Brüsseler Irrsinn für Zypern

by f.luebberding on 16. März 2013

Man muss sich EU-Gipfel nicht als rationale Veranstaltung vorstellen. Etwa dass dort die Frage nach einem sinnvollen Währungsmanagement der Eurozone oder nach einem adäquten Lastenausgleich der Folgen der europäischen Krise geklärt würde. Vielmehr sucht man in Brüssel nach Kompromissen, die den innenpolitischen Erwartungen in den jeweiligen Heimatländern entsprechen. Nun sind diese Konflikte in den kleinen Staaten von relativ geringer Bedeutung. An Malta oder selbst den Niederlanden wird nichts scheitern. Relevant ist aber Deutschland. Dort sitzt nämlich eine Bundeskanzlerin, die eines nicht will: Die deutsche Öffentlichkeit aus ihrem währungs- und geldpolitischen Dämmerzustand zu wecken. Nur deshalb kam man gestern Nacht in Brüssel im Fall Zypern auf einen “Kompromiss”, der der Eurozone das Genick brechen könnte.

Zypern ist ohne Zweifel eine Steuer- und Schwarzgeldoase für böse Buben aus allen möglichen Ländern. Dabei werden aktuell vor allem Russland und Großbritannien genannt. Der Zusammenbruch des zypriotischen Bankensektors hat aber andere Gründe, die vor allem mit der engen Verflechtung mit dem früher so genannten “griechischen Mutterland” zusammenhängen. Vor allem die beiden Haircuts im Kontext der Rettungsaktionen für Griechenland mussten Zypern zwangsläufig treffen. Dieser Zwerg im Mittelmeer mag nun ein Refugium für böse Buben sein. Das ändert aber nichts daran, dass bezüglich der politischen Erwartungen an das europäische Währungsmanagement die gleichen Erwartungen formuliert werden müssen, die ansonsten internationaler Standard sind. Etwa nicht einfach über Nacht obskure Beschlüsse zu fassen. Nur hat Frau Merkel in Deutschland ein Problem mit deutschen Standards. Von ganz rechts bis ganz links interessiert man sich bei uns einen Was-auch-immer darum, wie Finanzmärkte funktionieren. Wer in Deutschland Zyperns Banken “retten” will (sprich Währungsmanagement betreiben), gilt als ein Freund russischer Oligarchen oder anderer böser Buben. Zwar wird in Deutschland niemand daran gehindert, endlich eine “Tobin Tax” oder etwa eine Vermögensteuer einzuführen. Man könnte sogar die Finanzmärkte reregulieren. Aber anstatt sich mit solchen heiklen Problemen auseinanderzusetzen, moralisiert man bei uns lieber über böse Buben, böse Banker oder böse Oligarchen. Das bedeutet für Frau Merkel in Brüssel eines: In Zypern jedes Währungsmanagement unter die Prämisse einer symbolischen Beteiligung böser Buben zu stellen. Wie gesagt: Darunter versteht man russische Oligarchen und ähnlich sympathische Zeitgenossen. Das hat zwar weder etwas mit einem sinnvollen Management der Eurozone zu tun, noch mit einer gerechten Lastenverteilung in Europa, aber dafür sehr viel mit den Befindlichkeiten der deutschen Innenpolitik.

Das ist das einzige Motiv der deutschen Europapolitik: Welche Folgen hat sie für die deutsche Innenpolitik? Ansonsten wird sie jeden Politikansatz in Brüssel blockieren. Also findet man in Brüssel heute Nacht den bekannten Kompromiss. Der ist zwar in seinen Wirkungen völlig idiotisch. Aber wen stört das schon, wenn man dafür ungestört seine Ressentiments ausleben kann? Brüssel hat es nämlich fertig gebracht über Nacht jede Form der Rechtssicherheit auszuhebeln. Plötzlich ist jeder Sparer in Zypern mit der Begründung, er sei ein russischer Oligarch, praktisch enteignet worden. Per Federstrich in einer kalten Winternacht in Brüssel.

Um das klar zu sagen: Meinetwegen kann Frau Merkel in Europa das Bankensystem Pleite gehen lassen. Alle möglichen Leute sind ja ganz versessen darauf. Sie kann Kindern gerne ihre Bankeinlagen mit der Begründung spekulativer Umtriebe wegnehmen. Warum nicht? Man hätte sogar Zypern Pleite gehen lassen können. Der Vertrauensverlust hätte nämlich kaum größer sein können als heute Nachmittag.

Denn mir soll man einmal erklären, warum jemand in der Eurozone noch einen müden Dollar investieren soll? Wenn er nämlich damit zu rechnen hat, dass man Freitag Nacht in Brüssel Bankeinlagen einfach so um 10 % entwerten kann? Und das nur aus dem Grund, weil die Deutschen ihre Ressentiments gegenüber den bösen Finanzmärkten ausleben wollen. Und die Bundeskanzlerin eben nichts Besseres zu tun hat als diese pünktlich zu bedienen. Aber immerhin: Die Bundesregierung hat den Oligarchen jetzt eine Harke aus dem deutschen Schrebergarten gezeigt. In Russland zittern sie sicherlich schon wie Espenlaub.

{ 121 comments }

Stephan März 16, 2013 um 16:59

Ich bin allerdings ein bisschen skeptisch ob dieser Beschluss wirklich gestern sehr spät in der Nacht in Brüssel so einfach vom Himmel gefallen ist? Die zypriotische Notenbank und die Geschäftsbanken sind alle heute um 02:00 aufgewacht und haben ihre Banken-SW umprogrammiert? Und ganz zufällig sind am Montag auch noch alle Banken geschlossen?

f.luebberding f.luebberding März 16, 2013 um 17:03

Stephan

Das kann schon sein, dass sie dafür einen Tag länger brauchten … . Der Witz ist aber, dass solche Brüsseler Kompromisse nichts mit dem zu tun haben, was noch in den Kontext einer sinnvollen Debatte passen würde.

h.huett März 16, 2013 um 17:08

Stephan

Die Rezepte und Abläufe sind doch alle bekannt, seitdem Krugman 2009 das erste mal angekündigt hatte, in Deckung zu gehen.

Linus März 16, 2013 um 17:09

DAS Signal an alle Europäer, ihre Konten leerzuräumen.

Stephan März 16, 2013 um 17:19

@FL
“Kompromiss” ist ein netter Euphemismus. Wenn ich via Google Translator lese was Herr Anastasiades den Zyprioten mitteilen wird, dann klingt das eher nach einem unwiderstehlichen Angebot von Seiten der EZB, der EU und der Bundesregierung: Nice economy you got, be a shame if something happened to it …

Eric B. März 16, 2013 um 17:22

Schön geschrieben, gut getroffen. Allerdings geht es nicht nur um Ressentiments. Der Fall liegt anders, weil Berlin einen BND-Bericht offenbar gezielt geleakt hat, um einen fertigen Bailout-Plan für Zypern zu stoppen. Das war im November. Danach musste alles nochmal komplett neu verhandelt werden, diesmal unter Druck der SPD, die sich in anti-russischem Populismus durch niemanden überbieten lassen wollte und am Ende garantiert wieder einknickt. Vier Monate später die Pointe: das BND-Dossier ist leer,Berlin hat keine Beweise für Geldwäsche. Das durfte Finanzstaatssekretär Kampeter zwei Tage vor der Brüsseler Nachtsitzung bekanntgeben. Natürlich ist die Presse darauf kaum eingegangen, da wäre ja der ganze schöne Plot kaputt. Für mich stinkt das zum Himmel. Es ist kein Brüsseler, sondern ein Berliner Irrsinn! http://lostineu.eu/bewusste-irrefuhrung/

f.luebberding f.luebberding März 16, 2013 um 17:27

Bonse

Das in Berlin die Verantwortlichen sitzen, sollte deutlich geworden sein. Ändert aber nichts daran, dass in Brüssel der Kompromiss ausgehandelt wurde … .

Eric B. März 16, 2013 um 17:29

Luebberding
Glaub ich nicht. Deal wurde vorab in Berlin mit der SPD angedacht, dann mit Den Haag und Helsiniki abgestimmt. Brüssel ist nur noch Fassade. Selbst der IWF hat nichts mehr zu melden – der wollte nämlich einen Haircut…

keiner März 16, 2013 um 17:30

“Wenn er nämlich damit zu rechnen hat, dass man Freitag Nacht in Brüssel Bankeinlagen einfach so um 10 % entwerten kann?”

10% ist doch fast geschenkt, man Lübber, bring doch mal Argumente und nicht nur solchen fluffigen Stuss. So werden die Sparer auch in D darauf vorbereitet, was nach der Wahl kommt (wenn sie sich solange über die Runden retten kann, im wahrsten Sinn des Wortes). Die Kaltmamselle der Banken rettet BANKEN, nicht Sparer, die sind nicht systemrelevant.

Spareinlagen werde nicht mehr garantiert, das ist doch eine hübsche Ansage für die Zukunft. Wünschte mir, die Botschaft käme in den verkästen deutschen Mittelschichtgehirnen mal langsam an. Vorher noch schnell die europäischen schnellen Eingreiftruppen der Polizei aufstocken, ma sagen…

1001 März 16, 2013 um 17:34

Ein schönes Märchen.
Sowas könnte doch serienmäßig gestaltet werden. Gib Dir Mühe Frank.

Q. März 16, 2013 um 17:49

@FL

der Irrsinn ist schon richtig beschrieben.

Nur dann …. immer wieder, immer wieder …. Dein berüchtigter Knick in der Optik:
Ursache — DEUTSCHES Ressentiment?

Das Spiel läuft aber anders. “Beteiligung des privaten Sektors” klingt ja schön, aber es ist eben ein “feiner” und keineswegs klitzekleiner Unterschied, ob Bankkunden oder eben Eigentümer und deren Kreditgeber “beteiligt” werden.

Wer profitiert von der Euro-Rettung?
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/eurokrise-staatsgeheimnis-bankenrettung/7826402.html
und der sehenswerte Film dazu:
http://www.youtube.com/watch?v=HeLX0C5lb24

Und weil das immer mehr Menschen (übrigens unabhängig ihrer Nationalität) verstehen — außer offenbar den Sozialdemokraten, wird die zyprische Lösung im deutschen Wahlkampf auch keineswegs (wie unterstellt) Merkel nutzen, sondern eher der AfD.

Q. März 16, 2013 um 17:56

…. höre gerade: in Zypern geht es in der Tat strikt nach Bankkonto.
Also: wer gerade verschuldet ist, aber zufällig auf einem anderen Konto Guthaben (evt. zur Bedienung des Kredits), der wird trotzdem rasiert!

Was ist in den Brüsseler Gehirnen nur vorgegangen?

Thomas März 16, 2013 um 17:58

Die Alternativen waren doch folgende:
1. EWU-Länder geben Zypern Kredit zur Rekapitalisierung der Banken. Damit wäre Zypern aber zahlungsunfähig geworden. Also hätten Transfers geleistet werden müssen.
2. Oder man hätte die Staatsschulden restrukturiert. In diesem Fall hätte das wenig gebracht , da die Staatsschulden vornehmlich von den eigenen Banken gehalten werden.
3. Beteiligung der Gläubiger der Banken. Das ist nun passiert.

Natürlich werden in Brüssel Kompromisse mit Blick auf die politische Stimmung in den Mitgliedsländern getroffen. Und die großen Länder haben ein besonderes Gewicht. So weit, so unspektakulär. Aber in diesem Fall ist das Ergebnis doch gar nicht so schlecht.

Ich sehe zwei Kernprobleme. Gerechtigkeit a) Ist es gerecht, alle Einlagen (auch unter 100.000€) einzubeziehen? Dafür aber beispielsweise Anleihegläubiger nicht?
Praktische Umsetzung: Rechtsrisiken, Parlamentsbeschluss etc.
Thomas

keiner März 16, 2013 um 17:58

“Um einem Bankenrun zuvorzukommen, wurden die entsprechenden Beträge auf allen Konten in der Nacht eingefroren. Der zyprische Rundfunk berichtete, die Kunden könnten selbstverständlich Geld am Automaten abheben, aber nicht den Betrag, der der Sonderabgabe für ihre Einlagen entspreche.”

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/nach-rettungsbeschluss-der-spd-geht-die-zypern-hilfe-nicht-weit-genug-12116986.html

Ist doch hübsch, was Bankensoftware auf Knopfdruck in Brüssel heute alles kann! Ich ziehe meinen Hut. :D

"ruby" März 16, 2013 um 18:09

24 Stunden zur Entscheidungsfindung

http://www.youtube.com/watch?v=08_0sC-ksyM

Wenn Du das hörst, weisst Du, wie das Stimmvieh im Bundestag von den Parteibonzen getrieben werden wird.
Dramatiker werden die Wochen bestimmen .
Wir werden dieses Lügenfuzzy in den Abgrund stabilisieren. ;-)
ASmussen – bitte melde Dich !
Deutschland sucht Deine Heilungskunst.
Wer holt sein Geld am Montag vom Konto?
Habt ihr schon Angst genug in der Schlange stehend nicht mehr an eure Kohle zu kommen?
Schisser und Kapitalflüchtige verpisst euch keiner vermisst euch…

"ruby" März 16, 2013 um 18:25

550.000 Zyprioties sind doch absolut systemrelevant.
10 Milliarden für diese Steuersätze sind doch herrlich – schönes Rechenspiel – Monopoly für Loserzocker .
Merkel und Steinbrück – systemrelevant für Deutschland – einfach unersetzlich .

Gefängnisaufenthalt:

Es gibt genau drei Gründe, wegen denen man bei Monopoly ins Gefängnis muss. Erstens, wenn man auf das Feld „Gehe in das Gefängnis“ kommt. Die zweite Möglichkeit ist, die Karte „Gehe in das Gefängnis zu ziehen“ und schlussendlich, wenn man dreimal hintereinander einen Pasch wirft, wie weiter oben schon erwähnt wurde. Nebenbei erhält ein Spieler, der auf seinem Weg ins Gefängnis über „LOS“ kommt kein Gehalt. Dadurch wird sein Zug beendet und selbst bei einem Pasch darf er nicht noch einmal würfeln.

Gleichzeitig kommt man bei Monopoly auf 4 Arten aus dem Gefängnis frei. Erstens kann man einfach eine Geldstrafe von 50€ bezahlen bevor man würfelt. Man hat jede gefangene Runde die Pflicht zu würfeln, bei Pasch kommt man frei und muss sofort die Augenzahl ziehen. Bei betreten eines fremden Grundstückes bezahlt man natürlich Miete. Außerdem kann man die Karte „Du kommst aus dem Gefängnis frei“ benutzen. Oder man kauft die Karte von einem Gegenspieler und benützt sie anschließend. Sollte ein Spieler nach dreimaligem Wurf noch keinen Pasch haben, muss er die Geldstrafe von 50€ bezahlen und kommt frei. Sprich man befindet sich höchsten drei Runden im Kittchen. Wenn man bei Monopoly im Gefängnis sitzt, ist es keineswegs unmöglich seinen geschäftlichen Tätigkeiten nachzugehen. Man kann Grundstücke von anderen Spielern erwerben und diese auch an selbige verkaufen, man kann Miete kassieren und man kann Häuser und Hotels errichten. Wenn man durch einen Wurf auf das Gefängnisfeld gelangt, ist man keineswegs ein Gefangener bei Monopoly, sondern nur zu Besuch. Das Gefängnisfeld sollte nicht mit dem Feld „Gehe ins Gefängnis“ verwechselt werden. Das sind bei Monopoly zwei unterschiedliche Felder.

Schatten März 16, 2013 um 18:42

Der Punkt ist eigentlich, dass es auch auf Zypern eine Einlagensicherung gibt, die jetzt per Zwangsabgabe ausgehebelt wird.

Und damit trifft es auch die kleinen Leute, wenn auch wohl mit weniger als 10 Prozent.

Was ist daran irritierend?

A) Die Selbstverständlichkeit mit der die EU-Demokraten zu Enteignungen greifen.

B) Die Selbstverständlichkeit mit der @Luebberding via Mutti Merkel die Deutschen Wähler dafür verantwortlich macht – ich meine, wenn es nach dem deutschen Pöbel ginge, gäbe es doch gar keinen Euro!

"ruby" März 16, 2013 um 18:49
"ruby" März 16, 2013 um 18:58

Cha Cha 2013
http://www.youtube.com/watch?v=MzlKdYBotng
Hier ist der Fluchtpunkt für JC Juncker und Company ;-)

Stephan März 16, 2013 um 19:06

@FL
Nur von wegen der “bösen Buben”. Laut dem Baseler AML Index ist Zypern im Vergleich zu Deutschland ja ein ganz schlechtes Pflaster für die Geldwäsche.

DE #68 5.80 und CY #114 4.93

Keynesianer März 16, 2013 um 19:07

@f-luebberding:

Und das nur aus dem Grund, weil die Deutschen ihre Ressentiments gegenüber den bösen Finanzmärkten ausleben wollen. Und die Bundeskanzlerin eben nichts Besseres zu tun hat als diese pünktlich zu bedienen.

Er macht das gut. Wichtig ist, dass zum Schluss die Nazi-Deutschen alle Schuld daran haben, dass es den Euro zerlegt. Vorher wird das Unglücks-Merkel der Deutschen noch zur SUPER-MUTTI hochstilisiert, die alle Banken und Finanzmärkte und Eurostaaten um die Bedingungen für ihre Rettung von Staaten und Banken zittern lässt.

Zahlen muss Deutschland und alle Schuld an dem mit diesen Methoden absehbaren Zusammenbruch des Euro tragen. So ist das Spiel geplant und das Merkel und die Journaille kennen ihre Rolle.

Jeanne Mas März 16, 2013 um 19:13

Habt ihr irgendetwas anderes erwartet?

Was wären die Alternativen?

Zwangsschuldschreibung in die Grundbüchämter (trifft die mit Immobilenbesitz)

Zusammenlage aller sozialen Sicherungsträger nationaler Staaten in der EU in einen gemeinsamen EU Topf (die Renten sind sicher)

Steuerumlage und Wirtschaftsministerium auf EU Ebene (ist im entstehen)

Solidaritätszuschlag II

Agenda 2020.

Agenda 2030.

Keynesianer März 16, 2013 um 19:37

@Jeanne Mas

Das ist alles schon vorbereitet:

Die Zwangsschuldverschreibung in die Grundbücher kommt zuletzt und vermutlich nur für die Nazi-Deutschen, die wieder an allem schuldig sind. Vorher zerlegt es den Euro und Deutschland muss zahlen.

Die Zusammenlegung aller sozialen Sicherungsträger un d die Vereinheitlichung der sozialen Sicherung auf dem Niveau von Rumänien ist vermutlich der nächste Schritt.

Die Steuerunion kommt als Transferunion so bald wie möglich. Zusammen mit einer Agenda 2020/2030. Es wird also möglichst viel Geld eingesammelt, das dann bevorzugt zur Bankenrettung, Klimarettung etc. in den Taschen der Mafia verschwindet.

Wallstreet und die CoL haben sicher schon die Top-AAA gerateten Anlagen für die Fluchtgelder aus dem Euro vorbereitet. Da darf der Euro nicht gleich wertlos werden, sondern die Deutschen sorgen mit ihren Exportüberschüssen, dass es für das in USA und GB einlaufende Geld aus Europa auch was gescheites zu kaufen gibt.

Dafür wird der deutsche Michel bis 70 schuften müssen und natürlich für möglichst wenig Lohn und Rente. Schröder, Fischer und der Agenda-P€€R reiben sich schon die Hände und denken an ihren Reibach als Lohn für den Erfolg ihrer Politik.

Jeanne Mas März 16, 2013 um 20:06

Die Deutschen mit ihrem Gehorsam und ihrer Sparsamkeit (schuften ist geil-Mentalität) sind okay, meine ich. Das Problem ist nur, dass wir in diesem Land zu wenig kreativ sind auf diese Krise zu reagieren. Ausser Schuften und Um-Verteilen (an die Banken) fällt uns nichts weiteres ein. Das Kapital Europas sind ABER seine Mensnchen und die Vielfalt. Zurzeit klammern sich alle an die Salden-Mechanik. Den Menschen ist das Ausmaß dieser Krise noch gar nicht bewusst. In Brüssel haben bereits die ersten der Kader-Beamten erkannt, dass es zu Rauch und Unruhen kommen könnte. Alles wird daran gesetzt, eine Panik zu vermeiden. Es werden dringend ein paar politische Themen gesucht, die von der Krise ablenken!

Keynesianer März 16, 2013 um 20:18

Die Krise in Zypern ist anscheinend die Folge der Haircuts in GR. Mir kam das ja gleich komisch vor, welche Leute wie WGN damals sofort für Haircuts plädiert haben.

Dabei sind Griechenland wie Zypern reich an Bodenschätzen, aber dnen wird die Krise künstlich geschürt, um diesGasfelder und Ölquellen möglichst schnell an internationale “Investoren” auszuverkaufen, so dass die Bürger dieser Länder außer Schulden nichts davon nhaben werden und die Nazi-Deutschen wieder an allem Übel die Schuld haben, wie die gleichgeschalteten Massenmedien herumplärren werden.

Der einzige Ausweg aus der gezielt durch die Agendapolitik der SPD und der GRÜNEN angerichteten Euro-Krise sind steigende Löhne in Deutschland, bis D zum Importweltmeister wird und so alle anderen Länder ihre Schulden zahlen können durch Exportüberschüsse nach D und Einnahmen von Urlaubern und Rentnern aus Deutschland.

Die Griechen und Spanier etc. können leider gar nichts machen, nur wir hier. Wir müssen sofort für gewaltig steigende Löhne und Sozialleistungen sorgen und mindestens den Gegenwert der Produktion der deutschen Wirtschaft hier im Land auch konsumieren.

Konsum wird Pflicht!

Die Alternative wäre eben wie oben.

Eagon März 16, 2013 um 20:19

Die Deutschen haben kein Ressentiment gegen Sparer!

Sie sind selber leidenschaftliche Sparer.

In dem Beitrag kommt viel zu kurz, dass die fehlgeschlagene Griechenlandrettung nur der erste Dominostein war.

Politisch läßt sich die Angst der deutschen Sparer vortrefflich nutzen!

Da sind 10 Agenden durchsetzbar!

Keynesianer März 16, 2013 um 20:21

Der Matt hat es damals sofort kapiert und gefordert, dass alle Bürger hier einen Gutschein über mindestens 1.000 Euro für einen Urlaub in GR bekommen sollten, statt das Geld direkt an die Bankster zu zahlen.

Jeanne Mas März 16, 2013 um 20:22

ja, aber bitte monatlich. :-)

Eagon März 16, 2013 um 20:23

@Keynsianer

Die deutschen Sparer werden nicht beginnen zu konsumieren.

Sie werden beginnen ihre Euro-Konten zu räumen, und amerikanische , … Wertpapierkonten zu führen beginnen.

Nutzt der Exportwirtschaft und besonders den Boni.

Jeanne Mas März 16, 2013 um 20:24

… und im Gegenzug geben wir den Griechen auch eine Scheck und die können hierher kommen und unser Land aus einer anderen Perspektive und nicht als Sklave und Tellerwäsche kennenlernen.

(Bin jetzt wieder off-line)

Mach’s gut!

Keynesianer März 16, 2013 um 20:24

@Eagon

Die depperten Sparer sind seit 40 Jahren das Problem.

Die haben doch dem Paul Volcker und unserem Pöhl und später Schlesinger und INSM-Tietmeyer zugejubelt, wenn die Bundesbank und die FED wieder mit Hochzinspolitik Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit inszeniert haben “um die Inflationsgefahren zu bekämpfen”.

Eagon März 16, 2013 um 20:29

@Keynsianer

Die anderen Mitgliedländer des Euroverbundes sollten Deutschland aus einem gemeinsamen grossen ABSATZMARKT einfach mal ausschliessen.

Deutschland hat sich isoliert.

Und soll die Konsequenzen dieser Politik tragen.

“Jeder kehre vor seiner Tür.”

“Wir kehren Deutschland gemeinsam von UNSEREM Marktplatz. Weil mit euch ein fairer Handel nicht möglich ist.”

Keynesianer März 16, 2013 um 20:38

@Eagon

Der Ausschluss von D aus dem Absatzmarkt im Euro-Raum ist eben mit dem Euro nicht mehr möglich.

Das haben die Drahtzieher der Agendapolitik vor über 10 Jahren schon erkannt und darum ganz speziell in Deutschland die Kampagne für Sozialabbau, Rentenkürzung und Lohndumping gestartet.

Der deutsche Rentner kann sich heute keinen Urlaub in GR mehr leisten, höchstens noch in Bulgarien oder der Türkei.

Die Agendapolitik von SPD und GRÜNEN war der gezielt geplante Sprengsatz für die Währungsunion. Das haben natürlich nicht der Schröder und der Fischer ausgekungelt, sondern deren Auftraggeber und späteren Geldgeber.

Wir müssen heute kapieren, dass jeder Exportüberschuss aus Deutschland nicht nur verschenkt ist, sondern die Arbeiter und Rentner dafür noch einmal auf dem Weg der Schuldenrettung zu bezahlen haben werden.

Und es gibt nur einen Ausweg aus der Eurokrise:

Rauf mit den Löhnen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland müssen ohne Lohn- und Sozialdumping über eine deflationäre Depression wettbewerbsfähig werden.

Nur Lohnerhöhungen und Konsumsteigerungen in Deutschland können weiteres Elend in den Krisenländern verhindern!

Carlos Manoso März 16, 2013 um 20:39

@Eagon März 16, 2013 um 20:23
„Die deutschen Sparer werden nicht beginnen zu konsumieren.
Sie werden beginnen ihre Euro-Konten zu räumen, und amerikanische , … Wertpapierkonten zu führen beginnen.“

Eagon, man sollte sich nicht zu sehr auf „Deutschland“ und „Zypern“ konzentrieren. In den USA hat der dortige Einlagensicherungsfonds (Federal Deposit Insurance Corporation) schon im Jahr 2012 verlauten lassen, dass ab 1. Januar 2013 Guthaben auf Girokonten nur noch bis zu einer Garantiegrenze von 250.000 USD für die Gesamtheit der US-Guthaben pro Person garantiert sind. Damit waren auf einen Schlag 1.400 Mrd. USD Bankeneinlagen im Fall von Bankinsolvenzen nicht mehr staatlich garantiert.

Stephan März 16, 2013 um 21:36

Und Herr @CarlosManoso. Wie hoch war die Einlagensicherung vorher? Abgesehen von der löblichen temporären Ausnahme Dank des Dodd-Frank Act.

someone März 16, 2013 um 21:37

@ Hr. Bonse: Ich glaube nicht, dass der IWF die Einlagenrasur als größeres Problem betrachtet. Immerhin ist der Thomsen immer noch für Europa zuständig und diese Zeilen lassen eher auf eine große Sympathie für Heranziehung der Bankengläubiger bei einem großen Bankensektor schließen:
http://blog-imfdirect.imf.org/2011/10/26/how-iceland-recovered-from-its-near-death-experience/
Außerdem hat der EFTA-Gerichtshof vor ein paar Wochen bei Icesave gesagt, dass dies ok sei. Damit hat man das Go!

Keynesianer März 16, 2013 um 21:54

@someone

Island ist eine ganz andere Geschichte. Die haben einmal gleich als erste Maßnahme die Banken ohne Rettung bankrottieren lassen.

Im Euro-Raum würde die Einlagenrasur in einem Land zur Kapitalflucht führen. Das Ergebnis wären höhere Zinsen. Der IWF wird sicher jede Idee fördern, die bei der Sprengung der Währungsunion und der Verschärfung der angeblichen Schuldenkrise helfen kann.

Das geht beim IWF bis hin zur aktiven Förderung von IMF-Riots, also der Unruhen als Folge der Sparmaßnahmen und Privatisierungen. Das hatte ich kürzlich hier ja gebracht. Wenn es der IWF unterstützt, ist ganz sicher das Gegenteil richtig.

Warum fordert fast niemand Lohnerhöhungen in Deutschland?

"ruby" März 16, 2013 um 21:58

@ Jeanne Mas

“Das Kapital Europas sind ABER seine Mensnchen und die Vielfalt. Zurzeit klammern sich alle an die Salden-Mechanik. Den Menschen ist das Ausmaß dieser Krise noch gar nicht bewusst. ”

Da liegst Du etwas zurück. Die ausgebildeten Jüngeren haben viel mehr Checko als die Virtual Wealth Holder ihnen zu billigen ;-)
Die, die das realisiert haben, haben sich bereits in sichere Anlagen, reale Güter und von der Bildfläche verabschiedet.
Die Restpolitiker sind nur noch Marinetten der Master of Puppets – Metallica – hatte ich bereits gepostet!

Schäuble hat die Nachosterzeit zur Abstimmung gewählt, um die gläubigen Altbüttel einzukassieren …

Motto der MSM wird verschweigen, vermeiden, verstecken usw. werden. Es wird nur nicht gegen die Wirklichkeit und die Perzeption der neuen Leitungsgenerationen helfen ;-)

"ruby" März 16, 2013 um 22:12

Wo werden die Zahlungsströme der 10 Milliarden € Hilfe und die 5,78 € Einkassierungen von den Restkontobesitzern enden?
Transparenz ist gefragt – das Bundesverfassungsgericht hat noch ein Urteil offen!
Auch in den Zentralbanken gibt es Sachverständige, Nüchterne, Realisten, die die Wirkungen der Zahlungsverschiebungen offenlegen werden.
Bis September sollte alles aufgeklärt sein. So ein Auftritt mit Angela und Peer bräuchte nicht wieder reloaded werden – unendliche Weiten.

someone März 16, 2013 um 22:16

@keynesianer:
Ich betrachte Island als recht ähnlich.
Und klar, man wird Kapitalverkehrskontrollen einführen und aufrecht erhalten müssen. (Unserem Spezielexperten Steinbrück ist das wahrscheinlich nicht bewusst, bevor ihn jemand bei einem Pinot Grigio, falls dieser teuer genug ist, darüber aufklärt.)

Also das absolute Feindbild IWF teile ich nicht. Er hat in Lateinamerika eine sehr schlimme Rolle gespielt, aber in Europa hat er Sachen toleriert, die ihm sonst überall um die Ohren gehauen worden wären. Siehe einfach die “Erkenntnis”, dass staatliche Konjunkturprogramme seiner Ansicht nach nun anscheinend doch wieder nützen. Das sind einfach politische Vorgaben, die umgesetzt werden. Sich über den IWF an sich aufzuregen, ist ähnlich sinnvoll wie sich über Ministerialbürokratie aufzuregen. Der politische Wille der Anteilshaber und ihrer Stimmgewichte zählt. Und man hat derzeit noch eine Mehrheit für Kapitalismus, auch wenn der Washingtonkonsens schon aufgeweicht wurde.
Nebenbei angemerkt, du hast schon einen recht einfachen Begriff von Keynesianismus. Erinnert mich an Fuentes.

Jeanne Mas März 16, 2013 um 22:20

>Da liegst Du etwas zurück.

Kann sein. Hab’ kein Fernehen. Da erschliesst mir der Zeitgeist nur über dieses Blog und über das, was ich am Arbeitsplatz, in der U-Bahn etc. von den Anderen erfahre.

>Die Restpolitiker sind nur noch Marinetten der Master of Puppets – Metallica – hatte ich bereits gepostet!

Klar. Vor dem Knall haben sich die Schlaueren schon mal in Deckung gebracht. Marie-Antoinette und ihren Gatten (in der Concièrgerie) hatte ich vormals schon gepostet. Wer zu spät kommt bestraft das Leben. Mein Rat an die Politiker (da draussen). Bei dem, was ihr heute beschliest, denkt schon mal dran, wie ihr das später (unter anderem Vorzeichen) rechtfertigt.

Die Titanic sinkt und im oberen Deck beschweren sich einige, wo das Personal ist. Die Situation haben die noch nicht gecheckt. Man hätte ja auch mal aus dem Fenster schauen können…. :-)

kassberg März 16, 2013 um 22:23

Für Zyprioten soll es Aktien im Gegenwert des Schnittes geben, sagt der Finanzminister Sarris (ft.com) . Darüber hätte ich gern mal was in deutschsprachigen Medien gehört , aber Fehlanzeige.

Ob die zypriotischen Rentner als Aktionäre zwangsrekrutiert werden wollen, ist eine ganz andere Frage.

Super März 16, 2013 um 22:35

Das ist doch Super. Man nimmt viel vom Kapital der Unter- und Mittelschicht, ein ganz klein wenig von der Oberschicht, und gibt es den Banken (vor allem den Deutschen und Französischen!!! Das traut sich hier keiner zu sagen).
Das ist ja Mal eine Gerechtigkeit.
Jetzt hat endlich jeder Begriffen, was hier abläuft, und ich hoffe inständigst, dass jetzt alle zumindest in den Krisenländer Ihre Bankkonten leerräumen. Dann bricht endlich dieses elende Kartenhaus zusammen, und wir können endlich einen Neustart machen, mit einem Finanzsystem, welches nicht dieses immanente Grundproblem in seiner Struktur hat, dass es immer wieder an die Wand fahren muss. Einfach Mal den Banken das Geldschöpfungsmonopol wieder wegnehmen, und zurück an den Staat damit, wo es hingehört.

Marc März 16, 2013 um 22:46

@someone

Immerhin ist der Thomsen immer noch für Europa zuständig und diese Zeilen lassen eher auf eine große Sympathie für Heranziehung der Bankengläubiger bei einem großen Bankensektor schließen

Der zypriotische Bankensektor ist aber für seine Währung, den Euro, IRRELEVANT. Wir können nicht mehr einfach jedes Krisenland isoliert betrachten, wir haben eine Währungsunion! Es ist unglaublich, aber diese einfache Tatsache ist für viele eine Überforderung zu sein.
Man enteignet doch nicht einfach nur Zyprioten, sondern einen Teil der Bürger der Euro-Länder. Aus dieser Perspektive ist die “Rettung” purer Irrsinn.

Andreas Kreuz März 16, 2013 um 22:52

… auf einen “Kompromiss”, der der Eurozone das Genick brechen könnte.

Ich fürchte, selbst dazu reichen die Kenntnisse in den Grundrechenarten beim Plebs nicht aus. )-:

"ruby" März 16, 2013 um 22:56

Gute Nacht mit etwas isländischer Kälte und einigen Vynilkratzern
http://www.youtube.com/watch?v=shZn0_e679U
get the bass beat – wenn der im Auto schlägt denkst Du die Heckklappe schnappt zu ;-)
Leinen los !

Herman März 16, 2013 um 23:05

@Marc

Der zypriotische Bankensektor ist aber für seine Währung, den Euro, IRRELEVANT.

Wenn es irrevelant ist, warum wurde es dann gerettet?

someone März 16, 2013 um 23:11

@Marc:
“Der zypriotische Bankensektor ist aber für seine Währung, den Euro, IRRELEVANT. ”

Bestreite ich nicht.

“Wir können nicht mehr einfach jedes Krisenland isoliert betrachten, wir haben eine Währungsunion! Es ist unglaublich, aber diese einfache Tatsache ist für viele eine Überforderung zu sein.”

Das ist wahr, aber damit kommen wir zum Kern der sogenannten Eurokrise. Es ist eine Institutionenkrise. Man trieb die wirtschaftliche Verflechtung immer weiter voran, ohne auf anderen Gebieten nachzuziehen, in der Hoffnung dass uns der freie Markt alle reich und glücklich macht. Ohne dass es Verlierer gibt.
Dies scheint nunmal nicht mehr so richtig zu funktionieren. Nur die nächsten Schritte sind recht zäh:

Ich persönlich hätte kein Problem damit eine europäische Sozialversicherung einzuführen, die jedem vielleicht 500,- € im Monat garantiert. Das mag sich für deutsche Ohren aus zweierlei Richtung pervers anhören, indem es zu wenig ist, um davon leben zu können bzw. dass man doch nicht für alles zahlen kann. Aber auf irgendwie sowas muss es hinauslaufen, auch wenn sich Berlin, Paris, Den Haag und Rom aus reinem Eigeninteresse gegen weitere Verlagerungen nach Brüssel wehren.
Nur so etwas dauert seine Zeit. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, Chinas Einigung war nicht wirklich friedlich, die deutsche Zollunion brauchte auch, die amerikanische Union ist auch nicht einfach vom Himmel gefallen.

“Man enteignet doch nicht einfach nur Zyprioten, sondern einen Teil der Bürger der Euro-Länder.”

Also warum man gegen diese neu geschaffene EU-Richtlinie der Einlagensicheung verstoßen musste, ist mir auch nicht ganz klar. Wobei ich die kleine Eigenbeteiligung der alten Richtlinie eigentlich recht angemessen fand und ihre Abschaffung ablehnte und im Prinzip immer noch ablehne, aber diese adhoc Maßnahmen sind wirklich Irrsinn.

Dipfele März 16, 2013 um 23:16
Marc März 16, 2013 um 23:24

@someone

Die nächsten Schritte brauchen zu wertvolle Zutaten, die Europa nicht mehr hat: Vertrauen und Zeit.

Ich sehe nicht primär eine Institutionenkrise, sondern eine falsch konzipierte Währungsunion. Der No-Bailout funktioniert einfach nicht. Entweder man geht eine Gemeinschaft ein und haftet füreinander oder man geht getrennte Wege. Aber eine Gemeinschaft einzugehen ohne die geringste Haftung füreinander ist sinnfremd. An diesem Widerspruch scheitert die Währungsunion gerade.

Herman März 16, 2013 um 23:34

>>Aber eine Gemeinschaft einzugehen ohne die geringste Haftung füreinander ist sinnfremd. An diesem Widerspruch scheitert die Währungsunion gerade.

Schwachsinn. Wieviele Unternehmen gehen jährlich pleite ohne dass ein anderes hierfür einspringt. Wenn Du pleite bist, wieso ist das mein Problem? Die EU war von Beginn als No-Bail-Out definiert. Und zwar aus gutem Grund. Politisch ließ sich das aber nicht durchsetzen. Weil die Menschen nicht alle VWL studiert haben. Und wenn als nächstes die UK Pleite gingen? Sollten wir dann zusehen und die ins Chaos stürzen lassen? Nur weil auf derem Papie statt EUR die Zeichen GBP stünden? Papier-Fetichisten!!! Der Punkt ist doch, dass hier etwas erzählt wird. Es gieht um die Schlagzeilen in den Zeitungen! Wo ist eigentlich Morph? Immer wenn man ihn braucht, ist er nicht da. Markt muss funktionieren. Das Vertrauen ist der Kitt. Und da macht es halt doch einen Unterschied, ob auf den Schulden USD oder EUR drauf steht.

Herman März 16, 2013 um 23:52

Der Punkt aber ist, dass Markt und Politik nicht mehr im Einklang sind. Die Harmonie ist zerstört. Markt räumt ab. Da helfen auch keine symbolischen Hair-cuts.

"ruby" März 16, 2013 um 23:56

@ Herman

Morph erklärt Steinbrück gerade die Systemtheorie ;-)

und das kann dauern …

Schatten März 16, 2013 um 23:57

@Super

“Einfach Mal den Banken das Geldschöpfungsmonopol wieder wegnehmen, und zurück an den Staat damit, wo es hingehört.”

Du hast aber schon mitbekommen, dass es in diesem Thread unter anderem darum geht, dass ominöse Politiker den einfachen Leuten Zyperns in die Taschen greifen und zwar per enteignender Zwangsabgabe?

Und diesen Figuren willst Du was anvertrauen, das “Geldschöpfungsmonopol”?

Nun fällt es zwar immer schwerer, zwischen den Banken und dem Staat zu unterscheiden, aber noch sind mir Bankster lieber, als politische Fanatiker! Zumal letztere unter krankhaftem Optimismus leiden:”Noch ein Rettungspaket und mit Europa geht es wieder aufwärts! Noch eine Bildungsoffensive und aus Messer-Mehmet wird ein Hirnchirug…”

Kann alles sein, die Zukunft ist ja unbekannt!

Aber was, wenn nicht?

Profitorientierte Bankster sind mir da wirklich lieber – die hedgen hoffentlich!

"ruby" März 17, 2013 um 00:02

@ Shady

Wo willst Du Bankster hedgen lassen?
Dein Vorgarten ist eingezäunt?

Herman März 17, 2013 um 00:06

>>und das kann dauern …

:-)

(…ich musste echt lachen….)

Goodnight!

egghat (@egghat) März 17, 2013 um 00:09

Was hättet ihr gewollt? Bailout for everyone? 20.000€ versichert, darüber größerer Haircut?

Es ist ein relativ harmloser Haircut, der IMHO nicht viel bewirken wird. In den USA sind Hunderte Banken Pleite gegangen und hat es dort einen großen Bankrun gegeben? Auch als ich nach ein paar Jahren keine Lust mehr hatte die US-Bankpleiten zu tracken, gingen immer noch Banken Pleite und es gab Anleger, die mehr als 100.000 Dollar bei diesen Banken hatten und damit nicht mehr vollständig abgesichert waren.

Ich rechne nicht mit einem Bankrun in Spanien/Italien/Portugal/Griechenland. Die Gefahr eines Euro-Austritts war zu einigen Zeitpunkten schon größer und der zu erwartende Verlust höher. Und der Bankrun blieb (zu meiner Überraschung) fast vollständig aus. Ich erwarte jetzt nichts anderes …

someone März 17, 2013 um 00:27

@marc:

“Ich sehe nicht primär eine Institutionenkrise, sondern eine falsch konzipierte Währungsunion. Der No-Bailout funktioniert einfach nicht. Entweder man geht eine Gemeinschaft ein und haftet füreinander oder man geht getrennte Wege.”

Gut, von mir aus kann man es auch so rum ausdrücken, aber dass man der Wirtschaftsunion eine wie auch immer geartete Sozialunion entgegen stellen muss, scheint uns beiden ein recht notwendig. Und ja, die bisherige EU ist diesen Fragen gegenüber recht blind, ob man dies nun als Vertrags-, Institutionen- oder Ideologiefehler betrachtet.

“Aber eine Gemeinschaft einzugehen ohne die geringste Haftung füreinander ist sinnfremd. An diesem Widerspruch scheitert die Währungsunion gerade.”

Nur tut man das gerade: Zunächst in Form des EFSF, nun als feste Form als ESM. der gekommen ist, um zu bleiben. Das ist im Prinzip ein Nukleus eines europäischen Finanzministeriums. Und das wär ja wohl ein Quantensprung. Ich weiß nicht, ob dein Abgesang nicht vielmehr die Geburtswehen einer ernstzunehmenden Union sind. Roosevelt wird heutzutage auch in recht hohen Tönen gelobt mit seinen Plänen und seiner Weitsicht; dabei reagierte er in großen Teilen seiner Regierungszeit auch nur auf Herausforderungen/ Widersprüche, die sich ihm täglich stellten, ohne einen großes Design, das ihm vorschwebte. Er hätte auch scheitern können und dann würde sich niemand mehr an ihn erinnern.

"ruby" März 17, 2013 um 01:09

“In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.”

http://www.youtube.com/watch?v=8Lz_qPvKCsg

Klabauterfrau …

someone März 17, 2013 um 02:26
Systemfrager März 17, 2013 um 07:56

Bringen wir es auf den Puntk:
Mises-Hayek-Friedman System: je brutaler und unmenschlicher desto besser, tritt in seine letzte Phase ein: Apokalypse

Der Untergang des Abendlandes hat begonnen

Das totale Scheitern des Marxismus … und der dramatische Zerfall der Sowjetunion waren nur Vorläufer für den Zusammenbruch des westlichen Liberalismus, des Hauptstroms der Moderne.
Japanischer Philosoph Takeshi Umehara, Ancient Japan Shows Postmodernism the Way

Japanischer Philosoph Takeshi Umehara, Ancient Japan Shows Postmodernism the Way

Nicht einmal die Schadenfreude, den anderen würde es auch nicht besser gehen, würde man dem Westen gönnen.

Bestandsaufnahme:
- Südamerika hat Mut zum Sozialismus gefasst
- Chinesen werden jetzt erst Recht auf den Kommunismus “mit der sozialistischen Marktwirtschaft” bestehen
- Putin herrschte schon immer mit der Duldung der Kommunisten im Parlament (und zuletzt mit der Bevölkerung, die immer mehr auf Stalin stolz ist)

Wir, das Abendland, sind im Arsch

Systemfrager März 17, 2013 um 08:13

„Es ist der falsche Sozialismus, der gescheitert ist, nicht die Verwirklichung des echten Sozialismus. Hingegen ist der Kapitalismus, der gescheitert ist, der echte Kapitalismus, und nicht der falsche Kapitalismus. Der Sozialismus scheiterte, weil er nicht verwirklicht wurde. Der Kapitalismus scheiterte, weil er verwirklicht wurde.“
„Im Christentum gab es ebenfalls Perversionen des Evangeliums, die monströser waren als irgendeine Perversion der Lehre von Marx: grausame Verbrechen (Kreuzzüge, Inquisitionen) und skandalösere Sittenverderbnis (die Renaissancepäpste). Und dennoch bleibe ich Christ. Und ebenso bleibe ich Marxist. Ich glaube weiterhin an den Sozialismus.“

Ernesto Cardenal, Befreiungstheologe und Priester, Poet und Politiker

Systemfrager März 17, 2013 um 08:16

Und noch etwas, was Michel betrifft:
Wer hat uns verraten,
wer hat uns verraten,
die Spezialdemokraten

Keynesianer März 17, 2013 um 08:20

@egghat

Und der Bankrun blieb (zu meiner Überraschung) fast vollständig aus. Ich erwarte jetzt nichts anderes …

Das hängt doch davon ab, was die Medien daraus machen. Von selber kommen die Leute natürlich nicht auf die Idee, ihr Geld “in Sicherheit” zu bringen.

Wenn aber Wallstreet und die CoL die Eurostaaten in den Ruin treiben wollen, dann werden die Leute jeden Tag in den Medien darüber aufgeklärt werden, wie gefährdet ihr Geld hier auf den Banken ist und welche tollen top-gerateten Anlagen Wallstreet und die CoL für kluge Köpfe bieten.

Dann werden die Medien noch jedem (gekauften) “Linken” ein Podest für die Forderung nach der Beteiligung der Anleihenbesitzer und Aktionäre usw. an Vermögensschnitten bieten, bis sich Euro-Land in der Situation von Argentinien 2001 befindet.

Die Diskussion von unabdingbaren Haircuts und Zwangshypotheken für Realvermögende wird ja schon gepflegt. Ich wundere mich immer, warum von diesen “Linken” keiner eine Überwindung der Krise durch die Aufhebung der Agendapolitik in Deutschland und kräftig steigende Löhne und Sozialleistungen fordert, sondern immer nur Haircuts und Zwangshypotheken.

Die Überwindung der Schuldenkrise durch Inflationierung ist ein Kinderspiel und wurde nach dem WWII erfolgreich durchgezogen. Alles andere verwüstet Wirtschaft und Gesellschaft, ist aber das Ziel der internationalen Hochfinanz.

Keynesianer März 17, 2013 um 08:38

@Systemfrager

Das ist doch klar, dass ein “Sozialismus” scheitern muss, der dem Huberbauern den Hof, der Oma ihr Häuschen und dem Krämer den Laden enteignet. Dieser “Sozialismus” dient nur zum Schutz des wirklich kriminellen Großkapitals, indem es denen den Huberbauern, die Oma und den Krämer ins Lager treibt. Daher hat das Großkapital diesen “Sozialismus” stets gefördert.

Wir wollen alle keinen Sozialismus, in dem wir in einer Kommune hausen müssen, in der alle sich aus demselben Trog ernähren, sich die Betten und Frauen teilen und gemeinsame Zahnbürsten benutzen.

Es geht eigentlich nur darum, vielleicht zweihundert Superreiche und globale Schwerverbrecher mit einigen Tausenden Helfershelfern unter Kontrolle zu bringen. Was kein Problem sein dürfte, wenn man dabei nicht dem braven Huberbauern noch seinen Hof wegnehmen möchte, wie es die Marxisten fordern.

Man konzentriere sich nur auf die Großkapitalisten und die Hochfinanz und hintertreibe deren Spiele, dann ist das Problem ganz überschaubar.

Systemfrager März 17, 2013 um 09:09

>>> Wir wollen alle keinen Sozialismus, in dem wir in einer Kommune hausen müssen …
Man weiß es nicht genau, ob Mensch aus der Geschichte lernt, sollte dies ein bisschen der Fall sein, dann hat der Sozialist gelernt, was du da sagst
:)

Mir ist es aber mulmig, wenn diese Bemerkung aus Bayern kommt
:)
Weil:
Das wovon du sprichst, gab es in keinem europäischen Sozialismus/Kommunismus (ich glaube nicht einmal in Rumänien)

Und in dem jugoslawischen Kommunismus erst Recht nicht. Und wenn wir schon dabei sind:
- der jugoslawische Bürger konnte zB nicht nach USA frei reisen, weil die nicht jedem erlaubten, sich in dem kapitalistiscehn Paradis umtzuschaeuen (jeder USA-Bürger konnte aber nach Lust und Laune YU durchqueren, im Auto, auf dem Friedhof, im Zelt schlafen, … im Hotel erst recht, man brauchte Devisen …)
- es gab zwar keine politischen Parteien die um die Macht kämpfen, aber die direkte Demokratie (auf der regionalen Ebene und in den Firmen) war viel weiter entwickelt als zB die in der Schweiz

PS
Es hat nicht funktioniert, aber das ist jetzt nicht das Thema

Keynesianer März 17, 2013 um 09:48

Das mit der Kommune kenne ich aus den Zeiten des westlichen Neomarxismus.

Spätestens beim solidarischen Teilen der Freundin in einer Kommune und der Wertformanalyse ist den Studenten jede Lust an der Kritik der Verhältnisse im Kapitalismus vergangen, daher wurde das gefördert und gefordert.

Für die ganz Zähen gab es dann den Arbeitseinsatz bei Opel. ;)

Eagon März 17, 2013 um 09:52

Kein Bankrun?

Die Situation vor Ort sieht anders aus.

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38766/1.html

Zypern ist zu schwach, um seine Banken abzuwickeln aber die Spar-Einlagen zu garantieren.

Eagon März 17, 2013 um 09:52

Das kann nur die EZB!

Herman März 17, 2013 um 10:07

>Kein Bankrun?

Die Milliarden Schwarzgelder sind gerettet. 10% (für Gebietsfremde) ist doch akzeptabel. Um die Inselbewohner geht’s doch gar nicht. Ist natürlich ärgerlich. Dort wird gerade geübt, was uns noch bevorsteht.

Systemfrager März 17, 2013 um 10:21

>>> Das mit der Kommune kenne ich aus den Zeiten des westlichen Neomarxismus.
Ich sagte nicht, dass du ganz falsch liegst (im Gegenteil). Es war schon immer so, dass die sozialsitischen Theoretiker immer in der Kommune das enizige Musster/Zuflucht suchen mussten, um die “Gutmenschleichkeit” unter den Beweis zu stellen. Bei Rousseau ist es nur überdeutlich:

Der Ursprung des Privateigentums und seine Erklärungen bzw. Konzeptionen

Der Ursprung des Privateigentums und seine Erklärungen bzw. Konzeptionen
Warum überdurchschnittliches Privateigentum niemals verdient sein kann

Rousseau weiter >>>

Keynesianer März 17, 2013 um 10:41

@Systemfrager

Na, es ist doch ganz einfach:

Die wenigen superreichen Schwerverbrecher zu enteignen, wären sich die Leute sehr schnell einig. Damit wären auch schon die meisten Probleme behoben, besonders die Kriege und Wirtschaftskrisen, die ja von genau nur diesen Kreisen inszeniert sind.

Was müssen die wenigen superreichen Schwerverbrecher nun tun, um diesem Schicksal zu entgehen, von den Leuten eingesperrt oder von einem Anarchisten beseitigt zu werden?

Sie müssen einen “wissenschaftlichen Marxismus” fördern, der die Wertform analysieren lässt und alle Leute um ihr Eigentum und ihre Freiheit bringen will.

Schon wettern die Pfarrer gegen diese schreckliche Gefahr und der Huberbauer, die Oma, der Krämer und die Handwerker und ihre Gesellen stimmen dem zu und verteidigen mit Leib und Leben die Schwerverbrecher und deren zusammengestohlenes Eigentum.

Dazu gab es den Marxismus!

Fritz (@Fritz) März 17, 2013 um 10:52

Die Maßnahme hat aus meiner Sicht zwei Makel, zum ersten den, dass es auch die “kleinen Leute” trifft, die “Geringprofitierer” und zweiten, dass man sich ungefähr 10 Jahres zu spät überlegt, wie das eigentlich mit Zypern als Euro-Steuerparadies gehen soll. Dass man dort keine Steuern auf Veräußerungsgewinne zahlt, die Mehrwertsteuer rund 20% niedriger liegt als z.B. in Spanien, Italien oder Frankreich, Dividenden für zypriotische Staatsbürger steuerfrei sind lässt die jetzige Maßnahme fast als Nachbesteuerung erscheinen.
Im übrigen haben auch deutsche Firmen Zypern reilich genutzt (http://www.etc-lowtax.net/zypern_holding.htm) und vor genau einem Jahr war dies hier in der Süddeutschen zu lesen: http://is.gd/inUhuY
Nur zur Ergänzung: Die Banken Zypern hatten nicht nur griechische Staatsanleihen im Bestand, sondern auch rund 40% der Kredite von griechischen Unternehmen in den Aktiva. Zudem gab es – mal wieder – auch im Immobilienbereich Schieflagen, hier durch eine Form von grassierendem Katasterbetrug: da wurden einfach die gleiche Immobilien mehrfach beliehen (siehe bereits 2011 “Another Eurozone Country Bites the Dust” http://is.gd/BmAmra ).

enrico März 17, 2013 um 11:03

@keynesianer schrieb:
Wir müssen heute kapieren, dass jeder Exportüberschuss aus Deutschland nicht nur verschenkt ist, sondern die Arbeiter und Rentner dafür noch einmal auf dem Weg der Schuldenrettung zu bezahlen haben werden.

Mindestens seit Ende der Achziger-Jahre wird das wieder und wieder gesagt, doch die Exportweltmeister und Mainstream-”Wirtschaftsexperten”, vor allem die in Deutseland wollen es nicht wissen, wollen es nicht wahr haben. Aber wer nichts kapiert verliert. So gesehen ist es in schon Ordnung, wenn die Deutschen ihren Export selbst bezahlen.

Marc März 17, 2013 um 11:04

@someone

Nur tut man das gerade: Zunächst in Form des EFSF, nun als feste Form als ESM. der gekommen ist, um zu bleiben. Das ist im Prinzip ein Nukleus eines europäischen Finanzministeriums.

Eine Währungsunion, gerade zwischen solch unterschiedlichen Ländern wie in Europa, ist eine Herausforderung. Eine weltweite Finanzkrise macht das ganze nicht einfacher. Es muss eine vernünftige Strategie für den gemeinsamen Währungsraum geben, an der die Rettungsstrategien der Nationalstaaten ausgerichtet werden. Derzeit wird eine gemeinsame Strategie negiert und nur auf die Probleme der Nationalstaaten fokusiert. Damit zeigt man aber, dass man nicht die Kompetenz hat, eine Währungsunion zu führen. Die Leute haben zwar keine Ahnung von den ökonomischen Wirkmechanismen, aber sie sie sehen die himmelschreiende Inkompetenz und verlieren ihr Vertrauen.

In anderen Worten: der Nukleus hat offensichtlich einen Systemfehler.

peewit März 17, 2013 um 11:17

@Keynesianer März 17, 2013 um 10:41

Brilliante Analyse, wie gewohnt!

Andererseits: So wie ich das sehe, stellst du momentan die einzig relevante Bedrohung der superreichen Schwerverbrecher dar – mindestens in diesem unseren Lande, wenn nicht gar weltweit bzw. überhaupt welthistorisch. Wie kommt’s, dass du noch, ungeschoren wies aussieht, deiner aufklärerischen Mission nachgehen kannst/ darfst? Irgendwie stimmt da VT-technisch irgendwas nicht, argwöhnen nicht nur der Papst, der Huberbauer, die Oma, der Krämer und die Handwerker mit ihren Gesellen, sondern mindestens auch noch der Popper Karli, der Beckenbauer Franzl, die Gebrüder Well, einstimmig sogar der Tölzer Knabenchor, die sieben Weisen nach längerer Diskussion und nicht zuletzt der selige Bobby Fischer, um nur einige warnende Beispiele zu nennen…

Deshalb: Restlos überzeugend war das noch nicht – also streng dich noch mehr an…

Keynesianer März 17, 2013 um 11:37

@peewit

Wie kommt’s, dass du noch, ungeschoren wies aussieht, deiner aufklärerischen Mission nachgehen kannst/ darfst?

Ungeschoren? Ja gut, ich lebe noch und habe meinen Verstand noch nicht ganz verloren. Nähere Ausführungen möchte ich mir aber ersparen. Dass die meisten Leute vorher einknicken, ist mir klar. Bis heute hat noch niemand meine Themen wie die absichtliche Verursachung der Großen Depression oder den Schwager des preußischen Innenministers aufgegriffen. Das hätte selbst ich nicht so erwartet.

Die Angst steckt halt allen halbwegs intelligenten Menschen in den Knochen. Die wollen das nicht erst an sich selbst und ihrer Familie ausprobieren, ob es wirklich so schlimm kommt, wie sie vermuten. Sie haben damit sicher Recht.

enrico März 17, 2013 um 11:38

Die sogenannte “Finanzkrise” bzw. “Euro-Krise” ist im Grunde nur die Erscheinung einer fast religiösen Verbortheit: Man will nicht, man darf nicht einsehen, dass Wirtschaften ohne Schenken nicht nachhaltig möglich ist.

Dass allgemeiner Wohlstand nur dann dauerhaft möglich ist, wenn laufend gegenseitig, zeitversetzt geschenkt wird, das darf man als “Wirtschaftsexperte” in D nicht sagen. VERBOTEN!

Wenn alle ihre “Vorratshaltung” zur “Sicherheit” größer halten wollen, als sie diesen Vorrat dann wieder verbrauchen, und dieser “Vorrat” auch noch nur durch die Verschuldung Anderer zustande kommen kann, dann muss das System zusammenbrechen, sobald sich dessen Wachstum nicht laufend steigern lässt.

“Verschulde andere möglichst höher, als du vorher verschuldet warst” lautet dabei das Motto.

Es müsste aber lauten: “schenke Überschüsse und bekomme selbst die Überschüsse anderer, im Rahmen deiner Bedürfnisse, später wieder geschenkt”.

Wir haben also die Wahl ob der Überschuss unserer VW (egal wie groß diese auch sei) in Bildung, Forschung und Kultur gehen oder in die privaten Haushalte weniger Finanzparasiten. (Die bisherige Politik, vor allem die der SPD hat sich dabei stets für die zweite Option eingesetzt).

Die Lösung des Problems ist bereits gefunden, aber da muss jetzt jeder selbst drauf kommen.

Systemfrager März 17, 2013 um 11:47

>>> Die Angst steckt halt allen halbwegs intelligenten Menschen in den Knochen. Die wollen das nicht erst an sich selbst und ihrer Familie ausprobieren, ob es wirklich so schlimm kommt, wie sie vermuten. Sie haben damit sicher Recht.
Nein!
Sie haben damit sicher nicht Recht.
Auch die “rücksichtslose Verfolgung” der Andersdenkenden und Kritiker im Ex-Sozialismus ist eine große Lüge – so wie während des Faschismus (dort waren nicht die “Bürger”, sondern nur Juden in Gefahr). Die Menschen sind einfach nur feige, dann waschen sie das eigene Gewissen mit den Märchen von irgendwelchen “schrecklichen Repressalien”.

Alerdings, zu “schimpfen” und Kariere zu machen – das geht wirklich nicht, nirgendwo!

peewit März 17, 2013 um 12:02

@Systemfrager

–>”Auch die “rücksichtslose Verfolgung” der Andersdenkenden und Kritiker im Ex-Sozialismus ist eine große Lüge – so wie während des Faschismus (dort waren nicht die “Bürger”, sondern nur Juden in Gefahr). ”

Tatsächlich? Die Geschwister Scholl waren also Juden? Das habe ich nicht gewusst. Danke für die Aufklärung!

Peinhart März 17, 2013 um 12:04

>> Man könnte sogar die Finanzmärkte reregulieren.

Das bezweifele ich. Nur ein etwas zu gewagter Schritt, und das ganze Kartenhaus der Simulation von Wachstum durch Schulden würde zusammenbrechen, und selbst bei größter Vorsicht – oder eher unverschämtem Glück – wäre die Folge ein Versinken der Weltwirtschaft in einer nicht mehr aufzuhaltenden Depressionsspirale. Allein an Derivaten steht inzwischen mehr als das 12fache des Weltjahresprodukts in den Büchern. Auch aller größeren ‘realwirtschaftlichen’ Unternehmen. Denen zusätzlich noch die künstliche Nachfrage aus dem fehlen würde, was aus diesem munteren Handel mit der Zukunft so alles in den Konsum rübergestreut hat, von Immobilienkrediten bis zu Bankergehältern aller Klassen. Diese Gesellschaft ist inzwischen mehr damit beschäftigt, mit künftig zu erbringenden Geldleistungen zu jonglieren als noch nennenswert Nützliches zu schaffen. Statt dessen muss auch dort immer mehr Schund in immer kürzerer Zeit produziert werden, um wenigstens den Schein eines ‘Wertwachstums’ aufrecht zu erhalten.

Deshalb werden wir auch weiterhin eine mehr oder minder verschämte Fortsetzung der Schuldenpolitik erleben, und immer mehr wird sich dabei auf die unhintergehbar letzte Instanz verlagern, die Notenbanken. Schon lange ‘bad banks’ reinsten Wassers. Auch die Privatisierungen insbesondere der Infrastrukturen gehören dazu, die in erster Linie nicht aus irgendwelchen Effizienzgründen stattfinden, sondern weil sie neue realwirtschaftliche Bezugspunkte für die weiter notwendige Akkumulation von immer mehr bunten Eigentumstiteln darstellen. Was die Akteuren aber wohl selber so wenig wahrhaben wollen wie der Rest der Menschen, die sich natürlich weiterhin an Geld und Markt klammern – an was denn auch sonst…?

Ach ja, ich bin bereit, auf diese Prognose 1000% meiner Guthaben zu setzen…

Herman März 17, 2013 um 12:09

>Dass allgemeiner Wohlstand nur dann dauerhaft möglich ist, wenn laufend gegenseitig, zeitversetzt geschenkt wird, das darf man als “Wirtschaftsexperte” in D nicht sagen. VERBOTEN!

Genau! Und deshalb schenken uns die Politker Zeit. Zeit bis 69 arbeiten zu können! Ach, was sag’ ich, 71, 75, die Menschen werden doch stets älter. Und warum nur 40 Stunden arbeiten? Laßt uns eine Arbeitswoche von 45, 48 Stunden schenken!

Systemfrager März 17, 2013 um 12:16

>>> Tatsächlich? Die Geschwister Scholl waren also Juden? Das habe ich nicht gewusst. Danke für die Aufklärung!
Ich danke dir!
:)
Da erinnere mich noch an einen gewissen “Florida-Rolf”, woraus man eindeutig bewiesen hat, dass sich ein Sozialhilfeempfänger in DE, in den schlimmen Zeiten vor H4, ein ziemlich gleiches Leben leisten konnte, wie die gehobene Mittelklasse.
:)

Du bist jetzt fast so witzig, wie wenn man über den “Widerstand der Deutschen gegen Adolf” sprechen würde. Man kann einfach nicht aufhören zu lachen
:) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :) :)

peewit März 17, 2013 um 12:23

@Systemfrager

–>”Ich danke dir!”

Da doch nicht für, System-Rolf ;-)

Keynesianer März 17, 2013 um 12:24

@Peinhart

Wie die Marxisten es doch schaffen, jeden Irrsinn des Kapitalismus noch als unvermeidbare Entwicvklung zu rechtfertigen:

Deshalb werden wir auch weiterhin eine mehr oder minder verschämte Fortsetzung der Schuldenpolitik erleben, und immer mehr wird sich dabei auf die unhintergehbar letzte Instanz verlagern, die Notenbanken. Schon lange ‘bad banks’ reinsten Wassers. Auch die Privatisierungen insbesondere der Infrastrukturen gehören dazu, die in erster Linie nicht aus irgendwelchen Effizienzgründen stattfinden, sondern weil sie neue realwirtschaftliche Bezugspunkte für die weiter notwendige Akkumulation von immer mehr bunten Eigentumstiteln darstellen.

Wovor uns natürlich nur die Weltrevolution mit dem Verzicht auf Markt und Geld retten kann:

Was die Akteuren aber wohl selber so wenig wahrhaben wollen wie der Rest der Menschen, die sich natürlich weiterhin an Geld und Markt klammern – an was denn auch sonst…?

Wenn das System seine Marxisten nicht hätte! :)

Peinhart März 17, 2013 um 12:45

Wie die ‘Keynesianer’ es doch schaffen, das alles auch entgegen alle Empirie zu leugnen. Oder was jetzt…? ;)

Systemfrager März 17, 2013 um 13:12

@Peinhart
>>> Wie die ‘Keynesianer’ es doch schaffen, das alles auch entgegen alle Empirie zu leugnen.
Ich bin ein überzeugter Keynesianer (aber nicht von Money, sondern von General Theory)
Sag es, o du Durch- und Weitblicker
Wo stehen die Keynesianer abseits der Empirie? Wo? Wo?
Ich bin ganz Ohr.

Jackle März 17, 2013 um 13:14

Keynesianer, verzieh dich doch mal bitte. Seit fünf Jahren hast du NICHTS ANDERES zu sagen, als deine kruden Verschwörungstheorien an den Mann zu bringen. Klar, dir wird es im gesetzten Alter nicht mehr langweilig darüber zu diskutieren. Ich komme aber nicht auf diese Seite um mir einen weiteren Thread mit den immer gleichen Tönen aus dem verknatterten Leierkasten zu geben. Du hast doch deine eigene Seite. Verbreite dort deinen Schwachsinn und suhle dich in deiner erbärmlichen Opfermentalität des Wahrsagers.

Systemfrager März 17, 2013 um 13:23

Also “Keynesianer”!
Hast du gehört!
Du hast mir deiner Art und Weise all diejenigen Schurken, Ganoven und Plünderer, die sich als Freiheitskämpfer, Demokraten und Leistungsträger selbstdeklariert haben, zutiefst beleidigt.
So geht es aber wirklich nicht.
Wo wäre unser Vaterland ohne diese Übermenschen und Eliten?
Also her mit einer dicken Entschuldigung!

"ruby" März 17, 2013 um 13:44

Das Vertrauen ist futsch.
Die Vermögen nur virtuell.
Die Medien durch www kastriert.
Die Bürger solidarisieren sich friedlich.
Die Volksabstimmungen zu den Verträgen sind in Vorbereitung.
VVVVV
Wir wollen, dass Schäuble und Steinbrück das steuerliche System, wie von Fritz (@Fritz) beschrieben, in Deutschland und Resteuropa endlich im Parlament verkünden.
Finanzbeamte strömt heraus, die Notenbank bezahlt alles und pünktlich.
Target forever and ever …
Austerity-Angela wir lieben Dich.
http://www.youtube.com/watch?v=-zgnUgKsHRo

"ruby" März 17, 2013 um 14:09

Erhöhe die Mindestlohnforderung für den SPD-Parteitag auf 15€ und rufe Sarah Wagenknecht zur ersten Königin von Deutschland aus :
http://www.youtube.com/watch?v=x8GKX5Zk8Rs

Stefan März 17, 2013 um 14:19

@Jackle

Strobl, Du hier?

Jackle März 17, 2013 um 14:51

Nein, der firmiert hier gelegentlich als der erfolgreichste weiße Rapper der Geschichte. Darunter geht es für einen Strobl auch nicht.

quecalor März 17, 2013 um 15:14

Rajoy, der sich wahrlich nicht oft an seine Bürger wendet, hat versichert, “Espana ist sicher, die Bürger sollen sich keine Gedanken machen. Zypern sei einmalig. Uns geht es gut.
Bin nicht ganz der Meinung von egghat das hier alles ruhig bleibt. Im Land Valencia sind bis Mittwoch Feiertage. On-line Banking ist in Zypern natürlich auch nicht möglich.

http://www.youtube.com/watch?v=-WCFUGCOLLU

Peinhart März 17, 2013 um 15:25

Frozen zone…

quecalor März 17, 2013 um 16:37

Mr. Dijsselbloem declined to rule out taxes on depositors in other countries besides Cyprus in the future, but instisted that such a measure was not being considered.
Keiner hat die Absicht usw.
http://www.nytimes.com/2013/03/16/business/global/showdown-looms-over-cyprus-bailout-deal.html?_r=2&

Keynesianer März 17, 2013 um 17:49

Flassbeck:

Nach­dem man in Grie­chen­land mit dem Quasi-Schuldenschnitt die Hal­ter von grie­chi­schen Staats­pa­pie­ren bestraft hat (wofür eigent­lich?), bestraft man nun die Ein­le­ger der Ban­ken. – See more at: http://www.flassbeck-economics.de/#sthash.z3pFj4Qf.dpuf

Der Sinn von dem ganzen Irrsinn ist es natürlich, das Vertrauen in den Euro zu untergraben. Das Ziel: Argentinien 2001!

Dann: Ausverkauf der Euro-Staaten und Deutschland ist schuld.

Peinhart März 17, 2013 um 18:03

Und zum Schluß fressen die Gewinner ihr ganzes Geld genüßlich in Ein-Dollar-Scheinen.

Keynesianer März 17, 2013 um 18:16

@Peinhart

Leute wie ich sind sicher nicht die Interessenvertreter der Sparer. Wir wollen aber auch keine Zustände wie in der Finanzkrise von Argentinien.

Deine Weltrevolution wird leider nicht vorher kommen und die Bürger vor dieser Entwicklung schützen. Aber der Marxismus ist ein bewährtes Mittel, Diskussionen über die richtige Geld-und Finanzpolitik zu behindern.

In der Weltwirtschaftskrise 1929-33 wollten die Marxisten in der SPD nicht “Arzt am Krankenbett des Kapitalismus spielen” und die Ergebnisse sind bekannt.

Aber immer weiter so, vielleicht kommt ja diesmal rechtzeitig die Weltrevolutiom. ;)

Systemfrager März 17, 2013 um 18:50

@”Keynesianer”
>>> Deutschland ist schuld.
Jawohl!
Deutschland hat die gemeinsame Währung schamlos ausgenutzt, um ein brutales Lohndumping zu betreiben. Das hat in der EU keiner gemacht: Nur Deutschland!

"ruby" März 17, 2013 um 19:04

Es ist sehr beruhigend den Euro in sicheren Händen zu wissen :
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/ezb-praesident-mario-draghi-mann-des-jahres-12003096.html
Sollte Draghi nicht am besten Nachfolger von Ben Bernanke als FED-Präsident werden?
Bis dahin könnte die EZB als Subsidiary umorganisiert werden!
Morph, bitte eine LuhmannscheSystemOrganisationStrukturAnalyse präsentieren -
LuSOSA ;-)

Peinhart März 17, 2013 um 19:08

Niemand ‘will’ diese Situation, und auch eine ‘Weltrevolution’ ist weit und breit nicht in Sicht. Aber die Situation ist so, und sie ist noch weitaus höher aufgetürmt als bei der letzten Weltwirtschaftskrise. Lange wird man die Entladung wohl nicht mehr verhindern können, während neue ‘Wachstumskerne’ nicht in Sicht sind.

Eine ‘richtige’ Geld- und Finanzpolitik wäre höchstens noch eine, die sich darüber klar wäre, dass sie nur noch aufschiebende Wirkung haben kann. Es gibt kein vernünftiges oder auch nur einigermaßen ‘solides’ Fundament für die ‘Arbeitsgesellschaft’ mehr, und das zu akzeptieren weigert sich in der Tat auch aller ‘traditioneller’ Marxismus.

"ruby" März 17, 2013 um 19:10

Das Haushaltsrecht war, ist und bleibt das vornehmste Recht des Parlaments.
Das werden einige demnächst richtig lernen lernen !
Kapitalisten, Kommunisten, Karriereristen…

"ruby" März 17, 2013 um 19:26

Kann nicht irgendjemand mal herausfinden, dass Zypern garnicht der EU und dem Euro beigetreten ist ?
Dann bräuchten wir alle ein Rechtssytem nicht mehr so teutonisch beurteilen ;-)
You Rule Out …

Klasse Titel Lübber – Brüsseler Irrsinn für Zypern – wo liegen die Osterinseln?
http://www.die-osterinseln.de/

Carlos Manoso März 17, 2013 um 20:14

@f.luebberding on 16. März 2013
„Brüssel hat es nämlich fertig gebracht über Nacht jede Form der Rechtssicherheit auszuhebeln. Plötzlich ist jeder Sparer in Zypern mit der Begründung, er sei ein russischer Oligarch, praktisch enteignet worden. Per Federstrich in einer kalten Winternacht in Brüssel.
…. Denn mir soll man einmal erklären, warum jemand in der Eurozone noch einen müden Dollar investieren soll? Wenn er nämlich damit zu rechnen hat, dass man Freitag Nacht in Brüssel Bankeinlagen einfach so um 10 % entwerten kann? Und das nur aus dem Grund, weil die Deutschen ihre Ressentiments gegenüber den bösen Finanzmärkten ausleben wollen. Und die Bundeskanzlerin eben nichts Besseres zu tun hat als diese pünktlich zu bedienen.“

Lübberding, der Schlüssel zum Verständnis der Form der „Zypern-Rettung“ liegt meines Erachtens in den Details der angeblichen Position von Wolfgang Schäuble und Christine Lagarde, Guthaben auf Banken mit Firmensitz „Zypern“ mit einer „Rettungsabgabe von 40% zu belasten. Bekanntlich war das Ergebnis des „Rettungsgipfels“, von Bankguthaben unter 100.000 € 6,75%, von Bankguthaben über 100.000 € 9,9% „Rettungsabgabe“ abzuziehen. Die Enteignungsaktion bringt angeblich 5,8 Mrd. € ein.

Lübberding, um diesen Vorgang wirklich zu verstehen, ist es jetzt extrem wichtig, die Verhandlungsposition von Wolfgang Schäuble auf der EU-Finanzministerkonferenz vollständig transparent zu machen. Beispielsweise ob die von Schäuble angeblich geforderten „40% Rettungsabgabe“ tatsächlich gefordert wurden und vor allem, ob die 40% ab einem bestimmten Sockelbetrag (z.B. 100.000 Euro analog zur Garantiesumme in Deutschland oder 250.000 US-Dollar analog zur Garantiesumme in den USA) gelten sollten ! Lübberding, dieser Punkt ist m.E. EXTREM WICHTIG ! Es wäre für dich oder deine Journalistenkollegen ein extrem wichtiger Job, den Punkt „Verhandlungsposition Schäuble“ im Nachhinein TRANSPARENT zu machen !!!

Wenn Schäuble 40% „Rettungsabgabe“ OHNE FREIEN SOCKELBETRAG (z.B. 100.000 €) gefordert hätte, ergäbe sich ein völlig anderes Bild, als wenn Schäuble 40% „Rettungsabgabe“ AB EINEM SOCKELBETRAG von z.B. 100.000 € gefordert hätte !

Es macht schon einen ganz konkreten Unterschied, ob vom zyprischen Guthabenkonto eines zyprischen Rentners von z.B. 1000 € automatisch 67,5 € (6,75%) abgebucht wird oder vom zyprischen Guthabenkonto einer US- Investmentbank mit einem Guthaben von z.B. 500 Mio. € 49,5 Mio. € (9,9%) automatisch abgebucht wird. Der Modus der Zypern-Rettung zerstört das Vertrauen in das Finanzsystem irreparabel und wird bei Millionen Europäern blanke Wut produzieren ! Die EU-Finanzministerkonferenz hatte dieses ganz einfach vermeiden können, indem sie z.B schlicht 40% „Rettungsabgabe“ ab Guthaben über 100.000 € beschlossen hätte und statt 5,9 Mrd. € „Enteignungserlös“ ein Vielfaches dieser Summe generiert hätte.

Dass sich die EU- Finanzministerkonferenz auf eine derart SELBSTDESTRUKTIVE Rettungslösung einigte, das ist das eigentliche noch aufzuklärende Rätsel !! Lübberding, du könntest hier und jetzt wirklich noch zum erstklassigen Journalisten werden !

"ruby" März 17, 2013 um 20:32

@ cm

Die Nomenklaturisten haben durch den Verlust des Kontakts zu den Bürgern das Zeitgefühl verloren. Sie dachten das Wochenende mit dem Feiertag wäre ein Überraschungskuh… – nur können diese Entscheider die Systematik des Onlinebanking oder des Hochfrequenzhandels nicht verstehen – ist vielleicht genetisch bedingt (defekt) – Totalausfall, politisch !
Auch Bargeld und Kontenguthaben machen ihnen Probleme in der Wirklichkeit.
Stellt euch vor ihr wollt morgen von eurem Steuervermeidungsgeldkonto in Zypern die McCurry per Karte abbuchen lassen und die Zentralbank hat das elektronische Zahlungsssystem ausgeschaltet und bucht stattdessen einen fiktiven Betrag ab ?
Was ist das, ein Steuersatz, eine Vermögensabgabe, ein Beitrag …
ASmussen bitte aufklären !

"ruby" März 17, 2013 um 20:41

Kontoführer müssen das mal verfassungsrechtlich juristisch und auch technisch praktisch neben den fiskalischen Grundlagen betrachten …
Wer darf das eigentlich berechnen so nebenbei, gibt es da eine Verwaltungsvorschrift oder so, wer hat denn Zeichnungsbefugnis?
Werter Thilo Sarrazin – bitte sag doch mal etwas dazu als ehemaliger Bubanker des betroffenen Geschäftbereiches .

xxHyFoxx März 17, 2013 um 20:43

Guten Abend,

da ich hier immer wieder auf Worte wie: “Irrsinn, Idioten, Bloedmaenner, Wahnsinnstat… etc pp” im Zusammenhang mit der Endloesung des zypriotischen Bankensektors stoße, habe ich eine Bitte.
Koenntet Ihr es bitte unterlassen unsere Politiker als idiotische Nichtsnutze abzukanzeln?

Das ist naemlich wirklich nicht witzig wenn ich, als Waehler, jedesmal darauf hingewiesen werde das ich diese Politiker durch Wahlbeteiligung legitimiert habe. Lasst mir doch bitte den Glauben von kompetenten Menschen beherrscht zu werden die nur mein Bestes im Sinn haben.

Solltet Ihr naemlich weiterhin darauf bestehen nur von nichtsnutzigen Idioten beherrscht zu werden, dann sollte hier mal eine Debatte darueber in Gang kommen ob dererlei geistige Behinderungen erst die Grundvoraussetzung dazu sind Politiker zu werden. Auch waere es dann interessant zu wissen ob unsere Politiker die Einaeugigen unter den Blinden sind, also die Beherrschten noch um ein vielfaches bloeder ist.

Schaut doch auf die ganze Zypernsache mal mit der Vorstellung, das unsere Politiker ganz genau wissen was sie tun.

bittend,
xxHyFoxx

Carlos Manoso März 17, 2013 um 20:51

@”ruby” März 17, 2013 um 20:32
„@ cm
Die Nomenklaturisten haben durch den Verlust des Kontakts zu den Bürgern das Zeitgefühl verloren. Sie dachten das Wochenende mit dem Feiertag wäre ein Überraschungskuh… – nur können diese Entscheider die Systematik des Onlinebanking oder des Hochfrequenzhandels nicht verstehen – ist vielleicht genetisch bedingt (defekt) – Totalausfall, politisch !“

Ruby, es fällt mir schwer, so was zu glauben. Wir reden bei Zypern über eine kleine Insel mit einigen Dutzend international vernetzten Banken. Somit reden wir über das Online-Banking von nur wenigen Dutzend Banken !

Es hätte völlig gereicht, einige wenige Elektriker zu wenigen Banken in Zypern mit dem Auftrag zu schicken, dort einfach die Stecker der Server rauszuziehen und zur Sicherheit die Hauptsicherungen rauszudrehen !

Keynesianer März 17, 2013 um 20:53

@Carlos Manoso

Der Modus der Zypern-Rettung zerstört das Vertrauen in das Finanzsystem irreparabel und wird bei Millionen Europäern blanke Wut produzieren !

Genau dies ist genau so beabsichtigt. Der Haircut in GR hat schon das Vertrauen in Staatsanleihen der Eurostaaten zerstört und Zypern ist jetzt die willkürliche Enteignung von Geld auf den Sparkonten über Nacht.

Die Zerstörung des Euro-Raumes ist voll geplant und begann schon mit der Agendapolitik in Deutschland, denn reiche Ausbeuter, die ihren Arbeitern möglichst nichts zahlen wollen, gibt es in allen anderen Ländern auch. Aber mit der Agendapolitik in Deutschland konnte man die Handelspartner zwangsverschulden, indem die deutschen Bürger plötzlich zu arn wurden, um entsprechend der Leistung ihrer Ökonomie selber zu konsumieren.

Das war der Sprengsatz für den Euro, danach die Diskussion über Haircuts von Staatsanleihen und jetzt noch die überfallartige Enteignung von Einlagen auf Sparkonten.

Fehlen nur noch die Zwangshypotheken durch einen Vermögensschnitt, statt endlich eine gerechte Vermögenssteuer im Euroraum umzusetzen.

Mit 5% realer Geldentwertung hätte man die reale Schuldenlast alle 10 Jahre halbiert. Das wäre nicht Willkür und Unrecht, sondern eine sinnvolle Geldpolitik. Stattdessen wird ein Argentinien 2001 für die Euro-Staaten angestrebt. Das ist alles Absicht, denn so dumm können die ja nicht sein.

"ruby" März 17, 2013 um 20:56

Wie soll denn das funktionieren – wir als Blinde sollen uns vorstellen, was die Einäugigen sehen?

aifran März 17, 2013 um 21:10

Chaos und Zusammenbruch braucht die Welt der Geldmacher …. damit auch der letzte Nutzmensch die Notwendigkeit eines Systemneustarts des Schuldgeldsystems (Geld ist Kredit – ohne Schulden kein Geld) schluckt ….. die große Entschuldung – die 0,01% kümmert es nicht, sie sind ja Eigentümer der realen Werte ….

schöne Tag den Hamsterradläufern

xxHyFoxx März 17, 2013 um 21:12

@ruby

Du musst dich nicht an meinen Wortspielen abarbeiten.
Frag dich doch einfach mal ob du bloeder als unsere Volksvertreter bist. Wenn ja, dann ist alles in Butter, die natuerliche Ordnung also hergestellt. Wenn nein, warum bist du dann nicht Parlamentarier?

raetselnd,
xxHyFoxx

aifran März 17, 2013 um 21:22

Armut als Ideal, die lächelnde Schönheit der Armut … also sorgt euch nicht der neue der gütige Papst liebt die Armen und wird in Sonderschichten Klostersuppenausgabestellen errichten (eine Hand wäscht die andere … und so nebenbei gehts ja auch darum Südamerika wieder auf Kurs zu bringen – dort sind ja die 0,01% mächtig verärgert …)
Giving Pledge – Sloterdyk’s Co-Immunisierung der gebenden Hand ist angelaufen. usw. usw. usw.

"ruby" März 17, 2013 um 21:24
Keynesianer März 17, 2013 um 21:39

Krugman:

It’s as if the Europeans are holding up a neon sign, written in Greek and Italian, saying “time to stage a run on your banks!”

http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/03/17/the-cypriot-haircut/

Womöglich stapft unser Agenda-P€€R darum so fröhlich von einem Fettnäpfchen ins nächste, weil er schon weiß, dass Merkel sich bis Herbst bei ihren Wählern nicht mehr sehen lassen kann.

"ruby" März 17, 2013 um 22:27

Wann war Merkel zu Besuch auf Zypern und mit welchem Parteifreund hat sie sich ausgetauscht?
Wie kommunizieren Parlamentarier mit ihren Wählern den Informanten des Willens und Wissens des Volkes?
Aufgabe und Herausforderung mit und ohne Parteien, um auf Regierung und Verwaltung Einfluss zu nehmen.
Lokal, föderal, zentral und international.

Carlos Manoso März 17, 2013 um 22:39

@Keynesianer März 17, 2013 um 20:53
„@Carlos Manoso
Das war der Sprengsatz für den Euro, danach die Diskussion über Haircuts von Staatsanleihen und jetzt noch die überfallartige Enteignung von Einlagen auf Sparkonten.
Fehlen nur noch die Zwangshypotheken durch einen Vermögensschnitt, statt endlich eine gerechte Vermögenssteuer im Euroraum umzusetzen.
Mit 5% realer Geldentwertung hätte man die reale Schuldenlast alle 10 Jahre halbiert. Das wäre nicht Willkür und Unrecht, sondern eine sinnvolle Geldpolitik. Stattdessen wird ein Argentinien 2001 für die Euro-Staaten angestrebt. Das ist alles Absicht, denn so dumm können die ja nicht sein.“

Keynesianer, du lebst noch in einer längst untergegangenen Zeit ! Wir haben es mit einer Krise als Entfaltung der 3. Industriellen Revolution zu tun, die sich jetzt auch in den Zentren des Kapitals voranfrisst. Auch in den Zentren des Kapitals schrumpft die Kaufkraft großer Massen von Menschen immer schneller, auch in den Zentren des Kapitals bildet sich immer schneller ein Menschensockel an „Überflüssigen“, auch in den Zentren des Kapitals ist die Reproduktionsfähigkeit des Kapitals immer schneller systemisch gefährdet.

Als Reaktion auf das Zusammentreffen all dieser Probleme gleichzeitig zerstreuen sich die einzelnen Kapitale betriebswirtschaftlich immer schneller über den gesamten Globus. An die Stelle territorialer Reproduktionsräume des Kapitals treten immer schneller deterritorialisierte Profit- und Produktivitätsinseln, weltweite Wertschöpfungsketten, quer zu den immer weiter austrocknenden nationalökonomischen Territorien der alten Nationalstaaten.

Diese deterritorialisierten Betriebswirtschaften simulieren nur noch die alte, untergegangene reproduktionsfähige Welt des Kapitals. Mit den Territorien der „Überflüssigen“ wollen diese deterritorialisierten Betriebswirtschaften immer weniger zu tun haben, sie aber trotzdem noch –wenn es sein muß- laufend unter Kontrolle halten können. Die „Überflüssigen sollen sich in ihr „natürliches Schicksal“ fügen und um die Brotkrumen der „Investoren“ betteln und sich zu Elendspreisen in den versiegenden kapitalistischen Reproduktionskreislauf einspeisen lassen.

„Marktwirtschaft und Demokratie“ sollen sogar auch dort als einzig mögliche Reproduktionsformen des Kapitals selbst dort erhalten werden, wo das Kapital überhaupt kein allgemeines gesellschaftliches Verhältnis mehr sein kann !

"ruby" März 17, 2013 um 22:43

Forced by Schäuble + Asmussen
http://www.ft.com/cms/s/0/f890566a-8f24-11e2-a39b-00144feabdc0.html#axzz2NpqaqJNx
oder by the Britsspies?

Schütze Arsch März 17, 2013 um 23:49

@ CM, betr. Schäuble

Er selbst sagt (im Video) ja folgendes zu den Akteuren:

“Es war die Position der Bundesregierung und des IWF, daß wir den wesentlichen Teil der Gelder, die für die Sanierung der Banken notwendig sind, von den Eigentümern und den Gläubigern der Banken, und das sind die Anleger, bekommen müssen. Aber natürlich hätten wir die Einlagensicherung respektiert, das heißt die Konten bis 100.000 Euro gesichert, aber diejenigen, die keinen Bail-In* wollten, das waren die zyprische Regierung, auch die Europäische Kommission und die EZB, die haben sich für diese Lösung entschieden, und das müssen sie nun dem zyprischen Volk erklären.”

* Gemeint ist offenbar eine Zwangsumwandlung von Bankanleihen und/oder größeren Guthaben in Eigenkapital

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/schaeuble-schulz-zypern100.html

Das läßt nun einige Deutungsmöglichkeiten über den Ablauf offen, je nachdem, ob man die daraus ableitbaren ursprünglichen Verhandlungspositionen der Seiten für ernsthaft verfolgte Optionen hält oder für aufgebaute Verhandlungsmasse & ein Zeigen der Instrumente…

Schütze Arsch März 18, 2013 um 00:12

… und ob man die Möglichkeit einräumt, daß das Endergebnis vielleicht gerade deshalb so zustande kam, weil in der Erwartung eines oder mehrerer Akteure so nun die Wahrscheinlichkeit am größten ist, daß das zyprische Parlament NICHT zustimmt…

(Spekulation und Kaffeesatzleserei)

Comments on this entry are closed.

{ 9 trackbacks }

Previous post:

Next post: