Metaphernschule: Rettungsroutine

by h.huett on 14. Dezember 2012

Die Rettungsroutine ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres bestimmt worden. Lassen wir dahin gestellt, was sie im einzelnen dazu bewogen haben mag. Mich wundert die Kargheit ihrer Gründe. Die Sprachschützer begnügen sich damit festzustellen, dass es sich um ein Oxymoron handelt, bleiben damit einer unpolitischen Naivität verhaftet und blind dafür, auf was für einen explosiven Blindgänger sie da gestoßen sind.

Denn von wo diese Routine grüßt, kann von Retten keine Rede mehr sein. Die Gefahr, aus der zu reißen wäre, wie uns die Grimms informieren, hat sich verewigt. Das Reißen wird damit so überflüssig wie die Routine. Somit geht es bei Lichte betrachtet auch nicht mehr um die Routine des Rettens, sondern um das Einüben des Lebens in der Gefahr.

Wer wäre für eine solche tiefe Einsicht begnadeter als der demnächst aus der Politik ausscheidende Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, ein Politiker, der erst auf der Zielgeraden seiner Karriere zu einer dissenting vote gefunden hat. Vorher war er viele Jahre eher ein unauffälliger Parteisoldat, ein erfahrener Vereinfacher komplexer Situationen und wurde deshalb immer wieder gerne als Interviewpartner einvernommen. Bosbach hat nach meinen bisherigen Recherchen erst vor wenigen Tagen, am 9. Dezember dieses Jahres, das Wort “Rettungsroutine” geprägt.

Es würde mich jedenfalls wundern, denn in der Euro-Zone hat sich eine Art Rettungsroutine eingestellt. Und die Zahlen werden immer größer. Das führt allerdings nicht dazu, dass die Debatten auch länger werden. Im Gegenteil, bei den letzten Sitzungen haben wir nicht mehr so kontrovers und nicht mehr so emotional in der Fraktion debattiert, wie das in der Vergangenheit einmal der Fall war. Ich bezweifle im Übrigen auch nicht, dass wir uns mit den rund 44 Milliarden neue Hilfen, die es gibt, wiederum etwas Zeit kaufen. Allerdings sind doch die Prognosen, die man abgibt für das Wirtschaftswachstum in Griechenland, sehr, sehr optimistisch. Ich fürchte, dass sie zu optimistisch sind und dass wir uns in absehbarer Zeit wiederum mit dem Thema beschäftigen müssen – mit einem Ergebnis, was sich heute schon ahne.

Das Retten nach Art der Bundeskanzlerin kauft Zeit, schickt die Gefahr in die Verlängerung, stellt sie auf Dauer, senkt die Empfindlichkeit für die Folgen der Politik des Zeitkaufens und immunisiert die öffentlichen Diskurse gegen die Wahrnehmung dessen, was auf dem Spiel steht.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache sollte Herrn Bosbach einen Sonderpreis verleihen. Er hat mit dem Neologismus der Rettungsroutine die Politik der Bundeskanzlerin kenntlich gemacht.

Crosspost

 

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Nanuk Dezember 14, 2012 um 13:38

“was auf dem Spiel steht…”

Was steht denn da ausser ein paar Karrieren von durchgeknallten Narzissten?

wowy Dezember 14, 2012 um 13:49

Das Wort “Rettungsroutine” wird gemeinhin bei Notarzteinsätzen, Schiffsunglücken, etc, benutzt und Beschreibt die eingeübten Handlungsabläufe zur optimalen Gestaltung/Bewältigung der Situation. Es ist insoweit kein Neologismus des Hern Bosbach.

Das die Politik der Bundesregierung nur noch aus vergleichbaren Situationen heraus geschieht, ist hingegen zutreffend.
Die Frage ist nur, ob es sich dabei um unvorhersehbare oder bewußt herbeigeführte Ereignisse handelt.

Das Buch von Naomi Klein “Die Schock-Strategie” kommt einem jedenfalls immer wieder in den Sinn.

f.luebberding f.luebberding Dezember 14, 2012 um 13:51

Lustig. Die CDU hat offenkundig jetzt Deine Anregung aufgenommen und kürt Bosbach zum Wortschöpfer. Allerdings hat den Holger Steltzner schon im Mai 2011 benutzt … . Die Erfindung solcher Begriffe lässt sich aber sowieso nicht mehr rekonstruieren. Sie tauchen einfach auf.

wowy Dezember 14, 2012 um 13:52

Sorry, nochmal

Das Wort “Rettungsroutine” wird gemeinhin bei Notarzteinsätzen, Schiffsunglücken, etc. benutzt und beschreibt die eingeübten Handlungsabläufe zur optimalen Gestaltung/Bewältigung der Situation. Es ist insoweit kein Neologismus des Herrn Bosbach.

Dass die Politik der Bundesregierung nur noch aus vergleichbaren Situationen heraus geschieht, ist hingegen zutreffend.
Die Frage ist nur, ob es sich dabei um unvorhersehbare oder bewußt herbeigeführte Ereignisse handelt.

Das Buch von Naomi Klein “Die Schock-Strategie” kommt einem jedenfalls immer wieder in den Sinn.

mailer Dezember 14, 2012 um 13:54

Der Begriff wurde tatsächlich schon 2mal verwendet.
Also einmal Bosbach und einmal Steltzner.

Unglaublich!! ;-)

f.luebberding f.luebberding Dezember 14, 2012 um 13:56

wowy

Wobei das auch ein Missverständnis ist: Es geht nicht um die Kreation des besten Neologismus. Aber ich finde den Hinweis auf Klein nicht schlecht: Was sagt der Begriff eigentlich aus?

Nanuk Dezember 14, 2012 um 14:00

Das jemanden retten Routine sein sollte…

“Als Routine bezeichnet man eine Handlung, die durch mehrfaches Wiederholen zur Gewohnheit wird”

Ergo was Merkel tut ist eine Selbstverständlichkeit und Merkel regiert damit überhaupt nicht sondern Verwaltet…

mailer Dezember 14, 2012 um 14:01

bei google kommt auf der EINUNDZWANZIGSTEN Seite der erste Eintrag dazu, der nicht das HEUTE betrifft.

Und der Junge nennt sich LoRdNyCoN.
“fixmbr über die rettungsroutine geht nicht?”

http://support.identive-infrastructure.com/forum/viewtopic.php?f=1&t=354

Gute Nacht – und willkommen zur undeutschen Sprache.

mailer Dezember 14, 2012 um 14:02

Also vergessen wir mal Bosbach und Stelze.

snozin Dezember 14, 2012 um 14:02

Dazu die ökonomischen Kategorien:

Wettretten
Rettwetten

mailer Dezember 14, 2012 um 14:21

@Huett/ Luebberding

Wieder mal gut recherchiert. ;-)
So muß Qualitätsjournalismus.

h.huett Dezember 14, 2012 um 14:28

FL und wowy

Dass andere Bereiche den Begriff aus ihrer täglichen Praxis kennen, ist unbestritten. Es geht um die Übertragung in die Politik.

Frau Merkel hat Carl Schmitts Satz, souverän sei, wer über den Ausnahmezustand gebietet, auf ihre Weise adaptiert: souverän ist, wer den Ausnahmezustand als Normalität verkleidet.

mailer Dezember 14, 2012 um 14:30

“..seine Signifikanz bzw. Popularität stehen bei der Wahl im Vordergrund..”

Signifikanz (lateinisch significare „bezeichnen“) steht für:
die Wichtigkeit einer Sache oder einer Begebenheit; siehe Bedeutsamkeit
in der Statistik die Aussagekraft von Daten; siehe Statistische Signifikanz
in der Numerik Anzahl der signifikanten Stellen einer Zahl

Mit Popularität (vom lat. populus, „Volk“) bezeichnet man
die Beliebtheit einer Person oder eines Produktes in einer Gruppe von Menschen. Sie ist ein wesentliches Produkt der öffentlichen Meinung (siehe dort),
die Gemeinverständlichkeit der Darstellung eines komplexen, für ein Publikum eigentlich schwer verständlichen Gegenstands unter weitgehender Vermeidung fachlicher Termini und Argumentation.
(wiki)

Jetzt bilde sich jeder ein Urteil über das Urteil der GfS. :-)

mailer Dezember 14, 2012 um 14:33

@Huett

Adaption kam in der Urteilsbegründung nicht vor.
;-)

mailer Dezember 14, 2012 um 14:42

Und auch das bzw. sollte man erklären.

1. oder; oder vielmehr, genauer gesagt; Abkürzung: bzw.
2. und im anderen Fall; Abkürzung: bzw.
http://www.duden.de/rechtschreibung/beziehungsweise

Meint die GfS nun 1. oder 2. mit ihrem bzw.?
Sind ja 2 völlig verschiedene Bedeutungen.

Deutsche Sprache schwer. ;-)

Nanuk Dezember 14, 2012 um 14:49

Die Deutschen brauchen dafür ja auch ein “Lehnwort aus dem Französischen”

f.luebberding f.luebberding Dezember 14, 2012 um 14:51

Hütt

Nur ist der Ausnahmezustand ja in Deutschland nichts konkretes. Er ist nur eine Idee. So fehlt ihm die empirische Grundlage. Es sei denn, man betrachtet Seehofer Söderdebatte und ähnliches als Ausdruck des Ausnahmezustandes. Gerade deshalb passt ja auch der Begriff Routine.

Nanuk Dezember 14, 2012 um 14:57

Rettungsroutine?
Ne also ich schau ja immer weg wenn jemand ersäuft…

wowy Dezember 14, 2012 um 15:07

@FL
Es ging bei dem Begriff auch um die “Krise”, ergo um die europäische Ebene, die sich -natürlich- finanziell auf die Bundesrepublik auswirkt.
Insofern ist @huett näher dran. Die Zusatzfrage muss nur lauten, ob Angela Merkel den Ausnahmezustand nur noch durch Symptombekämpfung beeinflussen kann, oder ob eine Ursacheneinwirkung noch möglich ist.
Ich glaube im Moment nur an Symptombekämpfung, insoweit entspricht für Merkel der Ausnahmezustand der realen Handlungsoption, die bei ca. 0,01 zu liegen scheint.
Die Lähmung ist der Ausnahmezustand!

TheRealSlimShady Dezember 14, 2012 um 15:11

Warum es sich bei “Rettungsroutine” um ein Oxymoron handeln soll, ist mir ebenso unklar wie die ganze weiterfolgende Ausdeutung oben. Mit guten Argumenten kann man darauf verweisen, dass das politische System in Wohlfahrtsstaat und Risikogesellschaft zu einer einzigen, allumfassenden “Rettungsroutine” mutiert ist.

Deshalb: What’s news, pussycat?

Nanuk Dezember 14, 2012 um 15:17

»Eurorettung« ist im übrigen bereits das Unwort des Jahres

mailer Dezember 14, 2012 um 15:20

Auch für Sprachunkundige:

griechisch oxýmōron, zu: mōrós = stumpf, träge; dumm, töricht

;-) ;-)

mailer Dezember 14, 2012 um 15:23

“Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist eine politisch unabhängige Vereinigung zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. ”

“Gefördert wird die GfdS von der Bundesregierung ..”

Noch ein Oxymoron. ;-)

wowy Dezember 14, 2012 um 15:26

@FL und @huett Ergänzung
Man kann das sehr gut daran festmachen, dass es im Parlament keine echten Debatten mehr gibt (Ausnahmen bestätigen die Regel), sondern krampfhaft Argumente zur Verteidigung angeführt werden. Es wird nicht mehr hinterfragt bzw. solide begründet, sondern nur noch rechtfertigt.
Auf Regierungsebene ist alles alternativlos.
In den eingebrachten Gesetzesentwürfen steht das dann immer unter C. Alternativen: keine
(das hätte ich gern als Unwort des Jahres gehabt).

Das war in der Debatte zum Einsatz deutscher Soldaten in der Türkei heute gut zu sehen. Einzig Gysi hatte es kurz gewagt den Sinn der Mission zu hinterfragen.

Nanuk Dezember 14, 2012 um 15:37
mailer Dezember 14, 2012 um 15:42

http://www.gfds.de/wir-ueber-uns/hauptvorstand/

Diese Herren und Damen sind also politisch unabhängig, weil sie von der völlig unpolitischen Regierung abhängen, die wiederum aus völlig unpolitischen Parteien besteht.

Das ist ein Oxymoron zum Quadrat! Oder nur mōrós… ;-)

wowy Dezember 14, 2012 um 15:47

@Nanuk
Danke, kannte ich schon. Hat sich seit dem nichts geändert, wird eher schlimmer.

Nanuk Dezember 14, 2012 um 15:51

@mailer
Vieleicht sollte die Gesellschaft für
deutsche Sprache ein Punk Gebet gegen Himmel senden… um ihr unabhängigkeit unter Beweis zu stellen…
http://www.youtube.com/watch?v=cNjdbGyNq3o

f.luebberding f.luebberding Dezember 14, 2012 um 16:36

TRSS

Das ist mir gar nicht aufgefallen, obwohl die Rettung vor Lebensrisiken tatsächlich die Aufgabe des Wohlfahrtsstaates ist. Nur hatte trotzdem niemand diesen Begriff geprägt, weil das nicht als Widerspruch betrachtet worden ist, sondern beides in einem logischen Zusammenhang steht. In der Eurokrise wird das ja bezweifelt – und gibt es keine Gewißheit über die Rettung. Vielleicht erklärt das den anderen Umgang.

wowy Dezember 14, 2012 um 16:52

Auch das ist symptomatisch:
irgendwo sind immer gerade Wahlen, die grundsätzliche, hinterfragende Entscheidungen verhindern, also muss die “Angstschraube” noch ein Stück angezogen werden. Nur nicht vom “Ausnahmezustand” wegkommen, damit niemand die Lähmung und die schleichende Bewegungslosikgeit der Demokratie bemerkt.

Niccolò Machiavelli lässt grüßen.

“Weitreichende Vertragsveränderungen oder gar ein EU-Konvent seien aber vor den Europawahlen im Jahr 2014 nicht realistisch.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/eu-gipfel-merkel-kuendigt-in-der-euro-krise-harte-zeiten-an-a-872970.html

f.luebberding f.luebberding Dezember 14, 2012 um 17:06

mailer

Kapitalverwertungskrisen sind das tägliche Brot im Kapitalismus. Dafür braucht man keinen Euro, sondern nur eine ordinäre Krise. Das drückt sich eher hier aus. Die haben 2006 3 Mrd. Euro für Pro 7 gezahlt – und sind jetzt darauf angewiesen, dass sie nur noch die Gewinne machen können, die auch tatsächlich real erwirtschaft werden. Die Spekulationsblase ist weg – und damit auch die Erwartung auf Extraprofite. Ich denke, der schleichende Verfall der Deutschen Bank ist auch so ein Hinweis. Denen fällt gerade das Kartenhaus vor die Füße. Jeden Tag ein neues Desaster. Heute wieder mit Kirch. Die werden jetzt zu einer Art Commerzbank, allerdings ohne Staatsbeteiligung.

Und der W-ING erklärt vieles. Keine Frage. Er ist aber vor allem ein verlässlicher Kontraindikator … .

h.huett Dezember 14, 2012 um 17:18

TRSS

Zum Oxymoron stellt die GfdS fest:

Sprachlich interessant ist die widersprüchliche Bedeutung der beiden Wortbestandteile: Während eine Rettung im eigentlichen Sinn eine akute, initiative, aber abgeschlossene Handlung darstellt, beinhaltet Routine – als Lehnwort aus dem Französischen – eine wiederkehrende, wenn nicht gar auf Dauer angelegte und auf Erfahrungen basierende Entwicklung.

Ich betrachte das Widersprüchliche mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das eine Auge lacht darüber, welches Gottvertrauen aus dem Schriftsatz der Sprachschützer spricht, die sich nicht vorstellen können, dass eine Katastrophe auf Dauer gestellt sein könnte. Das andere Auge weint darüber, dass durch die Routinen der Risikogesellschaft Ausnahmen zur Regel und Regeln zur Ausnahme werden. Es hat sich nur noch nicht zu allen herumgesprochen, was es bedeutet: “das Einüben des Lebens in der Gefahr”. Am Ende könnte man den Sprachschützern deshalb eine gewisse Weisheit zusprechen, wenn sie sich den durch das Wort bezeichneten Tatsachen gewachsen zeigen sollten.

mailer Dezember 14, 2012 um 17:24

@Luebberding / Huett
Sackgassen haben nur einen Ausgang -und auch nur dann, wenn man umkehrt. ;-)

holger Dezember 14, 2012 um 17:30

—>>>Während eine Rettung im eigentlichen Sinn eine akute, initiative, aber abgeschlossene Handlung darstellt”

Ich war schon immer in Deutsch ne Niete. Aber jetzt muss ich sagen, es gibt schlimmere. :D

Was ist an einer Rettung bitte schön eine “abgeschlossene Handlung” ? Das Wort sagt alles und nix im zeitlichen Ablauf aus.

SAR Search And Rescue

Man sollte evtl. mal bei der Armee nachfragen, was da so an Routine geübt wird.

Aber man muss als Normalstörblicher das Maul halten… Dafür gibts ja hoch intelligente Lebewesen.

Treidelstein Dezember 14, 2012 um 17:42

@ TRSS

Jugendlicher Sturm und Drang:
“Die Elite rettet sich selbst.”

Altersweise Beliebigkeit:
“Mit guten Argumenten kann man darauf verweisen, dass das politische System in Wohlfahrtsstaat und Risikogesellschaft zu einer einzigen, allumfassenden ‘Rettungsroutine’ mutiert ist.”

Na ja, auch ein anderer Ösi, Hugo von Hofmannsthal, hat seine genialischen Sachen in jungen Jahren geschrieben, während das Alterswerk heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt..

"ruby" Dezember 14, 2012 um 17:52
topi Dezember 14, 2012 um 18:24

mailer

“Eine Eurokrise gab es nie, gibt es nicht und wird es nie geben.”

Natürlich gibt es eine Krise, die nur durch den Euro vorhanden ist; hervorgerufen durch den Wegfall des WK und die Nichtschaffung von anderen Ausgleichsmechanismen bzw. die Verhinderung von unterschiedlichen Entwicklungen gröberen AUsmaßes, vor allem bei den Preisen. (ob dies möglich gewesen wäre, ist hier irrelevant)

Kann man durchaus Eurokrise nennen, würden wohl die meisten sagen. :roll:

Daneben gibt es auch eine Kapitalverwertungskrise, klar.
Aber nur weil du schon immer in einer Sinnkrise steckst, heßt das noch lange nicht, dass du nicht in eine akute Alkoholkrise geraten kannst, alter Logik-Freund. :roll:

Roberto J. De Lapuente Dezember 14, 2012 um 18:26

Ich habe den Begriff vorher nie wahrgenommen. Aber sei’s drum, das Unwort des Jahres ist stets inhaltlich spannender.

h.huett Dezember 14, 2012 um 18:47

Hier ein saisongerechtes Beispiel für eine ganz individuelle Rettungsroutine. Der Zeitungsjunge liebt das Fahrradfahren. Auch mit 82 Jahren, als Urgroßvater.

Einüben in das, was der Fall ist – Lohnarbeit bis zum Exitus.

mailer Dezember 14, 2012 um 18:52

@topi

Dialektik immer geschwänzt?
Ursache- Wirkung scheißegal?

Laß gucken du Profimasseur…:-)

Bruchmüller Dezember 14, 2012 um 18:56

@mailer

“Ein Ossi macht alles schlecht, was gut ist.”

Der Ossi hat noch immer diesen ulbrichtschen Raketenspruch im Ohr, den vom “Überholen ohne einzuholen”. Jetzt sieht er fassungslos, dass das tatsächlich geht. Nur mit der Richtung kommt er noch nicht ganz klar. Ein Ossi eben.

Stephan Dezember 14, 2012 um 19:15

Das wird @HansHuett gefallen. Die babylonische Sprachverwirrung in Deutschland wenn es um “Rettungsroutine” geht.

"ruby" Dezember 14, 2012 um 19:51

mein favourit is die rettungsguillotine …
http://www.youtube.com/watch?v=hvxrYm4nxXY
miles ahead ;-) and still alive
1979

wowy Dezember 14, 2012 um 20:00
h.huett Dezember 14, 2012 um 20:15

wowy

Das Tauchen ist ein schönes Bild, man braucht dafür eine gute Atemtechnik. Die Bundeskanzlerin liebt zwar die großen Wagneropern, ist selbst aber eher kurzatmig und schickt andere auf Tauchstation.

wowy Dezember 14, 2012 um 20:16

@huett
Ja, danke, fand ich auch

"ruby" Dezember 14, 2012 um 20:33

Den Weidmann hat sie gerade so nebenbei versenkt ;-)
Arme Sau !

enrico Dezember 14, 2012 um 21:06

ist doch klar:

Rutscht ein Mann über Bord, wirft man ihm einen Rettungsring zu.

Kommt ein Paradigma ins trudeln wirft man ihm eine Rettungsroutine hinterher.

“Rettungsroutine” ist übrigens ein typisch deutsches Wort, weil “Routine” ja ein altdeutscher Milchmädchennahme ist.

Allerdings stammt “Rettung” eigentlich von dem englischen Wort “retting” ab: das Rotten.

wowy Dezember 14, 2012 um 21:10

Für @huett OT
Habe bei twitter die Frage zu Suhrkamp gesehen #Selbstkontrahierungsverbot

Suhrkamp Verlag GmbH und Co. KG
Ich habe also eine Kommanditgesellschaft mit Kommanditisten und der Komplementär ist eine Gesellschaft (Suhrkamp Verlag GmbH).

Nach überwiegender Auffassung muss eine im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Befreiung vom Selbstkontrahierungsverbot im Handelsregister eingetragen werden.
Als Journalist könnte man da mal reingucken, da der Gesellschaftsvertrag wohl nicht rausgerückt wird ;-)

Das kannst du dann hier wieder löschen.

"ruby" Dezember 14, 2012 um 21:11

Sägen Sie, Schura, sägen Sie! (russisch Пилите, Шура, пилите! – Pjiljite, Schura, pjiljite!). Dieser ironische Satz wird immer wieder gebraucht, wenn jemand versucht, die unausweichliche Strafe für ein gescheitertes Unterfangen durch Verheimlichen hinauszuschieben. Im Roman stehlen Panikowskij und Balaganow die gusseisernen Gewichte des Untergrund-Millionärs Korejko, weil Panikowskij überzeugt war, dass sie aus Gold seien. Der Satz stammt von Panikowskij, als ihm längst klar ist, dass er daneben lag.

aus :
Das goldene Kalb oder die Jagd nach der Million (Übersetzer Thomas Reschke), Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 1988 ISBN 3-596-28263-2

h.huett Dezember 14, 2012 um 21:32

wowy
Das lassen wir stehen. Mich wundert, wie juristisch ahnungslos viele Artikel rumraunen, auch scheint RA Raue eine problematische Rolle zu spielen. Ich würde als Gf. nie ein Gremienmitglied des Verlags mit der Prozessführung beauftragen.

topi Dezember 14, 2012 um 21:43

mailer

Was für ein Witzbold. :roll:

Dein “witzigen” Bemerkung über meine berufliche Tätigkeit kannst du dir ruhig stecken. Vor allem, da du als “Marketingler” (wie arm ist das eigentlich, reichts nicht mal zu BWL) vielleicht zweimal gehört hast, dass es Volkswirtschaftslehre gibt, und ich hier ein Prädikatsexamen rumliegen habe. :roll:

Dabei ist es völlig egal.
Egal ist es aber nicht, wenn man nach Jahren des Mitlesens noch so dümmliche Fragen stellt, was denn der Wegfall des WK im Rahmen der Euroeinführung bedeutet.
Man kann natürlich nicht alles wissen, und mit dem Denken ist es halt schwierig für manche; aber das haben wir nun schon zigmal ausführlich auseinandergenommen, vielleicht solltest du auch mal lesen statt dümmliche Bemerkungne zu machen.

Aber ich bin ein sehr geduldiger Mensch; stell doch deine Frage nochmal in angemessenem on, un dich erkläre es dir auch noch mal, in schön kleinen Schritten.

Oder du musst, wie schon öfter, dir wieder einen neuen account zulegen, weil dieser wegen offensichtlicher argumentativer Wehrlosigkeit durchgefallen ist. Macht ja nix, da man deine accounts nach spätestens zwei postings zuordnen kann.

"ruby" Dezember 14, 2012 um 21:59

@ topi

HW Sinn erzählt trotz € immer noch was von nationalen Salden mit Überschüssen, Defiziten nach Ländern und völkischen Abstammungen so als kenne er keine Währungsgemeinschaft seit 2002 !
Eine Währung ohne Gemeinschaft geht nicht.

holger Dezember 14, 2012 um 22:39

@topi

—>>> reichts nicht mal zu BWL) vielleicht zweimal gehört hast, dass es Volkswirtschaftslehre gibt, und ich hier ein Prädikatsexamen rumliegen habe.”

Ah ja… klar, immer auf die BWL druff… Lusche ;-) hälts dich wohl was für besseres? Mir ja egal, was der “mailer” mit dir hat. Aber so geht das nun och nich. Lerne du erstmal WWL und danach UWL… :D

Prädikatsexamen? In was? VWL? Wann abgeschlossen?

Folkher Braun Dezember 15, 2012 um 02:51

@Holger:

Also ich habe 2,0 in Prollitologie vom Otto Suhr, Berlin vom November 1973, den Facharbeiter mit 1,0 von der IHK Bieledorf 1979 und den Industriemeister 2,0 von der IHK Mönster 1986. Nach was suchst Du denn gerade? Also VWLer bekommt man in Mönster derzeit gestapelt auf Tauschpalette in Folie gewickelt im Zehnerpack. Kein Mensch braucht die. Wir suchen dringend nach Beschäftigung für die Akademikers- Surpluspopulation. Wiesaussieht ist ja ganz nett, generiert aber kein Mindesteinkommen. Kann ja nicht jeder Straßenfeger werden. Und der Morph weigert sich notorisch, das Gewindeschneiden zu lernen, obwohl das noch die intellektuell höhere Anforderung war im Vergleich zur Dreikant- Feilen- Bedienung. Ich weiß da im Moment auch nicht weiter mit den Akademikers hier.

holger Dezember 15, 2012 um 08:44

@Folkher Braun

schau dir mal diesen (Metapher=”Übertragen in Übersinnliches) Satz an!

—>>>Von wo die Routine grüßt, kann von Retten keine Rede mehr sein.”

Routine = “Gewohnheit” = “Practice/Drill/Übung”

Das ist nämlich interessant, wann (Zeitpunkt) sich eine gewisse Routine eingestellt hat, und ob man selber in der Lage ist, sich dieser Routine zu entziehen. Oder diese Routine zu erweitern.

Das scheint mir eben in gewissen Bereichen nicht möglich zu sein. Gerade in der Burschenschaft der WiWi und der Advokaten.

Denn Rettungsroutine ist ja genau genommen die Rettung der Routine (Alternativlos) während die Routinerettung exakt dem Gegenteil entspricht.

Deswegen fragte ich ja den Cheffe von Topistan: Wann er das Plagiat der Routine als Orden bekommen hat. Unter welchen Umständen?

Wenn man das “Wort” nun Bosbach in den Mund gelegt hat, dann hat er innerlich resigniert… man kann nämlich eben Rettungsruine auch durch Alternativlos ersetzen.

Aber ohne eine gewisse Routine “Fundament” ist aber auch keine Rettung möglich. Das zeigt uns das Leben Tag für Tag. Im praktischen Sinne. zB Rettungssanitöter.

Und hier kommen wir nämlich wieder zu der allzeit mE dämlichen Situation: Theorie und Praxis.

Und da @Folker Braun haben wir eben den unsäglichen Vorsprung, dass wir in unserer Berufung den theoretischen Mist den Theoretiker (zu Viele) am Reißbrett entworfen haben, praxistauglich ausbügeln müssen. Und du riechst einen theoretischtauglichen Ing. 10 Meilen gegen den Wind Der praxistauglichen Ing. (und nur darum geht es zum Schluß) nimmt mittlerweile ja wieder Überhand, und das ist gut so.

Und genau das fehlt aber eben vielen Vollzeit Theoretikern in der VWL. Sie können sich schlicht ihr Gemurmele nicht Praxis tauglich denken. Weil, sie selbst davon meist nicht betroffen sind.

Keiner der “oberen” Denker und Lenker wird dafür zur Rechenschaft gezogen. Und da passt Luhmann wie die Faust aufs Auge. Das ist das Grundübel, und das schrob ich schon bei Weissgarnix, die “Verantwortung” wird ganz einfach an was unbestimmtes Abgegeben. Es gibt eben für theoretisches Gebabbele keine Verantwortungsübernahme seitens der Person. Näheres KANN ein Gesetz regeln.

Und wo steht die advokatische Routine? Im Gesetz, zu 90% als KANN Ausführung. Auslegungssache.

Das ist Hans seine Bahnbrechende Evolution! Das Verantwortungsbewusstsein ist abhanden gekommen, weil keiner der Akteure jemals lernen musste Verantwortung zu übernehmen.

Rettungsroutine bedeutet nur, diesen Zustand bei zu behalten. Die Verantwortung verläuft sich im System, und erscheint erst in der Praxis, bei der bildungsfernen Unterschicht. Und immer mehr in der “Mittelschicht”

Und deswegen, trifft es eben auch zu, dass man die jetzigen so um die 43 und Älter tatsächlich in Ossi und Wessi teilen kann. Da ihre Routine in der Jugend gänzlich verschieden war. Wir hatten nun mal keine Honecker-Jugend.

Und wie war damals die Rettungsroutine? Genau wie Dato… Durchhalteparolen.

Ich bin eh mittlerweile am Überlegen, ob Merkel nicht den Auftrag hat, die CDU zu zerstören. Was besseres kann ja der SPD nicht passieren. Bosbach weg, Merkel sagt dann mit Wolfgang und Kauder auch Adieu. Keine Sorge Pöstchen gibts dann schon im Bundes-Aufsichtsrat.

Tja, Rettungsroutine eben

Nanuk Dezember 15, 2012 um 09:12

@holger
“Von wo die Routine grüßt, kann von Retten keine Rede mehr sein.”

Sprach die nicht Feuerwehr…

Nanuk Dezember 15, 2012 um 09:13

…und kürzte die Löhne um 10%

h.huett Dezember 15, 2012 um 10:13

holger

Um Missverständnisse zu vermeiden, ergänze ich den Satz um eine Silbe: Von wo diese Routine grüßt, kann von Retten keine Rede mehr sein.

Nanuk Dezember 15, 2012 um 10:24

“Von wo diese Routine grüßt, kann von Retten keine Rede mehr sein.”

Die grüßt aus dem Feuerwehrhaus.

Nanuk Dezember 15, 2012 um 10:32

@Hütt
Nur wenn du glaubst die GfS könnte damit die Regierung gemeint haben bedarf das einer Erklärung aber du willst ja garnicht erklären du willst zeigen was für ein supergeiler Sprachverdreher du bist…
http://www.youtube.com/watch?v=93b9DDqZ8BU

Keynesianer Dezember 15, 2012 um 10:36

@topi

… und ich hier ein Prädikatsexamen rumliegen habe.

Dann mach doch noch einemal etwas damit. Gefragt wäre zum Beispiel eine Website, die dem ganzen VWL-Käse, den auch Du damals gelehrt bekommen hast, professionell ein Ende setzt.

Leider zahlt die Menschheit Dir vermutlich kein Geld dafür. Du müsstest es nur für Deine persönliche Revanche betreiben, für den unbezahlbaren Ruhm, die Professoren bloßgestellt und vorgeführt zu haben und die jungen Leute vor dieser VWL zu warnen.

Wäre das nicht eine reizvolle Aufgabe für jemanden mit einem Prädikatsexamen wie Dich?

"ruby" Dezember 15, 2012 um 10:56

Metaphern und Routinen :
“hey hey my my
out of the blue and into the black”
http://www.youtube.com/watch?v=AGQaoa8XnG4

der Herr Karl Dezember 15, 2012 um 11:18

Ich hatte das Wort “Rettungsroutine” gestern zum ersten Mal gehört.
Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

h.huett Dezember 15, 2012 um 11:30

der Herr Karl

Keine Sorge. Das geht auch anderen so.

Linus Dezember 15, 2012 um 11:32

@Herrn Karl:
“Muss ich mir jetzt Sorgen machen?”
Nicht wirklich. Du hättest auch vorher keinen Platz im Rettungsboot bekommen. Trags mit Fassung und lern Schwimmen.

der Herr Karl Dezember 15, 2012 um 11:40

@h.huett
Ich als Schweizer hätte es aber dennoch kennen müssen:
“Ein Wort, das im Deutschen Referenzkorpus des Instituts für Deutsche Sprache genau einen Treffer hat? Und das in der Schweizer Tageszeitung St. Galler Tagblatt? Aus dem Jahr 2001?”
(aus deinem Link)

h.huett Dezember 15, 2012 um 11:48

in den Alpen und den Gletscherseen gab es immer schon Rettungsroutinen (und Bernhardiner mit Fässchen), aber die spielen beim “Wort des Jahres” naturgemäß keine Rolle.

wowy Dezember 15, 2012 um 12:01

@holger
spricht einen wichtigen Punkt an: die mangelnde Verantwortung!
Die Trennung, die er dabei zugrunde legt, ist mir allerdings zu schwarz/weiß.
Es werden keine Diskussionen mehr ausgehalten (außer bei uns hier natürlich ;-)), das Klima ist von Angst geprägt und klammert sich an ein System (auch hier hat @holger m.E. recht), das so schon längst nicht mehr besteht.
Nur Symptombekämpfung eben.

holger Dezember 15, 2012 um 12:17

—->>>spricht einen wichtigen Punkt an: die mangelnde Verantwortung!”

Nein spricht er nicht an, auch nicht s/w.

Er sagt, dass das System die Verantwortung ab einer gewissen noch fest zu legenden Ebene schluckt und sie entpersonalisiert.

Und hierfür der Grund im Advokatisch geprägten System zu finden ist.

Während Unterschichten voll an die Kandare genommen werden können und Sanktionen bis zum dauerhaften Aderlass zu befürchten haben, ist es weiter oben, wesentlich angenehmer Murxs zu machen. Weil am Ende war es eben keiner. Und wenn, da gibts doch noch die “Abfindung”.

Und je differenzierter (ausgekungelter) die Rechtsprechung, desto weniger Verantwortung beim Individuum.

Also Grau, wie alle Theorie.

enrico Dezember 15, 2012 um 12:40

Deutsch ist eine sehr exakte Sprache. Zum Beispiel: wenn man von Apfelkuchen spricht, tut man gleich wissen, das ist ein Kuchen wo da Äpfel drinnen sind. Das Gleiche gilt dann logischerweise auch für das Wort “Hundekuchen”.

ähnlich wie mit der Routine der Retter, der Routine der Geretteten und der Rettung der Routine.

wowy Dezember 15, 2012 um 12:43

@holger
Okay, dann hatte ich den Satz “Es gibt eben für theoretisches Gebabbele keine Verantwortungsübernahme seitens der Person.”
falsch interpretiert.
Trotzdem finde ich die Trennung zwischen Theorie und Praxis (die so deutlich im praktischen Leben nicht zu ziehen ist, deshalb meine Anmerkung s/w) falsch.
Nimm einen Medizinprof, der auch operiert. Theorie (Vorlesung in die seine Praxiserfahrung einfließt ), Praxis (Operation bei der ihm seine Theoriekenntnisse zugute kommen), kann sich hinter Vorschriften verschanzen, wenn die Operation (Praxis) misslingt.

holger Dezember 15, 2012 um 12:53

Und wenn man es noch tiefer sehen möchte, dann betrachte man Gesetze, Verordnungen, Spielregeln etc.pp. als Routine.

Routine = “Gewohnheit” = “Practice/Drill/Übung”

Das heißt: Die Verantwortung wird dem Einzelnen abgenommen. Wenn er das nicht möchte, aus welchem Grunde auch immer, muss er das Gesetz ändern. Woraus dann eine neue Routine entsteht.

Das hat zur Folge, dass derjenige der das Gesetz ändern möchte, gegen die Routine sich stellen muss.

Es werden aber die belohnt (mit was auch immer) die sich nicht gegen die Routine stellen wollen/bzw. können, und das dann auch noch aus Überzeugung.

Deswegen hat das “Neue” so gut wie keine empirische Chance. Das passiert höchstens auf Mikro Ebene. Setzt es sich da durch, dann erst wird es zur Routine.

Von daher sind so Träumereien, wie ich sie mal angedacht hatte, unmöglich zu realisieren.

Das liegt eben auch daran, dass nicht nur die Verantwortung verschwindet, sondern damit auch die Entscheidung.

Deswegen werden sich die Europäischen Führer nicht einigen können. Es gibt keinen der die Entscheidung treffen könnte, Weil auch er sich der Verantwortung entzieht.

Genau das macht Madame No. Sie wartet ab, wem könnte sie die Verantwortung aufs Auge drücken. Tja, und so wie es scheint, fällt sogar Goldman-Sucks aus.

holger Dezember 15, 2012 um 12:58

wowy

—>>>Trotzdem finde ich die Trennung zwischen Theorie und Praxis (die so deutlich im praktischen Leben nicht zu ziehen ist, deshalb meine Anmerkung s/w) falsch.”

Die Trennung ist in der Physik schon längst vollzogen, und hat bis dato Bestand. Natürlich gehört zur Praxis auch Theorie, wie auch andersrum.

Nur ist die Frage, in welchem Verhältnis.

wowy Dezember 15, 2012 um 13:06

Verantwortungsvoll wäre ein EU-Verfassungskonvent. Dann müssten aber alle Probleme auf den Tisch und man müsste die kontroversen Diskussionen aushalten, die zu (hoffentlich) brauchbaren Lösungen führen würden.
Wird nicht gemacht, weil die “Finanzmärkte” sonst negativ reagieren könnten!!!
Schau dir das Urteil des EuG zu den Dokumenten der EZB/Griechenland an, da wird genau so argumentiert.
Dass mit den “Finanzmärkten” etwas falsch sein könnte und deswegen immer mehr Falsches Falsches nach sich zieht, wird nicht ins Kalkül gezogen.
Es wird einerseits krampfhaft am System festgehalten ohne zu Berücksichtigen, dass damit gleichzeitig wesentliche Teile des Systems ruiniert werden.
das süße Gift der Spinne führt zur Lähmung des gesamten Apparates.
Filmisch: http://de.wikipedia.org/wiki/Chabrols_s%C3%BC%C3%9Fes_Gift

Lina Dezember 15, 2012 um 21:07

Methaperschule:
Rettungsroutine = Kriegsroutine

Lina Dezember 15, 2012 um 21:08

Lina hat 39 C Fieber, sorry für die Tippfehler

topi Dezember 15, 2012 um 21:57

Holger

“Ah ja… klar, immer auf die BWL druff… ”

Armer Holger, :troest:

“Lusche hälts dich wohl was für besseres? Mir ja egal, was der “mailer” mit dir hat. Aber so geht das nun och nich. Lerne du erstmal WWL und danach UWL… ”

Ohne BWLwird man kein Unternehmen sinnvoll führen. Insofern.
Was meinste, was der mailer mit dir hat? Aber egal,mir war halt das ewige Gequatsche einfach mal zuuu blöd.

“Prädikatsexamen? In was? VWL? Wann abgeschlossen?”

Det weeßte aber allet. Alzheimer? ;-)

Es ist aber auch wumpe; wüsste gar nicht, wo das Teil liegt, werd es sehr wahrscheinlich nie wieder verwenden. :roll:
Es ist auch völlig egal.
Die Einschätzung von @keynesianer bzgl. eines VWL-Studiums ist ja nicht ganz falsch. Man wird meistens mit Modellen zugepflastert, die Diskussion der Annahmen kommt oft zu kurz oder unterbleibt ganz.
Wir (hg und ich) hatten allerdings einen Prof, bei dem man zumindest denken sollte, gar musste. Sauber hergeleitet durfte man sogar keynesianisch argumentieren, obwohl die Widerlegung Keynes eines seiner Herzensanliegen war. :roll:

petervonkloss Dezember 16, 2012 um 03:00

Holger

Die Verantwortung der Geisteswissenschaften.:

„Prollitologie vom Otto Suhr“, dem ist wirklich so !!.

(Metapher=”Übertragen in Übersinnliches):

Habe, ach, Relig.- wissenschaften und Philosophie am FB 11 studiert und gebe dir recht. Hier die Konklusio dieses
Denkens:

“Die Karfreitagsfürbitte, zumal in der von Benedikt formulierten Fassung, bringt sehr deutlich die Haltung des Apostel Paulus zum Ausdruck. Im Römerbrief, dem Gründungstext aller christlichen Theologie, bekennt er, wie sehr es ihn schmerzt, um der Liebe Christi willen von seinem Volk, den Juden, getrennt zu sein. Gleichwohl weiß er, dass die Juden in ihrer Erwähltheit die “Geliebten Gottes” bleiben. Diese Trennung ist also ein vorübergehender Zustand und natürlich würde man in der Erlösung durch Christus wieder vereint. Ohne diese Hoffnung, verlöre das Christentum alle Legitimität. Aus dieser Spannung heraus, erfährt das paulinische Christentum seine Dynamik und Universalität. So wie es ganz und gar widersinnig und perfide ist, mit dem “Erzjuden Paulus” (J. Taubes) antisemitische Geschäfte machen zu wollen, so widerspräche es den Grundintentionen des Christentums, auf Mission und Universalität der Erlösung zu verzichten. Es hieße das Christentum als zweitausendjährigen Irrtum zurückzunehmen. Genau das hat Friedrich Nietzsche in seiner gegen Paulus gerichteten Umwertung der Werte intendiert”. Rudi Thiessen

Dies wird dann Vox Populi stud. ständig beigebracht.

als Ergänzung,

Jean Ziegler, Soziologieprofessor:

„Der deutsche Faschismus brauchte sechs Kriegsjahre, um 56 Millionen Menschen umzubringen – die neoliberale Wirtschaftsordnung schafft das locker in wenig mehr als einem Jahr.“

petervonkloss Dezember 16, 2012 um 06:11

Holger

Es geht immer um die „stategische“ Nachkriegsverantwortung der BRD;
d. h. Deutschland muß salvieren (wobei salvo errore zu beachten wäre), schon aus seinem geistigen Protestantismus heraus, Habermas etc.; den Folgen
des WKII; und als Verursacher des Holocaust;
Dieses ist eine C. s. q. n.. (ad infinitum?).

petervonkloss Dezember 16, 2012 um 06:47

So ähnlich argumentiert auch der von uns allen geschätzte Ex-CDU-General Heiner

Der Geißler der bösen „Welt, die im übrigen überhaupt nicht richtig ist“.

Anklänge an die „Minima Moralia“ sind deutlich und wechselwirkungshaft auch bei dem

bekennenden Christen und Finanzminister Schäuble erkennbar.

Ich halte deshalb die regierenden Protestanten und protestantischen Parteien, für eine Ge-

fahr für Deutschland.

petervonkloss Dezember 16, 2012 um 06:56

„So ähnlich argumentiert auch der von uns allen geschätzte Ex-CDU-General Heiner der…“

bezieht sich auf Jean Ziegler.

"ruby" Dezember 16, 2012 um 09:07

@ topi + holger
zur Schnittstelle Mikro -Makro für Anfänger
http://www.buchfreund.de/covers/9163/15495.jpg
“Die Gliederung des Buches ist im Folgenden: Gegenstand und Vorgehensweise, Theorie des Haushalts, Theorie der Unternehmung, Gleichgewicht und Ungleichgewicht auf dem Markt für ein Gut, Grundelemente der Wohlfahrtsökonomie, Mengenanpasserverhalten, Steigende Skalenerträge, Wettbewerb und Monopol, Externe Effekte. Dies ist zwar eine sinnvolle Gliederung, aber innerhalb dieser Kapitel verliert man schon mal den Überblick. Alles in allem ist es trotz allem ein empfehlenswertes Buch für einen nicht immer leichten Stoff. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) ”
locker bleiben im Handgelenk bei der Schlaggitarre …listen to the music :
http://www.youtube.com/watch?v=wLf–6RJbbc

Linus Dezember 16, 2012 um 12:09

“Rettungsroutine” – pffff. Wollte man tatsächlich das Kind beim Namen nennen, hätte man “Dauerkrise” gesagt. Klingt halt nicht so aufregend.

h.huett Dezember 16, 2012 um 12:38

Bei Georg Seeßlen sehe ich gerade diesen Hinweis auf Byung-chul Han:

Daher hat Byung-chul Han natürlich vollkommen recht, wenn er sagt, die Macht sei beinahe perfekt, wenn sie gar nicht mehr bemerkt werde

Linus Dezember 16, 2012 um 12:46

@huett:
Da lies doch gleich Sunzi.
Im Übrigen finde ich das Negativ dazu viel aktueller: Was, wenn Macht bemerkt/gefühlt wird, de facto aber gar nicht vorhanden ist?

wowy Dezember 16, 2012 um 13:12
Andreas Kreuz Dezember 31, 2012 um 09:06
Claus Schiffer Dezember 31, 2012 um 09:16

@Huett

Super Vortrag! Hat mir gefallen. Kurz und knackig. ;-)

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Von wo die Routine grüßt, kann von Retten keine Rede mehr sein. Die Gefahr, aus der zu reißen wäre, wie uns der Grimm informiert, hat sich verewigt. Das Reißen wird damit so überflüssig wie die Routine. Somit geht es bei Lichte betrachtet auch nicht mehr um die Routine des Rettens, sondern um das Einüben des Lebens in der Gefahr.