Soviel Einheit war nie

by f.luebberding on 4. Juni 2012

Sicherlich sind die Bedingungen von heute nicht mit denen des Jahres 1922 vergleichbar. Immerhin: Es gab 2012 keinen Krieg. Aber “Die Linke” stellt sich heute die gleiche Frage, die sich auch die USPD seit 1918 stellte. Warten auf den Kladderadatsch oder Handeln im Rahmen des Parlamentarismus? Dem wird Lafontaine zwar lautstark widersprechen: Schließlich ist er zur Kooperation mit der SPD zu seinen Bedingungen immer bereit. Nur sieht das dummerweise der potentielle Kooperationspartner anders. Aus welchen Gründen auch immer. Paul Levi ist in historischer Hinscht ein interessanter Fall. Er war ein Freund von Rosa Luxemburg, der nach ihrer Ermordung an der KPD verzweifelt ist und nach seiner Rückkehr zur SPD als Frontmann ihres linken Flügels galt. Manchen linken Sozialdemokraten und genauso in der heutigen Linken gilt er als ein Ahnherr: Als das linke Gewissen gegen Stalinismus und die rechte Sozialdemokratie.

Mit dem Parteitag der Linken in Göttingen ist die Debatte über deren Zukunft nun keineswegs verstummt. Während sich der linke Flügel als der parlamentarische Arm außerparlamentarischer Bewegungen definiert, setzt der rechte Flügel auf die Verankerung der Partei in Ostdeutschland – und will daher Koalitionen mit der SPD nicht mit Lafontaine ausschließen. Beide Flügel sind sich aber bisher formell in einem Punkt einig: Sie wollen zum Sozialismus. Soviel Einheit war nie – oder schon immer. Das ist eine Frage der Perspektive. Zu Levis Zeiten hat dieser Ansatz nämlich auch nicht funktioniert. Zuerst fusionierte 1920 der linke Flügel der USPD mit der KPD. 1922 der Rest der USPD mit der SPD. Paul Levi war zu dem Zeitpunkt schon aus der KPD ausgeschlossen worden. Er hatte Teile der KPD-Dissidenten seinerseits mit der USPD 1921 vereinigt. So war das in der 1920er Jahren. Alle redeten unaufhörlich von Einheit – und machten anschließend ihren eigenen Laden auf. Der war sich zwar einig, aber ansonsten auch ohne praktische Bedeutung. Aber heute ist bekanntlich alles anders. Daher ein Zitat aus einem Aufsatz von Paul Levi aus dem Jahr 1922 (Unser Weg, Jg. 4, 1922, Heft 16). Thema war die Vereinigung der USPD mit der SPD:

“Das, glauben wir, ist der Rahmen, in dem sich die Politik der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei in diesen Jahren zu bewegen habe. Es ist das ein Programm, es ist nicht die Rede von theoretischen Fragen: es ist lediglich der Versuch, die Nöte des Proletariats, die drängend sind, zu erkennen und den Kampf um diese Nöte zu verbinden mit dem großen Kampfe um die Erfüllung der Proletarieraufgaben, um den Sozialismus. Besteht, so werden viele fragen, in der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei eine Möglichkeit, solch, ein Programm, das nicht die Räterepublik für morgen will, aber doch voraussetzt die beständige lebendige Tätigkeit der proletarischen Massen und ihrer Partei der Verwirklichung zuzuführen? Wir wissen, daß viele diese Frage stellen und manche sie verneinen und einige selbst den Verzicht auf eine Vergangenheit darin sehen, die Frage zu bejahen. Da sind, so wird gesagt, in der Sozialdemokratischen Partei die und jene, die dies und jenes uns angetan haben. Das ist nicht zu leugnen und noch nicht einmal zu beschönigen, aber es macht die Entscheidung über das Schicksal einer Klasse abhängig von der Entscheidung über das Schicksal von Personen. Es könnte sein, daß die Personen, die in diesen Jahren gegeneinander gestanden haben, nicht mehr zusammen wirken könnten: dann müßten die Personen weichen, auf daß die Arbeiterklasse lebe. Und wenn die Arbeiterklasse leben will, so muß sie sich zusammenschließen.”

Irgendwie scheint das nie zu klappen: Mit den Zusammenschlüssen. Paul Levi hatte bis zu seinem Tod den Traum von der Einheit der Arbeiterklasse verfochten, trotz seiner Erfahrungen mit den Moskauer Befehlsempfängern in der KPD. Tatsächlich gab es dafür zu keinem Zeitpunkt eine realistische Chance. Im Gegensatz zu Paul Levi scheint das im Jahr 2012 Gregor Gysi begriffen zu haben. Wobei es einen Unterschied gibt: Die westdeutschen Landesverbände der Linken schmoren wirklich nur im eigenen Saft. Für die interessiert sich heute noch nicht einmal Moskau.

An dieser Irrelevanz der westdeutschen Linken kann selbst Sahra Wagenknecht nichts ändern. Levi ist nämlich an einem Punkt gescheitert:

Es ist das ein Programm, es ist nicht die Rede von theoretischen Fragen: es ist lediglich der Versuch, die Nöte des Proletariats, die drängend sind, zu erkennen und den Kampf um diese Nöte zu verbinden mit dem großen Kampfe um die Erfüllung der Proletarieraufgaben, um den Sozialismus.”

Auf den können wir nämlich lange warten. Da kann “Die Linke” die schönsten Grundsatzprogramme schreiben. Vielmehr gilt bis heute, was Eduard Bernstein schon 1899 wusste.

“In der Demokratie lernen die Parteien und die hinter ihnen stehenden Klassen bald die Grenzen ihrer Macht kennen und sich jedesmal nur so viel vornehmen, als sie nach Lage der Umstände vernünftigerweise hoffen können, durchzusetzen. Selbst wenn sie ihre Forderungen etwas höher spannen, als im Ernst gemeint, um beim unvermeidlichen Kompromiß – und die Demokratie ist die Hochschule des Kompromisses – ablassen zu können, geschieht es mit Maß. So erscheint in der Demokratie selbst die äußerste Linke meist in konservativem Lichte, und die Reform, weil gleichmäßiger, langsamer als sie in Wirklichkeit ist. Aber doch ist ihre Richtung unverkennbar.”

Der Demokratie wieder eine Richtung zu geben: Darum muss es gehen. Sahra Wagenknecht hat das zwar verstanden. Sie erkennt die Sackgasse, in der wir uns befinden, in aller Schärfe. Allerdings wirkt sie in parteipolitischer Hinsicht so konservativ, wie es Bernstein beschrieben hat. Sie repräsentiert einen Flügel in ihrer Partei, der nur unwesentlich mehr Wähler zu mobilisieren weiß als etwa diese erprobten Kritiker sozialdemokratischer Umtriebe. Sie steht räsonnierend am Seitenrand, ohne Einfluß auf die tatsächliche Politik. Die machen in der Zeit andere. Sie sollte Eduard Bernstein lesen. Nicht wegen Levis Phantom einer “Einheit der Arbeiterklasse” oder einer “Verwirklichung des Sozialismus”, sondern um ihren eigenen Konservativismus in Frage zu stellen. Ludwig Erhard wird ihr nämlich in dieser Frage nicht weiterhelfen. Den haben die Bauchschmerzen der Linken nie interessiert. Lafontaine muss übrigens von Bernstein schon einmal gehört haben. Aber “da sind, so wird gesagt, in der Sozialdemokratischen Partei die und jene, die dies und jenes uns angetan haben.”

Wohl nicht nur 1922.

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Joerg Buschbeck Juni 4, 2012 um 20:18
Doktor D Juni 4, 2012 um 20:45

Bei den Dingern, die die SPD in der “Hochschule des Kompromisses” so zwischen Kriegskrediten, Asylrecht-Abschaffung, Hartz-IV-Zwangsarbeitsgesetzgebung und Kriegstreiberei von Balkan bis Afghanistan gedreht hat, fällt mir eher das Wort “Kapitulation” ein. Was jetzt Wagenknecht und Lafontaine nicht entschuldigen soll. Mir scheint, auf die Diskussion in und um die Linke sowie das Verhalten der real existierenden SPD passt morphs Analyse aus dem anderen Thread sehr gut:

So wie die Dinge liegen, muss man wohl davon ausgehen, dass eine analytisch einigermaßen überzeugend grundierte außerparlamentarische Opposition sich nicht ergeben wird. Der Parlamentarismus aber ist derart lobbyistisch eingeengt, dass dort nichts zu erwarten ist.

Daher ist damit zu rechnen, dass sich die Prekarisierung fortsetzen wird. Prekarisierte können sich ganz offenbar nicht mit derselben intellektuellen Treffsicherheit selbst organisieren wie die Arbeiter dies im Zeitalter der Schwerindustrie konnten.

Und das Rätsel der organsierten Arbeiter stellt sich noch immer …

Doktor D Juni 4, 2012 um 20:48

Da fehlt natürlich das halbe Zitat:

dass diejenigen, die sozial benachteiligt sind und/oder mit sonst irgendwelchen guten Gründen über die soziale Ungleichheit empört sind, vor allem daran interessiert sind, ihre Empörung unbehindert artikulieren zu können. Das Interesse an einer analytisch einigermaßen treffenden Beschreibung der gesellschaftlichen Verhältnisse haben sie kaum, und wenn man die analytischen Unzulänglichkeiten ihrer Empörungsdiskurse vorhält, richten sie die Empörung auch gegen den Kritiker.

So wie die Dinge liegen, muss man wohl davon ausgehen, dass eine analytisch einigermaßen überzeugend grundierte außerparlamentarische Opposition sich nicht ergeben wird. Der Parlamentarismus aber ist derart lobbyistisch eingeengt, dass dort nichts zu erwarten ist.

Daher ist damit zu rechnen, dass sich die Prekarisierung fortsetzen wird. Prekarisierte können sich ganz offenbar nicht mit derselben intellektuellen Treffsicherheit selbst organisieren wie die Arbeiter dies im Zeitalter der Schwerindustrie konnten.

14 Juni 4, 2012 um 21:09

..gilt bis heute, was Eduard Bernstein schon 1899 wusste.

“…In der Demokratie lernen die Parteien und die hinter ihnen stehenden Klassen bald die Grenzen ihrer Macht kennen und sich jedesmal nur so viel vornehmen, als sie nach Lage der Umstände vernünftigerweise hoffen können, durchzusetzen. Selbst wenn sie ihre Forderungen etwas höher spannen, als im Ernst gemeint, um beim unvermeidlichen Kompromiß – und die Demokratie ist die Hochschule des Kompromisses – ablassen zu können, geschieht es mit Maß…”

Irrtum. Die neoliberalen Volksverräter haben seit Agenda0815 aus Dummheit die Demokratie an die Unternehmer+Banker delegiert. Auf deren weiteren “Forderungen” können wir gespannt sein. Sie haben schon längst jedes Maß verloren. Der Bogen ist lange überspannt. Das Maß ist sozusagen voll..

Gerald Braunberger Juni 4, 2012 um 21:18

@fl
“Irgendwie scheint das nie zu klappen: Mit den Zusammenschlüssen.”

Hat 1946 etwa nicht geklappt?

Gruß
gb.

ppp Juni 4, 2012 um 22:04

Im Gegensatz zum Geisterporschefahrer Klaus Ernst ist Riexinger nicht in der Macho und Monothemenclique IG-Metall, sondern erfahrener Verdi-Funktionär. Er sollte also eigentlich Ahnung davon, haben, dass es immer verschiedene Seiten einer Sache gibt.

wowy Juni 4, 2012 um 22:16

“Der Demokratie wieder eine Richtung zu geben: Darum muss es gehen”

Wir haben eine parlamentarische Demokratie. Das Parlament repräsentiert im Idealfall den Volkswillen. Bei uns tut es das nicht mehr. CDUCSUFDPSPDBÜNDNIS90/DIEGRÜNEN schaffen die Rechte des Parlamentes ab, ohne mit der Wimper zu zucken stimmen sie wie die Lemminge ihrer eigenen Abschaffung zu, unter Missachtung des Grundgesetzes, auf das sie vereidigt wurden.

Bevor wir der Demokratie eine Richtung geben, sollten wir versuchen sie zu erhalten.
1922 ist vorbei, ESM und Fiskalpakt, das Haushaltsrecht als Königsrecht und Gestaltungsmöglichkeit des Parlaments sind heute!
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?PHPSESSID=002a41a4c7c9a0360db7688388a144d3&action=petition;petition=24314;sa=sign

f.luebberding f.luebberding Juni 4, 2012 um 22:32

Braunberger

Otto Grotewohl war dieser Meinung. Ernst Reuter nicht. Manchmal stellt sich ein Irrtum erst nach 40 Jahren als solcher heraus. Das kann aber auch schneller gehen. Allerdings gab es damals die SMAD, die der KPD geholfen hatte. Ohne die hätte es die SED wohl kaum gegeben.

Samy Juni 4, 2012 um 23:10

Lesenswert, wo die Linke sich doch fetzt, da wittert der grüne Chefstratege Joschka ein Machtvakuum. Und klare Worte findet er allemal.

http://www.sueddeutsche.de/politik/europaeische-finanzkrise-europa-steht-in-flammen-1.1373683

“Deutschland ist einsam und isoliert. Wider alle historische Erfahrung hält Kanzlerin Merkel dogmatisch an einer Sparpolitik fest, die Europa an den Abgrund geführt hat. Wenn der Euro und mit ihm der zweitgrößte Wirtschaftsraum der Welt zerfällt, dann wird das eine Krise auslösen, wie sie die heute lebenden Generationen noch nicht erlebt haben. …”

Wat. Juni 4, 2012 um 23:10

Wenn Menschen Partei würden, bedeutet das nicht, daß sie eine Partei werden.
Ich weiß, für Funktionäre und Stellvertreter-’Adepten’ schwer zu verstehender Satz…

Medienbeobachter Juni 4, 2012 um 23:11

@wowi

Unsere Demokratie hat bereits eine Richtung.

Diese ist eindeutig und unmissverständlich und heisst, im Sinne des Stamokap vollkommen kongruent:

Alle Forderungen der Banken Europas aus Zockergeschäften werden staatlich bedient durch vergemeinschaftlichende Maßnahmen die entsprechende euphemistische Namen tragen.

Der Kapitalismus braucht, für seine Weiterexistenz, sozialistische Maßnahmen.

Und auf Banken liegen die Vermögen der Oberschicht, oder, wie das sozialistisch korrekt heisst, des Kapitals.

Also liegen dort auch die Guthaben der Bevölkerungsgruppen denen sich die heutigen Parteienspitzen noch verpflichtet fühlen. Denn mit dem gesellschaftlichen Aufstieg änderte sich naturgemäß auch der Freundeskreis. Und wie hiess es beim ollen Marx so erhellend?:

“Das Sein bestimmt das Bewusstsein.”

Und btw mal eine rhetorische Frage:

Wie soll sich denn bei der Arbeiterschaft ein Klassenbewusstsein bilden, wenn der Ort der zuständig für die Bildung des Bewusstsein ist, die Presse nämlich, komplett in den Händen der Oberschicht ist?

Und beim Stichwort Presse und Parteien im Kapitalismus fällt mir doch glatt der kleine Albert Einstein ein:

“…die Mitglieder der gesetzgebenden Organe werden von politischen Parteien ausgewählt, die weitgehend von Privatkapitalisten finanziert oder anderweitig beeinflusst werden und in der Praxis die Wähler von der Legislative trennen. Infolgedessen schützen die “Volksvertreter” tatsächlich nicht ausreichend die Interessen der unterprivilegierten Schichten der Bevölkerung. Außerdem kontrollieren unter den vorhandenen Bedingungen die Privatkapitalisten zwangsläufig direkt oder indirekt die Hauptinformationsquellen (Presse, Rundfunk, Bildungswesen). Es ist deshalb äußerst schwierig und für den einzelnen Bürger in den meisten Fällen fast unmöglich, objektive Schlüsse zu ziehen und einen verständigen Gebrauch von seinen politischen Rechten zu machen.”

http://www.ag-friedensforschung.de/science/einsteinjahr2.html

Mit anderen Worten, das Kapital macht in jedem Fall und zu allen Zeiten das was es für richtig hält. Das ganze Gezeter dagegen ist und bleibt der berühmte Sturm im Wasserglas, denn die Macht geht ausschließlich und nur vom Kapital aus.

In diese unabänderlichen Verhältnisse wurden wir, mit unserer kurzen Lebensspanne, hineingeboren.

wowy Juni 4, 2012 um 23:26

@Samy
Joschka Fischer meldet sich aus einem anderen Grund zu Wort.
M A C H T
Wer sich noch erinnert: als eine europäische Verfassung zur Verhandlung stand, die scheiterte und aus der der Vertrag von Lissabon wurde, da war Joschka Fischer, damals deutscher Außenminister, als europäischer Außenminister im Gespräch und hat sich kräftig selbst ins Gespräch gebracht.
Das ist sein Motiv, da wittert er Morgenluft.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_%C3%BCber_eine_Verfassung_f%C3%BCr_Europa#Au.C3.9Fenministerrat_und_Au.C3.9Fenminister_der_EU

wowy Juni 4, 2012 um 23:38

@Medienbeobachter
Vom Grundsatz richtig. Nur wandelt sich das Ganze gerade vom
“solange es uns am besten geht, sollen die anderen auch Leben”
in ein
“uns alles durch totale Kontrolle”
(sehr plakativ)

Wat. Juni 5, 2012 um 00:03

@wowy: Woanders sind die Menschen schon immer am Kapitalismus krepiert, wie die Fliegen, daran hat sich nichts aber auch gar nichts geändert. Das “Woanders” rückt nur näher.

14 Juni 5, 2012 um 00:04

Selten klang Walther Rathenaus fast hundert Jahre altes Diktum „Die Wirtschaft ist unser Schicksal“ so bedrohlich wie heute. Die Ökonomie, das Allerheiligste dieser Gesellschaft und zugleich ihr praktischer Dreh- und Angelpunkt, ist außer Rand und Band geraten. Bis vor Kurzem galt sie noch als Hort einer höheren Vernunft, heute fühlt sich der gesunde Menschenverstand bei der Lektüre der Wirtschaftsnachrichten regelmäßig in eine Irrenanstalt versetzt…

http://www.krisis.org/2012/die-grosse-entwertung-einleitung

(und bei dem grünen menet- ekel-fischer muß unter jedem satz stehen, sponsored by rwe + bmw)

wowy Juni 5, 2012 um 00:05

@Wat
Das ist richtig. Ich war gerade in Deutschland in den Jahren um 2012.

Wat. Juni 5, 2012 um 00:08

@wowy: Das ändert mE nichts. Wie sagt Pispers: Jetzt geht die Mauer mitten durch.

wowy Juni 5, 2012 um 00:15

@Wat
Sorry, aber wo krepieren heute in Deutschland Leute wie die Fliegen?
Ich bin für berechtigte Kritik, aber halte nichts von unlauteren Übertreibungen. Die haben nämlich den Nachteil, dass sie schon abgeschliffen sind, wenn der Umstand tatsächlich eintritt, und es dann keinen mehr interessiert.

Wat. Juni 5, 2012 um 00:17

@wowy: Könntest Du bitte diesen Umständ in betracht ziehen, bevor er eintritt.
Danke. Damit könntetetete er vielleicht zu verhindern sein.

wowy Juni 5, 2012 um 00:20

@Wat
Lies doch bitte, was ich schreibe. natürlich ziehe ich den Umstand in Betracht, wenn er mir möglich erscheint. Aber im Moment (du erinnerst dich, ich sprach von den Jahren um 2012 in Deutschland) ist er für mich nicht gegeben. Wo?

Wat. Juni 5, 2012 um 00:26

@wowy: Ich hatte mir erlaubt anzumerken, daß dieser Zustand schon immer da war, hier vor Ort nur noch (stimmt auch nur für Nachkriegs-Deutschland) nicht so ‘zu sehen’. Jetzt, wo es sichtbarer wird, fängst Du an zu (sorry) jammern. Das halte ich für reichlich… wie nenne ich es… unbekümmert.
Es reichte Dir also völlig, wenns hier wieder kuschelig ist, wenn dafür dann ruhig weiter andere woanders leiden, wo Du das nicht so siehst.
Meinst Du das tatsächlich so?^^

Btw. Denn Kapitalismus/Marktwirtschaft ist so, war so und wird… so lange er ist, so sein.

wowy Juni 5, 2012 um 00:32

@Wat
“Es reichte Dir also völlig, wenns hier wieder kuschelig ist, wenn dafür dann ruhig weiter andere woanders leiden, wo Du das nicht so siehst.
Meinst Du das tatsächlich so?^^”
Hääähhh???
Kannst du mir bitte sagen, wie du das aus meinen Kommentaren entnehmen willst? Hab ich so nicht gesagt und deshalb auch nicht gemeint.
Lies es einfach nochmal in Ruhe. Es ging um Deutschland im Heute.
Du kamst dann mit dem Kapitalismus und was er in der Welt angerichtet hat. Ich habe dir in deinem Punkt zugestimmt, dir aber versucht mitzuteilen, dass das gerade nicht meine Diskussion ist.

Wat. Juni 5, 2012 um 00:57

@wowy: Ich habe alles gelesen. Und gerade weil ich eben auch las, daß das gerade nicht Deine Diskussion sein soll, erlaube ich mir nun noch einmal zu unterstreichesn, was ich schon gesagt habe.
Du redest hier über Politik, über System, Staat, Demokratie… alles so große Sachen und bist dann angep…iepst, weil Dir einer mitteilt, daß Du aber eigentlich im Vorgarten sitzt.

wowy Juni 5, 2012 um 01:06

Zumindest sitze ich nicht mehr unter dem Sofa :-)
Gute Nacht!

Wat. Juni 5, 2012 um 01:08

Nee @wowy, dann hätt’ ich ja nicht versuchen brauchen zu ‘senden’. Ich hatte mir Hoffnung auf ‘Empfang’ gemacht. ;-)

Gut’s Nächtle, Dir.

keiner Juni 5, 2012 um 08:43

Ick weeees, Spiele mit Namen sind verbottttten, aber bei manchen ist der Name schon das ganze Programm.

@Lübbi, was arbeiteste dich so an dieser Splitterpartei ab, demnächst dann einen Beitrag über die europäische Dimension der Piraten? Und die fehlende europäische Dimension aller anderen Parteien? Den Hinweis auf Joschka weiter oben fand ich auch gut. Der Mann des europ. Verfassungsentwurfs. Und der neoliberalen Entfesselung. Des Balkankriegs und des Afghanistankrieges. Ein absolut Gescheiterter gibt Ratschläge aus der Loge…

keiner Juni 5, 2012 um 08:58

Achja, der Zeitplan der ultimativen “Krise” steht jetzt wohl auch, in 3 Monaten wird der Euro ausgeknipst:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/us-investor-zur-schuldenkrise-soros-gibt-europa-noch-drei-monate-zeit-1.1374524

wowy Juni 5, 2012 um 09:29
Schatten des Großen Zieles Juni 5, 2012 um 09:38

Die Weltmenschheit im Weltsozialismus vereinigen wollen, aber das nicht einmal untereinander schaffen…

In the meantime ist der neueste politische thriller “echte Demokratie” (@Halbgott).

Zufall? Vielleicht ist “demokratische Linke” ja auch ein Paradoxon? Mit Blick auf die Geschichte könnte man es meinen…

wowy Juni 5, 2012 um 09:53

In welch rasantem Tempo das “uns alles durch totale Kontrolle” geht, können wir hier sehen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-will-eID-Anwendungen-in-Europa-vereinheitlichen-1604528.html

Und Merkel und Barroso wollen mal wieder die Banken kontrollieren. #Bankenunion (wozu dient das?). Seit wie vielen Jahren hören wir jetzt eigentlich schon, dass die Banken kontrolliert werden sollen?
Vielleicht hat das Wort auch nur eine neue Bedeutung erhalten und bedeutet in Wahrheit “mit Trollen” ;-)
(vom lat. Präfix con-, „mit-“)

topi Juni 5, 2012 um 11:10

@ fl (und natürlich hh)

” Mit dem Parteitag der Linken in Göttingen ist die Debatte über deren Zukunft nun keineswegs verstummt. Während sich der linke Flügel als der parlamentarische Arm außerparlamentarischer Bewegungen definiert, setzt der rechte Flügel auf die Verankerung der Partei in Ostdeutschland – und will daher Koalitionen mit der SPD nicht mit Lafontaine ausschließen.”

Ja, die Linke soll lieb und fein den Steigbügel halten. Nur keine Forderungen stellen, für Koalitionen. Ganz realpolitisch.

Denn das geht ja nur wirklich nicht, was die wollen!!!

Sowas geht nur auf anderen Planeten, oder mindestens Kontinenten. In ganz anders strukturierten Gesellschaften.

So wie in Frankreich, da kann man mit dem Programm Präsident werden.

In D darf man das nicht mal andenken, um sich nicht komplett außerhalb der politischen Koalierbarkeit zu stellen. So schlimm, da muss man die Koalition n icht nach Verhandlungen, oder wenigstens nach der Wahl, oder zumindest nach einem konträren Wahlkampf, nein, natürlich schon vor dem Wahlkampf ausschließen muss.
Wenn die mir nicht den Bügel halten, dann schlüpf ich eben in den Popo der Union; na und wenn er auch noch anttraktiver ist als der vom Müller. :roll:

topi Juni 5, 2012 um 11:13

Schauen wir uns doch mal das Programm an.

1050 Rente. wo kommen wir denn da hin???

Mitten in den Sozialismus, wie in der Schweiz!!!

Mindestlöhne?

Das sind ja wohl Kommunistenträume aus Luxemburg etc.

Vermögenssteuern von sagen wir mal 100 Mrd im Jahr statt 25???

Das bringen nur solche Rotgardisten aus der Londoner City zu Stande.

usw.usf.

topi Juni 5, 2012 um 11:16

Über die Selbstzerlegung braucht man dagegen nichts mehr zu sagen. Rixinger hat gute Chancen, ganz Ernst-haft einzuschlagen. :roll:
Kippling könnte groß rauskommen, aber auch total zerrieben werden, abwarten.

Dabei wäre es doch so leicht gewesen. Kippling und Bartsch, Wagenknecht als hängende Spitze, Lafontaine macht den Spitzenkandidaten, unterstützt von den anderen Ossis.

topi Juni 5, 2012 um 11:21

komplett OT

Phoenix zeigt gerade eine Demo junger Ukraininnen gegen Sextourismus. Barbusig. Sehr nett anzusehen.

Also ob diese Bilder im Ausland -wirklich- dazu führen, den Sextourismus einzudämmen? :roll:

h.huett Juni 5, 2012 um 12:03

topi

Frank hat zur Frage, wie Kompromisse als Ausdruck einer Koalitionsvereinbarung zustande kommen, schon alles gesagt.

Die Logik Lafontaines dagegen funktioniert nach dem Muster eines Glaubensbekenntnisses: Entweder Du beugst Dich meinem Prinzip oder ich erkenne Dich nicht an. Lafontaine war einmal ein großes politisches Talent, ist heute aber selbst für die eigene Partei nur noch Gift. Die Vorsitzende (lustig, dass Du sie Kippling nennst :-D) ist interessant, hat aber mit Wagenknecht als Aufpasserin an der Seite so gut wie keine Chance.

PS: Witzig, dass die Linke nach dem Durchmarsch Lafontaines mit einem Proxies-Management arbeitet.

~ Projekt-18%-für-die-SPD.cc ~ Juni 5, 2012 um 12:32

===> … als erstes wird jetzt die schäbige Schmiergeld-”FDP” euthanasiert! … mit der nächsten BuTa-Wahl 2012!

===> … und bei der übernächsten spätestens, wird die antideutse Schmiergeld-”SPD” … politisch totalexterminiert! … und endlich im Abort der Gechichte runter- & hinfortgespült! !

===> … DAS … ist dann der Sieg der Arrrrrrbeiterklasse!!! … denn niemand hat die deutse Arrrrrbeiterklasse dermaßßen brutalstmöglich kaputtgefiggt … wie die Manhattaner Befehlsempfänger von der rothschildroten Schildbürger-Partei-Deutsenschlands (“SPD”)!!!

http://2vor12.wordpress.com/2011/06/23/familien-im-kampf-mit-dem-euro-sinkende-reallohne-und-steigende-preise/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/bild-734794-161328.html

egal Juni 5, 2012 um 12:58

Spätestens mit den Märzkämpfen war die militärisch-revolutionäre Strategie in Deutschland gescheitert. Die KPD manövrierte sich unter Fischer, Scholem, Rosenberg mit einer parlamentarisch-revolutionären Strategie in die realpolitische Sackgasse. 1925 übernahm mit Thälmann Moskau.
Die SPD hingegen konnte, anders als heute, durchaus Erfolge vorweisen, und kackte erst 28 und 33 vollständig ab.

Mein Eindruck: die KPD-Strategie von Paralmentarismus und Fundamentalopposition ermöglichte erst den Revisionismus der SPD. Sie stellte auf Kapitalseite die nötige Kompromißbereitschaft her und verhinderte ein Abkippen der SPD in den Opportunismus (warum hat Scheidemann denn die Republik ausgerufen?).

Heißt für die Linkspartei: parlamentarische Fundamentalopposition. Die einzige Rolle, die eine reformistische Partei links von der SPD einnehmen kann, ist die des Korrektivs. Die Linksfraktion im Bundestag macht eine akzeptable Oppositionsarbeit (die Anfragen keiner anderen Fraktion beispielsweise werden so oft in den Medien genannt). Aber: wo die PdL stark ist, wird sie von alten SED-Eliten und opportunistischen Aufsteigern dominiert. Ihre Regierungsbeteiligung führt deshalb regelmäßig in die Katastrophe. (So wie nur die SPD Deregegulierung und Agenda einführen konnte, konnte auch nur ein rot-roter Senat in Berlin Millionen Quadratmeter Wohnraum an Goldmann-Sachs und Ceberus billig verscherbeln).

Eine Linkspartei, die nicht regiert, wird keine substantiellen Verbesserungen bewirken. Aber Politik wird auch nicht in den Paralemten gemacht. Eine Partei kann die 99% nur ergänzend vertreten.
Beispiel HartzIV: die wenigen Verbesserungen, die es hier gab, wurden über die Justiz erreicht. Viele Kläger wurden von der Partei unterstützt. Beispiel Privatisierungen: in Berlin gibt es ein Volksbegehren zur Rückverstaatlichung der Energieversorgung, für das Mitglieder der Linkspartei Unterschriften sammeln. Initiert hat die Partei das nicht, hilfreich ist sie trotzdem.

Und jetzt noch was zu dem moprhzitat von Doktor D.

Der Parlamentarismus aber ist derart lobbyistisch eingeengt, dass dort nichts zu erwarten ist.
Wie kommt morph zu dieser Überzeugung? Vor einigen Monaten hat er die Bedeutung des Lobbyismus noch bestritten. Einen Meinungswandel haben doch vermutlich die vielen unsubstantiierten Klagen der Empörten über den Lobbyismus bewirkt.
Stammtischgemecker ist Kampf um die Meinungshoheit und eminent politisch.

Intelektuelle Treffsicherheit und analytische Grundierung sind politisch hingegen scheißegal. Sowas, sorry, kann man auch nur im akademischen Betrieb glauben. Die Erfahrungen eines Kathederarbeiterführers.

Und Morphs Meinung über die Arbeiter im Industriezeitalter kann kaum einer Kenntnis der Arbeiter im Industriezeitaler entspringen. Heute haben mehr HartzIV-Empfänger Hilferding gelesen als Stahlkocher mit 70 Stundenwoche.

Die Organisationschwierigkeiten sind komplex, die Ausgangsstellung ungünstig. Das Hauptproblem ist wie immer die marais, die sheepels, die schweigende Mehrheit. Die sind unfassbar träge. Tony Jud zitiert in postwar eine Meinungsumfrage von 1968. Nach fast 30 Jahren sozialer Kompression und Demokratisierung war die Mehrheit der Befragten überzeugt, dass die Reichen immer schneller immer Reicher würden, dass es geschlossene Kasten gäbe, dass das Finanzkapital alle politisch wichtigen Entscheidungen trifft. Kurz nach 68 fing die Realität an, sich der verbreiteten Meinung anzunähern. Da hatte die verbreitete Meinung aber gerade erst angefangen, die 30 Jahre Wohlstandskapitalismus zu Kenntnis zu nehmen. Die 30 Jahre Neoliberalismus sind bei der Hausfrau in Wanne-Eickel doch erst vor Kurzem angekommen. Die Erkenntnis muss sich jetzt erstmal setzen. Irgendwann demnächst gibt es dann auch die Möglichkeit zur breiteren Organisierung.

topi Juni 5, 2012 um 13:34

@ hh
“Die Logik Lafontaines dagegen funktioniert nach dem Muster eines Glaubensbekenntnisses: Entweder Du beugst Dich meinem Prinzip oder ich erkenne Dich nicht an.”

Ach.

Wie wäre es denn mal ganz konkret. Weche Anlässe nutzten Rot und Grün für ganz große Ansagne, dass die Linke jetzt also wirklich gezeigt hat, nicht regierungsfähig zu sein, mit solchen Forderungen.

Oder mit welchem politischem Verhalten, bspw. Gauck nicht beim ersten Mal ins Amt zu setzen.

Selbst Strobl hat doch schon vor Jahren erkannt, dass einzig mit dem Programm der Linken dieser Zyklus des Kapitalismus noch zu retten wäre.

Jetzt, wo selbst dem ignorantestem Blödmann das Guthabenproblem in die tomatisierten Augen springen müsste, sollen Forderungen, die außerhalb des üblichen Bundestagsganzgroßkoalitionsgewäschs stehen, immer noch völlig realitätsfern sein.

Dabei brechen die Exporte so langsam weg. Wenn die Austeritäts-Taliban (schöner Begriff) so weitermachen, geht die Eurozonen-Rezession mit Schmackes in die Depression über. AUs der es nur wieder herausgeht, wenn man die Überschußvermögen ernichtet. Das weiß jeder, der es wissen will.

Die Frage ist nur, wieviele Jahre Depression wollen wir uns denn gönnen, weil das “REALPOLITISCH” nicht anders geht?

Jetzt ist Hollande da, und Münte will immer noch angesichts des großen Erfolgs (immerhin arbeitet jeder zehnte 65er noch sv-pflichtig) sein persönliches Jungbrunnen-Dauerarbeitsmodell verallgemeinern, Steinbrück Klein Erna und Blödmichel als Polster in den Abgrund stürzen, bevor die Banken hineinfliegen (müssen), Steinmeier die Prekarisierung immer größerer Teile befürwortet, damit man den Finanzern und Exportärschen noch letzte Rekordgewinne (Vermeidung von Rekordverlusten) bescheren will.

Die öffentlichen Haushalte, angesichts der Lage der Infrastruktur etc. geradezu ein geborener Nachfrager, werden mit Schuldenbremsen gewürgt, und wer dafür Einnahmen erhöhen will, ist “UNREALISTISCH”.

Nee, nee, ihr habt die falsche Brille auf. Das ist auch nicht mit der Person zu rechtfertigen. ;-)

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 13:37

topi

Niemand hat gesagt, dass die Linke den Steigbügelhalter der SPD spielen soll. Nur hat Lafontaine eine Strategie, die egal gut beschrieben hat. Das hat zwischen 2005 und 2009 auch funktioniert. Die Linke saß als Vetospieler mit in der Großen Koalition. Sie lebte davon, dass sozialstaatliche Arrangements bis heute eine Mehrheit in der Wählerschaft haben. Union und vor allem SPD mussten darauf Rücksicht nehmen, wenn die Linke nicht noch stärker werden sollte. Nur haben wir heute eine andere Ausgangslage, nicht nur durch die Piraten. Diese Vetoposition gibt es nicht mehr. Die Linke kann sich im Westen nur auf eine schwache Stammwählerschaft stützen, die weit unter 5 % liegt. Im Osten ist das anders. Und daher wird die Partei nicht darum herumkommen, eine Regierungsstrategie zu entwickeln. Die historische Erfahrung der USPD zeigt nämlich eins: Dass diese Twitterposition nicht durchzuhalten ist. Das ist keine Überlebensgarantie. Es kann durchaus sein, dass die Linke später mit der SPD fusioniert und sich der Rest in Sekten wiederfindet. Aber eines scheint mit klar zu sein: Lafontaine wird seinen Erfolg von 2005 bis 2009 nicht wiederholen können. Die Wähler erwarten letztlich Einflußnahme auf die Politik zugunsten ihrer Interessen. Das gilt natürlich auch für den Gewerkschaftsflügel in der Linken, der kurioserweise auf dem linken Flügel zu finden ist. Die Gewerkschaften brauchen die Kontakte in Politik und Regierung – und keine Lieder singenden Oppostionelle auf Parteitagen.

Treidelstein Juni 5, 2012 um 13:42

Nun ja, der historische Vergleich scheint mir schwierig. Um 1920 war in D eher so eine Tabula-Rasa-Situation, und es gab nicht dieses starke Moment von Pfadabhängigkeit (H. Hütt im Nebenthread). Der Streit ging weit mehr als heute um theoretische Fragen. Zum zweiten war das, so säkular betrachtet (das krisen- und konjunkturbedingte Auf und Ab mal ausgeblendet), die Zeit des Aufstiegs und der “Verbürgerlichung” größerer Teile der Arbeiterschaft. Heute haben wir aus einer quasi-bürgerlichen “Lohnarbeiterlage” (R. Castel) heraus ein Abbröckeln nach unten. Drittens war die SPD damals eine noch weitgehend unverbrauchte Kraft, die vor 1919 an keiner Reichsregierung beteiligt gewesen war. Heute ist die SPD eine seit langem staatstragende Partei, die in ihrer letzten skandalösen Kanzlerschaftsepisode mit dem GröKaZ eher zur einer staats-abtragenden Partei degenerierte. Von diesem dunklen Jahrsiebent hat sich die derzeitige SPD-Führung in keiner Weise distanziert, und selbst prinzipiell wohlmeinenden Leuten wie dem Schreiber fällt es schwer, in der heutigen SPD irgendwie das Potential eines progressiven Kurswechsels zu erkennen. Symptomatisch ist das prinzipielle Einverstandensein mit dem Demokratieabbau via ESM und Fiskalpakt.

Für die Linke wäre eigentlich viel Platz, zum einen als eigentliche (links)sozialdemokratische Partei in Abwesenheit einer sonstigen echten Sozialdemokratie. Im Osten füllt sie diese Funktion vielerorts schon aus, nur ist der Osten leider Notstandsverwaltungsgebiet, und viele Blumentöpfe kann man da nicht gewinnen.

Zum anderen als radikal-, sozusagen als kom-post-demokratische Kraft gegen ein postdemokratisches Parteienkartell. Da würde man mit den Piraten in Konkurrenz und Kooperation treten, aber es kann nicht schaden, wenn es zwei Kräfte gibt, die prinzipiell außerhalb des intransparenten Konsens-Auswürfelns der Funktionseliten stehen. Solange da in der Linken dieser Lafontaine-Personenkult getrieben wurde und innerparteiliche Entscheidungen im engen Kreis einiger Strömungsvertreter ausgehandelt wurden, konnte die Linke freilich keine glaubwürdige radikaldemokratische Kraft sein. Aber da hoffe ich, daß sich vor allem mit Kipping doch was ändert. Die ist im übrigen auch BGE-Verfechterin, also vielleicht kommt da jetzt wirklich mal statt der stereotypen Forderung “Weg mit Hartz IV” eine gute Diskussion über zwangfreie Grundsicherungsmodelle auf.

Riexinger kann ich nicht beurteilen, aber mein erster Gedanke war auch eher verhalten positiv wie der oben von @ppp. Ein Duo Kipping-Bartsch (@topi) wäre wohl schwierig gewesen, das hätte der westliche Gewerkschafterstolz nicht mitgemacht. Insofern finde ich die jetzige Führung ganz O.K.

Auch die Vizevorsitzenden sind ja gute Leute: Wagenknecht und Troost für Finanzfragen. Jan van Aken für Außenpolitik: das ist ein moderner Mann, ein Biowaffenexperte, keiner von den einseitigen Amerikahassern, die am liebsten den Kalten Krieg noch mal durchspielen würden. Und Caren Lay als kommunikativ sehr befähigte Kennerin des Politikbetriebes von innen.

Also, ich würde die Linke nicht abschreiben. Da sollte man sich auf seiten der SPD nicht zu früh Hoffnungen machen. Die Sozen werden an den Folgen ihrer eigenen Regierungspolitik noch strukturell schwer zu tragen haben, darüber brauchen einige zu bei Schwarz-Gelb im Bund ja zu erwartende Erfolge in den Ländern nicht hinwegtäuschen. Prinzipiell hat sich die SPD mit ihrer auf Lohnspreizung und soziale Spaltung zielenden Politik nämlich die eigene soziale Basis dezimiert. Der mittlere Angestellte mit sicherem Gehalt und Aufstiegsperspektiven wählt lieber die Mutti. Und der herumgeschubste Leiharbeiter wählt gar nicht oder alles mögliche, aber bestimmt nicht SPD.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 13:45

topi

Was bedeutet regierungsfähig? Eine Regierung bilden zu können. Entweder alleine oder in einer Koalition. Die absolute Mehrheit wird die Linke nicht schaffen. Also braucht sie Koalitionspartner, wenn sie Teile ihres Programms durchsetzen will. Dann muss ich Prioritäten setzen. In der Wirtschafts- und Sozialpolitik sehe ich keine unüberbrückbaren Gegensätze zu SPD/Grüne. Allerdings wird man mit dem außenpolitischen Getöse wohl keine Minute lang ernstgenommen werden. Das ist auch lediglich das Steckenpferd einiger linken Aktivisten. Die meisten Wähler halten etwa Afghanistan für kein wahlentscheidendes Thema. Auch wenn sie gegen diesen Einsatz gewesen sind. Nur einmal als Szenario: Wie würde wohl die Europadebatte aussehen, wenn die Linke hier in der Regierung einige Essentials durchgesetzt hätte? Solange die Linke dazu nicht in der Lage ist, wird sie immer weiter in den Abgrund rauschen.

Balken Juni 5, 2012 um 13:59

hh Juni 5, 12:03

Hm, als Kommentator fühlt sich hier einer bemüßigt, den von topi gerade gebotenen klaren politischen Berwertungen mit ebenso klaren Meinungen entgegentreten zu müssen – und zwar in Stil und Inhalt ganz im Sinne etwa dessen, was das Stürmergeschütz der “Kompostdemokratie” (danke Treidelstein) gegenwärtig so von sich gibt. Interessant. Lafontaine der Leibhaftige. Die transportierte politische Meinung versteckt sich zwar dürftig auch hier noch, indem ja nur das Management der Partei angesprochen wird, es ist aber der Esel gemeint, wenn auf den Sack geschlagen wird: “nach dem Durchmarsch Lafontaines”. Die Vereinigung der Ost- und der Westlinken geschaffft zu haben, wird Lafontaine nie verziehen werden, gell? Dieser Leistung, nicht der Person, gilt der eigentliche Angriff. Diesen Erfolg möglichst wieder zunichte zu machen, dient die rührende Sorge der Mainstreamjournaille um die “ostdeutschen
Reformer” http://feynsinn.org/?p=14200
Interessant,wie Herr Hütt hier deutlich Position bezieht, anders als in seinen eigenen rhetorisch-analytischen Texten, in denen seine kritischen Töne sich in einer Meta-Ebene bewegen, und er harsch reagieren kann, wenn Kommentatoren da politische Statements gehört haben wollen.

ppp Juni 5, 2012 um 14:03

@treidelstein

Wichtig war, dass die Geschäftsstelle und der Schatzmeister mit erfahrenden Leuten und nicht mit den Leuten aus dem Saarland besetzt wurden. Ansonsten hätte man den Laden gleich zu machen könnnen, da wäre das ohnehin knappe Geld verpulvert worden.

Ansonsten muss der zur Zeit erodierende Parteiaufbau im Westen wieder in Schwung kommen.

Genau da hat Riexinger freilich keine Erfolge vorzuweisen – aber kann sicher auch an den speziellen Bedingungen im BW liegen
(nur der Verband in Rheinland-Pfalz ist noch irrer). Mit dem richtigen Team im Bund könnte das schon besser gehen.

topi Juni 5, 2012 um 14:12

treidelstein
“Ein Duo Kipping-Bartsch (@topi) wäre wohl schwierig gewesen, das hätte der westliche Gewerkschafterstolz nicht mitgemacht. Insofern finde ich die jetzige Führung ganz O.K.”

Ernst-haft? ;-)

Na soll er mal machen, der Riexinger. Soll sich halt mal im Polo ablichten lassen. :roll:

Aber mit Sonnenkönig La Fontaine als Kanzlerkandidaten, oder so, wäre das schon gegangen mit dem Ost-Duo.

Und machen wir uns nichts vor: das Zeitfenster für einen moderaten Übergang ist quasi geschlossen, da wird es richtig heftige Richtungsentscheidungen geben. Riexinger? Na solle er erstmal machen. Aber Massen erreichen?

Treidelstein Juni 5, 2012 um 14:19

@ F.Lübberding

Natürlich müßte die Linke irgendwann im Bund mit der SPD koalieren, aber 2013 ist das doch völlig unrealistisch. Wofür steht die derzeitige SPD-Spitze im Bund denn? Peer “Der in den Abgrund blickte” Steinbrück für Finanzmarktregulierung? Kommt dann auch TSI-Asmussen zurück? Siggi Pop für sozial-ökologischen Umbau? Mieter subventionieren die Solaranlage des Hausbesitzers über den Strompreis? Und überall wird Raps für den Tank statt Getreide für den Teller angebaut? Zu dem dritten im Bunde, Steinmeier, schreib ich jetzt lieber gar nichts…

Also eigentlich kann die Linke doch alle Koalitionsoptionen für 2013 in die Tonne kloppen und zunächst das eigene Programm in praktikable Politikkonzepte übersetzen. Die SPD kann derweil mit der Mutti wieder in die große Koalition gehen, den Euro-Crash zu verwalten suchen, und in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wird hierzulande dann vielleicht ein Weg offen sein für einen ganz anderen Politikansatz. Aber sicher ohne Steinmeier und Steinbrück, die können dann ihre Memoiren schreiben, frei nach dem ehemaligen ukrainischen Regierungsberater Anders Aslund, der über Jahre an den ukrainischen Wirtschaftsreformen herumdokterte und seine Bilanz in einem Buch unter dem genialischen und alles sagenden Titel “Why Has Ukraine failed…” zusammenfaßte.

topi Juni 5, 2012 um 14:19

@ fl

“Also braucht sie Koalitionspartner, wenn sie Teile ihres Programms durchsetzen will. Dann muss ich Prioritäten setzen. In der Wirtschafts- und Sozialpolitik sehe ich keine unüberbrückbaren Gegensätze zu SPD/Grüne. Allerdings wird man mit dem außenpolitischen Getöse wohl keine Minute lang ernstgenommen werden. Das ist auch lediglich das Steckenpferd einiger linken Aktivisten. Die meisten Wähler halten etwa Afghanistan für kein wahlentscheidendes Thema. Auch wenn sie gegen diesen Einsatz gewesen sind.”

Das ist echt ein Hammer-Argument, kommt in meine Topliste.

Wer gegen den Afghanistaneinsatz, den die Mehrheit der Menschen ablehnt, und dessen Dummheit jeder kapiert hat, und nur noch die Frage des Ausstiegswegs geklärt werden muss, ist, ist REALITÄTSFERN.

Und zwar dermaßen, dass er nicht regierungsfähig ist.

Hollande, ein sektiererischer Spinner aus einer abgelegenen Ecke des Sonnensystems. Sozusagen.

” Nur einmal als Szenario: Wie würde wohl die Europadebatte aussehen, wenn die Linke hier in der Regierung einige Essentials durchgesetzt hätte”

Sag mal an.

Vielleicht europäische Sozialstandards, Steuerharmonisierung etc.??

Europäische Einnahmen aus Vermögen?

Eurobonds, die es demnächst ohnehin geben wird?

Was meinst du denn?

holger Juni 5, 2012 um 14:22

treidelstein

—>>>Drittens war die SPD damals eine noch weitgehend unverbrauchte Kraft, die vor 1919 an keiner Reichsregierung beteiligt gewesen war.”

Hast du dich beim Guido Knopp beworben oder was ist los? :D Höre, wir Wessi sehen zwar Blöd aus, haben auch kein Gedicht im Hirn. Vor 1919 gab es nur die SDAP nur ohne das (N). Guck dir die Reichsregierung 1913/14 an. Hat ja der ehrenwerte Herr Luebberding mal wieder vergessen. Bewustt natürlich. das macht der immer.

topi Juni 5, 2012 um 14:24

Und generell.

Als Grün ans Hilfsruder kam, kletterte meines Wissens auch nicht der Tankwart die Tafel hoch und schrieb 5 Mark dran. :roll:

Alles nur Scheingeschäfte, persönliche Eitelkeiten der alten SPD-Herrenriege (wo sind eigentlich die alten Damen, haben wahrscheinlich ihren Irrtum kapiert und schämen sich?), auf keinen Fall eingestehen zu können, dass Steuerschenkung + Prekarisierung nicht nur die deutsche VW in eine Lage gebracht haben, die sie in der richtigen Krise demnächst richtig abkacken lässt, und die Zerlegung der Eurozone begünstigt hat, sondern zuerst natürlich die eigene Partei nahezu marginalisiert hat (nur die ganz schlechte Performance der Tigerenten brachte einen leichten Umfragen-Aufschwung).

holger Juni 5, 2012 um 14:27

triedelstein

hier, es sei denn, es ist mal wieder eine VT

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistengesetz

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 14:29

Treidelstein, egal

Historische Vergleiche hinken immer. Die Anmerkungen über die Unterschiede ändern aber nichts an der Ausgangsthese, die in dem Bernstein Zitat zum Ausdruck kommt. In einem parlamentarischen System kann ich nicht dauerhaft als reine Oppositionspartei überleben, wenn ich kein Wählerpotential habe, das mir dauerhaft das Überleben sichert. Wie bis heute die Linke im Osten. Nur werden sich solche Parteien über kurz oder lang in das System integrieren. Zuerst in den Kommunen, dann in den Ländern, schließlich im Bund. Sie können auch darauf vertrauen, dass eine Regierungsbeteiligung mit den zwangsläufigen Kompromissen nicht sogleich von den Wählern bestraft wird. Diese Vorstellung existiert zumeist nur bei Mitgliedern. Die Linke im Westen hat dieses Potential nicht. Sie wird aber kaum dauerhaft auf den Treibsand des Protestwählerpotentials vertrauen können. Über kurz oder lang werden sie nämlich sebst als Teil des Systems wahrgenommen werden – und entsprechend Ergebnisse erwarten. Die Leute wählten bis 2009 Lafontaine, weil sie wussten, dass sie damit Druck auf die SPD ausüben konnten.

Die Zukunft der Linken wird sich letztlich an der Positionierung von Wagenknecht entscheiden. Entweder marschiert sie mit ihr ins Abseits – oder in das Zentrum. Sie ist die einzige Politikerin in der Linken, die das Potential hat, um den Niedergang zu stoppen.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 14:39

Treidelstein

Ich rede nicht von 2013. Das hat erst einmal überhaupt keine praktische Relevanz. Ich bin auch nicht Albrecht Müller, der im Sandkasten Wahlsiege von Brandt 1972 nachspielt. Es geht hier nur um die grundsätzlichen Konflikte, die die Linke klären muss. Das geht nur in Richtung eines praktikablen Reformismus.

topi

Natürlich konnte Hollande den Abzug der Franzosen aus Afghanistan verkünden. Den hat sogar schon Westerwelle angekündigt. Im übrigen ist es mittlerweile völlig belanglos geworden, wer wann für was verantwortlich gewesen ist. Wir können auch über den Burgfrieden von 1914 diskutieren. Wähler entscheiden sich immer bzgl. der Zukunft. Also wem trauen sie zu, dieses Land in den nächsten Jahren zu regieren. Wie gesagt: Die Stärke der Linken beruhte auf der Vetoposition bis 2009. Das war auch das, was Lafontaine am Besten kann.

In einer Bundesregierung ist mit ihm nichts anzufangen.

Hochmut_kommt_vor_dem_Fall Juni 5, 2012 um 14:46

@Treidelstein
“Also eigentlich kann die Linke doch alle Koalitionsoptionen für 2013 in die Tonne kloppen und zunächst das eigene Programm in praktikable Politikkonzepte übersetzen. Die SPD kann derweil mit der Mutti wieder in die große Koalition gehen, den Euro-Crash zu verwalten suchen, und in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wird hierzulande dann vielleicht ein Weg offen sein für einen ganz anderen Politikansatz.”

Vielen Dank für die Super-Analysen. Griechenland kann als Blaupause dienen – Pasok 2009 44% Syriza 5% . Nach der grossen Koalition und Unterstützung des vorgezogenen Fiskalpakts steht es nach den Prognosen – Pasok 11-15 % Syriza 25 – 30 %. Ist nicht ganz vergleichbar, da die Krise härter ist und politisch die Gesellschaft wahrscheinlich offener. Aber die SPD sollte sich festhalten.

h.huett Juni 5, 2012 um 14:52

Balken

So biegsam, dass die Realität zum Wahn wird. Verquaster gehts nimmer.

“Die Vereinigung der Ost- und der Westlinken geschaffft zu haben, wird Lafontaine nie verziehen werden, gell?”

Hier die Rede von Gregor Gysi, die die Folgen der “Vereinigung” anschaulich beschreibt.

topi Juni 5, 2012 um 14:58

fl
“Natürlich konnte Hollande den Abzug der Franzosen aus Afghanistan verkünden. Den hat sogar schon Westerwelle angekündigt. Im übrigen ist es mittlerweile völlig belanglos geworden, wer wann für was verantwortlich gewesen ist. ”

Ach.

Darf ich dich daran erinnern, wer diesen Strang in die Argumentation einführte? :roll:

btw: Ich bin immer noch auf die europapolitischen essentials gespannt.

“Das geht nur in Richtung eines praktikablen Reformismus.”

Jo.
Dann schauen wir mal hin. Was waren die Positionen der Linken, die sie in der ganz ganz großen Koalitionen der anderen Parteien und Medienvertreter und Experten für völlig unregierungsfähig machte.

Kohlsche Steuersätze, Blümsche soziale Sicherung, Kohlsche Position keine deutschen Soldaten im Kriegseinsatz.

Und so weiter.

Völlig unvorstellbar, wie jemand solche absurden Vorstellungen haben kann, 5,6,8 Jahre später.

egal Juni 5, 2012 um 15:03

Möglichkeitsbedingung revisionistischer Politik ist der Druck von links und unten. Vielleicht hat Lübberding recht damit, dass die Rolle der PdL als parlamentarisch-fundamentaloppositionelles Korrektiv ausgespielt ist. Das hieße aber, dass die PdL überflüssig ist. Eine zweite SPD braucht niemand. Und darauf würde es hinauslaufen, dass hat bisher jede Regierungsbeteiligung bewiesen (natürlich muss der kleinere Koalitionspartner Zugeständnisse machen, die Regierungspolitik der Linken war aber immer radikalneoliberal mit etwas Sozialstaatskolorit (in Berlin etwas Sozialticket)).
Rückzug auf den Osten kann für die Linke auch keine Lösung sein, die Stammwähler dort sind auch nicht mehr die Jüngsten und sterben absehbar aus.
Die einzige Chance der PdL liegt in ihrer Radikalisierung.

Wie topi richtig sagt, wird sich die Krise nicht dadurch lösen lassen, dass man langsam und beharrlich vor sich hin sozialdemokratet und da einen halben Prozentpunkt mehr Rente oder einen neue Arbeitsschutzrichtlinie für Erzieherinnen aushandelt mit 5 cm mehr Mindeststuhlhöhe. Radikale Maßnahmen sind gefragt. Radikal handeln, wenn es drauf ankommt, konnte die SPD aber noch nie. Auch daran ist Weimar gescheitert.

Das jetzige Inhaltsspektrum hat abgewirtschaftet. Die PdL wäre schlecht beraten, ihr Futter auf den überweideten Feldern zu suchen. Wenn eine der etablierten politischen Kräfte neue Wege erschließen kann, dann doch wohl die PdL. Und die SPD als Letzte.

Wenn die 99% parlamentarisch nicht besser zu vertreten sind, dann muss die Linke sich halt nach außen öffnen und sich vom Korrektiv der SPD zum Korretiv aller etablierten Kräfte wandeln.

Es gibt doch eine große Sehnsucht nach radikalen Veränderungen. Und eine große Skepsis der PdL gegenüber. Bei dieser Skepsis müsste die PdL ansetzen, nicht bei der Skepsis der wilhelminischen Eliten dem ungelernten Sattler gegenüber.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 15:04

topi

Die Positionen hast Du doch benannt. Wenn sich nur ein Teil dessen umsetzen ließe, wäre ja schon viel erreicht. Allerdings haben wir zur Zeit eine andere Bundesregierung. Nur als Hinweis.

Und was die Medien betrifft. Soviel Aufmerksamkeit wie Wagenknecht bekommt kein anderer Politiker in Deutschland. Von Merkel vielleicht abgesehen.

Und mit der Position keine deutschen Soldaten in Kampfeinsätzen. Das wird als Grundsatzbeschluss nicht funktionieren. Es geht immer um die konkreten Bedingungen.

~ Projekt-18%-für-die-SPD.cc ~ Juni 5, 2012 um 15:05

@flübber
“Natürlich konnte Hollande den Abzug der Franzosen aus Afghanistan verkünden. Den hat sogar schon Westerwelle angekündigt. ”
———–

===> … na? … wo ist denn da der Unterschied?? … willst Du es vielleicht doch noch mal mit Selberdenken versuchen, @Frank??

topi Juni 5, 2012 um 15:08

Ich schau ja auch Phoenix; deswegen muss man ja nich talles nacherzählen, was sich die Dauerexperten in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen, immer und überall völlig vorurteilsfreiem, Moderator zusammenreimen. (in den Dokus zeigen sie dann die Realtität; anschließend Diskussion mit bspw. Butterwegge und Hüther; so wird die Lüge gleichberechtigt als mögliche Wahrheit präsentiert)

Man muss sich den Mist ja nicht zu eigen machen.

Woran scheiterten Rot/(Grün)/Rote Regierungen in den Bundesländern?

Zähl sie auf, von Hessen und Saarland I über Thüringen MV und S-A zu Saarland II. Was vergessen?

Natürlich muss nicht immer jede Koalition zustande kommen.

Aber die Behauptung, es liegt an der prinzipiellen Nichtregierungsfähigkeit der Linken, die an der Nichtstaatstragungsfähigkeit von Lafontaine liegt, ist und bleibt einfach Käse.

Die alten Herren wollten und wollen nicht, weil es nicht auf ihrer Agenda steht.

(hat jemand noch eine Antwort auf die Frage nach den alten Damen?)

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 15:09

egal

Radikalisierung ist das falsche Thema. Es geht heute tatsächlich um Weichenstellungen. Genau das ist doch das Thema. Was braucht man dann noch radikale Rhetorik?

Außerdem mag es diese Sehnsucht nach etwas anderem geben. In den Wahlen kommt das aber nicht zugunsten der Linken zum Ausdruck. Und bei den Piraten muss man erst einmal sehen, auf welchem Niveau sie sich konsolidieren.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 15:11

topi

Es geht nicht mehr darum, woran die Koalitionen in der Vergangenheit gescheitert sind, sondern was das jetzt für die Zukunft bedeutet. Du erkennst nicht die grundlegend neue Lage, in der sich die Partei befindet.

keiner Juni 5, 2012 um 15:15

ZEIT ONLINE: Herr Tuomioja, Sie haben Merkozy, die enge Zusammenarbeit zwischen Merkel und Sarkozy, immer wieder kritisiert. Sind Sie nach dem Wahlsieg Hollandes glücklicher?

Erkki Tuomioja: (lacht) Ja, auf jeden Fall. Aber niemand hat sich bislang einen neuen Namen ausgedacht. Der Economist schlug zuletzt “Merde” vor.

Soso, die Spitzen der beiden Führungsnationen werden von den Gartenzwergen der Peripherie als Scheiße wahrgenommen. Was soll man mit so einem Kontinent machen, wo solche Leute Minister in Staatsregierungen sind?

http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-06/finnland-euro-krise-griechenland

topi Juni 5, 2012 um 15:20

Fiskalpakt, ESM, die großen Schreckgespenster.

Das sind erstmal nur Hüllen, es kommt auf die Füllung an.

Haushaltsausgleich durch Einnahmeerhöhungen, Wachstumsprogramme aus Vermögensabgaben, europäische Einnahmen (FTS, CO2) für europäische Projekte. Dann braucht man nicht mal Eurobonds (die aber vorher kommen werden, nicht mehr lange).

Wird es eine STeuerharmonisierung und vorsichtige Sozialsystemangleichung geben? Oder bessere Koordination der Truppen zur Niederschlag nationale Proteste?

Die “europäische Einigung” kommt, so oder so.

Es stehen entscheidende Richtungsfragen an; ein gemütliches Zurücklehnen bis 2017 ist völlig undenkbar.

topi Juni 5, 2012 um 15:23

fl
“Es geht nicht mehr darum, woran die Koalitionen in der Vergangenheit gescheitert sind, sondern was das jetzt für die Zukunft bedeutet. Du erkennst nicht die grundlegend neue Lage, in der sich die Partei befindet.”

Was ist das grundlegend neue?

Der Mainstream definiert die PdL immer gerade genug als nicht regierungsfähig. Das ist völlig konstant.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 15:30

topi

Das Neue ist der Verlust ihrer wahlpolitischen Basis im Westen. Deshalb auch der Hinweis auf die USPD. Sie war zwischen KPD und SPD überflüssig geworden, obwohl sie in einem kurzen Moment ein enormes Wahlpotential mobilisieren konnte. Wer das nicht sieht, ist blind.

kurms Juni 5, 2012 um 15:32

FL: “Und was die Medien betrifft. Soviel Aufmerksamkeit wie Wagenknecht bekommt kein anderer Politiker in Deutschland. ”

Ja, nur daß ihr vollständiger Name dort “die Kommunistin Sahra Wagenknecht” lautet.

topi Juni 5, 2012 um 15:36

Die FDP war kürzlich auch schon tot, im Osten und im Westen. Und siehe da.

Lass die Krise Teil II zuschlagen, jetzt mit Staaten, die Fiskalpakte unterschrieben haben. Das wird etwas dauern, bis man sich da frei macht.

Und den Exporteuropameister mit zerstörter Binnenkonjunktur (und neuerdings dem Pflege-Bahr, wenns noch eines Belegs für die Richtung bedarf) wird es hart treffen.

Merkel auf den Marktplätzen, den Schuldenbremsenausstieg verkündend, neue Kurzarbeiter- und Beschäftigunsprogramme auflegend.

Kann ja sein. Die kriegt das hin. Zack zck, klar zur Wende.

Aber vorher schlägt die Stunde der Opposition.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 15:41

kurms

Tatsächlich? Nach meinem Eindruck genießt sie eine hohe Reputation – und zwar aus guten Gründen. Die Zeit, wo sie als gutaussehender Sonderling namens “Kommunistin” eingeladen worden ist, ist vorbei.

Nur ersetzt sie damit am Ende nicht die Frage, was ihrer Meinung nach die Funktion der Linken im deutschen Parteiensystem sein soll. Ansonsten endet sie wie Jutta Ditfurth. Denn am Ende wählen die Leute keine Personen, sondern Programme, die eine Chance auf Umsetzung haben.

h.huett Juni 5, 2012 um 15:42

Lübberding

Die Piraten haben anstelle der Geschäftsordnungsdebatten eine Waffen-Multitude: von Tweets über böse Nachrede bis hin zu Ponies, wenns kracht, und Flauschs, wenn der narzisstische Affe wieder Zucker braucht. Figuren fortgeschrittener Regression, augenblicklicher Distanzverlust und Potenzschäumerei.

Wer in dem Karneval der Instrumente – ach ich hab solid feedback vergessen, das Hotel Lux der Piraten – eine Abkehr oder einen politischen Neuanfang zu erkennen glaubt, wird sich nach nächtlichen GO-Exzessen zurücksehnen.

Übrigens ist das ein weiteres Symptom (neben dem von Gysi bezeugten glühenden Hass in der Linken-Fraktion und der Exkommunizierung Norbert Röttgens und den sozialdemokratischen Troiken derer, die miteinander nicht können, aber müssen) für einen Formverlust des Politischen. Kaum geht die Form verloren, stoßen die Perversionen durch an die Oberfläche.

Treidelstein Juni 5, 2012 um 15:43

@ F. Lübberding

Zit. – “Das geht nur in Richtung eines praktikablen Reformismus.”

Prinzipiell d’accord, aber es gibt eben auch Momente wirklicher Richtungsentscheidungen, die Sache mit Schwert und Gordischem Knoten… Weissgarnix mit seiner Freude an Analogien hätte wohl von Bifurkation gesprochen, aber, um beim Bild mit der Pfadabhängigkeit zu bleiben, der Pfad gabelt sich unversehens… Auf europäischer Ebene wohl gut zu sehen. Schluß mit Währungsunion oder Schluß mit (sozialer) Demokratie. Tertium non datur.

Zit. – ” Die Zukunft der Linken wird sich letztlich an der Positionierung von Wagenknecht entscheiden. Entweder marschiert sie mit ihr ins Abseits – oder in das Zentrum. Sie ist die einzige Politikerin in der Linken, die das Potential hat, um den Niedergang zu stoppen.”

Glaube ich nicht. Da wird zuviel an einzelnen Personen festgemacht. Gegenthese: Die Linke steht und fällt damit, ob ihr eine innerparteiliche Demokratisierung und die Emanzipation von den Personennetzwerken gelingt, die sie jetzt an den Rand der Spaltung geführt haben.

Trotzdem ist Wagenknecht natürlich interessant. Nach außen hin steht sie für eine thematische Öffnung und einen integrativen Ansatz, nach innen aber für den maximalistischen Anspruch nur eines Parteiflügels. Ich vermute, das könnte auch damit zu tun haben, daß sie als junge Frau in der früheren PDS von den alten Platzhirschen niedergehalten worden ist und heute noch gegenüber ihren ehemaligen Ost-Genossen auf Revanche aus ist.

Zit. “… eine Regierungsbeteiligung mit zwangsläufigen Kompromissen nicht sogleich vom Wähler bestraft wird.”

Hm. Man schaue auf die PDS/-Linke-Wahlergebnisse in Berlin 2001, 2006 und 2011…

Gerade eine kleinere Partei, die sich nur in wenigen Punkten durchsetzen kann, braucht wohl eine klare Kenntnis davon, welche Politikfelder für die eigene Wählerschaft zentral sind. In Berlin haben sie es vergeigt, weil sie das ganze Feld Stadtentwicklung/Wohnen komplett der SPD und einer vielfach noch weit rechts von der SPD stehenden Senatsverwaltung überlassen haben. Im Bund müßte man sich vorher im klaren sein, auf welchem Feld man 80% der eigenen Forderungen durchsetzen MUSS, und wo man mehr preisgeben kann. Meiner Vermutung nach sind zwei Politikfelder, wo die Linke ihrer Anhängerschaft unbedingt liefern muß: 1.) Soziale Grundsicherung und sofortige Humanisierung des SGB II und 2.) Kommunalfinanzen.

@ Holger

Nein, die SPD gibt es seit 1890. Aber man könnte nun sagen: so richtig auf Parteien gestützte Reichsregierungen gab es eh erst seit 1918/19. Wie dem auch sei, vor dem Ersten Weltkrieg und eigentlich vor 1918 war die SPD noch kein etablierter Bestandteil eines “Eliten”-Kartells, das die Staatsangelegenheiten aushandelte. Das ist einer krasser Gegensatz zur SPD im Jahre 2012.

holger Juni 5, 2012 um 15:51

@ treidelstein

—>>>Wie dem auch sei, vor dem Ersten Weltkrieg und eigentlich vor 1918 war die SPD noch kein etablierter Bestandteil eines “Eliten”-Kartells, das die Staatsangelegenheiten aushandelte”

O.k. so gesehen stimme ich dir gerne zu. Wegen dem Begriff “Elite”. Weil, sie wollten ja noch “Elite” werden. Und deswegen musste sie ja (bis auf Ausnahmen) zum Feldzug aufrufen. Nur war damals Afghanistan noch zu weit weg.

topi Juni 5, 2012 um 15:55

fl
” Denn am Ende wählen die Leute keine Personen, sondern Programme, die eine Chance auf Umsetzung haben.”

Und damit nagst du am Kern.

Was hat Chancen auf Umsetzung?

Das ist extrem abhängig von dem, was die Medien dem gemeinen Wahlschaf verkaufen. Woran die Menschen letztlich glauben.

Aber es gibt Grenzen. Roosevelt wurde gegen den Mainstream gewählt.

Und Hollande IST gewählt, ganz aktuell. Mit einem Programm, das den Agendisten und Steuerschenkern ganze Läusearmeen über die Lebern treiben muss, zeigt es doch die eigene Fratze der “sozialen” Partei der Arbeitnehmervertreter im Rasierspiegel.

Wäre Hollandes Programm in D wählbar?

Na aber selbstverständlich. Setz freie, aufgeklärte Journalisten an die richtigen Stellen und gib ihnen freie Hand; es dauert wenige Monate.

egal Juni 5, 2012 um 15:57

Die USP war zwischen SPD und KPD überflüssig geworden. Und wer ist heute die KPD, die die Linkspartei überflüssig macht?

Die radikale Rhetorik der PdL war doch immer… gähn. Staatstragend, langweilig, vorgestrig. Das kann Norbert Blüm auch. Wie wärs mal mit ein paar Halbgöttern in den Talkshows? Krieg gegen die Schweiz wegen Steuerstreit, Staatsanwälte gegen Banker, Lebenslänglich für Lohndrücker. So verschiebt man das politische Koordinatensystem. Sarrazin hats vorgemacht.

Die öffentliche Meinung? Scheiß drauf. Die ist eine Nutte, die sich dem Erfolgreichen andient. Stattdessen soll die PdL sich an die SPD ranwerfen, die sich ihrerseits jedem andient und die größte Nutte von allen ist?

Ich als Politiker würde ja um die Macht spielen. Aber Sozialdemokraten wollen nur mit am Tisch sitzen. Verlierer.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 16:09

topi

Du überschätzt die Medien. Sie konnten bis 2005 trotz faktischer Übereinstimmung die sozialstaatlichen Überzeugungen der Mehrheit nicht zerstören. Genau darauf beruhte auch Lafontaines Strategie, weil diese tief sitzende Überzeugung im Parteiensystem nicht mehr wiederzufinden war. Ähnlich wie heute bei den Piraten zeigt sich hier die Flexibilität des Parteiensystems in Deutschland. Es ist eben nicht erstarrt.

Wir hatten bis 2009 eine linke Mehrheit im Bundestag. Nur ist diese Mehrheit keine politische Mehrheit, wie wir wissen. Der Wahlsieg der heutigen Koalition mit dem Scheinriesen FDP hatte vor allem mit dem Überdruß an der Großen Koalition zu tun. Letztlich haben wir der Wahl von 2005 aber eines erlebt. Das Ende der neoliberalen Hegemonie. Das hatte Merkel damals begriffen. Die Debatten sind heute völlig anders als bis 2005. Nur lebt die Linke noch in dieser Zeit. Das ist ihr Problem.

holger Juni 5, 2012 um 16:16

Siehe nur Flughafen BER

:D Sub Sub Subs bekommen kein Geld oder laufen dem hinterher.Osteuropäer bekommen die Kohle nicht. 5% sprechen auf der Baustelle Deutsch. Nennt sich Vergaberichtlinien. :D Alles von Steuergeldern bezahlt. Und das ist gut so (hat man ja gespart). Wackel mit dem Popo mal kurz. Und kein Flugzeug da. Sozialisten und Sozialdemokraten sind eben nur eines, billige Populisten.

Weg und davon Juni 5, 2012 um 16:17

Lübberding
<>

Selten so ein Unfug gelesen.
Es sei denn, du meinst mit link wirklich link und nicht links.

<>

Noch so ein Knaller.
Weißt du überhaupt, worüber du gerade sprichst?

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 16:19

Weg und davon

Ich weiß nie, wovon ich spreche.

Goodnight Juni 5, 2012 um 16:21

Gottchen…

Parteien ohne Führung sind sinnlos.

Führung bedeutet immer Machtausübung.

Machtausübung bedeutet immer erzeugen von Konflikten, d.h. eine Unterscheidung betonen und vehement die Einheit der Unterscheidung anstreben. Paradox? Yep.

Whatever, schauen wir auf die FDP und beobachten wie ne Partei ohne Führung untergeht….und dabei wie in NRW und Schleswig-whatever ersichtlich nach Führung lechzt.

Jede Partei und jede Vereinigung und jede Gruppe verliert sofort an Sinn, wenn sie keine Person hat, die die Ziele und Interessen der Vereinigten in der Umwelt und innerhalb der Vereinigung durchsetzen kann.
Ergo: Conditio sine qua non jeder Partei ist ein Machtmensch an seiner Spitze.

Und nun die Frage:
Sind diese beiden…wie war ihr Name noch…Personen an der Spitze der Linken Machtmenschen?
Gottchen, natürlich nicht, das hört man an ihrer Stimmen, ihrer Sprache, ihrer Gestik.

Gysi war auch schwach und diese Bartsch oder wie auch immer ebenso.

Lafo war der einzige Machtmensch in diesem Haufen…und jetzt bleibt die Wagenknecht, keiner liebt sie, aber alle befürchten, dass sie vielleicht auch Macht kann….und man sie deshalb wählen muss. Da sie sich aber im Schatten von Lafo Schutz gesucht hat und bisher noch nicht ein einziges Mal offen zur Schlacht angetreten ist, so ist auch sie nicht die Person, die diese Partei braucht.

Whatever, ein Zusammenschluss mit der SPD macht auch wenig Sinn, weil auch dort fehlt der Machtmensch. Stellen wir uns also noch auf einige Zeit mit Frau Merkel ein.

“We can do so much more. We can save this world… with the right leadership. ”
(watchmen)

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 16:29

Goodnight

Macht ist in der innerparteilichen Auseinandersetzung von Bedeutung. Dann geht es darum, programmatische Weichenstellungen durchzusetzen. Nur sind diese entscheidend für den Wahlerfolg. Ansonsten sitzt der Machtpolitiker auf dem Trockenen.

Wg. Merkel. Nun ja … .

Treidelstein Juni 5, 2012 um 16:32

@ Goodnight

Das find ich immer klasse, wenn die verfahrensrationale Funktionalmoderne so einen verbalen Ausflug in die Zeit Dschingis Khans und Iwans des Schrecklichen unternimmt…

“Stellen wir uns also noch auf einige Zeit mit Frau Merkel ein.”

Das sowieso.

holger Juni 5, 2012 um 16:34

@Goodnight Juni 5, 2012 um 16:21

zu 100% daccord. :D Ist so. Und bleibt so. Steht auch schon in der Gruppendynamik geschrieben. :D nennt man auch glaube Agitatoren oder so ähnlich. Es gibt eben keinen neuen Strauss Franz Josef.

Nehmen wir die Troika von der SPD und die Nahles noch dazu. Huett hat es ja gut beschreiben. Ich sags mal so. Klopp ist nur mit dem BVB Meister geworden, weil er ein Leader ist. Und der olle Jupp eben nur Vize. Weil sein Leadership nicht mehr ist. Und Otto ist abgestiegen mit der Hertha.

Treidelstein Juni 5, 2012 um 16:36

Putin und Merkel sind übrigens nur deshalb nach oben gelangt, weil man dachte, daß sie formbar sind und mit der Macht eh nix anfangen können. Und Chruschtschow… der konnte nur deshalb Stalin und Berija überleben…

holger Juni 5, 2012 um 16:38

Und nun kommen wir zur Frau mit der hübschen Nase. nicht Cleo nee nee, der Sahra. Kein Leader. Eiskalter Engel, aber kein Leader. Stocksteif und das mit Lafo im Bett. Kloppo würde selbst die Linke auf 15% jagen.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 16:48

Treidelstein

Deine Gegenthese überzeugt mich nicht. Das ist für innerparteiliche Struktur wichtig, aber nicht für den Wahlerfolg. Den meisten Wählern ist es herzlich egal, wie die Parteien ihre Diskussionsprozesse organisieren. Sie sind ja eben keine Mitglieder. Das bedeutet nicht unter dem Dogma der Geschlossenheit jede Debatte abzuwürgen.

holger Juni 5, 2012 um 16:59

Und @ goodnight

zu den Piraten, die brauchen keinen Leader. Der Leader ist der Pirat und das Symbol (Cpt. Jack Sparrow). Die Grundwerte eines Piraten sind? :D

Hier ist der Leader

http://www.rockefeller-news.com/wp-content/uploads/2010/10/jack-sparrow.jpg

Man macht die Leader auf der HD Leinwand. Kindheitsträume… in 3D und Faabe…

holger Juni 5, 2012 um 17:03

Über 3.5 Millionen können nicht irren

http://www.youtube.com/watch?v=xtUqjW2uiQI

Der passende Sound im Ohr

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 17:07

@ topi 15:20 Uhr

! ;-) !

Die Journalisten sind voll auf Hochtouren, alte Säcke haben das nur noch immer nicht gemerkt. Alt ist dabei nicht eine Frage des Alters…

Energiewende ist absoluter Hammer, erste Priorität :
“Grünes Handeln für den Blauen Planeten”
wird Merkel noch richtig Sweet in Bullets bringen.
It is your persisting work man !
Congratulations for iternity.

Treidelstein Juni 5, 2012 um 17:11

@ F. Lübberding

Die Linke (West), die ja aus einigen Landtagen geflogen ist, kann m.E. nur überleben, wenn sie auch für außerparlamentarische Aktivisten attraktiv wird, etwa für Leute wie den neuen Vize Jan van Aken. Aber solche gewinnt die Partei nicht, wenn sie sich als eine Truppe konkurrierender Möchtegern-Napoleons (und Fouches) inszeniert, die in intransparenten Netzwerken alles ausklüngeln. Auch im Osten werden die weißhaarigen Bataillone weniger, und neue Wählerschichten werden sie mit einigen als Volkstribunen in Szene gesetzten Einzelpersonen nicht gewinnen. Wagenknecht selber spricht nur ein ganz bestimmtes Publikum an, sozusagen eine intellektuelle Protestattitüde, die hier im Blog sicher überrepräsentiert ist. Im übrigen glaube ich, daß durch die Piraten da wirklich einiges in Bewegung geraten ist und die etablierten Parteien mit ihren reduziertdemokratischen innerparteilichen Verfahren zunehmend unter Legitimationsdruck geraten. In Parteien, die an den Futtertrögen sitzen, wird das durch geschicktes Postenverteilen und Bedienung von Klientels vielleicht noch länger zu kompensieren sein. In einer Oppositionspartei wie der Linken wird das so nicht weitergehen. Na, wir werden sehen. Ich bin jetzt erst mal wieder für eine Weile weg.

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 17:15

@ topi

Endlich brechen die Schi(e)sser ein :

http://www.dradio.de/aktuell/1774778/

aber das wird noch EU-weit, Euro-weit nachgebessert.

Hollande macht es möglich, der schiesst den Bankrupstern den FinalenElfmeter !

Goodnight Juni 5, 2012 um 17:15

Yep…Iwan der Schreckliche…

Gottchen, nur weil die Moderne modern ist, so bedeutet das nicht, dass der Mensch modern ist. Deshalb unterscheidet man ja zwischen Mensch und System. Grundlagen halt….muss ich mich immer wiederholen. (Übrigen, Treidelstein, habe ich und nicht Herr von und zu Weissgarnix die Bifurkation hier eingeführt und ich habe sie von Luhmann geklaut und der woanders her und so…das nennt man ordentliche Zitation oder so und daran sind schon einige Karrieren zerbrochen ;-) )

Egal, machen wir in Emperie:
Schröder, Kohl, Brandt, Adenauer… die Kanzler.
Alles Genies? Oder eher Bauch bzw. Cochones-Menschen?

Merken wir etwas?

Bleibt noch Schmidt, der für alle intelligenter als die oben Genannten … aber doch letztlich oder gerade deswegen an der Macht zerbrach….und natürlich diese Übergangskanzler…egal

Whatever: Oben wird die Luft dünn, da ist weniger mit Diskurs und eher mit einfachen klaren Entscheidungen. Und da hilft immer ein eher einfach operierendes Großhirn.

Whatever: Das gemeine Volk will IMMER ein Alphatier an der Spitze. Einfach mal die FPD beobachten. Was da gerade passiert.
Oder SPD oder die lange Geschichte der Grünen oder jetzt die Piraten….Alphatiere setzten sich durch, weil sie gewählt werden. Und wer wählt die? Die, die dort alphaTIERE haben wollen.
Nennt sich Demokratie.

Und jetzt kommt bitte mit der VT, dass sich die Alphatiere verbündet haben und die armen Menschen hintergehen…gottchen….

“There’s a notion I’d like to see buried: the ordinary person. Ridiculous. There is no ordinary person.”
(watchmen)

Treidelstein Juni 5, 2012 um 17:19

P.S. – Also ich meine: Die Milieus, die die Linke erreichen müßte (und m.E. auch könnte), um sich bundesweit oberhalb der 10% zu stabilisieren, sind so heterogen, daß sie nicht durch EINE Person, EINE Ansprache, EINEN Habitus zu erreichen sind. Goodnight als Differenzierungsapostel müßte das eigentlich verstehen, hat er doch unlängst die Stärke von Merkel gerade in ihrer Nicht-Präsenz als physischer Person verortet…

Nu muß ich aber weg…

Goodnight Juni 5, 2012 um 17:31

@treidelstein

Die Merkel zeigt uns nur nicht ihren wahren Charakter, weil Deutscheland nicht so protestantisch wie England ist und deshalb das Frauenbild hier etwas…sagen wir einmal traditioneller…und folglich ein Frau immer auf Mutter hinauslaufen muss und niemals auf Killer ala Thatcher.
Merkel kann daher nicht erfolgreich wie Schröder in Wett-Sendungen rumhüpfen, sondern muss ihre Macht hinter einem besorgten mütterlichen Gesichtsausdruck verstecken. Folglich darf sie auch niemals in einen öffentlichen Zweikampf mit einem männlichen Gegner geraten, weil dann die “bulldogge” in ihr zum Vorschein kommen könnte. Andererseits muss sie dafür sorgen, dass kein Mann um sie herum die Höhe erreicht, mit ihr einen Machtkampf zu wagen. Dabei hilft natürlich ihrer “Mutter-Role”, weil es riskant ist öffentlich eine “Mutti” anzugreifen.
Whatever, Merkel macht das ganz wunderbar und kann folglich sichtbare Macht ausüben:
Das Volk beobachtet, dass sich keiner traut Merkel herauszufordern.
Mehr Macht kann man kaum demonstrieren: Sie ist unantastbar ;-)

“It is the oldest ironies that are still the most satisfying: man, when preparing for bloody war, will orate loudly and most eloquently in the name of peace.”
(watchmen)

Eagon Juni 5, 2012 um 17:35

Eines ist sicher, die SPD wird dem Fiskalpakt zustimmen um die Einkommensverteilung zugunsten einer kleinen Elite verfassungsrechtlich abzusichern!

Welche politischen Möglichkeiten hat da noch die Linke?

Besonders schmutzig hat die SPD in Spanien, Griechenland, Frankreich, … gehandelt.

Sie hat den dortigen Arbeitnehmern den Agenda 2010 Dolch in den Rücken gerammt!

+ Liebjen den Liebjern + Juni 5, 2012 um 17:39

… die gute Meldung des Tages

Nordafrika-Reise von Grünen-Chefin: Roth sitzt in Tripolis fest

Claudia Roth braucht jetzt eine Menge Geduld: Die Grünen-Chefin kann ihre Nordafrika-Reise vorerst nicht fortsetzen und sitzt in Tripolis fest. Internationale Fluggesellschaften fliegen wegen einer Attacke von Milizen derzeit nicht vom Airport der libyschen Hauptstadt ab.

===> liebe barbarische Stammeskrieger! ihr wißßt hoffentlich was ihr jetzt zu tun habt wenn ihr euch den ein oder anderen Krügerrand nebenher verdienen wollt! ihr könnt jetzt auch Großßes leisten für die deuts-liebiche Freundschaft wenn ihr versteht was ich meine! laßßt diese einzigartige chance nicht ungenutzt verstreichen!

Vorbeikommer Juni 5, 2012 um 17:41

Aber Egon!!1

HatzIV ist doch ein linkes Projekt, weil Dingsbumms oben sagte, die Linken hatten die MÄhrheit in BT bis 2005.

Wie kannst du dann von Dolchen sprechen.
Schehm dich!!

Jackle Juni 5, 2012 um 17:43

Der Wahlpöbel scheint in der sich rasch verändernden Situation vorrangig den Wunsch zu haben zu vergangenen, glücklichen Zeiten zurück zu kehren und die europäische Elite wird daran scheitern, diesen Pöbel in ihr elitäres, europäisches Großprojekt einzubinden.
Derzeit ist noch zu hoffen, dass die Eliten scheitern werden. Falls das nicht geschieht, wird sich der Pöbel bemerkbar machen. Darauf kann eigentlich keiner wirklich Lust haben. Vielleicht Herr Fischer, aber der rag ja selbst unter den zynischen Arschlöchern heraus!

+ Liebjen den Liebjern + Juni 5, 2012 um 17:58

“Eines ist sicher, die SPD wird dem Fiskalpakt zustimmen um die Einkommensverteilung zugunsten einer kleinen Elite verfassungsrechtlich abzusichern!”

===> eines ist sicher, die “SPD” wird dem … “ESM”(!!!!!) … auf jeden Fall zustimmen, denn schließßlich ist die Abschaffung Deutsenschlands und die Ausrottung der Deutsen das konkludente übergeordnete Meta-Ziel aller Soz’n.

===> Den “Fiskalpakt” hingegen möchten die Soz’n – @flübberding vorneweg – bekanntlich NICHT(!!!) zustimmen. Denn die Soz’n wollen bekanntlich NICHT, daßß unsere “Euro-Partner” sparen, sondern daßß die Deutsen an ihrer statt sparen. Der krankhafte Deutsenhaßß der Soz’n wirkt in jedem noch so kleinen Aspekt sozialdemokraticher Realpolitik …

“Besonders schmutzig hat die SPD in Spanien, Griechenland, Frankreich, … gehandelt.Sie hat den dortigen Arbeitnehmern den Agenda 2010 Dolch in den Rücken gerammt!”

===> klar, nachdem sie dem eig’nen Volk schon den ein oder anderen Dolch in den Rücken gerammt haben … müßßen sie halt weiterziehen um noch neue Opfer zu finden, die sie ihren Herren, den Bänkern, als Opfergaben überreichen können. Abba … irgendwann wird dann zurückgedolcht … das lehrt die Gechichte …

+ Halbgott + Juni 5, 2012 um 18:11

@treidelstein

===> kleiner Intelligenztest für Selbschtdenker zwichendursch.

“Die Menschen soll’n von ihrer Arrrrrbeit leben können!”

a) WER … hat’s gesagt??

b) WAS … ist davon zu halten??

c) IST … der W-ING – ausgereschnet als Tecnokrat & Ökonominist(!!!) – tatsächlich der letzte SEMANTIKER auf dem ganzen gottverdammten Affenplaneten??

Stephan Juni 5, 2012 um 18:12

Der @HG ist scheinbar ganz verliebt in den @Flübberding? :~)

Frankie Bernankie Juni 5, 2012 um 18:12

@eagon

“Besonders schmutzig hat die SPD in Spanien, Griechenland, Frankreich, … gehandelt.”

Und Kampuchea. Kampuchea nicht vergessen! Und…Wounded Knee!
Und…dings…äh…Nordirland!

Mein Gott , diese Sozn, unglaublich! Gab es je was Verwerflicheres wie die SPD?

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 18:14

@ wowy

Was macht das Marketing gegen den ESM?
Hast Du schon eine TopAgentur gefunden, die für lau ihr Brain einsetzt?
Bis Samstag – EM-Start sollte deadline sein !
Im Player spielt bei -44 db Manuel Göttsching E2-E4 :
Spanische Eröffnung – ha, ha kleiner Scherz für @ Morph.

Motto :
Video :
Flyer :
Song :
Events :
z.B. : Onlineversteigerung der spanischen Fussballcracks über Verein, Bank, Staat an Rettungs-Gläubiger …
Bundesliga goes Spain 2012/2013 mindestens 28% !!!

have fun mates

Eagon Juni 5, 2012 um 18:19

@Halbgott

Überleg mal, die SPD hätte den anderen aufrichtig gesagt.

Wir müssen das gemeinsame Inflationsziel auf 1% senken.

Die Agenda hät doch gar nich im Rücken helfen können!

Eagon Juni 5, 2012 um 18:24

Linke und rechte Projekte.

Barack Obama entscheidet am Schreibtisch über Leben und Tod von Menschen.

STALIN UNTERSCHRIEB AUCH JEDES TODESURTEIL PERSÖNLICH.

Wir brauchen den Euro.

Um Mörder bestrafen zu können.

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 18:30

wie wäre eine onlinemusikbox wie der peer steinbrück, sie als finanzminister auf steuerzahlerkosten präsentierte?
wo ist die überhaupt im www gelandet ?
hat einer die adresse oder wurde das opportun gelöscht?

mir gefiel der gansterrap am besten mit perrücke und peacekette …

also vorschläge für musikstile zur ESM-Demontage …

Carlos Manoso Juni 5, 2012 um 18:34

@ f.luebberding on 4. Juni 2012
„Da kann “Die Linke” die schönsten Grundsatzprogramme schreiben. Vielmehr gilt bis heute, was Eduard Bernstein schon 1899 wusste.
“In der Demokratie lernen die Parteien und die hinter ihnen stehenden Klassen bald die Grenzen ihrer Macht kennen und sich jedesmal nur so viel vornehmen, als sie nach Lage der Umstände vernünftigerweise hoffen können, durchzusetzen. Selbst wenn sie ihre Forderungen etwas höher spannen, als im Ernst gemeint, um beim unvermeidlichen Kompromiß – und die Demokratie ist die Hochschule des Kompromisses“

Lübberding, solcherart Bernsteinsche Weisheiten waren in der Steinzeit (1899!) vielleicht mal richtig gedacht. In 113 Jahren hat das Große Rad aber nun wirklich eine gewaltige Menge Umdrehungen gedreht.

Das komplette System der Kategorien, auf das sich ein sozialdemokratistischer Ideologe Bernstein vor 113 Jahren beziehen konnte, existiert doch heute überhaupt nicht mehr. Begriffe wie „Demokratie“, „Parteien und die hinter ihnen stehenden Klassen“ bedeuten 2012 etwas völlig anderes als 1899!

Es existiert 2012 sowas wie ein „emanzipatorisches Projekt“ einer „Partei“ schon seit Generationen überhaupt nicht mehr. Schon gar nicht existiert eine „hinter“ ihr stehende „Klasse“. Schon gar nicht ist „Demokratie“ anno 2012 noch die Form, in der diese „Partei“/“Klasse“ ein „emanzipatorisches Projekt“ in die Wirklichkeit bringen will.

Es geht auch schon längst nicht mehr darum, „die Grenzen (der) Macht (zu) kennen und sich jedesmal nur so viel vornehmen, als sie nach Lage der Umstände vernünftigerweise hoffen können, durchzusetzen“. Dergleichen ist bürokratischer Bullshit von Parteibürokraten.

Was tun ? Wenn man es sehen will, dann kann man mit offenen Augen sehen, dass das „Kapital“ in seiner höchsten Entwicklungsstufe seine Reproduktionsfähigkeit immer mehr einbüßt und beginnend an den Peripherien in blindere Barbarisierungsprozesse übergeht. Altbewohnte Gebilde wie „Parteien“ lösen sich ebenso auf wie „Klassen“,“ „Macht“, „Politik“ und „staatliche“ Gebilde, Währungs- und Geldsysteme.

Kurzum, das „Kapital“ hat in seinem höchsten Stadium die mikroelektronische Revolution immer schnellerer Automatisierung und Produktivitätssteigerung in Gang gesetzt, die ecponentiell immer mehr Menschen „überflüssig“ machen wird, die Schere zwischen „Oben“ und „Unten“ ohne Limit öffnet. Also, entweder mündet das alles in eine unvorstellbare Barbarei oder die Blasen platzen und schaffen viel Raum für menschliche Freiheit.

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 18:40

@ Goodnight

Hat Merkel schon den Umzugstransporter für Schäuble nach Brüssel bestellt? Zurück werden Container dann bevorzugt.
Und wer zieht hier
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/83/ReichsluftfahrtministeriumLeipzigerStra%C3%9Fe.JPG/800px-ReichsluftfahrtministeriumLeipzigerStra%C3%9Fe.JPG
ein?

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 18:55

Wenn die Macht der Masse …
Schaut ihnen in die Augen, damit ihre Aussagen nicht vergessen werden .
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/manager-zur-gemeinschaftswaehrung-die-euro-fighter/6700808.html
z.B.
„Ein Ende mit Scheck ist besser als Schecks ohne Ende.“
Der sollte mal wieder seine Buchhaltung besuchen und nach Schecks fragen ;-)

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 18:59

FTS statt FDP
Slogan gefunden !

"gg" oder Keule ? Juni 5, 2012 um 19:11
topi Juni 5, 2012 um 19:20

goodnight

Kohl in der Reihe der Machtpolitiker.

Der das armseelige Provinzwürstchen Strauß abgefrühstückt hat.

Joh. Das muss schon passen; und wenn es auf vier Pfoten hinkt, läufts ja auch wieder rund. :roll:

Und Hollande erstmal. Da riecht man das Testo förmlich aus der Glotze.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 20:23

“Wir sollten nicht die Illusion schüren, wir könnten grundlegende Dinge verändern.” Passt hier rein.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 20:30

Wobei Janine Wisseler einen Denkfehler macht: Die Linke hat etwas geändert. Allerdings nicht den Kapitalismus abgeschafft. Das war aber nicht wirklich zu erwarten … .

~ Projekt-18%-für-die-SPD.cc ~ Juni 5, 2012 um 20:50

“@h.huett Juni 5, 2012 um 15:42
Die Piraten haben anstelle der Geschäftsordnungsdebatten eine Waffen-Multitude: von Tweets über böse Nachrede bis hin zu Ponies, wenns kracht, und Flauschs, wenn der narzisstische Affe wieder Zucker braucht. Figuren fortgeschrittener Regression, augenblicklicher Distanzverlust und Potenzschäumerei.
———

===> … @hanshütt. Wann hast @Du eigentlich das letzte Mal in den Spiegel geguckt?? … odda … hat bei Dir Zuhause irgendjemand sämtliche Spiegel mit Handtüchern & Bettlaken verhängt??

holger Juni 5, 2012 um 21:04

~HG~

—>>>Wann hast @Du eigentlich das letzte Mal in den Spiegel geguckt??”

:D :D :D

Tanz der Vampire? Das is so ne Sache mit dem Spiegel. :D

Joerg Buschbeck Juni 5, 2012 um 21:10

>>>wenn der narzisstische Affe wieder Zucker braucht

ha, ha, halbgott :-)

~ Projekt-18%-für-die-SPD.cc ~ Juni 5, 2012 um 21:26

@Joerg Buschbeck Juni 5, 2012 um 21:10
>>>wenn der narzisstische Affe wieder Zucker braucht
ha, ha, halbgott”
——-

===> ~ isch ~ … bin im wahren Leben gar nett so!! … bei MIR(!) ist das nur ein Stilmittel zum Zweck. Und der Zweck besteht bekanntlich darin, die @Mönschheit vor den Hochfinanzsatanisten und deren korrupten Politclowns, Mediennutten & Rhetorikbratern zu schützen.

topi Juni 5, 2012 um 21:43

” Wobei Janine Wisseler einen Denkfehler macht: Die Linke hat etwas geändert. Allerdings nicht den Kapitalismus abgeschafft. Das war aber nicht wirklich zu erwarten … .”

Den Kapitalismus in seinem Lauf, halten – natürlich – nur die Kapitalisten auf.

Wisselers Aussage, zum jetzigen Zeitpunkt, ist an Dummheit kaum zu überbieten. Wiesaussieht gewinnt die Linke in Frankreich klar bei den Parlamentswahlen, den Senat haben sie schon.

Kann natürlich sein, dass Hollande einfach wegknickt.
Wahrscheinlicher scheint, dass wir demnächst ein Land in Westeuropa mit einem satten Spitzensteuersatz haben werden. Paradigmenwechsel.

“Grundlegend”, na gut, im Wortsinne etwas anderes.
Aber wir werden auch bald eine staatliche Absicherung fast des kompletten Finanzsektors sehen (wenn die dicke Berte der EZB nicht mehr reicht). Der Schritt von einem gigantischem Rettungsschirm mit “Sondervermögen” zu einer wirklichen Verstaatlichung ist ziemlich kurz, wenn die Zeit reif ist.

f.luebberding f.luebberding Juni 5, 2012 um 21:50

topi

Das zeigt aber die ideologische Brille bei den Linken. Sie sehen vor lauter Wald die Bäume nicht … .

holger Juni 5, 2012 um 21:51

topi

wenn du mir nur noch sagst, was du mit den Kröten anfangen würdest, wäre ja alles klar. aber bitte, nicht nur Krippen Plätze.

holger Juni 5, 2012 um 21:53

Hey King of Topistan

wo würdest du investieren wollen? Kein Geschwätz bitte. Die Netze müssen erstmal da sein. Sonne Mond und Sterne. Plus ein wenig Wind.

holger Juni 5, 2012 um 22:12

Sabbeln und dumm rumsülzen kann jeder. Wer soll denn das Umsetzen ? Häää? Luebberding etwa? Oder Huett? Dem kauf ich ne Harfe… dem Huett. Wer setzt das um? Wo wollt ihr Hafensänger das Personal überhaupt her haben? Aus welchem Pool denn? Erzähle mir das doch einer mal hier! Nur sabbeln. Bla bla bla. Man muss nur dies, und man muss nur das… Mit WEM DENN? LUSCHEN…

Luebberding kannst du schweißen? Kannst du ne Schweißnaht ziehen über Kopf mit Spiegel? Oder Topi haste Bock dazu, Schornsteine zu fegen? Oder oder oder? Sonne Mond und Sterne. Kann hier überhaupt einer was Handwerkliches? Wenn sein Scheixxhaus nicht funktioniert, oder (Na gut Toilettenpapier wird man ja noch erkennen, wenns alle ist) die Heizung im Arsch ist? Häää? Weiß einer was nen Magnetventil ist? Neee. Blubber Blubber Blubber. Nur das ist keine Selbstverständlichkeit mehr das zu wissen. Ja, alle sind se ja so “Sozial” und? Reicht immer noch um doofe Reden zu schwingen. Ich fordere alle Arbeiter, die noch ein wenig was können auf zum Streik.

Last sie dumm un doof in ihrer Scheixxe sitzen.

topi Juni 5, 2012 um 22:17

Ach holger, du wieder mit deinem Roi. ;-)

Investieren ist nicht die Frage. Ich könnte dir natürlich auch einen Fünfjahrplan vorlegen. Transrapid Paris-Berlin-Moskau. Hamburg-Wien-Bukarest-Istanbul. Unterirdisch in die Stadtmitte mit 300 kmh, Stuttgart 21 ist überall!
Gräben auf, Schienen (Stromtrassen, Gasverbundnetze für Wasserstoffspeicherung) rein. Also die Kohle mach isch dir alle, Alter. :roll:

Aber worum geht es denn? Es geht um die EInkommen, die nicht ausgegeben werden, sollen oder/und können.

Also komplette Umlagesysteme in der SV, freie umfassende Bildung, dann fällt die Notwendigkeit des Sparens wegen Vorsorge weutgehend weg. Und die anderen Horter sollen halt ihre Kohle für sinnvolle Projekte rausrücken, dass sind nur noch wenige Prozent des BSP, vielleicht fünf. Da kriegste den ersten Punkt nicht mal erfüllt, aber die jährliche Räumung des SP, das verhindert einfach den Totalzusammenbruch. Wäre ja schon mal was. :roll:

Joerg Buschbeck Juni 5, 2012 um 22:23

@Holger,

nun mach mal die Handwerker im Blog nicht an, klar könnt ihr mit Eurer Spannendmacher-Gesellschaft keinen Blumentopf mehr gewinnen – aber ihr habt doch die “Gnade der späten Wiedervereinigung” mit einer polytechnisch gebildeten Nation erfahren. Selbst @wat kann stricken und klöppeln :-)

Wir hätten vor der Wende schon mit Eurem Abfall eine ausreichende Versorgung organisiert, warum sollen wir es nicht mit den Resten Eurer Gesellschaft können. :-)

holger Juni 5, 2012 um 22:26

@Joerg Buschbeck Juni 5, 2012 um 22:23
@Holger,

nun mach mal die Handwerker im Blog nicht an,”

Siehste, das schöne IST, du kapierst mal wieder gar nix. Lesen und verstehen kapierst du nicht. Heb deinen Stundensatz für Akademiker an. Dann ersparst du diese.

holger Juni 5, 2012 um 22:28

Nein… entsparen natürlich

holger Juni 5, 2012 um 22:31

@ topi

nun los mal… Anfangen zu investieren. Sieh zu. Kohle ist doch da. Mach es mal… Fire…

wowy Juni 5, 2012 um 22:32
+ Halbgott + Juni 5, 2012 um 22:36

““In der Demokratie lernen die Parteien und die hinter ihnen stehenden Klassen bald die Grenzen ihrer Macht kennen und sich jedesmal nur so viel vornehmen, als sie nach Lage der Umstände vernünftigerweise hoffen können, durchzusetzen. ”
——-

===> der “Witz” dabei ist doch, daßß hinter allen “Parteien” (mit hinreichender Geld-, Medien- & Schlapphutmordschergenunterstützung, also in der BRDDR2012 die SPD,CDU,GRÜNE,FDP) EIN UND DIESELBE “KLASSE” steht!! nämlich das supranationale, faschistische Bänkstersyndikat!!

===> @Flübber, hör endlich auf dich dummzustellen! wer soll dir das noch abnehmen! Nein, beim besten Willen, das KANN dir keiner mehr abnehmen!

( “Klassen” !!! ich faßß es nett! als ob hinter der “SPD” die Arrrrrbeiterklasse stehen würde! tse, tse,tse !! Wahnwitz komm rauß du bisch umzingelt!)

holger Juni 5, 2012 um 22:39

Ich kann es nicht mehr hören, wirklich nicht. Es ist kein Personal oder Human-Kapital dafür vorhanden. Ich sachs nochmal. @Buschi müsste es wissen. Nein… für für die Aussage kackt der mich ja sogar noch an. Na klar, der baut ja auch nur Puzzle zusammen. Das kann ja auch nen Pavian… Also Hopp Hopp investieren… Wer sind die Macher? Die Verantwortung übernehemen? Luebberding der ist in der Frühkritik. Huett spielt Harfe; Wat hat, ach die mag ja keinen Chef… Und der Rest in Wattebällchen oder ist Involviert. Treidel treidelt, super Job übrigens, beneide ich ihn. Und was machen wir nun mein Huhn?

wowy Juni 5, 2012 um 22:39
Joerg Buschbeck Juni 5, 2012 um 22:53

@topi
>>das verhindert einfach den Totalzusammenbruch. Wäre ja schon mal was.

genau, wir sollten uns kleine erreichbare Ziele stellen…………………………………………………………………………………………………….ach nee, da müssen wir leider erklären, dass die Horterei das Problem ist. Eh nicht knietief das Blut auf der Straße steht, kann dies leider kein Deutscher verstehen. Am wenigsten die, die noch gar nicht zum Horten gekommen sind. Die haben die größten Schuldgefühle, weil das “Eltern-Horter-Ich” den ganzen Tag das arme kleine “noch_nichts_gehortet – Kindheits-Ich” mit Vorwürfen überhäuft.

siehe Hohoho ….nein ich sach’s nich :-) :-) :-)

+ Halbgott + Juni 6, 2012 um 00:09

@holger
“holger Juni 5, 2012 um 22:39
Ich kann es nicht mehr hören, wirklich nicht. Es ist kein Personal oder Human-Kapital dafür vorhanden. Ich sachs nochmal.”
———–

=> das Problem ist, daßß buschbeck, flübberding,hanshütt, morph, stephan & topi allet keine Akademiker sind! haben nie ne Uni von innen gesehen!

=> denn wenn sie mal ne Uni von innen gesehen hätten, dann wüßßten se, daßß man signifikante Begrifflichkeiten ERSTMAL sorgfältig DEFINIEREN mußß, bevor man sinnvoll wisseschaftlisch damit arbeiten kann!

=> konkretes Beispiel – die o.g. faseln seit Monate von “Wachstum” !!! … und? …hawe se überhupt ma DEFINIERT, was dieses ominöse “Wachstum” überhaupt sein soll?? … ne! natürlich nett! sind halt keine Akademiker!!

=> dennoch will ich – zum Zwecke ihrer öffentlichen Demütigung – kurz darstellen, was für einige von ihnen dieses dolle Bumsdings namens “Wachstum” sein soll.

- für Flübber ist es “Wachstum”, wenn dausende versklavte Exportmichelsklaven fahrtüchtige PKWs mit dem Vorschlaghammer zertrümmern müßßen …und am nächsten Tag dafür neue PKWs zusammenbauen müßßen!

- HansHütt hält “Target2″ … für “Wachstum”. Klar, daßß er sich mit diesem hundsgemeinen Verhöhnungszynismus unter den deutsen Exportmichelsklaven nicht umbedüngt allzuviele Freunde macht …

- Stephan, nach Eigeneinschätzung ein astromarsianisches Mathematik-Genie – meint “Wachstum” … das ist delta üpsilon!

- buschbeck hat damals nach der Wende wie alle Zonies erstmal mit dem Vetrieb von Versicherungen an Verwandte und Bekannte für “Wachstum” gesorgt. Als die Dinger dann beim besten Willen nicht mehr absetzbar waren, weil schon jeder Zonie stapelweise Versicherungsurkunden hatte, ist er auf den Vertrieb von schwarzlackierten Ofenrohren mit Schlauchstücken umgestiegen. Auch für dieses “Wachstum” wurden ihm Provisionen bezahlt – von flübberdings seine Soz’ndinger.

- ja und Topi ist bekanntlich eh ein völlig hoffnungsloser Fall. Topi hält Solarzellen, multikulturell höxtangereicherte SED-Einheitsschulen und nen Transrapid von Monetvideo nach Sewastopol für “Wachstum”.

Stephan Juni 6, 2012 um 00:36

@HG
>das Problem ist, daßß buschbeck, flübberding,hanshütt, morph, stephan & topi allet keine Akademiker sind! haben nie ne Uni von innen gesehen!

Scheiße. Wir sind alle Volltrottel. Muss ich mal meiner UNI melden. Also schon ein Skandal mit den UNI-Gebühren damals. Für nichts und wieder nichts. Man muss sich auch noch beschimpfen lassen?

Aber ich komme ja noch gut weg. Bin ja nur astromarsianisches Mathematik-Genie ;-) DANKE! Der arme @Topi schaut dagegen ja richtig alt aus? Ein völlig hoffnungsloser Fall. Vom @Flübberding wollen wir erst gar nicht reden. Der ist ja ein STALIN!

Also ich habe eigentlich nur eine Frage an unseren lieben @HG: welcher Vollidiot hat dich eigentlich an einer DE Uni zugelassen? Nur so eine freundliche Frage unter Kameraden.

topi Juni 6, 2012 um 00:58

Jo Schnuppi, ich war nur auf ner Klippschule; da haben wir uns doch getroffen erinnere dich. :roll:

Lesen lernt man übrigens vorher, im Allgemeinen.
Wo schreibe ich etwas zum Wachstum?

Na macht ja nix.

"gg" oder Keule ? Juni 6, 2012 um 03:19

Würde ein Treffen für Akademiker und alle anderen im Tempelhofgarten vorschlagen – Erntedankfest 2012 !!!
http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/forum/gemeinsamkeit101.html
Soviel Einheit wird es geben.

"gg" oder Keule ? Juni 6, 2012 um 03:29

Laut Handelsblatt soll die neue Drachme schon gedruckt werden.
Bin gespannt wer dann die Kapitalverkehrskontrollen durchführt.
Ob der Schäubletto schon den Erlaß für die Restzöllner aufgesetzt hat ?
Oder gibt es eine Fortbildungs-, Einstellungsrunde im Rahmen der Fachkräftemangeldebatte zusammen mit Mindeslohneinführung?
“Wieviel EURO hamse den zu verzollen?”
Die EZB braucht noch schnell einen Targetsaldo, um die Zinspolitk festzulegen…

"gg" oder Keule ? Juni 6, 2012 um 04:13

Es war einmal 1990 und der Jürgen Trittin kaufte sein erstes Sakko für den Posten als niedersächsisches Regierungsmitglied und MP-Vertreter bei Peek & und Kloppenburg in der Herthieruine am Kröpcke. Kann mich genau an das Muster erinnern …
Inzwischen gibt es auch die passenden Krawatten – ist halt eine Weltstadt – Berlin
;.)
Metamorphosen der Macht
Schuldenstand Niedersachsens waren 39 Mrd. DM .
Nun will er Vizekanzler und vielleicht Bundesfinanzminister – Eurofinanzminister ? – werden wollen …
As Times goe by !

holger Juni 6, 2012 um 07:17

~HG~

Es geht mir ja gar nicht darum, wer was wie von innen schon mal gesehen hat. Nur zur Produktionsausweitung brauche ich Personal. Eben Human-Kapital. Und das ist nicht vorhanden. Oder ist unfähig dazu bei 1+2×3 7 heraus zu bekommen. Und das regelt man auch nicht mal eben so. Dieses ewige Geschwätz von Wachsdumm kann ich nicht mehr hören, wenn keiner sagen kann, wo denn das herkommen soll.

Erstmal brauchen die Auslastung. Des vorhandenen. Da ist überhaupt nix “gewachsen”.

Sie können sich von diesem Wachstum verabschieden. Auch in China drosselt man dieses Wachstum, weil die Stromversorgung gar nicht mehr hinterher kommt. Wachsdumm hat was mit Brain & Energieverbrauch zu tun. Ohne Energie kein Wachsdumm. Das ganze Leben ist eine einzige Umwandlung von Energie, um Materie um-zu-formen. Mehr nicht.

Warum wir mal “Wachsdumm” hatten, ist: weil immer mehr Maschinen für mehr Output gesorgt haben mit immer weniger Einsatz vom Menschen. Dieser Prozess ist so gut wie abgeschlossen. Woher wollen se denn Wachsdumm beschleunigen? Was ist aus dem Wachsdummsbeschleunigungsgesetz geworden? Und dann setzen se die meisten im frei verfügbaren Einkommen auf Sparflamme. Und rufen Wachsdumm. Mit wem denn?

Dann sollen se sich mal mit Mittelständlern aus dem Schwabenland unterhalten. Was die von Wachsdumm halten. Irgendeiner muss dieses Wachsdumm auch noch kaufen können. Oder sich dafür Verschulden. Ende im Gelände. Deswegen schieben sich die Banken die Rettungsgelder selber hin und her. Weil ich mit diesen Geldern kein Wachsdumm machen kann. Parzelle für Parzelle sacht der Banker: Nö gibt kein Kredit. Wird nicht re-finanziert.

Versuch mal nen Kredit über 2 Millionen zu bekommen. Gibts nicht Lächerlich. Ab 20 Millionen fangen die erst an zu arbeiten.

Man könnte so viel Investieren. Aaaaaaber das würde keine Rendite bringen. Und was keine sofortige Rendite bringt, da wird nicht verkreditiert oder investiert. Stichwort Bildung und Ausbildung. Die Industrie lebt immer noch von meiner Generation und ein wenig älter, wo Facharbeiter im Überfluss vorhanden waren. Die störbt aber aus. Oder wird gesundheitlich verkrüppelt. Die die ich kenne, die kleinen und großen Handwerkers, die finden in dem Pool der 16-18 Jährigen kaum noch Material zum formen. Das mag im Polytechnisch gebildeten Ostblock noch anders sein. Die wissen eh alles besser. Das störbt aber auch aus.

Zum Wachsdumm oder was man darunter versteht gehören die 3M + E + K Mensch/Maschine/Material + Energie + Kohle. Da beißt die Maus keinen Faden durch. Aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Daher stoppt die Wachsdummsprediger. Sie reden mit gespaltener Zunge. Denn sie wissen nicht, worüber sie tippseln.

Wie in einer alten Dampflock, wo im hinteren Abteil die ThinkTanks sind, und dem Heizer gute Rat-Schläge via Tageszeitung vermitteln, wie er denn die Kohle in den Brennraum zu befördern hat. Das geht so lange, bis entweder der Heizer entnervt aufgibt, oder wegen dem getippselten Scheixx störbt. Kein Nachwuchs da. Und der Zug fährt nich mehr weiter. Nun stehen se da, die versierten aus den ThinkTanks. Irgendwo zwischen Berlin und Wolfsburg. Ohne Klimaanlage. Keiner in der Lage wieder Druck auf den Kessel zu bekommen. Bekommen kein Wachsdumm mehr in das olle Wasser rein so, dass es mal den Aggregate Zustand wechselt. Dann muss erstmal ne Reform her. Und dann wird dieser Zustand ausdiskutiert. Dann gehts darum, wer hat über die Verhältnisse gelebt. Bla bla bla. Und wenn se nicht gestörbt sind so Quasseln se noch dato.

kurms Juni 6, 2012 um 08:47

holger: “Man könnte so viel Investieren. Aaaaaaber das würde keine Rendite bringen.”

Jedenfalls bringt es weniger Rendite als die Finanzmarktgauckler den Kunden versprechen mit deren Geld sie spekulieren. Nur daß die Versprechungen dann häufig nicht erfüllt werden. Und falls Du noch einen nicht-technischen Wachstumsmarkt suchst schau Dir mal die Pflegeberufe an.

holger Juni 6, 2012 um 09:01

@ kurms

—>>>Jedenfalls bringt es weniger Rendite als die Finanzmarktgauckler den Kunden versprechen mit deren Geld sie spekulieren.”

So iss es.

—>>> Und falls Du noch einen nicht-technischen Wachstumsmarkt suchst schau Dir mal die Pflegeberufe an.”

Mach ich, mach ich, mach ich… Ein Bekannter von mir aus unserem Dorf ein RA hat in der Nähe drei solcher Tempel. Und einen Pflegedienst ist auch so ne Sache mit Nachwuchs.. Ich bin schon am überlegen, ob ich unsere Acker nicht der Kirche verkaufe. Sonst muss bald auf der einen Ruhestätte in ca. 2 Jahren gestapelt werden. Da rollt ne Störbe-Welle auf uns zu. Mein Freund der Grube, ja so heißt der, den sein Unternehmen Tischlerei und Bestattungen, das boomt. Da kommen echt Überkapazitäten. Auch ein Wachstumsmarkt.

Natalius Juni 6, 2012 um 11:18

Mir scheint, wir reden am Problem vorbei. Wer “corporate structures” von “innen” kennt, weiss, daß das hier wohl eher das Problem ist: http://www.youtube.com/watch?v=6MWpxH-RlFQ
Auch die zum Schluss angedeutete Analyse, nach der es “criticality” für “social learning” und “induced behavioral transitions” in “human networks” gibt, scheint mir richtig zu sein. Die Frage ist wie. Mir ist z.B. nicht klar, ob Deichkind http://www.universal-music.de/deichkind/videos/detail/video:270107/bueck-dich-hoch
von der Emfängergeneration als Persiflage oder als Programm rüberkommt.

14 Juni 6, 2012 um 11:21

“Normaler” €uro-Betrugs-Verschiebebahnhof 2012 dividiert durch “Es ist kein Geld mehr da..”

Recherchen des Handelsblattes haben ergeben, dass das das ausschließlich für Schlecker tätige Logistikunternehmen LDG, das den Kindern des Firmengründers Anton Schlecker, Meike und Lars Schlecker, gehört, außergewöhnlich hohe Gewinne erwirtschafte. Von 2006 bis 2010 hätten die Überschüsse 58,5 Millionen Euro betragen bei Umsätzen in Höhe von 161 Millionen Euro.

Ein exemplarisches Beispiel für:
Soviel Einheit war nie!

Dirk Juni 6, 2012 um 12:07

@ f.Luebberding

“…In der Wirtschafts- und Sozialpolitik sehe ich keine unüberbrückbaren Gegensätze zu SPD/Grüne….”

Die SPD war ja noch nichtmal bereit, Hartz-IV durch die Abschaffung der Sanktionen zu entschärfen, geschweige denn, dieses elende Gesetz abzuschaffen. Die Schuldenbremse wird ebenfalls maßgeblich von der SPD mitgetragen, frage mich also ernsthaft, wie man da “keine unüberbrückbaren Gegensätze” sehen kann…

Carlos Manoso Juni 6, 2012 um 12:10

@ 14 Juni 6, 2012 um 11:21
„Recherchen des Handelsblattes haben ergeben, dass das das ausschließlich für Schlecker tätige Logistikunternehmen LDG, das den Kindern des Firmengründers Anton Schlecker, Meike und Lars Schlecker, gehört, außergewöhnlich hohe Gewinne erwirtschafte. Von 2006 bis 2010 hätten die Überschüsse 58,5 Millionen Euro betragen bei Umsätzen in Höhe von 161 Millionen Euro.“

Hmmm, Anton Schlecker gab „LDG“ 36% Umsatzrendite und dazu gab Anton Schlecker noch 76 Mio Euro an „LDG“.
„Dazu soll Anton Schlecker 76 Mio. Euro Schulden bei der Logistik-Firma „LDG“ haben. Sie gehört nach BILD-Informationen schon seit 2001 den Schlecker-Kindern und betrieb das zentrale Warenlager der Drogerie-Kette. Damit summieren sich die Forderungen der Kinder auf mehr als 170 Mio. Euro.“
http://www.bild.de/geld/wirtschaft/schlecker/kinder-fordern-176-mio-euro-vom-vater-24504890.bild.html

Also eins muß man dem Anton lassen. Als „jüngster Metzgermeister in Baden-Württemberg“ hat der Verstorbene Schlecker ene jewalische Wurscht abjedrückt:

„Mit 21 Jahren arbeitete Anton Schlecker als Metzgermeister (damals jüngster Metzgermeister in Baden-Württemberg) im elterlichen Betrieb, der aus 17 Metzgereien und einer Fleischfabrik bestand. 1975 errichtete er in Kirchheim unter Teck seinen ersten Drogeriemarkt. Zwei Jahre später waren es schon mehr als 100 Filialen. Heute existieren europaweit mehr als 15.000 Filialen, mit ca. 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 7 Milliarden Euro.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Schlecker

„Persönlichkeit. Was Uli Hoeneß in der Metzgerei fürs Leben lernte (…) Samstags, wenn keine Schule war, stand er hinter der Kasse und wusste genau, was eine Lyoner kostet. Es musste gerechnet werden in der Familie: 150000 Mark war damals der dünne Jahresumsatz. Heute setzt Uli Hoeneß mit seiner Wurstfabrik oft 300000 Euro täglich um. (…) Eines habe sich seit damals nicht geändert: „Wenn die Kasse nicht stimmt, hängt der Haussegen schief.“ Für den FC Bayern gelte im Grunde das Gleiche wie für die elterliche Metzgerei: seriöses Wirtschaften als zentrales Unternehmenscredo. Als Metzgersohn habe er gelernt, möglichst weniger Geld auszugeben, als eingenommen wird. Nur so könne man dauerhaft Erfolg haben.“
http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Was-Uli-Hoeness-in-der-Metzgerei-fuers-Leben-lernte-id15140151.html

"gg" oder Keule ? Juni 6, 2012 um 20:05

@ Natalius

Der Film benutzt den Fishbone in den Bildschnitten, wie in einem Columbo der Mörder . Lohnt sich die Aufklärung von Peter Falk zu studieren… ;-)

Natalius Juni 7, 2012 um 01:00

“gg” 20:05
Da ist was dran! Ich bin mir selbst nicht sicher, ob die Schlußfolgerungen verallgemeinerbar sind. Ich stelle lediglich fest, daß ich das Phänomen als solches wahrnehmen kann – auf meiner (zugegeben beschränkten) Erfahrungsebene. Wie gesagt, WENN es so ist, dann sind die Empfehlungen Vermutlich richtig.

Natalius Juni 7, 2012 um 01:36

PS: Natürlich besteht die Gefahr, die Fishead message runterzubrechen auf aktuelle Politik.

"gg" oder Keule ? Juni 7, 2012 um 03:39

“Merkel erwartet vom EU-Gipfel Arbeitsplan für politische Union

Bundeskanzlerin Merkel hat für den nächsten EU-Gipfel einen Arbeitsplan für die Entwicklung hin zu einer politische Union angekündigt. Darin werde es um “mehr Europa” gehen, sagte sie im ARD-Fernsehen. Hierfür reichten die Währungsunion und ein Mehr an gemeinsamer Haushaltspolitik allein nicht aus, betonte die CDU-Politikerin. Für das Ziel einer politischen Union müssten Schritt für Schritt auch Kompetenzen und Kontrollzuständigkeiten an Europa abgegeben werden. Zugleich warnte die Kanzlerin vor zu hohen Erwartungen an den Gipfel. Einen großen Wurf erwarte sie für das Ende des Monats anstehende Treffen noch nicht.”

Wenn, die Nomenklaturisten denken es geht ohne Wahlen und Volksabstimmungen täuschen sie sich und die Menschen :

http://www.youtube.com/watch?v=L_EXN0ovWk4&feature=related

"gg" oder Keule ? Juni 7, 2012 um 04:08

Jetzt da die Wahrheit heraus ist, bedarf es keiner Notrettungsaktionen ala ESM mehr.
Alle insbesondere die Märkte wissen, das ein neuer EU-Vertrag mit Währungsunion so schnell wie möglich erarbeitet werden wird.
Mit der Konsequenz von Wahlen und Volksabstimmungen.
Die Spekulation auf Staatsbankrotte ist beendet.
Bonität für Banken wird erneuert eingeführt, Insolvenzverfahren inklusive. Das moral hazard mit too big to fail und Systemrelevanz ist hiermit entwertet. Over einfach over.
Normalität kann wieder walten.
Europa hat zu sich selbst zu stehen und finden – ohne Erpressung und Diktat.
Befreiung auf der ganzen Ebene.

Parlamentarier ihr seid frei Rettungsschirme abzulehnen.
Demokratie gibt euch diese Legitmation.

"gg" oder Keule ? Juni 7, 2012 um 05:01
wowy Juni 7, 2012 um 10:23
Andreas Kreuz Juni 7, 2012 um 17:21

@Dirk Juni 6, 2012 um 12:07

Die SPD war ja noch nichtmal bereit, Hartz-IV durch die Abschaffung der Sanktionen zu entschärfen, geschweige denn, dieses elende Gesetz abzuschaffen. Die Schuldenbremse wird ebenfalls maßgeblich von der SPD mitgetragen, frage mich also ernsthaft, wie man da “keine unüberbrückbaren Gegensätze” sehen kann…

So wie @fl denkt jemand,
dem links blinken und rechts abbiegen schon in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Degnaphta Juni 7, 2012 um 18:15

Diese Reportagen, die @morph im nebenthread verlinkt hat, sind ziemlich interessant, was den Wandel respektive des Sterben linker Positionen angeht.
habe jetzt die ersten drei Teile eingepfiffen und bin nur etwas enttäuscht über die Enge des Blickes, der tatsächlich geworfen wird.
Die Flash-interviews sind sehr einseitig ausgesucht. Da hätte man eigentlich ein breiteres Meinungsspektrum darstellen müssen. Auch die Fokussierung auf die urbanen Aspekte jener “Protestbewegung” aus den 60er&70ern empfand ich als zu einseitig, da in der Provinz ebenfalls diese Impulse erlebt und umgesetzt wurden. Die main-K-gruppe bei uns in der Gegend hatte mindestens die Hälfte der Teilnehmer aus Arbeiterkreisen. Laut dieser Reportage hätte es das gar nicht geben dürfen.

Aber insgesamt tauchen erstaunlich viele “Ex”-Linke darin auf, die einen pervers bürgerlich-mittig angepassten Eindruck machen. daß so ein runzhaufen wie die SPD noch irgendwie mit links assoziiert wird, macht die Reportagefolge auch ganz gut klar. Ein paar Attitüden aus dem reichhaltigen Angebot der Klischeemerkmale und schwups, darfst du dich Linker nennen.

Natalius Juni 7, 2012 um 23:11

@Degnaphta June 7 18:15
Ich habe mir Gedanken über die zeitlichen Grenzen des “memefection programs links” gemacht. Konkret habe ich mich gefragt, warum es so ist, daß Leute, die nur wenig jünger sind als ich selbst, völlig anders ticken. Ich komme zum Schluss, daß es damit zu tun hat, daß Zeitgeist keine kontinuierliche Qualität besitzt. Es gibt “große Übergänge”/major transitions, die WIR nicht bemerkt haben, weil wir uns das als “Gefangene” nicht vorstellen konnten.

"gg" oder Keule ? Juni 8, 2012 um 02:56

“One of the main combinations that did occur was the strong enhancement of the understanding of “cause and effect”. If you remember way back when I started this presentation I referred to the patterns in the universe that humans use to manipulate our environment. Understanding “Cause and Effect” is the process we use to identify and use those patterns. Memes allow us to use this without having to mutate and produce new body parts.

Our bodies have actually changed in the normal Darwinian way to be able to use this meme information. We are now very capable of using our hands and eyes to manipulate the materials around us to our advantage. We became less specialised.

On the purely mental side, understanding cause and effect has promoted the development of our Machiavellian Intelligence or political skills. Understanding how a conversation or action will affect the thoughts of other members of the community to your advantage or disadvantage, involves many levels of logic, future planning and imagination.

Let me emphasise what the understanding of cause and effect means. A human can look at a pile of rocks and tree branches and see how it can become a house. We can look at strands of vegetable fibre or animal hair and can imagine it all being interlinked to make cloth. Cloth flapping in the wind can be used to drive sailing boats. Long sticks with sharp ends can keep predators at bay and even kill them.

The rest of the animal kingdom that use these “cause and effect” tools have needed mutation and evolution to build these tools into their bodies or to be programmed rigidly into their brains. Think of the beaver, or the weaver bird. They too can build or weave, but that is all they can do, generation after generation. Humans actually don’t have these things programmed into their brains, they are an open book that can be infected with the right memes or to put it in more common parlance, be taught the techniques.

A very important point is that understanding cause and effect requires the ability to think logically. Therefore thinking or, to emphasise my point, the ability to handle and manipulate memes is hugely important in the development of modern humans.

Speaking of thinking, our meme has left the Hall so we can now disclose the message and start to follow it as it transverses the world. Those of you who are destined to pass on the meme will not see this screen as yet.”
aus
http://www.chiboom.net/Six/six.php
if you do not know it :
http://thedailymeme.com/

“Gefangene”!
“Emancipate yourself from mental slavery – non but ourself can free our mind” Bob Marley`s Redemption Song ;-)

"gg" oder Keule ? Juni 8, 2012 um 03:20

Legendary Legend

http://www.youtube.com/watch?v=bHSfYZFug0s&feature=related
44:11

“Some say we have to …” ?
Some not All !
Songs of Freedom

Natalius Juni 8, 2012 um 11:48

gg 2:56: Danke für den link! Kannte ich tatsächlich noch nicht. Das gilt auch für die Doku, auf die Morph hingewiesen hat. Ich frag mich inzwischen, ob man als Kind dieser Generation für so etwas wie “Geriomarxismus” vorgeprägt ist. Inzwischen bereue ich jedenfalls, daß ich vor etwa 10 Jahren anläßlich einer “versuchten Lebensentrümpelung” etwa EinMeterFünfzig dieser dicken blauen Schinken in “die Tonne gekloppt habe”. Für mich war Yuppie-Style komplett unakzeptabel, irgendwie, und die standen auf sowas – blanker Zynismus war das natürlich…
Na ja, das Gefährliche an den “stealth memes” ist ja, daß man glaubt, man hätte sie selbst erdacht. Und dann spricht so’n Unsinn aus einem heraus und erst Jahre später ist man sich dessen bewusst, daß es Unsinn war, denn auf einmal hört man ihn aus tausenden Mündern, der Unsinn ist zur Leitkultur geworden, die sich machtvoll verfestigt. Personen verbinden ihre Existenz mit dem “neuen” Unsinn, leben davon, und das Ganze geht so weiter, bis es nicht mehr weitergeht. Irgendwann entsteht dann “wirklich” neuer Unsinn: Als Geschäftsidee zumeist. “Wirklich” im ursprünglichen Sinne von Wirkung ausübend…

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