Das Grundgesetz ist ein Auslaufmodell

by Stephan on 25. Februar 2012

Artikel 20 des deutschen Grundgesetzes:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt. (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden. (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Nun hat unser oberster Feudalherr EZB-Präsident Mario Draghi dem Propagandablättchen des Finanzsektors Wall Street Journal eine Audienz gewährt und seine Sicht der Dinge erklärt: “Das europäische Sozialstaatsmodell gibt es nicht mehr” (Paywall – bitte keine Geld mit Abo verschwenden. Wir müssen sparen!) Er meint das vielgepriesene europäische Sozialstaatsmodell habe ausgedient. Aha. Frage an mitlesende Juristen: was genau müssen die Deutschen jetzt gegen Herrn Draghi nach Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes unternehmen?

Statt dem ausgedienten europäischen Sozialstaatsmodell (It’s Sooo 20th Century) brauchen wir moderne Austerität, aber auch die altmodischen aber immer noch sehr beliebten Strukturmaßnahmen — wenn das Angebot stimmt kommt die Nachfrage von selbst. Was ist moderne gute Austerität? Laut Herrn Draghi bedeutet gute Austerität niedrige Steuern und niedrige Staatsausgaben, die sich auf Infrastruktur und andere Investitionen beschränken. Wer braucht schon Arbeitslosengeld? Doch nur Loser. Herr Draghi meint:

Es gab mal eine Zeit, da sagte der (Ökonom) Paul Dornbusch, Europäer sind so reich, dass sie es sich leisten können, jeden Einzelnen fürs Nichtstun zu bezahlen. Doch das ist vorbei.

Wir können uns das einfach nicht mehr leisten. Diese Aussage ist schon bemerkenswert für jemanden, der gerade locker und lässig eine halbe Billion Euros per EZB LTRO an seine Spezis im Finanzsektor verteilt hat, damit die überhaupt weiterarbeiten können und darüber nachdenkt ob er noch eine Billion drauflegt. Wäre ja auch tragisch, wenn dem Wall Street Journal seine Abonnenten abhanden kommen, weil sie für das Nichtstun nicht mehr bezahlt werden.

Beim Lesen dieser Dokumentation “Über ökonomische Nieten und asoziale Monster in der Europäischen Zentralbank” musste ich an ein Zitat aus dem Buch “Freedom From Fear” von dem Historiker David Kennedy denken. In dem Buch geht es um die Geschichte der Großen Depression in Amerika. Damals saß Franklin Delano Roosevelt  nicht nur in einem Frankfurter Glasturm herum, sondern fuhr mit dem Auto durch die Gegend um mit einfachen Leuten zu sprechen. In Indiana traf er einen Bauern:

I am a farmer … Last spring I thought you really intended to do something for this country. Now I have given it all up. Henceforward I am swearing eternal vengeance on the financial barons and will do every single thing I can to bring about communism. (—An Indiana Farmer to FDR, October 16, 1933)

Vielleicht sollten wir Herrn Draghi auch ein schickes Kabrio zur Verfügung stellen und ihn auf eine Rundreise durch die Provinzen Griechenlands schicken? Denn wenn er nicht dazulernt kann er sich bald — insofern Wahlen im Protektorat Griechenland nicht verboten werden — in seinem Glasturm auf anstehende Verhandlungen mit einer neuen Verhandlungsstrategie “marxistische Dialektik” vorbereiten.

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flummi Februar 27, 2012 um 16:49

Ich verlinke hier mal eine , Analyse, die am Beispiel des Stuttgarter Widerstands vielleicht deutlich macht, um welche Dynamik es sich hier handelt

“Entscheidend sind nicht Gesetze, sondern das reale Kräfteverhältnis”

Stephan Februar 27, 2012 um 16:54

@Carlos und @Morph
Geht es ein bisserl ziviler. Wir wollen doch alle nicht, dass der schlaue Google Robot beim Crawlen der Inhalte dieses Blogs einen falschen Eindruck bekommt. Ich schlage Umschreibungen wie “f#%$cken” vor.

Carlos Manoso Februar 27, 2012 um 17:02

@ Morph Februar 27, 2012 um 16:42
„“Dieses Leben einer Superhure, mein Morph, in die du dich gerade transformierst, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen”
Mag sein. Das Tolle ist, als Superhure kann man sich aussuchen, von wem man sich ficken lässt. Neben der Kohle spielt dann auch Hygiene (Ansteckungsgefahr) und gutes Benehmen eine Rolle. Du jedenfalls hast da ganz schlechte Karten, da nützt alle Bettelei nicht“

Morph, über deine besagte „Dame“ steht schon seit 1000Jahren alles in Offenbarung 17, 18 (vulgo Apokalypse), wo der Autor „Johannes“ eine „Superhure“ auf einem scharlachroten Tier „sitzen“ sieht, über und über mit „gotteslästerlichen Namen übersät“ und mit „sieben Köpfen und Zehn Hörnern“.

Isch nähme ja nich an, dass es sich um “König” Morph handelt ?

Dann schprach der Engel, der den Autor “im Geist in die Wüste geführt” hatte: „Warum bist du so erstaunt? Ich will dir Aufschluss geben über das Geheimnis des Superhure… Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Superhuren thront, sind Völker und Sprachen… Die Superhure endlich, das du gesehen hast, ist die große Stadt, welche die Herrschaft über die Könige der Erde hat.“ (Offenbarung 17).

Später, so besagter Autor weiter: „hörte ich eine Stimme vom Himmel, die sprach: Gehet wech von der Superhure, dass ihr nicht teilhaftig werdet der Sünden der Superhure, auf dass ihr nicht empfanget etwas von ihren Plagen! Denn ihre Sünden reichen bis in den Himmel, und… „
Offenbarung 18; 4-5

aifran Februar 27, 2012 um 17:36

…. die wahrhaft Gottgläubigen öffnen sich IHM ganz, unterwerfen WILLIG sich SEINEM WILLEN – GANZ …. nichts ist, nicht geschieht was ER nicht WOLLTE, nicht WILL …..

und Luhmännchen liebte Gott – devotest und submissest – und er liebte die Botschaft/Macht des HERRN (und dieses Liedchen)
http://www.youtube.com/watch?v=Pg-kroQTARM

nun ja …. nur diese Weltsicht/Denkweise ist doch irgendwie Peinlich für große Denker —- nach reiflicher Überlegung setzte sich das Denkerlein hin, produzierte ein fünfeinhalbkilo schweres Paket bedruckten Papieres … ab diesem Moment war es auch allen anderen Gottesfürchtigen Denkerleins möglich sich zum “ALLES IST GOTT GEWOLLT” zu bekennen. Verflogen die Angst verlacht zu werden …. die neue Sprachregellung lautet – ES IST SYSTEMGEWOLLT :-)

Hallelujah – Hallelujah – Hallelujah

hg Februar 27, 2012 um 17:49

@flummi Februar 27, 2012 um 16:49
” Ich verlinke hier mal eine , Analyse, die am Beispiel des Stuttgarter Widerstands vielleicht deutlich macht, um welche Dynamik es sich hier handelt. “Entscheidend sind nicht Gesetze, sondern das reale Kräfteverhältnis””
———–

- > @flummi, wir von der Retroliberalen Armee Fraktion suchen immer Partner-Organisationen für die Weltrevolution.

- > an die S21-Truppe dahcte ich dabei schon seit einige Zeit. Sind zwar ne ganze Menge grüner Spinner dabei. Abba was solls.

- > Folgendes: Die Weltrevolution besteht darin, Echte Demokratie jetzt auf dem Planeten einzuführen. Das bedeutet automatisch das Ende der Finanzfaschisten (und ihrer scheindemokratischen Sossialdemokrate).

- > die intulektuelle Denkleistung der S21-Leute würde jetzt konkret darin bestehen, zu erkennen, dass “ECHTE DEMOKRATIE JETZT” AUCH EUER übergeordnetes Ziel ist. Auf der Meta-Ebene. Denn mit Echte Demokratie jetzt wäre der Bahnhofabriss nie beschlossen worden.

- > Was ihr jetzt konkret tun tuen müsst ist folgendes: gründet einen Verein: “Echte Demokratie jetzt in Stuttgart” oder so ähnlich. Das Vereinsziel ist die Einführung der Demokratie in Deutschland.

- > Damit macht ihr aus dem Alten Ostbahnhof einen echten Mehrtürer-Bahnhof !!! SIE, also das verfilzte Schwarz-Rote Schwabenestablishment, wird sich noch wünschen den Bahnhof niemals angetatscht zu haben mit ihren Raubgier-Krallen ! Die Rache des Mehrtürer-Bahnhofs wird grenzenlos sein !

Data Februar 27, 2012 um 17:50

Ich meine bei Dir eine fehlende Trennschärfe zwischen dem Modell eines Prozesses und seiner Realisation feststellen zu können, anders kann ich mir bestimmte Einwände nicht erklären.

>>Dahinter steht einerseits ein Quantitätsmodell politischer Wirksamkeit: Wenige bewirken wenig, viele bewirken viel; andererseits ein Beharrlichkeitsmodell: Steter Tropfen höhlt den Stein. – Für beides lassen sich Gegenbeispiele nennen.

Die gesellschaftliche Entwicklung als stochastischen Prozess betrachtet bedeutet, dass die beobachtete Entwicklung nur eine Trajektorie des zu Grunde liegenden stochastischen Prozesses darstellt. Wirkmächtigkeit ist nur bezüglich der Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Ereignissen gegeben, nicht gegenüber dem Ereignis selbst. Auch ist das Einflusspotential auf Wahrscheinlichkeiten nicht gleichverteilt. Die Teilnahme Bölls an der Sitzblockade in Mutlangen hatte gewiss einen stärkeren Einfluss auf die WS, dass die Sationierung der Pershings ausgesetzt wird, als zusätzliche x000 Demonstranten. Nur ist eine Sicherheit des Erfolges nie gegeben. Die Tatsache, dass die Friedensbewegung in ihren Kernforderungen gescheitert ist, sich der Prozess also in der Fortsetzung (militärischer) Konfrontation realisiert hat (als eine unter vielen möglichen Realisationen), spricht nicht gegen das Modell. Die Gültigkeit des Modells, bzw. Deines Gegenentwurf in Form eines random walk, könnte nur mit einem Vergleich belegt werden. Gibt es z.B. einen statistisch signifikanten Unterschied in der rechtlichen Stellung der Frau zwischen Ländern, in denen es eine Frauenbewegung gab und Ländern in denen es keine emanzipatorische Bewegung gab? Hält Deine These eines random walk gesellschaftlicher Entwicklung, so sollte es keine signifikanten Unterschiede geben. Ich bezweifle das.

>>Hätten sich die ‘Erfolge’ dieser Bewegungen auch ohne das ganze Tamtam eingestellt? Ich vermute das.

Das finde ich etwas lustig, denn Deiner Vorstellung von Gesellschaft liegt ein nicht-stationärer, nicht-ergodischer Prozess zu Grunde. Die Antwort lautet: Auf einem unendlichen Zeitstrahl mit Sicherheit, ansonsten nicht.

hg Februar 27, 2012 um 18:02

. . . acho so, und @flummi, beeilt euch !

- > denn der #DEUTSCHEFRÜHLING steht vor der Tür !! den wollen wir doch nicht warten lassen. Odda.

- > der #DEUSCHTEFRÜHLING kömmt ! und der Mehrtürer-Bahnhof von STuttgart is dabei ! Wenn ihr es wollt !

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 18:47
Morph Februar 27, 2012 um 18:48

@Data

“Das finde ich etwas lustig, denn Deiner Vorstellung von Gesellschaft liegt ein nicht-stationärer, nicht-ergodischer Prozess zu Grunde.”

äh, ja.

P.S. Es gibt gesellschaftlich keine eindeutigen Resultate (Wat den einen sin Uhl is den andern sin Nachtigal), daher kann man die stochastische Metaphorik in die Tonne treten.

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 18:59

@ Stephan

Frage an den Mathematiker

In der BR Deutschland fehlen 3.500 Zollbeamte.
Wenn nach Angela Merkel deutsche Beamte nach Griechenland geschickt würden bspw. 160 müssen die davon abgezogen oder hinzugezählt werden?

sk8erBLN Februar 27, 2012 um 19:31

OT speziell für @ holger,
den das Thema Iran ja beschäftigt.

http://wikileaks.org/gifiles/docs/185945_re-alpha-s3-g3-israel-iran-barak-hails-munitions-blast-in.html

Interessant scheint mir im besonderen dies hier:
1/7/11 7:54 AM, Benjamin Preisler wrote:
Code: IL701 Publication: for background Attribution: none Source Description – Confirmed Israeli Intelligence Agent Source reliability: Still testing *Item credibility: untested* Source handler: Fred
Source was asked what he thought of reports that the Israelis were preparing a military offensive against Iran. Response:
I think this is a diversion. The Israelis already destroyed all the Iranian nuclear infrastructure on the ground weeks ago. The current “let’s bomb Iran” campaign was ordered by the EU leaders to divert the public attention from their at home financial problems. It plays also well for the US since Pakistan, Russia and N. Korea are mentioned in the report.
The result of this campaign will be massive attacks on Gaza and strikes on Hezbollah in both Lebanon and Syria.” in addition: From: “Chris Farnham” To: “Alpha List” Sent: Sunday, November 13, 2011 7:22:52 PM Subject: Re: [alpha] S3/G3* ISRAEL/IRAN – Barak hails munitions blast in Iran … Insight below:
Source below was asked to clarify his remarks that the nuclear infrastructure had been destroyed. Source response:
Israeli commandos in collaboration with Kurd forces destroyed few underground facilities mainly used for the Iranian defense and nuclear research projects.
Despite the reports in the media and against any public knowledge, the promoter of a massive Israeli attack on Syria is the axis India-Russia-Turkey-Saudi Arabia. The axis US-Germany-France-China is against such an attack from obvious reasons. Not many people know that Russia is one of Israel’s largest military partners and India is Israel’s largest client.
If a direct conflict between Iran and Israel erupts, Russia and Saudi Arabia will gain the advantages on oil increasing prices. On the other hand, China and Europe are expected to loose from an oil crisis as a result of a conflict. Based on Israeli plans, the attack on Iran will last only 48 hours but will be so destructive that Iran will be unable to retaliate or recover and the government will fall. It is hard to believe that Hamas or Hezbollah will try to get involved in this conflict.
In the open media many are pushing and expecting Israel to launch a massive attack on Iran. Even if the Israelis have the capabilities and are ready to attack by air, sea and land, there is no need to attack the nuclear program at this point after the commandos destroyed a significant part of it.
If a massive attack on Iran happens soon, then the attack will have political and oil reasons and not nuclear. It is also very hard to believe that the Israelis will initiate an attack unless they act as a contractor for other nations or if Iran or its proxies attack first. With the revealed of the new UN report the Israelis have green light to take care of the Iranian proxies in Gaza and Lebanon now with the entire world watching Iran. I think that we should expect escalations on these fronts rather than an Israeli attack on Iran.”

wepoc Februar 27, 2012 um 19:52

@Morph

P.S. Es gibt gesellschaftlich keine eindeutigen Resultate (Wat den einen sin Uhl is den andern sin Nachtigal), daher kann man die stochastische Metaphorik in die Tonne treten.

Die Evolution kennt ebenfalls keine eindeutigen Resultate, dennoch lässt sie sich am besten mit der Statistik beschreiben.

Morph Februar 27, 2012 um 20:07

@wepoc

“dennoch lässt sie sich am besten mit der Statistik beschreiben”

Ja, aber nicht vor-schreiben. Qua Aktualdiagnostik der Gesellschaft ist Evolutionstheorie (zumal ihre biologische Spielart, die modell-logisch einigermaßen durchsichtig ist, im Gegensatz zur kulturellen Evolution) schlicht unzuständig.

hg Februar 27, 2012 um 20:42

Hier wurde von ~HG~ eine weitere Verschwörungstheorie publiziert allerdings ohne sorgfältige Analyse und daraus folgende Belege (Links?) damit das Publikum seine ernsten Anschuldigungen nachvollziehen kann. —Stephan

hg Februar 27, 2012 um 21:03

@morph

- > dein & Luhmann sein Systemschuldsdogma is’ Quark.

- > und hör auf von “Verschwörungstheorien” zu schwafeln. DU hast noch NIE irgendwie SACHLICH auf irgendeine “Verschwörungstheorie” geantwortet. Noch nie hast du dich mit den zahlreichen Indizen & Belegen der “Verschwörungstheoretiker” auseinandergesetzt. Damit untertunnelst Du DEINE EIGENEN propagierten Anschprüsche. Denn schliesslich wirfst ausgerechnet du den “VT’lern” vor, mit “unbewiesenen Behauptungen” zu agieren. Tatsache ist aber, dass die “VT’ler” eben wesentlich mehr Indizenlast aufbieten, als du. Vor den ‘Befund’ hat der Liebe Halbgott numa die sorgfältige ‘Analyse’ gestellt.

- > abschliessend: Es wird für misch wohl ümmer ein Müsterium bleiben, warum ausgerechnet die Soziologiestudenten – OHNE jedwedeste Ahnung vom Arrrbeiten, Planen, Managen, Tuten & Blasen – dem Rest der Menschheit – welscher dieshinsischtlisch sein Tagtäglichbrot verdingt – die (System-)Welt erklären müßßen zu meinen tut. Dann lieber die Blinden von den Farben.

hg Februar 27, 2012 um 21:21
Blogerkeule Februar 27, 2012 um 21:28

@ hg

kriegst bald ne Zugabe für ESM und Aufstockung …

Launch Anfang März

wepoc Februar 27, 2012 um 21:31

@Morph

Exakt, der Zufall schreibt nichts vor. Wer hätte gedacht, dass eine militärische Entwicklung aus dem ARPA-Projekt die Menschheit in eine neue Epoche führen würde?
Eine Gesellschaft ist lebendig, sie ändert sich, sie wandelt sich. Ein aktuelles Beispiel? ACTA! Eine äußere Bedrohung aktiviert das gesellschaftliche Immunsystem und welch Überraschung, es ist zumindest noch teilweise intakt und kann die erste Attacke zurück schlagen.
Die Lebendigkeit, der Zufalls, die Veränderung soll für eine Gesellschaft unzuständig sein? Was für eine untote Sichtweise!

Mischael Februar 27, 2012 um 21:32

Gut, wir nullen das Grundgesetz. An dessen Stelle träte der “Lissabobn Vertrag” ? NÖ! Die europäische Verfassung ? Nicht das GG, nicht der Lissabon-Vertrag, viel einfacher, viel menschlicher. Maximal auf 20 Seiten in großer Schrift. Es geht auch weniger. The bill of rights. Im Prinzip die FRANZÖSISCHE Verfassung. Stellte ich zur Diskussion !

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 21:37

Zum ersten April wird der Bundestag umbenannt in “Hellasnacht”.
Gesetzesentwurf von CDU, Spd, Grünen und FDP kommt mit dem ESM-Paket als Tischvorlage in englisch ;-)

Data Februar 27, 2012 um 22:05

@Morph

>>Ja, aber nicht vor-schreiben.

Es geht nicht um Vorhersage/Prognose im Sinne eines deterministischen Fortschritts. Es geht um die Beschreibung von zielgerichteten, trend-stationären stochastischen Prozessen. Stochastik ist eben gerade keine Metaphorik, sondern integraler Bestandteil des Erklärungsmodells. Allein auf Basis von Zufall lässt sich jedoch keine Theorie soziokultureller Evolution begründen. Denn dann würde es tatsächlich keine Rolle spielen, ob der Zustand gottgewollt oder systemgegeben genannt wird. Und wer kein Modell hat, dem helfen dann natürlich auch empirische Daten nicht weiter.

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 22:27

@ hg

Deine Sozen haben wieder alles verrissen.
Statt SchwarzGelb in die Wüste zu schicken, was die Vollgötter vorbereitet hatten, wählen dsie Frau Merkel zur Hellaskönigin II.

So wird das nie was mit der Regierungsübernahme.
Und, dass sie Europa damit mehr schaden als voranbringen haben die immer noch nicht begriffen – anscheinend hoffnungslos.

Die Krönung das Interview mit Trittin im DLF heute morgen.
Dem sollte mal das Krawattengeld gestrichen werden.

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 22:40
Blogerkeule Februar 27, 2012 um 22:48

@ fl

Wollen wir unsere Zeitabbos gegen Bildabbos tauschen?

Stephan Februar 27, 2012 um 23:00

Hey HG. Cool bleiben. Tone down. Wenn du richtig ausflippen willst dann bitte auf den Gelben Seiten. Die liest eh keiner.

topi Februar 27, 2012 um 23:40

@ Morph, heute früh

“Daher muss man historisch-struktureller ansetzen und sieht dann, dass die Sozialgesetzgebung vor allem den Effekt hat, eine wirtschaftlich determinierte Zahlungsunfähigkeit politisch wieder herzustellen. Und da fragt man sich, angesichts des trüben, demotivierenden, deprimierenden Schicksals, ein Sozialfall zu sein: Cui bono?”

Was ist denn ein Sozialfall.
Von anderen abhängig ist jeder, der aufgrund verschiedener Umstände nicht in der Lage ist, seine notwendigen Ausgaben aus eigenen Einnahmen zu bestreiten.
Das ist bis zu einem gewissen Alter jeder (selbst der Erbe hat ja noch keine Verfügungsgewalt), ab einem gewissen ALter die meisten.
Der Rentner ist davon abhängig, dass ihm jemand Güter aus der aktuellen Produktion zur Verfügung stellt.
Das ist beim Rentier nicht anders; er ist abhängig davon, dass ihm seine Eigentumsansprüche geglaubt werden.

Im Falle der schweren Krankheit ist angesichts den Möglichkeiten der Hochleistungsmedizin nun fast jeder auf Mittel anderer angewiesen.
Bei leichten Krankheiten kann sich das auch summieren.

Und im Falle der Pflegenotwendigkeit brauchts jemanden, der den Popo wischt.
Und der Jobverlust sollte auch nicht direkt ins Bettelhaus führen.

Entweder, man hat halt eine Familie, die einen je nach Leistungsfähigkeit auffängt; oder es gibt ein Solidarsystem, welches die Lebensrisiken absichert.

Mit dem ständisch geprägten Sicherungssystem (Normalversicherungen, Privatversicherungen, Beamtenvorsorge) gabe es Sozialversicherungen für die Normalarbeiter, mit so einer Versicherungsleistung fühlt man sich vielleicht besser als als “Sozialfall”.

Das ist natürlich nur mit ideologischer Befrachtung zu verstehen. “Cui bono”? Natürlich den Ständen, die sich aus den Solidarversicherungen raushalten können; und mit der EInkommensverteilungsentwicklung, immer mehr Einkommen konzentriert sich außerhalb der Sozialversicherungspflicht werden die Interessen, sich da rauszuhalten, natürlich immer größer.

Stellt man das System vom Kopf auf die Füße, schafft also ein gesellschaftsweites Solidarsystem zur Absicherung der Lebensrisiken, dann wird aus deinem “deprimierendem Sozialfall” auf einmal die gesellschaftlich ermöglichte Freiheit vor der ANgst vor elementaren Lebensrisiken, die sofort in weitgehende Exclusion führen.

topi Februar 27, 2012 um 23:44

Ansonsten bleibt anzumerken: wenn die angeblichen Angebotsdödel ihre Nachfrageseite entdecken, dann nicht bei Heizlüftern für die Assis, sondern bei Weltraumgestützter Rakentenabwehr und neuester Technologie für die Geheimdienste; siehe Reagan, den alten verkappten demand-sider. :roll:

topi Februar 28, 2012 um 00:07

Morph
>>“This time is different. Ja natürlich. Der Kreditzyklus neigt sich dem Ende. Dafür kann man einerseits die erreichte Gesamtverschuldung als Maßstab nehmen.”

Also zunächst mal fallen natürlich die Ähnlichkeiten zu den bisherigen Finanzkrisen auf. Qua Finanz- und Wirtschaftskrise sehe ich keine Differenz.”

Ich nannte zwei Argumente für Unterschiede; die kannst du zwar negieren, in dem du woanders hinschaust, aber daraus solltest du keine Schlüsse ziehen. :roll:

Die Gesamtverschuldung ist auf Rekordhöhe; 400% vom BSP, nimm einen Zinssatz von 5 Prozent und du siehst, wo Bartel den Most holt.

Die Verschuldung verteilt sich ja nicht auf alle (nur wirklich verBILDete lassen sich von ihrem Bankberater zu ihrem Dispo mit MINUS 13% Verzinsung gleichzeitig einen Sparplan von + 3 Prozent Verzinsung aufschwatzen), d.h. die Zinsen, die der entsprechend verschuldete Teil der Wirtschaftssubjekte tragen muss, werden drückend.

Deshalb gibt es ja auch weniger NINJA-Kredite.
Hier treffen sich beide Argumente; die Kreditgeber werden bei der individuellen EInschätzung der Kreditfähigkeit vorsichtiger.

Blieben bisher noch die Staaten als Aufschuldner, wird auch hier abgeraten, bis der Anlagenotstandsarzt kommt.

Es sind noch Rettungsschirme und supranationale Organisationen, die weiter Aufschulden.

Danach kommt nur noch der Mars. Pfffffffffffffffffffff.

“Die Differenz steckt in der Ressourcenfrage und dem systematischen Problem einer Kreislaufwirtschaft.”

Nein. Die (nicht durch staatliches Handeln eingedämmte) Verschuldung erreicht immer Grenzen, an denen sie zusammenbricht, Ressourcen hin oder her.

>>>“Momentan sind wir auf dem falschen Weg.
Und jede öffentliche Äußerung, die massenmedial verstärkt wird, kann einen EInfluss auf den Weg haben.”

Ach, @topi, Geschichte ist doch keine Schnitzeljagd. Und was die massenmediale Verstärkung angeht: Die arbeitet derzeit für Verschwörungstheorien, Hasspredigten und Bunga Bunga.”

In Umbruchsituationen kann der EInfluss von EInzelteilen besonders groß sein.
Es ist derzeit völlig offen, wie viele europaweite Austeritätsrunden wir sehen werden, bis es Maßnahmen geben weird, die auch eine Lösung der Probleme überhaupt nur bewirken KÖNNEN.

Da läuft nichts von selbst, die historischen Vorlagen gehen von weitgehender Versklavung der Schuldner bis hin zum Zerreißen der Schuldscheinbesitzer, wenn sie die Dinger nicht loslassen. Nix determiniert, immer abhängig von Menschen, die sich an anderen Menschen orientieren, die sich an anderen Menschen orientieren,…

topi Februar 28, 2012 um 00:18

Tagesnachlese

Die LINKE hat ihr Kandidatenjammertal beendet.
Eine “Nazijägerin” könnte ja angesichts der NSU durchaus eine öffentlichkeitbringende Maßnahme sein; aber der Zeitpunkt ist erstens schon vorbei, und zweitens angesichts der großen Kanzlerinnenzerknirschtheit auch nicht wirklich vielversprechend.

Butterwegge dagegen wäre ein wirklicher Anti-Gauck gewesen.
Verantwortung der Gesellschaft zur Schaffung von Freiheit des Einzelnen vor erbärmlichen Lebensumständen, Schaffung von Chancengleicheit statt unverantwortliche Frühauslese in der Ständeschule.

Und er ist als öfterer Phoenix-Experte und gelegentlicher Gast in richtigen Talk-Shows durchaus ein C-Prominenter. Der auch bei seiner Nichtwahl in den nächsten jahren eine Stimme gehabt hätte, wenn der Gauck erklärt, dass doch bitte alle ihre Gürtel enger schnallen müssen, die es nicht zum Pfarrer oder Spitzenbeamten oder Kapitaleinkommensbezieher geschafft haben.

So bleibt ein Trauerspiel, und eine Kandidatin, die doch deutlich aus der Zeit ist, und kaum Interesse hervorrufen wird (außer der einen SZene, die immer wieder abgespielt wird).

topi Februar 28, 2012 um 09:03

Oh ja, Holland macht den Roosevelt und kündigt einen Spitzensteuersatz von 75% an.

HAM Februar 28, 2012 um 10:29

„Das Grundgesetz ist ein Auslaufmodell“

Konkret bedeutet dies:
Die freiheitlich-demokratische Grundordnung sowie die damit verbundene rechtliche und kulturelle Ordnung sind ein Auslauflaufmodell.

Trotz der Menge von 230 Kommentaren ist hier bislang nicht die Frage aufgetaucht:
„Was kommt danach?“

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 10:41

Nun das BVerfG hat doch gerade jetzt einiges schon wieder zurechtgerückt, also auf die Schienen des GG gestellt.

Wenn sich immer wieder Bundestagsabgeordnete und andere finden, die das BVerfG zum Handeln auf-/herausfordern, so lange dürfte das GG substanziell weiterhin Bestand haben.
Nur, und da setzt das Problem ein, finden sich genug berechtigte Kläger, denn von sich aus, kann das BVerfG nicht tätig werden. Auch fehlt diesem obersten Gericht die Sanktionsmöglichkeiten.
Daran sollte gearbeitet werden. Doch wer sollte das tun? Die Politik?

holger Februar 28, 2012 um 10:50

HAM

solange das GG unter besonderen Schutz steht, kommt gar nix danach. Der Zug ist doch schon lange abgefahren. Und wen interessiert es denn schon wirklich, was das GG ist.

Das GG ist kein Auslaufmodell. Daran glaubt der Stephan… meinetwegen. Dann hat er die Systematik hinter dem GG eben nicht erkannt. Insbesondere 20GG.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:00

Eine Frage stellt sich aber.
Ab wann werden die zu Verfassungsfeinden erklärt, die andauernd – mit Vorankündigung – vor diesem BVerfG unterliegen und auf den verfassungskonformen Weg verwiesen werden müssen?

Es kann doch nicht sein, dass dieses vorsätzliche Mißachten des GG, der eigentlichen demokratischen Grundregeln ohne Folgen bleibt.
Zumal die Täter in der Regel ebenfalls Juristen sind. Aber was heißt das schon. :-)

holger Februar 28, 2012 um 11:07

Und bei dem GG schauen wir mal unter Artikel 5

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Was heißt das? Man darf das GG nicht in Frage stellen. Also jeder der ein wenig Unterrichtet, hat eine Treue zur Verfassung (welche?). Ansonsten hat er womöglich Probleme.

Dann schauen wir in Artikel 7 GG

(1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.

Du wirst also in dem ganzen System keinen Leerkörper finden, sofern in Amt und Würden, der das GG im allgemeinen über zB 146 GG in Frage stellt.

Natalius Februar 28, 2012 um 11:11

@ HAM

„Was kommt danach?“
Ich vermute mal: Germany 2.0 (mit unverändertem GG) falls es trotz aller Rettungsmaßnahmen und Banken-Bailouts zum Crash kommt, und Europe 2.0 (mit GG Anpassung und einem Aufguss der US-Verfassung für Post-Lissabon-Brüssel) falls nicht.

holger Februar 28, 2012 um 11:15

Dann kommt ja noch Artikel 18 GG

Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3),(…) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte.

Jetzt klar, warum so gut wie keine öffentliche Diskussion über das GG und 146 GG geführt wird. Das wird mit Artikel 18 GG ausgeschlossen.

holger Februar 28, 2012 um 11:21

Das sind die so genannten Ewigkeitsklauseln. Und nun kommt eben GG 20 (4)

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Das heißt, diese Ordnung kann man nicht beseitigen. Weil im Vorfeld eine Beseitigung dieser Ordnung ewig ausgeschlossen worden ist. Darüber wacht das GG Gericht.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:28

Es gibt nur eine Ewigkeitsklausel und die findet sich im Art. 79 Abs 3 GG

(3) Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.

HAM Februar 28, 2012 um 11:31

@holger Februar 28, 2012 um 10:50
Das GG ist kein Auslaufmodell. Daran glaubt der Stephan… meinetwegen.

Formalrechtlich wird das GG weiterhin existieren. So wie das politische System in Deutschland nach der „Nazi-Machtergreifung“ formalrechtlich weiterhin eine Demokratie war.

Auch wenn das GG formal weiter bestehen bleibt, werden die Bürger ihre Freiheits- und sozialen Schutzrechte weitgehend verloren haben, wenn sie sich weiterhin so politisch passiv und fatalistisch verhalten.

holger Februar 28, 2012 um 11:38

Nein, 1-20 sind in der Formulierung schon ewig. Und werden nur durch 146 GG aufgehoben.

79 GG ist nur dafür gedacht, wie man das GG ändern kann, und was man ändern kann. Und da erinnert man vorsorglich noch mal an 1-20. Das die unantastbar sind. Warum man nicht 146 GG abgeschafft hat, das verwundert mich allerdings.

Natalius Februar 28, 2012 um 11:43

@HAM Holger
Gesetze “zur Änderung des Grundgesetzes” gibt es reichlich:
http://grundgesetz.wordpress.com/2008/01/13/die-grundgesetzanderungen-seit-1949/

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:44

Noch einmal.

Art. 1 und Art. 20 GG. Bitte nicht 1-20 GG

holger Februar 28, 2012 um 11:46

HAM

du weißt doch, du kannst den Deutschen alles auftischen. Die freuen sich lieber über ein neues Punktesystem und und und. Du wirst keine kritische Masse finden. Das ist allein schon durch das Bildungssystem ausgeschlossen. Aber das muss ich dir doch nicht erzählen.

holger Februar 28, 2012 um 11:47

20 schließt aber 2-19 ein :D

Natalius Februar 28, 2012 um 11:48

PS: Will heissen, dass ich mich korrigieren muss. Ein “unverändertes GG” gibt es nicht!

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:59

Da muss man sich aber schon etwas verrenken:

“Da eine Verfassungsänderung grundsätzlich zulässig ist, könnte ein solches Vorhaben nur an der Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 GG scheitern. Diese schützt aber unmittelbar nur die Artikel 1 und (nicht: bis) 20 vor Änderungen. Allerdings werden Grundrechte auch als Derivat der Menschenwürde (Art. 1 GG) definiert und genießen damit einen gewissen Ewigkeitsschutz, soweit ihr „Menschenwürdekern“ betroffen ist. Andere Grundrechte sind für eine demokratische Regierungsform unerlässlich und damit über das Demokratieprinzip geschützt, jedoch in ihrer Ausgestaltung abänderbar. Schließlich bekennt sich Art. 1 Abs. 3 GG, der von der Ewigkeitsgarantie erfasst wird, zu Grundrechten „als unmittelbar geltendes Recht“, sodass es zumindest überhaupt Grundrechte geben muss. Damit sind der Aufhebung von Grundrechten durch Verfassungsänderung enge Grenzen gezogen.”

+ BRECH-NEUIGKEITEN + Februar 28, 2012 um 12:05

+ BRECH-NEUIGKEITEN +

Wir unterbrechen unsere laufende Propagandaschleife für eine aktuelle BRECH-Neuigkeit.

Die ehemalige Chef-Hochfinanzmahjongnette der BRDDR, Dr. Helmut Hohl, meldete sich soeben aus dem Sanatorium zu seinem EURO-Desaster:

Griechenland-Krise: Altkanzler Kohl ruft Europa-Skeptiker zur Ordnung

– > @Helmut, halts Maul und trink Deinen Magen-Darm-Tee!

+ BRECH-NEUIGKEITEN +

HAM Februar 28, 2012 um 12:09

Das Gesellschaftsmodell, was charakteristisch für die entwickelten westlich-kapitalistischen Staaten war, ist längst zum Auslaufmodell geworden.
Das betrifft die freiheitlich-demokratische Kultur, die rechtsstaatliche Orientierung, den Gedanken der Solidargemeinschaft etc.

Zutreffender wäre es gewesen, wenn Stephan geschrieben hätte:
„Diese Gesellschaft ist ein Auslaufmodell“

Die Diskussion ums GG führt in die Irre.

Die gesellschaftliche Entwicklung geht in Richtung eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0.

Anstatt dies in einem kritischen gesellschaftlichen Diskurs zum Thema zu machen, wird es verdrängt und verleugnet.

holger Februar 28, 2012 um 12:12

Ok noch einmal

2-19 näheres regelt ein Gesetz. Dh man kann eh 2-19 immer durch ein Gesetz erweitern. Der Grundsinn sollte bestehen bleiben.

Hier ging es aber um den 20 GG (4). Solange das GGGericht aber sagt: nee… hier will ja keiner diese Grundordnung für das deutsche Volk beseitigen, dann gibt es keine rechtliche Möglichkeit mehr. Was man persönlich meint machen und denken zu wollen, steht wo anders irgendwo.

holger Februar 28, 2012 um 12:26

Wer sich das anschauen möchte, was mit den Deutschen gemacht worden ist, nach 48, der schaue bitte genau nach Griechenland.

Denen wird vor aller “demokratischen” Augen, die Souveränität entzogen. Wer das nicht kapiert, was in Griechenland abgeht, und das auch noch in der Presse feiert… naja kann sich ja jeder selber denken. Und das ohne einen Schuss abgeben zu müssen. Das ist die Realität. Occupy Greece.

Und wenn es immer noch nicht aufgefallen ist, sie reden von Europa und nicht von Demokratie. Wie viel Staaten gibts noch, die noch nicht unter der Fuchtel der Mafia ist.

Unter dem Vorwand der Alternativlosigkeit, wird ein Land besetzt, und seiner Rechte beraubt.

Und das unter aller Augen. Was soll ich also von diesen Vollpfosten Demokraten halten? Und was von der Vollpfosten MSM?

Sie schreien Hurra, zeigts den faulen Griechen und zeigen dabei ihr wahres Gesicht. Angriffs-Krieg ohne Kriegserklärung kann man gut über eine Währung führen. Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt. Aber soweit denken oder denken dürfen, das ist ja bei Goebbels Enkeln nicht drin.

topi Februar 28, 2012 um 12:35

Siehste Holger.

Nur durch Besteuerung kannst du diese Macht brechen, wirste auch noch einsehen. :roll:

Stephan Februar 28, 2012 um 12:41

Faszinierend dieses Multi-Talent @Holger. Er ist sogar Verfassungsrechtler.

Jackle Februar 28, 2012 um 12:46
holger Februar 28, 2012 um 13:02

Nein bin ich nicht. Aber ich höre mir an, was Gauweiler, Hankel,Schachtschneider zu diesem Thema ausführlichst dargelegt haben. Und das nicht erst seit Gestern.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 13:03

“Hier ging es aber um den 20 GG (4). Solange das GGGericht aber sagt: nee… hier will ja keiner diese Grundordnung für das deutsche Volk beseitigen, dann gibt es keine rechtliche Möglichkeit mehr.”

Aber ja doch. Gerade dann müßte doch der Weg des Widerstandes beschritten werden. Der Art. 20 Abs. 4 GG sagt es doch deutlich:
“(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.”

Übrigens, diese DDR-Bürger haben sich doch wohl einen Schei,dreck um die Verfassung geschert und haben – wie auch immer, durch wen auch immer – dieses totalitäre Regime weggefegt.
Nur der Deutsche, speziell der Westdeutsche, jetzt aber auch der mit angeblich aufrechten Gang, genannt Ossi, kriegt den berühmten Ar… nicht hoch, weil ihn niemand an die Hand nimmt.
Die Systemfrage ist doch keine Verfassungsfrage. Das wird dem dummen Deutschen doch nur eingehämmert.

Nanuk Februar 28, 2012 um 13:11

http://www.youtube.com/watch?v=4aNK7_Bz9pE

Ein guter Beamter geht nicht Stelluzng der geht in Deckung

Natalius Februar 28, 2012 um 13:38

@ HAM
“Die gesellschaftliche Entwicklung geht in Richtung eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0″

Es ist Aufgabe Ihrer Generation, das zu verhindern! Dank CERN gibt es das web, dank Facebook etc. das social web, und dank social web den Informationsaustausch zwischen Millionen von Menschen, die das was Sie schreiben genau so wenig wollen wie Sie selbst. Nennen wir es “Renaissance 2.0″. Ganz wichtig in der momentanen Phase ist die Aufklärung von möglichst vielen jungen Menschen, ein neuer “spirit” muß global etabliert werden. Und genau DAS ist die Rolle von Occupy: ALLE (nicht nur ein paar Blogger, die sich als Wirtschaftsexperten verstehen (ähm.. wollen – mir geht es dabei nicht anders)) sollten wissen, was fractional reserve banking und fiat money bedeuten – ALLE! Und die Jungen sprechen mit ihren Eltern darüber: “Papa/Mamma/Oppa/Omma, weisst DU eigentlich, wie unser Geld funktioniert?”. Einfache Fragen, z.B. “Was passiert, wenn dein Gehalt auf dem Girokonto landet – was macht die Bank damit?” reichen aus, um den sog. Diskurs in die Familie zu bringen. Für die Jüngeren gibt es eine hervorragende Einführung – ein Klassiker (den einige von uns damals als “rechts orientierte VT” bewertet haben – wenngleich das aus heutiger Sicht eigentlich falsch ist): Fabian
http://www.youtube.com/watch?v=70VPBU11U-E

(Ich weiss, daß Jüngere mit VT ohnehin keine Probleme haben, da es im neuen Weltbild ohnehin nur eine “offizielle Wahrheit (i.S.des Rechts (nicht i.S. der Wirklichkeit)” gibt, die ebenso konstruiert wie eine “alternative Wahrheit” ist. )

Wie schon mal gesagt: Viele kleine Veränderungen im “thought pattern” führen zu grösseren Schritten. Aus der Geschichte wissen wir, daß es keine “Elite für immer” gibt – es sind stets neue Eliten, die die existierenden verdrängen. Darwin, Marx, Lenin, Schumpeter meinen das Gleiche – es handelt sich (ob man das mag oder nicht) um ein “natürliches” Prinzip. Aber: “Human cooperation” steht in der Evolution über dem Selektionsprinzip – wie lange wir in einer bestimmten Gemeinschafts – bis Gesellschaftsform leben wollen, bestimmen wir selbst.

Aufgeklärte Menschen handeln anders als verdummte. Genau da muss angesetzt werden.

Das Geldsystem ist genau so veränderbar

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 14:23

@ HAM Februar 28, 2012 um 11:31
„Formalrechtlich wird das GG weiterhin existieren. So wie das politische System in Deutschland nach der „Nazi-Machtergreifung“ formalrechtlich weiterhin eine Demokratie war.
Auch wenn das GG formal weiter bestehen bleibt, werden die Bürger ihre Freiheits- und sozialen Schutzrechte weitgehend verloren haben, wenn sie sich weiterhin so politisch passiv und fatalistisch verhalten.“

Ob das GG weiterhin formal weiter bestehen bleibt, ist eigentlich wurscht. Denn inhaltlich, materiell gilt für die elementare Basis in GG 1 (Menschenwürde) und die Strukturprinzipien in Artikel 20 GG (Republik, Demokratie, Bundesstaat, Rechtsstaat und Sozialstaat) die „Ewigkeitsgarantie“. Die Verfassungsgrundsätze von Art.1 und Art. 20 können nämlich auch nicht mit 100% Mehrheit (von wem auch immer) „abgeschafft“ werden.

Diese Grundsätze gelten auch ohne Verfassung, solange es lebende Menschen gibt. Damit es auch wirklich jeder checkt, dass die Verfassungsprinzipien von Art. 1 und Art. 20 auf ewig einer Verfassungsänderung entzogen sind, steht es (doppelt genäht hält besser) steht das auch im Artikel 79 Abs. 3 GG:
„Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel

Das Identische gilt für jede Europäische Verfassung, die zwingend die in den Artikeln 1 und 20 deutsches Grundgesetz niedergelegten Grundsätze enthalten muß. Eine Verfassung, die nicht den Grundsatz der Menschenwürde (Art 1) und die auch nur EINEN der Grundsätze Republik, Demokratie, Bundesstaat, Rechtsstaat und Sozialstaat NICHT enthält (Art 20 GG), kann auf dem Territorium Deutschland NIE mehr existieren. Auch wenn irgendein deutscher Bundestag mit 100% der Stimmen eine derartige Verfassung beschließen/abändern etc. würde, sie wäre null und nichtig mit allen daraus folgenden Konsequenzen (Widerstandsrecht bzw. -pflicht jedes Bürgers).

Jackle Februar 28, 2012 um 14:34

@Natalius

Träumereien! Ich gehöre selbst noch zu dieser jüngeren Generation und habe mir über die letzten Jahre hinweg die Kenntnisse über unser Geldsystem/Geldwirtschaft zu eigen gemacht.
Habe dann anfangs auch immer wieder versucht mein soziales Umfeld auf die ganzen Widersprüche aufmerksam zu machen. Zumeist haben sie auch zunächst zugehört und fanden es interessant. Aber wirklich daraus Schlüsse gezogen hat NIEMAND. Längerfristig hat es ebenso wirklich NIEMANDEN interessiert.
Ich hab dann mit der Zeit auch immer weniger darüber berichtet, weil ich merkte, dass meine Umgebung zu großen Teilen im Prinzip NICHTS davon wissen wollte. Meine Warnungen gingen den Leuten auf den Zeiger.

morph hat Recht, wenn er meint, dass gesellschaftliche Veränderungen nicht mal so eben durch eine lausige Protestbewegung iniziert werden können. Viele Menschen wollen es überhaupt nicht wissen. So meine persönliche Erfahrung. Oder wenn ich es ihnen erzählt habe, münzen sie das nicht darauf um, sich von IHREM Weg abbringen zu lassen. Warum das so ist? Darüber lässt sich streiten.
Dennoch ist da meine persönliche Erfahrung dermaßen eindeutig, dass ich das auf den größten Teil der Gesellschaft hochrechne.

Es scheint nicht anders zu gehen, als das der Karren mit Vollspeed gegen die unweigerlich heran rauschende Wand scheppern muss und anschließend ist dann sogar noch zu befürchten, dass diejenigen, die vorher nichts wissen wollten, die Erstbesten suchen werden um Rache zu üben. Fängt ja jetzt schon an, wenn man sich die bürgerlichen Stammtische anschaut, die über die faulen Griechen maulen und die Griechen, die Nazideutschland herauf beschwören.

Man sollte sich vom Optimismus nicht der Sinne berauben lassen!

topi Februar 28, 2012 um 14:54

@ Jackle

Klar kriegst du den situierten (oder um seine Situierung kämpfenden) Mitteleuropäer nicht so leicht auf einen anderen Weg.

Aber ohne occupy wäre die Chance, dass es in absehbarer Zeit in einem Land mal keine klassische Austerität, sondern substanzielle Erhöhungen der Spitzeneinkommens- und Vermögenssteuern gebe könnte, geringer als mit occupy.
Beispielsweise.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 15:16

@ HAM Februar 28, 2012 um 12:09
„Das Gesellschaftsmodell, was charakteristisch für die entwickelten westlich-kapitalistischen Staaten war, ist längst zum Auslaufmodell geworden.
Das betrifft die freiheitlich-demokratische Kultur, die rechtsstaatliche Orientierung, den Gedanken der Solidargemeinschaft etc.
Zutreffender wäre es gewesen, wenn Stephan geschrieben hätte:
„Diese Gesellschaft ist ein Auslaufmodell“
Die Diskussion ums GG führt in die Irre.
Die gesellschaftliche Entwicklung geht in Richtung eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0.“

Selbstverständlich geht die „gesellschaftliche Entwicklung“ in genau diese Richtung. Der entscheidende Punkt ist aber, dass dabei so viele fundamentale Widersprüche freigelegt werden, dass sich diese „gesellschaftliche Entwicklung“ selbst zerstört. Also ist sie unmöglich, allenfalls für einen kurzen Moment möglich, aber niemals auf Dauer.

Ein Beispiel unter vielen: Wenn ein Herr Draghi von der EZB, eines integralen Teils des Finanzterrorismus, das Ende des Sozialstaats verkündet, dann will Draghi nichts anderes sagen, dass in seiner neoliberalen Parallelwelt der „Arbeitsmarkt“, auf denen „lebendige Arbeitskräfte“ gehandelt werden, nicht anders funktionieren soll wie jeder andere Markt auch, auf denen irgendwelche Waren gehandelt werden.

Damit der Markt für lebendige Arbeitskraft so funktionieren kann wie jeder andere Markt, etwa für Maschinen, muss der Markt für lebendige Arbeitskraft „liberalisiert“ werden und der Preis für lebendige Arbeitskraft ausschließlich durch „freies“ Angebot und „freie“ Nachfrage reguliert werden. Nehmen wir dann als Randbedingung die global laufende mikroelektronische Revolution und unter den Bedingungen des Internets den weltweiten Wettbewerb von Produktionsstandorten hinzu, wird klar, dass der Preis für die Ware Arbeitskraft noch sehr tief fallen wird, der durch sozialstaatliche Regeln „künstlich“ höhere Preis der Ware Arbeitskraft noch heftig gesenkt werden kann, damit das Kapital noch mehr Wert aus der Ware Arbeitskraft ziehen kann. Sozialstaatliche Infrastrukturen und sozialstaatliche Eingriffe in die Verteilung müssen gekappt werden, damit das Kapital aus Geld wieder mehr Geld machen kann.

Aber damit zieht sich das Kapital selbst den Boden unter den Füßen weg, denn je „freier“ die Arbeitsmärkte sind, um so weniger Einkommen werden generiert, um die produzierten Waren zu konsumieren und desto weniger Geld kann das Kapital aus Geld generieren. Durch die Ungleichzeitigkeit der Weltmärkte können z.B. eine Zeitlang mit deutscher „lebendiger Arbeit“ Investitionsgüter (Maschinen etc.) in Niedriglohnmärkte wie z.b. China verkauft werden, mit denen etwa in China Konsumgüter produziert werden, die durchaus in Deutschland verkauft werden können. Aber dieses Modell kann nicht nachhaltig sein und muß nach Durchlauf einer gewissen Anzahl Zyklen zwangsläufig kollabieren. In Deutschland selbst wiederum wird lange vorher durch den Abriß des Sozialstaats die Statik der Gesellschaft immer schneller kollabieren, also „Gesellschaft“ im bisherigen Sinne für Menschen unlebbar gemacht.

Wie du richtig siehst, wäre diese Art „Gesellschaft“ von einer „plutokratischen Oligarchie“ beherrscht und würde sich zwangsläufig in einen „sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0.“ transformieren. Aber wie gesagt, HAM, all das wäre allenfalls für einen kurzen historischen Moment möglich, aber niemals auf Dauer.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 15:38

@ Jackle Februar 28, 2012 um 14:34
„Es scheint nicht anders zu gehen, als das der Karren mit Vollspeed gegen die unweigerlich heran rauschende Wand scheppern muss und anschließend ist dann sogar noch zu befürchten, dass diejenigen, die vorher nichts wissen wollten, die Erstbesten suchen werden um Rache zu üben. Fängt ja jetzt schon an, wenn man sich die bürgerlichen Stammtische anschaut, die über die faulen Griechen maulen und die Griechen, die Nazideutschland herauf beschwören.“

Ja, so scheint es auszusehen. Man sollte allerdings bedenken, dass wir heute erstmals in der Geschichte einen weitgehend vom Kapital durchdrungenen Weltmarkt sehen. Wir sehen also das „Weltkapital“ in JEDEM Land dieser Welt bei der Arbeit.

Wir können also davon ausgehen, dass zwar „der Karren mit Vollspeed gegen die unweigerlich heran rauschende Wand scheppern muss“, aber nicht in allen 200 Ländern dieser Welt gleichzeitig, sondern zeitversetzt. Also können zwischen den Zusammenbrüchen noch Lernprozesse ablaufen und folglich kann sich Vernunft akkumulieren.

Beispielsweise ist der „Antisemitismus“ die ultimative Krisenideologie des Kapitalismus und der würde beispielsweise sofort hemmungslos zur Systemrettung durch Schaffen von Sündenböcken aktiviert, wenn es zuerst Europa treffen würde, aber nicht, wenn es beispielsweise zuerst Asien treffen würde.

Natalius Februar 28, 2012 um 15:54

@ Jackle

“Träumereien”.

Kann sein. Aber die Geschichte zeigt, daß “I have a dream!” zur richtigen Zeit geäussert durchaus Prozesse in Gang setzt, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung von der Mehrheit der Menschen für nicht möglich gehalten wurden.

Und auf diesen “richtigen Zeitpunkt” kommt es an – man sollte also nicht so weit gehen, daß man das, wofür man selbst gestanden hat, nach langem Warten wieder ablegt und sich dann darüber wundert, dass es doch eintritt. Dinge ändern sich langsamer als in der Erwartung derer, die zuvor darüber nachgedacht haben. Vermutlich sind es stufenartige Phasenübergänge, die die Dynamik der anstehenden Änderungen im kollektiven Bewusstsein auszeichnen. Wie beim Anstieg des Wassers während einer Überflutung: Stufe 3 kann nicht vor Stufe 2 kommen, Stufe 2 nicht vor Stufe 1. Deswegen ist so etwas wie die Fabian-Geschichte wichtig, als primer sozusagen. Ohne occupy & wall street wäre die Grundlage nicht gelegt. Inzwischen können wir beobachten, daß Leute wie Dirk Müller (“Mr. Dax”, “Börsenmakler”) vom Saulus zum Paulus konvertiert sind. Als nächstes werden wir uns darüber wundern, daß die Mainstream-Medien für das Thema “wahnsinnig offen” geworden sind.

Und spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem die Bild-Zeitung dem Bild-Leser das “Luftgeldsystem” erklärt – sehr spannend geschrieben (mit “Lastwagen voller Geld” von Demongraphics illustriert) – werden WIR HIER darüber staunen, daß Dinge, die notwendigerweise kommen müssen, auch kommen werden.

Stephan Februar 28, 2012 um 15:56

@Carlos
>Beispielsweise ist der „Antisemitismus“ die ultimative Krisenideologie des Kapitalismus…

Aha. Und wer genau hat das untersucht und festgestellt außer Experte @Carlos? Nur so aus Interesse.

HAM Februar 28, 2012 um 15:58

@Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 15:16
Aber wie gesagt, HAM, all das wäre allenfalls für einen kurzen historischen Moment möglich, aber niemals auf Dauer.

Zustimmung.
Nur kann der „kurze historische Moment“ extrem barbarisch und zivilisationszerstörend werden, wie das Beispiel der kurzen Nazi-Barbarei von nur 12 Jahren gezeigt hat.

Der Kapitalismus kann in seiner Endphase nur noch über die Zerstörung zivilisatorischer Errungenschaften sowie des Wohlstandes der Massen aufrechterhalten werden.

Spätestens dann, wenn in voraussichtlich kurzer Zeit das sozialistische China den Westen an Massenwohlstand überholt hat, bricht der gesellschaftliche Konsens und damit das kapitalistische System definitiv zusammen.

In Deutschland setzt das Grundgesetz dagegen keine wirklichen Grenzen.
Beteiligung an Angriffskriegen (z.B. Jugoslawien), Volksenteignung durch Privatisierung, Staatsverschuldung und Inflation, Volksverarmung durch Agenda 2010, Zwangsarbeit zum Erhalt von Hartz IV, Arbeit unter Armutslöhnen etc. – dagegen hat das GG und das BVerfG. nicht geschützt. Demokratie wird in der Interpretation des GG nur formal verstanden, nämlich als Recht, Parteien und ihre Kandidaten in regelmäßigen Abständen zu wählen, nicht aber als grundgesetzlich garantierte Möglichkeit einer inhaltlichen gesellschaftlichen Mitgestaltung durch die Bürger.

Man soll sich keiner Illusion hingeben. Griechische Verhältnisse sind auch unter der Existenz des GG möglich.

Das Hauptproblem der westlich-kapitalistischen Gesellschaften sind der Opportunismus, die Dummheit und Feigheit seiner Funktionseliten.

Dummheit deshalb, weil sie nicht begreifen, dass sie gegen ihre eigenen rationalen mittel- und langfristigen Interessen handeln, wenn sie gegen die Entwicklung des Systems eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0 keinen Widerstand leisten und keine Alternative entwickeln.

holger Februar 28, 2012 um 16:05

—>>>Inzwischen können wir beobachten, daß Leute wie Dirk Müller (“Mr. Dax”, “Börsenmakler”) vom Saulus zum Paulus konvertiert sind.”

Papperla Dingbums. Der ist nicht konvertiert, der hat vermutlich nur genug Gold und Silber versteckt :D Wer in der Blöd schreiben tut, und wem das Medium (auch mal ein paar Talg Runden gegeben wird, sagt alles aus. Büschen was sagen, damit mal ein wenig Kontrast kommt, aber das wars dann für die Galerie. Geh mir fort.

Natalius Februar 28, 2012 um 16:23

@ Holger Feb. 28, 16:05

Na, Na. Ich glaube, das Schwierigste für einen Intellektuellen ist, sich selbst korrigieren zu müssen. ;-)

Wenn ich meinen Eindruck zu Dirk Müller “integriere”, dann habe ich eher den Eindruck, dass er in Andreas Popp ein gewisses “Vorbild” sieht. Popp ist bereits “ausgestiegen” (was das jetzt immer heissen mag). Dirk Müller würde das auch gern tun, aber.. das liebe Geld. Ein Auftritt in einer Talkshow bringt ja schliesslich was ein. Gold und Silber wird er haben, klar.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 16:25

@ HAM Februar 28, 2012 um 15:58
„Nur kann der „kurze historische Moment“ extrem barbarisch und zivilisationszerstörend werden, wie das Beispiel der kurzen Nazi-Barbarei von nur 12 Jahren gezeigt hat.
Der Kapitalismus kann in seiner Endphase nur noch über die Zerstörung zivilisatorischer Errungenschaften sowie des Wohlstandes der Massen aufrechterhalten werden.“

Die historisch längst untergegangene Nazi-Barbarei war nur ein „kurzer historischer Moment“ von 12 Jahren, weil der Kapitalismus seine wirkliche Endphase durch totale Zerstörung noch um viele Jahrzehnte aufschieben konnte. Der Kapitalismus ließ schon vor seiner Endphase für einen kurzen Moment alle Masken fallen und warnte somit die Menschheit, was in einem Kapitalismus in der Zukunft zum offenen Ausbruch kommen könnte. Aber nicht als bloße Wiederholung des Gleichen, sondern als etwas vollständig Anderes.

Das nach 12 Jahren untergegangene NS-Regime brauchte etwa 6-9 Monate ab Januar 1933, um alle Institutionen der damaligen Gesellschaft gleichzuschalten und durchgängig einem verbrecherischen zentralen Willen von Oben nach Unten zu unterwerfen.

Dafür reichten die völlig legale Installation eines verbrecherischen zentralen Willens (Hitler als Reichskanzler), eine Verfassung mit Ermächtigungsgesetz und eine demokratisch-parlamentarische Machtbasis von 43% völlig aus. Nur ein militärischer Staatsstreich der Wehrmacht, ein umfassender Generalstreik und /oder eine zum Äußersten entschlossene hyperintelligente Führung einer Fundamentalopposition hätten die Machtüberlassung an das Terrorregime überhaupt noch stoppen können.

Als Fassade konnte die Fassade eines „Rechtsstaats“ problemlos weiter bestehen in einem Deutschland der für jedermann sichtbaren Konzentrationslager, der Mordanstalten für Erbkranke und massenhaft „staatlichen Unfällen“ wie dem „Zutodekommen“ von verhörten Juden in ganz normalen Polizeiwachen.

Allerdings hätte ein industriell organisierter Massenmord von Millionen Menschen auch die NS-Fassade eines „Rechsstaats“ mitten im „zivilisierten“ Europa gesprengt. Das Verbrechen des millionenfachen industriellen Massenmords konnte nur hinter dem dunklen Vorhang eines Vernichtungskrieges auf dem Rechtsgebiet eines überfallenen und zerstörten Staates ohne jede rechtsstaatliche Konsequenz millionenfach verübt werden (Auschwitz).

hg Februar 28, 2012 um 16:41

“Um sicher recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben.”

Georg-Christoph Halbgott vom Lichtenberg (1742 – 1799),

holger Februar 28, 2012 um 17:05

Natalius

natürlich blickt beim Dirk Müller auch ein ehrliche Haltung durch. Auch das Buch was er geschrieben hat. Nur wie viel Lektüre kann man darüber eben schon lange finden. Copy Paste vom feinsten würde ich sagen, prominent verpackt. Und das die Leute hysterisch werden und sich Trauben um ihn bilden, gerne. Aber außer einem archaischen Lösungsansatz hat er auch nix. Er spricht eben den 42jährigen an oder doch schon den 43 jährigen… na egal. Was ich damit sagen will, ich war 2 mal auf der Gold Messe zu München. Es wird garantiert kein drittes Mal dazu kommen. Das Thema Edelmetalle als Geld und als Wertespeicher und seine Auswirkungen hat sich für mich endgültig erledigt. Weil Bugs so etwas von sich überzeugt sind, dass sie immer vergessen, dass vor ihrer Tür noch etwas anderes auf sie erwartet. Auch den Spinner Eichelburg. MM News und wie sie alle heißen. Sollen se machen wie se wollen, ist eben genau so nen Asset wie alles andere auch. Frag mich immer noch was sie beim Weltuntergang damit machen wollen. Selbst wenn die Währung ne Biege macht. Das sind eben solche Menschen, die glauben noch an das Gute in der Politik, und müssen das Au und Ag später eh abliefern. Solln se machen.

Natalius Februar 28, 2012 um 17:33

@ HAM Feb. 28 15:28

“Das Hauptproblem der westlich-kapitalistischen Gesellschaften sind der Opportunismus, die Dummheit und Feigheit seiner Funktionseliten.”

Ich glaube, man sollte es so ausdrücken:

“Das Hauptproblem der westlich-kapitalistischen Gesellschaften ist die “self-fulfilling lack of power” in seinen Funktionseliten.”

Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.
Man ist entweder drinnen oder man ist draussen. Die Freiheit, zu kündigen, existiert noch. Die Gier nach Geld – und eine kranke Vorstellung von “Existenzminimum” und “sozialer Integrität” – hält drin. Nimm einen von denen zur Seite und er wird genau das wiedergeben, worüber wir uns unterhalten. Wenn es nicht gerade jemand aus der Gruppe der “corporate psychopaths” ist, KANN er (mehr oder weniger) nicht anders, als mit Empathie zu reagieren – die Evolution hat uns so gemacht. OK, er kann “sich” limbisch “entstören”, etwa durch Fluoxetin, aber irgendwas dringt durch und kann nicht abgeschaltet werden.

Warum konnte Faschismus 1.0 immerhin für 12 Jahre existieren? Weil alle Deutschen Psychopathen sind? Nein, weil (fast) jeder – auch in leitender Funktion – glaubte, er könne nichts dagegen unternehmen. Klar, auch Angst, denunziert zu werden und dann per Gestapo abgeholt zu werden. Heute ist es die Angst vor “Abstieg bei Ausstieg”, die Angst vor der Wirkung der blauen Pille (oder war’s die rote?).

Darüberhinaus sind die meisten im Management “Körpermenschen/Ich-Menschen” (im Sinne der Dueckschen Typologie), für die “moralische Kategorien” wie “Opportunismus”, “Dummheit” und “Feigheit” eine andere Bedeutung haben als für “uns”. (Ich gehe mal davon aus, daß die hier Bloggenden zum großen Teil dem Gegentyp zuzuordnen sind).

snozin Februar 28, 2012 um 17:37

@ Jackle Februar 28, 2012 um 14:34

Da schau an! @Morphs Ideengut entwickelt sich zum Morphismus. Wenn hier keine lübberdingistische Verhüttung gelungen ist…(:-), wo dann…

HAM Februar 28, 2012 um 17:47

@Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 16:25
Allerdings hätte ein industriell organisierter Massenmord von Millionen Menschen auch die NS-Fassade eines „Rechtsstaats“ mitten im „zivilisierten“ Europa gesprengt.

Diese Art des Vernichtungshasses gegenüber jüdischen Mitmenschen war kennzeichnend für die „typisch deutsche Psychose“, eine Kombination von nationalistischer Hybris („am deutschen Wesen soll die Welt genesen…) und antisemitischen Rassenwahn.

Schon der Erste Weltkrieg war industriell organisierter Massenmord.

Was war die Ermordung der Zivilbevölkerungen von Hiroshima und Nagasaki anderes als Massenmord mit hochtechnologischer Massenvernichtungsmaschinerie?
Hat dieser Massenmord im „zivilisierten Europa“ jemals kollektive Kritik erfahren?

Im Kapitalismus wird die Barbarei zu jenem Zeitpunkt endemisch, als die Form industrieller Menschenvernutzung keine historische Legitimation mehr findet, weil vom Stand der Produktivkräfte her längst nicht mehr nötig, um allgemeinen Wohlstand herzustellen, sondern nur noch von einer barbarischen Herrscherklasse und deren Funktionseliten aufrechterhalten wird, um deren privaten Profit und Konsum zu maximieren.

Es ist das kapitalistische System selbst, was die Menschen zu barbarischen Idioten macht, auch ganz ohne (Ver)Bildungssystem, ganz allein durch die sozialisatorische Wirkung seines Alltags.

Schmidt-Salomon thematisiert die herrschende kollektive Idiotie in seinem neuen Buch „Keine Macht den Doofen“, allerdings im Wesentlichen deskriptiv, ohne den erforderlichen analytischen Tiefgang.
Aber immerhin, hier formuliert endlich jemand aus der Generation der 40+ eine längst überfällige Kritik.

holger Februar 28, 2012 um 17:48

@ Natalius

—>>>Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.”

Yep… was mal under control war, ist über eine bestimmte Resonanz gesprungen und scheint unkontrolliert sein Wesen zu entfalten. Herrlich das zu beobachten :D . Und nun wollen se das Wesen wieder einfangen. Bernanke hat schon kapituliert. Andere werden folgen. Es fehlt die Bremse. Es gibt aber keine. Kein Haircut, kein Schuldenbremse, keine Steuererhöhung, kein Fiskalpaket kein QE sonstwas. Das Wesen hat die Regeln außer Kraft gesetzt. Und darüber steht nix in den Büchern. Alan Greenspan sei Dank, der ollen Kröte. :D

Schatten des Spiegels Februar 28, 2012 um 17:49

Hmm, um vom Kapitalismus auf den Faschismus zu kommen, muss man ein ganz schöner Leninist sein.

Auf Lenin folgte ja Stalin. Ist damit die mörderische Gulag-Diktatur die typische Konsequenz des Sozialismus?

Man könnte davon ausgehen! Denn was ist Sozialismus? Zuerst einmal eine Steuerungsphantasie. Psychologisch ein Kontrollzwang und -Fetischismus. Wahrscheinlich sadistischer Natur.

Auch auffallend: Diejenigen, die gerne behaupten zwischen Hytler und Speer hätte es eine homoerotische Beziehung gegeben schweigen bei den Traumpaaren Marx und Engels, Stalin und Berija, Fidel und Che.

HAM Februar 28, 2012 um 18:11

@Natalius Februar 28, 2012 um 17:33
Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.
Man ist entweder drinnen oder man ist draussen. Die Freiheit, zu kündigen, existiert noch. Die Gier nach Geld – und eine kranke Vorstellung von “Existenzminimum” und “sozialer Integrität” – hält drin. Nimm einen von denen zur Seite und er wird genau das wiedergeben, worüber wir uns unterhalten.

Das ist nicht meine Erfahrung, im Gegenteil. Die meisten aus der Schicht der Funktionseliten sind (Fach)Idioten, welche die Systemzusammenhänge nicht durchschauen. Typische Markt-Idioten.

Wenn es nicht gerade jemand aus der Gruppe der “corporate psychopaths” ist, KANN er (mehr oder weniger) nicht anders, als mit Empathie zu reagieren – die Evolution hat uns so gemacht. OK, er kann “sich” limbisch “entstören”, etwa durch Fluoxetin, aber irgendwas dringt durch und kann nicht abgeschaltet werden.

Das sind gespaltene Persönlichkeiten. Einerseits handeln sie kalt und herzlos, indem sie z. B. zur Profitmaximierung Menschen entlassen. Andererseits geben sie sie sich „gerührt“, wenn sie mit Einzelfällen konfrontiert werden. Das benötigen sie für ihr Selbstbild, um vor sich selbst nicht als Unmensch zu erscheinen.

Warum konnte Faschismus 1.0 immerhin für 12 Jahre existieren? Weil alle Deutschen Psychopathen sind? Nein, weil (fast) jeder – auch in leitender Funktion – glaubte, er könne nichts dagegen unternehmen. Klar, auch Angst, denunziert zu werden und dann per Gestapo abgeholt zu werden.

Wenn so ein staatsterroristisches System erst einmal etabliert wurde, dann ist es kaum möglich, dieses von innen heraus zu beseitigen. Sondern dieses System wird erst an seinen inneren Widersprüchen kollabieren (s. Stalinismus).

Genau darin besteht die Idiotie der heutigen Eliten, dass sie es widerstandslos hinnehmen, wie die zivilisatorische Matrix unserer Gesellschaft Schritt für Schritt zerstört wird, und dass sie nicht begreifen, dass sie sich dann in einem System wiederfinden werden, in dem auch sie, ihre Familien, Kinder, Freunde usf. zu Objekten des Staatsterrorismus gemacht werden.

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 18:36

@ Stephan

http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/2012/02/27/bundestagsabstimmung-als-farce/#comments

Wieso wird sich nicht mit dem eigentlichen Inhalt auseinandergesetz – der ist doch wesentlich – hier und dort.

Tone up !

holger Februar 28, 2012 um 18:42

@ HAM

—>>> Einerseits handeln sie kalt und herzlos, indem sie z. B. zur Profitmaximierung Menschen entlassen. ”

Nein, das ist so nicht richtig, würde Dietmar Tischer sagen. :D Sie optimieren die Kosten. Auch ein höherer Profit muss!!! dadurch nicht gegeben sein, kann aber!!! . Umsatz ist nicht gleich Gewinn.

KOSTENOPTIMIERUNG bitte immer beachten. Oder: KENNZAHLENOPTIMIERUNG

holger Februar 28, 2012 um 18:48

P.S. ich habe ja mal durch einen “Verbesserungsvorschlag” mindestens 3 Arbeitsplätze durch ne Maschine ersetzt. Darunter war auch meiner. :D O.K. mich hats nicht betroffen. Bin eh dann da weg. :D Aber diese Stellen werden jedenfalls nicht mehr ausgeschrieben. :D

snozin Februar 28, 2012 um 18:49

@ Natalius, Holger

—>>>Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.

In Erwartung eines Sonnenstrahls war am Sonntag im Park ein 75jähriger Altherr mit 3jährigem Urenkel und dessen Weihnachtsgeschenk unterwegs, diewodett das das Modell eines Hubis gewesen sein wird. Das Ding ging mehrmals ziemlich steil nach oben, stürzte ab, und der Kleine bestaunte danach den Oppa,
wie der mit Korrekturen an der Steuerung beschäftigt war. Nach einem weiteren Steilflug prallte das Gerät auf die Steinkante einer Pflanzung, der Altherr sammelte es auf, und der Kleine fing an zu heulen.

Vielleicht war die Beschreibung des schnurrenden Drachens zu asiatisch und der Alte knirschte nun grimmig mit einem osteuropäischen Gebiss oder er heulte solidarisch mit…

Beim Lesen von Holgers Posting erinnerte mich der Episode, als sei sie die Kurzfassung der letzten paar hundert Jahre Weltgeschichte.

holger Februar 28, 2012 um 18:53

Warum Maschinen bis heute noch nicht in die SV einzahlen müssen, bleibet mir ein Räthsel.

Stephan Februar 28, 2012 um 18:54

@Blogerkeule
Gute Frage. Ich nehme an du meinst die Abstimmung von gestern? Nun erstens gibt es dazu nicht viel zu sagen. War nicht so grandios verschieden von der ersten “Bailout”-Aktion im Bundestag. Außer das es keine Kanzlermehrheit gab. Und die besten Reden kamen mal wieder von der Fraktion DIE LINKE und von den Vertretern der ultra-konservativen €-Skeptiker. Zweitens wird dieses Spektakel dieses Jahr noch einmal stattfinden. Und dann noch ein-zweimal nächstes Jahr. Aber ich werde hier in den nächsten Tagen mal was dazu schreiben. Warum ich als Linksaußen im Gegensatz zu fast allen (?) linken ökonomischen Kommentatoren für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone bin und warum der auch kein Weltuntergang für Griechenland sein muss. Ganz im Gegenteil. Aber ich recherchiere auch meine Argumente. Da ich das in meiner Freizeit mache dauert das ein bisserl.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 18:58

@ HAM Februar 28, 2012 um 17:47
„Was war die Ermordung der Zivilbevölkerungen von Hiroshima und Nagasaki anderes als Massenmord mit hochtechnologischer Massenvernichtungsmaschinerie?
Hat dieser Massenmord im „zivilisierten Europa“ jemals kollektive Kritik erfahren?“

Seriöse Historiker sehen den Prozess, der zum Einsatz der Atombombe in Hiroshima führte, nicht mehr ideologisch bestimmt. Die amerikanische Führung wollte die Atombombe, in deren Entwicklung Milliarden Dollar geflossen waren, einsetzen, um damit die Kontrolle über eine unvergleichliche Zerstörungswaffe der konkurrierenden beginnenden Weltmacht, der UdSSR praktisch zu demonstrieren. Die Atombombe war für die USA eine Machtgewinnungsmaschine.

Im Umfeld der Potsdamer Konferenz kamen die Studien aller Japan-Experten von US-Präsident Truman zum Ergebnis, dass Japan nicht mehr die Wirtschaftssubstanz habe, den Krieg weiterzuführen. Sie rieten auch, die Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“ gegenüber Japan nicht in den Vordergrund zu stellen, da der japanische Tenno im Verständnis der japanischen Kultur ein Gott sei, der nie kapitulieren könne. Präsident Truman schickte dennoch eine Fristsetzung für die bedingungslose Kapitulation Japans an deren Militärführung, andernfalls werde man eine schreckliche Waffe einsetzen. Die Japaner ließen aber die Frist zur bedingungslosen Kapitulation verstreichen, was wiederum die Amerikaner unter Druck setzte, diese schreckliche Waffe einzusetzen. Als die Atombombe abgeworfen worden war, wurde die Frist zur bedingungslosen Kapitulation erneut gestellt und die Japaner ließen die Frist erneut verstreichen. Nach zwei abgeworfenen Atombomben führte möglicherweise die begrenzte Verfügbarkeit amerikanischer Atombomben zu der Entscheidung des US-Präsidenten, die japanische Führung zur Unterschrift unter eine Kapitulationsurkunde auf ein US-Kriegsschiff vor der japanischen Küste zu bitten.

Unterm Strich muß man feststellen, dass Japan im Unterschied zu Deutschland am ende des Weltkriegs nicht bedingungslos gegenüber den USA kapituliert hat, trotz der zwei von den USA abgeworfenen Atombomben und dass der Tenno bis auf den heutigen Tag in der japanischen Kultur ein Gott ist.

So gesehen waren die Abwürfe amerikanischen Atombomben auf hunderttausende Zivilisten in Nagasaki und Hiroshima für die USA politisch und militärisch vollkommen sinnlos, reiner Massenmord, Staatsterrorismus in seiner mörderischsten Form.

HAM Februar 28, 2012 um 19:00

@holger Februar 28, 2012 um 18:42
Nein, das ist so nicht richtig, würde Dietmar Tischer sagen. Sie optimieren die Kosten. Auch ein höherer Profit muss!!! dadurch nicht gegeben sein, kann aber!!! . Umsatz ist nicht gleich Gewinn.
KOSTENOPTIMIERUNG bitte immer beachten. Oder: KENNZAHLENOPTIMIERUNG

Ja, „Kostenoptimierung“ ist so ein Euphemismus, den man häufig in diesen Kreisen hört.

Kostenoptimierung, aber nicht beim Management.

Die riesigen Gehälter und Boni des Managements werden nie unter dem Aspekt „Kostenoptimierung“ betrachtet.

Merke:
Im Kapitalismus ist die arbeitende Bevölkerung vor allem ein zu minimierender Kostenfaktor, vor allem Löhne und Ausgaben für den Sozialstaat.

Kapitalisten und ihre ausbeuterischen und betrügerischen Komplizen bei den Funktionseliten sind hingegen LEISTUNGSTRÄGER.

holger Februar 28, 2012 um 19:00

Yep… besonders wenn in Boden-Resonanz so ein Dingen auch in Echt zerbricht. :D Das Dingen geht durch die RC funktioniert nich mehr. Obwohl Opi wohl kein RC hatte sondern bestimmt Infrared. Da hat er bei Sonneneinstrahlung Probleme mit der Steuerung.

holger Februar 28, 2012 um 19:03

HAM

Bitte… Kostenoptimierung ist echt was anderes, als den Profit zu maximieren.

—>>>Im Kapitalismus ist die arbeitende Bevölkerung vor allem ein zu minimierender Kostenfaktor, vor allem Löhne und Ausgaben für den Sozialstaat.”

Das komische ist doch, dass je mehr Exkludiert werden, wie auch immer, die Lohnkosten des Staates steigen. Auch in den Transfers.

Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 19:08

@Natalius Februar 28, 2012 um 13:38

Es ist notwenig, das ganze Geprassel mit und ohne Draht außen vor zu lassen und ganz persönliche Beziehungen aufzubauen.
Das wird dauern, denn seit Jahrzehnten läuft sehr erfolgreich der Vereinzelungsprozess – jeder gegen jeden.

Mal auf der Zunge zergehen lassen:

http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD%20der%20Aktuelle/Paukenschlag%20am%20Donnerstag.html

Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 19:09

Und die öffentlich-rechtlichen Medien leisten ihren Beitrag dazu:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=12363

Linus Februar 28, 2012 um 19:14

@carlos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitulation_Japans
“Im Rahmen der Potsdamer Konferenz gaben die Republik China, die USA und Großbritannien am 26. Juli eine Folgeerklärung (Potsdamer Erklärung) zur Kairo-Deklaration ab und stellten Japan ein Ultimatum. Der letzte Artikel der Erklärung lautet:

„(13) We call upon the government of Japan to proclaim now the unconditional surrender of all Japanese armed forces, and to provide proper and adequate assurances of their good faith in such action. The alternative for Japan is prompt and utter destruction.“
(„Wir fordern von der japanischen Regierung, jetzt die bedingungslose Kapitulation aller japanischen Streitkräfte zu verkünden […]. Die Alternative für Japan ist dessen schnelle und vollständige Zerstörung.“)

[...]
Eine Woche nach den Atombombenexplosionen, am 14. August 1945, erließ der Tenn? den „Kaiserlichen Erlass über das Kriegsende“ (sh?sen no sh?sho). Dieser wurde am 15. August 1945 im Radio ausgestrahlt (Gyokuon-h?s?), der seitdem als V-J-Day gilt. Im Erlass erkennt der Kaiser die Bedingungen der Potsdamer Erklärung an. Am 2. September unterzeichneten Außenminister Shigemitsu Mamoru (im Auftrag und in Vertretung des Kaisers von Japan und der japanischen Regierung) und der Kommandant der Kant?armee, General Umezu Yoshijir? (im Auftrag und für die kaiserlich-japanischen Generalhauptquartiere) auf der USS Missouri in der Sagami-Bucht bei Tokio um 9 Uhr vormittags die Urkunde der bedingungslosen Kapitulation.”

Natalius Februar 28, 2012 um 19:17

Gold-Messen & drittes Mal: Muss auch nicht – “Geld Macht Sinn” ist so eine Alternativveranstaltung, die offenbar gut besucht ist. Bringt aber auch nicht viel für Leute, die hier bloggen.

Was ich mit Dirk Müller sagen wollte: Ein Umdenken ist schon erkennbar – und es ist gut, daß er prominent ist, eingeladen wird und so seine Multiplikatorfunktion wahrnimmt. Viele aus diesem Blog könnten das vielleicht sogar noch besser als Dirk Müller ;-)

Mein Investmenttip (OT): Hab 23andMe schon mal kurz erwähnt. Meine aber jetzt nicht Aktien, sondern den Test selbst. 1 Mio SNPs aus der eigenen Spucke für ca. 160 Euronen (shipping included) ist echt nicht teuer – würde es in D über den Onkel Doktor und Krankenkassensystem laufen, käme auch schnell das 100-fache heraus. Dafür kriegt man dann sozusagen jeden Mist, den man sich in seinen Genen eingefangen hat, mit – allerdings nur als Wahrscheinlichkeitsaussagen (nicht als Diagnose). Klar, kein Tip für Hypochonder! Eher für Leute, die relativ wenig zum Arzt gehen. Und natürlich verdient Google mit dabei, denn die Typisierung von “Genotypen” nach Körpermerkmalen, Krankheiten, Arzneimittelverträglichkeiten, Genealogie, usw. bringt neues medizinisches Wissen ein, dass dann für immer bei Google liegt (23andMe gehört zu Google).

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 19:25

@ Stephan

Mit einem Nein gestern hätten Rot-Grün alles politische erreichen können :
Merkel weg
Euro-Neustrukturierung
Mehr direkte Demokratie
Wieder erreichen von Glaubwürdigkeit
Diese Chance, die ich Ihnen serviert habe, wollten oder konnten sie nicht nutzen – es wird sie niemals wiedergeben.
Merkel macht fünf Kreuze.
Es sind halt keine echten Revolutionäre.
Kraft und Kretschmann hätten das Ding schon gesteuert.
Aber wie gesagt die Flaschenleer Gabriel, Steinmeier und -brück haben gelost.
Die Bild hatte mitgelesen und verstanden…
Der Lübber weiss wohl immer noch nicht was Sache war …
Stattdessen steht sowas asoziales wie dies
http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/ratgeber-hintergrund/energie-vom-dach-was-die-solarkuerzung-fuer-hausbesitzer-bedeutet/6258482.html
zur Debatte.
Wir brauchen Soddy und Rifkin für Griechenland und Europa nicht Altoligarchen und Rüstungsfetischisten.

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 19:36

Etwas Kostenrechnung zur Zukunftsfördeung :

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1689305/
dort auch zum Nachhören.

Mensch Leute wacht endlich auf vor Ort.

holger Februar 28, 2012 um 19:39

@ Stephan

—>>>Aber ich werde hier in den nächsten Tagen mal was dazu schreiben. Warum ich als Linksaußen im Gegensatz zu fast allen (?) linken ökonomischen Kommentatoren für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone bin und warum der auch kein Weltuntergang für Griechenland sein muss”

Dafür brauch man kein LINKS-außen sein. Das liegt auf der Hand. Und unter der fetten Henne hat nur eine Pferde-Frau, einen entscheidenen Satz gesagt: “Risiko darf ich ja auch mal, Abenteuer sind mir wegen meines Eides verboten” Nun muss ich weiter trullern. Bekomme ja auch wieder einen Orden dafür.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 19:48

Gemach, gemach, den psychologischen Tiefschlag von Rösler hat die Merkel in ihren Grundfesten erschüttert. Sie taumelt.
Ihre ultimative Drohung mit dem Ende der Koalition konnte selbst einen Sterbenden wie die FDP nicht schocken, sie empfand es wie Hohngelächter der Hölle und ließ diesen Stoß ins Leere laufen. Wilhelm Bendow ließ grüßen.

Petra Sorge und Michael Naumann vom “Cicero” spielen schon auf der Klaviatur des Mitleids. Sie sei gut, nur die sie umgebenden Personen seien Fehlbesetzungen. Selbst um die Gesundheit der Merkel macht sich Michael Naumann Sorgen. Erschöpfung diagnositiziert er, sie treibe Schindluder mit ihrer Gesundheit. Was würden wir nur ohne sie machen? Wo trieben wir hin?
Alles nur für uns, dem deutschen Volk, welches ihr doch so am Herzen liege.
Fallen wir alle in eine langsames Siechtum? Was machen wir ohne unsere Mutti?
Auf, auf ihr Infantilen reisst euch zusammen, eine Chance offenbart sich uns, nutzen wir sie. Nur mit wem? Verdammt, nur mit wem? Und dann wohin?

Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 19:48

Ach ja,
und einen direkten Beitrag genau zum Thema hier
gibt es auch an dieser Stelle:

http://www.egon-w-kreutzer.de/

27. Februar 2012

Ein schönes Beispiel, dass auf vielen Gleisen etwa in die gleiche Richtung gefahren wird,
aber – ein eigenes Gleis mit Bahndamm und Zaun – das muss schon sein.
Da sei die ‘Ausdifferenzierung’ vor! ;-)

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 20:11

Steht doch im Grundgesetz der Bibel für uns Demokraten.
Aber wie gestalten wir EU-Bürger den EU-Vertrag neu?
Phantasie und Gemeinschaftlichkeit sind doch gute Tugenden – Irland fängt schon an mit den Fiskalisten.
Wahlen, Volksabstimmung – einfach alles das volledemokratische Programm.
Überforderung Nein – wohl eher Unterdrückung zur Zeit.

holger Februar 28, 2012 um 20:12

Andreas Kreuz

egon-w-kreutzer und andere lese ich persönlich nicht häufig. Jedenfalls nicht, UM mir eine Meinung zu bilden. Ich finde es aber immer erstaunlich, wie unterschiedlichste Menschen auf den gleichen Gedanken teilweise kommen können. Wenn jemand mal ein Dickes Lob verdient, dann ist es Christel von http://www.veilchens-welt.de/

Da hab ich auch mal geschrieben (lang ist es her) :D . Dafür füge ich jetzt auch ihre website mit ein.

Natalius Februar 28, 2012 um 20:15

“Das sind gespaltene Persönlichkeiten. Einerseits handeln sie kalt und herzlos, indem sie z. B. zur Profitmaximierung Menschen entlassen. Andererseits geben sie sie sich „gerührt“, wenn sie mit Einzelfällen konfrontiert werden. Das benötigen sie für ihr Selbstbild, um vor sich selbst nicht als Unmensch zu erscheinen”

Wenn es echte Psychopathen sind, dann haben diese Menschen nicht das Sensorium, das wir als “üblich” betrachten. Es sind partiell “Geistesamputierte”. Erschreckend ist die im fisheadmovie aufgestellte Hypothese (offenbar untermauert durch empirische Studien), daß es Fälle SCHWERER Psychopathie im Top-Management gibt, deren score signifikant höher liegt als auf einer “Normaletage”. EINER von denen reicht aus, um einen ganzen Konzern zu ruinieren, ebenso wie ein Hitler oder ein Stalin ausreichte. Man darf die Vermutung äussern, daß es “Mitläufereffekte” unter den “milden Formen” der Psychopathie gibt, die im Score-Test nicht über der Signifikanzgrenze liegen. Auch eine partiell reduzierte Empathie führt zu der Langeweile, die sich durch Zocken mit Milliarden beseitigen läßt.

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 20:43

Soll das EuropolySpiel mit Merkel und der SozenOpposition hier spieltheoretisch offen dargelegt werden?
Es könnte den Ausgang bzw. das Handeln der Akteure schon ab jetzt beeinflussen.
Wollen wir das?
Oder spielt der Zeitpunkt eine Rolle, denn dann könnten Alternativen bereits unmöglich sein …
Die Parteistrategen spielen garantiert ;-)

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 21:02
Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 21:17

Das holen wir mit dem Export alles wieder raus
- die Konjunktur-Lokomotive Europas:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,818016,00.html

Mir wird übel….

hg Februar 28, 2012 um 21:51

Mensch Bloggerkeulchen

-> du solltest würklisch kein Deutschlandfunk hören! das ist ein allerübelster Staatspropagandasender!

hg Februar 28, 2012 um 22:14

Yäpgäll, @Holgi!

- > … isch erinnere als ob Gestern, wie Prof. Hankel in BR-Talkshow in Frühjahr 2010 genau das alternativlos gefordert hat: Schuldenschnitt & Drachme für Griechenland!

@Stephan

-> … du siehst also, daßß das nix mit “links” oder “rechts” zu tun hat. Überhaupt ist doch vom investigativen Oppositionsinternet längstens herausgefunden worden, daßß es sich hierbei um eine KÜNSTLICH GESCHAFFENE Dichotomie handelt, mit dem Zweck die peoples aufzuspalten und gegeneinander auszuspielen …

- > … schau mich an: ja, ich bin heute ein SPD-Hasser. Abba du wirst es kaum glauben, in den 90′ern bin ich meinen Uni-Kumpels immer auf den Sack gegangen, weil ich ein fanatischer SPD-Wähler war und gegen Kohl und seine CDU gehetzt habe. 1998 hab ich rot-grün gewählt. Weil die wollten ja eine sozialere Politik machen. Haben sie ja 16 Jahre lang angekündigt. Abba schon in 1999 habe ich gemerkelt, dass üwas nüscht stümmt! Plötzlich ging es nur noch um Doppelpaßß für Türken, statt um sozialere Politik! Hallo? Die SPD war 1999 das ganze Jahr komplett abgetaucht. Erst als dann Lafontaine gemerkt hat, mit was für einer Bänksterbrut er da an einem Tüsch sitzt und den höxtrespektablen Notaus via Schleudersitz gemacht hat, hat man wieder was von den Soz’n gehört.

-> … deswegen bezeichne ich ja die “Sozial”-”Demokraten” auch als “Sozial”-”Demokraten” und nicht als Sozialdemokraten, wie die es gärne hätten. Weil sie eben weder sozial noch demokratisch veranlagt sind, sondern nur die Weltherrschaftspläne der Wallstreetfaschisten umsetzen (Umvolkung, “Multikulti” als aufoktroyierte Leitkultur, Auflösung der souveränen demokratischen Nationalstaaten / EUdSSR, Genderstreaming, Frauen sollen arrrrbeiten statt Kinder kriegen, Tributmaximierung als Ausbeutungskapos der besetzten Gebiete, Kolonialkriege gegen die noch freien Völker der Welt, und noch’n Haufen Schaiß mehr).

-> … ach so ja und @Stephan: wenn du tatsächlich einen Artikel schreibst, in dem du für den Austritt GR aus dem Euro plädierst, pass auf daßß Hütt & Flübber dir nicht von hinten die Kehle und so weiter … ;-) … naja auf jeden Fall würst du dir einen neuen Blog suchen müßßen.

GAUCK muss WEG Februar 28, 2012 um 22:33

Bürgerrechtler saßen in Bautzen.
Gauck saß im VW-Bus.

:-)

#DEUTSCHERFRÜHLING Februar 29, 2012 um 00:27

#DEUTSCHERFRÜHLING ante portas …

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 00:44

Wäre das klasse, wenn die zu besteuernden Deutschen vor 75% Grenzsteuersatz nach Griechenland flüchten würden; dort könnten sie dann ihr Einkommen weiter in die Schweiz buchen und die 160 deutschen Steuerbeamten sie verfolgen : ach wäre das lustig. Staaten und Bankenrettung inklusive…
http://www.welt.de/politik/ausland/article13893966/Reichensteuer-kann-fuer-Deutschland-teuer-werden.html
http://www.youtube.com/watch?v=ZaOjGcw1hDw&feature=related

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 01:00

Als Erfolgsprämie gibt es für jeden der 160 Steuerfander eine Yacht mit Urlaub(Bestände der Bayerischen Landesbank) in den Gewässern, wo die restlichen Schiffchen der Vermögenden vor Anker liegen. Und dann Vermögenssteuer von 3% bis die Nettoneuverschuldung dank Schuldenbremse auf 0,00 gesunken ist.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817498,00.html

Goldene Zeiten für die Staatshaushalte stehen bevor – Ausbilder bucht die Wochendkurse zur Fortbildung der fehlenden Fachkräfte – z.B. 3.5000 Zollbeamte – Kapitalverkehrskontrollen inklusive.

Oder doch 3.650 Stephan?

#DEUTSCHERFRÜHLING Februar 29, 2012 um 01:09

-> Elfenbeinturm Bullauge Waschbär.

-> @Du verkennst die Zeitenwende, @morph. Verkennung is’ Geißßel der Theoretiker. Abba wozu braucht der Bildungsbeamte Erkenntnis? Scrabble spielen schult den Wortschatz und schont die Nerven.

- BRIC is coming! No one can stop zem now.
- die USA (und ihre Hintertanen) ham fertisch!
- letzter Verzweiflungsangriff der USA ( und ihre Hintertanen): Machtübernahme in Europa via EUdSSR und Carambolage in Nahoscht.
- jetzt fehlt nur noch: #DEUTSCHERFRÜHLING

Thera Pie Februar 29, 2012 um 01:26

Das krankhaft asoziale Subjekt Draghi steht schon auf der Liste. Der zur Beförderung. 6 feet under.

End the ECB Februar 29, 2012 um 02:05

“As ECB Finds Defaulted Bonds To Be Ineligible Collateral, Bundesbank Is Stuck Holding The Defaulted Greek Bag

In other words: the Nationa Bank of Greece suddenly finds itself without its ECB lifeline, but with a Eurosystem Bank backstop. Which means that the Bundesbank is about to be dragged down kicking and screaming into funding Europe’s insolvent experiment even more, a step we predicted would happen months ago [12], and a step we believe that Germany will not be too delighted to tolerate once it figures out how the ECB just stuck it with the bill…

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 02:40

@ Schluss der EZB

“… Griechenland … ohne seine EZB Lebensrettung, …”

correct and default = end of an oddyssey

http://www.youtube.com/watch?v=jA7L8ceSxIg

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 03:05

Sozialdemokraten ihr habt noch eine letzte Chance bis zum ESM bekommen :
hört das : 2254 dlr-kultur:
2254 vom Mittwoch 29.02.2012
Kanzlerinnen-Dämmerung
Hat Angela Merkel ihren Laden noch im Griff?

Erst die Schlappe bei der Personalie Joachim Gauck, dann das mäßige Ergebnis bei der Griechenland-Abstimmung, nun eine Zurechtweisung vom Bundesverfassungsgericht: Für Angela Merkel läuft es derzeit nicht besonders rund. Was meinen Sie: Erleben wir gerade eine Kanzlerinnen-Dämmerung? Ist Angela Merkel ihr politischer Instinkt abhanden gekommen? Hat Schwarz-Gelb abgewirtschaftet? Doch was sind die Alternativen – für Deutschland und Europa?

Moderation: Birgit Kolkmann

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/29/drk_20120229_0105_5c27919a.mp3

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 05:06

Mit dem Versuch durch selective Default mittels Rateagenturen Druck auf Europa zu erhöhen, um noch höhere Rettungs-, Brandmauern durch Steuerzahler abzusichern und heute noch einen richtigen Schluck aus der Tenderpulle der EZB zu tanken, haben die Rentiers ihr eigenes Abschreibungsurteil getroffen!
Das Schneeballsystem, Kartenhaus wird zusammenbrechen, implodieren.
Aber es wird auch keine Weltwirtschaftskrise geben – einfach nur Wertberichtigungen ihrer virtuellen Luftblasenvermögen mit Reduktion der Zinserzielungsbasis – nothing more.
Eigenkapitaldeckung 100% und Ende der Liquiditätsfalle, klassische Zinsstrukturen, Bonitäten stehen an.
Ruhig, sachlich und in freudiger Zusammenarbeit werden die Ergebnisse den Europäern in Volksabstimmungen und Wahlen zur Reform vorgelegt werden.
Der Paradigmenwechsel ist a jour!
Jeder im WWW kann das nachvollziehen.
Die closed shops der elitären Hinterzimmer werden gelüftet.
Es reicht nicht mehr bis zum EU-Gipfel am Wochenende.

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 05:28

Wahlkämpfer und Populist Horst S.
und seine Christlich Sozialen :
http://www.handelsblatt.com/politik/international/euro-rettungsfonds-csu-blockt-bei-aufstockung-ab/6267200.html
Wird er das als Bundespräsident bei der Prüfung des ESM-Gesetzes auch so beurteilen?
Oder wird schon J. Gauck den Füllfederhalter zücken?

Nanuk Februar 29, 2012 um 07:50

Worüber machst du dir eigentlich Gedanken schau mal nach Osteuropa…
http://www.europeonline-magazine.eu/lettischer-praesident-verteidigt-marsch-von-ss-veteranen_193756.html

Eagon Februar 29, 2012 um 09:17

Sehr schöne Analyse.

Damit Griechenland reformiert werden kann, muss es zuerst einen Wohlfahrtsstaat geben.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/euro-rettungsschirm-der-fanatismus-der-zentralbank-11658700.html

HAM Februar 29, 2012 um 09:19

@Natalius Februar 28, 2012 um 20:15
Wenn es echte Psychopathen sind, dann haben diese Menschen nicht das Sensorium, das wir als “üblich” betrachten. Es sind partiell “Geistesamputierte”. Erschreckend ist die im fisheadmovie aufgestellte Hypothese (offenbar untermauert durch empirische Studien), daß es Fälle SCHWERER Psychopathie im Top-Management gibt, deren score signifikant höher liegt als auf einer “Normaletage”. EINER von denen reicht aus, um einen ganzen Konzern zu ruinieren, ebenso wie ein Hitler oder ein Stalin ausreichte.

Menschliches Verhalten ist kontextabhängig. Eine irres gesellschaftliches System bringt irre Individuen hervor.
So waren bis auf ganz wenige Ausnahmen die Nazi-Täter ganz normale Menschen, die unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen ein ganz normales Leben geführt hätten und nie zu den Monstern geworden wären, die sie geworden sind.

Ein Hitler ist eben zu einem Hitler gemacht worden, von jenen Kräften, die ihn als Marionette manipulierten und jenen, die ihn gewählt haben, weil sie irre Vorstellungen und Errettungswünsche in ihn hineinprojizierten.

So wählte sich – um ein Beispiel für heutige Politikfiguren zu nehmen – ein Berlusconi nicht selbst, er wurde gewählt und wiedergewählt.

Das Kernproblem der Menschen in den niedergehenden kapitalistischen Gesellschaften ist, dass sie weder ihr System noch ihr Bewusstsein kritisch reflektieren können. Was das gesellschaftliche Ganze betrifft, so leben sie in einem Totalverlust von Realität.

Marktwirtschaft führt zwangsläufig zu einem irren Ganzen.
Wer ist dies nicht begreift und an die Selbststeuerungsfähigkeit einer Marktwirtschaft glaubt, ist eben ein „Ökonomiot“ (Schmidt-Salomon), und wer daran glaubt, dass dieses politische System politische Vernunft generiert, ein „Politiot“ (ebd.).

Unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen verläuft der Gesellschaftsprozess nach den Gesetzmäßigkeiten einer „Schwarmdummheit“ (ebd.).

Zur chronischen Dummheit der beherrschten Klassen gehört die feste Überzeugung der Beherrschten, dass sie die Gesetze, die sie beherrschen, nie verändern können (vgl. dazu z.B. Ch. Lash).

Die Vorstellung von Individuen, dass der Gesellschaftsprozess nicht bewusst politisch gestaltbar ist, sondern so hinzunehmen ist, wie er ist, ist ein typisches Merkmal des Bewusstseins von Sklavenexistenzen, während herrschende Eliten genau ein gegenteiliges Bewusstsein aufweisen.

So kann als These formuliert werden, dass der heute in den Kreisen der lohnabhängigen Intelligenz so verbreitete Luhmannismusein Ausdruck ist von deren Sklavenexistenz als Dienstklasse der Herrschenden.

holger Februar 29, 2012 um 09:39

HAM

—>>> Was das gesellschaftliche Ganze betrifft, so leben sie in einem Totalverlust von Realität.”

So würde ich das nicht sagen. Was juckt denn einen Otto Normal in Bayern, die Realität eines Otto Normal in Mc Pomm. Alle haben sie eine eigene Realität. Jeden Tag. Was juckt mich die Realität eines US Bürgers?

Ich würde nicht sagen Totalverlust. Sondern es fehlt der Sinn das Gesamte zu sehen/ sehen wollen. Und die örtlichen Realitäten, kann kein Politiksystem der Welt lenken. Aber man kann den Leuten nicht einen Realitätsverlust andichten. Für viele spielt sich die Realität im umkreis von weniger als 10 Kilometern statt. Auch in der Bronx.

kurms Februar 29, 2012 um 10:10

HAM: “Marktwirtschaft führt zwangsläufig zu einem irren Ganzen.
Wer ist dies nicht begreift und an die Selbststeuerungsfähigkeit einer Marktwirtschaft glaubt, ist eben ein „Ökonomiot“ (Schmidt-Salomon)…”

Na ja, in wiefern soll freie Marktwitschaft zu einem “irren Ganzen” führen? Es ist klar, daß sie nicht von selbst einen Sozialstaat hervorbringt, also in diesem Sinn hat sie keine Selbststeuerungsfähigkeit. Aber sie würde nicht automatisch alle Akteure in ihr zerstören oder irre machen. Höchstens in dem Sinn daß man sagt die Evolution habe auch nur Irrsinn produziert, aber dann wäre die gesamte Debatte uninteressant.

HAM Februar 29, 2012 um 10:16

@holger Februar 29, 2012 um 09:39
Ich würde nicht sagen Totalverlust. Sondern es fehlt der Sinn das Gesamte zu sehen/ sehen wollen. Und die örtlichen Realitäten, kann kein Politiksystem der Welt lenken. Aber man kann den Leuten nicht einen Realitätsverlust andichten. Für viele spielt sich die Realität im umkreis von weniger als 10 Kilometern statt. Auch in der Bronx.

Ein interessanter Einwand, weil er ein wesentliches Problem beschreibt.

Solange die Menschen als Selbstversorger in einer Subsistenzökonomie lebten, solange konnten ihnen die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge jenseits ihres Lebenskontextes weitgehend gleichgültig bleiben.
Ihr Leben wurde von der „jenseitigen Realität“ nur beeinflusst, wenn sie z.B. von Räuberbanden ausgeraubt wurden oder von kriegerischen Ereignissen betroffen waren.

Aber in einer modernen, hocharbeitsteiligen und global vernetzten Gesellschaft ist dies völlig anderes. Wer sich hier bei der Realitätswahrnehmung auf die sinnlich erfahrbare Realität beschränkt, für den kommen der Strom aus der Steckdose, die Milch aus dem Supermarkt und die Rente von der Rentenkasse.

Solange die Umweltbedingungen stabil sind, mag ein derartig beschränktes Realitätsbewusstsein ausreichen, um durchs Leben zu kommen.

Aber wenn dann die Energie- und/oder Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen, die Renten massiv gekürzt oder durch Inflation massiv an Kaufkraft verlieren, dann verändert dies die „örtliche Realität“ der betroffenen Individuen entscheidend.

Die relevanten Lebenszusammenhänge nicht durchschauen zu können oder zu wollen, nennt man üblicherweise Idiotie.
Zu dieser Idiotie gehört der Verzicht auf autonome Lebensgestaltung. Man möchte wie ein Kind bzw. Leibeigener lebenslang durch soziale Systeme gut versorgt werden. Und ist dann furchtbar enttäuscht und reagiert mit vorwurfsvollen Jammern, wenn dies von Seiten der Politiker nicht erfolgt.

Stephan Februar 29, 2012 um 10:35

~hg~
Ich denke nicht, dass FL und HH mir das übernehmen würden. Schließlich habe ich schon einen Beitrag geschrieben, warum ich den € nicht mehr retten will. Und ich bin immer noch da :~)

HAM Februar 29, 2012 um 10:38

@kurms Februar 29, 2012 um 10:10
Na ja, in wiefern soll freie Marktwirtschaft zu einem “irren Ganzen” führen?

Die Handlungsmotive der wirtschaftlichen Akteure orientieren sich in einer Marktwirtschaft primär an privaten Interessen. So geht es um das Überleben des eigenen Unternehmens am Markt, um die Maximierung des eigenen Lohns, um Maximierung des eigenen Kapitals, um Maximierung des eigenen Konsums etc.

In einer Markwirtschaft sind für handelnden Individuum die Auswirkungen ihres Handelns auf das gesamtgesellschaftliche Ganze sekundär und meist gleichgültig, weil sie primär am persönlichen Nutzen aus ihrer wirtschaftlichen Aktivität interessiert sind.

Das ist das altbekannte, unlösbare sowie verdrängte und verleugnete Problem einer nicht gelingenden gesamtgesellschaftlichen Synthese unter marktwirtschaftlichen Bedingungen. Mit den Folgen von Krisen, Kriegen und Barbarei.

Bei einer gesamtwirtschaftlichen Steuerung geht es hingegen darum, den Wirtschaftsprozess gemäss den Entwicklungszielen des gesellschaftlichen Ganzen geplant und gezielt zu steuern.

„Planwirtschaft“ ist keineswegs identisch mit „zentralistischer Planwirtschaft“.

Nur dies als Hinweis, weil das Bewusstsein der Individuen im System kapitalistischer Herrschaft massenmedial so konditioniert ist, dass reflexartig „Planwirtschaft“ mit „zentralistischer Planwirtschaft“ gleichgesetzt wird und keinerlei Vorstellungen darüber existieren, dass und wie eine demokratische und nachfrageorientierte Planwirtschaft realisiert werden kann.

kurms Februar 29, 2012 um 10:50

Krisen, Kriegen und Barbarei gibt es doch alles an verschiedenen Stellen dieses Planeten. Also müßte die gesamtwirtschaftliche Steuerung schon weltweit geschehen damit sie wirksam ist (Besonders deutlich zu sehen an dem CO2 Problem). Das ist natürlich wünschenswert, aber wir bekommen ja noch nicht mal eine gesamtwirtschaftliche Steuerung in der Eurozone hin.
Wie willst Du denn die Menschen gegen die Konditionierung durch die Massenmedien immunisieren?

holger Februar 29, 2012 um 10:59

—>>>Aber wenn dann die Energie- und/oder Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen, die Renten massiv gekürzt oder durch Inflation massiv an Kaufkraft verlieren, dann verändert dies die „örtliche Realität“ der betroffenen Individuen entscheidend.”

Natürlich betrifft das dann erstmal die örtliche Realität. Für jeden anders gefühlt. Und überall andere Auswirkungen.

—>>>Zu dieser Idiotie gehört der Verzicht auf autonome Lebensgestaltung. Man möchte wie ein Kind bzw. Leibeigener lebenslang durch soziale Systeme gut versorgt werden”

Was hat meine Oma immer gesagt? Junge geh zum Staat und werde Beamter. Also fangen wir erstmal bei denen an, die anderen voll versorgt vorschreiben wollen, wie man gefälligst zu Leben hat. Diese Idiotie gehört als erstes mal beleuchtet oder illuminiert. Aber nicht denen Idioti vorwerfen, die auf Idioten im täglichen machen treffen.

bilbo Februar 29, 2012 um 11:09

Klick mal auf den Link zum Beitrag. Murphy’s law? ;)

HAM Februar 29, 2012 um 11:55

OT

Ich war jetzt fast 4 Wochen in Asien und aus der Ferne betrachtet kommen einem die niedergehenden USA und das niedergehende Europa als furchtbar idiotisch vor.

Da ich in Thailand mit vielen „Aussteigern“ und Auswanderern zusammengekommen bin, traf diese Wahrnehmung dort meist auf Zustimmung. Ganz im Gegenteil zur Situation in Europa, wo der Eindruck aufkommen kann, man sei von Idioten umzingelt.

Interessant war auch, wie sich Hongkong verändert hat, wie „chinesisch“ es geworden ist in den knapp vier Jahren seit meinem letzten Besuch.

Besonders interessant waren die Gespräche mit einem Manager, der in einem großen amerikanischen Unternehmen seit vielen Jahren in Asien tätig ist, die letzten Jahre in China. Es gibt ja in den Massenmedien nur wenig an Information darüber, was in China tatsächlich an gesellschaftlicher Entwicklung abläuft.

Bei Amazon habe ich dort von Michael Schmidt-Salomon „Keine Macht den Doofen“ als e-book heruntergeladen und auf dem Rückflug gelesen.

Die USA und Europa sind niedergehende Zivilisationen, bedingt durch systemische Dummheit. Schmidt-Salomon beschreibt dies ganz gut.

Das Problem sind nicht die Massen. Massen sind eben Massen, die geführt werden müssen.

Sondern die westlichen Gesellschaften haben ein Elitenproblem. Die heutigen Eliten sind an gesamtgesellschaftlicher Verantwortung nicht interessiert, ihnen geht es nur persönlichen Reichtum, persönliche Macht, Sozialstatus und Konsum.
Eine egozentrische Elite, die sich immer mehr in eigenen Enklaven vom allgemeinen gesellschaftlichen Leben abschottet und immer anti-sozialer und krimineller wird.

Christopher Lasch, dessen Buch aus dem Jahre 1995 „Die blinde Elite“ (Orig. „The Revolt of the Elites and …) auch Teil meiner Lektüre war, stellt diesen Zusammenhang sehr gut dar, als Revolte von Eliten GEGEN die Gesellschaft, worauf der Originaltitel hinweist.
Lasch beschreibt hier bereits vor zwei Jahrzehnten das Verhalten von amerikanischen Eliten, welches inzwischen zum gängigen Verhalten westlicher Eliten geworden ist.
Chapeau hinsichtlich der soziokulturellen Analysekompetenz bei Lasch.

Unter Führung diese antisozialen und parasitären Eliten wird Europas zivilisatorischer und ökonomischer Niedergang unaufhaltsam sein, zumal wenn die Intelligenzschichten – mit wenigen Ausnahmen – diesen idiotischen Prozess weiterhin opportunistisch und widerstandslos mitmachen.

Schatten von Le Bon Februar 29, 2012 um 13:13

@HAM

“Massen sind eben Massen, die geführt werden müssen.”

Hmm, verstehe! Hört, hört – Ihr Massen!

Natalius Februar 29, 2012 um 13:34

@Ham, Feb. 29, 09:19

“Ein Hitler ist eben zu einem Hitler gemacht worden, von jenen Kräften, die ihn als Marionette manipulierten und jenen, die ihn gewählt haben, weil sie irre Vorstellungen und Errettungswünsche in ihn hineinprojizierten.”

Armer Hitler sozusagen. Konnte ja nix dafür, daß “Mein Kampf” so gut ankam. (Ich weiss, dass Sie das so nicht sagen wollen.)

Es mag sogar so sein, daß social learning für die Entwicklung kognitiver, emotionaler und körperlicher Fähigkeiten weitaus wichtiger ist als die individuelle biologische Matrix des Menschen, daß also der soziale bis gesellschaftlich-systemische Kontext (fast) alles entscheidet, was aus einem (von vielen) Menschen wird.

Ich sag mal: Eine interessante These. Die Diskussion über die Abhängigkeit der “sozialen” Menschwerdung von der Genetik versus Sozialisation gibt es natürlich nicht erst seit heute, sondern schon seit Generationen. Der Unterschied zu früheren Diskussionen ist, daß wir heute inmitten einer Wissensexplosion stehen, die durch die Zusammenarbeit von Psychologen, Neuromedizinern, und Humangenetikern zusammenkommt und bei der ein korrelliertes Verstehen oberstes Ziel ist. Das Herauskommen aus der Fachidiotenbox ist also gewollt. Seit kurzem erst kennt man ein neurologisches Korellat für Psychopathie (ich erwähnte bereits die Oxytocinrezeptoren und deren Expression), seit längerem werden bildgebende Verfahren eingesetzt: Kurz, es passt zusammen.

Das nichtexistierende Bielefeld als Bindeglied:
Will heissen, daß Menschen unterschiedlich sind – von Anfang an. Ich weiss daß der Bielefelder Luhmann hier schon mal erwähnt wurde, ich kenne seine Systemtheorie nicht so gut – auch deshalb, weil ich mit der “sprachlichen Ebene” nicht so gut zurechtkomme und ich habe auch Schwierigkeiten mit der soziologischen Ausdeutung von Autopoiesis und Selbstreferentialität. Für mich sind das Begrifflichlichkeiten, die man auf Leben vs. Unleben gut anwenden kann, aber für “Multiagentensysteme” fehlt mir noch n Streifen Wissen und Verständnis. Bielefeld existiert aber: Der Bielefelder Selten z.B., der zusammen mit Nash den NP für Ökonomie gewann (Spieltheorie). Nash war/ist Psychopath – ich kenne einen Schüler von Selten, der auch für Nash gearbeitet hat und der weiss näheres, was hier nicht ins Forum gehört.

Und jetzt kommts: Es gibt einen dritten Bielefelder (der von eFlation eingebracht wurde, nochmals danke), der sieht Mathematiker wie Nash als Autisten: Gunter Dueck. Dueck hat eine interessante Typologie von Menschen entwickelt, die er als Omnisophie bezeichnet.
Die Sache geht von der philosohischen “Dreifaltigkeit” Platon-Aristoteles-Aristippos aus und lässt drei Grundtypen (hier ein 15min Primer als Video: http://www.youtube.com/watch?v=ANM2rmz4pmU ) erkennen, die Dueck irgendwie mit Lebensintensität in Verbindung bringt: Low-energy-Empathie-Rechtshirner-Linkswähler-Geistesmenschen (die Mehrheit der hier Bloggenden), die Normalos (Ordnung-Treue-Gehorsam-Gefolgsmenschen), und die High-energy-Fun-Kraft-Linkshirner-Rechtswähler-Körpermenschen (unsere Feinde). Dueck macht aber den Fehler, daß er den Autisten in “unsere” Gruppe einordnet. Hab irgendwie den Verdacht, daß zumindestens der Psychopath eine Steigerungsform des “Feindestyps”, während unsere Steigerungsform die des Neurotikers ist ;-).

Egal: Ist schon gut zu wissen, dass “das Böse” sich eher in der Feindesgruppe aufhält.

Natalius Februar 29, 2012 um 14:06

PS: Ich denke, daß die Kunst, Dinge ernst zu nehmen, aber gleichzeitig mit Humor zu betrachten (inklusive sich selbst), heute unverzichtbar ist.

kurms Februar 29, 2012 um 14:45

Sich selbst mir Humor zu betrachten können die Engländer schon ganz gut. In Deutschland konnte es, in der Öffentlichkeit, wohl nur Loriot. Under der ist jetzt tot.

HAM Februar 29, 2012 um 16:29

@Natalius Februar 29, 2012 um 13:34
Es mag sogar so sein, daß social learning für die Entwicklung kognitiver, emotionaler und körperlicher Fähigkeiten weitaus wichtiger ist als die individuelle biologische Matrix des Menschen, daß also der soziale bis gesellschaftlich-systemische Kontext (fast) alles entscheidet, was aus einem (von vielen) Menschen wird.

Das Verhalten von Menschen in sozialen Systemen wird primär durch Belohnungen und Bestrafungen gesteuert. Das gehört zum 1 x1 der Verhaltenstheorie.

Wer prosoziales Verhalten herstellen will, muss ein soziales System so gestalten, dass dieses Verhalten belohnt wird und anti-soziales Verhalten bestraft wird.

Ein System wie der Kapitalismus, welches egoistisches und anti-soziales Verhalten belohnt, prosoziale Tätigkeiten schlecht bezahlt, ist schlichtweg idiotisch, jedenfalls langfristig.

Der Kapitalismus taugt nur dazu, industrielle Entwicklung zu beschleunigen, zum einen über die Profitgier sowie marktwirtschaftliche Konkurrenz auf der Kapitalistenseite, zum anderen durch Erhöhung der Selbstausbeutungsbereitschaft auf der Seite der Arbeitenden.

Egal: Ist schon gut zu wissen, dass “das Böse” sich eher in der Feindesgruppe aufhält.

„Gut“ und „böse“ sind soziologisch untaugliche Kategorien, welche in die Irre führen.
Der Kapitalist ist nicht „böse“, der Lohnarbeiter nicht „gut“.

Beide verhalten sich in der Funktionslogik ihrer sozioökonomischen Rollen, ihr Handlungsmotiv ist gleichermaßen die Maximierung des persönlichen Nutzens.

Insofern befreien sich BEIDE psychologisch über die aus der Psychoanalyse bekannten Verdrängungs- und Verleugnungsmechanismen von moralischem Ballast und Konflikten, wenn „Moral“ dem persönlichen Nutzen entgegensteht.

Ein intelligentes Sozialsystem wird daher ein Verhalten belohnen, welches dem gesellschaftlichen Ganzen nutzt, und so konzipiert sein, dass das System nicht im Widerspruch zum persönlichen Nutzen steht.

Genau diese Kriterien kann KEIN marktwirtschaftliches System erfüllen, wenn Privateigentümer in marktwirtschaftlicher Konkurrenz zueinander stehen.

Der Liberalismus ist eine logisch inkonsistente Ideologie, die in der Bevölkerung zwangsläufig zu kognitiver Dissonanz führt. Daher auch die allgemeine Volksverblödung in den marktwirtschaftlich-kapitalistischen Gesellschaften.

Degnaphta März 1, 2012 um 06:26

@ mensch@morph

Dass ich mein Herz nicht so offen herzeige wie z.B. Du, muss nicht notwendig bedeuten, dass es schwarz ist, oder? Ich gehe die Kommunikation hier eben etwas anders an als Leute, die ihre persönliche Geschichte thematisieren. Mir schon klar, dass sich das beißt.

Das muß es notwendigerweise nicht heißen. Im Gegenteil, wäre der mensch@morph so ein finsterer Dummschwätzer wie der DarthMorph hier im blog, dann hätte man den wahrscheinlich schon wegen fortgesetzter Unerträglichkeit entsorgt. Warum du diese Nummer hier aufführst, weißt du besser als ich. Daß du jedoch als Finsterling&Spalter echt anstrengend und durchweg destruktiv bist, dürfte dem mensch@morph durchaus klar sein.
Daß du mitteils luhmanesker Interpretation auch immer Recht hast, liegt ebenso auf der Hand. Vielleicht bekommst du ja Spaltpilz-Boni aus der Flattr-Prämie, oder du brauchst das als Ventil, so Dr Jeckyl und Mr Hide mäßig, damit du im RL als der weise Sympath funktionierst, als der du die Menschenpyramide krönst. Da ließen sich viele Geschichten erfinden.

Vielleicht ist ja die Idee, dass es allgemeinverbindliche konstruktive Ansätze geben könnte, ein Irrtum. Könnte doch sein, oder?

Nee, das könnte wohl eher nicht so sein. Und das könntest du auch wissen. Wahrscheinlich weißt du es sogar, kackst da aber drauf, da du dir die selbstzugewiesenen Freiheiten herausnimmst, die dir diese Moderne angeblich verschaffen soll. Das Gegenteil von FSK sozusagen.
Unser Dasein als Biomaschine gibt genügend Anlaß, um allgemeinverbindliche Ansätze zu entwickeln. Atmen, Trinken, Essen, Scheißen und Co haben wir alle gleichermaßen als echt dringlich im Portfolio. “Der Mensch lebt nicht von Brot allein.” weist darauf hin, daß es ein nicht näher bestimmtest Addon gibt, daß die Geschichte abrundet.
Vielen gilt die Sinnhaftigkeit als Teil dieses Addons. DarthMorphens Geheule über die umfassende Sinnlosigkeit zielt jedoch auf die Untergrabung all dessen ab, was uns zum Menschen macht. Sieh mal, mit der Idee der Menschenrechte und den Grundwerten und dem Kram haben wir die Menschenwertigkeitspyramide plattgedengelt. Die ist jetzt ein auf der Seite liegendes Rechteck, in dem Alpha>Omega-Strukturen teilweise aufgehoben sind und teilweise noch existieren. Doch jeder Versuch, aus dem Rechteck wieder eine Pyramide zu machen, konterkariert die aufgestellten Regeln.
Und die Erkenntnisse eines Unterkapitels der Biologie, nämlich die Ökologie zeigen auf, daß auch hier die Pyramide besser als Rechteck verstanden werden sollte. Wir sind ohne unsere pflanzlichen und tierischen Brüder&Schwestern verdammt aufgeschmissen. Nix mit “Krone der Schöpfung” und “untertan Machen” und dem Mist. Nee, schön Einfügen und keinesfall Stören steht auf dem Programm.
wo jedoch “jede noch so idiotische Meinung” zu respektieren ist, und das auch noch ohne jeglichen Sinn, da steht die vorsätzliche oder versehentliche Selbstvernichtung als gleichwertiger Programmpunkt auf der Liste der Beliebigkeiten. Das kann nicht einmal einem fundamentalistischen Evolutions-Theologen gefallen, nähme er sich nur die Zeit und das Potential, um genügend kritisch darüber nachzudenken.

mein Tipp für mensch@morph geht klar in die Richtung Tod&Wiedergeburt. Laß DarthMoph stecken und wandle ihn zum Champion für die helle Seite der Macht. Da hätten wir Alle was von und du bestimmt ne Masse mehr Spaß.

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