Über den Brotpreis – und Medienmärkte

by f.luebberding on 4. Januar 2013

In jener früheren Welt, die alle unter 35 Jahre nicht mehr bewusst kennengelernt und die über 35 Jahre zumeist längst vergessen haben, gab es ein sonderbares Ding namens Planwirtschaft. Das war zwar offiziell keine Marktwirtschaft, trotzdem gab es aber Märkte, die allerdings nicht funktionierten. Ein berühmtes Beispiel war die Subventionierung von Grundnahrungsmitteln. So war es aus Sicht der Kunden durchaus rational, das staatlich subventionierte Brot statt Tierfutter an die Haustiere zu verfüttern. Das war ökonomisch unsinnig. Selbst das Brot drohte bisweilen knapp zu werden, wenn wegen dieser preislichen Fehlanreize die Nachfrage nach Brot das Angebot überstieg. Im Kapitalismus gibt es ein anderes Problem: Er produziert einen Überschuss, den wegzuwerfen sogar im Preis seinen Ausdruck findet. Aber letztlich reguliert der Preis die Nachfrage. Das Brot des Bäckers ist als Tierfutter zu teuer – und deshalb erfüllt der Brotpreis seinen Zweck: Zwischen Angebot und Nachfrage einen Ausgleich zu finden. So funktionieren im Prinzip effiziente Märkte. Sie bringen die Bedürfnisse des Menschen mit der Leistungsfähigkeit der Ökonomie in Übereinstimmung. Der Preis ist damit ein Knappheitsindikator. Somit kommen wir zu dem, was außerhalb der Medienbranche kaum jemanden interessiert: Wie verdienen eigentlich in Zukunft die Medien mit ihren journalistischen Angeboten Geld?

Seit einigen Tagen gibt es in den USA ein interessantes Experiment. Der Blogger Andrew Sullivan macht sich in den USA selbständig und bietet daher seinen Lesern ein Abo-Modell an. Stefan Niggemeier beschreibt den Hintergrund. In den ersten Tagen konnte Sullivan mehr als 12.000 Abonnenten gewinnen – und 300.000 $ einnehmen. Einige Kommentatoren wie Niggemeier (0der Christian Jakubetz) sehen darin ein Geschäftsmodell für die Zukunft des Journalismus. Eine typische Argumentation findet man bei Jakubetz:

“Was diese beiden Dinge miteinander zu tun haben? Sie sind ein schöner Beleg für mehreres. Erstens dafür,  dass das in der alten Welt gerne gebrauchte Argument, im Internet wollten die Leute alles einfach nur kostenlos abgreifen, blanker Unsinn ist. Zweitens dafür, dass Nutzer im Netz genau selektieren, dann festlegen, ob etwas für sie einen Wert hat – und dabei auch Autoren und Projekte unterstützen, die eben nicht in den bekannten Institutionen und Strukturen zuhause sind. Und drittens schließlich, dass es umgekehrt nur einen sehr begrenzten Bonus gibt, wenn eine etablierte Marke ins Netz geht. Ihr Vorsprung mag da sein, aber er reicht keineswegs aus, um sich darauf auszuruhen. Der nächste gute Blogger ist vielleicht nur den abgenudelten Klick weit weg, trotzdem aber eben doch auch: Konkurrent.”

Er wendet sich dabei gegen einen Artikel von Stefan Schulz. In solchen Stellungnahmen wird gerne von Wert geredet. Nun wissen wir nicht, welchem Wert die Herren Jakubetz und Niggemeier dem Brot ihres Bäckers zuweisen. Sie werden dort nicht ihr Tierfutter kaufen. Sie sind sicherlich auch nicht bereit, für das Brot mehr als den Marktpreis zu bezahlen. Etwa weil der Bäcker ein netter Mensch ist oder mit besonderer Liebe seine Brötchen backt. Sie brauchen sich darüber auch keine Gedanken zu machen, weil der Markt einen Preis definiert – und beide werden es bemerken, wenn ihr Bäcker schlicht zu teuer sein sollte. Sullivans Wert ist in gleicher Weise irrelevant. Tatsächlich versucht er einen Preisbildungsmechanismus in Gang zu setzen – und letztlich durch Zugangsbeschränkungen einen Markt zu kreieren. Er bietet seinen Abonnenten einen exclusiven Zugang zu einem Teil seines Angebots. Das bedeutet nichts anderes als ein Knappheitsmoment einzubauen. Er muss allerdings mit der Konkurrenz leben, die weiterhin ihre Angebote kostenlos ins Netz stellt. Seine Wettbewerbssituation erinnert damit durchaus an den Bäcker, der mit der Konkurrenz der Discounter leben muss. Für den höheren Preis muss er eine besondere Leistung bieten. Nur wie groß ist dieser Markt? Vom Bäcker-Sterben ist nicht ohne Grund die Rede, obwohl viele Leute vom Wert dieser kleinen Bäckereien überzeugt sind. Allerdings nicht von deren Preisen.

So ähnlich wird es auch den Blogs ergehen. Die meisten Leute sind wie Jakubetz von derem Wert überzeugt, aber nicht von einem Preis, der aktuell höher als Null ist. Das hat einen einfachen Grund: Es gibt schlicht keinen Markt. Er wird erst nach der Errichtung von Zugangsbeschränkungen und einem sich daraus herausbildenden Preisbildungsmechanismus existieren. Insofern versucht Sullivan jetzt nicht anderes als Verlage schon immer gemacht haben. Er gründet halt jetzt einen. Das ist die einzige Nachricht. Allerdings haben wir in der neuen Medienökonomie das alte Dilemma der Planwirtschaft gelöst. Das Angebot ist wesentlich größer als die Nachfrage. Von Knappheit kann daher einstweilen nicht die Rede sein. Nur stellt sich halt eine Frage: Wer dieses Angebot eigentlich subventioniert, wenn funktionierende Märkte nicht existieren? Der Staat ist es nicht. Die Bäcker fanden nämlich in der Planwirtschaft durchaus ihr Einkommen. Selbst wenn der Brotpreis am Ende zu Fehlanreizen führte. Sie waren nicht darauf angewiesen, dass ihnen jemand rhetorisch ihren Wert bestätigte.

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Morph Januar 8, 2013 um 00:35

@topi

“Ich will dir deine subventionierte Putzfrau nicht wegnehmen”

Junge, was Du so für Phantasien hast! ;-)

Thor Januar 8, 2013 um 00:56

@wgn
Du gehst mir so auf den Keks, mit deiner Marktlehre. Wo wäre der “Markt”denn, nach der “reinen Lehre? Völlig pleite, ohne sozialistische Markteingriffe in Billionenhöhe. Überschätze deine Marktwert mal nicht, die umgeschulten Schleckerverkäuferinnen warten schon auf Dich, wenn Du ein Mümmelgreis bist….

Jackle Januar 8, 2013 um 02:24

Gibt keine Probleme. Gehen sie bitte weiter. Wir nehmen den Reichen hier und dort etwas, erzählen den Bänkern was von Moral und die vielen neuen Putzfrauen der Reichen, die man nur ermuntern musste sich mal wieder etwas zu gönnen, räumen den letzten Rest weg. Es gibt wirklich nichts mehr zu sehen, weil alles auf Hochglanz poliert werden wird. Das muss es auch. Schließlich kommt schon bald die Kanzlerin zu Besuch und da sollte man sich jawohl Mühe geben. Bitte gehen sie weiter, ihr Antlitz verschandelt das Dorf!

Weissgarnix TheRealSlimShady Januar 8, 2013 um 08:44

>Wo wäre der “Markt”denn, nach der “reinen Lehre?

Der Markt wäre genau da, wo er immer ist. Nur die Preise, die in diesem Markt zu beobachten sind, wären womöglich woanders.

So what?

Frankie Bernankie Januar 8, 2013 um 09:09

@TRSS

“Desweiteren behaupte ich steif und fest, dass es sowas wie echte nominale Lohnsenkungen in der deutschen Industrie, bis auf seltene Ausnahmen, nicht gibt.”

Beckmesserhafte Formalhuberei.
Aber gut, sollst recht haben.

Wenns schee macht.

holger Januar 8, 2013 um 09:28
Linus Januar 8, 2013 um 10:21

@Morph:
“Mehr Personal im Bildungs- und Gesundheitswesen? Bin ich sofort dabei. Allerdings generieren diese Jobs weniger zurechenbare Profite als die Jobs im Investmentbanking.”

Warum ‘allerdings’? Es ging doch um Regulierung durch den Staat. Oder sollte der Sinn von Regulierung darin liegen, “zurechenbare Profite” zu maximieren. Das tut die kapitalistische Wirtschaft doch wohl selbst, mit der Folge, dass allgemeine Bildung und Gesundheit zu kurz kommen. Genau deswegen muss der Staat hier regulierend eingreifen.

“Und zwischen Wachmann, Schnürsenkelzubinder einerseits und Krankenpflegern, Erziehern andererseits besteht schon ein Qualifikationsunterschied.”
So wirklich gross ist der Unterschied mE nicht. Auch nicht staatlich organisierte Gesellschaften schaffen es, sich um ihre Alten zu kümmern und Kinder grosszuziehen, ganz formlos. Ein Universitätsdiplom ist hier sicherlich keine notwendige praktische Voraussetzung.

Es ist immer der gleiche Grundkonflikt. Richten wir uns mehr nach Profit-Maximierung aus oder mehr an gesellschaftlicher Wohlfahrt?

Einen “freien” Markt gibt es nicht. Es gibt immer nur den Markt der aktuellen Kräfteverhältnisse. Funktioniert der Markt nur unter dem Diktat der Profit-Maximierung (das MUSS nicht so sein, aber im Kapitalismus IST es so), so entwickelt sich immer und automatisch ein zunehmendes Ungleichgewicht, das schliesslich zu einem Zusammenbruch des Marktes und damit aller davon abhängigen Teile führt (das ist ein Fakt! Hatten wir schon gefühlte hunderttausend Male). Von der segnenden Wirkung der unsichtbaren Hand kann also keine Rede sein.

Unter Profit-Maximierung gibt es keinen sich selbst stabilisierenden Markt. Wer also einerseits Profit-Maximierung will (warum auch immer), muss andererseits Regulierung fordern.

All das weiss auch Schmal-Schatten. Er weiss auch, dass sein Putzfrauen-Markt reguliert ist. Nur deshalb bewegt er sich in einem Rahmen, den “man nicht mögen muss”, aber der “funktioniert”. Der Grad der “Schieflage” der Kräfteverhältnisse ist keineswegs gottgegeben, sondern eine Frage der aktuellen Regulierung. Diese entspricht im Moment eher den Interessen der wenigen , die diese Verhältnisse “mögen” und sie beeinflussen können, als der überwältigenden Mehrheit von denen, die diese Verhältnisse “nicht mögen” und sie nicht ändern können. Diese herrschenden Verhältnisse sind kein Naturgesetz, sondern gesetzt.

Langer Rede kurzer Sinn: Ein Gesundheitsmarkt, ein Bildungsmarkt, ein Altenpflegemarkt lässt sich nicht sinnvoll unter dem Leitgedanken Profit-Maximierung betreiben.

Markt lässt sich gemäss diesen Überlegungen binnenwirtschaftlich ausgezeichnet durch den Staat regulieren. Man denke an Schul- und Gesundheitssystem, das auch in Kuba funktioniert.

Die Frage ist nun, ob und wie das auch aussenwirtschaftlich machbar ist, wo keine oder nur eingeschränkte Regulierung möglich/gewollt ist? Denn das ist das Kern-Argument der radikalen Marktliberalen: Die schicksalshafte, ‘unhinterfragbare’ und alternativlose Bedrohung durch die internationale Konkurrenz. Und unter diesem Vorzeichen wird dann der Binnenmarkt der gleichen Alternativlosigkeit geopfert.

Dieses Kern-Argument gilt es kritisch zu durchleuchten. Denn damit werden die bestehenden Ungerechtigkeiten absolutistisch ‘gerechtfertigt’.

Linus Januar 8, 2013 um 10:26

@Frankie:
“Beckmesserhafte Formalhuberei.”
Sag’s doch gleich richtig. Ob es stimmt oder nicht, ist irrelevant. Ein Strohmann-Argument.

Morph Januar 8, 2013 um 11:49

@Linus

“Einen “freien” Markt gibt es nicht.”

D’accord.

“Es ging doch um Regulierung durch den Staat. Oder sollte der Sinn von Regulierung darin liegen, “zurechenbare Profite” zu maximieren.”

Regulierung/Deregulierung sind ja Kampfbegriffe, was man schon daran erkennt, dass sie ineinander überführbar sind. Grundsätzlich können geldwirtschaftliche Operationen, wie Du sagst, nur in einem Rahmen von (gesellschaftlich konstituierten, d.h. artifiziellen, nicht natürlichen) Regeln stattfinden. Deregulierung ist dann eben immer Re-Regulierung und jede Neu-Regulierung immer eine Deregulierung bestehender Contraints.

Von Regulierung ODER Deregulierung lässt sich daher nur aus einer besonderen ökonomischen Akteursperspektive sinnvoll sprechen, aber nicht mit gesellschaftstheoretischem Anspruch.

Vielleicht bin ich zu kleinmütig, aber ich sehe z.Zt. keine politische Organisation oder Bewegung, welche die Erosion wohlfahrtsstaatlicher Institutionen in den westlichen Industrienationen effektiv aufhalten könnte. Solange die infrastrukturellen Bedingungen profitablen Wirtschaftens weltweit knapp sind, können den Unternehmen sozialethische Zugeständnisse abgetrotzt werden. Je mehr Niederlassungs- und Vernetzungsalternativen es für Produktionsbetriebe gibt, je mobiler Informationen, Güter, Leute und Organisationen werden, desto stärker wächst der Standort- und Qualifikationswettbewerb. Im Vergleich mit den Aufstiegsambitionen ihrer indischen Kommilitonen sehen die europäischen Bürgersöhne und -töchter im wahrsten Sinn des Wortes alt aus.

“Ein Universitätsdiplom ist hier sicherlich keine notwendige praktische Voraussetzung.”

Die gesellschaftlichen Anerkennungspraktiken von skills (Diplome, Meisterbriefe etc.) sind hinsichtlich der skills selbst sekundär, für deren Genese aber das entscheidende Motiv. Krankenpfleger, Gewindeschneider und Yogalehrer (oder Finanzmathematiker, um ein anderes und besonders voraussetzungsreiches Beispiel zu nennen) fallen nicht vom Himmel, sondern werden mehr oder weniger mühsam kultiviert. Schnürsenkelbinden und Wacheschieben, Unkraut jäten und Betten machen verlangen vergleichsweise weniger skills.

topi Januar 8, 2013 um 12:48

Morph

“Mehr Personal im Bildungs- und Gesundheitswesen? Bin ich sofort dabei. Allerdings generieren diese Jobs weniger zurechenbare Profite als die Jobs im Investmentbanking.”

Man muss nur rechnen wollen.
Und natürlich können; bei gesamtgesellschaftlichem Schaden wie bei vielen Investmentbankern, brauchts auch nicht viel, um besser abzuschneiden.:roll:

Es gibt keine entsprechenden Marktergebnisse, weil öffentliche Güter über Märkte nunmal nicht zweckmäßig steuerbar sind und weil natürlich Zahlungsbereitschaft nur im Rahmen der Zahlungsfähigkeit gegeben ist.

“Und zwischen Wachmann, Schnürsenkelzubinder einerseits und Krankenpflegern, Erziehern andererseits besteht schon ein Qualifikationsunterschied.”

Sicher.
Bei schulischen/hochschulischen Ausbildungen ist jedoch das entscheidende Kriterium die vorhandene Zahl der Plätze; sollten sich dann nicht genug Bewerber finden, liegt es an den Arbeitsbedingungenincl. Bezahlung.
Das Problem ist also nicht auf der Qualifikationsseite, davon könnte man erst reden, wenn sich denn nicht genug Menschen fänden, die auch Krankenschwester/Erzieher werden können.

“Übrigens sollen ja wegen der Unterversorgung mit KiTa-Plätzen die Anforderungen an Tagesmütter ‘dereguliert’ werden, habe ich gehört.”

Wat mutt dat mutt.
Die Herdprämie hält nicht genug Mütter ab, ihre Blagen fremdbetreuen zu lassen. Ab August gibts Rechtsanspruch, das wird richtig richtig teuer, die Klagen auf Kostenübernahme bzw. Lohnerstattung etc. sind ziemlich sicher gewinnbar.

Man kann die Qualifikation in der KiTa allerdings auch differenziert sehen. Natürlich gibt es nur wenige “Naturtalente”, die intuitiv auch state of the art der Entwicklungspsychologie etc. umsetzen, da hilft eine entsprechende Ausbildung schon sehr.

Andererseits merkt man natürlich, wieviel besser es in der Gruppe läuft, wenn neben den ausgebildeten qualifizierten Erzieherinnen noch zwei Langzeitpraktikantinnen (ein Jahr) da sind. Die haben ja formal noch gar keine Ausbildung, aber zumindest zusammen mit den Stammkräften machen die richtig gute Arbeit (wenn es denn passt) mit den und für die Kinder.
(die Institutionalisierung einer Hierarchie wäre allerdings schon etwas schwierig, die sollten schon ihr Zertifikat irgendwann machen)

topi Januar 8, 2013 um 13:11

Morph

“Ich stelle keine Forderungen auf, sondern reime mir zusammen, was uns nach Lage der Dinge bevorsteht. Du dagegen stellst hier immer wieder Forderungen auf und behauptest deren Vernünftigkeit. Ich meine, dass zu der Vernünftigkeit von Forderungen nicht nur ihre systematische Stimmigkeit gehört, sondern auch eine Reflexion auf ihre Durchsetzbarkeit.”

Du verkennst den Ablauf hier, mein Lieber!

Du wechselst auch beständig deine Position dazu.
Oft sagst du nämlich, dass es gar nicht um das Problemder Umsetzung geht, sondern das es gar nicht anders geht, weil ja auch keiner weiß, was wie geht.

Und dann gibt es natürlich ganz konkrete Theorien, auf denen Politikberatung und letztlich auch Politik beruht.

Die behaupten, das sollte so un dnur so sein, weil es ein gutes Ergebnis für alle ergibt.
Darauf antworte ich natürlich auf der entsprechenden Ebene.

Du kannst das ja dann geflissentlich überlesen. :roll:
Solltest aber nicht in das entsprechende Horn blasen, sonst machst du dir ja die Position zu eigen.

“Statt diese Durchsetzbarkeit zu beschreiben brandmarkst Du verfehlte (weil nicht nachhaltige) Politik. Kann man natürlich machen. Nur wozu? Seit einer gefühlten Ewigkeit wird nun gegen den sogenannten Neoliberalismus und seine asozialen Folgen gewettert. Kommen Dir da nie Zweifel, dass das vielleicht nicht der richtige Weg ist? Dass vielleicht Deine Vorstellungen davon, was Politik ist und kann, falsch sind?”

Es dauerte Jahrzehnte, bis der sich selbsternannt habende Neoliberalismus aus eher randständigen Bereichen der Volkswirtschaftslehre und direkt als Interessenvertretung von Kapitaleignern agierenden Kreisen in die Köpfe der ganz normalen gesellschaftsbeschreibenden und schließlich in Summe mitgestaltenden Menschen ausgebreitet hat.

Und auch heute von vielen in vielen Punkten noch nicht hinterfragt wird. Dieses ganze Gedöns um die “Wettbewerbsfähigkeit”, der lohndumpende Chinese nimmt uns hier zwangsläufig den Wohlstand weg, obwohl doch unsere Produktivität kontinuierlich steigt, ist auch heute noch “state of the art”.

Es ist ja nicht so, dass der “gemeine Neoliberale” sich auf den Marktplatz stellt und sagt, worum es ihm geht: die Einkommensverteilung und Vermögensverteilung soll zunehmen, dafür sollen öffentliche Ausgaben sinken, der Bezieher hoher und höchster Einkommen möchte doch FREI sein von der lästigen Gesellschaftsfinanzierung, das soll doch der Pöbel gefälligst unter sich ausmachen.

Und in der Wirtschaft soll der Staat für “FREIHEIT” sorgen; die sieht dann so aus, dass das erlangte Mobopol/Oligopol geschützt werden soll, und ansonsten noch ein Maximum an Subventionen rübergeschoben und ein Minimum an STeuern erhoben wird.

Wenn dies klar wäre, erübrigen sich viele DIskussionen auf der Stelle.
Es wird aber behauptet, dass rein Kapitalinteressen bedienende Rahmenbedingungen für die Märkte (hier im Faden ging es um den Arbeitsmarkt), zum “Wohlstand für alle” gut seien.

Und da gilt es, sachlich aufzuklären, mein Lieber; immer und immer wieder, bis der Punkt unstrittig ist.

Wenn also EInigkeit besteht, dass es für den Wohlstand einer Volkswirtschaft NICHT sinnvoll ist, die EInkommen so zu verteilen, dass Schütze Arsch als Konsument ausfällt und Pfeffer Sack dafür möglichst viel Geldvermögen aufbaut, welches dann auch noch im Orkus der Wechselkursmanipulation ohnehin geopfert wird; dann brauch tman auch nicht mehr drüber zu reden, sondern kann sich der Implementation widmen. :roll:

>>“Ich will dir deine subventionierte Putzfrau nicht wegnehmen”

Junge, was Du so für Phantasien hast! ”

Das sind ja wohl deine… :whistle:

topi Januar 8, 2013 um 13:22

Noch ein Wort zu nominalen Lohnsenkungen.

Man erinnere sich: von 1990 bis 2012 knapp 60% Inflation.

Da sind die ganzen tollen Preissenkungen für Fernseher und anderen Technikkrempel mit drin, wer wenig EInkommen hat, wird von den starken Energiepreissteigungen deutlich stärker erwischt, aber sagen wir mal nur 60 Prozent.

Dazu kommen natürlich “private Altersvorsorge”, “private Pflegeversicherung” hastdunichtgesehen und stelldirdasmalvor, die da ja gar nich tauftauchen.

Wer also nur sein Konsumniveau halten willte, brauchte vielleicht 80% Nominallohnerhöhung seit 1990.
Das wäre auch locker drin gewesen, die Produktivität ist ja weit mehr als 20 Prozentpunkte gestiegen.

Kurz: wer wirklich Nominalbetrachtungen von Löhnen führen will, verfolgt, wenn man wegen bewisener Fachkenntnis Ahnungslosigkeit nicht unterstellen kann, offenbar Interessen, die nicht im Sinne der Entlohnten sind.

Frankie Bernankie Januar 8, 2013 um 14:11

@morph

„Im Vergleich mit den Aufstiegsambitionen ihrer indischen Kommilitonen sehen die europäischen Bürgersöhne und -töchter im wahrsten Sinn des Wortes alt aus.“

Das ist genau die Sorte von kernigen Statements, mit dem man seit Jahren dem konservativen und produktionsfernen Bildungsbürgertum Angst einjagen will.

Gesichtslose ost- oder südasiatische Akademikermassen, die, gerade mal dem Slum entwachsen, nichts anders umtreibt als der grimmige Wille, die Reste des westeuropäischen Teilhabe- ( um nicht zu sagen Sozialstaats- ) Regime wegzudumpen – weshalb die versammelte Neoliberalität hierzulande beschloss, die Abschaffung des Sozialstaats gleich selbst auf die Agenda zu setzen.
Selbstmord aus Angst vor dem Tod mal wieder.

@morph, die Computerinder als Schreckenvision deutscher Hochverdiener und Minderleister haben ihre beste Zeit schon hinter sich, damit kommst Du 10 Jahre zu spät.
Damals präsentierte man uns bei Siemens ( und in vielen anderen Companies ) die neuen indischen Kollegen und Partnerfirmen, auf dass wir uns beschämt 80h-lang arbeitende, schlaue und hochkompentente Inder anschauen könnten, die für kein Geld hochkomplexe IT fürderhin verwalten werden.

Und was waren dann das für Leute?
Letztlich solche und solche , die einen besser , die anderen schlechter; 80h-lang arbeitende, schlaue und hochkompetente Leute waren bald genauso teuer wie hart arbeitende und hochkompetente , die von Dir zwischenzeilig so hämisch bedachten europäischen Bürgerkinder.
Bemerkenswert übrigens war der Respekt der indischen Kollegen gegenüber den Errungenschaften des bundesdeutschen Gemeinwesens, was Teilhabemöglichkeiten, Willkürfreiheit, Krankenversicherung und Funktionsfähigkeit des ÖPNV anbetraf ( in München käme man ja jeden Morgen ziemlich sicher von der Wohnung zum Arbeitsplatz, meinten sie, das sei wunderbar, denn in Mumbai könne man bei Fahrtantritt nicht sagen, ob und vor allem wann man das Büro erreiche ).

Aber uns gab man damals schon zu verstehen aus der Vorstandsetage, Indien , China, Ukraine, das ist die Zukunft.

holger Januar 8, 2013 um 14:22

topi

—>>>Man erinnere sich: von 1990 bis 2012 knapp 60% Inflation.”

Nein trampel auf dem Boden like Stielzchen Rumpel… NICHT INFLATION nicht nach der heiligen Definition Geldmenge.

3000 DM sind wohl mehr, als 1500 Euronen oder nicht?

Früher 3000 DM für personal assets like Beer… Gebinde 0,5 Liter ca. 2 ,50 DM West…. Heute 2,80 Euronen inner Kneipe…

3000/2,50 = Schoppen Quanti = 1.200
1500/2,80 = Schoppen Quanti = 536

Liegt dat nun anner Geldmenge?

Damals Wartburg wo Benz-Stern geklaut wurde, 0,5 oder so, 0,50 Alü … 1 Alü meinetwegen 1 Heiermann.

15.000/0,5 Alü = 30.000 Schöppen in Thüringen…

Liegt dat nu anner Geldmenge?

Linus Januar 8, 2013 um 14:26

@Morph:
–>”Regulierung/Deregulierung sind ja Kampfbegriffe …”
Schön, dass du das aufdröselst. Völlig einverstanden.

–>”Von Regulierung ODER Deregulierung lässt sich daher nur aus einer besonderen ökonomischen Akteursperspektive sinnvoll sprechen, aber nicht mit gesellschaftstheoretischem Anspruch.”
Das hingegen ist mE nur die halbe Wahrheit. Denn natürlich hat auch der Staat eine ökonomischen Akteursperspektive, auch wenn die völlig anders aussieht als die eines Privat-Akteurs (z.B. nicht profit-orientiert, sondern etwa ‘gesellschafts-zuträglich’). Dies tut er immer unter Vertretung eines gesellschaftstheoretischen Anspruches (selbst wenn es ein feudal-gesellschaftlicher ist), andernfalls wäre es kein Staat.

–>”Je mehr Niederlassungs- und Vernetzungsalternativen es für Produktionsbetriebe gibt, je mobiler Informationen, Güter, Leute und Organisationen werden, desto stärker wächst der Standort- und Qualifikationswettbewerb.”
Sicher. Das ist die Beschreibung der Abwärtsspirale durch gegenseitiges Unterbieten. Doch mit dem zwangsläufigen Zusammenbruch des Marktes ist der Boden erreicht. Ab diesem Moment (der mit der akuten Existenzbedrohung des Schuldners zusammenfällt) rechnen sich die bestehenden Verhältnisse für die schwächere Partei nicht mehr. Logischerweise gelten Verträge und Zahlungsverpflichtungen dann nichts mehr. Schönes Beispiel dafür ist die EU.

An diesem Punkt gibt es mehrere mögliche Entwicklungen:
a) der Status quo rechnet sich für die stärkere Partei immer noch:
Krasse Ungleichheiten und Abhängigkeitsverhältnisse werden durch Gewalt bzw. deren Androhung aufrecht erhalten (Feudalismus, Sklaverei). Im Grunde auch nichts anderes als ein Regulativ.
b) der Status quo rechnet sich für die stärkere Partei nicht mehr:
Die Folge ist eine wirtschaftliche Entkopplung. Die schwächere Partei mag sehen, wo sie bleibt (Aufgabe der Kolonien).
c) die stärkere Partei wird sich bewusst, dass sie auf die schwächere Partei angewiesen ist: Der ‘gesellschaftliche Zustand’ stellt sich ein (bzw. bewegt sich) irgendwo zwischen symbiotischer und parasitärer Gemeinschaft.

Rational und grosso modo auch geschichtlich scheint mir c) die langfristige Alternative (was die anderen nicht ausschliesst). Dies gilt mE auch und immer noch für die EU.

In unseren Zeiten kommt ausserdem die Tatsache hinzu, dass das Kapital, unsere allein selig machende Resource, heimatlos geworden ist. Eine gesellschaftliche Klassierung erfolgt inzwischen zunehmend nicht mehr an nationalen Grenzen, sondern entlang von Eigentumsverhältnissen. Damit verändert sich auch der Blickwinkel auf das Problem. Ob das freilich reicht, um das Problem gesamtgesellschaftlich, also global, zu erkennen und anzugehen?

Immerhin hat der Nationalstaat im Westen seine Bedeutung weitgehend eingebüsst:
- als Verteidigungsbündnis hat er sich überholt
- als ökonomisches Bündnis wird/wurde er geschleift
- als Bündnis einer Staatsform versanden die Unterschiede
- als religiöses Bündnis wird er zunehmend säkularisiert
- als kulturelles und identitätsstiftendes Bündnis verblasst er zusehends. Identität ist unter gewissen constraints offensichtlich auch in einer Multikulti-Umgebung möglich.

Vor diesem Hintergrund stelle ich mir die Frage, was denn Standort-Debatte auf lange Sicht meint?

chabis Januar 8, 2013 um 14:32
topi Januar 8, 2013 um 14:33

Die Definition:

Inflation = Geldmengenwachstum

ist reichlich albern. Wenn das Produktionsvolumen in Stück um das doppelte steigt, brauchts c.p. auch die doppelte Geldmenge, und das bei konstanten Preisen!
Wer sich schon Dachs nennt und Goldbug-Definitionen übernimmt. :roll:

Wenn du eine zweckmäßige Definition willst, nimm die:

Inflation = geldmengenbedingte allgemeine Preissteigerungen

Praktisch kann man damit wenig ausrichten, aber da kann man zumindest erkennen, worum es geht.

Oben ging es natürlich um die Steigerung des allgemeinen Preisniveaus, gemessen am Warenkorb der Statistiker.

topi Januar 8, 2013 um 14:37

Holger

Dein Beispiel zeigt genau eines: bei deinen Gebinde war die Preissteigerung höher als die des allgemeinen Warenkorbs (samt geometrischer Gewichtung und dem ganzen anderen Zauber).

Im Warenkorb-Schnitt gilt: 3000 DM 1990 wären etwa 4800 DM heute.
Also etwa 2450 Euro.

holger Januar 8, 2013 um 14:38

topi

—>>> Wenn das Produktionsvolumen in Stück um das doppelte steigt, brauchts c.p. auch die doppelte Geldmenge, und das bei konstanten Preisen!”

Nein, sieht man ja an den abgeschlossenen Mülltonnen beim Discounter, es braucht den doppelten Hunger, mehr nicht.

Inflation entsteht dann, wenn icke Berlin den Wasserhahn zudrehe. Papier Schnippsel bedruckt werden 10 hoch 24 und dat Wasser lööft immer noch nicht.

Frankie Bernankie Januar 8, 2013 um 14:42

@holger

“Inflation entsteht dann, wenn icke Berlin den Wasserhahn zudrehe.”

Jetzt lass doch mal die armen Berliner. Die haben keinen Brandschutz am Flughafen, und jetzt willst Du ihnen auch noch das Löschwasser zudrehen.

topi Januar 8, 2013 um 14:48

Holger

Dann schreib doch beim horizontisch etwas eingeschränkten Müller, wenn du diesen Quatsch nachlabern willst. :roll:

Mit der Goldbug-Definition (die die vor allem verwenden, um einen dramatischen Goldpreisanstiegzwang zu propagieren, damit ihre Talerchen maximale Preissteigerungen erfahren) kann man nur einzelne Spezialfälle von Preissteigerungen und Inflation in sinnvollen Zusammenhang bringen.

Mit “meiner” Definition geht dagegen alles.

topi Januar 8, 2013 um 14:49

Achso: abgedrehtes Wasser ist natürlich eine Änderung eines Knappheitsverhältnisses, das hat mit Inflation nun gar nix zu tun, nur bei Verwendung der dümmlichen Mainstream-Definition, dass jede Preissteigerung Inflation ist.

holger Januar 8, 2013 um 14:52

topi

—>>>Dein Beispiel zeigt genau eines: bei deinen Gebinde war die Preissteigerung höher als”

Nehme er sich einen Taschenrechner zur Hand, und revidiere er bitte seine Aussage. Um wie viel stieg der Preis/Einheit?

der stieg von 2,50 auf 2,80

Und auf wie viel stieg das Einkommen das stieg von 3000 auf 1500

Wenn man nicht die Einheiten beachtet, kann das einfach nichts werden.

Und das beste ist, um ein wenig Knülle zu werden, reichen so und so viele Gebinde. Auch dato noch, es sei denn man trinkt Alcfrei…

holger Januar 8, 2013 um 14:55

topi

—>>> nur bei Verwendung der dümmlichen Mainstream-Definition, dass jede Preissteigerung Inflation ist.”

genau… dümmlich

Denn sonst müsste man ja ständig Deflation und Inflation ausrufen. So sind se eben die Brotpreise und Medienmärkte…

holger Januar 8, 2013 um 15:02

Und wenn ich nun Importieren und Exportieren tue, und zwar über den eigenen Währungsraum hinaus, wat muss ich dann haben? Richtig, eine Geldmenge.

Und da ja die Anzahl an humanoiden worldwide immer mehr wird, seit ca. 1970 verdoppelt, von ca, 3,5B auf 7B sollten die Zehlen stimmen,

was muss dann logischer weise auch steigen? Die Geldmenge. eben.

Und was ist, wenn ein goldbug anstatt Kopfkissen den Greenback oder sonst was in Gold steckt? Richtig er geht shopping machen, und der Grennback wandert wieder in den Markt. Es sei denn, jeder kauft sich davon nur Gold.

Von daher ist der Goldmarkt eben was für Affen… die sich immer um die Kokusnuss kloppen. Denn ohne den Greenback käme das große bibbern. Oder die Keule aufm Kopp.

Morph Januar 8, 2013 um 15:18

@Frankie Bernankie

“Gesichtslose ost- oder südasiatische Akademikermassen, die, gerade mal dem Slum entwachsen, nichts anders umtreibt als der grimmige Wille, die Reste des westeuropäischen Teilhabe- ( um nicht zu sagen Sozialstaats- ) Regime wegzudumpen”

Sicher, man kann Sachen immer ins Absurde ziehen, um die eigene vor sich hin daddelnde adipöse Existenz zu beruhigen (siehst Du!). – Es ist nur so, dass Leute aus Europa, die eine Zeit z.B. in Singapur studieren, ziemlich kleinlaut zurück kommen. Und die Statistik spricht ja auch eine deutliche Sprache: Wenn ein Land in entscheidenden Fächern mehr Spitzenabsolventen produziert als ein anderes Land überhaupt studierfähige Talente, dann lassen sich da vor dem Hintergrund eniger sozialpsychologischer Konjekturen relativ nüchtern Umbrüche prognostizieren.

Aber man kann natürlich auch weiter auf die hiesigen Verhältnisse schimpfen. Die Interessen liegen halt verschieden.

Frankie Bernankie Januar 8, 2013 um 15:44

@morph

“Es ist nur so, dass Leute aus Europa, die eine Zeit z.B. in Singapur studieren, ziemlich kleinlaut zurück kommen”

Nein, so einfach nicht, @morph.

Vorher waren wir noch in Indien, jetzt sind wir in Singapur. Andere Welt, andere Kultur, anderer Staat, anderes Gemeinwesen.

Andere Relevanz. Für Singapur gilt vieles, was für Restasien nicht gilt, und umgekehrt, und es gibt immer hot spots, gegen die der Durchschnitt alt aussieht.

Und wenig verdienen, nebenbei, tun sie dort auch nicht – im Gegenteil.
In Singapur muss man aber auch gut verdienen, damit man dort leben kann.

Mechthild Mühlstein Januar 21, 2013 um 23:52

Nachdem ich diesen artikel – und die darauffolgende nicht gerade kurze diskussion gelesen habe, stehe ich vor einem rätsel. Was soll das sagen?

Im internet geld einzusammeln ist nun nicht gerade die innovation des jahres 2013. Und wie das mit dem brotpreis der DDR zusammengeht, bleibt leider geheimnis des autors.

In der DDR gab es keinen markt. Der staat hatte es sich zur aufgabe gemacht, die menschen mit dem lebensnotwendigen zu versorgen. Ja, in der DDR war das brot billig – bei gründung der DDR konnten sich viele der alten kommunisten und sozialisten an die zeit der Weimarer Republik erinnern. In jener zeit verhungerten reihenweise arbeiter. Nicht, weil es nichts gegeben hätte, sondern weil das brot so teuer war, daß die leute sich das nicht in ausreichender menge kaufen konnten.

Ziel der realsozialisten war keinesfalls, einen markt zu schaffen, wo man mit den bedürfnissen der leute tolle geschäfte machen kann, sondern die leute mit den dingen, die sie brauchen zu versorgen. Das ist etwas anderes.

Es ist nun mal keine irrung des realsozialismus, daß das gute brot an die schweine verfüttert wird. Das bezahlt man für gewöhnlich mit jedem laib brot, den man kauft, mit. Da ist nichts mit »die nachfrage reguliert den preis«.

Blödsinn!

Es geht hier nicht um die versorgung mit brot, sondern um das geschäft, das man mit backwerk machen kann. Ich weiß nicht, wo der kapitalismus wirtschaftlicher agieren würde als der realsozialistisch organisierte staat. Brot ist nicht zum essen, sondern für den verkauf gedacht. Der gesamte unsinn, der damit getrieben wird, muß mitbezahlt werden.

Wenn irgendwelche schwulen katholen auf der mitleidswelle ein paar dollar verdienen, muß das nicht gleich die gesamte blogosphäre verseuchen. Hat sich mal einer für eine andere form der prostitution entschieden. Hat das auswirkungen auf meine existenz?

Nein.

Ich blogge und lebe wie bisher. Und?

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