Experten für Berlin

by f.luebberding on 9. November 2012

In der Eurokrise dreht sich jetzt in Paris das nächste Rädchen. Wir – bzw. Gerald Braunberger – haben das Thema schon einmal kurz angerissen. Nun hat der Bundesfinanzminister eine Idee, die sich zu diskutieren lohnt. Er will “Experten” nach Paris schicken, um den Franzosen bei der Bewältigung ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu helfen. Eric Bonse spricht despektierlich von “Aufpassern” und sieht eine Art Troika am Werk. Das ist zu politisch gedacht. Bei Schäuble erkennt man etwas Anderes. Er wagt es nicht, die Idee einer wirtschaftspolitischen Koordinierung zwischen Paris und Berlin zu formulieren. Er setzt auf die Expertise der Technokraten. Aber sind das die richtigen Experten? Frankreichs heutigen Probleme könnten nämlich bis auf Jean-Baptiste Colbert zurückgeführt werden. Gewissermassen hat es damals Ludwig XIV versäumt, Frankreich schon im 17. Jahrhundert auf die Einführung des Euro vorzubereiten. Stattdessen das Erbe Frankreichs in Form der staatlichen Lenkung, wie sie auch zuletzt der General de Gaulle als Planification einführte. Übrigens unter Federführung bes Europäers Jean Monnet. Der Altkanzler Helmut Schmidt erinnert bisweilen an ihn. Sollte Schäuble nicht besser einen Historiker nach Paris schicken?

Der wäre von Nöten, wenn man einige grundlegende Probleme in der Konstruktion der Eurozone weiterhin nicht zur Kenntnis nehmen will. Er würde nämlich die Grenzen jenes wirtschaftlichen Totalumbaus aufzeigen, den der Vollzug der angeblichen Logik der heutigen Eurozone in den Nationalstaaten anrichtet. Letztlich führt er wie in Griechenland zur faktischen Auflösung der letzten Reste gesellschaftlichen Zusammenhalts. Der im link von Michael Martens beschriebene Klientelismus ist keineswegs die einzige Erklärung. Hier findet die Einsicht aller Akteure Geltung, dass jedes individuelle Zugeständnis in dieser Lage sinnlos sein muss. Die Zukunft ist in Griechenland ist schon lange kein Thema mehr, wenn Zukunft noch ein positiv besetzter Begriff sein soll. Ein Historiker könnte über das Zustandekommen und die Konsequenzen solcher Konstellationen aufklären. Allerdings hätte er auch keine Lösung, weil die nicht in seiner Kernkompetenz zu finden ist. Historiker wissen, wie es gewesen ist, aber nicht, wie es sein wird. Darin ähneln sie manchen Ökonomen. In dieser Situation hilft ein Blick auf eine Analyse von Hans Ulrich Gumbrecht. Europas Obama in der post-politischen Wirklichkeit. Ein alles andere als gut verdaulicher Text. Nur hilft er zu verstehen, warum Schäuble Experten nach Paris schicken will – und nicht von Politik redet, wenn er Politik macht.

“Vor dem Horizont dieser anderen Zukunft, die maximale Erfolge auf die Abwendung des Schlimmsten beschränkt, sind Politik im klassisch-aufklärerischen Sinn und ihre Rituale zu einer unerreichbaren und sich rasch entziehenden Vergangenheit geworden. Man kann unter ihren Voraussetzungen nichts als konservativ sein, was nun aber keinesfalls mehr bedeutet, sich dem Fortschritt zu verweigern. Konservativ sein heißt unter post-politischen Bedingungen vor allem, in Erinnerung an die politische Zeit solange als möglich an ihren (unrealistisch gewordenen) Versprechungen festzuhalten.”

Schäuble selbst sieht sich auch in dieser post-politischen Wirklichkeit, wenn er Frankreichs Probleme mit deutschen Experten lösen will. Tatsächlich bedarf es einer ganz konservativen Rückbesinnung auf Politik, um den Rahmen einer funktionierenden Währungsunion abzustecken. Allerdings scheitert die bisher an den deutschen Vorstellungen, dass sie so bleiben könne wie sie ist, wenn nur alle wie die Deutschen würden. Der einzige Experte, der über dieses Missverständnis aufklären könnte, wäre besagter Historiker. Schließlich wird auch bei Frau Merkel der Versuch zur Implementierung französischer Lebensart wohl an protestantischen Widerständen scheitern. Frau Merkel ist gerade in ihrer politischen Flexibilität so deutsch wie nur was. Nietzsche und Heidegger waren eben nur im deutschen Milieu möglich. Dort findet man die ideengeschichtliche Basis der Beliebigkeit.

So sollte man Schäubles Experten-Landverschickung als das nehmen, was es ist: Den schlichten Unwillen über Politik zu reden, weil Politik schon fast am Betreuungsgeld zu scheitern droht. Das ist die historische Perspektive der Gegenwart. Mit solchem Instrumentarium Geschichte, sprich Politik machen zu müssen. Wie soll Politik dann eine Währungsunion konzipieren? Hollande sollte jetzt eines machen: Einen Historiker nach Berlin schicken. Dieser Experte kann der Bundesregierung erklären, warum sie so handelt, wie sie handelt. Es darf auch eine Frau sein. So könnte der Bundestag eine Gleichstellungsdebatte vermeiden.

Um Europas Zukunft müssen sich dann andere kümmern. Wie ich hörte, hat Helmut Schmidt gerade Zeit.

update

Auch eine Antwort auf Gumbrecht.

{ 293 comments… read them below or add one }

Nanuk November 9, 2012 um 16:11
Eagon November 9, 2012 um 16:21

Der Einbruch im Handel mit den Südländern Spanien, … wurde eine Verdoppelung der Defizite Frankreichs ersetzt.

Schuldenorgie nur anders.

Das mit der Abwertung über die Mehrwertsteuer ist ein ganz alter Hut.

War bei Weissgarnix Thema vor 6 – 8 Jahren.

Wenn die deutsche Einkommenskrise nicht bald wirtschaftspolitisch angegangen wird, lässt sich die Eurokrise nicht lösen.

Das Gutachten des Sachverständigenrates ist eine Aufforderung an die Politik, die Währungsunion SOFORT zu beenden.

Müssen wir denen weiter Steuergelder geben?

14 November 9, 2012 um 16:24

Trichet war doch schon da…(war der nicht von der unabhängigen Historikerkommission..?)

Klaus Kummer November 9, 2012 um 16:28

Ein ausgewogener, feinsinniger Artikel mit sehr viel Rafinesse.
Der Autor beherrscht die Klaviatur des großen Journalismus perfekt.
Ganz viele neue Informationen verpackt in einer sehr deutlichen und klaren Sprache.

Das liebe ich hier: Immer tagesaktuell, inhaltsreich, witzig und vorauseilend.

So muss Technik! November 9, 2012 um 16:33

@Kummer

Genau!

E. Bonse November 9, 2012 um 16:51

Wenn schon von Colbert die Rede ist, dann sollte man auch De Gaulle und Delors erwähnen. De Gaulle hat das Agrarland Frankreich erst in eine Industrieland verwandelt. Delors hat Frankreich in den 80ern aus der Krise reformiert. Das hat bis Ende der 90er Jahre ganz gut geholfen. Was wir jetzt erleben, ist ein Spezialisierungs- und Konzentrationsprozess, wie es ihn in jeder Währungsunion gibt. Frankreich ist bei Dienstleistungen stark, Deutschland in der Industrie. Strukturell steht Frankreich aber besser da, wie heute sogar die OECD mitteilt: 2060 dürfte Paris das neue Preussen wieder überholt haben, weil die Bevölkerung jünger und die Infrastruktur besser ist. Ich würde aber auch einen Historiker nach Berlin schicken, damit der Schäuble & Co lehrt, wie beliebt Preussen früher war und warum Deutschland sich nicht als Lehrmeister aufspielen sollte. – Was Reformen angeht, so haben wir in Paris und Brüssel genug Expertise, z.B. den hervorragenden Thinktank Bruegel, der einst von Schröder und Chirac gegründet wurde. Hat Schäuble offenbar vergessen…

Gerald Braunberger November 9, 2012 um 16:59

(Meinem FAZIT-Beitrag über fiskalische Abwertungen habe ich gerade die folgende Passage angefügt, die vielleicht von Interesse ist.)

Ganz aktuell:
Auf der 13. Jacques-Polak-Forschungskonferenz des IWF in Washington haben Estrada/Galí/López-Salido ein Paper vorgestellt, das sich mit den Konvergenz- und Divergenzentwicklungen im Euroraum befasst.

Hierbei kommen sie auf der Basis empirischer Untersuchungen zu dem Schluss, dass kein enger Zusammenhang zwischen den Leistungsbilanzsalden im Euroraum einerseits und “harten” Indikatoren für Wettbewerbsfähigkeit wie den relativen Preisniveaus (Hans-Werner Sinns bekanntes Brot-und-Butter-Argument, mit dem er durch die Lande zieht) oder Lohnkosten besteht. Damit sehen die Autoren das Potential für eine Politik interner Abwertungen als begrenzt an.

Im Gegenzug sehen die Autoren einen bedeutenden Zusammenhang zwischen den Leistungsbilanzsalden und “weichen” Indikatoren für Wettbewerbsfähigkeit wie der Qualität von Institutionen, Infrastruktur, Bildungs- und Ausbildungswesen, Effizienz des Arbeitsmarktes, Entwicklungsgrad der Finanzmärkte, Aufgeschlossenheit für technischen Fortschritt und Innovationskraft. (Die Aufzählung ist nicht vollständig.) Ihre Schlussfolgerung lautet, dass in den Defizitländern nichts wichtiger ist als Strukturreformen.

Diese Schlussfolgerung liegt zwar nahe, aber vermutlich werden jene Leute, denen die Politik fiskalischer Abwertung missfällt, auch nicht viel Sympathie für Strukturreformen aufbringen…

Hier ein Link zu dem Paper: http://www.imf.org/external/np/res/seminars/2012/arc/pdf/ELS.pdf

Anton November 9, 2012 um 17:00

@Bonze

Nicht nur das Impressum ist schwach, sondern auch die Inhalte Ihres Blocks. Unabhängig. Hahh. Wovon leben Sie in Brüssel?
Von Zinserträgen?

Zu Ihrem Einwurf:
In jeder Währungsunion…. Scheint ja viele davon zu geben.
Beispiele?

2060…aha… Astrologen haben dazu ebenfalls eine Meinung.

Anton November 9, 2012 um 17:08

@Braunberger
” für Wettbewerbsfähigkeit wie der Qualität von Institutionen, Infrastruktur, Bildungs- und Ausbildungswesen, Effizienz des Arbeitsmarktes, Entwicklungsgrad der Finanzmärkte, Aufgeschlossenheit für technischen Fortschritt und Innovationskraft. ”

Unglaubliche Erkenntnis. War Inhalt des ersten Semesters eines Ökonomiestudiums in den 80ern bei mir.

Das von Ihnen verlinkte Paper ist also sehr brisant und bahnbrechend.

Eagon November 9, 2012 um 17:08

Ich habe gelesen , dass französische Banken Deutschlands Handelsbilanzüberschüsse im Süden mit finanziert haben.

Wer finanziert die französischen Handelsbilanzdefizite?

Verschulden sich die privaten Haushalte?

Welche Sicherheiten bieten sie ihren Banken an?

Finanziert die VW-Bank alles allein?

Warum können sich Deutsche keine französischen Produkte leisten?

Mal was anderes als das Reformgeplärre.

Und das superteuere und GANZ und GAR ÜBERFLÜSSIGE Bruegel, sollte einfach geschlossen werden.

Die Krise muß endlich mal auch personelle Konsequenzen haben.

Und die Franzosen sollten sich nicht scheuen , solche von den Deutschen zu verlangen.

Z.B. den Rücktritt von Frau Merkel oder Hernn Steinbrück!

Schließlich haben die Deutschen VERTRÄGE gebrochen!

Anton November 9, 2012 um 17:22

@Bonze

Jetzt hat auch der Spiegel diesen Blödsinn drin. 2060 und so weiter.

Gut. Also:
2060 fliegen wir zur Sonne. Alle sind glücklich und der Kapitalismus tut alles, um die Menschen glücklich zu machen.

5% haben noch eine Wohnung.
Der Rest irrt umher. Deutschland nur noch auf Platz 10!!!!!!

WOW! Schrecklich!!!

StephanEwald (@StephanEwald) November 9, 2012 um 17:27

>Und das superteuere und GANZ und GAR ÜBERFLÜSSIGE Bruegel, sollte einfach geschlossen werden.

Stimmt. Ein “Think” Tank mit einem Vorsitzenden Jean-Claude Trichet ist nicht nur überflüssig sondern auch ein Oxymoron.

Jackle November 9, 2012 um 17:28

Im griechischen Parlament zitieren die Nazis aus den Protokollen des Weisen von Zion, Merkel fordert die Griechen auf nicht mehr zu streiken und der deutsche Finanzminister will die besten Experten der Welt nach Frankreich schicken und Lübberding so: Politik! Europa! EU! Politik! Europa! EU! Politik!

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 17:43

Anton

Mit Argumenten kommt man weiter. Nur als Anregung. Ich habe heute keine Lust auf sinnfreie Polemik.

Nanuk November 9, 2012 um 17:49

“Strukturreformen”
Was ist das genau ich meine jetzt abgesehen von einer Deutschland ist so toll PR Worthülse?

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 17:50

Anton

Das meinte ich damit. Außerdem dürfen Namen richtig geschrieben werden.

Nanuk November 9, 2012 um 17:50

And i only want to hear one click “Struturreformen”

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 17:56

nanuk

Vielleicht solltet ihr den Kommentar von Braunberger einfach lesen. Dort steht, was unter Strukturreformen zu verstehen ist. Und dass das Potential für eine Politik der inneren Abwertungen begrenzt ist. Was das wohl heißt? Die Frage ist nur, in welchen Zeitraum andere beschriebene Strukturveränderungen stattdessen zu realisieren sind. Das dauert nämlich etwas länger, wenn denn nicht Ludwig XIV damit schon angefangen haben sollte … . Und berührt damit den Kern der EWWU.

Anton November 9, 2012 um 17:57

@Flübberbums
sinnfreie polemik heute nicht – also ist das artikelchen von gestern?

Anton November 9, 2012 um 17:58

Lösch schnell – sonst erkennt jeder, was fürn Mist hier geboten wird – von Dir!

Nanuk November 9, 2012 um 18:03

@fl
Die Franzosen werden nen Teufel tun und Deutsch sprechen das ist absurd… das wird man anders regeln müssen… das zu glauben ist sowas von deutsch man glaubt es kaum.

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 18:04

Bonse

Die Perspektive 2060 finde ich auch nicht wirklich überzeugend … . Nur kann das demografische Argument in Frankreich bei der Reform der Rentenversicherung keine Rolle spielen. Sie haben das Problem nicht, allerdings ähnlich wie wir ein Integrationsproblem. Darauf spielt ja auch Braunberger an. Außerdem, selten diskutiert, wird sich der zwar schon abgemildete französische Zentralismus anpassen müssen. Denke, das wird die eigentliche Herausforderung werden. In dem Kontext sind auch die Strukturreformen zu diskutieren, von denen Braunberger spricht. Das betrifft alle Sektoren, etwa auch die Elitenrekrutierung.

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 18:05

Anton

Das werde ich jetzt nicht löschen, das spricht für sich … .

Nanuk November 9, 2012 um 18:06

Ich würde dir beim oben gesagten nicht wiedersprechen… jetzt müssen die Deutschen sich entscheiden bleiben sie drin werden sie mehr Konsumieren müssen gehen sie raus ist über Nacht ihr Vermögen futsch dann können sie wieder Bienchen sein und sich dem Mythos von Wirtschaftswunder und Aufbau hingeben das Leid wird dabei ja immer gerne vergessen…

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 18:07

Anton

Noch einmal. Die Kommentare von oben habe ich nicht gelöscht. Aussagen, dass jemand Blödsinn erzählt, interessieren mich nicht.

Stiller November 9, 2012 um 18:08

Und jetzt löscht er auch mich…
Nervöser Junge…….

"ruby" November 9, 2012 um 18:09

“Z.B. den Rücktritt von Frau Merkel oder Hernn Steinbrück!”

UND nicht oder ;-)

Stiller November 9, 2012 um 18:09

Weiß er denn noch, was er löscht?

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 18:09

Anton

Das war leider nur graduell besser. Man darf es aber noch einmal versuchen.

Nanuk November 9, 2012 um 18:10

und wenn man ehrlich ist war genau das geplant der Kohl kannte seine Pappenheimer…

Eagon November 9, 2012 um 18:11

Die junge Bevölkerung.

Der demografische Faktor ist vollkommen belanglos solange die Produktivität genügend stark wächst, um Jahr für Jahr ein grösseres Stück Kuchen pro Kopf zu verteilen.

Spezialisierung von Volkswirtschaften bedeutet nicht, dass rumänische Schlachter zu rumänischen Mindestlöhnen in deutschen Schlachthäusern schuften.

Wohl schmeckts.

Wir sind mittlerweile alle hoffnungslos moralisch korrumpiert.

holger November 9, 2012 um 18:20

Was ich nicht mehr verstehe ist: Es gibt doch noch etwas anderes, so etwas wie die BRIC S+X etwa.

Und dann den Focus auf ein unvereinbares Europa? Es macht keinen Spaß mehr, irgendwelchen Ökonomen noch etwas abzunehmen. Und erst recht nicht den Weisen aus dem Abendland. Über 3 Milliarden Menschen sind dabei das Gaspedal treten zu können. Man gut, dass die Willi Brandt und Helmut und sonst wen nicht ernst nehmen. Die haben andere Probleme.

Die Europäische Idee ist genauso rott wie die Stromkabel in den USA.

Carlos Manoso November 9, 2012 um 18:31

@f.luebberding on 9. November 2012
„Frau Merkel ist gerade in ihrer politischen Flexibilität so deutsch wie nur was. Nietzsche und Heidegger waren eben nur im deutschen Milieu möglich.“

Lübberding, es ist zwangsläufig, dass sich „Politik“ ebenso auflöst, wie sich auch in sich auflösenden „Nationalstaaten“ wie Griechenland „Gesellschaft“ auflöst, als lokale Begleiterscheinung davon, dass sich das „System des Weltkapitals“ selbst schubweise zerstört.

Nebenbei bemerkt, war Nietzsche nach eigenem Bekunden der erste europäische Denker, der sich nach eigenem Bekunden natürlich der französischen Sicht auf das Leben verdankt und nicht der IA-Welt (Eselwelt) der nationalbesoffenen engen Welt der Deutschen.

E. Bonse November 9, 2012 um 18:34

G. Braunberger war zu meiner Zeit in Paris und hat Strauss-Kahn als besten Finanzminister der Welt beschrieben. Hat er wahrscheinlich schon vergessen. Vergessen ist auch, dass Schröder seine Agenda-Politik von vorneherein gegen Frankreich angelegt hat, er begrüßte den Sozialisten Jospin mit Spott und Hohn. Vergessen ist auch, dass Deutschland nach der Finanzkrise den größten Konjunktureinbruch hatte., F und alle anderen hielten sich besser. Lasst uns einfach mal sehen, wie tief der Absturz in diesem Winter wird. Schäuble hat ja heute erstmals eingeräumt, dass es auch in D abwärts geht… Es fehlt nur ein kleiner Irankrieg oder eine Chinakrise, und der Exportweltmeister wird wieder in den Keller rutschen . H. Schmidt hat dazu diese Woche in Hamburg alles Nötige gesagt.

Gerald Braunberger November 9, 2012 um 18:41

Zum Thema Strukturreformen:Auf der aktuellen IWF-Konferenz haben Krebs/Scheffel ein Paper über die Folgen von Hartz IV veröffentlicht mit dieser Schlussfolgerung:
“In our baseline calibration, we find that the reform has reduced the German long-run unemployment rate by 1.2 percentage points. We also find that the welfare of employed households increases,
but the welfare of unemployed households decreases even with moderate degree of risk aversion.”
http://www.imf.org/external/np/res/seminars/2012/arc/index.htm

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 18:57

Bonse

Schröder hielt Jospin für antiquiert. Er modernisierte lieber mit Blair. Was aber nichts daran ändert, dass Jospins Politik besser war als sein Desaster bei den Präsidentschaftswahlen zum Ausdruck gebracht hatte. Das ändert aber nichts an den heutigen Problemen. Die französischen Leistungsbilanzdefizite sind eben nicht nur den Deutschen in die Schuhe zu schieben. Die Franzosen haben heute ein ähnliches Problem wie wir 1992/93: dass nämlich Kernsektoren ihrer Industrie bedroht sind. Schröder lassen wir weg. Das führt nur in die Irre.

14 November 9, 2012 um 18:59

Der führt nur in die Irre, Luebberding.

14 November 9, 2012 um 19:04

Nanuk, was sind Strukturreformen. Neben der unwürdig-unseligen (Arbeitgeber)Agenda war die Einführung des (Duschmarken)€uros und die ihn begleitenden, unzähligen Finanzmarktderegulierungen die größte Strukturreform in D der letzten zwölf Jahre. Davor hatten wir 99 die großhumanitäre Jugoslawienstrukturreform: “Endlich wieder (Angriffs)Krieg!”(natürlich nur streng zur Verteidigung, versteht sich)

Die Wiederabschaffung des Euros wird auch eine große Strukturreform sein…packen wirs endlich an..

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 19:08

Braunberger

Das ist Echtzeit … . 1,2 % sind nicht nicht die Sensation. Und es wäre auch völlig aberwitzig gewesen, wenn das keine Effekte gehabt hätte. Vor allem, weil die Hartz Reformen in einem ökonomischen Umfeld nach der Krise begonnen haben. Mein Problem mit der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe waren weder die statistische Integration der Langzeitarbeitslosen, noch die faktische Rückkehr zu Grundsicherungssystemen. Sondern die Ignoranz gegenüber den Strukturprinzipen unseres Sozialstaates (Deregulierung) – und die Meinung, dass mit Umverteilungselementen in der Steuerpolitik kombinieren zu müssen. Aber das “scheue Reh” ist heute nicht mehr wirklich ein Argument.

Eagon November 9, 2012 um 19:13

Interessant x und y haben bewiesen, dass sie unter mysteriösen Annahmen, die im Zitat nicht weiter erklärt werden, es vermochten auf eine NACHKOMMASTELLE genau geschätzte 50 andere Einflussgrößen weg zu schätzen.

Strukturreformen sei Dank!

Das gehört zum Geschäft.

Reformen müssen POSITIV evaluiert werden.

14 November 9, 2012 um 19:13

„Die Kreditmärkte sind völlig aus dem Gleichgewicht geraten“, sagt Wöhrmann. „Deutschland zahlt keine Zinsen, bekommt sogar Geld für Schulden. Das ist eine Perversion.“
(..)
„Es gibt keine risikolosen Erträge mehr. Wir leben in einer Welt der ertraglosen Risiken“, sagt Frank Engels, Chef des Rentenfondsmanagements bei Union Investment. „Das bereitet einigen von uns, auch mir, schlaflose Nächte.“

Die Armen…

Gerald Braunberger November 9, 2012 um 19:15

@ fl
Aus dem Amt des Premierministers heraus sind Präsidentschaftskandidaturen immer schwierig gewesen. Aber es gibt natürlich noch andere Gründe für Jospins Scheitern 2002. Das würde aber hier zu weit führen.

Eagon November 9, 2012 um 19:20

“dass nämlich Kernsektoren ihrer Industrie bedroht sind”

Das hören die Franzosen sicher gerne.

Hurra, ein zweites Rheinland darf es nicht geben!

14 November 9, 2012 um 19:26

Wer glaubt eigentlich heute noch (außer Braunberger und ein paar anderen) noch IWF, OECD, Weltbank und wie sie alle heißen und deren “Studien”? All diese heute wieder superschlauen (Scheuklappen)Experten haben doch von der (Finanz)Krise 2007 erst hinterher aus der Zeitung erfahren, nachdem sie von Loch 13 vom Golfplatz kommend mit dem Sportteil durch waren…

14 November 9, 2012 um 19:45

aber immerhin können sie heute wieder genau vorhersagen, wie hoch die umweltverträglichen Löhne, Renten und die durchschnittliche Steuerquote im Jahr 2060 in €uropa sein muß. Sie erinnern einen an die (nobelpreistragenden) Modell-Mathematiker, auf die sich die “unschuldigen” Bonibanker bei ihren “Finanzprodukten” angeblich verlassen haben….

14 November 9, 2012 um 19:46

holger, Hühnerknochen, bitte..

77 November 9, 2012 um 20:07

Man muß doch mal den Bonse und auch den Braunberger loben.
Soviel Weitsicht war selten.

Sehen nicht mal die Krisen der nächsten 3 Quartale voaus, aber schwadronieren über 2060.

Und Lübberdings ist stolz, dass er sie empfiehlt.

77 November 9, 2012 um 20:08

Herr – lass Hirn regnen!!!!

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 20:19

77

Nur als Hinweis. Es ist schwieriger die ökonomische Entwicklung der nächsten drei Quartale als die Demographie des Jahrs 2060 zu prognostizieren.

77 November 9, 2012 um 20:21

Man muß sich auch nicht unbedingt bei Fratzenbuch oder Zwitter rumtreiben, um zu erfahren, daß ein Lohnschreiber der TAZ (Bonse)
und der FAZ (Braunberger) sich als unabhängig bezeichnen.

77 November 9, 2012 um 20:23

Guts Nächtle!!

Nanuk November 9, 2012 um 20:24

@14 Wenn die Deutschen kein bock auf EU haben sollen sie gehen dann können sie sich wie ein Schweizer fühlen ist doch so toll in Kleinkleckersdorf… Endlich wieder ein weisser Fleck auf der Landkarte wie im Kalten Krieg…

snozin November 9, 2012 um 20:35

Nein!
Ich will dafür keine 50 Neuro zahlen! Ich will das umsonst!

Gerald Braunberger:
“Zum Thema Strukturreformen:Auf der aktuellen IWF-Konferenz haben Krebs/Scheffel ein Paper über die Folgen von Hartz IV veröffentlicht…”

Ganz aktuell:
Auf der 13. Jacques-Polak-Forschungskonferenz des IWF in Washington haben Estrada/Galí/López-Salido ein Paper vorgestellt, …

12 Strobl + 5 Alfonso für 1 Braunberger wäre mein Gebot.

14 November 9, 2012 um 20:36

Nanuk, nun mal nicht alles miteinander vermengen, EU bedeutet nicht €uro(sterntalerland)…

holger November 9, 2012 um 20:38

14 November 9, 2012 um 19:46
holger, Hühnerknochen, bitte..”

brauch man gar nicht mehr, man muss sich nur die Infrastrukturen vor Augen führen. Wenn wieder einmal von Strukturreformen und Nachhaltig gesabbelt wird, kann man davon ausgehen, dass die, die das schreiben, keine Strukturen kennen. Strukturen werden in den Assets gemacht. Und gerade Deutschland ist anfällig, weil es die wichtigen Assets Rohstoffe etc. importieren muss. Da hilft auch kein Goldstandard. Fakt ist, das DE lange Jahre lang Kapital (Hirn) “Knoff Hoff” exportieren konnte. Dieses aber entweder geraubt wurde oder man verschenkt es leichtsinnig, und andere ziehen den Profit heraus. Das Schrottland DE ist zur Verwaltungsruine verkommen. Wir werden es sehen. Die, die noch einigermaßen was in der Rübe haben, werden hier abhauen oder sind es schon. Da kann im Fäuledong sonst was für eine Schrift abgelaicht werden.

Das was DE einst ausgemacht hat, ist längst durch fern Ost ersetzbar. China hat 300 MRD USD nur für F&E im Haushalt. Gut, die Immoblase wird das ja alles wieder einkassieren. Schreiben aber eben auch nur knapp illuminierte Hirne.

Mehr gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen. Früher ist High Tech in die USA gewandert, übermorgen auf die schöne Insel Hainan.

Nanuk November 9, 2012 um 20:47

@14 Die deutschen geben den Euro nur auf wenn sie dann 10cent die Millisekunde verdienen können… Da mache ich mir keine Sorgen bei den gierigen Schmierlappen aus denen unsere “Eliten” bestehen…

77 November 9, 2012 um 20:47

@snozin

Beim Turmspringen könnte ich mir folgendes vorstellen:

“Jetzt kommt ein doppelter Braunberger mit einem eingesprungenem dreifachem Bonse gefolgt von einem halbem Strobl mit eingedrehtem Alfonso.”

Keynesianer November 9, 2012 um 21:08

@f.luebberding

“Es ist schwieriger die ökonomische Entwicklung der nächsten drei Quartale als die Demographie des Jahrs 2060 zu prognostizieren.”

Klar, im ersten Fall wissen wir schon in 9 Monaten, dass alles Unsinn war, im zweiten Fall weiß im Jahr 2060 niemand mehr etwas von den Prognosen heute.

Oder erinnert sich noch jemand, was Huett und Luebberding oder gar Braunberger 1982 über das Waldsterben geschrieben haben? ;)

egal November 9, 2012 um 21:11

Apopos konservative Rückbesinnung auf Politik im Angesicht des entfesselten neoliberalen Furors und seiner Experten, Nietsche, deutsches Milieu und Historiker.

Hier meine unqualifizierte Anmerkung: De Gaulle, The Enemy’s House Divided, Vorwort zur ersten Ausgabe
Deutschland hat den Krieg verloren, weil es die Politik aufgegeben hat.

http://books.google.de/books?id=XwLpXWwnPncC&pg=PA53&lpg=PA53&dq=the+enemy+house+divided+foreword+to+the+first+edition&source=bl&ots=KUitd_PKeC&sig=AGBQa0n-YBCgX-8kjon483etaYk&hl=de&sa=X&ei=_WCdUJX5NMSxtAbjzYGYAw&ved=0CB8Q6AEwAA#v=onepage&q&f=false

14 November 9, 2012 um 21:11

Nanuk, na klar, die uns Regierenden würden lieber die gesamte Ostzone wieder abstoßen als den €uro. Da bin ich mir auch sicher.

StephanEwald (@StephanEwald) November 9, 2012 um 21:14

@FL
Nö. @77 hat recht. Das mit 2060 ist lächerlich. “Prediction is very difficult, especially about the future.” — Neils Bohr

14 November 9, 2012 um 21:23

Ab heute dann Wellnesswochenende auf der Finca auf Mallorca, Montag zu Dreharbeiten ins trübe Hamburg, Dienstag zum Shoppen nach London oder Mailand, Mittwoch eine Rede vor den vereinten Nationen New York, Donnerstag ins €uropäische Parlament Straßburg, Freitag Stadtwerke Bochum zum gemütlichen Plausch mit Werner Hansch ….der €uro ist einfach wunderschön…und diese Reisefreiheit, genial!

77 November 9, 2012 um 21:33

@14

Und man muß nicht mehr umtauschen! Oder Paß mitnehmen!
Wahnsinn!!!

Europa ist wunderbär!

Gerald Braunberger November 9, 2012 um 21:33

“Le Monde” hat einen Artikel, der zeigt, dass auch frühere Regierungen Unternehmen entlastet haben – und dass sich damit alleine nicht alle Probleme lösen lassen (der Gallois-Bericht besteht ja auch aus 22 Vorschlägen):
http://www.lemonde.fr/politique/article/2012/11/08/depuis-vingt-ans-la-france-diminue-les-charges-des-entreprises_1786486_823448.html
(Und damit erlaube ich mir, mich aus diesem Strang zurückzuziehen. FAZIT wird am Sonntag ein Jahr alt und ich muss die Party für das liebe Kind vorbereiten. Viel Spaß noch!)

www.makrointelligenz.blogspot.de November 9, 2012 um 21:37

Es ist schon richtig, die deutsche Sichtweise ist inkonsistent. Der einzig halbwegs vernünftige Weg auf Exportführerschaft (bzw. internationaler “Wettbewerbsfähigkeit) zu bestehen ist eine Abwertung des Euros. Paradoxerweise wehrt man sich hierzulande aber auch gegen geldpolitische Maßnahmen, die eine Abwertung des Euro zur Folge hätten. Solange Deutschland unterbewertet im Euro bleibt und eine Wiedereinführung nationaler Währungen nicht vom Tisch ist (zumindest in Augen der Märkte), bleibt der Euro stark. Dies ist der Möglichkeit geschuldet, Geld nach Deutschland zu transferieren und dort auf Währungsgewinne zu hoffen. Abgesehen davon druckt die EZB im Vergleich zu ihren Pendants der Fed und der Bank of England vergleichsweise wenig Geld, was dem Abwertungsanliegen auch nicht zuträglich ist. Zumal man sich auch grundsätzlich die Frage stellen muss, wem man im Ausland überhaupt noch zu vertretbaren Konditionen Geld leihen kann? Den USA, bei negativer Realverzinsung und 8% Defizit? China nimmt ohnehin keine Kapitalanlagen und aufgrund dieser Beschränkungen sind auch die anderen Länder bereits unattraktiv. Investieren im Inland wär ein Ausweg, den man aber aufgrund der Staatsschuldenhysterie und des nötigen Kurswechsels nicht gehen wird:
http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/11/warum-deutschland-nicht-sparen-sollte.html

www.makrointelligenz.blogspot.de November 9, 2012 um 21:45

Was man bei dem Versuch aufgrund demografischer Entwicklungen das Sparen zu forcieren nicht vergessen sollte sind die Bedingungen zu denen investiert werden kann, sprich die reale Rendite.
Weltweit soll gespart werden, aber ist das überhaupt möglich? Gibt es überhaupt genug reale Investitionsmöglichkeiten die Einkommen von heute zu vernünftigen Bedingungen in Güter von morgen transformieren können? Die niedrigen Realzinsen derzeit sind ein Indiz dafür, dass dies nicht möglich ist. Die globale Sparquote wird auch aufgrund der chinesischen Demografie weiter steigen und die Anlagemöglichkeiten werden sich weltweit verschlechtern:
http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/11/die-ursachen-niedriger-realzinsen-teil.html

77 November 9, 2012 um 21:50

“Die globale Sparquote wird auch aufgrund der chinesischen Demografie weiter steigen und die Anlagemöglichkeiten werden sich weltweit verschlechtern:”

Die Sparquote ist also abhängig von der Demografie.
WOW!!!
Hattest Du je etwas mit Ökonomie, Geld, Jobs oder Realität zu tun?
Willst Du hier den Bonse/Brauberger machen?

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 21:50

77

Trotz der Ironie … . Habe heute keine Lust auf solche Kommentare.

77 November 9, 2012 um 21:52

Und vergiß mal schnell, daß ein halbwegs gebildeter Mensch Deine Website anklickt, wenn Du hier einfach Unfug schreibst.

MfG

77 November 9, 2012 um 21:54

Und wenn:
Dann erklär Du mal den Zusammenhang zwischen Sparquote und Chinesengeburten…

77 November 9, 2012 um 21:55

Da kommt : Nix.
Es gibt nämlich keinen Zusammenhang.

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 21:55

makro

Das Paradoxe ist ja, dass eigentlich alle (außer China und Deutschland) abwerten müssten. Am meisten die Amerikaner. Der Euro ist für die Deutschen zu schwach und für den Rest zu stark.

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 21:56

77

Es reicht.

P.S Nicht verstanden? Argumentieren statt … . Waschen und Rasieren ist nicht nötig.

P.P.S Habe ich gelesen … .

xefix November 9, 2012 um 22:02

@Braunberger
“In our baseline calibration,
we find
that the reform
has reduced the German
long-run unemployment rate
but the welfare
of unemployed households
decreases even with
moderate degree
of risk aversion.”

Denn:
“Die Leute wollen nebenher arbeiten,
diese Freiheit müssen und wollen
wir ihnen lassen,
sagte Johannes Vogel (FDP)
vorige Woche im Bundestag”

Friseurgespräche
sind der unwiderlegliche
Beweis dafür,
dass die Köpfe
der Haare wegen
da sind.

nixxfürungut

www.makrointelligenz.blogspot.de November 9, 2012 um 22:06

77: Der Zusammenhang ist doch so offensichlich wie es nur geht. China hat eine Investitionsquote von 40-50 Prozent und eine extreme Sparquote aufgrund der Einkindpolitik und des mangels sozialer Sicherungssysteme. Diese Ersparnisse verbleiben auch mitnichten nur im Inland sondern finden ihren Weg auch ins Ausland. Sie würden sogar noch stärker ins Ausland abfliessen, wenn der Abfluss nicht durch die Zentralbank gesteuert wäre.

f.luebberding f.luebberding November 9, 2012 um 22:10

77

Wie gesagt. Eine Antwort ist völlig in Ordnung.

enrico November 9, 2012 um 22:13

Mammonismus ist die Besessenheit sein Glück nicht im Genuss des Lebens und des guten Zusammenlebens sondern in der Ikonenwelt des Mammons, des Vorteils über Andere zu suchen.

Das kann das Streben nach Einnahmeüberschüsse der Oberklasse über die unteren, und deren folgende Schuldknechtschaft sein, das kann der Überschuss der einen Region über andere Regionen sein, so wie dies auch als monetäre Überschussblockaden innerhalb Frankreichs, innerhalb Deutschlands oder eben zwischen beiden zu finden ist.

Die herrschende VoWi-Lehre ist eine Ikonenlehre. Eine Religion, bei der das von Menschen Gewohnte ernster genommen wird als das von Natur aus Gegebene. Zusammenarbeit, die Grundlage allen Wohlstandes ist aber kein direktes Kind irgend eines achsowichtigen Habituals sondern der logischen Natur. Je komplexer eine faire Zusammenarbeit, desto komplexer auch die dafür notwendigen Erkenntnisse. Nicht einfach, aber dennoch geistig erreichbar.

Je mammonistischer eine Bevölkerung eingestellt ist, desto besser lässt sie sich ausnützen. Je bewusster dies jedem Einzelnen eines Volkes ist, desto besser wird es im Inneren zusammen arbeiten und desto weniger wird es ausgebeutet werden können. Und vor allem: Desto weniger wird es auch darauf angewiesen sein, andere Völker ausnützen zu müssen. Fairness entsteht nicht durch merkantile Ikonenvergötterung sondern durch gemeinsame Einsicht. Kultureller Mindeststandard. Die Menschen in Frankreich und auch in Deutschland sind nun dafür bereit und können sehr viel erreichen, wenn sie denn in der Lage sind, diejenigen Mächte zu erkennen, die dies mit allen Mitteln verhindern wollen. Immer mehr werden mehr Zeit haben. Mehr Zeit um sich zu finden. Die neue Zeit wächst. Zusammen.

www.makrointelligenz.blogspot.de November 9, 2012 um 22:14

77, vielleicht liest du dir einfach mal den Artikel in meinem Blog durch oder informierst dich anderweitig, bevor du dich hier mit deiner Unkenntnis und schlechten Manieren blamierst.

xefix November 9, 2012 um 22:35

@Machmut

Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt,
als es die Verbreitung
des Einfältigen ermöglicht.

nixfürungut

enrico November 9, 2012 um 22:46

@FL

Das Paradoxe ist ja, dass eigentlich alle (außer China und Deutschland) abwerten müssten. Am meisten die Amerikaner. Der Euro ist für die Deutschen zu schwach und für den Rest zu stark.

Warum soll das paradox sein? Umgekehrt wäre es doch paradox. Oder nicht?

enrico November 9, 2012 um 23:09

@Makrointelligentsya

nicht vergessen: Im bestehenden Geldsystem ist Sparen in der Regel Geldvernichten und kommt erst nach erfolgtem Investieren (und Geldschöpfen). Da wird kein Geld verliehen, sondern neues geschöpft und gleich darauf durch Sparen wieder vernichtet (Das gilt für Kredite, bei Darlehensvergabe ist das natürlich anders).

BB November 9, 2012 um 23:19

@Das Konzept der fiskalischen Abwertung

Das man mit Umsatzsteuererhöhung den Export steigern kann ist eine originelle Idee der Internationale der Steuervermeider (USA-Reps über EU-Technokraten bis hin zur deutschen FDP/CDU/SPD/Grünen-Einheitsbreikoalition)

Ich mein, das ist genau das, was mich aufregt. Da hat der Hollande zunächst den richtigen Impuls, nämlich die Steuern für den europäischen Feudal-Adel die bessere Gesellschaft ordentlich zu erhöhen, und dann – kaum im Amt – wird er derartig von denselben in die Zange genommen, dass was am Ende als Einziges rauskommt?
=> Unternehmenssteuerenkung und
=> Mehrwertsteuererhöhung!

Es gibtkönnte in jedem Land nach meiner Systematik 7 Steuerarten geben:
- Vermögenssteuer
- Erbschaftssteuer
- Kapitalertragssteuer
- Finanztransaktionssteuer
- Einkommenssteuer
- Unternehmenssteuern
- Umsatzsteuern

Es gibt nur eine einzige (neben der Einkommensteuer, die beides kann), die garantiert die kleinen Leute belastet und genau diese soll jetzt in Frankreich die Staatsfinanzen sanieren, während gleichzeitig eine andere – die Unternehmenssteuern – gesenkt werden, um damit angeblich Wirtschaftswachstum stimulieren zu können.

Dabei ist der Zusammenhang, Steuersenkung = Wirtschaftstimulation längst widerlegt. Allerdings ist der Glaube daran dank der Internationale der Steuervermeider nicht ausrottbar.

Also erfindet man zur Rechtfertigung einen hoch-wissenschaftlichen ökonomischen Begriff: “fiskalische Abwertung”. Und schon haben Wirtschaftsfeuilletons wieder neues Material, hochseriös wirkende Artikel am laufenden Meter zu produzieren, um diese primitive Wegelagerei als DummspratzereiExpertenvorschlag dem gemeinen Volk zu verkaufen.

Es gibt natürlich noch ein paar andere Unsinnigkeiten, insbesondere was diese Schäuble-Schnaps-Idee mit dem deutschen Finanzkommissar nach Frankreich betrifft. Z.B.: Warum sollten wir, die größten Konkurrenten Frankreichs in Europa, ausgerechnet Frankreich helfen, seine Exportstärke zu verbessern. Oder neigen wir Deutschen neuerdings etwa zur Selbstlosigkeit?

topi November 9, 2012 um 23:25

Gerald Braunberger

” Hierbei kommen sie auf der Basis empirischer Untersuchungen zu dem Schluss, dass kein enger Zusammenhang zwischen den Leistungsbilanzsalden im Euroraum einerseits und “harten” Indikatoren für Wettbewerbsfähigkeit wie den relativen Preisniveaus (Hans-Werner Sinns bekanntes Brot-und-Butter-Argument, mit dem er durch die Lande zieht) oder Lohnkosten besteht. Damit sehen die Autoren das Potential für eine Politik interner Abwertungen als begrenzt an.

Im Gegenzug sehen die Autoren einen bedeutenden Zusammenhang zwischen den Leistungsbilanzsalden und “weichen” Indikatoren für Wettbewerbsfähigkeit wie der Qualität von Institutionen, Infrastruktur, Bildungs- und Ausbildungswesen, Effizienz des Arbeitsmarktes, Entwicklungsgrad der Finanzmärkte, Aufgeschlossenheit für technischen Fortschritt und Innovationskraft. ”

Aha.
Empirische Untersuchung.

http://www.timepatternanalysis.de/Blog/wp-content/uploads/2011/11/Clipboard0112.gif

Da wird der Euro eingeführt, der Süden inflationiert weiter, D mit ganz harter Lohndrückung, die Salden fliegen auseinander.

Aber die Ursache liegt in den Strukturen, Das glaub ich sofort. Bestimmt.

Man muss Hartz X einfach als Strukturreform bewerten und die Lohndrückung vergessen, dann kommt man vielleicht zu einem solchen Ergebnis. :roll:

Ich schau mir diese Quark nicht (mehr) an.

Was mir an anderen Stellen aufgefallen ist: da herrschte oft krasse Verwirrung zwischen nominalen und “realen” Größen.
In der Währungsunion geht es natürlich nur um nominale Größen, wenn es um länderübergreifende Preise geht. “real” ist dabei völlig egal.
Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Tomate im Euroraum ist vom Preis abhängig, aber nicht von der griechischen Inflationsrate.

www.makrointelligenz.blogspot.de November 9, 2012 um 23:30

Im Sinne deutscher Zielvorstellungen (Exportweltmeister, Wettbewerbsfähigkeit, weiter sparen) wäre es erforderlich, dass der Euro fällt, nachdem die Eurozone zu klein geworden ist um die deutschen Überschüsse zu absorbieren. So ließe sich die bisherige Struktur hierzulande noch etwas länger beibehalten und niemand müsste sich die Fehler der Vergangenheit eingestehen.

xefix November 9, 2012 um 23:35

@FL
“Bei Schäuble erkennt man etwas Anderes.
Er wagt es nicht,
die Idee einer wirtschaftspolitischen Koordinierung
zwischen Paris und Berlin
zu formulieren. Er setzt auf die Expertise
der Technokraten.”

Mut ist nicht Leichtsinn,
oft aber Besonnenheit.

Feige ist,
wer den Konsequenzen seines Handelns
ausweicht.

Fazit:
Furchtsam ist er nicht! Der Schäuble.
Aber unbesonnen. und ausweichend!

“Kein Zweifel, der Hund ist treu!
Aber sollen wir uns deshalb ein Beispiel
an dem Hund nehmen?
Er ist doch dem Menschen treu
und nicht dem Hund.”

ixfürungut

www.makrointelligenz.blogspot.de November 9, 2012 um 23:37

@enrico: In den langen Frist dominieren für die Preisrelationen in der Regel reale Knappheitsverhältnisse gegenüber kurzfristiger Kreditschöpfung. Die Tatsache, dass die Verschuldung überhaupt so stark steigen konnte hängt ja schon damit zusammen, dass es eine so hohe Nachfrage nach finanziellen Vermögenstiteln relativ zum Einkommen gibt, was wiederum mit Demografie zu tun hat.

BB November 9, 2012 um 23:50

In irgendeinem Blog – ich finde den Post oder Artikel nicht mehr – habe ich heute gelesen, dass Tony Blair in seiner Zeit Erfolge beim Wirtschaftswachstum erzielt hat, indem er eine intelligente gesteuerte Mindestlohnanpassung über Jahre hinweg betrieben hat. Ich denke, dass ist ein Ansatz, die Probleme in Frankreich, bei uns bzw. grundsätzlich in Europa zu lösen, aber doch nicht Umsatzsteuererhöhung und Unternehmenssteuersenkung.

Und was die Steuerpolitik betrifft, da muss das vordringlichste Ziel sein: Vermeidung von Steuerwettbewerb. Stattdessen hat man aber den Eindruck, dass Steuerwettbewerb geradezu das Ziel unserer Technokratie-Elite ist. Dümmer geht es eigentlich nicht. Allerdings egoistischer schon!

www.makrointelligenz.blogspot.de November 10, 2012 um 00:23

@machmut die scheinbare Trivialität ist ein feature, kein bug. Um ein klares Bild zu erhalten ist es angesagt, sich überflüssiger Komplexität zu entledigen. Viel wichtiger ist zu erkennen, was eine wesentliches Information ist und der Öffentlichkeit würdig ist und was nicht.
zu ihren persönlichen Angriffen nur so viel: Ich habe das Glück nicht mit feindseligen, engstirnigen Ignoranten wie ihnen auskommen zu müssen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. :) Bei einem Thema wie langfristigen Realzinsen mit persönlicher Lebenserfahrung argumentieren zu wollen, zeigt aber ohnehin schon einen Mangel an analytischer Kompetenz auf….

xefix November 10, 2012 um 00:25

@BB
“dass Tony Blair
in seiner Zeit
Erfolge
beim Wirtschaftswachstum erzielt hat,
indem er eine
intelligente!
gesteuerte!
Mindestlohnanpassung!
über Jahre hinweg!
betrieben hat!!

Blair?

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht,
werfen selbst Zwerge lange Schatten.

nixfürungut

BB November 10, 2012 um 00:30

Was übrigens auch so ein beliebter Trick ist, der an die Art und Weise erinnert, wie uns die Agenda 2010 verkauft wurde, ist, dass je nachdem, wie es gerade passt, die Arbeitskosten oder die Lohnstückkosten verglichen werden.

Die Arbeitskosten sagen eigentlich gar nichts aus, wenn man sie nicht zur Produktivität in Beziehung setzt.

Und so formuliert ein offensichtlich unkundiger ZEIT-Artikler:

Was zu tun ist, liegt auf der Hand. Frankreich hat nach Rechnung der Kommission die höchsten Arbeitskosten in der EU. Gallois’ Mittel dagegen: die Sozialabgaben senken, die Sozialsteuer für die Bürger erhöhen, ebenso die Mehrwertsteuer, dazu eine Ökosteuer auf Diesel einführen und in die Bildung investieren. Vieles davon ist der Schröderschen Agenda 2010 nicht unähnlich.

Es wäre eigentlich der Job von Karsten Polke-Majewski in seinem Zeit-Artikel, über den Unterschied von Arbeitskosten und Lohnstückkosten Bescheid zu wissen. Obwohl das offensichtlich nicht der Fall ist, stellt er eine krude These als Überschrift über seinen Artikel:

“Schäubles Warnung ist taktlos, aber hilfreich!

Dabei hätte er durch einfaches Googeln z.B. nach “Arbeitskosten, Lohnstückkosten” folgendes ganz oben im Ranking gefunden:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CCcQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.boeckler.de%2Fpdf%2Fp_imk_report_60_2011.pdf&ei=P4udUKi_AfLa4QTR44GwAQ&usg=AFQjCNHYiT30W3yygr5q-5KhqC3bpV9wSw

Da braucht man nur nach der entsprechenden Grafiken zu suchen und sieht, dass Frankreich bei den Lohnstückkosten ziemlich vorbildlich im Mittelfeld der EWU liegt (Abbildung. 7)

Allerdings weichen D, und AT unangenehm bei den Lohnstückkosten nach unten aus. Griechenland, Portugal und Spanien natürlich nach oben. Beides ziemlich deutlich.

Die Lohnstückkosten von Frankreich sind also nur in bezug auf Deutschland und Österreich ungünstig, ansonsten vorbildlich. So müsste es bei uns auch sein.

Da ist es doch sehr naheliegend, dass nicht Frankreich das Problem ist, sondern wir und AT.

Aber offensichtlich wird Deutschland zum Maßstab aller Dinge gemacht. Was für ein Unsinn.

Und so’ne verdrehte These riskieren! Nicht Bescheid wissen, aber in der Öffentlichkeit die neoliberalen Spins verstreuen. Wirklich erschreckend, wie nachlässig unsere Journallie arbeitet und sich unwissentlich oder bereitwillig in den Dienst von Gallois, INSM und Co stellt.

BB November 10, 2012 um 00:33

@xefix

Ich weiß, Ich finde die Quelle einfach nicht, leider, vielleicht findet die noch wer. Ansonsten dürfte doch klar sein: gesteuerte Mindestlohnerhöhung ist doch zehnmal sinnvoller.

BB November 10, 2012 um 00:34
BB November 10, 2012 um 00:48
BB November 10, 2012 um 00:54

Aber im Grunde ist das alles schon lange bekannt, schon 10 mal durch diskutiert und müsste längst im Mainstream angekommen sein. Umso überraschender finde ich die aktuelle Perzeption der Politik in Frankreich. Große Teile der Mainstream-Medien scheinen absolut faktenresistent zu sein und behaupten weiterhin: “Die Erde ist eine Scheibe.” Die finden offensichtlich an der Germanisierung Frankreich mehr Gefallen als an der Lösung der europäischen Probleme oder fühlen sich der Internationale der Steuervermeider verbunden.

BB November 10, 2012 um 01:03

Man kann schön erkennen, wenn man die Abbildung 7 der Hans-Böckler-Stiftung betrachtet und gegenüber stellt, in welcher Art- und Weise Frankreich im Moment gebashed und (von Schäuble) gedemütigt wird, was die Eliten tatsächlich vorhaben.

Sie wollen aus ganz Europa einen germanischen Kasernen-Staat machen um sich mit Exporten in Richtung anderer Kontinente zu bereichern. Nur dann ergibt ihre Politik einen Sinn.

xefix November 10, 2012 um 01:11

@BB
“Arbeitskosten, Lohnstückkosten”

Alles kostet.
Der Winzer den Most,
Der Precaire den Beaujolais,
Die Witwe den Veuve,
Der Arivee den Petrus,

den Rest teilen sich die Vorkoster
der dahinterstehenden GeldVulkane.

Frag mal Hans, der die Gefilde
temporäer besucht.

Kosten
(welch primitive Wortschöpfung)

Kosten ist wie bluejeans.
Hanf, Lein oder Baumwolle!

Die Faser war es nicht, auch nicht
die Farbe(indigo). Es war das
Patentamt ;)

THINK!
Definiere “Kosten”
Dann erst darfst du
“Kosten”
verwenden!

Karriere ist ein Pferd,
das ohne Reiter
vor dem Tor der Ewigkeit
anlangt.

xefix!

topi November 10, 2012 um 01:20

@ BB

“Ich mein, das ist genau das, was mich aufregt. Da hat der Hollande zunächst den richtigen Impuls, nämlich die Steuern für den europäischen Feudal-Adel die bessere Gesellschaft ordentlich zu erhöhen, und dann – kaum im Amt – wird er derartig von denselben in die Zange genommen, dass was am Ende als Einziges rauskommt?
=> Unternehmenssteuerenkung und
=> Mehrwertsteuererhöhung!”

So einfach ist das nicht.
Die “deutschen Verhältnisse” mit Millionen Überschußexportarbeitsplätzen und siechender Binnenkonjunktur haben wir nicht in erster Linie wegen der gesenkten Lohnnebenkosten (“Tanken für die Rente”).

Und in Fr geht es nicht um 3 sondern um 0,6 Prozent MWST beim Normalsatz, der ermäßigte Satz soll gesenkt werden.

Deutlich wichtiger war die Veränderung der Machtverteilung durch Hartz und ide Forcierung von Lohndumping.

Und die Eichelsche Steuersenkung (es ging ja nur 1 Prozent MWST in die SV, der Rest musste für die Senkung des Defizits aus der Senkung der Spitzensteuersätze herhalten) war entscheidender für die Binnenmarktabwürgung; einerseits Einkommensumverteilung in Bereiche sehr hoher SParquoten und andererseits Vernachlässigung öffentlicher Aufgaben (ein Witz, dass das rohstofffreie hochpreisige Superexportland in der Bildung den (relativen) OECD-Schluß bildet; nach zig Jahren “Bildungsoffensive” und co).

Frankreich ist unter massivem Druck des “Stabilitäts”monsternachbarn. Es wird wohl keine Zonenlösung geben, die D zu “fiskalischer Aufwertung” zwingt.
(kann sich jemand erinnern? “man kann doch das gar nicht steuern, geht nicht, unmöglich”; aber Abwertung ist was ganz anderes, klar :roll: )

Und zur Zollerhebung müsste man quasi die EU-Basis verlassen.

Wenn das Gesamtpaket stimmt, kann man mit der Steuerentlastung für Unternehmen leben.
Geht man von ordentlichen Bilanierungsregeln aus, bleibt das Geld entweder im Unternehmen (Investition), oder wird ausgeschüttet. Dan greift die Einkommensbesteuerung. Da scheint Hollande auf dem richtigen Weg.

topi November 10, 2012 um 01:24

BB

” Sie wollen aus ganz Europa einen germanischen Kasernen-Staat machen um sich mit Exporten in Richtung anderer Kontinente zu bereichern. Nur dann ergibt ihre Politik einen Sinn.”

Allerdings ergibt das keinen Sinn. D kann seinen WK einfach durch die WU mit den Schwachwährungsländern massiv manipulieren. Für die gesamte Zone geht das natürlich nicht.

Okey; man kann natürlich den Pleitegeier fortan beständig über Griechen/Portugiesen/Spaniern kreisen lassen; damit sollte man den Euro auch etwas unterbewerten können. :roll:

xefix November 10, 2012 um 01:30

@BB
“Aber offensichtlich wird Deutschland zum Maßstab aller Dinge gemacht. Was für ein Unsinn. ”

Wer ?
macht
Deutschland
zum Maßstab
aller Dinge!

Das kann doch nur einem einfallen,
dem die Sicherheittsverwahrung
abgelehnt wurde, wegen schreddern
von NSU-Akten.

nixmehr

topi November 10, 2012 um 01:31

@ Makro

” Die Tatsache, dass die Verschuldung überhaupt so stark steigen konnte hängt ja schon damit zusammen, dass es eine so hohe Nachfrage nach finanziellen Vermögenstiteln relativ zum Einkommen gibt, was wiederum mit Demografie zu tun hat.”

Ach was. Als ob die riesigen Sparsummen jetzt alle verriestert sind, weil der Kleinsparer seine Magerrente aufbessern will.

Ich behaupte mal, dass die meisten Vermögensanhäufungspläne keineswegs gedacht sind, um im Alter wieder aufgezehrt zu werden.

DIe Verteilung der SParquote nach EInkommenshöhe dürfte klares Indiz sein. Man gibt die Kohle einfach nicht mehr real aus, wenn man zu viel davon einnimmt.

xefix November 10, 2012 um 01:57

@topi
Feudal-Adel
Sparsummen
verriestert
Kleinsparer
Magerrente
Vermögensanhäufungspläne
Einkommenshöhe
siechender Binnenkonjunktur
Machtverteilung durch Hartz
Zollerhebung
Einkommensbesteuerung
Gesamtpaket
Eichelsche Steuersenkung
“Stabilitäts”monsternachbarn.
Deutlich wichtiger war die Veränderung der Machtverteilung durch Hartz.
germanischen Kasernen-Staat.

Wie hoch wächst der Weizen?
Darf ich das noch per Handzeichenanzeigen?
Määh mal den Rasen, Topi!

Ich werde ängstlich.
Hab meine Kalashnikov bei der letzten Sammlung doniert.

@Hans Huett
Ist meine Angst berechtigt, oder ist sie bloß
“german angst”?

nixfürungut

topi November 10, 2012 um 02:02

@ FL

Nochmal zu deinem shit störmchen. ;-)

Ob es einer “Volkswirtschaft” gut geht, hängt ja nicht am Euro.
Oder den peanuts für das Betreuungsgeld.
Ohne die Eichelsche Steuerschenkung könnte man tatsächlich jeder Kleinkindmutter einen 1000er als Grundeinkommen zahlen.

Wenn die deutschen Exporterfolge genutzt würden, um hier die modernste Infrastruktur und das beste (und bestfinanzierte) Bildungssystem hingestellt würde, dann könnte man von einer profitierenden Volkswirtschaft sprechen. Und wenn man Urlaubsgutscheine ausgäbe, dann könnte man vielleicht auch vom profitierendem “Deutschen” sprechen. :roll:

Aber der Krempel verschwindet, gegen Zettelchen. Hier gibt es ein paar Investitionen, klar, man muss ja das Überschußexportzeug auch herstellen.
Was eine Investition in eine konkrete Fabrik wert ist, wenn man das zeug nicht mehr rentabel los wird, wissen wir; oder fragen mal nach, bei Nokia und co.

“Der Euro” wie wir ihn haben bedeutet ja auch Fiskalpakt und konzertierte Austerität (außer Betreungsgeld natürlich) in Europa. Also auch die kommende Kontraktion.

Viel Spaß, beim Versaufen des Profits. ;-)

Nanuk November 10, 2012 um 07:09

“Sie wollen aus ganz Europa einen germanischen Kasernen-Staat machen um sich mit Exporten in Richtung anderer Kontinente zu bereichern. Nur dann ergibt ihre Politik einen Sinn.”

Jep so siehts aus!

Nanuk November 10, 2012 um 07:13
"ruby" November 10, 2012 um 07:37

@ xefix

http://www.discogs.com/viewimages?release=367268

alles nix neues : 1992 – 2012

der weizen ist ganz schön tief gezüchtet …

Keynesianer November 10, 2012 um 07:54

@FL

Das Paradoxe ist ja, dass eigentlich alle (außer China und Deutschland) abwerten müssten.

Paradox ist höchstens, dass jemand meint, nicht Deutschland und China müssten aufwerten und Löhne und Masseneinkommen erhöhen, sondern die anderen alle sollten stattdessen in eine deflationäre Depression hinein abwerten.

Noch paradoxer ist höchstens, dass man das überhaupt ansprechen muss und nicht jeder schon längst von selber draufgekommen ist. Und dass es nie in der Zeitung steht, obwohl es die Spatzen von den Dächern pfeifen.

"ruby" November 10, 2012 um 07:55

“What do you say to the dead
Will you forgive me for living
Can’t believe the things that they said
Wonderful day for a killing
It’s killing me

What do they do with your soul
Is it just lying there busted
When did you lose all control
Is there someone to be trusted
With my mind

Oh there’s insufficient evidence
Of what just might come after
But sometimes out of nowhere
There’s demented sounds of laughter

Are we all haunted by
The ghost – imagination
It just can’t be
I’ve seen them there
Howling at the moon

Is it just me
Or does somebody else believe this
Well I’m not alone
And I’m not afraid
There’s just one way to see

Chorus:
After all

What do you say to the dead
Is there a place where it’s burning
It says in a book I once read
Yes there’s a chance of returning
Turn to me

The fundamental principles
Say nothing of forever
But those are voices that I hear
Or I’m just not so clever

It can’t be me
I know somebody else believes this
Well I’m not alone
I’m not afraid
Just one way to see

After all”

AFTER ALL Lyrics
Artist: Black Sabbath
Album: Dehumanizer

Seid`s auch nicht schlauer Erkenntnisprognostiker ?

Keynesianer November 10, 2012 um 08:14

@BB

Also erfindet man zur Rechtfertigung einen hoch-wissenschaftlichen ökonomischen Begriff: “fiskalische Abwertung”. Und schon haben Wirtschaftsfeuilletons wieder neues Material, hochseriös wirkende Artikel am laufenden Meter zu produzieren, um diese primitive Wegelagerei als DummspratzereiExpertenvorschlag dem gemeinen Volk zu verkaufen.

Gerald Braunberger übertrifft dabei alle und beruft sich in seinem FAZ-Blog gleich zuerst auf John Maynard Keynes für die Idee dieser “internen Abwertung”:

Die Grundidee der “fiskalischen Abwertung” als Alternative zur Währungsabwertung besteht darin, ebenfalls Exporte zu verbilligen und im Gegenzug Importe zu verteuern. Die Idee geht auf John Maynard Keynes zurück…
http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/archive/2012/11/04/man-keine-eigene-waehrung-um-abzuwerten-die-finanzpolitik-tut-es-auch-aus-aktuellem-anlass-das-konzept-der-fiskalischen-abwertung.aspx

Das ist Journaillismus im Kapitalismus.

Keynesianer November 10, 2012 um 08:21

@BB

Es wäre eigentlich der Job von Karsten Polke-Majewski in seinem Zeit-Artikel, über den Unterschied von Arbeitskosten und Lohnstückkosten Bescheid zu wissen.

Damit würde er aber seinen Job bei der ZEIT verlieren und nie wieder eine Stelle finden und wäre dann auch so ein fauler Arbeitsloser, der nur nichts leisten will.

"ruby" November 10, 2012 um 08:24

Wie wäre es die asozialen zypriotischen Euro Bankster vor Griechenland zu austerisieren?
Kein Kontokorrent für Geldwäscher – Schäuble – was sagst Du dazu in der Volksvertretung ?
Wieviel Stimmen der Sozialdemokraten gibt es dafür – Herr Steinbrück?

Andreas Kreuz November 10, 2012 um 08:26

@Keynesianer

>i>Paradox ist höchstens, dass jemand meint, nicht Deutschland und China müssten aufwerten und Löhne und Masseneinkommen erhöhen, sondern die anderen alle sollten stattdessen in eine deflationäre Depression hinein abwerten.

Einer der DAX30 strebte kürzlich als Ziel in Tarifverhandlungen an, für neue Verträge die Einkommen um 40 %, für Bestandsverträge um 20 % zu senken.

Ist das nicht gut für die Wettbewerbsfähigkeit?

Die Leute in der Betriebsversammlung glotzten auf die Zahlen wie die hypnotisierten Kaninchen…

Andreas Kreuz November 10, 2012 um 08:27

Korrektur Zitat

Paradox ist höchstens, dass jemand meint, nicht Deutschland und China müssten aufwerten und Löhne und Masseneinkommen erhöhen, sondern die anderen alle sollten stattdessen in eine deflationäre Depression hinein abwerten.

Systemfrager November 10, 2012 um 09:08

@Patrik
>>> Eine Bank kauft der anderen mit eigenen Aktien deren Aktien ab – beide haben mehr Eigenkapital, alle sind glücklich; da würde aber wahrscheinlich jedem Michel der Betrug offenbar werden, deshalb ist es
besser, wenn der Staat “rettet”.

Ob Michel den Betrug merkt, lassen wir beiseite. Patrik und 99% der AG offensichtlich nicht. Tja, wozu braucht man Piraten. Kein Winder: Von 14.5% fallen wir jetzt auf 3.5%

Unter anderen weil Michel doch nicht so naiv wie Patrik ist. Er fühlt, dass ihm Patrik einen Unsinn verzapft.

Ja, es ist tatsächlich so, dass eine Bank der andren Aktien verkauft. Und dann unterjubelt sie dem Michel die Aktien: Private Renten usw.. Das ist ganz normale Abzocke. Mit einem “Geld aus Nichts” hat das nichts zu
tun. Michel schenkt der Bank, durch Sparen bzw. Aktienkauf seine realen Einkünfte, bekommt heiße Luft, genannt Aktien. Die Einkünfte von Michel werden zum Profit der Banken, die Aktien gehören Michel. Sein Einkommen, also reales Geld ist weg. Und nun, will Michel sein Geld zurick. Die Banken haben aber kein Geld, nur Aktien die jetzt nichts wert sind. Aus nichts könnten nur Iditen von der AG Geld schöpfen, die Banken nicht,
deshalb sind die Banken pleite und der Staat versucht sie zu retten. Weil sonst würde Michel nie sein Geld zurück bekommen. Und weil es viel Michel gibt, das würde Revolution bringen. Also man rettet die Banken.

So einfach ist die Gsschichte. Ob Michel den Betrug merkt, lassen wir beiseite. Patrik und 99% der AG offensichtlich nicht. Sie suchen einen Systemfehler im Geld, den es nicht gibt. Sie sind DIE nützlichsten
Idioten der Banken.

Unglaublich. Stephan, könnte es sein, dass du wirklich an den Unsinn “Demografie” glaubst? Sag mir, dass dies nicht wahr ist.

@ enrico

@Patrik
>>> Eine Bank kauft der anderen mit eigenen Aktien deren Aktien ab – beide haben mehr Eigenkapital, alle sind glücklich; da würde aber wahrscheinlich jedem Michel der Betrug offenbar werden, deshalb ist es
besser, wenn der Staat “rettet”.

Ob Michel den Betrug merkt, lassen wir beiseite. Patrik und 99% der AG offensichtlich nicht. Tja, wozu braucht man Piraten. Kein Winder: Von 14.5% fallen wir jetzt auf 3.5%

Unter anderen weil Michel doch nicht so naiv wie Patrik ist. Er fühlt, dass ihm Patrik einen Unsinn verzapft.

Ja, es ist tatsächlich so, dass eine Bank der andren Aktien verkauft. Und dann unterjubelt sie dem Michel die Aktien: Private Renten usw.. Das ist ganz normale Abzocke. Mit einem “Geld aus Nichts” hat das nichts zu
tun. Michel schenkt der Bank, durch Sparen bzw. Aktienkauf seine realen Einkünfte, bekommt heiße Luft, genannt Aktien. Die Einkünfte von Michel werden zum Profit der Banken, die Aktien gehören Michel. Sein Einkommen, also reales Geld ist weg. Und nun, will Michel sein Geld zurick. Die Banken haben aber kein Geld, nur Aktien die jetzt nichts wert sind. Aus nichts könnten nur Iditen von der AG Geld schöpfen, die Banken nicht,
deshalb sind die Banken pleite und der Staat versucht sie zu retten. Weil sonst würde Michel nie sein Geld zurück bekommen. Und weil es viel Michel gibt, das würde Revolution bringen. Also man rettet die Banken.

So einfach ist die Gsschichte. Ob Michel den Betrug merkt, lassen wir beiseite. Patrik und 99% der AG offensichtlich nicht. Sie suchen einen Systemfehler im Geld, den es nicht gibt. Sie sind DIE nützlichsten
Idioten der Banken.

Ja, die Geldkreationisten. Was für Dummköpfe. Ich habe gerade bei den Piraten diesen Kommentar geschrieben

@Patrik
>>> Eine Bank kauft der anderen mit eigenen Aktien deren Aktien ab – beide haben mehr Eigenkapital, alle sind glücklich; da würde aber wahrscheinlich jedem Michel der Betrug offenbar werden, deshalb ist es besser, wenn der Staat “rettet”.

Ob Michel den Betrug merkt, lassen wir beiseite. Patrik und 99% der AG offensichtlich nicht. Tja, wozu braucht man Piraten. Kein Winder: Von 14.5% fallen wir jetzt auf 3.5%

Unter anderen weil Michel doch nicht so naiv wie Patrik ist. Er fühlt, dass ihm Patrik einen Unsinn verzapft.

Ja, es ist tatsächlich so, dass eine Bank der andren Aktien verkauft. Und dann unterjubelt sie dem Michel die Aktien: Private Renten usw.. Das ist ganz normale Abzocke. Mit einem “Geld aus Nichts” hat das nichts zu tun. Michel schenkt der Bank, durch Sparen bzw. Aktienkauf seine realen Einkünfte, bekommt heiße Luft, genannt Aktien. Die Einkünfte von Michel werden zum Profit der Banken, die Aktien gehören Michel. Sein Einkommen, also reales Geld ist weg. Und nun, will Michel sein Geld zurick. Die Banken haben aber kein Geld, nur Aktien die jetzt nichts wert sind. Aus nichts könnten nur Iditen von der AG Geld schöpfen, die Banken nicht, deshalb sind die Banken pleite und der Staat versucht sie zu retten. Weil sonst würde Michel nie sein Geld zurück bekommen. Und weil es viel Michel gibt, das würde Revolution bringen. Also man rettet die Banken.

So einfach ist die Gsschichte. Ob Michel den Betrug merkt, lassen wir beiseite. Patrik und 99% der AG offensichtlich nicht. Sie suchen einen Systemfehler im Geld, den es nicht gibt. Sie sind DIE nützlichsten Idioten der Banken.

"ruby" November 10, 2012 um 09:34
topi November 10, 2012 um 09:39

Jetzt lasst mal die Chinesen in Ruhe, da wird munter real aufgewertet. Die ausgewiesenen Inflationsraten liegen deutlich über denen der anderen, und die Löhne steigen noch schneller.

Die Dumping-Klage gegen die Solarbuden, in den USA erfolgreich, kommt ja nicht aus dem nichts. Die haben einfach riesige Kredite bekommen, weit außerhalb dessen, was je zurückzahlbar sein kaönnte,bei bestem Verlauf. So wird auch keine Rückzahlung erwartet.
Damit kann man natürlich fast beliebig billig anbieten. Die “Verluste”, also die Zahlen in der beliebig steuerbaren Bankbilanz, sind ja egal. Solange man auf der realen Seite die Maschinen mit exportierten Zellen bezahlen kann, hat man halt riesige Produktionskapazitäten, um sich die Wüsten vollzupflastern.

Im schattigen D gibts in einem Jahr nur noch 9 Cent Einspeisevergütung für Großanlagen. Da ist der garantierte Gewinn der Betreiber und der FInanzer schon mit drinnen.

Man kann sich ja ausmalen, welche Gestehungskosten dies für wirklich sonnige Gegenden bedeutet (zu heiß darf es allerdings nicht werden); in denen der Solarteur trotz 10% jährlich steigender Löhne erheblich billiger ist (großer Teil der Kosten).

Da kann man von einer “profitierenden Volkswirtschaft” sprechen.
Die Produktionsanlagen hat man quasi umsonst, und Silizium hats wie Sand am Meer, die Sonne scheint noch ohne Gebühr (Mr. Burns hat noch nicht die Billion zusammengekratzt :roll: ).
Der Strom wird also sehr günstig (vor allem verglichen mit den Alternativen Drecksschleuder, Atombutze, Ölimport).

Wahrscheinlich auch ohne die Gewinne aus dem Dumpingexport. Die muss man ihnen ja auch nicht hinterherschmeißen.

"ruby" November 10, 2012 um 09:39
enrico November 10, 2012 um 09:44

@Makroteligenz schrob:
1. ” Die Tatsache, dass die Verschuldung überhaupt so stark steigen konnte hängt ja schon damit zusammen, dass es eine so hohe Nachfrage nach finanziellen Vermögenstiteln relativ zum Einkommen gibt, was wiederum mit Demografie zu tun hat.”

Wie kann es sein, dass die Verschuldung steigt weil zu viel gespart wird? Doch nicht weil die Unternehmen mehr investieren, wenn mehr gespart wird. Die auf übermäßiges Vernichten von Geld durch Sparen zurückzuführende Verschuldung ist offensichtlich, hauptsächlich unproduktive Verschuldung. Also vor allem die Verschuldung des Staates. “Überschuss-Sparen” also das Sparen über die produktive notwendigkeit hinaus ist unproduktiv um nicht zu sagen destruktiv. An Stelle von Produktionskrediten treten hier dann Ersatz-Konsumkredite ein, die nie und nimmer getilgt werden können.

und dazu @topi:
2. Die Verteilung der Sparquote nach EInkommenshöhe dürfte klares Indiz sein. Man gibt die Kohle einfach nicht mehr real aus, wenn man zu viel davon einnimmt.

Yep, so sieht es nämlich aus!
Akzeptieren wir einmal die krasse Einkommensverteilung und machen aus der Not eine Tugend: Statt destruktivem, auf verzinslicher Staatsverschuldung basierendem Sparen führen wir das Umlage-Sparen ein. Die Neusparer zahlen hier die Entsparer aus. Wird mehr gespart als entspart, wird der Überschuss an die politische Gemeinschaft (“Staat”) verschenkt. Wird mehr entspart als gespart -was kaum vorkommen wird– muss der Staat eben vorübergehend sein Kontokorrent zinsfrei überziehen.

De facto geschieht das heute bereits, auch wenn die Buchung natürlich ein anderes Bild zeigt: Die “Staatsverschuldung” steigt und steigt und alle geraten in schreckliche Aufregung. Aber: Don’t panic! Es wird nicht mehr lange dauern, da wird man feststellen, dass ständig steigende Staatsschulden eine ganz normale und harmlose Sache ist. Wären diese Schulden nicht zinspflichtig, könnte man deren Buchung bedenkenlos in den Papierkorb kicken. Die “Staatsschulden” sollten eigentlich keine Sau interessieren, sind sie doch nur ein Symptom einer ignoranten VWL-Lehre. Auch dass die “Staatsschulden” verzinslich sind, ist so was von scheiß-egal, kann man ja per Staatsverschuldung bezahlen. So what.

Den Sparern, vor allem die der oberen Einkommensschicht geht es eindeutig nicht darum, ihr Vermögen irgend wann einmal zu verbrauchen sondern sie wollen nur die Gewissheit haben, dass sie jederzeit alles, was sie irgend einmal benötigen, kaufen könnten.
Das zu gewährleisten ist überhaupt kein Problem. Deshalb: Umlage-Sparen!

Wer dann noch Zinsen haben will, muss Risiko eingehen UND erst einmal jemanden finden, der bereit ist, ein Darlehen aufzunehmen.

Wir kommen nicht darum herum ein völlig neuartiges Geld- und Kreditsystem aufzubauen. Und das kann man tun ohne, dass man das bestehende System in irgend einer Weise beeinträchtigen muss. Einfach ein öffentliches Geld-und Kredit-System als Konkurrenz zum bestehenden (de-facto-privaten Geldsystem), parallel dazu aufbauen.

Pförtner November 10, 2012 um 09:48

Was Banker, Fernsehpromis und Merkel gemeinsam haben

Lesetipp für alle Dilettanten hier.

enrico November 10, 2012 um 10:01

@Systemfrager

Ups, da scheint ja etwas mit der Formatierung schief gegangen zu sein.
Ja, die Geldkreationisten. Was für Dummköpfe. Ich habe gerade bei den Piraten diesen Kommentar geschrieben

Hast Du mich damit gemeint?
Bin kein “Geldkreationist”, ich propagiere nur die Einrichtung eines öffentlich organisierten Kontokorrent-Kreditsystems, welches an Stelle einer Zentralbank treten soll. In diesem neu einzurichtenden Korrent-System gibt es Korrent-Konten, die überzogen werden dürfen. Dabei entsteht bekanntermaßen “Geld”. Ob man das nun “Geldkreationismus” nennen kann, ich weiß es nicht.

PS: Du hast einmal bemerkt, dass Du bisher noch nicht dazugekommen bist, ein Kapitel über das Geld zu schreiben. Bist Du da zwischenzeitlich weitergekommen?

topi November 10, 2012 um 10:05

@ Makro

Sag mal was hast du da für Grafiken für deinen Realzins-Demografie-Eintrag???

Links die “Pyramide” für Gesamtdeutschland, aus der Zeit der Teilung addiert. Und rechts die Prognose für die alten Länder.

Das geht doch nicht mal mehr in der Grundschule als anständige Suggestion mit unzweckmäßigen Grafiken durch. ;-)

@ Demografie

Die 50-Jährigen im Jahr 2060 kennen wir unter der Voraussetzung, das es ohne sehr grobe Wanderungsbewegungen und Kriegen und Seuchen abgeht. Eine Seuche für das Jahr 2047 zu prognostizieren, welche ein Drittel des Jahrgangs dahinrafft, scheint etwas schwierig.

Bei den 45-Jährigen kann man, unter den obigen Voraussetzungen, auch noch sehr gute Prognosen treffen.

Als Bewohner eines Kiezes mit Trend zum Drittkind kann man aber sehen, dass die Geburtenquote keineswegs auf 1,6 pro Frau zementiert ist.

Ja, 1,6. Man muss schon warten, bis die Gebärfähigkeit vorbei ist, mit der Endabrechnung; zumal man weiß, dass Schwangerschaften mit über 40 heute beileibe keine exotischen Ausnahmen mehr sind.

Aber wahrscheinlich dauert es bis 2060, um das in die Modelle zu integrieren; der Demograf denkt je immer langfristig. :roll:

"ruby" November 10, 2012 um 10:11

@ topi

Jetzt sollte die EU-Gemeinschaft die notwendigen Leitungen, Speicher und Verteilungsanlagen von den Abschreibungskassierern-Gewinnumleitern zurückfordern und massiv Reinvestitionen
S = specific
M =measurable
A = accepted
R = realistic
T = timely

No Limitations to their fucking Accounts
http://www.youtube.com/watch?v=7WE46xGV9EU&feature=related
negative EK-Quoten von 50% + xyz,
da können die stakeholder gleich ihre stakefollower enterben
so ein GenerationenNachfolgerFonds ;-) für ehemalige Abzocker und Abstämmlinge …

Systemfrager November 10, 2012 um 10:34

@enrico
>>> Du hast einmal bemerkt, dass Du bisher noch nicht dazugekommen bist, ein Kapitel über das Geld zu schreiben. Bist Du da zwischenzeitlich weitergekommen?

Jawohl: Sogar vier:
Marktwirtschaft neu denken >>>

"ruby" November 10, 2012 um 10:37

@ Pförtner

Tausche Dilettant gegen Scharlatan

BB November 10, 2012 um 10:42

@topy
“=> Unternehmenssteuerenkung und => Mehrwertsteuererhöhung!” So einfach ist das nicht. Die “deutschen Verhältnisse” mit Millionen Überschußexportarbeitsplätzen und siechender Binnenkonjunktur haben wir nicht in erster Linie wegen der gesenkten Lohnnebenkosten (“Tanken für die Rente”).”

Versteh ich jetzt nicht. Nicht wegen oder gerade wegen? Ich bezog mich ja bei der Mehrwertsteuererhöhung auf das Argument “Fiskalische Abwertung”.

Natürlich ist unsere sogenannten Exportstärke auch auf eine Senkung der sogenannten Lohnnebenkosten – die ja eigentlich Lohnbestandteile sind – zurückzuführen. Es handelt sich dort im Grunde um eine Lohnsenkung und nicht um eine Reduzierung der Abgaben, wie mancherorts behauptet wird.

Klar es gibt noch ein paar mehr Faktoren. Wenn es um den Aspekt “Rente”, “Demografie”, OECD-Unsinn, etc. geht, empfehle ich folgenden Artikel:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=15029

Dort wird von Bosbach/Korff glasklar und unwiderlegbar vorgerechnet (ich mag solche Rechnungen), dass sogar eine Beitragssteigerung auf 40%, also das derzeit pessimistischste gehandelte Szenario, finanzierbar ist und Arbeitnehmer dabei sogar netto plus in der Tasche haben unter der Voraussetzung, dass sie fair an der Produktivitätsentwicklung beteiligt werden.

Auch das wäre ein Forderung, die man im Zusammenhang mit der Rettung Europas aufstellen mus (Danny Cohn Bendit, schäm dich, dass Du auf sowas nicht von alleine kommst).

Europa wäre also zu retten durch
1) Ausschaltung des Steuerwettbewerbs in ganz Europa, notfalls mittels Wirtschaftskrieg gegen die Schweiz und andere
2) Beteiligung der Arbeitnehmer am Fortschritt durch eine an der Produktivitätsentwicklung orientierte Lohnpolitik, also Einkommenszuwächse “Produktivitätswachstum + Inflationsausgelich”
3) Zielinflation von 2% der EZB, aber das haben wir ja schon und Frankreich hat sich genau daran vorbildlich gehalten.

Was not tut, ist also, dass wir uns an Frankreich orientieren und nicht umgekehrt. Wahrscheinlich soll genau das über das allgewärtige Frankreich-Bashing übertüncht werden.

Die Frage ist doch, brauchen wir in Europa tatsächlich den Export nach China und andere Kontinente? Der Export nach China machte bisher einen Bruchteil unserer Exporte aus. Erst, als unsere Südperipherie und andere EU-Staaten als die wichtigsten Importländer für Deutschland ausfielen, wurden flux neue Märkte erschlossen viel weiter weg, was den Deutschen nicht so schwer fällt wie anderen, weil wir in Ausrüstungsindustrie stark sind. Das kann man überall hin verkaufen.

Aber man müsste doch mal die These diskutieren, ob Kontinente sich nicht selbst genügen können. Wenn wir alle uns auf Franreisch zubewegen also die Griechen, Italiener, Portugiesen, Spanier von oben und die Deutschen und Österreich von unten bei den Lohnstückkosten, dann hätten wir am Ende einen großen Binnenmarkt, der jedem Land genügend Import und Exportmöglichkeiten bietet wobei sich aufgrund der Größe des Kontinents jedes Land im Ricardo’schen Sinne individuell ausdifferenzieren könnte, was seine komparativen Vorteile betrifft.

Und die Amis machen es bei sich genauso (versuchen sie ja zur Zeit sowieso im Bereich Energie), die Asiaten ebenso und Afrika hat auch mehr davon, wenn es seine eigenen Zwiebeln anbaut, anstatt sie aus Europa zu importieren.

(Die Welt ist nicht so kompliziert, wie manch einer uns glauben machen will)

BB November 10, 2012 um 11:12

@fl
find ich übrigens gut, die Idee, verschiedene Blogs zum Thema mit ihren Thesen hier zusammenzuführen und dann hier zu diskutieren, denn in den Kommentaren dort tut sich ja nicht viel, was ja nicht unbedingt auf die Abwesenheit von Qualität zurückzuführen ist.

holger November 10, 2012 um 11:47

BB

—>>>Natürlich ist unsere sogenannten Exportstärke auch auf eine Senkung der sogenannten Lohnnebenkosten – die ja eigentlich Lohnbestandteile sind – zurückzuführen. Es handelt sich dort im Grunde um eine Lohnsenkung und nicht um eine Reduzierung der Abgaben, wie mancherorts behauptet wird.”

Das ist doch mit Verlaub… Kalkuliert werden die Bruttolohnkosten. Und nicht die Nettolohnkosten. Also… ehrlich. Kleine einmal eins der BWL.

BB November 10, 2012 um 12:07

@holger
endlich aufgestanden :-)

(was meinen?)

holger November 10, 2012 um 12:31

So wie da es steht, so meinen :D

holger November 10, 2012 um 12:33

Umsatz
./. Mat und Waren
./. Forderungen Dritter
———-
=Rohgewinn
————-
./. Kosten des Werkelns
——–
= Gewinn vor Steuern

"ruby" November 10, 2012 um 12:37
holger November 10, 2012 um 12:48

und nun BB ordnen wir mal dem einfachsten Schema von 12:33 die getätigten Aussagen zu. Welche Aussage gehört wohin? Auf Differenzierung verzichte ich gerne. Mit Deckungsbeitrag Break Even Fix oder Variable Maschinenstundensatz usw. usf.

Mach hier nicht auch noch ein BWL Seminar. Es reicht vollkommen diese simple Aufstellung.

BB November 10, 2012 um 13:27

@holger

hier geht’s um VWL nicht um BWL !

BWL guggst Du hier

BB November 10, 2012 um 13:34

Hier bezeichnet jemand den stellvertretenden Chefredakteur von Zeit online Karsten Polke-Majewski als “Praktikant”, hihi.

Herr Polke-Majewski, müssen Sie sich das gefallen lassen? Nehmen Sie den Fedehandschuh auf!

Hier ist noch jemand, unser Holgi, der will wie Sie unbedingt den Unterschied zwischen Arbeitskosten” und Lohnstückkosten lernen :-)

Gerald Braunberger November 10, 2012 um 14:28

Der ehemalige sozialistische Premierminister Michel Rocard kritisiert die französischen Sozialisten für ihre Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, Präsident Hollande für seine Unentschlossenheit und Deutschland für eine zu strikte Auslegung des 3-Prozent-Kriteriums:

http://www.lemonde.fr/politique/article/2012/11/10/michel-rocard-un-signal-a-ete-donne-aux-entreprises-il-etait-temps_1788788_823448.html

keiner November 10, 2012 um 17:39

Nix los im eigenen Totblog, wa?

niemand November 10, 2012 um 17:46

Großes Verkehrsaufkommen an Mietmäulern in diesem Blog – seit gestern.

~ HALBGOTT ~ November 10, 2012 um 18:11

…sehr wichtiger Beitrag von Prof. Sinn:

Sinn rechnet damit, dass Deutschland und andere Länder Nordeuropas Milliardenbeträge nach Südeuropa schicken müssen. „Wenn das tatsächlich so kommt, wird das Sparkapital der nördlichen Länder unter dem Schutz der Steuerzahler dieser Länder in den Süden gelenkt, wo es angesichts der schlechten Erfahrungen eigentlich nicht mehr hin will. Die Fehlinvestitionen in Südeuropa, die die Euro-Zone bereits an den Rand des Ruins gebracht haben, können damit weiterlaufen.“ Der Bundesregierung wirft Sinn vor, sich nicht genügend für die Interessen der deutschen Steuerzahler einzusetzen. „Die Deutschen reden sich beim Thema Betreuungsgeld die Köpfe heiß und merken nicht, dass man gleichzeitig aus der Ferne über ihr Vermögen verfügt. Wann endlich lösen sie sich aus ihrer geistigen Lethargie und begreifen die europäische Integration als ein Thema, um das sie sich im Interesse der Zukunft ihrer Kinder kümmern sollten?“

Ein „absehbares Desaster“ drohe zudem durch die bei der EZB angesiedelten Bankenaufsicht. Da Deutschland voraussichtlich nur eine Stimme im Entscheidungsgremium der Bankenaufsicht haben werde, könnten die Südländer eine Bankenrettung auch gegen den deutschen Widerstand durchsetzen.

http://www.wiwo.de/politik/europa/bankenunion-ifo-chef-sinn-warnt-vor-geplanter-gewaehrtraegerhaftung-fuer-suedeuropaeische-banken/7369992.html

Bruchmüller November 10, 2012 um 18:37

@ Halbgott (guck: keiner und niemand über Dir)

Geh fort mit jeder Art von Sinn …weil jetzt für immer ICH hier “in”.

Eagon November 10, 2012 um 19:04

Frau Merkel will mit der Forderung nach BRANCHENBEZOGENEN Mindetlöhnen in den Wahlkampf ziehen.

Die Böse FDP verhindert solche!

Der ÜBLICHE branchenbezogene MINDESTLOHN im SCHLACHTERHANDWERK sind 137 Euro einzahlbar auf ein rumänisches Bankkonto.

SIE SIND EINE MENSCHENVERÄCHTERIN FRAU MERKEL!

Pfui Teufel!

Wier kann man so kalt sein!

Eagon November 10, 2012 um 19:07

@halbgott

Tatsächlich die deutschen müssen endlich KONSUMIEREN.

Und schicken MILLIARDEN Euro in den Süden.

Die ihre Maschinen warten ausrüsten, erweitern und BESCHÄFTIGUNG schaffen.

www.makrointelligenz.blogspot.de November 10, 2012 um 19:16

zum Thema fiskalische Abwertung hatte ich bereits vor 2 Wochen einen Artikel in meinem Blog, dabei musste ich mich mich allerdings nicht auf Keynes berufen, um den Zusammenhang zu erkennen ;): http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/10/wie-die-ungleichgewichte-in-der.html

~ HALBGOTT ~ November 10, 2012 um 19:26

@bb

===> … wenn einer mit “Lohnstückkosten” anfängt mußßt du vorsichtig sein! … schon mein Makro-Prof hat mich dringendst davor gewarnt!!

===> … wo … ist das Problem? … nun, man (gerade als Wi-Ing) läuft Gefahr, unter diesem begriff das ergebnis eines sorgfältigen Analyseprozesses von qualifizierten Produktions-Controllern mißßzuverstehen. Daßß also ein und dieselbe geschmiedete Kurbelwelle in Griechenland 200 Euro Lohnstückkosten hat und in der BRDDR 170 Euro, oder so. Dieses verständnis von “Lohnstückkosten” ist aber hochgradig falsch & irreführend!!

===> … denn wie “berechnen” die VWL-Diplomtrottel diese ominösen “Lohnstückkosten” tatsächlich?? … SO:

In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden Lohnstückkosten berechnet als der Quotient aus Arbeitnehmerentgelt und Bruttoinlandsprodukt (BIP).

===> … sie teilen also letztlich gerade zwei hoch-aggregierte VWL-Größen – ihren BIP-Index durch den Lohnsummen-Index! … das ist natürlich fatal! … weil es die realwirtschaftlichen Hintergründe und die Herkunft der Finanzierung des BIP … komplett außßen vor läßßt!

===> … daßß hier die ganz große gefahr besteht, Kaviar mit Hühnermist zu vergleichen, wird deutlich wenn man etwa die BRDDR und Griechenland (oder Franksreich!) über die letzten 10 Jahre vergleicht … und zwar unter spezieller Würdigung der bekannten Verwendungsrechnung des BIP.

===> … Nach der so genannten Verwendungsrechnung ergibt sich das BIP als Summe der Bruttoinvestitionsausgaben (einschließlich der Lagerveränderungen), der Konsumausgaben (Ausgaben privater Haushalte und privater Organisationen ohne Erwerbszweck) und der Staatsausgaben, sowie dem Außenbeitrag (Exporte – Importe).:

BIP = I + C + S + EX-IMP

===> … während die rothschildroten, linkspopolustischen Radikalplutokraten von der “SPD” in der nicht-souveränen BRDDR ihr eig’nes Volk unter stramm verschärften Arrrrbeits- und Sozialstandards in die Exportfabriken geprügelt haben und ihnen dabei gleichzeitig die verfügbare Consumkaufkraft zusammengestrichen hamn …

===> … haben die Griechen und Franzmänner ihr’n eig’nen Völkern ein BIP-Waxdumm vor allem durch künstlich (mit billigen Transfaireuro-Krediten finanzierten & nicht rückzahlbaren!) überhöhte Staats- und Konsumausgaben geschenkt …

~ HALBGOTT ~ November 10, 2012 um 19:44

@Eagon November 10, 2012 um 19:04
“Frau Merkel will mit der Forderung nach BRANCHENBEZOGENEN Mindetlöhnen in den Wahlkampf ziehen.”
———————–

===> … in der Tat … das ist dreist :-) … ich hab auch meinen 5-Uhr-Tee über die Tastatur geprustet … als ich das im Radio gehört habe. Allerdings … das Mörkel-Dingens is bekanntlich wesentlich intelligenter als die Soz’n … und hat denen die dumm-dreiste Lügerei blitzschnell abgeguckt!

===> … die Soz’n haben sich bekanntlich 2005 an die Macht gelogen mit der elenden Dreckslüge von der Merkelsteuer und der 25%-Flat-tax, wonach der Chefarzt genauso viel Steuern zahlen müßßte wie seine Krankenschwester-Konkubine.

===> … Nach der Wahl hamn die “SPD”-Pinocchios dann ja bekantlich der deutsen Arrrrbeiterklasse zur 2%-Merkelsteuer noch einen 50%-igen Müntesteuer-Zuschlag oben drauf gepackt … und die 25%-Flat-Tax doch eingeführt … letzteres allerdings NUR für den Chefarzt sein riesiges Bestandsvermögen (Abgeltungssteuer!) und NICHT für die fleißßigen Krankenschwestern, Ingenieure, Ärzte und Manager der Müddelschücht (Einkommensteuer !) … die Leistungsträger der Nation also.

===> … JETZT … entblöden sich die widerlichen “SPD-”Pinocchios nicht, sich selbst als Schutzmacht des Volkes vor der Bankenmacht darzustellen; dabei sind sie stets die willfährigsten & übereifrigen Erfüllungsgehilfen der Hochfinanzfaschistenmafia gewesen und werden diesen Kurs natürlich auch fortsetzen. Bis zum fälligen Volksaufstand.

~ HALBGOTT ~ November 10, 2012 um 19:56

@Eagon November 10, 2012 um 19:07
“@halbgott
Tatsächlich die deutschen müssen endlich KONSUMIEREN.”
———————–

===> … Klar! … das Dumme: die Soz’n nehmen den Deutsen stets alles Geld weg, was die sich verdienen! … denn die Soz’n wollen bekanntlich NICHT, daßß es den Deutsen gut geht, sondern die wollen, daßß es allen anderen gut geht nur NICHT den Deutsen!! … die Deutsen soll’n malochen … und ansonsten Fresse halten!

===> … was wir machen könnten wär folgendes:

… GS-Mario schickt jedem der 80 Mio Deutsen zu Weihnachten ein versichertes DHL-Päckchen … mit 20 nigelnagelneuen 500-er Scheinen dadrin … frisch aus der Presse! … damit könnte er die 800 Milliarden tilgen, die er uns mittlerweile schuldet (Target2) … DAMIT könnten die die Deutsen dann consumieren gehen … zB in Griechenland oder Frankreich …

www.makrointelligenz.blogspot.de November 10, 2012 um 20:04

@ Makro
Sag mal was hast du da für Grafiken für deinen Realzins-Demografie-Eintrag???

die sind zugegebenermaßen nicht optimal, was letztlich zeitlichen Erwägungen und der Verfügbarkeit im Netz geschuldet ist. Ich denke aber nicht, dass sie irreführend sind und bei anderen Graphen irgendetwas Fundamentales an meiner Argumentation geändert werden müsste.
Ansonsten ist die demografische Entwicklung natürlich nicht der einzig ausschlaggebende Punkt für die Entwicklung von (Staats)-Verschuldung(spotenzial), allerdings zeigen ja bereits Berechnungen zur “impliziten Staatsverschuldung”, dass hier erhebliches Ersatzpotenzial besteht.

Systemfrager November 10, 2012 um 20:13

@www.makrointelligenz.blogspot.de
>>> Aufgrund starrer Preise und eines inflexiblen Arbeitsmarktes dieser Staaten …
>>> … die bisherige Situation aufgrund starrer Preise und Löhne

Wenn das ernst gemeint ist, das Blog muss umbenannt werden
http://www.makroidiotien.blogspot.de

holger November 10, 2012 um 20:18

@BB

Mit verlaub… ich nehme jeden VWL Honk auseinander, wenn er über “Lohnstückkosten” sabbelt. Staatlich anerkannt. :D

holger November 10, 2012 um 20:27

HG

===> … sie teilen also letztlich gerade zwei hoch-aggregierte VWL-Größen – ihren BIP-Index durch den Lohnsummen-Index! … das ist natürlich fatal!”

Vatal teilen zu können? Jo, das ist schon eine rechen Operation die man so nicht nach vollziehen kann. Selbst die Kennzahlen sind ja schon Teufelswerk. LMAOOOOOOOOOOOOO doofe können da ja natürlich nicht mithalten. % Rechnung fatal.

holger November 10, 2012 um 20:31

BB

nur so nebenbei, ich bin Betriebswirt

Wilma November 10, 2012 um 20:40

Sinn:
“Zwar sind die Lohnstückkosten gefallen, aber das liegt daran, dass in der Rezession die minder produktiven Firmen mit den hohen Lohnstückkosten dichtmachten und aus der Statistik verschwanden.”
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article110890158/Die-Banken-kommen-davon-der-Buerger-zahlt.html

Sinn, der immer von der Dienstleistungsgesellschaft schwafelte, den mochte ich nicht.
Seine “Äußerungen” zum Euro gefallen mir – auch wenn damit auf dieser Seite wahrscheinlich unten durch bin.

Wilma November 10, 2012 um 20:45
Systemfrager November 10, 2012 um 20:46

“Zwar sind die Lohnstückkosten gefallen, aber das liegt daran, dass in der Rezession die minder produktiven Firmen mit den hohen Lohnstückkosten dichtmachten und aus der Statistik verschwanden.”

Tja, was sich diese neoliberalen Ganoven und Schurken immer ausdenken.

Wilma November 10, 2012 um 21:10

Tja, was man mit Statistik so alles anstellen und begründen kann.

Wettbewerb innerhalb der Euro-Zone ist ein Problem.
Wir sind ein Währungsraum und sollen doch konkurrieren.
Wie soll das gehen?

holger November 10, 2012 um 21:20

6:2 hoch volatil und nicht nachhaltig so nicht zu halten muss konsolidiert werden… Gut Nacht Marie

holger November 10, 2012 um 21:22

man kann natürlich auch noch long oder shirt gehen, oder die Base über gold absichern. Könnte sich aber aber über eine hausse handeln oder eine baisse.

holger November 10, 2012 um 21:23

Wobei man nicht weiß, wo sich das sentiment bildet. Bruhahahaha :D fragt den huett der hat irgendeinen Schinken für euch.

holger November 10, 2012 um 21:25

Wichtig ist auch der Spread oder der Gap

Jackle November 10, 2012 um 22:59
Miau November 11, 2012 um 00:07

Ohne die halbgöttlichen Beiträge wäre dieser Mietmaulblog schon längst tot.

Wilma November 11, 2012 um 00:19
topi November 11, 2012 um 01:43

@ BB

“Natürlich ist unsere sogenannten Exportstärke auch auf eine Senkung der sogenannten Lohnnebenkosten – die ja eigentlich Lohnbestandteile sind – zurückzuführen. Es handelt sich dort im Grunde um eine Lohnsenkung und nicht um eine Reduzierung der Abgaben, wie mancherorts behauptet wird.”

So grob sollte man da nicht drüberbügeln.
Es ist eine Senkung der zu zahlenden Gesamtlohnes (incl. allem) für das Unternehmen.
Eine “Lohnsenkung” wird ja nun eher aus Lohnempfängersicht betrachtet; die Senkung des paritätischen Beitrages senkt nicht den Nettolohn, sondern erhöht ihn. Wenn nur die AG-Beiträge egsenkt werden, bleibt es netto gleich (Lohnforderungsspielraum steigt etwas).

Entscheidend ist die Gegenfinanzierung.
“Tanken für die Rente”, also Belastung von Umweltverbrauch statt bei Entlastung von Arbeit war ja mal ein großer Hit, “dreifache Dividende” und so.
Man könnte ja die SV-Beitragssenkungen auch mittels Vermögenssteuern senken. Das wäre kreislauftechnisch nun sicher positiv.

In D spielt das eine Prozent Mehrwertsteuer, welches für die SV-Beitragssenkung (naja, Haltung) genommen wurde, nicht die entscheidende Rolle bei der Umverteilung weg von konsumierbaren Einkommen hin zu Lehmannzertifikatsnachfragendem Einkommen.
Die Eichelsche Steuerschenkung, gegenfinanziert letztlich durch die anderen 2 MWST-Punkte sowie durch diverse Abgabenerhöhungen (und Abbau öff Leistungen, die von den Haushalten nun privat aufzubringen sind), wirkte da schon stärker.

Noch stärker ist der Einfluss des Lohndumpings. Könnte man sicher mal grob in Milliarden ausdrücken; aber nicht jetzt. ;-)

In Frankreich siehts nicht danach aus, dass die Mindestlöhne geschleift werden und die Zeitarbeit als Lohnsenkungsinstrument genutzt wird. Und bis auf die 0,6 MWST-Pünktchen (3 beim Essen, das merkt man dann schon) sind die anderen Steuerentscheidungen Hollandes in die richtige Richtung. Insofern sollte man das nicht so schwarz malen.

“Klar es gibt noch ein paar mehr Faktoren. Wenn es um den Aspekt “Rente”, “Demografie”, OECD-Unsinn, etc. geht, empfehle ich folgenden Artikel:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=15029

Dort wird von Bosbach/Korff glasklar und unwiderlegbar vorgerechnet (ich mag solche Rechnungen), dass sogar eine Beitragssteigerung auf 40%, also das derzeit pessimistischste gehandelte Szenario, finanzierbar ist und Arbeitnehmer dabei sogar netto plus in der Tasche haben unter der Voraussetzung, dass sie fair an der Produktivitätsentwicklung beteiligt werden.”

Finnazierbar ist vieles, klar.
Was sie nicht erwähnen sind die Lohnkosten. Das war das Argument gegen die Beibehaltung der alten Rentenformel und der Riestereinführung.

Selbst wenn die Produktivität voll aufgeteilt wird: es ist nicht zu rechtfertigen, dass nur die abhängig Beschäftigten in Normalarbeitsverhältnissen die gesamtgesellschaftliche Aufgabe Rente schultern sollen.Warum?

Und wie sich die Aufteilung entwickelt, sehen wir: Die SV-Freiheit von Kapitaleinkommen ist auch ein gutes Argument für die Verlagerung von Arbeits- in Kapitaleinkommen, btw.

(Ansonsten der Bosbach mit seinem üblichen Kunstgriff: Rente mit 67 ist Mist, weil nicht nötig; Prognosen, die mit heutigem Renteneintritt rechnen, sind falsch, weil man da ja die Rente mit 67 nicht berücksichtigt.)

Kann man ja jeweils als Argument bringen; aber man sollte sich schon auf eines festlegen.

topi November 11, 2012 um 01:56

@ BB

“Europa wäre also zu retten durch
1) Ausschaltung des Steuerwettbewerbs in ganz Europa, notfalls mittels Wirtschaftskrieg gegen die Schweiz und andere
2) Beteiligung der Arbeitnehmer am Fortschritt durch eine an der Produktivitätsentwicklung orientierte Lohnpolitik, also Einkommenszuwächse “Produktivitätswachstum + Inflationsausgelich”
3) Zielinflation von 2% der EZB, aber das haben wir ja schon und Frankreich hat sich genau daran vorbildlich gehalten.”

WObei man die aufgelaufenen Inflationsdifferenzen wieder ausgleichen muss, sonst wird das nix.

“Was not tut, ist also, dass wir uns an Frankreich orientieren und nicht umgekehrt. Wahrscheinlich soll genau das über das allgewärtige Frankreich-Bashing übertüncht werden.”

Mir scheinen da allerdings auch viele wirklich mit dem “gesunden Menschenverstand” der schwäbischen Hausfrau herangehen.

“Aber man müsste doch mal die These diskutieren, ob Kontinente sich nicht selbst genügen können. Wenn wir alle uns auf Franreisch zubewegen also die Griechen, Italiener, Portugiesen, Spanier von oben und die Deutschen und Österreich von unten bei den Lohnstückkosten, dann hätten wir am Ende einen großen Binnenmarkt, der jedem Land genügend Import und Exportmöglichkeiten bietet wobei sich aufgrund der Größe des Kontinents jedes Land im Ricardo’schen Sinne individuell ausdifferenzieren könnte, was seine komparativen Vorteile betrifft.”

Das Prolblem sind doch nicht so sehr die Exporte in ander Kontinente an sich. Rohstoffe brauchts immer, und viele ganz große oder ganz spezielle Teile muss man auch nicht überall bauen.
Das Problem sind doch die Salden, vor allem die wechselkursmanipulierten dauerhaften Salden.

Es ist ja leicht zu sehen, dass nicht alle Länder ihre Handelsbilanz positivieren können. Insofern ist die Idee nahezu jedes Wirtschaftsraumes, sich jetzt aus der Krise herausexportieren zu können, eben nicht dürchführbar oder auch nur sinnvoll.

Südamerika hast du vergessen. ;-)
Es ist wirklich interessant, was Argentinien macht.

topi November 11, 2012 um 02:00

.handelsblatt.com/politik/international/bedingung-fuer-hilfsgelder-troika-verlangt-entlassungslisten-von-griechenland

Jaja. Namenslisten von Steuerflüchtigen kamen ja nicht so gut an. :roll:

Wilma November 11, 2012 um 02:27

Hat der Pispers ja ganz nett erklärt bei den Mitternachtsspitzen, wie das so ist mit den Steuerflüchtigen.

Nur wenn das Festhalten am Euro solche Blüten treibt, wie Entlassungslisten für überflüssige “Kapazitäten” (so nennt man Menschen heutzutage) und Nachhilfeunterricht für die französische Regierung, dann will ich den Euro nicht mehr.

"ruby" November 11, 2012 um 05:03

Wochenendquiz für Hardcore BWLer / Kostenrechner:

Wann sind Reiskosten zur Auswahl einen indischen/afrikanischen Elephanten AHK des Anlagespiegels und wann sonstige Aufwendungen mit den Konsequenzen auf das Jahresergebnis / die Jahresergebnisse?

Wenn du nicht weiter weisst – frag den Jahresabschlussprüfer ;-)

"ruby" November 11, 2012 um 05:07
"ruby" November 11, 2012 um 05:12
"ruby" November 11, 2012 um 05:16

Für alle DekkadanceParties

http://www.youtube.com/watch?v=A61i0Xscj-k&feature=related

get out your saxophone …

"ruby" November 11, 2012 um 05:27

wenn du cool sein wolltest hast du es verpasst :

http://www.youtube.com/watch?v=VB00GTgyxMk&feature=related

"ruby" November 11, 2012 um 05:49

das war / ist die hymne der weltrettung vor allen kapitalflussströmen in steuerparadise

holger November 11, 2012 um 08:56

@topi

was sollen denn solche Aussagen?

—>>>Das Prolblem sind doch nicht so sehr die Exporte in ander Kontinente an sich.”

und dann kömmste wieder mit deinen Salden.

Mann Mann Mann… wenn nun mal jeder ein Töff Töff haben will, dann soll er das auch haben. Wirtschaften, geht nur über Exportieren. Selbst von Dorf zu Dorf. Und da haben eben die einen immer einen Überschuss. Deswegen sind die Salden auch nicht ausgeglichen. Müssen und können sie auch nicht sein. Deswegen hat man sich über die Made aus Germany auch damals Gedanken gemacht. Schon mal Gedanklich darüber nachgedacht? Was Made aus Germany bewirken sollte? Nicht die Salden ausgleichen, sondern den Import von deutschen Waren madig machen.

Alles klaro? Und wenn jemand unbedingt Kraftwerke von Siemens haben will? Dann würde ich sagen, nö gibts nich, wegen den Salden. Hat der Cheffe von der LPG Topistan gesagt. BITTE WARTEN… liefern erst, wenn die Salden und so. Vorher gibts nichts. Tiefste DDR VWL.

BB November 11, 2012 um 09:15

@~HG~

===> … wenn einer mit “Lohnstückkosten” anfängt mußßt du vorsichtig sein! … schon mein Makro-Prof hat mich dringendst davor gewarnt!!

Nee, so einfach ist das nicht. Die Abbildung 7 der Hans-Böckler-Stiftung vergleicht die Lohnstückkosten der EWU-Länder und heraus kommt exakt die Situation, die wir in der EU haben. Spanien, Griechenland, Portugal und Italien brechen signifikant aus dem Mittelfeld nach oben aus und Deutschland und Österreich brechen extrem signifikant nach unten aus. Die Lohnstückkosten sind also mit Sicherheit eine zentrale Messgrösse für die ganze Miesere.

Dass im Zusammenhang mit Frankreich dann auf einmal von den Arbeitskosten geredet wird ist ein alter INSM-Trick!

” … haben die Griechen und Franzmänner ihr’n eig’nen Völkern ein BIP-Waxdumm vor allem durch künstlich (mit billigen Transfaireuro-Krediten finanzierten & nicht rückzahlbaren!) überhöhte Staats- und Konsumausgaben geschenkt …”

Das ist die Erzählung von den faulen Südländern, die diesen manipulativen Umgang mit falschen Kennzahlen, wie den Arbeitskosten dann ergänzt. Der tatsächliche Zusammenhang ist nämlich:

Hohe Lohnstückkosten = niedrige Wettbewerbsfähigkeit
Niedrige Wettbewerbsfähigkeit = Importland, hohe Arbeitslosigkeit
Auf Dauer Importland = Hohe Schulden

So herum wird ein Schuh draus! Nix da mit “künstlich (mit billigen Transfaireuro-Krediten finanzierten & nicht rückzahlbaren!) überhöhte Staats- und Konsumausgaben”.

Das ist natürlich nicht ganz falsch. Aber hier wird Ursache und Wirkung verwechselt.

Das hat mit der Verlockung zu tun, die Wettbewerbsprobleme eine Zeitlang zu übertünchen, begünstigt durch die niedrigen Zinsen (Greenspan, dieser Weltverbrecher). Da hat man dann versucht, das Problem über lange Zeit mit einer Überdosis Keynesianismus in den Griff zu kriegen.

Die Hauptprobleme sind die Wettbewerbsunterschiede und deren Ausdruck sind die sehr validen Lohnstückkosten. Da lass ich mir nix erzählen!

holger November 11, 2012 um 09:27

BB

—>>>Die Hauptprobleme sind die Wettbewerbsunterschiede und deren Ausdruck sind die sehr validen Lohnstückkosten. Da lass ich mir nix erzählen!”

Es sind die Kosten/Stück aber nicht die Lohnstückkosten. In einer vollautomatisierten Bäckerei sind die Lohnstückkosten niedrig, und in einer Landbäckerei mit 10 Angestellten nicht.

Es kommt auf den Automatisierungsstand der VW an. Von daher sind Lohnstückkosten Mumpitz. Und wenn wir das bis in die Haarspitze differenzieren, werden wir auf das Ergebnis kommen, dass wir ein absolutes Niedriglohn Land sind, wo Löhne im Verhältnis zB China, noch unter den chinesischen liegen. Dh die Gewichtung geht international fehl, über die Lohnstückkosten irgendwelche Zusammenhänge zu basteln.

Es sind und bleiben die Kosten/Stück. Wir leben nicht mehr in der Zeit der manuellen Webstühle.

BB November 11, 2012 um 09:32

@topi

Thema: Lohnnebenkosten = Lohnsenkung? “So grob sollte man da nicht drüberbügeln. … Eine “Lohnsenkung” wird ja nun eher aus Lohnempfängersicht betrachtet; die Senkung des paritätischen Beitrages senkt nicht den Nettolohn, sondern erhöht ihn.”

Wie bitte?

Entscheidend ist doch, was hinten rauskommt (Kohl). Wenn der Bruttolohn für den Arbeitnehmer so entscheidende Bestandteile enthält, wie seine Rentenversicherung und Krankenkasse, dann ist für ihn doch nicht der Nettolohn entscheident. Vielleicht gefühlt, wenn er ziemlich dumm ist.

Nee, nee. Lohnnebenkostensenkung ist Lohnsenkung und zwar auf die ganz brutale Art. Denn alles was da eingespart wird, muss sich der Arbeitnehmer teuer privat von seinem “Netto” wieder dazukaufen.

“Entscheidend ist die Gegenfinanzierung. “Tanken für die Rente Man könnte ja die SV-Beitragssenkungen auch mittels Vermögenssteuern senken. Das wäre kreislauftechnisch nun sicher positiv. …. Selbst wenn die Produktivität voll aufgeteilt wird: es ist nicht zu rechtfertigen, dass nur die abhängig Beschäftigten in Normalarbeitsverhältnissen die gesamtgesellschaftliche Aufgabe Rente schultern sollen”

Ich entnehme daraus, dass Du ein Freund der Steuerfinanzierung bist. Das ist natürlich ein Modell über das man reden kann. Die meiner meinung nach bessere Alternative ist, dass man auch “nicht abhängig Beschäftigte” an der Rentenfinanzierung beteiligt. Aber das ist ein anderes Thema.

BB November 11, 2012 um 09:39

@Holgi

“Es sind die Kosten/Stück aber nicht die Lohnstückkosten. In einer vollautomatisierten Bäckerei sind die Lohnstückkosten niedrig, und in einer Landbäckerei mit 10 Angestellten nicht.”

Geh mal davon aus, dass in einer griechischen Landbäckerei die Brötchen auch nicht mehr von Hand geknetet werden. Der Unterschied zwischen einer griechischen und einer deutschen Bäckerei liegt nur darin, mit wieviel Personal jeweils die Maschinen bedient werden.

holger November 11, 2012 um 09:44

BB

—>>> Der Unterschied zwischen einer griechischen und einer deutschen Bäckerei liegt nur darin, mit wieviel Personal jeweils die Maschinen bedient werden.”

LMAO hätte ich fast nicht gedacht, dass ich das selbst geschrieben habe :D da hilft auch der Holgi nicht.

Und nun, was hat der Grieche für Kosten/Aufwand für das Brötchen? Und welche Kosten/Aufwand der deutsche? Nehmen wir Kamps, gibts die noch?

holger November 11, 2012 um 09:50

Andere Frage:

Optimiert ein Schweißrobotor die Lohnstückkosten, wenn dadurch 50% der manuellen Schweißarbeiten weg fallen, Ja oder Nein?

holger November 11, 2012 um 09:53

Andere Frage:

Optimiert es die Lohnstückkosten, wenn Kabelbäume für den Mercedes in china konfektioniert werden, anstatt in Stuttgart?

"ruby" November 11, 2012 um 09:59

@ holger

ja
aber du wolltest nach den Kosten/stück fragen
auch ja ;-)

holger November 11, 2012 um 10:02

Nächste Frage:

Was hat dieses Optimieren und Outsourcing für einen Einfluss auf die hiesige VW?

Und was hat das mit den Lohnnebenkosten zu tun? *Pfeif*

Wer bezahlt diese Kosten? Wenn nicht der Endkonsumer? *Pfiff*

"ruby" November 11, 2012 um 10:02

@ holger

kommt drauf an, weil chinalöhne als vorkosten in de-bilanz eingehen und nicht in gesamlohnkosten zusammengefasst wird…

holger November 11, 2012 um 10:04

richtig ruby

Kosten/Stück. Denn das ist das was interessiert plus eben noch das ominöse G strichchen.

holger November 11, 2012 um 10:04

ruby

China ist unter die Spalte Forderung Dritter zu sortieren

holger November 11, 2012 um 10:05

Umsatz
./. Mat und Waren
./. Forderungen Dritter
———-
=Rohgewinn
————-
./. Kosten des Werkelns
——–
= Gewinn vor Steuern

"ruby" November 11, 2012 um 10:07

@ holger

die frage müsste lauten:
wer entscheidet bei diesen kosten zu produzieren und wo ?
treten die annahmen dann auch ein ?
nur 1/3 der globalisierer haben langfristig in den märkten vor ort überlebt – scheiss quote oder?

holger November 11, 2012 um 10:09

http://www.12manage.com/images/picture_break_even_chart.gif

Und da drinne, kann auch ein BB wühlen. Und wird dann merken, dass das irgendwie easy as f+ck ist.

holger November 11, 2012 um 10:13

ruby

—>>>die frage müsste lauten:
wer entscheidet bei diesen kosten zu produzieren und wo ?”

Solche Deppen wie ich zB Kennzahlen und Machbarkeitsstudien.

holger November 11, 2012 um 10:16

ruby

—>>>nur 1/3 der globalisierer haben langfristig in den märkten vor ort überlebt – scheiss quote oder?”

Wenn die Zahl stimmt, wer beherrscht denn den Weltmarkt? Ich sags ja gerne wieder, das Spiel ist ja nicht wünsch dir was. In bestimmte Märkte kommst du nur schwer bzw gar nicht rein. Ich musste ja lachen, als die Kinesen den PV (Solar) mal kurz auf den Kopf gestellt haben. So, dass sogar das EEG in DE geändert werden musste.

BB November 11, 2012 um 10:29

@ruby

“nur 1/3 der globalisierer haben langfristig in den märkten vor ort überlebt ”

Genau! Das ist nämlich die zentrale Frage, über die es sich bei der gegebenen Faktenlage noch lohnt zu diskutieren.

Wollen wir als Europa in einen gnadenlosen Wettbewerb bis auf’s Messer mit anderen Kontinenten treten und dabei zum Kaserenhof und Sklavengesellschaft für Export-Profitierer werden oder sind wir uns selbst als innereuropäischer Exportmarkt genug.

Denn China und andere ist als Exportmarkt auch für uns deutsche nicht so wichtig, wie es die EU-Länder inklusive Gr., Italein, Portual und Spanien sind. Jetzt, wo diese Länder ausfallen, suchen Deutsche Unternehmer natürlich wieder in Asien (und grosskotzen damit in Talkshows). Aber letztendlich werden wir später wieder in die EU zurückkehren, einfach deswegen, weil die Chinesen dann alles kopiert haben und außerdem kürzere Lieferstrecken, weniger Probleme mit Mentalität, etc.

Wir Deutschen könnten als mittelkleines Land unsere gesamte Produktion in der EU absetzen und die anderen EU-Länder umgekehrt. Andere Kontinente brauchen wir gar nicht.

Das wäre die Frage, die noch zu diskutieren wäre.

holger November 11, 2012 um 10:44

Deswegen ist für mich die Diskussion über “Mindestlöhne” auch überflüssig. Denn Mindestlöhne setzen im Markt auch eine Mindestkaufkraft voraus. Auch werden sich automatisierte Betriebe freuen.

zB Maurer vs. Fertighaushersteller. Man kommt eben bei einer Betrachtung im Makro nicht über den Break Even im Mikro herum. Den kann man eben nicht weg diskutieren. Entweder betrachte ich ein Unternehmen als Ganzes, oder lasse es eben sein. Und wenn ich es als Ganzes betrachte, ist der Mensch nur ein Kostenfaktor wie alles andere auch.

Da aber nur der Kostenfaktor Mensch kaufen kann, müsste man den Break Even eben ein wenig anders denken. Denn die Kosten eines Unternehmens trägt nur der Kostenfaktor Mensch. Ohne diesen Kostenfaktor, kein Break Even.

Sollte logisch, aber muss ja nicht bewusst sein.

enrico November 11, 2012 um 10:48

Wir Deutschen könnten als mittelkleines Land unsere gesamte Produktion in der EU absetzen und die anderen EU-Länder umgekehrt. Andere Kontinente brauchen wir gar nicht.

Sehr richtig! Und da wird sich schnell zeigen, dass wir zwar die USA nicht brauchen aber leider die USA uns. Und schon wird’s nichts mehr mit der europäischen Selbstständigkeit.

BB November 11, 2012 um 10:49

Und weil manche riechen, dass man bei klarer Analyse der Faktenlage logischerweise bestimmte Schlussfolgerungen ziehen muss, fahren sie die ganz großen Geschütze auf:

OECD-Studie: Deutschland wird zum größten Verlierer der Welt

Poah, gleich der größte Verlierer! Uhhh, wir kriegen Angst.

Flaghilfe gibt’s dann mit jeder Menge Unsinn aus den Geschützen der einschlägigen Johurnallie:

http://www.welt.de/wirtschaft/article110890030/Frankreich-ist-ein-Albtraum-Deutschland-soll-fuehren.html

Und schaut mal auf das Posing von diesem Kevin Roberts dem Chef der Werbeagentur Saatchi & Saatchi. An wen erinnert der wohl? Mussolini oder Göbbels, such euch was aus. Ein ganzes Interview voll von chauvinistischem und larmoyanten Geschwätz.

chabis November 11, 2012 um 10:50

OT – Steinbrück-Honorare als Running Gag
http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/steinbruecks-schweizer-honorar-1.17787218
Bmerkenswerter als das Honorar, ist der Bericht über die Rolle, die der Ringier-Verlag via “Cicero” beim Puschen von Steinbrück zum Kanzlerkandidaten spielte.

"ruby" November 11, 2012 um 11:05

@ chabis

habe den roten steinbrück-cicero gestern meinem nachbarn geschenkt ;-)

aufklärung tut gut …

"ruby" November 11, 2012 um 11:12

@ enrico

deshalb müssen wir dem obama bei seiner eu-, de-visite auch mächtig mit dem rhythmstick “bearbeiten” …

http://www.youtube.com/watch?v=VB00GTgyxMk&feature=related

wenn der die nationale finanzlobby vertreten wollte !!!

BB November 11, 2012 um 11:21

nur mal so als Gedanken-Experiment – ist aber vielleicht sogar eine gute Idee:

Wir in Europa führen ein Qualitätssiegel ein:

“Produkt nach europäischen Sozialstandards erstellt” ein, also keine Lohndrückerei, keine Kinderarbeit, Arbeitszeiten 37,5h/Wo weniger als 10Str. pro Tag, Arbeitsschutzvorschriften, etc.

Jeder Importeur, der nach Europa Produkte einführen will, muss entsprechende Zertifikate vorweisen, ansonsten Importverbot oder hohe Schutzzölle.

Wir bräuchten uns überhaupt nicht vor irgendeinem angeblichen Tigerstaat in Südost-Asien zu fürchten. Griechenland würde nicht mehr unter billigen chinesischen Importen ächzen und wir alle könnten dem dann europäischen Motto frönen:

“Savoir vivre”

Alles würde gut!

BB November 11, 2012 um 11:22

Danny Cohn Bendit, schwafele nicht so rum! Mache gefälligst solche Vorschläge!

BB November 11, 2012 um 11:29

@enrico

“Und da wird sich schnell zeigen, dass wir zwar die USA nicht brauchen aber leider die USA uns. Und schon wird’s nichts mehr mit der europäischen Selbstständigkeit.”

Hab ich jetzt nicht ganz verstanden. Wozu brauchen uns die USA genau?

holger November 11, 2012 um 12:01

BB

—>>>Wir in Europa führen ein Qualitätssiegel ein:”

LMAO DIN (EN)-ISO 9000 ff.

—>>>Jeder Importeur, der nach Europa Produkte einführen will, muss entsprechende Zertifikate vorweisen, ansonsten Importverbot oder hohe Schutzzölle.”

Muhahahaha, willste die armen Inder-Kinder arbeitslos machen? Sozial ist, was Aaaaabeit schafft.

holger November 11, 2012 um 12:15

Ich schlage jetzt mal was anderes vor:

Bevor einer anfängt Journalist oder ähnliches zu werden, sollte er ein Zertifikat im Rahmen des “Industrie-Meister” vorweisen können. Nicht Handwerksmeister, nicht Techniker, nicht Dipl. oder Pätschechlor nein, Industrie Meister. Und dann reden wir weiter. Wenn wir alle Richtlinien im Kopf haben.

Eagon November 11, 2012 um 12:19

@BB

Was ist der Unterschied zwischen branchenbezogene Mindestlöhne und einem allgemein geltenden Mindestlohn?

Ist es gut in einer Branche A die Löhne um 20% (gemäß dem dortigen Produktivitätswachstum) zu erhöhen und in einer anderen Branche B gemäß der Produktivitätsentwicklung um 10% sinken zu lassen?

Was bedeutet dies für die Investitionstätigkeit von Unternehmern?

Und für die Phrase von der optimalen Nutzung der gegebenen Ressourcen?

Ist der langfristig sich einstellende Effekt, der gleiche, wie bei einer Lohnsteigerung um 10% in Branche A und Branche B.

Ist die Dienstleistungsrichtlinie (Beschäftigung von Arbeitnehmern zu katastrophal niedrigen Löhnen in Deutschland) eine wirkliche Chance für die Beschäftigten in Branche B?

Frau Merkels Vorschlag ist ganz und gar KEINE Abkehr vom Merkelantismus.

Im Gegenteil , ausgleichende Tendenzen, im Währungsraum , mit der Verlagerung ganzer Branchen in andere Regionen der Währungsunion, wird VERHINDERT.

Sie nützen den Menschen in Deutschland nichts.

"ruby" November 11, 2012 um 12:24

@ BB

für das Entsparen!
De (Junkbonds), China (Dollars), andere Gewinntransfers via Steueroasen lassen die US-Kapitalbilanz sprudeln um den Zinsbedarf sowie die negative dortige Sparquote zu kompensieren .

http://www.ftd.de/finanzen/alternativen/:waehrungen-kleine-fluchthilfe-aus-dem-euro/70113245.html

BB November 11, 2012 um 12:44

@ruby
und ich dachte, die brauchen uns als Niedrigsteuerkontinent: Microsoft, Facebook und co. hauen ja schon Obama an, und drohen auszuwandern, wenn der ihnen nicht einen ähnlich niedrigen Steuersatz anbietet, wie die Iren.

Ansonsten Junkbonds, Chinadollars, Gewinntransfers, Zinsbedarfe, alles monetaaristisches Teufelszeuch. Einfach nicht beachten, sollen sich die finger verbrennen, dann werden sie schlauer.

BB November 11, 2012 um 12:46

@Eagon

“Was ist der Unterschied zwischen branchenbezogene Mindestlöhne und einem allgemein geltenden Mindestlohn?”

bezog sich wahrscheinlich nicht auf einen meiner Kommentare (oder doch?)

BB November 11, 2012 um 12:48

@holgi

” —>>>Wir in Europa führen ein Qualitätssiegel ein:” Muhahahaha, willste die armen Inder-Kinder arbeitslos machen? Sozial ist, was Aaaaabeit schafft.

So so! Du kaufst also T-Shirts, die Inder-Kinder gefärbt haben ohne ausreichenden Arbeitsschutz. Jetzt wissen wir aber Bescheid über dich.

holger November 11, 2012 um 12:53

BB

—>>>So so! Du kaufst also T-Shirts, die Inder-Kinder gefärbt haben ohne ausreichenden Arbeitsschutz. Jetzt wissen wir aber Bescheid über dich.”

LOL yep, es sollen sogar die gesunden Frühstücksäpfel in Schulen aus China importiert sein… Wenn es ums Shopping geht, musste mine besser Hälfte fregen. Ich kauf nur Kippen und Alk

holger November 11, 2012 um 12:57

Und komm er mir ja nicht mit “Fair Trade” lol sonst muss ich als mich als auf dem Boden wieder hin und als wech rollen.

BB November 11, 2012 um 12:58

@holgi

“Frühstücksäpfel in Schulen aus China”? Und da wundern sich einige, wenn die Erdkappen abschmelzen

Jeden Tag ein (deutscher) Boskop, und Du sparst Dir den Arzt.

holger November 11, 2012 um 13:19

Stimmt, und jeden Morgen einen Expresso dazu…

Nanuk November 11, 2012 um 13:44

“Der Himmel ist zart, die Erde blaß. Die Welt ist ein Aquarell mit dem Titel April.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kommentar-zur-urwahl-der-gruenen-kandidaten-goering-eckardt-und-trittin-a-866494-druck.html

BB November 11, 2012 um 13:56

Die FDP ist ausgefallen. Ersatz muss her.

"ruby" November 11, 2012 um 15:41
"ruby" November 11, 2012 um 21:07
wowy November 12, 2012 um 00:25

OT
Und morgen sagt Raab :” Ich hab Euch alle nur verarscht!” oder wie er es heute ausdrückte “Ich hoffe, ich habe sie angeregt, mal ein bisschen über Politik nachzudenken”

Frankie Bernankie November 12, 2012 um 08:36

@BB

“Griechenland würde nicht mehr unter billigen chinesischen Importen ächzen…”

???
Griechenland ächzt unter allem möglichem, aber nicht unter “chinesischen Billigimporten”.

Frankie Bernankie November 12, 2012 um 08:42

@BB

““Griechenland würde nicht mehr unter billigen chinesischen Importen ächzen…”

Wenn es überhaupt unter Importen ächzt, dann eher unter “deutschen Teuerimporten”:

U-Boote
Audi, BMW
bulthaup
Miele
Licht-Wasser-Strom-Installationen für Olympia 2004 und Athener Flughafen

Aber alles ohne Kinderarbeit hergestellt, da ächzt der Grieche wenigstens politically correct…

Frankie Bernankie November 12, 2012 um 08:44

@Holgi

“Bevor einer anfängt Journalist oder ähnliches zu werden, sollte er ein Zertifikat im Rahmen des “Industrie-Meister” vorweisen können.”

Wenn man einen Hammer hat , sieht jedes Problem wie ein Nagel aus… :-)

Orange November 12, 2012 um 08:53

@ HG

“In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden Lohnstückkosten berechnet als der Quotient aus Arbeitnehmerentgelt und Bruttoinlandsprodukt (BIP).

===> … haben die Griechen und Franzmänner ihr’n eig’nen Völkern ein BIP-Waxdumm vor allem durch künstlich (mit billigen Transfaireuro-Krediten finanzierten & nicht rückzahlbaren!) überhöhte Staats- und Konsumausgaben geschenkt … ”

also BIP wächst durch nicht tragbare Kredite
–> Nenner steigt, Lohnstückkosten sinken
wäre ein gegenwirkender Effekt.

enrico November 12, 2012 um 10:15

@BB

Hab ich jetzt nicht ganz verstanden. Wozu brauchen uns die USA genau?

Schau mal was alles von Europa nach USA exportiert wird und was umgekehrt von USA nach Europa geht. Wenn wir aufhören würden nach USA zu exportieren, dann müssten die ja richtig anfangen zu arbeiten.

Sollten die US-Amerikaner aufhören nach Europa zu exportieren, gäbe es hier vielleicht ein bisschen weniger Gen-Mais, aber das wäre es dann schon. Und irgendwelche “Patente”, “Copy-Rights” oder sonstige “Rechte” muss man ja nicht immer wirklich ernst nehmen.

holger November 12, 2012 um 10:23

@Frankie

—>>>Wenn man einen Hammer hat , sieht jedes Problem wie ein Nagel aus… ”

Ist doch so… :D Kennste ein Problem kennste alle, mit der Zeit. Was macht das Handbuch ;-)

holger November 12, 2012 um 10:26

Hier mal ein Grieche der noch so etwas wie “wach”

http://www.n-tv.de/politik/Die-Party-ist-vorbei-article7722206.html?google_editors_picks=true

“Nicolas Vernicos: Wir haben in den letzten 20 Jahren sehr viel Geld und Unterstützung von unseren Partnern bekommen, ohne dass geprüft und kontrolliert wurde, was wir mit diesem Geld gemacht haben. Wir haben es einfach ausgegeben, ohne viel nachzudenken. Das müssen wir ändern. Ich bin aber auch erstaunt, dass unsere Partner uns so gutgläubig Geld geliehen haben, ohne Sicherheiten zu verlangen.”

Wo ist denn das Geld hingeflossen?

Frankie Bernankie November 12, 2012 um 11:21

@holger

“Griechenland – wo ist denn das Geld hingeflossen”

Wie ich schon weiter oben sagte – der Konsum war durch aus ein Thema in Griechenland nach 2002.

KFZ-Zulassungen in GR vor 1999: ca. 110.000 im Jahr
Zulassungen 1999 bis 2009: ca. 240.000 im Jahr
seit 2010: unter 100.000 im Jahr
Da war Party! Bekannte aus GR erzählten mir, dass in den Jahren es auch in Mode war, die Küchen neu einzurichten, gerne auch aus dem hochpreisigen Segment – deshalb poggenpohl und Miele.

Ausserdem: Olympia 2004: 16 Mrd. Euro!

Und nicht vergessen: das griechische Militär steht bei den Ausgaben je Einwohner an 5. Stelle – weltweit! 1.000nde Panzer ,
U-Boote – ebenfalls aus dem hochpreisigen Segment , diesmal HDW.

holger November 12, 2012 um 12:35

@Frankie

nicht nur da, im privat Sektor. Da sind ja Anlagen gebaut worden, die ja gar nicht da, nur auf Papier… huch… so was aber auch. Aber EU Subventionen + Kredit sind geflossen. Was ich nicht alles über GR gesehen habe, was den “EEG” Sektor betrifft. LOL der Grieche an sich, ist von vorne bis hinten hin, vonner Regierung beschissen worden. Aber wer wird das nicht :D

14 November 12, 2012 um 12:49

Je teurer aber das Bankgeschäft wird, desto weniger Kapazitäten bleiben zur Finanzierung des Wirtschaftswachstums. Die Notenbanken können noch so viel Liquidität in die Volkswirtschaften pumpen – wenn das Vertrauen in die Integrität und Stabilität der Banken nicht gegeben ist, können sie ihre gesamtwirtschaftliche Aufgabe nicht erfüllen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/finanzbranche-im-wandel-keine-woche-ohne-skandal-11957752.html

Ein einziger (neoliberaler) Saustall. Herakles fehlt noch. Und die oberen Billionenbankrottbanker für anderthalb Jahrzehnte in den Knast! Einzug des Privatvermögens, keine Abfindung, keine weiteren Boni! Nach Verbüßung der Strafe Betreuung und Gängelung durch die örtliche HIV-Agentur. Stattdessen unterhalten sie das Volk weiter mit irgendwelchen drittklassigen Händlern, die angeblich ohne Wissen der Vorgesetzten ein paar Milliarden Liquidität versenkt haben…

Vertrauen, pah..

BB November 12, 2012 um 12:51

@Orange / @ HG

“In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden Lohnstückkosten berechnet als der Quotient aus Arbeitnehmerentgelt und Bruttoinlandsprodukt (BIP). ===> … haben die Griechen und Franzmänner ihr’n eig’nen Völkern ein BIP-Waxdumm vor allem durch künstlich (mit billigen Transfaireuro-Krediten finanzierten & nicht rückzahlbaren!) überhöhte Staats- und Konsumausgaben geschenkt … also BIP wächst durch nicht tragbare Kredite
–> Nenner steigt, Lohnstückkosten sinken
wäre ein gegenwirkender Effekt.

Wikipdia:

“Das Bruttoinlandsprodukt (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen.”

Also ohne (!) die Importe (z.B. PKW’s, Küchen, U-Boote, …).

Sollte ein Teil des BIP in Gr durch Verschuldung induziert sein, dann gilt trotzdem der Zusammenhang, dass der Quotient aus Arbeitnehmerentgelt und BIP, also die Lohnstückkosten die wichtigste und sehr valide VWL-Kennzahl zur Abbildung der Produktivität ist. Wachstum per Verschuldung oder nicht ist da völlig unerheblich.

Denn wenn eine hohe Verschuldung auf eine hohe Produktivität trifft, können Schulden in der Regel ohne Probleme zurückgezahlt werden.

Genau das war nicht der Fall. Somit sind die Lohnstückkosten die entscheidende Kennzahl der Misere.

Aufklärer November 12, 2012 um 13:09

Wer sich für Geschichte der EU interessiert, dem seien diese zwei PDFs empfohlen. Vorsicht – alles VT!!!
Europa made by USA

f.luebberding f.luebberding November 12, 2012 um 13:18

Aufklärer

Frau Beck mag singen können. Über den Rest will ich schweigen.

Aufklärer November 12, 2012 um 13:19

@Luebberding
Sehr inhaltsreiche Kritik.
Ich sagte ja schon – alles nur VT.

Aufklärer November 12, 2012 um 13:29

@Luebberding
Immerhin haben Sie es geschafft, sich in 5 Minuten ein Urteil zu bilden über 70 Seiten. Chapeau!

14 November 12, 2012 um 13:39

..und der Nichtzauderer Braunberger propagiert (diesmal für die Nachbarn, danach dann wieder bei uns..) weiter das Märchen von den Strukturreformen, dem entbürokratisiert-entschlackten Schlankstaat und der dereguliert-impliziten Freien Fahrt für die Finanz”märkte”…

14 November 12, 2012 um 13:40

Die eigentliche Demoralisierung geht immer von der Spitze der Staaten aus, Finanzbetrug entsteht immer durch die höchste Instanz. Eine moralgeschichtliche Sensation ist aber, dass sich die großen Kreditnehmer von ihren eigenen Krediten überhaupt nicht belastet fühlen. Der Typus des fröhlichen Bank­rotteurs wird zur Leitfigur der Gesellschaft.

P. Sloterdijk

Wir fröhlichen mit…

Linus November 12, 2012 um 14:01

Frankie: “Da war Party! Bekannte aus GR erzählten mir, dass in den Jahren es auch in Mode war, die Küchen neu einzurichten, gerne auch aus dem hochpreisigen Segment – deshalb poggenpohl und Miele.”

holger: “nicht nur da, im privat Sektor. Da sind ja Anlagen gebaut worden, die ja gar nicht da, nur auf Papier… huch… so was aber auch. [...] LOL der Grieche an sich, ist von vorne bis hinten hin, vonner Regierung beschissen worden. Aber wer wird das nicht ”

Da wird das ganze Drama sichtbar. Zum Bescheissen gehören immer zwei. In Spanien liefs genau so, in D läufts auch nicht anders. Die Klügeren bescheissen die Dümmeren und behaupten obendrein, sie würden was leisten dabei. Und die Dümmeren sind sich nicht zu schade, die vergifteten Geschenke anzunehmen. Und damit sie die behalten können, wählen sie entsprechend. Und so geht’s halt dahin.

Ich fürchte: Demokratisch ist sowas nicht zu reparieren. Da findet sich schlicht keine Mehrheit für.

f.luebberding f.luebberding November 12, 2012 um 14:16

Aufklärer

Länger brauche ich tatsächlich nicht. Sie nimmt bekannte Fakten und interpretiert sie unter dem Gesichtspunkt des amerikanischen Interesses als Hegemonialmacht. So ein Zeug habe ich schon vor 35 Jahren als Schüler gelesen.

14 November 12, 2012 um 14:39
14 November 12, 2012 um 15:13

“Defend the dollar against the speculators..”

(by the way, was ist mit dem “Zauderer” auf der anderen Teichseite? Strukturreformen, Tellerwäscherderegulierungen und Staats- und Militärverschlankung oder Geld bei der privaten FED bestellen und abwarten bis der €uro zerfällt?)

chabis November 12, 2012 um 15:14
14 November 12, 2012 um 15:19

..im Begleittross Merkels deutsche Unternehmer mitreisten.

die Modern(d)e €urofriedens-Schnäppchenreise, das kann man ihnen doch wirklich nicht verdenken…

Carlos Manoso November 12, 2012 um 15:25

@ BB November 12, 2012 um 12:51
„Sollte ein Teil des BIP in Gr durch Verschuldung induziert sein,“

Ziemlich ahnungslose Frage. In welcher kapitalistischen Ökonomie ist das „BIP“ NICHT „durch Verschuldung induziert“? Eigentlich standen die Akkumulationsmaschinen der kapitalistischen Ökonomien ja schon Ende der 1970er Jahre vor dem totalen Exit. Mittels der „neoliberalen Revolution“ wurde dann ab den 1980er Jahren ein „Turbolader„ zugeschaltet, der die kapitalistischen Ökonomien über die erste Systemschranke rettete, hinter die unsichtbare „wahre Schranke der kapitalistischen Produktion“ (Marx) spürbar sichtbar wird: Nach der Teilverstaatlichung der kapitalistischen Zukunft kommt wie eine unaufhaltsame gewaltige Faust als nächster Schritt im großen Krisendrama die Vergesellschaftung.

Indem zB. die Notenbanken ansonsten unverkäuflich gewordene Eigentumstitel aufkaufen, entsteht alternativlos die Haftungsgemeinschaft ALLER Menschen, die früher oder später mit der Totalzerstörung des kapitalistischen Geldmediums, d.h. des Geldmediums überhaupt, konfrontiert sein werden. Unvorstellbar ?

Aber noch mal zurück auf den Anfang, Ende der 1970er Jahre, Generieren von virtuellem Kapital und immer größeren Finanzblasen durch Generieren, Privatisierung und Handel von Eigentumstiteln Beispiel: Privatisierung öffentlicher Güter, Verkauf dieser Eigentumstitel und Realisierung von deren Wert in der Gegenwart (wobei der Wert dieser Eigentitel in der Gegenwart nichts anderes repräsentiert als das Vertrauen in das Fließen der Gewinne der privatisierten öffentlichen Güter in allen künftigen Zukünften), die neoliberale Revolution. Die kapitalistischen Ökonomien schafften es, das irrationale System des Kapitals zu retten, indem es mittels „innovativer Finanzprodukte“ die Zukunft verkaufte. Geradezu genial !!! Die unlösbaren Widersprüche des kapitalistischen Systems wurden so um ein paar Jahrzehnte in die noch unsichtbare Zukunft verschoben, in der sie sich dann auf um das Vielfache gesteigerten Niveaus in immer gewaltigeren Entwertungsschuben entladen müssen. Nach uns die Sintflut !!! Die Zukunft ist jetzt da !

14 November 12, 2012 um 15:33

..in dem (€-)Land kann der gemeine Deutsche also auch keinen Urlaub mehr verbringen (ohne sich ständig umzugucken)…dabei wars doch mal portugeil…

Entziffer Null..

Paula November 12, 2012 um 15:37

@Aufklärer

Danke für den Link!
Auch wenn Herr Luebberding sich angeblich schon mit 8 Jahren :-) mit der Geschichte der EU in der Schule beschäftigt hat – ich fand das Material interessant.

14 November 12, 2012 um 15:40

Mit 7 Jahren ist Frank eben schon in die spd eingetreten. Seitdem argumentiert er nur noch..

Paula November 12, 2012 um 15:50

@14
…und merkt nicht einmal, dass die beiden Dokumente nur jeweils 5 Seiten haben. Sorgfätig ist er ja beim Lesen/Überfliegen.

Motto: Was nicht sein darf – kann nicht sein. ;-)

f.luebberding f.luebberding November 12, 2012 um 16:09

Hier scheinen einige meinen Geburtstag besser zu kennen als ich … . Zudem habe ich mich nicht zur Seitenzahl geäußert, sondern zum Inhalt … . Und wer sich über die Westintergration informieren will, der kann Grosser “Geschichte Deutschlands seit 1945″ immer noch zur Hand nehmen. Und Nein, die war aber damit nicht gemeint … . Eher die maoistischen Oberstufen-Schüler an meinem damaligen Gymnasium … und deren damalige Lektüre … . An die Debatten mit dem KBW erinnere ich mich immer noch gerne. Aber immerhin konnte man dort nicht Werbung für irgendeinen esoterischen Kram aus Hawaii oder so ähnlich finden. Das wäre nämlich dem antiimperialistischen Diskurs zum Opfer gefallen … .

BB November 12, 2012 um 16:12

@Carlos Manoso

BB „Sollte ein Teil des BIP in Gr durch Verschuldung induziert sein,“ Ziemlich ahnungslose Frage. In welcher kapitalistischen Ökonomie ist das „BIP“ NICHT „durch Verschuldung induziert“?

Ich meinte in diskutierten Zusammenhang mit “Verschuldung” natürlich die “Transfer-Euros” im Sinne von ~HG~:

“haben die Griechen und Franzmänner ihr’n eig’nen Völkern ein BIP-Waxdumm vor allem durch künstlich (mit billigen Transfaireuro-Krediten finanzierten & nicht rückzahlbaren!) überhöhte Staats- und Konsumausgaben geschenkt “

Wenn die Produktivität gestimmt hätte, hätten die ja tatsächlich was genützt und das BIP “nachhaltig” gefördert.

Mööönsch, du kanscht doch abschtrahieren! Ich kann doch nicht an jeden Satz einen Vortrag über Kapitalismustheorie dranhängen ;-)

Kaum ruft man hier im Block kurz “Verschuldung” rein, werden auf einmal alle hellwach hier :-)

14 November 12, 2012 um 16:15

Ja, aber was ist denn nun mit Hollande? Haben die vereinigten Globalkapital-Neoliberalen (finanziert über das Steuerzahlergeld für die Bankrottbanken) Experten ihn endlich sturmreif geschossen?

Es gibt nur eine (neoliberale) Lösung. Die Steuern für die (€-)Reichen müssen endlich runter! Dazu mindestens zwei von Staats wegen zur Verfügung gestellte, kostenlose PRIVATE Konten und Geheimschließfächer in der Schweiz/Singapur sowie die Möglichkeit der Teilnahme an einem wöchentlichen Vortrag von Peer Steinbrück (dieser ist gratis leider nicht finanzierbar!). NUR DAS kurbelt bekanntlich das fränzösisch-portugiesisch-griechisch-italienisch-spanisch-irische Wirtschaftswachstum an, welches wir brauchen um unseren Schuldendienst bis St.Nimm-Allein fortsetzen zu können. Also worauf wartet dieser Hölländer denn eigentlich noch?

f.luebberding f.luebberding November 12, 2012 um 16:21

14

Hollande hat die Einkommenssteuern erhöht. Schon vergessen?

14 November 12, 2012 um 16:33

der gefährlichste Mann €uropas: nach La fontaine und Daniel Düsenberg jetzt also…

ja, nö, frank, die Frage ist, wie lange bleibt das noch so, wenn ich mir die konzertierte, neoliberale Aktion dieser Tage ansehe? Vor langer, langer Zeit gabs da bei uns bereits einen historischen Zigarre-Brioni-Vorläufer. Ich bleibe skeptisch..

14 November 12, 2012 um 16:38

Was ist denn bisher insgesamt aus den 95 thesen geworden, die der wackere Mann vor Monaten noch an die Schloßkirche von Pilsen genagelt hat? Hat da jemand den Über-Blick?

holger November 12, 2012 um 16:46

Das hat man nun davon, dass jeder auf das Gymnasium darf. :D

BB November 12, 2012 um 16:48

@14
..und der Nichtzauderer Braunberger propagiert (diesmal für die Nachbarn, danach dann wieder bei uns..)

na ja, wenn man die “Arbeitskosten” nicht mehr anführen kann, weil man sich damit lächerlich machen würde, fordert man halt “Strukturreformen”. Das stimmt immer ein bisschen.

Wenn man das noch mit einer gehörigen Portion Pathos und Alarmismus verbindet, kann man natürlich die Krise herbeireden.

Mal ehrlich, stimmten bei Merkel zu Beginn ihrer Kanzlerschaft die Umfragen? Soviel ich weiß, nein. Gerade wegen der Eurokrise.

Es wäre schon toll, wenn die einschlägigen Feuilletonisten in Zukunft immer dabei sagen würden, gegenüber wem die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden muss. Dann müssten sie nämlich sagen: Deutschland! und nicht China, nicht gegenüber Holland, nicht gegenüber GB, nicht gegenüber Südeuropa, …. nichtmal sososehr gegen China oder gegen irgendwelche Tiger-/Panther-/Krokodil- und wieselflinken Gazellen-Staaten.

chabis November 12, 2012 um 16:57
snozin November 12, 2012 um 17:01

@ Carlos Manoso

Wir haben, obwohl November, nochmal Eis gelöffelt. Ein Vorstadtcafe ohne weitere Gäste. Aus dem angereicherten Wasser ragten Plastiklöffel: Kann es sein, dass wir achtlos schon Milliardenwerte der Zukunft zwischen den Fingern hatten?

Noch was im Ernst: Wann beginnt und wie lange hält die Phase der Deflation?

holger November 12, 2012 um 17:03

chabis

lol, doch, BWL ist einfach. Finanzmarktinstrumente wohl nicht. Das Land NDS hätte damals bei 1000€uronen/VWAktie alles verkaufen sollen. Dann wäre NDS “Schuldenfrei” gewesen. Aber nein, wenn es sich mal lohnt zu privatisieren, wird das ja auch nicht gemacht :D

holger November 12, 2012 um 17:09

aber gerne nochmal

http://www.12manage.com/images/picture_break_even_chart.gif

ersetze “Cost” durch “Income” spiegel die Grafik, und schön hätten wir einen Lösungsansatz. Selbst im Makro. :D

Eagon November 12, 2012 um 17:12

Der letzte verbliebene Arbeiter verzichtete auf eine Lohnerhöhung.

Das BIP war genau drei Orangekisten hoch.

Verschiedene Volkswirtschaften sind so vergleichbar wie Schweizer Käse und der Mond.

Psychologe November 12, 2012 um 17:36

@Luebberding

Als Psychologe ist es mir ein Rätsel, wie Sie hier immer weitermachen, obwohl Sie jeden Tag mindestens einmal Prügel beziehen.
Oder machen Sie nur deswegen weiter? :-)
Masochismus?

Carlos Manoso November 12, 2012 um 17:41

@snozin November 12, 2012 um 17:01

Carlos Manoso November 12, 2012 um 17:41

@snozin November 12, 2012 um 17:01

Carlos Manoso November 12, 2012 um 17:42

@snozin November 12, 2012 um 17:01

Psychologe November 12, 2012 um 17:49

@cm

Ihre Beiträge gefallen mir immer wieder; sie sind so leer-reich.
:-)

"ruby" November 12, 2012 um 18:36

@ holger

Dann wäre der Möllring als Neoklassiker in die Geschichte eingegangen und Nds. hätte kurzfristig die gesamte Produzentenrente verfrühstücken können.
Wulff als MP VW-AR hätte sich verabschieden müssen und die Kontakte verloren …
Politisch-Wirtschaftlichaftlich einfach nicht machbar ;-)

http://www.news.at/articles/0637/31/150828/karriere-politik-vranitzky-berater-konsulent

Lieber so bei an VW verdienen …

f.luebberding f.luebberding November 12, 2012 um 18:42

Psychologe

Gut erkannt. Die Frage ist nur, in welcher Beziehung die Relevanz der Prügel zur Relevanz des Blogs steht … .

"ruby" November 12, 2012 um 19:07
holger November 12, 2012 um 19:13

rubyyyyyy

—>>>Wulff als MP VW-AR hätte sich verabschieden müssen und die Kontakte verloren …”

ROFL :D LMAO

14 November 12, 2012 um 19:14

..Die Politik beginnt sich wohlig einzurichten in einer Welt, die von der EZB finanziert wird und in der notwendige Strukturreformen auch in Frankreich, Spanien oder Italien so lange aufgeschoben werden können, bis auch die letzte wettbewerbsfähige Volkswirtschaft der Eurozone am Boden liegt.

Wir fröhlichen mit…

"ruby" November 12, 2012 um 19:15

Es werden noch Wetten angenommen bei Professor Sinn :
http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/11006-sinn-euro-rettung-ist-konkursverschleppung
Was ist ELA der EZB ?

"ruby" November 12, 2012 um 19:19

@ holger

hast recht – wulffi hätte sich die aktien von seinen kumpels schenken lassen …

holger November 12, 2012 um 19:23

ruby

was steckt in dem Begriff “Kon-kurs-ver-schlepp-ung” :D Man kann keinen Konkurs ver-schleppen. Wo nix ist, kann man auch nix schleppen.

Im übrigen, versenken die deutschen Rentner gerade ihre Rente. Oder sie wird versenkt. Frag bei den LV nach. All die ganze schöne angesparte Kohle weg, nur nicht die Vermittlungsprovision von Herrn Kaiser.

14 November 12, 2012 um 19:27

Oben noch vergessen, ein Gratiskonto beim Kaiser(Graf) von Luxemburg gehört selbstverständlich auch zur (€uro)Menschenwürde..

Die luxemburgischen Banken haben eine Bilanzsumme in Höhe des 18-Fachen des Luxemburger BIPs. In Deutschland haben wir nur das Zweieinhalbfache. Der Vertreter eines solchen Landes kann nicht für Europa sprechen und den Steuerzahlern sagen, sie müssten bitte einen Bail-out des Bankensystems vornehmen. Er ist viel zu sehr Partei. Luxemburg ist mit Finanzinstitutionen überfüllt, ein Schiff, das bis zum Himmel mit Containern voll beladen wurde und bei der kleinsten Turbulenz umkippen kann.
(Professor Hans-Werner)

ein Himmel voller Container, na sowas, und alles unter den (
Aufsichts) Au-g-€-n von cduspfgrün…(ecb-eu-kommission)…

"ruby" November 12, 2012 um 19:28

Positiv?

Statt 120% 190% Verschuld des BIP
Denen muss wohl mal ein Vorzeichenwechsel einprogrammiert werden ;-)
http://www.handelsblatt.com/politik/international/kein-frisches-geld-fuer-athen-schaeuble-laesst-griechenland-zappeln/7379046.html
Schäuble die zarteste Versuchung seit es Schulden gibt !!!

"ruby" November 12, 2012 um 19:34

@ holger

Renten – die Risiken sind doch in vollen Bewusstsein der Gier unterschrieben worden oder?
Die haben doch den Herrn Merz …gewählt.
An den können sich alle wenden – der ist wesentlich netter als der Herr Kaiser ;-)
Wer geile Gier haben will, der kann auch GreenCheese fressen.

"ruby" November 12, 2012 um 19:38

@ 14

Es sind noch Plätze frei – es sind noch Plätze frei …
http://www.hafen-hamburg.de/overview/containerterminals
es sind noch Plätze frei.

holger November 12, 2012 um 19:41

ruby

—>>>Renten – die Risiken sind doch in vollen Bewusstsein der Gier unterschrieben worden oder?”

Och nö… ich hatte in dummen Jahren (ok sind noch nicht vorbei) :D auch mal ne Kapitale-Dynamische-LV… war nicht aus Gier… man erklärte mir damals, tod-sicher und man müsste ja was für das Alter vorsorgen. Ha… :D hätte ich gewusst, dass die damals auch schon in den Puff gegangen sind,… na was solls. Soll die sichere angelegte Kohle ruhig entwertet werden. Juckt mich nicht.

holger November 12, 2012 um 19:46

Und nun kommen die Idioten und erklären was von Strukturreform, dabei ist es eine “Renten”-Reform.

holger November 12, 2012 um 19:51

Ha… und wo soll die ganze Kohle denn Investiert werden? Und dabei auch noch den Renn-Dieter machen?

Da guckt der Sinn aber aus der vollgepinkelten Unterhose doof raus.

14 November 12, 2012 um 19:51

Was 82 “Geistich-Moralische Wende” hieß, heißt heute “Strukturreform”…(alter Wein mit Frostschutzmitteln in neuen Schläuchen)

"ruby" November 12, 2012 um 20:30

@ holger

investieren ?
na hier :

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/griechenland/euro-finanzminister-treffen-athen-bekommt-mehr-zeit-zur-konsolidierung-11958692.html

sind doch nur 31,5 + geschätzt weitere (laut DLF) 32 Mrd. € aus verlängerung : rechenkünstler bleiben rechenkünstler !

sind die bereits völlig schmerzfrei?
zeit die ostzote in ihren rechten ostsumpf zurück zu schicken; dort kann sie vor den tarifierten restbeschäftigten ihre bahnbrechenden eingetrichterten neoliberalen strukturreformen vertellen …
der thierse kann ihr assstieren, gauck läutet die glocken, göring-eckert versorgt mit entsprechenden diäten
23 Jahre nach der revolution geniesst die brd die früchte der wiedervereinigung – michelsens machen das möglich …
europa wird sich wundern, was es noch alles zu erwarten hätte .
dagegen waren die blühenden landschaften kindergeburtstag, portokasse …
tina : there is no alternative

"ruby" November 12, 2012 um 20:34

@ 14

alter wein?
frischer glühwein ;-)
http://www.welt.de/reise/nah/article109523051/Warum-die-Trauben-des-Olymps-viel-suesser-schmecken.html
weihnachtsmarkt wir kommen …

"ruby" November 12, 2012 um 20:36
"ruby" November 12, 2012 um 20:42

kann der draghi den volksvertretern vor der nächsten abstimmung nicht eine weihnachtsration glühwein per anleihe exportieren?
damit nicht alles so verbissen abläuft beim händchen heben, karte einstecken …
ja ist denn heut schon weihnachten
http://www.youtube.com/watch?v=vK_6j58BJEU

"ruby" November 12, 2012 um 20:45
"ruby" November 12, 2012 um 20:51

“…sind überzeugt, dass es gelingen kann, die Schuldentragfähigkeit Griechenlands zumindest auf dem Papier wieder herzustellen.”
http://www.handelsblatt.com/politik/international/bankstudie-neun-optionen-fuer-athens-rettung/7378278.html
genau das wollen wir – auf dem papier

Thor November 12, 2012 um 22:10
"ruby" November 13, 2012 um 02:26

amazing
kaiser chiefs
band from Leeds UK and club from Soweto SA
roots bzw. Metatheorie :
http://www.youtube.com/watch?v=t4Y1wDdMYH4&feature=related
“there is more to the picture than meets the eye”

"ruby" November 13, 2012 um 02:34

Wenn Du das Gefühl der Hand auf der Wasseroberfläche im Tunnel der Welle zum ausbalancieren spürst, weisst Du woraus der Mensch sich entwickelt hat ;-) :
Out of the Blue

Gekis November 13, 2012 um 09:27

Volker Pispers – Vermögenskrise – Schulden, Hehler und Reichtum

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XM9TCb2id40

dsds November 13, 2012 um 17:20

Sarah Engels wird heute Zwanzig!!
Wo bleibt die Kolumne Herr Luebberding?

Gerald Braunberger November 13, 2012 um 23:10
"ruby" November 13, 2012 um 23:57

Sieht so aus, als wenn Gerald Braunberger Interesse hat, dass sich etwas dreht !
Ernstgemeint oder nur Blogwerbung ;-) ?
Sieht nach Ernst aus wegen des Fettdrucks zur Hervorhebung.
Dann bepissen wir die falsche Politik gnadenlos bis sie vertrieben ist. Von den Akteuren garnicht zu reden.

f.luebberding f.luebberding November 14, 2012 um 00:22

Braunberger

Schon gesehen.

Andreas Kreuz November 19, 2012 um 19:45

Beinahe hätte ich mein Käsebrot auf die Tastatur gespotzt.
Beim Zitat des Tages aus der jungen welt vom 19.11.2012

“Für die Bändigung des Finanzsektors kämpft niemand so engagiert wie Peer Steinbrück.”

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel im Interview mit der Bild am Sonntag

"ruby" November 19, 2012 um 20:11

http://www.youtube.com/watch?v=DuhoealeMIs
Einnahmen erhöhen = Bulldozer und Hilfssteuerprüfer
Wetten das sie ihre Steuern zahlen?
Die Party ist vorbei …

"ruby" November 19, 2012 um 20:13

“Wir müssen zuhause mal ein bischen aufräumen.”

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