Es werden jetzt Nägel mit Köpfen benötigt

by h.huett on 9. Januar 2012


MerKozy haben gesprochen. Das Presse- und Informationsamt hat die PK der Chimäre für akkreditierte Journalisten verfügbar gemacht. Die wesentlichen Aussagen zitiere ich hier im Wortlaut (ohne link). Kurios sind manche Aussagen, die aus der Simultanübersetzung übernommen wurden. Sie sind bildhafter, als es Frau Merkel je erlauben würde.

Was sind aus Sicht der Chimäre die wesentlichen Ergebnisse:

- Der Fiskalpakt komme voran. Eventuell könne schon Ende Januar der Vertrag unterzeichnet werden, spätestens aber im März.

- Die “Rettungsinstrumente” sollen effizienter werden, namentlich der EFSF. Wie soll das geschehen? Jetzt wird es kurios. Ich zitiere BK Merkel:

Das erste Stichwort ist die EFSF. Die EFSF muss neben der Unterstützung der Programmländer ? Portugal und Irland, in Zukunft dann auch Griechenland ? auch in der Lage sein, durch die flexibleren Instrumente, die wir der EFSF gegeben haben, in Notsituationen zum Beispiel auf dem Primärmarkt zu intervenieren. Wir haben deshalb die EZB gebeten, uns mit ihrer Fachkunde zu helfen, die Operationsfähigkeit der EFSF zu erhöhen. Wir freuen uns, dass die EZB an dieser Aufgabe ganz intensiv arbeitet.

Wie auch immer diese Zusammenarbeit aussehen mag, können wir noch nicht beurteilen. Diesem Wortlaut nach sieht es allerdings so aus, als habe MerKozy durch einen deutsch-französischen Schlieffenplan die Unabhängigkeit der EZB umgangen. Der “Kooperationspartner” ist gefangen und umgangen. Er leistet Beihilfe zu einer Form der Rettung, die die eigenen Statuten verbieten.

Immerhin könnte so unter der Regie der Chimäre MerKozy die Chimäre eines Lender of Last Resort entstehen.

- Der ESM soll schneller in Kraft gesetzt werden, die Kapitaleinzahlungen sollen früher als vorgesehen erfolgen. Ob das tatsächlich vertrauensbildend wirken wird, bleibt abzuwarten.

- MerKozy hat natürlich auch über Griechenland gesprochen. Inzwischen hört man hier und da, dass der bisher verabredete Schuldenschnitt hinten und vorne nicht ausreiche, sondern eher bei 70 Prozent liegen müsse. Frau Merkel drückt auf der vorletzten Sekunde aufs Tempo:

Aus unserer Sicht muss das zweite Griechenland-Programm inklusive der Umschuldung jetzt schnell realisiert werden; denn ansonsten wird es nicht möglich sein, die nächste Tranche für Griechenland auszuzahlen.

Im Klartext heißt das Verlängerung der Hängepartie, es sei denn, das hybride Völkerrechtssubjekt namens Troika käme zu dem Befund, die griechische Regierung, diese Technokraten-Junta ohne Verwaltungsunterleib habe nicht geliefert. Wie aber soll in zwei Monaten geliefert worden sein, was in Jahrzehnten nicht zustande gekommen ist?

Kurios, wie immer, wenn Frau Merkel aus dem Stegreif formuliert, klingt ihre dynamische europäische Körperkunde:

Wir haben dann darüber gesprochen, dass Haushaltskonsolidierung und solide Finanzen das eine Bein sind, auf dem die Zukunft Europas aufgebaut werden muss, dass wir aber natürlich ein zweites Bein brauchen. Dieses zweite Bein ist das wirtschaftliche Wachstum und ist die Frage von Jobs und Beschäftigung. Hierzu haben Deutschland und Frankreich vorgeschlagen, eine Übersicht über die verschiedenen Arbeitsmarktregelungen in Europa zu machen und zu schauen, womit welches Land welches Land welche Erfolge hat erreichen können, um dann auch von den Besten lernen können. Deutschland und Frankreich fühlen sich dem Thema Wettbewerbsfähigkeit ? ich erinnere an den Euro-Plus-Pakt ? und dem Thema Wachstum und Jobs verpflichtet.

Die Stegreifanatomie erinnert mich an ein rheinisches Karnevalslied, das hier ohne Diskriminierungsabsicht zitiert wird, um die Absurdität zu illustrieren:

Maskenball im xxxheim, alles tanzt auf einem Bein, und wer keine Beine hat, tanzt auf seinem Schulterblatt.

Rettung ist ohne Hohn auf die Notleidenden offenbar nicht möglich. Denn wonach klingt diese Ankündigung, nachdem Sarkozy vor kurzem in Paris Gerhard Schröder-Festwochen zum Thema der Hartz-Reformen veranstaltet hat? Gibts Ideen dazu? Die Franzosen sind schon jetzt außer Rand und Band vor Freude.

Damit das hier nicht gleich wieder lunatisch entgleist, kommt Frau Merkel mit einer erstaunlichen Idee:

Wir glauben auch ? und werden die Kommission bitten, dass die Mittel, die wir in Europa noch zur Verfügung haben, mit Blick auf das Wachstum jetzt schnell eingesetzt werden.

Auf frühere budgetäre Unsitten übertragen, lautet ihr Vorschlag an die Kommission, noch nicht im letzten Haushaltsjahr abgerufene Mittel schleunigst unter die Leute zu bringen. Dezemberfieber auf Januar verschieben.

Jetzt übernimmt Sarkozy. Der Beginn seines Statements ist so kurios, dass ich ihn ausführlicher zitiere:

Dieses Bündnis, dieses Verständnis, diese Meinungsgleichheit zwischen der größten und der zweitgrößten Volkswirtschaft in Europa ist wirklich der Eckpunkt für Europa. Es gibt keine Zukunft für Europa, wenn Deutschland und Frankreich sich nicht einig sind. Ich setze großes Vertrauen in Frau Merkel.

Immerhin das. Ich frage mich (und muss das später mal beim Elysée überprüfen, wie die Eckpunkte da tatsächlich heißen.) Eckpunkte sind ja eine ikonische deutsche Politikvokabel. Eine andere, dazu ein anderes Mal mehr, ist ja der Stabilitätsanker, den die Franzosen so kurios finden, dass diese Ingenieurs- und Mathematikerkultur daraus Stabilitätssäulen gebastelt hat, sie scheinen ihre Statikausbildung besser zu beherrschen als die deutschen Fabulierungskünstler.

Frankreich habe, sagt Sarkozy stolz, das Jahr 2011 mit einem um 4 Mrd. € niedrigeren Defizit als geplant abgeschlossen. Da schau her. Rettung am eigenen Schopfe, denn wie hätte dieses Defizit ausgesehen, wenn die eigenen Banken in Serie an den Tropf gegangen wären? Da wird gewiss ein ähnlicher Helfer ans Werk gegangen sein, wie man ihn zuvor bei den Griechen gebraucht hat.

Endlich kam irgendwann die Rede auch auf die Finanztransaktionssteuer. Dieser Eckpunkt scheint zwischen MerKozy insofern strittig zu sein, als noch keine Einigung darüber erzielt worden ist, wofür denn das Aufkommen dieser Steuer künftig verwendet werden soll.

Die Frage zu dem Thema ging an beide Köpfe der Chimäre, und ich möchte die schöne Antwort Frau Merkels nicht vorenthalten:

Ich halte es für eine gute Initiative, dass Frankreich sagt: Es werden jetzt Nägel mit Köpfen benötigt, wir müssen jetzt handeln.

Was für eine feine politische Differenz Frau Merkel zwischen benötigen und machen trifft, wer weiß, vielleicht beschreibt diese Differenz sogar die Unterschiede zwischen den beiden Ökonomien Deutschlands und Frankreichs insgesamt. Die einen machen, die andern habens nötig.

Es folgt ein Wortwechsel, der die politische Nüchternheit der Bundeskanzlerin illustriert, die einmal auf eine Interviewfrage antwortete, sie habe grundsätzlich keine Albträume. Hier Frage und Antwort aus der Pressekonferenz im Kanzleramt im O-Ton:

Frage: Frau Bundeskanzlerin, fürchten Sie in nächster Zeit eine Herabstufung weiterer Euro-Länder wie Frankreich oder Deutschland durch die Rating-Agenturen, die angekündigt haben, im Laufe des Monats Januar darüber nachzudenken?

BK’in Merkel: Ehrlich gesagt, Furcht ist nicht das Motiv meiner politischen Tätigkeit. Wir als Politiker haben unsere Arbeit zu tun.

Worin diese Arbeit besteht, worauf sie hinausläuft, das wird kurz vor Ende der PK noch einmal am Beispiel der “Rettung” Griechenlands angesprochen:

Frage: Herr Präsident, Frau Bundeskanzlerin, sind die Brandschutzmauern, die Sie jetzt in Europa hochgezogen haben, stark genug beziehungsweise hoch genug, um eine Insolvenz Griechenlands auszuhalten, ohne dass es dann zu Verwerfungen auf dem Finanzmarkt kommt oder weitere Länder aus dem Euroraum ausscheiden müssten?

BK’in Merkel: Unsere Absicht ist, dass kein Land aus dem Euroraum ausscheiden muss, um das erst einmal vorweg zu sagen. Zweitens haben wir immer wieder gesagt: Griechenland ist ein Sonderfall. Ich glaube, wenn man sich mit den Daten Griechenlands befasst, dann sieht man auch, dass die Beteiligung der privaten Gläubiger hierbei eine notwendige, aber natürlich noch keine hinreichende Voraussetzung dafür ist, dass Griechenland wieder auf einen vernünftigen Pfad kommt. Hinzu kommen auch die Maßnahmen, die seitens der Troika mit Griechenland vereinbart wurden. Die müssen umgesetzt werden, die müssen implementiert werden, die müssen Realität werden.

Wir haben eine freiwillige Umschuldung mit den Banken vereinbart, und wir glauben, dass wir diese freiwillige Umschuldung so vorbereitet und auch die dafür notwendigen Beschlüsse gefasst haben, dass das Signal klar sein wird. Griechenland soll eine Chance bekommen, aber Griechenland bleibt ein Ausnahmefall.

P Sarkozy: Wenn wir absolut beruhigt wären, würden wir uns nicht so intensiv und häufig treffen. Die Lage ist sehr komplex. Ich übernehme gern den Satz der Bundeskanzlerin, die sagte: Die Lage ist angespannt, wie es vielleicht nie zuvor im Euroraum der Fall war.

Deshalb müssen wir sehr viel Phantasie an den Tag legen.

Mit diesem Schlusssatz Sarkozys möchte ich diese schnelle Information dann auch beenden.

Wünsche uns eine kontroverse Diskussion. Anders gehts auch gar nicht.

Update

Hier ein sehr lesenswerter Artikel von Harald Schumann über Das große Kräftemessen zwischen Staat und Banken

{ 247 comments… read them below or add one }

holger Januar 12, 2012 um 07:59

Ich kann nur noch mal betonen, geht nicht gibts nicht. Gabs vor 150 Jahren auch noch nicht. Verstößt gegen die Gesetze Thermodynamik, Fallgeschwindigkeit 9,81 im Vakuum und somit ein Fake. Außerdem ist das Tierquälerei und gehört verboten. Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht. Stand auch noch nicht in der “Bild” und somit kein Allgemeingut.

h.huett Januar 12, 2012 um 08:29

Topi & Holger

Es geschehen Zeichen und Wunder. Was lese ich heute Morgen auf Seite 1 der FAZ rechts oben? FAZ Herausgeber Holger Steltzner schreibt:

Wieso sollten allein italienische Arbeiter und Rentner Opfer bringen? Warum greift Rom nicht auf die extrem hohen Finanzvermögen zu? (…)Setzte Monti eine einmalige Vermögensabgabe von 16 % durch, drückte die auf einen Schlag die Staatsschuld Italiens unter die Marke von 100 % der Wirtschaftsleistung. Monti sollte sich das trauen, statt Steuerzahler aus ärmeren Euroländern noch stärker in Haftung zu nehmen.

Sargnagel Januar 12, 2012 um 08:48

Die FAZ sagt Monti, was er tun soll? Dürfte ungefähr so wirkungsvoll sein wie ein Beitrag in diesm Blog.

Natalius Januar 12, 2012 um 08:55

Moin,
manchmal werden Begriffe falsch assoziert. Z.B. “organisch”.
Da denken einige sofort an “vis vitalis” – diese magisch-mythische Urkraft, die das Lebende vom Nicht-Belebten unterscheidet. Vor 200 Jahren war “organisch” tatsächlich eine Art “Konzept”, mit dem z.B. Chemie klassifiziert wurde: Organische Chemie vs. anorganische Chemie. Selbst Chemiker haben diesen magisch-mythischen Unsinn geglaubt, daß organische Materie nur aus pflanzlichem oder tierischem Leben entspringen kann. Dann aber kam Wöhler und zeigte, daß Ammoniumisocyanat (etwas Anorganisches) in organischen Harnstoff überführt werden kann. Ich glaub, das war so 1830 – ich will jetzt nicht nachgucken.

Bis heute hält sich ES (vis vitalis) hartnäckichst – wenngleich ES auf VT Seiten, bei orthodox-religiösen Menschen und solchen die unter “freier Energie” nicht F = U – TS verstehen – versteckt ist.

Manche sind halt “bewegt” . Sie haben nach einer Hypnosebehandlung in ihrer Kindheit (durch Eltern, Pfaffen oder Lehrer) “tiiiiiiiiiefe Eeeeeeehrfurcht voooor deeeem Leeeeeeben!”, so tief, daß sie’s gar nicht wissen wollen, wie’s funktioniert.

Natalius Januar 12, 2012 um 09:05

PS: Organisch = Verbindung/Substanz, die Kohlenstoff (neben anderen Elementen) enthält.
PPS: Manche Grüne haben so’n Schlag davon abbekommen – vermutlich auch solche, die Christ.. im Namen führen, wie unser Bundespräsident.
666

h.huett Januar 12, 2012 um 09:06

Sargnagel

Unterschätze den Wirkungsgrad dieser Nische nicht, das betrifft zwar nicht unbedingt alles, was hier so erscheint. Manches ist gut versargt, anderes gut versorgt.

Im übrigen ist Holger Steltzner als Herausgeber zuständig für das Wirtschaftsressort der FAZ und deshalb richtet sich sein Vorschlag gewiss nicht als Einschreiben an Herrn Monti (so sehr der sich darüber freuen dürfte).Die aufmerksamsten Leser dürfte Herr Steltzner heute bei der deutschen Linken und den Gewerkschaften finden.

holger Januar 12, 2012 um 09:09

h.huett

—>>>Setzte Monti eine einmalige Vermögensabgabe von 16 % durch, drückte die auf einen Schlag die Staatsschuld Italiens unter die Marke von 100 % der Wirtschaftsleistung.”

Das sind ja so Vor-schläge, wo ich mich immer Frage: Was soll das für einen Nutzen haben?

Sagen wir mal, wir reden von 300.000 (was weiß ich) und die werfen magere 6% an Rendite ab. Dann sind das per Anno 18.000
bei 16% einmaliger Beschlagnahme sind das 48.000 und nur einmalig. Wenn ich nun die Junx dazu verdonnere, auf die 6% zu verzichten für ca. 3 Jahre, und sie Monti zu spenden, dann sind das 54.000

Wobei ich da den Stamm von 300k erhalte. Also kein Verlust. Nun kommen aber die Cleverle aus dem Haus und wollen die 300k reduzieren auf nun 252k. Bitte einfach nur Versuchen.

Mit was fahre ich nun besser? In the Long run? Den Stamm verkleinern, oder den Stamm lassen?

topi Januar 12, 2012 um 09:18

@ holger

Du alter Betriebswirt du. ;-)

Volkswirtschaftlich gibt es keine Rendite über dem Wachstum, nur Umverteilung.

holger Januar 12, 2012 um 09:23

Ich hatte nicht umsonst das:

holger Januar 11, 2012 um 18:39
Wer es immer noch nicht kapiert hat, schaue sich bitte das Video an…

http://www.youtube.com/watch?v=S4cm0bs17D8

eingestellt. Und wenn sich die Ökonomen damit mal beschäftigen würden, dann würden sie auch ein Theorie finden, wie es auch mit dem Nachbarn klappen würde. Aber auch in der grauen Theorie, alles nur statisch denkende Einheiten. Keine dynamische Einheiten. Das Geldsystem muss wechselseitig, in einer bestimmten Geometrie “pumpen” damit es funktionieren kann, in the long run… ist nämlich nur die Materie weiterhin tot.

holger Januar 12, 2012 um 09:28

Moin topi jetzt schon Wach? ;-)

—>>>Volkswirtschaftlich gibt es keine Rendite über dem Wachstum, nur Umverteilung.”

Es gibt überhaupt keinen Renn-Dieter. Auch nicht über den Wachsdumm, welches ja kein Wachsdumm sein kann, nach dem Energieerhaltungssatz. Renn-Dieter ist eine rein fiktive Veranstaltung. Eine Vorstellung. Eine Art Religion.

h.huett Januar 12, 2012 um 09:28

holger

Du weißt, dass die Italiener für jedes politische Ressort ihre eigene Polizei haben. Die hohen Finanzvermögen erfassen ja noch nicht mal im Ansatz die Beträge, die noch nicht gewaschen in den Koffern von ndrangheta bis Cosa Nostra und wie sie alle heißen stecken. Die Finanzpolizei könnte sich als effektiver gegen die Mafia erweisen als die Sonderkommissionen.

Aber vielleicht träume ich ja bloß?

holger Januar 12, 2012 um 09:36

h.huett

—>>> Die Finanzpolizei könnte sich als effektiver gegen die Mafia erweisen als die Sonderkommissionen.”

:D als alter Fan von Sizilien kann ich nur sagen, der Flughafen von Palermo “Falcone” (höhöhö) ist im Besitz von…? Ich sachte schon vor vielen Monden Bella Italia in die PIGS zu stecken geht nicht. Das weiß Draghietta und Monticorleone auch.

topi Januar 12, 2012 um 09:38

Natalius

“Manche sind halt “bewegt” . Sie haben nach einer Hypnosebehandlung in ihrer Kindheit (durch Eltern, Pfaffen oder Lehrer) “tiiiiiiiiiefe Eeeeeeehrfurcht voooor deeeem Leeeeeeben!”, so tief, daß sie’s gar nicht wissen wollen, wie’s funktioniert.”

Bei vielen war es auch ein Medizinstudium, oder ähnliches.
Mit Descartes nahm der Unsinn seinen Lauf, den Menschen als Maschine, immerhin komplex, beschreiben zu wollen.

“Nichtwissenwollen” ist kein Alleinstellungsmerkmal der Esos.

Manches ist auch einfach ein anderer Betrachtungswinkel; wenn man als Mungrung auf dem Teppich der Erkenntnis herumwuselt, sind manchmal andere Blickwinkel gar nicht schlecht, um der Realität etwas näher zu kommen.

topi Januar 12, 2012 um 09:50

@ holger

Selber Morgen. (6:38 Uhr klingelt der Wecker, mein Lieber. ;) )

Den Renn-Dieter von 6% hattest du eingeführt, nur mal zur Klarstellung.
Wir können ja auch von “etwas mehr Ordnung in die Welt bringen “sprechen? ;-)

Der “Stamm”, von dem du sprichst, ist ja, um in deinen Worten zu bleiben, eine Mischung ausd Dicht und Fein.

Das “Feine”, also virtuelles Geld(potenzial), macht nur Probleme, wenn es in zu großem Ausmaß vorhanden ist.
Es will nämlich verzinst werden, bspw. mit deinen 6%, egal wie (natürlich größtenteils durch Neuschöpfung).

Reduziert man diesen Mist, und gleichzeitig die Staatsschulden, dann hat man eine Bilanzverkürzung; real änerdt sich gar nichts, die Häusken und Maschinen etc. bleiben erhalten.

holger Januar 12, 2012 um 09:50

h.huett

—>>>Die hohen Finanzvermögen erfassen ja noch nicht mal im Ansatz die Beträge, die noch nicht gewaschen in den Koffern von ndrangheta bis Cosa Nostra und wie sie alle heißen stecken.”

Die halten aber gewisse Schichten (Unterschichten) in der “sozialen” Marktwirtschaft. Glaub man ja nicht, dass die das horten. Die haben ihren Mindestbestand, und was darüber hinausgeht, wird investiert. Guardia de Fin… :D

holger Januar 12, 2012 um 09:59

@ topi (du hast nen Wecker? Du neureicher Kapitalist du… :D )

—>>>Den Renn-Dieter von 6% hattest du eingeführt, nur mal zur Klarstellung.”

Nein, das ist die Durchschnittliche Staatsverschuldung der USA. In the long run.

http://www.sgipt.org/politpsy/finanz/schuldp/usa/usa0.htm

—>>>Das “Feine”, also virtuelles Geld(potenzial), macht nur Probleme, wenn es in zu großem Ausmaß vorhanden ist.
Es will nämlich verzinst werden, bspw. mit deinen 6%, egal wie (natürlich größtenteils durch Neuschöpfung).”

Wobei wir mal wieder an Henne und Ei scheitern werden. Ich sagte ja, man sollte den Renn-Dieter mal nicht einsetzen. Und darauf verzicht üben. 3 Jahre Renn-Dieter und 3 Jahre keinen Renn-Dieter. Auf die virtuellen “Vermögen”.

—>>>Reduziert man diesen Mist, und gleichzeitig die Staatsschulden, dann hat man eine Bilanzverkürzung; real änerdt sich gar nichts, die Häusken und Maschinen etc. bleiben erhalten.”

Also wenn die Reduzierung keine Auswirkungen hat, auf das Reale, warum reduziert man dann?

topi Januar 12, 2012 um 10:16

Hier der Steltzner
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mario-monti-roms-vermoegen-11602364.html

“Wieso sollen allein italienische Arbeiter und Rentner Opfer bringen? Warum greift Rom nicht auf die extrem hohen Finanzvermögen zu?”

Es geht also Steltzner nur um die Finanz”vermögen”, dem Gegenstück der Staatsverschuldung.

Ein Vorschlag zur Bilanzverkürzung, wie er auch von mir kommen könnte. Guter Mann! ;-)

Bald werden die Juristen auftauchen, und erklären, dass eine Vermögensabgabe nur für eine Vermögensart verfassungswidrig ist.
Das wäre für Montis ganz große Koalitio allerdings kein Problem.

Man sollte aber auch die Wirkungen auf die Altersvorsorge bedenken.

Wenn der Steltzner das auch noch kapiert und gleich eine wirkliche Umlageversicherung a la schweizer AHV vorschlagen sollte, kauf ich das Blatt. #whistle#

holger Januar 12, 2012 um 10:28

Ja ja topi

du alter Stehler… Verkürz du man alles. :D Steht eh nur auf dem Papier. Wenn Du so weiter machst, verkürzt Du sogar die Erdumlaufbahn um die Sonne :D

h.huett Januar 12, 2012 um 10:38

topi

Du hast Steltzner überzeugt.

topi Januar 12, 2012 um 10:40

holger
“Also wenn die Reduzierung keine Auswirkungen hat, auf das Reale, warum reduziert man dann?”

Keine negativen Auswirkungen, meinte ich.

Die Reduzierung der Fantastillionen unde ihrem Gegenpart, der Schulden, hat positive Aspekte (wenn man es richtig macht, natürlich).

Einmal das Zinsproblem; die Zinsen müssen entweder aus den real erzielten Einkommen herausgebissen werden, oder kommt aus Neugeschöpftem, mit Problemvergrößerung.
Wichtiger: der Rettungswahnsinn, der nicht nur Klein-Ernas Groschen, sondern vor allem die Milliarden für unverlierbar erklärt hat (wenn sie denn in die richtigen Schrottpapiere gesteckt wurden), für die dann allerdings Klein-Erna höhere MWSt und neue Kopfsteuern zahlen soll.

Außerdem kann der Virtuelle Mistberg jederzeit an jedem Ort real aufschlagen und Blasen erzeugen; ineffizient, verzerrend, wohlstandmindernd, armutserschaffend.

Die Vermögenskonzentration nimmt durch das Scheingeld zu, und zwar so, dass Klein-Fritzchen dass gar nicht realisiert.
Und die Pläne werden längst propagiert, die öffentlichen Wertgegenstände zu verkloppen, um aus dem virtuellen Feingeld reale Werte zu zaubern.

Endspiel.

holger Januar 12, 2012 um 10:45

@ topi

ich kann dir mindestens 130 Adressen geben, die mit dem überflüssigen Geld was machen könnten.

—>>>Die Reduzierung der Fantastillionen unde ihrem Gegenpart, der Schulden, hat positive Aspekte (wenn man es richtig macht, natürlich).”

Wir sind schon wieder da… lass doch mal diesen Aspekt weg, Schulden=Guthaben… der ist Humbug, weil es kein Minus gibt. Ich habe keine Minus Äpfel sondern nur am Baum Plus Äpfel. Euer Minus ist nur in einer Bilanz virtuell. Erzähl einem Baum mal er hat Minus Äpfel… der sacht sich, kommt der Ördling noch klar?

topi Januar 12, 2012 um 11:38

holger, nur weil ein Gerichtsvollzieher vor einnem Haus steht und nicht die richtige Seite zum pfänden findet, verschwinden die Schulden doch nicht.

Dein Feingeld könnte völlig virtuell sein; ist es aber nicht.

Kauf dir ein einfaches Buchhaltungsprogramm, und buch einfach mal ein bisschen herum. Das taucht einfach auf beiden Seiten auf, egal wie du es anstellst.

Und natürlich könnten Millionen mit dem Geld etwas anfangen.
Nur hamses nich, und kriejns nich. Egal, wieviel davon auf den Guthabenkonten lagert.

holger Januar 12, 2012 um 11:43

@ topi

—>>>Und natürlich könnten Millionen mit dem Geld etwas anfangen.
Nur hamses nich, und kriejns nich. Egal, wieviel davon auf den Guthabenkonten lagert.”

Jenau… und warum kriegen die nix? Weil se nicht das Militär für Kriege haben. Sie müssten es bekommen können ohne Kriege führen zu müssen um kriegen zu bekommen.

holger Januar 12, 2012 um 11:45

@ topi

—>>>Kauf dir ein einfaches Buchhaltungsprogramm, und buch einfach mal ein bisschen herum. Das taucht einfach auf beiden Seiten auf, egal wie du es anstellst.”

auf der linken und rechten Seite steht immer dasselbe. nur – und + Zeichen davor… der Rest ist Käse. Normalerweise dürften die im Minus stehenden Zeichen gar nicht da sein. Warum kann man die aber sehen? Wenn se doch gar nicht da sein dürften?

Natalius Januar 12, 2012 um 11:49

Topi + Holger

@Topi: “Mit Descartes nahm der Unsinn seinen Lauf, den Menschen als Maschine, immerhin komplex, beschreiben zu wollen.”
Mit Darwin wurde uns der Chauvinismus geraubt, uns über alles Biologische hinwegsetzen zu können.
Eigentlich will ich mich noch nicht outen – aber es gibt einen Grund dafür, warum ich hier schreibe und Freunde suche.
Mir geht die “Vision” nicht aus den Kopp – daß wir in vielleicht 10 Jahren so weit sind, einen künstlichen Unterschied im Verständnis von Wissenschaft aufzugeben. Den zwischen Natur- und Geisteswissenschaften – sagen wir vielleicht besser Humanwissenschaften.

@Holger: Deswegen glaube ich, daß der schwingende Wassertropfen kein gutes Modell ist, um makroökonomische Abläufe besser verstehen zu lernen. Was man aus dem zugegeben schönen Video lernen kann, ist paradoxerweise aber etwas über Chemie und ihre quantenphysikalische Beschreibung. Man versteht mit dem Modell, daß Schwingungsformen für stehende Wellen immer in ganzen Zahlen “gequantelt” sind. Das gilt für den Wassertropfen genau so wie für Elektronen.

@Beide: Biologie ist im Moment deshalb so eine enorm wichtige Wissenschaft, weil sie Physik und Chemie mit dem zusammenführt, was erst dann auftreten kann, wenn wir auf der Skala der Evolution beim Menschen angelangt sind. Ich habe seinen langjährigen Freund, mit dem zusammen ich auch das Finanzpapier geschrieben habe, das hier zerrissen werden sollte (meine teuflische Absicht). Googled man nach “The major transitions in evolution” findet man seinen Namen. Nennen wir ihn hier ES. ES sieht “the origin of language” als letzte “major transition”. Mit der Sprache erst entsteht Weltverständnis – und der Grund dafür ist, daß erst die Erfindung der kognitiven (vermutlich Grammatik-basierten) Prozessierlogik einem begrenzten Vokabular von “Signallauten” zu unendlich vielen Ausdrucksmöglichkeiten verhilft. Die Macht des Wortes und die Macht des Verstandes sind also verkoppelt. Die schöpferischen und kulturellen Leistungen des Menschen sind daher immer auch Sprachleistungen. Wenn man das so betrachtet, tut sich ein irrer neuer Forschungsraum für beide Gruppen auf – zur Zeit haut man sich an den Universitäten noch die Köppe ein ;-)

Entmystifizierung ist nichts Schlimmes, wenn man dabei anerkennt, wie wenig man weiss und wie viel die nächsten Generationen noch vor sich haben.

holger Januar 12, 2012 um 11:56

Natalius

—>>>@Holger: Deswegen glaube ich, daß der schwingende Wassertropfen kein gutes Modell ist, um makroökonomische Abläufe besser verstehen zu lernen.”

Nicht? Dann eben nicht. Bilder von der ISS zeigen eindeutig, dass auf der Erde keiner Arbeitet.

holger Januar 12, 2012 um 12:07

Daraufhin kam es zu Massendemonstrationen auf dem Mars. “Vier sind das Euro …” Auch auf anderen Planeten probt man den Aufstand. “Vier sind auch der Euro” Und wenn sie nicht demokratisiert worden sind, so Leben sie noch heute.

Frankie Bernankie Januar 12, 2012 um 12:08

@Natalius

“Falsch: Die Bank of England gehört der BOEN (Bank of England Nominee Ltd), und deren Besitzverhältnisse sind per Gesetz für die Öffentlichkeit nicht einsehbar.”

???

Ich dachte , es ist umgekehrt? BOEN gehört der BoE ?
So sagt es zumindest Wikipedia:

“…In 1977, the Bank set up a wholly owned subsidiary called Bank Of England Nominees Limited (BOEN), a private limited company, with 2 of its 100 £1 shares issued. ..BOEN has 2 shareholders: the Bank of England, and the Secretary of the Bank of England…”

holger Januar 12, 2012 um 12:11

Andere arbeiten aber an einem Planetenfinanzausgleich. Und an einer Wachsdumm Beschleunigung des Universums. Worauf die Bayern unter Seehofer heftigts protestieren. Und haben gleich eine Protestnote beim Planetengerichtshof eingereicht. Diese wurde aber abgewiesen, wegen Blödheit. Der Präsident der Planeten Föderation blieb im Amt.

holger Januar 12, 2012 um 12:24
topi Januar 12, 2012 um 12:37

Für ein prozent von der Notenbank zugeschissen werden, bis man keinen Platz mehr auf der Festplatte findet, und dann für 2,7 Prozent totsicher verleihen; ja, Bankgeschäfte sind wirklich nur was für die high potentials.

Natalius Januar 12, 2012 um 12:40

@Holger
Ich flieg mit meiner Haunebu -
die Luft wird dünn – ich geb es zu.

@Frankie
Dear XXXX,
it was a sole pleasure to meet you in Tokyo and to discuss with you a number of issues relating either to chemistry or to economics.
Here is the link from which the attached document (BOEN) came from: http://forumnews.wordpress.com/about/bank-of-england-nominees/
The blog ends in a petition to Her Majesty to disclose the purpose of BOEN: http://epetitions.direct.gov.uk/petitions/6107
Please find also the draft of a paper written with E.S.
With best wishes for the New Year,
YYYY

neuling Januar 12, 2012 um 13:40

@ Topi
und ich bleibe dabei, dass sind 270% Aufschlag.

Natalius Januar 12, 2012 um 15:12

@Frankie

OK – Möglicherweise ist das Statement 1201120128 “Die BoE gehört der BOEN” falsch und die offizielle Darstellung a la Wiki ist richtig. Die im o.a. Forum genannte Konstruktion einer “cyclic ownership” zwecks Verschleierung der Besitzverhältnisse hört sich tatsächlich seltsam an. Wesentlich ist, dass es aus irgendwelchen Gründen verschleiert wird.

Es wäre interessant, entsprechende Details einmal für die EZB zu eruieren. Wenn nämlich eine Zentralbank mehr Macht bekommen soll, dann ist die Offenlegung der Besitzverhältnisse unverzichtbar.

topi Januar 12, 2012 um 16:02

@ Neuling

Verstehe ich nicht; gehts um die Anleihen, oder um Afrika, oder Ägypten?

neuling Januar 12, 2012 um 17:49

@ topi
wenn ich die Diskussion über starke/schwache Staaten innerhalb Europas richtig verstanden habe, resultiert z.B. “unser” deutscher Wohlstand aus den Schulden z.B. der Griechen.

Wenn man Europa “nur” zusammenschließt, und eine Transferunion daraus macht, wird der dann entstehende durchschnittliche Wohlstand unterhalb des jetzt durchschnittlichen deutschen Wohlstandslevels liegen.

Wenn “unser” jetziger deutscher Wohlstand mit der gesamten EU erreicht werden soll, muss ein zukünftiges Europa doch im Wettbewerb mit China, USA, Indien, Russland usw. um neue Märkte außerhalb Europas kämpfen.

Wo sollen diese Märkte liegen?

neuling Januar 12, 2012 um 22:08

22 Mrd. Staatsanleihen an Italien und Spanien mit einem Aufschlag von 270 % gezeichnet, macht bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 3 Jahren (grob vereinfacht) mal einen Benefit von 1,1 Mrd. für die Unterschrift eines Strohbankers.

Wieviele Jahre Staatsbudget sind dass für einige kleine Hungerstaaten?

Aber wir müssen uns ja heute über die Verwulffheit eines Anwalts brüskieren.

Herman Januar 12, 2012 um 22:52

@neuling

->”resultiert z.B. “unser” deutscher Wohlstand aus den Schulden z.B. der Griechen.”

Inzwischen sind das unsere Schulden. D.h. unser Wohlstand resultiert aus unseren Schulden. Das Problem ist nur das unser Wohlstand und unsere Schulden nicht in der Hand derselben Menschen sind. D.h. wir und wir sind nicht mehr dieselben.

neuling Januar 12, 2012 um 23:19

@herman
exakt, daher glaube ich auch nicht, dass das Zusammenlegen von mehreren Kranken in ein Zimmer Heilung bringen wird.

neuling Januar 12, 2012 um 23:32

meine letzte Hoffnung ist, Merkel ist die loose cannon – Nacht zusammen.

topi Januar 13, 2012 um 01:14

@ neuling
“wenn ich die Diskussion über starke/schwache Staaten innerhalb Europas richtig verstanden habe, resultiert z.B. “unser” deutscher Wohlstand aus den Schulden z.B. der Griechen.”

Nein.
Der exorbitante deutsche Exportüberschuß resultiert aus den Schulden anderer; der Wohlstand des Landes wäre natürlich ohne diesen Unsinn größer.
Inländische reale Wertschöpfung ist schon nicht schlecht, nur ohne inländischen Konsum/Investition im gleichen Ausmaß nur was für Merkantilisten.

“Wenn man Europa “nur” zusammenschließt, und eine Transferunion daraus macht, wird der dann entstehende durchschnittliche Wohlstand unterhalb des jetzt durchschnittlichen deutschen Wohlstandslevels liegen.”

Was ist denn der durchschnittliche Wohlstand zwischen Bayern und Meck-Pomm?
Auch eine gesamteuropäische Währungsunion, die nicht annähernd das Niveau der deutschen Finanzausgleiche erreicht, wird den Wohlstand der Deutschen und der Griechen nicht nivellieren.

Das schafft nur die deutsche Politik, wenn sie weiter die Austeritätslokomotive spielt.

“Wenn “unser” jetziger deutscher Wohlstand mit der gesamten EU erreicht werden soll, muss ein zukünftiges Europa doch im Wettbewerb mit China, USA, Indien, Russland usw. um neue Märkte außerhalb Europas kämpfen.
Wo sollen diese Märkte liegen?”

Siehe oben, merkantilistischer Ansatz. (natürlich Mainstream, machts ja aber nicht besser.)

Die echten Merkantilisten bekamen ja wenigstens noch schönes Metall für ihre Schatzkammern, das konnte man wieder rausholen und was schönes kaufen; wir kriegen Lehmannzertifikate, spanische Wüstenhausanlagenanteile und griechische Staatsanleihen.

topi Januar 13, 2012 um 01:31

Nehmen wir mal ein paar Subsistenzgehöfte, kleine Dörfer.

Die wirtschaften da vor sich hin; der Wohlstand hängt davon ab, wie gut sie arbeiten, welche Technologien sie verwenden, welche natürlichen Ressourcen vorhanden sind, wieviel Kapitalgüter sie erstellt haben, etc.

Nun fangen die an, Handel miteinander zu treiben.
Ricardo zeigte, dass es damit allen besser gehen sollte, durch Spezialisierung, selbst wenn man Handel mit einem Gehöft mit in allen Produkten ineffektiverer Produktion (komparative kostenvorteile).

Das lässt sich heute, in der Zeit des Scheingelds, natürlich nicht mehr aufrechterhalten.
Da kann es auch dauerhafte riesige Exportungleichgewichte geben, weil sich ja Deppen (Steuerzahler) finden, die den Exportunterehmen ihre Fantastillionen sichern.

Nun ist die EU als Wirtschaftsraum groß genug, und könnte sich auch auf reinen Handel zur Deckung des Rohstoffbedarfs beschränken, und könnte ein sehr hohes Wohlstandsniveau für alle erreichen.

Weiterer Außenhandel zur Spezialisierung wäre auch gut;
aber was es nicht braucht, sind Absatzmärkte, die man mit Prodzkten überschwemmen kann, um dafür uneinbringliche Schrottpapiere zu bekommen .

Private Unternehmensgewinne ungleich Wohlstand des Landes.

Dipfele Januar 13, 2012 um 11:42

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/griechenland-ein-pinguin-wollte-fliegen-1.1255782

Zu einem immer größeren Problem wird die Rolle der Hedgefonds. Diese haben sich in den vergangenen Wochen stark mit griechischen Anleihen und entsprechenden Kreditausfallversicherungen eingedeckt, heißt es in Finanzkreisen. Damit würden sie an einer Pleite Griechenlands verdienen. Folglich sind Hedgefonds offenbar gar nicht daran interessiert, dass es zu einer Lösung kommt. Analysten der Bank of America schätzen, dass bereits die Hälfte der Griechen-Anleihen privater Investoren bei Hedgefonds liegen. “Da wird bilateral viel Überzeugungsarbeit nötig werden”, erklärt ein Banker.

Verstehe ich nicht, das wäre ja klassisches hedgen. Wo soll da der große Profit herkommen? Kommt natürlich auch darauf an, zu welchen Kurs sie gekauft haben.

Lina Januar 13, 2012 um 16:50

“….die Hälfte der Griechen-Anleihen…”

Gibt es auch “Deutschen-Anleihen” oder “Italiener-Anleihen” oder “Franzosen-Anleihen”?

Verräterische Rhetorik seit über 2 Jahren. Und es nimmt kein Ende.

Dipfele Januar 14, 2012 um 15:28

Nachtrag:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,808811,00.html

Auch wenn hier andere Motive genannt werden, konsisten klingt das mE immer noch nicht.

Lina Januar 19, 2012 um 14:06

Nägel mit Köpfen machen heißt den Teufelskreis durchbrechen:

- Griechenland kündigt im März an, die Kreditzahlungen einzustellen, bis eine nachhaltige Problemlösung gefunden wird. Diese Lösung soll sich sich nicht nur auf Griechenlands Probleme fokussieren sondern auch die Probleme von Irland, Portugal, Italien, Spanien UND die Probleme deutscher und französicher Banken mit einschließen.

- Eine unkontrollierte Pleite Griechenlands wird nämlich Merkozy Feuer unterm Arsch machen. Und verhindern, dass die wahren Probleme der Eurozone weiterhin unter dem großen schmutzigen Teppich gekehrt werden. Sie werden nämlich sofort ans Tageslicht treten denn

- CDS werden fällig.
Das wiederum wird die Banken dazu bringen mit heruntergelassenen Hosen in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Sie müssen Rekapitalisieren. Sie müssen offiziell den ESFS um Hilfe bitten.

- Die EZB wird eine klare Position einnehmen müssen und nicht mehr so tun, als ob sie nix mit der europäischen Fiskalpolitik zu tun hätte.

Ach ja. Und Griechenland müßte nicht einmal den Euroraum verlassen. Es steht NIRGENDWO geschrieben, dass ein Land der Eurozone, das “pleite macht”, seine Währung aufgeben MUSS.

“To those who take for granted that a Greek default leads naturally to a Greek exit from the eurozone, I have a simple question: Why? Why can Greece not default within the eurozone? Why can the official sector (the EU-ECB-IMF troika, together with the EFSF) not fund the banks directly (without giving the hedge funds a penny and, instead, letting private investors benefit from the CDSs they have bought)? Indeed, why would the surplus countries want to throw Greece out of the eurozone when it is abundantly clear that this move would start a short, sharp process of disintegration (with Portugal and Ireland following suit)? By what legal means will the surplus countries force Greece out, even if they choose to do so? And why would Greece choose to leave if it can default within the eurozone?”

http://yanisvaroufakis.eu/2012/01/17/why-for-greeces-and-europes-sake-the-psi-ought-to-fail/#more-1585

Lina Januar 19, 2012 um 14:21

Die Antwort auf das “WHY” findet sich übgrigens hier:

“The Global Minotaur: The Crash of 2008 and the Euro-Zone Crisis in Historical Perspective”

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=iVxaTC7Qp44

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