Der knallharte Mikroökonom Wulff

by Stephan on 15. Februar 2012

Gestern publizierte Olaf Storbeck auf dem Handelsblatt Blog den Beitrag: “Der Bundesprominente Chris Fox, seine Frau Betty und das Party-Schloss – Mikro-Ökonomie kann lustig sein“. Herr Professor Justus Haucap hat seine Studenten in einer Klausur mit mikro-ökonomischen Fragen über einen Herrn Fox Wulff belästigt. Der Beitrag machte sofort die Runde auf Twitter und ich habe auch eine Lösung auf Twitter gezwitschert. Mein geschätzter Blog-Kollege, mittlerweile besser bekannt als die “Christian Wulff” Nemesis, Frank Lübberding wollte mehr wissen. Da auch der von mir sehr geschätzte Wirtschaftsphilosoph plant sich mit dem Thema “Mathematik und VWL” eingehender auseinanderzusetzen dachte ich, das ist doch ein schöner Anlass in die bizarre Unterwelt der Mikro-Ökonomie einzutauchen. Diese Analyse widme ich Frank Lübberding und Hans Hütt. (Die Problemstellung kann man bei Olaf Storbeck nachlesen.)

Wir wollen die Nutzenfunktion U von Herrn Wulff optimieren. Wie man unschwer erkennen kann, ist Herr Wulff ein besonders raffinierter und effizienter Eigennutzen-Optimierer. Bei einer Urlaubsreise entsteht ihm, seiner Familie und seinen Freunden ein Nutzen. Bei einer Party in seinem Schloss ist der Nutzen auf Grund der vielen Gäste, die nicht unmittelbar zum Freundeskreis des Herrn Wulff gehören, nutzlos breit gestreut. Die Optimierung nehmen wir vor unter Berücksichtigung der Nebenbedingung.

Diese Anomalie ist besonders wichtig für zukünftige VWL Studenten. Wenn Herr Wulff nicht mit der noch zu berechnenden optimalen Anzahl von Urlaubsreisen bei vorgegebenen Budget zufrieden ist könnte er sich eine neue Tätigkeit suchen. Dann ist bei Klausuren mit der Frage zu rechnen: Wie hoch (Minimum) muss der anonyme Bundesbankscheck eines Freundes von Herrn Wulff sein bei einem vorgegebenen Nutzenniveau U.  (Hinweis: Hick’sche Nachfrage)

Die Lagrange-Funktion. Wir sollten das Optimierungs-Problem grundsätzlich durchrechnen und die vorgegebenen Werte erst am Schluss einsetzen. Nach ausführlichem Studium der Zeitreihen, die von diversen Fachmagazinen (BILD, FAZ, …) veröffentlicht werden, ist die Präferenzordnung von Herrn Wulff intertemporal konstant. Wir können also die Nutzenfunktion als gegeben betrachten. Da aber journalistische Nicht-Versteher der mikro-ökonomischen Zwänge des Homo Oeconomicus Wulff beharrlich ihre Zeitreihen erweitern ist mit Veränderungen der vorgegebenen Werte zu rechnen. Na dann rechnen wir mal los.

Wenn wir nun die vorgegebenen Werte von Herrn Prof. Justus Haucap einsetzen kommen wir mit M = 240000 auf die Antwort (a) x = 160000/px und bei px = 20000 auf (b) x = 8 und y = 4. Den Rest kann sich jeder Gymnasiast selbst ausrechnen.

Schlussbemerkung:

  • Für Studenten: Falls es bei der Beantwortung dieser Frage zu Schwierigkeiten kam: macht nichts! Solche Fragen stellen VWL Professoren nur, damit sie später vor dem Bundesverfassungsgericht höhere Gehälter als ihre Kollegen auf dem Gymnasium einklagen können.
  • Für Professor Justus Haucap: In der Fragestellung schwingt ein sehr bedenklicher moralischer Unterton mit. Subjektive Werturteile haben in einer objektiven Wissenschaft absolut nichts verloren. Herr Wulff verhält sich lehrbuchmäßig. Agent Wulff is a ruthless utility optimizer!

{ 12 comments }

Wilma Februar 15, 2012 um 16:46
f.luebberding f.luebberding Februar 15, 2012 um 17:02

Stephan

Keine Frage: ich bin beeindruckt. Für meine Zwecke reicht die Schlussfolgerung:

“Herr Wulff verhält sich lehrbuchmäßig.”

Bloggerkeule Februar 15, 2012 um 17:48

@ Stephan

Lagrange ?

http://www.youtube.com/watch?v=Vppbdf-qtGU

Rumour spreadin’ a-’round in that Texas town
’bout that shack outside La Grange
and you know what I’m talkin’ about.
Just let me know if you wanna go
to that home out on the range.
They gotta lotta nice girls ah.

Have mercy.
A haw, haw, haw, haw, a haw.
A haw, haw, haw.

Well, I hear it’s fine if you got the time
and the ten to get yourself in.
A hmm, hmm.
And I hear it’s tight most ev’ry night,
but now I might be mistaken.
hmm, hmm, hmm.

Ah have mercy.

Bloggerkeule Februar 15, 2012 um 17:59

@ Wilma

Mitternachtstraumpaar läuft schon 5.mal … genial nach Loki und Smoki !!! Ein echtes Upgrade.

Bloggerkeule Februar 15, 2012 um 19:41

Hannover is calling :
heute dlf 21:05 Uhr Querköpfe
“Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie”
Kabarettistisches Traumpaar mit Albtraum-Potenzial
Ein Porträt von Achim Hahn

Seit Ende 2007 streunen sie als realfiktives Liebespaar durch die deutsche Kabarettszene: Wiebke Eymess und Friedolin Müller. Unter dem Namen “Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie” treibt dieses musikkabarettistische Duo aus Hannover die Kunst des alltäglichen Missverständnisses zur Perfektion.

Seit einiger Zeit werden sie als hoffnungsvolle Newcomer mit Preisen verwöhnt und laden auch mehr und mehr Zuschauer zu ihren “MitternachtsSpaghetti” ein. In diesem eigenwilligen Debütprogramm spielen sie mal miteinander, mal gegeneinander, geben sich gesellschaftskritisch oder auch einfach mal nur romantisch. Auch wenn ihre Liebe mitunter so unromantischen Dingen wie dem Reißverschlussprinzip auf deutschen Autobahnen gilt.

gustav Februar 15, 2012 um 21:22

dümmer gehts ümmer ….
danke an die deflation .-(

Tim Schäfer Februar 16, 2012 um 07:31

Ja, aber wo ist denn die große Handkasse?

Wilma Februar 17, 2012 um 01:32

Handelt es sich hier um den gleichen Aufenthalt auf Sylt ?

“Und wo wir schon einmal mitten drin sind, in der Maschsee-Mafia, zum Schluss noch eine letzte Frage. Mir liegen zwei Rechnungen der TUI aus dem Hause selbst vor, die die Sylt-Aufenthalte zweier Herren beinhalten. Und zwar vom 30. bzw. 31. Oktober bis zum 3. November 2007. Der eine Herr heißt Groenewold, der andere Wulff. Die Rechnungen tragen die Nummern: 21572 und 21574. Ich war bis dato davon ausgegangen, dass für Herrn Wulff eine direkte Zahlung nicht mehr möglich war und zwar, wie die SZ aktuell schreibt: “wegen der längst erfolgten Zahlung an den Reiseveranstalter”. Wenn ich mir die TUI-Rechnungen – auch die von Herrn Wulff – jedoch genau ansehe, lese ich als Rechnungsdatum den 2. November 2007. Vielleicht ist es dem TUI-Vorstand möglich, der Justiz in Hannover – allen voran den Staatsanwälten in diesem Fall ausnahmsweise einmal ein wenig auf die Sprünge zu helfen und sie durch detaillierte Informationen zu den hier im Haus offensichtlich bestens bekannten Vorgängen aus ihrer politischen Zwangsjacke zu befreien.”

http://spreegurke.twoday.net/stories/64977106

Wilma Februar 17, 2012 um 01:42

HALLOOOOO

Ihr müsst Euch die Rechnungen anschauen.
Die ging nicht an Groenewald. Die Rechnung stellte die TUI an Wulff aus.
Wenn es sich denn um den in der Presse erwähnten Syltaufenthalt handelt. Das wäre der Kracher.

Wilma Februar 17, 2012 um 02:02

Die SZ schreibt dazu:
“So habe der Filmunternehmer aus Anlass des 34. Geburtstags von Bettina Wulff vom 31.10. 2007 bis 3. 11. 2007 bei einem Reiseveranstalter zwei Hotelzimmer auf Sylt für das Ehepaar Wulff und für sich und seine Freundin gebucht. Als Wulff die Übernachtung im Hotel habe zahlen wollen, sei ihm gesagt worden, eine direkte Zahlung sei wegen der längst erfolgten Zahlung an den Reiseveranstalter nicht mehr möglich. Wulff habe die Nebenkosten an das Hotel beglichen und dann den Wulffschen Anteil an den Übernachtungskosten “in bar” Groenewold übergeben. Bettina Wulff habe das Geld dabeigehabt.”

“Längst erfolgte Zahlung” Wenn also das Ehepaar Wulff den Urlaub länger plante, dann wird es auch wissen, dass diese Reise bei dem Veranstalter TUI gebucht wurde.
Es gab aber von der TUI 2 (in Worten zwei) Rechnungen.
Eine an Gronewald und eine an Wulff.
Irgendwas stimmt da nicht.

f.luebberding f.luebberding Februar 17, 2012 um 07:54

Wilma

Das stimmte tatsächlich nicht, was uns der Wulff so den ganzen Tag erzählen hat lassen. Nach meinem Eindruck könnte er aber heute für volle Transparenz sorgen.

Nanuk Februar 17, 2012 um 08:57

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