Vom Stabilitätsanker

by f.luebberding on 21. August 2012

Begriffe prägen unser Bewusstsein über die Welt. Zumeist denken wir über sie nicht lange nach. Sie erscheinen uns selbstverständlich, weil eindeutig definiert. Unsere Kommunikation würde sofort zusammenbrechen, wenn wir nicht einen Konsens über diese Definition voraussetzten. In der Politik ist der Kampf um die Deutungshoheit von Begriffen das Surrogat für das klassische Schlachtfeld geworden. Wer seine Sichtweise durchsetzt, hat die Schlacht um die lebenden Köpfe gewonnen: Nämlich dass die Menschen den fraglichen Begriff mit seiner Deutung verstehen. Dagegen ist für eine Opposition erst einmal wenig auszurichten. Es dauert zumeist Jahrzehnte bis sich neue Deutungen durchsetzen. Sie setzen nämlich einen Bewusstseinswandel voraus, der aber ohne diesen Kampf zugleich unmöglich wäre. Soziale Bewegungen wie die Frauenbewegung hatten das Potential dieser Strategie Ende der 60er Jahre als Erste erkannt. Gesellschaftspolitische Themen sind daher heute zum bevorzugten Kampffeld von Politik und Medien geworden. Konflikte lassen sich hier am einfachsten demonstrieren, wie etwa gerade die Debatte um das Ehegattensplitting für gleichgeschlechtliche Paare zeigt. Viele in der Union leiden allerdings darunter, dass die Kanzlerin auf diesem Feld konservativer Identitätsbildung nichts mehr zu sagen hat. Um solche Begriffe geht es auch im Blog Neusprech.org. Allerdings versucht man dort hinter deren schicken Fassade zu sehen. Hans Hütt hat sich jetzt mit dem Stabilitätsanker befasst. Den politischen Wunsch nach Stabilität könne der Stabilitätsanker allerdings nur schlecht bis gar nicht erfüllen, so Hütt – und wir sind um eine Hoffnung ärmer.

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Morph August 23, 2012 um 20:21

@gg

soffi…what?

Carlos Manoso August 23, 2012 um 20:27

@ SoziologeX August 23, 2012 um 18:02
„Dies ist längst theoretisch aufgearbeitet, so durch Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle et al.
Sie zeigen auf, wie die Kapitalverwertung im Keynesianismus an Grenzen kam und daher durch den Neoliberalismus ablöst wurde. Von der Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems her war dies tatsächlich „alternativlos“. “

SoziologeX, richtig, „Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle et al.“ haben den Maschinenraum des Tankers „Kapital“ weitgehend entschlüsselt. Ihre Diagnose läuft im wesentlichen daraus hinaus, daß das “Kapital” an einem durch die 3. technologische Revolution bewirkten basalen Prozess der Auszehrung lebendiger Arbeit irreversibel leidet, der sich an der Oberfläche als strukturelle Überakkumulation von fungierendem Kapital bemerkbar macht. Um den unvermeidlichen Totalkollaps hinauszuzögern, blase das irrationale System “Kapital”immer mehr Blasen “fiktiven Kapitals” auf, d.h. sauge die fiktiven Gewinne der Zukunft in die reale Gegenwart und lasse die das real fungierende Kapital so lange es geht durch diese Blasen “fiktiven Kapitals” ziehen. Die Grundlage der realen Kapitalverwertung sei definitiv und irreversibel zerbrochen. Die zwangsläufig gescheiterte Krisenverwaltung jage der Fata Morgana eines “gesunden Kapitalismus” nach, während sie ein völlig irrsinniges Programm der massenhaften Stillegung gesellschaftlicher Resourcen und gigantischer Verarmungsschübe in der Realität umsetze.

Bzgl. der Ursache für den Untergang der „Titanic“ hat Robert Essenhigh von der Ohio State University jetzt eine neue Ursachenanalyse entwickelt. Nach seiner Analyse habe die „Titanic“ bereits mit ungelöschten starken Feuern in den Kohlebunkern den Hafen verlassen. Auf offener See seien die Kohlenfeuer völlig außer Kontrolle geraten. Um die Kohlevorräte vor dem Vordringen der Feuer zu retten, habe man große Teile der noch nicht brennende Kohlevorräte fieberhaft in die Brennkammern der Dampfkessel geschaufelt. Wegen der durch die Rettung vor dem Feuer übermäßig verbrannten Kohlevorräte habe die „Titanic“ deshalb mathematisch zwangsläufig mit höchster Durchschnittsgeschwindigkeit fahren müssen, auch in der Nähe von Eisbergen, um New York mit den restlichen noch nicht verbrannten Kohlen zu erreichen

Wenn jemand den Passagieren den „Titanic“ wissenschaftlich erklärt hätte, daß die „Titanic“ die Wahl habe, wegen der brennenden Kohlevorräte ganz, ganz langsam durch die Eisberge zu fahren mit dem Risiko, daß die „Titanic“ nicht mehr aus eigener Kraft New York erreicht oder daß die „Titanic“ ganz, ganz schnell auf dem kürzesten Wege durch die Eisberge brettern müsse mit dem Risiko, daß die „Titanic“ einen Eisberg rammt, hätten die Passagiere sich vermutlich zu 99% für den allerschnellsten und allerkürzesten Weg entschieden, d.h den nach Unten.

"gg" August 23, 2012 um 20:28

http://soffisticated.wordpress.com/

“Der menschliche Intellekt mag sich dagegen sträuben zu akzeptieren, daß die Qualität der Durchsetzung des Schuldendienstes darüber entscheiden soll, wer kreditwürdig ist und wer nicht. Aber es nützt nichts, es ist so! Warum? Weil Schulden eine soziale Verknüpfung darstellen. Heißt was? Eben: dort wo soziale Bindungen stark sind, entstehen Erfolgsgeschichten!”

oder

Ehrlichkeit->Glaubwürdigkeit->Nachhaltigkeit->Gemeinschaftlichkeit

Morph August 23, 2012 um 20:30

@gg

“Ehrlichkeit->Glaubwürdigkeit->Nachhaltigkeit->Gemeinschaftlichkeit”

…und alle so: YEAHHH !

Keynesianer August 23, 2012 um 20:36

@Morph

“Wozu also ist Dein Wissen gut?”

Was für eine Frage! Ich war ein neugieriges Kind und niemand hat mich gewarnt. ;)

Wenn Du etwas herausgefunden hast, wie etwa die Geschichte mit Marx, dann will das natürlich niemand sonst wissen. Ich wollte es halt wissen, warum jemand, der so einen Käse wie “Das Kapital” verfasst hat, dafür als großer Denker und Revolutionär gerühmt wird bis in unsere Tage und vor allem von der kapitalistischen Presse bis hin zu weissgarnix.

Aber das Wissen “nützt” sozusagen nichts, weil die Leute ungern sich darüber aufklären lassen, wie sie auf irgendwelche Lügen ihr Leben lang hereingefallen sind. Ist auch menschlich verständlich.

Die meisten Menschen schützen sich auch systematisch vor der Sorte von Wissen, mit der man dann in die Abgründe schaut. Es ist ja wenig schön, was hier auf dem Planeten für Verhältnisse herrschen. Das will also niemand wirklich wissen und schon gar nicht Job und Karriere riskieren, etwas zu ändern, und liest dann lieber Luhmann. ;)

Die Dinge sind, wie sie sind, und es ist nicht gut, wenn man es weiß; ja, aber man sollte etwas davon ändern, wenn man es kann.

"gg" August 23, 2012 um 20:43

Echtzeit :

http://www.youtube.com/watch?v=LTZiVUDf6dg

30 Jahre später

enrico, die Letzte August 23, 2012 um 21:01

@Wichtigkeit hat keine Grenzen
Also nicht hier rumstänkern, weil Ihr nichts Besseres zu tun habt. Macht Eure eigenen Blogs.
??????
Also nicht hier rumstänkern, nur weil Ihr etwas schmeichel- und speichelhafteres erwartet habt. Macht Eure eigenen Kommentare.

PS: da hat doch einer neulich gegrübeld, wie man wohl “Mindfuck” passend ins Deutsche übersetzten könnte. Wie wärs mit… “Lübberhütt”?

und tschüsssss…

Schatten von Gold und Inflation August 23, 2012 um 21:07

@Keynesianer

Was war noch mal Deine These: Dass in Krisenzeiten die Zentralbanker immer die Zinsen erhöhen und so der Bevölkerung schaden?

Wir haben seit 2007 eine Krise! Wann werden die Zinsen erhöht?

Ich meine, die gefühlte Inflation liegt jetzt sicherlich über den gewünschten 2 Prozent… Nun meinte man gestern in den “FED minutes” aber etwas von QE3, also einer weiteren inflationären Maßnahme.

Hat Deine Theorie irgendeine Prognosekraft und wenn ja, wann sollte man sein Gold verkaufen?

SoziologeX August 23, 2012 um 21:19

@Carlos ManosoAugust 23, 2012 um 20:27
SoziologeX, richtig, „Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle et al.“ haben den Maschinenraum des Tankers „Kapital“ weitgehend entschlüsselt. Ihre Diagnose läuft im wesentlichen daraus hinaus, daß das “Kapital” an einem durch die 3. technologische Revolution bewirkten basalen Prozess der Auszehrung lebendiger Arbeit irreversibel leidet, der sich an der Oberfläche als strukturelle Überakkumulation von fungierendem Kapital bemerkbar macht. Um den unvermeidlichen Totalkollaps hinauszuzögern, blase das irrationale System “Kapital”immer mehr Blasen “fiktiven Kapitals” auf, d.h. sauge die fiktiven Gewinne der Zukunft in die reale Gegenwart und lasse die das real fungierende Kapital so lange es geht durch diese Blasen “fiktiven Kapitals” ziehen. Die Grundlage der realen Kapitalverwertung sei definitiv und irreversibel zerbrochen. Die zwangsläufig gescheiterte Krisenverwaltung jage der Fata Morgana eines “gesunden Kapitalismus” nach, während sie ein völlig irrsinniges Programm der massenhaften Stillegung gesellschaftlicher Resourcen und gigantischer Verarmungsschübe in der Realität umsetze.

Genau deshalb sind linkssozialdemokratische Vorstellungen, man könne das Problem durch „Umverteilung“ im Rahmen eines erneuten „New Deal“ systemimmanent lösen, objektiv reaktionäre Scheinlösungen.

Keynesianer August 23, 2012 um 21:22

@Schatten

Die Zinsen wurden zwischen 2005 und 2007/8 stark erhöht, zuletzt die EZB noch im Sommer 2008, bis die Konjunktur eingebrochen und damit die Immokrise ausgebrochen ist. Danach erst wurden die Zinsen bis auf fast Null gesenkt.

Die Zinsen wurden bereits erhöht, nicht durch die Zentralbanken, das geht nicht mehr, aber durch die Finanzmärkte für die Euro-Krisenstaaten. Das wurde absichtlich damit inszeniert, dass man angefangen hat, über Haircuts von Staatspapieren zu diskutieren und den ersten Haircut für Griechenland auch umgesetzt hat.

Ist natürlich der reine Wahnsinn und die Griechen befinden sich entsprechend in einer deflationären Depression seit über 2 Jahren.

Was die Geldpolitik und die Finanzmärkte als nächstes inszenieren, kann ich auch nicht wissen, das ist das Problem. Sonst würde ich groß an der Börse darauf spekulieren, aber das können nur die, die ein Teil dieser Finanzmärkte sind.

Generell bin ich Inflationist und halte es für sinnvoll, die Geldvermögen per Inflation zu entwerten, statt mit Haircuts und Crash schwere deflationäre Depressionen auszulösen. Dein Gold solltest Du eher behalten.

Keynesianer August 23, 2012 um 21:32

@SoziologeX

“Genau deshalb sind linkssozialdemokratische Vorstellungen, man könne das Problem durch „Umverteilung“ im Rahmen eines erneuten „New Deal“ systemimmanent lösen, objektiv reaktionäre Scheinlösungen.”

Ich empfehle Dir einmal einen Spaziergang durch die Neubaugebiete am Stadtrand, damit Du die Realität der Leute einmal wieder siehst. Das wird ja in der Schweiz nicht anders sein.

Jedenfalls könntest Du die Bevölkerung höchstens mit einem stalinistischen Terrorregime zu Kommunisten machen. Das ganze Gerede vom der großen Revolution dient nur dazu, die einzig real umsetzbaren Maßnahmen der keynesianischen Politik gegen die Finanzmarktakteure zu hintertreiben.

Die Hoffnungen auf die Weltrevolution werden nur dazu führen, dass die Finanzmärkte die Völker noch weiter ungestört ausplündern können, ohne durch Bankenregulierungen und andere Maßnahmen des Keynesianismus daran gehindert zu werden.

Mache einfach einmal einen Spaziergang am Wochenende durch die Neubauviertel am Stadtrand und frage Dich dabei, wer von den Menschen dort einen totalen Systemwechsel zum Kommunismus unterstützen wird. Für Keynes kann man diese Leute aber schon morgen gewinnen, wenn es gewollt wird und politisch durchgesetzt wird, wie einst der New Deal in den USA.

~ h A l B g O t T ~ August 23, 2012 um 21:37

@morph
“Für meine Begriffe macht es einen Riesenunterschied, ob man die ökonomischen Modelle, die die politische Diskussion beherrschen, kritisch auseinander nimmt (…), ODER ob man nur irgendwelche Mythen daherbetet und alle möglichen Akteure als dumm, krank und böse beschimpft.”
———-

===> … WARUM … die Bänkstermafia, ihre Politclown-Pferdchen und ihre gleichgeschalteten Presstitutierten … schuld sind und zu Recht mit Haßßß gestraft werden … habe ich – für meine Argumentationsketten – oft genug & ausführlich dargestellt. Und zwar wesentlich umfangreicher, strukturierter und belegreicher … als Du Deinen dusseligen, rabulistischen Exkulpationsluhmanismus …

===> … auch ist Dein Vorwurf, die “Nörgler” hätten keine Alternative im Angebot, eine dumm-dreiste Lüge. @Buschbeck und @aifran plädieren beispielsweise für eine staatliche “Monetative”. Meine Alternative …ist bekanntlich “Echte Demokratie jetzt”. Weil an erster Stelle immer die MACHT an sich steht … und erst an zweiter Stelle über wirtschaftliche Detailfragen zu entscheiden ist.

===> … Mein Konzept sieht erstmals im Weltenlauf des Affenplaneten die Einführung einer echten Politischen Macht vor, die nicht mit den Hochfinanzplutokraten identisch ist, sondern über diesen steht, sie reguliert & nötigenfalls stranguliert und die im Interesse des Allgemeinwohles handelt und sich nicht am Spezialwohl der Hochfinanznazis ausrichtet.

===> … ich habe zu diesem Zwecke bereits eine neue Verfassung für das Neue Deutschland entworfen, über die die Deutsen in Bälde nach §146 GG zu entscheiden haben. Diese Verfassung sieht die Einführung der Demokratie in Deutschland vor. Die Zeit ist reif – Zeit daßß sisch was dreht! … gerade Deutschland mit seine unrühmlische Gechichte ist prädestiniert wie kein anderes schland, die Hochfinanznazis ein für alle Mal zu entmachten … und der Menschheit stattdessen die echte Demokratie jetzt zu schenken! Odda.

===> … darüber hinaus ist diese Verfassung zugleich eine universelle Musterverfassung, die ~ Halbgott ~ unentgeltlich auch allen anderen Völkern des Affenplaneten zur Verfügung stellt.

Morph August 23, 2012 um 21:44

@Keynesianer

“Wenn Du etwas herausgefunden hast, wie etwa die Geschichte mit Marx, dann will das natürlich niemand sonst wissen.”

Es könnte ja auch sein, dass Deine Erklärung schwach ist.

“Das will also niemand wirklich wissen und schon gar nicht Job und Karriere riskieren, etwas zu ändern, und liest dann lieber Luhmann.”

Wer Karriere machen will, beschäftigt sich doch nicht mit Luhmann. Die lukrativen Karrieren funktionieren weit entfernt von den kultur- und sozialwissenschaftlichen Theoriediskursen. Was für ein abwegiges Argument!

~ h A l B g O t T ~ August 23, 2012 um 21:48

@keynesianer
“Für Keynes kann man diese Leute aber schon morgen gewinnen, wenn es gewollt wird und politisch durchgesetzt wird, wie einst der New Deal in den USA.”
——————-

===> … der New Deal war ein Flop. Roosevelt ließ AUTOBAHNEN bauen …. und streikende Arrrrbeiter & WKI-Veteranen auf offener Straßße niederfüssilieren. Ab 1936 begann er ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm für den geplanten WKII … (Bilder von der US-Panzerproduktion 1936 liegen Halbgott vor)

~ h A l B g O t T ~ August 23, 2012 um 21:55

@morph
“Wer Karriere machen will, beschäftigt sich doch nicht mit Luhmann. Die lukrativen Karrieren funktionieren weit entfernt von den kultur- und sozialwissenschaftlichen Theoriediskursen. Was für ein abwegiges Argument!”
——-

===> … mit deinen Krudenthesen könntest du dich sofort bei der CIA bewerben. Und wenn du dich bewährst – etwa in der Entwicklung und Umsetzung von subversiven AgitProp-Kampagnen zur Zersetzung anderer Staaten oder zur Desinformation des eig’nen Volkes, dann kannst du da auch eine sehr lukrative Karriere machen! … im Erfolgsfall bekömmst du dann auch millionenschwere Gewinnbeteiligungen … etwa als Partner bei Albright & Co. …

Morph August 23, 2012 um 22:01

@HG

Das Interesante an der Monetative ist nicht das Plädoyer für sie, sondern ihre ökonomische Funktionalität und institutionelle Struktur. Die gälte es zu beschreiben und zu diskutieren. Hier in einem thread links auf entsprechende Websites zu setzen ist einfach nur dümmlich. Als würde nicht jeder, der sich für die Materie interessiert, relativ bald auf dieses Konzept stoßen. Mag ja sein, dass die Monetative eine gute Idee ist, @aifrans Engagement hierfür ist allerdings ein Bärendienst, denn seine Kommentare sind von einer so trübseligen Nullität, dass damit die Idee nur diskreditiert werden kann. @Buschbeck ist ein komplett anderer Fall: Der argumentiert ja!

Und Du bist mit Deiner Dada-Performance zwar sehr unterhaltsam, aber eben argumentativ nicht weder überzeugend noch anschlussfähig (aber immerhin lieferst Du etwas mehr als @aifran, wenn auch ziemlich viel VT, antiislamistische Hetze usw.).

SoziologeX August 23, 2012 um 23:13

@KeynesianerAugust 23, 2012 um 21:32
Mache einfach einmal einen Spaziergang am Wochenende durch die Neubauviertel am Stadtrand und frage Dich dabei, wer von den Menschen dort einen totalen Systemwechsel zum Kommunismus unterstützen wird. Für Keynes kann man diese Leute aber schon morgen gewinnen, wenn es gewollt wird und politisch durchgesetzt wird, wie einst der New Deal in den USA.

Die Akzeptanz von vulgärökonomischem Populismus bei der Bevölkerung kann doch kein wirkliches Argument sein. Dafür finden sich immer Mehrheiten am Stammtisch.

Natürlich sind sie für Steuererhöhungen, wenn sie selbst nicht betroffen sind und es nur „die Reichen“ trifft.
Andernfalls stimmen sie – wie in Hessen – für eine „Schuldenbremse“ und somit für eine Austeritätspolitik.

Das entscheidende Argument ist jedoch, dass mit keynesianischen Rezepten angesichts der technologischen Entwicklung keine Lösungen der strukturellen Kapitalverwertungsprobleme möglich sind. Selbst Ober-Keynesianer wie Strobl haben dies irgendwie begreifen müssen.
Künstlich „Arbeit“ in der Realwirtschaft durch „Löcher buddeln“ etc. zu schaffen, löst keine strukturellen(!) Probleme bei der Kapitalverwertung , sondern verschärft diese.

~ h A l B g O t T ~ August 23, 2012 um 23:15

@morph
“Das Interesante an der Monetative ist nicht das Plädoyer für sie, sondern ihre ökonomische Funktionalität und institutionelle Struktur.”
———-

===> … die Funktionalität & Struktur würde dann natürlich insbesondere bedeuten, daßß nicht mehr Bänkstertrojaner wie Greenspan, Bernanke, Meyer, Draghi ihre Kumpels beim Bänkstersyndikat die Kohle hinten und vorne rein stopfen könnten. Die Staatsfinanzierung würde nicht mehr über Staatsanleihen laufen … sondern über “Nettogeld”. Hat natürlich auch seine Risiken, abba angesichts dessen, was in den USA und seit dem Euro auch in Europa abgeht ist die Einführung einer Staatlichen Monetative alternativlos – allerdings mußß ZUERST natürlich die echte Demokratie jetzt realisiert worden sein …

“Und Du bist mit Deiner Dada-Performance zwar sehr unterhaltsam, aber eben argumentativ nicht weder überzeugend noch anschlussfähig ”
——————–

===> … ich sehe es gerade genau andersrum: … ich halte DICH für einen argumentationslogischen Wackelpudding in Waschbärgestalt. Dein Luhmanismus ist ein unendliches Möbiusband bei dem es keinen Anfang und kein Ende gibt, wobei Anfang und Ende aber zu keinem Zeitpunkt zusammen passen.

===> … eine strukturierte Analyse ist doch ganz einfach: … da sind zunächst die Objekte “Bänker,”Politiker” und “Medienleute”, die du im Gegensatz zu mir für unschuldig hältst. Dann gibt es die Ordnungssysteme “Demokratie”, “Kapitalismus /Soziale Marktwirtschaft”. Und dann gibt es dazu jeweils eine normative Narrative und eine deskriptive Realitätsbetrachtung. Das ist die Matrix, die dann süstematich abgearbeitet werden mußß. Das ist eine Aufgabe, die jeder Abiturient in einem Deutschaufsatz besser hinbekommen müßßte, als Du mit Dein verworrene Luhmanismus, @morph.

Beispiel “Medien”
———————–

I) Normative Narrative:
- die Wahrheit berichten und nix als die Wahrheit. Auf keinen Fall die Bürger vorsätzlich anlügen oder manipulieren.
- als unabhängige 4. Gewalt im Staate … die Politik und die Wirtschaft überwachen und kritisch und mit neutralem Sachverstand hinterfragen … zum Wohle der Allgemeinheit

II) Deskriptive Realitätsbetrachtung:
- die BRDDR-Medien sind gleichgeschaltet, lügen und manipulieren.
- sie überwachen nicht Politik und Wirtschaft, sondern verbreiten Propaganda & Desinformation in deren Interesse.

Praxisbeispiele:
- aktuelle extrem einseitige und oft sogar krass gelogene Berichterstattung über den Sürjenkrieg. Ebenso war’s bei Irak, Afghanistan, usw.
- wer Erika Kasner ist habe ich erst 2008 im Internet erfahren. Die Medien haben bis heute noch nicht die äusserst fragwürdige Konvenienz von Mutti hinterfragt, deren Familie ja bestens in den totalitären Unrechtsstaat DDR integriert war. Das wäre aber spätestens bei ihrer Kanzlerkandidatur damals fällig gewesen, hätten die Medien ihren selbstpropagierten Anspruch ernst genommen.
- einseitige und nachweislich falsche Berichterstattung zum Euro in den 90′ern vor der Einführung, wie heute beim Eurogau.
- die Medien behaupten heute noch, daßß islamistische Terroristen mit 2 Flugzeugen drei riesige Wolkenkratzer in die Luft gesprengt hätten … obwohl das pfysikalich gar nicht geht. Zuvor sollen sie Anthrax-Briefchen an Senatoren geschickt haben.

Zur Demokratie und zum Kapitalismus sind ähnliche Dekonstruktionen anzufertigen. Insbesondere ist darzustellen wie weit Anspruch (normativ) und Wirklichkeit (deskriptiv) auseinanderliegen. Hat man das sorgfältig gemacht, dann kommt man genau auf ~ Halbgott’s ~ Erkenntnisse … Luhmanismus ist Quark!

===> … und wann soll ich “antiislamische Hetze” betrieben haben?? … ich habe mich nur gegen eine weitere Massenimmigration von Moslems und anderen Immigranten ausgesprochen und fordere eine basisdemokratische Volksabstimmung u.a. in dieser Frage! … ausserdem habe ich festgestellt, daßß es ein gewaltiges Problem mit Migrantengewalt gibt, was von den Systemmedien geleugnet wird, so wie die MSM auch die Islamisierung Deutschlands und Europas an sich leugnen.

~ h A l B g O t T ~ August 23, 2012 um 23:33

@morph

… ich “nicht anschlussfähig” ???

===> … dazu stelle ich fest:

- ich kriege jeden Tag waschkörbeweise Fanpost!
- @Stephan mußßte mittlerweile seine Pro-Euro-Stellung bedingungslos räumen und ist zu meiner Endlösung in der Euro-Frage übergelaufen
- Katja Kippelding hat meine Idee raubkopiert, Eltern gesetzlich zusätzliche Urlaubstage zu schenken.
- der “Politclown” ist ein rethorischer Kampfgolem, den ~ Halbgott ~ vor 4,5 Jahren in wgnX sein Blog das leben eingehaucht hat .. und der seitdem in abermillionen Internetkommentaren tödliche Delegitimierungs-Hetzjagd eben auf die Politclowns und deren Hintertanen macht … wer hat’s erfunden? .. ~ halbgott ~ hat’s erfunden !!!
- usw, uwf, etc., pp.
- deine These scheint hingegen kaum Anhänger zu finden … odda?

SoziologeX August 24, 2012 um 01:11

@Carlos Manoso

Noch dazu:
Um den unvermeidlichen Totalkollaps hinauszuzögern, blase das irrationale System “Kapital” immer mehr Blasen “fiktiven Kapitals” auf, d.h. sauge die fiktiven Gewinne der Zukunft in die reale Gegenwart und lasse die das real fungierende Kapital so lange es geht durch diese Blasen “fiktiven Kapitals” ziehen. Die Grundlage der realen Kapitalverwertung sei definitiv und irreversibel zerbrochen.

Den „Totalkollaps hinauszuzögern“, darum geht es seit den 70-er Jahren (vgl. „Grenzen des Wachstums“). Eine spannende Frage ist, wie dies in den vergangenen vier Jahrzehnten gelungen ist. Aber dies will ich hier nicht diskutieren, sondern mich der Frage zuwenden, was danach kommt.

Meine These dazu ist, dass es heute in der Strategie der Herrschenden nicht nur darum geht, den „Totalkollaps hinauszuzögern“, sondern den „Totalkollaps“ zu vermeiden. Und zwar durch „System Change“.

Es haben doch nicht nur Kurz et al. begriffen, dass sich das gegenwärtige System in einer Endphase befindet und durch ein neues ersetzt werden muss. Nur bei den depperten Ignoranten ist noch nicht der Groschen gefallen, dass wir uns inmitten eines gesellschaftlichen Systemwandels befinden.

topi August 24, 2012 um 04:11

@ Soziologe X; @ Carlos Manoso

Zitat SozX (mit ausdrücklicher Zustimmung durch CM ;–)

“Dass es angeblich „nach der WWK I über Jahrzehnte eine Bewegung in die andere Richtung gab“, ist schlicht und einfach eine falsche Behauptung.

Denn der Kapitalismus kennt und kannte immer nur eine Richtung, nämlich die profitträchtige Kapitalvermehrung.”

Und diese Verknüpfung ist einfach nur eine dumme Behauptung.

Natürlich bedeutet Kapitalismus profitträchtige Kapitalvermehrung. Das sat aber nichts über die notwendige Höhe des Profits aus.

Die Veränderung der EInkommenskonzentration, die auch zu einer deutlichen Änderung der Vermögenskonzentration führte, ist ein Fakt. Mehr nicht.

“Es gab Zeiten mit anderen Rahmenbedingungen.
So den Rüstungskeynesianismus in der WKII-Vorkriegsära, so den Wiederaufbau-Boom nach der großen Zerstörung im WK II.”

Ja.

Und?

DESHALB mussten EInkommens-und Vermögenskonzentration sinken?

Das ist Bullshit, die EInkommenskonzentration sank aufgrund politischen Handelns, welches motiviert durch Machterhalt (und teilweise wohl auchgepaart mit Veränderungswunsch) war.

Die Panzerbude hätte seine Schmuckstücke natürlich auch zu niedrigeren Löhnen/höheren Gewinnen an den Staat verticken können, und die Waschmaschinen- oder Autobuden ihren Krempel ebenso an die Lonsumenten.

Natürlich nur einzelwirtschaftlich! Volkswirtschaftlich müssen Nachfragewünsche und Ausgabevermögen, also der beständige Geldzufluss, aus Primäreinkommen oder sekundäre Verteilung oder Krediten, in EInklang sein..

” Doch bereits der Vietnamkrieg ist Ausdruck eines Rüstungskeynesianismus und einer monetären Blasenbildung. Daraus resultierte der Zusammenbruch des Bretton Woods Systems.

Und nach dem Vietnamkrieg gab es DAHER für den Wohlstand der arbeitenden Bevölkerungen des Westens im Großen und Ganzen nur in eine Richtung, nämlich bergab.”

WOHER?

Oben war Rüstungskeynesianismu noch der bestimmende Umstand, dass die EInkommensverteilung sich zugunsten von Michel und Erna verschieben konnte.
Oder war Bretton Woods das entscheidende?
Falls du das meinst: natürlich nicht. Die FInanzsektorregulierungen wären auch ohne FIxwechselkurssystem weiterhin möglich gewesen.

“Dies ist längst theoretisch aufgearbeitet, so durch Robert Kurz, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle et al.
Sie zeigen auf, wie die Kapitalverwertung im Keynesianismus an Grenzen kam und daher durch den Neoliberalismus ablöst wurde. Von der Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems her war dies tatsächlich „alternativlos“.”

Wenn sie nicht mehr “zeigen” als du hier angibst, “zeigt” das gewaltig ins Blaue. Aber dazu im nächsten post.

“Wenn linke Sozialdemokraten, wie Oskar Lafontaine, Albrecht Müller, Heiner Flassbeck, Gregor Gysi, Sarah Wagenknecht … die Illusion propagieren, mit einer „richtigen“ sozialdemokratischen Politik wäre IM System eine Rückkehr zu den guten, alten Zeiten mit „Wohlstand für alle“ kommen, dann ist dies objektiv eine Lüge.

Denn niemals funktioniert ein Kapitalismus ohne profitträchtige Kapitalvermehrung.”

Die “objektive Lüge” zeigt gerade Island?
Deine Aussage hat den Charakter “Wenn der Mond aus Käse ist, wird er von Mäusen bewohnt.”
Deine Voraussetzung ist falsch, da kannst du natürlich folgern was du willst.

Daneben ist dein Denkmuster “die rechten machen alles nur immer schlimmer, weil sie Büttel des Kapitals sind, aber die Linken können es gar nicht anders machen, weil geht nicht”, einfach nur unlogisch.
Dann lass dein Bashing sein, dann ist es wenigstens konsistent.

“Zu keinem Zeitpunkt haben Oskar Lafontaine et al. ein Konzept vorgelegt, indem sie aufzeigen, wie es möglich sein soll, einerseits die profitträchtige Kapitalvermehrung zu erhalten und andererseits eine „neue Politik“ in Richtung „Wohlstand für alle“ zu machen. Alles, was sie konkret in die Diskussion einbringen, wie Steuererhöhungen, Lohnerhöhungen, Vermögensumverteilung etc., geht zu Lasten einer profitträchtigen Kapitalvermehrung und der Vermögen der Reichen.”

Ja natürlich geht es zu Lasten der Profittracht.

Aber auch ein geringerer Profit ist ein Profit! Dein Ausschlusskriterium ist also Unsinn, solange es mit geringeren Profiten weitergehen könnte.
Und die geringeren Profite kommen bei einem deflationären Zusammenbruch natürlich um so stärker; die einzelne Rate kann vielleicht erhalten bleiben, kann jeder für sich hoffen, aber die Summe möglicher Profite ist bei BSP 11 Billionen natürlich dramatisch höher als bei BSP 4 Billionen.

” Und hat deshalb angesichts der realen Machtverhältnisse überhaupt keine Chance auf Realisierung.”

Das hat nichts mit “deshalb” zu tun sondern ist ein völlig anderes Argument.

Selbstverständlich hat der Kapitalist nie ein Interesse an sinkenden Profiten. Trotzdem gab es Jahrzehnte mit deutlich redizierten Profiten.

topi August 24, 2012 um 04:34

Zum Rüstungs-und Aufbaukeynesianismus.

Der war eben keine “Rahmenbedingung”, die vom Himmel gefallen ist.

Mit der WWK I brach der Gesamtverschuldungsaufbau ab.
(oder mit letzterer erstere aus. :roll: )
guggst du, immer wieder lehrreich.
http://www.fils.at/wp-content/uploads/2009/01/2008-01-13-us_gesamtverschuldung.jpg

Die EInkommensverteilung war so ungleich geworden, dass es immer größere Neuverschuldung (im Gesamtsystem,also nicht nur Staaten sondern auch Private oder Finanzer oder Unternehmen) brauchte, um das Sozialprodukt zu räumen.

Irgendwann ist das Vertrauen in Nachschuldner weg, dramatischer Einbruch des BSP ist die logische Folge, wenn alle “SPAREN” wollen/müssen.

EIne Lösung für die jährliche Sozialprodukträumung braucht die entsprechende Veränderung der EInkommen, oder, andere Möglichkeit, der Realausgabenwünsche (also Schlösser, Yachten und Panzerbuden).

Die ist auf einem möglichst hohem Niveau des BSP nur mit massivem Staatseingriff möglich.

Ob nun New Deal oder Rüstung, oder Schulspeisung und Altenheime, ist saldenmechanisch egal.

Der Keynesianismus setzte sich nicht als “Rahmenbedingung” durch, weil alle einsahen, dass es durch Lohnerhöhungen auch dem Besitzer der Autobude insgesamt besser gehen wird.
Sondern weil die Auswirkung weiter Abwärtsspiralen-Austerität so drastisch waren, dass die Menschen den Politikern einfach auf die Fresse gehauen hätten (haben), wenn sie mit “Stabilitätsankerei” weitergemacht hätten.

“Wachstum auf Pump” gesdamtgesellschaftlich abzubauen hieße nämlich, das Sozialprodukt auf ein Niveau zu senken, bei dem auch der Reiche und SUperreiche nur noch so wenig verdient, dass er alles real ausgibt. Man kann sich vorstellen, was dann so für Erna übrigbleibt.

Der Abbau der Verschuldung, also der Geldvermögen, in den 30ern und 40ern, durch drastische Besteuerungen oder Zwangsanleihen oder oder oder führte dann dazu, dass auf der wieder relativ gesunden Basis an “Kapital” hohe Renditen möglich waren, auch mit hohen Löhnen.

Die Grafik zeigt die USA, andere Länder wären sehr interessant; sitzt doch bestimmt einer der Mitleser an der Uni und hat Zugriff auf Studenten, das wäre doch mal eine schöne Bachelorarbeit. :roll:

Dort gab es keine Kriegszerstörung!

Alleine der Abbau der Geldvermögen sorgte für die hohen Renditen trotz hoher Löhne, in Europa kamen die realen Zerstörungen noch dazu.

Natürlich kommt der Punkt, an dem die Renditen sinken müssen.
Aber das ist kein Argument, dass es dann neoliberal weitergehen musste; höhere Renditen will der Kapitalist immer und überall!

Und wenn euro Logik stimmt, dann wäre jetzt welche “Rahmenbedingung” notwendig? :roll:

Aber nein, diesmal ist alles anders, und es muss der totale Zusammenbruch kommen. Oder der Feudalismus.

topi August 24, 2012 um 04:35

“===> … der New Deal war ein Flop.”

Fahr hin, dann siehst du deinen Flop.

Die Infrastruktur gibts doch heute noch, und vieles wäre privat einfach nicht entstanden. :roll:

Systemfrager August 24, 2012 um 06:55

Kapitalismus (laissez faire Marktwirtschaft) funktioniert nicht
Sie funktioniert nur in der idiotischen Theorie von Dampflokingenieuren Walras und Pareto, in der Wirklichkeit nicht
1: Sich selbst überlassen, kann die freie Marktwirtschaft in der Tat problemlos wachsen. Sie steigert dann zugleich ihre Produktivität, so erfolgreich, wie es bei keiner anderen ökonomischen Ordnung bisher der Fall war. Hört aber das Wachstum auf, aus welchen Gründen auch immer, bricht die freie Marktwirtschaft in sich zusammen. Dieses Problem wurde schon den klassischen Ökonomen am Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt und unter den Namen ökonomische Krisen und ökonomische Zyklen untersucht.
2: Der periodische Zusammenbruch der Marktwirtschaft beginnt mit Absatzproblemen bei einem Teil der Unternehmen. Diese Unternehmen drosseln dann ihre Nachfrage, so dass sich die Absatzprobleme auf die ganze Wirtschaft nach dem Dominoeffekt ausweitern, die dann in einer kurzen Zeit zusammenbricht. Ganz unerwartet stellt mehr oder weniger jedes Unternehmen fest, dass es mehr produziert hat, als seine Kunden kaufen wollen, was sich durchaus als eine allgemeine Überproduktion („general glut“) verstehen lässt. Etwas anders ausgedrückt, die Kunden fragen weniger Güter nach, als die Unternehmen anbieten, so dass sich die Lage auch als allgemeiner Nachfragemangel bezeichnen lässt.
So sind die Tatsachen, die man nur in einem Kreislaufmodell logisch streng erklären kann

Morph August 24, 2012 um 07:56

@HG

“- deine These scheint hingegen kaum Anhänger zu finden … odda?”

Welche These? Du willst die Welt verändern, nicht ich. Ich überlege nur, ob an den Weltverbesserungsideen, die her und dort vorgestellt werden, nicht vielleicht etwas dran ist, denn dass es schwer erträgliche Zustände auf der Welt gibt, bestreite ich ja nicht, und wenn einer tatsächlich eine praktikable Idee der Weltverbesserung vorstellen würde, die ich in meiner Blindheit/Blödheit bisher übersehen habe, dann wäre ich der erste, der sich dafür begeistern ließe. Ich sehe hier aber leider nur lächerliche Kampfparolen (à la eschte Demokratie jetzt! regelmäßige Scherbengerichte fürs Politpersonal!) und alte Leute, die ihre Jugendlektüren vor sich herbeten wie Pfadfinderlieder und irgendwas von Systemwechsel nuscheln.
Ansonsten sehe ich nur verschieden aspektierte Forderung einer sehr weitreichenden Entschuldung (von Graeber bis @topi), die zunächst einmal auf eine ungeheuere Masse an Vertragsbrüchen hinauslaufen würde. Darin liegt zunächst einmal kein Moment der Weltverbesserung, sondern eines der Weltverunsicherung. Eben deshalb wird sie ja auch koste es, was es wolle hinausgezögert.
Das würde konkret sicher auf eine Art Revolution hinauslaufen, aber nicht auf einen Systemwechsel, und auch nicht auf ‘echte’ Demokratie (was immer das sein soll… bei Dir klingt mir das immer unangenehm nach Volksgemeinschaft).

"gg" August 24, 2012 um 07:58

topi am morgen vertreibt Kummer und Sorgen . ;-)

erzähl einfach in die Zukunft ohne wenn und aber …

Morph August 24, 2012 um 08:12

Also, @HG, eine These, ein Plädoyer habe ich doch: Angesichts der überkomplexen und offenbar sehr fragil gewordenen Schuldverhältnisse, deren nachhaltige Bewirtschaftungsmöglichkeit in höchstem Maß unwahrscheinlich ist, gilt es, die Nerven zu behalten und nicht zu regredieren!

Hier meine shortlist der kurrenten Regressionsspiele, wie sie sich auch hier im Blog beobachten ließen/lassen: Ultraliberalismus, ‘das deutsche Vorbild’, direkte Demokratie, Staatsabsolutismus, Antisemitismus, Ufoglaube & Esoterik. Islamische Gotteskrieger sind hier im blog noch nicht aufgetaucht (leider, muss ich sagen, wäre mal was Neues hier).

Systemfrager August 24, 2012 um 08:12

@Morph
>>> die zunächst einmal auf eine ungeheuere Masse an Vertragsbrüchen hinauslaufen

Verträge? Das sind also Verträge!
Nein! Wenn die Kriminellen den Politikern Gesetze diktieren (= westliche parlamentarische Demokratie), dass sind keine Verträge.

Frankie Bernankie August 24, 2012 um 08:28

@morph

“Bzw., wie die Amis so gemein fragen:
If you’re so smart, how come that you ain’t rich?”

Deswegen sind lt. einer Umfrage von 2003 39% der US-Amerikaner davon überzeugt, dass sie zu den reichsten 2% ihres Landes gehören oder bald dazugehören werden (!).
Wenn man schon so fett ist, dann will man nicht auch noch unsmart sein.

Diese Mischung aus Autosuggestion und Lakonie – herrlich! That Hollywood!

Hollywood ist meiner Meinung nach sowieso das beste Argument für die Leitwährung Dollar, und ich denke , das sieht auch die Restwelt so: eine Währung , hinter der dauernd so coole Typen wie Bruce Willis oder di Caprio her sidn, kann keine schlechte Währung sein.

Keynesianer August 24, 2012 um 09:10

@Morph

“Ansonsten sehe ich nur verschieden aspektierte Forderung einer sehr weitreichenden Entschuldung (von Graeber bis @topi), die zunächst einmal auf eine ungeheuere Masse an Vertragsbrüchen hinauslaufen würde. ”

Du hast den Unterschied zwischen @Topi und Graeber also genau kapiert und willst den vernebeln. Der von den kapitalistischen Massenmedien nicht ohne Grund hochgejubelte Graeber propagiert nämlich den “Haircut” oder “Schuldenschnitt”, also die “ungeheure Masse an Vertragsbrüchen”. Deren Problem wäre nicht das Unrecht, sondern die vorher damit einhergehenden Zinssteigerungen in den betroffenen Staaten und die Kapitalflucht aus einem Land ins nächste, was für Finanzspekulanten der Sorte “Soros” sehr lukrativ werden kann. Das ist der Grund für den Jubel der Medien über Graeber und warum die Ideen von @Topi nicht in die Zeitungen kommen.

Unser @Topi hat mit Schuldenschnitten nun wirklich nichts zu tun und möchte im Gegenteil einen ganz sanften Schuldenabbau per Inflationierung und Besteuerung der Reichen. Also einfach steigende Löhne und damit sinkende Realverschuldung. Es kann so einfach sein, wie es ja auch Buschbeck hier immer wieder und oft genug erklärt hat.

Was die Anhänger des “Neomarxismus” wieder gar nicht sehen wollen, denn die betreiben die Verschärfung der Krise, weshalb Figuren wie Kurz auch immer wieder von der Sueddeutschen bis zur ZEIT gepflegt wurden. Es hat also alles seinen logischen Zusammenhang, vor allem die Neoliberalen und die Marxisten. ;)

ppp August 24, 2012 um 09:13

Hinweis:
Kommentar von ppp August 24, 2012 um 08:10 übrigens nicht von mir, der ich als ppp hier ab und zu einen Kommentar hinterlasse.

Linus August 24, 2012 um 11:01

@topi:
““===> … der New Deal war ein Flop.”
Fahr hin, dann siehst du deinen Flop.
Die Infrastruktur gibts doch heute noch, und vieles wäre privat einfach nicht entstanden.”

Ich kenne bis heute keine wirklich stichhaltige Begründung, warum der New Deal funktioniert hat. Da gibt es Meinungen wie Abkehr vom Goldstandard, Stärkung der Arbeitnehmerrechte, Besteuerung hoher Einkommen, staatliche Investitionen, WWII etc..

Gut möglich, dass es die Summe der Massnahmen/Ereignisse war.

Wenn wir aber nicht genau wissen, warum das funktioniert hat, ist es mE gefährlich, darauf zu hoffen, dass so etwas wieder funktionieren würde, und es deshalb als Lösung anzupreisen. Das ist pure Cargo Cult Science.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult-Wissenschaft

Linus August 24, 2012 um 11:12

PS: Ich bezweifle, dass eine steuerlich induzierte Verteilung von Oben nach Unten durch den New Deal tatsächlich ausgereicht hätte, um das System wieder zu stabilisieren. Wahrscheinlich war sie sogar marginal. Ich vermute eher, dass es iW die Erschliessung neuer Märkte war (z.B. Infrastruktur, Rüstung), die hier gewirkt hat.

Techniker August 24, 2012 um 11:12

@lily
musst mal deine Cookies löschen. Mit denen werden solche Tricks gemacht.
Am besten in den Browser-Einstellungen den Haken setzen bei “Cookies beim Beenden löschen”.

Systemfrager August 24, 2012 um 11:25

@Linus
>>> Wenn wir aber nicht genau wissen, warum das funktioniert hat, …
Doch. Das wissen wir:
2. Phase des ökonomischen Zyklus: Die Erholung (Aufschwung)
Die Schaffung der neuen Nachfrage durch schuldenfinanzierte Investitionen

2. Phase des ökonomischen Zyklus: Die Erholung (Aufschwung)
Das mag vielleicht in der Theorie funktionieren, aber in Wirklichkeit …

Bemerkung:
Zwischen wissen und wissen wollen liegen aber Welten

Anmerkung HH
Werbung für Unsinn kann der “Systemfrager” auf seiner eigenen Seite produzieren, wie er lustig ist.

lily August 24, 2012 um 11:35

@ techniker

danke aber bei mir werden keine cookies gehortet, ich horte nix. bei mir gehts zu wie bei der freiwilligen feuerwehr, was etwaige brandherde betrifft.

SoziologeX August 24, 2012 um 12:21

@KeynesianerAugust 24, 2012 um 09:10
Unser @Topi hat mit Schuldenschnitten nun wirklich nichts zu tun und möchte im Gegenteil einen ganz sanften Schuldenabbau per Inflationierung und Besteuerung der Reichen. Also einfach steigende Löhne und damit sinkende Realverschuldung. Es kann so einfach sein, wie es ja auch Buschbeck hier immer wieder und oft genug erklärt hat.

Scheitert „einfach“ daran, dass die Reichen – und mit ihnen die Mittelklassen – nicht bereit sind, ihre Einkommen und Vermögen „per Inflationierung und Besteuerung“ entwerten und reduzieren zu lassen.

Was die Anhänger des “Neomarxismus” wieder gar nicht sehen wollen, denn die betreiben die Verschärfung der Krise, weshalb Figuren wie Kurz auch immer wieder von der Sueddeutschen bis zur ZEIT gepflegt wurden.

Wie soll denn Kurz eine „Verschärfung der Krise“ betrieben haben?
Er war ein Theoretiker, welcher die kapitalistische Entwicklung analysiert hat.

Es hat also alles seinen logischen Zusammenhang, vor allem die Neoliberalen und die Marxisten.

Ja, hat es.

Für die Kapitalisten hat das kapitalistische System vor allem die Funktion, Möglichkeiten zu IHRER Selbstbereicherung zu bieten.
Dies im Gegensatz zu jenen Systemapologeten und blinden Systemfreunden, welche den Kapitalismus unter der falschen Perspektive einer VOLKSwirtschaft betrachten, so als ginge es darum, mit diesem System „Wohlstand für alle“ – also fürs Volk – zu schaffen“.

Von der kapitalistischen Systemlogik her ist letztere Vorstellung geradezu idiotisch, denn der Kapitalismus hat seine Funktionsbasis darin, dass eigentumslose Menschen GEZWUNGEN werden, als Lohnarbeiter ihre Arbeitskraft zu verkaufen bzw. als Sozialhilfeempfänger – s. Workfare – einzusetzen, um überleben zu können.
http://www.rotekulturlinks.de/img/Nehme%20jede%20Arbeit1.jpg

Im Gegensatz zu linken Sozialdemokraten, Ordoliberalen etc., welche ein illusionäres Deutungsmuster bezüglich des Kapitalismus propagieren, sehen kritische Marxisten – wie die Kapitalisten selbst – den Zweck der Marktwirtschaft in ihrer Funktion als legaler Bereicherungswirtschaft.

Hierin besteht der “logische Zusammenhang”.

Linus August 24, 2012 um 12:55

@Systemfrager:
Wie topi’s Grafik zeigt:
Der Staat hat sich in der Tat stärker verschuldet. Ansonsten ist die Gesamt-Verschuldung gegenüber dem BIP bis 1945 drastisch zurückgegangen. Insofern finde ich die Erklärung mit den “schuldenfinanzierten Investitionen” nicht schlüssig. Schulden hat allenfalls der Staat gemacht.

Ich frage mich sowieso, wie da eigentlich entschuldet wurde. Sind die aus den Schulden rausgewachsen?

Systemfrager August 24, 2012 um 13:12

>>> Ich frage mich sowieso, wie da eigentlich entschuldet wurde. Sind die aus den Schulden rausgewachsen?
1: Wenn die Wirtschaft wächst und auch Löhne, mit ordentlichen Steuernsätzen ist das kein Problem.
2: Amerikaner sind pragmatisch. Sie lassen moderat das Geld drucken, dann kommt keine wesentliche Inflation
3: Und voer allem die Waffen und Infrastruktur brauchen keine Inflation zu verursachen

Linus August 24, 2012 um 13:42

@Systemfrager:
” Wenn die Wirtschaft wächst und auch Löhne, mit ordentlichen Steuernsätzen ist das kein Problem.”

Mag sein, trotzdem hätte ich gern gewusst, wie das genau funktioniert hat. Offensichtlich haben die Corporates ihr Schulden/BIP drastisch abgebaut. Haben sie ihre Schulden auch absolut abgebaut? Ich habe halt leider keine Daten, Grafiken.

Zu 2. und 3.: Wegen Inflation habe ich da keine Sorgen.

Rum wie num. Offenbar hat sich an Stelle der Corporates nun der Staat verschuldet. Und – staun – das hat was genutzt. Mir scheint, es liegt durchaus nicht nur an Investitionen, sondern auch daran, welche Investitionen getätigt werden, eben die “breite” Erschliessung neuer Märkte. Und da ist der Staat sicherlich die beste Adresse. Damit ist aber auch der Mechanismus ein deutlich anderer. Es geht eben nicht nur darum, einfach Geld zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus hält eine solche Lösung nicht auf Dauer. Das Verteilungsproblem ist nur zeitweise durch neues Wachstum gelöst. Auch die Erschliessung neuer Märkte wird von Mal zu Mal schwieriger. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man wieder im selben Problem steckt. Da kannst du fast die Uhr danach stellen.

Im Übrigen liegt das Verhältnis Schulden/BIP heute z.T. bei über 1000%. Unwahrscheinlich, dass man da ohne Bilanzbereinigung davonkommt.

Treidelstein August 24, 2012 um 13:49

@ Morph – “Den Humanismus zu verwirklichen wäre ein Klacks, wenn alle Humanisten wären.”

Nee, da muß ich mal @Lemming/ceteris zitieren, der dazu seinerzeit schrieb: Dann würden sie erst mal anfangen, sich gegenseitig als Bastard-Humanisten zu beschimpfen…

@ ~HG~ – “Die Staatsfinanzierung würde nicht mehr über Staatsanleihen laufen … sondern über “Nettogeld”.”

Schreib doch mal bei Gelegenheit was über Dein Nettogeld-Modell, Du alter Währungspolitiker. Das ist gewiß interessanter, als hier Deinen ewigen Privatkrieg mit @Morph zu veranstalten, mit beiderseits immer wiederkehrenden Argumenten/Polemiken, was vermutlich nicht nur mich inzwischen nur noch zum Gähnen bringt.

@ HH

Und nun hör doch schon auf, immer des @Systemfragers Kommentare zu verstümmeln. Der spielt hier ein bissel Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Mal bringt er ziemlich interessante Kommentare und Links, ein andermal schlitzt er verbal “Huren”. Also solange er zwischendurch auch immer mal Jekyll ist… und beim Schlitzen nicht wirklich Blut fließt…

und nochmal @ Morph – “weitreichende Entschuldung … die zunächst einmal auf eine ungeheuere Masse an Vertragsbrüchen hinauslaufen würde.”

Da frage ich mich, ob Ultra-Legalismus in dieser Frage nicht auch ein “kurrentes Regressionsspiel” ist. Wenn die Marktdynamik innerhalb des bisherigen Institutionenrahmens wirken würde, also ohne die Schaffung ständig neuer supranationaler Rechtstatsachen, dann träte die weitreichende Entschuldung einfach durch Insolvenzen ein. Insofern finde ich schon, im Zusammenhang mit Entschuldung von Vertragsbrüchen zu reden, erinnert so an die Klagen der HRE-Aktionäre über ihren erzwungenen Rauskauf.

Treidelstein August 24, 2012 um 14:10

P.S. @ Morph – “Ansonsten sehe ich nur verschieden aspektierte Forderung einer sehr weitreichenden Entschuldung (von Graeber bis @topi), die zunächst einmal auf eine ungeheuere Masse an Vertragsbrüchen hinauslaufen würde. Darin liegt zunächst einmal kein Moment der Weltverbesserung, sondern eines der Weltverunsicherung. Eben deshalb wird sie ja auch koste es, was es wolle hinausgezögert.”

Um da noch mal einzuhaken. Verunsicherung kommt m.E. nicht nur durch das Wissen um die letztliche Unumgänglichkeit einer Entschuldung, sondern wenigstens im gleichen Maße durch die rasante Schaffung immer neuer Rechtsrahmen zu deren Verhinderung/Verzögerung, mit dem ESM als undemokratischem Exzeß. Exemplarisch dafür sind ja die jetzt mancherorts anzutreffenden Griechenland-Modellrechnungen nach dem Prinzip: Welche Variante könnte uns am Ende wieviel kosten? (Wobei das UNS aber immer wenig spezifiziert wird.)

Keynesianer August 24, 2012 um 16:09

@SoziologeX

“Scheitert „einfach“ daran, dass die Reichen – und mit ihnen die Mittelklassen – nicht bereit sind, ihre Einkommen und Vermögen „per Inflationierung und Besteuerung“ entwerten und reduzieren zu lassen.”

Wenn das schon scheitern müsste, brauchen wir an eine “Weltrevolution” erst gar keinen Gedanken zu verschwenden. Oder soll es wirklich einfacher sein, noch jeden kleinen Bauern, Händler und Handwerker und die Omi in ihrem Häuschen zu enteignen, als nur die Handvoll Familien der Superreichen?

Die Finanzoligarchen profitieren doch davon, wenn Marxisten gleich den “Kapitalismus überwinden”, alle “Produktionsmittel vergesellschaften” und kollektive Planwirtschaft einführen möchten: Dann kämpfen nämlich der kleine Huberbauer Seite an Seite mit der armen Oma für die Rettung des Großkapitals gegen den “Marxismus”.

Da wäre es sicher aussichtsreicher, erst mal den Huberbauern und die Oma an der Seite der Keynesianer gegen das globale Finanzkapital mit seinen Kriseninszenierungen zu mobilisieren. Sogar gegen den zu erwartenden Widerstand der Marxisten. ;)

topi August 24, 2012 um 16:20

Morph

” Ansonsten sehe ich nur verschieden aspektierte Forderung einer sehr weitreichenden Entschuldung (von Graeber bis @topi), die zunächst einmal auf eine ungeheuere Masse an Vertragsbrüchen hinauslaufen würde.”

Zunächst fordere ich keine weitreichende Entschuldung, sondern sage, dass es eine geben wird; weil es eine geben muss.
Der Weg ist unklar, harter Schnitt/weicher Schnitt/Inflation, und die Umwege, bis einer der Wege (oder eine Kombination) beschritten wird, sind noch unklarer.

Und genau das Unklare ist das Thema; des hängt davon ab, was die Politik glaubt, für eine Wahl tun zu müssen.

“Darin liegt zunächst einmal kein Moment der Weltverbesserung, sondern eines der Weltverunsicherung. Eben deshalb wird sie ja auch koste es, was es wolle hinausgezögert.”

Käse. Mit Verlaub natürlich.
Wer verzögert warum die ENtschuldung hinaus.

Vielleicht die Geldvermögensbesitzer wiel sie ihre Geldvermögen nicht abschreiben wollen? So als klitzekleine Vermutung?
Und solange die STimme von Kostas nicht lauter wird als die von Onassis, wird sich das nicht ändern. Und Onassis sitzt direkt im Ohr, da muss der Kostas also was herzhaftes anzubieten haben.

In D dagegen glaubt ja auch Klein Erna mit ihrme Sparplan noch auf der Seite der Geldvermögenden zu stehen; ach Erna. :roll:

” Das würde konkret sicher auf eine Art Revolution hinauslaufen, aber nicht auf einen Systemwechsel, und auch nicht auf ‘echte’ Demokratie (was immer das sein soll… bei Dir klingt mir das immer unangenehm nach Volksgemeinschaft).”

Finanzielle Repression mit mäßiger Inflation, spürbare Einkommensumverteilung primär durch Änderung der Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt (Hartz & co abschaffen) und sekundär durch Besteuerung nach den historischen Vorbildern der WWK I wären keine “Revolution”, sondern nur ein Rückschwingen des Pendels.

Des hg Fokussierung auf die Machtfrage hat schon seine Berechtigung; nur leider schwächelt immer öfter seine ökonomische ANalyse, un ddabei hat er doch das Rüstzeug zur Analyse erhalten. ;-)

topi August 24, 2012 um 16:34

@ Keynesianer

“Der von den kapitalistischen Massenmedien nicht ohne Grund hochgejubelte Graeber propagiert nämlich den “Haircut” oder “Schuldenschnitt”, also die “ungeheure Masse an Vertragsbrüchen”. Deren Problem wäre nicht das Unrecht, sondern die vorher damit einhergehenden Zinssteigerungen in den betroffenen Staaten und die Kapitalflucht aus einem Land ins nächste, was für Finanzspekulanten der Sorte “Soros” sehr lukrativ werden kann.”

Das ist alles nur eine Frage der Organisation.
Hart, schnell, mit Rettungsschirm für die Realwirtschaft und natürlich Erna und Kostas.

Dann geht das sehr wohl.

Von Island lernen heißt siegen lernen!

Gut, die Isländer hattens leicht, die Auslandsschulden zu kappen, das läuft hier anders. Aber es geht.

“Unser @Topi hat mit Schuldenschnitten nun wirklich nichts zu tun und möchte im Gegenteil einen ganz sanften Schuldenabbau per Inflationierung und Besteuerung der Reichen. Also einfach steigende Löhne und damit sinkende Realverschuldung.”

Das haben wir schon mal, unter anderen Namen allerdings, kontrovers diskutiert. ;-)

Ein Schuldenschnitt fällt nicht vom Himmel. Weder ein harter, aber auch kein sanfter.

Natürlich haben ANkändigungen Kollateralschäden; die könnten allerdings ganz leicht durch die Notenbanken aufgefangen werden, ist eh wurscht, ob 300 oder 400 oder 500 Prozent.

topi August 24, 2012 um 16:34

@ Keynesianer

“Der von den kapitalistischen Massenmedien nicht ohne Grund hochgejubelte Graeber propagiert nämlich den “Haircut” oder “Schuldenschnitt”, also die “ungeheure Masse an Vertragsbrüchen”. Deren Problem wäre nicht das Unrecht, sondern die vorher damit einhergehenden Zinssteigerungen in den betroffenen Staaten und die Kapitalflucht aus einem Land ins nächste, was für Finanzspekulanten der Sorte “Soros” sehr lukrativ werden kann.”

Das ist alles nur eine Frage der Organisation.
Hart, schnell, mit Rettungsschirm für die Realwirtschaft und natürlich Erna und Kostas.

Dann geht das sehr wohl.

Von Island lernen heißt siegen lernen!

Gut, die Isländer hattens leicht, die Auslandsschulden zu kappen, das läuft hier anders. Aber es geht.

“Unser @Topi hat mit Schuldenschnitten nun wirklich nichts zu tun und möchte im Gegenteil einen ganz sanften Schuldenabbau per Inflationierung und Besteuerung der Reichen. Also einfach steigende Löhne und damit sinkende Realverschuldung.”

Das haben wir schon mal, unter anderen Namen allerdings, kontrovers diskutiert. ;-)

Ein Schuldenschnitt fällt nicht vom Himmel. Weder ein harter, aber auch kein sanfter.

Natürlich haben ANkändigungen Kollateralschäden; die könnten allerdings ganz leicht durch die Notenbanken aufgefangen werden, ist eh wurscht, ob 300 oder 400 oder 500 Prozent.

topi August 24, 2012 um 16:45

@ Linus

“Ich kenne bis heute keine wirklich stichhaltige Begründung, warum der New Deal funktioniert hat. Da gibt es Meinungen wie Abkehr vom Goldstandard, Stärkung der Arbeitnehmerrechte, Besteuerung hoher Einkommen, staatliche Investitionen, WWII etc..

Gut möglich, dass es die Summe der Massnahmen/Ereignisse war.

Wenn wir aber nicht genau wissen, warum das funktioniert hat, ist es mE gefährlich, darauf zu hoffen, dass so etwas wieder funktionieren würde, und es deshalb als Lösung anzupreisen.

PS: Ich bezweifle, dass eine steuerlich induzierte Verteilung von Oben nach Unten durch den New Deal tatsächlich ausgereicht hätte, um das System wieder zu stabilisieren. Wahrscheinlich war sie sogar marginal. Ich vermute eher, dass es iW die Erschliessung neuer Märkte war (z.B. Infrastruktur, Rüstung), die hier gewirkt hat.”

Lies meine Begründung. ;-)

Okey, war etwas knapp. Wie sagte unser (hg und mein) Prof: der Volkswirt ist immer im Einsatz, schaut euch bei Reisen die Welt an.

Es wurde reale Infrastruktur geschaffen, im Rahmen des New Deal.

Es ist auszuschließen, dass diese Infrastruktur private rschaffen wordne wäre. Wer hätte denn da in so hohem Maße investieren sollen, gar können, oder wollen?
Das Motto hieß doch allerorts “SPAREN”. Deleveraging, Bilanzverkürzung, weisst schon.

Wenn durch die staatliche AKtivität Infrastruktur entstanden ist, die es sonst nicht wäre, müsstest du dir die ENtwicklung ohne diese Maßnahmen auch ohne diese Realwirtschaftlichen Güter vorstellen.

“hat nicht gewirkt” und so; die Schnuckies übersehen völlig, wie dramatisch es sonst hätte kommen MÜSSEN.

Die Umkehr tritt ein, wenn die EInkommen wieder ausgegeben werden oder ein Verschulder auftritt. “Neue Märkte” sind bei einer WELTwirtschaftskrise idR nicht der Bringer.

Der Staat sorgte für Investitionen, und sammelte dafür Geld ein, welches nicht ausgegeben werden sollte (zu erheblichem Teil), sondern Gelvermögen BLEIBEN sollte. Die wurden nämlich sogar in der Summe reduziert.

Aber der relative Effekt bei der Vermögensumverteilung war ein relativer. Durch die Änderung der EInkommenskonzentration (Besteuerung und Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt) und finanzielle Repression konnten die Reichen ihren hohen ANteil an Geldvermögen in Bezug zum deutlich wachsendem BIP einfach nicht halten.

Linus August 24, 2012 um 17:07

@topi:
“Aber der relative Effekt bei der Vermögensumverteilung war ein relativer. Durch die Änderung der EInkommenskonzentration (Besteuerung und Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt) und finanzielle Repression konnten die Reichen ihren hohen ANteil an Geldvermögen in Bezug zum deutlich wachsendem BIP einfach nicht halten.”
Dafür hätte ich gern Belege ;-). Ich habe Zweifel, dass genau das den Ausschlag gegeben hat.
Das mit dem Verschulder glaube ich dir durchaus. Aber der muss das Geld sinnvoll und breit investieren, sonst gibt es nämlich auch keine Realwirtschaftlichen Güter als Nachschlag. Löcher graben reicht nicht. ‘Sinnvolle’ Investionen waren Infrastruktur und Rüstung.

SoziologeX August 24, 2012 um 17:45

@KeynesianerAugust 24, 2012 um 16:09
Wenn das schon scheitern müsste, brauchen wir an eine “Weltrevolution” erst gar keinen Gedanken zu verschwenden. Oder soll es wirklich einfacher sein, noch jeden kleinen Bauern, Händler und Handwerker und die Omi in ihrem Häuschen zu enteignen, als nur die Handvoll Familien der Superreichen?

Wer spricht denn heute von der “Weltrevolution”?

Das war eine Idee in der längst untergegangenen sozialistischen Arbeiterbewegung.

Das Scheitern der Internationalismus-Idee manifestierte sich 1914 mit der Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten und damit zum imperialistischen Krieg.

An die Arbeiterklasse als potentiell revolutionäres Subjekt glaubt mit Ausnahme kleiner und politisch irrelevanter linkssektiererischer Grüppchen schon lange niemand mehr.

Die Finanzoligarchen profitieren doch davon, wenn Marxisten gleich den “Kapitalismus überwinden”, alle “Produktionsmittel vergesellschaften” und kollektive Planwirtschaft einführen möchten: Dann kämpfen nämlich der kleine Huberbauer Seite an Seite mit der armen Oma für die Rettung des Großkapitals gegen den “Marxismus”.

Es gibt eine lange Tradition eines starken Anti-Kommunismus in Deutschland.

Für die Mehrheit der Sozialdemokraten waren nicht etwa der reaktionäre Adel und die ausbeuterischen Kapitalisten ihre Hauptfeinde, sondern die Kommunisten. Daher auch die Bereitschaft der Sozialdemokraten zur rücksichtslosen Bekämpfung der Kommunisten, ihre Komplizenschaft an der Ermordung ihrer Ex-Parteigenossen Liebknecht, Luxemburg et al. Ein Ebert hasste die Revolution wie die Sünde und ein Noske übernahm gern die Rolle des „Bluthundes“.

Über die Bürgerkriegszeiten in Deutschland, dass es Bürgerkriege im letzten Jahrhundert in Deutschland gegeben hat, davon weiß heute kaum jemand etwas. Bürgerkrieg in Deutschland, das kann sich heute kaum jemand vorstellen. Wo hat man z. B. jemals etwas von einer „Roten-Ruhr-Armee“ gehört?

Beim „Ruhraufstand“ 1920 gingen die Reichswehrtruppen mit ungeheurer Brutalität und Bestialität gegen die aufständischen Arbeiter vor, viel schlimmer als gegen ihre Feinde im WK II. Die Berichte sind voller Gräueltaten der Reichswehrsoldateska: Massenerschießungen von Gefangenen, Vergewaltigungen und brutale Ermordungen von Krankenschwestern etc.

Von wegen: „Deutsche schießen nicht auf Deutsche.“

Die Beziehung zwischen „Anti-Kommunismus“ und „nationalen Sozialismus“ sollte zum Gegenstand der Analyse der tiefenpsychologischen Struktur der Deutschen gemacht werden, warum sie den „Kommunismus“ so hassten und vom „Nationalsozialismus“ so begeistert waren.

Noch zu Willy Brands Zeiten sahen in der SPD demokratische Sozialisten die Kommunisten als ihre „Todfeinde“ an.

Während in den 70-er Jahren eine Mehrheit in West-Deutschland einerseits anti-kommunistisch, aber zugleich prosozialistisch eingestellt war und deshalb die sozialistische SPD wählte, ist heute die ganz überwiegende Mehrheit der Deutschen nicht nur anti-kommunistisch, sondern zugleich anti-sozialistisch eingestellt.

Befragt nach dem Warum, ist kaum jemand zu rationaler Argumentation in der Lage. Dann kommt nur: „Wir wollen keine DDR.“

Treffender wäre allerdings als Antwort gewesen: „Geiz ist geil!“

Da wäre es sicher aussichtsreicher, erst mal den Huberbauern und die Oma an der Seite der Keynesianer gegen das globale Finanzkapital mit seinen Kriseninszenierungen zu mobilisieren. Sogar gegen den zu erwartenden Widerstand der Marxisten.

Und dies mit den Argumenten:
„Kampf gegen das raffende Kapital! Für einen sauberen, deutschen Kapitalismus! Gegen die faulen Schmarotzervölker!“

Nun ja, so weit ist die massenmediale Propaganda davon nicht entfernt.

"gg" August 24, 2012 um 18:31

Zins-Wachstumsdifferential
Erneuerbare Energien Infrastrukturen im “RealBigDeal”-Stil
Machtwechsel mit Humor (Siehe Sprachglosse faz) ;-)
http://www.faz.net/aktuell/politik/fraktur/fraktur-die-sprachglosse-gottesglueck-11866763.html
und etwas Musi schadet auch nicht – kann ein RJD sein, wenn kein Blut fliesst.

Danke topi für dein Motto :

“Wie sagte unser (hg und mein) Prof: der Volkswirt ist immer im Einsatz, schaut euch bei Reisen die Welt an.”

Island : Sugarcubes mit Björk

http://www.youtube.com/watch?v=K-WyOYrcdMo

"gg" August 24, 2012 um 19:36

Wie können die Systemischen konkret entfernt werden?
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1848392/
Finden der richtigen Lösungen und praktizeren.

No more Time.
No more Money for CashFlowInterests trotz Liquiditätsfalle
mit
Finanztransaktionssteuer FTS wegen Arbitrageseekern der Bubbleowner …
und
selbstverständlich die umverteilenden
Besteuerungen, die topi & andere aus den Schubladen holen ;-)
um endlich die Binnenkonjunktur zu entwickeln, die durch die Zahlungsbilanzabschöpfug gen USA geschröpft wurde.
Des Michels Blödheit sei Mißfallen kundgetan!

SoziologeX August 24, 2012 um 21:35

Dass der Marxismus, wenn darunter die marxistischen Revolutionstheorien, seien die von Marx, Engels, Luxemburg, Lenin, der Rätekommunisten, der Anarcho-Syndikalisten usf., verstanden werden, welche die Arbeiterklasse als potentiell revolutionäres Subjekt ansahen, welches sich organisiert, internationalisiert und schließlich die sozialistische Weltrevolution durchführt, historisch obsolet ist, ist keineswegs eine neue Erkenntnis, sondern diese gehörte bereits vor vier Jahrzehnten zum Bewusstseinsstand der sog.“Neuen Linken“.

Inzwischen ist die industrielle Lohnarbeiterschaft in den entwickelten kapitalistischen Gesellschaften durch Automatisierung und Roboterisierung bereits weitgehend aus dem Produktionsprozess verschwunden.

Die historische Entwicklung hat nicht nur die Arbeiterschaft als potentielles revolutionäres Subjekt und die damit verbundenen marxistischen Revolutionstheorien museumsreif gemacht, sondern auch jene Strategien der Aufrechterhaltung des Kapitalverwertung, wie den Keynesianismus.

Auch die neoliberalen Strategien der Aufrechterhaltung der Kapitalverwertung werden reproduktionslogisch an eine Grenze kommen. Der Kapitalismus ist eine untergehende historische Formation.
Auch dies ist eigentlich keine neue Erkenntnis, das Verdienst von Kurz et al. ist, dies systematisch herausgearbeitet zu haben.

Da sich Kurz et al. in ihrer Theoriebildung auf die Analyse der kapitalistischen Entwicklung beschränkten, ist allerdings ihr transformationstheoretischer Beitrag gleich Null.

Darin spiegelt sich die europäische Situation. Europa befindet sich in einem soziokulturellen Niedergangsszenario und ist – wiesaussieht – unfähig, theoretische und praktische Impulse zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung hervorzubringen.

Morph August 24, 2012 um 22:55

@soziologeX

“Europa befindet sich in einem soziokulturellen Niedergangsszenario”

In Bezug worauf?

Du möchtest gerne linksradikal sein jenseits aller bekannten Standpunkte linker Gesellschaftskritik. Weißt Du, worauf das hinaus läuft? Soll ich Dir’s flüstern?

Viel Spaß noch auf Deinem Hochsitzsack!

"gg" August 24, 2012 um 22:59

Jetzt holt der Fricke schon seinen letzten Pfeil aus dem Köcher

konstruierter Notstand …

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kolumne-thomas-fricke-was-dem-euro-recht-ist/70080591.html

Wer glaubt noch an jedwede Schuldenbremse – wo auch immer verankert?

Verfassungsrichter ihr seid gefordert !

Thor August 24, 2012 um 23:42

@HH
“Wie lächerlich, wenn so ein Riesenbaby zu Zarathustra greift wie zum Sixpack als seiner intellektuellen Selbstbedienung. ”

Danke fürs Riesenbaby, immerhin ist ja so ein Baby noch aufnahmefähig und noch nicht dem Altersstarrsinn verfallen.

In welcher Totmangrube bist Du denn verankert? Du schebst doch genauso in der Luft.
Unser HH, rhetorisch immer auf Zack. Bemängelt die Deutungshoheit, aber maßt sich an diese selber inne zu haben.
Oder ist das nur wieder eine klinische Studie?

Warum schaffst Du es nicht Dich klar auszudrücken? Man muss nicht HG’s Meinung sein, aber zumindest schwafelt er nicht rum und versteckt sich hinter intellektuellen Schützengräben..

MfG

Anmerkung HH
Ein weiteres Beispiel dafür, dass dieser Kommentator seine Trollerei als eine Art von Pegelmanagement braucht. Um uns hier davon zu entlasten, empfehle ich eine muskelentspannende Dauerdosierung von 50 mg Tetrazepam täglich. Das hilft fast immer.

Thor August 24, 2012 um 23:48

Loriot hat euch Laberärsche schon vor Jahren dekonstruiert.
http://www.youtube.com/watch?v=Sgn0dWnfFx4

"gg" August 24, 2012 um 23:50

@ Morph

“…ja, wo laufen sie denn hin?!

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/john-paulson-geldmacher-in-not/7053416.html

“In der Spitze hatte der Spekulant beinahe doppelt soviel Geld in seinen Fonds liegen. Die maue US-Konjunktur und die Schuldenkrise in Europa haben ihm jedoch massive Verluste beschert und die Nerven seiner Anleger strapaziert.”

peanuts ;-)

Degnaphta August 25, 2012 um 09:30

@ lily
“ne, das ist ja das verrückte, ich habe das mit immer wieder probiert und jedesmal dasselbe.
Neben der IP dürftest du über mindestens ne Handvoll weiterer eindeutiger Nummern identifizierbar sein. System-ID, Prozessor, Festplatte, Netzwerkkarte usw., was jedoch irgendwie mit ip-blacklists wenig bis nichts zu tun haben dürfte. Das wundersame Zwischennetz mal wieder :-)

@hhuett
Auch episch aufgeblasen bleibt das Links Unterschieben fies.
“Es tut mir doller weh als dir.” sagt der schlagende Vater. Und zum Zuschauer gewand: “Mir hat es auch nicht geschadet.”
Das Vergrämen als Exklusionswerkzeug erscheint mir wenig fruchtbar.
Doch sollte ich einen eigenen Blog machen, dann werde ich dich das wissen lassen. Vermutlich würde es eher eine altbackene home-page :-)

@morph
Du als Humanistenkenner und Humanismusversteher und sowieso-Durchblicker bist vermutlich inzwischen verbeamtet, wie es dir unlängst angeraten wurde, … weil du halt so unglaublich smart bist, und die Lizenz zur Erstsemesterindoktrinierung hast du ja. Es kann also nur bergauf gehen ;-)
“Die heterogene linke Szene”, wie meine Tochter Teile der verrückten Kinder an der Göttinger Uni zu nennen pflegt, kann sich übrigens so wenig solidarisieren wie die bedauernswerten Prekarisierten… oder auch Akademiker, wie dieser Blog beeindruckend bestätigt. Ob das an der nicht bekannten Anzahl von Zwetschgen liegt, die man beisammen haben sollte? Sieben, oder reichen bereits vier? Oder wäre ein Dutzend nicht wesentlich zielführender? OK, auf deinem common ground mögen es sieben sein, @morph, aber woher nimmst du die Sicherheit? Gerade du, der doch offensichtlich nur die eine Sicherheit, daß irgendwie alles Scheiße ist und sowieso nicht klappt, zu seinen basics zählt?
“Heil Eris! Heil Diskordia! Die Göttin der Zwietracht, des Streits und der Bürokratie ist die einzige Gottheit, für die es Beweise gibt.” sagte meine Tochter, die sich bemühende angehende Religionswissenschaftlerin, und deutete mit einer ausholenden Geste aus dem Fenster. “Nur das Chaos kann es bewiesen angesehen werden.” Dann högten wir uns ein wenig, denn Tumor ist, wenn man trotzdem lacht.
“Divide (Streit&Zwietracht) et impera (Bürokratie)”, das als einzig funktionstüchtige Beziehungsmöglichkeit zwischen mehreren Menschen ignoriert das Poteential, welches in unserer Borg-Komponente schlummert, leider sträflichst. Ob das wohl genetisch bedingt ist oder aber ansozialisiert, dürfte noch lange zu kontroversen Antworten führen… und damit zumindest den Hinweisen auf die Existenz Diskordias Stärke verleihen. Dich als Störer (genetisch oder sozialisert?) kann das möglicherweise sogar mit Religiosität etwas versöhnen ;-)
Allerdings der Humanismus und vor allem seine Performer, die Humanisten, sollten priorisiert auf deiner Gegnerliste verbleiben. Die haben uns den ganzen verlogenen Schwurbel mit den Grundwerten und dem Kram doch überhaupt erst eingebrockt, oder nicht? Und dafür gibt’s halt für alt für neu :-)

Was mich häufig zum Schmunzeln bringt, ist der Ansatz mit Hilfe derselben Selbstimmunisierungstechniken, wie sie den VTlern zum Vorwurf gemacht werden, eine Mauer gegen unliebsame/ungehörige/unerwünschte Meinungen zu errichten… wobei sicherlich niemand die Absicht hat, solcherlei Werk zu verrichten ;-)

Andreas Kreuz August 25, 2012 um 10:40

@SoziologeX August 24, 2012 um 21:35

>i>”Darin spiegelt sich die europäische Situation. Europa befindet sich in einem soziokulturellen Niedergangsszenario und ist – wiesaussieht – unfähig, theoretische und praktische Impulse zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung hervorzubringen.”

Genau das beobachte ich Tag für Tag.
Mich stört auch nicht, dass andere über meine Wahrnehmung lachen ode wahlweise in Wut geraten. Solche Reaktionen zeigen nur Unvermögen zur Analyse oder auch Unzufriedenheit mit der eigenen Hilflosigkeit oder beides.

Manche geben sich ‘schöngeistig’ und gebildet – haben aber nicht einmal Goethes Faust verstanden… ;-)

Morph August 25, 2012 um 14:17

@Degnaphta

“eine Mauer gegen unliebsame/ungehörige/unerwünschte Meinungen zu errichten”

An Außerirdische zu glauben, ist weder ungehörig, noch unlieb oder unerwüscht, es ist ein volkstümlicher Kult, mit dem ich mich nicht identifiziere und dessen pseudowissenschaftliche Selbstbeschreibung man immer mal wieder entlarven sollte, damit seine geistverwirrenden Effekte begrenzt bleiben.

Ich nehme an, dass Du die Lehren des japanischen Giftgas-Sektenführers Shoko Asahara auch nicht überzeugend findest. Aber hast Du deshalb “eine Mauer” gegen die Dir “unliebsame/ungehörige/unerwünschte Meinung” des Shoko Asahara “errichtet”? Nein, Du hast nur eine andere Meinung.

Ich nehme in Anspruch, anderer Meinung zu sein als die Ufo-Gläubigen und für diese Meinung Gründe zu geben, deren Triftigkeit jeder, der hier liest, selbst beurteilen kann.

Ebenso hinsichtlich der Meinung, dass Europa im Niedergang begriffen sei. Dies für wahr zu halten, impliziert, den europäischen Kolonialismus, die Weltkriege, die Völkermorde, die faschistischen Regimes und kommunistischen Erziehungsdikaturen für Europas Gloria zu halten. Mit Verlaub, ich sehe das anders und wundere mich, wie man eine so wahnwitzige Meinung vertreten kann. Clownerie? Drogen? Demenz? Ich weiß es nicht. – Auch in diesem Fall: Jeder kann für sich beurteilen, welcher Meinung er sich anschließt.

Jeder muss hier damit rechnen, dass seine Meinung kommentiert wird. Damit scheinst Du ein Problem zu haben? Warum sollte ich Deines Erachtens nicht sagen, wenn ich eine Meinung für falsch und abwegig halte?

Keynesianer August 25, 2012 um 15:14

@SoziologeX

Wer spricht denn heute von der “Weltrevolution”?

Du umschreibst es nur etwas anders:

Auch die neoliberalen Strategien der Aufrechterhaltung der Kapitalverwertung werden reproduktionslogisch an eine Grenze kommen. Der Kapitalismus ist eine untergehende historische Formation.
Auch dies ist eigentlich keine neue Erkenntnis, das Verdienst von Kurz et al. ist, dies systematisch herausgearbeitet zu haben.

Jetzt soll angeblich der Kapitalismus von selber das Handtuch werfen. Die Reichen und Mächtigen würden ihre Waffen strecken, weil sie nicht mehr genug “lebendige Arbeit” aus ihren Lohnabhängigen herauspressen könnten.

Das ist albern. Kurz et al. veralbern damit ihre Anhänger. Es wird aber gern geglaubt, denn wenn die Kapitalisten einfach die Herrschaft abgeben, weil wegen nicht genug “Mehrarbeit” der Kapitalismus von selber zusammn breche, dann braucht ja niemand etwas zu unternehmen gegen die Neoliberalen und ihren Siegeszug über den Globus.

Kurz et al. sind natürlich eine Hilfstruppe der Neoliberalen, deswegen haben sie nie gegen die “Stabilitätspolitik” protestiert und nie bemerkt, dass ihre “Krise des Kapitalismus” zufällig nichts als die berüchtigte “Stabilitätspolitik” der Neoliberalen ist.

Ist ja auch so schwer zu verstehen. ;)

Die ganzen Analysen von Kurz et al. sind also redundant. Weil die Geldpolitik die Krisen voll erklärt. Wovon die “Wertformanalyse” der Kurz et al. einfach ablenken soll.

Carlos Manoso August 25, 2012 um 16:44

@Morph August 25, 2012 um 14:17
„Ich nehme an, dass Du die Lehren des japanischen Giftgas-Sektenführers Shoko Asahara auch nicht überzeugend findest. Aber hast Du deshalb “eine Mauer” gegen die Dir “unliebsame/ungehörige/unerwünschte Meinung” des Shoko Asahara “errichtet”? Nein, Du hast nur eine andere Meinung.“

Morph, ich nehme an, daß du die Lehre, zu deren Jüngern man beispielhaft Figuren wie Ackermann oder Rösler oder Merkel nennen könnte, überzeugend findest. Dehalb hast du ja auch keine “Mauer” gegen die „Lehre” von Jüngern dieser Lehre errichtet, wie etwa Ackermann oder Rösler oder Merkel. Ja, du bist sogar ihrer Meinung.

„Ich nehme in Anspruch, anderer Meinung zu sein (….) hinsichtlich der Meinung, dass Europa im Niedergang begriffen sei. Dies für wahr zu halten, impliziert, den europäischen Kolonialismus, die Weltkriege, die Völkermorde, die faschistischen Regimes und kommunistischen Erziehungsdikaturen für Europas Gloria zu halten. Mit Verlaub, ich sehe das anders und wundere mich, wie man eine so wahnwitzige Meinung vertreten kann. Clownerie? Drogen? Demenz? Ich weiß es nicht. – Auch in diesem Fall: Jeder kann für sich beurteilen, welcher Meinung er sich anschließt.“

Morph, vergleichen wir das „Kapital“ mit „Wasser“. Wenn der „Normalzustand“.
„Wasser“ zu „Eis“ verfestigt wird, kann man diesen gefrorenen Aggregatzustand als „Ausnahmezustand“ sehen. Wenn dieser gefrorene Aggregatzustand wieder verflüssigt wird, sehen wir wieder den „Normalzustand“.

Wenn man den „europäischen Kolonialismus, die Weltkriege, die Völkermorde, die faschistischen Regimes und kommunistischen Erziehungsdikaturen“ als Aggregatzustände des „Kapital“ als „Ausnahmezustände“ sieht, also als die jeweils historisch gefrorenen „Normalzustände“, dann sind Weltordnungskriege, vordringende Zerfallszonen, „Rettung“ ganzer Staaten /Ökonomiem, ausbreitende Anomie, etc. als Aggregatzustände des „Kapitals“ nichts weiter als „Nomalzustände“, also die wieder verflüssigten „Ausnahmezustände“.

snozin August 25, 2012 um 17:39

Wenn man – wie @ Carlos Manoso es immer wieder tut – die Entwicklungswege des Kapitalismus bebildert und versucht, das Geschehen ein historisch sehr kleines Stück in die Zukunft zu extrapolieren, dann kann man doch nur zu dem Schluss kommen, dass an der Entstehungs- und Funktionsweise des Mediums “Geld” justiert werden muss.

Und wenn die Handhabungsweise dazu weder vom “bemühten” Laien noch vom Inhaber des größeren und großen Überblicks in breiter Weise diskutiert wird, dann liegt das zum Beispiel bei mir, einem Angehörigen der Laienfraktion daran, dass da ein Gefühl des Zuspätkommens entstanden ist. Die Frage ist, ob diese Blockade hält, bis der tatsächliche Zustand “zu spät” erreicht worden ist.

Morph August 25, 2012 um 18:12

@CM

“Morph, ich nehme an, daß du die Lehre, zu deren Jüngern man beispielhaft Figuren wie Ackermann oder Rösler oder Merkel nennen könnte, überzeugend findest.”

Nein, das sind alles Freunde des modernen “Fortschritts” und der Rationalisierungsvorteile. Damit bemühe ich mich nichts am Hut zu haben. Sehe aber ein und erfahre tagtäglich an mir selbst, dass in der instrumentellen Vernunft eine schwer zu überwindende Verführungskraft und Faszination liegt.

Linus August 25, 2012 um 20:23

@Morph:
“Ebenso hinsichtlich der Meinung, dass Europa im Niedergang begriffen sei. Dies für wahr zu halten, impliziert, den europäischen Kolonialismus, die Weltkriege, die Völkermorde, die faschistischen Regimes und kommunistischen Erziehungsdikaturen für Europas Gloria zu halten.”

Eine meisterlich(!) verpackte Diffamierung von Systemfragers Kaliber. Als Preis wäre mindestens 1 Woche Strafbank angemessen.
Nun gut, ich werd’s dir bei Gelegenheit auf Brot schmieren ;-).

Degnaphta August 27, 2012 um 10:17

@ morph
““Ebenso hinsichtlich der Meinung, dass Europa im Niedergang begriffen sei. Dies für wahr zu halten, impliziert, den europäischen Kolonialismus, die Weltkriege, die Völkermorde, die faschistischen Regimes und kommunistischen Erziehungsdikaturen für Europas Gloria zu halten.”
Was du dir alles so zusammenbastelst, ist wirklich manchmal schwer nachvollziehbar. Die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts ging übel in die Hose. Bist du diesbezüglich zu Konsens fähig? Also nix mit Gloria.
In der zweiten Hälfte wurden zumindest in Teilen Europas Inhalte der Menschenrechtserklärung im richtigen Leben verankert. Da erkenne ich durchaus Gloria. Doch ebenfalls sehe ich die Notstandsgesetze, Berufsverbote usw, weshalb also auch im glorreichen Westen eine eher durchwachsene Situation vorlag.
Jetzt die negativen Seiten zu bündeln, um sie per Unterstellung @SoziologeX als seine Wunschinhalte ans Bein zu binden, ist wieder diese billige Tour, @morph, für die du dir bereits öfters Rügen eingefangen hast. Daß du so ein simpler Tropf bist, kann ich gar nicht fassen.

Morph August 27, 2012 um 11:22

@Degnaphta

“um sie per Unterstellung @SoziologeX als seine Wunschinhalte ans Bein zu binden”

Ach was, mir ist schon klar, dass sich @SozX damit nicht identifiziert. Aber sein persönlicher Ekel vor den gegenwärtigen Verhältnissen motiviert ihn immer wieder zu Formulierungen, die für diejenigen, die unter der brügerlichen Heuchelei und Brutalität gelitten haben, höhnisch klingen müssen.

Ich halte durchaus eine Menge von der Tradition der Gesellschaftskritik und mich nervt, wenn jemand sich als Sachwalter dieser Aufgabe stilisiert und im Wesentlichen nur eine muffige Früher-war-alles-besser-Perspektive zur Geltung bringt und mit einem Bildungsideal hausieren geht, das er eklatant unterbietet.

Das haben Leute wie Adorno nun wirklich nicht verdient.

Degnaphta September 7, 2012 um 23:10

@morph
Witzig, mit ähnlicher Begründung ließe sich beschreiben, wieso einige deiner Beiträge mir den Rochus hochtreiben :-)
Ist dir mal die Idee gekommen, daß die früher-war-alles-besser-Unterstellung nur eine Unterstellung ist? Mit der läßt sich prächtig eine Mauer bauen. Sobald ein Hinweis auf irgendwas kommt, das in der vergangenheit liegt und irgendwie besser als der Status quo ist, kann man den Hinweisenden als ewiggestrig in die Ecke stellen. Superhilfreich.
Daß in den 70ern ein anderes soziales Klima herrschte, sehe ich als historische Tatsache an. Die Analyse von SoziologeX bezüglich der Abkehr von dieser Haltung erkenne ich als zutreffend. Ebenso die simplere Formulierung von @systemfrager, nämlich “alles dreiste Lüge”, aber dennoch ist damit ja noch nicht Alles erklärt. Der Wandel von der love-and-peace-Generation zur menschenverachtenden Nutzmenschenhalter-Gilde und das auch nur im Range der Helfershelfer. @lübjendings beispielsweise hätte vermutlich kein Leben in Elend führen müssen, wenn er nicht zur Mietfeder für die neoliberale SPD geworden wäre.
Nun haben er und seine Spießgesellen allerdings Umstände herbeigeschrieben, die seine Verelendung im Lebensherbst nahezu unausweichlich machen. So dämlich kann man halt sein. Das ist durchaus menschlich.

Die Massenverblödungs-These, die @SoziologeX formuliert, wird leider auch von der Praxis bestätigt. Anders sind die kruden Geschehnisse beim Nachwuchs, speziell der nachwachsenden Intelligenzia an den Unis, nicht zu erklären. Deren Umgang miteinander wäre in den 70ern typisch für Nachkonfirmanden gewesen aber keineswegs für Twens. Du klagtest ja selber mal darüber, daß deine Erstlinge diverse Selbstverständlichkeiten nicht im Repertoire haben. Diese eklatanten Rückschritte des allgemeinen Bildungsniveaus müssen ja irgendwoher kommen. Hier ausschließlich mit den banalen Egoismus- oder System-Begründungen anzusetzen, hilft leider kein Stück.

Und die Art&Weise wie du mit oberflächlichen Klischees hantierst, würde dich zu einem tollen Häuptling für die jungen Verwirrten machen. Denen würdest du vermutlich “tiefe Weisheiten” vermitteln, wenn du über “diejenigen, die…” herziehst, die halt so in deinen Klischeebetrachtungen auftauchen. Da bist du ja enorm flexibel.
Dabei betreiben sie genau das, was von dir immer heftig kritisiert wird. Sie ergehen sich in blindem Aktionismus, der letztendlich ihre eigenen Ziele untergräbt, und dabei üben sie sich im Verknüpfen von gelebten extremen Positionen und Autoritätspotential in der Gruppe. Also nur wer hardcore-vegan lebt, kann sich in der Diskussion über “das richtige Ernährungsverhalten” behaupten. Nur wer deutsches Liedgut inbrünstig ablehnt, kann ein Linker sein. Ich wäre als Fahrer eines alten Autos bei jeder Diskussion über Mobilität außen vor. Meine Tochter stellte letztens mit Schrecken fest, daß meine Enkelin beim Spaziergang leise in einem Lalala Marke Eigenbau den Text “Deutschland, Deutschland, du bist das schönste Land.” intonierte. “Wenn sie das in Göttingen macht, wird das ein Erdbeben bei meinen Freunden erzeugen… erst recht, wenn sie mitkriegen, daß ich da nicht gegen einschreite.”
Da paart sich Extremismus mit Intoleranz, was kaum konstruktive Optionen erzeugt. Welches System mag da am Werk sein? Das Bildungssystem? Oder ist das dem Egoismus geschuldet?

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