Das Grundgesetz ist ein Auslaufmodell

by Stephan on 25. Februar 2012

Artikel 20 des deutschen Grundgesetzes:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt. (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden. (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Nun hat unser oberster Feudalherr EZB-Präsident Mario Draghi dem Propagandablättchen des Finanzsektors Wall Street Journal eine Audienz gewährt und seine Sicht der Dinge erklärt: “Das europäische Sozialstaatsmodell gibt es nicht mehr” (Paywall – bitte keine Geld mit Abo verschwenden. Wir müssen sparen!) Er meint das vielgepriesene europäische Sozialstaatsmodell habe ausgedient. Aha. Frage an mitlesende Juristen: was genau müssen die Deutschen jetzt gegen Herrn Draghi nach Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes unternehmen?

Statt dem ausgedienten europäischen Sozialstaatsmodell (It’s Sooo 20th Century) brauchen wir moderne Austerität, aber auch die altmodischen aber immer noch sehr beliebten Strukturmaßnahmen — wenn das Angebot stimmt kommt die Nachfrage von selbst. Was ist moderne gute Austerität? Laut Herrn Draghi bedeutet gute Austerität niedrige Steuern und niedrige Staatsausgaben, die sich auf Infrastruktur und andere Investitionen beschränken. Wer braucht schon Arbeitslosengeld? Doch nur Loser. Herr Draghi meint:

Es gab mal eine Zeit, da sagte der (Ökonom) Paul Dornbusch, Europäer sind so reich, dass sie es sich leisten können, jeden Einzelnen fürs Nichtstun zu bezahlen. Doch das ist vorbei.

Wir können uns das einfach nicht mehr leisten. Diese Aussage ist schon bemerkenswert für jemanden, der gerade locker und lässig eine halbe Billion Euros per EZB LTRO an seine Spezis im Finanzsektor verteilt hat, damit die überhaupt weiterarbeiten können und darüber nachdenkt ob er noch eine Billion drauflegt. Wäre ja auch tragisch, wenn dem Wall Street Journal seine Abonnenten abhanden kommen, weil sie für das Nichtstun nicht mehr bezahlt werden.

Beim Lesen dieser Dokumentation “Über ökonomische Nieten und asoziale Monster in der Europäischen Zentralbank” musste ich an ein Zitat aus dem Buch “Freedom From Fear” von dem Historiker David Kennedy denken. In dem Buch geht es um die Geschichte der Großen Depression in Amerika. Damals saß Franklin Delano Roosevelt  nicht nur in einem Frankfurter Glasturm herum, sondern fuhr mit dem Auto durch die Gegend um mit einfachen Leuten zu sprechen. In Indiana traf er einen Bauern:

I am a farmer … Last spring I thought you really intended to do something for this country. Now I have given it all up. Henceforward I am swearing eternal vengeance on the financial barons and will do every single thing I can to bring about communism. (—An Indiana Farmer to FDR, October 16, 1933)

Vielleicht sollten wir Herrn Draghi auch ein schickes Kabrio zur Verfügung stellen und ihn auf eine Rundreise durch die Provinzen Griechenlands schicken? Denn wenn er nicht dazulernt kann er sich bald — insofern Wahlen im Protektorat Griechenland nicht verboten werden — in seinem Glasturm auf anstehende Verhandlungen mit einer neuen Verhandlungsstrategie “marxistische Dialektik” vorbereiten.

{ 333 comments }

Nanuk Februar 25, 2012 um 12:56

Ich weiss auch nicht mehr was ich dazu sagen soll…
Wo bleibt Lyudmila
http://www.youtube.com/watch?v=MJHpWPBtEwQ
und an den Verfassungschutz das ist Politisch gemeint nicht Militärisch…

Nanuk Februar 25, 2012 um 12:59

Jetzt haben sich die Sozialfaschisten noch einmal hinter dem GRÖFAZ Gauck versammelt Wenn man fehler aus der Geschichte ein zweites Mal wiederholt ist es eine Farce. .

14 Februar 25, 2012 um 13:10

Neoliberale in der Nachspielzeit

Es könnte aber auch sein, daß die ach so “unabhängige” Goldman-Sachs-EZB, die sich seit geraumer Zeit von betrügerischem Bankrott zu betrügerischem Bankrott hangelt, weil gut für die privaten Boni, ein Auslaufmodell ist..

Statt dem gekauften, vorgestrigen Schiefmaul Draghi, lese ich zum Wochenende noch einmal Herrn Weissgarnix:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/zukunft-des-kapitalismus-1-wohlstand-fuer-alle-ist-mehr-als-eine-phrase-1786065.html

Dipfele Februar 25, 2012 um 13:13

Sephan

Das GG ist interprettierbar. Der Mann hat doch nurr die Relativirung des Soozialstaatsgebots durch BVvverfG–Richtter wie Papier aufgegriffen.
Nix mit Widerstandsrecht

topi Februar 25, 2012 um 13:16

Es geht nicht mehr!

Der Blog braucht unbedingt einen neuen smiley!!!

http://www.cncforen.de/attachment.php?attachmentid=827&stc=1&d=1043187436

Natalius Februar 25, 2012 um 13:36

Das von Draghi implizit gezeichnete Menschenbild ist nicht annehmbar für eine menschenwürdige Zukunft in Europa.

Occupy EZB!

Stephan Februar 25, 2012 um 13:41

@Natalius
Occupy EZB? Gute Idee. Leider findet das dein zukünftiger Bundespräsident nur albern.

wiesaussieht-Skeptika Februar 25, 2012 um 13:42

“Nun hat unser oberster Feudalherr EZB-Präsident Mario Draghi dem Propagandablättchen des Finanzsektors Wall Street Journal eine Audienz gewährt”

Wow! … hattu den Satz vom semideus geklaut ? : – )))

So geht’s natürlisch auch: du sperrst zwar den @Übermönsch -> übernümmst dafür aber dann seine Brechstangenrethorik!

“und seine Sicht der Dinge erklärt: “Das europäische Sozialstaatsmodell gibt es nicht mehr” (Paywall – bitte keine Geld mit Abo verschwenden. Wir müssen sparen!) Er meint das vielgepriesene europäische Sozialstaatsmodell habe ausgedient. Aha. Frage an mitlesende Juristen: was genau müssen die Deutschen jetzt gegen Herrn Draghi nach Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes unternehmen?”

Doppel-WoW! da bisch mitm Semideus sogar haarklein eine Meinung! Reschpäkt! Yäpgäll! die GoldmanSachs-Mafiabrut mus aus Europa vertrieben werden! am besten direkt ins Meer! vielleicht haben sie ja glück und das Meer öffnet sich wieder so dass sie zu fus zurück an die ostküste laufen können.

Soweit eine brillante Kontribution mein lieber Stefan. Abba dann abba dann Kopfschüttel. Dann fängste wieder mitm “Austeritäts”-Schwachmatengeseier an! in Griechenland gibt es keine “Austerität” !!! Griechenland hat sich 10 Jahres auf Luxusnievau von den Deutsen durchfüttern lassen! Damit mus jetzarta endlich schlus sein ! Einkommen sind zu HALBIEREN! dann kann griechenland aus eigene Kraft waxdumm mache !

Natalius Februar 25, 2012 um 13:43

UNSER zukünftige Bundespräsident findet das albern.

topi Februar 25, 2012 um 13:43

Roosevelts Lerneffekt kann man hier ablesen.
http://www.misik.at/spitzensteuersatz%20USA.JPG

topi Februar 25, 2012 um 13:48

@ Natalius
http://www.misik.at/assets_c/2012/02/gauck-thumb-400×400.jpg

Und ob Stephan nun noch mehr Lust hat zu emigrieren, könnte ja sein; aber doch nicht unter Gaucks Fittiche. :roll:

(btw, der Misik hat seine Bilder gut postitioniert, dass sie mir gleich prominent gegurgelt werden)

Natalius Februar 25, 2012 um 13:51

Zunächst müssen aber Fakten statt Vermutungen auf den Tisch.

Die Verbindung EZB — Goldman Sachs bzgl. Eigentumsverhältnisse und/oder einer wie auch immer gearteten Beeinflussung ist mir nicht bekannt, bitte belegen!

Bei der FED ist Aufklärungsarbeit geleistet worden, die für die EZB allerdings fehlen. Investigative Journalisten mit VWL-background bitte ran!

wiesaussieht-Skeptika Februar 25, 2012 um 13:53

“UNSER zukünftige Bundespräsident findet das albern.”
—–

Bedankt eusch halt bei Hütt & Flübber. Die haben Wulffi ausm Amt gebombt.

Stephan Februar 25, 2012 um 14:01

Nur damit das klar ist: Gauck ist nicht mein Präsident. Ich habe einen österreichischen Pass. Was den großen Vorteil hat, dass ich mich über richtige Volldeppen in der Politik aufregen kann. Also die Mizzi Fekter ist … Na lassen wir das lieber.

Natalius Februar 25, 2012 um 14:09

Albern KÖNNTE ja auch heissen, wenn Widerstand dann richtig!

Gauck (mit Pfaffenhintergrund) spricht wie ein Orakel, denn FREIHEIT wurde (mit Gleichheit und Brüderlichkeit) als Motto der französischen Revolution eingeführt.

Albern KÖNNTE also auch eine Provokation an eine jüngere Generation “von Bürgerrechtlern” bedeuten.

Jackle Februar 25, 2012 um 14:09

Apropos WallStreetJournal. Griechenland lässt dort zum Wochenende Werbung schalten. Ob die Herrenmenschen sich erbarmen?

http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2012/01/Greece%20Ad.jpg

Stephan Februar 25, 2012 um 14:12

Ökonomie vom Feinsten. Wir halbieren die Einkommen in GR. Das heisst Daumen x Pi wir halbieren das BIP in GR. Stimmt natürlich: dann ist Wachstum wahrscheinlich kein Problem. Allerdings gibt es dann ein anderes Problem. Hat sich in DE noch nicht herumgesprochen. Brüche haben einen Zähler und einen Nenner. Was passiert dann mit Schulden/BIP? Hoch kompliziert. Da muss der IWF ran.

Nanuk Februar 25, 2012 um 14:13

@Natalius
Klar sind die Albern für Gauck die Bürgerrechtler sind halt nicht rechts genug.

Natalius Februar 25, 2012 um 14:15

@ Stephan-Fans

Cave Austriae!

Nanuk Februar 25, 2012 um 14:16
Dipfele Februar 25, 2012 um 14:24
holger Februar 25, 2012 um 14:25

@ Natalius

http://www.youtube.com/watch?v=07-hA9DW-Po

Die BBC über GS und Greece

Stephan Februar 25, 2012 um 14:29

@Nanuk
Danke. Kannte ich schon. Wir Österreicher haben in letzter Zeit ein Händchen dafür absolute Vollidioten zu unserem Finanzminister zu ernennen. Joseph Schumpeter rotiert in seinem Grab ob der modernen Nachfolgeregelung. Aber leider ist das nicht alles. Ich musste zum Beispiel feststellen, dass mein ehemaliger Prof in das Propaganda-Ressort gewechselt ist: http://warumsparen.at/ Wie ein so intelligenter Mensch solchen Müll erzählen kann ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich sehr gut dotiert?

Nanuk Februar 25, 2012 um 14:33

@Stephan
“Wahrscheinlich sehr gut dotiert?”

Ja muss wohl so sein wird gut bezahlt schätze ich mal… obwohl Klimaskeptiker bekommen nur 5000$ plus Spesen die verkaufen die Zukunft ihrer Blagen fürn Snickers…

Stephan Februar 25, 2012 um 14:36

@Nanuk
In dem Fall war es sicher mehr. Sonst würden die präsentierten Zahlen ja nicht dramatisch genug ausschauen.

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 14:40

Ich glaube dieser Beitrag von Misik sollte in die Endloschleife:

Wie Angela Merkel Europa in den Abgrund führt
http://www.youtube.com/watch?v=G4xzM9X2XFs&feature=related

Was sagt uns das? Es müssen nicht immer Österreicher sein, die Deutschland in die Kacke schubsen. :-)

Und wer davon noch nicht genug hat, kann sich zurücklehnen und diesem Märchenerzähler lauschen. Frei nach dem Motto:
“Es gibt keine anderen Götter außer Gauck”

http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/passage2/2723.sh10207245.html

Ach ja, die Abrißbirne am Heftigsten gegen den Sozialstaat und damit gegen das Sozialsstaatsgebot hat Rot/Grün geschwungen. Sollte nicht, niemals vergessen werden. Aber die wollten schon immer die Welt verbessern, egal in welche Richtung.

Stephan Februar 25, 2012 um 15:01

@Horst Schmidt
>Ach ja, die Abrißbirne am Heftigsten gegen den Sozialstaat und damit gegen das Sozialsstaatsgebot hat Rot/Grün geschwungen.

Das stimmt. Leider. Die Sozialdemokratie in Europa leidet unter schweren Alzheimer Symptomen. Und dann noch die vielen gut aussehenden Krankenschwestern mit ihren neoliberalen Rezepten. Der Alzheimer Patient ist ganz glücklich und schluckt die Medizin. Steht ja TINA drauf.

Natalius Februar 25, 2012 um 15:01

@Holger,

danke! Wichtige Info! Varoufakis (der es mit seinem Minotaurus-Allegorie auch gut rübergebracht hat) kommt – finde ich – ein bischen zu kurz, aber die Struktur dieses Gaunerstücks wird gut erkennbar. Klar: Goldman-Sachs hängt mit drin – die Griechen spielen mit – und auch klar: Brüssel weiss davon und sagt nix.
Aber wo ist die Rolle der EZB in diesen Jahren (vor der Olympiade)? Und wie sieht es heute aus? Gibt es z.B. Hinweise aus eine Konstruktion, wie die BoE mit der Bank of England Nominee Ltd. aufgebaut hat? Hiermit konnten die Besitz- und Kontrollverhältnisse völlig verschleiert werden (per Dekret). Und sowas macht man nur, wenn man etwas zu verbergen hat (Manche vermuten daher die Familie Rothschild im Hintertürchen der BoE – aber BEWEISBAR ist es nicht).

14 Februar 25, 2012 um 15:06

Es ist m()derne Pf/affenzeit.

streng-einfach-asozial
Wasser predigen-Wein saufen-Boni abfassen-rotgrünschwarzgelbe Gottes Banker

AUS…AUS…AUS

(terity….der brit. Begriff aus dem 2. Weltkrieg… endlich wissen wir wo wir sind. Und Griechenland? Einfach mal den Knoblauch beim Tzatsiki weglassen und Wertpapiernummern an die Kykladen hängen, dann klappt das schon..dann wird das Ebitda wieder positiv)

holger Februar 25, 2012 um 15:19

@ Natalius

http://www.presseurop.eu/de/content/article/1177201-goldman-sachs-meint-es-gut-mit-uns

mehr suche ich nicht mehr für Dich raus. Bau dir die weiteren Puzzleteile selber zusammen.

wiesaussieht-Skeptika Februar 25, 2012 um 15:23

@Stephan
“Ökonomie vom Feinsten. Wir halbieren die Einkommen in GR. Das heisst Daumen x Pi wir halbieren das BIP in GR. Stimmt natürlich: dann ist Wachstum wahrscheinlich kein Problem. Allerdings gibt es dann ein anderes Problem. Hat sich in DE noch nicht herumgesprochen. Brüche haben einen Zähler und einen Nenner. Was passiert dann mit Schulden/BIP? Hoch kompliziert. Da muss der IWF ran.”

. . . sach mal du Mozartkugel, reden der HANKEL & – ISCH – . . . eigentlich Kinesisch??

. . . im Anfang war der . . . Staatsbankrott! so und nicht andersta !

. . . HANKEL (& HG) fordert seit Frühjahr 2010 den sofortigen Schuldenschnitt / “Default” für GRischenschland!

. . . das kömmt davon wenn man immer nur den Spam-Buuton drückt anstatt die gutgemeinten intulektuellen Hilfestellungen des Übermönschen zu LESEN ! . . . ich habe schlieslich im gegensatz zu dir, hütt und flübberding Wirtschaft studiert!

. . . also nochma kurz zusammengefast der halbdivine “PHÖNIX-Plan” für Grieschenschland:

1.) STAATSBANKROTT / Schuldenschnitt* (75%)
2.) AUSTRITT aus dem EURO / Einführung der Drachme
3.) Sozialgestaffelter LASTENAUSGLEICH (innergriechal!)

. . . ab hier könnt ihr demand-side-dudes auch gerne in GR austoben mit:

- “EUROBONDS” in Drachme, herausgegeben vom Neuen Griechenland
- “Marschalplan” in Drachme, herausgegeben vom Neuen Griechenland
- “Drachme-Easing” der griechischen Zentralbank
- “bedingungsloses Griechengrundeinkommen”
- “SOLA-Wechsel” ( von griechische Solarthermiche Forchungsanstalt)
- usw

* . . . natürlich sollten wir den Griechen ihre Schulden nicht ganz erlassen. Sagen wir 20% werden in Optionsanleihen auf Öl/GAS/Solarkraft für später gestundet …

holger Februar 25, 2012 um 15:23

Übrigens der Artikel stand im “Le Monde”. Die letzten zwei Absätze sind “hanebüchen” :D Wenn man sich dann auch noch den Werdegang von Mademosälle Lagarde anschaut.

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 15:33

@ semideus
Du bist ein Feinschmecker – was?

“* . . . natürlich sollten wir den Griechen ihre Schulden nicht ganz erlassen. Sagen wir 20% werden in Optionsanleihen auf Öl/GAS/Solarkraft für später gestundet …”

Bin schon dabei die Konten zu bennen und Nutzungsdauern herauszusuchen ;-)

wiesaussieht-Skeptika Februar 25, 2012 um 15:35

@stephan

- – - – > semideviner LESEBEFEHL!!!

During that very hot summer in December 2001, true to its Latin temperament, Argentina even had four (yes, 4!) presidents in just one week. One of them, Adolfo Rodriguez Sáa, who only lasted three days, at least did one thing right, even if he did it the wrong way: he declared Argentina’s default on its sovereign debt.

All hell broke loose! The international bankers and IMF did everything they could to break Argentina’s back; global media pundits predicted all kinds of impending catastrophes. Debt default meant Argentina would have to weather the pain and agony alone, being cast out by the “international financial community”.

But no matter how bad it got, it would always be better to do that without the bankers, without the IMF’s, European Central Bank’s, US Fed’s and US Treasury’s “help”. Better to sort out your mess on your own, than to have parasitic banker vultures carving out their pound of flesh from your nation’s decaying social and economic body.

And how bad did it get in 2002? A 40 per cent drop in GDP; 30 per cent unemployment; 50 per cent of the population fell below the poverty line; dramatic, almost overnight, devaluation against the US Dollar from 1 peso per dollar to 4 pesos per dollar (then it tapered down to 3 pesos per dollar); if you had a US dollar Bank account, the government forced you to change it into pesos at the rate of 1.40 pesos per dollar.

http://rt.com/news/argentina-advice-greece-default-033/print/http://rt.com/news/argentina-advice-greece-default-033/print/

Stephan Februar 25, 2012 um 15:36

@wiesaussieht-Skeptika
GR Exit aus der Eurozone? Da bin ich ganz bei dir. Schuldenerlass? Nope. Werden einfach auf Drachmen 2.0 umgeschrieben. Wer nicht mitmachen will hat Pech gehabt. Über den Austritt und warum er keine Katastrophe ist will ich sowieso mal einen Beitrag schreiben. Ich gebe dir in diesem Punkt recht: die linken Ökonomen (zum Beispiel Herdentrieb) faseln nur Unsinn wenn sie dauernd über den Untergang des Abendlandes wegen einem GR Exit fabulieren.

wiesaussieht-Skeptika Februar 25, 2012 um 15:40

@Bloggerkeulechen

. . . die Griechen haben 10 Jahre PAAAARDIIIIIE gemacht ! … sind zu 80% Immo-Besitzer während die Deutsen Mietknechte mit SPD-Sparverträgen sind (“RIESTER”). Die Griechen haben auch längst in Krügerrand umgeschichtet. Immos in Bulgarien und Berlin aufgekauft!

Da ist es wohl nicht zuviel verlangt, wenn sie uns etwas von ihren gigantischen Öl & Gasvorkommen abgeben. odda.

Natalius Februar 25, 2012 um 15:41

@ Horst Schmidt

Klar, Gauck kannte nur diesen Stasi-Überwachungsstaat mit politischen Knalltüten und Kunstlederhüten aus “Plaste und Elaste”, wollte aus dieser Matrix mit Einheitspartei einfach nur raus. Wie alle anderen per Gefängnismauer mit KZ-Überwachungstürmen umschlossenen DDR-Inhaftierten eben auch. Würden Sie unter diesen Umständen lieber Einheit statt Freiheit sagen? ICH nicht! Ich wär da auch getürmt!

Aber heute ist die Matrix eine andere! Freiheit für alle war Gaucks Ziel und Freiheit für wenige (sog. Bonzenfreiheit) kennt er ebenfalls aus seinem Kunstlederstaat.

Warten wir’s also ab. Mir isser als Kämpferpfaffe lieber als dieser Kriech-in-den-Arsch-der-Macht-und-laß-es-Dir-als-Wurm-gut-ergehen-Wulff.

Wilma Februar 25, 2012 um 15:43

s solHabe ich gestern Nacht schon gelesen. Stand in der österreichischen Presse. Konnte aber nicht verlinken, da PC defekt.
Endlich wird das Thema mal aufgegriffen.
Denn eigentlih gehört es nicht zur Aufgabe der EZB sich zu solchen Dingen wie “Sozialstaat” zu äußern.
Macht die EZB jetzt Politik ?

Sorry für Fehler, im Moment nur Aushilfs-PC da.

wiesaussieht-Skeptika Februar 25, 2012 um 15:45

@stephan

… komm, schalt mich frei Süssa ich hab noch was schönes für dich …

… HIER geht es um die Sache (GR / D / ein freies, GOldmanSachs-freies EUROPA)!!! .. und nicht um die persönlichen Animositätet von österr. ECON-Blogger-Pussies !

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 15:49

come on you faz – publishers

bazooker Merkel, Schäuble, Weidmann and the lying gamblers

http://www.youtube.com/watch?v=2Qj8PhxSnhg&feature=relmfu

you wanna be a modern chief – ey

Natalius Februar 25, 2012 um 15:51

@Holger,

das kannte ich bereits – das Seilschaftsargument reicht leider nicht aus. Wir brauchen etwas, das über ergoogelbares hinausgeht. Richtung Bilanz, Geschäftsbericht, supporting info (nur gedruckt), die vielleicht der eine oder andere hier im Forum hat…

Stephan Februar 25, 2012 um 15:54

@Wilma
@Luebberding hat das heute sehr schön auf Twitter zusammengefasst: Mario Draghi soll einfach die Klappe halten und über Sachverhalte schweigen, die nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen. Und ja: seit geraumer Zeit macht die EZB Politik. Bleibt ihr aber auch nichts anderes übrig. Das Blöde an der ganzen Geschichte ist niemand kann sie für die falsche Politik abwählen.

Linus Februar 25, 2012 um 15:57

“Mario Draghi soll einfach die Klappe halten”

Mario Draghi sollte seinen Hut nehmen!

Stephan Februar 25, 2012 um 16:02

@wiesaussieht-Skeptika
Sorry. Hab ich nicht bemerkt. Verwende nicht so viele Sonderzeichen. Das mag der Spam-Filter nicht ;~) BTW: dein Link zu RT funktioniert nicht!

kurms Februar 25, 2012 um 16:08

@Stephan

Ja, warum darf der Souverän nach wie vor nicht die Geldpolitik mitbestimmen, also z.B. bestimmte Posten in den Zentralbanken wählen. Dem Wähler wird durchaus zugetraut die Regierung zu wählen die dann z.B. über den Einsatz des Militärs, also Leben und Tod, entscheidet. Aber die Gelpolitik muß ja “unabhängig” (wie soll das gehen solange man sie nicht den Marsmenschen übergibt?) sein. Jeder der über die Gelpolitik befindet ist letzlich immer einem Interessenkonflikt ausgesetzt da er indirekt bestimmten Gruppen unverdiente Gewinne zubilligen kann. Deshalb muß demokratische Kontrolle her.

topi Februar 25, 2012 um 16:20

Pleite ist Pleite.

Nach den aktuellen Plänen soll Griechenland den Schulden stand von etwa 120 Prozent auf etwa 120 Prozent BSP senken, bei 300 Milliarden oder wieviel der aktuelle Stand sein soll Hilfspaketen und angeblichen Schuldenerlassen von100 Milliarden.

Was für ein Unsinn.

Hände hoch, und Ende mit dem Schuldendienst; wenn die Eurozonalen keinen Austritt (oder Bankrott ohne Austritt, dafür mit satter Abwertung aller Preise) wollen, dann sollen sie sich halt ein richtiges Modell überlegen, wie sie ihre Pleite-Finanzer retten.

topi Februar 25, 2012 um 16:30

@ kurms

Ja bist du denn narrisch?

Wenn der Bürger was bei der Notenbank zu sagen hätte, stiegen doch die Geldmengen in unermessliche Höhen! Die kennen doch kein halten, dafür braucht es so Stabilitäts-Monster wie die Goldmänner, die wissen, wie man die Kohle knapp hält. :roll:

Wilma Februar 25, 2012 um 16:35

@ kurms

Wie kann denn dann der ESM-Fond kontrolliert werden. Der Gouverneursrat wird ja noch schwieriger zu kontrollieren sein.

Freiheit für Europa Februar 25, 2012 um 16:39

@stephan

semideviner LESEBEFEHL!!!

During that very hot summer in December 2001, true to its Latin temperament, Argentina even had four (yes, 4!) presidents in just one week. One of them, Adolfo Rodriguez Sáa, who only lasted three days, at least did one thing right, even if he did it the wrong way: he declared Argentina’s default on its sovereign debt.

All hell broke loose! The international bankers and IMF did everything they could to break Argentina’s back; global media pundits predicted all kinds of impending catastrophes. Debt default meant Argentina would have to weather the pain and agony alone, being cast out by the “international financial community”.

But no matter how bad it got, it would always be better to do that without the bankers, without the IMF’s, European Central Bank’s, US Fed’s and US Treasury’s “help”. Better to sort out your mess on your own, than to have parasitic banker vultures carving out their pound of flesh from your nation’s decaying social and economic body.

And how bad did it get in 2002? A 40 per cent drop in GDP; 30 per cent unemployment; 50 per cent of the population fell below the poverty line; dramatic, almost overnight, devaluation against the US Dollar from 1 peso per dollar to 4 pesos per dollar (then it tapered down to 3 pesos per dollar); if you had a US dollar Bank account, the government forced you to change it into pesos at the rate of 1.40 pesos per dollar.

http://rt.com/news/argentina-advice-greece-default-033/

topi Februar 25, 2012 um 16:40

Draghi und co hatten eine Chance.

Flutung der Finanzer mit Billigst-Billionen, die sie dann mit Aufschlag unter der Inflationsrate an die Staaten verleihen können, auf der einen Seite.
Das hilft den Geldvermögenden, ihre Luftgelder noch eine Weile unter den Untoten zu lassen, also die Abschreibung zu verschieben.

Aber man muss auch gönnen können!

Wenn sie auf der anderen Seite die Sanierung der Staatshaushalte nur ein wenig aus Vermögens- und Spitzeneinkommenssteuern propagieren würden, dann könnten die Scheinfantastilliarden in den Büchern stehen bleiben, und Krethi und Pleti am Leben.

So geht es natürlich nicht; Austerität kann durch interne Abwertung bei Einzelstaaten noch Nachbarn anbaggern (oder krasse Exportdefizitsalden ausgleichen) und damit wieder aufgefangen werden.

Wenn alle das tun, ist die Empirie dagegen so klar wie Kloßbrühe: es gibt nur einen Fall, WWK 1.

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 16:40

here she is

http://www.youtube.com/watch?v=FWUMAxqMAOo&feature=player_embedded

The Capital Account with Lauren Lyster

topi Februar 25, 2012 um 16:41

@ wilma

Nur auf eine Art: Man jagt die entsprechenden Politiker aus dem Amt, dann werden auch solche Verträge wie ESM hinfällig.

Freiheit für Europa Februar 25, 2012 um 16:44

“Mario Draghi sollte seinen Hut nehmen!”

Yäpgäll! @Linus!

das ist der FRÜHLING! der DEUTSE FRÜHLING!

alle jetzt zur EZB: “@MafiaMario go home !”

Freiheit für Europa Februar 25, 2012 um 16:48

Die selbstauserwählten Gotteswerk-Verrichter von GoldmanSachs machen sich jetzt daran, ihren alten Erzfeind auszuplündern . . .

“Italiens Premier Monti: Keine Steuervergünstigungen für katholische Kirche”

Schon klar, @monti, Vergünstigungen gibts nur für GoldmanSachs, gell?

Jackle Februar 25, 2012 um 17:08

Die Kirchen scheinen bei der neoliberalen Menschenverachtung voll dabei zu sein. Zumindest, wenn man ihr Gehör schenkt:

“In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wächst deshalb die Kritik am bisherigen Umgang mit den wohlhabenden Mitgliedern. „Die Kirche hat oftmals nur mit dem Finger auf Verantwortungsträger gezeigt“, erklärt EKD-Ratsmitglied Marlehn Thieme, die Direktorin der Deutschen Bank ist. Die Kirche müsse einsehen, dass es „Funktionseliten in dieser Gesellschaft“ gibt. Es gelte, das Evangelium ihren Bedürfnissen entsprechend zu verkündigen.”

http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-7

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 17:10

@ Natalius

Was sollen immer diese Vergleiche? Was sagen sie uns, helfen sie uns weiter.
Wenn X von -1,7 auf -1,5 in der Skala steigt, ist er nun besser geworden, gleich schlecht und einfach nur eine suboptimale Pflaume?

Lassen Sie doch solche “Überkreuzvergleiche”. Übrigens, und das gilt auch für dieses Amt, jeder ist ersetzbar und meistens schließt sich die hinterlassene Lücke von selbst.

Beispiel: Hertha BSC ist besser als FC Lübars. Spricht das nun für Hertha oder gegen Lübars oder ist Hertha weiterhin eine Trümmertruppe?

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 17:12

Demokratiewarnung :

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/g20-treffen-in-mexiko-deutschland-bleibt-bei-schuldenhilfen-vorerst-hart/6254286.html

Wer jetzt nicht erkennt, dass Grenzen überschritten werden sollen, gehört zu den Mittätern.

Eagon Februar 25, 2012 um 17:17

Veränderungen im Sozialbudget 1995 – 2007

Veränderungen im Sozialbudget zwischen 1995 und 2007

Kindergeld +243,0%
Sozialhilfe -23,0%
Arbeitslosigkeit -34,8%
Asylbewerber -58,4%
Wohngeld -60,4%
Kriegsopfer -60,8%

Sozialbudget Leistungen nach Arten in Mio. Euro:

Alter 227.967
Krankheit 190.056
KINDER 70.500
Invalidität 51.723
Hinterbliebene 48.235
Arbeitslosigkeit 38.301
Ehegatten 24.492
Wohnen 20.118
Mutterschaft 5.481
Lebenshilfen 4.295
Verwaltung 24.406
sonstige 1.294

insgesamt 706.868

Resümee

Krankheit und Alter werden zum grossen Teil über die Sozialversicherungen finanziert.

Kinder , Mütter, Wohnen , Ehegatten, sonstige Hilfen sind sehr grosse Posten im Sozialbudget.

Was Draghi eigentlich meint:

Wenn die Arbeitslosen stärker gegeneinander konkurrieren sinkt der Preis der Arbeit.

Beim Wandern im Wald hat er folgende Beobachtung macht.

Je intensiver Pilzsammler nach Pilzen suchen desto mehr Pilze wachsen.

Oder Arbeitslose die intensiver suchen lassen die Arbeit wachsen.

UND DAMIT GENERIEREN SIE WERTSCHÖPFUNG die der Elite das angemessene Leben ermöglicht.

Eagon Februar 25, 2012 um 17:20

Ach ja.

Schauen wir auf die Finanzierung des Sozialbudgets:

Anteil zur Finanzierung des Sozialbudgets nach Sektoren(1960 / 2001)

private Haushalte (21,6% / 30%)
Unternehmen (33,6% / 26,4%)
Bund und Länder (21,4% / 11,2%)
Kommunen (5% / 9%)

Bund und Länder würgen die wirtschaftliche Entwicklung in den Gemeinden durch falsche Budgetrestriktionen.

Stephan Februar 25, 2012 um 17:25

Sehr schön der Handelsblatt Artikel. Deutschland hofft also das zahlungskräftige IWF-Mitgliedsländer wie Japan dem Fonds bilateral Kredite geben, die dann als Hilfen unter anderem nach Europa fließen könnten. Hey Deutschland: Japans Schulden sind 200% vom japanischen BIP. Krass oder? Und trotzdem noch immer zahlungskräftig. Deutschland wird von scheinheiligen Pharisäern oder absoluten ökonomischen Nieten regiert.

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 17:28

Deshalb ist es gut, dass es Schäuble nicht gelingen wird, die kommunale Gewerbesteuer abzuschaffen.

Nanuk Februar 25, 2012 um 17:42

Breaking news from G20
Wir zahlen nicht für ihre Krise Frau Merkel…
gz
Brics

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 17:43

“Ein Spitzenvertreter aus dem Kreis der Troika, zu der die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds, sagt laut Süddeutscher Zeitung: “Wenn nach den Wahlen die Kommunisten regieren, ist unser Geld größtenteils weg.””

aus:

http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-euro-retter-wappnen-sich-gegen-neue-hiobs-botschaften/60173789.html

Da kommt die wahre Gesinnung der Troikisten zum Vorschein.
Abgeordnete ihr werdet gefordet .

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 17:52

Abgeordnete, der ist gut. Sind das die Schnarchnasen, wie sie Priol immer bezeichnet?

http://www.project-syndicate.org/commentary/james64/German

Wie kann man eine solchen Beitrag schreiben, ohne Namensnennung von Merkel, Sarkozy, Mitterand, Brüning?

Morph Februar 25, 2012 um 18:02

@Stephan

“Deutschland wird von (…) absoluten ökonomischen Nieten regiert.”

Äh, Du scheinst überrascht…

Natürlich wird D wie jeder andere Staat auch von ökonomischen Nieten regiert, wie übrigens auch von rechtlichen, religiösen, wissenschaftlichen, künstlerischen, edukativen, medizinischen und militärischen Nieten.

Das einzige, was die Politiker können ist Politik. Darin erweisen sich mit schöner Regelmäßigkeit pasionierte Juristen, Geistliche, Wissenschaftler, Künstler, Lehrer, Ärzte und Generäle als Nieten.

Wenn es einer mit Sachverstand dahin bringt, das entsprechende politische Ressort zu verantworten, dann hat er den Weg dorthin GEGEN die Rationalität, die ihm sein Sachverstand gebietet, geschafft.

Daher sagt man, Politik mache zynisch.

Ist aber nur die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft.

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:21

Aha, Nieten über Nieten, man die Nieten vor lauter Nieten nicht.
Also nun mal ganz ehrlich, sollte es so tatsächlich sein, dann geht es uns aber sehr gut, dank dieser Nieten.

Da aber neuerdings, also ein paar Jahrzehnte, alles nur unter dieser Phrase zu verstehen ist und werden soll:

It’s the economy, stupid

müssen wir, ob wir wollen oder nicht, uns neu justieren oder wir lügen uns in die eigene Tasche. Denn die absoluten kriminellen Vollidioten sitzen genau dort.

It’s the economy, stupid

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 18:23

@ Horst Schmidt

Die Büchse der Pandora ist geöffnet :

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/medienbericht-friedrich-fuer-austritt-griechenlands-aus-der-euro-zone/6254986.html

Hoffentlich bleibt sie lange genug geöffnet, damit diese Hoffnung wirkt. Geschichte wiederholt sich nicht.

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:24

schenke ein – sieht !

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:29

@ Bloggerkeule

Wer hat denn diese Oberniete Friedrich autorisiert, solch Dampf abzulassen? Mutti?
Ach so, geht es gut, war es Mutti, ansonsten war der Minenhund Friedrich aus Bayern unterwegs. :-)

sk8erBLN Februar 25, 2012 um 18:33

OT und doch sehr passend:

Und all denjenigen die nicht so recht verstanden haben weshalb ich im vorherigen Posting auf dem Stasi Thema herumgeritten habe sei diese Lektüre empfohlen:

Damit ist dann auch klar, zu welcher Thematik der BP in Spe sich gerne ausführlichst äußern sollte.

Geheimdienste überwachten mehr als 37 Millionen E-Mails

Es reicht ein Wort wie “Bombe”: Bei der Fahndung nach Terroristen, Waffenschiebern oder Schleuserbanden hat der deutsche Geheimdienst im Jahr 2010 einem Bericht zufolge mehr als 37 Millionen E-Mails und Datenverbindungen überprüft. Das ist fünfmal mehr als je zuvor.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,817499,00.html

sk8erBLN Februar 25, 2012 um 18:34

OT und doch sehr passend Fortsetzung

Heise Berichtet dann noch etwas präziser über die “Erfolgsquote” der Massenhaften Überwachung à la Stasi2.0: Insgesamt gab es nur in 213 Fällen verwertbare Hinweise für die Geheimdienste.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Geheimdienste-ueberwachten-37-Millionen-Netzverbindungen-1442867.html

Nanuk Februar 25, 2012 um 18:35

und bei nächsten Gipfel wenn wir halb Europa abgeschossen haben werden die sagen.

Wir kaufen nicht mehr ihre Produkte Frau Merkel.
gz
Brics

sk8erBLN Februar 25, 2012 um 18:35

OT und doch sehr passend Fortsetzung

Dazu heisst es im PKG Bericht:
Die PKG schreibt in ihrem Bericht (PDF), 2010 hätten die Behörden in E-Mail und anderen Kommunikationen nach rund 16400 Begriffen gesucht. Der größte Teil (rund 13.000) entfiel auf den Bereich des Waffenhandels, dort wurden auch mit 25 Millionen die meisten Gespräche und Mail-Konversationen erfasst. Davon wurden letztlich 180 ” als nachrichtendienstlich relevant eingestuft; hierbei handelte es sich um 12 E-Mail-, 94 Fax- und 74 Sprachverkehre”, heißt es in dem Bericht

Der Detailbericht des parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) ist hier als PDF abrufbar:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/086/1708639.pdf

Stasi2.0 lässt grüßen

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 18:37

@ Horst Schmidt

Spieltheoretisch hat Mutti verloren – daher diese Versuche. ;-)

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:39

Ein kurzer Einwurf. Gerade jetzt sollten wir dieses an die Substanz gehende Thema kurz unterbrechen, denn scheinbar gibt es Wichtigeres zu berichten.

“Gaucks Lebensgefährtin will nicht mehr als Journalistin arbeiten

Daniela Schadt beendet ihre Arbeit als Politikredakteurin einer Nürnberger Tageszeitung. Sie sagt, ihr Beruf sei mit dem künftigen Amt ihres Mannes nicht mehr vereinbar.”
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-02/gauck-bundespraesident-schadt

Also kurz gefasst: Die Entfernungsfreundin bezeichnet den noch verheirateten zukünftigen Bundespräsidenten als ihren Mann!

Allein daran lässt sich ableiten, in diesem Lande stimmen die Zusammenhänge und Sichtweisen nicht mehr. (dieses ist nicht moralisch gemeint!!).

14 Februar 25, 2012 um 18:40

Wir kaufen nicht mehr ihre Produkte Frau Merkel

Was sollen das auch für Produkte sein….neoliberale Ostzonenservilität etwa?

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:41

@ Bloggerkeule

Mutti verliert erst dann, wenn Friede und Liz sagen, TILT! :-)
Werde ich das noch erleben? Na, es wird knapp. :-(

holger Februar 25, 2012 um 18:43

@ Horst Schmidt

—>>>Sie sagt, ihr Beruf sei mit dem künftigen Amt ihres Mannes nicht mehr vereinbar.”

Ist bestimmt ein Druckfehler:

Sie sagt, ihr Beruf sei mit dem Amt [was man ja verstehen kann] ihres künftigen Mannes nicht mehr vereinbar.

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:46

@ 14

So wie Patrick Rambaud es schrieb, nur übertragen auf Deutschland:

(Die Königin) ‘Der Prinz wechselte oft seine Meinung, denn eine eigene hatte er [sie] nicht, und er (sie) nannte dieses Verkleidungsspiel Pragmatismus’.”

Ergo, wir kaufen den Pragmatismus. Ist so nichts wert, aber wir kaufen ihn.

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:49

@ Holger

Frau Gauck, die echte, wahre, einzige Ehefrau des Pastors, lässt sich nicht scheiden! Kein Druckfehler. Ihre Meinung! :-)

14 Februar 25, 2012 um 18:50

Horst, das ist kein Pragmatismus mehr, das ist fortgesetzte Stümperei..

Bloggerkeule Februar 25, 2012 um 18:52

@ Horst Schmidt

Erinnere mich an einen Vortrag von Frieder Naschold für Liz Mohn bei der KGSt
http://de.wikipedia.org/wiki/Frieder_Naschold

Finanzplanung …

Die Populisten, -innen werden ganz schnell umschwenken.

holger Februar 25, 2012 um 18:53

Hoch-Zeit im Schloß Bellegauckler. Lübberding macht dann das Blumenkind :D . Hosianna…Hosianna…Hosianna… Geht bestimmt mit ner Kutsche durch das janz Berlin. Das Volk jubelt den jungvermählten Glücke zu. Hundertausende säumen die Straßen, die in ein Blumenmeer tauchten. In der lauen Sommernacht, wird ein Märchen wahr.

seufz

14 Februar 25, 2012 um 18:54

alles vom asozialen Rummelplatzgerd abgekuckt, nech…

Natalius Februar 25, 2012 um 18:54

@sk8erBLN

Das ist in der Tat besorgniserregend. Ebenso wie theoretisch mögliche BKA-backdoor-Mutanten, die kein Virenscanner erkennt, weil die Operation zielgerichtet abläuft.

Eine Verfünffachung von Stasi-Kunstlederhutdeppen in einem Jahr hätte jeder DDRler sofort bemerkt…

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 18:55

@ 14

Das sagen Sie so einfach und gelassen dahin. :-)

Ach noch ein kleiner Knaller der Grünen aus der “FAS”/”FAZ”

“Gauck muss sich für nichts entschuldigen“, sagte sein Sprecher Andreas Schulze (Bündnis 90/Die Grünen) der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) mit Blick auf die Kritik wegen Äußerungen Gaucks zu Sarrazin und zur Occupy-Bewegung. Gauck sei kein Sarrazin-Fan. Da seien Verkürzungen verbreitet worden. Den Vorwurf der „sozialen Kälte“ nannte Schulze „parteipolitisch motiviert“. Die Äußerungen Gaucks seien keine Abwertung des Protests.

Auch die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) verteidigte Gauck: „Wenn wir jemanden wollen, der nicht aus der aktiven Politik kommt, können wir ihm nicht vorwerfen, dass er nicht wie ein Politiker redet“, sagte Deligöz der F.A.S. Gauck sei kein Verteidiger von Sarrazin.”
http://www.faz.net/aktuell/politik/kritik-an-aussagen-zu-sarrazin-gauck-muss-sich-nicht-entschuldigen-11662112.html

Nanuk Februar 25, 2012 um 18:58

@Horst Schmidt
Ist dir aufgefallen das sie den Gauck garnicht quatschen lassen…

holger Februar 25, 2012 um 18:59

Horst Schmidt

—>>>Frau Gauck, die echte, wahre, einzige Ehefrau des Pastors, lässt sich nicht scheiden! Kein Druckfehler. Ihre Meinung!”

Aber aber… wo ein Wille ist…

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 19:04

@ Nanuk

Nee. Habe ich nicht diesen Beitrag verlinkt.

Von der Schönheit der Freiheit
http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/passage2/2723.sh10207245.html

Aber hallo, schön mitzählen wie oft, ja inflationär er den Begriff Freiheit strapaziert, quält, ohne auf Gerechtigkeit einzugehen.

topi Februar 25, 2012 um 19:06

Gerade in den Nachrichten: Friedrich will die Griechen nicht rausschmeißen, sondern ihnen “ein Angebot machen, dass sie nicht ablehnen können”.

Der Friedrich ist ja schon öfter als verbal inkontinent aufgefallen.

Insofern:

Narrenmund tut Wahrheit kund.

:roll:

Horst Schmidt Februar 25, 2012 um 19:07

@ Holger

“(D)Sein Wille, oh Godfather der Freiheit, geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.” Amen.

Stephan Februar 25, 2012 um 19:22

@Morph
Ich schätze deine Meta-Ebene-Analysen sehr. Aber hier müssen wir doch mal zwischen (nicht vorhandenen) Sach-/Fachverstand und gesunden Menschenverstand unterscheiden. Hier geht es um ein einfaches logisches Problem, dass sogar mein Söhnchen (der keine Ahnung von Makro hat) hinterfragen kann. Du hast doch auch Kids. Spielen wir also das Szenario durch. Mein Söhnchen hat Politikunterricht und hört Europa ist in Not. (Die Indoktrination im Politikunterricht ignorieren wir mal.)

Söhnchen: Warum ist Europa in Not? Viele Leute haben keine Arbeit und kein Geld mehr? Papa: Wir haben sehr viele Schulden! Söhnchen: Wie viele Schulden haben wir denn? Papa: Gigantische 80% des BIP. Söhnchen: Wie viele Euro sind das? Papa: Gute Frage. Daumen x Pi ein paar Billionen Euro. Söhnchen: Und was machen wir jetzt? Papa: Wir brauchen Hilfe von anderen Staaten. Söhnchen: Wer kann uns denn helfen? Papa: Japan zum Beispiel. Söhnchen: Was macht den Japan besser als wir? Papa: Die bauen Nintendos und PS3. Söhnchen: Cool! Und die haben keine Schulden. Papa: Doch. Haben die auch. Söhnchen: Wie viel Schulden hat denn Japan? Papa: So ca. 200% des BIP. Söhnchen: Aber die haben doch viel mehr Schulden als wir? Papa: Ähem …

Eagon Februar 25, 2012 um 19:39

Wachstumsprognosen beeinflussen das Handeln jedes einzelnen Wirtschaftssubjektes und somit das tatsächliche Wachstum.

Draghi hat durch seine Prognose zur Zukunft des Sozialstaates das Verhalten von Menschen geändert.

Das tut ihr in den Blogs auch.

Nur Draghi erreicht mehrere hundert Millionen Menschen.

DIE PRIVATEN HAUSHALTE WERDEN MEHR SPAREN!

Stephan Februar 25, 2012 um 19:45

@Eagon
>Nur Draghi erreicht mehrere hundert Millionen Menschen.

Na, jetzt übertreiben wir mal nicht. Das würde sich das Wall Street Journal zwar wünschen ist aber nicht der Fall.

Morph Februar 25, 2012 um 19:50

@Stephan

Naja, der nicht viertels- sondern halbgebildete daddy würde seinem Söhnchen wohl erzählen, dass Europa eine andere politische Architektur als Japan hat und daher die Staatsschulden der Euromitgliedsländer auch einen anderen Status haben als die Staatsschulden Japans.

Whatever: Wahrscheinlich bin ich sowohl ökonomisch als auch politisch zu unbedarft, um mich derart über Banker, Politiker oder sonst irgendwelche Funktionsträger wegen ihrer so oder so konstruierbaren Nietenhaftigkeit empören zu können.

Vielleicht auch eine Temperaments- und Konstitutionsfrage: Ich kann z.B. psychophysisch nicht nachvollziehen, wie etwa Fußballzuschauer es schaffen können, Schiedsrichter aufs Wüsteste zu beschimpfen; oder wie sie bei der je eigenen für jedermann erkennbaren sportlichen Untauglichkeit Qualitätsurteile über spielerische Performanzen glauben plausibel abgeben zu können. Ich habe dagegen gar keine normativen Vorbehalte. Jeder wie er mag. Ich verstehe aber schlicht nicht, wie jemand etwas so offenkundig Abwegiges zuwege bringt.

Und bei den täglich zu Dutzenden hier im blog abgegeben kritischen Zweizeilern zum Weltgeschehen geht es mir ganz ähnlich.

Occupy EZB? Gottchen. Da hat der Gauck schon recht…

Stephan Februar 25, 2012 um 19:59

@Morph
Dann würde das halbgebildete Söhnchen den viertelgebildeten Papa fragen warum die Japaner eine so viel bessere politische Architektur haben?

>Occupy EZB? Gottchen. Da hat der Gauck schon recht…

Nun. Mit deinem Zynismus kann ich ganz gut leben. Aber wirklich weiter bringt uns diese Geisteshaltung nicht, oder?

Andreas Kreuz Februar 25, 2012 um 20:06

@morph

>>Und bei den täglich zu Dutzenden hier im blog abgegeben kritischen Zweizeilern zum Weltgeschehen geht es mir ganz ähnlich.<<

Wenn ich hier in mehrseitigen Abhandlungen darlegen würde,
dass in einigen Großkonzernen nur noch die wackligen Fassaden stehen,
während die tragenden Säulen im Laufe der Zeit einfach weg gerostet sind,
weil man an der Farbe und der Arbeitskraft und der Bildung für die Instandhaltung und Erneuerung gespart hat um höhere Gewinne auszahlen zu können,
und wenn mir Herr Wermuth im Herdentrieb schreibt, dass wir hier einfach nicht mehr wettbewerbsfähig sind,
und die Stahlträger aus China billiger sind (da sind aber die Schweißnähte nur mit Klebstoff angedeutet und überstrichen) ,
ja – da wird das niemand glauben bevor ihm das Ding nicht auf die Birne rasselt…

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Warum erinnert mich das so an die 80er in der DDR? ;-)

Du glaubst gar nicht,
wieviele Parallelen es gibt, wenn Systeme am Ende sind.

Und dann kömmt sie,
die Resonanz-Katastrophe:

http://www.youtube.com/watch?v=aRmv4cln6to

holger Februar 25, 2012 um 20:16

@ Andreas Kreuz

—>>>Du glaubst gar nicht,
wieviele Parallelen es gibt, wenn Systeme am Ende sind.”

Man muss es ja nicht unbedingt sehen wollen, da spielen einige Faktoren rein. Auch eben Persönlichkeitsstrukturen Wenn man es nicht sehen will, macht man eben Nebel.

Stephan Februar 25, 2012 um 20:20

@Holger
Na geht doch. Du kannst auch Kommentare schreiben die bei der Sache bleiben. Danke. Ab #100 gilt bei mir Feuer frei. Damit muss ich mich wohl hier anfreunden. Ausnahmen bestätigen die Regel :~)

holger Februar 25, 2012 um 20:25

@ Stephan

ich kann sowohl als auch. Und nochmals, mich stört kein Löschen. Das habe ich damals schon den Strobl gesagt. Es ist ganz allein deine Entscheidung. Und dabei kann ich mir wieder was denken. Also ich nehme es dir nicht übel. Im Gegenteil.

Systemfrager Februar 25, 2012 um 20:36

Je älter ich bin, desto mehr wundere ich mich, wie konnte es Stalin mit so wenig Opfer von solchen Bösewichten und Teufeln schaffen

Systemfrager Februar 25, 2012 um 20:47

“So stehen wir vor einem eigentlich nicht mehr für möglich gehaltenen Rückfall in vordemokratische Zeiten: Die Menschen sind heute in Europa von Ideal der Demokratie und des Gemeinwohls genauso weit entfernt wie einst im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Nicht einmal das (von Karl Popper formulierte) demokratische Minimums ist gesichert. Die Bürger können ihre europäische „Regierung“ nicht abwählen, mag diese auch noch so sehr versagt haben. Ja, sie können gar nicht erkennen, wer für welche Entscheidung eigentlich die Verantwortung trägt.”

Hans Herbert von Arnim, Das Europa Komplott, Hanser Verlag, 2006, S. 31.

Wilma Februar 25, 2012 um 20:55

Bei “Feuer frei” möchte ich hier meine Bitte äußern, dass Herr Gauck sich nicht scheiden lässt,
Er hat es bis jetzt (wahrscheinlich steuerlichen Gründen) nicht getan.

Seine jetzige “Noch-Ehefrau” ist 71 Jahre,
Die neue 52. Das kostet den Steuerzahler mehrere Jahre länger Ehrensold für die Hinterbliebene First Lady.
Würde eigentlich die gesetzliche Rente mit der Ehrensoldrente verrechnet ?

Herr Draghi, setzen Sie da mal mit Ihrer “Sozialpolitik”.

Wilma Februar 25, 2012 um 21:40

@ Systemfrager

In Deutschland hat die Kanzlerin die Richtlinienkompetenz.
In der EU verlaufen wir uns, wenn wir Verantwortliche suchen.
Die Richtung, wohin die EU geht, liegt für den Bürger im Nebel.
Da bestimmen unbekannte Kommissare, Räte etc.
Da gibt es Barroso, Juncker, van Rompey, Ashton.
Niemand dort ist wirklich greifbar.
Und das Sahnehütchen obendrauf dann die EZB, die jetzt in der Sozialpolitik mitredet.

Lina Februar 25, 2012 um 22:52

Herrjeeeeeeee……

@ Stephan
Um Widerstand zu leisten, muss man erst einmal wissen, gegen WEN man Widerstand leisten sollte und WARUM.

Wenn man in einem springerverseuchtem Land zum Widerstand aufruft, wird es so enden, dass griechische Pommesbuden-Besitzer von vermeintlichen “Widerständlern” erschossen werden.

Des Pudels Kern haben die Wenigsten verstanden. Das war ein Satz, den der ehemalige Bundespräsident Köhler hat fallen lassen (sinngemäß): “Früher hat man (billige) Arbeitkräfte hier ins Land geholt. Heute muß das Kapital dort hingehen, wo es billige Arbeitskräfte gibt.”

Capice?!

Das ganze Ding kann man auch umdrehen und sagen:
“Liebe Mitarbeiter, Ihr seid zu teuer. Ihr wollt eine gesicherte Rente etc. Mit solchen Forderungen verdiene ich nicht das, was ich mir vorstelle. Also produziere ich in einem Land, in dem die Menschen “bescheidener” sind.

Wir halten fest: “Das Kapital” ist nicht mehr ortsgebunden.

Der zweite Faktor, der eigentlich der wichtigste von allem ist:

Wissen, was Freiheit bedeutet.

Das ist ein Punkt, den in Deutschland (fast) niemand versteht und niemals verstanden hat.

Bevor Du reflexartig anfängst über Meinungs- und bullshit-Freiheiten nachzudenken, komme ich auf den Kern:

Freiheit ist das Gegenteil von Sklaverei.

Du bist ein Sklave, wenn Du nur die Wahl hast für einen Hungerlohn für ein Unternehmen zu arbeiten oder auf dem Bürgersteig elendig zu verrecken.

Das beste Beispiel hat der junge Mann in Algerien geliefert:
Die unterbezahlte Arbeiten in einem der Zulieferbetriebe für “den Westen” (die den Militärs gehören) sind rar.
Dafür gibt es Gesetze, die so restriktiv sind, dass Du nicht einmal mit einem Bauchladen einigermaßen über die Runden kommen kannst. Für diese Gesetze wiederum sorgen die “Herren” die viel Geld mit den Zulieferbetrieben sorgen. Ein anderes Wort dafür: Monopole.

Europa wird von ein paar Monopolisten regiert.
Sie schreiben die Gesezte. Sie sorgen dafür, dass Du mit Deinem “Bauchladen” nicht überleben kannst.

Versteht das jemand?
Nein. Denn diejenigen, die das Kapital haben, sorgen für tolle Folkloreveranstaltungen in Europa. Die nennt man NATIONALISMUS.

Wenn also ein DEUTSCHER zum Widerstand aufruft, wird unweigerlich eine grausige Folkloreveranstaltung stattfinden. Und die ist denen, denen wirklich Widerstand geleistet werden muss, sehr recht.

Kalinichta.

Lina Februar 25, 2012 um 22:55

Herrjeeeeeeeeeeeeeeeee……

Tipp- und Ausdrucksfehler könnt Ihr behalten, wenn hr sie findet.

ich tippe alles schnell runter, was mir am Herzen liegt und drücke auf “submit”

Lina Februar 25, 2012 um 22:57

Lest noch einmal das Buch “Terror der Ökonomie”.
Es war noch nie so aktuell wie heute.

Stephan Februar 25, 2012 um 23:04

@Lina
>Du bist ein Sklave, wenn Du nur die Wahl hast für einen Hungerlohn für ein Unternehmen zu arbeiten oder auf dem Bürgersteig elendig zu verrecken.

Einverstanden. Siehe Foxconn. Deshalb bin ich ein Sozialist/Kommunist/Marxist/Anarchist … was auch immer.

Lina Februar 25, 2012 um 23:21

Was auch immer? Ein Gar-Nix.

flummi Februar 25, 2012 um 23:33

Mit dem Notebook in der Hand, reflektieren und dokumentieren wir unseren Weg zur Schalchtbank,.Tag für Tag aufs Neue, Schritt für Schritt dem End-Ziel näher kommend…

Natalius Februar 25, 2012 um 23:57

@Lina

Irgendwie ist es so wie Sie’s zusammenfassen: Es ist leichter, zu sagen, was wir nicht wollen als zu erklären, was wir wollen.

Schatten des Fortschritts Februar 26, 2012 um 00:19

“Einverstanden. Siehe Foxconn. Deshalb bin ich ein Sozialist/Kommunist/Marxist/Anarchist … was auch immer.”

Wer heute bei Foxconn für einen miserablen Lohn arbeitet, tat das bei Mao im Arbeitslager für eine halbe Schale Reis.

PS “In China steigen die Löhne im Durchschnitt über 20 Prozent pro Jahr.”
http://www.dw.de/dw/article/0,,15687792,00.html
l

topi Februar 26, 2012 um 00:48

@ Stephan

“Foxconn”

So schlecht geht es ja den Foxconnern im Vergleich gar nicht; und die Tendenz ist stark steigen.

Wie sagt Hen-Li Fold: Aus Ei-Krempel-Herstellern müssen Ei-Krempel-Konsumenten werden. ;-)

Man muss sich nur die Entwicklung ansehen; auch wenn die Lebensbedingungen der Foxconner gemessen an unseren nicht doll sein mögen, im Vergleich mit den Bildern von vor 10 Jahren, als da Arbeitsameisen in Blauuniform zu sehen waren, ist die Richtung klar.

Letztlich ist es natürlich “unser” Irrsinn gewesen; glaubt man komparativen Kostenvorteilen, dann muss ein Hochtechnologie- und bisheriges Hochlohnland völlig dämlich sein, auf einmal im Billiglohnsektor konkurrieren zu wollen.

Wohlstandsverluste durch Handel, wie bescheuert.

Hier wirkt aber natürlich auch die massive Wechselkursmanipulation (allseitig), sonst könnte es ja die dauerhaften Ungleichgewichte nicht geben, Lohnhöhe in China hin oder her.
Im FIAT geht viel mehr Ungleichgewicht, als mit richtigem Geld.

Um so mehr msollte man sich natürlich auf die Realgüterseite und den Inlandskonsum/investition konzentrieren.

Und in unter “Standortbedingungen” endlich wieder Forschung, Bildung, Infrastruktur, Lebensqualität etc. verstehen, statt fortgesetztem Lohndumping.

Natalius Februar 26, 2012 um 00:51

PS: Aber irgendwie weiss ich jetzt auch, was den Strobl genervt hat: Es geht so nicht weiter. Rhetorik trainiert (als Diskurs-Übung) – aber führt zu keinem Lösungsansatz. Langfristig ist das unbefriedigend. Oder anders: Auch selbstbestimmte Aaabeit muß zu Ergebnissen führen, die in irgendeiner Form “nützlich” sind. Ansonsten läuft es auf eine Zelebration des Vergänglichen hinaus. Ich blogge, weil ich bin. Mit Strobl teile ich die Abneigung, sich wiederholen zu müssen – immer wieder, und noch einmal. Das ist Laufrad. Und Endlosschleife: Es wird so unendlich viel geschrieben, kommentiert, reflektiert, Jmp Endlosschleife.
Was ist sinnvolle “Aabeit”? (Die Zukunft von Marx haben wie längst erreicht!)

flummi Februar 26, 2012 um 01:16

@ natalius

andererseits, wie sollte man ohne blogs den ganzen wahn aushalten? Ich schmachte ja auch immer nach den richtigen Worten, die irgendjemand für mich findet u. auspricht, in der Hoffnung sie könnten irgendetwas in mir freisetzen. Aber können sie das? Wir müssen mehr u. mehr auf die Qualität unserer Worte achten, auf die Tiefe u Klarheit. ach ich weiss auch nicht…

Aber Sybile Berg, die will es auch nicht wirklich wissen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,816729,00.html

Ihr reichen ein paar Luftballons um sich ein Urteil zu erlauben. Ein paar aufgeschreckte Kommentare…denen sie vorwirft, sie wollten nichts wissen. und dabei will sie selbst nicht mehr wissen, nur schreiben.

Nanuk Februar 26, 2012 um 07:38

Jetzt mal ernsthaft Paranoia in allen Ehren aber der Geheimdienst durchsucht 25 Millionen Emails. Davon wurden letztlich 180 ” als nachrichtendienstlich relevant eingestuft

Nach den kosten Frage bitte niemand.
Was machen die eigendlich so nach dem Kalten Krieg den ganzen Tag in der Nase Bohren? Die müssen doch vor Langeweile den ganzen Tag lang nur Tetris und Solitär zocken… und nochmal frage niemand was das gekostet hat.
In was für einem langweiligem Land leben wir eigentlich

Unser Geheimdienst ist auch nur ein Achmed…
http://www.youtube.com/watch?v=1uwOL4rB-go

Nanuk Februar 26, 2012 um 07:47

Unser Geheimdienst ist ne alte stinkende Geisterbahn…
http://www.youtube.com/watch?v=hhFY5u4gVa8&feature=related

Nanuk Februar 26, 2012 um 08:02

Vorschlag zur Effizienz Steigerung im Deutschen Geheimdienst…
Wir schenken den “Agenten” ein Iphone dann können die den ganzen Tag Smash Cops zocken.
http://www.appgefahren.de/smash-cops-auf-verbrecherjagd-34971.html

und die paar die Arbeiten wollen die schicken wir zur Polizei Abteilung Wirtschaftskriminalität oder zum Finanzministerium als Steuerfahnder dann können die sich um die Wirtschaftskriminellen in den Banken kümmern…

Nanuk Februar 26, 2012 um 08:06
Gekis Februar 26, 2012 um 08:46

Bilder sagen oftmals mehr als 1000 Worte.

European Debt Crisis: Who Loaned Greece the Money?

http://demonocracy.info/infographics/eu/debt_greek/debt_greek.html

Linus Februar 26, 2012 um 09:59

“Jetzt mal ernsthaft Paranoia in allen Ehren aber der Geheimdienst durchsucht 25 Millionen Emails. Davon wurden letztlich 180 ” als nachrichtendienstlich relevant eingestuft”

Ja, das macht mir auch Sorgen. Wenn das tatsächlich die ganze Ausbeute sein soll, dann haben wir entweder lauter Penner im Geheimdienst, oder es wird wirklich nix mehr mit der Revolution in Deutschland :-(.

Nanuk Februar 26, 2012 um 10:11

@Linus
http://www.youtube.com/watch?v=X6dl-1cybvU
Lachen oder weinen kannste dir aussuchen…

Bloggerkeule Februar 26, 2012 um 10:17

@ Linus

We will never give up !

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/1678009/

Johannes Tuchel von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand:

“Man kann bei ihm lernen, dass es auch bei einer aufkommenden Diktatur möglich ist, konsequent sich der Diktatur zu verweigern und eben nicht mitzumachen. Man muss nicht mitmachen, sondern man kann auch den anderen Weg gehen. Und das ist ein Zeichen, das wir bei Nikolaus von Halem ganz klar erkennen können.”

f.luebberding f.luebberding Februar 26, 2012 um 10:24

Gekis

Guter Hinweis. Das habe ich einmal getwittert.

Andreas Kreuz Februar 26, 2012 um 10:37

@Linus Februar 26, 2012 um 09:59

Hätten wir einen größeren Fachmann als den neuen Bundespräsidentenamtswürdewiederherstellungskandidaten,
der sich der Sache einmal annehmen sollte?

Hans Hütt Februar 26, 2012 um 10:52

Linus

The revolution will not be televised. Sie wird auch nicht gemailt. Ein Trost, huh?

Bloggerkeule Februar 26, 2012 um 11:09

Demokraten es ist Zeit aufzustehen.
Wir haben 24 Stunden und eine Titelseite in den Medien.
Wir können unsere Volksvertreter überzeugen dem Nichts im Bundestag nicht zu zustimmen :
Das ist Wahrheit in Ehrlichkeit.

per Mail, Anruf, Ansprache, Online, Zeitung und im Netz.

faz-online ist voll dabei – Danke FS und …;
http://www.faz.net/aktuell/politik/debatte-um-euro-rettung-wird-schaerfer-innenminister-friedrich-raet-griechen-zum-euro-ausstieg-11662932.html
HB und ftd auch! – Springer muss folgen.

Stellt euch vor bei der Abstimmung stehen die Parlamentarier auf und sagen nein ! Sie sind frei und dem Gewissen verantwortlich.

Wir haben fünf Sinne zu überzeugen, in 24 Stunden.
Aufstehen !

Nanuk Februar 26, 2012 um 11:12

@Hütt
In protestantischer eintracht sitzen sie und warten auf den Klimawandel und die Flut…

Eagon Februar 26, 2012 um 11:14

“Die Euro-Krise besagt gar nichts darüber, ob das Sozialstaatsmodell nachhaltig ist oder nicht. Was heute feststeht, ist, dass die Sparpolitik (fiscal austerity) sich als Fehlschlag erwiesen hat.”

http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.com/2012/02/hat-das-europaische-sozialstaatsmodell.html

Eagon Februar 26, 2012 um 11:21

Überraschend wenn das einfache Volk Eintritt bezahlen will, weil es aufgeklärt sein will.

http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.com/2012/02/euro-krise-und-einfache-menschen.html

Wieder mal ein Versagen unserer öffentlich – rechtlichen Medien.

Stephan Februar 26, 2012 um 11:32

Friedrich: “Ich rede nicht davon, Griechenland rauszuschmeißen, sondern Anreize für einen Austritt zu schaffen, die sie nicht ausschlagen können.”

Ähem … passiert das nicht seit 2 Jahren? Ich würde vorschlagen mal die Taktik zu ändern. Statt negativer Anreize würde ich positive Anreize empfehlen. Aus der Verhaltensökonomie wissen wir das Letztere viel effektiver sind die gewünschte Verhaltensänderung herbeizuführen.

Morph Februar 26, 2012 um 11:37

@Stephan

“Nun. Mit deinem Zynismus kann ich ganz gut leben.”

Ist es zynisch, darauf hinzuweisen, dass man nicht mit dem Kopf durch die Wand kann? Finde ich nicht.

“Aber wirklich weiter bringt uns diese Geisteshaltung nicht, oder?”

Wer ist ‘uns’? Die Menschheit? Die Bevölkerungen der
industrialisierten Welt? Vielleicht nur deren ‘Mitte’ (aka soziale Trägerschicht produktiver Arbeit sensu Marx)? ‘Die’ Europäer? ‘Die’ Deutsch(sprachig)en? Diejenigen, die hier im blog diskutieren?

Und was heißt ‘weiter bringen’? Gibt es eigentlich einen Zielpunkt der gesellschaftlichen ‘Weiterentwicklung’, für den es sinnvoll wäre, sich zu engagieren?

Inhaltlich kann ein solcher Punkt nicht markiert werden, denn jedes Kriterium, das eine Weiterentwicklung überhaupt beobachtbar macht, eröffnet einen infiniten Weiterentwicklungshorizont.

Man kann die Frage nur formal beantworten: Das Ziel gesellschaftlicher Weiterentwicklung wäre erreicht, wenn alle beschreibbaren Weiterentwicklungsmotive abwegig erscheinen würden.

Zu tun bleibt uns also:

1. Interesse an sozialen Umständen zu wecken und zu fördern, die geeignet sind, die Ursachen gesellschaftlicher Missstände zu beseitigen, nämlich: Leid, Hass und Ignoranz. (Ganz abschaffen lassen sich Leid, Hass und Ignoranz nicht, daher müssen wir auch lernen, die Unvermeidlichkeit gesellschaftliche Missstände auszuhalten).

2. Alle positiven Weiterentwicklungsmotive der Gesellschaft, seien sie technischer, ästhetischer, juristischer, medizinischer, bildungsmäßiger usw. Provenienz, ad absurdum zu führen, und so die Haltung einzuüben, gesellschaftliche Weiterentwicklungsmotive per se als abwegig zu EMPFINDEN.

Bloggerkeule Februar 26, 2012 um 11:40

@ Eagon

Danke für den “positiven” Link zur MMT in der Basketballhalle.

http://coachk.com/wp-content/uploads/duke-basketball-camp.jpg

Eagon Februar 26, 2012 um 11:58

Draghi spricht ja nur das aus, was ihm die Medien besonders unsere hiesigen Medien vorgesprochen haben:

“fast unisono, einschließlich der liberalen Blätter (mit Ausnahme kleiner Randphänomene wie dem Freitag, gelegentlich auch noch der taz) der Zwang ausging, einen neoliberalen Kurs einzuschlagen: “Die ´soziale Frage´ galt nicht nur als vernachlässigbar, sie wurde vielmehr regelrecht als Traditionsballast diffamiert, den man abschütteln müsse, um in der zunehmenden Weltmarktkonkurrenz nicht abgehängt zu werden.”

Deutsche Zustände, Suhrkamp, 2011.

Ich bleibe dabei Draghi erreicht hunderte Millionen. Er faßt nur zusammen was er tagtäglich in den Medien auch der FAZ liest.

Linus Februar 26, 2012 um 11:59

@Morph:
“Und was heißt ‘weiter bringen’? Gibt es eigentlich einen Zielpunkt der gesellschaftlichen ‘Weiterentwicklung’, für den es sinnvoll wäre, sich zu engagieren?”

Wieso Zielpunkt? Umgekehrt! Es gibt eine ganze Latte aktueller gesellschaftlicher Gegebenheit, die man mit Fug und Recht als Mißstände bezeichnen kann. Und deren Beseitung/Linderung kann man durchaus angehen. Hatten wir schon zigmal. Wenn man den Sinn solchen Tuns bezweifelt, dann kann man sich jede Form gesellschaftlicher Organisation auch gleich ganz sparen.

“Wer ist ‘uns’?”
Die 99%. Da kannst du tatsächlich weitgehenden Konsens finden, vielleicht nicht darüber, was sie wollen, aber mit Sicherheit darüber, was sie nicht wollen. Und schon damit läßt sich was anfangen.

Ich halte konkrete Kritik und Skepsis in der Sache durchaus für angebracht. Dein pauschaler Skeptizimus ist aber nicht konsequent genug, als daß man ihn ernst nehmen könnte.

holger Februar 26, 2012 um 12:04

Kann eine Theorie eine globale Allgemeingültigkeit besitzen?

Mich rätselt nämlich etwas. Und zwar die „zeitliche“ „Evolution“. Wen kommt es noch so vor, dass die Woche immer „schneller“ vergeht? Oder anders gesagt: Müssen wir je nach Alter (evtl. Generation), nicht das Älter werden, immer schneller denken? Oder werden wir immer schneller gedacht? Oder fängt das erst mit dem Nach-Denken an?

Also so ne Woche is nix mehr. Es ist schon wieder Sonntag. Meine Zeitempfindung ist hin.
Die letzten 7 Jahre spurlos verschwunden. Halt… keine Demenz. Ist alles im Hirn abgelegt und abrufbar. Die Ordner sind Prall gefüllt, vieles sofort vor Augen und abrufbar.

Was ich damit Fragen möchte, kann es sein, dass es beim Diskutieren um das richtige Geldsystem oder was für ein Dingen überhaupt, letzten Endes daran hapert, weil jeder in einer unterschiedlichen „Zeitdimension“ denkt oder gedacht wird?

Vom Ende her gedacht, weiß ich, dass alles eh Zeitlos ist. Ihr werdet es alle Erleben. Das würde für mich nämlich eine Erklärung liefern, warum der Mensch so ist, wie er ist. Warum sich einige vor Kriegen ekeln, und andere mit einem Hurra sich rein werfen. Kann es sein, dass jeder eine andere Zeitcodierung bekommen hat?

Die Masse scheint in ihrem Verhalten nämlich noch ganz weit zurück, auf dem Zeitstrahl. Ist es deswegen notwendig, Menschen die ihrer Zeit „voraus“ sind, zu denunzieren? Ich bin ja immer noch der Meinung, dass der Mensch keinen freien Willen hat, sondern als Werkzeug gedacht und der Körper gesteuert wird.

Wenn es denn so wäre, wie ich vermute, dann „kämpfen“ Gedanken-Zeiten gegen Gedanken-Zeiten. Also Vergangenheit gegen Zukunft. Und daraus ergibt sich die Gegenwart. Wer hat aber nun mehr Einfluss die Vergangenheitszeit oder die Zukunftszeit?

Und hier kommt mE das Geldwesen mit ins Spiel. Als Regulator des Zeitgeistes. Manch einer mag es als Gotteswerk bezeichnen wollen, aber der ist ja Zeitlos wie bekannt. Also fällt der schon mal weg. Oder doch nicht? Gibt es etwa einen Zeit-Gott der Vergangenheit, und einen Zeit-Gott der Zukunft? Oder sogar etwa einen Zeit-Gott der Gegenwart?

Weil, wenn es so sein sollte, sind sämtliche Diskussionen überflüssig. Ja, gerade zu Zeitverschwendung. Wer will die Zeit von den Ördlingen denn beeinflussen können? Auf Demos und Occupy sonst was?

Wer gegen etwas ist, ist gegen den Zeitgeist. Nur kann er selbst in einer großen Gruppe den Zeitgeist ändern? Nein… Was hat die franz. Revolution gebracht? Eigentlich nix. Was hat es gebracht die Romanows um die Ecke zu bringen? Ebenso nix. Die Grundgeometrie der Gesellschaft blieb immer die gleiche. Von oben bis nach unten.

Wer will nun an dieser Grundgeometrie des Zeit-Trigons von den Ördlingen, rütteln? Wer fühlt sich dazu berufen? Wer will an den Milliarden Menschen rütteln, und sagen : Hey Kumpel in was für einer Zeit lebst Du denn? Meine Zeit ist besser als Deine!

Das geht vermutlich nicht. Und vermutlich noch nicht mal so vorgesehen. Das Missionieren. Von daher gibt es für mich nur ein Fazit. Missionieren geht nicht. Ging mal, ist aber nicht mehr drin. Überzeugen? Auch nicht. Da prallen verschiedene Zeiten aufeinander. Sich Menschen suchen, die evtl. auf dem ähnlichen Zeitstrahl in Richtung Zukunft reiten müssen, ja, das geht. Sind zwar sehr wenige aber es gibt sie. Den Rest muss man halt seine Vergangenheit gönnen. Die können nicht anders Leben. Ihnen ist ihre Zeit gegeben worden.

Morph Februar 26, 2012 um 12:56

@Linus

“Dein pauschaler Skeptizimus ist aber nicht konsequent genug, als daß man ihn ernst nehmen könnte.”

Dafür, dass Du ihn angeblich nicht Ernst nehmen kannst, antwortest Du aber mit einer ziemlich hohen Verlässlichkeit. ;-)

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 12:56

@ holger

Zeit …

http://www.youtube.com/watch?v=cjcz3kYlU2U&feature=related

von der HannoverConnection der 70er ;-)

Linus Februar 26, 2012 um 12:59

@Morph:
Genau! Humor ist eine feine Sache :-D

aifran Februar 26, 2012 um 13:07

… als ob der massive Ausbau von Überwachungs-Kontrollstrukturen daran etwas ändern würde – Panik? Angst?

http://www.youtube.com/watch?v=rE-wNvvDQIo

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 13:07

@ holger

Zeitmaschine
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeitmaschine
mit den Elois von H.G. Wells

Linus Februar 26, 2012 um 13:13

@holger:
Sehr nachdenkliche Sonntagsgedanken. Ich werf mal einen Stein ins Wasser:

Ich habe aus dem 20. Jhdt. meinen persönlichen Schluß gezogen. Zuerst kommt die Statistik, dann kommt die Struktur. Du kannst ein System in Grundzügen beschreiben, ohne seine innere Struktur zu kennen.

Daraus kann man schließen: Struktur entwickelt sich auf einem unstrukturierten Fluidum, daß sich aber trotzdem statistisch verhält (Merke: obwohl da nichts zählbar ist). Es gibt also Statistik OHNE Struktur.

Das hat Konsequenzen für den freien Willen, ungefähr so: Wohl ist der Wille des Einzelnen frei, die Gesamtheit aller freien Willen ist es aber nicht. Hmmm?!?!

Morph Februar 26, 2012 um 13:19

@Linus

““Wer ist ‘uns’?” – Die 99%. Da kannst du tatsächlich weitgehenden Konsens finden, vielleicht nicht darüber, was sie wollen, aber mit Sicherheit darüber, was sie nicht wollen. Und schon damit läßt sich was anfangen.”

Das ist jetzt wieder ‘Humor’, oder? Doch nicht etwa – Dummheit?

aifran Februar 26, 2012 um 13:22

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36184/1.html

…. Möglicherweise hat es auch mit dem Wertewandel in unserem Verständnis von Kultur zu tun. Wir haben uns daran gewöhnt, nicht mehr “selbst zu machen”, sondern “machen zu lassen” – zu konsumieren. Oder anderen dabei zuzuschauen, wie sie etwas machen. Insbesondere betrifft das den überaus anstrengenden Vorgang des Denkens. Die meisten Menschen betrachten heutzutage den Gebrauch des Verstandes als unangemessene Belastung, von der man sich in der Freizeit erholen muss. Sie sagen, wenn sie dringend Entspannung bzw. Erholung benötigen: “Ich muss mal abschalten.” Aber wie kann man sich erholen, indem man den Verstand abschaltet? H. G. Wells hat in seinem genialen Werk “Die Zeitmaschine” – das von den meisten Lesern bezeichnenderweise gar nicht als das erkannt und begriffen wird, was es ist: nämlich als eine sehr bissige Zeit- und Gesellschaftskritik! – unmissverständlich davor gewarnt, wohin das freiwillige Abschalten des Verstandes führt. Und wir sind längst auf dem Weg dahin: Wir werden unaufhaltsam zu Elois. …..

Linus Februar 26, 2012 um 13:22

@Morph:
“Doch nicht etwa – Dummheit?”
Das klingt wie einer von Systemfragers schlechteren Kommentaren (sorry, Systemfrager).
Du wirst es schon beweisen müssen ;-)

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 14:17

@ Morph

besides Theory :

Dank für das HähnchenRezept; in return ein reduktionistische …
Kochidee.
5 Kg Backkartoffeln von Kaufmannsgenossen der Edeka : liegen ganz unten wegen dem Preis : 1,49 € also auch H4/Sarazzin geeignet.

Faustgrosse Boller waschen mit Bürste und Kindern, falls vorhanden.
Backofen 140-160 Grad je nach Typ : 1,5 bis 2 Stunden – dann volles Brett bis der Ofen knallt 10 min.
Schale gut als Ballaststoff für Darmreinigung, Vitamine unter der Schale noch vorhanden. Aufschneiden in Scheiben würzen mit allem was einem die Phantasie zur Verfügung stellt. Besonders geeignet selbsterdachte Dipps.
Variante : Erdäpfel halbieren und mit Öl bestreichen sowie Kräutern bestreuen – Kümmel, Pfeffer, Muskatnuss … dann backen bis der Duft unerträglich wird ;-)

Das geniale – Reste für selbstgemachten Kartoffelsalat zerstückeln je nach Weltfrust. Dressing : Essig, Öle, Kräuter, Mayo, Senf – also alles, was man oder frau beim Nachbarn schnorren kann.
Verringert die Kosten und sorgt für Unterhaltung, Gemeinschaft.

Die Kartoffel ist kein Auslaufmodell!
McCain goes empty … Mc Pom produces many.

Morph Februar 26, 2012 um 14:29

@Linus

Man darf ja mal rhetorisch fragen, wenn einer einem pampig kommt, nicht wahr?

Gegnerschaftsbewegungen wirken immer sehr viel gerichteter als sie eigentlich sind. In ihrem Kern wirkt kein bestimmtes Ziel, sondern ein (relativ beliebiger) Formelkompromiss der begrifflos Wütenden.

Kein zurechnungsfähiger Beobachter würde heute (!) an einer Versammlung teilnehmen, auf der Forderungen rhythmisch skandiert werden, insbesondere dann nicht, wenn sie als Reim auf einen inhaltsleeren Eingangsvers formuliert werden (Typ: Ha ho he, keine AKW!).

Wer im Namen der ‘Menschheit’ spricht, lügt bzw. nimmt die Lüge in Kauf (was alles von vornherein faul macht). Eingeschlossen sind alle Derivate des Menschheitsbegriffs bis hinab zum ideiotischsten Ramschgedanken seit dem Ende der sozialistischen Republiken: den ’99 %’.

Soziale Ungleichheit ist der entscheidende Grund für Leid, Hass, Ignoranz und Gewalt, und daher ist die Kritik sozialer Ungleichheit von entscheidender Wichtigkeit.

Subjekt dieser Kritik ist aber nicht ‘die Menschheit’ oder ‘die 99 %’ oder sonst irgendwelche Personen-Aggregate, sondern der Diskurs über Gründe und Folgen sozialer Ungleichheit.

An dem kann man nach meiner Überzeugung nur dann fruchtbar und mit eigenem Erkenntnisgewinn teilnehmen, wenn man bereit ist, sich selbst als Moment der Ungleichheit zu begreifen, und nicht von vornherein im Vollbesitz des 99%-Konsenses wähnt.

Diejenigen, die in Protestbewegungen gegen soziale Ungerechtigkeit am lautesten schreien, bilden sozialpsychologisch das Pendant zu den Karrieristen des Establishments. Sie sind halt ambitionierter als die anderen. Und sobald eine Protestbewegung in die institutionelle Ordnung integriert wird, gleichen sich die einstmaligen Antipoden bis zur Verwechselbarkeit an (Typ: Joschka Fischer).

Ich verstehe wirklich nicht, wie ein einigermaßen informierter Zeitgenosse (also einer, der die Geschichte sozialer Bewegungen auch nur oberflächlich mitbekommen hat) dem Protestgeschehen unserer Tage so unkritisch gegenüber stehen kann.

Wahrscheinlich ‘ne hormonelle Sache.

flummi Februar 26, 2012 um 14:37

@ Morph aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Slogans zu durchbrechen und sich nicht ständig an ihnen aufzuhängen

*Strick röchel würg…*

auch ein schöner Slogan

“Wir kommen uns näher und näher in der Stadt. Umarmen uns in Supermärkten, vereinen uns im Angesicht scheinexklusiver Marken, bis die ­Reklametypen den ultimativen Slogan tapezieren: „Heute: schippen. ­Morgen: shoppen. Übermorgen: poppen.“

Das Leben ist schön. Dieses Wachstum.”

Joe Bauer in der Stadt

Data Februar 26, 2012 um 14:38

@Morph
>>Gibt es eigentlich einen Zielpunkt der gesellschaftlichen ‘Weiterentwicklung’, für den es sinnvoll wäre, sich zu engagieren?

Zwischenmenschliche Konfliktfreiheit wäre ein möglicher (jedoch nie zu ereichender) Zielpunkt des persönlichen Engagements, zumindest für diejenigen, welche nicht erwarten können, im Konflikt zu obsiegen, bzw. für diejenigen, deren erwarteter Ertrag aus Konflikten kleiner ist, als die Kosten der Austragung. Das Modell des Sozialstaats reduziert zumindest das Konfliktpotential. Eine Reduzierung des Konfliktpotentials ist dann von gesellschaftlichem Nutzen, wenn es tatsächlich Konflikte verhindert und die Einsparung von Austragungskosten nicht von den Opportunitätskosten überkompensiert wird. Wenn Herr Draghi also meint, dass dieser Punkt erreicht ist (können “wir uns” nicht mehr leisten), so wäre ein Möglichkeit, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, ihn (und die Leute die er mit ‘wir’ meint) mit Kosten zu belegen. Frage an mitlesende Soziologen: was genau müssen die vom Gegenteil überzeugten Deutschen jetzt gegen Herrn Draghi unternehmen?

>>… die Haltung einzuüben, gesellschaftliche Weiterentwicklungsmotive per se als abwegig zu EMPFINDEN.

Bist halt ein Siegertyp.

flummi Februar 26, 2012 um 14:54

@ Morph
ich finde es einfach völlig igenorant, eine Protestbewegung auf ihre Slogans zu reduzieren. Das ist nämlich dann genau das, was du hier kritisierst – um Inhalte u. Auseinandersetzung geht es dabei nicht.

Morph Februar 26, 2012 um 15:35

@Data

“Zwischenmenschliche Konfliktfreiheit wäre ein möglicher (jedoch nie zu ereichender) Zielpunkt des persönlichen Engagements”

Wenn ich weiß, dass ich ein Ziel nicht erreichen kann, warum sollte ich es dann erreichen wollen? Das leuchtet mir nicht ein.

Übrigens, was der Herr Draghi in irgendwelchen Zeitungsinterviews von sich gibt, muss uns nicht weiter beschäftigen. Welche Privatmeinungen das Spitzenpersonal einflussreicher Organisationen hegt, ist für deren Entscheidungen ohne jede messbare Relevanz.

Selbst der ökologisch sensibelste CEO eines Ölkonzerns wird dessen naturzerstörerische Strategien implementieren, selbst der evangelikalste Regierungschef der USA muss religiöse Toleranz heucheln, selbst ein Bundespräsident, der Grund genug hatte, die einflussreichsten Presseorgane aus tiefstem Herzen zu hassen, musste sich zur Pressefreiheit bekennen.

Ansonsten: Mir sind solche Äußerungen vergleichsweise lieber als irgendwelche Lippenbekenntnisse zum Sozialstaatsgedanken, die eine Politik des Sozialstaatsabbaus bemänteln.

@flummi

“ich finde es einfach völlig igenorant, eine Protestbewegung auf ihre Slogans zu reduzieren.”

Sehe ich genau so. Warum aber verhalten sich Anhänger von Protestbewegungen – je passionierter, desto heftiger – nur so ignorant? Hast Du dazu ‘ne Idee?

Bzw. wäre es möglich, eine Protestbewegung sloganfreier Genügsamkeit, Freundlichkeit und Intelligenz zu etablieren, die nicht sofort von ressentimentalen Dropouts, fundamentalistischen Psychos und ehrgeizigen Parvenüs gekapert würde?

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 15:38

Springer springt schon :
62 % gegen 33% für Regierungsja –
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/opposition-fordert-machtwort-merkel-soll-abweichler-auf-kurs-zwingen/6255686.html
Bei wieviel soll und wird der Volksvertreter ablehnen, denn eine Zustimmung zerstört Europa eher als dass sie integriert.
Merkel, beweg Dich – wer ist das Volk?
Noch 20 Stunden den Unsinn zu stoppen.

Wilma Februar 26, 2012 um 15:39
Blogerkeule Februar 26, 2012 um 15:47

Warum die Regierung verlieren wird :
Pittiplatsch hat es vorweg genommen -
Wer dreimal am Tag lügt wird zum Monster – und das will sich Frau Merkel doch sicher nicht zumuten ?
Sie müsste das DDR-Sandmännchen doch eigentlich kennen ! ;-)

Also schnell eine SMS zum Kanzlerinnenamt.

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 15:58

@ Wilma

Von einem der einen Packt mit dem Teufel eingegangen sein soll und dadurch unsterblich wurde?

http://www.youtube.com/watch?v=snLe-f1g8IY&feature=related

standing at the crossroad

Linus Februar 26, 2012 um 16:11

@Morph:
“Gegnerschaftsbewegungen wirken immer sehr viel gerichteter als sie eigentlich sind. In ihrem Kern wirkt kein bestimmtes Ziel, sondern ein (relativ beliebiger) Formelkompromiss der begrifflos Wütenden.”

Kein bestimmtes Ziel? Ziel nicht, aber häufig doch eine ganz konkrete Abneigung: “Kein Fukushima in Deutschland!”. Das spricht doch ziemlich vielen aus dem Herzen. Man weiß zwar nicht, wo man hin will, aber doch, wo man weg will. Um das zu formulieren, ist nicht allzu viel rationales Bewußtsein notwendig, das geht auch aus dem Bauch heraus.

Ein solches ‘Weg von Etwas’ ist i.A. mit einem Abbau von ‘Ordnung’ verbunden und läuft daher quasi von selbst, ein ‘Hin zu Etwas’ braucht dagegen die Etablierung von neuer ‘Ordnung’, welche mühevoll gefunden und errichtet werden muß (NB: die Begriffe ließen sich über Ordnungsgrad resp. Entropie besser fassen).

Bekanntermaßen ist Kritik an den Zuständen wesentlicher einfacher als konstruktives Aufzeigen von Alternativen. Dennoch ist sie die Basis jeder Bewegung, da sie das Empfinden über den aktuellen Zustand zum Ausdruck bringt. Erst damit gewinnt eine Debatte Sinn und Richtung. Auch der Kern unseres persönlichen Handelns ist ja immer ein irrationaler. Es ist daher unlogisch, sich über fehlende Rationalität der Massen (99%) zu mokkieren.

Man kann und sollte diese ‘Kritik aus dem Bauch heraus’ als kontrollierendes Organ für unsere politische Entscheidungsfindung einsetzen, also der Volksentscheid als demokratische Kontrollinstanz. Es wäre Blödsinn, ihm konstruktive Funktion zuschieben zu wollen (das Finden von Lösungen ist häufig eine Aufgabe für Spezialisten), aber die Funktion der Kritik und Kontrolle kann er sehr wohl übernehmen.

“Wer im Namen der ‘Menschheit’ spricht, lügt …”.
Die heutigen Antikrisen-Bewegungen behaupten plakativ, für 99% zu sprechen. Und so ganz falsch liegen sie damit nicht.
Umgekehrt hat sich die Doktrin des Neoliberalismus nicht gescheut, im Namen ALLER Menschen zu sprechen, indem sie den Menschen dem Markt untergordnet hat. Und ganz Ähnliches tut deine Systemtheorie.

“der Diskurs über Gründe und Folgen sozialer Ungleichheit.”
Sinn macht so ein Diskurs erst, wenn man soziale Ungleichheit als Problem sieht. 99% sehen das so.

“Diejenigen, die in Protestbewegungen … hormonelle Sache.”
BlaBla? ;-)

Data Februar 26, 2012 um 16:46

@Morph

>>Wenn ich weiß, dass ich ein Ziel nicht erreichen kann, warum sollte ich es dann erreichen wollen?

Um ihm näher zu kommen. Weniger Konflikt ist besser als mehr Konflikt.

Die Privatmeinung von Herrn Draghi kenne ich nicht und ich vermute Du kennst sie auch nicht. Wenn ich eine Meinung von Draghi vernehme, dann ist es seine öffentliche Meinung, d.h. die Meinung des EZB-Präsidenten, d.h. der Kostenvoranschlag für Unterstützung durch die EZB im Rahmen einer Staatsschuldenkrise. Es soll zahlungskräftige Individuen geben, die solch einen Kostenvorschlag intelligent, freundlich und voll sloganfreier Genügsamkeit verhandeln mögen. Vielleicht gibt Draghi ein paar Prozente oder wenigstens Treueherzchen. Was könnten jedoch diejenigen machen, die nichts haben, und die die Rechnung trotzdem bezahlen sollen? Einsehen, dass Weiterentwicklungsmotive abwegig sind?

Wer nichts hat ist gezwungen, in stumpfer, unfreundlicher und slogangepflasterte Anstrengung, bei Wahlfreiheit der Mittel, die Durchsetzung der Maximalforderung zu erstreiten; und wer das Grundgesetz ernst nimmt, der darf sich zumindest aufgefordert fühlen, diese Anstrengungen zu unterstützen.

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 16:57

@ Morph

Da Du den dritten Teil bestimmt nicht von alleine angeklickt hast :

hier die Rettung des Lügendrachens – auch mit fehlender Seite aus dem Geschichtsbuch der Kobolde ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=NrrhAnUU-Yc&feature=player_embedded

ansonsten mal mit C. G. Jung probieren
aber auch der war ein grosser Märchenfreund

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 17:02
holger Februar 26, 2012 um 17:29

Ich sach ja, gewisse Dinge werden erst interessant, jenseits der 100er Mauer. Und zwar dann, wenn sich das Hauptthema gelegt hat in der Emotion. Hier zB der Artikel 20 GG (4) den der gute Stephan angeführt hatte. Normalerweise hätte ich ihn, schon deswegen erledigen können. Gibt genügend belegbares Material bei Hankel Schachtschneider und Co.KG.

Für mich ist 20 GG genau so unerheblich wie das ganze GG. Wo ich die Präambel von Stephan gelesen habe, habe ich mich gefragt, ist der eigentlich so, oder tut der nur so. Nein… der ist so. Was ja auch nicht schlimm ist, jeder ist so wie er ist. Und das ist auch gut so. Emotionen eben. Ab und zu machen wir doch mal alle GRRRRR und WUFF WUFF. Wer keine Emotionen und Visionen hat, der ist hin.

Er wollte eigentlich eine gescheite Diskussion. Nur hätte man ihm, sämtliche Referate in Copy Paste vorsetzen sollen Richtung 20GG ? Dann wäre nach 2 Minuten Serverbraten sein Thema erledigt gewesen. Das werde ich auch das nächste mal machen. Dann werde ich die Datenbank 20 GG hier reinstellen, vom Bundesverfassungsgericht. Mit Bemerkungen. Daran kann er sich dann seinen Knochen abarbeiten. Und zusätzlich obendrauf den gesamten Vertragstext in Englisch vom Lissabon-Vertrag. Das ersetzt dann mindestens 5.000 Kommentare.

holger Februar 26, 2012 um 17:50

@ Morph

—>>>Wenn ich weiß, dass ich ein Ziel nicht erreichen kann, warum sollte ich es dann erreichen wollen?

Tja, diese Frage… sie ist sehr gut. :D Hier liegt aber die Sache darin, wie hoch ich mein Ziel setzen kann. Wie realistisch erscheint es mir, ein Ziel zu erreichen? Und was ist nach dem Ziel? Ich sags dir ganz ehrlich. Ich habe für mich persönlich ein Ziel erreicht. Ich oder wer auch immer, wir jedenfalls zusammen, haben eben ein Funktionsprinzip gezeigt, dass jeder nutzen kann (technisch) es war tatsächlich noch nicht vorhanden. Und dieses Ziel ist für mich nicht mehr vorhanden. Sollen andere sich nun drum kümmern. Können se, oder können se nicht, mir egal. Das ekelhafteste ist, ein Ziel erreicht zu haben. Weil: dann muss ein neues her. Das ist bei den Verrückten so. Leonardo da Vinci hat zB Bilder gemalt, weil es andere wollten. Für ihn war das Bild aber schon fertig. Und ja, manchmal hat er selbst daran gezweifelt. Da hat er nach langem hin und her, das Bild im Kopf nochmal verändert. Und zum Schluß bestaune die Leute “Leonardos” Gedanken. Und wissen nichts mit den Gedanken anzufangen. Sie sehen nur ein Bild. Irre. Alles Irre.

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 18:27

“(3)Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden. (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.”
http://images.zeit.de/wirtschaft/2012-02/schaeuble-g-20/schaeuble-g-20-540×304.jpg

Blogerkeule Februar 26, 2012 um 18:40

So soll es weiter gehen nach den Rettungspacketen
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-02/schaeuble-esm-geld
Deshalb bleiben die Lügenmonster zu erlösen .

E. Bonse Februar 26, 2012 um 19:12

Die Sparpolitik macht das europäische Sozialmodell kaputt. Dies sagt kein Geringerer als EZB-Chef Draghi. Zur Austeritätspolitik gebe es aber keine Alternative, so der Italiener. Wirklich? In Spanien meutert die konservative Regierung gerade gegen die Sparauflagen aus Brüssel. Und in Athen empört man sich über eine neue “Folterliste”, die Griechenland in eine Art Strafkolonie der Eurozone verwandeln würde.
http://lostineurope.posterous.com/soziales-europa-ade

Morph Februar 26, 2012 um 21:33

@Linus

“Sinn macht so ein Diskurs erst, wenn man soziale Ungleichheit als Problem sieht. 99% sehen das so.”

Ich glaube, dass 99% der 99% zueinander inkompatible Vorstellungen der Begriffe ‘soziale Ungleichheit’ und ‘Problem’ haben.

Die Schwierigkeiten des aktuellen Protests (in den Industriestaaten europäisch Typs) liegen darin, dass die Revolution der formalen Gleichstellung aller Staatsbürger schon ein paar Jährchen hinter uns liegt. Und auch die Versuche proletarischer Revolutionen, die die unabgegoltenen Emanzipationsversprechen von 1789 einlösen sollten, sind zur historischen Referenz geronnen, die nur noch dazu dienen kann, zu beobachten, WIE anders heute alles ist.

Diejenigen, die wirklich Grund hätten, Revolutionen anzuzetteln, sind entweder perspektivlos-apathisch oder religiös-fundamentalistisch; kein wirklich vielversprechendes Klientel als Trägerschicht gesellschaftlichen Fortschritts.

Und diejenigen, die soziale Ungleichheit irgendwie als ‘Problem’ empfinden und Spaß daran haben, sich mit selbstgemalten Plakaten vor Bankhäusern aufpflanzen, die verlieren irgendwann wieder die Lust, verlieren sich im Heckmeck der Bewegungsvereinsmeierei und werden, wenn sie doll ambitioniert sind, irgendwann als professioneller Gewissensträger integriert.

Bei aller Sympathie für Leute, die sich Gedanken machen, man sollte nicht so tun als gäbe es nicht peinliche und aberpeinliche Erfahrungen mit Protestbewegungen. Wir haben nun doch wirklich genug Lichterkettenenthusiasmus gesehen, gegen den Irakkrieg, gegen Rechts, gegen You-name-it.

Aber glaub’ Du nur an Deine 99%. Glaube ist der Vater des Erfolgs. Fehlt nur noch ‘ne Mutter… Die Finanzmärkte und ihre Blasen funktionieren übrigens nach demselben Schema. Maybe this time it’s different. Ja ganz bestimmt. Dieses Mal ist es wahrscheinlich gaaanz anders! Wenn schon nicht auf den Finanzmärkten, dann zumindest in der Konjunktur der Protestbewegung. Da wird es – es sind ja 99% – eine nie dagewesene Hausse der aufklärerisch-egalitären Empörung geben, aber hallo! ;-)

Linus Februar 26, 2012 um 22:29

@Morph:
Schade – so einer schöner Post und mit dem letzten Absatz hast du’s versaut:
“Aber glaub’ Du nur an Deine 99%.”
Ich glaub doch nicht an die 99%. Ich glaub nur, daß an denen ihren Bauchschmerzen was dran ist. Jetzt hab ich seitenlang vom Unterschied zwischen ‘von etwas weg’ und ‘zu etwas hin’ geschrieben und das perlt an dir ab wie Wasser?

Wie gesagt, den Rest des Post könnt ich fast unterschreiben bis auf:

“Ich glaube, dass 99% der 99% zueinander inkompatible Vorstellungen der Begriffe ‘soziale Ungleichheit’ und ‘Problem’ haben.”
Das glaube ich wiederum nicht. Seis drum, selbst wenn es so wäre, gibt es ja, wie du selber anführst, durchaus breite gesellschaftliche Gruppen, die allen Grund zum Protest hätten.

Und da sind wir doch am Punkt. Nur weil diese Gruppen nicht in der Lage sind, ihren Protest ordentlich zu formulieren, heißt das noch lange nicht, daß da nichts dran wäre. Wie billig ist DAS denn?

Es stimmt, daß da unglaubliche Peinlichkeiten aufgetischt werden. So what? Zu viele sind betroffen, als das man sie einfach auslachen könnte.

Morph Februar 26, 2012 um 22:30

@Data

“Wer nichts hat ist gezwungen, …”

Wieviele Leute kennst Du, die NICHTS haben? Was heißt das überhaupt, heute? Das ist doch schlechte Protestromantik, was Du da schreibst.

Übrigens, Draghi hat keine ‘öffentliche Meinung’, das alles ist bloßes Medientamtam. Man kann ja wissen, dass das europäische Sozialstaatsmodell heute ein Rettungsschirm für die Konsumgüterindustrie ist. Die produktionstechnisch Überflüssigen werden ja nicht aus Barmherzigkeit und Solidarität bezahlt: Solidarische Kollektive haben eine Maximalgröße jenseits derer Solidarität ein lächerlicher Begriffsfetisch ist; Staatsvölker sind von vornherein zu groß um eine gegenseitige Verbindlichkeit zu verwirklichen, die man ernsthaft Solidarität nennen könnte. Die Überflüssigen werden allein deshalb bezahlt, damit sie konsumieren können und der Industrie ihren Ramsch in 250 Variationen abkaufen können.

Unter diesen Bedingungen davon zu reden, dass man sich die sozialstaatlichen Menschenfreundlichkeiten nicht mehr leisten könne, ist bloß Schaugequatsche.

Richtig wäre die These, dass es einiger Trends gibt (z.B. Demographie), die das Leistungsniveau der sozialen Sicherungssysteme schwer bedrohen. Möglich, dass das Leistungsniveau drastisch sinken wird (trotz aller von @Linus gehosteten 99%-Proteste). Aber darunter würden dann auch die Profite der hiesigen Konsumgüterindustrie empfindlich leiden.

Jackle Februar 26, 2012 um 22:59

@morph

“Die produktionstechnisch Überflüssigen werden ja nicht aus Barmherzigkeit und Solidarität bezahlt [...]

Richtig wäre die These, dass es einiger Trends gibt (z.B. Demographie), die das Leistungsniveau der sozialen Sicherungssysteme schwer bedrohen. ”

Das widerspricht sich doch. Auf der einen Seite diejenigen, die aufgrund der fortschreitenden Produktionsveränderungen exkludiert werden und auf der anderen Seite das Problem des demographischen Wandels? Es müssen immer weniger arbeiten, aber leider arbeiten immer weniger?! Weswegen die Demographie Debatte an aller erster Stelle völlig am Thema vorbei geht.
Die Exkludierten des Produktivitätsfortschrittes könnten doch gerade im wachsenden Alterspflegebereich unterkommen.

Klar, als nächstes kommt dann wieder die Verteilungsfrage und deiner Kritik an den heutigen Protestgruppen, die diese aufwerfen, stimme ich grundsätzlich auch zu. Nur für den einzelnen Beobachter besteht in Sachen Demographie überhaupt kein Problem. Gerade wenn man bedenkt, welche Entwicklungen wir da schon hinter uns haben.

Linus Februar 26, 2012 um 23:03

@Morph:
“Man kann ja wissen, dass das europäische Sozialstaatsmodell heute ein Rettungsschirm für die Konsumgüterindustrie ist.”

Jetzt wirds peinlich. Ich frag mich, unter welchen Rettungsschirm DU wohl fällst? Geh schlafen …

Morph Februar 26, 2012 um 23:28

@Linus

“Ich glaub doch nicht an die 99%. Ich glaub nur, daß an denen ihren Bauchschmerzen was dran ist.”

Gibt es Bauchschmerzen, an denen nichts dran ist? Dass signifikante Protestbewegungen nicht ohne Anlass und aus dem Nichts entstehen, ist doch klar. Die einzigen Fragen von Interesse sind doch die: Was sind die Ziele? Können die was bewegen? – Und? – Gegen Ungerechtigkeit sind se! Je nun…

“Jetzt hab ich seitenlang vom Unterschied zwischen ‘von etwas weg’ und ‘zu etwas hin’ geschrieben und das perlt an dir ab wie Wasser?”

Alle Menschen, nicht nur 99%, sondern sogar 100%, wollen von irgendetwas weg, sind mit irgendetwas nicht einverstanden. Das Unbehagen in der Kultur. Und immer mal wieder bietet sich irgendein prominentes Geschehen als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium für’s Dagegensein an. Atomkraft ist da ein hervorragendes Beispiel.

Konkretes und zielgenaues Dafürsein ist nicht nur ‘anspruchsvoller’ als das Dagegensein, es lässt sich vor allem nicht verallgemeinern. Das bleibt immer lokal und spezifisch.

Außer der Protestgrund liegt in einer formal institutionalisierten Diskriminierung klar definierter Personengruppen (Klassengesellschaft, rassistische Regimes etc.). Aber das ist ja heute nicht der Fall.

“Nur weil diese Gruppen nicht in der Lage sind, ihren Protest ordentlich zu formulieren, heißt das noch lange nicht, daß da nichts dran wäre. Wie billig ist DAS denn?”

Es geht m.E. nicht um ordentliche Formulierung, sondern darum, überhaupt zu protestieren. Wer nicht protestiert, protestiert nicht. Egal wie legitim sein Protest wäre. Und wer protestiert, protestiert, egal wie illegitim sein Protest sein mag. Protest moralisiert, aber Protest schert sich nicht um Moral. Insofern sollte man es mit der moralischen Legitimität von Protest nicht ernster nehmen als dieser selbst.

“Zu viele sind betroffen, als das man sie einfach auslachen könnte.”

Als ob man Leute, die ihre Existenz verlieren, auslachen dürfte, wenn ihre Gruppe nur klein genug ist. – Also mir geht es einzig darum, Geschehnisse richtig einzuordnen; wir erleben derzeit weltweit soziale Unruhen, die in ihrer Globalität durchaus an ’68 erinnern. Aber so oberflächlich und wenig nachhaltig der Antikapitalismus der ’68er war, so oberflächlich und wenig nachhaltig wird der Antikapitalimus der 99% sein. Insofern sollte man sich von dem und irgendwelchen bauchgefühlten Legitimitäten nicht irritieren lassen. Die Wirksamkeitsaspekte liegen in beiden Fällen woanders, nämlich eher im kulturell-lebensstilistischen Bereich. 68′ hat Pop, Pubertät und Präpotenz gesellschaftsfähig gemacht. Die spektakuläre Aktion ist seither ein Wert an sich, die Ich-Suche darf gern bis ins fünfte und sechste Lebensjahrzehnt verlängert werden und seither muss man vor der eigenen Meinung von Leuten Respekt haben, sei die auch noch so idiotisch begründet. – Die heutigen Proteste machen vielleicht (ich weiß es nicht, aber es sieht ein bisschen so aus) die emphatische Ratlosigkeit zur gesellschaftsfähigen Pose, die intentionale, aufwendig inszenierte Verpeiltheit. Wir scheinen sozialpsychopathologisch gesprochen vom Zeitalter des Narzissmus in das Zeitalter der posttraumatischen Belastungsstörung einzutreten :-)

Vielleicht wird einmal “He doesn’t know why” von den Fleet Foxes (die in vielerlei Hinsicht Stilikone der aktuellen Kulturrevolution sind) Hymne dieser Haltung gewesen sein. Man achte auf die sehr gewitzte Verschränkung von Verpeiltheit und angedeutetem Kriegstrauma.

http://vimeo.com/1851415

Penniless and tired, with your hair grown long
I was looking at you there and your face looked wrong
Memory is a fickle siren song
I didn’t understand

In the gentle light as the morning nears
You don’t say a single word of your last two years
Well you will be, you’ve reached the frontier
I didn’t understand, no

See your rugged hands and a silver knife
Twenty dollars in your hand makes you hold so tight
All the evidence of your vacant life
My brother you were born

And you will try to do what you did before
Pull the wool over your eyes
For a week or more
Let your family take you back to your original mind

There’s nothing I can do
There’s nothing I can do
There’s nothing I can say
There’s nothing I can say
I can say

Morph Februar 26, 2012 um 23:39

@Linus

““Man kann ja wissen, dass das europäische Sozialstaatsmodell heute ein Rettungsschirm für die Konsumgüterindustrie ist.” – Jetzt wirds peinlich. Ich frag mich, unter welchen Rettungsschirm DU wohl fällst? Geh schlafen …”

Gottchen, wenn der Schramm es sagt (http://www.youtube.com/watch?v=RkNddCXSLvM ab 6:30) applaudierst Du wahrscheinlich.

Auch ein Opfer der Markenkommunikation und der Logik selbstgerfertigter Klischees, was? Sapere aude, @Linus!

Linus Februar 26, 2012 um 23:45

@Morph:
Scheixxe, jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen! :-D Bis morgen o.ä. …

Natalius Februar 27, 2012 um 00:14

I am <fishead( http://www.fisheadmovie.com/

Gutgemachtes Movie zum Diskurs Linus Morph.

“ABOUT “I am <fishead(" MOVIE

Narrated by Peter Coyote
how psychopaths and antidepressants influence our society
a provocative snapshot of the world we live in

It is a well-known fact that our society is structured like a pyramid. The very few people at the top create conditions for the majority below. Who are these people? Can we blame them for the problems our society faces today? Guided by the saying "A fish rots from the head." we set out to follow that fishy odor. What we found out is that people at the top are more likely to be psychopaths than the rest of us.
Who, or what, is a psychopath? Unlike Hollywood's stereotypical image, they are not always blood-thirsty monsters from slasher movies. Actually, that nice lady who chatted you up on the subway this morning could be one. So could your elementary school teacher, your grinning boss, or even your loving boyfriend. The medical definition is simple: A psychopath is a person who lacks empathy and conscience, the quality which guides us when we choose between good and evil, moral or not. Most of us are conditioned to do good things. Psychopaths are not. Their impact on society is staggering, yet altogether psychopaths barely make up one percent of the population.

Broken into three parts, our search for the <fishead( starts in New York City, on Wall Street, where a big chunk of the world power is concentrated. This small plot of city land is where the economic crisis erupted and what we found there has far-reaching consequences, both for the psychopaths and us."

Natalius Februar 27, 2012 um 00:18

Gutgemachtes Movie zum Diskurs Linus Morph:
http://www.fisheadmovie.com

“ABOUT “I am <fishead(" MOVIE

Narrated by Peter Coyote
how psychopaths and antidepressants influence our society
a provocative snapshot of the world we live in

It is a well-known fact that our society is structured like a pyramid. The very few people at the top create conditions for the majority below. Who are these people? Can we blame them for the problems our society faces today? Guided by the saying "A fish rots from the head." we set out to follow that fishy odor. What we found out is that people at the top are more likely to be psychopaths than the rest of us.
Who, or what, is a psychopath? Unlike Hollywood's stereotypical image, they are not always blood-thirsty monsters from slasher movies. Actually, that nice lady who chatted you up on the subway this morning could be one. So could your elementary school teacher, your grinning boss, or even your loving boyfriend. The medical definition is simple: A psychopath is a person who lacks empathy and conscience, the quality which guides us when we choose between good and evil, moral or not. Most of us are conditioned to do good things. Psychopaths are not. Their impact on society is staggering, yet altogether psychopaths barely make up one percent of the population.
Broken into three parts, our search for the <fishead( starts in New York City, on Wall Street, where a big chunk of the world power is concentrated. This small plot of city land is where the economic crisis erupted and what we found there has far-reaching consequences, both for the psychopaths and us."

Natalius Februar 27, 2012 um 00:40
topi Februar 27, 2012 um 00:45

Oh, Morph mehrfach völlig auf dem Holzweg; wie kann das sein? ;-)

Erstmal zur Konsumgüterindustrie; ich wusst egar nicht, dass Chinesische Konsumschrottproduzenten den EInfluss haben, hier ein Sozialsystem zu installieren; ist ja erstma ne These, aber wo bleibt das Argument?

Dann die Demografie-Sackgasse: wenn es also weniger Menschen gibt, die arbeiten können, dann gibt es weniger Güter um die zu versorgen, die keine Arbeit finden, weil es zu wenig zu arbeiten gibt.

Das ist wirklich ein Hammer, Morph, solltest du dir einrahmen. ;-)

Und: This time is different.

Ja natürlich.
Der Kreditzyklus neigt sich dem Ende. Dafür kann man einerseits die erreichte Gesamtverschuldung als Maßstab nehmen.

Nun könnte man den Schneeball theoretisch beliebig groß rollen, mit den entsprechenden Fähigkeiten und Werkzeugen.
Aber die Finanzer werden ja immer unlockerer (siehe Draghi-Äußerung), und ziehen die Kriterien für die individuelle Schuldfähigkeit enger, bei Staaten, Privaten und Firmen. Damit klappts natürlich auch nicht mehr lange mit exponentieller Steigerung der Gesamtverschuldung.
Die Unkenntnis der Zusammenhänge bei den Entscheidern kommt erschwerend hinzu.

Es geht also absehbar zu Ende mit den Schuldscheinen.
Das mögen die Schuldscheinbesitzer nicht, solch ein Endkampf wird der Erfahrung nach sehr schmutzig. Am Ende steht die Wertlosigkeit (großer Teile) der Schuldscheine, zwangsläufig.

Aber welche Umwege es geben wird, lässt sich noch nicht vorhersagen.
Man kann die Schuldscheine einfach zerreißen, man kann die Schuldner fast komplett versklaven, oder auch die Schuldscheinbesitzer zerreißen.

Momentan sind wir auf dem falschen Weg.
Und jede öffentliche Äußerung, die massenmedial verstärkt wird, kann einen EInfluss auf den Weg haben.

This time its important.

Jackle Februar 27, 2012 um 05:45

WikiLeaks zündet die nächste Bombe. Ein paar Schmankerl sind schon dabei. Beispiele:

“One sense I’m getting here is that the American elite, along
with Europe’s, China’s and just about everyone but Russia’s his
suffering from three problems: First, none are really aware of
the political pressures on other elites. Second, they
completely misunderstand the alienation of the publics, three,
except for Volcker, they think this can be handled by the elites
among themselves. We have a crisis of the elites, in my view. ”

http://wikileaks.org/gifiles/docs/5509401_re-insight-for-internal-use-only-on-pain-of-agony-.html

“The Japanese will do whatever is said, and in Germany only Deutsche
Bank really makes decisions.”

http://wikileaks.org/gifiles/docs/5509401_re-insight-for-internal-use-only-on-pain-of-agony-.html

Morph Februar 27, 2012 um 08:59

@topi

“Erstmal zur Konsumgüterindustrie; ich wusst egar nicht, dass Chinesische Konsumschrottproduzenten den EInfluss haben, hier ein Sozialsystem zu installieren; ist ja erstma ne These, aber wo bleibt das Argument?”

Das Argument ist kein akteurtheoretisches, als würde irgendein Dr. Mabuse oder Dr. Wu der Konsumgüterindustrie sagen: Hi, hi, hi, ich setze ein Sozialsystem durch um meine Profite zu sichern, hi hi hi, – sondern ein systematisches, nach dem die Logik des Geldmediums, Zahlungsfähigkeit und Zahlungsunfähigkeit zu unterscheiden und dadurch beständig eine Gruppe zahlungsunfähiger Personen zu kreieren, nicht im Interesse der Konsumgüterindustrie ist.

Die Sozialgesetzgebung ist bekanntlich nicht das Ergebnis einer Revolution der herrschenden Verhältnisse gewesen, sondern ein Sicherungsmaßnahme für die herrschenden Verhältnisse.

In der Sozialgesetzgebung geht es oberflächlich betrachtet um Menschenfreundlichkeit. Die Gattungssolidarität ist aber ein anthropologisch konstantes Motiv, das als konstantes Motiv keine hinreichende Bedingung seiner historisch besonderen Aktualisierung darstellt.

Daher muss man historisch-struktureller ansetzen und sieht dann, dass die Sozialgesetzgebung vor allem den Effekt hat, eine wirtschaftlich determinierte Zahlungsunfähigkeit politisch wieder herzustellen. Und da fragt man sich, angesichts des trüben, demotivierenden, deprimierenden Schicksals, ein Sozialfall zu sein: Cui bono?

“This time is different. Ja natürlich. Der Kreditzyklus neigt sich dem Ende. Dafür kann man einerseits die erreichte Gesamtverschuldung als Maßstab nehmen.”

Also zunächst mal fallen natürlich die Ähnlichkeiten zu den bisherigen Finanzkrisen auf. Qua Finanz- und Wirtschaftskrise sehe ich keine Differenz.

Die Differenz steckt in der Ressourcenfrage und dem systematischen Problem einer Kreislaufwirtschaft.

“Momentan sind wir auf dem falschen Weg.
Und jede öffentliche Äußerung, die massenmedial verstärkt wird, kann einen EInfluss auf den Weg haben.”

Ach, @topi, Geschichte ist doch keine Schnitzeljagd. Und was die massenmediale Verstärkung angeht: Die arbeitet derzeit für Verschwörungstheorien, Hasspredigten und Bunga Bunga.

Please, get real!

Morph Februar 27, 2012 um 09:06

@topi

sry wg der vielen grammatikalischen Schitzer so früh am Morgen. In nuce noch mal: Die Sozialgesetzgebung sichert politisch die Zahlungsfähigkeit von Personen, die qua Wirtschaftssystem als zahlungsunfähig exkludiert würden.

Keine Person WILL ein Sozialfall sein, niemand ist GERN Sozialfall. Die Sozialgesetzgebung liegt ganz offenkundig NICHT im Interesse der Personen, an denen die Sozialgesetzgebung vollzogen wird. In wessen Interesse dann? Eben: im Interesse derer, die von der Zahlungsfähigkeit der Sozialfälle profitieren.

holger Februar 27, 2012 um 09:35

Na da passt doch mal der Begriff “Kapitalflucht” wenn es denn auch um die “Sozialfälle” geht.

Moin erstemal, bei der sogenannten „Kapitalflucht“ sollte man ja auch mal schauen, welches Kapital auch zurück kommt. Man kann es ja auch so sehen, jedes Geld, was den Währungsraum verlässt, ist erst mal ein Geldexport mit und ohne Gegenleistung in Waren, meist aber mit Verzinsung.

Das Problem in der Eurozone ist, man möchte gerne eine gemeinsame Wirtschaftszone, und regt sich dann auf, wenn ein paar Griechen sich im „Ausland“ Immobilien kaufen und ihr Geld dort anlegen. Natürlich muss das Geld ja in Griechenland dann fehlen.

Hier stellt sich ja nur die Frage, wer von dem Geld als Anlage später partizipiert. Die Privatperson, oder der Staat oder eben Beide zusammen. Dann könnte man sich noch fragen, welches Geld kann „flüchten“. Da handelt es sich ausschließlich um die frei verfügbaren Einnahmen (fvE). Also das Einkommen minus den notwendigen Fixkosten für den Lebensunterhalt in der Verbindung mit der Kaufkraft.

So, und dann kann man sich weiter Überlegen, welches Geld von wem nun auf der Flucht sein kann, und wie kann ich diesen Export als Staat verhindern. Oder will und muss ich ihn als Staat überhaupt verhindern? Denn wenn das ganze Geld im Inland verbliebe, wo sollte es denn ständig investiert werden, so, dass auch noch eine Rendite erwirtschaftet werden kann. Dh wäre zB die griechische VoWi überhaupt in der Lage, im Inland die Überschüsse an Geld zu verarbeiten?

Das ist ja der Witz an der Sache mit der Staatsverschuldung. Sollte das Geld wirklich zum Schuldenabbau dienen können, und der Gläubiger alles erhalten Zins und Tilgung, was macht denn dann der Gläubiger mit dem Geld? Was macht denn ein Staat, der keine Verschuldung vorweisen kann? Oder sogar noch Überschüsse erwirtschaftet (fvE). Wo will der Staat denn dann sein Geld anlegen?

Einen Geld-Export kann man verhindern. In dem man zB durch Besteuerung des Einkommens das fvE verringert. Oder in dem man Lohnverzicht fordert. Oder man durch Erhöhung der indirekten Steuern einwirkt zB Mineralölsteuer. Kurz um, die Steuereinnahmen verhindern zunächst einen Geld-Export. Und in Deutschland mittlerweile dauerhaft. Denn die sozialen Transfers zurück, Rente HIV und und und, führen zu keinem bedeutenden fvE. Dh die Möglichkeit für die Masse Geld-Export zu betreiben, schrumpft nahe Null. Während Unternehmen und Institutionen mehr fvE zum Exportieren haben. Also der Export konzentriert sich auf wenige Teilnehmer.

Was macht nun die Troika in Griechenland, sie reduziert das fvE in der Masse durch Lohnkürzung und Steuererhöhungen. Dh sie reduziert einen möglichen Geld-Export. Was sich im selben Augenblick noch ereignet, die Griechen werden in ihrer Mobilität eingeschränkt. So wie jeder in Deutschland der auf dem Minimum der Sozialtransfers gehalten wird. So kann man auch (nebenbei bemerkt) die Reisefreiheit einschränken. Das schöne Wort „Wohnhaft“ bekommt einen Sinn.

All diese ganzen Dinge, reduzieren den Geld-Export vieler, in zB die Urlaubsländer. Dadurch fehlt dort der gewohnte Geld-Import vieler in den Hotels.

Richtigen Geld-Export können nur noch die Auserwählten machen. Und die versuchen damit neue Märkte zu erschließen zB China. Und wenn das weiterhin geduldet wird, verkommt Europa zu einem Knast. In dem eben nur noch die Auserwählten Reisefreiheit genießen dürfen, weil sie es sich leisten können. Der Rest, kann es sich auf Balkonien gemütlich machen.

aifran Februar 27, 2012 um 09:35

… eines Tages müssen die Waren ihre Käufer kaufen …..

http://www.youtube.com/watch?v=hZUXNpbR6g8

…. oder doch nicht?
Mittwoch werden die Futtertröge der Finanzindustrie (Thermonauten) von der EZB mit weiteren zig Milliarden aufgefüllt …… Free Lunch – esst Kinderchen esst, esst …. he Ihr Da, ja Ihr – ihr 99% – Raus mit Euch – Ihr habt keine “Thermonautenllzenz” – Raus da -

holger Februar 27, 2012 um 09:48

Rund 10% Analphabeten kann sich Deutschland leisten.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/analphabetismus-in-deutschland-durchgereicht-und-weggelogen-11657508.html

Es gibt sicher auch Lehrer, die daran verzweifeln, weil sie durchaus versucht haben, auf diese Probleme aufmerksam zu machen. Doch Schulbehörden belohnen solche Warnungen nicht, im Gegenteil, es gilt schnell als Versagen der Schulen, also wird vertuscht und geschwiegen – mit verheerenden Folgen für das weitere Leben der anonymen Analphabeten. Unter den sechzig- bis siebzigtausend Jugendlichen, die jedes Jahr deutsche Schulen ohne Abschluss verlassen, befinden sich Zehntausende auf dem direkten Weg in den funktionalen Analphabetismus.

Ja, aber wie ne Axt funktioniert, das wissen die garantiert.

Linus Februar 27, 2012 um 10:02

@Morph:
“Daher muss man historisch-struktureller ansetzen und sieht dann, dass die Sozialgesetzgebung vor allem den Effekt hat, eine wirtschaftlich determinierte Zahlungsunfähigkeit politisch wieder herzustellen.”

Du bist auf dem Holzweg. Deine schönen Schuh sind versaut, dein aus feinsten Gedanken gewebter Umhang in Fetzen, dein Magen knurrt. Da steht plötzlich ein total zerlumpter Typ vor dir, dem das halbe Gesicht fehlt, hält dir eine Knarre an den Kopf, und schreit “Geld oder Leben” – der Räuber Hotzenplotz!

NB: Der will grad seine Zahlungsfähigkeit wieder herstellen.

Linus Februar 27, 2012 um 10:07

@Holger 9:35: Ziemlich ausgeschlafen!

Horst Schmidt Februar 27, 2012 um 10:09

So nun zum Wochenbeginn ein Leckerbissen. Reinhard Mohr “kotzt” sich bereits am frühen Morgen im “dradio kultur” aus und schlägt auf alles, was er dafür hält und wer sich LINKS geriert. Insbesondere die Spezies der SALONLINKEN wird heftigst aufs Korn genommen.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1687232/

Erstaunlich für mich, wie sich ein schwer Herzkranker so echauffieren kann, ohne dem Exitus nahe zu sein. Oder ist er doch nur ein Auftragsschreiber, wenn auch ein Verbitterter?
Was sind schon die so genannten Salonlinken gegen die ehemaligen Linken. :-)

Morph Februar 27, 2012 um 10:55

@Linus

Die Welt der Geldwirtschaft ist in erster Linie einer der Dimpfelmosers, nicht der Hotzenplotze…

Linus Februar 27, 2012 um 11:05

@Morph:
Die Welt der Hotzenplotze ist die Welt der Not. Daher: Auch Hotzenplotz will Dimpfelmoser werden.

Degnaphta Februar 27, 2012 um 12:53

@ DathMorph

… und seither muss man vor der eigenen Meinung von Leuten Respekt haben, sei die auch noch so idiotisch begründet.

Wer hat dir nur so einen Müll ins Hirn geblasen? Funktionierst du tatsächlich so?
Also ich respektiere üblicherweise nur respektable Meinungen. Anderenfalls versuche ich jedenfalls den Menschen hinter der Meinung zu respektieren, falls mir das möglich ist. In deinem Fall bin ich damit jedoch überfordert, weshalb ich dann auf mitleid umschalte. “Was muß ein Mensch nur Schreckliches erlebt haben, um so ein schwarzes Herz zu bekommen?” frage ich mich dann.
Möglicherweise liegt die antwort im Luhmann-Sumpf verborgen. Im wiki steht: Luhmanns Systemtheorie versteht Gesellschaft nicht als eine Ansammlung von Menschen mit Blutkreisläufen und sonstigen, nicht-sozialen Systemen, sondern als einen operativ geschlossenen Prozess sozialer Kommunikation.
Aha, da wird also gar nicht über Menschen spekuliert. Kein Wunder also, daß Luhmann-Priester so unmenschlich rüberkommen.
Mich erstaunt bis heute, wieso Luhmann es in die science geschafft hat. Nach meiner Einschätzung gehört er glasklar in die SiFi-Ecke. Da wäre er radikal und erkenntnisbringend. Du, @morph, wärest dann allerdings kein HuWi mehr, sondern würdest ein Dasein als GeiWi fristen. wäre das für dich ein Abstieg, @morph? Stehen in deiner Menschenwertigkeitspyramide die HuWis ganz weit oben?
Sollen wir uns alle die Pulsadern aufschneiden, @morph? Würde das als verfolgenswerter und konstruktiver vorschlag bei dir durchgehen? Denn das ist etwas, was deinen finsteren Gedankenknast niemals zu verlasseen scheint, ein konstruktiver Ansatz.

Data Februar 27, 2012 um 13:37

@Degnaphta

>>Würde das als verfolgenswerter und konstruktiver vorschlag bei dir [@Morph] durchgehen?

Bei Morph gibt es keine konstruktiven Vorschläge, weil es jedem Vorschlag an Sinn mangeln würde, er also weder verfolgenswert noch konstruktiv wäre. In Morphs Konstrukt von der Welt ist Entwicklung nicht nur auf individueller Ebene fatal , sie mangelt vielmehr an jeglichen veränderbaren, determinierenden Parametern. Entwicklung, betrachtet als random walk durch die Zeit, führt folglich zu der Maxime, “die Haltung einzuüben, gesellschaftliche Weiterentwicklungsmotive per se als abwegig zu EMPFINDEN.”

Wenn Du also am Roulettetisch des Lebens Deine Jetons auf der falschen Farbe sitzen hast, dann hinterfrage nicht das Spiel, hinterfrage nicht die Bank, nicht Deine Verluste und nicht die Gewinne der anderen. Falls Du beobachtest, dass sehr wenige Menschen große Berge von Jetons angehäuft haben und sehr viele Menschen ihre Unterhosen bereits verloren haben, denke nicht, dass das System hätte. Ist einfach nur Pech. Die Pulsadern aufschneiden musst Du deshalb nicht. Macht nur Lärm, Dreck und stört das Wohlbehagen der Anderen. Falls Du also unbedingt leiden musst, mach es intelligent, freundlich und sloganfrei.

Morph Februar 27, 2012 um 14:00

@Degnaphta

“In deinem Fall bin ich damit jedoch überfordert, weshalb ich dann auf mitleid umschalte. “Was muß ein Mensch nur Schreckliches erlebt haben, um so ein schwarzes Herz zu bekommen?” frage ich mich dann.”

Dass ich mein Herz nicht so offen herzeige wie z.B. Du, muss nicht notwendig bedeuten, dass es schwarz ist, oder? Ich gehe die Kommunikation hier eben etwas anders an als Leute, die ihre persönliche Geschichte thematisieren. Mir schon klar, dass sich das beißt.

“Denn das ist etwas, was deinen finsteren Gedankenknast niemals zu verlasseen scheint, ein konstruktiver Ansatz.”

Vielleicht ist ja die Idee, dass es allgemeinverbindliche konstruktive Ansätze geben könnte, ein Irrtum. Könnte doch sein, oder?

Und was Du ‘finsteren Gedankenknast’ nennst, kann man auch weniger dramatisch fassen: Es gibt halt unaufhebbare Grenzen des persönlichen Denkens. Das kann man anerkennen oder auch nicht. Mir scheint es vernünftig, das, was Hegel die ‘finstere Innerlichkeit des Gedankens’ genannt hat, nicht mit Fototapeten auszukleiden.

Morph Februar 27, 2012 um 14:23

@Data

“In Morphs Konstrukt von der Welt ist Entwicklung nicht nur auf individueller Ebene fatal , sie mangelt vielmehr an jeglichen veränderbaren, determinierenden Parametern.”

Nicht so ganz. Man kann schon eine Menge tun. Insbesondere fürs eigene Wohlbefinden und das der näheren Umgebung. Allerdings nicht durch bloßes Reden. – Ich behaupte, dass sich der weitere gesellschaftliche Kontext praktisch nicht lenken lässt. Und angesichts dieser These hilft es nichts, mir irgendwelche charakterlichen Defizite vorzuwerfen, sondern es wäre zu zeigen, dass das nicht stimmt.

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 15:16

Angela hat soeben Griechenland auf Default gesetzt, in dem sie es nur noch für jetzt als Abwegung der Chancen und Risiken nicht mit dem Amtseid vereinbart sieht den Geldhahn zu zudrehen.
Also Märkte neue Risiken und Tschüß , Goodbye.
Danke an die Lügenmonsterin !

Carlos Manoso Februar 27, 2012 um 15:32

@ Morph Februar 27, 2012 um 14:23
„Nicht so ganz. Man kann schon eine Menge tun. Insbesondere fürs eigene Wohlbefinden und das der näheren Umgebung. Allerdings nicht durch bloßes Reden. – Ich behaupte, dass sich der weitere gesellschaftliche Kontext praktisch nicht lenken lässt.“

Säähr guutt, nur weiter so, Morph, dich weiter mental in eine perfekte Superhure zu transformieren, die sich für ihre ganze „nähere Umgebung“ völlig willenlos ganz breit macht und „fürs eigene Wohlbefinden“ ALLES reinkommen lässt!

Ein Zuhälter Niklas Luhmann würde dazu wohlwollend systemtheoretisch nuscheln: Dieses Leben einer Superhure, mein Morph, in die du dich gerade transformierst, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen, jeder Schmerz und jede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich Kleine und Große des Lebens als Hure pur muß dir wiederkommen und Alles in der selben Reihe und Folge.

Systemtheoretisch genuschelt ist das übrigens ZEN, also quasi das „Amor fati“, das Nietzsches Überwindung des Nihilismus anzeigt.

Data Februar 27, 2012 um 15:43

@Morph

Ich habe Dir überhaupt nichts vorgeworfen, schon gar nicht charakterliche Defizite.

Ich behaupte, dass sich die Wahrscheinlichkeit für die Realisation des stochastischen Prozesses ‘gesellschaftliche Entwicklung’ in einem intendierten Ereignis beeinflussen lässt. Das heißt nicht, dass der Prozess dergestalt lenkbar ist, dass der Eintritt dieses Ereignisses zwangsläufig erfolgt. Es heißt aber, dass sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich der stochastische Prozess in diesem Ereignis realisiert, zielgerichtet beinflussen lässt.

Als Beispiel sei eine konkrete Forderung der Frauenbewegung genannt, die sich in dem Slogan ‘Mein Bauch gehört mir!’ bzw. in Reimform ‘Ob Kinder oder keine, bestimmen wir alleine!’ artikulierte. (Die Slogans jeder Protestbewegung sind übrigens deshalb wichtig, weil sie als Referenz fungieren.) Es ist unstrittig, dass die Frauenbewegung die Sozialstruktur der Gesellschaft fundamental verändert hat. Die Durchsetzung der erwähnten Forderung ist Bestandteil eines weit umfassenderen Indikatorenkomplexes, in welchem sich diese gesellschaftliche Veränderung manifestiert (und dadurch wiederum referenzierbar wird). Jedes einzelne Individuum, das sich in dieser Bewegung und exemplarisch für diese konkrete Forderung engagiert hat, hat die Wahrscheinlichkeit für die Realisation des intendierten Ergebnisses erhöht. Das ist Lenkung gesellschaftlicher Entwicklung: Die zielgerichtete Beinflussung der Wahrscheinlichkeit für den Eintritt eines Ereignisses. Die Haltung, “gesellschaftliche Weiterentwicklungsmotive per se als abwegig zu EMPFINDEN” hilft da nicht weiter und Deine These, “dass sich der weitere [über das persönliche Umfeld hinausgehende] gesellschaftliche Kontext praktisch nicht lenken lässt”, ist evident falsch. Wenn die Handvoll Trägerinnen der ersten Stunde Deiner Empfehlung gefolgt wären,…besser nicht darüber nachdenken.

hg Februar 27, 2012 um 16:22

Mehrheit der Deutschen gegen neue Griechen-Milliarden

- > trotzdem werden die 666 Hochfinanz-Mahjongnetten die im Reichstagsgebäude rumlungern jetzt gleich wieder 100-te von Milliarden Euros ins Ausland verschieben. Dabei pochen sie längst auf ihr Gewohnheitsrecht in diesem Kapitaldelikt.

Mehrheit der Deutschen gegen neue Griechen-Milliarden

Der Bundestag hat noch nicht über das zweite Griechenland-Paket abgestimmt, dennoch scheint die Aufstockung des Rettungsschirms näher zu rücken. Dabei lehnt nach einer aktuellen Umfrage bereits jetzt schon eine Mehrheit der Deutschen die Hilfen für Athen ab.

Morph Februar 27, 2012 um 16:29

@Data

“Ich habe Dir überhaupt nichts vorgeworfen, schon gar nicht charakterliche Defizite.”

Stimmt, das war mehr an andere gerichtet.

“Es ist unstrittig, dass die Frauenbewegung die Sozialstruktur der Gesellschaft fundamental verändert hat.”

Was heißt hier: fundamental? Klassische Kapitalismuskritiker würden das bestreiten und im Übrigen die ‘Emanzipation’ der Frauen durchaus ambivalent beurteilen.

Im Rückblick lässt sich übrigens diese Ambivalenz schon den reichlich verkorksten Slogans ablesen: … entscheiden ‘wir’ – ‘alleine’ … ? – Komische Denkfigur…

“Jedes einzelne Individuum, das sich in dieser Bewegung und exemplarisch für diese konkrete Forderung engagiert hat, hat die Wahrscheinlichkeit für die Realisation des intendierten Ergebnisses erhöht.”

Sagst Du so. Dahinter steht einerseits ein Quantitätsmodell politischer Wirksamkeit: Wenige bewirken wenig, viele bewirken viel; andererseits ein Beharrlichkeitsmodell: Steter Tropfen höhlt den Stein. – Für beides lassen sich Gegenbeispiele nennen. Am prominentesten vermutlich: die Friedensbewegung. Es gibt wohl kaum eine Protestbewegung, die so beharrlich, in ihren fortschrittsfreundlichen Zielen derart zustimmungsfähig, so zahlenmäßig eindrucksvoll und so erfolglos war.

“Wenn die Handvoll Trägerinnen der ersten Stunde Deiner Empfehlung gefolgt wären,…besser nicht darüber nachdenken.”

Nachdenken ist nie verkehrt. Aber ich gehe ohnehin nicht davon aus, Protestbewegungen anstoßen oder verhindern zu können. Es ist aber ganz interessant, sich die ‘Erfolge’ von Protestbewegungen einmal näher anzuschauen. In welchen Kontexten haben, sagen wir, Frauen, Schwule, Afros, Ökos ihre Interessen durchgesetzt, wo sind haben sie auf Granit gebissen, und in welchen Kontexten sind ihre Interessen überhaupt nie aktuell gewesen und herrschen nach wie vor die alten Verhältnisse brutaler Diskriminierung? Und umgekehrt: Hätten sich die ‘Erfolge’ dieser Bewegungen auch ohne das ganze Tamtam eingestellt? Ich vermute das.

hg Februar 27, 2012 um 16:37

“Ja, aber wie ne Axt funktioniert, das wissen die garantiert.”

- > Yäpgäll! … und Schafe schächten könn’n se auch!

Morph Februar 27, 2012 um 16:42

@CM

“Dieses Leben einer Superhure, mein Morph, in die du dich gerade transformierst, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen”

Mag sein. Das Tolle ist, als Superhure kann man sich aussuchen, von wem man sich ficken lässt. Neben der Kohle spielt dann auch Hygiene (Ansteckungsgefahr) und gutes Benehmen eine Rolle. Du jedenfalls hast da ganz schlechte Karten, da nützt alle Bettelei nichts. ;-)

Carlos Manoso Februar 27, 2012 um 16:43

@ Data Februar 27, 2012 um 15:43
„Ich behaupte, dass sich die Wahrscheinlichkeit für die Realisation des stochastischen Prozesses ‘gesellschaftliche Entwicklung’ in einem intendierten Ereignis beeinflussen lässt. Das heißt nicht, dass der Prozess dergestalt lenkbar ist, dass der Eintritt dieses Ereignisses zwangsläufig erfolgt. Es heißt aber, dass sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich der stochastische Prozess in diesem Ereignis realisiert, zielgerichtet beinflussen lässt.“

Nehmen wir an, alles sei irgendwie mit allem verbunden. Dann würde bereits jeder Gedanke den gesellschaftlichen Prozess irgendwie beeinflussen.

Nehmen wir an, auch die rückhaltloseste Wahrnehmung des Menschen als Menschen erschließe keine andere Wahrheit als diejenige, die schon seit Jahrtausenden als Offenbarung der Zerstreuung/Entfremdung etc. die Sammlung gegenüberstellte, den Menschen als über sich hinausweisend, den Menschen als Ebenbild der Zielsetzung geschaffen, sich selbst entgegengehend.

Noch Jesaja stellte die Sammlung der Zerstreuung gegenüber:
„In Umkehr und Ruhe,
werdet ihr befreit,
in Stille und Gelassenheit,
geschiehe euer Heldentum“,

Am Anfang wurzelte die Spannung in der Sammlung, heute -am absehbaren Ende der kapitalistischen Produktionsweise- ist die Spannung in der Zerstreuung und die Spannung in der Sammlung dialektisch aufgehoben, d.h. im Hier und Jetzt der Oberfläche, unabhängig von allen äußeren Umständen,

hg Februar 27, 2012 um 16:48

Oh Shiet! . . . der Waschbär wieder stramm im Luhmann-Modus :-)

flummi Februar 27, 2012 um 16:49

Ich verlinke hier mal eine , Analyse, die am Beispiel des Stuttgarter Widerstands vielleicht deutlich macht, um welche Dynamik es sich hier handelt

“Entscheidend sind nicht Gesetze, sondern das reale Kräfteverhältnis”

Stephan Februar 27, 2012 um 16:54

@Carlos und @Morph
Geht es ein bisserl ziviler. Wir wollen doch alle nicht, dass der schlaue Google Robot beim Crawlen der Inhalte dieses Blogs einen falschen Eindruck bekommt. Ich schlage Umschreibungen wie “f#%$cken” vor.

Carlos Manoso Februar 27, 2012 um 17:02

@ Morph Februar 27, 2012 um 16:42
„“Dieses Leben einer Superhure, mein Morph, in die du dich gerade transformierst, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen”
Mag sein. Das Tolle ist, als Superhure kann man sich aussuchen, von wem man sich ficken lässt. Neben der Kohle spielt dann auch Hygiene (Ansteckungsgefahr) und gutes Benehmen eine Rolle. Du jedenfalls hast da ganz schlechte Karten, da nützt alle Bettelei nicht“

Morph, über deine besagte „Dame“ steht schon seit 1000Jahren alles in Offenbarung 17, 18 (vulgo Apokalypse), wo der Autor „Johannes“ eine „Superhure“ auf einem scharlachroten Tier „sitzen“ sieht, über und über mit „gotteslästerlichen Namen übersät“ und mit „sieben Köpfen und Zehn Hörnern“.

Isch nähme ja nich an, dass es sich um “König” Morph handelt ?

Dann schprach der Engel, der den Autor “im Geist in die Wüste geführt” hatte: „Warum bist du so erstaunt? Ich will dir Aufschluss geben über das Geheimnis des Superhure… Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Superhuren thront, sind Völker und Sprachen… Die Superhure endlich, das du gesehen hast, ist die große Stadt, welche die Herrschaft über die Könige der Erde hat.“ (Offenbarung 17).

Später, so besagter Autor weiter: „hörte ich eine Stimme vom Himmel, die sprach: Gehet wech von der Superhure, dass ihr nicht teilhaftig werdet der Sünden der Superhure, auf dass ihr nicht empfanget etwas von ihren Plagen! Denn ihre Sünden reichen bis in den Himmel, und… „
Offenbarung 18; 4-5

aifran Februar 27, 2012 um 17:36

…. die wahrhaft Gottgläubigen öffnen sich IHM ganz, unterwerfen WILLIG sich SEINEM WILLEN – GANZ …. nichts ist, nicht geschieht was ER nicht WOLLTE, nicht WILL …..

und Luhmännchen liebte Gott – devotest und submissest – und er liebte die Botschaft/Macht des HERRN (und dieses Liedchen)
http://www.youtube.com/watch?v=Pg-kroQTARM

nun ja …. nur diese Weltsicht/Denkweise ist doch irgendwie Peinlich für große Denker —- nach reiflicher Überlegung setzte sich das Denkerlein hin, produzierte ein fünfeinhalbkilo schweres Paket bedruckten Papieres … ab diesem Moment war es auch allen anderen Gottesfürchtigen Denkerleins möglich sich zum “ALLES IST GOTT GEWOLLT” zu bekennen. Verflogen die Angst verlacht zu werden …. die neue Sprachregellung lautet – ES IST SYSTEMGEWOLLT :-)

Hallelujah – Hallelujah – Hallelujah

hg Februar 27, 2012 um 17:49

@flummi Februar 27, 2012 um 16:49
” Ich verlinke hier mal eine , Analyse, die am Beispiel des Stuttgarter Widerstands vielleicht deutlich macht, um welche Dynamik es sich hier handelt. “Entscheidend sind nicht Gesetze, sondern das reale Kräfteverhältnis””
———–

- > @flummi, wir von der Retroliberalen Armee Fraktion suchen immer Partner-Organisationen für die Weltrevolution.

- > an die S21-Truppe dahcte ich dabei schon seit einige Zeit. Sind zwar ne ganze Menge grüner Spinner dabei. Abba was solls.

- > Folgendes: Die Weltrevolution besteht darin, Echte Demokratie jetzt auf dem Planeten einzuführen. Das bedeutet automatisch das Ende der Finanzfaschisten (und ihrer scheindemokratischen Sossialdemokrate).

- > die intulektuelle Denkleistung der S21-Leute würde jetzt konkret darin bestehen, zu erkennen, dass “ECHTE DEMOKRATIE JETZT” AUCH EUER übergeordnetes Ziel ist. Auf der Meta-Ebene. Denn mit Echte Demokratie jetzt wäre der Bahnhofabriss nie beschlossen worden.

- > Was ihr jetzt konkret tun tuen müsst ist folgendes: gründet einen Verein: “Echte Demokratie jetzt in Stuttgart” oder so ähnlich. Das Vereinsziel ist die Einführung der Demokratie in Deutschland.

- > Damit macht ihr aus dem Alten Ostbahnhof einen echten Mehrtürer-Bahnhof !!! SIE, also das verfilzte Schwarz-Rote Schwabenestablishment, wird sich noch wünschen den Bahnhof niemals angetatscht zu haben mit ihren Raubgier-Krallen ! Die Rache des Mehrtürer-Bahnhofs wird grenzenlos sein !

Data Februar 27, 2012 um 17:50

Ich meine bei Dir eine fehlende Trennschärfe zwischen dem Modell eines Prozesses und seiner Realisation feststellen zu können, anders kann ich mir bestimmte Einwände nicht erklären.

>>Dahinter steht einerseits ein Quantitätsmodell politischer Wirksamkeit: Wenige bewirken wenig, viele bewirken viel; andererseits ein Beharrlichkeitsmodell: Steter Tropfen höhlt den Stein. – Für beides lassen sich Gegenbeispiele nennen.

Die gesellschaftliche Entwicklung als stochastischen Prozess betrachtet bedeutet, dass die beobachtete Entwicklung nur eine Trajektorie des zu Grunde liegenden stochastischen Prozesses darstellt. Wirkmächtigkeit ist nur bezüglich der Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Ereignissen gegeben, nicht gegenüber dem Ereignis selbst. Auch ist das Einflusspotential auf Wahrscheinlichkeiten nicht gleichverteilt. Die Teilnahme Bölls an der Sitzblockade in Mutlangen hatte gewiss einen stärkeren Einfluss auf die WS, dass die Sationierung der Pershings ausgesetzt wird, als zusätzliche x000 Demonstranten. Nur ist eine Sicherheit des Erfolges nie gegeben. Die Tatsache, dass die Friedensbewegung in ihren Kernforderungen gescheitert ist, sich der Prozess also in der Fortsetzung (militärischer) Konfrontation realisiert hat (als eine unter vielen möglichen Realisationen), spricht nicht gegen das Modell. Die Gültigkeit des Modells, bzw. Deines Gegenentwurf in Form eines random walk, könnte nur mit einem Vergleich belegt werden. Gibt es z.B. einen statistisch signifikanten Unterschied in der rechtlichen Stellung der Frau zwischen Ländern, in denen es eine Frauenbewegung gab und Ländern in denen es keine emanzipatorische Bewegung gab? Hält Deine These eines random walk gesellschaftlicher Entwicklung, so sollte es keine signifikanten Unterschiede geben. Ich bezweifle das.

>>Hätten sich die ‘Erfolge’ dieser Bewegungen auch ohne das ganze Tamtam eingestellt? Ich vermute das.

Das finde ich etwas lustig, denn Deiner Vorstellung von Gesellschaft liegt ein nicht-stationärer, nicht-ergodischer Prozess zu Grunde. Die Antwort lautet: Auf einem unendlichen Zeitstrahl mit Sicherheit, ansonsten nicht.

hg Februar 27, 2012 um 18:02

. . . acho so, und @flummi, beeilt euch !

- > denn der #DEUTSCHEFRÜHLING steht vor der Tür !! den wollen wir doch nicht warten lassen. Odda.

- > der #DEUSCHTEFRÜHLING kömmt ! und der Mehrtürer-Bahnhof von STuttgart is dabei ! Wenn ihr es wollt !

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 18:47
Morph Februar 27, 2012 um 18:48

@Data

“Das finde ich etwas lustig, denn Deiner Vorstellung von Gesellschaft liegt ein nicht-stationärer, nicht-ergodischer Prozess zu Grunde.”

äh, ja.

P.S. Es gibt gesellschaftlich keine eindeutigen Resultate (Wat den einen sin Uhl is den andern sin Nachtigal), daher kann man die stochastische Metaphorik in die Tonne treten.

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 18:59

@ Stephan

Frage an den Mathematiker

In der BR Deutschland fehlen 3.500 Zollbeamte.
Wenn nach Angela Merkel deutsche Beamte nach Griechenland geschickt würden bspw. 160 müssen die davon abgezogen oder hinzugezählt werden?

sk8erBLN Februar 27, 2012 um 19:31

OT speziell für @ holger,
den das Thema Iran ja beschäftigt.

http://wikileaks.org/gifiles/docs/185945_re-alpha-s3-g3-israel-iran-barak-hails-munitions-blast-in.html

Interessant scheint mir im besonderen dies hier:
1/7/11 7:54 AM, Benjamin Preisler wrote:
Code: IL701 Publication: for background Attribution: none Source Description – Confirmed Israeli Intelligence Agent Source reliability: Still testing *Item credibility: untested* Source handler: Fred
Source was asked what he thought of reports that the Israelis were preparing a military offensive against Iran. Response:
I think this is a diversion. The Israelis already destroyed all the Iranian nuclear infrastructure on the ground weeks ago. The current “let’s bomb Iran” campaign was ordered by the EU leaders to divert the public attention from their at home financial problems. It plays also well for the US since Pakistan, Russia and N. Korea are mentioned in the report.
The result of this campaign will be massive attacks on Gaza and strikes on Hezbollah in both Lebanon and Syria.” in addition: From: “Chris Farnham” To: “Alpha List” Sent: Sunday, November 13, 2011 7:22:52 PM Subject: Re: [alpha] S3/G3* ISRAEL/IRAN – Barak hails munitions blast in Iran … Insight below:
Source below was asked to clarify his remarks that the nuclear infrastructure had been destroyed. Source response:
Israeli commandos in collaboration with Kurd forces destroyed few underground facilities mainly used for the Iranian defense and nuclear research projects.
Despite the reports in the media and against any public knowledge, the promoter of a massive Israeli attack on Syria is the axis India-Russia-Turkey-Saudi Arabia. The axis US-Germany-France-China is against such an attack from obvious reasons. Not many people know that Russia is one of Israel’s largest military partners and India is Israel’s largest client.
If a direct conflict between Iran and Israel erupts, Russia and Saudi Arabia will gain the advantages on oil increasing prices. On the other hand, China and Europe are expected to loose from an oil crisis as a result of a conflict. Based on Israeli plans, the attack on Iran will last only 48 hours but will be so destructive that Iran will be unable to retaliate or recover and the government will fall. It is hard to believe that Hamas or Hezbollah will try to get involved in this conflict.
In the open media many are pushing and expecting Israel to launch a massive attack on Iran. Even if the Israelis have the capabilities and are ready to attack by air, sea and land, there is no need to attack the nuclear program at this point after the commandos destroyed a significant part of it.
If a massive attack on Iran happens soon, then the attack will have political and oil reasons and not nuclear. It is also very hard to believe that the Israelis will initiate an attack unless they act as a contractor for other nations or if Iran or its proxies attack first. With the revealed of the new UN report the Israelis have green light to take care of the Iranian proxies in Gaza and Lebanon now with the entire world watching Iran. I think that we should expect escalations on these fronts rather than an Israeli attack on Iran.”

wepoc Februar 27, 2012 um 19:52

@Morph

P.S. Es gibt gesellschaftlich keine eindeutigen Resultate (Wat den einen sin Uhl is den andern sin Nachtigal), daher kann man die stochastische Metaphorik in die Tonne treten.

Die Evolution kennt ebenfalls keine eindeutigen Resultate, dennoch lässt sie sich am besten mit der Statistik beschreiben.

Morph Februar 27, 2012 um 20:07

@wepoc

“dennoch lässt sie sich am besten mit der Statistik beschreiben”

Ja, aber nicht vor-schreiben. Qua Aktualdiagnostik der Gesellschaft ist Evolutionstheorie (zumal ihre biologische Spielart, die modell-logisch einigermaßen durchsichtig ist, im Gegensatz zur kulturellen Evolution) schlicht unzuständig.

hg Februar 27, 2012 um 20:42

Hier wurde von ~HG~ eine weitere Verschwörungstheorie publiziert allerdings ohne sorgfältige Analyse und daraus folgende Belege (Links?) damit das Publikum seine ernsten Anschuldigungen nachvollziehen kann. —Stephan

hg Februar 27, 2012 um 21:03

@morph

- > dein & Luhmann sein Systemschuldsdogma is’ Quark.

- > und hör auf von “Verschwörungstheorien” zu schwafeln. DU hast noch NIE irgendwie SACHLICH auf irgendeine “Verschwörungstheorie” geantwortet. Noch nie hast du dich mit den zahlreichen Indizen & Belegen der “Verschwörungstheoretiker” auseinandergesetzt. Damit untertunnelst Du DEINE EIGENEN propagierten Anschprüsche. Denn schliesslich wirfst ausgerechnet du den “VT’lern” vor, mit “unbewiesenen Behauptungen” zu agieren. Tatsache ist aber, dass die “VT’ler” eben wesentlich mehr Indizenlast aufbieten, als du. Vor den ‘Befund’ hat der Liebe Halbgott numa die sorgfältige ‘Analyse’ gestellt.

- > abschliessend: Es wird für misch wohl ümmer ein Müsterium bleiben, warum ausgerechnet die Soziologiestudenten – OHNE jedwedeste Ahnung vom Arrrbeiten, Planen, Managen, Tuten & Blasen – dem Rest der Menschheit – welscher dieshinsischtlisch sein Tagtäglichbrot verdingt – die (System-)Welt erklären müßßen zu meinen tut. Dann lieber die Blinden von den Farben.

hg Februar 27, 2012 um 21:21
Blogerkeule Februar 27, 2012 um 21:28

@ hg

kriegst bald ne Zugabe für ESM und Aufstockung …

Launch Anfang März

wepoc Februar 27, 2012 um 21:31

@Morph

Exakt, der Zufall schreibt nichts vor. Wer hätte gedacht, dass eine militärische Entwicklung aus dem ARPA-Projekt die Menschheit in eine neue Epoche führen würde?
Eine Gesellschaft ist lebendig, sie ändert sich, sie wandelt sich. Ein aktuelles Beispiel? ACTA! Eine äußere Bedrohung aktiviert das gesellschaftliche Immunsystem und welch Überraschung, es ist zumindest noch teilweise intakt und kann die erste Attacke zurück schlagen.
Die Lebendigkeit, der Zufalls, die Veränderung soll für eine Gesellschaft unzuständig sein? Was für eine untote Sichtweise!

Mischael Februar 27, 2012 um 21:32

Gut, wir nullen das Grundgesetz. An dessen Stelle träte der “Lissabobn Vertrag” ? NÖ! Die europäische Verfassung ? Nicht das GG, nicht der Lissabon-Vertrag, viel einfacher, viel menschlicher. Maximal auf 20 Seiten in großer Schrift. Es geht auch weniger. The bill of rights. Im Prinzip die FRANZÖSISCHE Verfassung. Stellte ich zur Diskussion !

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 21:37

Zum ersten April wird der Bundestag umbenannt in “Hellasnacht”.
Gesetzesentwurf von CDU, Spd, Grünen und FDP kommt mit dem ESM-Paket als Tischvorlage in englisch ;-)

Data Februar 27, 2012 um 22:05

@Morph

>>Ja, aber nicht vor-schreiben.

Es geht nicht um Vorhersage/Prognose im Sinne eines deterministischen Fortschritts. Es geht um die Beschreibung von zielgerichteten, trend-stationären stochastischen Prozessen. Stochastik ist eben gerade keine Metaphorik, sondern integraler Bestandteil des Erklärungsmodells. Allein auf Basis von Zufall lässt sich jedoch keine Theorie soziokultureller Evolution begründen. Denn dann würde es tatsächlich keine Rolle spielen, ob der Zustand gottgewollt oder systemgegeben genannt wird. Und wer kein Modell hat, dem helfen dann natürlich auch empirische Daten nicht weiter.

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 22:27

@ hg

Deine Sozen haben wieder alles verrissen.
Statt SchwarzGelb in die Wüste zu schicken, was die Vollgötter vorbereitet hatten, wählen dsie Frau Merkel zur Hellaskönigin II.

So wird das nie was mit der Regierungsübernahme.
Und, dass sie Europa damit mehr schaden als voranbringen haben die immer noch nicht begriffen – anscheinend hoffnungslos.

Die Krönung das Interview mit Trittin im DLF heute morgen.
Dem sollte mal das Krawattengeld gestrichen werden.

Blogerkeule Februar 27, 2012 um 22:40
Blogerkeule Februar 27, 2012 um 22:48

@ fl

Wollen wir unsere Zeitabbos gegen Bildabbos tauschen?

Stephan Februar 27, 2012 um 23:00

Hey HG. Cool bleiben. Tone down. Wenn du richtig ausflippen willst dann bitte auf den Gelben Seiten. Die liest eh keiner.

topi Februar 27, 2012 um 23:40

@ Morph, heute früh

“Daher muss man historisch-struktureller ansetzen und sieht dann, dass die Sozialgesetzgebung vor allem den Effekt hat, eine wirtschaftlich determinierte Zahlungsunfähigkeit politisch wieder herzustellen. Und da fragt man sich, angesichts des trüben, demotivierenden, deprimierenden Schicksals, ein Sozialfall zu sein: Cui bono?”

Was ist denn ein Sozialfall.
Von anderen abhängig ist jeder, der aufgrund verschiedener Umstände nicht in der Lage ist, seine notwendigen Ausgaben aus eigenen Einnahmen zu bestreiten.
Das ist bis zu einem gewissen Alter jeder (selbst der Erbe hat ja noch keine Verfügungsgewalt), ab einem gewissen ALter die meisten.
Der Rentner ist davon abhängig, dass ihm jemand Güter aus der aktuellen Produktion zur Verfügung stellt.
Das ist beim Rentier nicht anders; er ist abhängig davon, dass ihm seine Eigentumsansprüche geglaubt werden.

Im Falle der schweren Krankheit ist angesichts den Möglichkeiten der Hochleistungsmedizin nun fast jeder auf Mittel anderer angewiesen.
Bei leichten Krankheiten kann sich das auch summieren.

Und im Falle der Pflegenotwendigkeit brauchts jemanden, der den Popo wischt.
Und der Jobverlust sollte auch nicht direkt ins Bettelhaus führen.

Entweder, man hat halt eine Familie, die einen je nach Leistungsfähigkeit auffängt; oder es gibt ein Solidarsystem, welches die Lebensrisiken absichert.

Mit dem ständisch geprägten Sicherungssystem (Normalversicherungen, Privatversicherungen, Beamtenvorsorge) gabe es Sozialversicherungen für die Normalarbeiter, mit so einer Versicherungsleistung fühlt man sich vielleicht besser als als “Sozialfall”.

Das ist natürlich nur mit ideologischer Befrachtung zu verstehen. “Cui bono”? Natürlich den Ständen, die sich aus den Solidarversicherungen raushalten können; und mit der EInkommensverteilungsentwicklung, immer mehr Einkommen konzentriert sich außerhalb der Sozialversicherungspflicht werden die Interessen, sich da rauszuhalten, natürlich immer größer.

Stellt man das System vom Kopf auf die Füße, schafft also ein gesellschaftsweites Solidarsystem zur Absicherung der Lebensrisiken, dann wird aus deinem “deprimierendem Sozialfall” auf einmal die gesellschaftlich ermöglichte Freiheit vor der ANgst vor elementaren Lebensrisiken, die sofort in weitgehende Exclusion führen.

topi Februar 27, 2012 um 23:44

Ansonsten bleibt anzumerken: wenn die angeblichen Angebotsdödel ihre Nachfrageseite entdecken, dann nicht bei Heizlüftern für die Assis, sondern bei Weltraumgestützter Rakentenabwehr und neuester Technologie für die Geheimdienste; siehe Reagan, den alten verkappten demand-sider. :roll:

topi Februar 28, 2012 um 00:07

Morph
>>“This time is different. Ja natürlich. Der Kreditzyklus neigt sich dem Ende. Dafür kann man einerseits die erreichte Gesamtverschuldung als Maßstab nehmen.”

Also zunächst mal fallen natürlich die Ähnlichkeiten zu den bisherigen Finanzkrisen auf. Qua Finanz- und Wirtschaftskrise sehe ich keine Differenz.”

Ich nannte zwei Argumente für Unterschiede; die kannst du zwar negieren, in dem du woanders hinschaust, aber daraus solltest du keine Schlüsse ziehen. :roll:

Die Gesamtverschuldung ist auf Rekordhöhe; 400% vom BSP, nimm einen Zinssatz von 5 Prozent und du siehst, wo Bartel den Most holt.

Die Verschuldung verteilt sich ja nicht auf alle (nur wirklich verBILDete lassen sich von ihrem Bankberater zu ihrem Dispo mit MINUS 13% Verzinsung gleichzeitig einen Sparplan von + 3 Prozent Verzinsung aufschwatzen), d.h. die Zinsen, die der entsprechend verschuldete Teil der Wirtschaftssubjekte tragen muss, werden drückend.

Deshalb gibt es ja auch weniger NINJA-Kredite.
Hier treffen sich beide Argumente; die Kreditgeber werden bei der individuellen EInschätzung der Kreditfähigkeit vorsichtiger.

Blieben bisher noch die Staaten als Aufschuldner, wird auch hier abgeraten, bis der Anlagenotstandsarzt kommt.

Es sind noch Rettungsschirme und supranationale Organisationen, die weiter Aufschulden.

Danach kommt nur noch der Mars. Pfffffffffffffffffffff.

“Die Differenz steckt in der Ressourcenfrage und dem systematischen Problem einer Kreislaufwirtschaft.”

Nein. Die (nicht durch staatliches Handeln eingedämmte) Verschuldung erreicht immer Grenzen, an denen sie zusammenbricht, Ressourcen hin oder her.

>>>“Momentan sind wir auf dem falschen Weg.
Und jede öffentliche Äußerung, die massenmedial verstärkt wird, kann einen EInfluss auf den Weg haben.”

Ach, @topi, Geschichte ist doch keine Schnitzeljagd. Und was die massenmediale Verstärkung angeht: Die arbeitet derzeit für Verschwörungstheorien, Hasspredigten und Bunga Bunga.”

In Umbruchsituationen kann der EInfluss von EInzelteilen besonders groß sein.
Es ist derzeit völlig offen, wie viele europaweite Austeritätsrunden wir sehen werden, bis es Maßnahmen geben weird, die auch eine Lösung der Probleme überhaupt nur bewirken KÖNNEN.

Da läuft nichts von selbst, die historischen Vorlagen gehen von weitgehender Versklavung der Schuldner bis hin zum Zerreißen der Schuldscheinbesitzer, wenn sie die Dinger nicht loslassen. Nix determiniert, immer abhängig von Menschen, die sich an anderen Menschen orientieren, die sich an anderen Menschen orientieren,…

topi Februar 28, 2012 um 00:18

Tagesnachlese

Die LINKE hat ihr Kandidatenjammertal beendet.
Eine “Nazijägerin” könnte ja angesichts der NSU durchaus eine öffentlichkeitbringende Maßnahme sein; aber der Zeitpunkt ist erstens schon vorbei, und zweitens angesichts der großen Kanzlerinnenzerknirschtheit auch nicht wirklich vielversprechend.

Butterwegge dagegen wäre ein wirklicher Anti-Gauck gewesen.
Verantwortung der Gesellschaft zur Schaffung von Freiheit des Einzelnen vor erbärmlichen Lebensumständen, Schaffung von Chancengleicheit statt unverantwortliche Frühauslese in der Ständeschule.

Und er ist als öfterer Phoenix-Experte und gelegentlicher Gast in richtigen Talk-Shows durchaus ein C-Prominenter. Der auch bei seiner Nichtwahl in den nächsten jahren eine Stimme gehabt hätte, wenn der Gauck erklärt, dass doch bitte alle ihre Gürtel enger schnallen müssen, die es nicht zum Pfarrer oder Spitzenbeamten oder Kapitaleinkommensbezieher geschafft haben.

So bleibt ein Trauerspiel, und eine Kandidatin, die doch deutlich aus der Zeit ist, und kaum Interesse hervorrufen wird (außer der einen SZene, die immer wieder abgespielt wird).

topi Februar 28, 2012 um 09:03

Oh ja, Holland macht den Roosevelt und kündigt einen Spitzensteuersatz von 75% an.

HAM Februar 28, 2012 um 10:29

„Das Grundgesetz ist ein Auslaufmodell“

Konkret bedeutet dies:
Die freiheitlich-demokratische Grundordnung sowie die damit verbundene rechtliche und kulturelle Ordnung sind ein Auslauflaufmodell.

Trotz der Menge von 230 Kommentaren ist hier bislang nicht die Frage aufgetaucht:
„Was kommt danach?“

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 10:41

Nun das BVerfG hat doch gerade jetzt einiges schon wieder zurechtgerückt, also auf die Schienen des GG gestellt.

Wenn sich immer wieder Bundestagsabgeordnete und andere finden, die das BVerfG zum Handeln auf-/herausfordern, so lange dürfte das GG substanziell weiterhin Bestand haben.
Nur, und da setzt das Problem ein, finden sich genug berechtigte Kläger, denn von sich aus, kann das BVerfG nicht tätig werden. Auch fehlt diesem obersten Gericht die Sanktionsmöglichkeiten.
Daran sollte gearbeitet werden. Doch wer sollte das tun? Die Politik?

holger Februar 28, 2012 um 10:50

HAM

solange das GG unter besonderen Schutz steht, kommt gar nix danach. Der Zug ist doch schon lange abgefahren. Und wen interessiert es denn schon wirklich, was das GG ist.

Das GG ist kein Auslaufmodell. Daran glaubt der Stephan… meinetwegen. Dann hat er die Systematik hinter dem GG eben nicht erkannt. Insbesondere 20GG.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:00

Eine Frage stellt sich aber.
Ab wann werden die zu Verfassungsfeinden erklärt, die andauernd – mit Vorankündigung – vor diesem BVerfG unterliegen und auf den verfassungskonformen Weg verwiesen werden müssen?

Es kann doch nicht sein, dass dieses vorsätzliche Mißachten des GG, der eigentlichen demokratischen Grundregeln ohne Folgen bleibt.
Zumal die Täter in der Regel ebenfalls Juristen sind. Aber was heißt das schon. :-)

holger Februar 28, 2012 um 11:07

Und bei dem GG schauen wir mal unter Artikel 5

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Was heißt das? Man darf das GG nicht in Frage stellen. Also jeder der ein wenig Unterrichtet, hat eine Treue zur Verfassung (welche?). Ansonsten hat er womöglich Probleme.

Dann schauen wir in Artikel 7 GG

(1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.

Du wirst also in dem ganzen System keinen Leerkörper finden, sofern in Amt und Würden, der das GG im allgemeinen über zB 146 GG in Frage stellt.

Natalius Februar 28, 2012 um 11:11

@ HAM

„Was kommt danach?“
Ich vermute mal: Germany 2.0 (mit unverändertem GG) falls es trotz aller Rettungsmaßnahmen und Banken-Bailouts zum Crash kommt, und Europe 2.0 (mit GG Anpassung und einem Aufguss der US-Verfassung für Post-Lissabon-Brüssel) falls nicht.

holger Februar 28, 2012 um 11:15

Dann kommt ja noch Artikel 18 GG

Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3),(…) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte.

Jetzt klar, warum so gut wie keine öffentliche Diskussion über das GG und 146 GG geführt wird. Das wird mit Artikel 18 GG ausgeschlossen.

holger Februar 28, 2012 um 11:21

Das sind die so genannten Ewigkeitsklauseln. Und nun kommt eben GG 20 (4)

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Das heißt, diese Ordnung kann man nicht beseitigen. Weil im Vorfeld eine Beseitigung dieser Ordnung ewig ausgeschlossen worden ist. Darüber wacht das GG Gericht.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:28

Es gibt nur eine Ewigkeitsklausel und die findet sich im Art. 79 Abs 3 GG

(3) Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.

HAM Februar 28, 2012 um 11:31

@holger Februar 28, 2012 um 10:50
Das GG ist kein Auslaufmodell. Daran glaubt der Stephan… meinetwegen.

Formalrechtlich wird das GG weiterhin existieren. So wie das politische System in Deutschland nach der „Nazi-Machtergreifung“ formalrechtlich weiterhin eine Demokratie war.

Auch wenn das GG formal weiter bestehen bleibt, werden die Bürger ihre Freiheits- und sozialen Schutzrechte weitgehend verloren haben, wenn sie sich weiterhin so politisch passiv und fatalistisch verhalten.

holger Februar 28, 2012 um 11:38

Nein, 1-20 sind in der Formulierung schon ewig. Und werden nur durch 146 GG aufgehoben.

79 GG ist nur dafür gedacht, wie man das GG ändern kann, und was man ändern kann. Und da erinnert man vorsorglich noch mal an 1-20. Das die unantastbar sind. Warum man nicht 146 GG abgeschafft hat, das verwundert mich allerdings.

Natalius Februar 28, 2012 um 11:43

@HAM Holger
Gesetze “zur Änderung des Grundgesetzes” gibt es reichlich:
http://grundgesetz.wordpress.com/2008/01/13/die-grundgesetzanderungen-seit-1949/

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:44

Noch einmal.

Art. 1 und Art. 20 GG. Bitte nicht 1-20 GG

holger Februar 28, 2012 um 11:46

HAM

du weißt doch, du kannst den Deutschen alles auftischen. Die freuen sich lieber über ein neues Punktesystem und und und. Du wirst keine kritische Masse finden. Das ist allein schon durch das Bildungssystem ausgeschlossen. Aber das muss ich dir doch nicht erzählen.

holger Februar 28, 2012 um 11:47

20 schließt aber 2-19 ein :D

Natalius Februar 28, 2012 um 11:48

PS: Will heissen, dass ich mich korrigieren muss. Ein “unverändertes GG” gibt es nicht!

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 11:59

Da muss man sich aber schon etwas verrenken:

“Da eine Verfassungsänderung grundsätzlich zulässig ist, könnte ein solches Vorhaben nur an der Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 GG scheitern. Diese schützt aber unmittelbar nur die Artikel 1 und (nicht: bis) 20 vor Änderungen. Allerdings werden Grundrechte auch als Derivat der Menschenwürde (Art. 1 GG) definiert und genießen damit einen gewissen Ewigkeitsschutz, soweit ihr „Menschenwürdekern“ betroffen ist. Andere Grundrechte sind für eine demokratische Regierungsform unerlässlich und damit über das Demokratieprinzip geschützt, jedoch in ihrer Ausgestaltung abänderbar. Schließlich bekennt sich Art. 1 Abs. 3 GG, der von der Ewigkeitsgarantie erfasst wird, zu Grundrechten „als unmittelbar geltendes Recht“, sodass es zumindest überhaupt Grundrechte geben muss. Damit sind der Aufhebung von Grundrechten durch Verfassungsänderung enge Grenzen gezogen.”

+ BRECH-NEUIGKEITEN + Februar 28, 2012 um 12:05

+ BRECH-NEUIGKEITEN +

Wir unterbrechen unsere laufende Propagandaschleife für eine aktuelle BRECH-Neuigkeit.

Die ehemalige Chef-Hochfinanzmahjongnette der BRDDR, Dr. Helmut Hohl, meldete sich soeben aus dem Sanatorium zu seinem EURO-Desaster:

Griechenland-Krise: Altkanzler Kohl ruft Europa-Skeptiker zur Ordnung

– > @Helmut, halts Maul und trink Deinen Magen-Darm-Tee!

+ BRECH-NEUIGKEITEN +

HAM Februar 28, 2012 um 12:09

Das Gesellschaftsmodell, was charakteristisch für die entwickelten westlich-kapitalistischen Staaten war, ist längst zum Auslaufmodell geworden.
Das betrifft die freiheitlich-demokratische Kultur, die rechtsstaatliche Orientierung, den Gedanken der Solidargemeinschaft etc.

Zutreffender wäre es gewesen, wenn Stephan geschrieben hätte:
„Diese Gesellschaft ist ein Auslaufmodell“

Die Diskussion ums GG führt in die Irre.

Die gesellschaftliche Entwicklung geht in Richtung eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0.

Anstatt dies in einem kritischen gesellschaftlichen Diskurs zum Thema zu machen, wird es verdrängt und verleugnet.

holger Februar 28, 2012 um 12:12

Ok noch einmal

2-19 näheres regelt ein Gesetz. Dh man kann eh 2-19 immer durch ein Gesetz erweitern. Der Grundsinn sollte bestehen bleiben.

Hier ging es aber um den 20 GG (4). Solange das GGGericht aber sagt: nee… hier will ja keiner diese Grundordnung für das deutsche Volk beseitigen, dann gibt es keine rechtliche Möglichkeit mehr. Was man persönlich meint machen und denken zu wollen, steht wo anders irgendwo.

holger Februar 28, 2012 um 12:26

Wer sich das anschauen möchte, was mit den Deutschen gemacht worden ist, nach 48, der schaue bitte genau nach Griechenland.

Denen wird vor aller “demokratischen” Augen, die Souveränität entzogen. Wer das nicht kapiert, was in Griechenland abgeht, und das auch noch in der Presse feiert… naja kann sich ja jeder selber denken. Und das ohne einen Schuss abgeben zu müssen. Das ist die Realität. Occupy Greece.

Und wenn es immer noch nicht aufgefallen ist, sie reden von Europa und nicht von Demokratie. Wie viel Staaten gibts noch, die noch nicht unter der Fuchtel der Mafia ist.

Unter dem Vorwand der Alternativlosigkeit, wird ein Land besetzt, und seiner Rechte beraubt.

Und das unter aller Augen. Was soll ich also von diesen Vollpfosten Demokraten halten? Und was von der Vollpfosten MSM?

Sie schreien Hurra, zeigts den faulen Griechen und zeigen dabei ihr wahres Gesicht. Angriffs-Krieg ohne Kriegserklärung kann man gut über eine Währung führen. Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt. Aber soweit denken oder denken dürfen, das ist ja bei Goebbels Enkeln nicht drin.

topi Februar 28, 2012 um 12:35

Siehste Holger.

Nur durch Besteuerung kannst du diese Macht brechen, wirste auch noch einsehen. :roll:

Stephan Februar 28, 2012 um 12:41

Faszinierend dieses Multi-Talent @Holger. Er ist sogar Verfassungsrechtler.

Jackle Februar 28, 2012 um 12:46
holger Februar 28, 2012 um 13:02

Nein bin ich nicht. Aber ich höre mir an, was Gauweiler, Hankel,Schachtschneider zu diesem Thema ausführlichst dargelegt haben. Und das nicht erst seit Gestern.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 13:03

“Hier ging es aber um den 20 GG (4). Solange das GGGericht aber sagt: nee… hier will ja keiner diese Grundordnung für das deutsche Volk beseitigen, dann gibt es keine rechtliche Möglichkeit mehr.”

Aber ja doch. Gerade dann müßte doch der Weg des Widerstandes beschritten werden. Der Art. 20 Abs. 4 GG sagt es doch deutlich:
“(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.”

Übrigens, diese DDR-Bürger haben sich doch wohl einen Schei,dreck um die Verfassung geschert und haben – wie auch immer, durch wen auch immer – dieses totalitäre Regime weggefegt.
Nur der Deutsche, speziell der Westdeutsche, jetzt aber auch der mit angeblich aufrechten Gang, genannt Ossi, kriegt den berühmten Ar… nicht hoch, weil ihn niemand an die Hand nimmt.
Die Systemfrage ist doch keine Verfassungsfrage. Das wird dem dummen Deutschen doch nur eingehämmert.

Nanuk Februar 28, 2012 um 13:11

http://www.youtube.com/watch?v=4aNK7_Bz9pE

Ein guter Beamter geht nicht Stelluzng der geht in Deckung

Natalius Februar 28, 2012 um 13:38

@ HAM
“Die gesellschaftliche Entwicklung geht in Richtung eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0″

Es ist Aufgabe Ihrer Generation, das zu verhindern! Dank CERN gibt es das web, dank Facebook etc. das social web, und dank social web den Informationsaustausch zwischen Millionen von Menschen, die das was Sie schreiben genau so wenig wollen wie Sie selbst. Nennen wir es “Renaissance 2.0″. Ganz wichtig in der momentanen Phase ist die Aufklärung von möglichst vielen jungen Menschen, ein neuer “spirit” muß global etabliert werden. Und genau DAS ist die Rolle von Occupy: ALLE (nicht nur ein paar Blogger, die sich als Wirtschaftsexperten verstehen (ähm.. wollen – mir geht es dabei nicht anders)) sollten wissen, was fractional reserve banking und fiat money bedeuten – ALLE! Und die Jungen sprechen mit ihren Eltern darüber: “Papa/Mamma/Oppa/Omma, weisst DU eigentlich, wie unser Geld funktioniert?”. Einfache Fragen, z.B. “Was passiert, wenn dein Gehalt auf dem Girokonto landet – was macht die Bank damit?” reichen aus, um den sog. Diskurs in die Familie zu bringen. Für die Jüngeren gibt es eine hervorragende Einführung – ein Klassiker (den einige von uns damals als “rechts orientierte VT” bewertet haben – wenngleich das aus heutiger Sicht eigentlich falsch ist): Fabian
http://www.youtube.com/watch?v=70VPBU11U-E

(Ich weiss, daß Jüngere mit VT ohnehin keine Probleme haben, da es im neuen Weltbild ohnehin nur eine “offizielle Wahrheit (i.S.des Rechts (nicht i.S. der Wirklichkeit)” gibt, die ebenso konstruiert wie eine “alternative Wahrheit” ist. )

Wie schon mal gesagt: Viele kleine Veränderungen im “thought pattern” führen zu grösseren Schritten. Aus der Geschichte wissen wir, daß es keine “Elite für immer” gibt – es sind stets neue Eliten, die die existierenden verdrängen. Darwin, Marx, Lenin, Schumpeter meinen das Gleiche – es handelt sich (ob man das mag oder nicht) um ein “natürliches” Prinzip. Aber: “Human cooperation” steht in der Evolution über dem Selektionsprinzip – wie lange wir in einer bestimmten Gemeinschafts – bis Gesellschaftsform leben wollen, bestimmen wir selbst.

Aufgeklärte Menschen handeln anders als verdummte. Genau da muss angesetzt werden.

Das Geldsystem ist genau so veränderbar

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 14:23

@ HAM Februar 28, 2012 um 11:31
„Formalrechtlich wird das GG weiterhin existieren. So wie das politische System in Deutschland nach der „Nazi-Machtergreifung“ formalrechtlich weiterhin eine Demokratie war.
Auch wenn das GG formal weiter bestehen bleibt, werden die Bürger ihre Freiheits- und sozialen Schutzrechte weitgehend verloren haben, wenn sie sich weiterhin so politisch passiv und fatalistisch verhalten.“

Ob das GG weiterhin formal weiter bestehen bleibt, ist eigentlich wurscht. Denn inhaltlich, materiell gilt für die elementare Basis in GG 1 (Menschenwürde) und die Strukturprinzipien in Artikel 20 GG (Republik, Demokratie, Bundesstaat, Rechtsstaat und Sozialstaat) die „Ewigkeitsgarantie“. Die Verfassungsgrundsätze von Art.1 und Art. 20 können nämlich auch nicht mit 100% Mehrheit (von wem auch immer) „abgeschafft“ werden.

Diese Grundsätze gelten auch ohne Verfassung, solange es lebende Menschen gibt. Damit es auch wirklich jeder checkt, dass die Verfassungsprinzipien von Art. 1 und Art. 20 auf ewig einer Verfassungsänderung entzogen sind, steht es (doppelt genäht hält besser) steht das auch im Artikel 79 Abs. 3 GG:
„Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel

Das Identische gilt für jede Europäische Verfassung, die zwingend die in den Artikeln 1 und 20 deutsches Grundgesetz niedergelegten Grundsätze enthalten muß. Eine Verfassung, die nicht den Grundsatz der Menschenwürde (Art 1) und die auch nur EINEN der Grundsätze Republik, Demokratie, Bundesstaat, Rechtsstaat und Sozialstaat NICHT enthält (Art 20 GG), kann auf dem Territorium Deutschland NIE mehr existieren. Auch wenn irgendein deutscher Bundestag mit 100% der Stimmen eine derartige Verfassung beschließen/abändern etc. würde, sie wäre null und nichtig mit allen daraus folgenden Konsequenzen (Widerstandsrecht bzw. -pflicht jedes Bürgers).

Jackle Februar 28, 2012 um 14:34

@Natalius

Träumereien! Ich gehöre selbst noch zu dieser jüngeren Generation und habe mir über die letzten Jahre hinweg die Kenntnisse über unser Geldsystem/Geldwirtschaft zu eigen gemacht.
Habe dann anfangs auch immer wieder versucht mein soziales Umfeld auf die ganzen Widersprüche aufmerksam zu machen. Zumeist haben sie auch zunächst zugehört und fanden es interessant. Aber wirklich daraus Schlüsse gezogen hat NIEMAND. Längerfristig hat es ebenso wirklich NIEMANDEN interessiert.
Ich hab dann mit der Zeit auch immer weniger darüber berichtet, weil ich merkte, dass meine Umgebung zu großen Teilen im Prinzip NICHTS davon wissen wollte. Meine Warnungen gingen den Leuten auf den Zeiger.

morph hat Recht, wenn er meint, dass gesellschaftliche Veränderungen nicht mal so eben durch eine lausige Protestbewegung iniziert werden können. Viele Menschen wollen es überhaupt nicht wissen. So meine persönliche Erfahrung. Oder wenn ich es ihnen erzählt habe, münzen sie das nicht darauf um, sich von IHREM Weg abbringen zu lassen. Warum das so ist? Darüber lässt sich streiten.
Dennoch ist da meine persönliche Erfahrung dermaßen eindeutig, dass ich das auf den größten Teil der Gesellschaft hochrechne.

Es scheint nicht anders zu gehen, als das der Karren mit Vollspeed gegen die unweigerlich heran rauschende Wand scheppern muss und anschließend ist dann sogar noch zu befürchten, dass diejenigen, die vorher nichts wissen wollten, die Erstbesten suchen werden um Rache zu üben. Fängt ja jetzt schon an, wenn man sich die bürgerlichen Stammtische anschaut, die über die faulen Griechen maulen und die Griechen, die Nazideutschland herauf beschwören.

Man sollte sich vom Optimismus nicht der Sinne berauben lassen!

topi Februar 28, 2012 um 14:54

@ Jackle

Klar kriegst du den situierten (oder um seine Situierung kämpfenden) Mitteleuropäer nicht so leicht auf einen anderen Weg.

Aber ohne occupy wäre die Chance, dass es in absehbarer Zeit in einem Land mal keine klassische Austerität, sondern substanzielle Erhöhungen der Spitzeneinkommens- und Vermögenssteuern gebe könnte, geringer als mit occupy.
Beispielsweise.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 15:16

@ HAM Februar 28, 2012 um 12:09
„Das Gesellschaftsmodell, was charakteristisch für die entwickelten westlich-kapitalistischen Staaten war, ist längst zum Auslaufmodell geworden.
Das betrifft die freiheitlich-demokratische Kultur, die rechtsstaatliche Orientierung, den Gedanken der Solidargemeinschaft etc.
Zutreffender wäre es gewesen, wenn Stephan geschrieben hätte:
„Diese Gesellschaft ist ein Auslaufmodell“
Die Diskussion ums GG führt in die Irre.
Die gesellschaftliche Entwicklung geht in Richtung eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0.“

Selbstverständlich geht die „gesellschaftliche Entwicklung“ in genau diese Richtung. Der entscheidende Punkt ist aber, dass dabei so viele fundamentale Widersprüche freigelegt werden, dass sich diese „gesellschaftliche Entwicklung“ selbst zerstört. Also ist sie unmöglich, allenfalls für einen kurzen Moment möglich, aber niemals auf Dauer.

Ein Beispiel unter vielen: Wenn ein Herr Draghi von der EZB, eines integralen Teils des Finanzterrorismus, das Ende des Sozialstaats verkündet, dann will Draghi nichts anderes sagen, dass in seiner neoliberalen Parallelwelt der „Arbeitsmarkt“, auf denen „lebendige Arbeitskräfte“ gehandelt werden, nicht anders funktionieren soll wie jeder andere Markt auch, auf denen irgendwelche Waren gehandelt werden.

Damit der Markt für lebendige Arbeitskraft so funktionieren kann wie jeder andere Markt, etwa für Maschinen, muss der Markt für lebendige Arbeitskraft „liberalisiert“ werden und der Preis für lebendige Arbeitskraft ausschließlich durch „freies“ Angebot und „freie“ Nachfrage reguliert werden. Nehmen wir dann als Randbedingung die global laufende mikroelektronische Revolution und unter den Bedingungen des Internets den weltweiten Wettbewerb von Produktionsstandorten hinzu, wird klar, dass der Preis für die Ware Arbeitskraft noch sehr tief fallen wird, der durch sozialstaatliche Regeln „künstlich“ höhere Preis der Ware Arbeitskraft noch heftig gesenkt werden kann, damit das Kapital noch mehr Wert aus der Ware Arbeitskraft ziehen kann. Sozialstaatliche Infrastrukturen und sozialstaatliche Eingriffe in die Verteilung müssen gekappt werden, damit das Kapital aus Geld wieder mehr Geld machen kann.

Aber damit zieht sich das Kapital selbst den Boden unter den Füßen weg, denn je „freier“ die Arbeitsmärkte sind, um so weniger Einkommen werden generiert, um die produzierten Waren zu konsumieren und desto weniger Geld kann das Kapital aus Geld generieren. Durch die Ungleichzeitigkeit der Weltmärkte können z.B. eine Zeitlang mit deutscher „lebendiger Arbeit“ Investitionsgüter (Maschinen etc.) in Niedriglohnmärkte wie z.b. China verkauft werden, mit denen etwa in China Konsumgüter produziert werden, die durchaus in Deutschland verkauft werden können. Aber dieses Modell kann nicht nachhaltig sein und muß nach Durchlauf einer gewissen Anzahl Zyklen zwangsläufig kollabieren. In Deutschland selbst wiederum wird lange vorher durch den Abriß des Sozialstaats die Statik der Gesellschaft immer schneller kollabieren, also „Gesellschaft“ im bisherigen Sinne für Menschen unlebbar gemacht.

Wie du richtig siehst, wäre diese Art „Gesellschaft“ von einer „plutokratischen Oligarchie“ beherrscht und würde sich zwangsläufig in einen „sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0.“ transformieren. Aber wie gesagt, HAM, all das wäre allenfalls für einen kurzen historischen Moment möglich, aber niemals auf Dauer.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 15:38

@ Jackle Februar 28, 2012 um 14:34
„Es scheint nicht anders zu gehen, als das der Karren mit Vollspeed gegen die unweigerlich heran rauschende Wand scheppern muss und anschließend ist dann sogar noch zu befürchten, dass diejenigen, die vorher nichts wissen wollten, die Erstbesten suchen werden um Rache zu üben. Fängt ja jetzt schon an, wenn man sich die bürgerlichen Stammtische anschaut, die über die faulen Griechen maulen und die Griechen, die Nazideutschland herauf beschwören.“

Ja, so scheint es auszusehen. Man sollte allerdings bedenken, dass wir heute erstmals in der Geschichte einen weitgehend vom Kapital durchdrungenen Weltmarkt sehen. Wir sehen also das „Weltkapital“ in JEDEM Land dieser Welt bei der Arbeit.

Wir können also davon ausgehen, dass zwar „der Karren mit Vollspeed gegen die unweigerlich heran rauschende Wand scheppern muss“, aber nicht in allen 200 Ländern dieser Welt gleichzeitig, sondern zeitversetzt. Also können zwischen den Zusammenbrüchen noch Lernprozesse ablaufen und folglich kann sich Vernunft akkumulieren.

Beispielsweise ist der „Antisemitismus“ die ultimative Krisenideologie des Kapitalismus und der würde beispielsweise sofort hemmungslos zur Systemrettung durch Schaffen von Sündenböcken aktiviert, wenn es zuerst Europa treffen würde, aber nicht, wenn es beispielsweise zuerst Asien treffen würde.

Natalius Februar 28, 2012 um 15:54

@ Jackle

“Träumereien”.

Kann sein. Aber die Geschichte zeigt, daß “I have a dream!” zur richtigen Zeit geäussert durchaus Prozesse in Gang setzt, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung von der Mehrheit der Menschen für nicht möglich gehalten wurden.

Und auf diesen “richtigen Zeitpunkt” kommt es an – man sollte also nicht so weit gehen, daß man das, wofür man selbst gestanden hat, nach langem Warten wieder ablegt und sich dann darüber wundert, dass es doch eintritt. Dinge ändern sich langsamer als in der Erwartung derer, die zuvor darüber nachgedacht haben. Vermutlich sind es stufenartige Phasenübergänge, die die Dynamik der anstehenden Änderungen im kollektiven Bewusstsein auszeichnen. Wie beim Anstieg des Wassers während einer Überflutung: Stufe 3 kann nicht vor Stufe 2 kommen, Stufe 2 nicht vor Stufe 1. Deswegen ist so etwas wie die Fabian-Geschichte wichtig, als primer sozusagen. Ohne occupy & wall street wäre die Grundlage nicht gelegt. Inzwischen können wir beobachten, daß Leute wie Dirk Müller (“Mr. Dax”, “Börsenmakler”) vom Saulus zum Paulus konvertiert sind. Als nächstes werden wir uns darüber wundern, daß die Mainstream-Medien für das Thema “wahnsinnig offen” geworden sind.

Und spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem die Bild-Zeitung dem Bild-Leser das “Luftgeldsystem” erklärt – sehr spannend geschrieben (mit “Lastwagen voller Geld” von Demongraphics illustriert) – werden WIR HIER darüber staunen, daß Dinge, die notwendigerweise kommen müssen, auch kommen werden.

Stephan Februar 28, 2012 um 15:56

@Carlos
>Beispielsweise ist der „Antisemitismus“ die ultimative Krisenideologie des Kapitalismus…

Aha. Und wer genau hat das untersucht und festgestellt außer Experte @Carlos? Nur so aus Interesse.

HAM Februar 28, 2012 um 15:58

@Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 15:16
Aber wie gesagt, HAM, all das wäre allenfalls für einen kurzen historischen Moment möglich, aber niemals auf Dauer.

Zustimmung.
Nur kann der „kurze historische Moment“ extrem barbarisch und zivilisationszerstörend werden, wie das Beispiel der kurzen Nazi-Barbarei von nur 12 Jahren gezeigt hat.

Der Kapitalismus kann in seiner Endphase nur noch über die Zerstörung zivilisatorischer Errungenschaften sowie des Wohlstandes der Massen aufrechterhalten werden.

Spätestens dann, wenn in voraussichtlich kurzer Zeit das sozialistische China den Westen an Massenwohlstand überholt hat, bricht der gesellschaftliche Konsens und damit das kapitalistische System definitiv zusammen.

In Deutschland setzt das Grundgesetz dagegen keine wirklichen Grenzen.
Beteiligung an Angriffskriegen (z.B. Jugoslawien), Volksenteignung durch Privatisierung, Staatsverschuldung und Inflation, Volksverarmung durch Agenda 2010, Zwangsarbeit zum Erhalt von Hartz IV, Arbeit unter Armutslöhnen etc. – dagegen hat das GG und das BVerfG. nicht geschützt. Demokratie wird in der Interpretation des GG nur formal verstanden, nämlich als Recht, Parteien und ihre Kandidaten in regelmäßigen Abständen zu wählen, nicht aber als grundgesetzlich garantierte Möglichkeit einer inhaltlichen gesellschaftlichen Mitgestaltung durch die Bürger.

Man soll sich keiner Illusion hingeben. Griechische Verhältnisse sind auch unter der Existenz des GG möglich.

Das Hauptproblem der westlich-kapitalistischen Gesellschaften sind der Opportunismus, die Dummheit und Feigheit seiner Funktionseliten.

Dummheit deshalb, weil sie nicht begreifen, dass sie gegen ihre eigenen rationalen mittel- und langfristigen Interessen handeln, wenn sie gegen die Entwicklung des Systems eines von einer plutokratischen Oligarchie beherrschten, sozialdarwinistischen Totalitarismus 2.0 keinen Widerstand leisten und keine Alternative entwickeln.

holger Februar 28, 2012 um 16:05

—>>>Inzwischen können wir beobachten, daß Leute wie Dirk Müller (“Mr. Dax”, “Börsenmakler”) vom Saulus zum Paulus konvertiert sind.”

Papperla Dingbums. Der ist nicht konvertiert, der hat vermutlich nur genug Gold und Silber versteckt :D Wer in der Blöd schreiben tut, und wem das Medium (auch mal ein paar Talg Runden gegeben wird, sagt alles aus. Büschen was sagen, damit mal ein wenig Kontrast kommt, aber das wars dann für die Galerie. Geh mir fort.

Natalius Februar 28, 2012 um 16:23

@ Holger Feb. 28, 16:05

Na, Na. Ich glaube, das Schwierigste für einen Intellektuellen ist, sich selbst korrigieren zu müssen. ;-)

Wenn ich meinen Eindruck zu Dirk Müller “integriere”, dann habe ich eher den Eindruck, dass er in Andreas Popp ein gewisses “Vorbild” sieht. Popp ist bereits “ausgestiegen” (was das jetzt immer heissen mag). Dirk Müller würde das auch gern tun, aber.. das liebe Geld. Ein Auftritt in einer Talkshow bringt ja schliesslich was ein. Gold und Silber wird er haben, klar.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 16:25

@ HAM Februar 28, 2012 um 15:58
„Nur kann der „kurze historische Moment“ extrem barbarisch und zivilisationszerstörend werden, wie das Beispiel der kurzen Nazi-Barbarei von nur 12 Jahren gezeigt hat.
Der Kapitalismus kann in seiner Endphase nur noch über die Zerstörung zivilisatorischer Errungenschaften sowie des Wohlstandes der Massen aufrechterhalten werden.“

Die historisch längst untergegangene Nazi-Barbarei war nur ein „kurzer historischer Moment“ von 12 Jahren, weil der Kapitalismus seine wirkliche Endphase durch totale Zerstörung noch um viele Jahrzehnte aufschieben konnte. Der Kapitalismus ließ schon vor seiner Endphase für einen kurzen Moment alle Masken fallen und warnte somit die Menschheit, was in einem Kapitalismus in der Zukunft zum offenen Ausbruch kommen könnte. Aber nicht als bloße Wiederholung des Gleichen, sondern als etwas vollständig Anderes.

Das nach 12 Jahren untergegangene NS-Regime brauchte etwa 6-9 Monate ab Januar 1933, um alle Institutionen der damaligen Gesellschaft gleichzuschalten und durchgängig einem verbrecherischen zentralen Willen von Oben nach Unten zu unterwerfen.

Dafür reichten die völlig legale Installation eines verbrecherischen zentralen Willens (Hitler als Reichskanzler), eine Verfassung mit Ermächtigungsgesetz und eine demokratisch-parlamentarische Machtbasis von 43% völlig aus. Nur ein militärischer Staatsstreich der Wehrmacht, ein umfassender Generalstreik und /oder eine zum Äußersten entschlossene hyperintelligente Führung einer Fundamentalopposition hätten die Machtüberlassung an das Terrorregime überhaupt noch stoppen können.

Als Fassade konnte die Fassade eines „Rechtsstaats“ problemlos weiter bestehen in einem Deutschland der für jedermann sichtbaren Konzentrationslager, der Mordanstalten für Erbkranke und massenhaft „staatlichen Unfällen“ wie dem „Zutodekommen“ von verhörten Juden in ganz normalen Polizeiwachen.

Allerdings hätte ein industriell organisierter Massenmord von Millionen Menschen auch die NS-Fassade eines „Rechsstaats“ mitten im „zivilisierten“ Europa gesprengt. Das Verbrechen des millionenfachen industriellen Massenmords konnte nur hinter dem dunklen Vorhang eines Vernichtungskrieges auf dem Rechtsgebiet eines überfallenen und zerstörten Staates ohne jede rechtsstaatliche Konsequenz millionenfach verübt werden (Auschwitz).

hg Februar 28, 2012 um 16:41

“Um sicher recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben.”

Georg-Christoph Halbgott vom Lichtenberg (1742 – 1799),

holger Februar 28, 2012 um 17:05

Natalius

natürlich blickt beim Dirk Müller auch ein ehrliche Haltung durch. Auch das Buch was er geschrieben hat. Nur wie viel Lektüre kann man darüber eben schon lange finden. Copy Paste vom feinsten würde ich sagen, prominent verpackt. Und das die Leute hysterisch werden und sich Trauben um ihn bilden, gerne. Aber außer einem archaischen Lösungsansatz hat er auch nix. Er spricht eben den 42jährigen an oder doch schon den 43 jährigen… na egal. Was ich damit sagen will, ich war 2 mal auf der Gold Messe zu München. Es wird garantiert kein drittes Mal dazu kommen. Das Thema Edelmetalle als Geld und als Wertespeicher und seine Auswirkungen hat sich für mich endgültig erledigt. Weil Bugs so etwas von sich überzeugt sind, dass sie immer vergessen, dass vor ihrer Tür noch etwas anderes auf sie erwartet. Auch den Spinner Eichelburg. MM News und wie sie alle heißen. Sollen se machen wie se wollen, ist eben genau so nen Asset wie alles andere auch. Frag mich immer noch was sie beim Weltuntergang damit machen wollen. Selbst wenn die Währung ne Biege macht. Das sind eben solche Menschen, die glauben noch an das Gute in der Politik, und müssen das Au und Ag später eh abliefern. Solln se machen.

Natalius Februar 28, 2012 um 17:33

@ HAM Feb. 28 15:28

“Das Hauptproblem der westlich-kapitalistischen Gesellschaften sind der Opportunismus, die Dummheit und Feigheit seiner Funktionseliten.”

Ich glaube, man sollte es so ausdrücken:

“Das Hauptproblem der westlich-kapitalistischen Gesellschaften ist die “self-fulfilling lack of power” in seinen Funktionseliten.”

Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.
Man ist entweder drinnen oder man ist draussen. Die Freiheit, zu kündigen, existiert noch. Die Gier nach Geld – und eine kranke Vorstellung von “Existenzminimum” und “sozialer Integrität” – hält drin. Nimm einen von denen zur Seite und er wird genau das wiedergeben, worüber wir uns unterhalten. Wenn es nicht gerade jemand aus der Gruppe der “corporate psychopaths” ist, KANN er (mehr oder weniger) nicht anders, als mit Empathie zu reagieren – die Evolution hat uns so gemacht. OK, er kann “sich” limbisch “entstören”, etwa durch Fluoxetin, aber irgendwas dringt durch und kann nicht abgeschaltet werden.

Warum konnte Faschismus 1.0 immerhin für 12 Jahre existieren? Weil alle Deutschen Psychopathen sind? Nein, weil (fast) jeder – auch in leitender Funktion – glaubte, er könne nichts dagegen unternehmen. Klar, auch Angst, denunziert zu werden und dann per Gestapo abgeholt zu werden. Heute ist es die Angst vor “Abstieg bei Ausstieg”, die Angst vor der Wirkung der blauen Pille (oder war’s die rote?).

Darüberhinaus sind die meisten im Management “Körpermenschen/Ich-Menschen” (im Sinne der Dueckschen Typologie), für die “moralische Kategorien” wie “Opportunismus”, “Dummheit” und “Feigheit” eine andere Bedeutung haben als für “uns”. (Ich gehe mal davon aus, daß die hier Bloggenden zum großen Teil dem Gegentyp zuzuordnen sind).

snozin Februar 28, 2012 um 17:37

@ Jackle Februar 28, 2012 um 14:34

Da schau an! @Morphs Ideengut entwickelt sich zum Morphismus. Wenn hier keine lübberdingistische Verhüttung gelungen ist…(:-), wo dann…

HAM Februar 28, 2012 um 17:47

@Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 16:25
Allerdings hätte ein industriell organisierter Massenmord von Millionen Menschen auch die NS-Fassade eines „Rechtsstaats“ mitten im „zivilisierten“ Europa gesprengt.

Diese Art des Vernichtungshasses gegenüber jüdischen Mitmenschen war kennzeichnend für die „typisch deutsche Psychose“, eine Kombination von nationalistischer Hybris („am deutschen Wesen soll die Welt genesen…) und antisemitischen Rassenwahn.

Schon der Erste Weltkrieg war industriell organisierter Massenmord.

Was war die Ermordung der Zivilbevölkerungen von Hiroshima und Nagasaki anderes als Massenmord mit hochtechnologischer Massenvernichtungsmaschinerie?
Hat dieser Massenmord im „zivilisierten Europa“ jemals kollektive Kritik erfahren?

Im Kapitalismus wird die Barbarei zu jenem Zeitpunkt endemisch, als die Form industrieller Menschenvernutzung keine historische Legitimation mehr findet, weil vom Stand der Produktivkräfte her längst nicht mehr nötig, um allgemeinen Wohlstand herzustellen, sondern nur noch von einer barbarischen Herrscherklasse und deren Funktionseliten aufrechterhalten wird, um deren privaten Profit und Konsum zu maximieren.

Es ist das kapitalistische System selbst, was die Menschen zu barbarischen Idioten macht, auch ganz ohne (Ver)Bildungssystem, ganz allein durch die sozialisatorische Wirkung seines Alltags.

Schmidt-Salomon thematisiert die herrschende kollektive Idiotie in seinem neuen Buch „Keine Macht den Doofen“, allerdings im Wesentlichen deskriptiv, ohne den erforderlichen analytischen Tiefgang.
Aber immerhin, hier formuliert endlich jemand aus der Generation der 40+ eine längst überfällige Kritik.

holger Februar 28, 2012 um 17:48

@ Natalius

—>>>Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.”

Yep… was mal under control war, ist über eine bestimmte Resonanz gesprungen und scheint unkontrolliert sein Wesen zu entfalten. Herrlich das zu beobachten :D . Und nun wollen se das Wesen wieder einfangen. Bernanke hat schon kapituliert. Andere werden folgen. Es fehlt die Bremse. Es gibt aber keine. Kein Haircut, kein Schuldenbremse, keine Steuererhöhung, kein Fiskalpaket kein QE sonstwas. Das Wesen hat die Regeln außer Kraft gesetzt. Und darüber steht nix in den Büchern. Alan Greenspan sei Dank, der ollen Kröte. :D

Schatten des Spiegels Februar 28, 2012 um 17:49

Hmm, um vom Kapitalismus auf den Faschismus zu kommen, muss man ein ganz schöner Leninist sein.

Auf Lenin folgte ja Stalin. Ist damit die mörderische Gulag-Diktatur die typische Konsequenz des Sozialismus?

Man könnte davon ausgehen! Denn was ist Sozialismus? Zuerst einmal eine Steuerungsphantasie. Psychologisch ein Kontrollzwang und -Fetischismus. Wahrscheinlich sadistischer Natur.

Auch auffallend: Diejenigen, die gerne behaupten zwischen Hytler und Speer hätte es eine homoerotische Beziehung gegeben schweigen bei den Traumpaaren Marx und Engels, Stalin und Berija, Fidel und Che.

HAM Februar 28, 2012 um 18:11

@Natalius Februar 28, 2012 um 17:33
Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.
Man ist entweder drinnen oder man ist draussen. Die Freiheit, zu kündigen, existiert noch. Die Gier nach Geld – und eine kranke Vorstellung von “Existenzminimum” und “sozialer Integrität” – hält drin. Nimm einen von denen zur Seite und er wird genau das wiedergeben, worüber wir uns unterhalten.

Das ist nicht meine Erfahrung, im Gegenteil. Die meisten aus der Schicht der Funktionseliten sind (Fach)Idioten, welche die Systemzusammenhänge nicht durchschauen. Typische Markt-Idioten.

Wenn es nicht gerade jemand aus der Gruppe der “corporate psychopaths” ist, KANN er (mehr oder weniger) nicht anders, als mit Empathie zu reagieren – die Evolution hat uns so gemacht. OK, er kann “sich” limbisch “entstören”, etwa durch Fluoxetin, aber irgendwas dringt durch und kann nicht abgeschaltet werden.

Das sind gespaltene Persönlichkeiten. Einerseits handeln sie kalt und herzlos, indem sie z. B. zur Profitmaximierung Menschen entlassen. Andererseits geben sie sie sich „gerührt“, wenn sie mit Einzelfällen konfrontiert werden. Das benötigen sie für ihr Selbstbild, um vor sich selbst nicht als Unmensch zu erscheinen.

Warum konnte Faschismus 1.0 immerhin für 12 Jahre existieren? Weil alle Deutschen Psychopathen sind? Nein, weil (fast) jeder – auch in leitender Funktion – glaubte, er könne nichts dagegen unternehmen. Klar, auch Angst, denunziert zu werden und dann per Gestapo abgeholt zu werden.

Wenn so ein staatsterroristisches System erst einmal etabliert wurde, dann ist es kaum möglich, dieses von innen heraus zu beseitigen. Sondern dieses System wird erst an seinen inneren Widersprüchen kollabieren (s. Stalinismus).

Genau darin besteht die Idiotie der heutigen Eliten, dass sie es widerstandslos hinnehmen, wie die zivilisatorische Matrix unserer Gesellschaft Schritt für Schritt zerstört wird, und dass sie nicht begreifen, dass sie sich dann in einem System wiederfinden werden, in dem auch sie, ihre Familien, Kinder, Freunde usf. zu Objekten des Staatsterrorismus gemacht werden.

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 18:36

@ Stephan

http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/2012/02/27/bundestagsabstimmung-als-farce/#comments

Wieso wird sich nicht mit dem eigentlichen Inhalt auseinandergesetz – der ist doch wesentlich – hier und dort.

Tone up !

holger Februar 28, 2012 um 18:42

@ HAM

—>>> Einerseits handeln sie kalt und herzlos, indem sie z. B. zur Profitmaximierung Menschen entlassen. ”

Nein, das ist so nicht richtig, würde Dietmar Tischer sagen. :D Sie optimieren die Kosten. Auch ein höherer Profit muss!!! dadurch nicht gegeben sein, kann aber!!! . Umsatz ist nicht gleich Gewinn.

KOSTENOPTIMIERUNG bitte immer beachten. Oder: KENNZAHLENOPTIMIERUNG

holger Februar 28, 2012 um 18:48

P.S. ich habe ja mal durch einen “Verbesserungsvorschlag” mindestens 3 Arbeitsplätze durch ne Maschine ersetzt. Darunter war auch meiner. :D O.K. mich hats nicht betroffen. Bin eh dann da weg. :D Aber diese Stellen werden jedenfalls nicht mehr ausgeschrieben. :D

snozin Februar 28, 2012 um 18:49

@ Natalius, Holger

—>>>Will heißen: “Das System” hat sich verselbständigt, ist “out of control”.

In Erwartung eines Sonnenstrahls war am Sonntag im Park ein 75jähriger Altherr mit 3jährigem Urenkel und dessen Weihnachtsgeschenk unterwegs, diewodett das das Modell eines Hubis gewesen sein wird. Das Ding ging mehrmals ziemlich steil nach oben, stürzte ab, und der Kleine bestaunte danach den Oppa,
wie der mit Korrekturen an der Steuerung beschäftigt war. Nach einem weiteren Steilflug prallte das Gerät auf die Steinkante einer Pflanzung, der Altherr sammelte es auf, und der Kleine fing an zu heulen.

Vielleicht war die Beschreibung des schnurrenden Drachens zu asiatisch und der Alte knirschte nun grimmig mit einem osteuropäischen Gebiss oder er heulte solidarisch mit…

Beim Lesen von Holgers Posting erinnerte mich der Episode, als sei sie die Kurzfassung der letzten paar hundert Jahre Weltgeschichte.

holger Februar 28, 2012 um 18:53

Warum Maschinen bis heute noch nicht in die SV einzahlen müssen, bleibet mir ein Räthsel.

Stephan Februar 28, 2012 um 18:54

@Blogerkeule
Gute Frage. Ich nehme an du meinst die Abstimmung von gestern? Nun erstens gibt es dazu nicht viel zu sagen. War nicht so grandios verschieden von der ersten “Bailout”-Aktion im Bundestag. Außer das es keine Kanzlermehrheit gab. Und die besten Reden kamen mal wieder von der Fraktion DIE LINKE und von den Vertretern der ultra-konservativen €-Skeptiker. Zweitens wird dieses Spektakel dieses Jahr noch einmal stattfinden. Und dann noch ein-zweimal nächstes Jahr. Aber ich werde hier in den nächsten Tagen mal was dazu schreiben. Warum ich als Linksaußen im Gegensatz zu fast allen (?) linken ökonomischen Kommentatoren für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone bin und warum der auch kein Weltuntergang für Griechenland sein muss. Ganz im Gegenteil. Aber ich recherchiere auch meine Argumente. Da ich das in meiner Freizeit mache dauert das ein bisserl.

Carlos Manoso Februar 28, 2012 um 18:58

@ HAM Februar 28, 2012 um 17:47
„Was war die Ermordung der Zivilbevölkerungen von Hiroshima und Nagasaki anderes als Massenmord mit hochtechnologischer Massenvernichtungsmaschinerie?
Hat dieser Massenmord im „zivilisierten Europa“ jemals kollektive Kritik erfahren?“

Seriöse Historiker sehen den Prozess, der zum Einsatz der Atombombe in Hiroshima führte, nicht mehr ideologisch bestimmt. Die amerikanische Führung wollte die Atombombe, in deren Entwicklung Milliarden Dollar geflossen waren, einsetzen, um damit die Kontrolle über eine unvergleichliche Zerstörungswaffe der konkurrierenden beginnenden Weltmacht, der UdSSR praktisch zu demonstrieren. Die Atombombe war für die USA eine Machtgewinnungsmaschine.

Im Umfeld der Potsdamer Konferenz kamen die Studien aller Japan-Experten von US-Präsident Truman zum Ergebnis, dass Japan nicht mehr die Wirtschaftssubstanz habe, den Krieg weiterzuführen. Sie rieten auch, die Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“ gegenüber Japan nicht in den Vordergrund zu stellen, da der japanische Tenno im Verständnis der japanischen Kultur ein Gott sei, der nie kapitulieren könne. Präsident Truman schickte dennoch eine Fristsetzung für die bedingungslose Kapitulation Japans an deren Militärführung, andernfalls werde man eine schreckliche Waffe einsetzen. Die Japaner ließen aber die Frist zur bedingungslosen Kapitulation verstreichen, was wiederum die Amerikaner unter Druck setzte, diese schreckliche Waffe einzusetzen. Als die Atombombe abgeworfen worden war, wurde die Frist zur bedingungslosen Kapitulation erneut gestellt und die Japaner ließen die Frist erneut verstreichen. Nach zwei abgeworfenen Atombomben führte möglicherweise die begrenzte Verfügbarkeit amerikanischer Atombomben zu der Entscheidung des US-Präsidenten, die japanische Führung zur Unterschrift unter eine Kapitulationsurkunde auf ein US-Kriegsschiff vor der japanischen Küste zu bitten.

Unterm Strich muß man feststellen, dass Japan im Unterschied zu Deutschland am ende des Weltkriegs nicht bedingungslos gegenüber den USA kapituliert hat, trotz der zwei von den USA abgeworfenen Atombomben und dass der Tenno bis auf den heutigen Tag in der japanischen Kultur ein Gott ist.

So gesehen waren die Abwürfe amerikanischen Atombomben auf hunderttausende Zivilisten in Nagasaki und Hiroshima für die USA politisch und militärisch vollkommen sinnlos, reiner Massenmord, Staatsterrorismus in seiner mörderischsten Form.

HAM Februar 28, 2012 um 19:00

@holger Februar 28, 2012 um 18:42
Nein, das ist so nicht richtig, würde Dietmar Tischer sagen. Sie optimieren die Kosten. Auch ein höherer Profit muss!!! dadurch nicht gegeben sein, kann aber!!! . Umsatz ist nicht gleich Gewinn.
KOSTENOPTIMIERUNG bitte immer beachten. Oder: KENNZAHLENOPTIMIERUNG

Ja, „Kostenoptimierung“ ist so ein Euphemismus, den man häufig in diesen Kreisen hört.

Kostenoptimierung, aber nicht beim Management.

Die riesigen Gehälter und Boni des Managements werden nie unter dem Aspekt „Kostenoptimierung“ betrachtet.

Merke:
Im Kapitalismus ist die arbeitende Bevölkerung vor allem ein zu minimierender Kostenfaktor, vor allem Löhne und Ausgaben für den Sozialstaat.

Kapitalisten und ihre ausbeuterischen und betrügerischen Komplizen bei den Funktionseliten sind hingegen LEISTUNGSTRÄGER.

holger Februar 28, 2012 um 19:00

Yep… besonders wenn in Boden-Resonanz so ein Dingen auch in Echt zerbricht. :D Das Dingen geht durch die RC funktioniert nich mehr. Obwohl Opi wohl kein RC hatte sondern bestimmt Infrared. Da hat er bei Sonneneinstrahlung Probleme mit der Steuerung.

holger Februar 28, 2012 um 19:03

HAM

Bitte… Kostenoptimierung ist echt was anderes, als den Profit zu maximieren.

—>>>Im Kapitalismus ist die arbeitende Bevölkerung vor allem ein zu minimierender Kostenfaktor, vor allem Löhne und Ausgaben für den Sozialstaat.”

Das komische ist doch, dass je mehr Exkludiert werden, wie auch immer, die Lohnkosten des Staates steigen. Auch in den Transfers.

Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 19:08

@Natalius Februar 28, 2012 um 13:38

Es ist notwenig, das ganze Geprassel mit und ohne Draht außen vor zu lassen und ganz persönliche Beziehungen aufzubauen.
Das wird dauern, denn seit Jahrzehnten läuft sehr erfolgreich der Vereinzelungsprozess – jeder gegen jeden.

Mal auf der Zunge zergehen lassen:

http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD%20der%20Aktuelle/Paukenschlag%20am%20Donnerstag.html

Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 19:09

Und die öffentlich-rechtlichen Medien leisten ihren Beitrag dazu:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=12363

Linus Februar 28, 2012 um 19:14

@carlos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitulation_Japans
“Im Rahmen der Potsdamer Konferenz gaben die Republik China, die USA und Großbritannien am 26. Juli eine Folgeerklärung (Potsdamer Erklärung) zur Kairo-Deklaration ab und stellten Japan ein Ultimatum. Der letzte Artikel der Erklärung lautet:

„(13) We call upon the government of Japan to proclaim now the unconditional surrender of all Japanese armed forces, and to provide proper and adequate assurances of their good faith in such action. The alternative for Japan is prompt and utter destruction.“
(„Wir fordern von der japanischen Regierung, jetzt die bedingungslose Kapitulation aller japanischen Streitkräfte zu verkünden […]. Die Alternative für Japan ist dessen schnelle und vollständige Zerstörung.“)

[...]
Eine Woche nach den Atombombenexplosionen, am 14. August 1945, erließ der Tenn? den „Kaiserlichen Erlass über das Kriegsende“ (sh?sen no sh?sho). Dieser wurde am 15. August 1945 im Radio ausgestrahlt (Gyokuon-h?s?), der seitdem als V-J-Day gilt. Im Erlass erkennt der Kaiser die Bedingungen der Potsdamer Erklärung an. Am 2. September unterzeichneten Außenminister Shigemitsu Mamoru (im Auftrag und in Vertretung des Kaisers von Japan und der japanischen Regierung) und der Kommandant der Kant?armee, General Umezu Yoshijir? (im Auftrag und für die kaiserlich-japanischen Generalhauptquartiere) auf der USS Missouri in der Sagami-Bucht bei Tokio um 9 Uhr vormittags die Urkunde der bedingungslosen Kapitulation.”

Natalius Februar 28, 2012 um 19:17

Gold-Messen & drittes Mal: Muss auch nicht – “Geld Macht Sinn” ist so eine Alternativveranstaltung, die offenbar gut besucht ist. Bringt aber auch nicht viel für Leute, die hier bloggen.

Was ich mit Dirk Müller sagen wollte: Ein Umdenken ist schon erkennbar – und es ist gut, daß er prominent ist, eingeladen wird und so seine Multiplikatorfunktion wahrnimmt. Viele aus diesem Blog könnten das vielleicht sogar noch besser als Dirk Müller ;-)

Mein Investmenttip (OT): Hab 23andMe schon mal kurz erwähnt. Meine aber jetzt nicht Aktien, sondern den Test selbst. 1 Mio SNPs aus der eigenen Spucke für ca. 160 Euronen (shipping included) ist echt nicht teuer – würde es in D über den Onkel Doktor und Krankenkassensystem laufen, käme auch schnell das 100-fache heraus. Dafür kriegt man dann sozusagen jeden Mist, den man sich in seinen Genen eingefangen hat, mit – allerdings nur als Wahrscheinlichkeitsaussagen (nicht als Diagnose). Klar, kein Tip für Hypochonder! Eher für Leute, die relativ wenig zum Arzt gehen. Und natürlich verdient Google mit dabei, denn die Typisierung von “Genotypen” nach Körpermerkmalen, Krankheiten, Arzneimittelverträglichkeiten, Genealogie, usw. bringt neues medizinisches Wissen ein, dass dann für immer bei Google liegt (23andMe gehört zu Google).

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 19:25

@ Stephan

Mit einem Nein gestern hätten Rot-Grün alles politische erreichen können :
Merkel weg
Euro-Neustrukturierung
Mehr direkte Demokratie
Wieder erreichen von Glaubwürdigkeit
Diese Chance, die ich Ihnen serviert habe, wollten oder konnten sie nicht nutzen – es wird sie niemals wiedergeben.
Merkel macht fünf Kreuze.
Es sind halt keine echten Revolutionäre.
Kraft und Kretschmann hätten das Ding schon gesteuert.
Aber wie gesagt die Flaschenleer Gabriel, Steinmeier und -brück haben gelost.
Die Bild hatte mitgelesen und verstanden…
Der Lübber weiss wohl immer noch nicht was Sache war …
Stattdessen steht sowas asoziales wie dies
http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/ratgeber-hintergrund/energie-vom-dach-was-die-solarkuerzung-fuer-hausbesitzer-bedeutet/6258482.html
zur Debatte.
Wir brauchen Soddy und Rifkin für Griechenland und Europa nicht Altoligarchen und Rüstungsfetischisten.

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 19:36

Etwas Kostenrechnung zur Zukunftsfördeung :

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1689305/
dort auch zum Nachhören.

Mensch Leute wacht endlich auf vor Ort.

holger Februar 28, 2012 um 19:39

@ Stephan

—>>>Aber ich werde hier in den nächsten Tagen mal was dazu schreiben. Warum ich als Linksaußen im Gegensatz zu fast allen (?) linken ökonomischen Kommentatoren für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone bin und warum der auch kein Weltuntergang für Griechenland sein muss”

Dafür brauch man kein LINKS-außen sein. Das liegt auf der Hand. Und unter der fetten Henne hat nur eine Pferde-Frau, einen entscheidenen Satz gesagt: “Risiko darf ich ja auch mal, Abenteuer sind mir wegen meines Eides verboten” Nun muss ich weiter trullern. Bekomme ja auch wieder einen Orden dafür.

Horst Schmidt Februar 28, 2012 um 19:48

Gemach, gemach, den psychologischen Tiefschlag von Rösler hat die Merkel in ihren Grundfesten erschüttert. Sie taumelt.
Ihre ultimative Drohung mit dem Ende der Koalition konnte selbst einen Sterbenden wie die FDP nicht schocken, sie empfand es wie Hohngelächter der Hölle und ließ diesen Stoß ins Leere laufen. Wilhelm Bendow ließ grüßen.

Petra Sorge und Michael Naumann vom “Cicero” spielen schon auf der Klaviatur des Mitleids. Sie sei gut, nur die sie umgebenden Personen seien Fehlbesetzungen. Selbst um die Gesundheit der Merkel macht sich Michael Naumann Sorgen. Erschöpfung diagnositiziert er, sie treibe Schindluder mit ihrer Gesundheit. Was würden wir nur ohne sie machen? Wo trieben wir hin?
Alles nur für uns, dem deutschen Volk, welches ihr doch so am Herzen liege.
Fallen wir alle in eine langsames Siechtum? Was machen wir ohne unsere Mutti?
Auf, auf ihr Infantilen reisst euch zusammen, eine Chance offenbart sich uns, nutzen wir sie. Nur mit wem? Verdammt, nur mit wem? Und dann wohin?

Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 19:48

Ach ja,
und einen direkten Beitrag genau zum Thema hier
gibt es auch an dieser Stelle:

http://www.egon-w-kreutzer.de/

27. Februar 2012

Ein schönes Beispiel, dass auf vielen Gleisen etwa in die gleiche Richtung gefahren wird,
aber – ein eigenes Gleis mit Bahndamm und Zaun – das muss schon sein.
Da sei die ‘Ausdifferenzierung’ vor! ;-)

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 20:11

Steht doch im Grundgesetz der Bibel für uns Demokraten.
Aber wie gestalten wir EU-Bürger den EU-Vertrag neu?
Phantasie und Gemeinschaftlichkeit sind doch gute Tugenden – Irland fängt schon an mit den Fiskalisten.
Wahlen, Volksabstimmung – einfach alles das volledemokratische Programm.
Überforderung Nein – wohl eher Unterdrückung zur Zeit.

holger Februar 28, 2012 um 20:12

Andreas Kreuz

egon-w-kreutzer und andere lese ich persönlich nicht häufig. Jedenfalls nicht, UM mir eine Meinung zu bilden. Ich finde es aber immer erstaunlich, wie unterschiedlichste Menschen auf den gleichen Gedanken teilweise kommen können. Wenn jemand mal ein Dickes Lob verdient, dann ist es Christel von http://www.veilchens-welt.de/

Da hab ich auch mal geschrieben (lang ist es her) :D . Dafür füge ich jetzt auch ihre website mit ein.

Natalius Februar 28, 2012 um 20:15

“Das sind gespaltene Persönlichkeiten. Einerseits handeln sie kalt und herzlos, indem sie z. B. zur Profitmaximierung Menschen entlassen. Andererseits geben sie sie sich „gerührt“, wenn sie mit Einzelfällen konfrontiert werden. Das benötigen sie für ihr Selbstbild, um vor sich selbst nicht als Unmensch zu erscheinen”

Wenn es echte Psychopathen sind, dann haben diese Menschen nicht das Sensorium, das wir als “üblich” betrachten. Es sind partiell “Geistesamputierte”. Erschreckend ist die im fisheadmovie aufgestellte Hypothese (offenbar untermauert durch empirische Studien), daß es Fälle SCHWERER Psychopathie im Top-Management gibt, deren score signifikant höher liegt als auf einer “Normaletage”. EINER von denen reicht aus, um einen ganzen Konzern zu ruinieren, ebenso wie ein Hitler oder ein Stalin ausreichte. Man darf die Vermutung äussern, daß es “Mitläufereffekte” unter den “milden Formen” der Psychopathie gibt, die im Score-Test nicht über der Signifikanzgrenze liegen. Auch eine partiell reduzierte Empathie führt zu der Langeweile, die sich durch Zocken mit Milliarden beseitigen läßt.

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 20:43

Soll das EuropolySpiel mit Merkel und der SozenOpposition hier spieltheoretisch offen dargelegt werden?
Es könnte den Ausgang bzw. das Handeln der Akteure schon ab jetzt beeinflussen.
Wollen wir das?
Oder spielt der Zeitpunkt eine Rolle, denn dann könnten Alternativen bereits unmöglich sein …
Die Parteistrategen spielen garantiert ;-)

Blogerkeule Februar 28, 2012 um 21:02
Andreas Kreuz Februar 28, 2012 um 21:17

Das holen wir mit dem Export alles wieder raus
- die Konjunktur-Lokomotive Europas:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,818016,00.html

Mir wird übel….

hg Februar 28, 2012 um 21:51

Mensch Bloggerkeulchen

-> du solltest würklisch kein Deutschlandfunk hören! das ist ein allerübelster Staatspropagandasender!

hg Februar 28, 2012 um 22:14

Yäpgäll, @Holgi!

- > … isch erinnere als ob Gestern, wie Prof. Hankel in BR-Talkshow in Frühjahr 2010 genau das alternativlos gefordert hat: Schuldenschnitt & Drachme für Griechenland!

@Stephan

-> … du siehst also, daßß das nix mit “links” oder “rechts” zu tun hat. Überhaupt ist doch vom investigativen Oppositionsinternet längstens herausgefunden worden, daßß es sich hierbei um eine KÜNSTLICH GESCHAFFENE Dichotomie handelt, mit dem Zweck die peoples aufzuspalten und gegeneinander auszuspielen …

- > … schau mich an: ja, ich bin heute ein SPD-Hasser. Abba du wirst es kaum glauben, in den 90′ern bin ich meinen Uni-Kumpels immer auf den Sack gegangen, weil ich ein fanatischer SPD-Wähler war und gegen Kohl und seine CDU gehetzt habe. 1998 hab ich rot-grün gewählt. Weil die wollten ja eine sozialere Politik machen. Haben sie ja 16 Jahre lang angekündigt. Abba schon in 1999 habe ich gemerkelt, dass üwas nüscht stümmt! Plötzlich ging es nur noch um Doppelpaßß für Türken, statt um sozialere Politik! Hallo? Die SPD war 1999 das ganze Jahr komplett abgetaucht. Erst als dann Lafontaine gemerkt hat, mit was für einer Bänksterbrut er da an einem Tüsch sitzt und den höxtrespektablen Notaus via Schleudersitz gemacht hat, hat man wieder was von den Soz’n gehört.

-> … deswegen bezeichne ich ja die “Sozial”-”Demokraten” auch als “Sozial”-”Demokraten” und nicht als Sozialdemokraten, wie die es gärne hätten. Weil sie eben weder sozial noch demokratisch veranlagt sind, sondern nur die Weltherrschaftspläne der Wallstreetfaschisten umsetzen (Umvolkung, “Multikulti” als aufoktroyierte Leitkultur, Auflösung der souveränen demokratischen Nationalstaaten / EUdSSR, Genderstreaming, Frauen sollen arrrrbeiten statt Kinder kriegen, Tributmaximierung als Ausbeutungskapos der besetzten Gebiete, Kolonialkriege gegen die noch freien Völker der Welt, und noch’n Haufen Schaiß mehr).

-> … ach so ja und @Stephan: wenn du tatsächlich einen Artikel schreibst, in dem du für den Austritt GR aus dem Euro plädierst, pass auf daßß Hütt & Flübber dir nicht von hinten die Kehle und so weiter … ;-) … naja auf jeden Fall würst du dir einen neuen Blog suchen müßßen.

GAUCK muss WEG Februar 28, 2012 um 22:33

Bürgerrechtler saßen in Bautzen.
Gauck saß im VW-Bus.

:-)

#DEUTSCHERFRÜHLING Februar 29, 2012 um 00:27

#DEUTSCHERFRÜHLING ante portas …

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 00:44

Wäre das klasse, wenn die zu besteuernden Deutschen vor 75% Grenzsteuersatz nach Griechenland flüchten würden; dort könnten sie dann ihr Einkommen weiter in die Schweiz buchen und die 160 deutschen Steuerbeamten sie verfolgen : ach wäre das lustig. Staaten und Bankenrettung inklusive…
http://www.welt.de/politik/ausland/article13893966/Reichensteuer-kann-fuer-Deutschland-teuer-werden.html
http://www.youtube.com/watch?v=ZaOjGcw1hDw&feature=related

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 01:00

Als Erfolgsprämie gibt es für jeden der 160 Steuerfander eine Yacht mit Urlaub(Bestände der Bayerischen Landesbank) in den Gewässern, wo die restlichen Schiffchen der Vermögenden vor Anker liegen. Und dann Vermögenssteuer von 3% bis die Nettoneuverschuldung dank Schuldenbremse auf 0,00 gesunken ist.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817498,00.html

Goldene Zeiten für die Staatshaushalte stehen bevor – Ausbilder bucht die Wochendkurse zur Fortbildung der fehlenden Fachkräfte – z.B. 3.5000 Zollbeamte – Kapitalverkehrskontrollen inklusive.

Oder doch 3.650 Stephan?

#DEUTSCHERFRÜHLING Februar 29, 2012 um 01:09

-> Elfenbeinturm Bullauge Waschbär.

-> @Du verkennst die Zeitenwende, @morph. Verkennung is’ Geißßel der Theoretiker. Abba wozu braucht der Bildungsbeamte Erkenntnis? Scrabble spielen schult den Wortschatz und schont die Nerven.

- BRIC is coming! No one can stop zem now.
- die USA (und ihre Hintertanen) ham fertisch!
- letzter Verzweiflungsangriff der USA ( und ihre Hintertanen): Machtübernahme in Europa via EUdSSR und Carambolage in Nahoscht.
- jetzt fehlt nur noch: #DEUTSCHERFRÜHLING

Thera Pie Februar 29, 2012 um 01:26

Das krankhaft asoziale Subjekt Draghi steht schon auf der Liste. Der zur Beförderung. 6 feet under.

End the ECB Februar 29, 2012 um 02:05

“As ECB Finds Defaulted Bonds To Be Ineligible Collateral, Bundesbank Is Stuck Holding The Defaulted Greek Bag

In other words: the Nationa Bank of Greece suddenly finds itself without its ECB lifeline, but with a Eurosystem Bank backstop. Which means that the Bundesbank is about to be dragged down kicking and screaming into funding Europe’s insolvent experiment even more, a step we predicted would happen months ago [12], and a step we believe that Germany will not be too delighted to tolerate once it figures out how the ECB just stuck it with the bill…

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 02:40

@ Schluss der EZB

“… Griechenland … ohne seine EZB Lebensrettung, …”

correct and default = end of an oddyssey

http://www.youtube.com/watch?v=jA7L8ceSxIg

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 03:05

Sozialdemokraten ihr habt noch eine letzte Chance bis zum ESM bekommen :
hört das : 2254 dlr-kultur:
2254 vom Mittwoch 29.02.2012
Kanzlerinnen-Dämmerung
Hat Angela Merkel ihren Laden noch im Griff?

Erst die Schlappe bei der Personalie Joachim Gauck, dann das mäßige Ergebnis bei der Griechenland-Abstimmung, nun eine Zurechtweisung vom Bundesverfassungsgericht: Für Angela Merkel läuft es derzeit nicht besonders rund. Was meinen Sie: Erleben wir gerade eine Kanzlerinnen-Dämmerung? Ist Angela Merkel ihr politischer Instinkt abhanden gekommen? Hat Schwarz-Gelb abgewirtschaftet? Doch was sind die Alternativen – für Deutschland und Europa?

Moderation: Birgit Kolkmann

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/29/drk_20120229_0105_5c27919a.mp3

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 05:06

Mit dem Versuch durch selective Default mittels Rateagenturen Druck auf Europa zu erhöhen, um noch höhere Rettungs-, Brandmauern durch Steuerzahler abzusichern und heute noch einen richtigen Schluck aus der Tenderpulle der EZB zu tanken, haben die Rentiers ihr eigenes Abschreibungsurteil getroffen!
Das Schneeballsystem, Kartenhaus wird zusammenbrechen, implodieren.
Aber es wird auch keine Weltwirtschaftskrise geben – einfach nur Wertberichtigungen ihrer virtuellen Luftblasenvermögen mit Reduktion der Zinserzielungsbasis – nothing more.
Eigenkapitaldeckung 100% und Ende der Liquiditätsfalle, klassische Zinsstrukturen, Bonitäten stehen an.
Ruhig, sachlich und in freudiger Zusammenarbeit werden die Ergebnisse den Europäern in Volksabstimmungen und Wahlen zur Reform vorgelegt werden.
Der Paradigmenwechsel ist a jour!
Jeder im WWW kann das nachvollziehen.
Die closed shops der elitären Hinterzimmer werden gelüftet.
Es reicht nicht mehr bis zum EU-Gipfel am Wochenende.

Blogerkeule Februar 29, 2012 um 05:28

Wahlkämpfer und Populist Horst S.
und seine Christlich Sozialen :
http://www.handelsblatt.com/politik/international/euro-rettungsfonds-csu-blockt-bei-aufstockung-ab/6267200.html
Wird er das als Bundespräsident bei der Prüfung des ESM-Gesetzes auch so beurteilen?
Oder wird schon J. Gauck den Füllfederhalter zücken?

Nanuk Februar 29, 2012 um 07:50

Worüber machst du dir eigentlich Gedanken schau mal nach Osteuropa…
http://www.europeonline-magazine.eu/lettischer-praesident-verteidigt-marsch-von-ss-veteranen_193756.html

Eagon Februar 29, 2012 um 09:17

Sehr schöne Analyse.

Damit Griechenland reformiert werden kann, muss es zuerst einen Wohlfahrtsstaat geben.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/euro-rettungsschirm-der-fanatismus-der-zentralbank-11658700.html

HAM Februar 29, 2012 um 09:19

@Natalius Februar 28, 2012 um 20:15
Wenn es echte Psychopathen sind, dann haben diese Menschen nicht das Sensorium, das wir als “üblich” betrachten. Es sind partiell “Geistesamputierte”. Erschreckend ist die im fisheadmovie aufgestellte Hypothese (offenbar untermauert durch empirische Studien), daß es Fälle SCHWERER Psychopathie im Top-Management gibt, deren score signifikant höher liegt als auf einer “Normaletage”. EINER von denen reicht aus, um einen ganzen Konzern zu ruinieren, ebenso wie ein Hitler oder ein Stalin ausreichte.

Menschliches Verhalten ist kontextabhängig. Eine irres gesellschaftliches System bringt irre Individuen hervor.
So waren bis auf ganz wenige Ausnahmen die Nazi-Täter ganz normale Menschen, die unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen ein ganz normales Leben geführt hätten und nie zu den Monstern geworden wären, die sie geworden sind.

Ein Hitler ist eben zu einem Hitler gemacht worden, von jenen Kräften, die ihn als Marionette manipulierten und jenen, die ihn gewählt haben, weil sie irre Vorstellungen und Errettungswünsche in ihn hineinprojizierten.

So wählte sich – um ein Beispiel für heutige Politikfiguren zu nehmen – ein Berlusconi nicht selbst, er wurde gewählt und wiedergewählt.

Das Kernproblem der Menschen in den niedergehenden kapitalistischen Gesellschaften ist, dass sie weder ihr System noch ihr Bewusstsein kritisch reflektieren können. Was das gesellschaftliche Ganze betrifft, so leben sie in einem Totalverlust von Realität.

Marktwirtschaft führt zwangsläufig zu einem irren Ganzen.
Wer ist dies nicht begreift und an die Selbststeuerungsfähigkeit einer Marktwirtschaft glaubt, ist eben ein „Ökonomiot“ (Schmidt-Salomon), und wer daran glaubt, dass dieses politische System politische Vernunft generiert, ein „Politiot“ (ebd.).

Unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen verläuft der Gesellschaftsprozess nach den Gesetzmäßigkeiten einer „Schwarmdummheit“ (ebd.).

Zur chronischen Dummheit der beherrschten Klassen gehört die feste Überzeugung der Beherrschten, dass sie die Gesetze, die sie beherrschen, nie verändern können (vgl. dazu z.B. Ch. Lash).

Die Vorstellung von Individuen, dass der Gesellschaftsprozess nicht bewusst politisch gestaltbar ist, sondern so hinzunehmen ist, wie er ist, ist ein typisches Merkmal des Bewusstseins von Sklavenexistenzen, während herrschende Eliten genau ein gegenteiliges Bewusstsein aufweisen.

So kann als These formuliert werden, dass der heute in den Kreisen der lohnabhängigen Intelligenz so verbreitete Luhmannismusein Ausdruck ist von deren Sklavenexistenz als Dienstklasse der Herrschenden.

holger Februar 29, 2012 um 09:39

HAM

—>>> Was das gesellschaftliche Ganze betrifft, so leben sie in einem Totalverlust von Realität.”

So würde ich das nicht sagen. Was juckt denn einen Otto Normal in Bayern, die Realität eines Otto Normal in Mc Pomm. Alle haben sie eine eigene Realität. Jeden Tag. Was juckt mich die Realität eines US Bürgers?

Ich würde nicht sagen Totalverlust. Sondern es fehlt der Sinn das Gesamte zu sehen/ sehen wollen. Und die örtlichen Realitäten, kann kein Politiksystem der Welt lenken. Aber man kann den Leuten nicht einen Realitätsverlust andichten. Für viele spielt sich die Realität im umkreis von weniger als 10 Kilometern statt. Auch in der Bronx.

kurms Februar 29, 2012 um 10:10

HAM: “Marktwirtschaft führt zwangsläufig zu einem irren Ganzen.
Wer ist dies nicht begreift und an die Selbststeuerungsfähigkeit einer Marktwirtschaft glaubt, ist eben ein „Ökonomiot“ (Schmidt-Salomon)…”

Na ja, in wiefern soll freie Marktwitschaft zu einem “irren Ganzen” führen? Es ist klar, daß sie nicht von selbst einen Sozialstaat hervorbringt, also in diesem Sinn hat sie keine Selbststeuerungsfähigkeit. Aber sie würde nicht automatisch alle Akteure in ihr zerstören oder irre machen. Höchstens in dem Sinn daß man sagt die Evolution habe auch nur Irrsinn produziert, aber dann wäre die gesamte Debatte uninteressant.

HAM Februar 29, 2012 um 10:16

@holger Februar 29, 2012 um 09:39
Ich würde nicht sagen Totalverlust. Sondern es fehlt der Sinn das Gesamte zu sehen/ sehen wollen. Und die örtlichen Realitäten, kann kein Politiksystem der Welt lenken. Aber man kann den Leuten nicht einen Realitätsverlust andichten. Für viele spielt sich die Realität im umkreis von weniger als 10 Kilometern statt. Auch in der Bronx.

Ein interessanter Einwand, weil er ein wesentliches Problem beschreibt.

Solange die Menschen als Selbstversorger in einer Subsistenzökonomie lebten, solange konnten ihnen die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge jenseits ihres Lebenskontextes weitgehend gleichgültig bleiben.
Ihr Leben wurde von der „jenseitigen Realität“ nur beeinflusst, wenn sie z.B. von Räuberbanden ausgeraubt wurden oder von kriegerischen Ereignissen betroffen waren.

Aber in einer modernen, hocharbeitsteiligen und global vernetzten Gesellschaft ist dies völlig anderes. Wer sich hier bei der Realitätswahrnehmung auf die sinnlich erfahrbare Realität beschränkt, für den kommen der Strom aus der Steckdose, die Milch aus dem Supermarkt und die Rente von der Rentenkasse.

Solange die Umweltbedingungen stabil sind, mag ein derartig beschränktes Realitätsbewusstsein ausreichen, um durchs Leben zu kommen.

Aber wenn dann die Energie- und/oder Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen, die Renten massiv gekürzt oder durch Inflation massiv an Kaufkraft verlieren, dann verändert dies die „örtliche Realität“ der betroffenen Individuen entscheidend.

Die relevanten Lebenszusammenhänge nicht durchschauen zu können oder zu wollen, nennt man üblicherweise Idiotie.
Zu dieser Idiotie gehört der Verzicht auf autonome Lebensgestaltung. Man möchte wie ein Kind bzw. Leibeigener lebenslang durch soziale Systeme gut versorgt werden. Und ist dann furchtbar enttäuscht und reagiert mit vorwurfsvollen Jammern, wenn dies von Seiten der Politiker nicht erfolgt.

Stephan Februar 29, 2012 um 10:35

~hg~
Ich denke nicht, dass FL und HH mir das übernehmen würden. Schließlich habe ich schon einen Beitrag geschrieben, warum ich den € nicht mehr retten will. Und ich bin immer noch da :~)

HAM Februar 29, 2012 um 10:38

@kurms Februar 29, 2012 um 10:10
Na ja, in wiefern soll freie Marktwirtschaft zu einem “irren Ganzen” führen?

Die Handlungsmotive der wirtschaftlichen Akteure orientieren sich in einer Marktwirtschaft primär an privaten Interessen. So geht es um das Überleben des eigenen Unternehmens am Markt, um die Maximierung des eigenen Lohns, um Maximierung des eigenen Kapitals, um Maximierung des eigenen Konsums etc.

In einer Markwirtschaft sind für handelnden Individuum die Auswirkungen ihres Handelns auf das gesamtgesellschaftliche Ganze sekundär und meist gleichgültig, weil sie primär am persönlichen Nutzen aus ihrer wirtschaftlichen Aktivität interessiert sind.

Das ist das altbekannte, unlösbare sowie verdrängte und verleugnete Problem einer nicht gelingenden gesamtgesellschaftlichen Synthese unter marktwirtschaftlichen Bedingungen. Mit den Folgen von Krisen, Kriegen und Barbarei.

Bei einer gesamtwirtschaftlichen Steuerung geht es hingegen darum, den Wirtschaftsprozess gemäss den Entwicklungszielen des gesellschaftlichen Ganzen geplant und gezielt zu steuern.

„Planwirtschaft“ ist keineswegs identisch mit „zentralistischer Planwirtschaft“.

Nur dies als Hinweis, weil das Bewusstsein der Individuen im System kapitalistischer Herrschaft massenmedial so konditioniert ist, dass reflexartig „Planwirtschaft“ mit „zentralistischer Planwirtschaft“ gleichgesetzt wird und keinerlei Vorstellungen darüber existieren, dass und wie eine demokratische und nachfrageorientierte Planwirtschaft realisiert werden kann.

kurms Februar 29, 2012 um 10:50

Krisen, Kriegen und Barbarei gibt es doch alles an verschiedenen Stellen dieses Planeten. Also müßte die gesamtwirtschaftliche Steuerung schon weltweit geschehen damit sie wirksam ist (Besonders deutlich zu sehen an dem CO2 Problem). Das ist natürlich wünschenswert, aber wir bekommen ja noch nicht mal eine gesamtwirtschaftliche Steuerung in der Eurozone hin.
Wie willst Du denn die Menschen gegen die Konditionierung durch die Massenmedien immunisieren?

holger Februar 29, 2012 um 10:59

—>>>Aber wenn dann die Energie- und/oder Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen, die Renten massiv gekürzt oder durch Inflation massiv an Kaufkraft verlieren, dann verändert dies die „örtliche Realität“ der betroffenen Individuen entscheidend.”

Natürlich betrifft das dann erstmal die örtliche Realität. Für jeden anders gefühlt. Und überall andere Auswirkungen.

—>>>Zu dieser Idiotie gehört der Verzicht auf autonome Lebensgestaltung. Man möchte wie ein Kind bzw. Leibeigener lebenslang durch soziale Systeme gut versorgt werden”

Was hat meine Oma immer gesagt? Junge geh zum Staat und werde Beamter. Also fangen wir erstmal bei denen an, die anderen voll versorgt vorschreiben wollen, wie man gefälligst zu Leben hat. Diese Idiotie gehört als erstes mal beleuchtet oder illuminiert. Aber nicht denen Idioti vorwerfen, die auf Idioten im täglichen machen treffen.

bilbo Februar 29, 2012 um 11:09

Klick mal auf den Link zum Beitrag. Murphy’s law? ;)

HAM Februar 29, 2012 um 11:55

OT

Ich war jetzt fast 4 Wochen in Asien und aus der Ferne betrachtet kommen einem die niedergehenden USA und das niedergehende Europa als furchtbar idiotisch vor.

Da ich in Thailand mit vielen „Aussteigern“ und Auswanderern zusammengekommen bin, traf diese Wahrnehmung dort meist auf Zustimmung. Ganz im Gegenteil zur Situation in Europa, wo der Eindruck aufkommen kann, man sei von Idioten umzingelt.

Interessant war auch, wie sich Hongkong verändert hat, wie „chinesisch“ es geworden ist in den knapp vier Jahren seit meinem letzten Besuch.

Besonders interessant waren die Gespräche mit einem Manager, der in einem großen amerikanischen Unternehmen seit vielen Jahren in Asien tätig ist, die letzten Jahre in China. Es gibt ja in den Massenmedien nur wenig an Information darüber, was in China tatsächlich an gesellschaftlicher Entwicklung abläuft.

Bei Amazon habe ich dort von Michael Schmidt-Salomon „Keine Macht den Doofen“ als e-book heruntergeladen und auf dem Rückflug gelesen.

Die USA und Europa sind niedergehende Zivilisationen, bedingt durch systemische Dummheit. Schmidt-Salomon beschreibt dies ganz gut.

Das Problem sind nicht die Massen. Massen sind eben Massen, die geführt werden müssen.

Sondern die westlichen Gesellschaften haben ein Elitenproblem. Die heutigen Eliten sind an gesamtgesellschaftlicher Verantwortung nicht interessiert, ihnen geht es nur persönlichen Reichtum, persönliche Macht, Sozialstatus und Konsum.
Eine egozentrische Elite, die sich immer mehr in eigenen Enklaven vom allgemeinen gesellschaftlichen Leben abschottet und immer anti-sozialer und krimineller wird.

Christopher Lasch, dessen Buch aus dem Jahre 1995 „Die blinde Elite“ (Orig. „The Revolt of the Elites and …) auch Teil meiner Lektüre war, stellt diesen Zusammenhang sehr gut dar, als Revolte von Eliten GEGEN die Gesellschaft, worauf der Originaltitel hinweist.
Lasch beschreibt hier bereits vor zwei Jahrzehnten das Verhalten von amerikanischen Eliten, welches inzwischen zum gängigen Verhalten westlicher Eliten geworden ist.
Chapeau hinsichtlich der soziokulturellen Analysekompetenz bei Lasch.

Unter Führung diese antisozialen und parasitären Eliten wird Europas zivilisatorischer und ökonomischer Niedergang unaufhaltsam sein, zumal wenn die Intelligenzschichten – mit wenigen Ausnahmen – diesen idiotischen Prozess weiterhin opportunistisch und widerstandslos mitmachen.

Schatten von Le Bon Februar 29, 2012 um 13:13

@HAM

“Massen sind eben Massen, die geführt werden müssen.”

Hmm, verstehe! Hört, hört – Ihr Massen!

Natalius Februar 29, 2012 um 13:34

@Ham, Feb. 29, 09:19

“Ein Hitler ist eben zu einem Hitler gemacht worden, von jenen Kräften, die ihn als Marionette manipulierten und jenen, die ihn gewählt haben, weil sie irre Vorstellungen und Errettungswünsche in ihn hineinprojizierten.”

Armer Hitler sozusagen. Konnte ja nix dafür, daß “Mein Kampf” so gut ankam. (Ich weiss, dass Sie das so nicht sagen wollen.)

Es mag sogar so sein, daß social learning für die Entwicklung kognitiver, emotionaler und körperlicher Fähigkeiten weitaus wichtiger ist als die individuelle biologische Matrix des Menschen, daß also der soziale bis gesellschaftlich-systemische Kontext (fast) alles entscheidet, was aus einem (von vielen) Menschen wird.

Ich sag mal: Eine interessante These. Die Diskussion über die Abhängigkeit der “sozialen” Menschwerdung von der Genetik versus Sozialisation gibt es natürlich nicht erst seit heute, sondern schon seit Generationen. Der Unterschied zu früheren Diskussionen ist, daß wir heute inmitten einer Wissensexplosion stehen, die durch die Zusammenarbeit von Psychologen, Neuromedizinern, und Humangenetikern zusammenkommt und bei der ein korrelliertes Verstehen oberstes Ziel ist. Das Herauskommen aus der Fachidiotenbox ist also gewollt. Seit kurzem erst kennt man ein neurologisches Korellat für Psychopathie (ich erwähnte bereits die Oxytocinrezeptoren und deren Expression), seit längerem werden bildgebende Verfahren eingesetzt: Kurz, es passt zusammen.

Das nichtexistierende Bielefeld als Bindeglied:
Will heissen, daß Menschen unterschiedlich sind – von Anfang an. Ich weiss daß der Bielefelder Luhmann hier schon mal erwähnt wurde, ich kenne seine Systemtheorie nicht so gut – auch deshalb, weil ich mit der “sprachlichen Ebene” nicht so gut zurechtkomme und ich habe auch Schwierigkeiten mit der soziologischen Ausdeutung von Autopoiesis und Selbstreferentialität. Für mich sind das Begrifflichlichkeiten, die man auf Leben vs. Unleben gut anwenden kann, aber für “Multiagentensysteme” fehlt mir noch n Streifen Wissen und Verständnis. Bielefeld existiert aber: Der Bielefelder Selten z.B., der zusammen mit Nash den NP für Ökonomie gewann (Spieltheorie). Nash war/ist Psychopath – ich kenne einen Schüler von Selten, der auch für Nash gearbeitet hat und der weiss näheres, was hier nicht ins Forum gehört.

Und jetzt kommts: Es gibt einen dritten Bielefelder (der von eFlation eingebracht wurde, nochmals danke), der sieht Mathematiker wie Nash als Autisten: Gunter Dueck. Dueck hat eine interessante Typologie von Menschen entwickelt, die er als Omnisophie bezeichnet.
Die Sache geht von der philosohischen “Dreifaltigkeit” Platon-Aristoteles-Aristippos aus und lässt drei Grundtypen (hier ein 15min Primer als Video: http://www.youtube.com/watch?v=ANM2rmz4pmU ) erkennen, die Dueck irgendwie mit Lebensintensität in Verbindung bringt: Low-energy-Empathie-Rechtshirner-Linkswähler-Geistesmenschen (die Mehrheit der hier Bloggenden), die Normalos (Ordnung-Treue-Gehorsam-Gefolgsmenschen), und die High-energy-Fun-Kraft-Linkshirner-Rechtswähler-Körpermenschen (unsere Feinde). Dueck macht aber den Fehler, daß er den Autisten in “unsere” Gruppe einordnet. Hab irgendwie den Verdacht, daß zumindestens der Psychopath eine Steigerungsform des “Feindestyps”, während unsere Steigerungsform die des Neurotikers ist ;-).

Egal: Ist schon gut zu wissen, dass “das Böse” sich eher in der Feindesgruppe aufhält.

Natalius Februar 29, 2012 um 14:06

PS: Ich denke, daß die Kunst, Dinge ernst zu nehmen, aber gleichzeitig mit Humor zu betrachten (inklusive sich selbst), heute unverzichtbar ist.

kurms Februar 29, 2012 um 14:45

Sich selbst mir Humor zu betrachten können die Engländer schon ganz gut. In Deutschland konnte es, in der Öffentlichkeit, wohl nur Loriot. Under der ist jetzt tot.

HAM Februar 29, 2012 um 16:29

@Natalius Februar 29, 2012 um 13:34
Es mag sogar so sein, daß social learning für die Entwicklung kognitiver, emotionaler und körperlicher Fähigkeiten weitaus wichtiger ist als die individuelle biologische Matrix des Menschen, daß also der soziale bis gesellschaftlich-systemische Kontext (fast) alles entscheidet, was aus einem (von vielen) Menschen wird.

Das Verhalten von Menschen in sozialen Systemen wird primär durch Belohnungen und Bestrafungen gesteuert. Das gehört zum 1 x1 der Verhaltenstheorie.

Wer prosoziales Verhalten herstellen will, muss ein soziales System so gestalten, dass dieses Verhalten belohnt wird und anti-soziales Verhalten bestraft wird.

Ein System wie der Kapitalismus, welches egoistisches und anti-soziales Verhalten belohnt, prosoziale Tätigkeiten schlecht bezahlt, ist schlichtweg idiotisch, jedenfalls langfristig.

Der Kapitalismus taugt nur dazu, industrielle Entwicklung zu beschleunigen, zum einen über die Profitgier sowie marktwirtschaftliche Konkurrenz auf der Kapitalistenseite, zum anderen durch Erhöhung der Selbstausbeutungsbereitschaft auf der Seite der Arbeitenden.

Egal: Ist schon gut zu wissen, dass “das Böse” sich eher in der Feindesgruppe aufhält.

„Gut“ und „böse“ sind soziologisch untaugliche Kategorien, welche in die Irre führen.
Der Kapitalist ist nicht „böse“, der Lohnarbeiter nicht „gut“.

Beide verhalten sich in der Funktionslogik ihrer sozioökonomischen Rollen, ihr Handlungsmotiv ist gleichermaßen die Maximierung des persönlichen Nutzens.

Insofern befreien sich BEIDE psychologisch über die aus der Psychoanalyse bekannten Verdrängungs- und Verleugnungsmechanismen von moralischem Ballast und Konflikten, wenn „Moral“ dem persönlichen Nutzen entgegensteht.

Ein intelligentes Sozialsystem wird daher ein Verhalten belohnen, welches dem gesellschaftlichen Ganzen nutzt, und so konzipiert sein, dass das System nicht im Widerspruch zum persönlichen Nutzen steht.

Genau diese Kriterien kann KEIN marktwirtschaftliches System erfüllen, wenn Privateigentümer in marktwirtschaftlicher Konkurrenz zueinander stehen.

Der Liberalismus ist eine logisch inkonsistente Ideologie, die in der Bevölkerung zwangsläufig zu kognitiver Dissonanz führt. Daher auch die allgemeine Volksverblödung in den marktwirtschaftlich-kapitalistischen Gesellschaften.

Degnaphta März 1, 2012 um 06:26

@ mensch@morph

Dass ich mein Herz nicht so offen herzeige wie z.B. Du, muss nicht notwendig bedeuten, dass es schwarz ist, oder? Ich gehe die Kommunikation hier eben etwas anders an als Leute, die ihre persönliche Geschichte thematisieren. Mir schon klar, dass sich das beißt.

Das muß es notwendigerweise nicht heißen. Im Gegenteil, wäre der mensch@morph so ein finsterer Dummschwätzer wie der DarthMorph hier im blog, dann hätte man den wahrscheinlich schon wegen fortgesetzter Unerträglichkeit entsorgt. Warum du diese Nummer hier aufführst, weißt du besser als ich. Daß du jedoch als Finsterling&Spalter echt anstrengend und durchweg destruktiv bist, dürfte dem mensch@morph durchaus klar sein.
Daß du mitteils luhmanesker Interpretation auch immer Recht hast, liegt ebenso auf der Hand. Vielleicht bekommst du ja Spaltpilz-Boni aus der Flattr-Prämie, oder du brauchst das als Ventil, so Dr Jeckyl und Mr Hide mäßig, damit du im RL als der weise Sympath funktionierst, als der du die Menschenpyramide krönst. Da ließen sich viele Geschichten erfinden.

Vielleicht ist ja die Idee, dass es allgemeinverbindliche konstruktive Ansätze geben könnte, ein Irrtum. Könnte doch sein, oder?

Nee, das könnte wohl eher nicht so sein. Und das könntest du auch wissen. Wahrscheinlich weißt du es sogar, kackst da aber drauf, da du dir die selbstzugewiesenen Freiheiten herausnimmst, die dir diese Moderne angeblich verschaffen soll. Das Gegenteil von FSK sozusagen.
Unser Dasein als Biomaschine gibt genügend Anlaß, um allgemeinverbindliche Ansätze zu entwickeln. Atmen, Trinken, Essen, Scheißen und Co haben wir alle gleichermaßen als echt dringlich im Portfolio. “Der Mensch lebt nicht von Brot allein.” weist darauf hin, daß es ein nicht näher bestimmtest Addon gibt, daß die Geschichte abrundet.
Vielen gilt die Sinnhaftigkeit als Teil dieses Addons. DarthMorphens Geheule über die umfassende Sinnlosigkeit zielt jedoch auf die Untergrabung all dessen ab, was uns zum Menschen macht. Sieh mal, mit der Idee der Menschenrechte und den Grundwerten und dem Kram haben wir die Menschenwertigkeitspyramide plattgedengelt. Die ist jetzt ein auf der Seite liegendes Rechteck, in dem Alpha>Omega-Strukturen teilweise aufgehoben sind und teilweise noch existieren. Doch jeder Versuch, aus dem Rechteck wieder eine Pyramide zu machen, konterkariert die aufgestellten Regeln.
Und die Erkenntnisse eines Unterkapitels der Biologie, nämlich die Ökologie zeigen auf, daß auch hier die Pyramide besser als Rechteck verstanden werden sollte. Wir sind ohne unsere pflanzlichen und tierischen Brüder&Schwestern verdammt aufgeschmissen. Nix mit “Krone der Schöpfung” und “untertan Machen” und dem Mist. Nee, schön Einfügen und keinesfall Stören steht auf dem Programm.
wo jedoch “jede noch so idiotische Meinung” zu respektieren ist, und das auch noch ohne jeglichen Sinn, da steht die vorsätzliche oder versehentliche Selbstvernichtung als gleichwertiger Programmpunkt auf der Liste der Beliebigkeiten. Das kann nicht einmal einem fundamentalistischen Evolutions-Theologen gefallen, nähme er sich nur die Zeit und das Potential, um genügend kritisch darüber nachzudenken.

mein Tipp für mensch@morph geht klar in die Richtung Tod&Wiedergeburt. Laß DarthMoph stecken und wandle ihn zum Champion für die helle Seite der Macht. Da hätten wir Alle was von und du bestimmt ne Masse mehr Spaß.

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