim.

Wer den Sumpf trockenlegen will, sollte nicht ausschließlich die Frösche fragen; da kann sich kein Parlamentarier mit seiner Unbedarftheit herausreden.

topi Januar 4, 2012 um 18:20

Hans
“Expertengrill”

Nunwar ich nie bei einem deiner Grillfeste.

Allerdings sehe ich die Ergebnbisse in Gesetzesform.

Da lässt sich nun in aller Regel leicht erkennen, dass da, falls gegrillt worden sein sollte, dies ergebnislos geblieben ist.

Wollen wir die Steuergesetzgebung der letzten 15 Jahre durchgehen?

Biathlonfän Januar 4, 2012 um 18:21

Eh jetzt reichts, WULFF!!!!!

holger Januar 4, 2012 um 18:25

@ Nanuk @ Doktor

warum nur die ÖR… na, jetzt kapiere ich das erst mit der GEZ. Die ÖR müssen jede Katastrophe übermitteln. Lt. Staatsrund-funksvertrag. Werbefrei… nagut, haben ja Pilawa und Mainzelmänner. Bei den Privaten müssten se ja wieder Werbung von AWD bringen. Oder VW oder Porschie…

holger Januar 4, 2012 um 18:29

Vielleicht kann uns ja der WDR Mann Luebberding mal aufklären.

Attentenzioni!!! Luebberding, warum fehlen RTL und Sat Uno bei diesem Interwuff?

Linus Januar 4, 2012 um 18:29

@topi:
Auf topi ist Verlaß! Jetzt sag bloß, daß du auf Blümchenkostüme stehst! :-D

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 18:44

Holger

Das fragen sich die Privaten auch. Sie hätten dabei sein müssen – oder der Typ geht in die Bundespressekonferenz. ARD und ZDF haben sich damit degradiert.

Doktor D Januar 4, 2012 um 18:46

Wie gesagt: Aktuelle Kamera – das liegt doch jemandem, der den Bettvorlerger-Putin gibt, näher wie eine Live-Pressekonferenz, bei dem Leute anfangen unkordiniert und nicht gebriefte Fragen zu stellen.

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 18:49

Hier ist das komplette Interview zu hören.

holger Januar 4, 2012 um 19:00

Doktor D.

habe schon verstanden.

@ Frank Luebberding…

wie siehts denn nun mit der Pressefreiheit aus? Wenn man die “Privaten” nicht zulässt?

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 19:02

Holger

Frage es Wulff. Das kam vom Bundespräsidialamt.

Horst Schmidt Januar 4, 2012 um 19:04

Also der Mann hält Wort. Er führt Krieg gegen Friede Springer und Liz Mohn. Sat1 und RTL sind weg vom Fenster. :-O

Die Rache des kleinen Mannes. Es lebe die Seriosität, die Hofberichterstattung oder so ähnlich.

holger Januar 4, 2012 um 19:07

@ f.luebberding Januar 4, 2012 um 19:02
Holger

Frage es Wulff. Das kam vom Bundespräsidialamt.”

Wenn mir der Thomas Oppermann, obwohl zugesagt, noch nicht mal ne Audienz gibt, warum soll ich da meinen Ex-Post-Chef Fragen? Und wenn es um die Medien geht, und Pressefreiheit, im högschten Amte der Welt, dann werden sich wohl einige Lücken auftun. Weil nun kommt was kommen wird, ÖR gegen Privat.

Hans Hütt Januar 4, 2012 um 19:26

Peinigend

snozin Januar 4, 2012 um 19:27

Wuff (ich lehne mich hier mal an Holgers breite Schultern) Wuff also… …was wollte ich eigentlich sagen?

Ich habe hier im Blog inseriert, wer etwas beitragen könnte (Kostüme, Bühnenbilder, Demenzis) zur Aufführung des Sketches “Wulf tritt nicht nach hinten”, und es ist ja auch ein Herr Ullff sofort nach vorn getreten. Soweit so prächtig. Nur habe ich versäumt, mir die Rechte zu sichern.

Schüchterne, lasst Gemurmel erschallen!

Es gilt nun, die Differenz tritt, tritt nicht, zu einer neuen Einheit zusammen zu schmieden. Backen wir´s an! Wir sind es uns wert!

topi Januar 4, 2012 um 19:29

ARD Und ZDF, ist doch gut.

Die warten bis 20:15, da kommt die Bloggergemeinde zu ungeahnten Exklusivitätsminuten. :roll:

A. G. Januar 4, 2012 um 19:30

Wenn ich mir vorstelle, dass dieses heutige Volksverdummungstheater wir GEZ-Zahler/Bürger noch für unseren reumütigen Bundespräsidenten sponsern, … Nein, ich schreib’s nicht. So “verkaufen” sich Wirtschaftsverbrecher. Manche glauben an das, was sie sagen – ohne Bezug zur Realität.

A. G. Januar 4, 2012 um 19:32

@topi gestern, ich leide jetzt, wenn ich mir diesen Mist anhöre. ;-)

+++Kurzticker+++Kurzticker+++ Januar 4, 2012 um 19:43

Drei Komplexe. Wulff lässt sich von einem Freund aus dem Schmuddel-Milleu einen Kredit gewähren. Zweiter Punkt, er verhält sich wie ein Politiker und erzählt nicht gleich immer die Wahrheit (Steinmeier-Diplomatie). Drittens, auf dumme Weise versucht er es mit der freien Presse per Handy noch einmal einzurenken.

Was zeigt uns das?

Dem Herrn Bundespräsidenten fehlt es an einem Team zur Umsetzung seiner Lobby-Arbeit.

Wie oft hat Akkermann in den letzten Monaten erfolgreich intervenieren lassen und wir die Clowns vor unseren Bildschirmen/Zeitungen haben es nicht mitbekommen? Der Unterschied ist, dass die Privaten im Unterschied zu den Öffentlichen über mehr finanzielle Mittel und damit korrelierend über erfahrerenes Personal verfügen. Der Weg ist aber für beide, die Privaten wie die Öffentlich-Staatlichen derselben. Durchsetzung von Macht-Interessen unter Ausschaltung der Öffentlichkeit mittels propagandistischer Mittel. Die Frage ist doch, wieso bei Wulff die Sache jetzt in den Medien hochgespielt wird? Was war hier der Stein des Anstosses? Keine Verschwörungstheorien? Oder irgendwelche Ideen?

wowy Januar 4, 2012 um 20:08

Die Rede hat 3 Botschaften.
“Ich bin ein Mensch, der auch Fehler macht” Das ist für die Bürgerinnen und Bürger.
“Ich habe gegen kein Gesetz verstoßen” Das ist für die Presse, die es ihm beweisen soll.
Die Gerüchte zu seiner Frau, die “im Internet” kursieren, hat er als kompletten Unfug zurückgewiesen. Auch das ging indirekt an die Presse.

Die Exklusivität von ARD und ZDF war ein klares Zeichen an Springer und Bertelsmann.

Jetzt kann die Presse weiter feuern und Gefahr laufen, dass die Bürgerinnen und Bürger das Zeug irgendwann nicht mehr lesen wollen. Den Zeitpunkt seriös in a l l e Richtungen zu beobachten, hat die Presse zunächst verpasst.
Realistisch: 1:0 für Wulff

@morph
Nein, ich halte Herrn Wulff nicht für einen guten Bundespräsidenten und ich habe seiner Weglobung von Anfang an kritisch gegenüber gestanden.
Eine Presse, die angeblich aufklären will, aber völlig einseitig eine Vernichtungsmaschinerie anwirft, weil sie bestimmen will, wer Bundespräsident ist und wer nicht, die sich um eine echte Aufklärung aber nicht bemüht und in meinen Augen auch kein Interesse daran hat, finde ich verlogen, heuschlerisch, bigott und besorgniserregend.
Die 20 Strafanzeigen sind übrigens total alt. Die waren schon allesamt abgelehnt. Nach neuen Erkenntnissen zur BW Bank sind keine neuen gestellt worden. Zumindest ist mir davon nichts bekannt.

@Hans Hütt
Ich verlinke zum Fernmeldegeheimnis nur eine Quelle. Der beste Medienanwalt der Welt ;-), der Kai Dieckmann ja schon mal vertreten hat, vertritt eine mögliche Auffassung. Ich würde der Auffassung allerdings aus mehreren Gründen wiedersprechen. Das würde hier aber den Rahmen sprengen:
http://books.google.de/books?id=pB2B8PQwIVcC&pg=PA420&dq=Nachricht+auf+Anrufbeantworter+Art.+10+GG&hl=de&sa=X&ei=OKMET7bFCsXItAbh_JHiDw&ved=0CEIQ6AEwAQ#v=onepage&q=Nachricht%20auf%20Anrufbeantworter%20Art.%2010%20GG&f=false

holger Januar 4, 2012 um 20:13

Ich hab in China schon T-Shirts bestellt… (c) “sind wir nicht alle ein bisschen Wuff?” Und Kaffeetassen. :D Mindestens 500% Marge. ;-)

BananenOssi Januar 4, 2012 um 20:17

Wuffi benimmt sich nur so, wie alle Wessis hier im Osten seit 22 Jahren. Das ist doch i.O.
Was habt ihr bloß gegen den?

enrico Januar 4, 2012 um 20:46

Aus Ideal-Architektonischer Sicht, folgt Form immer Funktion. Die Funktion sei also die Ursache, nach der sich die Form zu richten hat.

Das gleiche Prinzip gilt auch für die Klasse der weltgebildeteren Eliten: Statussymbole müssen sich nach der jeweiligen Persönlichkeit richten, niemals umgekehrt. Die Persönlichkeit bestimme hier die angewandten Statussysmbole.

Wulff dagegen versuchte auf kindliche Art und Weise Statussymbole anzuwenden um eine Elite-Persönlichkeit darzustellen, die er auch bei bestem Willen einfach nie werden kann. Denn, er will nicht so sein, wie er in Wirklichkeit ist. Das degradierte ihn zu einem Beta-Männchen und provozierte damit natürlich den Beissreflex der mainstream-Medien.

Es sind die verborgenen Spielregeln, die Grammatik der oberen Rangordnungsbildung die er nicht beherrscht. Diese ist aber eben etwas komplexer als diejenige, welche man gewöhnlich in der Gesellschaft von Schrotthändlern und tätowierten Frauen vorfindet. Das ist der Grund der Volksempörung, und nicht etwa irgendwelche Mauscheleien.

enrico Januar 4, 2012 um 20:54

@BananenOssi,

Wuffi benimmt sich nur so, wie alle Wessis hier im Osten seit 22 Jahren. Das ist doch i.O.
Was habt ihr bloß gegen den?

Umgekehrt, er benimmt sich so, wie ein einstiger Mitläufer-Ossi hier im Westen. Hinterhältig, kleingeistig und feige.

A. G. Januar 4, 2012 um 20:55

Viel zu seichte Fragen beim Interview. Jeder pfiffige Volljurist hätte Wulff ein solches Podium nicht geboten. Die Öffentlich-rechtlichen sollten für solche Interviews nach gewieften, charmanten Persoenlichkeiten suchen, die sich solche salbungsvollen Antworten nicht bieten lassen…

enrico Januar 4, 2012 um 21:05

Treten wir einen Schritt voraus! Dann hat es wenigstens den Anschein als ob C.W. zurückgetreten wäre.

Hans Hütt Januar 4, 2012 um 21:10

A.G.
In der Tat. Das wäre eine Steilvorlage für ein Kreuzverhör gewesen. Nach drei Wochen detaillierter Berichte kein präparierter Vorhalt zur causa des Zinsvorteils, keine Nachfrage zur Verhandlungsführung durch Freund Geerkens, keine Nachfrage zu dessen Vermittlung zum Hausverkauf, die Vielzahl weiterer Hilfen, die sich in Summe zu einer faktischen Geschäftsbeziehung entwickelt haben…

Das war ein Tiefpunkt ör Fernsehens

A. G. Januar 4, 2012 um 21:12

Absolut, @Hans Huett. Beim nächsten Mal stellen wir die Fragen. ;-)

topi Januar 4, 2012 um 21:16

Es gibt keinen Zinsvorteil, das Darlehen war als privates Darlehen durchaus angemessen verzinst.
Unter dem Vertrag steht Frau gerken, kein Ferengi kämeauf die Idee, er hat einen Vertrag mit der Frau des Unterzeichners.
Anruf bei der BW-Bank, mein Gott, ein Freund ruft für einen Freund an.

Juristisch ist das gar nichts.

Ob er den Landtag belogen hat wäre eine Frage; die hat aber die SPD-Fraktion in Hannover schon beantwortet, lieber Hans.
Und sie wissen genau, warum.

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 21:20

Hütt, A.G.

Das war vor allem eine Frage des Formats. In 20 Minuten ist nichts anderes möglich. Genau hier muss die Kritik ansetzen: sich darauf einzulassen.

A. G. Januar 4, 2012 um 21:27

20 Minuten sind in der Tat kurz, @Frank Luebberding. Aber das war echt wenig… Die Reisen Geerkens, Wulff hatte sich übernommen; Luxusurlaub, der erst später bezahlt wurde etc.

Wie ungeschickt auch von Schausten zu sagen, dass sie selbst bei Freunden für den Urlaub zahlt.

h.huett Januar 4, 2012 um 21:32

wowy
Der beste Medienanwalt in unserem Land ist natürlich Johannes Eisenberg. Aber der würde nicht Herrn Diekmann vertreten.

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 21:51

A.G.

Das war nicht ungeschickt … . Das war spontan. Es zeigte eigentlich bloß, wie irrsinnig diese Mensch Debatte des Wulff ist. Niemand hat was dagegen, wenn er bei Freunden übernachtet. Aber das waren eben nicht alles alte Schulfreunde. Es waren sog. Freunde, die der Wulff nach eigenen Angaben wie beim Talanx AR sogar gesiezt hat. Wenn Putin mit seinen Oligarchen zusammensitzt, sind das mit Sicherheit auch alles Freunde. Die Nicht-Freunde landen bei ihm im Knast. Es ist in dieser Logik von Wulff nicht mehr möglich, zwischen Putins Russland und Wulffs Deutschland zu unterscheiden. Es geht nicht um Freunde, sondern darum, was ein führender deutscher Politiker in seinen Ämtern für ein Rollenverständnis hat. Schausten hat das nicht sogleich kapiert: das war ihr Problem. Man darf sich auf diese Logik erst gar nicht einlassen. Aber genau das ist von Anfnag an nicht begriffen worden: dass einem Wulffs Freunde völlig egal sind. Er hat sich nicht aushalten zu lassen. Schluss der Debatte. Das hätten ihm Schausten und Deppendorf sagen müssen.

topi Januar 4, 2012 um 22:00

Frank
“Schausten hat das nicht sogleich kapiert: das war ihr Problem.”

Vielleicht liest sie ja FAZ-Feuilleton, vor allem Medienkritik.
Dann hätte sie ja besser gebrieft sein können. ;-)

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 22:03
wowy Januar 4, 2012 um 22:12

@fl
Broder ist in dem Text, wie so oft in letzter Zeit, einfach nur populistisch. Er tut so, als würde er zur working class gehören. Tut er das? Nein, tut er nicht!

gelegentlich Januar 4, 2012 um 22:20

@f.luebberding
,,Broder ist in diesem Text große Klasse”.
Dem kann man nur zustimmen.
,,Ja, Christian Wulff gehört zu Deutschland, zu dem Deutschland der Partygänger und Schnäppchenjäger, dem Deutschland der Eventmanager und Spesenritter, dem Deutschland der Aufsteiger, die voller Bewunderung zu Aufsteigern hinauf schauen, die es noch weiter gebracht haben.”
Er gehört also zu den Leuten, für die Broder schreibt. Das hätte er vielleicht noch dazu sagen können.

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 22:26

wowy

Zu Broder: das ist schlicht kleinkariert.

gelegentlich

Ehrlich gesagt: das ist mir völlig egal, wer bei Springer auf Partys geht. Die sind nicht Bundespräsident.

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 22:28
wowy Januar 4, 2012 um 22:32

@fl
Das ist schlicht wahr.

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 22:36

Wowy

Broder behauptet nicht zur Arbeiterklasse zu gehören. Man sollte die Kirche im Dorf lassen … .

Michael Michaelis Januar 4, 2012 um 22:39

Christian Wulff zieht sich (im Interview im ZDF) gar nicht schlecht aus der Affäre.

Zitat Wulff: „Wem es in der Küche zu heiß ist, der darf nicht Koch werden wollen, wie es Harry S. Truman gesagt hat, und deshalb muß man offenkundig auch durch solche Bewährungsproben hindurch.”

Das ist natürlich eine Überhöhung der eigenen Person, die einem Bundespräsidenten eigentlich nicht ansteht. Trotzdem habe ich mittlerweile die Vermutung, daß Wulff das Opfer einer sehr clever eingefädelten Kampagne der BILD-Zeitung sein könnte. Hinter Kai Diekmanns gegeltem Outfit verbirgt sich sicherlich mehr, als man auf dem ersten Blick vermuten würde. Wenn er nur die Karikatur wäre, die er vorgibt zu sein, hätte er im Springer-Umfeld nicht so lange überlebt.

Der Kommentar von Goodnight ist wohl nur halbwegs ironisch gemeint (und ich stimme dem – unter Wegnahme auch der halben Ironie – zu).

llse Januar 4, 2012 um 22:52

“Der Kommentar von Goodnight ist wohl nur halbwegs ironisch gemeint (und ich stimme dem – unter Wegnahme auch der halben Ironie – zu).”

meine lieblingsauflösung!

snozin Januar 4, 2012 um 22:52

Gut. Ich (mein Zeitgefühl) lag, was das Timing betrifft, daneben. Gebt mir eine zweite Schangs.

Ich gehe jetzt auf die zweite Februarwoche und prophezeihe, dass jemand in den letzten Kommentar den Gesang eines Verstorbenen einfließen lässt:

“Hossa!”

Nun aber erstmal: Der nächste bitte.

topi Januar 4, 2012 um 22:53

Jaja, Broder der Kämpfer für die Müllkutscher und Supermarktkassiererinnen.

Wie sind denn so seine sonstigen politischen Ansichten, bspw.zu Steuern und Sozialsystem?

Wenn er da konsistent wäre,dann wäre es ein guter Beitrag.

So geht es ihm offenbar nur darum, dass man doch als Politiker den Schein zu wahren, statt zu nehmen, hat.
Der Rest muss halt so sein, wie er ist, die “Moderne” halt.

erna_marzahn_berlin Januar 4, 2012 um 23:01

Is er nu rückjetretn oder ja?

worüber sülzt mann hir!

f.luebberding f.luebberding Januar 4, 2012 um 23:07

topi

Was sonst seine Ansichten sind? Werden seine Worte deshalb falsch? Es geht nicht um die Höhe des Spitzensteuersatzes. Ansonsten dieser Kommentar im Stern:

http://www.stern.de/politik/deutschland/wulff-tv-ich-bin-ein-anfaenger-lasst-mich-da-drin-1769847.html

gelegentlich Januar 4, 2012 um 23:11

@luebberding

,,Broder behauptet nicht zur Arbeiterklasse zu gehören. Man sollte die Kirche im Dorf lassen … ”

Nein, er behauptet das nicht. Er schmeißt sich nur an die ran. Zur Qualität eines Komnentars zählt unter Umständen auch die Glaubwürdigkeit des Kommentierenden – Werktätigenlyrik nimmt man diesem hier einfach nicht ab. Ich räume ein: wäre nicht dieses Haar in der Suppe hätte er als schöner Text durchgehen können.

Keynesianer Januar 4, 2012 um 23:21

@f.luebberding

“Übrigens ist die Regionalpresse an Deutlichkeit kaum zu überbieten:”

Die schreiben doch seit jeher auf Kommando. Und sogar der Broder muss sich mit dem künstlich dramatisierten Schmarren noch zum Affen machen. Die Journalisten schaden mit der Kampagne ihrem Ansehen tagtäglich mehr als der Wulff dem Präsidentenamt.

Das Präsidentenamt besteht ja eigentlich darin, dass jemand irgendeinen durchgeknallten Massenmörder, der es in Afrika oder in den USA oder sonstwo zu einem hohen Amt gebracht hat, mit Pomp und hohen Ehren empfängt. Dem muss der Präsident auch dann die Freundschaft Deutschlands versichern, wenn wie einst im Fall Gaddafi schon längst der Sturz und die Ermordung geplant sind: Prösterchen.

Ein Ehrenmann könnte dieses Amt seiner Frau und Familie gar nicht zumuten.

topi Januar 4, 2012 um 23:47

Frank
“Werden seine Worte deshalb falsch?”

Nein; aber natürlich ist der Kontext wichtig.

Goodnight fordert W.s Rücktritt, Begründung: das gebietet die Funktionslogik.
Was für eine begründung.Undwenn er imAMtbleibt,bricht dann “die Moderne”zusammen?
Oder stellt sich seine Beschreibung einfach als (zumindest teilweise) falsch heraus?
Das erklärt zumindest das aus dieser Position heraus wirklich kindische moralisieren; Menno!

Broders Logik ist ähnlich.
Nichts gegen schmutzige Geschäfte, aber wenn du Politiker bist, dürfen sie nicht rauskommen; was soll denn der arme Müllmann sonst denken!

uschi blas Januar 4, 2012 um 23:47

ich finde der herr wulff sah mal richtig gut aus. also in dem interview heute abend. er hat toll gesprochen und so. der lübberding ist doch nur neidisch, dass er nicht bundespräsident ist.

Die moralische Instanz Januar 4, 2012 um 23:59

Es meldet sich der Richtige, die moralische Instanz

http://www.aachener-nachrichten.de/artikel/1948671

http://www.aachener-nachrichten.de/artikel/1948671

mit freundlichen Grüßen

egal Januar 5, 2012 um 00:02

Broder über Guttenberg:

Es wird den Deutschen immer nachgesagt, sie seien eine “verspätete Nation”. Das mag so sein, ganz sicher sind sie verspätete Moralisten. Das fängt beim Bundespräsidenten an und hört bei Arno Widmann noch lange nicht auf.

Letzte Woche fand im Bundestag eine “Aktuelle Stunde” statt. Tatsächlich war es ein Tribunal, bei dem über Verteidigungsminister Guttenberg gerichtet wurde. Der verteidigte sich so ungeschickt wie ein Gymnasiast, der im Deutschunterricht bei der Lektüre von Fanny Hill erwischt wurde. Und je kleiner er wurde, umso mehr wuchsen seine Ankläger über sich selbst hinaus.

Es war ein peinliches, würdeloses Schauspiel, bei dem ein Redner sich besonders hervortat: Dietmar Bartsch, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linkspartei. Am Ende seines sechs Minuten langen Statements, in dem er Guttenberg mit einem ertappten “Ladendieb” verglich, der seine Beute zurückgeben muss, und die CDU der “Doppelmoral” beschuldigte, rief Bartsch aus: “Ich appelliere an Ihre Ehre: Früher wusste der Adel, was an so einer Stelle zu tun ist!”

Die Aufforderung, Guttenberg sollte Selbstmord begehen, wurde von den Parteifreunden des Abgeordneten mit Beifall und Gelächter belohnt. Sechs Tage später gab Guttenberg dem Druck der öffentlichen Meinung nach und trat von seinem Amt zurück – eine Art Selbstmord light. “Wer sich für die Politik entscheidet, der darf kein Mitleid erwarten”, sagte er in seiner ersten Stellungnahme als Ex-Minister, er wolle kein “Selbstverteidigungsminister” sein. Und: “Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kraft erreicht.”

Es war das Ende der längsten Treibjagd in der neueren deutschen Geschichten aus einem Anlass, der kaum nichtiger sein konnte. Zuletzt gaben 23.000 promovierte Akademiker und Doktoranden eine Petition gegen Guttenberg im Bundeskanzleramt ab. Obwohl bis zuletzt eine Mehrheit der Deutschen der Ansicht war, Guttenberg habe sich zwar dumm und falsch verhalten, sollte aber dennoch nicht zurücktreten, sagt die Causa Guttenberg viel über die Moral der Nation Guttenberg aus. Man kann mit Despoten Geschäfte machen, solange sie fest im Sattel sitzen. Straucheln sie, erklärt man sie rückwirkend zu Psychopathen. Schreibt aber einer seine Doktorarbeit ab, gibt es keine mildernden Umstände. Denn ehrlich währt am längsten, Lügen haben kurze Beine, und das Glück gleicht dem Balle, es steigt zum Falle.

Noch Fragen?

f.luebberding f.luebberding Januar 5, 2012 um 00:04

Nein, das ist er wirklich nicht, eine moralische Instanz. Er ist auch nicht als Bundespräsident im Gespräch, so hoffe ich doch, oder Henryk? Ansonsten werden wir morgen den Herrn Wulff der Lüge überführen.

f.luebberding f.luebberding Januar 5, 2012 um 00:07

Broder über Guttenberg? Nun lag er in dem Fall daneben. Das passiert ihm übrigens öfter. Er sollte immer erst die FAZ lesen bevor er sich äußert … .

egal Januar 5, 2012 um 00:11

Wo Wulff gehasst wird:

PI-News

Wulff will mehr Migranten in Spitzenämtern

Kommentaren:

#11 Masho (29. Jan 2010 18:25)
Sie sind von allen guten Geistern verlassen! Die bösen Geister des Islam haben offenbar gesiegt. Da gibt es nichts mehr zu beschönigen. Das dies so einfach geht hätten sich die Wüstensöhne Allahs bei ihrem Eroberungsritt durch Europa wohl nicht gedacht. Wir sind so gut wie verloren es gibt keine Hilfe wir sind auf dem Weg zurück in die Steinzeit. Unsere Kinder werden verzweifeln und zerbrechen daran. Danke ihr schwulen Dhimmis was anderes gebührt euch ja gar nicht! Wer so kampflos sein Land aufgibt ist nichts wert.

#12 Hauptmann (29. Jan 2010 18:26)
20% Behinderte
20% Frauen
20% Muslime
20% Polen und Russen
19% Aliens

1% Fachkräfte.

So wirds was mit ´schlands Aufschwung.

#13 Wienerblut (29. Jan 2010 18:27)
In letzter Zeit liegt mir im Zusammenhang mit euren CDU Politikern immer öfter das Vokabel “Verräter” auf der Zunge

Klar, dass Broder den auch nicht mag.

Die moralische Instanz Januar 5, 2012 um 00:12
Die moralische Instanz Januar 5, 2012 um 00:30

HMB for President … hetzen erlaubt ! Na ja spannend wirds dann allemal.
Sollte man mehr auf Kohle stehen Ackermann einbürgern, der ist momentan ohne Job
„Der gute Wille ist allein durch das Wollen gut.“

mit freundlichen Grüßen

Linus Januar 5, 2012 um 06:54

Frage: Hat der BP versucht, die Veröffentlichung der Recherchen zu seinem umstrittenen, privaten Hauskredit zu verhindern?

Aus der Stellungnahme der Bild-Zeitung:
“Der Bundespräsident zeigte sich darin empört über die Recherchen zu dem Hauskredit und drohte u.a. mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen BILD-Redakteur. ”

Der DJV (gemäß SZ):
“Empört reagiert der Deutsche Journalistenverband (DJV) auf die Einschüchterungsversuche des Staatsoberhauptes. “Herr Wulffs Anruf ist der klare Versuch, Einflussnahme auf die Berichterstattung auszuüben”, sagt DJV-Sprecher Hendrik Zörner der SZ. Wulff seien offenbar die Nerven durchgegangen.”

Herr Wulff dazu sinngemäß!:
“Ich habe um einen Tag Aufschub gebeten”

Aufschub ist noch nicht Verhinderung. Wenn das stimmen sollte, was Herr Wulff da sagt, dann wirft das kein gutes Licht auf die Journaille.

Hans Hütt Januar 5, 2012 um 07:19

Linus

Es sieht schon mehr nach einem Bias in Deiner Wahrnehmung aus, denn Herr Blome, der den Wortlaut der Nachricht kennt, hat im dlf eindeutig gesagt, dass der BP den Bericht unterbinden und nicht verschieben wollte. Die Drohung mit Strafanträgen dürfte Blomes Position stärken, denn wer will mit einem Strafantrag einen Bericht nur verschieben?

Linus Januar 5, 2012 um 07:38

@huett:
Schon so persönlich so früh am morgen? Ich schrieb: “Wenn das stimmen sollte …”
Es fehlt die Erdung in dieser Sache, sprich das Tonband.

Keynesianer Januar 5, 2012 um 07:45

Der wirkliche Skandal ist die Gleichschaltung der Massenmedien in diesem Land. Und wie die Journalisten alle mit Feuereifer dabei mitmachen, geht es doch um Job und Karriere.

Morgen gibt es dann wieder eine Kampagne für weiteren Sozialabbau und Lohnkürzungen in Europa, für die Rente erst ab 70, für Steuergeschenke an die Reichen und das Kapital, oder man (er)findet wieder einen Florida-Rolf und deutschlands frechsten Arbeitslosen, um gegen die unschuldigen Opfer der absichtlich inszenierten Krisen zu hetzen.

Eine völlig gleichgeschaltete Medienwelt, deren Mitwirkende uns ganz sicher nichts über Moral und Anstand zu erzählen haben, sonst müssten sie alle erst mal ihre Jobs als Auftragsschreiber hinwerfen. Aber wenigstens wird bei der künstlichen Aufregung um den Wulff der wahre Charakter der Soldfedern für jeden erkennbar.

Die machen wirklich alles, was ihnen gerade angewiesen wird, zu ihrer allertiefsten Herzensangelegenheit. Da gibt es keine Reste von Scham und Anstand. Die wissen vermutlich gar nicht, was das sein könnte.

h.huett Januar 5, 2012 um 07:45

Linus

Du kannst davon ausgehen, dass im Moment genau die Schritte unternommen werden, die eine rechtssichere Veröffentlichng dieser Aufnahme oder wesentlicher Teile der Aufnahme ermöglichen.

f.luebberding f.luebberding Januar 5, 2012 um 08:13

Linus

Nur zum Anruf: man kann vom Aufschub reden, um den Bericht zu unterbinden. Aber Wulff lernt ja jeden Tag dazu. Dabei ist das gar nicht nötig gewesen. Er war noch nie anders gewesen.

Linus Januar 5, 2012 um 08:32

@huett:
Bisher sah es danach aus, als wollten beide Seiten genau dies vermeiden. Ob sie jetzt noch drumrum kommen? Frau Merkel ist bestimmt ‘not amused’. Das wird sie ihrer Freundin mitteilen :-D.
Oder lieber doch nicht :roll:

Nanuk Januar 5, 2012 um 08:35

@Hütt
Wer ist Glaubwürdiger die Politik oder der Blome?
Dann können demnächst die nicht gewählten Redakteure der Bild regieren.
Was ihr alle für ein Demokratie verständniss habt.
I am amused…

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=HbAtjhTWGoU

Nanuk Januar 5, 2012 um 08:36

Wer ist Glaubwürdiger die Politik oder der Blome?

h.huett Januar 5, 2012 um 08:41

Nanuk
Die verfassungsrechtliche Rolle der Politik und der Medien ist eindeutig. Die einen werden gewählt. Die anderen gekauft. Das ändert nichts daran, dass beide ihre eigenen Glaubwürdigkeitsgesetze haben. Ob sie die immer befolgen, daran gibt es aktuell vor allem Zweifel bei dem politischen Personal, während die Medien ihre Rolle korrekt wahrnehmen.

holger Januar 5, 2012 um 08:49

h.huett

—>>>während die Medien ihre Rolle korrekt wahrnehmen.”

Ja? na… nun wissen wir ja wenigsten was Frau Schausten ihren geladenen Gästen und Freunden abluchst, Im Hause Schausten wird eine Freundschaftsgebühr in Höhe von ca. 150 Euro verrechnet. Ob sie die versteuert da konnte Bundeswuff nicht mehr nachhaken.

holger Januar 5, 2012 um 08:53

Für ein mögliches weiteres Interwuff schlage ich Salesch und Hold vor.

wowy Januar 5, 2012 um 09:02

@h.hütt
“…während die Medien ihre Rolle korrekt wahrnehmen.”
Netter Scherz am Morgen :-)

h.huett Januar 5, 2012 um 09:10

wowy

Mir ist nicht nach Scherzen zumute. Man kann sogar so weit gehen zu sagen, dass die Medien an der korrekten Wahrnehmung ihrer Rolle durch das taktische Verhalten des Bundespräsidenten gehindert werden. So verstehe ich jedenfalls die bisherige Reaktion des Deutschen Presserats auf die Nachricht des Bundespräsidenten auf dem Anrufbeantworter Herrn Diekmanns.

h.huett Januar 5, 2012 um 09:16

holger
“Im Hause Schausten wird eine Freundschaftsgebühr in Höhe von ca. 150 Euro verrechnet.”

Das hat mit ihrer Spesenklasse zu tun. Das Bundesreisekostengesetz sieht bei steuerlich absetzbaren Ausgaben für private Übernachtungen weniger als ein Siebtel des Betrages vor, den Frau Schausten genannt hat,

wowy Januar 5, 2012 um 09:17

@h.hütt
Mir kommen gleich Tränen der Rührung… :-)
Frag mal Herrn Diekmann nach dem Fernmeldegeheimnis, dann wird er dir Arien von Pressefreiheit erzählen. Wie passt da die Aussage: Der Fall sei mit der Entschuldigung für ihn erledigt?
Die Lügen alle, deshalb finde ich es so lächerlich, dass ausgerechnet BILD dem BP Lüge vorwirft.

h.huett Januar 5, 2012 um 09:19

wowy

Deine Tränen trüben Deinen Blick mehr, als es der nüchternen Wahrnehmung dienlich wäre. Aber mach nur so weiter. :-D

wowy Januar 5, 2012 um 09:20

@h.hütt
Einfach mal auf ein Argument eingehen #Vorsätze fürs neue Jahr

holger Januar 5, 2012 um 09:20

Ich möchte nur mal kurz auf diesen Fall verweisen…

http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Brender

Frankie Bernankie Januar 5, 2012 um 09:23

@Nanuk

“Dann können demnächst die nicht gewählten Redakteure der Bild regieren.”

Was heisst hier “demnächst”?

Nanuk Januar 5, 2012 um 09:25

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. ”

Herr Diekmann machen sie endlich ihren AB allgemein zugänglich!
So weit zum Thema Verfassung!

f.luebberding f.luebberding Januar 5, 2012 um 09:29

Frankie

Es ging tatsächlich auch um Distanzverlust. Ich kann nur noch einmal auf meine Beckmann Besprechung hinweisen, die ich gestern verlinkt habe. Genau das war nämlich seit Beginn dieser Affäre das Entscheidende: keine Kumpanei mehr.

h.huett Januar 5, 2012 um 09:30

wowy

Der getrübte Blick ist kein Argument. Aber lies doch mal zur Entspannung und gegen die Tränen Hans-Christian Ströbele. Nicht gerade bekannt als ein Freund des Hauses Springer oder der Bild-Redaktion, aber als Anwalt gut vertraut mit den Instrumenten der Strafprozessordnung und des Presserechts.

Morph Januar 5, 2012 um 09:35

@Linus & Nanuk

Die Massenmedien haben ihrer aufmerksamkeitsökonomischen Logik und gesellschaftlichen Funktion entsprechend keine staatspolitische Verantwortung, d.h. Journalisten, Rundfunksender, Presseverlage etc. agieren prinzipiell gewissenlos (was immer sie auch Gegenteiliges behaupten und als Lebenslüge pflegen mögen). Ihr alleiniges Interesse, das sie motiviert wie die Fährte den Bluthund, ist INFORMATION und UNTERHALTUNG. Daru geht es und um nichts anderes. Es muss NEU sein und es muss INTERESSANT sein. Dazu gehört, und das macht die Medien nolens volens zu einer Kraft, die politische Willkür einhegt: Tatsachenbehauptungen müssen stimmen! Denn erfundene Neuigkeiten sind keine.

Also: Die Medien sind eine gewissenlose Meute. Die Politik ist ein machtversessener Sauhaufen. Minus mal Minus gibt bekanntlich Plus (speziell für Dich, @Linus, alter Logiker). Also known as checks & balances.

Dass die Medien Wulff zur Strecke bringen wollen, ergibt sich aus der Logik der Massenmedien. Dass Wulff sich an sein Amt klammert, ergibt sich aus der Logik der Politik.

Wie wir als einzelne Beobachter die Lage bewerten, hängt mit unseren mindsets zusammen. – Was mich z.B. irritiert, ist der symptomatische Charakter der Angelegenheit: Die Funktionseliten haben heute ganz offenkundig Reproduktionsprobleme; dass sich für das Buprä-Amt kein honoriger, konsensfähiger, intellektuell satisfaktionsfähiger Altpolitiker fand, ist doch sehr erstaunlich. Dass sich heute keine überzeugende Führungsmannschaft für eine liberale Partei finden lässt, ist doch sehr erstaunlich (Patrick Lindner ist ein so offensichtlicher Pflegefall, dass es einem den Atem raubt).

Die Finanzkrise hat gezeigt, dass Bankenvorstände ihre Läden nicht im Griff haben. In Wissenschaft, Literatur und den übrigen Künsten werden die großen Integrations- und Identifikationsfiguren immer seltener.

Kurzum: Alles deutet darauf hin, dass die Gesellschaft so komplex und dynamisch geworden ist, dass die Figur des repräsentativen Spitzenvertreters praktisch nicht mehr offensiv bespielt werden kann. Wir müssen uns von dieser Figur verabschieden und überlegen, was ihr funktionales Äquivalent unter aktuellen Umständen sein könnte.

Ich glaube, dass eine low-key-Lösung des Problems anschlussfähig wäre, nämlich nach einem rein formellen Verfahren den jeweiligen Amtsinhaber festzulegen, z.B. dass der Präsident des BVerfG nach Ausscheiden aus dem Amt automatisch das Amt des Bundespräsidenten antritt.

Nanuk Januar 5, 2012 um 09:38

Die Massenmedien haben ihrer aufmerksamkeitsökonomischen Logik und gesellschaftlichen Funktion entsprechend keine staatspolitische Verantwortung, d.h. Journalisten, Rundfunksender, Presseverlage etc. agieren prinzipiell gewissenlos (was immer sie auch Gegenteiliges behaupten und als Lebenslüge pflegen mögen).

@Mörphchen

Freiheit ohne gewissen Funktioniert aber nicht!

h.huett Januar 5, 2012 um 09:39

Morphs rant of the day: “Patrick Lindner ist ein so offensichtlicher Pflegefall, dass es einem den Atem raubt”

h.huett Januar 5, 2012 um 09:43

Nanuk

Bitte bau keine katholischen Vorbehalte in die mediale Gewissenlosigkeit ein. Neu und interessant reicht. So ist das auch mit dem Beichten. Oder beichtest Du olle Kamellen, für die schon Absolution erteilt wurde? Weils so schön war?

Linus Januar 5, 2012 um 09:46

@Morph:
“Also: Die Medien sind eine gewissenlose Meute. Die Politik ist ein machtversessener Sauhaufen. Minus mal Minus gibt bekanntlich Plus (speziell für Dich, @Linus, alter Logiker). Also known as checks & balances.”

Zwischen Politik und Medien mag es unentschieden stehen. Für Otto Normalverbraucher ergibt sich dagegen in Summe der Eindruck, daß er von beiden Seiten nach Strich und Faden belogen wird.

Nicht nur die Politik verliert zusehends an Ansehen, auch die Medien.

topi Januar 5, 2012 um 09:47

Bei den ganzen Lindners kann man schon durcheinanderkommen.;-)

topi Januar 5, 2012 um 09:48

Oder wollte uns morph etwas über seinen Musikgeschmack mitteilen?

:88:

Morph Januar 5, 2012 um 09:51

@Linus

“Für Otto Normalverbraucher ergibt sich dagegen in Summe der Eindruck, daß er von beiden Seiten nach Strich und Faden belogen wird.”

Absolut, und das ist ein Problem für die Aufklärung 2.0: Nämlich dass Wahrheit nicht das Basis-Kriterium der Massenmedien und der Politik ist. Massenmedien und Politik sind nur so wahr wie nötig, um nicht straffällig zu werden. Wahrheit als Basis-Kriterium gibt’s nur in der Wissenschaft.

Die Utopie wäre, dass Otto Normalverbraucher mit diesen gesellschaftlichen Tatsachen unressentimental umzugehen lernen könnte.

Horst Schmidt Januar 5, 2012 um 09:52

Becker und Blome weisen in die Zukunft:

1.”Die Persönlichkeit des Amtsinhabers prägt zwangsläufig die Amtsführung in besonderem Maße’, heißt es auf der Internet-Homepage des Bundespräsidenten. Christian Wulff hat das Amt in den letzten Wochen tatsächlich geprägt. Aber das Amt wird Jahre brauchen, bis es sich davon erholt.”

2.”Kaum vorstellbar, wie er auf einen Schlag in allen Fragen reinen Tisch machen kann. Was er aber so dringend müsste.

Nein. Alles, was Christian Wulff ganz praktisch-politisch im Amt hält, ist der Respekt – den wohlgemerkt sein AMT genießt, nicht mehr seine PERSON.

Heißt: Christian Wulff verschanzt sich hinter dem Titel des Bundespräsidenten. Er missbraucht das Amt, um im Amt zu bleiben. Das geht nicht.”

Da es so bei “Bild”, also auch im Hause Springer so gesehen wird, ist das Ende absehbar. Sollte dieses Angela Merkel nicht schon bemerkt haben, dann wird es höchste Zeit. Denn so wie sie gestrickt ist, wird sie das Feuer nicht offen auf sich lenken wollen und wohl oder übel die Reißleine ziehen müssen. Sollte sie – was leider nicht anzunehmen ist – mit hinuntergerissen werden, hätte diese “Affäre” einen Nebeneffekt, einen “positiven Kollateralschaden” erzeugt, der einem reinigendem Gewitter gleich käme. :-)

Morph Januar 5, 2012 um 09:53

@topi

:-)

Siehste, so umnachtet bin ich schon von diesem unglublichen Herrn Döring, dass es mir die Synapsen verknotet.

topi Januar 5, 2012 um 09:53

morph

” Ihr alleiniges Interesse, das sie motiviert wie die Fährte den Bluthund, ist INFORMATION und UNTERHALTUNG.”

Ach was.

Der Maschsumpf wäre so ergiebig an Informationen, wieso gibt es dazu keine selbstverstärkende Rückkopplungsberichterstattung?

Will das Publikum von anderen Politikern keine Enthüllungsstories lesen? Das passt doch hinten und vorn nicht.

h.huett Januar 5, 2012 um 09:54

Linus

Die Zumutung der Aufklärung, dass sich jeder seines eigenen Verstandes bedienen möge, wird im Lauf der Zeit nicht leichter. Deine Kategorie des Ansehens hat mit Geltung und Wahrheitsansprüchen allenfalls mittelbar zu tun. Desillusionierung, ebenso wie die im Blut dieser Affäre erneuerten Distanzgebote, ist ein erfreulicher Preis des Fortschritts

h.huett Januar 5, 2012 um 09:58

Horst Schmidt

Eine Wette: Frau Merkel wird reingrätschen, wenn ruchbar wird, dass der volle O-Ton der Mailboxnachricht ungeschnitten veröffentlicht wird. Fast sehe ich schon Schlagzeilen wie bei der Spiegelaffäre und Reden im Deutschen Bundestag “Ein Abgrund an Anstandsverrat!”

wowy, schreib mal eine schöne juristische Standpauke, die uns vor der Wahrheit bewahrt.

Morph Januar 5, 2012 um 10:03

Apropos Pflegefall: Habt Ihr eigentlich Philipp Rösslers ‘Witzchen’ über Sahra Wagenknechts Aussehen mitbekommen?

http://www.youtube.com/watch?v=9u-FX00lpn8

Nochmal meine These: Die hirnerweichende Idiotie des derzeitigen politischen Führungspersonals ist ein Symptom dafür, dass die bestehenden Organisationsstrukturen (jedenfalls der Politik, aber m.E. auch anderer Funktionssysteme) nicht mehr zur Gesellschaft passen und daher nur noch Trottel die überkommenen Rollenmuster bespielen.

Denn die Bevölkerung wird ja nicht dümmer. Eher im Gegenteil: Das Denkvermögen scheint im Zivilisationsprozess tendenziell zuzunehmen.

Linus Januar 5, 2012 um 10:06

“Die Utopie wäre, dass Otto Normalverbraucher mit diesen gesellschaftlichen Tatsachen unressentimental umzugehen lernen könnte.”

Es fällt zunehmend schwerer, den Auswüchsen dieser Funktionssysteme eine gesellschaftliche Daseinsberechtigung zuzuerkennen. Leider reicht ein Ignorieren als unressentimentaler Umgang nicht, da man ihnen damit den eigenen Lebensraum überließe. Was also tun? Aus Notwehr alle aufknüpfen?

Du schreibst, Funktionssysteme agieren prinzipiell gewissenlos. Richtig! Gewissen ist keine Kategorie, die sie kennen würden/könnten. Wenn aber wir alle nur Teile von Funktionssystemen sind, was sollen wir dann mit unserem Gewissen? Ist das vielleicht nur ein Atavismus wie der Blinddarm?

Horst Schmidt Januar 5, 2012 um 10:12

@ H.Huett

Wer um alles in der Welt, sprich Bundestag, sollte sich befähigt, berufen fühlen, einen solchen donnernden Ausruf zu tätigen?

Etwa die “Respektzoller”? :-)

h.huett Januar 5, 2012 um 10:13

Morph

OMG, das Video ist mir bisher nicht aufgefallen. Ganz kleine Augen!

Der Befund eines mismatch ist evident (also auch mit gewisser Vorsicht zu betrachten, weil außer betracht bleibt, wie die Linienorganisationen hinter den Spitzenfiguren funktionieren: Sie arbeiten effizienter, als man es in der daran uninteressierten Öffentlichkeit glaubt oder zu wissen glaubt). Es gibt infolge des mismatch zwischen Spitzenfiguren und ihnen zugeschriebenen Funktionen eine erodierende Loyalitätsbereitschaft in den Organisationen, am schönsten beobachtbar am Auswärtigen Amt unter Westerwelle, zuvor im Bundespräsidialamt unter Köhler, die Leute sind scharenweise geflohen.

In früheren Zeiten wäre das als Symptom für eine in die Startlöcher gehende revolutionäre Situation gewesen (“wenn die oben nicht mehr können, wie sie wollen”).

Meine These ist deshalb, dass die Emergenz der Piraten, trotz ihrer eigenen Handicaps, eine neue Stufe künftiger Selbstorganisationsprozesse des Politischen einläutet. Als Fünfte gewalt werden künftig Lecks und Whistleblower unter rechtlichen Schutz gestellt, weil infolge der Komplexität nur der reinigende Verrat die Durchsetzung der Normen gewährleistet.

Morph Januar 5, 2012 um 10:13

@topi

“Der Maschsumpf wäre so ergiebig an Informationen, wieso gibt es dazu keine selbstverstärkende Rückkopplungsberichterstattung? Will das Publikum von anderen Politikern keine Enthüllungsstories lesen? Das passt doch hinten und vorn nicht.”

Das Publikum will gar nichts, das Publikum ist eine operative Fiktion von Politik und Massenmedien, so wie der Markt eine operative Fiktion der Wirtschaft ist.

Ich sprach von checks & balances: Die sind keine Einbahnstraße. Natürlich berichten Massenmedien nicht alles Berichtenswerte. Dagegen sprechen schon die Begrenzungen der Medienformate. Hast Du Dich z.B. noch nie gefragt, warum wundersamerweise auf der Welt jeden Tag genau so viel passiert, wie in eine Tagesschausendung, in eine FAZ-Ausgabe oder in eine Ortszeit-Sendung passt?

Die Medien wählen natürlich aus, was sie berichten (und was sie an Berichtenswertem in der Hinterhand behalten). Und die Politiker ziehen Medienleute ins Vertrauen bzw. lassen sie kollektiv auflaufen, um ihre Zwecke zu erreichen.

Und wie immer hat das dickste Portemonnaie den größten Einfluss. Trotzdem: Checks & Balances funktionieren einigermaßen, besser jedenfalls als in Italien, woe die wichtigsten Medienorganisationen regelrechtes Eigentum eines bekannten Spitzenpolitikers sind.

Immer wieder schön:

http://www.youtube.com/watch?v=k25wI_TiYuU

topi Januar 5, 2012 um 10:15

Das Witzchen Röslers ging doch auf eigen Kosten.
Ich erwarte eine zwerchfellerschütternde Büttenrede Röslers, zur FDP-Rettung.

Tja, wer hätte gedacht, dass nur noch der Westerwelle den laden zusammenhält. :roll:

h.huett Januar 5, 2012 um 10:20

topi
Westerwelle putscht sich zurück in den Parteivorsitz.

holger Januar 5, 2012 um 10:21

@ Morph

—>>>Nochmal meine These: Die hirnerweichende Idiotie des derzeitigen politischen Führungspersonals ist ein Symptom dafür, dass die bestehenden Organisationsstrukturen (jedenfalls der Politik, aber m.E. auch anderer Funktionssysteme) nicht mehr zur Gesellschaft passen und daher nur noch Trottel die überkommenen Rollenmuster bespielen.”

Das ist das Problem, dass “junge” Menschen archaische Angewohnheiten nachäffen um in der Riege der “elder” anerkannt zu werden. Schau doch mal, wer von der prägenden Politikerzunft demnächst auf natürlich Art und Weise das Zeitige segnen wird, ein Staatsbegräbnis nach dem zweiten. Noch sind es die Kriegsgenerationen oder kurz danach, die auf der Stradivari spielen/wollen. Das wird sich in den nächsten 10-20 Jahren komplett ändern.

Linus Januar 5, 2012 um 10:25

@Morph:
“Die hirnerweichende Idiotie des derzeitigen politischen Führungspersonals ist ein Symptom dafür, dass die bestehenden Organisationsstrukturen (jedenfalls der Politik, aber m.E. auch anderer Funktionssysteme) nicht mehr zur Gesellschaft passen und daher nur noch Trottel die überkommenen Rollenmuster bespielen.”

Stimmt wohl. Ich hatte da als Kind ein Initiationserlebnis mit “Asterix bei den Schweizern”. Käse zieht Fäden, wenn er kalt wird.

holger Januar 5, 2012 um 10:34

@ Morph

und das Gleiche siehste auch in den Medien. Gerade in den NACH-richten. Wenn ich die Sprecher schon sehe, habe ich das Gefühl, die haben doch einen an der Waffel. Bator zB. Da frag ich mich ob der schon mal gelebt hat. Das muss doch ne Qual sein, Scheixxe in den Äther schicken zu müssen. Jeden Tag… Kein Wunder das die auf den Nach-richten Sendern, nach 8 Schleifen fix und fertig sind.

topi Januar 5, 2012 um 10:41

@ Morph
“Nochmal meine These: Die hirnerweichende Idiotie des derzeitigen politischen Führungspersonals ist ein Symptom dafür, dass die bestehenden Organisationsstrukturen (jedenfalls der Politik, aber m.E. auch anderer Funktionssysteme) nicht mehr zur Gesellschaft passen und daher nur noch Trottel die überkommenen Rollenmuster bespielen.”

Was passt denn zur Gesellschaft?
Und: wer will das eigentlich, wie sich die Gesellschaft entwickelt hat?

‘Eure’ These, dass das alles so ist, weil es so sein muss, und dass die Menschen das so wollen, weil sie alle damit glücklich sind, könnte ja auch falsch sein.

2012. Zeit für Veränderungen.

Keynesianer Januar 5, 2012 um 10:49

@Morph

“Wahrheit als Basis-Kriterium gibt’s nur in der Wissenschaft.”

Es darf gelacht werden: Grippe-Pandemie, Waldsterben, Klimakatastrophe, Geschichtswissenschaft, Volkswirtschaftslehre … .

Im Gegensatz zu Politikern und Medienleuten, die inzwischen wissen, dass die Bürger sie für Halunken halten, glauben die “Professoren” wie Maschmeyers Rürup allerdings, es habe sie noch niemand durchschaut.

Jetzt dürft Ihr wieder weitermachen mit dem wichtigen Thema Wulff. ;-)

holger Januar 5, 2012 um 10:52

@ topi

—>>>Was passt denn zur Gesellschaft?
Und: wer will das eigentlich, wie sich die Gesellschaft entwickelt hat?”

Letzte Frage ist nicht klärbar. Erst nachdem der Fährmann vorbei geschaut hat, kommt die Offenbarung. :D Du, wirst es erleben ;-) Wirst aber vermutlich nicht davon Bericht erstatten können. :D jedenfalls nicht hier. Es fehlet dir die physische Eigenschaft zu tippseln. Nicht die Geistige… die bleibt vorhanden.

h.huett Januar 5, 2012 um 11:07

Morph
Zum Schimmerlosvideo geht mir in später Nachfolge zu Kracauer der Titel durch den Kopf “Freundschaft als Funktion”. Das gibts noch nicht. Nicht mal in Ansätzen. Auch nicht kodifziert als Menschenrecht.

Dipfele Januar 5, 2012 um 11:22

>Was also tun? Aus Notwehr alle aufknüpfen?

Erst mal Böll lesen:

“Sie müssen sich verständlich machen, so artikulieren, dass die Gesellschaft, die sie verändern wollen, zum Gespräch gezwungen wird. Wenn Bauern aufmarschieren, symbolisch Minister an Galgen hängen und mit massiven Slogans für ihre Interessen demonstrieren, ist es noch nie zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Analysieren Sie bitte die unterschiedliche Reaktion auf Studenten- und Bauerndemonstrationen in Presse, Öffentlichkeit und Parlament, dann kommen Sie dieser Gesellschaft auf die Spur.”

!Heinrich Böll!1
Widerstand ist ein Freiheitsrecht. Schriften und Reden zu Literatur, Politik und Zeitgeschichte.ISBN: 978-3-462-04371-6
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1642198/

Thelonious Januar 5, 2012 um 11:24

@linus: Herr Dieckmann hat vor ein paar Jahren in einem Interview eingeräumt, sein Job sei es, content zu liefern. Nix Journalismus, er sorgt dafür, dass der Platz zwischen den Anzeigen gefüllt wird. Dass dies auch mal mit journalistischen Mitteln geschehen kann wie in diesem Falle, ist unerheblich. Es gibt keine Verschwörung, Herr Dieckmann und seine Redaktion haben lediglich professionell ihren Job erledigt. Eine interessante Geschichte, die zum Selbstläufer wird, sorgt für ein hervorragendes Umfeld der Werbung – ihnen ist es dabei egal, ob es sich dabei um eine Homestory aus dem Hause Wulff oder dessen Finanzierung handelt.. Das bringt nicht unmittelbar mehr Geld in die Anzeigenabteilung, sorgt aber dafür dass die Kunden wiederkommen. C’est tout.

Dass andere Medien und Zeitungen auf diese Geschichte anspringen ist wohl durchaus verständlich. Dass sie ein anderes Ziel verfolgen, ergibt sich aus ihrem Selbstverständnis. Wenn auch die Journalisten der sogenannten Leitmedien nur innerhalb eines vordefinierten Raumes agieren können, so bleiben sie doch Journalisten, die sich neben der guten Story auch der Aufklärung von Vorgängen verschrieben haben.

Noch kurz zu Herrn Wulff: Dieser erledigt seinen Job erstaunlich unprofessionell. Trotzdem, so bin ich nach wie vor überzeugt, wird er uns erhalten bleiben. Obwohl er gestern keine gute Figur abgab und vermutlich ein weiteresMal log. Das liegt schlicht und einfach daran, dass es der Politik, insbesondere der Regierung, an einer Alternative mangelt. Also spielen Wulff und Kollegen auf Zeit. Sie warten nur darauf, dass die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird und die causa Wulff in den Hintergrund rückt. Und eines ist sicher, das Schwein ist bereits an der Leine.

h.huett Januar 5, 2012 um 11:32

Dipfele

Danke für das Böll-Zitat, das mich zurück zum Montagabend dieser Woche bringt, als ich eine gähnend langweilige Danton-Inszenierung Claus Peymanns sah. Eine Puderquastenschote aus dem Fundus abgelegter Kostüme.

Irgendwann erinnerte ich mich an das Heiner-Müller Zitat: “Ein Revolutionär gibt keine Almosen”. Er lindert nicht das Leiden, sondern macht es bewusst. Man kann auch Zynismus produktiv wenden. Nicht aber so etwas schmierschreiben wie heute Poschardt in der Welt, dessen rant möglicherweise freiwillig einen Blick auf Motive hinter der Kulisse öffnet.

Feine Unterschiede, unfeine Methoden. Frau Merkel kann in der Templiner Bäckerblume inserieren: Mir ist mein Bundespräsident abhanden gekommen. Wer ihn findet, darf ihn behalten.

Kindergeburtstag Januar 5, 2012 um 11:38

Küppersbusch:
“Es regen sich jetzt Journalisten auf, die alle beim Autokauf ihren Journalistenrabatt wollen, die alle beim Gratisflug mit der Kanzlerin vorne sitzen wollen, die also alle schon mal auch gerne einen Vorteil mitnehmen. Und im Mittelalter – oder ich glaube, sogar noch in der Neuzeit – hat man Jungs kastriert nach der Geburt, damit sie ein Leben lang im Kirchenchor mitsingen können. Da ist der Weg von Kastration zu Katastrophe nicht so wirklich weit. Wollen wir solche Leute?”
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1643569/

Linus Januar 5, 2012 um 11:49

@Thelonious:
“Herr Dieckmann hat vor ein paar Jahren in einem Interview eingeräumt, sein Job sei es, content zu liefern. Nix Journalismus, er sorgt dafür, dass der Platz zwischen den Anzeigen gefüllt wird.”

Und nochmal das Mantra unsrer Zeit: Wer Geld braucht, der gehe auf den Strich! verständlich – Selbstverständnis – unverständlich

llse Januar 5, 2012 um 11:54

küppersbusch: “Also, wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um, wer sich in “BILD”-Zeitung und vergleichbare Medien begibt, kommt auch darin um. Und wahrscheinlich war sich Wulff dessen zu sicher, dass er da mal seine alten Buddys anruft, und dann spuren die. Das ist aber nicht verboten, und off the Records, hinter den Bühnen, passiert das jeden Tag 20-mal.”

vor allem der letzte satz.
klingt ziemlich gegenteilig zu den allseitigen entrüstungsbekundungen.

gelegentlich Januar 5, 2012 um 11:57

@Morph
Kir Royal ist zwar immer wieder toll, aber diese Sequenz trifft die Causa Wulff meiner Ansicht nach nicht. Denn dieser Klobürstenfabrikant hatte sein Geld schon woanders verdient und wollte nur ein wenig Großstadtflair/-publicity mitkriegen, um zu adeln, was schon da war.
Die ,,Freundschaften” Wulffs (vielleicht mit Ausnahme Geerkens, das wissen wir wohl nicht) aber dienten dem Aufstieg, waren zweckhaft, und korrumpieren damit. @luebberding hat das m.E. schön auf den Punkt gebracht: das sind eben keine privaten Freundschaften, sondern (symbiotisch-korrupte) Bündnisse: Maschmeyer, Dieckmann – Küppersbusch hat das ja in seiner launigen Art an einem harmlosen Beispiel vorgeführt.

carlos manoso Januar 5, 2012 um 12:18

@ Morph Januar 5, 2012 um 09:35
„Also: Die Medien sind eine gewissenlose Meute. Die Politik ist ein machtversessener Sauhaufen. Minus mal Minus gibt bekanntlich Plus … Also known as checks & balances.“

„Die Form „Demokratie“ ist ja idealtypisch als Dauerbelästigung für die Machtinhaber konzipiert, die jeden gleichermaßen angeht, den sozial an den Rand gedrängten Bürger gleichrangig neben der höchsten Elite. Allerdings war tatsächlich die Macht von Beginn an immer bereits in den Händen besonderer Interessengruppen. Das in der Form „Demokratie“ gespielte zynische Spiel war, dass nicht gewählte besondere private Interessen sich die Macht demokratisch langsam und stetig, d.h. legal angeeignen konnten. Auf diese Weise wurde in der „Demokratie“ immer egaler, wer in diesem zynischen demokratischen Spiel gewählt wird, denn die auf diese „demokratische“ Weise gewählte politische Macht war ja von Beginn an immer bereits den besonderen Interessen untergeordnet.

Die gute Nachricht ist, dass Diejenigen, die wirkliche Demokratie in die Tat umsetzen wollen, auf diese organisierte, geheime, nicht gewählte Macht stoßen und so möglicherweise ihre eigene wiedererlangen könnten.

„Was mich z.B. irritiert, ist der symptomatische Charakter der Angelegenheit: Die Funktionseliten haben heute ganz offenkundig Reproduktionsprobleme; „

Die sich an allen Stellen zeigenden Reproduktionsprobleme „des globalen Systems“ zeigen sich natürlich zwangsläufig irgendwann auch an den Funktionseliten.

„Ich glaube, dass eine low-key-Lösung des Problems anschlussfähig wäre, nämlich nach einem rein formellen Verfahren den jeweiligen Amtsinhaber festzulegen, z.B. dass der Präsident des BVerfG nach Ausscheiden aus dem Amt automatisch das Amt des Bundespräsidenten antritt.“

Eine der schon 1mal erprobten Lösungen des Problems war, nach dem Abgang des Amtsinhabers automatisch das höchste Amt auf den schon amtierenden Reichskanzler zu übertragen. Das wäre allerdings nach dem Verdampfen der überflüssigen Fiktion des Nationalstaats – der Aufteilung der Welt in 194 Einzelteile – nur ein nostalgischer Anachronismus und allenfalls eine flüchtige Übergangserscheinung.

Die 194 Teile sind eh nur aus Krieg und Ausbeutung entsprungen, in ständig wechselnden gegenseitigen Spannungen verkeilt mit ihren leicht ausgebeutbaren „wir gegen sie“-Identitäten und fiktionalen Grenzen. Natürlich ist das jetzt kein Appell, die nationale „Demokratie“ auf einmal zum Schmelzen zu bringen, sondern nur ein Appell an einen noch nie dagewesenen Geist der Offenheit.

topi Januar 5, 2012 um 12:42

gelegentlich

“@luebberding hat das m.E. schön auf den Punkt gebracht: das sind eben keine privaten Freundschaften, sondern (symbiotisch-korrupte) Bündnisse: Maschmeyer, Dieckmann”

Wie auch immer.
Selbst wenn es echte Freundschaften geben sollte (was ist das schoninder Liga): der Focus wirdfalsch gesetzt.

Schausten mit ihrer 150er-Nummer (mitder sie ja nicht alleine steht) hat das doch wunderbar vorgeführt.

Und wenn der Politiker X. zu jedem Urlaub Rechnungen vorweist (die er ja mit Gegeneinladungen wieder reinholt, Erlebnisurlaub in Klinkerhausen :roll: ), dann macht das die Sache keineswegs besser.

Es ginge um die Offenlegung der Verbindungen, nicht, ob da Zweifuffzig geflossen sind.

Der Innenminister treibt Iriserkennung und neuen Ausweis voran und setzt sich dann in die Aufsichtsräte der entsprechenden Firmen.
“Gasprom-Gerd”, “Finanzanlagen-Riester, Zeitarbeits-Clement.

Welche Firmen vertreten die zahlreichen Anwälte imParlament, in welchem Ausmaß und welcher Angelegenheit?

Etc.pp.

topi Januar 5, 2012 um 12:51

Und das gilt natürlich für alle Bereiche.
Der pharmamultigeschmierte Arzt hätte das an seine Praxistür zu schreiben, bspw.

@ Lina (aus dem Parllelfaden)

“Wir brauchen keine neuen Regeln. Was wir brauchen ist:
1. Gesunder Menschenverstand
2. Neue Medien, die nicht profitabhängig sind und NIEMANDEN gehören.”

Ehe wir auf 2. warten, dann doch lieber klare Regeln. ;-)

Jedenfalls fällt es auch den neuenMedien leichter, Regelverstöße zu thematisieren (die dann auch an Sanktionen verschiedenrer Art gekoppelt wären), als alle Menschen davon zu überzeugen,dass ihr Verstand der gesündeste ist.

Morph Januar 5, 2012 um 12:57

@gelegentlich

“diese Sequenz trifft die Causa Wulff meiner Ansicht nach nicht.”

Stimmt schon. Mir ging es auch nicht so sehr um die perfekte Analogie als um die formal ziemlich stimmige Darstellung der Verquickung von Liebesbedürftigkeit, Aggressivität, Zartgefühl und Geld, die auf den Hinterbühnen des gesellschaftlichen Lebens regiert.

Und ich glaube, dass das Geld da das entscheidende Ingredienz ist. Geldbesitz ist ja Verfügungsgewalt über die Leistungsbereitschaft anderer Personen. So eine Art prothetische Potenz. Und je mehr Geld im Spiel ist, desto weiter läuft der Widerspruch zwischen Prothese (Signum der Unselbständigkeit) und Potenz (Handlungsmacht) auseinander. Je mehr Geld im Spiel ist, desto absurder die Verquickungen von Liebesbedürftigkeit (Ich will doch nur Dein Freund sein!), Aggressivität (Und dann habe ich Dich, dann gehörst Du mir, dann bist Du mein Knecht!) Zartgefühl (Und jetzt sag Heini zu mir!) und Geld (Ich scheiß Dich zu mit meinem Geld). Nach meinem Empfinden sind alle persönlichen und organisierten Akteure in der Causa Wulff ein bisschen Schimmerlos und ein bisschen Haffenloher zugleich.

In der Kommentierung der Causa Wulff durch die Presse geht das unter. Da wird nur Vorderbühnentheatralik inszeniert (Würde des Amtes, Pressefreiheit etc.). Und ich finde, man sollte jetzt doch auch langsam mal in den Blick nehmen, dass wir, die Zuschauer der Vorderbühnentheatralik, von Anfang an auch die Kulissenschieberei gesehen haben.

Von Staatskrise zu reden ist m.E. so abwegig wie nach dem ersten Akt eines Kriminalstück “Haltet den Dieb!” zu rufen. Eher hätte man (wie Karl Kraus es von einem “sachverständigen Dr Kastan” berichtet, “der in Berliner Premieren beim Aufgehen des Vorhangs “Schon faul!« auf die Szene rief und sich sodann entfernte”), schon nach der Bundespräsidentenwahl diese Staatsoberhauptbesetzung mit amtszeitlanger Nichtachtung strafen sollen. – Ich weiß, dass das illusorisch ist, aber man sollte eher darüber nachdenken, warum es illusorisch ist, als der Vorderbühnenschmiere auch noch mit Staatskrisen-Geunke zu assistieren.

KL Januar 5, 2012 um 12:58

@luebberding
Im verlinkten “Stern”-Artikel steht ein Satz, der sehr schön deutlich macht, daß die Qualität von Wulff vielleicht das geringste unserer staatsbügerlichen Probleme sein sollte: ” … die Schöpferin dieses Präsidenten … Bundeskanzlerin Angela Merkel …”
Das Amt des Bundespräsidenten eine Spielmarke für die Tricks über Bande. Und doch nicht erst seit heute.

@Morph
“dass die bestehenden Organisationsstrukturen … nicht mehr zur Gesellschaft passen und daher nur noch Trottel die überkommenen Rollenmuster bespielen.”
Chapeau !

KL Januar 5, 2012 um 13:26

@Kindergeburtstag 11:38

Küppersbusch in Hochform. Sein Vorschlag, den Parlamentspräsidenten zum Staatsoberhaupt zu machen, ist die beste Antwort, die mir seit meiner Frage nach dem Sinn des Präsidentenamts (3. Jan, 11:21) untergekommen ist.
Wir würden ein Parlament wählen:
- dessen Präsident die gesammelte Staatsbürgerschaft repräsentiert
- das je Legislaturperiode einen Exekutivausschuß namens “Regierung” wählt, der weitreichende Vollmachten hat, aber rechenschaftspflichtig und ständig abwählbar ist
(- das evtl. Vetorecht bei der Besetzung des Verfassungsgerichts hat).
Damit wäre mit einem Schlage der Schleier vor der scheinbaren Machtteilung Präsident/Regierung – die dadurch unecht ist, daß die Regierungsfraktionen den Kandidaten aussuchen und durchbringen – überflüssig.
Aber vor allem: wir bewiesen uns und der Welt, daß in unserer parlamentarischen Republik das Parlament das höchste Organ ist.

Über das Maß an Reife, das in unserer Kultur systematisch erzeugt werden müßte, damit diese Skizze ein funktionierendes institutionelles Arrangement ergibt, will ich aber jetzt lieber nicht nachdenken.

egal Januar 5, 2012 um 13:36

Röslers Witz über Wagenknechts Aussehen war doch selbstironisch und witzig (“Sie hat total kleine Augen – damit kenne ich mich aus”). Auch gut:

http://www.youtube.com/watch?v=uPOnP_vZ7zk&feature=related

Woran es Rösler noch mangelt, ist Vortragskunst. Er wirkt zu aufgeregt, spricht vor der Pointe zu langsam, und kriegt so keine spannungssteigernde Pause hin – sprich, er muss noch am Timing arbeiten. Seine Witze (Inhalt und Vortrag) sind aber um Klassen besser als die routiniert abgearbeiteten Gegnerschmähungen, die man sonst an Dreikönigstreffen und Aschermittwoch von überbuchten Rednern geboten kriegt.

@Reproduktionsproblem
Hinterzimmer und Ochsentour begünstigen Kandidaten, die für den medialen Politaimentbetrieb völlig ungeeignet sind. Statt Interessen zu moderieren, ist dort polarisieren gefragt. Statt Loyalität Bühnenpräsenz und Dominanz. Statt Zuverlässigkeit Überraschung, statt repräsentativer Durchschnittlichkeit Originalität.
Neben dem, was das Fernsehen sonst so bietet, sind Politiker völlig lächerliche, weil rausfallende Figuren.
Sarrazin z. B. hätte die Politainmentanforderungen prinzipiell gut bedienen können, seine Rants als Finanzsenator hatten schriftlich eine gewisse Qualität (den sozialdarwinistischen und eugenischen Inhalt ignoriere ich mal komplett). Aber im Fernsehen wirkte er hölzern, fast schon sozial behindert.

Bewährte Honoratioren aus der Wirtschaft laufen im Regelfall erschreckt davon. Leute aus dem Showgeschäft werden nicht ernstgenommen (s. Beispiele aus dem Mittelmeerraum). Personen aus der Zivilgeselschaft (S21) werden als Konkurrenten der Parteienherrschaft bekämpft.

Aber was solls. Die Macht ist eh woanders.

egal Januar 5, 2012 um 13:41

Der Bundespräsident steht in der Kritik, weil er durch den Geerkenskredit 20 000 Euro Zinsvorteil kassiert haben soll.
Der aktuelle Bundestagspräsident kriegt 20 000 Euro pro Jahr von RWE. Der Gewinn von RWE hängt fast nur an politischen Entscheidungen (nicht nur bei der Atomkraft).

Den Bundespräsidenten nicht mehr zu wählen lößt genau 0 Probleme.

Morph Januar 5, 2012 um 13:55

@egal

“Röslers Witz über Wagenknechts Aussehen war doch selbstironisch und witzig (“Sie hat total kleine Augen – damit kenne ich mich aus”).”

Also ich persönlich fands nicht wirklich lustig, sondern nur peinlich.

Wenn sich Politiker (und wir reden von einem Parteovorsitzenden und Vizekanzler) als schlechte Comedians aufführen, dann ist das ein unmissverständliches Zeichen für die progrediente Vertrottelung des politischen Führungspersonals.

Unsere Lage ist die, dass ein politischer Kabarettist wie Schramm als Respektsperson wirken kann, während die Witzfigur Lengsfeld die Witzfigur Wull eine Witzfigur nennt, während einem zu den sich nach Kräften demontierenden Fuzzis von der FDP gar nichts merh einfällt.

Was ist los in diesem Land?

Doktor D Januar 5, 2012 um 14:14

@morph: Vermutlich ist an den Maya-Prophezeiungen doch was dran ;-)
Was mich trotzdem ganz positiv stimmt, sind meine Erfahrungen, die ich im Rahmen der Stuttgarter Infrastruktur-Wirrnisse mit vielen engagierten Bürgern (auf beiden Seiten) gemacht habe. Da ist genug Kompetenz, Fantasie, Intelligenz, Disziplin und Humor, um den Laden zu schmeißen, wenn’s nötig wird. Passend zu deiner Beschreibung waren aber gerade die parteipolitischen Akteure ab einer gewissen Ebene (und die fing doch erstaunlich weit unten an) ziemlich häufig die politik- und diskussionsunfähigsten.

KL Januar 5, 2012 um 14:15

“Was ist los in diesem Land?”

Das: “dass die bestehenden Organisationsstrukturen … nicht mehr zur Gesellschaft passen und daher nur noch Trottel die überkommenen Rollenmuster bespielen.”

Was man als Soziologe treffend diagnostiziert, muß man als vernünftiger Mensch noch lange nicht fassen können. Wenigstens käme mir das bekannt vor – von mir selbst.

carlos manoso Januar 5, 2012 um 14:42

@ h.huett Januar 5, 2012 um 10:13
„In früheren Zeiten wäre das als Symptom für eine in die Startlöcher gehende revolutionäre Situation gewesen (“wenn die oben nicht mehr können, wie sie wollen”).

Natürlich ist offensichtlich, dass eine „revolutionäre Situation“ da ist, aber ganz anders als gedacht, weil das globalisierte Kapital sich nicht auf gewohnte Weise selbst reproduzieren kann, in den Peripherien schon seit Jahrzehnten und jetzt vordringend in die kapitalistischen Zentren. In seinem höchsten Reifezustand zerstört das Kapital sich selbst in einer mehr oder minder langen Übergangszeit und mit sich auch die Institutionen der kapitalistischen „Arbeit“ und die politischen Institutionen der „Souveränität“. In dieser Übergangszeit vermischen sich alte Gegensätze, bisherige Maßstäbe werden relativ und sorgsam getrennte Sphären fließen wild ineinander. Alles völlig normal in systemischen Transformationsprozessen.

„Meine These ist deshalb, dass die Emergenz der Piraten, trotz ihrer eigenen Handicaps, eine neue Stufe künftiger Selbstorganisationsprozesse des Politischen einläutet. Als Fünfte gewalt werden künftig Lecks und Whistleblower unter rechtlichen Schutz gestellt, weil infolge der Komplexität nur der reinigende Verrat die Durchsetzung der Normen gewährleistet.“

Daß eine „fünfte Gewalt“ entsteht und „künftig Lecks und Whistleblower unter rechtlichen Schutz gestellt“ werden könnten, sind natürlich nur Reste des gewohnten quasireligiösen Glaubens. Während manche noch diesen Glauben glauben, entsteht bereits in den USA ein Recht des Ausnahmezustands und steht der Wistleblower Bradley Manning vor einem US-Militärtribunal mit 22 Anklagepunkten, darunter auch „Hilfe für den Feind“ durch Veröffentlichung des Videos „Collateral Murder“ in Wikileaks. Das Video dokumentiert das wahllose Hinschlachten von irakischen Zivilisten durch die Besatzung eines US-Kampfhubschraubers, deren Besatzung nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, während Manning lebenslängliche Haft droht (aber nicht die Todesstrafe, wie der US-Präsident vorsorglich beteuert).
http://www.youtube.com/watch?v=5rXPrfnU3G0&feature=player_embedded

Kurzum, eine „neue Stufe künftiger Selbstorganisationsprozesse des Politischen“ wird zwangsläufig ganz von selbst sich selbstorganisierend und an vielen Stellen global entstehen, da die Souveränität und ihre Institutionen sukzessive bereits ins Nichts verdampfen.

topi Januar 5, 2012 um 14:58

@ KL

Auch an dich die Frage: wie ist denn die Gesellschaft?

Nanuk Januar 5, 2012 um 15:06

@Doktor D.
“Stuttgarter Infrastruktur-Wirrnisse”

Der neuste Streich mit den Fledermäusen ich bin vor lachen vom Stuhl gefallen…
http://www.youtube.com/watch?v=HirmJAq7USA

egal Januar 5, 2012 um 15:14

@ morph
Sorry für die Nachfrage, aber du hast schon verstanden, dass der Witz auf Kosten seiner Schlitzaugen ging.
Rösler kommt aus der Provinz und aus männerdominierten Großorganisationen (FDP, Bundeswehr). Bestimmt war er früher auch noch im Fußballverein. Die Homogenität dort verlangt, dass kleinste Bedonderheiten wie Schlitzaugen herausgestellt werden. Rösler nimmt seine Besonderheit selbstironisch an. Finde ich bemerkenswert. Westerwelle, andere Herkunft, macht keine Schwulenwitze.

Vielleicht stört es dich, dass Rösler überhaupt Wagenknechts Aussehen thematisiert. Aber da ist er nicht der Einzige. Von Spiegel bis Springer war sie jahrelang die schöne Kommunistin. Außerdem glänzen die Bierzeltreden generell nicht durch Geistreichtum. Selbstironie wie in meinem Favoriten sind die Ausnahme: “Wählt CDU, dann wird das Bier billiger und die Frauen williger.”

Doktor D Januar 5, 2012 um 15:14
1000Pixel Januar 5, 2012 um 16:13

Warum lassen sich Leute von einem Revolverblatt so manipulieren?
Die SPD hatte zu Ihrer Zeit noch viel mehr dreck am Stecken, aber da
ist nur berichtet worden, aber nicht zerlegt.
Ich finde man muß erst hinter die Kulissen sehen, dann kann man sich
besser ein Bild machen.

1000Pixel Januar 5, 2012 um 16:50

hat jemand schon mal daran gedacht, was zwei Bundespräsidenten uns Kosten verursachen? Sagen wir mal drei, weil der nächste steht ja noch aus. Wulff könnte zum Beispiel schon mal auf die Kosten von dem Revolverblatt landen. Ich sehe nicht ein, dass die Leute verbraten, die dann auch noch von uns bezahlt werden.

A. G. Januar 5, 2012 um 19:34
KL Januar 5, 2012 um 21:05

@topi

Ich mußte noch mal zur Antwort auf @Morph von 10:41 zurückblättern, um zu verstehen, worauf die Frage hinauswill. Dort lese ich:”‘Eure’ These, dass das alles so ist, weil es so sein muss, und dass die Menschen das so wollen, weil sie alle damit glücklich sind, könnte ja auch falsch sein.”

Daß “alles so ist”, wie die Menschen (Bürger?) es wollen, ist nicht meine Vermutung. Sicher, wenn es ist, wie es ist, hat es auch viel mit einem halben Willen zu tun, dem Dulden, das die Haltung Deutscher in Deutschland noch immer so oft bestimmt. (Mittlerweile verschwimmen hier die Linien, gewiß. Ich bin in den letzten Wochen Spaniern, Portugiesen und Italienern begegnet, die durchaus nicht ohne politische Reflexion argumentierten, wenn sie auch keine professionellen Analytiker des Politischen waren. Und sie haben mich verblüfft mit ihrer nicht sehr selbstbewußten Vermutung, daß in Europa heute die Deutschen diejenigen seien, die wirtschaftlich und politisch etwas richtig zu machen verstünden. Die Lähmung breitet sich also vielleicht aus.)

Ich stimme dem für mich entscheidenden Gedanken @Morphs, die Lächerlichkeit so vieler Amtsinhaber sei Ausdruck eines Verfalls der Institutionen, auch darum vorbehaltlos zu, weil ich das Phänomen der “Negativauslese” der politischen Akteure beim Niedergang einer Verfassungsordnung nicht zum ersten Mal erlebe (oder durchlebe; ich darf mich dabei selbstironisch einschließen). Er drückt das sehr schön plastisch aus mit den “Trotteln” in “überkommenen Rollenmustern”. Wer begabter ist oder einfach nur etwas gesunden Sinn hat, verwickelt sich nicht in endlose Grabenkämpfe, wenn man dem Krieg anmerkt, daß er verlorengeht. Nur intellektuell Blinde und Fanatiker (und Naive) melden sich zwei Stunden vor der Kapitulationserklärung als Freiwillige an die Front (oder machen weiter in der Hoffnung auf Beförderung).

“Die Gesellschaft” nun tritt eben in der Stunde der Krise in deutliche Distanz zu “ihren Institutionen” (aus denen sie doch besteht – woran die Frage ja sicher erinnern sollte). Plötzlich wird sichtbar, daß hier das Abstoßen eines eben noch tragenden Teils beginnt, eine ‘Häutung’ setzt ein. Was eben noch ganz selbstverständlich Teil, Element, Funktionsglied eines Organismus war, beginnt abzusterben und als nicht mehr zugehörig abgeschieden zu werden. Das ist die Stunde, da die Institutionen nicht mehr zur Gesellschaft passen – weil sie nämlich von Institutionen zu überholten Institutionen werden – und neue sich zu bilden beginnen. (Wer weiß, was noch aus #occupy hervorgehen wird ?)

Ich vermute, daß hier Methoden nötig sind, die zwingen/erlauben, die Doppeltheit zu denken, daß etwas, das tragendes Moment eines funktionierenden ‘Systems’ ist, zugleich nicht identisch mit ihm ist, damit man verstehen kann, wie es ein Eigenleben (oder besser ‘Eigensterben’) bekommen kann. Auf formallogischer Widerspruchsfreiheit der Gedankenführung sollte man hier nicht unreflektiert beharren. (Eine Nervenkrankheit kann dazu führen, daß z. B. mein Arm ein ‘Eigenleben’ zu führen beginnt – dabei bin doch ich es, der hier lebt, samt Armen und Beinen. In diese Richtung geht meine Überlegung.)

Nachruf Januar 5, 2012 um 21:45

@ enrico

schöne Verwandlungen bei der Lektüre ;-)

http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/vorlesungen/literatur20/letztewelt.pdf

wann ist die letzte welt …

topi Januar 6, 2012 um 01:35

@KL

Meine Frage zielte auch auf die Richtung.
Am aktuellen Beispiel: warum passt ein wirklich integeres Staatsoberhaupt generell nicht mehr zur Gesellschaft, wird zur Institution in Abstoßung?

Weil eh alles so korrupt ist, dass man konsequenterweise einen Berlusconi wählt?

Oder sehen wir, wie die Durchökonomisierung immer mehr gesellschaftlicher Bereiche, auch bedingtdurch immer engere Verflechtungen von Politik undWirtschaft sich als Fehlentwicklung herausstellt; dann wäre es aber fatal, bei weißer Präsidentensalbe stehen zu bleiben.

KL Januar 6, 2012 um 07:17

Damit kommen wir von allgemeinen Erörterungen zu überholten Institutionen natürlich zur ungemütlich konkreten Gegenwart zurück. Aber doch mit zwei verschiedenen Fragen, a) ob man neben Bundestag und Regierung einen Bundespräsidenten braucht – die von der Erfahrung mehrerer Fehlbesetzungen des Amtes nur angeregt ist – und b) ob reine Repräsentationsämter in Zeiten allgegenwärtiger Korruption überholt sind.

Zur ersten Frage folge ich ja dem Vorschlag Küppersbuschs, weil es auch für die Deutschen an der Zeit scheint, die Angst vor sich selbst abzulegen und endlich jemanden zum Wiedererkennen/Repräsentieren zu wählen der explizit mit Macht ausgestattet wird (was bis jetzt nur auf zweideutige Weise geschieht – es ist schon seltsam, daß man nicht alltäglich präsent hat, daß das Parlament das höchste Organ ist; wir denken an das Parlament allzuoft als Schwatzbude, sehen tagein, tagaus auf die Premierministerin und werden ab und zu damit vertraut gemacht, daß da noch ein Präsident über dieser steht; ein rechter Wirrwarr, der durch gelegentliche Anrufung der Würde des Dies oder Das nicht angenehmer wird).

Eine bejahende Antwort auf die zweite Frage aber wäre ein vernichtendes Urteil über die zivilisierte Gesellschaftsfähigkeit unserer selbst. Doch wenn wir uns eingestehen müßten, daß alles und jeder mit Korruption durchseucht ist, entstünde dann nicht zuerst einmal nur eine andere Rangfolge der Fragen ? Wäre dann nicht zuerst zu fragen, ob universelle Korruption tatsächlich anthropologisch verankert ist, oder ob es ein Zeitsyndrom ist und wir nur jetzt nicht mehr wissen, welche Lebensbedingungen garantiert sein müßten, damit die Allmendegüter und die Macht zur Verwaltung öffentlicher Angelegenheiten nicht mehr schamlos für private Zwecke ausgebeutet werden ? Vielleicht sind wir gezwungen, zu entdecken, daß unsere Gesellschaften inzwischen zu kompliziert und die wechselseitigen Abhängigkeiten zu dicht geworden sind, als daß wir uns weiterhin auf die Organsisation der sozialen Beziehungen als Haifischbecken verlassen dürften ? (Denn Korruption nicht moralisch oder gar anthropologisch, sondern soziologisch zu betrachten, hieße, sie als Symptom zu lesen: wo sie endemisch wird, ist die Krise der Institutionen so weit vorangeschritten, daß die Akteure nicht mehr im institutionenkonformen Handeln ihren sicheren Vorteil finden können, sondern nur in einer Rette-sich-wer-kann-Mentalität – die Begleiterscheinung des Schiffbruchs. Ich glaube daran, daß Menschen moralisch handeln können – nur nicht unter allen Umständen. Heldentum ist nicht Zeichen von Moral, sondern von Ausnahmezustand. Aber warum sollten wir verurteilt sein, darin zu leben ?)

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