Zyperns Drama und Deutschlands Rolle

by f.luebberding on 19. März 2013

Die Debatte über Zypern ist in das komplette Chaos abgeglitten. Das hat allerdings schon mit der Entscheidungsfindung in der vergangenen Freitag Nacht zu tun. Die New York Times berichtet davon, dass eine Frage in der Brüsseler Runde keine Rolle gespielt hat:

“Protecting the small-time saver was at the top of no one’s list.”

Insofern hat auch niemand die Folgen dieser Entscheidung vorhergesehen, die seit Samstag diskutiert werden. Mittlerweile ist der ursprüngliche Vorschlag zu den Akten gelegt worden, der aber laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dort nicht zu finden gewesen wäre. Der Beschluss von Freitag ist so zu einem Waisenkind geworden. Dahinter steckt aber mehr: Ein Strukturdefekt der europäischen Politik, der zwar schon immer vorhanden gewesen war, aber am Fall Zypern unübersehbar geworden ist. Die EWWU funktioniert in gleicher Weise, wie die alte EWG und spätere EU in ihren schlechtesten Zeiten funktioniert haben: Als orientalischer Basar.

Dieses Modell funktioniert kurz gesagt so: Jeder geht mit Maximalforderungen in die Verhandlungen und schließlich einigt man sich auf einen Kompromiss, der niemanden zufrieden stellt, aber für jeden akzeptabel ist. In den Nationalstaaten können das die Regierungen als Erfolg gegen Brüssel verkaufen. Schließlich habe man die größten Zumutungen verhindert. So funktionierten zumeist die unseligen Verhandlungen über den EU-Agrarhaushalt. Deutschland hatte aber in der alten EWG und in der späteren EU schon immer eine privilegierte Rolle. Als wirtschaftlicher Riese (und laut Helmut Schmidt “politischer Zwerg”) übernahm es in kritischen Situationen die Rolle der informellen Hegemonialmacht. Im Gegensatz zu den zirkulierenden naiven Vorstellungen (etwa in der Kritik an den USA) bedeutet das keineswegs, diese Vormacht einzig unter dem Kalkül nationaler Nutzenmaximierung zu betrachten. Eine Hegemonialmacht existiert allein wegen der Asymmetrie der Machtverhältnisse. Man sucht sich das nicht aus. Den USA und der damaligen Sowjetunion ist sie nach dem 2. Weltkrieg zugefallen, unter anderem weil Deutschland nicht das Potential hatte, um eine Hegemonialmacht werden zu können.

Der schnelle Wiederaufstieg der Bundesrepublik war möglich gewesen, weil der westdeutsche Reststaat des früheren Deutschen Reichs in der EWG eine Größe hatte, wo sich die Hegemonialstellung letztlich nur auf ihr ökonomisches Leistungsvermögen bezogen hatte. Als Nicht-Atommacht war sie weder militärisch, noch politisch zu einer vergleichbaren Hegemonialstellung fähig. Ökonomisch hatte das aber Konsequenzen: Das Wirtschaftswunder war nur im Rahmen der europäischen Integration möglich gewesen. Deutschland musste sich seine Exportmärkte nicht mehr erkämpfen und die Akzeptanz der Hegemonialstellung der Bundesbank wäre ohne diese Politik ebenfalls nicht durchsetzbar gewesen. Das bedeutete aber zugleich, in der EU jene Rolle übernehmen, die in Deutschland zumeist als “Zahlmeister Europas” beschrieben worden ist. So war der britische EU-Rabatt Thatchers denkbar gewesen, weil Deutschland letztlich den britischen Anteil übernommen hatte.

Diese Rolle fehlt der europäischen Politik mittlerweile, obwohl die Währungsunion nichts anderes braucht: Eine Funktion, die gegen die divergierenden Interessen das Gesamtinteresse verkörpert. Im Falle Zyperns ist davon nichts mehr zu sehen gewesen. Die EU-Kommission ist ein schlechter Witz, den die Vertreter der Nationalstaaten nicht ernstnehmen. Das EU-Parlament machtlos und bis heute im Konfliktfall immer noch der verlängerte Arm nationaler Interessen geblieben. Die EZB hat keine demokratische Legitimation und erweist sich als unfähig, eine Währungsunion zu managen, die den Interessen aller Regionen gerecht werden kann. In dem Artikel von Matthew Yglesias wird aber das grundsätzliche Problem deutlich:

“If Ben Bernanke stood up tomorrow and announced that he’s no longer interested in the inflation and output situation in the United States and is going to instead focus on German economic data and performance, there’d be a huge crisis here in America. After all, a country who’s central bank isn’t trying to stabilize its economy has a huge problem. And that’s essentially the situation facing Italy and France and the rest right now. Their central bank has abandoned stabilizing their economies in favor of stabilizing Germany. Who wants to invest in a country like that? And what set of policies is going to succeed?”

Er versteht natürlich, warum Deutschland daran Interesse haben könnte. Das ändert aber nichts an dem Problem, das er so formuliert:

“But to have a workable monetary union, the monetary authority has to try to stabilize spending throughout the monetary union area. If you want the eurozone to work, there’s no other choice.”

Das Gesamtinteresse, früher auch Gemeinwohl genannt, erinnert zwar bisweilen immer noch an Heinrich Heines Wintermärchen und

das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Aber das ändert nichts daran, dass das Gemeinwohl in Institutionen von jemandem vertreten werden muss, wenn diese funktionieren sollen. Daran fehlt es in der EWWU – und das wurde in der desaströsen Zypern-Politik deutlich. Am Ende sitzen sogar russische Oligarchen mit am Verhandlungstisch. Die Hoffnung, das wir es auch anders können, ist ein Trugschluß. Die EU wirkt in diesen Stunden vielmehr wie ein führungsloser Dampfer auf großer Fahrt. Die Lösung in einem Föderalstaat nach dem Muster der “Vereingten Staaten von Europa” zu sehen, ist nichts als eine vage Utopie. In Wirklichkeit wird Europa nicht funktionieren, wenn Deutschland nicht die Rolle wiederfindet, die es unter der Konstellation des Kalten Krieges in Westeuropa ausgeübt hatte. Der von mir hoch geschätzte Peter Lindseth formulierte das Ende Dezember 2012 so:

“But those marginal shifts are not enough to lead Germany to the sort of political and economic commitment of resources and leadership that resolving the crisis really seems to warrant. What needs to change, therefore, is not Germany’s calculation of its political-economic interests or even its understanding of the functional demands. Rather, as a threshold matter, what needs to change is Germany’s overall ‘moral’ interpretation of the nature of the crisis, as deriving from the fiscal profligacy of the periphery. … . Germany’s moral certitudes regarding the causes of the crisis be must be challenged and German domestic political discourse must acquire a new element. To wit: that Germany’s democratic system of government, as a willing participant in the construction of a deeply flawed monetary union, bears a significant degree of ‘fault’ (and therefore ‘responsibility’) for the current crisis.”

Unser moralisierende Diskurs versperrt den Blick auf die letztlich hegemoniale Position, die Deutschland in der EWWU besitzt. Wenn in Zypern (wie auch in allen anderen Fällen) Deutschland für die Situation verantwortlich gemacht wird, mag man das ungerecht oder gerechtfertigt finden: Es ist lediglich ein Ausdruck realer Machtverhältnisse. Selbst nach einem Ende der EWWU würde sich daran nichts ändern. Statt der EZB bestimmte nur wieder die Bundesbank die europäische Geldpolitik. Weil Deutschland diese Rolle hat, muss es das europäische Gesamtinteresse mit denken. Wer sonst? Zypern?

Es wird natürlich darauf ankommen, wie Deutschland mit dieser Rolle umgeht. Seit dem Ende der Amtszeit von Helmut Kohl ist das Bewusstsein darüber weitgehend verschwunden. Weder Gerhard Schröder, noch Angela Merkel wurden dieser Aufgabe gerecht. Mit Schröder begann ein Diskurs hegemonial zu werden, der Deutschland endgültig als Zahlmeister Europas wahrnahm. Frau Merkel sieht Europa als eine Funktion der Innenpolitik. Das war vergangenen Freitag deutlich geworden. Sie kann noch nicht einmal in Deutschland unsere Funktion in der EWWU definieren. Wie soll das dann in Brüssel funktionieren?

Es wird also nicht darauf ankommen, einen “perfekten Plan für Zypern” zu haben, wie ihn Andre Kühnlenz beschreibt. Es kommt darauf an, dass sich jemand in Berlin (und damit letztlich in Brüssel) dafür einsetzt – und zwar nicht nur unter den Bedingungen der eigenen (oder nationalen) Nutzenmaximierung. Das dürfen sich zwar russische Oligarchen leisten. Aber dafür werden sie bekanntlich auch verachtet – und damit ist kein Staat zu machen. Weder in Deutschland, noch in Brüssel.

{ 293 comments }

Reinhard März 19, 2013 um 17:01

Und da weit und breit niemand zu sehen ist, der Europa als Chance und nicht als Selbstbedienungsladen für lokale Machtspielchen … es wird nicht zumindest in den nächsten Jahren nichts ändern. Merkel bleibt Kanzlerin, ihre Politik bleibt, die innereuropäischen Verwerfungen bleiben. Solange nicht Europa Deutschland einfach ausschliesst und alleine weitermacht :)

Stephan März 19, 2013 um 17:11

Die Ironie ist: wir haben diese gigantische Technokraten-Maschine Europäische Kommission, Europäische Zentralbank und deutsches Finanzministerium und die sind sogar zu blöd einen ordentlichen Plan für ein überschaubares Problem vorzulegen.

Linus März 19, 2013 um 17:14

@Stephan:
Das stimmt doch nicht! Zypern ist nicht in der Lage, einen ordentlichen Plan vorzulegen.

NKB März 19, 2013 um 17:22

@fl
“Es kommt darauf an, dass sich jemand in Berlin (und damit letztlich in Brüssel) dafür einsetzt – und zwar nicht nur unter den Bedingungen der eigenen (oder nationalen) Nutzenmaximierung.”

Wer sollte das sein, bitteschön?
Die Geschichte der letzten zwanzig Jahre hat doch gerade gezeigt, dass es keine reale politische Kraft mehr gibt, die genau dieses Denken, was Du forderst, auch politisch trägt.
Es gibt sie nicht mehr, die “Staatsmänner”, schlimmer noch, es gibt in unserer Herrschaftselite nicht mehr mal ein Bewußtsein davon, wie sie staatsmännisch agieren könnte, denn unser aller Lebenskontext ist Nutzensmaximierung.

Da ist nichts mehr zu machen.
Aber als Sauerländer ist man doch eigentlich gut katholisch oder??

Doktor D März 19, 2013 um 17:28

@stephan: Vielleicht korreliert Größe mit Blödheit? ;-)
Aber im Ernst: Anstelle der ständigen Austeritätspredigten um das Vertrauen der Märkte zu gewinnen / zu behalten / whatever, sollten die Herrschaften sich mal Gedanken darüber machen, wie attraktiv eigentlich eine offensichtlich völlig dysfunktionale Währungsunion ist, bei der die simpelsten Sachen schief gehen. So langsam kommen ja so staats- und wirtschaftsordnungstragende Errungenschaften wie Rule of Law oder schlichte Verwaltungskompetenz unter die Räder, die ich eigentlich für gesicherte Dinge der Moderne gehalten habe….

Morph März 19, 2013 um 17:47

@Doktor D.

Nein, Du nicht auch! Du, Trostreicher im virtuellen Wahn, schreibst: “(…) sollten die Herrschaften sich mal Gedanken darüber machen, (…)”

Wenn DU (!) so schreibst, lass’ ich alle Hoffnung fahren!

Oh!, Ach! und Weh! : Es ist alles verloren!

"ruby" März 19, 2013 um 17:48

Um 19:30 Uhr wird sich Zypern aus der EWWU verabschieden :
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/parlamentsabstimmung-zyperns-regierungspartei-laesst-rettungspaket-platzen/7954300.html
Mutti darf dann Putin und seine Oligarchen zur Räson rufen – das Geschäftsmodell des Abkassieren und Sichern des Mittelmeeres lassen sich echte Finanziers nicht entgehen .
Die Zyprioten haben sich verzockt – “the Ugly” halt.
Selbst wenn der Peer jetzt cool bleibt kann er nur sehr schwer Kanzler werden. Denn bis dahin wird Angela die EU-Reform weiter managen wollen und erfolgreich erscheinen.
Die kannste nur mit der Wahrheit dekonstruieren.
Die Einlagensicherung in DE liegt bei über 100.000 € und die private Rentenversicherung hat ohnehin ihre Zukunft hinter sich.
Merkel und Steinbrück werden zu ihren 2008 Garantien stehen und das nationale Einlagensicherungsrecht staatlich durchsetzen müssen. Weidmann kann die Druckerei schon anschmeissen…
Sie können zeigen, was sie staatmännisch, -fraulich auf dem Kasten haben ;-)

Doktor D März 19, 2013 um 17:53

Das ehrt mich ja, lieber morph, aber auch ich gleite ab und an ab in digitalen Schwach- und Stumpfsinn. Zumal unterzuckert und überkaffieniert wie gerade.
Auf crooked timber kann man übrigens Zypern-Rettung spielen – für die Spieltheoretiker unter uns: http://crookedtimber.org/2013/03/19/what-would-you-do-part-2-the-island-of-surpyc/

Maxim März 19, 2013 um 17:57

Es geht nicht nur um moralisierendes Gerede über Schuld. Klar, mit der in Deutschland vorherrschenden, ideologischen Borniertheit ist keine Währungsunion zu machen, da bedürfte es schon einer regelrechten Kulturrevolution. Welches Land die Vorreiterfunktion hat, ist weniger relevant, vielmehr krankt es an der Grundidee (wobei der deutsche Einfluss freilich sehr offensichtlich ist). Ursprüngliche Ziele wie Wohlstand und wirtschaftliche Stabilität spielen längst keine Rolle mehr, das einzig formulierte Ziel ist bekanntlich Wettbewerbsfähigkeit und die südlichen Länder erleben bereits, welche Tyrannei das mit sich bringt. Solidarisch vereint, aber gleichzeitig untereinander um die niedrigsten Steuern und Löhne konkurrierend sollen die Euro-Länder ihre Waren auf dem Weltmarkt verramschen, das Ganze garniert mit einer “Blut, Schweiß und Tränen”-Rhethorik. Wer daran glaubt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Nanuk März 19, 2013 um 18:13

Ich finde es ja viel lustiger das man in Berlin glaubt man könne einfach so die Gelder russischer Staatskonzerne einfrieren.
Ist das seit neustem deutsche Aussenpolitik?

Was erwartet uns denn als nächstes in einem anflug von Grössenwahn?

Zeuge Joachims März 19, 2013 um 18:14

@ Doktor D

>>>So langsam kommen ja so staats- und wirtschaftsordnungstragende Errungenschaften wie Rule of Law oder schlichte Verwaltungskompetenz unter die Räder, die ich eigentlich für gesicherte Dinge der Moderne gehalten habe….

Ich habe den Eindruck, dass Du den @CM hier im Blog “der Einfachheit halber” überspringst. Jenseits von Symphatie oder Antiphatie solltest Du aber bei dem mal rein schauen. Der zeigt gelegentlich in erschreckend klarer Art, warum die gesicherten Dinge der Moderne nicht mehr nur häppchenweise, sondern in großen Paketen über die Wupper fliegen.

Keynesianer März 19, 2013 um 18:17

Es ist mir immer noch ein Rätsel.

Wenn die Schieflage der zypriotischen Banken die Folge des griechischen Haircuts ist, dann können weder die Banken, noch die russischen Oligarchen und schon gar nicht die Kleinsparer was dafür.

Hat die Schieflage der zypriotischen Banken andere Ursachen, dann wäre entsprechend eine bessere Bankenaufsicht und Bankenregulierung zu fordern.

Einfach die Konten der Bankeinleger zu plündern?

Mit welchem Recht? Da könnte man doch besser verlangen, die Konten von Merkel, Schäuble, Asmussen und anderen verantwortlichen Voll****en bei uns sollten mit 10 Prozent an der Bankenrettung auf Zypern beteiligt werden.

Oder geht es um etwas ganz anderes, größeres?

Die Gasfelder Zyperns zu verscherbeln und die Deutschen sind schuld?

Oder den Euro einen kräftigen Schritt weiter zum Abgrund zu stoßen und wieder sind die Deutschen schuld?

Weiß jemand, wer damit gemeint sein könnte:

„Kaum zu glauben, aber dennoch: Anscheinend sind die europäischen Politiker zu einem derart großen Risiko bereit, um einen einflussreichen Politiker unter Druck zu setzen, der sein Geld in zypriotischen Banken versteckt hat.“
http://de.rian.ru/politics/20130319/265754472.html

Einen Oligarchen dürften 10-15% doch nicht jucken?

Morph März 19, 2013 um 18:21

@Stephan

“Die Ironie ist: wir haben diese gigantische Technokraten-Maschine Europäische Kommission, Europäische Zentralbank und deutsches Finanzministerium und die sind sogar zu blöd einen ordentlichen Plan für ein überschaubares Problem vorzulegen.”

Nö, keine Ironie, sondern Normalität der großen Organisation. Ironie ist vielmehr, wenn einer hergeht und im Internet die Faust zeigt. Das ist wirklich lustig!

Merke: Eine virtuell dicke Hose ist keine dicke Hose. Quite the contrary.

Doktor D März 19, 2013 um 18:23

@Zeuge Joachims:
Da ich selbst total zu apokalyptisch-millenaristischem Denken neige, versuche ich mich selbst auszubalancieren, indem ich mal ganz bewusst die Gegenposition einnehme. Sonst lässt man sich nämlich viel zu einfach Errungenschaften von Aufklärung und Moderne abkaufen, weil das ja im grand scheme of things so beschlossen ist. Und auch wenn ich Carlos meistens total gerne lese, geht’s mir da doch ein bisschen zu geschichtsdeterministisch zur Sache.

Doktor D März 19, 2013 um 18:29

Mehrere Elefanten in einem Raum, Porzellan kaputt. Nur: Wie bringen wir die Elefanten zum Verschwinden?

Jackle März 19, 2013 um 18:30

Ach, man muss das positiv sehen. Das Pferd in der Lasagne schmeckt jetzt wieder!

Keynesianer März 19, 2013 um 18:39

@Stephan

… und die sind sogar zu blöd einen ordentlichen Plan für ein überschaubares Problem vorzulegen.

Du glaubst doch nicht wirklich an Dummheit?

Das Volk soll das dann für Dummheit halten, wenn die Politiker ihm wieder das Fell über die Ohren gezogen und verhökert haben:
“Ach, das mit den Gasfeldern, also das haben wir einfach übersehen, da haben wir den Vertrag nicht genau gelesen, also da kriegen wir jetzt halt nur 1 Milliarde im Jahr für Gas im Wert von Hunderten Milliarden. Aber Vertrag ist Vertrag, da können wir nichts mehr machen, leider …”

Die sind doch nicht blöd! Sogar das Merkel nicht und der Schäuble schon gar nicht und der Asmussen und alle anderen. Die arbeiten nur nicht in unseren Interessen. Für die Interessen, für die die arbeiten, läuft alles wie geplant.

"ruby" März 19, 2013 um 18:46

Auf Phönix haben schon alle Parteien ihre Statements abgeliefert .
Inszenierung pur !
Die Zyprioten gehen falsch in der Annahme, nach Ablehnung einen Nachverhandlungserfolg zu erzielen.
Wenn die Banken wieder öffnen ist NoBailOut angesagt.
Draghi kennt Paulson recht gut oder ?
http://gainspainscapital.com/2012/07/26/draghi-just-pulled-out-his-bazooka-how-long-before-the-crash/

Carlos Manoso März 19, 2013 um 19:19

@f.luebberding on 19. März 2013
„Im Gegensatz zu den zirkulierenden naiven Vorstellungen (etwa in der Kritik an den USA) bedeutet das keineswegs, diese Vormacht einzig unter dem Kalkül nationaler Nutzenmaximierung zu betrachten. Eine Hegemonialmacht existiert allein wegen der Asymmetrie der Machtverhältnisse. Man sucht sich das nicht aus…. Diese Rolle fehlt der europäischen Politik mittlerweile, obwohl die Währungsunion nichts anderes braucht: Eine Funktion, die gegen die divergierenden Interessen das Gesamtinteresse verkörpert. Im Falle Zyperns ist davon nichts mehr zu sehen gewesen. Die EU-Kommission ist ein schlechter Witz, den die Vertreter der Nationalstaaten nicht ernstnehmen.“

Lübberding, du hast m.E. den entscheidenden Punkt noch nicht erfasst. Du betrachtest m.E. die Phänomene immer noch durch die Brille der alten Nationalstaaten und der alten Nationalökonomien und neue Phänomene wie Souveränitätszerfall, Zerfall des warenproduzierenden Systems werden durch deine alten kategorialen Raster gefiltert, weil noch kein anders begriffliches Bezugssystem zur Verfügung steht. So drückst du die neuen empirischen Phänomene gleichwohl immer noch in den herkömmlichen alten Begriffsrastern aus.

Am Beispiel der USA könnte man den langen historischen Transformationsprozess von einem nationalstaatlich agierenden Gebilde zu einem transnational weltweit agierenden Gebilde nachvollziehen, das man –natürlich ist der Begriff missverständlich- als „Neue Imperiale Weltordnung“ bezeichnen könnte. Vereinfacht gesagt spielen heute die USA real und ideell die Rolle des „Gesamtkapitals“. Sie übernehmen die Rolle des „Weltpolizisten“, wobei die NATO in der „Neuen Imperialen Weltordnung“ die Rolle der weltweit agierenden Polizeitruppe übernehmen muß.

Subsysteme wie die „Europäische Gemeinschaft“ -deren Rolle du wegen deiner alten nationalstaatlichen Brille als „schlechten Witz, den die Vertreter der Nationalstaaten nicht ernstnehmen“ überhaupt nicht verstehen kannst- sind im Grundsatz integrale Elemente der „Neuen Imperialen Ordnung“ und das Gebilde „Deutschland“ ist innerhalb dieses „Subsystems“ nur ein relativ wichtiges Subsystem. Zwischen den Elementen der „Neuen Imperialen Weltordnung“ muß es aber immer Konkurrenz geben, solange diese „Neue Imperialen Weltordnung“ nichts weiter als eine historische Form der Krise des Weltsystems des Kapitals ist.

„das ändert nichts daran, dass das Gemeinwohl in Institutionen von jemandem vertreten werden muss, wenn diese funktionieren sollen. Daran fehlt es in der EWWU – und das wurde in der desaströsen Zypern-Politik deutlich. Am Ende sitzen sogar russische Oligarchen mit am Verhandlungstisch.“

Natürlich sitzen russische Oligarchen am Verhandlungstisch, ebenso wie auch deutsche Oligarchen sogar eine eigene Verhandlungsführerin am Tisch sitzen haben.

Vielleicht werden russische Oligarchen am Ende sogar den Deal in Zypern machen (Wladimir Putin ist m.E. zwar ein entscheidender Oligarch, aber ein Guter). Wladimir P. könnte jetzt seine Mitoligarchen mit Daumenschrauben zwingen, 9,9% ihrer zyprischen Guthaben abzudrücken und 91,1% ihrer zyprischen Guthaben (z.B. 25 Mrd. €) zur Moskauer Notenbank als „Solidarbeitrag“ zu transferieren. Die könnte dann auf Anweisung des obersten Oligarchen Putin dem Presidente Zyperns ein „unwiderstehliches“ Kreditangebot von 25 Mrd. € machen, das er „nicht ablehnen“ kann. Gazprom bekäme dann die zyprischen Schürfrechte für Gas und Öl und der Putin könnte dann dem neuen Presidente Chinas bei seinem schon terminierten Rußlandbesuch in der nächsten Woche ein super Gaspreisangebot von Putins Gazprom vorlegen, das der kinesische Presidente nur noch mit „säähr gutt“ kommentieren könnte.

Stephan März 19, 2013 um 19:19

Kommentare von Waschbären beantworte ich grundsätzlich nicht ;~)

Keynesianer März 19, 2013 um 19:22

Die Parlamentsdebatte in Zypern wird laut SPON von schrillen und vor allem “antideutschen Tönen dominiert”.

Wie haben das unser Klima-Merkel, Schräuble und natürlich der deutsche Bankenplünderer Asmussen doch wieder planmäßig hingekriegt.

Nur die Leserkommentare sind zu dem Thema völlig verplant. Sonst blicken es die Leser ja schon meist völlig richtig, aber hier sind sie der antideutschen Agenda auf den Leim gegangen und wollen alle die wertvollen Gasfelder aus dem Euro jagen.

Russland oder Israel werden sich dann gern um Zypern kümmern. ;)

Keynesianer März 19, 2013 um 19:23

Link zu SPON hab ich vergessen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rettungspaket-fuer-zypern-kein-abgeordneter-will-fuer-zwangsabgabe-stimmen-a-889824.html

Oder sollte man den besser weglassen in Zukunft, weil die Verleger sonst noch Geld für das Verlinken ihrer Lügen fordern. :)

f.luebberding f.luebberding März 19, 2013 um 19:32

Carlos

Nur welche Schlussfolgerungen ziehe ich jetzt daraus, außer der hegelianischen Erkenntnis, dass es so kommen musste, wie es gekommen ist? Ob Putin so ist, wie Du es beschreibst, wäre abzuwarten. Hier noch etwas aus dem Lager der Frau Merkel-Versteher.

"ruby" März 19, 2013 um 19:32

@ cm

Die Neue Imperiale Weltordnung mit dem Subsytem € lässt den Rubel Oligarchen auch mit den Türken Dollars keine levantische Entfaltungsmacht – bis hierher aber nicht weiter !

Systemfrager März 19, 2013 um 19:33

Der schnelle Wiederaufstieg der Bundesrepublik war möglich gewesen, weil der westdeutsche Reststaat des früheren Deutschen Reichs in der EWG eine Größe hatte, wo sich die Hegemonialstellung letztlich nur auf ihr ökonomisches Leistungsvermögen bezogen hatte.

Alles falsch!
1:
“Der schnelle Wiederaufstieg” war die Folge, dass die BRD ein Schauefenster gen Osten sein musste. (Sonst würde man mit dem Besiegten das tun, was man immer in der Geschichte mit dem Beseigten getan hat.)
2:
Es war keine “Hegemonialstellung” sondern eine unvostellbar privilegirte Stellung. Stichwort: Verwöhntes Kind.
3:
Und als der Kommunismus weg war, wollte DE nichts davon wissen, und es kam wie es kommen musste. GB und USA sind fähig, DE ist aber unfähig ein Hegemon zu sein. Das ist sozusagen die DE und EU Tragödie.

Die Lebenslügen des Ordoliberalismus und sein Aufgehen im Neoliberalismus
Lebenslüge 1: Die Soziale Marktwirtschaft als deutscher Erfolg
Lebenslüge 2: Der „Aufbau Ost“ als Erfolg der Rezepte der Sozialen Marktwirtschaft
Lebenslüge 3: Agenda 2010 als späte Bestätigung der Weimarer Reformen
weiter >>>

gelegentlich März 19, 2013 um 19:38

Kann mal Jemand den Versuch unternehmen in verständlicher Sprache zu erläutern, warum man Zypern das Geschäftsmodell der Iren und Luxemburger nicht gönnen will?

someone März 19, 2013 um 19:40

Die derzeitigen Entwicklungen haben doch auch etwas positives. Die Einschläferungstaktik der CDU und die Ignoranz der SPD ggü. Europa kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Man muss jetzt Farbe bekennen mit allen Vor- und Nachteilen und es kann endlich mal eine klare Diskussion über die Verfasstheit Europas geführt werden, ohne dass ständig Nebelkerzen geworfen werden. Dazu gehören dann allerdings auch solche Stimmen, die zurück in die vermeintlich heilen 80′er wollen.

Morph März 19, 2013 um 19:48

@Stephan

“Kommentare von Waschbären beantworte ich grundsätzlich nicht”

Mäßig lustiger performativer Widerspruch. Umso lustiger die Brille. Passt ja wie die virtuelle Faust aufs Auge. Nämlich nicht. ;-)

Eagon März 19, 2013 um 19:55

” Zypern ist nicht in der Lage, einen ordentlichen Plan vorzulegen.”

Ne Staatsanleihen Zyperns zu kaufen, dass macht die EZB nicht.

Das ist verboten.

Die lächerliche Summe 20 Milliarden Euro.

Die Deutschen haben einen Knall.

Sie tun alles wirklich alles sich selbst zu Schaden.

Vielleicht sind alles Enkel Goebbels.

Die Enttäuschung über das Versagen (Endsieg) sitzt tief.

h.huett März 19, 2013 um 19:55

Zur sich sträubenden Hegemonialmacht ein historisch bis zum Westfälischen Frieden zurückgreifender Beitrag aus dem New Statesman

Keynesianer März 19, 2013 um 19:58

@gelegentlich

Vermutlich geht es darum, dass Zypern für die Wirtschaft Russlands so ein wichtiger Drehpunkt wurde. Dazu noch die Gasfelder.

Die Chinesen aus Libyen rauszuwerfen und das Öl der Libyer zu stehlen, war natürlich einfacher, als etwas gegen russische Einflüsse zu unternehmen.

Außerdem ist Zypern nicht so wesentlich anders gelagert als Griechenland. Auch Griechenland ist reich an Öl- und Gasfeldern, Dass die arm wären und unser Geld kosten würden, ist ein Gerücht. Die interessierten Kreise würden gerne auch Griechenland aus dem Euro treiben, darum das ganze Theater mit den Schulden der Griechen.

Im Fall von Griechenland ist es ganz schwer aus kulturellen Gründen. Also wird es erstmal mit Zypern versucht. Unser Besatzungsregime (BRD) muss dabei mitspielen in der Rolle des rücksichtslosen Übeltäters, der alle Menschen dort unten gegen Nazi-Deutschland aufbringt und aus dem Euro treibt, wenn alles klappt wie geplant.

Dann wird alles privatisiert und gehört den globalen Konzernen. Und Deutschland ist schuld.

Systemfrager März 19, 2013 um 20:00

>>> The Germans have always been either too weak or too strong.
ja
irgendwie ähm … wie sagt man es …
paranoid?

Keynesianer März 19, 2013 um 20:06

@Eagon

Die Deutschen haben einen Knall.

Sie tun alles wirklich alles sich selbst zu Schaden.

Vielleicht sind alles Enkel Goebbels.

Die Enttäuschung über das Versagen (Endsieg) sitzt tief.

So soll das aussehen, ganz genau so. Und die linken Freunde in Deutschland werden voll darauf abfahren, dass das jetzt wieder die Nazi-Deutschen in ihrem Wahn waren. Die meinen wirklich, hier wären mit dem Klima.Merkel und dem Schräuble deutsche Nazis am Werk! Wird ihnen ja auch jeden Tag von den Medien so erzählt.

Wer es wirklich dreht, erkennt man an genau diesem Dreh, mal wieder die deutschen Nazis verantwortlich zu machen. ;)

Wegen 20 Milliarden Euro! Wo wir für 200 Mrd- eine deutsche Bad Bank gegründet haben unter der Schirmherrschaft von Asmussen.

h.huett März 19, 2013 um 20:07

Ich mache demnächst ein Reservat für den Keynesianer und den Systemfrager auf, da können sie ihre Selbstgespräche ungestört führen.

gelegentlich März 19, 2013 um 20:10

@h.huett
Nun, @Keynesianer hat immerhin geantwortet, sein Reservat transzendiert. Und selbst? Was haben Sie zu sagen, außerhalb des Reservates?

h.huett März 19, 2013 um 20:11

Lesen Sie doch einfach.

gelegentlich März 19, 2013 um 20:22

Wo?

Schütze Arsch März 19, 2013 um 20:28

@ gelegentlich – Zit. – “Kann mal Jemand den Versuch unternehmen in verständlicher Sprache zu erläutern, warum man Zypern das Geschäftsmodell der Iren und Luxemburger nicht gönnen will?”

Ich weiß das nicht so genau, bin ja schließlich nur der @Arsch und nicht der @Kopf (Kapo)

Aber einen Versuch unternehmen kostet ja nix, und einen Freischuß gibt mir gewiß auch der @Morph.

Also: –> Weil über Irland und Luxemburg UNSERE sogenannten Eliten samt Dienstadel ihre Drecksgeschäfte abwickeln. Über Zypern aber die sogenannten Eliten samt Dienstadel von DENEN.

http://www.tadema.de/2010/scarpinato.pdf

Eagon März 19, 2013 um 20:29

“Der Euro ist unsere Währung.”

http://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/wirtschaftswissenschaftler-heiner-flassbeck

Und sie haben das Vertrauen in diese Währung systematisch untergraben.

Brauchen wir nur einen neue Bundesbankpräsidentin?

Das reicht nicht aus.

Keynesianer März 19, 2013 um 20:31

@gelegentlich

Jens Berger bringt noch einen interessanten Gesichtspunkt für den Sitz russischer Firmen und die Abwicklung ihrer Zahlungen auf Zypern:

Eine Holding in einem EU-Land wird jedoch auch gerne gegründet, um von der Rechtssicherheit der Europäischen Union zu profitieren. Rechtssicherheit? Dieses Argument sollte spätestens seit dem letzten Wochenende gestrichen werden.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=16578

Der Zugriff auf die Konten auf zypriotischen Banken ist anscheinend durch nichts gerechtfertigt und mit nichts zu begründen, außer eben durch die fiesen Absichten, die damit verbunden sind. Denn die Auftraggeber dieser Politik sind ja nicht blöd und lassen noch ihre deutschen Marionetten den dreckigsten Part übernehmen.

"ruby" März 19, 2013 um 20:41

im heutejournal soll der bundesfinanzminister sprechen – schon wieder nach heute morgen :
jetzt kann Plan C ausgepackt werden
primat der politik ist wieder status quo
banken gehen pleite
hedger vagabundieren
real assets gesucht
passbehörden bekommen hochkonjunktur ;-)
stellt euch vor die vermögenden wechsel ihre konten und kommen mit den neuen pins und kennungen nicht zurecht oder sie müssen diese fiesen auslandskontogebühren bezahlen …
harmonisierte steuersätze – bürokratenwerk
oder gar steuern auf zinsen – unglaubliches steht bevor
morgen brechen die märkte ein – die welt geht unter !
inflation bahnt sich den weg
scheinwerte werden berichtigt
bilanzen schrumpfen
eurobonds?
http://www.spiegel.de/politik/ausland/kanzlerin-merkel-schliesst-euro-bonds-aus-a-841115.html
deutschand wird downgerated
die umlaufrendite steigt auf sagenhafte 1,5 %
morgen erleben alle diese wunder ;-)

Linus März 19, 2013 um 20:59

@huett:
Aus deinem Link:
“The question we face now is this: how can the Federal Republic, which is prosperous and secure as never before, be persuaded to take the political initiative and make the necessary economic sacrifices to complete the work of European unity?”

Was soll das sein?

gelegentlich März 19, 2013 um 21:04

@Schütze Arsch @Keynesianer
Herlichen Dank! Das heißt dann die Zyprioten haben sich einfach ein wenig beim WIR und bei DIE DA vertan. Schlimm.
Wie @h.huett die Sache beurteilt weiß ich immer noch nicht, da ich nur einen Link finden konnte. Gibt es noch mehr?

Doktor D März 19, 2013 um 21:15

Wenn ich mich recht erinnere, wäre doch die Ablehnung des “Rettungspakets” durch das griechische Parlament der Untergang der EU, aber zumindest des EUROs gewesen, ditto in Italien, Portugal, Spanien und Irland. Und jetzt kippt das zypriotische Parlament den Rettungspakt einfach so ohne großen Hassle. Steht denn dann morgen die Welt noch?

Schütze Arsch März 19, 2013 um 21:17

@ gelegentlich

Na, vielleicht übernehmen DIE DA ja, und vielleicht wird’s, relativ gesehen, nicht zum Schaden der Zyprioten oder ihrer Verhandlungsführer sein… Man weiß es nicht… Bei dem von @Doktor D weiter oben verlinkten interessanten Spiel entscheidet am Ende ja der Würfel…

@ Doktor D

Interessantes Spiel da bei “crooked timber”. Ich hab’s probie gewonnen! (allerdings mit Glück bei einer 1:2-Würfelchance)

Schütze Arsch März 19, 2013 um 21:19

Upps… den Schluß wollte ich eigentlich ganz löschen. Naja. Also ich hab es gewonnen, aber nur dank Würfelglück.

Doktor D März 19, 2013 um 21:20

Hmm, wenn man das hier liest, könnte man auf die Idee kommen, dass es zunehmend schwierig wird, DENEN ihre sogenannten Eliten und Dienstadel und UNSERE korrekt zu unterscheiden. Und zunehmend sinnloser….

someone März 19, 2013 um 21:25

Also wenn Zypern aus der EU rausgeht und sich Russland annähert, waren ja heute ziemlich viele Russlandflaggen auf der Demo, weiß ich nicht genau wie sich Griechenland verhält. Als Grieche könnte man sich Zypern anschließen, in den russischen Schutzbereich gelangen und dann der EU mit ihren Krediten einfach sagen: “Fickt euch!” Entschuldung mal nach Kriterien des Schuldners und nicht des Gläubigers.
Und der Ponta in Rumänien meinte ja such schon, dass ihm die Gängelei aus Brüssel mit dem Gemäkel aus Deutschland, das ihm zwar alle Pflichten auferlegt aber nicht alle Rechte gibt, auch ziemlich auf die Nerven geht.
Merkel sollte ihre EU-Politik des Valiums mal ganz schnell und grundsätzlich überdenken.

Andreas Kreuz März 19, 2013 um 21:31

Wett-bewerb belebt das Geschäfffft… ;-)

Andreas Kreuz März 19, 2013 um 21:55

Ja, ja, der Kleber hat’s eben gesagt:

“…dass man Oligarchen anlockt…”

Diese schleimigen Sprechpuppen!
Verjagt sie endlich!
Und füttert sie nicht mit Gebühren…

topi März 19, 2013 um 21:59

Mal ein Schwank aus der Realwirtschaft, Teil des Geschäftsmodells einer Mittelmeerinsel.

Der Klamottendealer präsentiert neben klangvollen Fremdmarken auch seine Eigenmarken, stark beworben.
Die Herstellungskosten in Bangladesh etc. sind genau so niedrig wie beim Markenartikel, nur kann man das aufwändig paillettenbestickte T-Shirt eben für den Euro kaufen, der an Material und Hungerlohn drinsteckt, statt es dem Markenhersteller für 40 abkaufen zu müssen.
Dafür legt man es nicht für 100 in den Verkauf (incl. MWST), sondern für 60 oder so (je nach Pflegezustand der Eigenmarke, auch abhängig vom verwendeten Material).

Das spielt natürlich nicht auf der Mittelmeerinsel, sondern in D oder sonstwo.

Auf der Insel muss man die Bude gründen, die die Klamotten aus Fernost importiert, und entsprechend teuer ins Zentrum der EWU weitervertickt. Dann fallen dort die großen Gewinnbatzen an, werden niedrigst besteuert, hier minimiert man seinen Gewinn.

Man sieht: wenn die EU ichtig dicht macht, looft det nich mehr so doll.
Aber wer sollte dafür die Cojones haben, sonst könnte man ja einfach das Steuerdumping beenden. :roll:

Schatten März 19, 2013 um 22:07

Mal so: Zypern ist eine “Pirate Bay”, der Bankensektor um soundsoviel größer als die Volkswirtschaft. Weiß man eigentlich, wieviel zypriotische Bankster im Bankensektor dort arbeiten? Müssen ja ziemlich viele sein!

Zypern – ein Land wie Liechtenstein, nur mit Euro.

Würde es uns stören, wenn den Liechtensteinern Gelder von den Konten genommen würden?

Der Punkt kann also nur sein, dass die Konten der Zyprioten denselben Regeln unterliegen, wie unsere. Was man ihnen antut, kann auch uns angetan werden.

Zudem: Die Idee, Gelder von den Konten der Kleinsparer zu nehmen, war wohl eine zypriotische. Nachvollziehbar – Sie leben von den reichen Russen, Ukrainern, Moldawiern, wollen diese nicht zu sehr verprellen!

Nun wird gefragt: Ja, aber Irland? Irland hat seinen Bankensektor verstaatlicht – wird Zypern nicht machen.

@Russland: Die Oligarchen haben die Gelder dem russischen Volk gestohlen, nun soll das russische Volk sie retten – auch nicht ohne…

holger März 19, 2013 um 22:11

Die Griechen werden sich nun Fragen: Hoppla die können das ja… Grillo wird zu neuen Ufern aufbrechen… Naja, usw. usw… :D

“Der Mensch stolpert nicht über Berge” LOL

topi März 19, 2013 um 22:15

Stimmt es eigentlich, dass die armen zypriotischen Kleinsparer auch in den letzten Jahren noch 4% Zinsen bekamen?

Na dann haben sie ja wohl ganz klar hochspekulativ angelegt, bei ihrer Hausbank. :roll:

Andererseits relativiert auch dies den großen Verlust, den Oma Hedwig und Klein Erna nun erleiden sollten, wenn ein paar Euro vom Konto verschwunden wären.

Hungernde Menschen ohne Krankenversicherung, 60 % Arbeitslose Jugendliche ohne Lohnersatzleistungen; aber das waren ja nur genderte Gesetze, das ist ja kein Problem.

Aber OMG, Kenny Kleinsparer töten, ihr SCHWEINE!!!

gelegentlich März 19, 2013 um 22:19

@Schütze Arsch
Noch einmal vielen Dank für diesen Link:
http://www.tadema.de/2010/scarpinato.pdf
Das liest sich wie Oskar Lafontaine nach seiner Demission. The Real Slim Shady würde jetzt dieses naiv gläubige Liedchen zitieren. Bei dieser Betrachtungsweise erstaunt aber, wieviel Gewese um pea nuts wie Zypern da gemacht wird, zumal es das Gleiche sozusagen unter uns gibt.

Linus März 19, 2013 um 22:33

@Schatten:
“Zudem: Die Idee, Gelder von den Konten der Kleinsparer zu nehmen, war wohl eine zypriotische.”
Endlich sagt das mal einer.

Doktor D März 19, 2013 um 22:37

Meanwhile in Cyprus:
“With the crisis escalating, an RAF flight carrying €1m (£850,000) in low denomination notes set off for Cyprus to provide cash for 3,000 British service personnel based on the Mediterranean island.

The banks have been shut since Friday and electronic transactions halted, although cash machines are still working and the Ministry of Defence said the euros were being flown in as “contingency measure”.”

Das ist wirklich amüsant. Da hat niemand mit niemand irgendwas abgestimmt.

Lina März 19, 2013 um 22:41

So, so….russische Oligarchen also….
In welchem Geschäft sind die denn wohl tätig? In der Jeansbranche?
In welcher Branche ist denn”der Russe” ein Gigant, ein Riese auf dem Weltmarkt? Und wer ist sein Gegenspieler?

Und was spielt sich im Moment in der Region ab?

Kommt mal aus dem mentalen Dorf raus, Leute.
Ihr nervt.

"ruby" März 19, 2013 um 22:50

@ Doktor D

Hat jemand die EZB in Zypern tatsächlich besucht, kontrolliert ?
Nicht, dass sich herausstellt, dass sie nur virtuell abrechnet bzw existiert!

"ruby" März 19, 2013 um 22:51

@ topi

Gerry Weber zahlt für das Kilo Blusen 70 cent Herstllungskosten ;-)

Frankie Bernankie März 19, 2013 um 22:56

@Doktor D

“Das ist wirklich amüsant. Da hat niemand mit niemand irgendwas abgestimmt.”

Naja, die Briten sind ja nicht dabei beim Euro. Wär noch schöner, wenn die da was zum abstimmen hätten.

Man soll ja nicht verallgemeinern, und man ist ja sowieso immer auf der Seite der Entrechteten, aber kann es sein, dass die Zyprioten vor allem ihr Geschäftmodell nicht aufgeben wollen?

Vor zwei Jahren ist ihnen ein Kraftwerk explodiert , eines von zwei auf der Insel.
Seitdem gibts immer wieder massive Stromausfälle und Abschaltungen, im Sommer katastrophal, weil die Kühlungen, Klimanalgen und crushed-ice-Maschinen immer wieder ausfallen. Da könnte man mit Solar was machen, mit absoluter Deckungsgleichheit von Erzeugungs- und Verbrauchskurve! Ein Traum für jeden EEG-traumatisierten Mitteleuropäer.

Aber nein, lieber schmeisst man Dieselgeneratoren an.

Das Bier nicht kühlen können, aber sich einen 8fach überzeichneten Bankensektor leisten für oligarchische Schwarzgeldmilliarden. Exemplarischer als in Zypern kann der Sieg der Zirkulationssphäre über die Realwirtschaft kaum dokumentiert werden.

Andreas Kreuz März 19, 2013 um 23:03

@FB

…mit absoluter Deckungsgleichheit von Erzeugungs- und Verbrauchskurve! …

Wo kommen wir denn da hin,
wenn Angebot und Nachfrage zusammen fallen?
Da leiert ja jedes Smartmeter in der Endlos-Schleife… [sfg]

Keynesianer März 19, 2013 um 23:11

Flassbeck:

Zypern: es geht nicht um „Sparer“, es geht um Menschen, die zufällig über’s Wochenende Geld auf dem Konto hatten http://www.flassbeck-economics.de/zypern-es-geht-nicht-um-sparer-es-geht-um-menschen-die-zufallig-ubers-wochenende-geld-auf-dem-konto-hatten/#sthash.Yepw6dOX.dpuf

Es geht wirklich nicht um Sparer. Es geht um Rechtssicherheit. Wenn es die nicht mehr gibt, kostet das im Euroraum hohe Zinsen. Hohe Zinsen aber sind schlecht für die Konjunktur, bewirken mehr Erwerbslosigkeit.

Man kann doch nicht einfach beschließen, irgendwelchen Leuten über Nacht was vom Konto abzubuchen. Vielleicht in Nordkorea, aber doch nicht in Europa. Das kapieren zum Glück auch Klein-Erna und der Fußball-Fan.

Es könnte für unser Klima-Merkel, Schräuble und den Trojaner Asmussen noch Folgen haben. Die werden hoffentlich bald von der politischen Bildfläche verschwinden, man kann die Visagen eh nicht mehr sehen.

Doktor D März 19, 2013 um 23:13

@fb: Na, Mitglied in der EU sind sie ja schon noch – auch wenn diese Nummer ihren Weg da raus sicher beschleunigen wird.

Dass es der zypriotischen Regierung und vermutlich auch einer Menge Zyprioten darum geht, ihr Geschäftsmodell nicht aufgeben wollen, sehe ich auch so. Aber wer sind Herr Schäuble et al. (Luxemburg! Niederlande! Österreich!), ihnen das moralisch vorzuwerfen?

Keynesianer März 19, 2013 um 23:16

Flassbeck hat auch ein geniales Beispiel gebracht:

Wer zum Bei­spiel für sei­nen klei­nen Betrieb Mitte letz­ter Woche einen Kre­dit auf­ge­nom­men hatte, um mor­gen eine Maschine oder ein Grund­stück zu kau­fen, dem ist der Kre­dit viel­leicht am Frei­tag gut­ge­schrie­ben und auf sein Konto gestellt wor­den. Mor­gen, wenn die Ban­ken in Zypern wie­der geöff­net haben, will er bezah­len und muss fest­stel­len, dass zehn Pro­zent der Summe ein­fach ver­schwun­den sind.
http://www.flassbeck-economics.de/zypern-es-geht-nicht-um-sparer-es-geht-um-menschen-die-zufallig-ubers-wochenende-geld-auf-dem-konto-hatten/#sthash.Yepw6dOX.dpuf

topi März 19, 2013 um 23:24

“Rechtssicherheit”, ja leck mich doch.

Es wird fette Enteignungen geben, wissen wir doch alle.

Angeordnete Lohnkürzungen von 20 Prozent, dafür noch Mehrwertsteuererhöhungen um x Prozent, in Teilen praktische Abschaffung der KV und der Lohnersatzleistungen.

Aber ein paar Groschen weniger auf dem Konto, ja, das ist so schlimm, da bricht alles zusammen.

“Hohe Zinsen”, ich lach mich tot.

Weil das scheue Reh und so.
Einsperren, fertig. Dann muss es auch nicht so zittern. :roll:

Thor März 19, 2013 um 23:26

Der Kleinsparer.
http://www.youtube.com/watch?v=XWO-JeCM7Jo

Ist doch alles total lächerlich.

Schütze Arsch März 19, 2013 um 23:31

Sind ja viele Abzweigungen im Spiel, das Tableau bei “Crooked Timber” müßte ja eigentlich noch um die Würfelungewißheiten der anderen Mitspieler angereichert werden.

http://www.globalpost.com/dispatch/news/afp/130319/ecb-continue-financial-support-cypriot-banks

Möglicherweise ist bei der EZB ja auch längst die Entscheidung gefallen, daß unter absolut allen Umständen den zyprischen Banken der Geldhahn NICHT zugedreht wird, egal was Merkel, Lagarde und Deisseldingsda noch so zusammenverhandeln?

@ Lina

Naja, wie der @Systemfrager im Nebetthread schon andeutete: “Oligarchen” sind dort die, die, wenn sie hier wären, “Leistungsträger” heißen würden. Nur daß das neue russische Geld wohl noch ein bißchen exhibitionistischer ist als das vorsichtige alte europäische Geld, weshalb hinter den einschlägigen Geschäftsschemata dort einzelne Namen noch deutlicher hervortreten als hierzulande. Das wird sich dort in der nächsten Generation sicher auch ändern…

Ansonsten schrieb Jens Berger im oben von FL verlinkten Artikel dazu ja was:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16578

@ Schatten

Die russischen Gold- und Währungsreserven belaufen sich im Moment auf so um die 530 Milliarden US$. Da könnten sie einige Inseln kaufen, wenn die Inseln denn gekauft werden wollen. Auch ohne das russische Volk zur Kasse zu bitten. Weiß jetzt zwar nicht genau, wie das rechtlich aussieht, ob die Regierung an diese Fonds zu solchen Zwecken ran darf. Aber wenn da ein Wille ist, sollte sich vielleicht ein Weg finden lassen…

Schöner russischer, in den möglichen Interpretations-Nuancen eigentlich kaum adäquat übertragbarer Spruch:

Esli nel’zia, no ochen’ khochetsia, to mozhno.

Etwa so: “Wenn man nicht darf, aber sehr will, dann kann man.”

Schatten März 19, 2013 um 23:36

@Lina

>”So, so….russische Oligarchen also….
In welchem Geschäft sind die denn wohl tätig? In der Jeansbranche?”

Du meinst also, die russischen Oligarchen haben mit ihren ukrainischen und moldawischen Genossen so ca. 40 Milliarden in Zypern angelegt, um sich so das zypriotische Gas im Werte von “600 Milliarden” (@Keynesianer) unter den Nagel zu reißen? Ähem, hust, interessant!

Zumal @Keynesianer mich mal interessieren würde, wieviel das Gas nun wirklich wert ist: minus Förderkosten etc.

[Exkurs: War ja ein Klassiker, wie Keynes den Vertrag von Versailles als unerfüllbar zerlegt hat, indem er aufzeigte, dass Kohle, ungefördert, tief in der Erde des Ruhrgebietes, zu Marktpreisen bewertet wurde. - BTW Der Brasilianer Eike Batista hat ja gerade 25 Milliarden Dollar verloren, weil seine Ölfelder wohl nicht so ergiebig sind, wie vormals geschätzt]

"ruby" März 19, 2013 um 23:40

@ Thor

Die Körperhaltung von “Peter Merseburger” und das Lachen – genialst.
Dagegen Schäuble auf ZDF und ARD – ganz mau.

Keynesianer März 19, 2013 um 23:40

Ich mag die Sparer ja auch nicht, darum bin ich für höhere Löhne. Es ist ein Unterschied, ob die Löhne um 10 Prozent steigen und damit die Spargroschen entwertet werden, oder ob die Regierung über Nacht beschließt, dem Sparer 10 Prozent vom Konto zu buchen.

Die Lohnkürzungen sollte man ja auch verhindern, dagegen habe ich mich auch immer gewandt, wenn die VWL-Professoren mit ihrem Kindermodell ankamen, dass mehr Arbeit gekauft würde, wenn die billiger wäre.

Wir müssen vor allem einen chaotischen Zusammenbruch vermeiden, der von anderen Kräften angestrebt wird. Die hören nach Zypern nicht auf, für Italien hat schon einer einen Schnitt für die Vermögen vorgeschlagen, also keine Vermögensteuer, sondern einen Haircut, einen “einmaligen”.

So blöde kann ja niemand sein, das ist alles Absicht, um den Leuten jedes Vertrauen zu rauben. Wir wollen hier nicht das neue Lateinamerika des angloamerikanischen Kapitals werden.

Schatten März 19, 2013 um 23:43

@Schütze Arsch

Ja, aber was nützen einem Inseln, ohne die Souveränität darüber?

Zudem: Ich habe vor kurzen einen Artikel gelesen, über diese Straße, die Putin durch Sibirien bauen ließ. Sollte komplett asphaltiert sein, aber es hat sich herausgestellt, dass es keinen Asphalt gibt, der Minus 40 Grad aushält – jetzt teilweise doch wieder (nördlich vom Baikal) Schotterstrecke. Was man mit dem schönen Geld alles machen könnte/müsste!

"ruby" März 19, 2013 um 23:47
Keynesianer März 19, 2013 um 23:52

@Schatten

Wieviel das zypriotische Gas wirklich wert ist, kann niemand sagen und hängt auch davon ab, wie sich der Preis in Zukunft entwickelt. Es ist aber in jedem Fall so um den Faktor 10 mehr wert, als das Geld, um das im Moment gestritten wird.

Man könnte also die benötigten Kredite einfach damit besichern und von der EZB für 1% Zins vergeben lassen. Natürlich nur gegen die Sicherheit, dass die Banken reguliert werden und die Verhandlungen über die Explorationen ebenso.

Letzteres läuft sonst über Schmiergeld und Bestechung, da kommt von dem Gas, egal was es wert ist, dann vielleicht eine Milliarde im Jahr in Zypern an und muss zur Schuldenzahlung verwendet werden, der Bürger sieht also nichts davon, aber die Familien der Politiker kriegen alle hohe Jobs bei der Fördergesellschaft und Millionen auf ihre Konten und tollste Villen umsonst.

"ruby" März 19, 2013 um 23:53

Mein Oma hat sich immer so herrlich über den Merseburger aufgeregt – ich fand den dabei so lustig …

Schütze Arsch März 20, 2013 um 00:00

Äh… Oligarchen…

Gibt da ja ganz verschiedene, einer der ersten Stunde etwa ist der:

http://de.wikipedia.org/wiki/Oleg_Wladimirowitsch_Deripaska

(weiß nicht, ob der mit Zypern zu tun hat)

Besonders stark sind sie wohl in der Metallurgie, während im Erdgassektor ja das staatlich kontrollierte Gazprom (>50% Staatsanteil) absolut dominierend ist und kaum jemand neben sich duldet.

@ Schatten

Na ja… Souveränität…

Wenn sie da Gas fördern und etwa einen Flüssiggas-Hafen bauen können, dann müssen sie nicht mehr in dem Umfang mit allen möglichen Transitstaaten um Pipelinebau und Transitgebühren verhandeln… Italien ist einer der größten Abnehmer russischen Gases und von Zypern dann nicht sooo weit… und damit auch die europäischen Verteilernetze.

"ruby" März 20, 2013 um 00:01

Was wäre, wenn nach Wiederfreigabe der Konten 1% mehr aufgebucht würden – sozusagen (Oster-)Vorauszahlung aus den 10 Milliarden € des Rettungsschirms?

"ruby" März 20, 2013 um 00:23

Also die Merkel, der Schäuble und der Asmussen machen Geldpolitik bester Unberechenbarkeit . Da können sich andere (z.B. Bernanke mit seiner ständigen Niedrigzinspolitik und QE XYZ) ein Beispiel nehmen – von wegen Vertraulichkeiten. Märkte brauchen ein Auf und Ab.

someone März 20, 2013 um 00:42

@all: Aber um mal festzuhalten. So als Zyprer ist russische Dominanz jetzt auch nicht unbedingt schlimmer als Merkel-EU, oder? Und was soll sich dann erst ein normaler Grieche denken. Lagerwechsel wäre da doch durchaus eine rationale Entscheidung, oder sehe ich das falsch?

Lina März 20, 2013 um 00:58

“Mr Dax” hat eben auf RTL den gleichen Verdacht gehegt: Gas.

Lina März 20, 2013 um 01:01

11. Januar 2011
Merkel besucht Zypern.
„Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Dienstag das geteilte Zypern besucht, im Oktober war der russische Präsident in Nikosia gewesen und bald kommt der französische Präsident. Doch die Führer dieser großen Länder besuchen Zypern nicht, um sich für die Lösung des Zypernproblems einzusetzen. Sie wollen sicher gehen, an der Exploration von Gas vor Zyperns Küste teilnehmen zu können, schreibt die linksliberale Tageszeitung To Ethnos aus Griechenland: “Falls große Gasmengen gefunden werden, dann werden besonders die Deutschen bereit sein, zypriotisches Gas zu kaufen, um es auf die europäischen Märkte zu bringen. Sie möchten also etwas daran ändern, dass Zypern die Erlaubnis zur Suche nach Gas US-amerikanischen Firmen versprochen hat. Indem deutsche, französische und russische Firmen an der Exploration teilnehmen, werden diese Länder (sogar vor Nikosia) über die zypriotischen Gasfunde zuverlässig informiert sein und können danach ihre Politik anpassen.”
http://www.eurotopics.net/de/home/presseschau/archiv/article/ARTICLE81506-Merkel-besucht-Zypern-wegen-Gas

(googelt „cyprus gas fields“ und wundert Euch)

Lina März 20, 2013 um 01:02

Die Schuldenquote liegt übrigens in diesem Zeitpunkt bei ca. 60%.
Verträge zur Gasförderung sind mit einer israelischen Firma abgeschlossen. ACHTUNG. Erdogan tobt.

Lina März 20, 2013 um 01:03

11.07.2011
Ein „Unglück“: Detonation eines Munitionslagers, das 12 Menschenleben kostet und das E-Kraftwerk zerstört
„Das Kraftwerk von Vassilikos, das über 50 Prozent des Elektrizitätsbedarfs im griechischen Inselsüden deckte, wurde durch die Explosion verwüstet. Es dürfte viele Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis es wieder ans Netz gehen kann. Die Reparaturkosten werden in inoffiziellen Schätzungen auf ein bis zwei Milliarden Euro beziffert (…) ein Fünftel der Wirtschaftskraft.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/unglueck-belastet-staatsetat-explosion-macht-zypern-zum-vierten-hilfskandidaten/4390580.html

Lina März 20, 2013 um 01:04

20.07.2011
Erdogan trifft reist in den türkisch besetzten Teil, um den „37. Jahrestag der Friedens- und Freiheitsoperation auf Zypern“ zu feiern. „Im Interview sagte Erdogan, wer die Türkei auf Zypern nicht sehen wolle, würde mit dem Süden kooperieren. (…)Erdogan ermahnte Südzypern zu Vorsicht auf, da die Türkei ansonsten eine klare Haltung einnehmen werde.“
http://www.trt.net.tr/trtworld/de/newsDetail.aspx?HaberKodu=a894e04b-9728-440b-99b5-bd2895932a45

Mittlerweile beansprucht Erdogan die Hälfte der Ägais…..demonstrative fast tägliche Verletzung der Lufträume griechischer Inseln durch türkische Militärjets und „plötzliches“ Auftauchen türkischer Explorationsschiffe wie das „Piri-Piri“ in griechischen Gewässern.

Lina März 20, 2013 um 01:05

Ich finde das Interview nicht mehr aber er sagte noch im Staatsfernsehen, dass Zypern in 2012 nicht mehr wiederzuerkennen werde.

Lina März 20, 2013 um 01:08

In Syrien soll aus “rein humanitären Gründen” ein Diktator gestürzt werden.
Russland tobt.
Deutschland ist mit Bundeswehr vor Ort.

Englische Gruppen befinden sich auf Zypern. Heute wurde für sie Bargeld eingeflogen.

Lina März 20, 2013 um 01:09

Ist natürlich alles nicht so.
Halluziniere wegen Übermüdung.

h.huett März 20, 2013 um 01:31

Wir könnten auch feststellen, dass sich Europa mit der Entwicklung der Krise entlang sehr viel älterer Traditionen neu sortiert. Plötzlich singen “Fortschrittsdenker” das Hohelied auf die Renaissance der Orthodoxie und der asiatischen Despotie, weil sie glauben, es ginge gegen den Kapitalismus. Die Geschichtsvergessenheit in solchen Phasen des Umbruchs ist frappierend.

h.huett März 20, 2013 um 01:36

… fehlt nur noch der Kniefall solcher Figuren wie “Keynesianer” und “Systemfrager” vor dem Patriarchen von Konstantinopel, dann wäre die Scharade perfekt.

Schütze Arsch März 20, 2013 um 02:15

@ H. Hütt

NAPHTA: “Und ich finde Sie russophil, vermutlich aus humanistischer Sympathie mit dem Cäsaro-Papismus.”

SETTEMBRINI: “Mein Herr, die Demokratie hat selbst vom Kreml mehr zu erwarten als von der Hofburg, und es ist eine Schande für das Land Luthers und Gutenbergs -”

NAPHTA: “Es ist außerdem wahrscheinlich eine Dummheit. Aber auch diese Dummheit ist ein Werkzeug der Fatalität -”

SETTEMBRINI: “Ach gehen Sie mir mit der Fatalität. Die menschliche Vernunft braucht sich nur stärker zu wollen als die Fatalität, und sie ist es!”

NAPHTA: “Gewollt wird immer nur das Schicksal,und das kapitalistische Europa will das seine.”

@ Lina

Keine Halluzination wegen Übermüdung, aber doch etwas kryptisches Aufeinanderstapeln von früheren Agenturmeldungen. Ich habe zu früher Stunde kurz nachgedacht, welche Vermutung Du uns damit vielleicht mitteilen hättest können gewollt… und irgendwie hakte dann der Haken ein bei sowas wie: –> Deutschland spielt gezielt Rußland in die Karten, weil es die zypriotischen Gasreserven lieber unter russischer Kontrolle sähe und Amis & Türken lieber draußen hätte. – Ist es das? Oder halluziniere ich jetzt?

Also das wäre mir jetzt echt zu sehr um die Ecke gedacht. Von hinten durch die Brust ins Knie. Nee, also nicht mit Schäuble und Durchwurstel-Merkel. Da will ich dann doch eher annehmen, daß die sich beim Mexican Stand-Off einfach verzockt haben.

Lina März 20, 2013 um 02:26

Schütze Arsch
“Deutschland spielt gezielt Rußland in die Karten, weil es die zypriotischen Gasreserven lieber unter russischer Kontrolle sähe und Amis & Türken lieber draußen hätte. – Ist es das? Oder halluziniere ich jetzt?”

Nö.
Viel banaler: ein paar internationale Firmen sind scharf auf Öl und Gas und zetteln einen neuen Krieg an.
Bezahlen wird am Ende IMMER nur der Schütze Arsch, egal mit welcher nationalen Tracht er durch die Weltgeschichte läuft.
Gewinnen wird am Ende IMMER nur der Oligarch, egal mit welcher nationalen Tracht er durch die Weltgeschichte läuft.

someone März 20, 2013 um 02:30

@huett:
Luebberding hat es in seinem Abriss recht gut herausgestellt, dass Deutschland als guter Hegemon fehlt und dass seit der Wiedervereinigung die deutsch-französische Freundschaft gelitten hat, schmerzt Sie sicherlich genauso wie mich als frankophiler. Nur Zypern gebietet diesem protestantischen, ostelbischen Irrsinn gerade Einhalt. Kann nur besser werden, wenn Merkel mal jemand vors Schienbein tritt.

h.huett März 20, 2013 um 02:32

Schütze A
Hihi. Vergiss bitte nicht die russische Seite von Merkels Bildungsbiographie. Mit dem “wissenschaftlichen Materialismus” nicht so sehr, aber anderen Bildungseliten alter Schule. Als läsen wir jetzt nicht den Zauberberg, sondern den Plot des nächsten John Le Carré-Romans. Der greise Smiley kehrt zurück und muss die Netze entwirren, erkennt PM Cameron als loose cannon on board of the Empire

h.huett März 20, 2013 um 02:36

someone
Ich fürchte, dass wir erst jetzt zu verstehen beginnen, was für eine Entfesselungskünstlerin in Mme Merkel steckt.

someone März 20, 2013 um 03:11

Sie ist halt eine Zauderin und führt dabei eine imperialistische Politik durch. Nur ist Deutschland dafür zu klein, um das durchzuziehen. Russland kann auch biestig werden: Ihr wollt aus Afghanistan abziehen? Fein, aber bitte keine Militärgüter über unser Territorium.
Ihr habt ein Problem in Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kurdistan? Bedauerlich, bedauerlich. Allerdings teilen wir eure Überzeugungen, dass Völker ihr Selbstbestimmungsrecht ausüben sollten. Wir gehen nicht so weit, dass wir eine Verantwortung zum Schutz sehen, aber einige humanitäre Hilfsgüter und einige Hilfsgüter zum zur Selbstverteidigung müssen schon erlaubt sein, wir halten uns nur an eure Regeln wie in Syrien.

Systemfrager März 20, 2013 um 06:34

>>> Plötzlich singen “Fortschrittsdenker” das Hohelied auf die Renaissance der Orthodoxie und der asiatischen Despotie, …
Es gibt keine größere Despotie als Kapitalismus
Aber die Lohnschreiber auf dem Hofe des Kapitals müssen es ganz anders sehen, nicht wahr Herr Huett

Keynesianer März 20, 2013 um 06:37

Wir haben hier Griechenland und Zypern als zwei reiche Staaten mit Bodenschätzen und geostrategisch wichtigster Lage. Aus historischen Gründen haben sich die Griechen der EU angeschlossen, weil die EU auch den Konflikt mit der Türkei moderieren könnte.

Wer Griechenland und Zypern aus der EU treibt, wie unser BRD-Besatzungsregime mit KlimaMerkel, Schräuble und dem Trojaner Asmussen, dient nicht den Interessen Deutschlands, sondern der Staatengruppe, der sich Griechenland mit Zypern dann zum Schutz vor der Türkei anschließen muss.

Das ist nicht Russland, das Zypern wohl nur als Tor zur EU und einigermaßen rechtssicheren Hafen nutzt. Der Profiteur der Nonsense-Politik von Klima-Merkel, Schräuble und Asmussen ist der Bund von USA und Israel. Deswegen soll die Geschichte ja auch so gedreht werden, dass die “Nazi-Deutschen” die Rolle des Bösewichts zu spielen haben, die Griechendland aus dem Euro treiben. Was unser Merkel natürlich gerne wie gewünscht liefert.

Der deutsche Michel ahnt gar nichts. Er meint, er solle für die armen Griechen und für Zypern zahlen und nichts dafür bekommen. Von den Öl- und Gasfeldern Griechenlands hat er noch nie nichts gehört und versteht überhaupt nicht, was die Griechen mit den Hakenkreuzen wollen und warum die jetzt die Deutschen hassen sollten. Letzteres ist natürlich Merkels Werk und das der USA und Israelis.

Letztere, auch oft USrael genannt, wollen noch den ganzen Euro-Raum zerlegen und ins Elend treiben, eine argentinische Finanzkrise, ein neues Lateinamerika für internationale Konzerne zum Ausplündern und für die neoliberale Privatisierung.

Nazi-Deutschland muss daran natürlich in allen Massenmedien alle Schuld haben. Das ist sozusagen in der Sache das Q.E.D.

Systemfrager März 20, 2013 um 06:37

Da fällt mir gerade auf ….
Keiner da mit der geistigen Onanie von Luhmann da?
Na wo sind die alle nur?
Arbeitslos?
Auch so viele Lohnschreiber kann sich der Hof des Kapitals nicht mehr leisten?
Nicht einma 1-€-Lohnschreiber-Job?

Systemfrager März 20, 2013 um 06:52

SPD-Chef Gabriel: “Zypern-Desaster trägt Merkels Handschrift”
Ja, Merkel ist an allem Schuld
Und wir wissen jetzt auch warrm:
Weil sie den dialektischen Materialismus studiert hat!
Danke Herr Huett.
Das war in der Tat eine große Entdeckung!
Tausend mal Dank!
(Dieser Mensch muss ein Luhmannianer sein – anders kann man es nicht erklären.)

"ruby" März 20, 2013 um 07:06

Im Herdentrieb wird tatsächlich noch über Geldpolitik für ein systemirrelevantes Zypern diskutiert, im Radio erwartet man den Albtraum : Schäuble oder Dusselbuoam im Interview zu hören.
Wo landet die RAF mit dem EURO-Zasten oder schmeissen die die Scheine aus der Luft ab ?
Sozusagen “LearKing” for Cyprus …statt reguläre Bankenöffnungszeiten ;-)
1 Million für 800.000 statt 3.200 – könnte für die Laufzeit des nächsten Kassenkredits erstmal reichen .
Ach ne springt ja die EZB ein, um Liquidität im €-Raum zu garantieren. Können die nicht schon eine Forderungsposition für Gasverkäufe in die Bilanz aufnehmen – die FED ist da etwas kreativer :
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/lockere-geldpolitik-die-fed-spielt-mit-dem-feuer-12120648.html

Nanuk März 20, 2013 um 07:10

“Ich fürchte, dass wir erst jetzt zu verstehen beginnen, was für eine Entfesselungskünstlerin in Mme Merkel steckt.”

Ja was die alles entfesseln kann… ich bin begeistert…
http://www.youtube.com/watch?v=yIN7cNnDJzc

h.huett März 20, 2013 um 07:35

“Systemfrager”

Nicht einmal lesen kann er, nur reagieren auf Signalwörter wie ein Sittich auf Appetenzsignale. Lies den Kommentar noch mal (Subjekt, Prädikat, Objekt) und dann mit etwas angereizten Synapsen könnte es klappen. Sonst bleibt er nur ein Kasper.

h.huett März 20, 2013 um 07:38

Die beiden Riesenbabies schreien um die Wette. Das ändert nichts am Befund. Wahrscheinlich deshalb.

Systemfrager März 20, 2013 um 07:43

Herr Huett
was wäre mit einem Uralub
oder mit der Frührente
Die Sprachkünstler mit NULL-Inhalt und NULL-Sinn sind nicht mehr “in”

Nanuk März 20, 2013 um 07:55

Tja was passiert wenn man Prinzipien aber keine Ideale hat. Das Merkel ein spannendes philosophisches Experiment auf meine kosten…

Systemfrager März 20, 2013 um 08:11

@Nanuk
Ad sinistram hat dies gerade großartig beschrieben

Verdummung kann man auch nicht verbieten

Diese elitäre Dummheit spricht über Sozialromantik und den Islam als Bedrohung, bemüht die schwäbische Hausfrau als ökonomisches Prinzip, glaubt die Steuerlast für Unternehmen und Millionäre zu hoch und nennt den Krieg einen Friedensfürsten. Und nichts davon kann man verbieten.

ad sinistram >>>

Keynesianer März 20, 2013 um 08:24

@h.huett

Ich versuche mal, Deinem Geschwurbel einen Sinn zu geben:

Ich fürchte, dass wir erst jetzt zu verstehen beginnen, was für eine Entfesselungskünstlerin in Mme Merkel steckt.

Das Merkel entfesselt die Griechen und Zyprioten aus dem Euro und lässt die Bürger beider Staaten voller Hass auf “Nazi-Deutschland” in ihr Verderben, also in die Arme von USrael laufen.

Die Griechen und Zyprioten werden vom Reichtum ihrer Länder nichts haben, das Öl und Gas und alles sonst bekommen dieglobalen “Investoren” geschenkt, und dürfen wieder Schafe hüten oder Dienstboten für ihre neuen Herren spielen. In der EU hätten sich die “Investoren” doch nicht einfach so alles unter den Nagel reißen können. Darum müssen Griechenland und Zypern da rausgetrieben werden von ihre “Nazi-Regierung”.

Die Merkel hat den Job, den Hass auf D zu schüren.

Frankie Bernankie März 20, 2013 um 08:24

@Hhuett

„Wir könnten auch feststellen, dass sich Europa mit der Entwicklung der Krise entlang sehr viel älterer Traditionen neu sortiert.“

Ja, das tut es, vielleicht verliert das Abendland Zypern ans neue „Ostrom“, und wenn schon.

Heute morgen im Radio hörte ich ein“Stimmungsbild“, zwei Zyprioten, die sich schon auf Russland freuen,“weil Europa uns ja nicht helfen will“. Na gut, 2 Hansel, das kann nicht repräsentativ sein ( obwohl , 2 von 800000 , das ist genauso wie 200 in Deutschland , auf Basis einer solchen Menge trauen sich manche Demoskopen schon belastbare Umfragen zu ).

Also, Russland will helfen, das Wall Street Journal will erfahren haben, gegen einen ordentlichen Anteil an der staatlichen Gasfirma und Aufsichtsratsplätzen bei zyprischen Banken.

Gut, sollen sie! Das hätte die Eurozone auch haben können ( Besicherung von Krediten aus künftigen Gaserlösen ) – wollten wir aber nicht.
Manche Geschäfte macht man , andere nicht, das sei der Weisheit schwäbischer Hausfrauen geschuldet.

Glückliches Zypern, dass es über einen solche Pfänder verfügt – das Erdgas, an dem jeder Interesse hat, niedrige Unternehmensteuern und Geldwaschstrassen, an dem vor allem Russen ( Oligarchen? Ministerpräsidenten? Das russische Volk?) Interesse haben.

Die Russen werden das machen, schon wegen dem Erdgas, denn das ist ihr Geschäftsmodell. Die Russen verstehen nur Öl/Gas, sie denken nur Öl/Gas, sie können nur Öl/Gas, so hat jeder seinen Platz auf der Welt.

Also:die EU muss seinen Bürgern nicht noch eine Staatenrettung erklären, Zypern darf weiter Geldwaschstrassen betreiben, Russland darf weiter fossil handeln und bleiben – eine win-win-win-Situation!

Keynesianer März 20, 2013 um 08:27

Sollte natürlich heißen:

Darum müssen Griechenland und Zypern da rausgetrieben werden von unserer “Nazi-Regierung”.

Nanuk März 20, 2013 um 08:30

“Also:die EU muss seinen Bürgern nicht noch eine Staatenrettung erklären, Zypern darf weiter Geldwaschstrassen betreiben, Russland darf weiter fossil handeln und bleiben – eine win-win-win-Situation!”

Ja dein Sarkasmus ist wunderbar…

Nanuk März 20, 2013 um 08:32

Spieltheorie ist wunderbar damit kann man aus Scheisse Gold machen…

Keynesianer März 20, 2013 um 08:35

@Frankie Bernankie

Gut, sollen sie! Das hätte die Eurozone auch haben können ( Besicherung von Krediten aus künftigen Gaserlösen ) – wollten wir aber nicht.
Manche Geschäfte macht man , andere nicht, das sei der Weisheit schwäbischer Hausfrauen geschuldet.

Also WIR wollten das schon, nur werden WIR nicht gefragt von unserem Besatzungsregime, das allerdings nicht für Russland handelt. UNS sollen die armen Griechen und Zyprioten nur dafür hassen und vermutlich kommen bald die passenden Hollywoodfilme bei denen in die Kinos.

Russland könnte noch eine kleine Ablenkung sein, damit der eigentliche Profiteur, Israel, nicht so deutlich in Erscheinung tritt. Vermutlich wird Zypern im letzten Moment von USrael vor dem bösen Russen gerettet und Deutschland ist schuld.

Nanuk März 20, 2013 um 08:37
h.huett März 20, 2013 um 08:45

“Systemfrager”

Jetzt fängts erst richtig an. Solche Schreibatzen wie Du, ich muss zur infantilen Anrede nicht aus Mangel an Höflichkeit meinerseits, sondern aufgrund der schreihalsigen Uneinsichtigkeit greifen, solche Schreibatzen wie Du bleiben entweder vor der Tür oder müssen Eintritt dafür zahlen dafür (als Schmerzensgeld), hier immer wieder ihr paranoides Weltbild zu verbreiten, und es für entbehrlich halten,zu validen Argumenten zu gelangen.

Die Eintrittshürde wird höher. Und als willkommenen Anlass dazu eröffne ich gleich einen anderen Diskussionsstrang zu Volker Gerhardts Buch “Öffentlichkeit – Die politische Form des Bewusstseins”. Ein treffendes Luhmannzitat hat Gerhardt seiner eigenen Einleitung vorangestellt: “Seine Individualität als Mensch gewinnt der Einzelne erst in der politischen Öffentlichkeit.” (N.L., Die öffentliche Meinung 1971/1979). Ich werde beim taz-lab am 20. April (zusammen mit Jan Feddersen) mit Volker Gerhardt über sein Buch reden und freue mich auf anregende Diskussionen als Vorbereitung darauf.

"ruby" März 20, 2013 um 08:50

CyJamieRupertAdamDan
http://www.youtube.com/watch?v=wE3cpxnIwWY
wundervolle Reibung

"ruby" März 20, 2013 um 09:04

Mindestlohn ?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/niedriglohnsektor-deutsche-betreiben-sozialdumping-12120765.html
Mindeststeuersätze wie im Geschäftmodell Zypern sind angesagt !
Also Donnerstag Kontoeröffnung bei den zypriotischen Banken …
Gibt dort auch noch echt gute Zinsen

kurms März 20, 2013 um 09:10

Frankie: “…eine win-win-win-Situation.”

Da fehlt noch ein “win”: Der Euro fällt und der deutsche Export jubelt.

"ruby" März 20, 2013 um 09:15

Das faselt der Schäuble gestern von zwei insolventen grossen zypriotischen Banken …
Draghi wird denen die Euroscheine noch persönlich otc überreichen ;-)
QE XYZ

Systemfrager März 20, 2013 um 09:18

@Huett
Ihre Mühen sind umsonst
:(
Es war noch in der Geschichte nie so, dass die dumme – von den Lohnschreiber der Reichen – Erzählungen irgendwann klug gemacht wurden – geworden sind -, sondern diese dummen Erzählungen wollte keiner mehr hören. Sie sind einfach gestorben, genau so, wie sie schon immer, seit ihrer Geburt waren: dumm.

Und nun ist die Geschichte der Menschheit wieder einmal so weit. Die alten Erzählungen der Lohnschreiber der heutigen wetlichen Oligarchen und Plutokraten will keiner mehr hören. Sie sterben so wie sie schon immer gelebt haben: dumm.

PS
Ach so. Ich habe “meinen” Luhmann schon seit etlichen Jahren hinter mir. Jetz ist er mir nicht einmal ein müdes Lächeln wert.

„Der Weg verliert sich in die Dämmerung. Das Licht der großen Kulturprobleme ist weiter gezogen. Dann rüstet sich auch die Wissenschaft, ihren Standort und ihren Begriffsapparat zu wechseln und aus der Höhe des Gedankens auf den Strom des Geschehens zu blicken. Sie zieht jenen Gestirnen nach, welche allein ihrer Arbeit Sinn und Richtung zu weisen vermögen“.

Wer war das, Herr Huett?

h.huett März 20, 2013 um 09:31

Ich ernenne den “Systemfrager” zum Glückshasen bei Wiesaussieht. “Keynesianer” zum Ersatz-Bunny. Nein, dass er zur Illustration (ja von was denn, doch nicht der Belesenheit) Max Weber zum besten gibt, zeigt, dass er für romantische Stimmungen noch empfänglich ist. Würstel gibts immer paarig. Wie die Ohrfeigen.

aifran März 20, 2013 um 09:43

Ach tuts den armen Hans doch nicht dauernd schimpfen – angesichts seiner zerbröckelnden “Schuldgeld getriebenen “Wirtschaftswachstumswunderwelt” rennt der arme Kerl Angstschlotternd herum. Sucht kläffend nach Hundekeksen die er doch so liebt … und dafür tut er nun mal alles – komme was auch immer, ein Hundekeks und er ist mit dabei ….

Systemfrager März 20, 2013 um 09:54

Herr Huett
merken Sie es wirklich nicht?
:(
Sie benehmen sich infantil wie ein beleidiger (*)Bengel. Aber gut, Ihre Wahl und Ihre Entscheidung.
Wenn Sie sachlich nichts zu melden haben, wenn Sie nur persönlich austeilen wollen, werde ich leider nicht mehr auf Ihre Eskapaden reagieren.
(Nur ich persönlich entscheide, wer mich beleidigten kann.)

BB März 20, 2013 um 10:06

* Kecker, Lach * diese Keynesianer hier im Blog

Was für eine permanent um sich selbst kreisende Meta-Diskussion. Was für eine messerscharfe Schlussfolgerung von @fl.

Es wird also nicht darauf ankommen, einen “perfekten Plan für Zypern” zu haben, wie ihn Andre Kühnlenz beschreibt. Es kommt darauf an, dass sich jemand in Berlin (und damit letztlich in Brüssel) dafür einsetzt – und zwar nicht nur unter den Bedingungen der eigenen (oder nationalen) Nutzenmaximierung. Das dürfen sich zwar russische Oligarchen leisten. Aber dafür werden sie bekanntlich auch verachtet – und damit ist kein Staat zu machen. Weder in Deutschland, noch in Brüssel.

Kurzer Ansatz für eine Analyse:

“Es wird nicht darauf ankommen … den perfekten Plan … sondern darauf dass sich jemand dafür einsetzt ….”

Wofür einsetzt? Für den perfekten Plan, auf den es aber nicht ankommt?

Soviel zum Thema “Deutschaufsatz” (Note? Na ja), nun zum Thema “Zypern”:

Der einzige vernünftige Vorschlag kommt natürlich wieder einmal von Sarah Wagenknecht:

Wagenknecht forderte für Zypern nun „die isländische Lösung“. Nur so könne „eine kontrollierte Schrumpfung des Bankensektors gelingen“, bei der zugleich Steuerzahler und Kleinsparer geschont würden. „Die ausländischen Gläubiger müssen leer ausgehen, der Staat muss die Banken übernehmen und regulieren und Kleinsparer müssen geschützt werden“, forderte Wagenknecht. Nach Ansicht der Linkenpolitikerin würde eine Abgabe von 20 Prozent auf Einlagen über 500.000 Euro „ausreichen, um die Sparer mindestens bis zur Grenze der Einlagensicherung von 100.000 Euro abzusichern“.

Wie man hört, geht es den Isländern heute ziemlich prächtig.

Machen! Pronto! Zack Zack! Nicht schwurbeln.

"ruby" März 20, 2013 um 10:20

@ BB
Sarah Wagenknecht hat klassisch sicher die richtige Analyse und Therapie aber gegen die schöpferischen Bilanzierungsentwicklungen der US-Boys (Bilanzverlängerung durch unendliches negatives Eigenkapital) und deren Vormachtstellung wird es milde gesagt sehr schwer zu bestehen.
Das Geldschöpfungswachstum verstehen irgendwann auch die DummerstenPeoples und wollen es dann auch für ihre Bedürfnisse nutzen…
Das machen die Zyprioten den NeoConEliten gerade exemplarisch vor! Nachahmer garantiert.
Die Abzocker müssen sich was neues ausdenken ;-)
Die Kapitalbilanzabflussströme werden bald versiegen .

"ruby" März 20, 2013 um 10:37

Deutschland muss sein Geschäftsmodell ändern :
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/zyprisches-parlament-lehnt-rettungspaket-ab-schaeuble-zypern-muss-sein-geschaeftsmodell-aendern-12121133.html
Der ist doch viel zu feige mit Mutti und Sarah Wagenknecht zusammen die Insolvenzbanken und einen “systemirrelevanten” €-Staat bankrottgehen zu lassen oder versucht er sich gegen Draghi durchzusetzen?

Keynesianer März 20, 2013 um 10:41

Jetzt kapiert es doch endlich mal:

Inflationieren heißt die Lösung aller Schuldenprobleme!

Wer mit Haircuts und Bankencrashen anfängt, mit wenigen Ausnahmen wie Island, will die Probleme nur potenzieren.

Mit 5% Geldentwertung sind alle Schulden alle 10 Jahre real halbiert. Da wird niemand betrogen und für Spekulanten unbd Gauner gibt es wenig Ansatzpunkte.

Die Geldentwertung wird durch Lohnerhöhungen erzwungen und Deutschland muss damit anfangen, wegen der Wettbewerbsfähigkeit. ;)

So einfach ist das alles und alle anderen Debatten dienen dem Betrug.

gw März 20, 2013 um 10:55

@systemfrager

Ich denke, die Leser hier können darauf verzichten, dass Hr. Huett zum “Systemfrager II” wird. Und wenn er es doch würde, gäbe es diesen Blog hier vermutlich nicht mehr lange. Die Kommentatoren haben doch genug Möglichkeit zur Dikussion, und jeder kann sich daraufhin selber sein Bild machen.

Ich würde heute auch nicht mehr so mit der Tür ins Haus fallen wie zu Beginn, sondern den LeserInnen Raum lassen für ihre eigenen Schlussfolgerungen.

Abgesehen davon, dass Luebber und Huett auch nicht mit allem Unrecht haben, stellen sie doch (früchtemässig) eine wundervolle Plattform zur Verfügung, wo man sich (oft) sehr fundiert und ansprechend (m.E.) über Wirtschaft und Politik informieren kann. Und das sogar kostenlos. Ich finde, damit haben sie auch ein paar Kekse verdient.
oh, den Morph hab ich ganz vergessen ;-)

oh, Morph hab ich jetzt vergessen ;-)

"ruby" März 20, 2013 um 10:56

Ist schon lustig, dass die STAMOKAPs von 1989/90
garnicht bzw. als letzte merken, dass in 2013 ihre Denke nicht funktioniert – goodbye .
Und dann noch die Özdemirs und Steinmeiers mit ihrem währungs- und geldpolitischen Sachverstand einer gemeinsamen Union – ola la…

Systemfrager März 20, 2013 um 10:57

Bravo Jens
etwas, was man von den verwelkten und ausgelaugten alten Lohnschreiber der westlichen “Eliten” nie erfahren wird:

Russische Oligarchen, zypriotische Geldwäsche und deutsche Saubermänner

Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Methoden deutsche Politiker und Journalisten greifen, wenn es darum geht, sich auf Kosten Russlands zu profilieren. Die Diskussion rund um das ESM-Paket für Zypern ist dafür wieder einmal ein gutes Beispiel. Russische Spareinlagen auf zypriotischen Banken stammen – so lesen wir – grundsätzlich von „Oligarchen“. Und Gelder von „Oligarchen“ sind – so hören wir – grundsätzlich illegal und dienen lediglich der Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Daher ist es – so ahnen wir – auch nur rechtens, wenn man den Besitz russischer Staatsangehöriger im EU-Land Zypern beschlagnahmt.

Aber die Zyprioten sollen sich doch bitte nicht beschweren, schließlich sind sie es ja, die nichts dagegen getan haben, die „falschen“ Kunden anzuziehen. Ist das so? Nein, auf dem Schattenfinanzindex der NGO „Tax Justice Network“ rangiert Zypern auf Platz 20 im Mittelfeld, während Deutschland auf Platz 9 zur Top Ten der Schattenfinanzplätze zählt. Es ist kein Zufall, dass ein großer Teil der „Gaddafi-Milliarden“ ausgerechnet in Deutschland gefunden wurde. Zypern kann zudem darauf verweisen, dass es die Anti-Geldwäsche-Vorgaben der OECD offenbar komplett umgesetzt hat. Deutschland hat von den 49 Punkten bislang nur fünf umgesetzt. Aber wen interessieren schon Fakten? Wir wissen ja schließlich alle: Der Russe ist ein böser Oligarch, der Zypriot ein Geldwäscher und wir sind die Musterknaben in allen denkbaren Disziplinen. Die Welt muss uns lieben.

nachdenkseiten >>>

holger März 20, 2013 um 11:14

Das kann man mal aufgreifen

Aber wen interessieren schon Fakten? Wir wissen ja schließlich alle: Der Russe ist ein böser Oligarch, der Zypriot ein Geldwäscher und wir sind die Musterknaben in allen denkbaren Disziplinen. Die Welt muss uns lieben.

So sieht es aus… Eben…

Wir wissen alles grundsätzlich besser und die “Bild” so oder so. Letztlich handelt es sich auch nur um einen 100% Irrtum.

Vielleicht sollten sich manche mal auf die veränderte geopolitische Lage einstellen. Da wären auch die Bestrebungen der BRICS anzumerkeln… aber solange sich gewisse Protagonisten für den Nabel der Welt halten, ist eh keine Besserung in Sicht. Der Deutsche droht mit der Kavallerie LOL und die Wagenknecht will alles enteignen was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Der Morgenthau-Plan wäre wohl nicht das Schlimmste gewesen…

Jackle März 20, 2013 um 11:25

“So einfach ist das alles und alle anderen Debatten dienen dem Betrug.”

http://1.bp.blogspot.com/_yKLr5s9o2G0/So6l8v-GCpI/AAAAAAAAAoM/WRDY62ZumO4/s1600-h/so+einfach+ist+das+mann+3.jpg

Carlos Manoso März 20, 2013 um 11:31

@ f.luebberding März 19, 2013 um 19:32
„Carlos Nur welche Schlussfolgerungen ziehe ich jetzt daraus, außer der hegelianischen Erkenntnis, dass es so kommen musste, wie es gekommen ist? Ob Putin so ist, wie Du es beschreibst, wäre abzuwarten. Hier noch etwas aus dem Lager der Frau Merkel-Versteher.“

„Es ist höchste Zeit, dass der Zusammenhang zwischen Verantwortung, Risiko und Haftung wieder in sein Recht gesetzt wird. … Es gibt also einen Zielkonflikt zwischen dem, was laut reiner Lehre geboten wäre, und dem, was aus pragmatischer Sicht notwendig ist. … Von der reinen Moral können sich die Europäer nichts kaufen, wenn Europas Finanzsystem kollabiert.
Die Rettung Zyperns hätte die Gelegenheit geboten, das Prinzip Verantwortung wieder teilweise in sein Recht zu setzen, ohne gleich eine Systemkrise auszulösen.
http://m.welt.de/article.do?id=debatte/kommentare/article114588742/Erst-die-EU-machte-Zypern-zum-echten-Euro-Risiko&cid=Startseite

Lübberding, ja, ja die perverse Springerwelt der oszillierenden Welt „zwischen Verantwortung, Risiko und Haftung“ ….. Mann, oh Mann, das perverse Chaos in den Hirnen ist ja zum Herzerweichen! Mir „hätten“ die Tränen fast zum Heulen gebracht !

Schätze jetzt mal, in diesem Pokerspiel muß der Presidente Zyperns dem Olig. Wladimir Putin nicht nur die zyprischen Öl- und Gasfelder anbieten gegen den “lebenswichtigen” Mega-Rettungskredit aus Russland. Nein, der Presidente Zyperns muß sein Angebotspacket jetzt auch noch weiter um ein paar zyprische Banken aufstocken.

Für die Übereignung der Banken an russische Oligarchen würde Putin die sichere Garantiesumme für deren Kontenguthaben sogar von 100.000 € auf ca. 200.000 € aufstocken, um die zyprischen „kleinen Leute“ für Putin zu gewinnen. Das Aufstocken der Garantiesumme auf 200.000 € kostet Putin ja eh nix, da auf den zyprischen Konten ab 1000.000 € eh nur russisches Oligarchengeld „liegt“ !

Die Oligarchen der EU müssten jetzt im Pokerspiel mit Putin den kolportierten Freibetrag leider von 20.000 € mindestens noch verzehnfachen. Die EZB der EU des Goldmanns Draghi könnte zwar jetzt den Banken Zyperns –denen lebenswichtige Liquidität nach Russland grausamerweise immer mehr abfließt- rettendes Geld zwar per Buchungsatz zur Verfügung stellen. Aber das darf die EZB ja laut „reiner Lehre“ kategorisch leider nicht, „aus pragmatischer Sicht“ aber schon. Zielkonflikt im Pokerspiel halt…

Eric B. März 20, 2013 um 11:51

Schwach, schwach. Immer die alte Leier von den Deutschen, die “führen lernen” müssen. Dazu sollen sie das “moralisieren” sein lassen. 1000mal gehört. Wird nie geschehen – es sei denn, man bindet Deutschland in neue Institutionen ein. Derzeit führt Berlin die Eurogruppe (via Dijsselbloem), den ESM (Regling), den Rat (Corsepius plus Rompuy) und blockt jede alternative mit einem Nein. Genauso im November geschehen, als die Troika einen fertigen Rettungsplan vorlegte. Dort kann man nachlesen, dass es auch anders geht. Solange Berlin nicht kooperieren will, müssen eben die anderen Nein sagen. Zypern zeigt, wie es geht. http://lostineu.eu/schaubles-schuld/

Fritz (@Fritz) März 20, 2013 um 11:52

Nur fürs Interesse und zu den Hintergründen der Entscheidung, die plötzlich niemand mehr verteidigen will: Es scheint bei Zypern auch eine Rolle Dijsselbloems zu geben, die interessant ist.
Bereits Ende Februar fragte S. Heibel in einem Artikel mit der Überschrift “Erste Enteignung in Europa erfolgreich”, ob die Verstaatlichung der SNS-Reaal Bank etwa der “Testballon für Zypern” sei: http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12234-erste-enteignung-in-europa-erfolgreich-

Diese “Enteignung” der Aktionäre und aller nachrangigen Gläubiger war augenscheinlich eine Idee Dijselbloems: http://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/aktuelles/archiv/2013/februar/0204snsreaal.shtml

"ruby" März 20, 2013 um 11:55

Sollten EZB, EU und andere heut auf die Idee kommen die verschwundenen Yachten und Flotten nach Zypern zu senden :
ein Lied für die Besatzungen :

http://www.youtube.com/watch?v=JcqK_j0eSFU

Hauke März 20, 2013 um 11:57

@Systemfrager

Aus dem Informationsbrief des Netzwerks Steuergerechtigkeit Deutschland zum Schattenfinanzindex:

“Für die ‚Spitzenplatzierung’ Deutschlands ist in erster Linie die Größe des Finanzplatzes maßgeblich. Ohne die Gewichtung anhand des Anteils am globalen Markt für Finanzdienstleistungen käme Deutschland nur auf einen Platz im unteren Mittelfeld (Platz 57).”

http://www.taxjustice.net/cms/upload/pdf/Deutsch/infosteuergerechtigkeit006.pdf

Manchmal schadet es nicht, auch den Methodenbericht zu lesen.

gelegentlich März 20, 2013 um 11:57

“Das Aufstocken der Garantiesumme auf 200.000 € kostet Putin ja eh nix, da auf den zyprischen Konten ab 1000.000 € eh nur russisches Oligarchengeld „liegt“ !
Stimmt das denn? Irgendjemand sagte mal: spiele nie gegen einen Russen Schach! Wir dürfen wohl gespannt sein.
Ich möchte aber nochmals fragen: was kann man legitimerweise gegen das zypriotische Geschäftsmodell einwenden wenn man Luxemburg und Irland doch weiter machen läßt? Angst, dass die kopiert werden? Slowenien könnte doch auch…

"ruby" März 20, 2013 um 12:03

Ist jetzt Revolution?
März 2013 !

"ruby" März 20, 2013 um 12:09

Stellt dem Asmussen mal einen Bämbel Äppelwoin zur Sitzung auf den Tisch
http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-03/zypern-zwangsabgabe-asmussen
Darf der Dusselbuoam eigentlich auch teilnehmen oder muss die Sitzung in Frankfurt unterbrochen werden ?
Gibt es einen Livestream?

Systemfrager März 20, 2013 um 12:13

@ruby
>>> Ist jetzt Revolution?
Das wissen wir nicht.
Das wissen nur chinesische Kommunisten.
:)
Wenn sie uns den Markt sperren, dann bricht alles in DE zusammen.
:(
Warum uns Amis nicht mehr retten werden?
Ganz einfach!
Sie haben es satt.
1:
Sie zerbomben ein Land
2:
Die Deutschen gehen auf die Straße, als ewige Pazifisten (auch Adolf war ein erklärter Pazifist – nicht vergessen)
3:
Mittlerweise sind schon die deutschen Mangaer unterwegs, in dem zerbomten Land mit der neuen Fünften Kolonne Geschäfte zu machen

Nein, das wollen die Amis nicht mehr.
:(

peewit März 20, 2013 um 12:27

@gelegentlich

–>”Irgendjemand sagte mal: spiele nie gegen einen Russen Schach!”

Ach was, das geht schon ;-)

(Magnus Carlsen – Alexander Grischuk, Candidates 2013, 2013.03.19)

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. d3 Bc5 5. c3 O-O 6. O-O d6
7. h3 a6 8. Bxc6 bxc6 9. Re1 Re8 10. Nbd2 d5 11. exd5 Qxd5 12. Nb3 Bf8
13. c4 Qd6 14. Be3 Nd7 15. d4 e4 16. Nfd2 a5 17. a4 f5 18. c5 Qg6
19. Nc4 Nf6 20. Bf4 Nd5 21. Qd2 Be6 22. Nbxa5 Reb8 23. Ne5 Qf6 24. Bh2 Rxa5
25. Qxa5 Rxb2 26. Rab1 Ra2 27. Qa6 e3 28. fxe3 Qg5 29. Re2 Nxe3 30. Nf3 Qg6
31. Rxa2 Bxa2 32. Rb2 Bc4 33. Qa5 Bd5 34. Qe1 f4 35. Bxf4 Nc2 36. Qf2 Bxf3
37. Rxc2 1-0

someone März 20, 2013 um 12:32

Die Zyprer sind für die Griechen sowas wie Hamburger Deutschlands; da geht mehr, lasst sie mal machen, die wissen schon was sie tun. Und mit der Angst dass sie rüberlaufen haben sie schon die ganze Zeit gespielt, sowas ist gelbtes zuasmmenwachsen. Im Gegensatz zu unserer mecklenburgischen Landpfaffentochter, das keine Vertretung für mich.

"ruby" März 20, 2013 um 12:45

Kommt der züpressische Finanzminister heute noch nach Frankfurt, dann sollte man schon mal eine geeignete Location auswählen :
http://frankfurt-interaktiv.de/frankfurt/apfelweinkneipen/apfelweinkneipen.html

"ruby" März 20, 2013 um 12:56

Gähn – jetzt spielen die MSM wieder auf Panikmache – man pfeiffen die aus den letzten Löchern …
http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-03/zypern-finanzkrise-bankensturm
Werden sich wundern, wenn alle Schwarzgelder nach wiederöffnen der Banken zu einem Einzahlungssturm führen – so online.mässig !
Thilo bitte melden ;-)
Wo enden eigentlich die Geldflüsse der Geldwäscher – Luxenburg, Lichtensten, Schweiz, London, Cayman, … ?

BB März 20, 2013 um 13:11

@ruby

Wo enden eigentlich die Geldflüsse der Geldwäscher – Luxenburg, Lichtensten, Schweiz, London, Cayman, … ?

Auf den Cayman-Inseln. Wenn sie dann dort alle aufeinander neben ihren Briefkästen hocken, können sie ihre Investments endgültig in Muschelgeld tätigen und sich die Dinger dann als Schmuck um den Hals hängen.

Das gilt auch für Pimco, die sich aus dem Euro-Raum verpdissen tun. Nicht, daass man sie dort vermissen würde. Aber Muschelgeld-Investments, das hätte was.

gelegentlich März 20, 2013 um 13:34

“Wo enden eigentlich die Geldflüsse der Geldwäscher – Luxenburg, Lichtensten, Schweiz, London, Cayman, … ?”
Auch in München oder Berlin, wo man damit Immobilien kauft. Freilich “bunkern” die nicht, wie Jens Berger bei den NachDenkSeiten es so schön ausgedrückt hat, sie “investieren”. Und bei UNS investierter Geld ist somit ja kein dreckiges mehr, das man waschen müßte. Leider steigen für die Eingeborenen dadurch die Lebenshaltungskosten. Das ist schon ein Stück weit dreckig.

Hauke März 20, 2013 um 13:46

Zitat Merkel (aus der FAZ):

“Zypern ist unser Partner im Euro-Bereich. Deshalb sind wir verpflichtet, gemeinsam eine Lösung zu finden.”

Müsste das nicht heißen, “Zypern ist Mitglied der Euro-Zone. Deshalb sind wir…”? Wahrscheinlich hat sie sich nur vertan.

topi März 20, 2013 um 14:00

gelegentlich

” Ich möchte aber nochmals fragen: was kann man legitimerweise gegen das zypriotische Geschäftsmodell einwenden wenn man Luxemburg und Irland doch weiter machen läßt? Angst, dass die kopiert werden? Slowenien könnte doch auch…”

Nicht nochmals; von “legitimerweise” war beim ersten Mal keine Rede.

Was soll überhaupt die EInführung dieses Punktes?
Wer handelt denn da nach welchen Legitimitätsregeln?

Du willst doch nur lästern, oder? :roll:

Der Umgang der EU mit “Steueroasen” ist wahrlich nicht mit rationalen Kriterien zu erfassen. Wie auch, hat man doch fetteste Steueroasen in sich, ohne dies thematisieren zu wollen, oder zu können, solange diverse Einstimmigkeits- oder Kuhhandelrealitäten das Handeln bestimmen.

R1B März 20, 2013 um 14:09
gelegentlich März 20, 2013 um 14:19

@topi
Zu meinem Charakter sage ich im wohlverstandenen Eigeninteresse nichts.
Wenn es aber so ist dass man prinzipiell gegen Steueroasen im Euro-Raum keine Einwände hat – worum geht es dann bei diesem Zypern-Bohei überhaupt?

herb ransom michaelsen März 20, 2013 um 14:34
topi März 20, 2013 um 14:35

gelegentlich

Na so ist das ja nicht, dass man prinzipiell keine Einwände gegen Steueroasen hat.

Eher im Gegenteil: prinzipiell hat man sehr starke EInwände gegen Steueroasen, inner- und außerhalb der EU/EWU. Sogar aufs Schärfste!

Aber das muss man natürlich bei Luxemburg differenzierter sehen, gegenüber Österreich auch, die Schweiz ist ein guter Nachbar, die Liechtensteiner sympathisch auf ihrem Hügel; bei den Niederländern und Franzosen gibts halt die historisch gewachsenen Verbindungen, die britischen Inseln, tja, dagegen kann man ja eh nix machen, die armen Iren haben sich selbst aus der Armut gezogen, das muss man verstehen, und so weiter und so fort.

Diese Zyprioten da unten, Griechen zumal, die sollen sich halt am Riemen reißen, und vor allem nicht mit den Russen flirten.

Die Briten haben ja schon erklärt (offiziell?), dass sie ihre Bürger für die Rasur entschädigen wollen. Offenbar sind die Interessen der “Kleinsparer” nicht so groß, als das sie sich nicht wuppen lassen. Und die “Mittelsparer” (Reiche gibts ja nicht, dass sind nur zwei oder drei Multimilliardäre auf der Welt, oder eben russische Oligarchen) hingen dann eher in irischen Banken drin.

dalena März 20, 2013 um 14:36

@schütze …

Lies doch mal die letzten Wikileaks Dokumente über Merkel und Russland. Vielleicht fällt dann der Groschen

topi März 20, 2013 um 14:37

Man sollte aber auch berücksichtigen, dass die Handelnden keine Computercharaktere, sondern Menschen sind. Die ändern durchaus ihre Ansichten, oder ihre Konfrontationsbereitschaft, oder oder.

Carlos Manoso März 20, 2013 um 14:48

@ topi März 20, 2013 um 14:00
„Der Umgang der EU mit “Steueroasen” ist wahrlich nicht mit rationalen Kriterien zu erfassen. Wie auch, hat man doch fetteste Steueroasen in sich, ohne dies thematisieren zu wollen, oder zu können, solange diverse Einstimmigkeits- oder Kuhhandelrealitäten das Handeln bestimmen.“

Topi, „Geldflüsse“ fließen in Nanosekunden als Bits und Bytes durch die Datenleitungen des Internets, das bekanntlich keine dauerhaften „nationalen“ Entitäten wie etwa den „Euroraum“ oder „Luxenburg, Lichtensten, Schweiz, London, Cayman“ kennt. Natürlich gibt es auch irgendwo im Euro-Raum oszillierende gigantische Blasen von „fiktivem“ Geldkapital in verschiedenen Formen, von denen Blasen wie etwa „Staatsschulden nur kleinere Blasen sind.

Blasen von „fiktivem“ Geldkapital haben sich mittlerweile in den wesentlichen Motor der Kapitalakkumulation transformiert. Beispielsweise waren die gewaltigen Investitionen für das Anschieben der industriellen Massenproduktion (Auto, weisse Ware, etc) finanztechnisch nur in Form von „Vorgriffsen auf die Zukunft zu mobilisieren, erwartete Zukünfte, die allerdings tatsächlich noch durch real nachfolgende Profite eingelöst werden konnten. Heute werden allerdings die Grenzen dieser „Vorgriffe auf die Zukunft“ IMMER SICHTBARER.

Jedesmal, wenn die Grenzen dieser „Vorgriffe auf die Zukunft“ erreicht sind (und sie sind immer sichtbarer erreicht infolge der 3. industriellen Revolution), muß zwingend eine Entwertung des „fiktiven Kapitals“ folgen. Diese Entwertung macht dann nicht nur die zugrunde liegende Strukturkrise sichtbar, sondern muß sich zwangsläufig auch in der Entwertung des Geldmediums selbst ausdrücken.

Die „Rettungskrise des Euro“ 2013 ist nur eine Form, in der sich die Entwertung des Geldmediums ausdrückt. Hirn-Fehlschaltungen der Euro-Nomenklatura lösen dann sofort Konkurrenzkämpfe mit konkurrierenden Nomenklaturen wie etwa Wladimir Putin aus.

Ein hartgesottener Profi wie Putin wittert dann z.B. sofort die Geschäftsgelegenheit, für nur 25 Mrd. Euro sich ein ganzes EU-Mitgliedsland zu kaufen mitsamt seiner Öl- und Gasfelder. Dazu bekäme Ober-Oligarch Putin als „Zuckerl“ für 1 € ein paar insolvente Zypernbanken mit 25 Mrd. € Kundengeldern seiner russischen Oligarchenkollegen gratis draufgepackt.

Carlos Manoso März 20, 2013 um 15:45

@ topi März 20, 2013 um 14:00
++ EIL++

„Die Finanzminister Russlands und Zyperns haben vorerst keine Einigung über die Regelung des Schuldenproblems des Inselstaates erreicht. Die Verhandlungen in Moskau werden aber laut Zyperns Finanzminister Michail Sarris „an einem anderen Ort fortgesetzt“. .. Laut Medienberichten geht es neben einem Rückzahlungsaufschub des russischen Kredits in Höhe von 2,5 Milliarden Euro auch um einen weiteren Kredit von mehreren Milliarden Euro im Austausch gegen Anteile an zyprischen Banken und Energie-Aktiva.“
http://de.rian.ru/business/20130320/265762209.html

Ober-Oligarch Wladimir entpuppt sich immer mehr als Profi („weiteren Kredit von mehreren Milliarden Euro im Austausch gegen Anteile an zyprischen Banken und Energie-Aktiva.“)!

Putin könnte jetzt schon mal langsam für ein paar Millionen Rubel 3 Friedensnobelpreise beim Nobelpreiskommitee in Oslo einkaufen und auch die Nobelpreisverleihung an Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und Jörg Asmussen sponsern.

h.huett März 20, 2013 um 16:00

CM
Du meinst, Putin spielt “Heim ins Reich!” und stiftet den Kriegsnobelpreis?

"ruby" März 20, 2013 um 16:02

Unser Palstätinafährdienst kann den Barack doch mal nach Zypern übersetzen – die Kreuzritter haben dort auch Station gemacht.
“Zu den Kreuzfahrerstaaten wird auch das Königreich Zypern gezählt, das während des Dritten Kreuzzugs gegründet wurde. Richard Löwenherz eroberte die Insel auf seinem Weg ins Heilige Land, die in der Folgezeit das Herrschaftsgebiet der entthronten Könige von Jerusalem bis 1489 wurde.”
aus wiki
http://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Kreuzzug

Ich sach nur die Britten werden nicht teilen …

Q. März 20, 2013 um 16:15

@FL
Du machst (wie immer, nur diesmal moderater ;) ) den Fehler, zu moralisieren und Schuld bei Nationen (bzw. genau einer) zu suchen, anstatt die Funktions- bzw. präziser Dysfunktionsbedingungen besser zu verstehen.

Natürlich kann es nicht wesentlich anders gehen als früher (“Bazar”), wenn es keine gemeinsame Instanz für das Gesamtinteresse gibt.

In dem Vergleich mit “früher” unterschlägst Du gekonnt, daß sich seit Einführung der Währungsunion, also mit dem gemeinsamen Geld, etwas Entscheidendes geändert hat. Nur weil Du dies vergißt, kann es so scheinen, als hätte sich nur Deutschlands Rolle gewandelt.
Besonders offensichtlich, wenn Du den Unterschied mit “nach Kohl” datierst: war da nicht was, am 1. 1. 1999?
Kohl konnte noch, etwa beim Britenrabatt (Dein Beispiel!), einfach etwas mehr Bimbes auf den Tisch legen.
In der Währungsunion geht es aber im Kern nicht um Verteilungsmasse aus dem Säckel, sondern immer auch um Strukturentscheidungen, die sich langfristig auf das Miteinander auswirken, und die (wie der Euro selbst), ökonomisch wie politisch, in unterschiedlichen Mitgliedsstaaten auch ganz unterschiedliche Wirkungen haben können ….

Verfehlt ist es auch, die Krisensituation seit 2010 mit den Zeiten, als es noch gut lief (zu laufen schien), zu vergleichen. Es ist leicht, Kompromisse zu schließen und ein Gemeinwohl zu beachten, wenn dieses *für alle* in einem rosigen Licht gemalt wird: mehr Europa = mehr Friede, mehr Freude, mehr Eierkuchen!
Nun aber ist die EU-Situation nicht mehr durch ein positives Zukunftsziel charakterisiert (an die Stelle ist ein großes Fragezeichen getreten), sondern ergibt sich aus den Konsequenzen früherer (fataler) Entscheidungen. Die Entscheidungsfindung kann also in der Hauptsache nur reaktiv erfolgen ….

Und dazu gehört (nächster Unterschied zu “früher”) eben auch die Rolle der Finanzmärkte. Man kann es nicht oft genug wiederholen: die Eurokrise ist eine Doppelkrise (oder eine Krise, die sich aus 2 verschiedenen Ursachen speist, die nur zufällig zusammengekommen sind).
Einerseits eine Krise des Finanzsystems, also die Fortsetzung von dem, was 2008ff “ausgebrochen” ist.
Andererseits die (vorhersehbare und genau so auch vorhergesehene) Krise einer Währungsunion mit unterschiedlichen Staaten und Volkswirtschaften.

Und hier ist der Yglesias-Beitrag, auf den Du Dich beziehst, Mumpitz, weil er suggeriert, daß die EZB sich ausschließlich an Deutschlands Wohlergehen orientierte. Unsinn: vor 10 Jahren war der Leitzins (also das Hauptsteuerungsinstrument) für D zu hoch, heute zu niedrig. (Und für die Perpherie natürlich umgekehrt.)
Die andere Bezugsgröße ist der €-Wechselkurs. Hier hat D sicherlich einen (allerdings ambivalenten) “Vorteil” (genauer: nur die Exportlobby).
Der wird aber von den Devisenmärkten gemacht.

Und zur Frage nach der deutschen Hegemonie (im wohlverstandenen Sinne), also Führung im Sinne des europäischen Gemeininteresses:
macht Merkel nicht genau das? indem sie verbindliche Regeln auf der europäischen Ebene vorantreibt?
Vergeßt einfach mal, was an den speziellen Regeln und Lösungen kritikwürdig sein mag. Im Kern geht es dabei um die Etablierung von EU- bzw. Eurozonenweiten Instanzen *gegen* die Einzelinteressen der Teilnehmerstaaten.
Also *zwangsläufig* um die Aufgabe von Souveränität.

Das ist das Dilemma! Und es zeigt sich an allen Ecken und Enden, wenn alle Beschlüsse wechselweise bzw. sogar in einem Atemzug als Brüsseler und deutsches Diktat empfunden werden.
Merkel (und jeder deutsche Bundeskanzler) ist da in der unmöglichen Position, sowohl deutsche wie eben auch stellvertretend, in Ermangelung supranationaler Entscheidungsinstanzen (jenseits der EZB), europäisch-Brüsseler Interessen zu vertreten.

Kurz und gut:
die nostalgische Verklärung Kohl´scher Scheckbuchdiplomatie sei Dir gegönnt!
Eine Antwort auf das Heute ergibt sich daraus nicht.

gelegentlich März 20, 2013 um 16:33

@Q
Bleibt die Frage, dass, wenn gesagt wird, “macht Merkel nicht genau das? indem sie verbindliche Regeln auf der europäischen Ebene vorantreibt?” die Austrocknung des Geschäftsmodells einer Steueroase im Moment nur am Beispiel Zyperns exekutiert wird, die anderen Länder aber außen vor bleiben.
Keine Frage, dass es dann so aussehen muss als ob Deutschland eine Hegemonie auf Kosten Anderer anstrebt. Das ist daran so idiotisch wie vorhersehbar.

gelegentlich März 20, 2013 um 16:43

Nachtrag:
nach diesem Link (via Fefe) behandelt man diese Steueroase mit einer Art verdeckter, nicht publizierter Rationalität:

http://www.nakedcapitalism.com/2013/03/cyprus-bailout-stupidity-short-sightedness-something-else.html

Carlos Manoso März 20, 2013 um 16:50

@h.huett März 20, 2013 um 16:00
„CM
Du meinst, Putin spielt “Heim ins Reich!” und stiftet den Kriegsnobelpreis?“

Huett, Wladimir Putin stiftet einfach nur einen „Spasibo Germanija-Preis“ und erster Preisträger wird Wolfgang Schäuble !

Wolfgangs Schäubles Verhandlungskunst ermöglicht jetzt übrigens Peer Steinbrück, sich mit wütendster Miene extrem empört für die Freigrenze von 100.000 € auch in Zypen ins Zeug zu legen und die allerheiligsten Werte der Kapitalreligion der Deutschen zu verteidigen.

Und Frau Merkel jetzt ganz ganz alt aussehen zu lasssen! Kurzum, Oligarch Wladimir Putin hat es jetzt -so er will- in der Hand, wer nächster deutscher Bundeskanzler wird !

Marc März 20, 2013 um 16:50

@Q.

Im Kern geht es dabei um die Etablierung von EU- bzw. Eurozonenweiten Instanzen *gegen* die Einzelinteressen der Teilnehmerstaaten.
Also *zwangsläufig* um die Aufgabe von Souveränität.

Nein, es gibt die Möglichkeit, die Währungsunion so zu konstruieren, dass die Souveränität der Nationalstaaten erhält und sogar die Tabuformel “No Bailout” eingehalten wird: die Rahmenbedingungen für einen geordneten Staatsbankrott festlegen. Dann hat jedes Land wieder die souveräne Wahl zwischen Troika-Einmarsch und geordneten Bankrott.
Europa zwingt Zypern zwischen Troika und ungeordneten Bankrott zu wählen – das ist nichts anderes als eine widerliche Epressung!

Q. März 20, 2013 um 16:58

@gelegentlich
nun, Zypern ist eben ein Sonderfall, weil …… sind ja, wie gesagt, nicht unsere Kapitalanleger.
Hier nochmal der Link zu Schuhmanns Recherchen:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/eurokrise-staatsgeheimnis-bankenrettung/7826402.html

Im Film gibt´s auch ne Aufstellung der Gläubiger (hauptsächlich D, F, und GB):
http://www.youtube.com/watch?v=ZziNelkUadY

Aber Zypern ist auch sonst ein Sonderfall. Irland hat ja immerhin ein Geschäftsmodell (auch wenn das auf steuermeidenden US-Konzernen beruht). Von den Iren bzw. deren Kinder kann man also “erwarten”, daß sie die Schuldlast bis 2050 (wurde gerade verlängert) abstottern.
Bei Zypern könnte angesichts der Summen und der Relation zum BIP (also der künftigen potentiellen Besteuerungsmasse) auch ein hochoptimistischer IWF-Fachmann keine “Schuldentragfähigkeit” mehr herbeiphantasieren.

Q. März 20, 2013 um 17:07

Marc
die Rahmenbedingungen für einen geordneten Staatsbankrott festlegen.
ob geordnet oder nicht: irgendwer ist immer gezwickt. Und steckt sich dann an (wie jetzt Zypern durch den Mini-Haircut in GR).
Und dann die Präzedenzwirkung auf andere Wackelstaaten ….

Das ist eben die andere Seite der Krise: die des Finanzsystems.

Da gibt es kein Entkommen.

holger März 20, 2013 um 17:11

Ich wusste nicht, bis jetzt jedenfalls, dass das Kaff Irland geopolitisch und strategisch so liegt, wie Zypern.

Man sollte doch hin und wieder sich den Weltatlas via Google anschauen, und mal schauen, wo Zypern überhaupt liegt.

Das gilt auch für die Hegemonialmacht Bananenrepublik, ohne Munition.

„Russland rechnet mit einer Verschiebung der globalen Machtzentren zugunsten der wirtschaftlich aufstrebenden BRICS-Staaten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.
In einem Strategiepapier schlägt Russland Maßnahmen vor, wie der Westen zurückgedrängt und der Einfluss der BRICS-Staaten gesteigert werden kann.
2011 hatte der damalige Präsident Dmitri Medwedew ein Gremium beauftragt, ein Strategiepapier zur Rolle Russlands in der Gemeinschaft der Schwellenländer auszuarbeiten. Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) treffen sich am 26. und 27. März im südafrikanischen Durban.“

http://www.de.rian.ru/zeitungen/20130311/265697505.html

aber egal, wichtig ist: Japan funktioniert auch im Sauerland.

Komischer Weise sollen die Konten bis zum 26. eingefroren sein.

Carlos Manoso März 20, 2013 um 17:19

@Marc März 20, 2013 um 16:50
„Nein, es gibt die Möglichkeit, die Währungsunion so zu konstruieren, dass die Souveränität der Nationalstaaten erhält und sogar die Tabuformel “No Bailout” eingehalten wird: die Rahmenbedingungen für einen geordneten Staatsbankrott festlegen. Dann hat jedes Land wieder die souveräne Wahl zwischen Troika-Einmarsch und geordneten Bankrott.
Europa zwingt Zypern zwischen Troika und ungeordneten Bankrott zu wählen – das ist nichts anderes als eine widerliche Epressung!“

Marc, „widerliche Erpressung“ ist zwar ein hässliches Wort, ist aber seit eh und je das ganz normale Geschäftsgebaren von allen Banken weltweit.In Griechenland funktionierte das mit der „widerlichen Erpressung“ wunderbar, weil an Griechenland 10 Millionen Menschen und ein willfähriges „demokratisches“ Parlament dranhingen. Zypern hat nur 800.000 Einwohner, sein „demokratisches“ Parlament steht wie eine Eins und die EU scheitert total auf der ganzen Linie !

Die EU kann jetzt mit der Aussetzung seiner „Hilfe“ drohen, dann kollabieren die zypriotischen Banken. Zypern kann jetzt mit der Staatspleite drohen, dann kollabieren die Banken ebenfalls. Das Pokerspiel läuft jetzt darauf hinaus, wer die die stärkeren Nerven hat, Wladimir Putin oder Angela Merkel.

BB März 20, 2013 um 17:22

@Q

Ja, der Film von Harald Schumann und seine Recherchen sind ein wichtiger Ansatz, zu dokumentieren, wer von den Rettungsmilliarden tatsächlich profitiert. Ich würde mir wünschen, dass dies per Wissenschaft, per öffentlich-verfügbarer Daten und Informationen und vielleicht per Crowdsourcing viel systematischer gemacht wird, als dies ein einzelner Journalist leisten kann.

Denn die Ergebnisse könnten dazu verwendet werden, sich das Geld später wieder von den Profiteuren zurückzuholen. D.h. jeder Euro, den sie heute zu Unrecht durch Steuerzahlergelder sichern können, müssen sie dann halt später latzen, z.B. durch eine höhere Finanztransaktionssteuer, eine höhere Vermögenssteuer, eine Immobiliensteuer, etc.

Um das später mal rechtfertigen zu können, muss man diese ganzen zweifelhaften Transaktionen genauestens dokumentieren und wenn das wegen vorgeblicher Geheimhaltungsnotwendigkeit nicht möglich ist, recherchieren.

Ein Portal, um alle relevanten Informationen diesbezüglich per Crowdsourcing zusammenzutragen wäre großartig, aber wohl auch sehr anspruchsvoll.

Marc März 20, 2013 um 17:23

@Q.

Natürlich gibt es kein Entkommen, das ganze Krisen-Spiel geht ja nur darum, WER am Schluss die Schulden-A.. Karte hat.
Aber mir ging es um die Frage der Souveränität und die muss dringend wieder hergestellt werden, sonst läuft das ganze Krisen-Spiel nicht in demokratischen Bahnen ab!

f.luebberding f.luebberding März 20, 2013 um 17:28

Q

Ich habe den Yglesias-Artikel als empirischen Beleg dafür genommen, dass offenkundig die Geldpolitik der EZB nicht funktioniert, wenigstens nicht dort, wo es jetzt darauf ankäme. Mit dem Hinweis auf Helmut Kohl ging es vor allem darum, dass Deutschland im Rahmen der EWWU als faktische Hegemonialmacht die Hauptverantwortung für deren Funktionieren trägt. Natürlich hat Schieritz recht, wenn er gestern Abend schreibt, dass es keinen Grund für uns gibt, den hypertrophen Bankensektor auf Zypern zu erhalten. Nur war das in Brüssel gefundene Verfahren eines der Ignoranz gegenüber allen Grundsätzen, die in der europäischen Politik bisher gegolten haben. Das habe ich ja hinreichend erläutert. Münchau schreibt heute Nachmittag das, was noch zu sagen wäre. Der Stil der Bundeskanzlerin, mit den Argumenten der deutschen Eurogegner die Eurozone managen zu wollen, ist jetzt hoffentlich zu Ende. Mir hat ja noch niemand erläutert, warum diese dämlichen Banken auf Zypern (und wo anders) nicht endlich Pleite gehen dürfen. Wir sind nicht mehr im Jahr 2007/2008. Im Fazitblog der FAZ steht ja eine nette Zusammenfassung dieser wirren Gedanken: Man wollte es irgendwie wie in Island machen, aber hat es dann nicht wie Island gemacht, sondern völlig anders. Es ist wirklich absurd.

Münchau nennt die Gründe: Der deutsche Widerstand gegen eine funktionierende Bankenunion. Weil man die nicht will, kommt man auf die einzigartige Schnapsidee, lieber völlig willkürlich Bankkunden bezahlen zu lassen. Bonse hat noch einmal klargestellt, warum dieses Verfahren so lange gedauert hat. Es lag nicht an Malta oder dem japanischen Geheimdienst, soviel ist sicher. Die Dummheit der deutschen Europapolitik (und da gehören SPD und Grüne mit zu) zeigt sich darin, dass Deutschland noch nicht einmal in der Lage ist, strategische oder geopolitische Interessen der Europäer in der Region mitzudenken. Die denken auch nicht weiter als diese ältlichen Herren Nationalökonomen mit Lehrstuhl in der “Alternative für Deutschland”. Das ist bekanntlich bei mir kein Kompliment. Und natürlich wird es jetzt Streit darum geben, wie der Finanzsektor an den berühmten Kosten der Krise zu beteiligen ist. Jemand wie Barry Eichengreen wird gegen jede Form der Besteuerung sein. Das wundert mich nicht wirklich, wenn ich ihm auch empfehlen würde, sich einmal mit dem deutschen Lastenausgleich nach dem Krieg zu befassen. Den muss er wohl vergessen haben. Aber wie gesagt: Ich käme nicht im Traum auf die Idee, etwa in dieser Frage der Vermögensbesteuerung auf Eichengreen zu hören. Oder auf Münchau.

Marc März 20, 2013 um 17:34

@CM

Wenn das Geschäftsgebaren der Banken unter rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen erfolgt – that’s life, ich erwarte nichts anderes. An der “Euro-Krise” stört mich kollosal, dass diese Misskonstruktion der Währungsunion zu Spielregeln führt, die nicht einmal Sandkasten-Niveau haben!

Es kann doch nicht sein, dass die Krisenländer in die Verhandlungen eintreten müssen und immer die Pistole mit dem totalen Kollaps auf die Brust gedrückt bekommen! Wenn man noch davon ausgeht, dass man eine Währungunion eigentlich nur mit befreundeten Staaten macht, ist das Ganze nur noch eine Farce.

Weiterhin stört micht kollosal, dass so getan wird, als wäre das ganze alternativlos. Nein, es gibt Möglichkeiten, die Währungsunion so zu gestalten, dass alle ihre Souveränität behalten. Es gibt gute Lösungen. Die sind aber nicht gewollt.

holger März 20, 2013 um 17:36

—>>> Mir hat ja noch niemand erläutert, warum diese dämlichen Banken auf Zypern (und wo anders) nicht endlich Pleite gehen dürfen. ”

Ganz einfach… wie auf Ground Zero schon getestet, macht man mit zwei Flugzeugen drei zu Pulver, entsteht im handumdrehen ein Neues…

Weil du kannst noch so viele “dämliche” Banken zu Pulver verarbeiten, es ändert nichts an der Situation.

Carlos Manoso März 20, 2013 um 17:38

@Marc März 20, 2013 um 17:23
„Natürlich gibt es kein Entkommen, das ganze Krisen-Spiel geht ja nur darum, WER am Schluss die Schulden-A.. Karte hat.
Aber mir ging es um die Frage der Souveränität und die muss dringend wieder hergestellt werden, sonst läuft das ganze Krisen-Spiel nicht in demokratischen Bahnen ab!“

Marc, Kapitalismus –gerade wenn er auf der Verliererstraße fährt- funktioniert prinzipiell so, daß am Ende der Kette einer die Arschkarte hat. Die Amerikaner sagen dann im Pokerjargon: „the winner takes it all“, was konkret bedeutet; „the looser get nothing“. Man könnte auch akademisch sagen, dass Kapitalismus ein „Nullsummenspiel“ ist.

Was nun das Thema „Souveränität“ betrifft, so scheinst du immer noch nicht bemerkt zu haben, dass mit dem Event vom „11. September 2001“ der Beginn des Endes der Souveränität eingeläutet worden ist.

f.luebberding f.luebberding März 20, 2013 um 17:38

Holger

Das halte ich für ein Gerücht.

holger März 20, 2013 um 17:39

f.luebberding

Wie? Ein Gerücht? Dann rufe doch bei der HRE an…

holger März 20, 2013 um 17:42

f.luebberding

erkläre mir doch mal, aus was dato eine Bank besteht! Was findest du da noch vor? Kabel und Server oder so ähnlich.

Sonst noch was?

Carlos Manoso März 20, 2013 um 17:51

@Marc März 20, 2013 um 17:34
„Wenn das Geschäftsgebaren der Banken unter rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen erfolgt – that’s life, ich erwarte nichts anderes. An der “Euro-Krise” stört mich kollosal, dass diese Misskonstruktion der Währungsunion zu Spielregeln führt, die nicht einmal Sandkasten-Niveau haben!… Weiterhin stört micht kollosal, dass so getan wird, als wäre das ganze alternativlos. Nein, es gibt Möglichkeiten, die Währungsunion so zu gestalten, dass alle ihre Souveränität behalten. Es gibt gute Lösungen. Die sind aber nicht gewollt.“

Marc, leider gibt es wohl keine andere Alternative, -wenn man die Gesetze des Systems des Kapitals fortführen will- die „Währungsunion“ so zu konstruieren, „dass alle ihre Souveränität behalten“.

Offensichtlich nimmst du implizit ein Muster auf, das die Konstitution des „Systems des Kapitals“ quasi „ontologisch“ voraussetzt und damit zugleich auch den vor „9/11“ geltenden „politischen“ Rahmen von „nationalstaatlichen Mächten“.

holger März 20, 2013 um 17:54

Und dann erkläre mir mal, warum man noch nicht den Luftraum gesperrt hat, sondern die Server lahmgelegt. Wie angeblich in Süd-Korea auch!

Und dann erzähle mir etwas über “Kapitalverkehrskontrolle”

Und dann erkläre mir mal, wie man von Heut auf Morgen Milliarden von “Russen” einfrieren kann? Da müsste aber die Hegemonialmacht mal richtig wieder einen auf die Fresse bekommen.

Und da kommst Du, und fragst, warum die Banken denn nicht Pleite gehen können.

Das, was die Waffeln sich da wieder ausgedacht haben, ist ja schon fast ne Kriegserklärung.

f.luebberding f.luebberding März 20, 2013 um 18:01

Marc

In der EWWU kann ich darüber entscheiden, ob ich Mitglied sein will oder nicht. Ansonsten funktioniert sie nur, wenn es am Ende eine Abgabe an Souveränität geben wird. Das heißt nicht, dass ich in Europa einen deutschen Bundesstaat einführen muss. Aber ich komme nicht darum herum, Elemente einzubauen, die wir immer als Fiskal- und Transferunion beschrieben haben. Dazu kommen die Spielregeln, sich etwa auf ein gemeinsames Inflationsziel zu verpflichten und es auch einzuhalten. In Deutschland werden im Westen die Renten um 0,25 % steigen. Jetzt darf sich jeder überlegen, ob diese Form der deflationären Einkommenssenkung in Deutschland mit dem Inflationsziel innerhalb der EWWU vereinbar ist. Das Problem ist allerdings, dass dieser Zusammenhnag in Deutschland kaum jemandem auffällt. Sie sind sogar noch stolz darauf, real erneut die Renten zu senken.

Stephan Ewald hat heute Morgen gemeint, dass die Deutschen nur eine Währungsunion mit sich selbst machen wollen. Er hat wohl recht.

f.luebberding f.luebberding März 20, 2013 um 18:07

Holger

Eine Kriegserklärung an die Russen? Echt? Ich war als Island Pleite gegangen ist der Meinung, dass die deutschen Bankkunden dann halt Pech gehabt hatten. Der deutsche Staat ist nicht dafür verantwortlich, wenn diese Trottel ihr Geld im Atlantik versenken. Der deutsche Staat ist auch nicht dafür verantwortlich, wenn russische Sparer das Gleiche meinen im Mittelmeer tun zu müssen. Und Putin wird uns schon nicht den Krieg erklären oder die Gaslieferungen einstellen. Er könnte sich aber zur Abwechslung um ein funktionierendes Bankensystem in Russland kümmern.

Schatten März 20, 2013 um 18:14

http://www.adpic.de/data/picture/detail/Deutschland__halts_Maul_287159.jpg

Genau, Deutschland halt’s Maul – und treibe Deine Außenstände ein!

Scheiß auf die internationale Verantwortung, die nur bedeutet, dass die Hunnen alles zahlen, aber sonst nix zu sagen haben!

holger März 20, 2013 um 18:24

Russland kommt ins Spiel. Moskau verliert gerade seine militärische Marinepräsenz des Mittelmeerraums in Syrien (Aleppo). Da kommt Zyperngerade recht. Die sechs Mrd. Euro werden von Moskau gestemmt. Langfristige Vereinbarung einer russischen Marinepräsenz auf Zypern verbunden mit Ansprüchen auf zypriotisches Gas und Öl als Pfand bieten Moskau eine historische und günstige (einmalige) Chance. (Wahrscheinlichkeit: Hoch)

http://www.godmode-trader.de/nachricht/Zypern-klein-aber-oho-Klartext,a3053528.html

(Folker Hellmeyer)

BB März 20, 2013 um 18:27
gelegentlich März 20, 2013 um 18:28

@Schatten
In diesem Land ist es wirklich bemerkenswert, wie sehr schlichte Demagogie jede Rationalität killt. “Wir” zahlen, “Die” nehmen. Sonst was?
Bitte zuerst das Gewicht auf das andere Bein verlagern (Perspektivenwechsel) und dann bitte mal hier nachsehen:
http://www.nakedcapitalism.com/2013/03/cyprus-bailout-stupidity-short-sightedness-something-else.html

Carlos Manoso März 20, 2013 um 18:30

@f.luebberding März 20, 2013 um 18:01
„Das Problem ist allerdings, dass dieser Zusammenhnag in Deutschland kaum jemandem auffällt.“

Lübberding, für Merkels Schäuble sind die Dinge vermutlich glauklar: Ob Putins Russland oder Merkels EU Zypern retten oder ob Putins Russland oder Merkels EU Zypern nicht retten, läuft beides auf dasselbe hinaus. Die Banken in Zypern werden in allen 4 Fällen so oder so tot umfallen !

Wenn Putins Russland oder Merkels EU Zypern nicht retten, wäre die Folge der Staatsbankrott Zyperns. Zyperns Banken wären sofort Pleite und wir hätten eine unkontrollierte Bankenpleite in einem EU-Land. Um das zu vermeiden, musste entweder Putin oder altrnativ Merkel viele Transportflugzeuge mit Geld nach Zypern schicken.

Wenn Putins Russland oder Merkels EU Zypern retten, werden die Banken Zyperns wieder öffnen und die Zyprer einen Bankrun veranstalten. Die Banken werden das nicht verkraften. Folge wäre eine unkontrollierte Bankenpleite in einem EU-Land. Um das zu vermeiden, musste entweder Putin oder alternativ Merkel viele Transportflugzeuge mit Geld nach Zypern schicken.

Q. März 20, 2013 um 18:30

@FL

Schade. Dein Beitrag (und meine Antwort) war ja der Versuch, einmal die Gesamtsituation in Blick zu nehmen.

Jetzt weichst Du wieder auf das Klein-klein einer spezifischen Krisenlösung aus.
Um herumzumäkeln (als gäbe es noch “makellose” Lösungen) und mit absoluter Vorhersehbarkeit, unter Aufbietung der vorhersehbaren üblichen Gewährsleute, genau einen ebenso vorhersehbaren Schuldigen zu präsentieren.

Völlig egal, ob das den Fakten enstpricht:

Mir hat ja noch niemand erläutert, warum diese dämlichen Banken auf Zypern (und wo anders) nicht endlich Pleite gehen dürfen.

Ein wichtiges Detail, um die Verhandlungspositionen zu verstehen, ist dies:

But Ms. Lagarde had something else in mind. The IMF chief presented a much more radical plan, in which deposits above €100,000 in Laiki and Bank of Cyprus would have been cut by between 30% and 40%. The owners of senior bonds in the two banks would also have faced losses—a step that was ultimately rejected. That plan would have limited the international bailout to €10 billion and raise some €7.5 billion from depositors.

It quickly garnered the support of German Finance Minister Wolfgang Schäuble, as well as the delegates of Finland, the Netherlands and Slovakia—all countries with strong, bailout-wary parliaments.
http://online.wsj.com/article/SB10001424127887323639604578366700444429538.html

Daher kommt die 40%-Zahl, die kursierte.
Und dies entspricht dem “bail-in im engeren Sinne”, den Schäuble wollte.

Scheiterte an der Souveränität eines Kleinstaates, der sein Nicht-mehr-Geschäftsmodell sowie äußerst spezielle Partikularinteressen verteidigte.

Anstatt derartige Dilemmata zu verstehen, phantasierst Du von einem “dürfen”, als ob es da jemanden gäbe, der einfach dekretiert. Und weil es da niemanden gibt, muß dafür jene imaginäre teutonische Unheilsgestalt herhalten …..
:roll:

holger März 20, 2013 um 18:37

f.luebberding

—>>> Er könnte sich aber zur Abwechslung um ein funktionierendes Bankensystem in Russland kümmern.”

Ich habe so manchmal das Gefühl, dass die Hegemonialmacht Ostküste und CoL irgendwie Wettbewerb fürchten. BRICS +X

Vielleicht ist auch das Aeon der Viehhändler auch abgelaufen, kann mich natürlich wie die SPD ständig auch irren. Ist schon komich, dass die Air Force One just in den Wirren gelandet ist. Oder eben umgedreht. Man wusste vermutlich vom Ausflug. Ich bin ja auch der Meinung, dass sich alles nur um ein Fake handelt. Eben…

holger März 20, 2013 um 18:42
Andreas Kreuz März 20, 2013 um 18:43

Eine wohltuende Andersartigkeit
eines Textes zum Thema
gibt es mal wieder hier und heute:

http://www.egon-w-kreutzer.de/

Linus März 20, 2013 um 19:05

@Q:
“Scheiterte an der Souveränität eines Kleinstaates, der sein Nicht-mehr-Geschäftsmodell sowie äußerst spezielle Partikularinteressen verteidigte.”
Ja, klar. Poker halt. Jetzt ist halt die Frage, wer sein Blatt überreizt hat:

Schäuble hat Anastasiades an die Wand gedrückt, als er ihm klar zu verstehen gegeben hat, dass Zyperns Geschäftsmodell am Ende ist. Schäuble hat ausserdem deutlich kundgetan, dass er Zypern nicht für systemrelevant hält. Also: Gebt euer Geschäftsmodell auf und liefert uns euch auf Gedeih und Verderb aus. Das riecht nach bedingungsloser Kapitulation.

Anastasiades hat dann zunächst mit einem Bankrun geblufft, und wirft sich, nachdem dies nicht verfangen hat, den Russen an den Hals. Bleibt abzuwarten, wie das ausgeht.

Eines ist dabei klar. Schäuble pfeift auf die Souveränität der Staaten. Das ist aus seiner Sicht auch logisch, weil er soviel wie möglich davon nach Brüssel verschieben will. Und er verwendet dabei die Brechstange, um überkommene Strukturen aufzubrechen. Wenn das mal nicht nach hinten losgeht?

Anastasiades dagegen versucht die bestehenden Verhältnisse zu bewahren, also möglichst das alte Geschäftsmodell behalten und die bisherigen Eliten im Sattel halten. Das ist eine mindestens genauso entschiedene Haltung.

Es ist in diesem Kontext nicht einfach, eine vernünftige Alternative zu formulieren. Wenn Zypern sein Geschäftsmodell aufgibt, dann lässt sich nicht über Nacht ein anderes installieren. Also wird man versuchen, es aufrecht zu erhalten. Meine Erwartung: Man holt sich das Geld bei den Russen und versucht anschliessend, eine Art Schweiz zu etablieren, u.U. sogar mit EU-Austritt. Ob es was fruchtet, wird sich zeigen.

Je mehr sich die Gesamtlage zuspitzt, desto eher wird sich die EU von unproduktivem Ballast befreien, sprich kleine Staaten zum Ausscheiden drängen. So gesehen kann Zypern den Schritt auch gleich tun.

gelegentlich März 20, 2013 um 19:12

@Linus
Die Alternative wäre doch Steuerparadiese (auch Luxemburg, Irland) durch EU-einheitliche Steuerregelungen zu schließen, perverse Modell wie den Double-Dutch zu untersagen um zu einheitlichen Verfahrem im Währungsraum Euro zu kommen. Nicht gut? Denn es ist ja wohl absehbar dass es so nicht mehr lange weiter gehen kann.

"ruby" März 20, 2013 um 19:21

Q + Linus excellent !

"ruby" März 20, 2013 um 19:24

Merkel hat auf der Pressekonferenz bestätigt und damit ihr und das EURO-17 Totesurteil gesprochen .
Stecken wir locker weg ;-)

Systemfrager März 20, 2013 um 19:30

@Linus
>>> Schäuble hat Anastasiades an die Wand gedrückt, als er ihm klar zu verstehen gegeben hat, dass Zyperns Geschäftsmodell am Ende ist.
Ja, Schäuble will mit Zypern das tun, was die BRD mit der DDR gemacht hat. Alles plattmachen, vernichten, das Geschäftsmodell klauen und es den deutschen Banken – die sind korrupter und krimineller als die von Zypern – als fette Beute aushändigen. In Zypern wird man froh sein, wenn die deutschen Turisten kommen um sie zu verwöhnen … Und da wundert sich Michel, was schon wieder die ganze (böse) Welt gegen die (guten) Deutschen hat

"ruby" März 20, 2013 um 19:30

Mehr als vier Jahre Verschleppung gehen konkret zu Ende:
http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2013/13a.html
Insolvenz by Doing

Systemfrager März 20, 2013 um 19:36

Bemerkung:
Ja, über die Details zu reden ist in Ordnung, aber man soll nicht aus den Augen verlieren, dass ein verlogenes, verbrecherisches und kriminelles politisch-ökonomisches Modell zusammenbricht, das Modell der Wahnsinigen und Ganoven
Mises, Hayek, Friedman …

gelegentlich März 20, 2013 um 19:38

@”ruby”
Wo geht da was zu Ende? Ich sehe nur einen Blogbeitrag. Ist der realitätsstiftend?

Q. März 20, 2013 um 19:45

Marc
Aber mir ging es um die Frage der Souveränität und die muss dringend wieder hergestellt werden, sonst läuft das ganze Krisen-Spiel nicht in demokratischen Bahnen ab!
Völlig einverstanden!

Was aber dazu führen wird, daß dann einige Staaten ganz souverän bankrottieren und, weil sie unter der Währungsunion sich nicht erholen können, ebenso souverän austreten werden.

Es kann doch nicht sein, dass die Krisenländer in die Verhandlungen eintreten müssen und immer die Pistole mit dem totalen Kollaps auf die Brust gedrückt bekommen!

Es ist ja ehrenwert, immer für den underdog zu sein!

Das Spiel hier läuft aber anders: jeder hat ne Wumme in der Hand. Mexican Standoff eben.

Linus
Eines ist dabei klar. Schäuble pfeift auf die Souveränität der Staaten.
Grundsätzlich ja.
Aber nicht mal er aus teutonischer Bos- oder Dummheit.
Sondern weil es der puren Logik des europäischen Einigungsprozesses entspricht.

Der spezielle Fall Zypern ist doch auch deswegen so lehrreich, weil hier die Verantwortlichkeiten für “gerechte”/”ungerechte” Lösungen anders liegen als erwartet. Und aus welchen Gründen.

Das ist jetzt fast wie ein Film, bei dem die meisten Zuschauer an den “falschen” Stellen lachen bzw. weinen.

Anastasiades hat sicherlich (vielleicht auch aus politischer Unerfahrenheit) sein Blatt überreizt.
Andererseits sollte man levantinische Schliche nicht unterschätzen: es war von ihm ja wohl abzusehen, daß der Beschluß abgelehnt werden würde (allein schon weil ein Parlamentarier, den er zur Mehrheit, wäre sie drin gewesen, gebraucht hätte, außer Landes ist). Und die Kleinsparerrasur darf man wohl auch als Ausruf “Fuck you, Brussels and Germany” verstehen. Was in Zypern in der Tat so auch angekommen ist.

gelegentlich
Die Alternative wäre doch Steuerparadiese (auch Luxemburg, Irland) durch EU-einheitliche Steuerregelungen zu schließen, perverse Modell wie den Double-Dutch zu untersagen um zu einheitlichen Verfahrem im Währungsraum Euro zu kommen.
Rischtisch!
Und was brauchen wir dazu? Brüsseler Durchgriffsrechte (übrigens gerade auch bei Bankenaufsicht, Regulierungsbehörden).
Also: Souveränität ade!

Und wenn man den Preis nicht zahlen will: dann eben Auflösung dieser fatalen Währungsunion.

Richtig vorwärts oder richtig rückwärts, um die Entscheidung werden wir nicht herumkommen.

f.luebberding f.luebberding März 20, 2013 um 19:47

Q

Ich habe zu dem Entscheidungsprozeß schon öfter was gesagt. Das Meiste, was wir jetzt lesen, ist PR-Gerede. Diese 40 % wurden schon Freitag Nacht via Twitter verbreitet. Schäube wollte eine Vermögensbeteiligung der Zyprioten, aber ansonsten keinen einzigen Kompromiss machen, der für die EWWU relevant wäre. Oder gar eine Politik, die was mit “sozialistischer Umverteilung” zu tun hat. Diese Forderung hatte auch nur ein innenpolitisches Motiv. Sie war gar nicht ökonomisch begründet. Er hatte natürlich in den monatelangen Debatten über Zypern mitbekommen, dass er nur eine Mehrheit im Bundestag bekommen wird, wenn er irgendwelche Zugeständnisse der Zyprioten vorweisen kann.

Der Skandal dieser Nacht besteht darin, dass sich hier einige Clowns zusammensetzen, etwas miteinander (und den Lobbys) auskungeln und am Ende davon ausgehen, dass das dann in den Mitgliedsstaaten (hier in Zypern) einfach durchgewinkt wird. Sie hatten halt nur übersehen, dass sie im Kern die Einlagensicherung einfach auf den Müll schmeissen. Ansonsten wäre es den Zyprioten übrigens unbenommen geblieben, auch auf Girokonten eine Steuer zu erheben. Aber nicht als Ukas aus Brüssel ohne Rechtsgrundlage.

"ruby" März 20, 2013 um 19:47
holger März 20, 2013 um 19:51

Siehste goodmorning

—>>>Und wenn man den Preis nicht zahlen will: dann eben Auflösung dieser fatalen Währungsunion.”

Erst fügt man was zusammen, was nicht zusammen passt, krallt sich Grund&Boden und danach kommt das alte Spielchen “Teilen und Herrschen”

The Show must go on, the stage is yours

holger März 20, 2013 um 19:57

Er hoffe, dass eine Lösung gefunden werde, die Zypern hilft „und unsere Beziehungen zur EU nicht zerstört“. Die Entscheidung der EU werde auf jeden Fall negative Folgen haben, sagte Medwedjew, „jetzt geht es nur noch darum, sie zu minimieren“.

http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/kritik-an-zypern-politik-medwedjew-eu-verhaelt-sich-wie-der-elefant-im-porzellanladen-12122325.html

Keynesianer März 20, 2013 um 20:02

@f.luebberding

In Deutschland werden im Westen die Renten um 0,25 % steigen. Jetzt darf sich jeder überlegen, ob diese Form der deflationären Einkommenssenkung in Deutschland mit dem Inflationsziel innerhalb der EWWU vereinbar ist. Das Problem ist allerdings, dass dieser Zusammenhnag in Deutschland kaum jemandem auffällt. Sie sind sogar noch stolz darauf, real erneut die Renten zu senken.

Stephan Ewald hat heute Morgen gemeint, dass die Deutschen nur eine Währungsunion mit sich selbst machen wollen. Er hat wohl recht.

Ja, als ob das irgendwie “Deutschland” bestimmen würde. Das sind die neoliberalen Drahtzieher der Agendapolitik, die immer noch “Deutschland” benutzen, um den Euro-Raum zu destabilisieren.

Die haben das gut geplant und schon mit der Einführung des Euro ihr Spiel begonnen. Wir können sie nur von weiterem Schaden abhalten, wenn wir mal deutlicher machen, dass dies alles nicht “Deutschland” ist oder Stefan Ewalds “die Deutschen” hier so fies wären, sich die Renten nicht zu erhöhen.

Hier ist immer noch die Agendapolitik am Werk, ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion der deutschen Ökonomie und ihrem Konsum zu schaffen und damit die Krisenstaaten zwangszuverschulden.

Diskutiert nur weiter über Staatspleiten, um dieses Problem zu lösen. Genau daran haben die Agendapolitiker auch gedacht.

Das war der Sinn der Agendapolitik, dass noch die Euro-Staaten bankrottieren. ;)

Q. März 20, 2013 um 20:13

@FL

Ganz ganz herrlich!
Danke, habe sehr gelacht!

Ich habe zu dem Entscheidungsprozeß schon öfter was gesagt. Das Meiste, was wir jetzt lesen, ist PR-Gerede.
Tja, reale Prozesse interessieren uns nicht, wenn sie unserem Jammer- und Empörungsbedürfnis ungelegen kommen.

Wolle es doch bitte begreifen:
einige dieser Clowns haben genau die Lösung vorgeschlagen, die Du jetzt gerade gut findest. (Und was für ein Geschrei wäre erst losgegangen, wenn Banken wirklich mit allen Folgen pleite gehen …. )
Andere anderes.

Die Einlagensicherung auf den Müll geworfen hat der Herr Anastasiades. Kein Ukas aus Brüssel.
Und Einlagensicherung ist immer noch Sache der Staaten (erst eine Bankenunion könnte das verändern). Schäubles demonstrative Gelassenheit beruht wohl darauf, daß er damit rechnet, daß dieser Unterschied erkannt wird. Was, wenn auch noch, nette Zugabe, ein unkontrollierbares Steuerparadies abgeschossen wird, eher zu einer Stärkung von Brüssel führt.

Und wenn Du wirkliche Ukasse aus Brüssel nicht magst, dann — bitte, bitte — sei wenigstens so konsequent, auch nicht immer mehr EU-Dingens zu wünschen.
Ansonsten schwenke ehrlicherweise ein Schäuble-Fähnchen!

holger März 20, 2013 um 20:15

Wenn nur mal einer auf die Idee kommen würde, oder sich über den Gedanken Gedanken macht, warum wir keine Überseegebiete haben, sollte er auch auf das Ergebnis kommen, dass es ein verlorenes Spiel ist, wenn “Deutschland” einen dicken Strahl international pisst.

Soweit dürfte das doch auch an Hochschulen geleert worden sein oder?

Das ist das Fatale daran… und f.luebberding ich verstehe nicht, warum du auf den Gedanken kommst selbst Putin eine Aufgabe geben zu müssen.

Und warum nun “Deutschland” so eine Hegemonialmacht in Europa sein sollte.

Die Sozialisten hat man machen lassen, Merkel lässt man auch machen. Das Ende dürfte wie immer bekannt sein. Das ist die Situation in der wir uns im Kontext befinden. Und mir wird Angst und Bange, wenn von der Hegemonialmacht Deutschland gefaselt wird.

Bitte nicht schon wieder…

gelegentlich März 20, 2013 um 20:38

@holger
Ob Du willst oder nicht: Deutschland hat sich wie eine Hegemonialmacht verhalten (müssen). D hat diesen pseudoreligiösen Quatsch namens Neoliberalismus hochgehalten wie kaum ein Anderer:
“Deposit insurance is coordinated but not shouldered by EU/Eurozone.
Why should EU taxpayers shoulder that burden ? Please consider while comparing tax rates of Eurozone/Cyprus.
If one country lets practically equity-free banks get up to 800% of GDP what is to be expected? Whose fault?
If you borrow at 5-10% and invest in Greek Gov debt at 20% – who should pay for that once it is over ?”
(Leserzuschrift in o.g. Link)
Das ist astrein “rationale” neoliberale Politik gewesen. Die hat D hochgehalten – und Zypern hat die Lücken erkannt und ausgenutzt. Und jetzt müssen die Spielregeln wohl = > rückwirkend geändert werden. Wer Macht hat – hat sie. Ob er sich ziert sie zu gebrauchen oder nicht.

"ruby" März 20, 2013 um 20:47

@ gelegentlich

jetzt beschreibst du aber den CLINT ;-)
wer den wohl gerade in der 14. Etage in Frankfurt spielt?

"ruby" März 20, 2013 um 20:52

@ gelegentlich

Bankenaufsicht soll für grosse bei EZB liegen – dann können die heute ne vorzeitige Trockenübung durchziehen – aber habense ja in der Schublade unsere Eliten ! oder ?

gelegentlich März 20, 2013 um 21:05

@”ruby”
Wer was in der Schublade hat weiß ich nicht. Ich weiß nur dass Steueroasen im gleichen Währungsraum vergleichbar sind mit einer Nutte, die Erfolg hat weil sie es billiger macht und sie mit der geringeren Marge dann über die Masse ihr Auskommen hat. Auf mittlere Sicht aber verdirbt sie entweder für alle die Preise oder man stoppt sie. Warum in diesem Fall so ein vergleichsweise kleiner Fisch soviel Schaum schlägt ist mir aber nicht klar. Fest scheint doch nur zu stehen dass dieses “Geschäftsmodell” für Zypern an sein Ende kommt, wenn man Niemanden finden kann der auf Dauer die Preisdifferenz bezahlt.

Systemfrager März 20, 2013 um 21:15

>>> Fed-Chef Ben Bernanke will die Notenpresse der US-Zentralbank indes weiter rotieren lassen. Nach der Zinsentscheidung sagte Bernanke, das Wertpapierankaufprogramm QE3 (Quantitative Easing) sei für die Notenbank “zu händeln”. Seit Januar kauft die Fed jeden Monat Hypothekenpapiere und US-Staatsanleihen für 85 Mrd.
Tja,
und was tun die europäischen verbrecherischen “Eliten”? Schrauben immer weiter anzeihen.

Marc März 20, 2013 um 21:24

@Q.

Es ist ja ehrenwert, immer für den underdog zu sein!

Das Spiel hier läuft aber anders: jeder hat ne Wumme in der Hand. Mexican Standoff eben.

Welche Wumme hatte denn der Underdog in der Hand? Etwa so eine wie : “Hey, wenn ihr nicht sofort das macht, was ich will, dann erschieße ich mich!” ????

Was, wenn auch noch, nette Zugabe, ein unkontrollierbares Steuerparadies abgeschossen wird, eher zu einer Stärkung von Brüssel führt.

Das Problem wird sein, selbst wenn es wahr wäre, glaubt diese Geschichte niemand mehr. Ich Naivling dachte ohnehin, dass es die Aufgabe des Marktes ist, falsche Geschäftsmodelle zu eliminieren. Wenn gegen Geldwäschegesetze verstoßen worden wäre, dann hätte eine Regulierungsbehörde eingreifen müssen. Wenn aber irgendwelche alten Herrschaften aufgrund irgendwelcher “Fakten” sich zum Richter über das Schicksal eines Land erheben und das geht auch noch vollkommen schief, dann erinnert das nicht an Demokratie und Marktwirtschaft, sondern an die besten Zeiten des Sozialismus.

"ruby" März 20, 2013 um 21:25

Libormanipulationen haben solange sogut soverdeckt funktioniert.
Transparenz und Imponderablien sind nicht hinreichend kalkulierbar .
Preisdifferenzen sind mit Eurobonds im einheitlichen Währungsraum nicht unverschleiert machbar – daher Merkels Indoktrination.
Aber irgenwann merkt auch der letzte den Unterschied zwischen Überziehungskreditzinssatz 16% + und Mindestreservezins 1%.

"ruby" März 20, 2013 um 21:29
gelegentlich März 20, 2013 um 21:33

@Marc
“Welche Wumme hatte denn der Underdog in der Hand? Etwa so eine wie : “Hey, wenn ihr nicht sofort das macht, was ich will, dann erschieße ich mich!” ????”
Nein, um bei meinem Beispiel zu bleiben: …dann verkaufe ich mich an jemanden Anderes! Ich will nicht mehr wie früher Tagelöhnerin auf einem Feld sein. – So wie es aussieht läuft das gerade. Mögliche Spielverderber sind die Geostrategen, weil die Dame doch sehr grenznah tätig ist.

"ruby" März 20, 2013 um 22:04

Osterüberraschung ab 1. April gibt es für alle Steueroasen die gestaffelte Bankguthabensteuer …
Da freut sich der Jean Claude Juncker als Karlspreisträger ganz besonders für sein Paradies und führt die notwendigen Kapitalverkehrskontrollen ein. Schaffen die EDV-Programme bis dahin ganz locker ;-)
Die EZB kann bereits die Kontenpläne der Mandanten einrichten.
Thilo bitte melden !

gelegentlich März 20, 2013 um 22:08

@”ruby”
Du treibst mit Entsetzen Scherz sollten die auch noch am 2. April gelten!

Keynesianer März 20, 2013 um 22:19

Da wäre natürlich noch ein Deal denkbar:

Russland lässt Syrien fallen und bekommt dafür Zypern als Marinebasis und Deutschland ist schuld.

Lina März 20, 2013 um 22:20

@gelegentlich

interessante Gedanken hegst Du da.
“vergleichbar sind mit einer Nutte”
“Ich will nicht mehr wie früher Tagelöhnerin auf einem Feld sein.”

Kannst mir bestimmt das deutsche Geschäftsmodell erklären?

Und Du weißt auch wie sich das deutsche BSP zusammensetzt?

So:
agriculture: 0.8%
industry: 28.1%
services: 71.1% (2012 est.)

Und Zyperns so:
agriculture: 2.4%
industry: 16.7%
services: 80.9% (2012 est.)

Zum Vergleich

Frankreich
agriculture: 1.9%
industry: 18.3%
services: 79.8% (2012 est.)

USA
agriculture: 1.2%
industry: 19.1%
services: 79.7% (2012 est.)

Italien
agriculture: 2%
industry: 23.9%
services: 74.1% (2012 est.)

China
agriculture: 9.7%
industry: 46.6%
services: 43.7% (2012 est.)

und Russland
agriculture: 4.4%
industry: 37.6%
services: 58% (2012 est.)

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gm.html

Das hier ist auch interessant:
2. The issues with the Cyprus sovereign have come from the bailout of the banking system.

The banking sector in Cyprus is being portrayed in the mainstream press as a monstrosity of risky banks for Russian mobsters. I think it is important to put it in context:

(a) Banking assets are about 7.1x GDP relative to the EU average of 3.5x GDP and similar to Ireland and Malta.

Luxembourg, by contrast, where Anglo-Saxon firms do their tax arbitrage has banking assets of 21x GDP. So, Cyprus’s exposure is similar to that of an economy that has large financial services sector, but that still has a real economy too. It is not Luxembourg nor the Cayman Islands nor the Bahamas nor the Channel Islands and so on.

(b) Further to this point, 20B of the 70B of deposits are non-EU (aka Russia/CIS) which, while meaningful (28%), hardly dominate the system

(c) The banks are almost 100% deposit funded (something that regulators across the world have been encouraging because deposits tend to be sticky if you take care of them).

http://www.nakedcapitalism.com/2013/03/cyprus-bailout-stupidity-short-sightedness-something-else.html

Lina März 20, 2013 um 22:23

Ach, ja und Bloomberg sagt

“Hey, Germany: You Got a Bailout, Too”
http://www.bloomberg.com/news/2012-05-23/merkel-should-know-her-country-has-been-bailed-out-too.html

Wie soll ich das nur verstehen?!

Q. März 20, 2013 um 22:30

Marc
Welche Wumme hatte denn der Underdog in der Hand? Etwa so eine wie : “Hey, wenn ihr nicht sofort das macht, was ich will, dann erschieße ich mich!” ????

Nur ne kleine, aber immerhin soviel:

ich stell mich hin und mach die Hand auf, um Kredite der europäischen Steuerzahler in Höhe von x-mal BSP zu empfangen. Ohne dafür ein Gegenangebot zu liefern (jedenfalls wurde nichts bekannt). Ich fühle mich ja so systemrelevant.

Die Lösung Bankenpleite verweigere ich, denn was in Zypern passiert, bestimmt nur Zypern.

Ich akzeptiere die Lösung mit der Kleinsparerrasur, von der ich weiß, daß sie nie durchs Parlamant geht. Ich schüre den Volkszorn, indem ich das der EU an die Backe hänge.

Ich schleiche mich zu meinen russischen Freunden. Versuchen kann man´s ja mal.

Vor allem aber verbreite ich Panik, indem ich so tue, als würde die Einlagensicherung in die EU-Kompetenz fallen (anstatt in meine eigene).

Es ist schon erstaunlich, wieviele dem Spin auf den Leim gehen.

Hier kann man einen prächtigen Jammerzyprioten betrachten, den ehem. Präsidenten der zyprischen Notenbank:
http://www.bloomberg.com/video/orphanides-on-cyprus-bailout-europe-s-banks-Aw79nWd1QH~jz5tVDF7cRA.html

Erpressung! Konfiszierung! Rechtsbruch!

Schluchz, mir kommen die Tränen.

Keynesianer März 20, 2013 um 22:40

@Lina

Wie soll ich das nur verstehen?!

Ganz einfach: Die deutschen Exportüberschüsse sind die Verschuldung der Griechen etc. und die Bailouts retten die Forderungen der deutschen Banken und Exporteure.

Deswegen wäre es ja so wichtig, schnellstmöglich mit den idiotischen Exportüberschüssen aufzuhören. Denn da kann man genau so argumentieren, dass die deutschen Banken und Exporteure doch auf eigenes Risiko diese Forderungen an Krisenländer aufgehäuft hätten. Das wird zum Schluss alles verschenkt oder mit dem Geld der Arbeiter und Rentner nochmal gerettet.

Marc März 20, 2013 um 22:44

@gelegentlich

Nein, um bei meinem Beispiel zu bleiben: …dann verkaufe ich mich an jemanden Anderes!

Zypern hatte seinen Antrag vor 9 Monaten gestellt. Wenn sie sich in der Zwischenzeit nach Alternativen umgeschaut hätten, wäre das sogar verständlich gewesen. Dennoch glaube ich nicht, dass es wirklich eine ernsthafte “Wumme” war.

Mögliche Spielverderber sind die Geostrategen, weil die Dame doch sehr grenznah tätig ist.

Aus der geostrategischen Perspektive macht die Haltung der Troika überhaupt keinen Sinn, erst ihr Handeln eröffnet ja Handlungsoptionen der Gegenspieler.

Die harten Forderungen für Zypern lassen sich nur erklären, wenn es das Ziel war, das Geschäftsmodell Zypern zu zerstören. Und das auch ohne irgendeine Überbrückung und ohne ein alternatives Geschäftsmodell anzubieten. So geht man mit einem besiegten Feind um, aber nicht mit einem Mitglied einer gemeinsamen Währungsunion. Ich frage mich, wie konnte man annehmen, dass das gut geht?

Lina März 20, 2013 um 22:45

Agenda 2020 wird kommen.
Einige Monate nach der Bundestagswahl.

“Reindustrialisierung” wird das Zauberwort sein.
Die Reformen werden TINA sein.

Marc März 20, 2013 um 22:49

@Q.

Ich fühle mich ja so systemrelevant.

Banken dürfen das, Staaten etwa nicht?

Die Lösung Bankenpleite verweigere ich, denn was in Zypern passiert, bestimmt nur Zypern.

Ja, genau so ist das. Zypern ist souverän.

Ich akzeptiere die Lösung mit der Kleinsparerrasur, von der ich weiß, daß sie nie durchs Parlamant geht. Ich schüre den Volkszorn, indem ich das der EU an die Backe hänge.

Wenn sich die Troika so leicht vorführen lässt, hat sie es sich auch redlich verdient.

holger März 20, 2013 um 22:52

Und wer sitzt in der ARD? Blome… der Obergefreite

Lina März 20, 2013 um 22:55

Keynesianer

“Deswegen wäre es ja so wichtig, schnellstmöglich mit den idiotischen Exportüberschüssen aufzuhören.”

Wie stellst Du Dir das im EU-Binnenmarkt vor?
Rein PRAKTISCH?
Pick Dir mal eine Branche raus und spiel das mal durch. Rein organisatorisch.

Keynesianer März 20, 2013 um 22:57

KenFM im Gespräch mit: Christoph Hörstel. Zypern. Es geht um GAS!

PS: Russland ist in Syrien präsent. Wenn Syrien fällt, fällt der russische Marinestützpunkt Tartus.
Um die Schwarzmeerflotte auch in Zukunft zu schützen, z.B vor der NATO, müsste Ersatz her.

Zypern liegt schräg gegenüber. Geopolitik.

http://www.youtube.com/watch?v=jyQKHlma_5s&feature=youtu.be

"ruby" März 20, 2013 um 23:02

Was denkt ihr, wie schnell die Medien ihre Lügenmuttis und Adjudanten fallen lassen, wenn sie sich keine langfristigen pekuniären Vorteile mehr für ihre Zirkel von diesen versprechen?
“Master of Puppets”…

"ruby" März 20, 2013 um 23:08

Die “Beendigung des Geschäftsmodells Zypern” bzw. der Steueroasen ist der absolute Rohrkrepierer, das klassische Eigentor – aus schierer Selbstüberschätzung .
Kontrollverlust ;-)

Lina März 20, 2013 um 23:13

Marc März 20, 2013 um 22:49

“So geht man mit einem besiegten Feind um, aber nicht mit einem Mitglied einer gemeinsamen Währungsunion. Ich frage mich, wie konnte man annehmen, dass das gut geht?”

Harald Schmidt fällt mir spontan ein. Der hatte da schon vor langer Zeit eine Idee und in der FAZ war eine ähnliche Karrikatur, über die man sich “köstlich” amüsieren konnte.

Hat aber leider ziemlich böse Reaktionen ausgelöst.

http://www.youtube.com/watch?v=epUloNxPnfk

Andreas Kreuz März 20, 2013 um 23:13

@Lina

…“Reindustrialisierung” wird das Zauberwort sein.

Wie sollte das gehen?
LEGO-Steine auf 3D-Druckern als Spielzeug für’s Pflegeheim?
Kann doch schon seit mindestens 10 Jahren keiner mehr was Gescheites.
Oder high level engineering in Form von PowerPointFolien?
Die Moderne (@morph) nach ???????? nach der 3. industriellen Revolution (@CM) ?

Lina März 20, 2013 um 23:31

Andreas Kreuz März 20, 2013 um 23:13

Indem man sich für Investoren attraktiv macht.
Und zwar nicht nur so:

http://goo.gl/Y6XTM

Sondern, indem all die Reformen, die man jetzt von den “Schuldnern” verlangt, auch bei sich einführt. Vielleich ein wenig moderater, des lieben Friedens willen. Wenn die “da unten” jetzt für 450,- Euro arbeiten müssen ohne Sozialsysteme, dann wären hier z.B. 800,- drin und die Sozialsysteme auf ein Minimum runtergekocht.

Das wird doch gepredigt, daran wird doch geglaubt. DAS ist doch das Geschäftsmodell, oder sauge ich mir das aus den Fingern?

Andreas Kreuz März 20, 2013 um 23:39

@Lina

Was sollen die herstellen?
Stacheldraht für die Einzäunung von Hand klöppeln?

Linus März 20, 2013 um 23:45

@Q: “Es ist schon erstaunlich, wieviele dem Spin auf den Leim gehen.”
Da hast du natürlich recht. Auf der anderen Seite hat es Herr Schäuble nicht anders verdient. Was würdest du sagen, wenn dich jemand vor die Wahl stellen würde: “Mach deinen Laden dicht, oder wir lassen dich pleite gehen!”? So jemand möchte ich nicht zum Freund haben.

Mit den 15 Milliarden ist es jetzt längst nicht mehr getan, wenn erstmal Kapital aus Zypern abfliesst. Und das ist so gut wie sicher, wenn die Russen nicht einspringen. Die Märkte werden das Übrige tun und das mal antesten.

Schäuble ist damit in Europa als bad cop markiert und verbrannt. Höchste Zeit also, daneben einen good cop zu installieren. Sonst fliegt der Laden auseinander.

Schütze Arsch März 21, 2013 um 00:02

Hm… immer erstaunlich wie viele genau wissen was gerade abläuft…

Von hier aus nur ein paar unverbindliche Gedankensplitter und Spekulationen.

Daß “russische Oligarchen in Zypern viel Geld gebunkert” haben, war hinreichend bekannt. Was mir jedenfalls vor Beginn der Sache aber nicht klar war, ist der offenbar große Umfang, in dem einige russische Wirtschaftssektoren darüber hinaus ihren Zahlungsverkehr über zypriotische Banken abwickeln. Irgendwo las ich gestern in der russischen Presse, finanzwirtschaftlich betrachtet sei Zypern eigentlich ein Teil des russischen Wirtschaftsraumes.

Man kann deshalb annehmen, daß eine Rasur einiger russischer Kontoinhaber für Putin & Co. kein Problem dargestellt hätte, daß der Zusammenbruch oder die “Stillegung” des zypriotischen Bankensystems für sie aber ein Ernstfall wäre.

Offensichtlich ist dieser Ernstfall durch den Verlauf mit der beabsichtigten Kleinsparerbeteiligung samt folgender negativer Parlamentsabstimmung nähergerückt.

Wie @Carlos Manoso schreibt (und wie der russische “Kommersant” gestern ähnlich schrieb): Egal was weiter läuft, ein Zusammenbruch des Bankensystems in Zypern via massivem Geldabzug droht so oder so. Also wäre Zypern zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen genötigt. Nicht gut für die Russen (s.o.). Was sollen sie machen? Den zypriotischen Bankensektor komplett übernehmen?

Man kann nun, obwohl ich das gestern noch abgetan habe, vielleicht wirklich spekulieren, ob nicht eben dies – den Preis des Nichthandelns für die Russen hochzutreiben und sie zu einer massiven wirtschaftlichen Intervention zu nötigen – in der Absicht des einen oder anderen “europäischen” Akteurs lag.

Ich meine, mit Gazprom versteht sich die deutsche Energiewirtschaft gut, arbeitet auch in Rußland selbst mit denen zusammen. Was spricht aus der Sicht etwa von E.on dagegen, wenn Rußland den Zugriff auf das Gas Zyperns kriegt? Spricht nicht eher was dafür? Und wenn die Russen die zypriotischen Pleitebanken an der Backe haben… sollte das im politökonomischen Establishment Deutschlands eine Mehrheit nicht eher freuen?

Noch was zu dem Gas. Hier wurde spekuliert, wie viel dies “wert sei”. Soviel wie jemand dafür bezahlt. Die andere Frage ist, zu welchen Kosten es sich fördern und transportieren läßt. Hab dem jetzt nicht hinterhergegoogelt, es sollte dazu sicher Schätzungen geben. Aber DAS, die vermutlichen Produktionskosten, also wenn irgendeiner das vorab kalkulieren kann, dann die Jungs von Gazprom.

Aber können sie auch kalkulieren, zu welchem Preis sie es langfristig in Europa loswerden? Geopolitik hin oder her, zuerst mal sind Gazprom Kapitalisten und wollen Gewinn machen.

Nu gucken mor über den großen Teich. Da ist der Gaspreis dank Fracking inzwischen wohl nur ein Viertel des europäischen. Ich erinnere mich mal einen Artikel gelesen zu haben, in dem es um inneramerikanische Interessengegensätze ging. Die Demokraten wollen die Preisdifferenz zugunsten der eigenen Industrie wohl eher beibehalten und deshalb den Export billigen Gases begrenzen, während die Republikaner eher auf Export von Flüssiggas setzen. (Vor Jahren gab’s übrigens eine ganz ähnliche Kontroverse in Rußland.)

Also die Entwicklung des europäischen Gaspreises dürfte auch mit in den USA entschieden werden. Und nu muß Gazprom sehen: Ihr Pipelinegas kriegen sie dank langfristiger Lieferverträge mit Ölpreisbindung auch deutlich über Spotmarktpreisen an den Mann. Aber können sie auf solche Bedingungen auch bei Gas von zypriotischen Feldern hoffen, oder würde das nicht (als Flüssiggas) zu schwer vorhersagbaren Spotmarktpreisen gehandelt werden? Ich kann es nicht sagen, denke aber, daß diese Frage mit Blick auf den Gas-Aspekt wichtig ist.

Lohnt sich das für Gazprom, auch wenn etwa die Amis in absehbarer Zeit ihr Fracking-Gas als Flüssiggas verstärkt nach Europa bringen? Und wenn es sich nicht sicher lohnt, ist dann der politische Vorteil aus russischer Sicht groß genug, daß Putin Gazprom sozusagen anweist einzusteigen (könnte er ja letztlich bei >50% Staatsanteil)?

Ich habe keine Einblicke in das Geschehen, würde aber diese Punkte mal zumindest in die Debatte werfen. Bei Gazprom dürften sie mit Blick auf Zypern die Sache vermutlich erst mal ganz nüchtern betriebswirtschaftlich sehen, und falls da die Antwort nicht positiv ausfällt, dann bräuchte es schon einen großen “politischen Mehrwert”, sie dennoch dazu zu bringen.

Großes Plus für Gazprom natürlich: Wenn irgendein Transitland, auch bei South Stream, sich mal querstellt und die Leitung zudreht, dann kann zypriotisches Gas das kompensieren. Rußland wird weniger erpreßbar durch Transitländer.

Also aus russischer Sicht vielleicht:

Banken-Frage: Schaden bei Nichthandelns vs. Kosten des Handelns

Gas-Frage: Gewinnaussichten, falls vage, evtl. kompensiert durch “geostrategischen” Mehrwert?

Falls Antworten auf beide Fragen uneinheitlich: Welche pressure group setzt sich durch?

Und Nachtrag zu gestern abend:

@ Lina

Ja, Du kannst mir glauben, ich @Arsch bin mir dessen voll und ganz bewußt:

Wenn eine Seite wo was gewinnt, dann gewinnen da die Oligarchen.

Wenn eine Seite wo was verliert, dann wird dort Schütze Arsch in selbigen getreten.

Demnach ist im Grunde auch die ganze Debatte für eben jenen… eigentlich kann man nur die Rolle eines Clowns übernehmen wollen… aber was soll ich sagen… bei manchen Themen schlägt halt der gewohnte Welterklärungsspieltrieb noch durch…

"ruby" März 21, 2013 um 00:18

@ das kleine Arsch O

deswegen immer wieder der Hinweis auf Sir Frederick Soddy : Sonnenenergie ist für lau

und

@ Lina

die ganzen mikronisierten Produktionen zur Anwendung dafür entsprechen cm`s 3. technischen Revolution

je schneller wir das realisieren und mit am besten 100% Eigenkapitaldeckung finanzieren desto menschlicher wird es werden …

topi März 21, 2013 um 00:23

Lina

“Kannst mir bestimmt das deutsche Geschäftsmodell erklären?

Und Du weißt auch wie sich das deutsche BSP zusammensetzt?

So:
agriculture: 0.8%
industry: 28.1%
services: 71.1% (2012 est.)

Und Zyperns so:
agriculture: 2.4%
industry: 16.7%
services: 80.9% (2012 est.)”

Und was willst du damit sagen?
Service ist Service. Ob internationale Finanzdienstleistung, Parkpflege durch Eineurojobber, binnenmarktliche Systeme in Bildung, Gesundheit und Pflege, oder industrienahe Dienstleistungen.

Der zypriotische Bankensektor ist überdimensioniert im Verhältnis zu anderen EU-Ländern.
Wir wissen doch hier alle (oder nicht?), dass auch in jenen die Bankensektoren weit überdimensioniert sind.

"ruby" März 21, 2013 um 00:30

@ Q

“verbrannt”
und
deswegen wird LügenMutti von den Medien und ihren Finanziers verbal geschlachtet, sollte sie sich nicht klugerweise von alleine verpissen ;-)
v ermögende
v erprügeln
v erlierer

topi März 21, 2013 um 00:31

“Stephan Ewald hat heute Morgen gemeint, dass die Deutschen nur eine Währungsunion mit sich selbst machen wollen. Er hat wohl recht.”

Hat er nicht. Kann er auch wissen, der gute. :roll:

Die Deutschen hatten eine faktische fixe WK im D-Mark-Raum mit einigen Nachbarländern.
Die mussten sich halt anpassen, an die Bundesbankpolitik, und auch an die großen fiskalpolitischen Leitlinien. Haben sie auch, und solange D nicht komplett auf dem Billiglohntrip war, sind sie damit auch ganz gut gefahren.

“Die Deutschen” wollen eine Wöhrungsunion, in denen sich die anderen so verhalten. Da kann dann wohl auch jeder mitmachen. :roll:

Dass der deutsche Mainstream da nichtmal ein Problem zum Begriff “Union” sieht, hat schon etwas.

topi März 21, 2013 um 00:35

Der Lucke kam in den letzten Minuten von Will (den Rest hab ich nicht gesehen) recht sachlich rüber.

Er rzählt zwar partiell völligen Schwachsinn (die Südländer mussten immer abwerten, weil ihre Produktivität mit dem deutschen nicht mithalten konnte; dabei lag es natürlich in erster Linie an den verschiedenen Inflationsentwicklungen), aber das Prinzip der Notwendigkeit eines Wechselkurses bringt er ganz gut an den Mann.

Da könnte sich schon etwas ergeben. In Griechenland holt Syriza die Außenseiterstimmen, in Italien Grillo, und in D die AfD (Historiker sind da wohl nicht dabei, sonst hötten sie der Bude nicht den Namen von Schnur et.al gegeben :roll:)

topi März 21, 2013 um 00:37

Schütze

Gazprom denkt betriebswirtschaftlich, schon.

Aber “Russland” hat auch andere Parameter.

Ganz wichtig ist dabei natürlich, dass Zypern in der EU un dauch EWU bleibt, sonst ist das Inselchen nur ein Bruchteil wert.

Mal sehen, was sie jetzt ausgeklüngelt haben.

"ruby" März 21, 2013 um 00:38

Und wenn jetzt jemand jammert, dass das nicht funktioniert, dann gibts als Lösung geht auch mit 0% EK bei Geldschöpfung auf Vertrauensbasis – so als ökonomische Denksportaufgabe zum Paradigmenwechsel ;-)

Schütze Arsch März 21, 2013 um 00:56

@ topi – “Ganz wichtig ist dabei natürlich, dass Zypern in der EU und auch EWU bleibt, sonst ist das Inselchen nur ein Bruchteil wert.”

Sicher? Kann nicht der Bankensektor weitgehend “euroisiert” bleiben (für die Russen O.K.), die Insel aber trotzdem aussteigen und abwerten?

Es gibt ja nu etliche “dollarisierte” Finanzzentren ohne eigene Weltleitwährung.

Und die Gasförderkosten würden bei einer Abwertung sinken.

@ ruby – Zit. – “Sonnenenergie ist für lau.”

Nee. Ich als Mieter Arsch finanziere über den Strompreis die Solaranlage von Hausbesitzer Steißbein. Nix für lau.

"ruby" März 21, 2013 um 01:04

@ Schütze
Dann geh zu Ben Bernanke und lass die Solaranlage dort finanzieren.
Das wird für Transatlantiker ein leichtes sein.
Du wirst sehen, dass es noch nicht einmal auf einen Zinssatz ankommt!

"ruby" März 21, 2013 um 01:17

@ Schütze
Hol eine Null-Kupon-Anleihe, die noch nichtmal geschnippselt werden musst ;-)
http://www.hedgefonds24.de/nullkuponanleihe.html
Lass sie Dir einfach vom Heli-Ben schenken und wenn die Solaranlage verbraucht ist gib sie unversehrt zurück.
Sollte die Steuer Probleme bereiten sag dem Jürgen Trittin einfach wie umweltverträglich Du wirtschaftest und Arbeitsplätze sicherst.

Schütze Arsch März 21, 2013 um 01:18

@ ruby

Ben Bernanke? Den kenn ich nich. Bin kein crony. Vielleicht versuch ich’s stattdessen lieber bei Frankie Bernankie?

Und außerdem, hallo: Das Dach auf dem Haus wo ich wohne ist nicht meins, und ich will weder dort noch woanders irgendeine beschissene Solaranlage finanzieren!

Aber arrgh… das führt heut zu nichts Gutem mehr, sondern nur off topic. Bin weg.

Hauke März 21, 2013 um 07:58

@Schütze Arsch

“Egal was weiter läuft, ein Zusammenbruch des Bankensystems in Zypern via massivem Geldabzug droht so oder so. Also wäre Zypern zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen genötigt.”

Das muss nicht so sein. Wenn die Banken solvent sind, also alle nötigen Abschreibungen vorgenommen wurden und die Banken mit Hilfe der EU-Kredite angemessen rekapitalisiert wurden, so ist eine danach einsetzende Kapitalflucht in der Hauptsache ein Liquiditätsproblem, das die EZB lösen wird. Kapitalverkehrskontrollen dienen vor allem der Stabilisierung des Wechselkurses. So hat Island Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, weil die isländische Krone nach dem Zusammenbruch des Bankensystems bis 80% abwertete, was im Inland die Inflation treibt. Argentinien hatte mit mehreren Abwertungswellen zu kämpfen. Gleiches Motiv in Russland 1998. Nachdem die russische Zentralbank den fixierten Wechselkurs/Wechselkursband durch Devisenmarktoperationen nicht mehr halten konnte (Bankenkrise, Staatsfinanzkrise, sinkende Exportpreise -> LB-Defizit) wurde der Wechselkurs freigegeben. Die Freigabe wurde flankiert mit Kapitalverkehrskontrollen, um den Verfall des Rubel abzumildern und drohender Infaltion zu begegnen. Das alles ist in Zypern aber kein Thema, solange sich nicht ein grundsätzliches Mißtrauen in den Euro breitmacht. Das heißt, wenn Zypern seine Banken übers Wochenende ordentlich aufräumt, dann ist nächste Woche der Spuk vorbei, und wenn die zyprische Regierung das glaubwürdig kommunizieren kann, wird das Vertrauen auch wieder zurückkehren.

gelegentlich März 21, 2013 um 07:58

@topi @Lina
Nehmen wir an wir hätten in Euro-Europa eine einheitliche Steuer- und Wirtschaftspolitik. Welche Chancen hätte dann die zypriotische “Finanzwirtschaft” und das, was dort daran hängt?
Und außerdem: welchen Sinn macht es einfach nur von “services” zu sprechen? In diesem Begriff ist ja die Putzfrau gleichgestellt mit einer Firma, die z.B. für Sibirien eine komplexe Stoffaufbereitungsfabrik schlüsselfertig konstruiert.
Ich beanspruche nicht den privilegierten Blick hinter die Kulissen zu haben. Mir ist nur nicht klar wie die Zyprioten ihr gegenwärtiges Niveau halten wollen falls ihr gegenwärtiges Geschäftsmodell nicht mehr weitergehen wird (darf). Ja, das gilt natürlich auch für Luxemburg und Irland. Lassen wir das Beispiel mit der Nutte, nennen wir es “Las Vegas”. Ich generiere Gewinne damit, dass ich dort erlaube was sonst verboten ist.

Jackle März 21, 2013 um 08:04

“Das heißt, wenn Zypern seine Banken übers Wochenende ordentlich aufräumt, dann ist nächste Woche der Spuk vorbei”

Aha, ah so, ja dann. Hätte nur jede seine Hausaufgaben gemacht und sein Zimmer aufgeräumt.

Hauke März 21, 2013 um 08:07

Jackle, ist das Wochenende schon vorbei?

"ruby" März 21, 2013 um 09:25

@ Hauke

Der EZB bzw. ihren Leitungspersonen traue ich den Willen und die Kompetenz zum aufräumen nicht mehr zu.
Deshalb der Ruf nach Thilo Sarrazin, der den technischen Sach- und Fachverstand als Bundesbankvorstand für die”Zasterzuteilung” und das Oraganisationshandeln hat. ;-)
Ob dann eine Bevölkerung die Liquiditätsversorgung bei einem Bankrun dämpfend aufnimmt scheint in dem relativ überschaubaren €-Staat eine lohnenswerte spieltheoretische Hypothese, die jetzt ihrer Umsetzung gegenübersteht.
Sagte ja, es wird diese Woche viel Spass geben!

"ruby" März 21, 2013 um 09:30

@ gelegenlicht

“Mir ist nur nicht klar wie die Zyprioten ihr gegenwärtiges Niveau halten wollen falls ihr gegenwärtiges Geschäftsmodell nicht mehr weitergehen wird (darf). Ja, das gilt natürlich auch für Luxemburg und Irland. Lassen wir das Beispiel mit der Nutte, nennen wir es “Las Vegas”.”
Als bei Anne Will diese Problemematik in der Diskussion war, gab es von Trittin, Stoiber und Blome nur zynisches Lächeln – der Kameramann war gut drauf und hat ihre Fratzen exakt dokumentiert.
Und nun ?

"ruby" März 21, 2013 um 09:39

Eilmeldung zur EZB
Es wird ernst für den Probefall des Bankruns!
Ende der Endlosschleife …

EEE

http://www.ouzo12.de/images/stories/_content/ouzo12_gold_produkt.jpg

"ruby" März 21, 2013 um 09:56

Dann haben sie ja tatsächlich etwas aus der Schublade geholt:
http://www.ecb.int/press/pr/date/2013/html/pr130321.en.html
Urlaubssperre …

Systemfrager März 21, 2013 um 10:00

Und wer noch nicht den Rest des Galubens verloren hat, dass wir in einem totalitären System leben, in dem die Reichen tun und lassen, was sie wollen:

Aber gilt nicht das große Versprechen der Europäischen Staaten, dass Bankeinlagen bis zu 100.000 Euro sicher seien? Tatsächlich haben aufgrund einer europäischen Richtlinie sämtliche Mitgliedstaaten entsprechende Garantieerklärungen für die Sparer abgegeben. Doch diese Garantien sollen im Falle einer Bankenpleite gelten. Die Sonderabgabe der Zyprer hingegen sollte eine Bankenpleite ja gerade abwenden – und auf diese Weise die Einlagen der Bankkunden jedenfalls zum größeren Teil retten. “So gesehen”, sagt Europarechtler Calliess, “verstößt die Sonderabgabe nicht gegen die Einlagengarantie, sondern sichert ihre Voraussetzungen.”

Alles nur eine juristische Definitionssache
:)

Linus März 21, 2013 um 10:11

@EZB stellt Zypern Ultimatum bis Montag:
Soviel zur Unabhängigkeit der EZB. Die wollen’s echt wissen.

Systemfrager März 21, 2013 um 10:16

Und weiter geht es so:

Ungemach könnte einem Pleitestaat wie Zypern allerdings von ausländischen Investoren drohen. Die Großanleger, auf deren finanziellen Beitrag der Abgabenplan ursprünglich zielen sollte, haben sich in der Regel durch internationale Verträge abgesichert. Ein dichtes Netz sogenannter Bilateral Investment Treaties (Bits) ist zwischen den meisten Staaten der Welt gespannt. Ein Regelwerk, mit dem sich von Fall zu Fall und von Staat zu Staat Investoren ihr finanzielles Engagement in der Fremde gegen politische Risiken absichern lassen. Ein Investor, der sich im Ausland enteignet oder zu hart behandelt sieht, kann den handelnden Staat vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington verklagen.

Auf den Punkt gebracht:
Das Eigentum der Reichen ist unantastbar.
Für die kleinen gilt: “Eigentum verpflichtet” und kann zum “allgemeinen Wohl” enteignet werden (GG)

"ruby" März 21, 2013 um 10:36

So ging es beim Blutsauger Draghi gestern ab:
http://www.youtube.com/watch?v=BBQ36Y1GL1g

h.huett März 21, 2013 um 10:43

“ruby”

Morph hat ja schon ein paar Mal Zweifel an Musikgeschmack und -Auswahl geäußert, auch an den Motiven, mit denen Du hier links sehr unterschiedlicher …. Relevanz … in Verkehr bringst. Was bringt Dich auf die Idee, Herrn Draghi als einen “Blutsauger” zu bezeichnen? Und bist Du Dir im Klaren darüber, in welcher metaphorischen Genealogie Du da rumgrabbelst und sie Dir so offenbar umstandslos zu eigen machst?

"ruby" März 21, 2013 um 10:47

Hatte bereits auf das Treffen der Bundeskanzlerin mit dem Züpressenchef verwiesen … Parteifreunde
Muss das Volk auf der Strasse halt seinen Willen erkämpfen – Ausgang offen ;-)
Montag ist Feiertag bei den Züpressen !

"ruby" März 21, 2013 um 10:52

@ hh
Weil die Grenzwerte zur Einlagensicherungen vorsätzlich verändert werden sollen und die Berechnungen aufgrund von konkreten Zahlungsstömen der Beständeeigentümer bewertet sind.
Wenn 100.000 € nicht zu wuppen sind, dann gehört Ehrlichkeit und Offenheit dazu das politisch zu verteten.

h.huett März 21, 2013 um 10:56

“ruby”

Ok. Du willst es nicht anders. Also Registerwechsel. Der umstandslose Wechsel zwischen Bürokratiesprache und LTI macht Dich zum Barbaren. Du wirst gespielt und merkst es nicht einmal.

Systemfrager März 21, 2013 um 10:58

@ruby
ja, es ist nicht fair
wirklich nicht
Blutsauger sind nützlich, das hat viele Jahrhudnerte die Medizin gewusst, du beleidigst die unschuldigen Blutsauger
Der vornehme Herr genannt Draghi ist ein Scherge eines verbrecherischen Systems

"ruby" März 21, 2013 um 11:09

@ hh
Das Spiel wird ohne Bankeninsolvenz enden, weil die 100.000€ nicht auszahlbar garantiert werden können? – das haben andere bereits früher erklärt – ist nichts neues .
Zum Jubiläum und gegen die eigene Barbarei der Manipulierten :
http://www.lettre.de/

"ruby" März 21, 2013 um 11:15

“Wichtig ist heute, daß gerade die junge Generation mit Werkzeugen ausgestattet ist, die es leichter machen, sich zu organisieren. Wir leben längst in einer Welt, wo die Regierungen zwar immer noch das Sagen haben, sich aber immer mehr Menschen zu Gruppen mit immer größerem Einfluß zusammenschließen. Wenn es uns nicht gelingt, zusammenzuleben, droht der Untergang. Die Gefahr führt die Menschen zusammen und bildet mit Hilfe der Hoffnung eine Dialektik. Man macht sich erst klar, was man tun kann, muß und soll, wenn man in Gefahr ist und diese sieht. Es kommt darauf an, daß die Völker mit ihren Netzwerken die Regierungen so stark unter Druck setzen, daß diese tun, was gut für die Völker ist. ”

Stéphane Hessel, Heinz-Norbert Jocks
DER GEIST DER EMPÖRUNG
Ein Gespräch mit Stéphane Hessel wenige Monate vor seinem Tod
aus dem aktuellen Lettre.

gelegentlich März 21, 2013 um 11:19

@”ruby”
Was genau wollen Sie eigentlich mit diesem schlichten Link (zu einer Zeitschrift mit -zig Artikeln) sagen? Ich bin ein Landei. Ich kann das nicht verstehen.

"ruby" März 21, 2013 um 11:39

@ gelegentlich

Mit jungen Menschen reden, Gedanken aufgreifen in Schulen versuchen Wünsche und Ziele zu lehren als Vorbilder am besten, um dann die Vielfalt des Lebens zu spüren .
Weitergegebener Humanismus als Titel/Überschrift bei Mobilität zwischen Zentren und Peripherien.

gelegentlich März 21, 2013 um 11:56

@”ruby”
Machen wir Alle doch täglich und machen es täglich weiter. Welche Rolle spielt nun das bei Zyperns Drama und Deutschlands Rolle dabei – nach Ihrer Ansicht? Fehlt uns das Gespür für die Vielfalt des Lebens? Ist das der Schlüssel?

"ruby" März 21, 2013 um 12:14

@ gelegentlich

Mit Zypern und den anderen Steueroasen haben “wir” (als Dulder, Wahlvolk) akzeptiert, nicht sehen wollen, was zum Vorteil einiger weniger immer intensiver im verborgenen des Schattenbankensystems (siehe Bilanzierungstechniken) generiert wurde.
Wenn Europa aber Vorbild für möglichst viele und nachwachsende Bürger sein soll, wäre dieser Widerspruch zwischen Reden und Handeln zu verringern.
Wer macht das und wie zukünftig, wenn bisheriges scheitern beendet wird?
Kompromisse in Kommunikation werden wir praktizieren, um neue Lösungen aufzu”schlüsseln” bei denen möglichst viele friedlich nach hause gehen, um in ihrer persönlichen Umwelt zufrieden zu sein, ohne das Gefühl zu haben etwas zu verpassen.

"ruby" März 21, 2013 um 12:34

@ hh
“Du wirst gespielt und merkst es nicht einmal.”
Soll das ein Kompliment sein?
Wer spielt ist vor dem verlieren/gewinnen nicht sicher.
Viktor Klemperer passt schon ;-)
Gibt halt noch mehr als the bad, the ugly oder the good .
Wer spielt Dich nach eigener Einschätzung – das Schweigen oder die Worte, Bilder und Töne?
Assoziation und Artikulation…

"ruby" März 21, 2013 um 12:41

@ gelentlich

Früher ging Deutschland mit Frankreich auf einer Achse – nun sind es mehrere Achsen die zu koordinieren sind (Spanien, Portugal, Osteuropa).
Hatte bereits auf Polen, Türkei hingewiesen. Nicht nur Sprachen sondern unbekanntere Kulturen als bisher. Mit diesen umgehen ist Herausforderung, muss Bürger wollen und lernen.
Draussen in der Wirkichkeit.

Doktor D März 21, 2013 um 12:57

Auch ‘ne spannende Idee: GRZypern wendet sich an die Türkei: http://blogs.ft.com/beyond-brics/2013/03/21/guest-post-turkey-to-the-rescue/#axzz2OAt0oB00

gelegentlich März 21, 2013 um 13:04

@”ruby”
Aha, wir haben jetzt auch ein Mehrachsenproblem. Und:
“Mit jungen Menschen reden, Gedanken aufgreifen in Schulen versuchen Wünsche und Ziele zu lehren als Vorbilder am besten, um dann die Vielfalt des Lebens zu spüren .”
Aber was machen wir – wir diskutieren hier über Zypern, nicht wahr? – wenn die jungen Menschen die tödliche Frage stellen, ob Ihre hier dargelegten Standpunkte (sollten es welche sein?) nicht doch sehr allgemeinplätzig sind? Gehen wir dann in das Wasser, das Zypern umgibt?

"ruby" März 21, 2013 um 14:04

@ gelegentlich
Hatte das Bild mit dem Anisgetränk gezeigt – Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang?
Von dort baden zu gehen ist anders als im Hafen von Piräus.
Von Allgemeinplätzen beginnend hin zu den Besonderheiten/Spezifika gelangen – habe ich so gelernt.
Dauert eben unten anzukommen.
“Superlative mit Tiefgang” als Dokumentation zeigt die konkreten Auswirkungen der Theorie in der Wirklichkeit auf mehrerer Ebenen und Achsen der Technik, Organisation und der Arbeitswelt unserer Wirtschaft ;-)
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/dokumentationen/mega_schiffe_(1_2)/297307?datum=2013-03-10
So als Allegorie gedacht.

gelegentlich März 21, 2013 um 14:09

Aha, danke, als Allegorie also. Und das für junge Menschen, die nach dem Erklärungswert fragen? Respekt! Schon mal ausprobiert? Vielleicht sogar dort wo wir Alle vielleicht irgendwie nachfragen könnten?

"ruby" März 21, 2013 um 14:20

Mein Nachbar betreut Schiffe auf ihrer Charter, den fragen ist interessant. 13 Menschen / Arbeitsplätze an Bord plus die Reederei und Logistik in den Häfen und Zwischenstationen.
Empfehlung : eine Hafenbesichtigung in Hamburg und ein Imbiss fern ab der Hafencity in den Containerdocks um dort mit den Truckern zu reden.
Berufbilder für die Zukunft : gestern im Bundestag 1,2 Milliarden € für den Ausbau des NOK – im Finanzplan – das ist Wirklichkeit!

gelegentlich März 21, 2013 um 14:32

@”ruby”
Danke! Aber ich klinke mich dann mal aus. Ich verstehe bei Ihren Beiträgen nur Bahnhof, obwohl diese ja deutsch sind. Das finde ich demütigend: ich scheine zu doof dafür zu sein. Freilich lese ich auch keine Feedbacks von Anderen.

"ruby" März 21, 2013 um 14:49

Aus dem Hamburger Bahnhof durch die Mönckebergstrasse und dann links ab zum Hafen, wenn Sie zum Fischmarkt oder Sankt Pauli wollen immer geradeaus. Die Elbphilharmonie erkennen Sie von weitem.
576 Millionen Festpreis minus 100 Millionen Sicherheitseinbehalt nach Übergabe. Verträge prüft die Hamburger Bürgerschaft gerade.
Wenn Sie sehen wo unsere Vermögen und Steuersubventionen investiert sind, schauen Sie sich die Immobilien der neuen Hafencity an und studieren die Preise, Mieten, die verlangt werden.

"ruby" März 21, 2013 um 16:21

@ hh
“morphologische Genealogie”

Habe sehr viele verschiedeneWehrburgen in der ungarischen Ebene zum Schutz vor den Türken besucht.
Grausamkeiten und Geschichte sind durchaus bekannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Drachenorden

Carlos Manoso März 21, 2013 um 16:35

@ Linus März 21, 2013 um 10:11
„@EZB stellt Zypern Ultimatum bis Montag:
Soviel zur Unabhängigkeit der EZB. Die wollen’s echt wissen.“

Linus, die EZB ist die Bank der Banken. Das heißt, EZB-Bänker sind noch um viele Umdrehungen hirngewaschener und somit „geheiligter“ als der Normalobänker.

Wenn die Bank dem Kunden das Geld für einen Kredit schöpfen will, dann macht die Bank das mittels des Buchungssatzes: Forderung an Kreditnehmer an Verbindlichkeit gegenüber Kreditnehmer: x €. Wenn umgekehrt der Bankkunde bei der Bank ein Guthaben von y € hat, hat er als „Gläubiger“ der Bank einen Kredit von y € eingeräumt.

Wenn die Bank in die Insolvenz geht, löst sich der von der Bank „aus dem Nichts“ geschöpfte Kreditgeld wieder „in Nichts“ auf. „In Nichts“ löst sich ebenfalls auch das –normalerweise- mittels seiner „Arbeitsleistung“ geschöpfte Geld des „Gläubigers“ auf, das er der Bank gegeben hat.

Das gedankliche Rätsel, dass sich das von dem „Gläubigen“ mittels „Arbeitsleistung“ geschöpfte und der Bank gegebene Geld sich einfach in Luft auflöst, mehrt in den allermeisten „Gläubigen“ ihre „Zweifel“ so sehr, das die allermeisten „Gläubigen“ von ihrem Glauben abfallen, dass Geld „aus dem Nichts“ geschöpft“ werden kann. Ohne diesen –auch gelebten- „Glauben“ an eine „Schöpfung aus dem Nichts“ kann aber keine (Geld)religion existieren.

Deshalb zählt für alle Priester und Gläubigen der Geldreligion der gelebte „Glauben“ an die Schöpfung des Geldes aus dem Nichts zum Allerheiligsten ihrer Religion. Der Beweis für die Existenz des „Allerheiligsten“ ist (war bisher) für die Priester und ihre Gläubigen die unbezweifelte Existenz der Garantiesumme von „100.000 Euro“

"ruby" März 21, 2013 um 16:40

@ hh
“umstandslos”
ist die dialektische Anwort auf das umständliche verschleiern eines Schäubles im Bundestag der Haftungsrisikengarantien, die mit der Schuldenübernahmepolitik der EZB eingegangen werden, um letztlich Banken zu rekapitalisieren.

Wirtschaftswurm März 21, 2013 um 16:47

Mal wieder muss ich Frank Lübberding in meinem Blog widersprechen: Deutschland muss nicht Europa bemuttern!

"ruby" März 21, 2013 um 16:52

@ cm

Nun sind wir wieder bei Stocks an Flows – Beständen und Strömen des Geldes der Vergangenheit und der Zukunftsinvestitionen aus diesen.
Der Glaube wird durch die freie Zurverfügungsstellung/den Abruf auf Erfüllungsvertrauen aufgelöst.
Das stört die Interessen und Einkommen der Verschleierer dieser Erkenntnis – mehr nicht.

Carlos Manoso März 21, 2013 um 17:01

@ topi März 21, 2013 um 00:23
„Und Du weißt auch wie sich das deutsche BSP zusammensetzt?
So:
agriculture: 0.8%
industry: 28.1%
services: 71.1% (2012 est.)
Und Zyperns so:
agriculture: 2.4%
industry: 16.7%
services: 80.9% (2012 est.)”

Topi, der einzige positive Punkt für Zypern ist, dass sein Agrarsektor relativ 3mal so groß ist wie der Deutschlands. Der einzige Pluspunkt Deutschlands ist sein –im intl. Vergleich- großer Industriesektor. Der Sektor „Services“ ist letztlich ein nur abgeleiteter Sektor, der von den Einkommen in allen Sektoren lebt, die in Zypern selbst oder anderswo erwirtschaftet werden.

Schätze mal, in nur wenigen Jahren wird der Agrarsektor Zyperns relativ so bedeutend sein wie heute der Finanzsektor Zyperns.

Vielleicht werden wir ja sogar das erste Menschheitsexperiment einer geldfreien Gesellschaft erleben, wovon die Eurozone und Deutschland übrigens später mal vieles lernen könnte.

topi März 21, 2013 um 17:54

@ Wirtschaftswurm

“Nein, Deutschland muss nicht Europa bemuttern!”

Genau!

Wenn einer mit dem SUV durch die Fußgängerzone brettert, braucht er sich doch nicht um die blöden zu kümmern, die keinen fahren!

topi März 21, 2013 um 18:05

Carlos Manoso

“Topi, der einzige positive Punkt für Zypern ist, dass sein Agrarsektor relativ 3mal so groß ist wie der Deutschlands. Der einzige Pluspunkt Deutschlands ist sein –im intl. Vergleich- großer Industriesektor. Der Sektor „Services“ ist letztlich ein nur abgeleiteter Sektor, der von den Einkommen in allen Sektoren lebt, die in Zypern selbst oder anderswo erwirtschaftet werden.”

Die Diskussion ist fruchtlos. Ich sprach nicht von plussigen Punkten, sondern Lina; es ist sehr müßig, dies aus so einer groben Einteilung herauslesen zu wollen.

Wenn die menschen mit der Sense übers Feld laufen, ist die Größe des Agrarsektors , ähh, nicht besonders positiv.
Und wenn Industrielebensmitteldreck für den Export hergestellt wird, unter Vergiftung des Grundwassers und Vernichtung des Mutterbodens, ist dies auch nicht positiv.

Für den übergroßen Sektor Exportindustrie, für die man keine entsprechenden Güter zurückkriegt, gilt dies auch (außer man will die Nachbarn tatsächlich totrüsten, ähh, -industriieren).

Dienstleistungen pauschal als abgeleitet zu bezeichnen, ist auch recht albern. Viele Dienstleistungen könnten auch direkt vom Industriebetrieb geleistet werden, outsorcing ändert den Sektor, aber nicht die grundsätzliche Stellung.

“Schätze mal, in nur wenigen Jahren wird der Agrarsektor Zyperns relativ so bedeutend sein wie heute der Finanzsektor Zyperns. ”

Gut oder schlecht? Siehe oben.

“Vielleicht werden wir ja sogar das erste Menschheitsexperiment einer geldfreien Gesellschaft erleben”

Da sind selbst die Isländer weit entfernt von, das ist doch wirklich an den Haaren herbeigezogen.

“wovon die Eurozone und Deutschland übrigens später mal vieles lernen könnte.”

:rofl: :lol: :rofl:

Deutschland lernt, und dann noch von Zypern. Also bitte.

"ruby" März 21, 2013 um 18:39

Im Zeitalter des Banking ohne Bargeld, kann zinsloser Kredit durch Zentralbanken per Knopfdruck verteilt geschöpft werden.
Geschäftsbanken würden nur noch für zusätzliche “Service”leistungen oder Informationvermittler benötigt und entlohnt – z.B. KfW-Kreditförderprogramme.
Wenn in Zypern die Banken wieder buchen, hat Ministerpräsident Medwedjew gerade im Radio gesagt, werden russische Vermögen abgezogen und später in eigene zukünftige Offshorezentren fliessen.
Es stehen weitreichende Umstrukturierungen im Finanzsektor bevor – aber das ist nicht neues nur das es nun nachhaltig nachvollziehbar wird.

Carlos Manoso März 21, 2013 um 18:53

@ topi März 21, 2013 um 18:05
“Vielleicht werden wir ja sogar das erste Menschheitsexperiment einer geldfreien Gesellschaft erleben”
Da sind selbst die Isländer weit entfernt von, das ist doch wirklich an den Haaren herbeigezogen.
“wovon die Eurozone und Deutschland übrigens später mal vieles lernen könnte.”
:rofl: :rofl:
Deutschland lernt, und dann noch von Zypern. Also bitte.“

Topi, sicherlich kann „Deutschland“ vielleicht schon bald von Zypern die “Macht” des Geldes lernen ! Die Ankündigung der EZB, ab dem 25. März kein Geld mehr für die zyprischen Banken zu geben, scheint zu jedenfalls postwendend zu funktionieren. Alle 56 Abgeordneten des zyprischen Parlaments wolle jedenfalls heute abend einstimmig für die EZB stimmen !

"ruby" März 21, 2013 um 19:08

Am Dienstag sind die ELA der EZB für Zypern durch Bankabbuchungen per Knopfdruck verschwunden.
Deutschland zahlt über die EZB anteilsmässig aus und muss die Haftung für die dann insoventen Banken zusätzlich übernehmen.
Alternativ wird das Badbankmodell reaktiviert und führt ebenfalls zur Haftung bei Staatsbankrott.
Wer ist gegen einen Schuldenschnitt für private Gläubiger bei bestehenden Einlagensicherungsgaratien sowie Merkel und Steinbrücks zusätzlicher politischen Garantie für die Sparer?

Demata März 21, 2013 um 19:48

Eurozone ist (nicht) eine deutsche Kolonie
Welche Zukunft für Deutschland nach dem Aufsetzen in Schwierigkeiten das südliche Europa?

http://demata.wordpress.com/2013/03/21/eurozone-ist-eine-deutsche-kolonie/

"ruby" März 21, 2013 um 21:08

http://www.youtube.com/watch?v=lLLL1KxpYMA
Die Karawane zieht weiter

"ruby" März 22, 2013 um 00:04
gelegentlich März 22, 2013 um 06:46

Zu früher Stunde ist schon ein Bericht von Aswestopoulos aus Zypern da:
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38805/1.html
Da geht es auch um das Geschäftsmodell Zyperns. Ich habe nicht soviel Zeit Alles zu überprüfen. Aber bei nakedcapitalismus (s.o.) hieß es man habe die Zyprioten ermuntert mit geliehenem (!) Geld griechische Staatsanleihen zu “stützen”: aber für 20% Zinsen. Erst der griechische Haircut hätte dann die zypriotische Krise ausgelöst, die Spekulation auf das Elend der Griechen sei damit gescheitert.

Ich vermute dass einer der politischen Effekte auch sein wird, dass man hier den Begriff der Finanz-”Wirtschaft” in Frage stellt. Was jedes Kind wissen sollte, die INSM aber nicht wissen will: dass Geld nicht arbeitet.
Und ein weiterer Effekt könnte/sollte sein dass endlich über das Problem nachgedacht werden muss, dass man in einem einheitlichen Währungsraum nicht unterschiedliche Steuern haben kann und dass Steuern dort anfallen (müssen) wo das Geschäft gemacht wird. Google würde dann auch in Irland Steuern zahlen müssen, aber eben nicht nur da. Weil alles Andere undeklarierte Subventionen sind, freilich nicht so sehr für Irland, vor Allem für Google. Die brauchen keine.

Comments on this entry are closed.

{ 3 trackbacks }

Previous post:

Next post: