Ulf Poschardts kritischer Gedanke

by f.luebberding on 5. Februar 2013

Nur noch einige wenige Bemerkungen zur familienpolitischen Debatte, die in Wirklichkeit eine Debatte über das Verhältnis von Kapitalismus und Sozialstaat ist. Das wird zusehens deutlicher. In der konservativen Kapitalismuskritik gab es immer den Versuch, Lebenswelten vor den Folgen einer radikalen Ökonomisierung zu schützen. Die Familie wurde als Nukleus einer Gesellschaft betrachtet, die von einer Wirtschaftsform bedroht wird, die letztlich alle Bedingungen menschlicher Existenz nach dem Kriterium der Nützlichkeit betrachtet. In diesem Kontext ist die katholische Soziallehre entstanden – und der deutsche Sozialstaat ohne sie kaum zu denken. Vor dem Hintergrund sollte man den Kommentar von Ulf Poschardt in der Welt lesen. Poschardt kritisiert die “Ökonomisierung der Familienplanung” und landet bei einer Sozialstaatskritik, die leider auf einem Auge blind ist. Der Sozialstaat muss korrigieren, was die Ökonomisierung aller Lebensverhältnisse schon längst angerichtet hatte – und aus dem Kinderwunsch ein ökonomisch sinnvolles Verhalten machen. Die Begründung für die Einführung des Elterngeldes war davon geprägt – und weniger von dem Glauben, die Fertitalitätsrate sei allein das Ergebnis ökonomischer Kalküle. Die Familienpolitik sei eine Wertedebatte, schreibt Heike Göbel heute Morgen. Ein kluger Gedanke.

Leider werden solche Wertedebatten zumeist von der Wirklichkeit blamiert, wenn sie nicht Werte zur kritischen Bestandsaufnahme gesellschaftlicher Verhältnisse nutzen. Ansonsten fällt die konservative Kritik von Poschardt oder Frau Göbel hinter dem Erkenntnisstand des Jahres 1931 zurück: In diesem Jahr veröffentlichte Pius XI die vor allem von Oswald von Nell-Breuning geprägte Enzyklika Quadragesimo annoSo bliebe nämlich ein kritischer Gedanke in einer Reformulierung konservativer Sozialstaatskritik, den man durchaus diskutieren kann. So schreibt Poschardt:

“Die Verstaatlichung des kostbarsten Raumes von Privatheit, der zarten Intimität und Schutzbedürftigkeit der Familie, ist ein weiteres Symptom dafür, mit welcher Härte dem Staat Sozialisationsmaterial zugeschoben werden soll.”

Diese Formulierung kritisiert einen blinden Fleck in der Debatte. Bisweilen gibt es tatsächlich keinen Begriff von Privatheit mehr, weil dessen zartester Sinn schon längst durch die Mühlen der Zurichtung zum bloßen Marktsubjekt gedreht worden ist. Die ausschließliche Orientierung der Familien- und jeder anderer Sozialpolitik an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ist bekanntlich nicht die Idee der Linken gewesen, sondern der Poschardts in diesem Land. Intimität und die Schutzbedürftigkeit der Familie? Die ist schon längst von einer ökonomischen Logik aufgehoben worden, wo Flexibilisierung und Deregulierung aus der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie jenen Taktstock schwingt, nach dem die Familie und alles andere zu tanzen haben. Über die Härte solchen Sozialisationsmaterials wird noch zu reden sein.

So ist bei Ulf Poschardt ein kritischer konservativer Gedanke zu finden, der ihm aber verborgen geblieben ist. Er ist – Gott sei es geklagt – kein Konservativer, sondern leider immer noch ein popkultureller Neoliberaler geblieben. Poschardt hat den Kern des kritischen Konservativismus schon lange vergessen. So geht es übrigens auch der Union. Aber das wäre die Voraussetzung für eine substantielle Wertedebatte. Frau Merkel wird sich ihre Gedanken machen müssen. Ansonsten scheint es ja in der Union kaum noch jemanden zu geben, der das könnte. Aber wer weiß? Vielleicht arbeitet sich Ulf Poschardt sogar in die Ideengeschichte des Konservativismus ein.

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Nanuk Februar 5, 2013 um 15:42

Statt durch solche falsche Theorien sich den Zugang zu einer gerechten und versöhnenden Lösung zu verrammeln, brauchte man sich allerdings nur auf die weisen Worte Unseres Vorgängers zu besinnen:

“Auch nach ihrer Unterstellung unter das Sondereigentum hört die Erde nicht auf, dem allgemeinen Nutzen zu dienen”

Theophil Februar 5, 2013 um 16:33

Ich stimme natürlich schon mit der Prämisse nicht überein. Der Wunsch nach Kindern scheitert in Deutschland nicht an der “Ökonomisierung aller Lebensverhältnisse” in Form der 38 Stundenwoche. Gerade die wirkungslose Einführung des Elterngelds hat das gezeigt.

Die Idee der brutalen Marktwirtschaft, die alle Beziehungen der Nützlichkeit unterwirft, halte ich für eine Karikatur der Verhältnisse, basierend auf einem negativen Bild des Menschen, der nicht in der Lage ist — auch unter schwierigen materiellen Bedingungen — zwischen “nützlich” und “moralisch richtig” zu unterscheiden.

Kinder sind zwar eine finanzielle Belastung, aber der Ausgleich dieser finanziellen Belastung führt nicht zu mehr Geburten. Vielleicht liegt das Problem doch woanders.

Herr Poschardt wirft sich zwar mit schweren Wortgeschützen in den Kampf, liegt mit seiner Wertekritik aber ebenso daneben. Deutschland debattiert doch nicht die Einführung der Ganztagsbetreuung, damit alle Frauen möglichst schnell der Erwerbstätigkeit zugeführt werden können. Umgekehrt wird doch ein Schuh daraus. Der Wunsch nach Kinderbetreuung steht an erster Stelle und der Staat rechtfertigt deren finanzielle Unterstützung damit, dass eine arbeitende Mutter eben auch ein zusätzlicher Steuerzahler ist (vom u.U. zusätzlichen Kind gar nicht zu reden).

Zwischen all diesen (ab-)wertenden Wortungetümen von links und rechts stehen Menschen, die ihre Wünsche mit den gegebenen Möglichkeiten zu erfüllen suchen.

Doktor D Februar 5, 2013 um 16:38

Was soll denn diese romantische Gefühlsduselei in Bezug auf Familie von Poschardt? Sonst die coole Sau geben und jetzt hier die kleinbürgerlichste Gutmenschelei?
Wie wir heute Familie emotional besetzen, ist historisch die absolute Ausnahme. Familien sind vor allem ökonomische Gemeindschaften – und das sind sie auch noch heute. Und nu, wo unser wirtschaftliches System in eine Phase getreten ist, in dem die Reproduktionsarbeit auch anders geleistet werden kann und als in Wert zu setzendes Reservoir für neue schnöfte Produkte angesehen wird, da fängt der Ulli mit dem sozialromantischen Geheule an. Also bitte!

f.luebberding f.luebberding Februar 5, 2013 um 16:53

Theophil

Es geht nicht um die Marktwirtschaft selbst, sondern um die Vermarktlichung sozialen Handelns. Das ist schon ein Unterschied. Und die Bemerkung mit der 38 Stunden Woche ist berechtigt. Nur war das, was mit dem Normalarbeitsverhältnis in der Vergangenheit gemeint war, als arbeitsmarktpolitisches Hindernis begriffen worden – mit den bekannten Folgen. Wie gesagt: Der Konservativismus hat ein kapitalismuskritisches Argument … . Man muss es nur kennen … .

Hauke Februar 5, 2013 um 16:57

Frank Lübberding, mit Ihrer Theorie vom wohlwollenden Diktator, der Sozialpolitik unter dem Gesichtspunkt betreibt, Wohlfahrtskosten zu minimieren, setzten Sie voraus, dass Regierungen stets die soziale Wohlfahrt im Auge haben und auch wissen, wie sie dieses erreichen können. Das wäre zu schön, aber ich halte den Ansatz für naiv und Ihre These, wonach die Intimität und Schutzbedürftigkeit der Familie “schon längst von einer ökonomischen Logik aufgehoben worden [ist], wo Flexibilisierung und Deregulierung aus der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie jenen Taktstock schwingt, nach dem die Familie und alles andere zu tanzen haben”, für unzutreffend. Leider. Inwiefern Klientelpolitik (Ausrichtung nach “Werten”), deren Durchsetzung durchaus realistischer ist, demgegenüber eine Verbesserung darstellen könnte, erschließt sich mir nicht. Derzeit ist es so, dass die Familienpolitik nach den christlich-konservativen Werten einer zunehmend erodierenden Trägergemeinschaft ausgerichtet ist, die das Familienbild bestimmen. Nicht verwunderlich, dass die Studie, die der CDU eine fehlgeleitete Familienpolitik bescheinigt, nicht veröffentlicht wird: Die CDU hat kein Interesse daran, sich der Klientelpolitik auf Basis eines Wertekanons aus dem 19. Jahrhundert überführen zu lassen. Nun wollen Sie über neue “Werte” diskutieren. Welche dürfen es denn sein?

Nanuk Februar 5, 2013 um 17:14

“Die Idee der brutalen Marktwirtschaft, die alle Beziehungen der Nützlichkeit unterwirft, halte ich für eine Karikatur der Verhältnisse, basierend auf einem negativen Bild des Menschen, der nicht in der Lage ist — auch unter schwierigen materiellen Bedingungen — zwischen “nützlich” und “moralisch richtig” zu unterscheiden. ”

Auf welchem Planeten lebt der Mann?
http://dailybail.com/home/jon-stewart-rips-hsbc-bank-wankers-too-big-to-jail.html

f.luebberding f.luebberding Februar 5, 2013 um 17:22

Hauke

Der Wandel in der Sozialstaatsdebatte seit Ende der 80er Jahre ist ziemlich exakt zu bestimmen. Es begann mit der Abkehr von jenem Grundsatz, den man mit Esping-Andersen “Dekommodifizierung” genannt hatte. Es ging bis zu diesem Zeitpunkt darum, den Menschen im Rahmen kapitalistischer Ökonomien vor den Auswirkungen einer Marktlogik zu schützen. Mit Giddens und den Modellen des “aktivierenden Sozialstaats” hat sich das bekanntlich geändert. Marktkompatibilität bestimmte von nun an sozialstaatliche Regulierungen. Nicht der Schutz vor, sondern die bessere Integration in die Marktlogik bestimmte das ökonomische und politische Denken. Der Sozialstaat wurde letztlich auf seine Funktion der Armutsvermeidung reduziert. Es geht also nicht um einen wohlwollenden Diktator, sondern um eine Idee von der Organisation moderner Gesellschaften. Die Konservativen hatten immer ein Bewusstsein darüber gehabt, wie die Moderne selbst ihre normativen Grundlagen zu zerstören droht – und versuchten daher mit dem Gedanken der Subsidiarität dieser Dynamik etwas entgegenzustellen. Der etwa bei Dorothee Baer zu spürende Niedergang dieses konservativen Denkens kommt ja nicht von ungefähr. Das ist nur eine Karikatur dessen, was man ernsthaft noch als konservatives Denken bezeichnen könnte. Der Familie ist von Seiten der Linken schon seit dem 19. Jahrhundert der Tod vorhergesagt worden. Sie blieb gleichwohl die längste Zeit die wichtigste Institution in menschlichen Gesellschaften, unter anderem wegen des kritischen Blicks auf deren fragile Grundstruktur von Seiten der Konservativen. Denke, das könnte sich geändert haben.

Doktor D Februar 5, 2013 um 17:42

Die Konservativen hatten immer ein Bewusstsein darüber gehabt, wie die Moderne selbst ihre normativen Grundlagen zu zerstören droht – und versuchten daher mit dem Gedanken der Subsidiarität dieser Dynamik etwas entgegenzustellen.

Ist das nicht der Kern des Konservativ-seins? Alle Debatten über Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Adoption für GGPs, Feminismus als das Böse – das sind ja nur Ersatzhandlungen in konservativen Kreisen, um die grundsätzliche Debatte zu umgehen: “Wenn du Markt und marktförmige Demokratie als das Non-Plus-Ultra ansiehst, musst du die bürgerliche Familie wie sie dir so lieb ist, aufgeben. Geht kein Weg dran vorbei!” Mal abgesehen davon, dass in dem sich selbst unverschämterweise als bürgerliches Lager bezeichnenden CDU/FDP-Kreisen nicht mehr so ganz viele brillante Denker am Start sind, diese Hoffnung also unbegründet ist – wäre es wirklich spannend, wenn sich in der CDU eine Stimme erheben würde, die das genau auf den Punkt brächte. Dann würde es für Merkel wirklich gefährlich werden. Aber solange man mit sexistischen, rassistischen und klassistischen Ersatzhandlungen die angeblich Konservativen in der CDU und im “bürgerlichen” Lager besänftigen kann, muss sie sich keine Sorgen machen.

Theophil Februar 5, 2013 um 17:54

@Nanuk Ich habe nicht behauptet, dass jeder auch immer zwischen “moralisch richtig” und “nützlich ” die richtige Wahl treffen würde. Ich würde aber behaupten, dass auch den meisten Bankern diese Unterscheidung klar ist.

Ich habe nur behauptet, dass diese Fähigkeit unter den gegebenen ökonomischen Bedingungen nicht geringer ist, als unter jeder anderen Form der Wirtschaftsorganisation.

Nanuk Februar 5, 2013 um 18:10

@Theophil
Sie können behaupten was sie wollen das steht ihnen frei nur sind Behauptungen keine Argumente…

+ gotteshalber + Februar 5, 2013 um 18:19

@Theophil
“Kinder sind zwar eine finanzielle Belastung, aber der Ausgleich dieser finanziellen Belastung führt nicht zu mehr Geburten. Vielleicht liegt das Problem doch woanders.”
—————-

===> … und das belegst du genau womit?? …mit dem “Elterngeld”, etwa?? … das Elterngeld ist ein Witz!! … familienpolitische Weißesalbe!!

===> … was nötig täte, wäre eine … MASSIVE(!!!) … materielle Entlastung von jungen (Vollzeit-)berufstätigen Eltern (zu Lasten aller anderen Gruppen, insbesondere aber alter Jungpensionäre mit +2k Pension)!!

==> … denkbar wäre zB die Einführung eines zusätzlichen gesetzlichen Kinderurlaubs. Sagen wir 20 Tage im Jahr (davon mindestens 1 pro Monat). Lohnersatz dafür zahlt Papa Staat cash auf Tatze. Sagen wir ~60 Euros netto pro Tag und Kind.

===> … aber bei der Entlastung geht es nicht nur um unmittelbar materielle Massnahmen. Sondern auch um berufliche, gesellschaftliche und juristische Sicherheit der jungen Eltern. Denn wer läßßt sich schon gerne vom sauceialdemokratisch entarteten Totalstaat entmündigen & terrorisieren? … und dann auch noch mit Verantwortung für Kinder??

“Deutschland debattiert doch nicht die Einführung der Ganztagsbetreuung, damit alle Frauen möglichst schnell der Erwerbstätigkeit zugeführt werden können.”

===> … DOCH!!! … genau darum und nix anneres geht es dem CIA-SPIEGEL, der Bilderberger-ZEIT, der OECD, dem Rothschildpeeer … und deren Hintertanen in Übersee!!

===> … die Deutschen SOLLEN keine Kinder mehr kriegen!! … das ist ein alter Entschlußß (… was meinste warum wir eine kinderlose Führer-Mutti hamn und ein schwuler Außßenminister?? … das ist ABSICHT!)! … die Eudssr-Apparatschicks wollen das Geburtendefizit ausgleichen, indem sie die EUDSSR mit 50-100 Millionen zusätzlichen Afrikanern und Arabern fluten. Es geht darum … den NEUEN MENSCHEN zu züchten! Die entmündigte, entkulturalisierte Arrrrbeitsdrohne für die Herrenmenschen. Sosiehtsaus.de

Doktor D Februar 5, 2013 um 18:43

Also, wenn die Ausrottungspolitik für echte germanische Überarier dazu führt, dass die Hilfsnazis wie der sich hier so gerne produzierende ein für allemal vom ANgesicht der Erde weggemendelt werden – so be it!

+ gotteshalber + Februar 5, 2013 um 18:50

@frank

“Der Familie ist von Seiten der Linken schon seit dem 19. Jahrhundert der Tod vorhergesagt worden.”
————–

===> … YEP!! … und wahrlich, ihr Soz’n habt allet, aber auch wirklich allet gegeben um dieses Ziel brutalstmöglich zu erreichen.

“Der Sozialstaat wurde letztlich auf seine Funktion der Armutsvermeidung reduziert.”

===> … schon wieder falsch!! … gerade die Agenda2010 der Schrödersoz’n hatte als Ziel … EBEN NICHT(!!!) … “Armutsvermeidung”! … wann begreifst DU das endlich, @FRANK!!

===> … das tatsächliche ZIEL der Agenda2010 und der restlichen Soz’npolitik … war die Einführung von “Armut PLUS Vollarrrrbeit (fürn Export!)”!

===> … oder wie Pinocchio-Münte (SPD) ausm Hochschauerleschandkreis es auszudrucksen beliebt:


===========================
“Wer jeden Tag acht Stunden arrrbeitet,
und das bis zum 70-ten,

… der soll auch davon LEBEN können!”

(Pinocchio-Münte, SPD)
===========================

===> … DIESER LOHN … hat einen Namen. Es ist der SKLAVENLOHN!! … genau dieser Lohn wurde auch im alten Rom an die Sklaven gezahlt! … im Regelfall zumindest! … weil dem Sklaven dem man nicht genug “zum Leben” zahlt, der stürbt! … und tote Sklaven arrrbeiten nimmer für die Patrizier … auch nett wenn man se tritt! … dieser Lohn ist alternativlos!! … hat aber mit dem alten WOHLSTANDSVERSPRECHEN … NICHTS MEHR ZU TUN! … DESHALB … der rasende HAßß(!!!!) … der Mittelschicht auf die Soz’nbrut!! … 35% mehr Waxdumm (real) seit 1990 … bei -5% Lohnentwicklung (nettoreal) … das gibt definitiv böses Blut.

Jackle Februar 5, 2013 um 18:52

Die Deutschen sterben aus? Holt den Champagner raus!

+ gotteshalber + Februar 5, 2013 um 18:58

@doktord

… daßß du einen an der (pseudo-)linksverstrahlten Waffel hast ist hinlänglich bekannt. Geh doch bitte Stolpersteine verlegen!! … dann lernst du wenigstens mal … was Arrrrbeit ist!! … du “Künstler”!

+ gotteshalber + Februar 5, 2013 um 19:01

@jackle
“Die Deutschen sterben aus? Holt den Champagner raus!”
—————

===> … ja freu dich halt.

( … Wozu du zu dumm bist: gleich anschließßend – nach den Deutsen – sterbt ihr Parasiten. … )

f.luebberding f.luebberding Februar 5, 2013 um 19:52

W-ING

Du darfst Dir gerne etwas mehr Mühe geben. Ich möchte nämlich eine substantielle Kritik des Konservativismus lesen – und nicht die Erklärungen aus Deinem Baukasten.

Morph Februar 5, 2013 um 19:56

@HG

wie es einem Halbgott geziemt, hast Du immer nur halb reccht. Nicht den Deutschen geht es an den Kragen, sondern den national integrierten Bevölkerungen – worldwide!

Jackle Februar 5, 2013 um 20:01

Aha.

Ne, also mal ehrlich. Wenn man doch eines Begrüßen müsste am spätkapitalistischen Treiben und der voranschreitenden Individualisierung, ist es doch gerade, dass in solchen Zeiten anscheinend weniger Menschen geboren werden.
Den (christlichen) Vermehrungsideologen konnte ich noch nie zustimmen. Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, dass eine wachsende Bevölkerungsmenge grundsätzlich eine gute Sache ist, bleibt mir für immer unverständlich. Aber hey, das geht mir bei vielem.
Und Halbgott. Es ist ja richtig und wichtig, dass du immer und immer wieder darauf hinweist, dass es ein riesen Skandal ist, wenn die Reallöhne stagnieren während die Produktivität munter weiter steigt. Nur kann ich mit deinen nationalen Schlussfolgerungen und dem ganzen Verschwörungsschwachsinn nicht viel anfangen. Wer in Nationalstaaten denkt, ist von gestern. Die Zukunft wird erst gemacht, wenn man die Nationalstaaten hinter sich gelassen hat!

Und dann rede ich selbstverständlich nicht von dem EU Zirkus, der nur so Schwachmaten wie Cohn-Bendit und Fischer gefällt, weil sie plötzlich das Gefühl bekamen endlich auf der richtigen Seite zu stehen und gleichzeitig schön fett und verfressen zu werden. Aber nur BIO, versteht sich!

Jackle Februar 5, 2013 um 20:06

“Ich möchte nämlich eine substantielle Kritik des Konservativismus lesen – und nicht die Erklärungen aus Deinem Baukasten.”

Kann ich gerade nicht mit dienen, aber sind Konservative nicht diejenigen, die mit 13-15 ein Bild von der Welt entwickelten und sich ihr restliches Leben konsequent dagegen wehren dieses auch nur irgendwie in Frage zu stellen?!

keiner Februar 5, 2013 um 20:26

@Säckel

Nee, echte Konservative merken, wenn sie verarxt werden. Merkel und CDU, was hat das bitte mit “Konservativen” zu tun? Das ist ein Machterhaltungsverein, der halt derzeit von der Wirtschft finanziell alimentiert und toleriert wird. Konservative, die noch merken was hier läuft sind, wie auch Sozialdemokraten, die nicht schon im totalitären Dämmerzustand “Krieg heil” oder ” Widdschaft, Widdschaft üüüber aaalles, über allles in dee-eer Wält…” gröhlen, an einer Hand abzuzählen.

Heiner Geißler fällt mir noch ein. Aber sonst?

Linus Februar 5, 2013 um 20:29

@HG: Ich lese bei dir immer nur ABSICHT !!!
Wer zum Teufel sollte mit Absicht die Deutsen ausrotten wollen? Wozu soll das gut sein?
Ich kann aus deiner Argumentation immer nur schliessen, dass die Störblichen MIT ABSICHT DOOF sind. Meinst du nicht, dass das mal eine halbgöttlichen Erklärung bedürfte?
Und wie lässt sich das ändern? Selbst wenn du diese “Leute mit ABSICHT” los bist, gibt es immer wieder Leute, die wieder mit ABSICHT usw.. Was ist los mit deinen Störblichen? Los werden willst du sie ja offensichtlich nicht.

Schatten Februar 5, 2013 um 20:32

@Morph

“Nicht den Deutschen geht es an den Kragen, sondern den national integrierten Bevölkerungen – worldwide!”

Was meint das?

wowy Februar 5, 2013 um 20:53

OT
Uni Düsseldorf erkennt Schavan Titel ab! Weg ist er.
Da wird wohl morgen jemand zurücktreten.

Morph Februar 5, 2013 um 20:55

@Schatten

Das wir in die Zeit der großen Wanderungen eingetreten sind, Und wie alle tiefen Umbrüche, vollzieht sich auch der einigermaßen gemächlich, vor einer gefühlten Ewigkeit hat Enzensberger schon darüber geschrieben, aber der Befund ist natürlich noch immer aktuell; er ist zwischenzeitlich noch ‘aktueller’ geworden, wenn das überhaupt geht.

@HGs Obsession und seine Rhetorik ist ja doppelt symptomatisch: Rettet die Deutsche, verwirklicht die Demokratie, jetzt, bittebitte, Aufruf, Aufruf!! – Und das alles in einer so clownesken Form, dass noch der letzte Dummdepp, der das inhaltlich ernst nehmen könnte, demotiviert wird.

Nur einige nachdenkliche Etatisten, die wissen, was durch das Ende des politisch-historischen Paradigmas des Nationalstaats verloren geht, werden dabei ganz sentimental, als würde Freddy Quinn von der Heimat singen.

Eagon Februar 5, 2013 um 21:08

“Der Familie ist von Seiten der Linken schon seit dem 19. Jahrhundert der Tod vorhergesagt worden. ”

Die Geschlossenheit DER LINKEN ist beeindruckend.

Genauso wie das Gefasel von der einen FAMILIE.

wowy Februar 5, 2013 um 21:14

@hg
Merkel hat keine Kinder und Westerwelle ist schwul. Oh Untergang des Abendlandes ;-) Dafür hat von der Leyen 7 Kinder, womit der Querschnitt wieder gerettet wäre.
Und jetzt lass deine Dumpfbackenweisheiten und streng dich endlich mal an!

+ gotteshalber + Februar 5, 2013 um 21:28

@frank
“Du darfst Dir gerne etwas mehr Mühe geben. Ich möchte nämlich eine substantielle Kritik des Konservativismus lesen – und nicht die Erklärungen aus Deinem Baukasten.”
————–

=== >… klar möschtest du das! … abba … isse Leben … Wunschkonzert??

( … du habbe Internet … nett verstanne … ;-) …)

===> … @frank, was ich hier geliefert habe ist nicht eine “substantielle Kritik des Konservativismus” … sondern … eine substantielle Kritik der “MODERNE” … was ihr handvoll (pseudo-)linke Soßialdemokraten damit auch immer meinen tun tut.

… JA, @IHR Sauceialdemokraten … habt die Familien zerstört. Herzlichen Glückwunsch. (Zumindest die der Deutsen .. .bei den Libanesen und Türken in der BRDDR gibt es ja noch grose Familienclans …)

… JA, OHNE FAMILIE … geht der Sterbling vor die Hunde!! … das merkelt ihr selbstauserwählten Modernlinge von der “SPD” jetzt offenbar auch so langsam. Klar, die Einschläge werden immer heftiger … und kömmen immer näher. Da fällt mir ein Zitat von dir ein, wo ich mir notiert hab in meine kleine Schwarze Kladde:

“Eine moderne Gesellschaft … braucht Soßialingenieure!”
(Frank Lübberding)

===> …der “SPD”-Soßialingenieur also als (vermeintlicher kostengünstiger & hocheffizienterer) Familienersatz-Therapeut. Nur zwei klitzekleine Probleme:

1.) es gibt NICHT genug Soßialingenieure (für jeden Sterbling einen? oder drei?) .

2.) es – im Sinne von “die Gesellschaft” – funktioniert AUCH MIT Soßialingenieure … OFFENSICHTLICH(!!!) … nicht mehr.

===> … mit diesen Problemen, die ihr “SPD”-Adepten der “Moderne” geschaffen habt – werdet ihr nun zunehmend konfrontiert:

- Multikultiinfarkt / “Integration” (ist äußßerst kostspielig bei zweifelhaftem Erfolg).

( … @Frank/@morph/@Hans/doktord … warum macht … @IHR … nicht endlich mal abendlichen Deutschen Sprachunterricht für eure(!) Problemmigranten, die ihr ins ‘schland geholt habt?? … ehrenamtlich versteht sich! … frage nicht, was der Staat für dich tun kann, sondern was du für den Staat tun kannst! … )

- Deutse Exportsklaven machen keine Kinder mehr – wozu auch. Und wer soll das bezahlen …

- Dazu “Solidarität” mit Griechenland. Und Ägypten. Mali. Lübjen. Die Besatzerstaaten USA, GB, Israel, F, PIGIB sowieso.

- Dazu alternativlos-grenzenlose “Solidarität” mit dem Schmeißßbänkstersündikat in Manhattan/London/Hamburch usw.

- usw

==> Irgendwann kömmt halt keine Mülsch mehr aus dem Euter … an dem ihr Sauceialdemokraten euch so fleißßig bedienen tut … und dann spritzt Blut statt Mülsch. Ist das jetzt eine Drohung?? … Nein, so war es aber halt immer in der Gechichte (-> Gechichtsbuch!). Bitte erklär du es mir @Frank … WAS(!!) … ist daran nun so schwer zu kapieren ???

===> … @Frank, es ist eigentlich ganz einfach: wir brauchen keine “substantielle Kritik des Konservativismus” … sondern wir brauchen substantiellen Konservativismus. Und dazu beinharte substantielle Kritik an der vorgeblichen “Moderne” der (i.a.R. nicht-arrrrbeitenden) soßialdemokratischen Schildbürgerbolschewisten !! … so rum wird Schuh draus …

topi Februar 5, 2013 um 21:30

Teophil

” Ich stimme natürlich schon mit der Prämisse nicht überein. Der Wunsch nach Kindern scheitert in Deutschland nicht an der “Ökonomisierung aller Lebensverhältnisse” in Form der 38 Stundenwoche.”

Sagt wer?
Der öffentlich Bedienstete mit geregelter Arbeitszeit, ordentlichem EInkommen (bei dem man nicht an jeder Ausgabe herumrechnen muss, oder Nebeneinkommen suchen), und Verbot der feierabendlichem Öffnung betrieblicher E-mails?

Oder die Lidl-Verkäuferin (“Jetzt überall in Berlin: mindestens bis 21:00 Uhr geöffnet!).
Oder der Wachmann?
Die Frau aus der Putzkolonne vielleicht?
Call-Center-Mitarbeiter?
Fleischer mit Werkvertrag?

Oder in den “qualifizierteren” Bereichen. 40 Stunden-Woche, aber 10 Prozent unbezahlte Mehrarbeit sind das Minimum, schon als Ansage im Bewerbungsgespräch.
Und die der Generation Praktikum entkommenen legen gerne nochmal Wochenendschichten dran, so erhöht man die Chancen, dass bei der nächsten Umstrukturierung (also spätestens nächstes Jahr) doch die alten teuren rausfliegen sollen, auch wenn das sauteuer wird.

Was ist mit der Krankenschwester , oder dem Polizisten, die keine Familie durchbringen (in München schon alleine kaum eine anständige Wohnung finden).

Was ist mit dem Paketfahrer, der früher mal einen anständig bezahlten Job bei der Post mit irdentlicher Arbeitszeit hatte, und nun als Sub-Sub-Unternehmer für einen Hungerlohn noch seine eigene Kiste mitbringen darf?

Oder die ganze neue dolle “Medien-Branche”, in der man 16:oo Uhr zur Kita geht, sein Kind abholen. Oder hab ich was verwechselt, fangen da die Meetings erst an.

Alles EInzelfälle, klar.
Wieviele Arbeitnehmer in D arbeiten in Schichten?
17 Millionen. Alles Randgruppen, oder wie?

Wer bestreitet, dass die Arbeitsumstände in D in vielen Fällen NICHT familienfreundlich sind, sollte mal diverse Realitätschecks vornehmen.

Der Arbeitsumfang, entweder weil verlangt oder weil notwendig wegen zu niedriger Löhne, die Arbeitszeiten, siehe Schichtarbeit, siehe Verlagerung diverser Jobs in die Abendstunden, die Arbeitsintensität haben sich insgesamt nicht verbessert, im Gegenteil. (Bei den Stunden siehts für die, die es damals noch in die goldene 35 geschafft haben, anders aus.)

Dazu die stark gewachsene Unsicherheit.

Natürlich sind dies alles keine Ausschlussgründe für Kinder.
Der tibetanische Bergbauer kriegt schließlich auch welche.

Die Negation ist allerdings eher albern, als ein Argument; unter Verweis auf eine fiktive 38.

Dazu die private Krankenzusatzversicherung, private Pflegeversicherung, private Rentenversicherung, private Ausbildungsversicherung, diverse früher öffentliche Leistungen, die jetzt eben “Durchökonomisiert” sind.

” Gerade die wirkungslose Einführung des Elterngelds hat das gezeigt. ”

Ich sag mal: das wirkt ziemlich genau so, wie es zu erwarten war. Ältere Gutverdienerinnen kriegen noch Kinder, die sie ohne ELterngeld(+ Kitaplatz, muss man zusammen sehen) eventuell nicht gekriegt hätten; die Jüngeren schieben Geburten eher auf, logisch.

Mittlerweile weiß man ja, dass die geburtenrate nicht bei 1,3, sondern bei 1,6 liegt.
Es hat sich noch nicht ganz herumgesprochen, dass mit 35 nicht Schluss mit Kinderkriegen ist, sondern oft erst der Anfang.

“Die Idee der brutalen Marktwirtschaft, die alle Beziehungen der Nützlichkeit unterwirft, halte ich für eine Karikatur der Verhältnisse, basierend auf einem negativen Bild des Menschen, der nicht in der Lage ist — auch unter schwierigen materiellen Bedingungen — zwischen “nützlich” und “moralisch richtig” zu unterscheiden. ”

Der Mensch wird selbstverständlich geprägt durch seine Lebensumstände. Das willst du aber nicht betreiten, oder?
Du zeichnest mit der Karrikatur eine Karrikatur, sag ich mal.
Aber warte mal ab, bis die “Solidarsysteme” komplett auf “EIgenverantwortung” umgestellt sind, da ist ja noch viel Spielraum.

topi Februar 5, 2013 um 21:35

Teophil

“Kinder sind zwar eine finanzielle Belastung, aber der Ausgleich dieser finanziellen Belastung führt nicht zu mehr Geburten. Vielleicht liegt das Problem doch woanders.”

Natürlich liegt das Problem AUCH woanders. Wie stark, wüsste man erst, wenn es wirklich einen Ausgleich der finanziellen Belastung gäbe.

Hat jemand eine belastbare Schätzung, wieviel dies wäre?

Ansonsten ist ein Land, in dem Kinder zusammen mit Baulärm unter Geräuschbelästigung erfasst werden, natürlich auch auf anderen Ebenen kinderfeindlich. Geht man durch den Prenzlauer Berg oder ähnliche Bezirke sieht man, dass das kein Muss ist; aber wenn erstmal Gegenden fast kinderbefreit sind, wirkt das entsprechend.

Noch eine Anmerkung zu deinen Anmerkungen zu den ANmerkungen von Sasse (die ich nun auch nicht alle teile)
Du solltest wenigstens konsistent sein.

Wenn die Familenmitversicherung doof ist, weil sie von der Arbeitsaufnahme der Frau abhält, gilt dies für das Ehegattensplitting doch mindestens ebenso.

Du kannst ja mal herleiten, wie du aus einer Verteilung 60/0 eine Verteilung von 40/20 hinkriegst, mit welchen Auswirkungen auf die gesamt zu leistenden Stunden.

Hauke Februar 5, 2013 um 21:39

Frank Lübberding, worauf ich hinaus will ist, dass Sie nicht die Studie zur Familienpolitik kritisieren und gleichzeitig der These anhängen können, die Intimität und Schutzbedürftigkeit der Familie sei längst einer Marktlogik unterworfen. Denn wenn Letzteres zuträfe, käme die Studie, in der die Maßnahmen im Rahmen der Familienförderung unter wohlfahrtsökonomischen Gesichtspunkten analysiert werden, zu anderen Ergebnissen. Es geht, auch nach dem Wandel in der Sozialpolitik, weiterhin darum, Menschen vor bestimmten Auswirkungen der Marktlogik zur bewahren. Nur geht es mittlerweile auch darum, Menschen davor zu bewahren, in eine Abhängigkeit vom Sozialstaat zu geraten. Es geht auch um Hilfe zur Selbsthilfe und um Anreize, die Abhängigkeit vom Sozialstaat zu lösen. Und es geht darum, gezielt dort zu fördern, wo Förderung und Schutz gerechtfertigt ist, und Alimentierung zu vermeiden, wo Individuen der Förderung nicht bedürfen, sondern sie infach nur mitnehmen. Was zunehmend schwieriger wurde ist, den Lebensstandard auf dem Sozialticket zu halten. Es stimmt: Sozialpolitik heute zielt auf die Vermeidung von Armut ab, nicht auf Halten des Lebensstandards. Aber sagen Sie mir doch mal, innerhalb welchen Wertekanons es gerechtfertigt ist, dass Geringverdiener mit ihrer Mehrwertsteuer das Kindergeld für die Zahnarztfamilie und die Krankenversicherung für den Ehemann der Zahnärztin bezahlen?

topi Februar 5, 2013 um 21:52

Morph

“Nicht den Deutschen geht es an den Kragen, sondern den national integrierten Bevölkerungen – worldwide!”

So wie die Ostgoten also mit Sack und Pack sich ein neues Plätzchen suchten, wo noch Platz war.

Hast du schon konkrete Pläne, Besiedelung Sibiriens oder Kanadas im Zuge der Erwärmung?

Gerade an den Diskussionen zur sozialen SIcherung wird deutlich: die gibt es nur in Gruppen, die füreinander, auch solidarisch, einstehen wollen.

Die fixe Idee, über private Versicherungen, Kopfpauschalen, ließen sich Lebensrisiken absichern, wird in naher Zukunft ganz offensichtlich platzen: mit dem Zusammenbruch der großen Versicherer. (bzw. ihrem Eingeständnis, nicht leisten zu können, und der anschließenden Rettung durch den Staat).

Es ist nicht auszuschließen, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass es zu Auflösungserscheinungen kommen wird, bei einer dramatischen Zuspitzung.

Aber die Menschen werden mittelfristig nicht zuschauen, wie der Normalbürger im Armenhaus und Siechenheim landet, wenn das Produktionspotenzial dafür reicht, jeden mit mehr Gütern zuzusch..meißen, als er verbauchen könnte.

Der Carlos ist ja auch so ein Internationalist, und kommt immer mit einer Zwangsläufigkeit.

Ich verweise einfach auf die Zwanziger Jahre, und die krasse ENtflechtung der Weltwirtschaft und des Weltfinanzwesens nach der WWK I.

topi Februar 5, 2013 um 22:15

Stefan Sasse
“Nur mal ein Beispiel: eine junge Familie, die ich kenne *hust* bekommt 300 Euro Elterngeld. Die Kita kostet 440 Euro. Womit wäre der Familie besser gedient?”

Wie lange gehen denn die Kleinen in die Kita?
Berlin schult ja sehr früh ein; aber so irgendwann mit 8 sollte doch dieser Lebensabschnitt überall mal vorbei sein? ;-)

Man ist ja, menschlich verständlich, geneigt, die aktuellen eigenen Umstände deutlich höher zu gewichten.

Also: die Rechnung, sich für KitaGebührenfreiheit das Kindergeld abschwatzen zu lassen, ist nichtmal eines Milchmädchens würdig.
(Und: Berlin hat mittlerweile die letzten drei Kita-Jahre beitragsfrei, um die Kinder mit einigermaßen guten Deutschkenntnissen und Sozialkompetenz in die Schulen zu kriegen; das sollten andere Bundesländer oder Kommunen wohl auch hinkriegen können.)

~ HG ~ Februar 5, 2013 um 22:19

@morph
“Nur einige nachdenkliche Etatisten, die wissen, was durch das Ende des politisch-historischen Paradigmas des Nationalstaats verloren geht, werden dabei ganz sentimental, als würde Freddy Quinn von der Heimat singen.”
————————–

===> … wart’s ab @Kumpel! … TU QUOQUE!

===> … auch @DU @mörphi … wirst dich nach den guten alten Zeiten der BRD zurücksehnen. Believe me, @honey :-) … schließßlich LEBST DU als (geplanter!) lebenslänglicher (“SPD-”??)Staatssinekurantling davon, daßß der Staat funktioniert …

( … time will teach you … humbleness …)

===> … im Übrigen, @Kleiner, ist das Paradigma des Nationalstaats keineswegs vorbei!! … aber um das intullektuell zu erkennen … fehlt es dir vor allem ein eins: … Intullektuelität. …

-> … denn …

1.) … ist auch die EUDSSR natürlich ein (abgegrenzter!) Nationalstaat. Nur halt ein viel gröserer.

2.) … ist die dauerhafte Durchsetzbarkeit dieser von der satanischen Hochfinanzfaschistenmafia seit Jahrzehnten (google: “Heidelberger Appell spd wiki” ) wenn nicht Jahrhunderten angestrebten “Vereinigten Staaten von Europa” mehr als nur hochgradfraglich … schon jetzt springen immer mehr Länder ab: jüngst England und Holland, davor Ungarn, Rumänien, Finnland, Serbien, Ukraine, Weissrussland, Polen, Österreich, usw. Schweden Dänemark, Schweiz, Norwegen hamnn dieses widerwärtige Euro-verbrechen sowieso von Anfang an abgelehnt. Und Deutsland?? … nun, deutsland isse nicht-souveränes, nicht-staatliches Exportsklavenbananenprotektorat von völlig durchgeknallte USA (und Hintertanen). Die verfaulten Korruptniks von Berliner Vichy-Regime sind freilich begeisterte EUDSSR-Europäer (“Sie können mich mieten … wie ein taxi :-)”) … die Deutsen aber … die HAßßen die ihnen aufoktroyierte Eudssr-Diktatur natürlich … auf den Tod!!

===> … und “Etatist”. Ich ??? Vollmeise, morph! … Flübber, Hütt, Franc-soit Hollande und der irre Kommunist Carlos Manoso … DAS sind ETATISTEN!! … aber doch nett Halbgott! … Hg … isse … Retroliberaler Echtdemokrat!!

===> @morph … wann schmeißßen se dich eigentlich endlich aus der Uni?? … du bist mit Sicherheit allet mögliche. Aber eines auf keinen Fall:

1.) Ein Denker
2.) ein Wissenschaftler

(DU bist IDEOLOGE!! … knüppelhart-dogmatischer)

“! – Und das alles in einer so clownesken Form, dass noch der letzte Dummdepp, der das inhaltlich ernst nehmen könnte, demotiviert wird.”

===> .. für mich bist du der Clown. Gerade mit deiner gewollt akademisch wirkenden Fach- & Fremdwörtersprache … aber OHNE belastbare Inhalte. Aber was sollst du auch sonst machen. Ich meine, du hast halt nix anderes … Und MEIN Marketing … kannst du getrost mir überlassen – ich weißß schon was ich tue … :-)

Andreas Kreuz Februar 5, 2013 um 22:24

@topi
Der Opportunismus eines Sasse ist mit der Differenz aus (440-330) € dicke bezahlt…

~ HG ~ Februar 5, 2013 um 22:25

@topi
“Ich verweise einfach auf die Zwanziger Jahre, und die krasse ENtflechtung der Weltwirtschaft und des Weltfinanzwesens nach der WWK I.”
—-

===> …was ist los mit dir @topi?? … hattu heute an der Quelle der Erkenntis genuckelt?? … der Satz ist rischtig gut und wird von mir voll gezeichnet!

topi Februar 5, 2013 um 22:30

Prinzipiell wäre es durchaus akzeptabel, wenn Geldleistungen zugunsten von Sachleistungen reduziert würden, die dann wirklich das Leben von Familien leichter machen, auch finanziell.

Klar ist Kinderbetreuung ein Aspekt.
Schulen mit gutem Schulessen und qualitativ hochwertigen Angeboten am Nachmittag auch. Allerdings ist dies keine Familienförderung. Von den absurd hohen Schülerzahlen in den Klassen ganz zu schweigen.

Die gesamte Entwicklung der letzten Jahrzehnte, Verbrauchssteuererhöhungen zu Gunsten von Spitzensteuersenkungen, Privatisiserung von öffentlichen Leistungen, Anhebung von etlichen “Gebühren” die einkommensunabhängig wie Kopfsteuern wirken, gestiegene Energiepreise, Schwimmbad Theater Kino Musikschule Sportverein Museum Bahn Bus.

Familien sind von diesen Entwicklungen noch stärker betroffen.

Eine Umkehr hier gegen etwas weniger Kindergeld? Warum nicht. Aber bitte konkret, auf Heller und Pfennig.

hg Februar 5, 2013 um 22:39

… im Übrigen @morph … habe ich den NATIONALSTAAT erst lieben gelernt …

===> … als ich begriffen habe wohin die reise geht … nämlich zum EUDSSR-Supersuprastaat. Und wie scheise der is … weil ALLE solche Großreiche … waren FASCHISTISCHE Reiche (-> Gechichtsbuch, @morph!)!!

( … und nur für @Hütt und die anderen Irren, die mich allen Ernstes für einen Natsie halten: … ich bin keineswegs ein Natsie! … meine Familie hatte durch die Natsies NUR Tod & Elend bekommen. … ich bin lediglich dafür … 1.) daßß ich nicht hemmungslos ausgeplündert & ausgebeutet werde. 2.) daßß ich meine Heimat und meine Kultur behalten darf und nicht mit Millionen und Abermillionen Fremden aus aller Herren Länder überflutet werde und zur neuen totalitären “SPD”- Staatsreligion dem Multikulturalismus übertreten mußß 3.) bin ich gegen die Schaiss-Kolonialkriege der durchgeknallten Rotschildmafiastaaten. )

topi Februar 5, 2013 um 22:41

Hauke: ” Aber sagen Sie mir doch mal, innerhalb welchen Wertekanons es gerechtfertigt ist, dass Geringverdiener mit ihrer Mehrwertsteuer das Kindergeld für die Zahnarztfamilie und die Krankenversicherung für den Ehemann der Zahnärztin bezahlen?”

Das ist ja wohl wieder mal ein ganz tiefer Griff in die Scheinargumentekiste der Dümmlichkeiten aus dem Hause ISNM.

Den achso beklagenswerte Zustand gibt es so nicht,zumindest nicht beim wirklichen Geringverdiener: der profitiert durch staatliche Leistungen mehr, als er an Steuern zahlt (Tendenz sinkend, natürlich, wegen genau solcher Argumenttionsfiguren).

Es kann sein, dass die untere Mitte die höhere Mitte subventioniert (un dalle zusammen die Spitze beim Geldvermögenretten).

Da kann man aber leich twirkliche Abhilfe schaffen, wenn man denn an solcher Ungerechtigkeit leidet.

Echte Bürgerversicherungen beispielsweise, mit denen alle Einkommen an den solidarischen Sozialversicherung beteiligt werden. Dann kann man ja wohl der Zahnarztfrau ihre Mitversicherung gönnen, wird sie doch von den Abgaben auf Zinserträge ihres Mannes bezahlt.

hg Februar 5, 2013 um 22:46

@topi
“(Und: Berlin hat mittlerweile die letzten drei Kita-Jahre beitragsfrei, um die Kinder mit einigermaßen guten Deutschkenntnissen und Sozialkompetenz in die Schulen zu kriegen; das sollten andere Bundesländer oder Kommunen wohl auch hinkriegen können.)”
——-

===> … rate mal, WER euch Berliner Bringern … diese sozialen Wohltaten quersubventioniert.

( … nuckel bitte nochmal ordentlich an der Quelle der Weisheit … )

Doktor D Februar 5, 2013 um 22:47

@topi:
Ich verstehe morph da viel lebenspraktischer: Arbeitsemi/immigration im großen Stil in unsere bis jetzt ja von einer langweiligen Weißbrodhaftigkeit gezeichneten Lande – und auch in anderer Leutes Ländereien und das kombiniert mit der Makroebene Finanz- und Wirtschaftssystem. Im Dienstleistungssektor, vor allem wenn es um die neuen Dienstboten-Sektoren geht, sieht man das schon sehr gut, selbst auf dem platten Lande. Kein besserverdienenden Haushalt ohne Au pair aus dem Weiteren Osten, ungarische und polnische Pflegekräfte, ganze Dörfer im Osten Deutschlands, aber auch schon hier bei uns auf der Alb werden hauptsächlich durch unerschrockene KLeinhändler aus aller Herren Länder über Wasser gehalten. Und wenn es der libanesisch stämmige Paketbote ist. Und so wird Deutschland immer weniger deutsch – oder es wird eben anders deutsch.

Jackle Februar 5, 2013 um 22:55
Doktor D Februar 5, 2013 um 23:05

Jackle gewinnt das Internetz für heute! Good night und good luck!

topi Februar 5, 2013 um 23:30

Doc D, du kannst ja den Morph verstehen wie du willst; aber wir hatten das Thema ja des öfteren, mit Kritik an “volkswirtschaftlicher” Betrachtungsweise überhaupt.

Der Kleinhändler aus der Levante oder Kleinasien wird natürlich sofort Teil der deutschen Volkswirtschaft; bis zum Teil der “Volksgemeinschaft” dauert es im Allgemeinen etwas länger.

hg Februar 5, 2013 um 23:32

@jackle
“Kann ich gerade nicht mit dienen, aber sind Konservative nicht diejenigen, die mit 13-15 ein Bild von der Welt entwickelten und sich ihr restliches Leben konsequent dagegen wehren dieses auch nur irgendwie in Frage zu stellen?!”
——————–

===> … siehste? … wieder falsch!!

===> … ~ isch ~ … war zB in meine naive Jugend 256%-iger SPD-Wähler! … genauso wie ich JETZT gegen die “SPD” hetze .. . habe ich in den 90′ern gegen die “CDU” gehetzt! … und 1998 hatte ich am Abend der BuTa-Wahl sogar Tränen der Freude in den Augen. Gut, ich war mit einem Dutzend anderer Praktikanten im Werksgelände einer VW-Fabrik im Ausland am Saufen. Aber schon 1999 habe ich … VÖLLIG SELBSTÄNDIG(!!!) … gemerkt, daßß hier irgendwas nicht stümmt im Staate BRDDR (ganz ohne Internet!) und mit der “SPD” … statt die Wahlversprechen einzulösen, mit der die “SPD” sich an die Macht gelooogen hat … ging es plötzlich das ganze jahr lang nur um den beknackten Doppelpass … und die asoziale Kohl-Politik wurde nicht wie versprochen revidiert … sondern noch drastischstmöglichst … VERSCHRÄRFT!!! … den vollen Durchblick habe ich dann erst in den letzten 5 Jahren erlangt … durch das aufgeklärte Internet … plus Selberdenken!!

Schatten der Meriten Februar 5, 2013 um 23:38

Mal was anderes:

Eine alte Forderung der Antifa lautet:”Bildet Banden!”

So neu ist das nicht! Hytlar hat das ja auch schon beherzigt und mit seiner Gang ganz schön Bambule gemacht.

Was dem einen sein Block, seine Straßenecke, ist dem anderen sein Reich, sein Europa.

Heute soll nicht mehr das unmittelbare Prinzip des Hineingeboren-Werdens zählen, sondern das der Meriten und der Effizienz.

Man wird nicht mehr Mitglied in der Gang, weil man irgendwo geboren wird, sondern über bürokratische Abschlüsse von der Uni.

So weit, so gut: Aber haben unsere Vorfahren wirklich diesen Turf so hart verteidigt, haben sie wirklich so hart geschuftet, damit ihre Nachkommen sich mit Fachkräften aus aller Welt herumbalgen müssen um die wenigen hochbezahlten Jobs?

Und weiter: Wenn dieses Neue System, das auf Meriten und Effizienz aufbaut, eben so effektiv ist, warum dann überall diese Schuldenberge?

“Bildet Banden!”

Zivilisierte bilden Großverbände, der Rest nur kleine. Nur brauchen Großverbände eben mehr als die unmittelbare Bekanntschaft der Gangstas – sie brauchen eine Idee. Und das ist der Beginn der großen Erzählung, die alle zusammenführt.

Die große Erzählung, die wir haben, ist wie gesagt, die der Meriten und der Effizienz. Die Effizienz wurde durch die allgemeine Verschuldung schon ab absurdum geführt, die der Meriten wartet auf ihr Gutten- und Schavanplag.

PS Dass die Bildungsministerin der PISA-Republik eine Abschreiberin ist – so gesehen schon ein echtes Mentekel. Aber sie kann ja ihre Karriere im Dschungelcamp, dem Grimme-Preis-Act, neu starten.

wowy Februar 5, 2013 um 23:52

OT
Schavan hat ja ein massives Problem. Mit Verlust ihres Doktortitels hat sie keinen Akademischen Abschluss mehr. 1980 konnte man in Düsseldorf offensichtlich eine “grundständige Promotion” machen, also promovieren ohne vorherigen Magisterabschluss.

“An manchen geisteswissenschaftlichen Fakultäten konnten früher im Haupt- und in den Nebenfächern hervorragende Studenten ohne vorheriges Abschlussexamen ausnahmsweise, nach zweifacher Professorenbegutachtung, zur Promotion zugelassen werden. Diese sogenannte „einzügige“ Promotion ist nicht mehr möglich. Auch die „grundständige“ Promotion, bei der vom Studienbeginn an nur die Promotion als Abschluss angestrebt wird, ist an den meisten deutschen Universitäten spätestens um 1990 für die große Mehrheit der Fächer abgeschafft worden.”
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Doktor

Doktor D Februar 6, 2013 um 00:00

Einfach flugs eine “Bachelor Thesis” zusammengehauen und schon hat sie wieder einen Abschluss. So schwer ist das nicht! Nur Mut, Frau Minister.

wowy Februar 6, 2013 um 00:05

@Dr. D
Wenn sie vorm Verwaltungsgericht scheitert, dann wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als einen komplett neuen Abschluss zu machen. Die Scheine von damals werden -wohlbemerkt ohne Abschluss -dann wohl nicht mehr anerkannt werden.

wowy Februar 6, 2013 um 00:05

@Dr. D
Hat eigentlich Vroniplag schon deinen Titel geprüft :-)

Doktor D Februar 6, 2013 um 00:07

@wowy: Dafür bin ich leider nicht berühmt genug :-(

wowy Februar 6, 2013 um 00:10

@Dr. D Hat ja auch manchmal Vorteile ;-)

hg Februar 6, 2013 um 00:14

@@Dr. D
” Hat eigentlich Vroniplag schon deinen Titel geprüft”
———–

===> … doktor.d … is “Künstler”. Da braucht es keinen Abschluß.

===> … aber warum prüft keiner SSchäuble sein Doktor?? … die CDU-Schergen hamn doch alle ihre Titel geguttenbergt! … auch die Diss von Helmut Hohl is an seiner Almer Mater “verschwunden” … wenn wir also das antideutse Monster SSchäuble auf diese Weise endlich los werden würden, nachdem seine Schwarzkoffer-Affäre und diverse Grundgesetzbrüche das nicht geschafft hamn, mir wäre es mehr als recht …

Frankie Bernankie Februar 6, 2013 um 08:36

@topi

““(Und: Berlin hat mittlerweile die letzten drei Kita-Jahre beitragsfrei…das sollten andere Bundesländer oder Kommunen wohl auch hinkriegen können.)”
——-
@HG
===> … rate mal, WER euch Berliner Bringern … diese sozialen Wohltaten quersubventioniert.”

Yeah – fresst Staub, ihr Nehmer!!

Ein Geber aus Bayern

der Herr Karl Februar 6, 2013 um 09:35
Theophil Februar 6, 2013 um 09:57

@f.luebberding

“Es geht nicht um die Marktwirtschaft selbst, sondern um die Vermarktlichung sozialen Handelns. ”

Und das ist mir als Einwand etwas zu grundlegend. Jede Entscheidung, die wir treffen, impliziert auch, dass wir etwas anderes nicht tun können. Das liegt in der Natur der Entscheidung. Man kann diese Abwägung zwischen Kosten und Nutzen (die natürlich beliebig immateriell sein können) Vermarktlichung nennen, aber damit versucht man doch nur, es auf eine finanzielle Entscheidung zu reduzieren. Der Staat kann finanzielle Nachteile einfacher beheben als andere, aber das ist doch eine andere Frage.

“Nur war das, was mit dem Normalarbeitsverhältnis in der Vergangenheit gemeint war, als arbeitsmarktpolitisches Hindernis begriffen worden – mit den bekannten Folgen.”

Ich halte es für ein echtes Problem, dass die gefühlte Unsicherheit in Deutschland in den letzten 20 Jahren massiv gestiegen ist. Es hat sich gleichzeitig extrem viel verändert und das ist belastend. Das kann gut die Entscheidung für oder gegen Familie beeinflusst haben. Den aktuellen Zustand halte ich insgesamt wiederum für nicht zu schlimm. Natürlich gibt es viele Leute, die unter harten Umständen arbeiten. Aber die Frage ist doch, was die Alternative ist. Früher hat Deutschland jedermanns sozialen Status garantiert, aber eben in der Arbeitslosigkeit.

“Wie gesagt: Der Konservativismus hat ein kapitalismuskritisches Argument … . Man muss es nur kennen … ”

Klar hat er das. Das ist ja das Problem in Deutschland. Dass Deutschland überhaupt den Weg zu einer funktionierenden Marktwirtschaft gefunden hat, ist da fast überraschend.

Und Kritik des Konservatismus? Kannste haben. Heute morgen gelesen und zitiert nach “Keynes vs Hayek — The Clash That Defined Modern Economics”:

“Conservatism is not a social program. In its paternalistic, nationalistic, and power-adoring tendencies it is often closer to socialism than true liberalism; and with its traditionalistic, anti-intellectual and mystical propensities it will never … appeal to the young and all those who believe that some changes are desirable if this world is to become a better world.”

Thus spoke Mr Hayek im Vorwort der 1956 Ausgabe von Road to Serfdom.

Morph Februar 6, 2013 um 10:17

@HG

“===> … und “Etatist”. Ich ??? Vollmeise, morph!”

Ich habe nicht Dich gemeint, sondern Deinen ‘Fan’ @Treidelstein (R.I.P.).

“… Flübber, (…) … DAS sind ETATISTEN!! … aber doch nett Halbgott!”

Du postest hier von Frank Lübberdings Gnaden (soviel sollte selbst einem Monomaniker wie Dir klar geworden sein). Und zwar weil er offenbar weniger Interesse an einer bestimmten Ideologie als an einem Austausch über politische Überzeugungen hat und da selbst sehr Abwegiges zu Wort kommen lassen möchte. Es wäre gut, wenn man diese Geschäftsgrundlage in den eigenen Beobachtungen, wer hier welche ‘Ideologie’ vertritt, berücksichtigt.

“===> @morph … wann schmeißßen se dich eigentlich endlich aus der Uni?? … du bist mit Sicherheit allet mögliche. Aber eines auf keinen Fall: 1.) Ein Denker 2.) ein Wissenschaftler”

Du hast ganz offenkundig keine Ahnung vom Wissenschaftsbetrieb. 1. arbeitet der so schlampig und fehlerhaft wie alle Organisationen und bekäme deshalb überhaupt nicht mit, dass ich unqualifiziert wäre, solange mir kein Dienstvergehen nachgewiesen werden kann, und 2. wurden und werden die größten Denker und Wissenschaftler vom Betrieb zuweilen sehr schlecht behandelt.

(Dass Du diesen Kommentar als Geständnis lesen wirst – hier schon mal eine Formulierungshilfe: Seht Ihr, @Leute, @Morph sagt ees selppst!!! Daßß eer ein BLENDER ist!!! – ist sozusagen schon vorverbucht, @HG, Du bist ja eine der verlässlichsten Formen in diesem kommunikativen Schattenreich).

Doktor D Februar 6, 2013 um 10:22

substantielle Kritik des Konservativismus

Hmm… ich könnte garnicht sagen, was eigentlich heute Konservatismus / Konservativ sein ist. Und ein bisschen substantieller als das großartige “Conservative, n: A statesman who is enamored of existing evils, as distinguished from the Liberal who wishes to replace them with others.” aus dem Devil’s Dictionary von Ambrose Bierce sollte es vielleicht sein.

Linus Februar 6, 2013 um 11:08

@HG:
“ich bin lediglich dafür …
1.) daßß ich nicht hemmungslos ausgeplündert & ausgebeutet werde. 2.) daßß ich meine Heimat und meine Kultur behalten darf und nicht mit Millionen und Abermillionen Fremden aus aller Herren Länder überflutet werde und zur neuen totalitären “SPD”- Staatsreligion dem Multikulturalismus übertreten mußß 3.) bin ich gegen die Schaiss-Kolonialkriege der durchgeknallten Rotschildmafiastaaten.”

Dieser Kommentar hebt sich deutlich von deinen anderen ab. Er ist authentisch und er kommt halbwegs ohne Feindbilder aus. Es sind zwar ein paar drin, aber die stehen mal nicht im Vordergrund. Kurz: ich kann’s dir nachfühlen, wie wohl die meisten hier, auch wenn ich mein Bedürfnis nach Identität wohl nicht zuerst über Heimat und Kultur formulieren würde.

Ein paar Anmerkungen:
Dein “dafür sein” ist wohl eher ein “dagegen sein”. Das ist das eigentliche Motiv, warum andere dir hier zustimmen (könnten).
Zu 1) gab es schon immer
Zu 2) gab es schon immer
Zu 3) gab es schon immer
Das macht die Sache zwar nicht besser. Aber es zeigt, dass es einen übergeordneten Mechanismus geben muss, der sich halt zu jeder Zeit neue Protagonisten sucht. Damit sind Schuldzuweisungen erstmal uninteressant, da sie das Übel nicht wirklich benennen und damit nicht überwinden können.

Dagegen-Positionen sind immer leichter zu halten als Dafür-Positionen, weil man sich nicht mit neuen Ideen exponiert. Damit sind wir beim Konservativismus. Dieser gibt sich im Grunde(!) weniger aggressiv als sein progressives Gegenstück. Das Beschützende/Bewahrende liegt in der Natur der Sache und wird damit zum Bestandteil seiner Natur. Umgekehrt kann man der Natur des “Progressivismus” einen gewissen “installierenden” und damit diktatorischen Zug nachsagen.

Nun ist die Welt kein idealer Zustand. Zudem kommt es ständig zu Veränderungen, die ihrerseits weitere Veränderungen / Anpassungen notwendig machen. Progressives Denken hat damit sehr wohl auch eine Daseinsberechtigung.

NB: Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass ursprünglich Progressive auf einmal zu Konservativen mutieren, sobald sie einen Zustand erreicht haben, der ihren Vorstellungen entspricht. So gesehen gibt es eigentlich gar keinen Grund, absolute Begriffe wie “konservativ” und “progressiv” zu formulieren. Ihre Einführung macht erst Sinn in einer Draufsicht, als Beschreibung von Kräften oder Attraktoren, die sich nicht eigentlich verorten und einer Person dauerhaft zuordnen lassen, aber dennoch ständig eine Wirkung entfalten. In der Untersuchung von politischen Auseinandersetzungen, also von Parteien bis zu Generationen-Konflikten, sind sie also durchaus sinnvoll.

Zurück zum Thema. Streicht man einmal die grundsätzliche Einstellung bzgl. Auseinandersetzung – eine Art Kampfeshaltung – weg, so kommt man zum substantiellen Konservativismus. Den hast du mE mit deinen drei Punkten schon ziemlich gut getroffen.

Was noch fehlt, ist eine substantielle Begründung dieser Positionen. Erst dann ist eine konstruktive Auseinandersetzung mit den “Progressiven” möglich.
Wobei auch hier wieder gilt: Der Einzelne wirft sich weitgehend aus Opportunismus der “konservativen” oder “progressiven” Idee an den Hals. Das ist durchaus verständlich. Aber es hilft uns auf der nächsthöheren Ebene nicht weiter.
Jedoch kann man festhalten: Jeder kommt in seinem Leben einmal am Progressivismus und am Konservatismus vorbei. Genau deshalb ist eine nüchterne Formulierung und Begründung der Substanz nötig.

Doktor D Februar 6, 2013 um 11:10

@Linus: Ich möchte mich ausrücklich aus der Gruppe der Nachfühler antisemitischer, rassitischer Gefühlsscheiße, die du aufmachts, ausschließen.

Frankie Bernankie Februar 6, 2013 um 11:22

@Doktor D

“Ich möchte mich ausrücklich aus der Gruppe der Nachfühler antisemitischer, rassitischer Gefühlsscheiße, die du aufmachts, ausschließen.”

Diesem Ausschluss schliesse ich mich explizit an.

Linus Februar 6, 2013 um 11:28

@Doktor D und Frankie:
“Ich möchte mich ausrücklich aus der Gruppe der Nachfühler antisemitischer, rassitischer Gefühlsscheiße, die du aufmachts, ausschließen.”

Ihr meint Rothschildmafia? Da setze ich mich auch ausdrücklich von ab. Sorry!

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 11:32

@ topi Februar 5, 2013 um 21:52
„Es ist nicht auszuschließen, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass es zu Auflösungserscheinungen kommen wird, bei einer dramatischen Zuspitzung.
Aber die Menschen werden mittelfristig nicht zuschauen, wie der Normalbürger im Armenhaus und Siechenheim landet, wenn das Produktionspotenzial dafür reicht, jeden mit mehr Gütern zuzusch..meißen, als er verbauchen könnte.
Der Carlos ist ja auch so ein Internationalist, und kommt immer mit einer Zwangsläufigkeit.
Ich verweise einfach auf die Zwanziger Jahre, und die krasse ENtflechtung der Weltwirtschaft und des Weltfinanzwesens nach der WWK I.“

Topi, ehrlich gesagt würde ich mich nicht als „Internationalist“ etikettieren und schon gar nicht „Zwangsläufigkeit“ bei der Auflösung der Nationalstaaten annehmen.

Ein „Internationalist“ nimmt an, dass „Nationalstaaten“ die Welt prägen und nimmt dann die Perspektive der „Draufsicht“ ein. Wenn man sieht, dass „Nationalstaaten“ die Welt und ihre Geschichte nicht mehr prägen und sich auflösen, dann wird diese nationale Perspektive aber falsch. Eine neue, eine „transnationale“ Perspektive wäre konsequent.

Das Entstehen der „Nationalstaaten/Nationalökonomien“ hat was mit dem Wirken der Konkurrenz der Einzelkapitale zu tun. Denn die sozialen Folgen des Kapitalismus würden –so die Konkurrenz der Einzelkapitale nicht beschränkt würde- die Herausbildung des Kapitalismus zum Stillstand bringen. Daher entwickelt der Kapitalismus die Form „Nationalstaat“, eine Form der „Souveränität“, um sich voll entfalten zu können. Kapitalismus ohne „Souveränität“ kann aber nicht existieren ! Wenn die „Souveränität“ sich aufzulösen beginnt, zeigt sich das in krisenhaften Zerfallsprodukten wie etwa an der Peripherie sichtbar als „failed staates“, in den Zentren intern als Auflösung des Sozialstaats, extern sichtbar als „war on terror“, „Afghanistan“, „Syrien“, „Mali“ etc.

Auflösung der Nationalstaaten/Nationalökonomien ist insofern „zwangsläufig“, als sie über die Konkurrenzprozesse der Einzelkapitalien vermittelt ist. Und diese „Konkurrenz“ wird es historisch allerdings solange geben, solange es „Kapitalismus“ gibt.

Die „Auflösung der nationalstaaten/Nationalökonomien“ ist –wie man historisch sieht- ein extrem komplexer Vorgang aus vielen Prozessen, von denen einige sich beschleunigen, andere verlangsamen, wieder andere rückwärts laufen. Von der Oberfläche dieser komplexen Prozesse her betrachtet, fühlt sich also jede einzelne interessengeleitete Auswahl dieser Auflösungsprozesse scheinbar bestätigt und sei sie auch -nostalgisch nach hinten gerichtet – „national“ oder „international“ .

Keynesianer Februar 6, 2013 um 11:58

@Theophil

Natürlich gibt es viele Leute, die unter harten Umständen arbeiten. Aber die Frage ist doch, was die Alternative ist. Früher hat Deutschland jedermanns sozialen Status garantiert, aber eben in der Arbeitslosigkeit.

Der Mensch braucht keine Arbeit, sondern genug Geld für ein würdiges Leben.

Das möchten die Neoliberalen natürlich anders sehen. Die Leute sollen jetzt schon froh sein, dass sie Arbeit kriegen, und nicht so unverschämt werden, dafür auch noch einen anständigen Lohn zu fordern.

Zu dem Zweck hat man seit über dreißig Jahren absichtlich mit restriktiver Geldpolitik die Wirtschaftskirsen und die Massenarbeitslosigkeit erzeugt: Damit die Leute vor den Ausbeutern angekrochen kommen und um Arbeit, Arbeit, Arbeit (war mal so SPD-Wahlparole) flennen.

Gell? ;)

topi Februar 6, 2013 um 12:18

@ Carlos

“Das Entstehen der „Nationalstaaten/Nationalökonomien“ hat was mit dem Wirken der Konkurrenz der Einzelkapitale zu tun. Denn die sozialen Folgen des Kapitalismus würden –so die Konkurrenz der Einzelkapitale nicht beschränkt würde- die Herausbildung des Kapitalismus zum Stillstand bringen. Daher entwickelt der Kapitalismus die Form „Nationalstaat“, eine Form der „Souveränität“, um sich voll entfalten zu können. Kapitalismus ohne „Souveränität“ kann aber nicht existieren !”

Das solltest du bitte nochmal erläutern.

f.luebberding f.luebberding Februar 6, 2013 um 12:25

Theophil

An Hayek musste ich auch denken. Man könnte aber auch Dahrendorf als Referenz für den deutschen historischen Illiberalismus nehmen. Die Sonderwegsdebatte war eines der wichtigsten Themen der deutschen Geschichtswissenschaft in den vergangenen 40 Jahren gewesen. Der W-ING ist in mancher Hinsicht einer der Erben dieses konservativen Erbes, wenn ihm das auch nicht bewusst zu sein scheint. Nur spielt dieser Traditionsbestand politisch kaum eine Rolle, wenn man von Außenseitern einmal absieht. Gerade in der Union ist davon fast nichts mehr zu spüren, obwohl die “soziale Marktwirtschaft” durchaus vom Erbe dieses konservativen Sozialpaternalismus geprägt worden war. Mit dem Verschwinden dieses Gegengewichts allerdings auch die kritische Distanz gegenüber dem Marktliberalismus verschwunden. Und die Berufung auf die christlichen Grundwerte viel zu schwach geworden, um daraus irgednwelche politischen Schlussfolgerugnen ableiten zu können. Nell-Breuning hat ja nur bei Geißler und Blüm überlebt, aber in der Union ansonsten keine Nachfolger gefunden. Seehofer hätte es sein können, kann aber als Ministerpräsident eine solche Funktion nicht ausfüllen. In der heutigen FAZ ein Artikel von Frau Schröder zu unserem Thema. Ihre Kritik an ökonomischen Denkweisen ist eben keine an ökonomischen Verhältnissen. Durchaus lesenswert.

topi Februar 6, 2013 um 12:25

@Theophil: “Natürlich gibt es viele Leute, die unter harten Umständen arbeiten. Aber die Frage ist doch, was die Alternative ist. Früher hat Deutschland jedermanns sozialen Status garantiert, aber eben in der Arbeitslosigkeit.”

Oh, da hast du aber in die gleiche Kiste gegriffen wie Hauke oben.
Eine fette TINA betritt die (Schein)Argumentationsbühne.

Die Alternative wäre eine angemessene Verteilung des Sozialprodukts, so dass dieses ohne beständig wachsende Verschuldungsquote (im Falle D: des Auslandes) erfolgen kann.

Dann findet sich auch ein “in-etwa-Gleichgewicht” auf dem Binnenmarkt., statt 170 Milliarden Exportüberschuss(ins AUsland verschickte Güter, letztlich ohne Gegenleistung, nach der Endabrechnung und Platzen der Schuldscheine).

Wer die Augen aufmacht wird sofort sehen, was alles hier getan werden könnte; “Arbeit” wäre also da. Arbeitslose in Billigstjobs zu drangsalieren, schönt die Statistik, ist aber kein nachhaltig erfolgreicher Weg.

Keynesianer Februar 6, 2013 um 12:28

@Carlos Manoso

Auflösung der Nationalstaaten/Nationalökonomien ist insofern „zwangsläufig“, als sie über die Konkurrenzprozesse der Einzelkapitalien vermittelt ist.

Da ist überhaupt nichts zwangsläufig.

Der Nationalstaat soll seine Bevölkerung schützen, zum Beispiel gegen koloniale Ausbeutung und/oder organisierte Kriminalität. Man denke an den britischen Drogenhandel in China oder globale Heuschrecken und Finanzspekulanten, die für schnelle Renditen ganze traditionsreiche Firmen und auch ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben, nur um an den Börsen mit Devisen- oder Aktienspekulationen davon zu profitieren.

Natürlich gibt es ganz entschiedene Gegner dieser Schutzfunktion der Staaten, vom US-Imperialismus, der seine Vasallen ungestört ausplündern will, den Internationalen Konzernen, die ihre Profite ungestört einsacken und außer Landes bringen möchten, bis zur organisierten Kriminalität, die ihre Drogen oder Banden nicht durch Landesgrenzen behindert sehen möchte.

Die diffamieren dann auch jeden, der zum Schutz die Grenzen besser sichern und die Gesetze verschärfen möchte, als unverbesserlichen Nazi und kennen nur die internationale Solidarität.

Die wirkliche internationale Solidarität würde sich für alle Menschen ein Leben innerhalb eines wirklich souveränen Volks-Staates mit gut geschützten Grenzen und einer Regierung, die wirklich ihrem Staat und Volk verpflichtet ist, wünschen. Man braucht sich ja nur etwas in die Kolonialgeschichte zu vertiefen, um alle Träume von Freihandel und Globalisierung in Alpträume zu verwandeln.

Hauke Februar 6, 2013 um 12:34

topi, der Eindruck des Scheinarguments ist Deiner Leseschwäche geschuldet. An keiner Stelle schreibe ich über Nettoempfänger und Nettozahler (Lesen, topi!) und das ist für mein Argument auch nicht nötig.

Doktor D Februar 6, 2013 um 12:41

@cm: Wahrscheinlich ist das jetzt eine hochgradig naive Frage, aber anyway, ich bin hier zum Lernen: Macht dann in dem von dir hier vorgestellten Kapitalismus / Nationalismus-Modell es überhaupt Sinn von einer Auflösung des Nationalstaates zu sprechen? Das hat ja immer sowas lineares, auf einen finalen Geschichtssinn zustrebendes, was ja den Blick auf die realen Umstände ganz schön trüben kann. Irgendeine Sorte Herrschaft braucht der Kapitalismus und wenn’s passt dann eben Nationalstaat und wenn nicht, bastelt sich was anderes – oder wie ist deine Position zu verstehen?

Keynesianer Februar 6, 2013 um 12:55

@Hauke

Nur geht es mittlerweile auch darum, Menschen davor zu bewahren, in eine Abhängigkeit vom Sozialstaat zu geraten. Es geht auch um Hilfe zur Selbsthilfe und um Anreize, die Abhängigkeit vom Sozialstaat zu lösen.

Da stellt sich aber jemand ganz dumm und tut so, als würden die Krisen wie gerade in Griechenland und Spanien etc. nicht absichtlich erzeugt und mit Sparpolitik und Sozialabbau verschärft, um die Menschen wieder härter ausbeuten zu können.

Da möchte unser Hauke die Opfer der absichtlich inszenierten Krisen davor bewahren, “in eine Abhängigkeit vom Sozialstaat zu geraten”, nachdem man sie erwerbslos gemacht hat.

Ist das nicht dreist? ;)

h.huett Februar 6, 2013 um 13:32

Welche Zwecke dieser “herr karl” verfolgt, scheint er nicht einmal selbst zu wissen. Er verwechselt diesen Blog mit einer Litfasssäule für seine halbamtlichen Nachrichten.

(Möge er das doch auf die eigene Seite beschränken!)

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 13:46

@Doktor D Februar 6, 2013 um 12:41
„@cm: Wahrscheinlich ist das jetzt eine hochgradig naive Frage, aber anyway, ich bin hier zum Lernen: Macht dann in dem von dir hier vorgestellten Kapitalismus / Nationalismus-Modell es überhaupt Sinn von einer Auflösung des Nationalstaates zu sprechen? Das hat ja immer sowas lineares, auf einen finalen Geschichtssinn zustrebendes, was ja den Blick auf die realen Umstände ganz schön trüben kann. Irgendeine Sorte Herrschaft braucht der Kapitalismus und wenn’s passt dann eben Nationalstaat und wenn nicht, bastelt sich was anderes – oder wie ist deine Position zu verstehen?“

Doktor D, wer sich „Kapitalismus“ und „Nationalstaat“ als ewig dauernde Naturgebilde vorstellt, für den machen Beobachtungen wie „Auflösung des Kapitalismus“ oder „Auflösung des Nationalstaats“ selbstverständlich überhaupt keinen Sinn. Aus dieser Perspektive wäre das so irrsinnig wie die Vorstellung, Regen oder Sonnenschein könnten abschafft werden.

Mit Sicherheit wäre diese Vorstellung allerdings irrsinnig, denn Regen oder Sonnenschein sind seit ca. 4,5 Mrd. Jahren Teil der NATUR. Von „Kapitalismus“ und „Nationalstaat“ kann man das selbe NICHT behaupten. „Kapitalismus“ und „Nationalstaat“ sind aber keine „natürlichen“ Phänomene, sondern „historische“ Phänomene, das heißt mit einem Anfang und einem Ende.

Deine Vorstellung, von „Auflösung des Nationalstaates zu sprechen (habe) ja immer sowas lineares, auf einen finalen Geschichtssinn zustrebendes“ entspringt dem hilflosen Versuch, irgendeine alte und morsche Begriffsschublade aufzumachen, damit du ein neues Weltbild in ein altes und morsches Weltbild einsortieren kannst. Denn von „Auflösung des Nationalstaates zu sprechen“ bedeutet ja nichts anderes bedeuten, als dass sich dein altes Weltbild auflösten müßte.

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 14:08

@Keynesianer Februar 6, 2013 um 12:28
„@Carlos Manoso Auflösung der Nationalstaaten/Nationalökonomien ist insofern „zwangsläufig“, als sie über die Konkurrenzprozesse der Einzelkapitalien vermittelt ist.
Da ist überhaupt nichts zwangsläufig.
Der Nationalstaat soll seine Bevölkerung schützen, zum Beispiel gegen koloniale Ausbeutung und/oder organisierte Kriminalität. (…) Natürlich gibt es ganz entschiedene Gegner dieser Schutzfunktion der Staaten, vom US-Imperialismus, der seine Vasallen ungestört ausplündern will, den Internationalen Konzernen, die ihre Profite ungestört einsacken und außer Landes bringen möchten, bis zur organisierten Kriminalität, die ihre Drogen oder Banden nicht durch Landesgrenzen behindert sehen möchte.
Die diffamieren dann auch jeden, der zum Schutz die Grenzen besser sichern und die Gesetze verschärfen möchte, als unverbesserlichen Nazi und kennen nur die internationale Solidarität.“

Keynesianer, es ist logisch, dass jemand, der „nur die internationale Solidarität“ kennt, selbstverständlich für „koloniale Ausbeutung ond/oder organisierte Kriminalität ist“, „für den „ US-Imperialismus, der seine Vasallen ungestört ausplündern will“, „für die „Internationalen Konzerne, die ihre Profite ungestört einsacken und außer Landes bringen möchten“.

Kurzum, -alles neigrührt-: der für “Keynesianer ” ein „unverbesserlicher Nazi“ ist.

Keynesianer Februar 6, 2013 um 14:10

@f.luebberding

Die Kristina Schröder hat übrigens die SPD ziemlich gut auf den Punkt gebracht:

Um ein Leitbild, nach dem Frauen schnellstmöglich nach der Geburt wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und auf keinen Fall „Mutter an Heim und Herd“ sein dürfen – unabhängig davon, was die jeweilige Frau überhaupt will. Der Erfolg von Familienpolitik bemisst sich demnach an einer arbeitsmarktpolitischen Frage. Dementsprechend ist alles, was Mütter nicht schnellstmöglich wieder in Vollzeitarbeit bringt, „ineffektiv“.

Die Sozen sind nämlich mehr als alle anderen Parteien die reinen Büttel der Interessen des Großkapitals. Wenn es nach denen geht, gibt es bald Kita-Zwang, ganztags, spätestens 12 Monate nach der Geburt; anschließend die Zwangs-Ganztags-Einheits-Rütlischule, natürlich noch “integrativ”, so dass der Unterricht ausfällt, weil die Lehrkraft völlig mit den Problemfällen beschäftigt ist.

Die Sozen plakatieren gerade so wirklich gut gemachte Werbung für die Kinderhorte, wo der süße Dreikäsehoch erklärt, dass er zwar Mutti und Papi toll findet, aber nur bei seinen “Kumpels” in der Tagesstätte richtig aufgehoben wäre.

Die Plakate fallen schon deswegen aus dem Rahmen, weil die SPD sonst ja eher furchtbar dürftig auftritt. Aber wenn es um die Interessen des Großkapitals geht, werden die besten Künstler mobilisiert.

topi Februar 6, 2013 um 14:12

Hauke: “An keiner Stelle schreibe ich über Nettoempfänger und Nettozahler (Lesen, topi!) und das ist für mein Argument auch nicht nötig.”

Pruust, es wird dadurch besser, meinst du?

Na dann wollen wir doch dein “Argument” in neuester Auslegung mal betrachten.
Solange der Geringverdiener Mehrwertsteuer bezahlt, also immer, ist es nich tzu rechtfertigen, dass es staatliche Ausgaben gibt, die AUCH Menschen zugute kommen, die mehr verdienen.

Das kann man stringente Logik nennen. :roll:

Allerdings: welche Staatsausgabe ist denn dann noch zu rechtfertigen?

Tja, das kommt halt dabei heraus, wenn man sich im “Argumentations”kasten der ISNM bedient.

topi Februar 6, 2013 um 14:16

Sinnvolle Ausgaben sind sinnvolle Ausgaben; wie man die anhand von Kriterien bewertet, den Aufgaben folgend, wie man sie gewichtet, das ist diskutabel.

Die Mehrwertsteuerzahlung des Geringverdieners als Totschlagargument gegen andere Sozialausgaben anzuführen, ist jedoch durchsichtig wie des Kaisers neue Kleider.

Warum denn keine Steuergutschrift für alle Geringverdiener, wenn sie denn so sehr am Herzen liegen sollten?

Keynesianer Februar 6, 2013 um 14:24

@Carlos Manoso

Dir werde ich jetzt Karl Marx zitieren aus dem Kommunistischen Manifest:

Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten Fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt.

Das haben die beiden Figuren Marx und Engels kurz nach dem ersten britischen Opiumkrieg von 18939-42 gegen China verzapft, in dem die britischen Kanonen den als “hartnäckigsten Fremdenhass der Barbaren” titulierten Widerstand der chinesischen Regierung gegen die Ruinierung der Gesundheit des Volkes durch internationale Drogenhändler gebrochen haben.

Dass die Marxisten die Parteigänger der Drogenbarone sind, wurde also schon im Kommunistischen Manifest offensichtlich.

Doktor D Februar 6, 2013 um 14:32

Du hast mich missverstanden, CM. Mir ist schon klar, dass Nationalstaat und Kapitalismus historisch entstandene Dinge sind. Ich habe Probleme mit dem Geschichtsbegriff, der in meiner Wahrnehmung hinter/in dem Begriff “Auflösung” manchmal herumgeistert. Vor allem weil der selbst aus der ABteilung Naturvorgänge / chemische Prozesse stammt – also sowas naturgestezliches hat. Und das scheint mir inkonsequent gedacht zu sein.
Und noch ein kleiner Tipp für die geistigen Führer der Weltrevolution: Mit Kommandoton und Ex cathedra schlägt man die Massen ganz gewiss in seinen Bann.

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 14:36

@ Keynesianer Februar 6, 2013 um 14:24
„@Carlos Manoso
Dir werde ich jetzt Karl Marx zitieren aus dem Kommunistischen Manifest:
„Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten Fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt.““

Keynesianer, kaum zu glauben, dass Marx um die Jahreswende 1847/48 ein so visionäres Pamphlet wie das „Kommunistischen Manifest“ verfasste :“Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten Fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt.“

Liebester Keynesianer, jetzt mal Hand aufs Herz:
vor wie vielen Tagen wurde dein „hartnäckigster Fremdenhass“ von den „wohlfeilen Preisen“ der Chinesen mal wieder zur bedingungslosen „Kapitulation gezwungen“?

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 14:51

@Doktor D Februar 6, 2013 um 14:32
„Du hast mich missverstanden, CM. Mir ist schon klar, dass Nationalstaat und Kapitalismus historisch entstandene Dinge sind. Ich habe Probleme mit dem Geschichtsbegriff, der in meiner Wahrnehmung hinter/in dem Begriff “Auflösung” manchmal herumgeistert. Vor allem weil der selbst aus der ABteilung Naturvorgänge / chemische Prozesse stammt – also sowas naturgestezliches hat. Und das scheint mir inkonsequent gedacht zu sein.
Und noch ein kleiner Tipp für die geistigen Führer der Weltrevolution: Mit Kommandoton und Ex cathedra schlägt man die Massen ganz gewiss in seinen Bann.“

Doktor D, der chemische Fachterminus „Auflösung“ stammt aus der Doktorarbeit von Dr. Angela Merkel mit dem Titel: „Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden“. Im Grunde ist die Doktorarbeit Angela Merkels nur eine „geblasene“ Version von Merkels Diplomarbeit in Ilmenau (Glasindustrie), die sie dort mitsamt ihrer Stasi-IM-Verpflichtungserklärung vorgelegte, worauf sie zur Promotion an die Akademie nach Berlin in die Hauptstadt der DDR befördert wurde.

PS:
„Kommandoton und Ex cathedra“. Niemand hat die Absicht, die Massen in Bann zu schlagen !

holger Februar 6, 2013 um 14:56

Leute ganz ehrlich

ihr rockt es mal wieder hier: Nationalstaat definiert ganz einfach:

Ein Volk, ein Reich, ein Führer

Wobei hier Führer mimimi sind, Führer kann man beliebig austauschen. Auch nach dem Untergang Roms blieben die Völker übrig. Nur die Grenzen Roms verschoben sich und somit das Geltungsgebiet der Rechtsprechung. Basta. Rom liegt in Italien und innerhalb Roms der Vatikan-Staat Nationale. Weder Multi noch Kulti…

Deutschland war nie ein Nationalstaat, sondern ein Tutti Frutti von Bajuwaren Ostfriesen dämlichen Prußen Ost-West ein paar dämlichen Schwaben, Sauerländer, Bremer Dänen, Berliner… auch Österreicher waren mal dabei und auch Schweizer. Holländer und das saarland nicht zu vergessen. Von der Etsch bis an die Memel…

Kurz um: jeder Depp wurde in die Grenzen aufgenommen. Wenn er sich dem „Deutsch-Orden“ und den Gesetzen unterwarf.

Fakt ist, ein National Staat hat nix mit dem Volk zu tun, und auch nicht dem Führer. Einen National Staat kann ich auch in Buxtehude gründen. Zum Reich wird’s wohl nicht reichen, aber immerhin wenn ein Advokat da sitzt, zur Rechtsprechung.

Siehe Nordstaaten und Südstaaten in den USA…

Also ein Nationalstaat existiert nur durch Verordnungen und Gesetze. Daher, wenn man es denn so sehen will, ist die EU ein Nationalstaat, mit Volk und Führer. Aber ohne jegliche Legitimation. Jedenfalls hat man mich nicht gefragt.

Wenn sich nun der Nationalstaat auflöst, muss die Gesetzgebung und der Geltungsbereich sich auch auflösen. Fakt!

Und nun?

Hauke Februar 6, 2013 um 14:57

topi, mein Argument lautet, dass ein staatlicher Eingriff in die Ressourcenallokation dann gerechtfertigt ist, wenn dieser Eingriff die soziale Wohlfahrt erhöht, und dass – aus wohlfahrtsökonomischer Perspektive – unter allen Möglichkeiten, in die Verteilung der Ressourcen einzugreifen, diejenige Maßnahme bevorzugt werden soll, die den excess burden minimiert (realistischer Weise davon ausgehend, dass dies nicht die Maßnahme ist, die sich durchsetzen wird).

Dass es nicht zu rechtfertigen ist, dass es staatliche Ausgaben gibt, die auch Menschen zugute kommen, die mehr verdienen, so lange Geringverdiener Mehrwertsteuer bezahlen, habe ich nicht gesagt. Vielmehr habe ich Frank Lübberding gefragt, innerhalb welchen Wertekanons dies gerechtfertigt sein könnte (Lesen, topi! Auch die Satzzeichen!), denn aus wohlfahrtsökonomischer Sicht ist es nicht begründbar.

Mit anderen Worten: Ich verfüge zumindest über eine begründbare Norm/ein begründbares Maß zur Bewertung und Rechtfertigung von staatlichen Eingriffen, auch wenn diese Begründung angreifbar sein mag, und mich würde interessieren, ob diejenigen, die die Begründung bestreiten und ein alternatives Maß/eine alternative Norm behaupten, dieses Maß benennen und begründen können. Bisher kam da nicht viel.

OT:
Ich finde Dein Freund/Feind Schema in der Diskussion nervig. Ich gewinne den Eindruck, Du argumentierst gegen mich, nicht gegen das, was ich sage. Ist aber natürlich Deine Sache.

Keynesianer Februar 6, 2013 um 15:04

@Carlos Manoso

Der Witz ist doch, dass Marx und Engels seinerzeit eine Lobeshymne auf den tollen Kapitalismus gesungen haben. Das war zu einer Zeit, in der jeder Reaktionär in England der berechtigten Meinung war, dass das englische Volk und vor allem die Arbeiter vor der Industrialisierung besser gekleidet und ernährt gewesen waren.

Genau so war es auch. Der Kapitalismus hat die Lebensbedingungen der Menschen unglaublich verschlechtert. Und die Produkte waren nicht wohlfeil und überall gefragt. Deswegen musste man in China ja Opium verkaufen, weil mit den Waren der britischen Industrie dort kein Geschäft zu machen war. In Indien mussten die Briten die überlegene Textilproduktion ruinieren, damit sie in England Frauen und Kinder in den Fabriken zu Tode schinden und durch Textil-Export nach Indien Geld verdienen konnten.

Der Kapitalismus war nicht effizient und viele Leute haben das gesehen, die Bündnispartner der Arbeiter im Kampf gegen deren Ausbeutung hätten werden können. Um das zu verhindern, haben Marx und Engels zuerst mal jeden Ansatz als utopisch diffamiert, der sich wirklich gegen das Kapital gerichtet hätte, um stattdessen von der Weltrevolution am Tag von St. Nimmerlein zu fabulieren, wie Du es heute noch anlässlich jeder Krise machst.

Wer seinerzeit politisch bewusst gelebt hat, wusste natürlich um die Verbrechen der Kolonialpolitik. Aus Versehen das in den Grund schießen der chinesischen Mauern durch die wohlfeilen Preise ihrer Waren – nämlich massenmörderisches Opium – zu feiern, wäre nur mit einer so großer Dummheit zu erklären, die wir selbst Marx nicht unterstellen wollen.

Und heute sieht es nicht besser aus, wenn es mit der “Globalisierung” so weiter geht.

Doktor D Februar 6, 2013 um 15:12

Diplomarbeiten zu Promotionen aufzublasen ist ja bei Naturwissenschaftlerns üblich.
Aber der sich auflösende Nationalstaat ist ja keine Privatbegrifflichkeit von Kanzlerin Dr. Merkel, das ist ja eine beliebte Kampfformel im ideologischen Getümmel, ob, weil und wie die EU unser aller Unglück ist / unser Garant für den ewigen Weltfrieden.

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 15:32

@Doktor D Februar 6, 2013 um 15:12
„der sich auflösende Nationalstaat ist (…) eine beliebte Kampfformel im ideologischen Getümmel, ob, weil und wie die EU unser aller Unglück ist / unser Garant für den ewigen Weltfrieden.“

Doktor D, den „sich auflösende(n) Nationalstaat“ kann Jedermann jeden Abend im Fernseher besichtigen, sei es weiter weg („Afghanistan“, „Mali“ etc.) oder näher („Zerfall der sozialen Marktwirtschaft“.

Im „ideologischen Getümmel“ ist es dann nur naheliegend, „Kampfformeln“ wie „die EU unser aller Unglück“ zur Hirnwäsche der Nixverstehenden einzusetzen.

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 15:55

@ Keynesianer Februar 6, 2013 um 15:04
„@Carlos Manoso Der Witz ist doch, dass Marx und Engels seinerzeit eine Lobeshymne auf den tollen Kapitalismus gesungen haben. Das war zu einer Zeit, in der jeder Reaktionär in England der berechtigten Meinung war, dass das englische Volk und vor allem die Arbeiter vor der Industrialisierung besser gekleidet und ernährt gewesen waren.
Genau so war es auch. Der Kapitalismus hat die Lebensbedingungen der Menschen unglaublich verschlechtert. Und die Produkte waren nicht wohlfeil und überall gefragt. Deswegen musste man in China ja Opium verkaufen, weil mit den Waren der britischen Industrie dort kein Geschäft zu machen war. In Indien mussten die Briten die überlegene Textilproduktion ruinieren, damit sie in England Frauen und Kinder in den Fabriken zu Tode schinden und durch Textil-Export nach Indien Geld verdienen konnten.
Der Kapitalismus war nicht effizient und viele Leute haben das gesehen, die Bündnispartner der Arbeiter im Kampf gegen deren Ausbeutung hätten werden können. Um das zu verhindern, haben Marx und Engels zuerst mal jeden Ansatz als utopisch diffamiert, der sich wirklich gegen das Kapital gerichtet hätte, um stattdessen von der Weltrevolution am Tag von St. Nimmerlein zu fabulieren, wie Du es heute noch anlässlich jeder Krise machst. (…) Und heute sieht es nicht besser aus, wenn es mit der “Globalisierung” so weiter geht.“

Keynesianer, Arbeit musste historisch erst mit Gewalt in eine “kapitalistische“ Form gebracht („Lohnarbeit“). Marx nennt diesen Prozess „ursprüngliche Akkumulation des Kapitals“. Denn nur in der Form der „Lohnarbeit“ konnte„menschliche“ Arbeit zur Substanz des Kapitals werden, das heißt in eine Form gebracht werden, in der sich das Kapital selbst verwertet und sich ohne Schranken entfalten kann.
Es passiert dann folgendes (ich zitiere dich jetzt mal):
„Dir werde ich jetzt Karl Marx zitieren aus dem Kommunistischen Manifest:
„Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten Fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt.““

Marx beschreibt also den Prozess der Globalisierung lange bevor er sich bis in das letzte Dorf am ende der welt ausbreitete. Wenn der Kapitalismus sich mittels der äußeren Expansion zum Weltkapital entwickelt hat, reißt er alle noch verbliebenen inneren Schranken (Sozialstaat etc.) nieder. Was dann bleibt, hat Marx schon im „Kommunistischen Manifest“ vor 150 Jahren klar beschrieben: „ rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente“ (mikroelektronische Revolution) , „unendlich erleichterte Kommunikation“ (IT-Revolution), die „wohlfeilen Preise ihrer Waren“ (automatisierte Herstellung).

Kurzum, der Kapitalismus hat auf seinem Weg zum Weltkapital extrem hochentwickelte Produktivkräfte entwickelt, die die Produktionsverhältnisse früher oder später sprengen müssen, er kommt jetzt an seine unübersteigbare Schranke. Marx bezeichnete den Weg des Kapitalismus bis zu diesem historischen Punkt „Vorgeschichte“.

Keynesianer Februar 6, 2013 um 16:08

@Carlos Manoso

Wenn der Kapitalismus sich mittels der äußeren Expansion zum Weltkapital entwickelt hat, reißt er alle noch verbliebenen inneren Schranken (Sozialstaat etc.) nieder.

Siehst Du! Während andere noch den Sozialstaat verteidigen und wieder ausbauen wollen, hat der Schwager des preußischen Innenministers mit seinem Werk dafür gesorgt, dass seine Schäflein den Abriss des Sozialstaats als unvermeidlichen Fortschritt im Kapitalismus verklären und feiern und auf gar keinen Fall etwas dagegen unternehmen.

Kurzum, der Kapitalismus hat auf seinem Weg zum Weltkapital extrem hochentwickelte Produktivkräfte entwickelt, die die Produktionsverhältnisse früher oder später sprengen müssen, er kommt jetzt an seine unübersteigbare Schranke.

Und wirgendwann kommt dann die Weltrevolution. Oder auch nicht.

Jedenfalls darf der Marxist sich dem Fortschritt in der Entfaltung des Kapitalismus, also dem Neoliberalismus, nicht in den Weg stellen, das wäre ja reaktionär, so wie der Keynesianismus, gell. ;)

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 16:23

@ topi Februar 6, 2013 um 12:18
„@ Carlos Das Entstehen der „Nationalstaaten/Nationalökonomien“ hat was mit dem Wirken der Konkurrenz der Einzelkapitale zu tun. Denn die sozialen Folgen des Kapitalismus würden –so die Konkurrenz der Einzelkapitale nicht beschränkt würde- die Herausbildung des Kapitalismus zum Stillstand bringen. Daher entwickelt der Kapitalismus die Form „Nationalstaat“, eine Form der „Souveränität“, um sich voll entfalten zu können. Kapitalismus ohne „Souveränität“ kann aber nicht existieren !”
Das solltest du bitte nochmal erläutern.“

Topi, vereinfacht gesagt hätte sich das System des Weltkapitals niemals ohne die Form „Nationalstaat“ entwickeln können. Denn der „Nationalstaat“ entwickelte eine Fülle von „Bremsen“ wie etwa „rechtsstaatliche“ oder „sozialstaatliche Normen“, sodaß sich die Gesetze des Systems des Weltkapitals (Schmidt: „Raubtierkapitalismus“) nicht in unbegrenzter Form entwickeln konnten. Sein wahres Gesicht konnte der Kapitalismus nur in Gegenden wie dem Kongo, oder in Vietnam oder in Auschwitz zeigen.

Was wir heute sehen, ist eine zunehmende Reproduktionsunfähigkeit des modernen warenproduzierenden Systems und –damit verknüpft- zunehmende anomische Auflösungserscheinungen der „Souveränität“. Das System des Weltkapitals zerstört die „Souveränität“ irreversibel ! Es gibt nämlich keine formationsgeschichtliche Entwicklungsstufe des Kapitalverhältnisses mehr, mit der Menschen sich arrangieren könnten, sei eine „weltsozialdemokratische“, sei es eine „pseudo-neofeudale“ Entwicklungsstufe.

Die Krise der Ökonomie ist unheilbar, dies führt zur unheilbaren Krise der Politik und diese schägt wiederum zurück auf die Krise der Ökonomie. In Wahrheit ist die Grenze der fetischistischen Kapitalform als solcher erreicht und in dem Maße wie das real sichtbar wird, muß sie von den Ideologen des Kapitals weggeleugnet werden.

Carlos Manoso Februar 6, 2013 um 16:43

@Keynesianer Februar 6, 2013 um 16:08
„Siehst Du! Während andere noch den Sozialstaat verteidigen und wieder ausbauen wollen, hat der Schwager des preußischen Innenministers mit seinem Werk dafür gesorgt, dass seine Schäflein den Abriss des Sozialstaats als unvermeidlichen Fortschritt im Kapitalismus verklären und feiern und auf gar keinen Fall etwas dagegen unternehmen.“

Keynesianer, capisce. Du wirfst also dem „Schwager des preußischen Innenministers“ vor, er hätte in seinem 1867 erschienen Hauptwerk „Kapital Band 1“ den “Kapitalismus” (oder wars sein Schwiegervater?) überreden sollen, den „Sozialstaat“ im Germany des Jahres 2013 noch nich abzufackeln ?

Doktor D Februar 6, 2013 um 18:50

@cm: Na, das kann man doch wohl von einem preussenbeamtlichen Großverschwörer und Sekretär des Weltgeistes wohl verlangen ! :-)

Feuerwehr Februar 6, 2013 um 19:00

Sollen wir beim Löschen helfen?

Keynesianer Februar 6, 2013 um 19:42

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass mit Louis Viereck sogar ein (unehelicher) Sohn des deutschen Kaisers an den Umtrieben beteiligt war?

Karl Marx dazu in seinem Brief vom 19. 09. 1879 an Friedrich Adolph Sorge in den USA:

… Viereck, sent from Leipzig (also a philistine lout, the natural son of the German Kaiser) …

Friedrich Engels in einem Brief vom 14. Dezember 1879:

At the last election in 1878, at Magdeburg, our candidate only got 1/3 of the votes given; now there was a fresh election there, and he very near got the full half of the votes, and stands a chance of passing at the second ballot. The joke of the thing is, that this candidate of ours is a natural son of old William, the emperor, by an actress, Miss Viereck, whilom the old fellow’s mistress.

Engels to Thomas Allsop

1879 nach dem Sozialistengesetz aus Berlin ausgewiesen, wurde Louis Viereck in Leipzig Geschäftsführer der Parteidruckerei. …
http://www.wolfgang-waldner.com/der-marx-engels-schwindel/

@Carlos Manoso

Dein Marx hätte nur generell dazu aufrufen müssen, immer für die Interessen der Arbeiter gegen das Kapital zu agieren, statt die unbedingte Durchsetzung aller Interessen des Kapitals zur historischen Notwendigkeit zu verklären und verfälschen.

Das war kein Irrtum, sondern sein Auftrag, und wir könnten das ja endlich mal einsehen. ;)

wowy Februar 6, 2013 um 21:53

OT @fl
Habe gerade den tweet zur Unschuldsvermutung gelesen. Unschuldsvermutung ist unfug, richtig! Aber nicht wegen Tatsachenbehauptung oder Bewertung, sondern weil es hier gar nicht um Strafrecht geht.
Wir sind in einem Verwaltungsverfahren. Die Promotion, ein Verwaltungsakt, (sorry liebe Drs, aber so profan ist das leider) wird zurückgenommen, was (actus-contrarius) selbst einen Verwaltungsakt darstellt. Letzterer kann mittels Anfechtungsklage vor dem Verwaltungsgericht angegriffen werden. Das ist es auch schon.

petervonkloss Februar 6, 2013 um 22:05

Der „coolen Sau“ von @ Dr. D. Ulf Poschardt geht es wohl kaum um die kath. Soziallehre, sondern um das
Sozialisationsmaterial der schildbürgerbolschewistischen, „kritischen“ deutschen Soziologenzunft.
Und damit hat er vollkommen recht.
Sexismus, Rassismus, Klassismus sind die wichtigsten Putzeimer, die sie immer, ihr lebtag lang, mit rumschlep-
pen, und die Welt wird nicht sauber!!!
(Daß dann Familien in erster Linie als ökonomisches Sozialmaterial behandelt werden, wundert nicht, scheint aber
im Großen und Ganzen auch nicht abwendbar. (Globalisierung, Überbevölkerung etc. pp..)) Insofern gäbe es als Möglichkeit nur
einen neuartigen Nationalsozialismus (keinen betulichen, grün-roten Kleinbürgerkonservatismus), (das System
ist das System, auch nach seiner Abschaffung) da das
Lebensrettende des Menschen nur unmittelbar, und in nicht allzugroßen Zeit-Räumen stattfinden kann.

Also @ C. Manoso hat schon recht; die Katastrophe muß stattfinden, schon aus rationalen Gründen; das was Marx beschrieben hat ist in sich richtig; nur dieses inflationär gebrauchte Wort Kapitalismus intendiert seine Alternative,
und dem ist die „reine“ Nichtigkeit äquivalent, da der „paulinische“ metaphysische Grundvorgang des jüdisch-christlichen Abendlandes als Progressivismus in allen Bereichen virulent ist.

@ C. Manoso, der @ Dr. D , der dient sich dir doch an als Genosse eschatologicus judaicum, der die Welt als ein
Jerusalem Nuovo will. D. hat auch nichts anderes im Sinn.

Das Nomen (Kapitalismus) das ein Omen sein könnte, ist verschwunden durch fatale Stategien der Moderne (J. Baudrilliard) Die konsumierende Weltmasse wird zum schwarzen Loch, deren Anus (mundi) die Vemüllung
und Vernutzung der Erde betreibt.
Der „aechte“ Apokalyptiker weis, daß „es“ schiefgehen wird, denn er hat die heißgelaufenen Drähte auf ihre
Verbindungen hin befragt. (der Schichtenkurzschluß potenter Gehirne).
Während der linke, postchristliche Apokalyptiker den Jetzt-Zustand in die Zukunft des allgemeinen Guten verschlimmbessern will.

Der sich abzeichnende Prozess kann im folgenden so beschrieben werden:

(Michel Tibon-Cornillot, https://www.merve.de/index.php/book/show/108),

Verbindungs und – Gesundheitstechniken, die das biologische Material wie Ernährung, Gesundheit, Mensch
bereitstellen, zuführen, ausführen, verführen, zum Ende bringen, verbrauchen, aussondern, verheizen und erneut
beginnen; bis sämtliches Material, einschließlich der Mensch, verbraucht ist; ………..ist einziger Sinn und Zweck
der weltweiten Inbetriebnahme, die ins reine Ansich und ins zeitlose verschwebt in gestellter, kristalliner End-
haftigkeit der Allumsorgung.
So könnte die futuristische, durch die Gleichheitsidee pseudomystische Vereinigung des Menschen ins Gegen-
weltliche ohne Zwänge der Natur beschrieben werden.

Daß du mit Nietzsche nicht allzuviel zu tun hast, hätte ich wissen können; er ist wohl sozusagen enzyklopädisch-
er Bestandteil deiner marxistischen Allumfassendheit.
Zur Erinnerung für die wirklich Fassungslosen:
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Ecce+Homo/Also+sprach+Zarathustra

Doktor D Februar 6, 2013 um 22:22

@wowy: Wer ein Promotionsverfahren mitgemacht hat, weiß nur zu genau, dass wir es vor allem mal mit einem Verwaltungsakt zu tun haben. ;-)
Deswegen ist es ja auch so amüsant, wenn jetzt tapfere Recken Frau Schavan beispringen und ernsthaft behaupten, in dem Gerichtsverfahren würde was zur Wissenschaftlichkeit ihrer Diss gesagt.

h.huett Februar 6, 2013 um 22:28

Die beste Auskunft gab darüber heute Nachmittag im DLF ein Wissenschaftsrechtler. Der vermutlich einzige Angriffspunkt für Schavans Anwälte ist der Verzicht der PhilFak auf einen zweiten externen Gutachter.

Aber auch der wird, ohne sich lächerlich zu machen, die in der Diss vorhandenen “Schönheitsfehler” nicht ignorieren können.

wowy Februar 6, 2013 um 22:37

Die Promotionsordnung der Uni Düsseldorf/Philfak spricht nur vom
Fakultätsrat:

§ 18
Rücknahme oder Entziehung des Doktorgrades
Die Entscheidung über die Rücknahme oder Entziehung des Doktorgrades unter Beachtung des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen obliegt dem Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät.

Eine Pflicht externe Gutachter einzubeziehen sehe ich da nicht.

marxipaxipap Februar 6, 2013 um 22:40

Kurzum, der Kapitalismus hat auf seinem Weg zum Weltkapital extrem hochentwickelte Produktivkräfte entwickelt, die die Produktionsverhältnisse früher oder später sprengen müssen, er kommt jetzt an seine unübersteigbare Schranke. Marx bezeichnete den Weg des Kapitalismus bis zu diesem historischen Punkt „Vorgeschichte“.

Papalapap! Marx hat etwas geschrieben, was zu seiner Zeit passte. Bereits 2000 Jahre zuvor finden sich in einem chinesischen Gedicht eines Aussenseiters in den Bergen der Hinweis, dass das, was die Menschen treibt, der (Selbst-) Nutzen sei. 争利者于市。Das System scheitert an der Korruption. Das ist die andere Seite dieser Antriebsschleuder des Marktes. Was uns in Europa noch zusammenhält ist die Angst vor dem Zusammenbruch. Aber Produktivkräfte? Bitte, was ist das? Heute morgen in einer Regionalbahn beobachtete ich, dass die ca. 50% der Pendler ein elektronisches Gerät zum Lesen nutzen. Wir könnten jezt hier ein Modell der Produktivitätssteigerung entwickeln,…aber halt Stopp! An diesem Punkt wurde mir eine weitere Beobachtung plötzlich klar. Menschheitsgeschichte war bisher stets eine Entwicklung der Werkzeuge sowohl wie auch der Sprache. Seit ein paar Jahren aber läßt die Entwicklung der Sprache nach. Wir schreiben SMS. Lesen auf kleinen Bildschirmen mit Schriftgrösse 8 Pt kleine Texte. In der Gesellschaft ist etwas entstanden, das Marx gar nicht wissen konnte. Es ist daher müssig über Marx zu debattieren. Das einzige, das ich mit Marx teile ist sein Sinn abseits des Mainstreams nach sinnhaften Erklärungen zu suchen. Der Wissenschaftsbetrieb ist ausser Stande für diese sich im Abgang befindende Gesellschaft nach Erklärungsmustern zu suchen. @Morph ist hier im Blog stets ein gutes Beispiel gewesen an dessen Kommentare sich die Hilflosigkeit der staatlichen Mitarbeiter im Universitätsbetrieb studieren ließ. Aber auch Marx hat den Punkt nicht geunden. Wenn es schon um eine Ursachenbeschreibung für dieses wir täglich erlebende Desaster gibt, dann waren wahrscheinlich die Herren Freud und Fromm näher an der Wurzel des Übels dran. Dies erklärt auch, weshalb @Topi oder @HAM wirtschaftliche Aspekte in diesem Blog stets geduldig und treffend erklären konnten. Hey, wir haben es hier mit dem pychologischen Faktor Mensch zu tun. Die mathematischen Modelle (und Marx) treffen den Kern in der Sache nicht. Wenn überhaupt sind dies Perlenspiele. :-)

h.huett Februar 6, 2013 um 23:07

Der Wissenschaftsrechtler bezieht sich auf Schavans Antrag, einen weiteren Gutachter zu konsultieren, dem nicht stattgegeben wurde.

wowy Februar 6, 2013 um 23:16

Sie hat aber keinen Anspruch drauf, weil der Fakultätsrat es kann, aber nicht muss.
Auch das NRW Verwaltungsverfahrensgesetz (auf das sich die Promotionsordnung bezieht) sagt da nichts anderes
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=2010&bes_id=4844&aufgehoben=N&menu=1&sg=#det215251

wowy Februar 6, 2013 um 23:38

Gibt es zu der DLF Sendung einen Link?

h.huett Februar 6, 2013 um 23:51

Programmrückschau 14:40-14:55h

wowy Februar 6, 2013 um 23:59

Merci, hatte es schon gefunden.

topi Februar 7, 2013 um 04:01

Hauke

“mein Argument lautet, dass ein staatlicher Eingriff in die Ressourcenallokation dann gerechtfertigt ist, wenn dieser Eingriff die soziale Wohlfahrt erhöht, und dass – aus wohlfahrtsökonomischer Perspektive – unter allen Möglichkeiten, in die Verteilung der Ressourcen einzugreifen, diejenige Maßnahme bevorzugt werden soll, die den excess burden minimiert”

Das war nicht dein Argument.
Es ist ja auch völlig unsinnig in diesem Kontext.

Es gibt unzählige verschiedene staatliche Einnahmen, wenn man sie noch nach Einkommenshöhe des Besteuerten differenziert, und noch mehr verschiedene staatliche Ausgaben.

Nach dem von dir jetzt aus dem Hut gezauberten wohlfahrtstheoretischen Modell, reine Mikrobetrachtung, ist doch JEDE staatliche Einnahme (Steuer) wohlfahrtsmindernd. Damit natürlich auch jede Ausgabe.

Die ganze Betrachtung einer Ausgabe ggü. einer Einnahme ist völlig unsinnig; man müsste wenigstens eine Steuer mit einer anderen Steuer vergleichen.
Also, wenn dir der Geringverdiener am Herzen liegt, dann vergleich doch deinen excess burden mit der STeuer auf so hohe EInkommen, die eh nicht ausgegeben werden.

Oder Ausgaben mit Einnahmeverzichten.
Wie wäre es mit: solidarisch finanzierte Absicherung der Lebensrisiken vs. Steuergeschenke (oder auch Abgabengeschenke) für Kapitaleinkommensbezieher?

“Vielmehr habe ich Frank Lübberding gefragt, innerhalb welchen Wertekanons dies gerechtfertigt sein könnte”

Ausgaben werden verschieden begründet; der Vergleich mit einer bestimmten EInnahme ist völlig unsinnig, außer in dem Fall, dass beides zusammen beschlossen wird.
Allerdings hat wohl keiner gefordert, die Familienversichung abzuschaffen, und dafür die Mehrwertsteuer (“für Geringverdiener”, wie sollte das denn so konkret ablaufen) zu senken.

“Mit anderen Worten: Ich verfüge zumindest über eine begründbare Norm/ein begründbares Maß zur Bewertung und Rechtfertigung von staatlichen Eingriffen”

wie gezeigt ist das unsinn.
Und zwar verdummender Unsinn, weil es ja so schön nach begründeter Norm klingen soll.

” Ich finde Dein Freund/Feind Schema in der Diskussion nervig. Ich gewinne den Eindruck, Du argumentierst gegen mich, nicht gegen das, was ich sage.”

Ich argumentiere gegen verdummende Argumente.
Wenn du die dir zu eigen machst, und anscheinend nicht so blöd bist, dies nicht verstehen zu können, betreibst du was?
Ja, dann könnte man auch “gegen dich” argumentieren.

Darum geht es aber gar nicht.

Nochmal der Sachverhalt.
Geringverdiener sind logischerweise die Menschen, die am meisten ein Interesse an solidarischen Sicherungssystemen haben.
Ausgerechnet deren Mehrwertsteuer anzuführen, um die weitere Umgestaltung der sozialen Sicherung hin zu Kopfpauschalen zu begründen, und dies dann mit erstmal “richtig” klingenden Modellen zu vernebeln, ist genau der Stil, mit dem Ottonormaldödel seit Jahrzehnten verdummt wird: Bis er letztlich Politik, die eindeutig gegen seine Interessen gerichtet ist, für richtig, schließlich “alternativlos”, zu halten.

topi Februar 7, 2013 um 04:32

Carlos Manoso

” vereinfacht gesagt hätte sich das System des Weltkapitals niemals ohne die Form „Nationalstaat“ entwickeln können. Denn der „Nationalstaat“ entwickelte eine Fülle von „Bremsen“ wie etwa „rechtsstaatliche“ oder „sozialstaatliche Normen“, sodaß sich die Gesetze des Systems des Weltkapitals (Schmidt: „Raubtierkapitalismus“) nicht in unbegrenzter Form entwickeln konnten. Sein wahres Gesicht konnte der Kapitalismus nur in Gegenden wie dem Kongo, oder in Vietnam oder in Auschwitz zeigen.”

Kongo, Sozialnormen, alles klar.
Aber wieso brauchte es die Bremsen, damit sich das Weltkapital entwickelt??

“Was wir heute sehen, ist eine zunehmende Reproduktionsunfähigkeit des modernen warenproduzierenden Systems und –damit verknüpft- zunehmende anomische Auflösungserscheinungen der „Souveränität“.”

Das Weltkapital versucht, die nationalen Bremsen wegzufegen, klar.

” Das System des Weltkapitals zerstört die „Souveränität“ irreversibel !
Es gibt nämlich keine formationsgeschichtliche Entwicklungsstufe des Kapitalverhältnisses mehr, mit der Menschen sich arrangieren könnten, sei eine „weltsozialdemokratische“, sei es eine „pseudo-neofeudale“ Entwicklungsstufe.”

Das ist allerdings eine reine Behauptung.
Woher weisst du denn, womit sich Menschen identifizieren können, wenn es einen großen Knall analog WWK I geben sollte?

Ist keine mehr im Baukasten?

Keynes hat ja vor allem im Zuge der großen Depression Verbreitung finden können.
Dass die “Sozialdemokratie” nicht sonderlich gut gelitten ist, bei diversen (wir können das ja hier immer nachlesen :roll: ), heißt doch nicht, dass entsprechende Wirtschaftsmodelle, die an die “goldenen Jahrzehnte” anknüpfen, keine Mehrheit finden könnten.
Es war ja schließlich auch die CDU, die ein Ahlener Programm verabschiedet hat, also was solls.

“Die Krise der Ökonomie ist unheilbar, dies führt zur unheilbaren Krise der Politik und diese schägt wiederum zurück auf die Krise der Ökonomie. In Wahrheit ist die Grenze der fetischistischen Kapitalform als solcher erreicht und in dem Maße wie das real sichtbar wird, muß sie von den Ideologen des Kapitals weggeleugnet werden.”

Ich bin nun kein Ideologe des Kapitals.
Aber: vielleicht ist diese “unheilbare” Grenze eben nicht erreicht? Die “Leugnung” keine Leugnung sondern eine eine Alternative Deutung?

Die Isländer scheinen das ganz gut hinzukriegen. Ok, die haben es leichter: sie mussten vor allem die blöden ausländischen Geldvermögensbesitzer abblitzen lassen.
Außerdem sind es nur zwei Handvoll, da kann man sich schneller einigen.

In den “normalen” Ländern ist es deutlich schwieriger, weil es gegen inländische Interessen geht.

Aber deine Gewissheit, dass das Weltkapital demnächst ausgespielt hat, ist nicht alternativlos.
Es wird wieder zu naionalen “Bremsen” kommen, wenn es hart auf hart (also auch zum Zusammenbruch der “Geld”blase) kommt.

Und dann ist auch die Verteilungsfrage der EInkommen viel leichter zu beantworten.
Womit der Kapitalismus ohne weiteres noch einige Jahrzehnte weiterwurschteln könnte, halt wieder gebremst wie 50/60/70.

topi Februar 7, 2013 um 04:39

Ah, Hannelore darf sich schon mal bereit halten.

“ZEIT: Zum Regieren brauchen Sie am Ende eine Mehrheit. Für Rot-Grün reicht es nur, wenn die Linke nicht in den Bundestag kommt. Wie verhindern Sie eine Rot-Rot-Grün-Debatte?

Steinbrück: Mit einer ganz einfachen Ansage: Rot-Rot-Grün wird es 2013 im Bund nicht geben, weder mit mir noch mit Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier. Auf keinen Fall.”

:roll:

Carlos Manoso Februar 7, 2013 um 11:14

@Keynesianer Februar 6, 2013 um 19:42
„Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass mit Louis Viereck sogar ein (unehelicher) Sohn des deutschen Kaisers an den Umtrieben beteiligt war? (…)@Carlos Manoso Dein Marx hätte nur generell dazu aufrufen müssen, immer für die Interessen der Arbeiter gegen das Kapital zu agieren, statt die unbedingte Durchsetzung aller Interessen des Kapitals zur historischen Notwendigkeit zu verklären und verfälschen. „

Keynesianer, Capisce: Der „Schwager des preußischen Innenministers“ und der „(uneheliche) Sohn des deutschen Kaisers“ steckten unter einer Bettdecke und –so Keynesianer stöhnend & wissend seufzend- „das war kein Irrtum, sondern sein Auftrag, und wir könnten das ja endlich mal einsehen“ !!!

Da wird sogar dein fassungsloser Leidensgenosse „petervonkloss (Februar 6, 2013 um 22:05: Sexismus, Rassismus, Klassismus sind die wichtigsten Putzeimer, die sie immer, ihr lebtag lang, mit rumschleppen, und die Welt wird nicht sauber!!! (…) Insofern gäbe es als Möglichkeit nur einen neuartigen Nationalsozialismus (keinen betulichen, grün-roten Kleinbürgerkonservatismus“) endlich fassbar, nicht seinen kleinen…. ääähhh … (Unter)-Menschen) rauslassend sondern nur … ääähhhh … seine große braune (Unter)-Hose runter runterlassend.

Keynesianer Februar 8, 2013 um 22:08

@Carlos Manoso

In England haben die Marxisten den Begriff des “Impossibilism” für ihre Sabotage jeder Politik für die Interessen der Arbeiter geschaffen:

Impossibilism is a theory and strategy for bringing about socialism and an interpretation of Marxism that stresses the limited value of political, economic and social reforms within a capitalist economy. It argues that pursuing such reforms is counterproductive as they only strengthen support for the existing system and thereby work to ensure the continuation of the capitalist system, or at the least, impossibilism argues that such reforms are irrelevant to the realization of socialism and should not be a major concern for socialists.
http://en.wikipedia.org/wiki/Impossibilism

Das ist selbstverständlich kein Zufall. Während der Weltwirtschaftskrise hat die Socialist Party of Great Britain noch im November 1932 die Deflationspolitik verteidigt:

During the next phase of the normal cycle of capitalism, when prices are falling, it is the turn of the money-lending capitalist to prosper, the man who has contracted to receive a fixed money return on a certain sum lent or invested. Now it is he who is getting a larger and larger relative share of the total wealth of the capitalist class. Then the Labourite turns soft on his poor, dear friend, the manufacturing capitalist, and joins with him in denouncing the wicked bankers who “grow rich on adversity.” What is overlooked all the time is that the workers, as a class, do not alter their general position whatever happens. The ups and downs of prices and interest rates are only a matter between the groups of capitalists themselves, and the changes that take place are not the work of conspiring individuals but are governed by the forces inherent in the capitalist system itself.

Mitten in der Weltwirtschaftskrise mit Abermillionen hungernden und verhungernden Erwerbslosen erzählen die da, die Deflation brauche die Arbeiterklasse nicht zu kümmern, das würde sie nicht betreffen.

Und das war nicht die von Moskau gesteuerte Fraktion!

Andreas Kreuz Februar 8, 2013 um 22:32

Das ist das Material,
aus dem Udo van Kampen die ZDF-Kommentare aus Brüssel strickt.

petervonkloss Februar 9, 2013 um 03:39

Fast immer, wenn es um wirtschaftspolitische Fragen geht, flacht der Blog förmlich ab………………………………….

Ich habe dann z. B.: braune Unterhosen wegen der Hämorrhoiden des C. Manoso.
Ich glaube ich bin da etwas zu tief vorgedrungen…: siehe „Ulf Poschardts kritischer…. petervonkloss Februar 6, 2013 um 22:05“ und „Da wird sogar dein fassungsloser Leidensgenosse „petervonkloss (Februar 6, 2013 um 22:05: Sexismus, Rassismus, Klassismus sind die wichtigsten Putzeimer, die sie immer, ihr lebtag lang, mit rumschleppen, und die Welt wird nicht sauber!!! (…) Insofern gäbe es als Möglichkeit nur einen neuartigen Nationalsozialismus (keinen betulichen, grün-roten Kleinbürgerkonservatismus“) endlich fassbar, nicht seinen kleinen…. ääähhh … (Unter)-Menschen) rauslassend sondern nur … ääähhhh … seine große braune (Unter)-Hose runter runterlassend.“

Wann wird diese Art hirngespinnstiger, hinterfotziger „esoterische Marxismus“, der so furchtbar hochmoralisch geschwätzig daherkommt, mal in
die Schranken gewiesen!? Die Summe an Text kann es wohl kaum sein.
Aber schön, andere denken auf eine treffende Art anders:
„Fast scheint es, als ginge es nur um den Furor als solchen, als hätte man wieder einmal Lust, seinen Hang zum Großreinemachen auszuleben – schnell, robust und ohne Federlesen. In dieser Wucht der Empörung ist Nachdenklichkeit genauso wenig gefragt wie Zwischentöne. Es herrscht eine moralische Unerbittlichkeit und ein inquisitorischer Eifer, der uns jegliches Augenmaß vergessen lässt. Er entfernt uns von der Oberfläche des gesunden Menschenverstandes genauso wie von der Menschlichkeit, die uns neben vielem auch die Gabe zu verzeihen geschenkt hat.“
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113499746/Schavan-Bruederle-und-Neger-erregen-die-Republik.html?wtmc=google.editorspick?wtmc%3Dgoogle.editorspick&google_editors_picks=true

petervonkloss Februar 9, 2013 um 05:00

petervonkloss 22.09.2012, 00:17

Die Links – Krankheit der (Anti) – Deutschen
Im wesentlichen inauguriert durch Karl Barth, dessen „göttlich
geförderte Resistenz gegen die politische Macht“ derzeit kulminiert
in die einstweiligen Höhepunkte der jetzt versuchten deutschen
Selbstauflösung (die Fortführung des ESM) in einen „geheimen“ Jesus-
Sozialismus der links-hegelianischen Weltgeistigkeit ( J. Habermas )
in der providentiellen Zielführung eines Weltfortschritts nach Gottes
Gnaden, eines insofern süddeutsch inspirierten
Weltguten, auch im Namen M. Walsers und eines Großteils der
gegenwärtigen deutschen Philosophie und – Sozialwissenschaften mit
und nach Marx, und aller seiner ideologischen Zuspitzungen.
Es ist graußlich, wenn man sich mal die Verschleimungen in dieser
Hinsicht in den 60igern, 70igern und 80igern Jahren anschaut.
(universitär, publizistisch, politisch, l.b.n.l. theologisch), es
würden einem vor lauter
Realität die Augen übergehen bezüglich der Tatsache, wie die
damaligen Verschwurbelungen zur geschichtlich- politischen
Diskurshoheit gelangten und jetzt mit der Eurorettung oben auf
scheinen.
Es ist der Habitus des Selbstgerecht und zutiefst Hochfahrend
empfindenden Menschen der gutmenschlichen Empörung über die
Ungleichheit des Menschen, die gleichzeitig ihr Siegerlächeln des
„Willens zur Macht“ ge-
nießt.
Einerseits ist es verständlich wie diese UNENDLICHE
BESIEGTENGEISTIGKEIT das Zepter gewinnen
konnte, andererseits war die historische Situation zur
Vergegenwärtigung des allgemeinen Abendländischen
Nihilismus aufgerufen!.
Warum Nietzsche UNBEGRIFFEN blieb (der doch diese Krankheit umfassend
beschrieben hatte), bleibt zu fragen!; denn diese Krankheit,
insbesondere der Deutschen,
„mein Gott“ inzwischen aber auch der Welt, ist die Großartigkeit des
idealistischen GEFÜHLS ( untermalt von
der 9. Beethovens), daß die Welt in Gänze sich erlösen könnte,
mittels des abendländischen Subjekts und
seiner technischen Mittel, die im übrigen die „Freude des schönen
Götterfunkens“ konsequent in ihren philoso-
phisch – genealogischen Epistemen hintertreibt. ( Die Habermas
wiederum per Katholizismus zu retten versucht, natürlich zu Gunsten
der sozialen Kohäsion.).
Stellvertretend steht dafür die Kritische Theorie.und ihr
messianischer Anspruch den FORTSCHRITT per se
und in aller Gleichheit die MENSCHEIT per se und
hochkommunizierbar zu erlösen;
die die eigentliche Konsequenz ihres Denkens scheut, in dem
Quasi-Diktum, daß kein Richtiges Leben im Falschen
sei;
dies hat allen säkularisierten Weltverwindern der Linken ( part of a
global Left, Judith Butler) in ein Unendliches der Utopie verholfen.,
so daß sich ihre marxistischen wie postmarxistischen Ideen heute nur
noch in theo-
logisch – intellektualistischer Manier offenbaren, will sagen, sie
sind nicht mehr hinterfragbar und nahezu überflüssig.
Diese Krankheit ist sozusagen präjudiziert durch das paulinische
Christentum, welche die Wahrkeit einem sicherlich
seltenen Menschen zuschreibt und innerhalb der Gemeinden dem
potentiellen Weltbürger durch fortzeugender
Taufe dem prototypischen Subjekt „offenbart“, in dem das nun ehemals
griechische Unterscheidungsvermögen
Zwischen Göttern und Menschen nach Platon in einen Akosmismus Der
Wahrheit für Alle mündet, wie eine Waffe,
die dem Welt-und Naturschützenden Pan der Antike den Dolch ins Herz
stößt und vollens köpft die Überhäupt-
lichkeit (des Dionysos) der Natur. ( Mag die angedeutete Dithyrambe
als Fingerzeig gelten!.)
Dies ist nur die leise und kleine Umschreibung eines gewaltigen
Vorgangs, die letzlich zur Ermächtigung des abendländischen
Menschen führt, zu tun und lassen was er will, um nun in gesammelter
Einfalt der technischen Völker die Welt zu zerstören
in dem Massendemokratie und die Auslagerung des Todes in entlegene
Fernen das Projekt des Fortschritts gebiert
in die Schicksalslosigkeit „des letzten Menschen“ F. Nietzsche.
Nein, die eigenliche „Dialektik der Aufklärung“ haben ein F.
Nietzsche und ein M. Heidegger geschrieben. Mit einer Radikalität,
die den bodenlosen Fortschrittsglauben in all seinen nach-platonischen
Facetten aufklärte:
(die Variante für den Gegenwartsmenschen wäre: Christentum und der
Islam ist Platonismus fürs Volk; Sozialismus war Platonismus für
Intellektuelle; der Euro ist Platonismus für Politiker.).

http://www.keine-macht-den-doofen.de/978/schwarmdummheit-ameisen-sind-im-kollektiv-intelligent-menschen-nicht/comment-page-2 – comment-361

h.huett Februar 9, 2013 um 07:44

petervonkloss

Die nächtliche Suada führt zur Frage: Was rauchen Sie? In welcher Dosis und Frequenz? Gibt es unterstützende autosuggestivw Techniken wie asphyxische Strangulationen und arrythmische Schnappatmungen? Einen direkten Austausch mit göttlichen Entitäten? Eine Standleitung zu – jetzt werden sich alle wundern – Enver Hodscha? Aus ihnen spricht zu viel Leuchtfeuer.

"ruby" Februar 9, 2013 um 09:08

@ h.huett

schön, dass heute samstag ist – da können die vielen sprachlichen Wortassoziationen nachgearbeitet werden ;-)
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/16/Mali_i_Shpiragut.jpg/800px-Mali_i_Shpiragut.jpg
Hoxha-Kult
“Da er auf jeden Fall die Unabhängigkeit Albaniens sichern wollte, ließ er im ganzen Land etwa 700.000 Bunker an strategisch wichtigen Punkten bauen. Extra dafür wurde die Betonindustrie umfangreich ausgebaut und teurer Spezialstahl importiert.”
aus wiki

"ruby" Februar 9, 2013 um 09:10

Nachtrag :
Kann es zuviel Leuchtfeuer geben?

Keynesianer Februar 9, 2013 um 09:14

Komisch, mich hat das jetzt gleich an den Vortrag kürzlich eines h.huett vor dem Chaos Computer Club erinnert: Also mit endlosen Worten nichts sagen, aber von Marx bis Jesus – und Habermas mit Marcuse nicht vergessen – alles hineinrühren.

Das wird doch an der Uni gelehrt und nennt sich Geisteswissenschaften oder so ähnlich. :)

vinxtor Februar 9, 2013 um 09:20

…überraschend inder Tat.
Mich erinnerte Herrn vonkloss seine Überlegungen mehr an die Spenglers in seiner Münchener Wohnung 1911. Fühlte sich von keinem verstanden…deswegen musste alles untergehen….

Was mich irritiert ist das herrvonkloss seine eigene Helden nur selektiv versteht.
Heidegger: “nach langem nachdenken bin ich zu dem Schluß gekommen, daß die Welt nicht zu retten ist”
Nietzsche:”und erst wenn ihr mich alle verleugnet habt werde ich euch wiederkehren”

Es muss also noch einiges passieren…

na dann,
schönen Tag gewünscht.

petervonkloss Februar 9, 2013 um 09:23

H. H.
Sehr geehrter

Also so halluzinatorisch habe ich das Ganze nicht gesehen. Und Enver Hopsasa, da mögen sie doch bitte C. Manoso
befragen. Ich glaube der ist dafür zuständig. Wer sich als Marxist bezeichnet, hat auch mit kleinteiligen Utopien ähnlicher Provinienz zu tun, da wir ja schließlich multikulturell sind.

"ruby" Februar 9, 2013 um 09:24

“… werde ich euch wiederkehren”
ich auch ?!

"ruby" Februar 9, 2013 um 09:28

Tagesmotto :
Heute kann es karnevalistisch lustig werden.

"ruby" Februar 9, 2013 um 09:32

Ist das Zentralverwaltungswirtschaft oder bereits STAMOKAP?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/neuer-finanzrahmen-europaabgeordnete-drohen-mit-veto-12055952.html
Sieben Jahre Festschreibung – Merkel die gelernte FDJ`lerin …

petervonkloss Februar 9, 2013 um 10:00

Apropo Leuchtfeuer:

DIE LERCHE

Äußerste Glut des Himmels und erstes Erglühen des Tages,
Kleinod ins Frühlicht gefaßt, besingt sie die rastlose Welt,
Glockenspiel, Herr ihres Atems und frei im Fluge.

Die bezaubernd uns bannt, wird durch Blendwerk erlegt.

René Char

Keynesianer Februar 9, 2013 um 10:10

Kann hier vielleicht einmal jemand mit klaren Worten irgendetwas sagen?

"ruby" Februar 9, 2013 um 10:17
Carlos Manoso Februar 9, 2013 um 11:48

@Keynesianer Februar 9, 2013 um 10:10
„Kann hier vielleicht einmal jemand mit klaren Worten irgendetwas sagen?

„Petervonkloss,“ „klare Worte“ zitierend;
„Ich habe dann z. B.: braune Unterhosen wegen der Hämorrhoiden des C. Manoso. Ich glaube ich bin da etwas zu tief vorgedrungen…: siehe „Ulf Poschardts kritischer…. petervonkloss Februar 6, 2013 um 22:05“ und „Da wird sogar dein fassungsloser Leidensgenosse „petervonkloss (Februar 6, 2013 um 22:05: Sexismus, Rassismus, Klassismus sind die wichtigsten Putzeimer, die sie immer, ihr lebtag lang, mit rumschleppen, und die Welt wird nicht sauber!!! (…) Insofern gäbe es als Möglichkeit nur einen neuartigen Nationalsozialismus (keinen betulichen, grün-roten Kleinbürgerkonservatismus“) endlich fassbar, nicht seinen kleinen…. ääähhh … (Unter)-Menschen) rauslassend sondern nur … ääähhhh … seine große braune (Unter)-Hose runter runterlassend.“

Wann wird diese Art hirngespinnstiger, hinterfotziger „esoterische Marxismus“, der so furchtbar hochmoralisch geschwätzig daherkommt, mal in
die Schranken gewiesen!?“

„Doktorchen”, sprach der dankbare Patient, “ich freue mich ja so, wenn Sie morgen kommen.” Doktorchen hat höchstpersönlich seinen Kranken mit Franzbranntwein abgerieben, ihm Arme und Beine massiert. Beide sind erleichtert, weil der Schmerz im Leib nachläßt. Der Patient hat Stuhlgang gehabt, “zwar fast nur Winde und nach oben auch viele Gase, aber immerhin”. Nun quengelt der Mann noch nach einer Schlafspritze, denn er sei wegen der vielen Arbeit so voller Unruhe. Die Injektion wird ihm ausgeredet. Der Doktor geht, sein Führer schläft.

Es ist der 4. Oktober 1944, nachts 1.30 Uhr. Im Führerhauptquartier “Wolfschanze” schnieft der dicke Professor Morell die Stufen aus dem unterirdischen Betonbunker nach oben. Unten, auf einem Eisenbett in einem Raum, der feuchte Wände hat und schlechte Luft, bleibt sein “Patient A”, der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, 55, zurück.

Er hat Ohrenschmerzen, seit die Bombe des Grafen Stauffenberg am 20. Juli sein linkes Trommelfell zerriß. Seine Haut ist gelb, Arme und Beine zittern oft, manchmal sogar im Bett. Die Stimme ist heiser, der Schlaf schlecht, die Augen sind schwach. Kopfschmerzen plagen ihn nun fast alle Tage.

Vor allem aber leidet Hitler an seiner Verdauung: Mal ist der Leib des strengen Vegetariers aufgebläht wie ein Ballon, mal bretthart. Wie Wellen laufen Krämpfe durch den Darm. Stuhlgang ist ein täglich neu herbeigesehntes Ereignis. Heimlich, ohne daß sein Doktorchen es weiß, macht sich der Kranke eigenhändig Darmeinläufe. Fast ein Dutzend Pillen pro Tag sind ihm von Morell für den trägen Darm verordnet, doch das reicht nicht. Hintenrum, über den Diener, besorgt sich Hitler weitere Präparate.

“Ich bin nicht krank”, verkündet er offiziell. Auch: “Ich war nie krank.” Mehr noch: “Ich darf nicht krank werden!” Dabei vergeht, seit der Krieg für Deutschland verloren ist, kaum ein Tag ohne Konsultation seines Leibarztes, den Hermann Göring boshaft “Reichsspritzenmeister” nennt. Morell hat bei Hitler so oft zugestochen, daß der kaum noch eine durchgängige Vene hat. Doch der Führer nimmt ihm das nicht übel. Er bewahrt seinem Leibarzt die Treue bis zum bitteren Ende, neun Jahre lang, von 1936 bis 1945.“
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14357301.html

Linus Februar 9, 2013 um 12:16
Keynesianer Februar 9, 2013 um 13:43

@Carlos Manoso

Today’s New York Times has a reminder of the damage the crisis has done to the economy, and, more importantly, to enduring attitudes towards opportunity. The article summarizes the results of a survey conducted by Rutgers University.

The main thrust of the article is that this crisis was both deep and broad enough to involve almost eighty percent of the population in one way or another. Unemployment and its awful effects were that widely felt. People’s lives were often ruined permanently. The entire trajectory of some people’s lives will be changed forever. The damage is incredible. The downdraft from Wall Street’s extraordinary greed driven stupidity caught almost all Americans and has left enormous psychological as well as material scars.
http://rwer.wordpress.com/2013/02/07/in-not-of/

Und die “Marxisten” waren willige Helfer bei allen Krisen seit 1929-33!

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