Der Blog “Wir in NRW” und die Landesregierung

by f.luebberding on 10. Mai 2012

Es gibt seit gestern eine Debatte über die Verbindungen des Blogs “Wir in NRW” mit der NRW-Landesregierung. Der “Stern” hatte berichtet, dass mindestens ein Autor dieses Blogs seit 2010 Aufträge von der Landesregierung bekommen hat. Eine Zusammenfassung findet man in der “Süddeutschen” und weitere links bei den Ruhrbaronen heute Morgen. Es ist dabei kein Zufall, dass diese Geschichte drei Tage vor dem Urnengang in den Sog des Landtagswahlkampfs gerät. Das allerdings mit mehr Berechtigung als der dümmliche Shitstorm zu Norbert Röttgen wegen seiner Äußerung, die er bedauerlicherweise, so kann man sicherlich sagen, bei ZDF login meinte machen zu müssen. Wie haltlos seine Lage ist, wissen wir schließlich seit März. Aber jenseits des hoffnungslosen Kandidaten namens Röttgen. Eines geht tatsächlich nicht: Dass hier Journalisten als Blogger firmieren, um im Schutze der Anonymität lustig ihre privaten Interessen mit Berichterstattung zu vermischen.

Um das gleich zu Beginn auszusprechen. Es ist absurd, dem “Stern” Wahlkampf zu Gunsten der CDU vorzuwerfen. Wann hätte er die Geschichte sonst bringen sollen? Weihnachten? Sie ist offenkundig in ihrem Kern richtig. Autoren des für ihre Insiderkenntnisse aus der CDU 2010 völlig zurecht ausgezeichneten Blogs “Wir in NRW” haben später Geld mit PR-Aufträgen der Landesregierung verdient. Davon haben sie die Öffentlichkeit in ihrem Blog nicht informiert. Allerdings hat einer der Autoren auf weitere publizistische Aktivitäten als anonymer Blogger verzichtet.

Selbstredend können Blogger, Journalisten und andere Armleuchter mit PR-Aufträgen Geld verdienen. Für den Auftraggeber ist dabei nur eines wichtig: Dass er sich an die geltenden Vergaberichtlinien gehalten hat. Ob das eine Belohnung der rot-grünen Landesregierung für die Aktivität des Blogs während des Wahlkampfs von 2010 gewesen ist? Wen interessiert das, solange es nicht gegen geltendes Recht verstößt? Ein Skandal wäre es erst, wenn “Wir in NRW” eine Art Tarnunternehmen der SPD gewesen wäre. Dafür gibt es aber keine Hinweise. Außerdem gewann der Blog seine Reputation gerade nicht wegen seiner guten Beziehungen zur SPD, sondern sinnigerweise zur CDU. Was nämlich alle überraschte: Die Union schien vor zwei Jahren ihre Meinungsverschiedenheiten über den CDU-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers über “Wir in NRW” auszutragen. Die These, der Blog habe Rüttgers gestürzt, ist aber doch reichlich übertrieben. Dafür war wohl eher die überragende Performance der gerade neu gewählten Regierung Merkel/Westerwelle in Berlin verantwortlich. Man hatte damals den Eindruck, dass die CDU ihre Diadochenkämpfe nach der absehbaren Wahlniederlage über “Wir in NRW” ausgetragen hatte. Rüttgers war danach im parteipolitischen Ruhestand, wie wir wissen.

Wer sich heute wundert, warum nach der Landtagswahl 2010 “Wir in NRW” nicht mehr an seine alte Bedeutung anknüfen konnte, muss sich fragen, was er eigentlich erwartet hatte. Dass der Blog weiterhin das inoffizielle Verlautbarungsorgan von Leuten aus der NRW-CDU bleiben würde? Diese Vorstellung ist reichlich absurd. Kommentare zur Landespolitik kann man aber überall lesen. An diesen Erfolg anzuknüfen, war also fast unmöglich gewesen.

Wo liegt der Skandal? Dass jetzt alle möglichen Leute ihr Wahlkampf-Süppchen damit kochen wollen? So wie man Röttgens harmlosen Satz maßlos ausschlachtet? Bisher kann man der Landesregierung nichts vorwerfen. Es ist nicht verboten, PR-Aufträge an Journalisten zu vergeben. Wie diese mit solchen Aufträgen umgehen, muss nicht das Problem des Auftraggebers sein.

Hier liegt die Verantwortung allein bei den Bloggern von “Wir in NRW”. Sie unterstellen dem “Stern” Wahlkampf für die CDU zu machen, wie es in diesem Beitrag von Frau Gans geschehen ist. Sie ist sich auch nicht zu blöd, den “WAZ” Kollegen und Blogger bei den “Ruhrbaronen”, David Schraven, in die Pfanne zu hauen. Was er getan hat? Fragen zu stellen. Wie ist eigentlich das professionelle Verständnis der Kollegen des hoch dekorierten Blogs? Erst schreiben und dann kassieren? Peinlich? Nein. Dreist.

So schreibt der OberNRWler Alfons Pieper heute zu den Vorwürfen des “Stern”:

“Wir bekamen zwei Preise, auch für kritischen Journalismus. In beiden Fällen haben wir uns nicht beworben, sondern wurden von anderen für diese Auszeichnungen vorgeschlagen.”

Völlig in Ordnung. Das hatte “Wir in NRW” ohne Zweifel verdient. Um dann fortzufahren:

“Der „Stern“ äußert nun Zweifel an unserer Unabhängigkeit. Die Belege, die er ins Feld führt, sind dünn, sehr dünn. Ich wiederhole hier noch einmal, was ich mehrfach betont habe und wovon ich nichts zurücknehme. Wir bekamen nie Geld und es gab nie eine Einflussnahme einer Partei, auch nicht der SPD. Zwischen dem Blog Wir-In-NRW und der im Stern genannten Firmen gibt es keine Zusammenarbeit und keine Geschäftsbeziehungen. Mit den Tätigkeiten der genannten Firma hat der Blog Wir-In-NRW nichts zu tun. Im Übrigen würde ich gern wissen, was illegal daran sein soll, dass eine PR- und Beratungsfirma sich an öffentlichen Ausschreibungen beteiligt und hin und wieder den Zuschlag erhält?”

Seid ihr eigentlich noch bei Trost? Da schreibt ein Journalist von “Wir in NRW” als anonymer Blogger im Internet Artikel zur NRW-Landespolitik. Danach gründet dieser Kollege eine PR-Firma. Er bekommt keine Aufträge von der Deutschen Bank, der Regierung Nordkoreas oder der Heilsarmee. Das wäre nämlich völlig in Ordnung gewesen. Er bekommt sie von der NRW-Landesregierung. Und dieser Kollege meint in Übereinstimmung mit Herrn Pieper: Das ist völlig normal. Tatsächlich? Ist das üblich?

Es bestanden schließlich keine Geschäftsbeziehungen – zwischen Blog und Landesregierung. 

Wie schön. Nur zwischen Autoren dieses Blogs, die keiner mit Namen kannte, und der Landesregierung. Wobei darüber natürlich keine Auskunft gegeben worden ist. Unsere investigativen Kollegen schrieben schließlich anonym. Als Blogger. Wen soll das stören?

Merken die Herren noch was? Im fliegenden Wechsel die Rollen tauschen? Vom investigativen Journalisten sofort in das PR-Fach? Und das alles klammheimlich, im Schutze des Internets gewissermassen. Wollt ihr uns auf den Arm nehmen?

Mir ist es völlig egal, welche politischen Überzeugungen ein Journalist hat. Und selbstredend wird jedes mediale Säuseln im Landtagswahlkampf instrumentalisiert. Das alles ist völlig in Ordnung. Aber wer nicht merkt, was bei “Wir in NRW” nicht in Ordnung ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Oder bei dem spielen journalistische Standards keine Rolle mehr.

Das Thema heißt tatsächlich “Unabhängigkeit”. Mehr ist nicht zu sagen.

update

Nur als Hinweis zur Berichterstattung des “Stern”.

Etwas Lokales aus dem HSK. Es ist grotesk.

{ 35 comments }

egghat Mai 10, 2012 um 19:55

Endlich mal jemand, der sich in dieser Geschichte über die Sachen aufregt, über die man sich aufregen muss, und den Ball flach hält, wo man den Ball besser flach hält.

Danke.

Nanuk Mai 10, 2012 um 19:57

Ich stelle immer wieder fest ich bin zu blöd zum Geldverdienen… ;)

Gitte Mai 10, 2012 um 21:25

Keine Wahlkampfhilfe? Wenn der Stern keine Belege bringt, daß etwas nicht korrekt gelaufen ist, nur Mutmaßungen wenige Tage vor der Wahl, und wenn der Stern dann schreibt: “…für Hinweise auf bislang unbekannte Strippenzieher sind wir offen!”…was soll man da denken? “Wir haben zwar keine Beweise, aber irgendetwas MUSS es doch geben?”

Balken Mai 10, 2012 um 21:58

“Blogger, Journalisten und andere Armleuchter” Hm… Wenn das mal keinen shitstorm gibt! Anwesende Blogger und Journalisten sind von der Qualifizierung als Armleuchter doch wohl ausgenommen? Klingt ja fast wie ein versehentlicher Röttgen-Satz.

f.luebberding f.luebberding Mai 10, 2012 um 22:00

Gitte

Hier spielt Medienlogik eher eine Rolle als Wahlkampfhilfe. Ich halte die Hinweise auf die “Belohnungsthese” für schwach. Das habe ich auch zum Ausdruck gebracht. Es geht mir um das Selbstverständnis der Journalisten, die bei “Wie in NRW” aktiv sind. Und das rechtfertigt die Veröffentlichung. Allerdings wäre diese Geschichte nicht so spannend gewesen, wenn man nicht den Kontext zur neuen Landesregierung deutlich gemacht hätte. Keine Frage. Und dass das jetzt im Wahlkampf ausgeschlachtet wird? Das ist halt so. Aber man darf seine eigene Perspektive davon nicht bestimmen lassen. Wenigstens bemühe ich mich darum.

f.luebberding f.luebberding Mai 10, 2012 um 22:03

Balken

Ich bin Journalist und Blogger … . Es mag auch Armleuchter mit PR-Aufträgen geben … . Was natürlich nicht ausschließt, dass hier auch Selbstironie zu finden ist … . Dazu neige ich ja, zu unpassenden Vergleichen … . Ich habe aber meine Volksmusiker – und die finde ich gut.

wowy Mai 10, 2012 um 22:38

Die Opposition im Düsseldorfer Landtag soll sich die Ausschreibungsunterlagen und die Vergabeunterlagen vorlegen lassen. Das müsste aufgrund der Umstände ja möglich sein.
Wenn das ordentlich gelaufen ist, dann bleibt in der Tat “nur” das Problem zwischen Journalismus und PR.

“Wir Journalisten sollten eine Religion der Ungläubigkeit predigen! Ein Heiliger Orden der Ungläubigen, das sollten wir sein. Wir sollten unseren Dienst in Klöstern der Wahrheit tun, über die Schriften gebeugt. Und diese Klöster sollten weit, weit weg sein von den Palästen.”
Gay Talese, amerikanischer Journalist und Autor

„Journalisten machen keine PR.“
http://www.mediendisput.de/downloads/Getrennte_Welten.pdf

Balken Mai 10, 2012 um 23:29

Danke @ wowy.
Paul Sethe fällt mir da wieder ein. Sein berühmter Ausspruch über die Pressefreiheit der 200 Familien. Auch Scholl-Latour hat den einmal zitiert, mit der süffisanten Anmerkung: Inzwischen dürften es weniger sein.
Und Tucholsky: “Die Zeitung sollte geistigen Leuten gehören, die sich geschäftliche Mitarbeiter halten. Das Umgekehrte dürfte nicht ganz das Richtige sein.”
(Kurt Tucholsky, GA XV, 25)

Wilma Mai 10, 2012 um 23:32

Als Ruhrgebietlerin habe ich des öfteren mal reingeschaut.
Bis auf “rent a rüttgers” gabs kaum interessannte Beiträge.
Der blog ist in NRW auch nicht sonderlich bekannt.
Gelesen haben ihn wahrscheinlich eher parteipolitisch Interessierte.
Die Anzahl der Kommentare ist auch nicht hoch.

gerdos Mai 11, 2012 um 08:22

Für die Jüngeren: “Wir in NRW” ist ein alter Wahlkampfaufkleber der NRW-SPD. Fünf Millionen Aufkleber lagen an den Tankstellen im ganzen Land, sie klebten später überall. Mit “Wir in Nordrhein-Westfalen” holte Rau 1985 das beste Ergebnis in der Geschichte der NRW-SPD: 52,1 Prozent.

Dazu die Personalie des ehemaligen WAZ-Redakteurs Alfons Pieper, und schon bedarf es kaum weiterer “Belege” und “Beweise”, wessen Lied hier gesungen wird. Pieper ist mir in seiner aktiven WAZ-Zeit (WAZ, das ist immerhin die Hofberichtpostille der NRW-SPD) bereits als äußerst unangenehm weil unkritisch in Erinnerung.

keiner Mai 11, 2012 um 09:05

@Lübbi:

(Selbst)ironie? Keine gute Idee, dieser Tage… ;)

Aber die Gesetzte der Logik, des gesunden Menschenverstandes und des Anstandes einen ehrlichen Kaufmanns sind schon lange den Bach runter.

Ich könnte da Geschichten erzählen… Traurig das ganze, sehr traurig.

Balken Mai 11, 2012 um 10:08

@ keiner
Wieso nicht, und wieso gerade dieser Tage nicht?
Menschen mit einem Schuss Selbstironie schätze ich als ernsthafte Menschen, die aber eben nicht bierernst sind. Mit Kompromiss- und Lösungsbereitschaft. Bei anderen Kollegen hier wäre auf meine augenzwinkernde Anmerkung von gestern 21:58 nicht das leiseste Blinken einer Lachträne zurückgekommen, da hätten nur die geschliffenen Brillengläser und die noch geschliffeneren Repliken geblitzt.

snozin Mai 11, 2012 um 10:46

“Wann hätte er die Geschichte sonst bringen sollen? Weihnachten?”

Wann denn sonst: Eine Frau Gans …sie ist sich nicht zu blöd …einen Blogger in die Pfanne zu hauen …Nein, doch nicht. Weihnachten haut der Blogger die Gans in die Pfanne.

“Wo liegt der Skandal?”
“Ein Skandal wäre es erst, wenn…”

Von wegen “wäre es erst…” Ein Skandal, von dem man nicht weiß, wo er liegt, ist schon auf Grund dieser unklaren Lage ein Skandal.
Oder wenn Weihnachten die Pfanne eine Gans in den Blogger haut.

keiner Mai 11, 2012 um 10:59

@Balken, der Röttgers, Rüttken oder wie er heißt hat doch auch in Ironie gemacht und sich damit mächtig in’s Bein geschossen… ;)

egal Mai 11, 2012 um 12:17

Individuelles Fehlverhalten der Landesregierung, weil sie sich nicht an die Vergaberichtlinien gehalten haben soll?
Individuelles Fehlverhalten der Journalisten, weil sie gegen berufständische Standarts verstoßen haben sollen?

Mag ja alles sein. Das Grundproblem ist aber, dass Behörden überhaupt PR-Aufträge vergeben.
1. Beworben werden soll immer auch die Politik der Behörde. Wer kennt sich mit politischer Werbung aus? Interessenskonflikte sind hier vorprogrammiert.
2. Auch der Konflikt Regierungs-Parteien-PR ist unvermeidlich.
3. Die PR behinhaltet oft Anzeigen (ob auch im vorliegenden Fall, weiß ich nicht). Das führt zwangsläufig zur “illegalen Medienfinanzierung”, die Steigbügelhalter belohnt, parteipolitisch und ideologisch. Ich kaufe ab und zu die nicht so staatstragende Junge Welt. Dort gab es noch nie eine Anzeige einer Behörde. Umgekehrt wird die Bildzeitung immer bedacht.
4. Welcher Bürger, Wähler, Kunde braucht bitte die PR-Produkte? Wer Informationen sucht, wird sich wohl kaum auf Werbung verlassen.

Wir in NRW ist doch nur symptomatisch.

KL Mai 12, 2012 um 09:30

@fl

“Der Mensch hinter dem Pseudonym ‘Theobald Tiger’ hat nach der Wahl 2010 eine PR-Firma namens steinkuehler-com gegründet, sich um Aufträge bei der NRW-Landesregierung beworben – und auch welche bekommen. Die Folge: Der Frontmann des ‘Wir in NRW’-Blogs, Alfons Pieper, und der Tiger trennten sich. Pieper sagt im Gespräch mit ZEIT ONLINE: PR und ein journalistisches Blog passen nicht zusammen. Also verstummte der Tiger, auf ‘Wir in NRW’ erschienen seit Ende 2010 keine Texte mehr von ihm.”

Wenn das stimmt, was Markus Horeld da schreibt – wo ist dann der Skandal ?

Stimmt es ?

f.luebberding f.luebberding Mai 12, 2012 um 10:58

KL

Nach derzeitigem Kenntnisstand nicht für die Landesregierung. Das habe ich auch deutlich gemacht. Aber für den Blog und die Blogger. Hier hat es sich Steinkühler hinter der Anonymität gemütlich gemacht. Oder meinst Du nicht, dass man wissen sollte, wenn ohne Information der Öffentlichkeit ein Journalist einfach so vom Berichterstatter zum PR-Mann wird? Und das in dem gleichen Ressort? Hier NRW-Landespolitik. “Wir in NRW” – und das wusste jeder – war ein Blog von anonym schreibenden Journalisten, die gerade wegen ihres Frust über die Landespresse an den Start gegangen waren. Das hatten sie 2010 auch deutlich gemacht und machte ihre Reputation aus. Was meinst Du, was los gewesen wäre, wenn ich etwa bei Weissgarnix unter einem Pseudonym geschrieben hätte – und dann 2 Jahre später für eine Bank klammheimlich PR gemacht hätte? Ich praktiziere daher auch das Gegenteil: Die Verbindungen zum japanischen Geheimdienst wurden immer transparent dargestellt … . Bei einem Nicht-Journalisten erwarte ich diese Transparenz übrigens nicht.

wowy Mai 12, 2012 um 14:16

Ein wenig OT, aber zur Frage “Was ist Journalismus” passt es doch.

Es ist Mai, die BILD wird 60 und Axel Springer wäre 100 geworden. Offensichtlich Zeit für Geschenke.
Zumindest könnte man so die Verleihung des wichtigsten deutschen Journalistenpreises an 2 BILD-Redakteure deuten.
Warum sie ihn bekamen, erschließt sich (es ging um die Kategorie `investigativ`) sonst nämlich nicht.
Ganz wohl scheint der Jury des Henri-Nannen-Preises bei ihrer Entscheidung nicht gewesen zu sein, denn irgendwie fehlten ihr “die Eier”. Als Feigenblatt sollten die SZ ler herhalten, die sich, zu recht, nicht dafür hergaben.
Als Tip für alle Beteiligten: manchmal lohnt es sich in eine Schülerzeitung zu schauen.
http://unter3.net/2012/05/kein-henri-fur-kai/

Joerg Buschbeck Mai 12, 2012 um 22:54

@FL
Du bist doch in dieser SPD – kannst Du denn den Genossen nicht mal die Globalsatzzusammenhänge erklären?

Entsparen der Privaten für energetische Gebäudesanierung = Entschuldung der Staatshaushalte…

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gebaeudesanierung-handwerk-wartet-sehnsuechtig-auf-die-politik/6625222.html

Natalius Mai 12, 2012 um 23:20

Tja, ich kann es nicht mit Worten erklären.
Aber da ist irgendein Unfall in der “time line” passiert, der (1) irreversibel und (2) hässlich ist. Er äussert sich in Kommentaren, die vor Testosteron (Eiersaft) strotzen. Einfache Ehrlichkeit ist vorbei – Schluss, aus, gestern.
Hier im Blog. Hier bei Hans Huett und Frank Luebberding. Eigentlich die beste Informationsquelle, die “unser” System zur Zeit anzubieten hat. Was ist los mit uns?
Natalius

KL Mai 13, 2012 um 07:55

@fl

Also Pieper hätte Steinkühler drängen müssen, nach der Trennung aus solchem Grund, das Pseudonym lüften zu dürfen. Oder es schließlich gar ohne dessen Einwilligung zu lüften, wenn nicht anders möglich. Gut, das geht mir ein, jetzt erschließen sich mir auch ein paar Nuancen des Textes, die ich vorher nicht so genau erfaßt hatte.

h.huett Mai 13, 2012 um 08:32

Natalius

Worum geht es?

f.luebberding f.luebberding Mai 13, 2012 um 10:23

KL

Das war mein Argument. Wobei: Mit Nuancen im Text ist das ja so eine Sache … . Gehen übrigens meistens zu Lasten des Autoren.

wowy Mai 13, 2012 um 10:35

BILD und Wulff
In der ersten Phase, die knapp 5 Jahre dauerte von 2006 bis 12.12.2011 in allen Berichten nicht ein negatives Wort, im Gegenteil…
http://www.wwwagner.tv/?p=14473
……..

wowy Mai 13, 2012 um 10:35
wowy Mai 13, 2012 um 12:26

OT
Frank Schirrmacher meint es bestimmt gut.
Der äußere Feind ist ein bewährtes Mittel, um bröckelnde Stabilität nach innen zu festigen.
Nur sollte deshalb die Trennung von Recht und Moral nicht aufgehoben werden. Der Vorschlag Autoren zu überlassen, was sie für strafwürdig halten, sprengt mein Rechtsverständnis. Zumindest der Begriff des Offizialdelikts soll hier erwähnt sein.
Wie wird man die Abmahnanwälte wirklich los? Welche Änderungen des Urheberrechts sind tatsächlich erforderlich, durchführbar, gewollt, mit Hinblick auf die technische Entwicklung.

“Schluss mit dem Hass” ist in jedem Fall ein guter, erster Ansatz:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/urheberrechtsdebatte-schluss-mit-dem-hass-11749057.html

Toni Toy Mai 13, 2012 um 13:16

Falsch Recherchiert Herr Lubberding, hier ein Link der Aufträge aufzeigt die Herr Steinkühler erhalten hat, Sie behaupten er bekommt nur Aufträge von der Regierung, der Link zeigt die Wahrheit.

http://www.steinkuehler-com.de/projekte.html

f.luebberding f.luebberding Mai 13, 2012 um 13:27

Nordkorea war aber nicht dabei … . Darum ging es nicht. Es ging um die Frage, ob er oder der blog seinen Seitenwechsel hätte öffentlich machen müssen. Wenn er jetzt nur für Vodaphone oder Gelsenwasser gearbeitet hätte, wäre das etwas andertes gewesen. Steinkühler war auch unter Pseudonym als Journalist unterwegs.

h.huett Mai 13, 2012 um 14:06

wowy

Es geht um den Rechtsfrieden, der ja nicht allein dadurch gewährleistet ist, dass es Gesetze gibt, jedenfalls dann nicht mehr, wenn Verstöße zu einer Massenerscheinung sowie zum Gegenstand beliebiger Willkür durch Abmahnanwälte werden. Ganz zu schweigen davon, dass infolge überlasteter Gerichte andere zu kurz zu kommen drohen.

Sagen wir es doch ganz einfach: Ebenso wie der FAS- Vorstoß zur Drogenpolitik geht es auch hier um eine liberale Modernisierung des Rechtsfriedens, zugleich um eine Entlastung der Gerichte und der Polizei.

Ein Indiz übrigens auch dafür, dass Piraterie eines Tages tatsächlich als Chiffre für einen politischen Modernisierungsschub gelesen werden kann

wowy Mai 13, 2012 um 14:15

@hütt
“Sagen wir es doch ganz einfach: Ebenso wie der FAS- Vorstoß zur Drogenpolitik geht es auch hier um eine liberale Modernisierung des Rechtsfriedens, zugleich um eine Entlastung der Gerichte und der Polizei.”

Habe ich so nicht gelesen. Dafür fehlen m.E. die konkreten Ansätze.
Allein das Verurteilen der Abmahnanwälte und ein (sorry) haarsträubender, weil absolut unrealistischer Vorschlag (sollen wir jetzt wegen des Urheberrechtsstreites die gesamte Rechtsordnung über den Haufen werfen?) reichen nicht aus.

Und immer schön dran denken, dass Robespierre 1794 ermordert wurde :-D (der innere Frieden ist nicht zu unterschätzen).

h.huett Mai 13, 2012 um 14:17

wowy
Lies die Hoodies unserer Zeit als phrygische Jakobinermützchen

Onkel Herbert Mai 13, 2012 um 14:39

@FL

>>>Das Thema heißt tatsächlich “Unabhängigkeit”. Mehr ist nicht zu sagen.

Den Verweis auf einen Berufsethos finde ich rührend, das ist ein bischen wie wenn Opa von früher erzählt. Frank Lübberding, Deine Welt ist schon lange untergegangen. Frage mal den Bäcker Deines Vertrauens um die Ecke, ob er das, was er da jeden Morgen macht, noch als Brötchen bezeichnen würde. Frage mal den Arzt Deines Vertrauens, was seine tägliche Arbeit mit Heilkunde zu tun hat. Frage mal den Bankberater Deine Vertauens…

‘Es ist, wie Du sagst’, nicht ‘Sag, wie es ist’! Es geht im Kapitalismus nicht darum, Brötchen herzustellen, sondern etwas zu produzieren, das sich als Brötchen bezeichnen und unter dieser Bezeichnung verkaufen lässt. Oder macht IKEA Möbel? Was hat der Mensch mit Mensch zu tun…Rührend, der Ruf aus der Vergangenheit. Das psychologische Jahrhundert ist vorbei. Lauf, so schnell Du nur kannst.

http://www.youtube.com/watch?v=mz7qs4rdaP8

wowy Mai 13, 2012 um 14:56

@hütt
Ja eben!

Auskenner Mai 14, 2012 um 19:32

“Er bekommt sie von der NRW-Landesregierung. Und dieser Kollege meint in Übereinstimmung mit Herrn Pieper: Das ist völlig normal. Tatsächlich? Ist das üblich?”

Tja Herr Lübberding. Große Verteidigung.
Was hatte unser “Acker” Schöder damals gemacht?
Ostseepipeline durchgedrückt.
Zufällig landete er eben dort als Kleinverdiener..

“Das Thema heißt tatsächlich “Unabhängigkeit”. Mehr ist nicht zu sagen.”

Träume sind erlaubt – vor allem wenn die Realität so Scheixxx ist.

f.luebberding f.luebberding Mai 14, 2012 um 20:35

Auskenner

Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass der Altkanzler Schröder in solchen Fragen als positive Referenz dienen könnte. Gerade weil die Realtitä so ist, wie sie ist … .

Comments on this entry are closed.

{ 3 trackbacks }

Previous post:

Next post: