Chronik eines angekündigten Siegs

by h.huett on 7. November 2012

Frank Lübberding auf Spätschicht in allen Kanälen. Seine Frühkritik können sich die Regieverantwortlichen ins Merkbuch schreiben. Die Zeit totschlagen hilft niemandem. Schon gar nicht der Zeit.

Eine Schlussfolgerung, ich fasse mich kurz, gibt es unmittelbar zu ziehen: Das ZDF muss über Markus Lanz ein Politikverbot verhängen. Mit soforrrrtiger Wirrrrkung!

{ 181 comments… read them below or add one }

wowy November 7, 2012 um 08:47

Obama hat “four more years”
Und die USA? Die Medien?
http://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_eines_angek%C3%BCndigten_Todes

Nanuk November 7, 2012 um 08:58
"ruby" November 7, 2012 um 10:07

@ hh

wieso 4r ?

die erkenntnis, durch darstellen der onlinekommunikation im eigenen programm, abgelöst zu werden, zeigen die neuigkeit und konsequenz der echtzeit diskussion

@ lübber

A-Karte gezogen ZDF zu gucken ;-)
zumindest vom Gefühltenstandpunkt
Danke für den Live-Ticker :
hoffe nicht zu sehr, genervt zu haben
read you nexttime

snozin November 7, 2012 um 10:17

Jenseits eines großen Wassers läuft das große Rummelfinale. Die Rummelsender diesseits des Wassers lassen dazu in Strömen ihr Wasser. Frank berichtet über das große Wasserlassen der Rummelsender. Hans informiert, dass Frank berichtet hat, und ich berichte gerade darüber, dass Hans informiert hat. Ist das nicht toll?

14 November 7, 2012 um 11:37

Wir haben den Stand der Sonne in den letzten Stunden beobachtet, und dabei festgestellt, dass sie mit besorgniserregender Geschwindigkeit immer weiter in Richtung Westen wandert”, bestätigte Prof. Günter Lenzner gegenüber dem Postillon. “Wenn dieser Trend anhält – und davon müssen wir leider ausgehen -, dann wird sie noch heute irgendwann gegen Abend untergehen!”
Sonnenuntergangstheoretiker haben schon lange vor diesem Szenario gewarnt. Sie befürchten, dass sich, sollte die Sonne tatsächlich untergehen, eine schreckliche Dunkelheit über das ganze Land legen würde. Auch die Temperatur dürfte um mehrere Grad sinken. “Man muss sich das so vorstellen, als stünde man in einem sehr großen, kalten Schatten”, erklärt Alexander Wiandt, der sich schon seit heute morgen mit den Auswirkungen eines möglichen Sonnenuntergangs beschäftigt.

h.huett November 7, 2012 um 12:37

Die nächtlichen Berichte des ZDF illustrieren eine ganze Reihe von Problemen, die den Senderverantwortlichen offenbar noch gar nicht bewusst sind. Das ostentative “Twittern” offenbart eine Anstaltsperspektive in Tateinheit mit einem flagranten Verlust jeden Relevanzbewusstseins. Hier ein hübscher Tweet, der mir eben dazu unter die Augen gekommen ist: praktisch eine Umkehrung der Insassenperspektive.

Vollends konsterniert war ich, als Gary Smith, der Direktor der American Academy, bei Frau Schausten im Studio als Dauergast bei amerikanischen Wahlen, völlig allein gelassen mit seinem Smartphone die Redaktion darüber aufklärte, woran es gelegen haben mochte, dass Romney sich so viel Zeit ließ für seine Concession Speech: Smith hatte einfach die Stimmdifferenzen der am härtesten umkämpften Swing States angesehen und kannte aus eigener Erinnerung die gerichtlich angefochtenen Differenzen aus dem Jahr 2000. Ins Bild dazu passt, dass der republikanische Chefideologe Karl Rove seine FOX-Freunde ankofferte, weil sie ohne Not zu früh Ohio Obama zugeschlagen hatten. Das hat alles noch erstaunliche Folgen.

Hoffentlich auch für das verschnarchte ZDF.

"ruby" November 7, 2012 um 16:19

@ hh

Anstalt hat Benutzer
Insassen gehören klassischer verwaltungsrechtlicher Beschreibung nach Otto Maier in die Justizvollzugsanstalt ;-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Mayer
aus wiki:
“Die Subordinationstheorie wird trotz umfangreicher Kritik in der Rechtswissenschaft in der Rechtspraxis nach wie vor angewandt. Sie lässt sich auf Otto Mayer zurückführen, der in Anlehnung an das französische Recht den Verwaltungsakt in das Deutsche Recht eingeführt hat. Dabei definierte er den Verwaltungsakt als „obrigkeitlichen Ausspruch [...]“ und definierte somit mittelbar das Verwaltungshandeln als grundsätzliches Über-/Unterordnungsverhältnis.”

http://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4ngnis

Sollten wir die Gebührenauszahlung für das ZDF noch einmal überdenken?

Andreas Kreuz November 7, 2012 um 17:00

@fl Beifall.

Schöne Debatte losgetreten.
Wird versickern.
Die Angesprochenen fühlen sich nicht angesprochen.
Es müßte mit dem Teufel zugehen…

Roberto J. De Lapuente November 7, 2012 um 18:23

Einerseits erschreckend, dass Romney fast soviele Wähler hatte wie Obama – so tickt die halbe USA wirklich. Habe letztens Bukowski gelesen, als Chinaski berichtet er von einer sehr amerikanischen Runde, die fast klingt, wie die teeingeimpften Kerle um Romney. Andererseits: Obama ist die Alternative der Alternativlosigkeit…

http://ad-sinistram.blogspot.de/2012/11/zwei-alternativen-allgemeiner.html

Systemfrager November 7, 2012 um 18:52

Nein, ich habe mir nie vorgeworfen, dass ich dreißt
mit den Konservativen und den Neolbieralen umgehe …

Als ob ich geahnt hätte (habe ich es nicht?) – was für verkommene und abscheuliche Wesen sie sind … die Kommunisten waren im Vergleich wahre Engel …
spon >>>
Man muss es so sehen, wie der große Denker und Humanist Adam Smith … so ist die menschliche Natur … sonst wird man verrückt … und erst dann, kann man doch daran arbeiten, die Welt zu ändern

Systemfrager November 7, 2012 um 19:23

Daher z. B. das Versagen der Hilfe bei dringender fremder Noth, das ruhige Zuschauen fremden Hungertodes bei eigenem Ueberfluß, zwar grausam und teuflisch, aber nicht Ungerecht ist: nur läßt sich mit völliger Sicherheit sagen, daß wer fähig ist, die Lieblosigkeit und Härte bis zu einem solchen Grade zu treiben, auch ganz gewiß jedes Unrecht ausüben wird, sobald seine Wünsche es fordern und kein Zwang es wehrt.

Schopenhauer

Linus November 7, 2012 um 20:27

“Die Zeit totschlagen”

Was machen die Medien da? Ein Physiker – ich bin keiner – würde wahrscheinlich sagen: Positive Rückkopplung. Bei solcher Kürze geht leider ein interessanter Aspekt unter.

Das primäre Signal ist natürlich das Wahl-Ereignis selbst. Wie wichtig ist es. Vor diesem Problem stehen die Medien grundsätzlich und immer. Im konkreten Fall kann man da nicht viel falsch machen (oder doch?), im Normalfall liegt man da leicht mal daneben. Aus dem Primärsignal läßt sich nur eingeschränkt die gesellschaftliche “Relevanz” ablesen.

Also greift man auf “zuverlässigere” Sekundär-Signale zurück, sogenannte Indikatoren, in dem von dir beschriebenen Fall auf Twitter. Da kann man lesen, was gerade angesagt ist, und sich als Journalist entsprechend orientieren. Und das funktioniert meist auch ganz gut.

Im vorliegenden Fall geht’s allerdings dahin: Twitter berichtet über die Fernseh-Journalisten und das Fernsehen berichtet, was Twitter über die Fernseh-Journalisten berichtet. Feedback-Schleife.

Die Rückkopplung erfolgt nicht(!) über das Primärsignal – das bleibt unverändert und ist auch kaum zu manipulieren -, sondern über das Sekundärsignal, den Indikator.

Das ist wohl typisch für gesellschaftliche Systeme. Der Preis einer Ware ist zu großem Teil ähnlich motiviert. Oder Aktienkurse, oder oder, oder. Das kumuliert dann schließlich in “Was ist ‘in’, was ist ‘out’?”, die perfekte gesellschaftliche Nabelschau, aka Autopoiesis.

Interessant finde ich dabei, dass der ganze Mechanismus induziert wird aus der Unsicherheit(!) bei der Bewertung des Primärsignals. Da wird dann die Gesellschaft als eine Art unbestechliches Normalmeter herangezogen. Denkste! Das Feedback hatte keiner auf dem Schirm.

Kleiner Seitenhieb: So viel auch zur Rationalität der Märkte!

BB November 7, 2012 um 22:23

Hier ein weiteres Beispiel für eine strukturelle Null-Nachrichten aus dem Reich der der strukturellen NullenSpon-Redaktion, weil der Hollande da irgendwie eine falsche Grußformel ‘friendly’ für Obama erwischt hat.

“Im Französischen hätte der Präsident vermutlich das Wort “amicalement” (Deutsch: “herzliche Grüße”) verwendet. Im Englischen hätte er etwa “warm regards” schreiben können. “In Paris wird ein Übersetzer benötigt” oder “Ein englisches Wort benutzt – und es falsch gemacht”, kommentierten Internetnutzer über den Kurznachrichtendienst Twitter. “Mit Hollande beginne ich mich dafür zu schämen, Franzose zu sein”, schrieb ein anderer.”

Supa belegt. Zwei tendenziös rausgesuchte Twitter-Posts! Das reicht denen, um ihr Hollande-Bashing zu schmücken.

wowy November 7, 2012 um 22:30

Welch Sensation! Da hat doch tatsächlich am Wahltag für das Amt des US Präsidenten ca. jeder 30. von Obamas Followern den inhaltsschweren tweet “four more years” retweetet, was der Presse Berichterstattungsstoff für die darauffolgenden Stunden garantierte.
So eine Meldung hätte man aber auch wirklich nicht erwarten können!
Unglaublich! Welch Füllhorn des Journalismus!

So, und nu is mal wieder gut!
Jetzt lesen wir
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verlagsuebernahmen-bundestag-senkt-huerden-fuer-pressefusionen/7272418.html
Betelsmann kauft übrigens nach Penguin jetzt auch einen Verlag in Spanien auf.
http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/unternehmen-bertelsmann-uebernimmt-alle-anteile-von-random-house-mondadori_aid_853796.html

wowy November 7, 2012 um 22:31
Morph November 7, 2012 um 22:55

@BB

“Hier ein weiteres Beispiel für eine strukturelle Null-Nachrichten”

Ja. Sicher. Alles Pfeifen.

Nur: Wann war es je anders? Die Massenmedien an einem imaginären Ideal aufklärerischer und kritischer Berichterstattung zu messen, um dann zu sehen, dass dieses Ideal grandios verfehlt wird, ist ja nun auch nicht wirklich eine Spitzenleistung kritischer Kommunikation, oder?

Ich meine, dann sollte man wenigstens den Verriss im Stil Karl Kraus’ oder Hermann Gremlizas abfassen und das handwerkliche Versagen der Journalisten informativ, lehrreich und unterhaltsam vorführen, um so gleich auch ein Modell zu geben, dass und wie es besser geht.

Aber das übelgelaunte Abkanzeln dessen, was eigentlich gar keine Aufmerksamkeit verdient, fällt doch nur auf den Abkanzelnden zurück.

Orange November 7, 2012 um 23:01

Kann ja nicht jeder Karl Kraus sein. Sonst wär der ja nichts besonderes.

Außerdem kommt das Element des Hollandes Niederschreibens selbst bei Sportnachrichten noch hinzu.

Morph November 7, 2012 um 23:03

@BB

der Kommentar richtet sich nicht speziell an Dich, sondern schließt auch Franks Frühkritik und die in ähnliche Richtung gehenden Beobachtungen der Mitkommentatoren ein. Und ich weiß selber, wie verführerisch leicht es ist, etwas als Schund abzukanzeln, um so aus dem schwachen Produkt wenigstens noch etwas Überlegenheitsgratifikation zu pressen. Aber man sollte wissen, was man damit macht: Man parasitiert an der Malaise. (Wie ich ja grundsätzlich der Meinung bin, dass die neuere Shitstorm-Kultur der gesellschaftliche Kitt unserer Tage ist und die ältere Kulturindustrie mit ihrer Angestelltenideologie in dieser Funktion abgelöst hat).

Morph November 7, 2012 um 23:19

@Orange

“Kann ja nicht jeder Karl Kraus sein.”

Sollte einer, der jemanden für sein Tun kritisiert, es besser können? Vielleicht ist das nicht immer notwendig. Aber es schon einen Zusammenhang zwischen praktischer Kompetenz und kritischer Überzeugungskraft, würde ich sagen. Und so wie Politiker, Journalisten und sonstige Funktionsprominente öffentlich niedergemacht werden: so witzlos, informationsarm und ressentimental, hat das natürlich relativ wenig Überzeugungskraft. Das reicht gerade mal hin, am Thresen und seiner digitalen Verlängerung Gemeinschaftsgefühl zu produzieren. Gesellschaftskritik als gesellschaftlicher Kitt.

wowy November 7, 2012 um 23:26

@Morph
Manchmal sollte man aber auch den Fakt berücksichtigen, dass man mit der “totgeschlagenen Zeit” anderes berichten könnte.
Warum wird so gut wie gar nicht über Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland berichtet. Oder über Ungarn?
Müssen wir wochenlang mit der US Wahl zugeballert werden?
Es ist doch letztlich eine Frage der Gewichtung.

Morph November 7, 2012 um 23:40

@wowy

“Müssen wir wochenlang mit der US Wahl zugeballert werden?”

Natürlich nicht. Ich z.B. habe davon nicht allzu viel mitbekommen, denn ich schaue keine TV-Politberichterstattung.

“Warum wird so gut wie gar nicht über Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland berichtet. Oder über Ungarn?”

Es wird schon berichtet. Noch nie in der Menschheitsgeschichte waren wir derart umfassend mit Informationen aus aller Welt versorgt wie heute. Allerdings muss man sich als Leser und Hörer schon ein bisschen bemühen und filtern. Wenn man sich willenlos der aufmerksamkeitsökonomischen Dynamik überlässt, kriegt man natürlich nur das aufgebauschte Boulevardzeug mit.

Über die Entwicklungen in den europäischen Nachbarländern wird weniger breit berichtet, weil das deutsche Publikum in seiner Breite daran kein Interesse hat.

wowy November 7, 2012 um 23:43

“Allerdings muss man sich als Leser und Hörer schon ein bisschen bemühen und filtern. Wenn man sich willenlos der aufmerksamkeitsökonomischen Dynamik überlässt, kriegt man natürlich nur das aufgebauschte Boulevardzeug mit.”
Gespräch beendet!

Treidelstein November 8, 2012 um 00:03

Ah ja… “warm regards”… So richtig vermeldenswert wäre es doch erst gewesen, wenn irgendein Angelsachse dem Guido Westerwelle ein Schreiben hätte zukommen lassen, unterzeichnet “Mit warmen Grüßen”… Also das hätte wirklich was…

bleistift November 8, 2012 um 00:31

“Über die Entwicklungen in den europäischen Nachbarländern wird weniger breit berichtet, weil das deutsche Publikum in seiner Breite daran kein Interesse hat.”

Glaube ich absolut nicht. Ich finde die Berichterstattung über den US Wahlkampf schon fast peinlich. Ist ja wirklich armselig was aus dem großen, alten Kontinent der mal die Welt beherrschte geworden ist.
Ein Volk von Speichelleckern und Arschkriechern. Unser aller Wohl und Wehe hängt davon ab was ein paar Evangelikale oder Grundkonservative für gut und richtig halten.
Geht es noch peinlicher? Ich finde dieses ganze Gedöns abgrundtief peinlich!
Haben wir irgendeinen europäischen Politiker der eine solche Rede halten könnte:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/rede-von-barack-obama-im-wortlaut-a-865916.html

Warum nicht? Sind wir weniger wert? Können wir weniger? Wir haben diese Deppen (sorry!) überhaupt erst entdeckt!
Vielleicht sollten wir mal anfangen an uns selbst zu glauben!

Treidelstein November 8, 2012 um 00:31

@ Morph

Ich glaube nicht, daß hierzulande ein größeres Interesse des Publikums für die USA ausschlaggebend ist. Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen haben bloß ein Wahlsystem, das so eine tolle Dramaturgie ermöglicht. Jede halbe Stunde kommen Daten aus diesem oder jenem Staat rein, die Karte färbt sich hier blau, da rot. Wie ein Gesellschaftsspiel… Bei CNN haben sie das innerhalb der Swing States noch auf die Ebene der einzelnen Counties runtergebrochen… hier blau vorn, da rot… und 2008 sah es dort so aus, 2004 aber so… ich meine, mit diesen Visualisierungen hat das einfach mehr als nur so ein dröges Aneinanderreihen von Hochrechnungen… Völlig unabhängig von der politischen Bedeutung für D ist die amerikanische Wahl jedenfalls seit 2000 auch so ein ganz eigenes Unterhaltungsformat. Ich sehe das ganze grundsätzlich auch kritisch, kann eine gewisse Faszination für das Spektakel aber nicht verhehlen…

“Jetzt geht das Reformgebabbel wieder los. Hoffentlich ist bald wieder Krieg.” (Greser&Lenz-Karikatur nach dem Ende des Irakkrieges 2003)

Treidelstein November 8, 2012 um 00:56

P.S.
Ich bekenne hiermit folgendes: Natürlich habe ich auf einen Obama-Sieg gehofft. Nicht weil ich ihn für den Heilsbringer halte, sondern weil die Gegenseite mit ihrem asozialen und sexistischen Diskurs schon mal gar nicht geht… Aber ach… gestern in der Früh’ ertappte ich mich plötzlich bei dem Gedanken: Laß Virginia doch an den Romney gehen, dann wird es wenigstens spannend… So wie man beim Fußball oft auf ein frühes Tor des Underdogs hofft…

Also… bei einer Wahl in Frankreich oder Italien käme ich ja nicht einmal für ein paar Sekunden auf solche apolitischen Nebengedanken… Ich hoffe, es ist zu verstehen, was ich damit sagen will…

Morph November 8, 2012 um 00:57

@Treidelstein

“Ich glaube nicht, daß hierzulande ein größeres Interesse des Publikums für die USA ausschlaggebend ist.”

Wer weiß? Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich das im europäischen Vergleich empirisch nachweisen lässt.

“Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen haben bloß ein Wahlsystem, das so eine tolle Dramaturgie ermöglicht.”

Stimmt. Die leichte Dramatisierbarkeit des Geschehens erklärt wohl einen Großteil der Berichterstattung. Aber es könnte auch eine motivische Rolle spielen, dass die USA für die Welt ähnlich bedeutsam sind wie Deutschland für Europa. Es gibt da sozusagen eine kollektive Wahlverwandtschaft. In mancher Hinsicht ist Deutschland ja das ‘amerikanisierteste’ Land in Europa.

bleistift November 8, 2012 um 01:10

Es drängt sich aber doch auch zwangsläufig der Verdacht auf, dass der ganze Amerika Hype ein wenig gelenkt sein könnte.
Während der guten alten DDR Zeit sah man möglicherweise ähnlich atemlos auf Moskau, die Sowjetunion und deren Entscheidungen!
Es ist doch nun wirklich nervtötend mit welcher Penetranz einem von praktisch jeder Seite der US Wahlkampf ins Hirn gehämmert wird.
Allein mit dem Interesse der westeuropäischen Leserschaft lässt sich das meiner Meinung nach nicht begründen.

Treidelstein November 8, 2012 um 02:33

@ bleistift – “Während der guten alten DDR Zeit sah man möglicherweise ähnlich atemlos auf Moskau, die Sowjetunion und deren Entscheidungen!”

Nein, überhaupt nicht. Da war eh alles völlig intransparent. Soweit ich mich erinnern kann, schaute man, also die politisch Interessierten, auf Ungarn und Rumänien. Das waren so zwei mögliche Entwicklungswege innerhalb des Ostblocks, die beide auch in einer DDR nach Honecker denkbar schienen. Entweder Eigenständigkeit, Austerität und Repression wie unter Ceausescu. Oder Öffnung nach Westen, relative Liberalisierung, aber auch Preissteigerungen ohne entsprechende Lohnentwicklung wie unter Kadar. Wurde durchaus kritisch diskutiert, natürlich nicht in den staatlichen Medien. “Rumänien” wollte keiner, bzgl. “Ungarn” gingen die Meinungen auseinander. Vielleicht hat @topi noch eine andere Erinnerung an die Zeiten… Aber die SU spielte eigentlich kaum eine Rolle, dahin konnte man nicht frei reisen, dahin gab es auch viel weniger persönliche Kontakte als in die ostmitteleuropäischen Staaten. Man wußte nicht, was in der SU wirklich vorging und was das jeweils für eine Bedeutung haben könnte.

Wobei, wenn in der SU die Aufnahme ins Politbüro so im Rahmen einer Casting-Show organisiert worden wäre: Rußland sucht den Supergreis… also dann wäre es vielleicht anders gewesen…

Abgesehen davon denke ich nicht, daß das heutige Verhältnis Deutschlands zu den USA sinnvoll mit dem Verhältnis der DDR zur SU verglichen werden kann.

@ Morph – “dass die USA für die Welt ähnlich bedeutsam sind wie Deutschland für Europa. Es gibt da sozusagen eine kollektive Wahlverwandtschaft.”

Und auch das erschließt sich mir nicht so recht. Die USA sind institutionell nicht mit der Welt verkoppelt wie Deutschland mit Europa. Andererseits hat die deutsche Sprache und alltagskulturelle Symbolik in Europa nicht im entferntesten die Bedeutung wie die amerikanisch-englische in der Welt. Und was die Salden angeht, so müßte man Deutschland eher mit China vergleichen.

O.K., vielleicht vergleichbar ist so eine Haltung: An unserem Wesen soll die Welt (Europa) genesen… Was Anfang der 90-er der Washington Consensus (US), das ist heute die Doktrin von der “Wettbewerbsfähigkeit” von Staaten (D).

Morph November 8, 2012 um 02:57

@Treidelstein

“O.K., vielleicht vergleichbar ist so eine Haltung: An unserem Wesen soll die Welt (Europa) genesen… Was Anfang der 90-er der Washington Consensus (US), das ist heute die Doktrin von der “Wettbewerbsfähigkeit” von Staaten (D).”

In diesem Sinn. Analogien sind ja immer zweifelhaft. Aber es gibt strukturell ähnliche Motivlagen hegemonialer Organisationen.

"ruby" November 8, 2012 um 03:21

@ Morph

Du hast doch keine AmiPolitSeifenOper verfolgt.
Wie kannste dann hier das große Wort schwingen?
Ende der Diskussion.

"ruby" November 8, 2012 um 03:31

Das beste wird noch kommen?
http://www.youtube.com/watch?v=qxb03EyxybA

Frankie Bernankie November 8, 2012 um 09:27

@Morph

” Aber es könnte auch eine motivische Rolle spielen, dass die USA für die Welt ähnlich bedeutsam sind wie Deutschland für Europa. Es gibt da sozusagen eine kollektive Wahlverwandtschaft. ”

Stimme da überhaupt nicht zu.
Erstens ist die Bewusstseinslage der beiden Länder dermassen was von unterschiedlich, und zweitens die Wahrnehmung der beiden Länder in jeweils massgeblichen “peer group” ( “Welt” und “Europa” ) ebenfalls, dass man wirklich nicht von kollektiver Wahlverwandtschaft sprechen kann.

Z.B. die sehr bewusstseinsprägende Ökonomie der Länder: während bei solche Dinge wie Exportüberschüsse einen quasi pseudoreligiösen Status bekommen haben, interessiert sowas die Amis einen Scheiss.
Bei uns werden Export-Coups mittelständischer “Hidden champions” seitenlang in der Rubrik “Wirtschaft regional” in der Heimatzeitung gefeiert ( wie früher die Wehrmachtsberichte ); sowas wirst Du in den USA nicht finden.

Die Welt ist eh nicht sehr viel groesser als der amerikanische Kontinent, da interessierts keinen wo ausserhalb von USA noch Hummer oder medizinische Apparate von GE verkauft werden.

Und dass die Welt wie blöd nach USA exportiert ist aus der Sicht vom Ami normal: die wollen schliesslich alle den Dollar – wir haben ihn schon.

http://www.wochenblatt.de/nachrichten/landshut/regionales/Zaehlmaschinen-aus-Ergolding-bei-US-Wahl-im-Einsatz;art67,144955

Linus November 8, 2012 um 09:34

@Morph:
“Ich meine, dann sollte man wenigstens den Verriss im Stil Karl Kraus’ oder Hermann Gremlizas abfassen und das handwerkliche Versagen der Journalisten informativ, lehrreich und unterhaltsam vorführen, um so gleich auch ein Modell zu geben, dass und wie es besser geht.”

Schiess los!

Morph November 8, 2012 um 09:47

@Linus

Ich sagte, wenn Medienkritik, dann bitte so wie Kraus und Gremliza. Das macht Sinn. Ich habe nicht gesagt, dass jeder nach Kräften Medienkritik betreiben sollte. Ich stelle im Gegenteil an mir fest, dass mich medienkritische Aufklärung nicht mehr so fasziniert wie früher; ich habe heute ein anderes Interesse an Medien, als sie wegen ihrer vermeintlichen Fehlleistungen zu tadeln.

BB November 8, 2012 um 10:00

@morph

“Ich meine, dann sollte man wenigstens den Verriss im Stil Karl Kraus’ oder Hermann Gremlizas abfassen und das handwerkliche Versagen der Journalisten informativ, lehrreich und unterhaltsam vorführen, um so gleich auch ein Modell zu geben, dass und wie es besser geht.”

Kenn ich nicht. Deswegen krieg ich jetzt aber keinen Bildungskomplex.

Kilometerlange Analysen sind nicht so mein Ideal so nach dem Motto: Wir müssen nur lange genug darüber schwafeln und die Welt wird besser.

Ich würde gerne mehr praktisch experimentieren.Wie wäre es mit Echtzeit-Blogs (die gibt es leider noch nicht), in denen schon zum Frühstück ein alternatives Meinungsangebot für Journalisten zu lesen ist, dass sie dann nur noch von dort übernehmen müssen anstatt von SpOn. Selbstverständlich gehört dazu auch eine permanente – wenn auch manchmal ermüdende Kritik – an journalistischen Produkten, natürlich auch in Echtzeit.

Aber wie gesagt. Echtzeit ist natürlich so eine Sache. Wenn in Frankreich gerade eine wichtige Schweinerei passiert, die Blogbetreiber müssen aber gerade mit ihrem Nachwuchs “Wetten-dass” schauen. Hat man ja Verständnis für.

(und immer dran denken, wir müssen die Welt retten, noch 1465 Mail checken …)

Morph November 8, 2012 um 10:20

@BB

Kraus hat in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. in einer eigenen Zeitschrift den laufenden Presseschwachsinn kommentiert, durchaus nicht in kilometerlangen Analysen, sondern in sehr witzigen und ins Mark treffenden Verrissen. Die sind immer noch so amüsant zu lesen und so peinlich für die Vorgeführten, dass das tatsächlich disziplinierend wirkt und Journalisten motiviert, besser zu arbeiten.

Hermann L. Gremliza ist der Herausgeber der “konkret” und seziert jeden Monat auf der letzten Seite des Hefts in der Rubrik “gremlizas express” Pressefundstücke. Auch sehr amüsant.

Kraus und Gremliza sind Beispiele für Medienkritik, die bei den Akteuren der Medien ankommt und insofern wirksam ist. Und mir ging es darum, darauf hinzuweisen, dass die Medienkritik eine bestimmte Qualität haben muss, um das zu erreichen. Und diese Qualität haben die meisten Formen der Medienkritik, insbesondere das formlose und summarische Auf-die-Medien-Schimpfen in blogs, eben nicht.

BB November 8, 2012 um 10:34

@Morph
“Kraus und Gremliza sind Beispiele für Medienkritik, die bei den Akteuren der Medien ankommt und insofern wirksam ist.”

So? Woran kann man das erkennen? Dann hätten wir ja heute tatsächlich Qualitätsjournalismus? Warum finde ich den jetzt nicht gerade?

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 10:36

Interessante Debatte. In den Kommentaren bei der FAZ wird ja zumeist auf die ÖR-Sender eingeprügelt, obwohl ich ARD und ZDF nur als Beispiel genommen hatte. Ich konnte schlecht alles sehen in der Nacht. Auf twitter habe ich über Diekmann erfahren, dass sogar Bild.de eine Livesendung gehabt haben muss. RTL soll eine klassische Politiksendung gemacht haben, während die Pro 7- Gruppe nichts machte, weil sie schon 2008 die schlechtesten Marktanteile hatte.

Ich hatte ja nicht ohne Hintergedanken den Live-Ticker mit Herbert Zimmermann angeboten. Die Dramaturgie der US-Wahl ähnelt einem Fußballspiel. Nur dauert eben kein Fußballspiel sieben Stunden. Und die großen US-Networks bedienen Zuschauer aus verschiedenen Zeitzonen. Zudem wird an diesem Wahltag über alles Mögliche abgestimmt, während bei uns nur die Präsidentenwahl von Interesse ist. Und ernsthaft: Für wie viele Zuschauer treibt man am Ende diesen Aufwand? Selbst viele von denen, die den Fernseher haben laufen lassen, werden schlicht eingeschlafen sein. Es müssen die wach blieben, die das aus professionellen Interesse sehen. Am Ende berichten wir alle für andere Berichterstatter.

Es geht also darum, überhaupt einmal den Sinn solcher Sendungen zu diskutieren. Der wird nämlich wegen der Konkurrenzsituation nicht mehr in Frage gestellt. Und dann wird sich auch zeigen, dass außer dem dramaturgischen Element der unterstellten Spannung ein journalistischer Sinn kaum mehr festzustellen ist.

Darüber hinaus geht es ja darum, wie man dann – etwa am Beispiel von Lanz – heute politischen Journalismus definiert. Das Interview von Maischberger mit Kissinger war inhaltlich völlig in Ordnung, aber halt auch nicht spannend. Eher trockene Kost. Es gibt auch einen qualitativen Unterschied zwischen Frau Maischberger oder Frau Illner – und Lanz. Nur wird der zunehmend verwischt. Das werden wir am Sonntag bei Raab erleben, der schon von der formalen Struktur der Sendung aus Politik den Circus Maximus macht. Nur werden dort die unterlegenen Matadore nicht liquidiert, sondern der Sieger mit 100.000 € prämiert. Dagegen ist Lanz ein Waisenknabe.

Und wie man welche Sendungen macht, ist immer eine Entscheidung von konkreten Personen. Sie können es auch lassen. Daran will ich nur erinnern.

Linus November 8, 2012 um 10:37

@Morph:
Na, ein bisserl was Konstruktives könntest du schon beitragen, so aus der Systemperspektive. Woher soll der arme Lübberding denn wissen, was er falsch macht?

Morph November 8, 2012 um 10:42

@Linus

Etwas in Deinen Augen Konstruktives möchte ich gar nicht beitragen, denn Deine Konstruktivitätsansprüche sind m.E. nicht bedienbar bzw. unklar.

BB November 8, 2012 um 10:45

@Morph

Du bist doch ein Postmoderner, also ein Systemtheoretiker. Als solcher müssten dir doch Begriffe wie “Redundanz” und “Wiederholung” was sagen. Wie sagte schon Konfuzius: “Wenn eine Lüge von 7 verschiedenen Leuten erzählt wird, dann wird sie zur Wahrheit”

Diese Techniken – Wiederholung und Redundanz – sind Basiselemente der neoliberalen Kommunikationsstrategien. Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als diese Techniken gegen die Erfinder einzusetzen.

Auf irgendwelche Insider-Kritiker, die im Medien-System drinstecken (Konkret) kommt es gar nicht an. Wirkliche Kritik können die aus ihrer Innen-Perspektive gar nicht leisten. Nein. Die Kritik kann nur von außen kommen. Die Leser müssen sich wehren! (Bitte keine rabulistische Diskussion, ob sie selbst Teil des Systems sind). Ob das dann manchmal ein bisschen roh ist und nicht die Qualität von Leuten hat, die für ihre Kritik Gehalt beziehen (Konkret) ist da doch wohl nebensächlich.

Das Proletariat braucht keine Intellektuellen, die seine Interessen formulieren. Das Proletariat kann für sich selbst sprechen!

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 10:47

Morph

Ich fürchte, Gremliza liest keiner und Kraus kennt keiner mehr, außer ein paar Germanisten.

Morph November 8, 2012 um 10:52

@BB

“So? Woran kann man das erkennen? Dann hätten wir ja heute tatsächlich Qualitätsjournalismus? Warum finde ich den jetzt nicht gerade?”

Wir haben auch Qualitätsjournalismus. Ich weiß nicht, warum Du den nicht findest. Ich finde den bei einem Prantl, bei einem Bannas, bei einem Kaube, um nur die ersten drei Namen zu nennen, die mir einfallen. Vielleicht ist der Qualitätsjournalismus nicht in ausreichender Breite und Durchsetzungsstärke vorhanden. Aber Gottchen: Was aus dem Reich des wirklich qualitativ Hochwertigen ist schon in hinreichender Breite vorhanden? Siehst Du! – Die Zukunft des Qualitätsjournalismus sieht auch sicher nicht allzu rosig aus. Andererseits: Der Pressejournalismus hat sich seit den Tagen Kraus’ erheblich verbessert, und selbst der viel gescholtene TV-Journalismus hat heute m.E. mindestens ebenso kluge Köpfe zu bieten wie in den Zeiten Luegs und Nowottnys. Klar, Ausnahmeerscheinungen wie Günther Gaus oder Claus Hinrich Casdorff sehe ich zur Zeit auch nicht im Fernsehen. Aber wer weiß, was in den nächsten Jahren an neuen Talenten kommt?

Morph November 8, 2012 um 10:58

@fl

“Ich fürchte, Gremliza liest keiner und Kraus kennt keiner mehr, außer ein paar Germanisten.”

Ich glaube, dass ist eine optische Täuschung: Heute wird natürlich unendlich viel mehr publiziert als früher. Und in der anschwellenden Masse nimmt sich die Klasse immer schwächer aus. Aber ich würde vermuten, dass es in absoluten Zahlen heute noch ebenso viele Gremliza- und Kraus-Leser gibt wie früher. – Ich halte es geradezu für gefährlich, darüber zu klagen, dass niemand mehr Qualitätsjournalismus zu schätzen wisse und keiner mehr über die dafür nötige Bildung verfüge. Wenn irgendetwas geeignet ist, jungen Leuten den Geschmack für Qualität und Bildung zu verderben, dann diese Klage.

Linus November 8, 2012 um 11:02

@Morph:
“Deine Konstruktivitätsansprüche sind m.E. nicht bedienbar bzw. unklar.”
Wird das jetzt wieder eine deiner berüchtigten Schnitzeljagden?
Es geht doch nicht um meine Ansprüche. Es geht darum, den Journalisten was an die Hand zu liefern.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 11:09

Morph

Wir hatten auch noch nie so gutes Fernsehen, wie heute. Das Problem ist nicht die fehlende Qualität, sondern die Segmentierung der Medienmärkte. In den USA ist das schon weiter fortgeschritten, weil etwa die eine Seite nur Fox-news sieht, während die andere Seite msnbc bevorzugt – oder das ÖR in den USA. Das heißt, es findet keine Kommunikation zwischen Sichtweisen mehr statt, sondern nur noch die ideologische Selbstbestätigung. genau hier können Medien aber etwas tun: So gab es auf Arte kurz vor der Wahl einen sehr guten, nämlich nicht hämischen, Film über die Tea-Party in den USA. Im Grunde hätte man den in ARD und ZDF am Dienstag zeigen müssen – und dann darüber diskutieren. Wer das gemacht hatte, war Eric Hansen bei Lanz – und vorher in seinen Zeit Kolumnen. Nur wie läuft die Logik in Unterhaltungsformaten? Man lädt einen Radaubruder ein, der die Tea Party mit flotten Sprüchen simuliert.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 11:12

Morph

Darum ging es mir nicht: Um die Klage. Nur waren beide Autoren für unsere Generation wichtig. Das war damit gemeint.

Morph November 8, 2012 um 11:18

@fl

“Es gibt auch einen qualitativen Unterschied zwischen Frau Maischberger oder Frau Illner – und Lanz. Nur wird der zunehmend verwischt.”

Wer verwischt den? Jeder politisch Interessierte kann den erkennen.

“Und wie man welche Sendungen macht, ist immer eine Entscheidung von konkreten Personen. Sie können es auch lassen. Daran will ich nur erinnern.”

Sicher. Auch die Leute in der Finanzindustrie könnten es auch lassen. Die Frage ist doch, wie kann man die beeinflussen, DASS sie es auch lassen (oder anders machen). Und die Erfahrung zeigt, dass mitzuteilen: Lasst ab von Eurem schlechten Tun, keine Wirkung zeigt. Fast kann man den Eindruck gewinnen, dass je empörter die Klage formuliert wird, desto vernachlässigenswerter sie den Angesprochenen erscheint.

Man kann das an einem Gedankenexperiment verdeutlichen: Ein Leserbrief, der wie ein Rohrspatz einen journalistischen Beitrag beschimpft, wird in der Redaktion eher als Bestätigung aufgefasst, während eine souveräne satirische Dekonstruktion eines Beitrags die Redaktion und den verantwortlichen Autor tatsächlich beschämen kann.

Man muss Akteure in Organisationen immer an ihrer professionellen Ehre packen, nicht bei ihrem humanistischen Gewissen, denn das legen sie (legen wir alle, wenn wir ehrlich sind) an der Pforte ab.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 11:20

BB

Worauf ich nur hinweisen will: Viele dieser Kritiker von außen reflektieren aber nicht, was wir unter Qualität diskutieren, sondern etwa fehlende Unterhaltungselemente. Ich habe gestern Abend Anne Will nicht gesehen. Aber ein Gast hat Pyrrhussieg gemeint und Phallussieg gesagt. An solchen Dingen wird jetzt die Sendung diskutiert. Ganz ähnlich wie das bei Romney mit den “Ordner voller Frauen” gewesen ist. Das ist aber genau dieses Unterhaltungsinteresse, das hier reflektiert wird. Und das kommt nicht von innen aus dem Betrieb, sondern der Betrieb freut sich über das Interesse außen. Das schafft nämlich Aufmerksamkeit.

chabis November 8, 2012 um 11:24

@luebberding
Gremliza ist mein monatliches Antidot.

@morph
“In mancher Hinsicht ist Deutschland ja das ‘amerikanisierteste’ Land in Europa.”

In der Schweiz würde man sagen,” das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich”, auf Deutschland angewendet – das ist von ehemaliger “Zone” zu “Zone” unterschiedlich.
Mal die DDR beiseite gelassen, da ist es offensichtlich, aber auch
im “Westen” haben die zum Teil mehr als ein halbes Jahrhundert jeweilig anwesenden ausländischen Truppen und ihre Lebens-gewohnheiten, im amerikanischen Fall vorallem auch ihre Wirtschaftskraft, mehr Einfluss auf die Mentalität und Lebensgewohnheiten der ansässigen Bevölkerung gehabt, als allgemein angenommen, in Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart, München, aber eben auch in der Provinz (nicht nur in Baumholder).
Bin in einer amerikanischen Garnisonsstadt aufgewachsen,
später in eine Stadt im französischen Bereich umgezogen, der Unterschied war deutlich spürbar (“zurückgeblieben”), in Süd-deutschland war die Abgrenzung der Zonen recht willkürlich, – den Bereich südlich der Autobahn Stuttgart-München durfte Frankreich übernehmen (Kretschmannland).
Die amerikanische Präsidentschaftswahl war bei “uns” in der
amerikanischen Zone immer ein wichtiges Thema, da über Care-Pakete, Schüleraustausch, Heiraten Autoverkauf, Arbeits-verhältnisse, Auftragsvergabe, Kino, AFN, und sonstige Vergnügungen mit den USA verbunden.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 11:31

morph

Wer den Unterschied verwischt? Wer das wohl war? Das ZDF? Sie haben nicht Kleber oder Illner diese Sendung machen lassen, sondern Lanz. Warum wohl? Wahrscheinlich deshalb, weil die Kraus-Lektüre zu lange vorbei war … . Die sind nämlich in unserem Alter, die das entschieden haben. Es kommt gerade nicht darauf an, ob der politisch Interessierte den Unterschied noch kennt, sondern wer die Programmplanung macht.

Und selbst bei uns oder auf FAZ.net, wo wirklich nur politisch Hochinteressierte mitlesen oder gar kommentieren, kann man sehr schnell einen Konsens darüber herstellen, dass das alle Idioten sind. Ich bin mir nicht sicher, ob es noch sehr viele Leute gibt, die sich für solche Unterschiede interessieren. Auf Twitter wurde etwa zu Raab von Politikern vor allem beklagt, dass Beck von den Grünen ausgeladen wurde oder keine Frauen mitmachen. Ansonsten halten alle das Format namens “Absolute Mehrheit” für völlig in Ordnung. Es gibt schon Gründe, warum ich Lanz bei Wetten dass verteidige … .

Frankie Bernankie November 8, 2012 um 11:37

@Lübberding

“Aber ein Gast hat Pyrrhussieg gemeint und Phallussieg gesagt. An solchen Dingen wird jetzt die Sendung diskutiert.”

Verräterisch, diese Bemerkung.
Nicht die Sendung selbst ist wichtig, sondern wie darüber diskutiert wird. Und das bei einer Sendung, in der selbst diskutiert wird! (wenn auch schlecht , ich habs gesehen eine Zeitlang).

Aber das haben wir schon mal festgestellt: Medien berichten zunehmend darüber was andere Medien machen.

Früher hiess es noch: was nicht in den Medien vorkommt, ist nicht.
Heute muss man schon sagen: Medien, die nicht in anderen Medien vorkommen , sind nicht.

(Übrigens, das mit dem “Phallussieg”: derjenige hat “Phyrrussieg” gemeint, er hat sich halt beim Fremdwort vertan – das war jedem klar, nur der werten Anne Will nicht; investigatorisch und auf Skandalfährte hat sie nachgefragt: “Warum nennen Sie das eine Phallussieg?”´)

h.huett November 8, 2012 um 11:40

Frankie Bernankie

“(Übrigens, das mit dem “Phallussieg”: derjenige hat “Phyrrussieg” gemeint, er hat sich halt beim Fremdwort vertan – das war jedem klar, nur der werten Anne Will nicht; investigatorisch und auf Skandalfährte hat sie nachgefragt: “Warum nennen Sie das eine Phallussieg?”´)”

Wegen ihrer Klytemnestra-Ferse

Frankie Bernankie November 8, 2012 um 11:40

@Lübberding

Dieser Polittalk vom Raab wird nicht funktionieren.
Der kann sich schon mal auf niedrige Einschaltquoten einstellen…das schadet dem auch nicht.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 11:40

chabis

Der lebensweltliche Unterschied ist mir so nie bewusst gewesen. Ich bin selbst in der ehemaligen britischen Zone aufgewachsen. Nächste Garnisonsstadt der Briten war Osnabrück. Amerikaner gab es im Kreis Diepholz nur dort, wo taktische Nuklearwaffen waren.

h.huett November 8, 2012 um 11:43

FL
“Das schafft nämlich Aufmerksamkeit.”

Ok, aber es reicht nicht zur Relevanz – und damit kommen wir dem Leiden etwas näher: das zeitgleiche Zusammenfallen von Aufmerksamkeit und Relevanzverlust. Wir können sogar annehmen, dass das nicht nur billigend in Kauf genommen wird, sondern als letzter Schrei die Dramaturgie bestimmt.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 11:47

Frankie

Ich habe nur die Kritiken der Sendung gelesen, weil ich sie selbst nicht gesehen habe. In der FAZ Besprechung von Christian Geyer wird darauf übrigens nicht eingegangen. Was die Reaktion von Will betrifft: Sie fragt halt nach. Wenn sie nichts gesagt hätte, wäre das ein Vorwurf gewesen (Sie kennt den Unterschied nicht). Wenn sie ihn einfach korrigiert hätte, wäre natürlich nicht klar geworden, ob der Gast den Unterschied kennt … .

Morph November 8, 2012 um 11:49

@fl

Das ZDF verwischt diesen Unterschied nicht, sondern macht ihn erst beobachtbar! Ich kann auch nicht erkennen, dass da so ein Wahnsinns-Schaden entsteht, wenn ein etwas, sagen wir, unterprofilierter Conferencier eine Wahlberichterstattung moderiert.

Massenmedien haben per se einen unterhaltenden Charakter. Hätten sie ihn nicht, würde sie niemand rezipieren. Selbst die vielgerühmte ‘kritische’ Berichterstattung dient letzten Endes nur dazu, sich als ‘kritisch’ verstehenden Zeitgenossen ihre ‘kritische’ Weltsicht zu bestätigen, die also zu unterhalten.

Wer sich von den Massenmedien nicht einlullen lässt und gegen die aufmerksamkeitsökonomischen Konjunkturen seine eigene Aufmerksamkeit investiert, stellt ja sofort fest, dass auch die massenmediale Skandalisierung von Missständen (‘Kritik’) immer höchst selektiv ist und es unendlich viel mehr skandalisierungsfähige Zustände gibt als tatsächlich skandalisiert werden. Und oftmals stößt man auf Sachverhalte, die einem persönlich viel skandalöser vorkommen als z.B. die wachsende Ungleichheit in Deutschland oder die Erderwärmung oder die Unfähigkeit der Kanzlerin, uns die Welt des politischen Systems zu erklären.

Und dann sieht man die Selektivität der Massenmedien zugleich entspannter UND problembewusster, meine ich.

h.huett November 8, 2012 um 11:50

Und noch was, hier ein amerikanischer Kommentar, der die Stimmung und Analyse von gestern Morgen (Abend) gut zusammenfasst (fand ich über William Gibsons Twitter-Timeline:

Change is a motherfucker when you run from it. And right now, the conservative movement in America is fleeing from dramatic change that is certain and immutable. A man of color is president for the second time, and this happened despite a struggling economic climate and a national spirit of general discontent. He has been returned to office over the specific objections of the mass of white men. He has instead been re-elected by women, by people of color, by homosexuals, by people of varying religions or no religion whatsoever. Behold the New Jerusalem. Not that there’s anything wrong with being a white man, of course. There’s nothing wrong with being anything. That’s the point.

Sehr lesenswert übrigens auch Jordan Meijas´und Patrick Bahners nächtlicher Blog aus New York.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 11:55

Hütt

Die Auswahl der Gäste ist das Thema. Das hast Du ja gesagt. Früher – und noch heute bei Phoenix – wurden ein paar Politiker, Journalisten und Professoren aus dem Fachgebiet eingeladen.Es ging also nicht um Meinung, sondern um die Vermittlung von Expertenwissen. Ein Immobilienmakler oder so ein Schauspieler aus Soko Wismar hätte es nie dahin geschafft. Aber heute werden alle Medien durch Meinung bestimmt – und den Anspruch auf Demokratisierung. Es soll ja jeder mitreden dürfen. Fraglich, ob wir hinter diesen Anspruch zurückkehren können.

Linus November 8, 2012 um 11:58

@Morph:
“Man muss Akteure in Organisationen immer an ihrer professionellen Ehre packen, nicht bei ihrem humanistischen Gewissen, denn das legen sie (legen wir alle, wenn wir ehrlich sind) an der Pforte ab.”

Das mag für einen kurzen Moment wirken, auf Dauer hilft das auch nicht. Es ist ja i.A. nicht so, dass ein Einzelner die funktionellen Leitlinien der Organisation allein kraft Persönlichkeit prägen könnte. Selbst wenn sich alle Akteure einen Moment lang auf ihre ‘professionelle Ehre’ besinnen, hält dieser Moment nicht lange vor. Die funktionellen Leitlinien der Organisation evoluieren halt gemäß der Umwelt, die sie vorfinden, und richten sich nicht nach frommen Wünschen (aka freiwillige Selbstkontrolle).

Also hilft nur das Einziehen von Leitplanken innerhalb der Organisation selbst, bis von dort aus ‘das Wasser sich einen neuen Weg sucht’. Dazu bedarf es reiflicher Überlegungen, wo und wie man diese Leitplanken setzt. Und dazu muss man erst verstehen, was da eigentlich passiert (das war mein Aufforderung an dich).

Bei den meisten Übergewichtigen ist der Ruf nach mehr Bewegung für die Katz. Aussichtsreicher ist es, eine Wohnung im 5. Stock ohne Aufzug anzumieten. In der Psychologie nennt sich dieser Ansatz ‘systemische Therapie’.

h.huett November 8, 2012 um 12:04

FL
“Es soll ja jeder mitreden dürfen. Fraglich, ob wir hinter diesen Anspruch zurückkehren können.”

Diese Auffassung drückt besser als jede volatile Umfrage aus, warum die Piraten keine Eintagesfliege sind. Denn zugleich geht damit das Denken und die politische Praxis einer repräsentativen Demokratie über die Wupper.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 12:04

Morph

“Massenmedien haben per se einen unterhaltenden Charakter.”

Die Wahlsendung fand in einem Massenmedien zwar statt, aber es gab keine Massen, die sich dafür interessierten. Es war eben nicht ein Unterhaltungsformat wie Wetten dass, sondern ein Sendung für einen realtiv überschaubaren Kreis von Hochinteressierten, das aber wie eine Unterhaltungssendung konzipiert war. Glaubst Du ernsthaft, dass sich das meine 19jährige Tochter angesehen hätte? Ich habe in meiner Kritik ja auf die Tagesthemen und das Heute-Journal positiv hingewiesen. Die kamen auch ohne Lanz aus – oder irgendwelchen Clowns, die sonst als Modeberater firmieren. Das war aber guter Journalismus für ein großes Publikum. Nämlich auch für meine Große, wenn sie das denn gesehen haben sollte (was ich jetzt gar nicht weiß). Das ist doch ein anderes Argument, oder nicht?

BB November 8, 2012 um 12:13

@fl

Ich habe gestern Abend Anne Will nicht gesehen. Aber ein Gast hat Pyrrhussieg gemeint und Phallussieg gesagt.

Viel unterhaltsamer war, wie die Kamera in “Echtzeit”(!) auf seine roten Socken geschwenkt hat, nachdem er alle Frauen, die in der Runde saßen, deswegen sympatisch fand, weil sie rote Kostüme an hatten :-)

Die Sendung mit Anne Will war ziemlich gut, weil wirklich gute Argumente ausgetauscht wurden. Es spricht nichts dagegen, irgendwelche Romney-Fans in eine Sendung einzuladen – dies ist im Sinne der Ausgewogenheit natürlich erforderlich -, die sich dann durch ihr Auftreten selbst entlarven :-). Allein die Typen sagen häufig mehr als 1000 Worte.

Unterhaltung kann auch informativ sein. Wichtig ist, dass sie ausgewogen sind. Bei Will saßen die argumentationsstarke Frau Wagenknecht, die ebenso argumentationsstarke Frau Gesine Schwan und ein argumentationsstarker Auslandskorrespondent (Klaus …?), der wirklich gut war, der mir aber vorher z.B. in den öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen noch nie aufgefallen ist, zwei sich selbst entlarvende Republikaner-Anhängern gegenüber, der eine ein Finanzhai, so grotesk, wie man sich das vorstellt und irgendein Schauspieler, Berater von CDU-Saarland-Müller und nach eigener Aussage jemand, der für das ZDF (!) Amerika-Dokus gedreht hat, der sich derartig einen abgeschwafelt hat, dass es für mich eine Freude war, zuzusehen, wie sich diese beiden Republikaner selbst zerlegten.

Sehr gute, unterhaltende und ausgewogene Sendung :-)

14 November 8, 2012 um 12:18

Journalis-Mus

Wenn Jauch (Beckmann, Mauschelberger, Illner, Will, Plassberg, Stadtwerke Bochum) Politik kann, kann Markus-gib-Gas-ich-will -Spaß das doch auch, oder?

Nach Hallo wen? ist morgen wieder nine eleven angesagt, da können sich dann alle weiter in ihrer neoliberalmedialdemokratischen Betroffenheit suhlen..

Wichtig ist nicht, daß du schön bist oder intelligent oder weltgewandt oder wortgewandt. Wichtig ist Frequenz. Du kannst so dumm sein, daß dich die Schweine beißen, du mußt nur jeden Tag so dumm sein, daß dich die Schweine beißen. Dann ist dein Aufstieg zum Ruhm nicht mehr aufzuhalten…

Gerald Braunberger November 8, 2012 um 12:29

@ BB
“Aber wie gesagt. Echtzeit ist natürlich so eine Sache. Wenn in Frankreich gerade eine wichtige Schweinerei passiert, die Blogbetreiber müssen aber gerade mit ihrem Nachwuchs “Wetten-dass” schauen. Hat man ja Verständnis für.”

http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/archive/2012/11/04/man-keine-eigene-waehrung-um-abzuwerten-die-finanzpolitik-tut-es-auch-aus-aktuellem-anlass-das-konzept-der-fiskalischen-abwertung.aspx

Der aktualisierte Teil über Gallois/Ayrault war nahezu Echtzeit.

Gregor Keuschnig November 8, 2012 um 12:48

Interessante Diskussion. Den Fokus auf die öffentlich-rechtlichen Medien zu legen, halte ich nicht für falsch. Die Empörung konzentriert sich hier meistens auf drei Punkte: Erstens das Geld. Zweitens das Geld. Drittens…der protzig herausgestellte Anspruch. Es ist einfach nicht zu rechtfertigen, dass die Trivialiserung von politischen Ereignissen von sogenannten Entertainern (Lanz ist keiner; man denke an seinen Beginn vor wenigen Jahren: Als Kerner-Urlaubsvertretung – das sagt alles) vorgenommen wird. Hinzu kommt die inflationäre Präsenz aller möglicher Leute in den USA. Der Zuschauer vergleicht das Ergebnis mit dem Aufwand – die Rechnung fällt schlecht aus.

Sichtbar wird dies Woche für Woche in den Talkshows. Der Phallussieg ist ein gutes Beispiel: Es geht nicht um den Erkenntniswert einer Diskussion. Es geht darum, wer eventuell (auf dem glatten rhetorischen Parkett) ausrutscht. Es geht darum wer ins Fettnäpfchen tritt. Wie Detektive den vermeintlich untreuen Ehemann beobachten, so funktioniert Medienkritik heutzutage. Es gibt nur ein “Format”, das Fernsehzuschauer regelmässig mehr enttäuscht: das ist die Ziehung der Lottozahlen.

Alles wird dafür getan, bloß keine sachgerechte Diskussion aufkommen zu lassen. Stattdessen läppische, pseudo-kritische Fragen, die nach eindeutigen, plakativen Antworten schreien, aber meistens von Profis elegant umschifft werden. Und natürlich diese unsägliche Prominentenrotation, die dem zuschauer glauben machen soll, dass jemand der kochen oder einen Text aufsagen kann auch immer eine relevante Stimme zu politischen Themen haben muss. Ich nenne das das oligarchische Fernsehen.

Dem Zuschauer soll nichts mehr zugemutet werden (das damit eine Spirale der Banalität in Gang gesetzt wird, nimmt man hin). Es ist die vorauseilende Kapitulation vor der vermuteten Dummheit des Zuschauers. Heraus kommen dann natürlich irgendwann: der dumme Zuschauer.

Es gibt sie ja noch, die sachgerechten Diskussionen, in denen jemand ein Argument auch einmal etwas länger begründen kann ohne von den Plasbergwilljauchmaischbergerillner-Schwätzern unterbrochen zu werden. Es gibt sie bei Phoenix (wenn nicht gerade Herr Jörges dabei ist). Und im Radio. Es gibt da noch die Möglichkeit des Erkenntnisgewinns. Wenigstens manchmal.

Der Tod des (Qualitäts-) Fernsehens ist die konsequente Umbettung auch nur halbanspruchsvoller Sendungen in das Nirwana diverser, zum Teil amorph wirkender Spartenkanäle. Nach außen bleibt so der “Bildungsauftrag” erhalten. Das erinnert an die Vernichtung des Regenwalds zu Gunsten einer riesigen Palmölplantage und der Werbung, drei Kleinstrefugien “für die Natur” erhalten zu haben (die Strategie des WWF).

snozins Bruchmüller November 8, 2012 um 12:49

In Sachen Medienkritik möchte ich anregen, deutlicher zwischen Mist und Qualitätsmist zu differenzieren.

Morph November 8, 2012 um 12:52

@fl

“Das ist doch ein anderes Argument, oder nicht?”

Vielleicht habe ich Dein Argument ja nicht richtig verstanden.

Meine Position ist: Entweder man hält so eine ausgedehnte Berichterstattung für überflüssig (egal, wer sie moderiert), oder man findet das Format okay und stört sich nur an der Art, wie es umgesetzt worden ist. Ich halte so eine Berichterstattung für überflüssig, würde aber unter mediengestalterischen Gesichtspunkten sagen, dass das Format der Sendung schon zum Format des Moderators (Lanz) passt.

Es ist so ähnlich wie bei der Ballermann-Ästhetik: Jürgen Drews passt da super rein. Zu argumentieren, dass aber der Heinz-Rudoph Kunze niveauvoller ist und der daher zum König von Mallorca gekürt werden sollte, wäre doch abwegig, oder? ;-)

Morph November 8, 2012 um 12:53

@snozin

“In Sachen Medienkritik möchte ich anregen, deutlicher zwischen Mist und Qualitätsmist zu differenzieren.”

Guter Punkt. Man nennt es Mülltrennung.

holger November 8, 2012 um 12:57

Das duale System steht auch vor dem Aus.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 13:21

Braunberger

Das ist Echtzeit. Nur einige Anmerkungen. Wollte das Thema ja erst später machen, weil ich den Eindruck habe, dass es auf Echtzeit nicht ankommt … . Die fiskalische Abwertung hat in Deutschland nicht erst 2007 begonnen. Sie begann schon direkt nach der Wiedervereinigung als wesentliche Teile der Osttransfers über die Sozialversicherungen abgewickelt worden waren. Unter anderem deshalb, weil wir zu einem neuen Lastenausgleich wie nach 1945 nicht in der Lage waren. Selbst mit dem Soldaritätsausgleich ist der Anteil der direkten Steuern am Gesamtsteueraufkommen gesunken. Fiskalische Abwertung bedeutete bei uns die Umfinanzierung durch die Erhöhung indirekter Steuern bei gleichzeitiger Kürzung von Leistungsansprüchen. Deren Kürzung hatte damals durchaus einen guten Grund: Nämlich die Leistungsfähigkeit der Sozialsysteme an die gesunkene Leistungsfähigkeit der gesamtdeutschen Volkswirtschaft anzupassen. Das passierte aber alles schon vor 2005 – und auch vor 1998. Eines macht Hollande heute nicht: Die Restrukturierung der französischen Industrie mit der Umverteilung zugunsten hoher Einkommen zu verbinden. Für diesen Kontext gab es auch weder eine makroökonomische, noch eine industriepolitische Begründung. Das einzige Argument war das “scheue Reh”, das ansonsten flüchtet.

Die desolate Lage der französischen Industrie ist ja nichts Neues. Dass man entsprechend handeln muss, war auch schon vor der Wahl klar. Nur gibt es zwischen Deutschland und Frankreich einen Unterschied. Deutschlands hat ein spezifisches Industriemodell, das schon lange auf Investitionsgüter und hochwertige Kosumgüter orientiert ist. Unsere Massenproduktion alten Zuschnitts haben wir schon vor der Wiedervereinigung abgegeben, etwa in der Textilindustrie. Die waren seit den 70er Jahren in Südeuropa gelandet, was einen Teil von deren heutigen Schwierigkeiten erklärt. Die kamen nämlich in Konkurrenz zu Osteuropa und China. In Frankreich spielte die Binnenökonomie schon immer eine wesentlich größere Rolle als in dem deutschen Exportmodell, inclusive der daraus bisweilen resultierenden Franc-Krisen. Die Frage ist also, wo die Franzosen heute an den spezifischen Stärken ihres Industriemodells anschließen wollen. Die Kopie des deutschen Modells kann ja nicht das Ziel sein, weil die Voraussetzungen fehlen. Aber deren Erhalt war seit der großen Krise in unseren Schlüsselsektoren 1992/93 das Ziel. Industriepolitisch war das nämlich viel bedeutsamer als die Anpassungsprozesse etwa nach Einführung des Euro. Und die zweite Frage ist die, wie sich Deutschland in einem gemeinsamen Binnenmarkt verhalten muss, damit die Restrukturierungsprozesse etwa in Frankreich funktionieren können. Für die Franzosen ist der europäische (und deutsche) Markt viel wichtiger als für uns. Makroökonomie funktioniert nur im europäischen Rahmen. Insoweit ist die Keynes-Debatte in Frankreich verfehlt. Das entscheidet sich nämlich am Ende in Berlin.

egal November 8, 2012 um 13:22

Phallussieg? Kurios, interessant und echt witzig.
Politamentformate sind nach meiner Beobachtung die Politikformate für die Resignierten. Alle Politiker sind korrupt und die MSM neoliberale Propagandaeinrichtungen. So eine Scheiße wie Tagesschau, Jauch oder die Süddeutsche sind doch unkonsumierbar – man regt sich nur auf über die Einseitigkeit, die offensichtliche Intention und die Lügen. Wer nicht ganz auf Politik im Fernsehen und in einem Printformat verzichten will, weil er es so gewohnt ist, greift dann halt zum Gratisblatt oder sieht Wochenschau oder RTL-Nachtjournal. Das muss man wenigstens nicht ernst nehmen. Und der öffentliche Diskurs über die Frisur von Angela Merkel ist herrschaftsfreier möglich als der über ihre Politik. Und auch wichtiger. Hätte sie authentisch bleiben sollen oder ist das Durchstylen schon ok. Hier sind verschiedene Meinungen möglich. Über ihre Politik nicht. Die Resignierten wissen ganz genau, dass alles, was irgendein Politiker tut oder sagt, ekelerregende Scheiße ist, die am Ende nur den Banken dient.

Deshalb werde ich am Sonntag Raab gucken.

Gerald Braunberger November 8, 2012 um 13:28

@fl

“Nur gibt es zwischen Deutschland und Frankreich einen Unterschied. Deutschlands hat ein spezifisches Industriemodell, das schon lange auf Investitionsgüter und hochwertige Konsumgüter orientiert ist. Unsere Massenproduktion alten Zuschnitts haben wir schon vor der Wiedervereinigung abgegeben, etwa in der Textilindustrie… In Frankreich spielte die Binnenökonomie schon immer eine wesentlich größere Rolle als in dem deutschen Exportmodell…

Das sieht Gallois etwas anders:

“L’industrie française n’a pas une spécialisation internationale sectorielle très différente de celle de l’Allemagne.”

BB November 8, 2012 um 13:31

@Braunberger, @fl, @Keuschnik

Nur ganz kurz, muss nämlich ganz schnell weg.

Echtzeit ist wichtig!
Die öffentlich-rechtlichen sind wichtig!

Insbesondere die Hauptnachrichtensendungen, die sonntäglichen Polit-Sendungen: Bericht aus Berlin, Berlin aktuell, einige Talkshows, weil die meisten nur dort ihre politischen Informationen her holen. Deshalb sind Spin’s und Konnotationen insbesondere in Tagesthemen und Heute-Nachrichten genauestens zu beobachten und zu kritisieren, denn dort wird tatsächlich Meinung produziert (viel wichtiger als Bild).

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 13:48

Braunberger

Wenn man sich die ostdeutsche Industrie ansieht, wird man feststellen, dass sie nicht schlechter aufgestellt ist als die Westdeutsche. Nur ist der Anteil an der gesamten Wertschöpfung geringer als im Westen. Wir hatten praktisch unser Industriemodell auf den Osten übertragen – und den Rest durch Transferzahlungen sichergestellt. Die Restrukturierung der ostdeutschen Industrie ist nach dem Zusammenbruch eine Erfolgsgeschichte gewesen. Nur das reichte nicht, um eine gesamtwirtschaftliche Dynamik herzustellen.

Das heißt: Allein das wird nicht reichen. Und dann möchte ich schon wissen, wo in Frankreich die Sektoren sind, die jetzt etwa im Rahmen der fiskalischen Abwertung konkurrenzfähiger werden sollen. 1992/93 haben wir Baden-Württemberg und Bayern gerettet. Das kann man auch auf den Bereich der Arbeitsbeziehungen anwenden. Welche Rolle spielen in Frankreich noch die Industriegewerkschaften? Wenn der Staat dereguliert, haben wir zumeist Wildwest in den Unternehmen. Das war wegen der Stärke der IG Metall (und IG Chemie) in Deutschland nicht möglich. Von Deregulierung etc. waren die Sektoren mit schwachen Gewerkschaften betroffen. Die Krisenkosten bezahlten also andere.

chabis November 8, 2012 um 14:03
f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 14:05

Peter Altmaier hat übrigens seinen Auftritt bei Raab abgesagt. Interessant ist die Begründung. Und was Spon als Problem definiert.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 14:22

morph

Gutes Beispiel mit dem Ballermann … . Muss man aber Nonnen auf den Ballermann schicken? So kam mir das vor … .

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 14:33

Braunberger

Passt übrigens.

Gerald Braunberger November 8, 2012 um 14:40

@ fl

“Das kann man auch auf den Bereich der Arbeitsbeziehungen anwenden. Welche Rolle spielen in Frankreich noch die Industriegewerkschaften? Wenn der Staat dereguliert, haben wir zumeist Wildwest in den Unternehmen. Das war wegen der Stärke der IG Metall (und IG Chemie) in Deutschland nicht möglich. Von Deregulierung etc. waren die Sektoren mit schwachen Gewerkschaften betroffen.”

Aktualisiert in meinem FAZIT-Artikel:

“***) In Frankreich gibt es nicht das Modell der Einheitsgewerkschaft; vielmehr konkurrieren die Gewerkschaften miteinander. Ihre verbliebenen Hochburgen sind der öffentliche Dienst und Staatsunternehmen; in der Privatwirtschaft sind nur etwa 4 Prozent der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert – das ist der geringsten Organisationsgrad in allen großen Industrienationen.”

Das war aber schon so, als ich 1995 nach Frankreich gegangen bin. Die französischen Gewerkschaften sind in der Privatwirtschaft extrem schwach – es gibt aber ein paar sektorielle Besonderheiten: Die gemäßigte CFDT ist eher bei den Dienstleistungen vertreten, die ehemals kommunistische CGT eher in der Industrie.

holger November 8, 2012 um 15:02

luebberding

—>>> Das war wegen der Stärke der IG Metall (und IG Chemie) in Deutschland nicht möglich.”

Aha… ganz klar. Ich weiß ja nicht wo du das her hast. Was so alles ab Mitte der 80er so umgestellt worden ist. In der Industrie. Aber der Autor dieser Zeilen kann davon ein Lied singen von den “starken” Gewerkschaften. Und auch darüber was geschehen ist. Er hat darüber hinaus auch die Berechtigung erworben das beurteilen zu dürfen, sogar staatlich anerkannt. Wobei wir aber wieder bei den Japanern wären. Kanban Kaizen Toyoda. Musste mal ins Archiv von Strobl gucken, steht alles drin. Die Franzosen sind aber nicht verjapanisiert worden. Jedenfalls nicht so, wie wir.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 15:25

Braunberger

Wobei die Gewerkschaften nur noch in den Sektoren sind, die jetzt am meisten unter Druck stehen: Etwa in der Autoindustrie. In Frankreich sind die Arbeitsbeziehungen immer politisch. Es wird erwartet, dass es der Staat regelt und eben nicht nur die Rahmenbedingungen schafft. Das Erbe Colberts. Insofern wird er auch anders für die Folgen von Restrukturierungsprozessen verantwortlich gemacht als in unserem Modell. Was bei uns lange Zeit nicht begriffen worden ist: Unser System ist nicht strukturkonservativ, sondern versucht die Veränderungen so zu gestalten, dass alle Akteure damit leben können. Man musste sich nur die Krise in der Montanindustrie in den 70er Jahren ansehen – und wie man damit in Deutschland und in Frankreich umgegangen ist.

In Frankreich haben wir jetzt ein einfaches Problem. Können sie dort Interessenausgleich ins Französische übersetzen?

topi November 8, 2012 um 15:34

Morph

” Vielleicht ist der Qualitätsjournalismus nicht in ausreichender Breite und Durchsetzungsstärke vorhanden. Aber Gottchen: Was aus dem Reich des wirklich qualitativ Hochwertigen ist schon in hinreichender Breite vorhanden?”

Wie soll man jetzt Kritik am Morph formulieren, damit sie richtig gut ankommt? :roll:

Na egal, ich sag mal: Käse!

Gibt es Dachdecker hinreichend guter Qualität in ausreichender Breite? Oder Brückenbauer? Oder auch nur Bäcker?

Es geht doch nicht um das Fehlen der absoluten Spitzen (in der Breite).
Sondern um simples Handwerk, welches in großer Breite nicht stattfindet.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 15:35

Holger

Genau das ist ein Beleg für meine These. Die Gewerkschaften widersetzten sich nicht den Veränderungen. Über die Folgen kann man diskutieren.

holger November 8, 2012 um 15:36

Jeder Betrieb arbeitet strategisch in Richtung Kostenoptimierung. Diese besteht meistens darin, das Human Kapital den Erwartungen anzupassen. Nun ist DE soweit, dass die Anpassungsmaßnahmen voll gegriffen haben. Unter anderem, weil eben die Politik diesen Prozess mit bestem Wissen und Gewissen unterstützt hat. Unter Mithilfe der angesprochenen “starken” Gewerkschaften. Und Firmengründer also Start Upps ala Adecco.

Und ob die Franzosen sich unter diesem Diktat sammeln wolln, und ein kräftiges Export auf Teufel komm raus Halleluja singen werden, wird abzuwarten sein. Ich glaube nicht daran.

topi November 8, 2012 um 15:37

Zum Phallussieg.
Da auch das Fremdwort Phyrrussieg nicht passte, musste man schon mal nachfragen; ok, der Immobilienhecht hatte wahrscheinlich nicht die Kapazität zu einer kreativen Wortschöpfung, aber hätte ja sein können.

Gerald Braunberger November 8, 2012 um 15:38

@fl

Ja, und bei Renault sind sie immer einflussreicher gewesen als Peugeot. Renault war verstaatlicht und ich glaube, der Staat hält heute eine Minderheitsbeteiligung, während Peugeot, von einer Familie kontrolliert, immer staatsferner war – wo sich Letzteres gerade in diesen Wochen ändert.

holger November 8, 2012 um 15:38

luebberding

—>>>Genau das ist ein Beleg für meine These. Die Gewerkschaften widersetzten sich nicht den Veränderungen.”

Genau das ist doch der Witz in Tüten. Die Gewerkschaften sind doch nur noch die Moderatoren, Stellenkürzungen sozial verträglich der Arbeitnehmerschaft zu vermitteln.

topi November 8, 2012 um 15:53

@ Frankreich

Natürlich müssen sie in dieser Horror-Währungsunion etwas unternehmen. Auch wenn sie sich in der Euro-Zeit durchaus wenig südländisch gezeigt haben,kommt man auf einem nirmalen Pfad natürlich über die Zeit deutlich ins Hintertreffen ggü. dem “Stabilitäts”moloch.

Am besten wäre eine Initiative, die Salden der Eurozonis in beide Richtungen deutlich zu begrenzen. Politisch derzeit natürlich undenkbar.

So müssen sie sich irgendwie anpassen.

Es kommt darauf an, wie man das macht. Senkt man wie in D nicht nur Lohnnebenkosten vs. Verbrauchssteuern, sondern auch massiv die Löhne zugunsten von höheren Unternehmensgewinnen und Kapitaleinkommen und Finanzerabschöpfung, dann könnte mehr investiert werden un dalles wieder gut werden.

Oder man kommt in der Realität an, dümpelnde Binnennachfrage, daher kein Investitionsausbau, sondern Kapitalauslandsverschickung (ab ins Casino, mit eingebautem Verfallsdatum). Stupid german money.

Insofern ist eine Kopplung der Entlastung an Investitionen oder Arbeitsplätze durchaus sinnvoll, prinzipiell (zu den Details kann ich nichts sagen).
Wenn die Kohle einfach wegfließt, war es natürlich ein Schuss in den Ofen.

holger November 8, 2012 um 15:56

Wie war das denn damals mit der “Vorruhestandsregelung” ? Obwohl man muss da ja noch differenzieren zwischen “DAX30″ und die Zulieferer die dadrunter kommen.

Das einzige Fazit was man ziehen kann, es gibt nur noch wenig zu optimieren. Und das merken die gerade bei Ford in Genk. Das ist nämlich die letzte Optimierung.

Gleichzeitig braucht man sich nur DAX30 oder SP500 anschauen seit ca. 1986 und die dementsprechenden KGV der Unternehmen.

topi November 8, 2012 um 15:59

@ Fl

Mach doch mal.

Und in Echtzeit hätte man die neuen “Wachstums”prognosen machen können. (“wird um minus 0,3 Prozent wachsen, muss man ein Ausnahmetalent sein, um diese Vergewaltigung der Sprache zu verstehen?)

Kann man aber auch noch nachholen.

Die Austeritätsspirale kommt langsam in Gang. Eurozone im Minus, auch im nächsten Jahr. Wird leider doch nichts mit dem zuletzt prognostiziertem Wachstumsprozent.

Aber wer hätte das ahnen können!!??!!

Aber auch eine gute Nachricht: die Neuverschuldung wird sinken!!!

Jaa, ganz genau. So wie in Griechenland vielfach vorhergesagt.

Die nächste Runde zeichnet sich ab. Die Defizite werden natürlich nicht entsprechend sinken wegen ausbleibender Einnahmen und zusätzlicher Ausgaben (dort, wo es noch ein paar automatische Stabilisatoren gibt).

Und dann schlägt der Fiskalpakt schuldenbremsend voll zu.

Wenn man ihn denn lässt.

h.huett November 8, 2012 um 15:59

topi

Der Spinner hatte seinem Unbewussten freie Hand gelassen. Ihm kam dabei zugute, dass er zumindest soviel Erfahrung in der amerikanischen Kultur gesammelt hatte, dass es aus ihm herausrutschte. Dass ein Schwarzer die politische Macht (wieder) erringt, gehört zu den archetypischen Albträumen. Das als einen Phallussieg zu interpretieren, folgt einer Phantasie des amerikanischen Autors Thomas Pynchon in seinem Roman GRAVITY´S RAINBOW (ins Deutsche: Die Enden der Parabel von Elfriede Jelinek übersetzt)

Morph November 8, 2012 um 16:01

@topi

“Wie soll man jetzt Kritik am Morph formulieren, damit sie richtig gut ankommt?”

Indem man sich und allen solche Vorfragen erspart.

“Na egal, ich sag mal: Käse!”

Ja, weiß ich. Und weiter?

“Gibt es Dachdecker hinreichend guter Qualität in ausreichender Breite? Oder Brückenbauer? Oder auch nur Bäcker?”

Gibt schon den einen oder anderen Fachkräftemangel. Gute Bäcker gibt es in Norddeutschland praktisch gar nicht. Und die maschinell hergestellten Backwaren sind ja nun auch wirklich zum Davonlaufen!

“Es geht doch nicht um das Fehlen der absoluten Spitzen (in der Breite). Sondern um simples Handwerk, welches in großer Breite nicht stattfindet.”

Simples Handwerk? Da spricht offenbar der Kenner…

Würdest Du das auch bei Lehrern und Ärzten sagen? Simples Handwerk, das im Grunde problemlos beherrschbar und realisierbar wäre (wenn nur nicht die finsteren Machteliten das verhindern würden)?

Ich sehe schon, Du könntest nicht nur alle Ministerien leiten (neuerdings auch Wissenschafts-, Bildungs- und Gesundheitsminister), sondern auch die Rundfunk- und Fernsehanstalten und Zeitungsverlage! Was Du alles könntest, wenn man Dich nur ließe, wirklich enorm! ;-)

Morph November 8, 2012 um 16:08

@topi

schon mal mit Häuslebauern geplaudert? Über die Qualität des deutschen Bauhandwerks? Du wirst Dich wundern! ;-)

Morph November 8, 2012 um 16:15

Oder über Erfahrungen, die Leute mit Heilpraktikern machen? Oder mit Medienwissenschaftlern? (Um mal auch die pro-domo-Perspektive ins Spiel zu bringen.) – Es gibt buchstäblich keinen Bereich gesellschaftlicher Produktion, in dem nicht geklagt würde, dass überall Scharlatane, Angeber, Schlamper das Geschäft verhunzen.

Warum sollte ausgerechnet der Journalismus dem Ideal sauber recherchierter, vorurteilsfreier, ‘kritischer’ Berichterstattung so easy-peasy nachkommen können, wenn es in kaum einer andere Branche mit dem ‘simplen Handwerk’ reibungsfrei klappt?

holger November 8, 2012 um 16:21

luebberding

habe ich ja vergessen

—>>> Über die Folgen kann man diskutieren.”

Das machen wir doch gerade schon seit geraumer Zeit. Ist ja nicht nur die Finanzindustrie, oder der Euro, es sind doch die Dinge nebst Infrastruktur, die nun alle auf einmal auf dem silbernen Tablett präsentiert werden.

Es ist nicht nur die Finanzindustrie und nicht nur die Salden. Oder der Euro oder die Hedger oder oder oder das was wir jetzt sehen ist die Summe der Umstände, wo die wichtigsten Grundsteine 1986 gelegt worden sind. In der Industrie das verjappanisieren, und in der Finanzindustrie gleichzeitig Alan Greenspan.

someone November 8, 2012 um 16:28

http://www.ksta.de/nippes/werksschliessung-in-genk-fordler-stuermen-koelner-werk,15187558,20809534.html

Starke Gewerkschaften, Interessensausgleich auf deutsch, Export im Kopp, mit fiskalischer Abwertung, was Reagan im neuen Gewand ist.

Frankie Bernankie November 8, 2012 um 16:38

@h.huett

“Wegen ihrer Klytemnestra-Ferse”

Jetzt versteh ich’s erst.

Und, es heisst natürlich Pyrrhussieg, und nicht Phyrrussieg.
Naja, mein Latein war nie das Beste…

keiner November 8, 2012 um 17:39

“In Frankreich sind die Arbeitsbeziehungen immer politisch.”

Flübberdings, da wünschte ich mir in Teutscheland etwas mehr von. Aber die dummen deutschen Kälber werden einfach die nächste Runde im rat race to the bottom einläuten, alle Gürtel und Hausfrauen noch etwas enger schnallen und schon steigt wieder die Wetterbewerbungsfähigkeit gegenüber… ja, gegen wen konkurriert der einsame Champion aller Klassen?

Siemens macht nur 9.5% Rehntitte und dafür dürfen dann wieder ein paar tausend Arbeitnehmer gehen, bei 5.2 Milliarden Gewinn. Der Chef darf sich in der Pressekonferenz abkanzeln lassen (“Nachsitzen”). Klasse doch! Weiter so!

holger November 8, 2012 um 18:13

keiner

—>>> ja, gegen wen konkurriert der einsame Champion aller Klassen?”

Intern… Abteilung für Abteilung. Kostenstelle gegen Kostenstelle. Der Staat in Ausschreibungen. Die Wettbewerbsfähigkeit findet hier im Lande statt. Das hat wenig mit dem Export zu tun. Sonst müssten ja die Preise für den Porschie oder Mörciedes sinken. Tun sie aber nicht.

holger November 8, 2012 um 18:21

Man muss sich nur den Löscher anhören, was hugh er gesprochen hat. Der hat schon mal die gelisteten Zulieferer instruiert, die Kosten zu optimieren. Sonst fällt man wohl aus dem automatischen Siemens Klick Zulieferer System raus. Naja, wird wieder einige Meetings geben. Bei den Zulieferern. Mal sehen wie das so funktioniert. Hugh.

holger November 8, 2012 um 18:22

@keiner

frag doch mal den @Frankie Bernankie, der optimiert doch auch als. Gelle Frankie?

pacifist November 8, 2012 um 18:59

@Braunberger, luebberding
Ist schon sehr interessant, wie man eine wohlfeilen Diskurs, ob verschiedene Wege gangbar sind, bei unterschiedlichen innenpolitischen Kraftverhältnissen und historischen Entwicklungen trotzdem die gleiche Massenenteignungs und -verarmungspolitk zu organisieren, abhalten kann, ohne die Frage der Legitimität einer solchen Politk auch nur mit einem Halbsatz zu streifen. Chapeau!

P.S.: Schönen Gruß auch von TINA.

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 19:29

pacifist

Nur das war nicht die Frage. Es nützt uns wenig die Feststellung, dass die Pleite der französischen Autoindustrie illegitim ist. Und wenn man meinen Kommentar genau liest, habe ich zwei Bedingungen genannt. Zum einen, dass Hollande offenkundig eine andere Steuerpolitik macht. Zum anderen, dass die Franzosen in der heutigen Struktur der Eurozone ihre Probleme nicht alleine lösen können. Die Deutschen sind dagegen nicht mehr in gleicher Weise von den europäischen Handelspartnern abhängig. Auch wenn das schwierig zu verstehen ist: Die Deutschen (natürlich nicht alle) sind Profiteure der Globalisierung – und wegen des Wechselkurses auch vom Euro. Nur das macht sie auch extrem anfällig für Weltwirtschaftskrisen, wie wir 2008 gesehen haben. Der größte Denkfehler der Kritiker der Agenda 2010 war ja, dass sie häufig behauptet haben, es habe nichts gebracht. Doch es hat unseren Exportsektor noch mehr boomen lassen – unter Vernachlässigung der am Binnenmarkt orientierten Unternehmen. Und politisch stelle ich halt fest, dass diese relative Unabhängigkeit der deutsche VoWi auch dazu geführt hat, die Lage in anderen Eurostaaten mehr oder minder zu ignorieren – und eben nicht mehr auch für unser Problem zu halten.

"ruby" November 8, 2012 um 19:58

@ Morph

stehe auch auf z.B einen Fachminister für Wirtschaft, der immer weggeschickt wird ;-) wenn es um Wirtschaft geht …

Treidelstein November 8, 2012 um 20:00

@ FL – “Die Deutschen (natürlich nicht alle) sind Profiteure der Globalisierung – und wegen des Wechselkurses auch vom Euro.”

Das kann man so wohl nicht stehenlassen. Manche Deutsche sind Profiteure. Manche sind Verlierer. Manche sind sowohl als auch, und den “individuellen Saldo” festzustellen, dürfte jeweils gar nicht so einfach sein. Aber man kann vielleicht sagen, daß die Agenda 2010, die zu einem massiven Realeinkommensverlust der unteren 20-30% geführt hat, wohl so vermutlich nicht zustande gekommen wäre ohne den anfänglichen Euro-Anpassungsschock mit den relativ gestiegenen Kapitalkosten für die deutsche Industrie. Zudem verlieren “die Deutschen” als Konsumenten erst mal sämtlich durch die infolge der Währungsmanipulation (-union) überhöhten Importpreise. Und schließlich, wenn man sich etwa den Berliner Immobilienmarkt anschaut, wo auswärtiges Geld, auch südeuropäisches Fluchtgeld, jetzt in großem Stil die Preise hochtreibt… Du kannst den Leuten, die hier gerade rausgentrifiziert werden, ja mal erzählen, daß “die Deutschen (natürlich nicht alle)” Profiteure des Euro sind.

http://www.spiegel.de/international/germany/real-estate-boom-threatens-to-end-dream-of-affordable-life-in-berlin-a-859420.html

“Die Deutschen” ist eh eine wenig aussagekräftige Abstraktion…

f.luebberding f.luebberding November 8, 2012 um 20:06

Treidelstein

Damit ist die VoWi gemeint. Hatte schon vorher in einem Kommentar gesagt, dass die Gewerkschaften in den Schlüsselsektoren zwar etwas erreichen konnten, aber andere Sektoren dafür den Preis zahlen mussten. Nämlich die mit schwachen Gewerkschaften und damit auch die Leute, die etwa aus der Tarifbindung in der M&E-Industrie rausgefallen waren: Leiharbeiter etc.

Treidelstein November 8, 2012 um 20:33

@ FL – “Damit ist die VoWi gemeint.”

Natürlich. Aber die VoWi, das sind zunächst mal aggregierte Größen. Nicht “die Deutschen”.

Ich fände auch mal eine (unvoreingenommene, schwer genug vorzustellen) Untersuchung interessant, wo die Effekte der Währungsmanipulation – bzw. einer hypothetischen Aufwertung – innerhalb D auf verschiedene Regionen und Mikroregionen runtergebrochen werden. Und da dann noch auf die jeweilige Einkommensverteilung. Ist sicher schwer, aber erst das ergäbe m.E. ein aussagekräftiges Bild.

Allgemeine Parolen wie “Die Deutschen haben vom Euro profitiert” kann ich nicht mehr hören. In den nuller Jahren vor der Krise war D das einzige europäische Land mit Reallohnstagnation UND das OECD-Land mit der größten Zunahme an Einkommensungleichheit. Mir scheint, in the long run ist der Euro ein Desaster faktisch für alle europäischen Bevölkerungen. Und es wird auch politisch nicht gut enden, das ist immer deutlicher abzusehen.

enrico November 8, 2012 um 20:57

@F.Luebberding

VoWi, also “Volkswirtschaft”, wo gibt es die noch. In Deutschland sicher schon lange nicht mehr, das ist jetzt Bevölkerungsbewirtschaftung. Manche Deutsche sind Profiteure. Fein. Unterm Strich gesehen sind die Deutschen aber Verlierer. Sie halten nicht zusammen und betrügen sich gegenseitig. Der Gewinn, welchem diesem Verlust am Ende gegenüber steht, ging offensichtlich ins Ausland. Aber da der Michel ein Mammonist ist, merkt er den Verlust nicht. Er hat ja jetzt einen Exportüberschuss für seine Arbeit bekommen. Mehr will er anscheinend nicht.
Gut, dass da der Michel nicht in Frankreich zu Hause ist und dort auch nicht viel zu sagen hat. Möge das französische Volk sich wiederfinden und sich zu wehren wissen! La France d’abord!
http://www.anacr.com/

Bruchmüller November 8, 2012 um 21:31

@ Treidelstein

Woher nimmst Du nur die schier unendliche Geduld. Zum Beispiel Dir sagen zu lassen, dass “die deutsche Volkswirtschaft” gemeint ist?

14 November 8, 2012 um 21:51

Doch die Deutschen haben vom Euro und von der Agenda profitiert:

1.)Fast 60 Jahre nach dem letzten Krieg wurde in D das abgeschaffte Sklaven-/Parasitentum in unserer “sozahlen Marktwirtschaft” wieder eingeführt und hoffähig gemacht.

2.)Jeder in D darf sich heute dieses (Bankrottbanken-McKinsey-Ronald-Berger-insm-spd-cdu-grün-fdp-Hundt)Arbeitgebergestammel täglich schönsaufen.

3.)Dafür werden auch eigens zu unserer Unterhaltung all die vielen Statistiken gefälscht minus frisiert plus aufgehübscht. (was nicht paßt, wird eben passend gemacht…)

4.)In unseren verrottenden Innenstädten haben Tauben, Marder, Waschbären und andere nützliche Tierchen endlich wieder mehr Platz zu ihrer eigenen Entfaltung gefunden…

Insgesamt unterm (Spar)Strich alles ein unglaublich schöner “Erfolg”, wie ich meine..

holger November 8, 2012 um 22:19

oh, gleich spricht friedrich merz angekündigt als “Chef der Atlantikbrücke” im 2DFbei Illner.

Atlantikbrücke ist also keine VT mehr. gut zu wissen

"ruby" November 8, 2012 um 22:20

@ 14
dazu gehört ein Lou Reed
http://www.youtube.com/watch?v=1iYD0MyuKfw

holger November 8, 2012 um 22:24

the return of the german teebeutel… und alten weißen Männern.

"ruby" November 8, 2012 um 22:32

mensch holger jetzt wird gezdft

Treidelstein November 8, 2012 um 22:37

@ Bruchmüller

Die schier unendliche Geduld speist sich aus der zunehmenden Vergeßlichkeit. Da kann ein bisserl Redundanz nicht schaden…

14 November 8, 2012 um 22:38

La France d’abord!
Right or wrong, my country
(Kl)einigkeit und rechts und euro

ruby, und dazu gehört ein

Yes, we cannot

14 November 8, 2012 um 23:23

Stadtwerke Bochum bewilligen (Alt)Präsidenten Wulff für weitere vierzig Jahre Büro und Fahrer..

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/der-ehrensold-soll-umbenannt-werden-haushaltsausschuss-laesst-wulff-buero-und-fahrer-11954991.html

Aber die Bankrott-Dollar-€urolinge werden auch noch erwachen. Dem nackten Affen kann man bekanntlich nicht in die Tasche…

"ruby" November 9, 2012 um 00:42

Wer sich mit den Inthronisationsvorschlägen der Systematikern auseinandersetzen will – organisationstechnisch:

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0510:FIN:DE:PDF
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2012:0511:FIN:DE:PDF
und 0512 : Übertragung besonderer Aufgaben im Zusammenhang mit der Aufsicht über Kreditinstitute auf die Europäische Zentralbank

DE kämpft ja mit den FinMin um Änderungen.
Kann Obama Änderungen bei der FED initieren?

@ 14
Jon Anderson`s Stimme wird man nie nicht erkennen – habe die CD
;-) und lange nicht aufgespielt !!! Danke

"ruby" November 9, 2012 um 00:50
bleistift November 9, 2012 um 00:59

Es ist vorbei!
Dem Himmel sei dank!
Der “mächtigste Mann der Welt” wird auch weiterhin Barack Hussein Obama heißen!
Halleluja!
Vielleicht kann man sich nun wieder den ernsthaften Dingen des Lebens zuwenden…!
In Griechenland droht (nicht erst seit gestern) die Revolution.
Cameron spielt (auch nicht seit gestern) den Totalverweigerer.
In Frankreich gibt es (oder soll es geben) eine “Schocktherapie”!
Das ist vielleicht nicht ganz so cool wie das Theater in den United States. Betrifft uns aber möglicherweise eher mehr.
Zumindest solange nicht Drohnen (im Auftrag der Menschenrechte) irgendwo im Luftgebiet über Bottrop gesichtet werden sollten.
Und selbst dann: Hey, es sind nur unsere Froinde!

"ruby" November 9, 2012 um 01:35

Bottrop – stellt euch mal ganz hinten an …
Die Munition reicht höchstens bis Pankow ;-)
Ja der Weltuntergang, mit Eurovernichtung steht unmittelbar bevor. Also schnell noch eine Lebensversicherung vollzertifiziert mit Garantiezinsen abschliessen – die Buchung sollte bis morgen noch unbedingt valutiert sein!
Green Cheese bleibt Green Cheese.
Ansonsten retten uns die kommunistischen Chinapeople mit ihren Billionen $-Reserven – drucken die nicht schon selber und bunckern bei der UBS – Axel Weber macht das schon möglich …

topi November 9, 2012 um 02:29

FL

“Damit ist die VoWi gemeint.”

Ach was.
Gerade schweizer Nachrichten geschaut, da bricht die Welt zusammen, weil die Wachstumsprognose auf 1,3 % reduziert wurde und die Arbeitslosenwuote auf brutale 2,9 Prozent gestiegen ist!

Was für eine Horrorvorstellung, wenn wir auf den schönen schwachen Euro verzichten müssten! :roll:

Es fehlen jedes Jahr hier 150 Milliarden realer Güter. Dieses Jahr sah es lange nach der 200 aus. Dafür gibts bunte Zettelchen. Das kann man “profitieren” nennen; muss man aber nicht. Gerade wenn absehbar ist, dass der Wert diverser Zettelchen sich seinem inneren Wert annähern wird.

Wenn die Infrastruktur perfekt ist Straßen Internet Bahnhöfe Schulen Universitäten Kinderbetreuung Kultur Öffentliche EInrichtungen, und jeder sein modernes Häuschen und auch sonst keinen großen Bedarf hat, wie in D, ja dann kann man auf den blöden Krempel, kumuliert in Billionenhöhe, doch gut verzichten.

So wie es hier aussieht; oder nicht?

Profitiert hat die “teutsche Volksgemeinwirtschaft” unter einem Gesichtspunkt: wenn es das Ziel war, die Nachbarländer niederzukonkurrieren. Ökonomisch ergibt das gar keinen Sinn. Da wäre es ja das Ziel, mit möglichst wenig Arbeitseinsatz möglichst viel reale Güter nutzen zu können. Wir machen genau das Gegenteil, und das Niederkonkurrieren hat ja nur dann Sinn, wenn man das immer weiter fortsetzen will.

topi November 9, 2012 um 03:25

Morph

” Indem man sich und allen solche Vorfragen erspart.”

Keinen SInn für Humor, sowas aber auch. Das war angesichts deiner Kritik an den Kritikern wirklich witzig.
Aber hier erkennt ja nicht mal jemand den Wert solcher Perlen wie “Immobilienhecht”, was will man da erwarten. :roll:

” Gibt schon den einen oder anderen Fachkräftemangel. Gute Bäcker gibt es in Norddeutschland praktisch gar nicht. Und die maschinell hergestellten Backwaren sind ja nun auch wirklich zum Davonlaufen!”

Lecker Kuchen hier an der Ecke, Brot und Schrippen sind zumindest ok.
Der Maschinenfraß liegt allerdings NICHT an der mangelhaften Fachkompetenz der Bäcker. Da mag es Parallelen geben zum Journalismus.

” Simples Handwerk? Da spricht offenbar der Kenner…

Würdest Du das auch bei Lehrern und Ärzten sagen? Simples Handwerk, das im Grunde problemlos beherrschbar und realisierbar wäre (wenn nur nicht die finsteren Machteliten das verhindern würden)?

schon mal mit Häuslebauern geplaudert? Über die Qualität des deutschen Bauhandwerks? Du wirst Dich wundern! ;-)

Oder über Erfahrungen, die Leute mit Heilpraktikern machen? Oder mit Medienwissenschaftlern? (Um mal auch die pro-domo-Perspektive ins Spiel zu bringen.) – Es gibt buchstäblich keinen Bereich gesellschaftlicher Produktion, in dem nicht geklagt würde, dass überall Scharlatane, Angeber, Schlamper das Geschäft verhunzen.

Warum sollte ausgerechnet der Journalismus dem Ideal sauber recherchierter, vorurteilsfreier, ‘kritischer’ Berichterstattung so easy-peasy nachkommen können, wenn es in kaum einer andere Branche mit dem ‘simplen Handwerk’ reibungsfrei klappt?”

Man muss differenzieren, bester Morph.
Der handwerklich nicht völlig Unbegabte kann viele Handwerke zumindest bis zu einem ordentlichen Qualitätsniveau erlernen. Der Holger würde dir schon das Gewindeschneiden beibringen. :roll:

So sind auch die meisten Dächer dicht. Auch wenn man es angesichts der Klagen kaum glauben will. Zumindest mit Nachbesserung. :roll:

Handwerk allein macht natürlich noch keinen guten Lehrer; aber es musste nicht Jahrzehnte dauern, bis man zumindest das Handwerk in die deutsche Lehrerbildung hineinbringt,
Bei Heilberufen (wenn man von Techno-Ärzten und Chierurgen absieht) ist Handwerk natürlich auch nur die Basis. Über Medienwissenschaftler kannst du uns ja was erzählen. Wenn du mich persönlich fragst: was ich mit den Händen kann, kann nicht jeder lernen. Und wer es nicht lernen kann, sollte auch nicht versuchen, so zu arbeiten, es bleibt Murks.

Spitzenjournalismus kann nicht jeder; Kraus oder Gaus, klar, das ist nicht nur solides Handwerk. Das kann nicht jeder erreichen.

Verlangt aber auch keiner.
Sondern Standards, wie man sie mit einer ordentlichen Ausbildung mit entsprechenden Voraussetzungen unter normalen Arbeitsbedingungen erreichen könnte.

Liegt es an der Ausbildung?
An den intellektuellen Voraussetzungen? Sind die Journalisten zu blöd, von Haus aus? Oder nicht doch eher verblödet worden, und haben sich selbst verblödet?
Oder hängt es einfach an den Vorgaben aus den Chefetagen, die entsprechend umgesetzt werden, und auf Dauer auch internalisiert werden müssen, wegen kognitiver Dissonanz?

Deine Erklärung wäre, dass Journalismus als Handwerk so schwer ist, bzw. die den Beruf Wählenden mit so schlechten Viraussetzungen ausgestattet sind, dass in der Breite nur Murks erfolgen kann. Was sagen denn anwesende Journalisten dazu?

Liselotte November 9, 2012 um 07:27

“Allgemeine Parolen wie “Die Deutschen haben vom Euro profitiert” kann ich nicht mehr hören. In den nuller Jahren vor der Krise war D das einzige europäische Land mit Reallohnstagnation UND das OECD-Land mit der größten Zunahme an Einkommensungleichheit. Mir scheint, in the long run ist der Euro ein Desaster faktisch für alle europäischen Bevölkerungen. Und es wird auch politisch nicht gut enden, das ist immer deutlicher abzusehen.”

Zur Ergänzung:
http://klausbaum.wordpress.com/2012/11/08/merkel-persona-non-grata-in-portugal/

keiner November 9, 2012 um 08:21

Ja, Lübberdings, in der perversen Logik und im völlig auf “die Widdschaft” fixierten Weltbild der Agenda 2010-Versteher war das ein voller Erfolg! So wie auch das “doppelte irische Modell” zur Steuervermeidung bei Großunternehmen ala Google, Apple und Konsorten eine prima Sache ist. Für die Firmen.

Wir stehen wieder vor dem eigentlichen Problem, das nur zwischenzeitlich durch den finanzkapitalistischen Wahnsinn überdeckt wurde:

Die Machtübernahme in den sog. “westlichen Ländern” durch Großkonzerne, die am Gemeinwohl vorbei die alleinige Maximierung betriebswirtschaftlicher Gewinne betreiben, ohne staatliche Gegenregulation. Auf Teufel komm raus, unter Zerstörung aller übrigen gesellschaftlichen Zusammenhänge.

Daher ist der deutliche Wunsch nach einem totalen wirtschaftlichen Crash in Deutschland nicht irrational. Denn diese kriminellen Großstrukturen würden dabei (für einen zugegebenermaßen hohen gesamtgesellschaftlichen Preis) komplett abgeräumt. Und durch lokale Strukturen ersetzt. Ich denke, das wäre es wert. May the big crash come over us.

keiner November 9, 2012 um 08:26

Oder um im modernen Unternehmerslang zu bleiben:

Teamplayer sind gefragt!

http://500motivators.com/plog-content/thumbs/motivate/me/large/442-teamwork-share-victory-share-defeat.jpg

enrico November 9, 2012 um 08:33

mit dem Euro ist es wie mit der sogenannten “Staatsverschuldung”: Die Gläubiger* sind die Reichen der Oberschicht und die Schuldner* die Arbeitenden der Mittel- und Unterschicht.

*Netto-Gläubiger / Netto-Schuldner

Euroeinführung und “Staatsverschuldung” sind keine Methoden um Europa zu einen und auch nicht um über die Verhältnisse leben zu können, sondern um stabile Verhältnisse zu schaffen wo die Reichen ohne Sorge und immer besser, zu Lasten der Fleißigen leben können.

Wann erkennen die Fleißigen endlich, dass sie den Reichen nichts schulden?

Lobender November 9, 2012 um 09:04

@Hütt

Sehr durchdachter und ausgewogener Beitrag. Rhetorisch auf höchstem Niveau. Bitte mehr davon.

h.huett November 9, 2012 um 09:13

Hier ein kurzer Überblick, was sich seit der Wahlnacht so alles tut:

Rachel Maddow beschwört die Republikaner, zur Vernunft zurückzukehren: http://www.youtube.com/watch?v=SVwXA7sHUlE&feature=player_embedded#!

Heritage Action dagegen zieht in den Bürgerkrieg: http://www.youtube.com/watch?v=p7D0d7ztLY0&feature=player_embedded

So siehts auch dieser Anhänger Ron Pauls: http://www.libertarianrepublican.net/2012/11/the-end-of-liberty-in-america-only.html

Und hier einige Twitter-Reaktionen, die kaum dafür sprechen, dass die Vernunft zurückkäme http://imgur.com/a/WPCit

Morph November 9, 2012 um 09:27

@topi

“Lecker Kuchen hier an der Ecke, Brot und Schrippen sind zumindest ok.”

Und es gibt auch Leute, die sagen: BILD ist kompakt, interessant, unterhaltsam, lecker Sache also.

Ist offenbar eben auch eine Geschmacksfrage.

“Der handwerklich nicht völlig Unbegabte kann viele Handwerke zumindest bis zu einem ordentlichen Qualitätsniveau erlernen. Der Holger würde dir schon das Gewindeschneiden beibringen”

Es geht ja bei der Frage der Qualität von Dienstleistungen nur zum Teil um die einzelmenschlichen praktischen Fertigkeiten. Das steht im Fall des Backens, Dachdeckens und Gewindeschneidens sicher im Vordergrund, im Fall des Heilens, Erziehens, Bildens und Informierens kommen aber mehr oder weniger komplexe soziale Aspekte hinzu, so dass es sich nicht mehr auf ein mechanisch lehr- und lernbares einzelmenschliches Tun reduzieren lässt.

Schon Deine Tätigkeit, die ja vermutlich nicht mit größeren Gruppen von Teilnehmern zu tun hat, sondern mit individuellen Therapeut-Klient-Verhältnissen, beschreibst Du als etwas, was nicht jeder kann und dessen ‘ordentliche’ Ausführung ziemlich voraussetzungsreich ist.

Journalistisches Schreiben ist – handwerklich/professionell betrachtet – vor allem die Produktion von Texten über die Tagesaktualität, und zwar unter scharfen Konkurrenzbedingungen und enormem Zeitdruck. Das Erfolgskriterium journalistischen Schreibens liegt nicht in der Wertschätzung, die ein fachkompetenter Leser dem einzelnen Beitrag zollt, sondern im komparativen Informations- und Unterhaltungsniveau der organisierten Gesamtpublikation, d.h. man muss als regelmäßig (!) erscheinende Zeitung in etwa das berichten, was auch die anderen Zeitungen berichten (und wenn möglich: ein bisschen schneller und kompakter, tiefer und breiter); man muss die ideologischen Bestätigungsbedürfnisse der Leser in komplementärer Passung zur Gegenideologie in etwa so bedienen wie die vergleichbaren Informationsmedien (wenn möglich: mit etwas mehr Großkotzigkeit); und zudem sollten im Rahmen der Toleranzgrenzen der Zielgruppe die anthropologischen Schlüsselreize gesetzt werden, welche die Wahrnehmung des Angebots zur instinktiven Reaktion werden lassen: Niedlichkeit, Sex & Gewalt.

Vor diesem Hintergrund ist es geradezu ein Wunder, dass es überhaupt journalistische Produkte gibt, die einen kleinen Schritt zurücktreten, unaufgeregt und skeptisch eher strukturelle Zusammenhänge beleuchten als skandalisierungsfähige Personen und Ereignisse. Dazu bedarf es – handwerklich gesprochen – eines überdurchschnittlich gut strukturierter Köpfe im organisierten Zusammenspiel. Trifft man nicht so häufig, um nicht zu sagen: höchst selten. Denn solche Köpfe werden überall gebraucht, d.h. die können ihre Dienstleistung entsprechend teuer und prestigeträchtig verkaufen. Im Lokaljournalismus gibt es das praktisch gar nicht.

Aber nach dem zu urteilen, was Du hier postest, ist das gar nicht, was Dir vorschwebt, sondern Du vermisst vielleicht nur, dass die deutsche Presse Deinen wirtschafts-, finanz- und fiskalpolitischen Beobachterstandpunkt ideologisch nicht so breit und saftig unterstützt, wie es Dir Spaß machen würde, kann das sein?

enrico November 9, 2012 um 09:29

@2010-Versteher, Huettchenspieler, Schlaubberdinger…

einfach täglich immer mal wieder lesen, was Topi hier geschrieben hat. So lange, bis es dämmert…

Profitiert hat die “teutsche Volksgemeinwirtschaft” unter einem Gesichtspunkt: wenn es das Ziel war, die Nachbarländer niederzukonkurrieren. Ökonomisch ergibt das gar keinen Sinn. Da wäre es ja das Ziel, mit möglichst wenig Arbeitseinsatz möglichst viel reale Güter nutzen zu können. Wir machen genau das Gegenteil, und das Niederkonkurrieren hat ja nur dann Sinn, wenn man das immer weiter fortsetzen will.

Weissgarnix TheRealSlimShady November 9, 2012 um 09:32

Ihr macht hier viel Lärm um nichts. Was soll anderes als “Unterhaltung” herauskommen, wenn man sich Leutchens auf dem Schirm anguckt, die sich unterhalten?

Insofern wird hier nichts weiter diskutiert, als wie man unterhalten wurde wohingegen man vielleicht gerne anders unterhalten worden wäre.

Morph November 9, 2012 um 09:39

@topi

würdest Du überhaupt zugeben, dass Deine Überlegungen auf einer ideologischen, weltanschaulichen Basis gebildet sind, die man nicht teilen MUSS? Ich habe immer den Eindruck, Du würdest das, was Du schreibst, für die nackte Wahrheit halten, der sich die Anhänger einer katastrophentoleranten Vermögensmaximierung nur verschließen würden. Das ist es auch, was mich regelmäßig so irritiert. So borniert kann man doch gar nicht sein, denke ich immer.

enrico November 9, 2012 um 09:39

Journalistisches Schreiben ist – handwerklich/professionell betrachtet – vor allem die Produktion von Texten über die Tagesaktualität, und zwar unter scharfen Konkurrenzbedingungen und enormem Zeitdruck.

Die Zukunft des Journalismus wird anders sein: Die Leser schreiben die Zeitungen und die Journalisten tragen sie anschließend aus. Wegen dem Zeitdruck und den scharfen Konkurrenzbedingungen.

enrico November 9, 2012 um 09:46

wäre ich ein Dachdecker, der den Dachschaden von Morph’s Unterkunft reparieren müsste, ich glaube ich wäre ein leidenschaftlicher Pfuscher.

Reinhard November 9, 2012 um 09:56

@huett:
Zu den zT. nur noch hysterisch zu nennenden Reaktion der Wahlverlierer sei nur gesagt, dass diese sich momentan in einer Phase der Trauerarbeit befinden und sich gegenseitig mit Apokalypsen hochpushen, weil sie das Entsetzen über den unerwarteten Einbruch der Wirklichkeit in ihre Traumblase noch kräftig im Griff hat.

Sobald der Alltag wieder Einzug gehalten hat, werden all diese Leute genau das tun, was die Liberalen 2004 bei der für sie nicht fassbaren Wiederwahl von Bush jr. nicht getan haben … das auszuführen, was man wenige Wochen zuvor noch melodramatisch angekündigt hat. Die Liberalen wollten alle nach Kanada auswandern, die GOP’ler wollten schon vor vier Jahren sezessionieren und a bisserl Civil War machen. Business as usual!

enrico November 9, 2012 um 09:57

Ich habe immer den Eindruck, Du würdest das, was Du schreibst, für die nackte Wahrheit halten, der sich die Anhänger einer katastrophentoleranten Vermögensmaximierung nur verschließen würden.

Es sind nicht die Anhänger –im Sinne von Profiteure– einer katastrophentoleranten Vermögensmaximierung, die sich der Wahrheit verschließen, es sind die Nachbeter dieser Wachstums-Irrlehre, die selber (zunächst) kaum Nutzen davon tragen. Hauptsächlich Journalisten und Zwergpolitiker.

Morph November 9, 2012 um 10:09

@enrico

“wäre ich ein Dachdecker, der den Dachschaden von Morph’s Unterkunft reparieren müsste, ich glaube ich wäre ein leidenschaftlicher Pfuscher.”

Immerhin sagst Du nicht, man müsse mir mal auf die Fresse schlagen, wie das drei Mitkommentatoren mir schon mitgeteilt haben (ich bin recht aufmerksam, was persönliche Gewaltdrohungen angeht, und ich vergesse so etwas nicht). Deine vergleichsweise moderate Haltung mir gegenüber, mich, wenn Du könntest, nur betrügen zu wollen, weiß ich zu schätzen.

Anna November 9, 2012 um 10:16

@Lobender

Stimme Dir zu. Überhaupt ist hier alles auf allerhöchstem Niveau.
Macht richtig Spass und Freude, hier mitlesen zu dürfen.

Anna November 9, 2012 um 10:28

@all

Heute ist der 23. Jahrestag des Mauerfalls.
Eines der dunkelsten Kapitel der dt. Geschichte endete an diesem Tag.
Vielleicht noch ein Beitrag dazu?

h.huett November 9, 2012 um 10:31

Reinhard

Das sind keine Heulsusen (sorry my French), Trauerarbeit ist den Eisenbeißern wesensfremd.

Reinhard November 9, 2012 um 10:48

@huett:
Einige davon markieren natürlich den ganz harten Kerl, gar keine Frage. Das verlangt schon das eigene Selbstbild vom toughen Job-Creator bzw. aufrechten Amerikaner. Aber wie vor vier Jahren wird es beim Markieren bleiben. All das Sezessionsgerede ist tatsächlich nur das. Gerede.

Die meisten derjenigen, die jetzt noch das Ende ihrer persönlichen USA beklagen (diese USA existiert ja auch nur in ihren Träumen), werden stillschweigend zulassen weiterhin mit Sozialleistungen und Subventionen aus Washington versorgt zu werden und sich alle vier Jahre wieder einreden, dass nur sie Sozialleistungen und Subventionen verdient haben, während alle anderen ja nur “Stuff & Things” von Bundesregierung haben wollen.

Man bekommt allmählich Mitleid …

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 11:44

Ich bin ja traurig, dass ich nicht von einem Ordner voller Frauen gesprochen habe. Dann käme ich jetzt in das Fernsehen. Oder würde US-Präsidentschaftskandidat, der nur noch seine Geburtsurkunde in Kenia ausstellen lassen muss, damit ich überhaupt kandidieren kann.

Mit Verlaub: Ihr diskutiert eine Formulierung, deren Sinn deutlich wurde, und macht daraus ideologisches Schattenboxen zur Selbstvergewisserung eigener Standpunkte. In Wirklichkeit geht es ja nicht um die inhaltliche Perspektive, sondern um die Entlarvung meiner Funktion. Die wird wahrscheinlich mit der Eröffnung einer Herren-Bouticke in Nairobi zusammenhängen.

Und um auch etwas Inhaltliches zu sagen: Strobl könnte das ganz sicher besser erklären als ich. Aber der Beschluss heute 2 Mrd. Euro in das Betreuungsgeld zu investieren, ist unter anderem ein Ergebnis der noch kommoden Lage der deutschen VoWi. Davon, so habe ich gehört, profitieren aber vor allem Nicht-Deutsche, die ihre Kinder zu Hause erziehen. Oder so ähnlich. Insofern ist der Begriff “Deutsche” problematisch, wenn damit die Staatsbürgerschaft gemeint sein sollte. Natürlich kann man die wirtschaftspolitischen Alternativen diskutieren. Topi macht das mit Leidenschaft – und bekanntlich ist meine Position durchaus ähnlich. Man kann auch die Strukturprobleme einer einseitig auf den Export orientierten VoWi beschreiben. Das habe ich ca. 1000mal gemacht. Man kann auch die Verteilungsfrage skandalisieren – und fordern, das Betreuungsgeld auf 1.000 € im Monat anzuheben.

Kein Problem.

Das ändert aber nun einmal nichts an dem von mir formulierten Sachverhalt, dass außer Deutschland weltweit wohl nur noch China das Geld zum Fenster rausschmeißen kann. Schieritz hat das in der neuen Zeit sogar auf die makroökonomische Relevanz hin untersucht.

Und was meine Funktion betrifft. Das nächste T-Shirt wird von euch in meiner Bouticke in Nairobi gekauft. Das dürft ihr dann bedrucken lassen. Mit Slogans über meine Präsidentschaftskandidatur in den USA … .

Burkhard Suk November 9, 2012 um 11:45

@anna

Ich finde auch, dass man hier immer bei den wichtigsten Ereignissen der Weltgeschichte live dabei ist.
Im Gegensatz zu den Offline-Medien werden hier Themen behandelt, die wirklich wichtig sind.

topi November 9, 2012 um 11:53

@ Blogmeister

Ich hatte ja mal einen Faden “Aktuelles” vorgeschlagen.

Das könnte man doch in Lichte der Echtzeit-Diskussion noch mal überdenken. :~)

Gleich mal etwas aktuelles. Nachdem Argentinien Petronas enteignet hat, legt sich ein argentinischer Richter jetzt mit Chevron an. Texaco hatte in den 90ern ein ökologisches Desaster in Ecuador hinterlassen (so wie sich Ölkonzerne scheinbar immer verhalten, wenn man sie lässt), mit etwas grüner Farbe für 40 Millionen sollte dann alles wieder in Ordnung gebracht sein.

Ein ecuadorianisches Gericht sprach jedoch von 8,6 Milliarden Schadensersatz, und da sich Chevron nicht entschuldigne wollte, geleich mal das doppelte. Und der oberste gerichtshof der USA lehnten eine Beschwerede Chevrons dagegen ab.

Nun pfändete ein argentinischer Richter nach Rechtshilfegesuch Ecuadors die Vermögenswerte von Chevron in Argentinien. Eigentlich ein unglaublicher Vorgang. Wenn das durch die Instanzen Bestand hat, ein wirklicher Beitrag gegen die besonders perfide Form der Auslandsinvestition mit Umweltdesaster (die Gewinne fließen eh raus).

Ob es im Sinne der argentinischen Regierung ist, lässt sich schwer sagen. So ganz ohne internationales know how sind große Investitionen im Energiesektor durchaus schwierig, und irgendwo hat wohl jeder der großen Player seine Dreckecken hinterlassen; und wenn man sich nicht mehr mit Verhökerung der Vermögenswerte im entsprechenden Land von den Altlasten befreien kann, wird ja jedes Investment zum Risiko.

Hier der Presseüberblick, passend zum Diskussionsstrang.
http://www.google.de/search?client=opera&q=argentinien+pf%C3%A4ndet+chevron+verm%C3%B6gen&sourceid=opera&ie=utf-8&oe=utf-8&channel=suggest#hl=de&client=opera&channel=suggest&tbm=nws&sclient=psy-ab&q=argentinien+ecuador++chevron+&oq=argentinien+ecuador++chevron+&gs_l=serp.3…6906.8177.1.8666.8.8.0.0.0.0.140.577.7j1.8.0…0.0…1c.1.Kz60Vcqk4bk&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&fp=bfbee4141934642d&bpcl=38093640&biw=1600&bih=704

Am besten das ND, sehr engagiert die Hannover Zeitung.
Aber auch da zumindest die Fakten richtig wiedergegeben. :roll:

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 12:05

topi

Jeder Thread ist “Aktuelles”. Ich habe noch nicht erlebt, dass das in den bisherigen Blogs anders gewesen wäre. Als wenn sich hier irgendjemand darum kümmerte, was wir erzählen … .

Burkhard Suk November 9, 2012 um 12:09

Herr Luebberding,

meiner Meinung nach sollten Sie einen Monatsbeitrag von 50 Euro erheben. Das ist sehr wenig, wenn man den Aufwand bedenkt.
Und es würde viele Trolle fernhalten.
Ich würde es locker bezahlen und mit gutem Gewissen.

14 November 9, 2012 um 12:15

Deutsche Wirtschaftsweise sollen Reformprogramm für Frankreich ausarbeiten

hahaha, am besten unsere Vollwaisen mit ihren jahrzehntelangen neoliberalen Volltreffervorhersagen dauerhaft nach Frankreich exportieren…..dafür könnte man ihnen sogar ein Betreuungsgeld noch mit auf den Weg geben, dafür aber hier in D lebenslanges Wiedereinreiseverbot, gell…

enrico November 9, 2012 um 12:18

meiner Meinung nach sollten Sie einen Monatsbeitrag von 50 Euro erheben. Das ist sehr wenig, wenn man den Aufwand bedenkt.
Und es würde viele Trolle fernhalten.
Ich würde es locker bezahlen und mit gutem Gewissen.

Zahlen? Geht nicht, gibt Schwierigkeiten mit dem Weltschwabentum.
Aber Werbung für eine Herrenboutique in Nairobi oder eben für die Stadtwerke in Bochum, das wäre doch durchaus vorstellbar.

Treidelstein November 9, 2012 um 12:28

@ FL, Euro-Debatte

O.K., Du hebst auf den Zustand der öffentlichen Finanzen im Vergleich mit Resteuropa ab. Aber dann ist Deine Aussage eigentlich: “Deutschland hat unter der Euro-Krise seit 2009 nicht so sehr gelitten wie die anderen.”

Das ist sicher richtig. Aber das ist eine ganz andere Aussage als “Deutschland hat vom Euro profitiert.”

Daß die öffentlichen Finanzen in D vom Euro profitiert hätten, läßt sich zumindest aus der Graphik…

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61867/oeffentliche-finanzen

… durchaus nicht ablesen (obwohl sie wegen dem Sprung von altbundesdeutschen zu gesamtdeutschen Daten 1990 etwas suggestiv wirkt).

Und daß aus Koalitionsraison Geld zum Fenster rausgeschmissen wird, ist auch kein so ganz gutes Argument, um belegen zu wollen, daß es UNS durch den Euro besser geht. Ist ja nicht so, daß das wegen der allgemeinen Saturiertheit des öffentlichen Sektors so gemacht wird. Du hast ja sicher einen Einblick in den Zustand der Kommunalfinanzen in NRW…

Von “Entlarvung eine Funktion” oder so schrob ich gar nichts. Ist nicht mein Stil. Nur davon, daß ich gewisse Parolen nicht mehr hören kann…

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 12:49

Treidelstein

Ob Deutschland vom Euro profitiert hat, kann nur im Vergleich mit anderen Eurostaaten festgestellt werden. Danach hat Deutschland direkt nach der Einführung Nachteile gehabt, die unter anderem zur Agenda 2010 führten (Ob das sinnvoll war, lassen wir einmal jetzt weg). Profiteure waren zu dem Zeitpunkt die Peripheriestaaten. Seit 2005/2006 hat sich die ökonomische Lage Deutschlands verbessert, weil der Strukturwandel aus Einheit und Euroanpassung weitgehend vollzogen war. Der Einschnitt 2008/2009 wurde im Rahmen der Erholung der Weltwirtschaft gut verdaut. Seitdem profitiert Deutschland vom Euro, weil unter anderem die extreme Exportlastigkeit nur mit einem relativ schwachen Euro möglich ist. Deutschland ist nicht nur qualitativ, sondern auch preislich extrem wettbewerbsfähig geworden. Nur als Hinweis: Lese einmal die Basarökonomie von Sinn. Dann weisst Du auch, wogegen ich damals angeschrieben habe. Wenn Deutschland aus dem Euro aussteigen sollte, wäre die heutige Struktur unserer VoWi nicht mehr zu halten. Wir würden mit massiven Standortverlagerungen konfrontiert werden (etwa in der Auto- und Zuliefererindustrie). Das kann durchaus einen volkswirtschaftlichen Sinn machen, weil eine aufgewertete DM auch Vorteile bringt. Aber so ein Strukturwandel nennt sich Krise. Das Problem der anderen Eurostaaten ist genau diese Dominanz der deutschen VoWi, weil sie im Eurosystem jeden nationalen Handlungsspielraum verloren haben. Verlust der Geldpolitik und des Wechselkursmechanismus. Sie zahlen also zur Zeit in gewisser Weise die Zeche für unsere Vorteile. Was aber gleichzeitig nichts daran ändert, dass deren Rendite nach der Euroeinführung verfrühstückt worden ist. Es bleibt also nur die Anpassung der realen Wechselkurse im Euroraum. Deutschland muss inflationieren, um diese Anpassungsprozesse der Peripherie verträglich zu machen. Nichts anderes. Ansonsten kann das Eurosystem nicht funktionieren, wenn ich nicht ein Transfersystem einführen will, dass in der Form aber politisch nicht durchsetzbar wäre. Dann wird es danach übrigens ebenfalls Standortverlagerungen geben. Etwa in der Autoindustrie. Opel wird zu Peugeot. Die Deutschen – also wir alle – müssen einfach begreifen, dass wir nicht den Kuchen essen und gleichzeitig behalten können.

So und jetzt erkläre mit bitte: Das heutige System bietet der deutschen VoWi keine Vorteile? Die sind doch genau das Problem.

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 13:02

Treidelstein

Und nur noch zu den öffentlichen Finanzen. Im Gegensatz zu den makroökonomischen Prozessen ist das tatsächlich eine Verteilungsfrage. Ich muss darüber halt zwischen den einzelnen Akteuren (Unternehmen, Staat, Arbeitnehmer) politisch entscheiden.

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 13:11

Bernhard Suk

Vielen Dank dafür, dass Ihnen dieser Blog mehr wert wäre als ein Monatsabo der FAZ. Aber ich fürchte, sie müssten dann auf den Sportteil verzichten.

enrico November 9, 2012 um 13:32

@Frank Luebberding

Das ändert aber nun einmal nichts an dem von mir formulierten Sachverhalt, dass außer Deutschland weltweit wohl nur noch China das Geld zum Fenster rausschmeißen kann. Schieritz hat das in der neuen Zeit sogar auf die makroökonomische Relevanz hin untersucht.

Deutschland ist wie Stadtwerke Bochum. Da gibt es viele Fenster.

Man nimmt im Namen der Michel einen Kredit auf und spendet das dabei entstandene Geld an die Liechtensteinbrück-Stiftung©, die dann bei den oberen Mittelmicheln reale Güter einkauft. Worauf dann diese oberen Mittelmichel das eingenommene Geld “sparen”, weil sie ja für später vorsorgen wollen. Die oberen Mittelmichel haben nun Michelguthaben und die unteren Mittelmichel die dazugehörenden, laufend zu bedienende Michelschulden. Kettenbriefsystem haben sich ja auf Jahre bewährt. Man muss lediglich darauf achten, dass niemand dumme Fragen stellt.

Schieritz:
Die fiskalische Klippe ist deshalb ein schöner Test für die Aufrichtigkeit der hiesigen Wirtschaftsfachleute: Wer Keynes für einen Scharlatan hält und Konjunkturprogramme für Teufelszeug, der möge bitte öffentlich erklären, dass die Kürzungen in den USA kein Problem sind und die Weltfinanzmärkte sich völlig umsonst Sorgen machen. Oder für immer schweigen.

Konjunkturprogramme, es kommt halt darauf an,für wen sie gedacht sind.

Eines ist dabei sicher: Ein Konjunkturprogramm, das durch Kredite von privaten Banken an den zu verschuldenden Staat finanziert wird, ist ein Konjunkturprogramm für die Finanzeliten. Am Ende nützt es den arbeitenden Menschen nichts, weil sie um so mehr in Zinsknechtschaft gefangen bleiben.

Ohne ein öffentliches Kontokorrent-Kreditsystem, mit welchem die Staatsaufgaben unverzinst vorfinanziert werden können, profitieren immer nur die falschen.

Und ohne ein öffentliches Umlage-Sparsystem kommen wir niemals aus dem Wachstums/Schulden-Dilemma heraus.

Das muss man jedoch erst einmal verstehen. Leider ist das aber verboten. Deshalb: bloß nicht nachdenken und um Gottes Willen keine Fragen stellen. Schweigen wir für immer, weil Schweigen jetzt zur ersten Bürgerpflicht wird.

Carlos Manoso November 9, 2012 um 13:47

@f.luebberding November 9, 2012 um 11:44
„Ich bin ja traurig, dass ich nicht von einem Ordner voller Frauen gesprochen habe. Dann käme ich jetzt in das Fernsehen. Oder würde US-Präsidentschaftskandidat“
„Neue Ordner im IMAP-Konto (…)
Hier entdecken Sie tolle atemberaubenden Blick Mädchen mit
Intelligenz. Wenn bereit, Ihre Gedanken und Wunsch, alle Ihre zensiert-bezogene Wünsche Beurteilung der Bilder von Paris escort , Monaco escort erreichen zu fördern,
und Cannes Escort Girls – Frauen – von keinem anderen zu bringen Organisation. Jeder von Paris , Monaco und Cannes Escort Girls Lovers hält eine Zusicherung
der extremen Zeiten und viel Sexualität. Die Bereitstellung der besten Bringservice braucht Stabilität und Aufmerksamkeit.“
http://www.msoffice2010-hilfe.de/post31397.html

„Das habe ich ca. 1000mal gemacht. Man kann auch die Verteilungsfrage skandalisieren – und fordern, das Betreuungsgeld auf 1.000 € im Monat anzuheben.
Kein Problem.
Das ändert aber nun einmal nichts an dem von mir formulierten Sachverhalt, dass außer Deutschland weltweit wohl nur noch China das Geld zum Fenster rausschmeißen kann.“

China entwickelt seit dem Jahre 2000 (an den USA vorbei), zum Hauptlieferanten Europas, wobei das Leistungsbilanzdefizit der EU sich dabei per Saldo immer mehr ausweitet. Deutschland erzielt in der EU im Handel mit China vergleichsweise den weitaus größten Handelsbilanzüberschuß, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien erzielen im Handel mit China erhebliche Defizite.

Chinas globaler Handelsüberschuss schrumpfte im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 um 34% auf $155,2 Mrd. USD.Gründe waren vor allem die sich rapide abschwächende Exportnachfrage der EU (Überschusskreislauf aus Sicht Chinas) und der USA (Defizitkreislauf aus Sicht Chinas). Chinas Devisenreserven wuchsen 2011 (nur noch) im Vergleich zu 2010 um 11,6%.

Der Defizitkreislauf China-USA muß sich zwangsläufig abschwächen. Eine Folge wird sein, dass in China das Produktionswachstum schwächer wird. Folglich wird Chinas Bedarf an Investitionsgütern und Konsumgütern aus Deutschland sich zwangsläufig abschwächen. Somit muß sich zwangsläufig der Überschusskreislauf China-EU abschwächen. Der Hanndelsbilanzüberschuß Deutschlands im Handel mit China wird zwangsläufig schrumpfen, die Handelsdefizite Großbritanniens, Spaniens, Frankreichs und Italiens im Handel mit China werden zwangsläufig wachsen.

Kurzum, die „Eurokrise“ (die ja nur ein Vernebelungswort ist für die Akkumulationskrise des Weltkapitals) wird zwangsläufig über die Peripherieländer in alle Kernländer des Kapitals überspringen, d.h. auf Deutschland.

Lübberding, genau an diesem Punkt stehen wir jetzt: Der deutsche Motor fängt an zu stottern und gleichzeitig beginnt der französische Motor an zu scheppern.

enrico November 9, 2012 um 13:51

So und jetzt erkläre mit bitte: Das heutige System bietet der deutschen VoWi keine Vorteile? Die sind doch genau das Problem.

Das heutige System bietet vor allem für die “deutsche Exportwirtschaft” große Vorteile. Nur ist aber diese Exportwirtschaft weder eine Volkswirtschaft noch ist sie besonders deutsch – wenn man einmal die wahren Eigentumsverhältnisse ansieht. Wem gehören denn Daimler Benz, Siemens, Bosch etc.?

Die in Deutschland Arbeitenden haben nach der Neoliberalisierung eindeutig mehr als zuvor geleistet und sind dafür auch noch weniger als vorher vergütet worden. Cui bono? Deutschland? Unsinn!

Wie kommt es denn, dass die USA laufend hochtechnisierte Kriege führen können und dabei nicht einmal in der Lage sind, eigene Unterhosen herzustellen?

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 14:03

Carlos

Die Erfahrung hatten wir schon 2008/2009 gemacht: Der Werkstatt-Ausrüster ist am Anfälligsten für Weltwirtschaftskrisen, weil Investitionen zuerst zurückgestellt werden. Allerdings hast Du einen Punkt übersehen. Obwohl China den Wechselkurs einbetoniert hat, erleben wir hier auch allmählich Angleichungsprozesse. China wird teurer.

14 November 9, 2012 um 14:07

Das ändert aber nun einmal nichts an dem von mir formulierten Sachverhalt, dass außer Deutschland weltweit wohl nur noch China das Geld zum Fenster rausschmeißen kann.

Bis zur (Finanz)Krise 2007 haben wir da doch seit Schmidt und Kohl täglich das Gegenteil gehört, oder? Ja, woher das viele Geld (das immer nicht mehr da ist, morgen wahrscheinlich wieder weg) jetzt wohl kommt? Doch nicht etwa von der in diesen beiden Ländern besonders forcierten Sklavenarbeit? Oder hat man bei der HRE (und angeschlossenen Bankrottbanken) wieder welches gefunden?

Seit 2005/2006 hat sich die ökonomische Lage Deutschlands verbessert, weil der Strukturwandel aus Einheit und Euroanpassung weitgehend vollzogen war. Der Einschnitt 2008/2009 wurde im Rahmen der Erholung der Weltwirtschaft gut verdaut. Seitdem profitiert Deutschland vom Euro, weil unter anderem die extreme Exportlastigkeit nur mit einem relativ schwachen Euro möglich ist. Deutschland ist nicht nur qualitativ, sondern auch preislich extrem wettbewerbsfähig geworden.

Ja, so muß sich die spd das Tag für Tag zurechtlügen, um weiter nicht in den (zerbrochenen) Spiegel schauen zu müssen. Kein Wort von den unwürdigen Sklaven(leih)arbeitsverhältnissen, die das erst möglich gemacht haben und die spd hier eingeführt hat. Deutschland profitiert, olé, olé…

Fünf Prozent “Elite” r e t t e t sich seit 2003 in immer höheren Dimensionen permanent selbst, dem Restvolk wird der (Sozial)Staat unter dem A weggezogen. Bald wird die (deutsche) Euro-Inkasso-Troika im Auftrag der Superreichen, die um ihre hohen Kredite bangen, wohl auch in Frankreich einmarschieren müssen….bitte ein Lied…..linkszwodf…

Treidelstein November 9, 2012 um 14:22

@ FL – “Das heutige System bietet der deutschen VoWi keine Vorteile?”

Also “die deutsche VoWi” ist ein abstrakter Ausdruck, aggregierte Größen auf dem Papier, wie gesagt. Ich weiß nicht, ob eine Aussage wie “die deutsche VoWi hat Vorteile” überhaupt Sinn ergeben kann, es sei denn als eine Aussage über ein Konsensmodell der wichtigsten pressure groups von “Corporate Germany”. Etwas gewinnen oder verlieren können einzelne Wirtschaftsakteure oder einzelne Haushalte.

Durch die unterbewertete Währung gewinnen zunächst die Wirtschaftsakteure, deren Kosten überwiegend in D anfallen, die ihre Produkte aber außerhalb von D absetzen. Und dann eventuell die dort beschäftigten Arbeitnehmer, aber nicht automatisch, sondern nur in dem Maße, wie Organisationsgrad und Verhandlungsmacht es ihnen ermöglichen, eine Beteiligung an diesen “Vorteilen” durchzusetzen. Und nur wenn das letztere eintritt, dann gewinnen in dritter Linie die Regionen mit konzentrierter Exportwirtschaft über gestiegene Kaufkraft und öffentliche Einnahmen.

Gleichzeitig vermindert eine unterbewertete Währung aber generell die Kaufkraft wegen überhöhter Preise für Importgüter incl. Energieträger, so daß binnenmarktorientierte Wirtschaftsakteure ebenso zu den Verlierern gehören wie Regionen ohne konzentrierte Exportwirtschaft oder ohne organisierte und durchsetzungsfähige Arbeitnehmerschaft.

Nun könnte man versuchen, eine Karte von D zu zeichnen und herauszufinden, wo welcher Effekt überwiegt. Genauso könnte man das (hypothetisch, praktisch wohl kaum realisierbar) für die einzelnen Haushalte machen. Dann erst könnte man über Vorteile und Nachteile reden. Ich würde mal so die These in den Raum stellen, daß das Währungsdumping zu einer relativen Konzentration der Vorteile und einer breiten Streuung der Nachteile geführt hat, was nach der “Logik kollektiven Handelns” freilich erklärt, warum die These vom Vorteil durch den Euro so dominant und mit wenig öffentlichem Widerspruch vertreten werden kann.

Zit. – “Wenn Deutschland aus dem Euro aussteigen sollte, wäre die heutige Struktur unserer VoWi nicht mehr zu halten. Wir würden mit massiven Standortverlagerungen konfrontiert werden…”

Nun, die Schweiz und Schweden, die den Euro nie eingeführt haben, haben das gut überlebt. Der Euro selbst schwankte zum US-$ zwischen 0,80 und 1,60, ohne daß diese Schwankungen zu schweren Verwerfungen geführt hätten, obwohl der eine wie der andere Ausschlag in den Medien von bisweilen recht hysterischen Kommentaren begleitet waren. Wie haben sich die deutschen Exporte in die USA entwickelt zwischen Euro=$0,80 und Euro=$1,60?

Wenn es JETZT eine schockartige Aufwertung gäbe, dann gäbe es sicher eine Anpassungskrise, keine Frage. Mit welchen Effekten genau, läßt sich wohl schwer sagen. Die ganzen Untergangsszenarien scheinen mir weit übertrieben. Der Lehre folgend müßten ja diejenigen Akteure und Sektoren das am besten wegstecken können, die stark spezialisiert und in mittelfristig kaum variierbare Wertschöpfungsketten eingebunden sind. Also die Kapitalgüterindustrie eher als Automobilzulieferer.

Aber die jetzige Struktur ist nicht nachhaltig. Das scheint mir doch offensichtlich zu sein.

Zit. – “Deutschland muss inflationieren, um diese Anpassungsprozesse der Peripherie verträglich zu machen. Nichts anderes. Ansonsten kann das Eurosystem nicht funktionieren, wenn ich nicht ein Transfersystem einführen will, dass in der Form aber politisch nicht durchsetzbar wäre.”

Ja, wir können uns ja alle mal vor das Wirtschaftsministerium stellen und einen Voodoozauber machen: “Inflationiere, inflationiere!” Wird bloß nicht viel bei rauskommen. Vermögenspreisinflation im Immobiliensektor, ja, und Strom- & Heizkosten… Aber wo sollen in der Breite die Zweitrundeneffekte herkommen? Frag mal Deinen Genossen Florian Gerster, vielleicht hat der eine Idee. (Konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.)

Das Eurosystem kann nicht funktionieren.

Wie ich bei @GB las, hat der Gallois dem Ayrault empfohlen, ähnlich wie in D per Gesetz Arbeitnehmervertreter in die Aufsichtsräte zu kooptieren, um die Distanz zwischen den Sozialpartnern zu verringern. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

So kann jetzt nicht mehr antworten, 2 Tage offline.

enrico November 9, 2012 um 14:23

Die Deutschen – also wir alle – müssen einfach begreifen, dass wir nicht den Kuchen essen und gleichzeitig behalten können.

Unsinn. Die Deutschen können so viel Kuchen essen wie sie wollen. Denn sie backen viel Kuchen. Zu viel Kuchen. Das ist ja das Problem.

Was die Deutschen lernen müssen: Laufend Kuchen exportieren und dabei andere Länder in Schulden halten, das geht auf Dauer nicht. Wer verkauft muss auch kaufen. Und wer dennoch laufend mehr verkauft als er kauft, der muss am Ende eben (ver-)schenken.

Die EU ist ein Netz von Nationalökonomien (sozusagen eine Internationalökonomie), das nur Bestand haben kann, wenn die Verhältnisse mutual ausgeglichen bleiben.
Also auf Gegenseitigkeit beruhen. Kooperation statt Wettbewerb, das ist hier notwendig. Dazu ist aber ein auf Kooperation abgestimmtes Clearing-System notwendig. Alles schon bekannt. Außer bei unseren Journalisten.

holger November 9, 2012 um 14:31

—>>> “Wenn Deutschland aus dem Euro aussteigen sollte, wäre die heutige Struktur unserer VoWi nicht mehr zu halten. Wir würden mit massiven Standortverlagerungen konfrontiert werden”

Wie oft habe ich das schon gehört. BlaBlaBla. Wo wollen die denn alle hin? Wo laufen sie wo laufen sie nur hin.

Dann sollen die restlichen ihre Koffer packen und gehen. Man kann dem Personal nur raten gleich mit zu wandern. Das wäre so oder so eine Idee, den Ramsch hier abzubauen, und wo anders in die Erde zu rammen. Vielleicht in irgendeinem Steuerparadies in schwarz Afrika. Oder Namibia soll auch ganz schön sein. dh wir KMU Industriellen packen unsere Koffer, und suchen uns nen neuen Fürsten.

Irgendwo wird es noch ein Plätzchen geben.

holger November 9, 2012 um 14:34

Das wäre nämlich ein Segen für Europa, wenn diese Ankündigung endlich mal in die Realität umgesetzt werden würde. So kann man auch die “Defizite” abbauen.

keiner November 9, 2012 um 15:08

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:konjunktur-deutschlands-schraeger-aufschwung/70115353.html

Der schwedische Finanzminister droht den Banken, wenn sie nur an Dividendenausschüttung dächten, würde er sofort die Kapitaldeckung für Kreditrisiken erhöhen.

Hihi. Bei der Entlassungswelle/Kollabierendem Häusermarkt sind die Banken zu Weihnachten unter Wasser, dann darf der Staat retten. Vorher noch schnell die Gewinne privatisieren.

14 November 9, 2012 um 15:21

Kreuzfeuer per

ZEIT, Focus, Weltbank, Chefvolkswirt Berenberg Bank, Commerzbank-Ökonom Marco Wagner….+….+….+….die neoliberalen INSM-Soldaten schießen wieder aus vollen Rohren und alle mit uraltbekanntem, gleichen Ziel:

Als mögliche Ansatzpunkte für eine Reform gelten der Arbeitsmarkt oder die sozialen Sicherungssysteme. Die deutschen Wirtschaftsweisen könnten einen solchen Plan gemeinsam mit ihren Kollegen aus Frankreich entwickeln.

Die Weltbank stellt Frankreich ein schlechtes Zeugnis aus: Bei den Standortbedingungen sei das Land weiter zurückgefallen.
Demgegenüber hatte Deutschland mit den Hartz IV-Gesetzen und einer ausgeprägten Lohnzurückhaltung bereits zu Beginn des vergangen Jahrzehnt seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Euro-Krisenländer wie Spanien und Italien setzen derzeit eine Reform- und Sparpolitik um. „Frankreich ist das einzige Land der Eurozone mit großen Wettbewerbsproblemen, das nicht handelt“, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank.


Commerzbank-Ökonom Marco Wagner bezeichnete es als „positive Überraschung“, dass die Regierung das Problem der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft anerkenne und handeln wolle. „Die faktische Reduzierung der Arbeitgeber-Sozialbeiträge ist eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung.“ Arbeitskosten würden dauerhaft gesenkt und so mehr Anreize für mehr Beschäftigung gesetzt. Es fehle jedoch eine grundlegende Reform der Lohnfindungsprozesse. „Erst diese hat in Deutschland über Jahre hinweg zu einer Lohnmoderation geführt und die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert“, so Wagner.

Im Rattenrennen wird eben immer weiter nach UNTEN gerannt und HIV-Agenda als von OBEN verordneter “Lohnfindungsprozeß”…..interessant!

Nanuk November 9, 2012 um 15:23

Die Schweden können auch Französisch… d`jam anyone…

Nanuk November 9, 2012 um 15:32
Carlos Manoso November 9, 2012 um 16:38

@f.luebberding November 9, 2012 um 14:03
„Die Erfahrung hatten wir schon 2008/2009 gemacht: Der Werkstatt-Ausrüster ist am Anfälligsten für Weltwirtschaftskrisen, weil Investitionen zuerst zurückgestellt werden. Allerdings hast Du einen Punkt übersehen. Obwohl China den Wechselkurs einbetoniert hat, erleben wir hier auch allmählich Angleichungsprozesse. China wird teurer.“

Lübberding, nicht so punktuell denken. Die von mit beschriebenen Grundtrends (Handelsdefizitkreislauf aus Sicht EU im Handel Chinas mit der EU und aus Sicht USA im Handel Chinas mit USA) sind schon seit dem Jahr 2000 wirksam. Auch die Differenzierung des Handelsdefizitkreislaufs im Handel der EU mit Chinas ist nichts Neues Der Trend Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands im Handel mit China, Handelsbilanzdefizite im Handel restlicher EU-Länder mit China ist ebenfalls schon seit dem Jahre 2000 wirksam.

Der Defizitkreislauf der EU im Handel mit China verstärkte sich, weil sich der deutsche Überschusskreislauf im Handel mit China sprunghaft verstärkte, während sich der Defizitkreislauf des Restes der EU (incl. GB) sprunghaft abschwächte. Auch nichts Neues.

Jeder weiß, das das so ist, weil „Deutschland“ für „China“ der „Werkstatt-Ausrüster“ ist, dessen Produktionsgüter gebraucht von der Weltwerkstatt in China gebraucht werden, solange die USA (und die EU) mehr chinesische Konsumgüter nachfragen, als der chinesische Markt Produktionsgüter nachfragt. Die Nachfrage der USA und der EU nach chinesischen Konsumgütern schwächt sich aber seit einigen Jahren ab. Folglich wird sich zwangsläufig die Nachfrage Chinas nach Investitionsgütern, die vor allem Deutschland liefern kann, zeitversetzt abschwächen. So weit sollte das klar heute vorhersehbar sein.

Was nun den Wechselkurs Yuan-Euro und Yuan-Dollar betrifft, so sehen wir ein Dreieck Dollar-Yuan-Euro. Mit zunehmendem Druck auf die Relation Yuan-Dollar wird der Druck an die schwächere Relation Yuan-Euro weitergegeben. Mit anderen Worten: China (und die USA) müssen die (politische) Relation Yuan-Dollar –zumindest zweitweilig- im beiderseitigen Interesse „einbetonieren“, um den Defizitkreislauf USA-China zu stabilisieren. Die dort aufgestauten Drücke entladen sich aber früher oder später sprunghaft in die schwächere Relation (Yuan-Euro) des Währungsdreiecks, soweit die Drücke sich nicht schon vorher in die Relation Yuan-Dollar destruktiv entladen haben.

Die Aussage „China wird teurer“, d.h. die Relation Euro-Yuan wird sich Nix gutt für „Deutschland“ entwickeln, trifft also die transnationalen Konzerne Euro-Europas stärker als die transnationalen Konzerne Dollar-Amerikas.

Vladimir Gonzow November 9, 2012 um 16:44

@cm
“so sehen wir ein Dreieck Dollar-Yuan-Euro.”

Das sogenannte Bermuda-Dreieck.

"ruby" November 9, 2012 um 17:02

@ enrico

“…ein Netz von Internationalökonomien mit Gegenseitigkeit beruhend auf Kooperation im abgestimmten Clearing-System…”

etwas komprimierter ?

"ruby" November 9, 2012 um 17:17

@ enrico

lese von unten nach oben …
es wird nicht mehr geschwiegen ;-)
die michels !

"ruby" November 9, 2012 um 17:22
"ruby" November 9, 2012 um 17:34

@ Anna

9.November 1989 :
es war Donnerstag 19:08 Uhr als Schabowsky in der AK die legendäre Pressekonferenz gab …
einfach ein unglaublicher Tag ;-)

"ruby" November 9, 2012 um 17:36

freedom

http://www.youtube.com/watch?v=y9SMXkpowo0

Obama realizes he now has the freedom to …

Carlos Manoso November 9, 2012 um 17:38

@Vladimir Gonzow November 9, 2012 um 16:44
„“so sehen wir ein Dreieck Dollar-Yuan-Euro.”
Das sogenannte Bermuda-Dreieck.“

Jawoll, in diesem Dreieck sehen wir ein „Schwarzes Loch“.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch

Im Grunde sehen wir viele Schwarze Löcher. Eines dieser Schwarzen Löcher ist z.B. die Notenbank EZB, die Bank aller europäischen Banken. Damit das System des Kapitals nicht implodiert, muß ZB. die EZB in immer höherem Maße, in immer größere Mengen –aus Sicht des Kapitals- unverkäufliche Eigentumstitel „aufkaufen“, zb. griechische, spanische, italienische und eines nicht allzu entfernten Tages deutsche Staatsanleihen.

Im schwarzen Kern wird auf diese Weise virtuelles Kapital in der Gegenwart geschaffen, gedeckt durch eventuelle Eintreibung per reale Steuern von realen Menschen in künftigen Zukünften. Der wirkliche Kern ist, dass ZB. die EZB durch Ankauf von unverkäuflichen Eigentumstiteln 2012 reales Geld in der Gegenwart schafft durch Verkauf von Zukünften, die existieren, solange es das System des Weltkapitals noch gibt. Die Hoffnung des Systems des Kapitals, dass Menschen im Jahre 2020 real Steuern an das System des Kapitals zahlen, wird also im Jahre 2012 mit dem Ankauf von unverkäuflichen Eigentumstiteln durch die Bank der Banken (EZB) des System des Weltkapitals zu realem Geld gemacht. Die Bank der Banken (EZB) mutiert auf diese Weise zwangsläufig zur BAD BANK, die die Geldform des Systems des Weltkapitals selbst selbstzerstört.

Einzig denkbare Alternative zu dieser Mutation der Notenbank in eine Bad Bank ist nur noch der kurz-/mittelfristige Totalcrash des Systems des Weltkapitals, dessen Motor sich zum „Kolbenfresser“ heissläuft.

Anton November 9, 2012 um 17:40

@ruba, anna

Unglaublicher ist noch, dass dieser Tag heute völlig vergessen wird.

Carlos Manoso November 9, 2012 um 17:58

@ Anton November 9, 2012 um 17:40
„Unglaublicher ist noch, dass dieser Tag heute völlig vergessen wird.“

Mmmm, bei den Deutschen kommt am 9. November historisch aber auch alles zusammen:

9. November 1989 Fall der Berliner Mauer
http://www.berlinermaueronline.de/geschichte/mauerfall.htm

9. November 1938 Reichspogromnacht
http://www.lpb-bw.de/reichspogromnacht.html

9. November 1923 Hitlerputsch
http://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerputsch

9. November 1919 Novemberrevolution
http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution

~ ALBGOTT ~ November 9, 2012 um 21:50

“Mit soforrrrtiger Wirrrrkung!”

<>

===> … das gefällt mir, @HÜTT!

===> … sollte isch disch womöglisch doch ein klein wenig falsch eingeschätzt haben? … solltest Du – trotz fortgeschrittenes Alter – DOCH noch ein bißßchen lernfeeisch sein??

===> … SO … geht das jedenfalls … das mit der Rhetorigg. Ich mußßte es ja auch erst lernen. Und zwar u.a. von der anglofaschistischen Zensurmuschi. Hö’ma genau hin, wie die lady A-RRRRRR-beit sagt. Da klingt so vieles mit! … Stolz z.B.. Der Stolz des Arrrrbeiters auf die Arrrrbeit … für seine Herrrrenmenschen, von den supranationalen Kapitalsammelstellen . Da steckt noch viel drin von wegen “Arrrrrbeit macht frei!” … und so.

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