Ware werden oder wahrwerden

by h.huett on 14. März 2012

Lübberding wieder auf Frühkritik. Stollen Maischberger.

Wies vorher in der Waschkaue aussah, wissen wir nicht. Ebenso wie Bundespräsidentenkandidaten werden auch Talkshowgäste vor ihrem Auftritt nicht unter die Dusche gestellt, ehe sie ihre Statements abkaspern dürfen.  “Eine Lesbe streitet mit einem Schwulen über heterosexuelle Prostitution”. Starke Headline, auch wenn sie ihren Weg in die Welt durch einen Tweet von Volker Beck fand.

Wie so oft, konnte man sich auch dieses Mal die Frage stellen, welches Kraut die Caster intus hatten, als sie diese Gästeliste zusammenstellten. OK, das ist ein bisschen wie das, was man in der Ballettpraxis als Kontaktimprovisation kennt. Was machst Du aus der Geste, der Bewegung, dem Argument, das Dir zugespielt wird. Mit einem Bergepanzer namens Alice Schwarzer ist das eine einfache arithmethische Übung. Ihr Reaktionsrepertoire ist überraschungsfrei. Das gilt übrigens auch trotz gelegentlicher Originalität beim Zwitschern für den grünen MdB Beck. Auf ihn wartet nach der politischen Verwendung eine Management-Karriere im Sektor Kommodifizierung: wie man man Unverfügbares in Ware verwandelt.

Modifizierung ist das andere Stichwort, das mir bei der Idee der Kontaktimprovisation durch den Kopf ging.  Kyra, die Alibihure bei Maischberger, nennt die Freier “Gäste”. Sie hat die Kommodifizierungscodes intus.

Wie hätte das Thema anders verwandelt werden können? Eine Steilvorlage lieferte kürzlich hier unser Blogdichter Treidelstein:

Kein Lug, kein Würg, kein Bild, kein Klau!
Kein Fluch, kein Götz’, mach sonntags blau!
Hab Mutti lieb, nicht Nachbars Frau!

So Treidelsteins Zusammenfassung der Zehn Gebote.

In meiner eigenen Nachbarschaft in Schöneberg-Nord sieht es anders aus, als es die Durchschnittserzählungen nahe legen.

Das Gesetz der rot-grünen Koalition zielte (…) auf deutsche Prostituierte, während das Gewerbe heute von 25 Jahre alten Osteuropäerinnen mit drei Kindern bestimmt werde.

Zwischen Potsdamer Straße und Nollendorfplatz liegt der Altersdurchschnitt der Mädchen deutlich unter 18 Jahren. Die Verrichtungsvehikel fallen dem Passanten auf, wenn der nächste Kunde in den abgewrackten VW-Bus steigt, der unter der Hochbahn dauergeparkt steht. Maischbergers Redaktion wollte nicht wissen, was Tango ist. Kommodifizierer Beck redet wie ein Blinder von der Farbe.

Die Literatur, was es heißt, Loch zu sein, wird auf diesen Straßen geschrieben. Jeden Tag von neuem. Keiner weiß mehr darüber als diese Mädchen. Sie wären Maischbergers Wahrheitsprobe gewesen.

Aber wen interessiert schon die Wahrheit?

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topi März 14, 2012 um 09:15

Leider ist Lady Ray nicht mehr aktiv, die gäbe so einer Runde Würze.
Das war Maischis Highlight. :roll:

Aber eine Frage, Frank; ist die Durchökonomisierung der Branche erst eine Folge der Gesetzgebung?
Oder haben sich dadurch eben neue Geschäftsmodelle entwickelt; neben dem Leibeigenen-Status kann das Neue ja nicht wirklich schlechter sein.

Entscheidend ist natürlich off’m Platz. Insofern wäre die Frage der minderjährigen Straßenmädchen sicher auch zu klären gewesen.

keiner März 14, 2012 um 09:16

“Passabel ist halt nur nicht die Branche, in die er tätig ist.”

in DER er tätig ist. soviel Zeit muss sein.

Nanuk März 14, 2012 um 09:27

“Es geht um die Regulierung eines Marktes, der vorher schon existierte, nur über kriminelle Milieus organisiert worden war.”

Die Polizei weiss was sie an den Hells Angels und den Bandidos hat…

Horst Schmidt März 14, 2012 um 09:29

Na in der “Berliner Abendschau” darf man für sein “Geschäftsmodell” sogar Werbung betreiben, natürlich versteckt hinter einem aufklärerischen, unbedingt informativen Beitrag:

http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/archiv.media.%21etc%21medialib%21rbb%21rbb%21abendschau%21abendschau_20120311_prosti.html

topi März 14, 2012 um 10:31

Oh, die FDP springt doch nicht in NRW.

Bin jetzt nicht so der Nordrheiner, oder gar Westfale.

Aber angesichts dessen:
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/nrw.htm

scheint es mir plausibel, dass rot grün das Stöckchen sehr hoch gehalten hat. Könnten sie doch LINKE und FDP aus dem Landtag entsorgen.

Horst Schmidt März 14, 2012 um 10:36

Wenn die Meldung stimmt, begeht die NRW-FDP Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Chapeau!
Deutschland wird es ihr hoffentlich nicht danken!

Horst Schmidt März 14, 2012 um 10:40

Liest man die Meldung in der “ftd” genauer, spielt die Linke und deren Verhalten angeblich keine Rolle. Also wie immer Desinformation und eine Überbewertung der Wichtigkeit einer toten Partei namens FDP.
Deutschland deine Medien.

vorbeischauer März 14, 2012 um 11:26

kann es sein, dass es da auch in dieser branche gewinnerinnen und absteigerinnen gibt? haben die verrichtungsvehikel etwas mit dem niedriglohnsektor und der allg. prekarisierung bei euch in deutschland zu tun? zumindest ich kenn das hier in österreich nicht, was aber nichts heißen mag.

topi März 14, 2012 um 11:30

Google mal nach Straßenstrich in Österreich.

14 März 14, 2012 um 12:05

Ware werden, Ware bleiben…..endlich mal ein mauschelberger-gmbh-thema wo die ezb nicht mit liquidität aushelfen muß…

http://www.youtube.com/watch?v=9QENcN-srE0

vorbeischauer März 14, 2012 um 12:11

@topi

bin ein bisserl blauäugig, daher schnell gegoogelt: die “vehicel” scheinen ein berliner phänomen zu sein, wenn ich nur den ersten link hernehme. scheint aber ein eher unwichtiges detail zu sein (?), oder ev. ein weiteres indiz für die durchökonomisierung.

um was geht´s eigentlich? soll gesagt werden, dass durch die kommodifizerung und alibi-zeugen auch die schlimmsten zustände (wenn schon nicht gutgeheißen), dann doch zumindest als “gegeben” hingenenommen werden sollen?

was erwartet uns als nächstes in diesem theater, kann man das noch toppen?: vielleicht ein 17jährges mädchen vom nollendorfplatz mit nachwuchs im arm, das in die kamera lächelt und erzählt wie glücklich sie über ihr nunmehr selbstbestimmtes leben als entrepreneur ist.

wundern würd nich das auch schon nicht mehr. hab ich doch vor ca 12 bis 13 jahren im deutschen privatfernsehn einen bericht gesehen über einen (minderjährigen) schüler der ein bordell betrieb und von seinem vater nach der schule in sein unternehmen gefahren wurde.

nicht nur (wegen dieses berichts) schau ich schon seit langem kein privatfernsehn mehr und sonst auch nur selektiv (es reicht mir wenn ich darüber lese).

Degnaphta März 14, 2012 um 12:32

Der Sebastian aus dem TV-Beitrag “bekommt kein BAFöG und keine Unterstützung von zuhause”
Das ist der Punkt, den ich für die entscheidende Schwachstelle halte. warum treiben wir den Nachwuchs vorsätzlich in die Prostution? Es ist gar nicht so, daß ich “sexuelle Dienstleistung”, die in Wahrung von Würde abläuft, für grundsätzlich unmöglich halte. Allerdings habe ich den Eindruck, daß nur eine Randgruppe der Menschen diesbezüglich die adäquate Grundeinstellung mitbringt, weswegen der bekanntermaßen hohen Nachfrage nur ein lächerlich kleines Angebot gegenübersteht. Das Füllen der Lücke per Zwang (Gewaltandrohung und/oder wirtschaftliche Not) jedoch wird mittel- bis langfristig bei den Gezwungenen zu Folgeproblemen führen, die die “Renditen” aus der “erwerbstätigen Phase” wieder auffressen. Also wie bei später zu beseitigenden Umweltschäden, die durch einen Rendite erhöhenden/erzeugenden eingesparten Abfallreinigungsmechanismus hervorgerufen wurden. Oder durch Gewissensbisse, die eine spätere Wandlung der “adäquaten Grundeinstellung” durch Reifungsprozesse.

Das Thema Sexualität ist ja ein ganz besonders heikles Feld. Und prostitution ist ein verdammt schwieriges Unterkapitel. Die Lebensform der verbindlichen, lebenslangen, exklusiven Monogamie steht ja auch durchaus im Ruf, eine Form der Prostitution zu sein. Die meinungen diesbezüglich gehen sehr weit auseinander.

Mir behagt bei der “Normalisierung” von prostitution am wenigsten der Gedanke, daß es sich schleichend zu einem Druck auf “Normalbürger” entwickeln könnte, mal eben für Kohle “anschaffen zu gehen”, nur weil das Brot mal wieder teurer geworden ist. Für mich gehört zur Freiheit auch die Wahl der Tätigkeit respektive eine Abwahl. Auch wenn ich gleichzeitig die Pflicht proklamiere, den Deich instand zu halten, den Alten&Kranken den Hintern abzuwischen, den Kindern ein gutes Vorbild zu sein, so erachte ich die Freiheit, nicht unter Zwang irgendwem die Körperöffnung hinhalten zu müssen, für einen Fortschritt und ein wichtige Errungenschaft der Menschheit, die es nicht leichtfertig aufzugeben gilt.

holger März 14, 2012 um 13:00
topi März 14, 2012 um 13:05

Nochmal NRW.

DAS war, wenn es so kommt, wirklich ein machtpolitischer Coup von Rot/Grün. Kurzfristig ein gutachten aus dem Hut, ähh, der Landtagsverwaltung zaubern, wonach LINKE und FDP die Wahl haben zwischen Totalumfall und total blöder Neuwahl.

Bundespolitisch allerdings eher ein Schritt zum Steigbügelhalter für die Union. :roll:

Es sei denn, Frau Kraft findet ungeahnte selbige; dafür muss sie die Wahl natürlich nicht nur quasi, sondern richtig, also am besten deutlich vor der CDU, gewinnen.

topi März 14, 2012 um 13:17

“Bundespolitisch allerdings eher ein Schritt zum Steigbügelhalter für die Union.”

Korrektur:
Bundespolitisch allerdings eher ein Schritt zum Steigbügelhalter für Merkel.
Neben den NRW-Linken und FDP gibt es vermutlich einen weiteren deutlichen Verlierer: Röttgen.

Als Wahlverlierer kann er keinerlei ANsprüche anmelden.

Das ist aber noch nicht die endgültige Absage an Schwarz mit grünen Punkten (vielleicht die Krawatten, oder die Farbe im Kanzleramt). Der Merkel ist’s eh wurscht; vielleicht ist die Neuerfindung auf SchwarzGrün sogar charmant für ihren Lebenslauf, ansonsten nimmt sie den, der sich am selbstachtungslosesten (und Stammwählerverratendsten) anbiedert.

Womit wir ja doch wieder topic sind.

Horst Schmidt März 14, 2012 um 13:27

Mir schwant Furchtbares. Gesetzt den Fall, die Kraft setzt sich in NRW mit einem deutlichen Sieg durch, kann die Koalition mit den Grünen fortsetzen, dann droht eventuell ein Bundestagswahlk(r)ampf zwischen Merkel und Kraft.

Ob dieses Land das aushält, verdient hat? :-) :-)

Blogerkeule März 14, 2012 um 13:28

@ topi

“…deutlich vor der CDU gewinnen…”

das wird ganz locker gehen …
die haben die Schnauze so voll … und Frankreich ist auch nicht weit !!!

topi März 14, 2012 um 13:33

Kraft als Kanzlerkandidatin?

Da müsste einiges passieren, dass sie sich erstmal ernsthaft in Stellung bringt, um mit den Jungs zu heulen.

Sie wäre jedenfalls ein deutliches Signal für einen zumindest angedeudeten Politikwechsel.

Wahltaktisch allerdings eher unklug. Die Mitte-Kandidaten sollen für die Partei das Maximum rausholen, und der linke Rest geht ja an links/Grün/Piraten.

Also Krafts Strategen werden folgendes anstreben: Ein Stein wird Kandidat, die linkeren Parteien werden stark, nach der Wahl gibt es dann die Wahl als Steigbügelhalter, oder mit linker Mehrheit.

Der Stein wird dafür nicht zur Verfügung stehen, Kraft hat offenbar keine Berührungsängste und wäre das logische Pferd, auf das gewechselt werden könnte (zumal sich der Wowi als Konmkurrent für dieses Modell ins Abseits geflogen hat :roll: ).

Horst Schmidt März 14, 2012 um 13:38

Na also wenn sich die Stones und Pop nicht einigen können, schon gar nicht im Umgang mit Merkel, dann drängt sich ja fast ein Duell der Weiber auf. Ohne Rücksicht auf Verluste versteht sich. :-)

h.huett März 14, 2012 um 13:40

topi

Kraft wird die Wahl gewinnen, weil die CDU völlig zerstritten ist. Bei der Merkel-Regionalkonferenz im September 2011 in Dortmund führte die Laumannfraktion Regie und Röttgen durfte das …. moderieren.

HAM März 14, 2012 um 13:43

Es war gestern Abend bei Sandra Maischberger der interessanteste Moment gewesen. Rudloff ist ein braun gebrannter Mann in teuren Anzügen – und wirkt wie ein typischer Vertreter jenes Bürgertums, wo alles passabel zu sein scheint: Die Frau, die Kinder, die Insignien des Wohlstands. Passabel ist halt nur nicht die Branche, in die er tätig ist. Während er seine Kinder auf die Waldorf-Schule schickt, wo, wie Frau Schwarzer zurecht betonte, die Würde des Menschen das zentrale Thema ist, würde es ihm das Herz zerreißen, wenn seine Tochter das ausübte, womit er sein Geld verdient. (Lübberding)

So ist das mit dem Wirtschaftsbürger.

Welcher Unternehmer würde seinen Kindern das zumuten wollen, was er seinen schlechtbezahlten Lohnarbeitern zumutet?

Welcher Freier würde sich für Geld f*cken lassen?

Nichts ist dem Kapitalismus fremder als die Idee sozialer Reziprozität, als die Idee von Freiheit und Menschenwürde, wie von Kant im Kategorischen Imperativ ausgedrückt.

Kapitalismus ist zutiefst anti-bürgerlich, wenn unter Bürgerlichkeit die humanistischen Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verstanden werden.

Armutsprostitution gibt es in jedem III. Welt-Land. Das ist völlig normal. Wo es Armut gibt, gibt es Armutsprostitution.

Wo es Armutsprostitution gibt, heiraten junge Frauen alte, wohlhabende Männer.
Das ist ganz normal. Weder die jungen Frauen noch die alten Säckeln entwickeln darüber Schamgefühle.

Wo es Armut gibt, ist geistige Prostitution völlig normal. Da besteht dann die Medienwelt aus Medienstrichern und Medienhuren.

Wo Armut beim heutigen Stand des wissenschaftlich-technischen Fortschritts TROTZDEM herrscht, gibt es die einen, welche reich werden, indem sie andere Menschen in Armut halten, und die anderen, die in Armut leben müssen, weil sie KÜNSTLICH in Armut gehalten werden.

Wo Armut beim heutigen Stand des wissenschaftlich-technischen Fortschritts TROTZDEM herrscht, sind Menschenwürde und Scham fern. Da kommt erst das Geld und dann die Moral. Oben wie unten.

Dort ist Armut ein Zeichen soziokultureller Dekadenz und ein Hinweis darauf, dass der Faschismus nicht fern ist.

topi März 14, 2012 um 13:54

@ h.huett

Ja sicher wird sie gewinnen, insgesamt, den Vorsprung kann man ja in 60 Tagen gar nicht mehr verlieren.

Aber wird sie ausreichend gewinnen?

Wo bleibt eigentlich die tagesaktuelle Laberecke, wo man sowas topic diskutieren kann? ;-)

keiner März 14, 2012 um 13:58
Carlos Manoso März 14, 2012 um 14:13

@ h.huett on 14. März 2012
„Das Gesetz der rot-grünen Koalition zielte (…) auf deutsche Prostituierte, während das Gewerbe heute von 25 Jahre alten Osteuropäerinnen mit drei Kindern bestimmt werde.
Zwischen Potsdamer Straße und Nollendorfplatz liegt der Altersdurchschnitt der Mädchen deutlich unter 18 Jahren. Die Verrichtungsvehikel fallen dem Passanten auf, wenn der nächste Kunde in den abgewrackten VW-Bus steigt, der unter der Hochbahn dauergeparkt steht. (…) Die Literatur, was es heißt, Loch zu sein, wird auf diesen Straßen geschrieben. Jeden Tag von neuem. Keiner weiß mehr darüber als diese Mädchen. Sie wären Maischbergers Wahrheitsprobe gewesen.
Aber wen interessiert schon die Wahrheit?“

Prostitution wird von manchen bewussten/unwissenden Verneblern –so wie etwa ein Morph andernorts den Kapitalismus vernebelt- als „ältestes Gewebe der Welt“, als ewige Naturkonstante, als “ewige Geldwirtschaft” eingenebelt.

Leidenschaftslos uned nüchtern betrachtet ist Prostitution aber nur die sichtbarste Form, in der sich zwei Menschen (Freier/Freierin und Nutte/Stricher) gegenseitig als abstrakte Objekte ge- und verbrauchen, zu Waren machen, anbieten und verkaufen, G-W-G`.

In Wahrheit ist Prostitution in total ökonomisierten Gesellschaften nur die sichtbare Spitze des Eisbergs der totalen Verwandlung von Menschen in abstrakte Objekte. Unterm Strich betrachtet leben allein in Deutschland 40 Mill. männliche Prostituierte und 42 Mill. Weibliche Prostituierte, abgerechnet 14,9 Millionen minderjährige Kinder (letzte Zählung des Bundesamts für Statistik).

Richter März 14, 2012 um 14:20

>>>Unterm Strich betrachtet leben allein in Deutschland 40 Mill. >>>männliche Prostituierte und 42 Mill.

Genau! Alles Stricher!

topi März 14, 2012 um 14:34

“Unterm Strich betrachtet leben allein in Deutschland 40 Mill. männliche Prostituierte und 42 Mill. Weibliche Prostituierte, abgerechnet 14,9 Millionen minderjährige Kinder (letzte Zählung des Bundesamts für Statistik).”

und ein Prozent muss man noch abziehen, oder?

Carlos Manoso März 14, 2012 um 14:53

@ topi März 14, 2012 um 14:34
“Unterm Strich betrachtet leben allein in Deutschland 40 Mill. männliche Prostituierte und 42 Mill. Weibliche Prostituierte, abgerechnet 14,9 Millionen minderjährige Kinder (letzte Zählung des Bundesamts für Statistik).”
und ein Prozent muss man noch abziehen, oder?“

Müssen muß man nicht. H. Huett hat die vor uns allen liegende Wegscheide völlig eindeutig mit dem Titelschild versehen: „Ware werden oder wahr werden“.

Die Inschrift „Erkenne dich selbst“ (gnôthi seautón, γνῶθι σεαυτόν) am Apollo-Tempels in Delphi wird Thales von Milet zugeschrieben.
http://rlv.zcache.com/gnothi_seauton_tshirt-p235565417013641165z8nqd_400.jpg

HAM März 14, 2012 um 14:54

@Carlos Manoso März 14, 2012 um 14:13
Leidenschaftslos uned nüchtern betrachtet ist Prostitution aber nur die sichtbarste Form, in der sich zwei Menschen (Freier/Freierin und Nutte/Stricher) gegenseitig als abstrakte Objekte ge- und verbrauchen, zu Waren machen, anbieten und verkaufen, G-W-G`.
In Wahrheit ist Prostitution in total ökonomisierten Gesellschaften nur die sichtbare Spitze des Eisbergs der totalen Verwandlung von Menschen in abstrakte Objekte.

Prostitution ist eine Interaktion zwischen Menschen, die NIEMALS in dieser Art zustande kommen würde, wenn nicht die/der Prostituierte mit Geld oder anderswie bezahlt werden würde.

Genau darin liegt die Abstraktion, dass sie/er es nur für Geld tut und ihr/ihm der bezahlende Mensch völlig gleichgültig ist, häufig wird er sogar verachtet oder gehasst.

Unterm Strich betrachtet leben allein in Deutschland 40 Mill. männliche Prostituierte und 42 Mill. Weibliche Prostituierte, abgerechnet 14,9 Millionen minderjährige Kinder (letzte Zählung des Bundesamts für Statistik).

Was ist mit jenen Menschen, deren Motiv zur konkreten beruflichen Tätigkeit nicht vom Geldmotiv bestimmt ist?

Also mit den Menschen in prosozialen und helfenden Berufen, die bei anderweitiger Berufstätigkeit viel mehr Geld verdienen könnten, wenn sie wollten.
Oder mit den freiwillig ehrenamtlich tätigen Helfern?

TH März 14, 2012 um 15:03

Denken wir einen momentlang an das Ehevertragswesen, direkt aus dem blühenden Herzen der bürgerlichen Mitte.

Carlos Manoso März 14, 2012 um 15:15

@ HAM März 14, 2012 um 14:54
„Was ist mit jenen Menschen, deren Motiv zur konkreten beruflichen Tätigkeit nicht vom Geldmotiv bestimmt ist?
Also mit den Menschen in prosozialen und helfenden Berufen, die bei anderweitiger Berufstätigkeit viel mehr Geld verdienen könnten, wenn sie wollten.
Oder mit den freiwillig ehrenamtlich tätigen Helfern?“

Du meinst, was mit denjenigen ist, die nicht nur sich selbst und/oder den Götzen Mammons dienen ?

Das weiß nur Gott allein.

Erst die Orientierung der Arbeit an Gott, statt an der Sorge, gibt der Arbeit Sinn. Ein dadurch befreiter Mensch kann leichter und besser, zuletzt sogar auch noch mehr arbeiten. Das Gleiche gilt für die „Fürsorge“. Als Götzendienst macht sie blind und dumm, als Gottesdienst sehend und weise.

h.huett März 14, 2012 um 15:24

TH

Schon August Bebel wusste, warum die Kirchenväter die Ehe zum Sakrament erhoben hatten: weil gegen ihren Bruch kein Kraut gewachsen war.

HAM März 14, 2012 um 16:09

Die Abstraktion, welche sich darin zeigt, dass ein Mensch für Geld etwas tut, was er ansonsten sich und anderen NIEMALS antun würde, kennzeichnet die Sozialisation und den Charakter des kapitalistischen Menschen.

Der Schritt von Normalität der Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal des/der konkreten Menschen, also von einem menschlicher Entfremdung und Verdinglichung geprägten Alltag, zum Typ des modernen Faschismus ist nicht weit.

In FUKUSHIMA manifestiert sich ein Beispiel des modernen Faschismus, der ganz ohne Rassismus, Nationalismus und Chauvinismus, ohne Verfolgung, Folter und KZs auskommt.

Die TEPCO-Manager waren lange vorher von Wissenschaftlern gewarnt worden, dass Fukushima WEDER erdbebensicher NOCH tsunamisicher ist. Man hat dies in einer Weise ignoriert, die in ihrer Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit gegenüber der Gesundheit und dem Leben von Millionen von Menschen nur als verbrecherisch und faschistisch bezeichnet werden kann.

Man hat es für Geld einfach in Kauf genommen.

Genauso wenig wie sich ein normaler Mensch vorstellen konnte, dass in AUSCHWITZ industriemäßig ein Massenmord an Menschen geschieht, genauso wenig konnte sich bis zum Supergau von Fukushima ein normaler Mensch vorstellen, wie bei TEPCO mit einer im Katastrophenfall Millionen von Menschen den Tod bringenden Großtechnologie umgegangen wurde, und zwar als System. Auf zu behebende Mängel hinweisende Untersuchungsberichte wurden gefälscht, die Mängel nicht behoben.

Noch immer lagern beim einsturzgefährdeten Block IV in den Abklingbecken offen(!!!) Brennstäbe, welche bei einem weiteren Erdbeben zu einer Kernschmelze und damit zu einer atomaren Katastrophe mit gigantischem Ausmaß führen können.

Diese Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit gegenüber der Gesundheit und dem Leben von Millionen von Menschen, wenn es darum geht, Profit zu generieren findet sich im modernen Kapitalismus überall, sei es in der Militärökonomie und ihrem Geschäft, dem Krieg, sei es in der Ausbeutung der Natur, sei es bei der Lebensmittelproduktion, bei den Energiekonzernen, bei der Pharmaindustrie, im Drogenhandel … Usf.

In der kapitalistischen Welt ist “TEPCO” überall und “FUKUSHIMA” droht überall.

TH März 14, 2012 um 16:29

>”kein Kraut”

Aber damit wären die Bürgerlichen ja bereits vor dem ersten Vollzug vom Glauben (Liebe, Hoffnung, Brüderlichkeit) abgefallen, oder sollte ich schreiben: ab gefallen?

Und wenn der Gottgleiche die Lebenslügen ans Licht der Sonne zu rücken schlechterletztens sich erkeckt, dann wird das lukriert.

Geld oder Fleisch – das Geschlechtliche scheint mir untrennbar verwoben mit der Präsentation von Opfern – in der Erscheinung beim Menschen zwischen brut und kadenziert.

Für Ehen ist die geschäftlich abschließbare Institution der Prostitution stabilisierendes Moment, in dem beidseitig der Wille zum Ausdruck gebracht wird, aus der biologischen Disposition kein soziales Gefüge entstehen zu lassen.

Aber zurück zu Tepco.

keiner März 14, 2012 um 16:36

Wat, Kirchenväter??? Das war doch der mit den Steintafeln:

“Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Ich hab ihn auf 10 runter, aber Ehebruch ist immer noch dabei…”

Natalius März 14, 2012 um 16:42

@keiner, Mrz 14, 13:58

Der Artikel von Greg Smith in NYTimes darf nicht unterschätzt werden – er mischt Goldmann Sachs auf jeden Fall auf. Man möge sich vorstellen, wie betuchte Kunden reagieren, wenn sie’s direkt lesen können, wie ein “ripping eyeballs out” zum systemischen Programm dieser “Investment bank” wird. Smith mag Hure gewesen sein, aber Mut kann man ihm nicht abstreiten. Hier die ersten Stimmen aus der pheinen Leserschaft: http://www.finews.ch/news/banken/7992-schallende-ohrfeige-fuer-goldman-sachs

TH März 14, 2012 um 16:52

“Expropriiert die Expropriateure”.

Wo sonst – wenn nicht in der NYT – sollte man sich über solche Umtriebe empören?

Empört Euch!

h.huett März 14, 2012 um 17:00

Natalius

Zu dem Vomglaubenabfallen Greg Smith´ gibt es einen eigenen Artikel

f.luebberding f.luebberding März 14, 2012 um 17:00

Natalius

Habe den link einmal getwittert.

Natalius März 14, 2012 um 17:08

Mich irritiert dabei, dass die GS Aktie heute bisher nur etwa 3% verloren hat: https://www.google.com/finance?client=ob&q=NYSE:GS
Das könnte heissen, daß der institutionelle Anleger ohnehin weiss, daß er bei GS nach Strich und Faden beschissen wird.
Abwarten – Blankfein könnte bald Toast sein: http://www.forbes.com/sites/frederickallen/2012/03/14/to-save-goldman-sachs-lloyd-blankfein-must-go/

HAM März 14, 2012 um 17:21

Die Privateigentumsfamilie, der Zwang – für Ehefrauen – zur monogamen Ehe, Prostitution (für Männer), Geschlechterkampf, Goldman Sachs und TEPCO – dies alles gehört eben zusammen.

Carlos Manoso März 14, 2012 um 17:31

@ h.huett März 14, 2012 um 15:24
„Schon August Bebel wusste, warum die Kirchenväter die Ehe zum Sakrament erhoben hatten: weil gegen ihren Bruch kein Kraut gewachsen war.“

Die Ehe wurde von den Kirchenvätern zum Sakrament erhoben, weil der wahre Grund für die „Eheschließung“ damals wie heute zumeist die profane Sorge um Besitz war und dies mußte erst zum religiösen GESETZ und dann zum staatlichen Gesetz erhoben werden.

Parallel dazu existierte aber in jeder Zeit eine Ebene der erotischen Liebe, eine tiefe Empfindung der unbedingten Verbundenheit von Mensch zu Gott und eine unbedingte Verpflichtung von Mensch zu Mensch, die nicht von Menschen zu lösen ist.

Kurzum, das „Sakrament der Ehe“ hat lediglich irgendeine Bedeutung für irgendwelche Religionen, irgendwelche verlogen-heuchlerischen Moralvorstellungen oder irgendeinen “Beamten-Staat” der Paragraphen.

holger März 14, 2012 um 17:40

Muhahaha :D roll und lol

fällt GS, fällt der USD, fällt die USA, fällt de… :D Eine bittere Pille für GS. Oder? Könnt natürlich sein, dass es in Asien lukrativer wird.

Um beim Thema zu bleiben: Das sind schon so ein paar Hurenböcke. Erst reißt Hurenbock GS dem Lehmann Hurenbock das Herz raus, dann verrichtet man auch noch Gottes Werk.

Ach… wird schon irgendwas kommen. Warum sind die eigentlich damals alle aus Deutschland abgehauen? De Hurenböcke?

Morph März 14, 2012 um 17:42

@HAM

Und wieder eine neue Folge aus: “Denken Glücksache!”, mit ihrem beliebten Gastgeber: Professore HAM! (Applaus)

Heute in der Sendung: Wir basteln einen knallbehämmerten Auschwitzvergleich!!! (erwartungsfrohes Gemurmel im Publikum)

Auschwitz ist genauso wiiiieee….?

FUKUSHIMAAAA!!!!

(Tosender Applaus, minutenlanges “Bravo!”-Geschrei, ‘Genau!”-Rufe, “Wird man noch mal sagen dürfen!”-Gebell).

Okay, die Auschwitzopferzahlen sind, nun ja, hoch… und das ganze hat sich, äh, lange hingezogen, und, klar, es ging um die bewusst geplante Ermordung eines ganzen Volkes,

und Fukushima, hi hi, hat bisher wieviel zurechenbare Todesopfer? Zwei, drei, vielleicht auch keins? Ja ja, abwarten, hi hi!
Und die Fukushima-Katastrophe war gar nicht geplant, sondern Folge eines Erdbebens?

WURRRRSCHT!!!! (schallendes Gelächter im Publikum!)

Denn das tertium comparationis ist, tataaaa: Beides haben die Leute nicht für möööööglich gehalten, ha ha ha!!! Deshalb ist beides identisch, hurra!!

(Massenhysterie im Publikum, “Führe uns!”-, “Führe uns!”-Rufe, Vorhang)

Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn Professore Ham erklärt:

Der ehrenwerte Vorsitzende der KPCh ist der Mahatma Gandhi unserer Zeit: Beide sprechen kein Ostfriesisch!!!

Morph März 14, 2012 um 17:53

@HAM

mir ist noch ‘ne feine terminologische Idee gekommen zu Deinem ‘modernen’ sanften Faschismus 2.0

In Computerspielen werden ja neuerdings extrem viele Non-Player-Characters massakriert, massenhaft, geradezu industriell. Du verstehst, worauf ich hinauswill ;-)

Holocaust der Herzen!

HAM März 14, 2012 um 18:05

Nur ein Komplettidiot und/oder Verbrecher bagatellisiert die Gefahr, die vom Super-GAU in Fukushima ausging und NOCH ausgeht und ignoriert, dass Zufallsbedingungen – ablandige Winde – den Großteil der ausgetretenen Radioaktivität von den Menschen abgehalten haben.

topi März 14, 2012 um 18:28

Wie ist das eigentlich mit der Züchtigung, wenn sich die Trotzphase etwas länger hinzieht? :roll:

HAM März 14, 2012 um 18:30

Dann gehen die Eltern zum Heilpraktiker topi.

Natalius März 14, 2012 um 18:32

Hier endlich das gesuchte Bindeglied zwischen GS und Prostitution/Menschenhandel:

NEW YORK (The Borowitz Report) – The following letter to Goldman Sachs’ worldwide clients was issued today by Goldman Sachs CEO Lloyd Blankfein:

Dear Goldman Client:

By now, many of you have probably read the regrettable resignation letter published in today’s New York Times by former Goldman executive Greg Smith, explaining why he is leaving the firm after twelve years.

In the letter, in which he excoriates Goldman and his practices, Mr. Smith comes across as a man of conscience, ideals, and high moral standards. And as you read his words, you no doubt asked yourself this troubling question: how could Goldman have hired such a person?

At Goldman, we pride ourselves on our ability to scour the world’s universities and business schools for the finest sociopaths money will buy. Once in our internship program, these youths are subjected to rigorous evaluations to root out even the slightest evidence of a soul. But, as the case of Mr. Smith shows, even the most time-tested system for detecting shreds of humanity can blow a gasket now and then. For that, we can only offer you our deepest apology and the reassurance that one good apple won’t spoil the whole bunch.

As to those of you who were serviced by Mr. Smith, it’s understandable that you would be concerned about who will be taking his place going forward. On that front, I have some exciting news: today, Goldman is pleased to announce that our new executive director and head of the United States equity derivatives business in Europe, the Middle East and Africa will be Mr. Joseph Kony. For those unfamiliar with Mr. Kony’s resume, let me assure you that he has the character and moral standards you have come to expect from Goldman, and like the rest of us here at the bank, he has dedicated his life to doing the Lord’s work.

Sincerely,

Lloyd Blankfein

CEO, Goldman Sachs

holger März 14, 2012 um 18:39

he has dedicated his life to doing the Lord’s work.

wer nicht ? :D

Doktor D März 14, 2012 um 18:51

@natalius: You made my Feierabend!

Morph März 14, 2012 um 18:58

@HAM

Ich habe nicht den Super-GAU von Fikushima verharmlos (wenn Gebiete auf lange Zeiträume wegen Verstrahlung unbewohnbar werden, ist das vollkommen intolerabel), ich habe Deinen Auschwitzvergleich kritisiert, der in keiner Hinsicht erhellend, aber in jeder Hinsicht gedankenlos ist. Die knalldiummen Auschwitzvergleiche haben ja in D Tradition: Ich sage nur Joschka Fischer.

@topi

Was die einen Eltern Trotz nennen, heißt in anderen Familien Beharrlichkeit. Ein Systemiker weiß, dass der Terminus ‘Trotz’ eine Vorurteils-Vokabel von Eltern ist. Wer weiß, vielleicht sperrt sich der Junior ja zu Recht! Zumindest sollte man es durch eine Vokabel wie ‘Trotz’ nicht von vornherein ausschließen.

f.luebberding f.luebberding März 14, 2012 um 19:07

Natalius

Eine echte Sensation … .

Natalius März 14, 2012 um 19:08

Holger und Doktor D: Sehe ich auch so – Ist ein neuer “Klassiker” nach Bird and Fortune’s subprime crisis (http://www.youtube.com/watch?v=mzJmTCYmo9g)

Morph März 14, 2012 um 19:17

zum Fall Greg Smith:

Die Leute bei GS, die die Klienten ‘muppets’ nennen, sind ehrliche Zyniker.
Smith, der vorgibt, jetzt erst gespitzt zu haben, was Investment-Banking ist, ist ein lügnerischer Heuchler.

Wen mögen die Menschen lieber?

Insofern: Das Ding ist ein Rohrkrepierer. Mr. Smith wird sich noch mal verfluchen dafür, so eine schwachsinnige Aktion gemacht zu haben. Was könnte das Motiv sein: Angst vor der Laterne?

Natalius März 14, 2012 um 19:23

@ Morph

“Was könnte das Motiv sein: Angst vor der Laterne?”

Nackter und schierer Humor!!!!

Morph März 14, 2012 um 19:48

@HAM

“genausowenig wie”: eine solche Formulierung ist ein Vergleich, nichts anderes, deshalb: Auschwitzvergleich. Keine Unterstellung, sondern objektive Tatsache.

Im Übrigen: Entspann Dich! Was kommt als nächstes: Dass Du meine Adresse bekannt gibst? Erstaunliche Methoden, @HAM, wirklich erstaunlich! Aber passt ins Bild!

Hör halt auf, bekloppte Faschismusvergleiche anzustellen und soziale Gruppen summarisch zu beschimpfen, dann wirst Du von mir kein kritisches/höhnisches Wort mehr gegen Deine Argumentationsweise hören.

holger März 14, 2012 um 20:08

Morphi Bruder des Seth Mythos

—>>>Insofern: Das Ding ist ein Rohrkrepierer. Mr. Smith wird sich noch mal verfluchen dafür, so eine schwachsinnige Aktion gemacht zu haben.”

Starker Tobak…

h.huett März 14, 2012 um 20:09

Morph
“Das Ding ist ein Rohrkrepierer. Mr. Smith wird sich noch mal verfluchen dafür, so eine schwachsinnige Aktion gemacht zu haben. Was könnte das Motiv sein: Angst vor der Laterne?”

Smith möchte dem mitgehangen-mitgefangensein entkommen. Heuchlerisch seine Beschreibung der gloriosen Geschichte. Ich glaube auch, dass es ein Rohrkrepierer ist

f.luebberding f.luebberding März 14, 2012 um 20:18

Morph

Diese Skandale gab es schon beim Verpacken der Immobilienkredite, wo die Clowns ihre Kunden als Deppen beschimpften, denen man diesen Müll andrehen könnte. Der Ton ist nicht neu. Neu ist die Tatsache, dass sich ein hoher Mitarbeiter in dieser Weise kritisch artikuliert. Natürlich wird er damit zum Kronzeugen. Und auch Goldman braucht Legitimation für ihr Handeln.

holger März 14, 2012 um 20:22

h.huett

—>>> Heuchlerisch seine Beschreibung der gloriosen Geschichte. Ich glaube auch, dass es ein Rohrkrepierer ist”
schon mal beruhigend. Eine besseren Indikator gibt es nicht, um fest zu stellen, dass es anders kommt als vermutet. :D

HAM März 14, 2012 um 21:12

Wer sich in der FAZ mit seinem realen Namen als „Blogger Morph“ den Lesern vorstellen lässt, will kein anonymer Avatar mehr sein, sondern will sich als Person einbringen.
Selbst wenn man – wie ich – den realen Namen vergessen hatte, Google zeigt ihn sofort.

“genausowenig wie”: eine solche Formulierung ist ein Vergleich, nichts anderes, deshalb: Auschwitzvergleich. Keine Unterstellung, sondern objektive Tatsache.

Sicherlich stellt die Formulierung “genausowenig wie” einen Vergleich her, aber er bezieht sich auf die subjektive Vorstellbarkeit der Geschehen, aber er ist kein Vergleich der Geschehen selbst.

Das ist nicht der erste logische Fehler, den ich Ihnen nachgewiesen habe.

Außerdem stelle ich keine „bekloppten Faschismusvergleiche“ auf, offensichtlich kennen Sie sich im Bereich von Faschismus-Theorie nicht ausreichend aus.

Wer sind sie überhaupt, Sie kleiner Angestellter im Wissenschaftsbetrieb, dass glauben, hier so anmaßend aufzutreten zu können?!

wivo März 14, 2012 um 21:32

Och HAM, wir können doch lesen: Dein Vergleich lebt inhaltlich ausschließlich davon, dass Du eine Parallele zwischen Auschwitz (warum großgeschrieben, wenn es nicht darum geht, sondern um die Vorstellbarkeit?) und Tepco herstellst – übrigens, um den neuen Faschismus – das ist DEIN Oberbegriff zu Auschwitz und Tepco (“ohne Rassismus, Nationalismus und Chauvinismus, ohne Verfolgung, Folter und KZs”, dein Zitat) – zu erläutern. Würde statt Auschwitz dort Schweiz stehen und statt Massenmord an Menschen 28 Unfalltote, würde sich jeder fragen: Was soll der Vergleich? – Er soll eben nichts, außer insinuieren, dass Tepco mit Auschwitz vergleichbar ist. Eine Dummheit. Nicht mehr und nicht weniger.

Natalius März 14, 2012 um 22:06

@ H.Huett, 20:09 & Morph, 19:17
Ich sehe es nicht als Rohrkrepierer, sondern als gelungenes [publizistisches] Selbstmord-Attentat. Ein Rohrkrepierer wäre es, wenn VT über die Allmacht von GS (i.S. eines opus dei) wahr wären, NYT GS über den Eingang des Manuskripts informiert hätte, der Artikel nicht erschienen wäre und Greg Smith ohne unser Wissen nun in einem mental hospital einsäße. Tatsache ist, daß der Artikel heute erschienen ist.

Der Begriff “heuchlerisch” setzt intime Kenntnisse über die Person Greg Smith voraus, die unter den hier Bloggenden wohl kaum einer haben wird. Tatsache ist aber, daß der GS Aktienkurs kaum auf die Meldung reagiert hat, was nur dadurch erklärt werden kann, daß die Meldung wenig Neuigkeitswert für größere Anleger besessen hat. Insofern glaube ich, daß die moralische Wirkung dieser “Botschaft” am “typischen” Entscheidungsträger vorbei geht, d.h. Blankfein’s Kunden sind so, wie in der Borowitz-Persiflage zum Ausdruck kommt. Besser geht’s kaum!

Hans Hütt März 14, 2012 um 22:07

holger

Zu Deiner Beruhigung: G&S ist so stabil wie das Assad/Regime in Syrien. Was sagt eigentlich Achmed dazu?

Morph März 14, 2012 um 22:20

@HAM

“Wer sind sie überhaupt, Sie kleiner Angestellter im Wissenschaftsbetrieb, dass glauben, hier so anmaßend aufzutreten zu können?!”

:-)

Wir kommen der Wahrheit näher…

holger März 15, 2012 um 06:33

@Hans Hütt März 14, 2012 um 22:07
holger

Zu Deiner Beruhigung: G&S ist so stabil wie das Assad/Regime in Syrien. Was sagt eigentlich Achmed dazu?”

Dazu konnte er schon vorher nicht viel sagen. Das war glaube ich Anfang Januar. Ach ich ruf ihn mal an.

Dreh aber bitte das Dingen wieder rum DANKE

Doktor D März 15, 2012 um 10:23

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