Zyperns Drama und Deutschlands Rolle

by f.luebberding on 19. März 2013

Die Debatte über Zypern ist in das komplette Chaos abgeglitten. Das hat allerdings schon mit der Entscheidungsfindung in der vergangenen Freitag Nacht zu tun. Die New York Times berichtet davon, dass eine Frage in der Brüsseler Runde keine Rolle gespielt hat:

“Protecting the small-time saver was at the top of no one’s list.”

Insofern hat auch niemand die Folgen dieser Entscheidung vorhergesehen, die seit Samstag diskutiert werden. Mittlerweile ist der ursprüngliche Vorschlag zu den Akten gelegt worden, der aber laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dort nicht zu finden gewesen wäre. Der Beschluss von Freitag ist so zu einem Waisenkind geworden. Dahinter steckt aber mehr: Ein Strukturdefekt der europäischen Politik, der zwar schon immer vorhanden gewesen war, aber am Fall Zypern unübersehbar geworden ist. Die EWWU funktioniert in gleicher Weise, wie die alte EWG und spätere EU in ihren schlechtesten Zeiten funktioniert haben: Als orientalischer Basar.

Dieses Modell funktioniert kurz gesagt so: Jeder geht mit Maximalforderungen in die Verhandlungen und schließlich einigt man sich auf einen Kompromiss, der niemanden zufrieden stellt, aber für jeden akzeptabel ist. In den Nationalstaaten können das die Regierungen als Erfolg gegen Brüssel verkaufen. Schließlich habe man die größten Zumutungen verhindert. So funktionierten zumeist die unseligen Verhandlungen über den EU-Agrarhaushalt. Deutschland hatte aber in der alten EWG und in der späteren EU schon immer eine privilegierte Rolle. Als wirtschaftlicher Riese (und laut Helmut Schmidt “politischer Zwerg”) übernahm es in kritischen Situationen die Rolle der informellen Hegemonialmacht. Im Gegensatz zu den zirkulierenden naiven Vorstellungen (etwa in der Kritik an den USA) bedeutet das keineswegs, diese Vormacht einzig unter dem Kalkül nationaler Nutzenmaximierung zu betrachten. Eine Hegemonialmacht existiert allein wegen der Asymmetrie der Machtverhältnisse. Man sucht sich das nicht aus. Den USA und der damaligen Sowjetunion ist sie nach dem 2. Weltkrieg zugefallen, unter anderem weil Deutschland nicht das Potential hatte, um eine Hegemonialmacht werden zu können.

Der schnelle Wiederaufstieg der Bundesrepublik war möglich gewesen, weil der westdeutsche Reststaat des früheren Deutschen Reichs in der EWG eine Größe hatte, wo sich die Hegemonialstellung letztlich nur auf ihr ökonomisches Leistungsvermögen bezogen hatte. Als Nicht-Atommacht war sie weder militärisch, noch politisch zu einer vergleichbaren Hegemonialstellung fähig. Ökonomisch hatte das aber Konsequenzen: Das Wirtschaftswunder war nur im Rahmen der europäischen Integration möglich gewesen. Deutschland musste sich seine Exportmärkte nicht mehr erkämpfen und die Akzeptanz der Hegemonialstellung der Bundesbank wäre ohne diese Politik ebenfalls nicht durchsetzbar gewesen. Das bedeutete aber zugleich, in der EU jene Rolle übernehmen, die in Deutschland zumeist als “Zahlmeister Europas” beschrieben worden ist. So war der britische EU-Rabatt Thatchers denkbar gewesen, weil Deutschland letztlich den britischen Anteil übernommen hatte.

Diese Rolle fehlt der europäischen Politik mittlerweile, obwohl die Währungsunion nichts anderes braucht: Eine Funktion, die gegen die divergierenden Interessen das Gesamtinteresse verkörpert. Im Falle Zyperns ist davon nichts mehr zu sehen gewesen. Die EU-Kommission ist ein schlechter Witz, den die Vertreter der Nationalstaaten nicht ernstnehmen. Das EU-Parlament machtlos und bis heute im Konfliktfall immer noch der verlängerte Arm nationaler Interessen geblieben. Die EZB hat keine demokratische Legitimation und erweist sich als unfähig, eine Währungsunion zu managen, die den Interessen aller Regionen gerecht werden kann. In dem Artikel von Matthew Yglesias wird aber das grundsätzliche Problem deutlich:

“If Ben Bernanke stood up tomorrow and announced that he’s no longer interested in the inflation and output situation in the United States and is going to instead focus on German economic data and performance, there’d be a huge crisis here in America. After all, a country who’s central bank isn’t trying to stabilize its economy has a huge problem. And that’s essentially the situation facing Italy and France and the rest right now. Their central bank has abandoned stabilizing their economies in favor of stabilizing Germany. Who wants to invest in a country like that? And what set of policies is going to succeed?”

Er versteht natürlich, warum Deutschland daran Interesse haben könnte. Das ändert aber nichts an dem Problem, das er so formuliert:

“But to have a workable monetary union, the monetary authority has to try to stabilize spending throughout the monetary union area. If you want the eurozone to work, there’s no other choice.”

Das Gesamtinteresse, früher auch Gemeinwohl genannt, erinnert zwar bisweilen immer noch an Heinrich Heines Wintermärchen und

das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Aber das ändert nichts daran, dass das Gemeinwohl in Institutionen von jemandem vertreten werden muss, wenn diese funktionieren sollen. Daran fehlt es in der EWWU – und das wurde in der desaströsen Zypern-Politik deutlich. Am Ende sitzen sogar russische Oligarchen mit am Verhandlungstisch. Die Hoffnung, das wir es auch anders können, ist ein Trugschluß. Die EU wirkt in diesen Stunden vielmehr wie ein führungsloser Dampfer auf großer Fahrt. Die Lösung in einem Föderalstaat nach dem Muster der “Vereingten Staaten von Europa” zu sehen, ist nichts als eine vage Utopie. In Wirklichkeit wird Europa nicht funktionieren, wenn Deutschland nicht die Rolle wiederfindet, die es unter der Konstellation des Kalten Krieges in Westeuropa ausgeübt hatte. Der von mir hoch geschätzte Peter Lindseth formulierte das Ende Dezember 2012 so:

“But those marginal shifts are not enough to lead Germany to the sort of political and economic commitment of resources and leadership that resolving the crisis really seems to warrant. What needs to change, therefore, is not Germany’s calculation of its political-economic interests or even its understanding of the functional demands. Rather, as a threshold matter, what needs to change is Germany’s overall ‘moral’ interpretation of the nature of the crisis, as deriving from the fiscal profligacy of the periphery. … . Germany’s moral certitudes regarding the causes of the crisis be must be challenged and German domestic political discourse must acquire a new element. To wit: that Germany’s democratic system of government, as a willing participant in the construction of a deeply flawed monetary union, bears a significant degree of ‘fault’ (and therefore ‘responsibility’) for the current crisis.”

Unser moralisierende Diskurs versperrt den Blick auf die letztlich hegemoniale Position, die Deutschland in der EWWU besitzt. Wenn in Zypern (wie auch in allen anderen Fällen) Deutschland für die Situation verantwortlich gemacht wird, mag man das ungerecht oder gerechtfertigt finden: Es ist lediglich ein Ausdruck realer Machtverhältnisse. Selbst nach einem Ende der EWWU würde sich daran nichts ändern. Statt der EZB bestimmte nur wieder die Bundesbank die europäische Geldpolitik. Weil Deutschland diese Rolle hat, muss es das europäische Gesamtinteresse mit denken. Wer sonst? Zypern?

Es wird natürlich darauf ankommen, wie Deutschland mit dieser Rolle umgeht. Seit dem Ende der Amtszeit von Helmut Kohl ist das Bewusstsein darüber weitgehend verschwunden. Weder Gerhard Schröder, noch Angela Merkel wurden dieser Aufgabe gerecht. Mit Schröder begann ein Diskurs hegemonial zu werden, der Deutschland endgültig als Zahlmeister Europas wahrnahm. Frau Merkel sieht Europa als eine Funktion der Innenpolitik. Das war vergangenen Freitag deutlich geworden. Sie kann noch nicht einmal in Deutschland unsere Funktion in der EWWU definieren. Wie soll das dann in Brüssel funktionieren?

Es wird also nicht darauf ankommen, einen “perfekten Plan für Zypern” zu haben, wie ihn Andre Kühnlenz beschreibt. Es kommt darauf an, dass sich jemand in Berlin (und damit letztlich in Brüssel) dafür einsetzt – und zwar nicht nur unter den Bedingungen der eigenen (oder nationalen) Nutzenmaximierung. Das dürfen sich zwar russische Oligarchen leisten. Aber dafür werden sie bekanntlich auch verachtet – und damit ist kein Staat zu machen. Weder in Deutschland, noch in Brüssel.

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holger März 20, 2013 um 19:51

Siehste goodmorning

—>>>Und wenn man den Preis nicht zahlen will: dann eben Auflösung dieser fatalen Währungsunion.”

Erst fügt man was zusammen, was nicht zusammen passt, krallt sich Grund&Boden und danach kommt das alte Spielchen “Teilen und Herrschen”

The Show must go on, the stage is yours

holger März 20, 2013 um 19:57

Er hoffe, dass eine Lösung gefunden werde, die Zypern hilft „und unsere Beziehungen zur EU nicht zerstört“. Die Entscheidung der EU werde auf jeden Fall negative Folgen haben, sagte Medwedjew, „jetzt geht es nur noch darum, sie zu minimieren“.

http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/kritik-an-zypern-politik-medwedjew-eu-verhaelt-sich-wie-der-elefant-im-porzellanladen-12122325.html

Keynesianer März 20, 2013 um 20:02

@f.luebberding

In Deutschland werden im Westen die Renten um 0,25 % steigen. Jetzt darf sich jeder überlegen, ob diese Form der deflationären Einkommenssenkung in Deutschland mit dem Inflationsziel innerhalb der EWWU vereinbar ist. Das Problem ist allerdings, dass dieser Zusammenhnag in Deutschland kaum jemandem auffällt. Sie sind sogar noch stolz darauf, real erneut die Renten zu senken.

Stephan Ewald hat heute Morgen gemeint, dass die Deutschen nur eine Währungsunion mit sich selbst machen wollen. Er hat wohl recht.

Ja, als ob das irgendwie “Deutschland” bestimmen würde. Das sind die neoliberalen Drahtzieher der Agendapolitik, die immer noch “Deutschland” benutzen, um den Euro-Raum zu destabilisieren.

Die haben das gut geplant und schon mit der Einführung des Euro ihr Spiel begonnen. Wir können sie nur von weiterem Schaden abhalten, wenn wir mal deutlicher machen, dass dies alles nicht “Deutschland” ist oder Stefan Ewalds “die Deutschen” hier so fies wären, sich die Renten nicht zu erhöhen.

Hier ist immer noch die Agendapolitik am Werk, ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion der deutschen Ökonomie und ihrem Konsum zu schaffen und damit die Krisenstaaten zwangszuverschulden.

Diskutiert nur weiter über Staatspleiten, um dieses Problem zu lösen. Genau daran haben die Agendapolitiker auch gedacht.

Das war der Sinn der Agendapolitik, dass noch die Euro-Staaten bankrottieren. ;)

Q. März 20, 2013 um 20:13

@FL

Ganz ganz herrlich!
Danke, habe sehr gelacht!

Ich habe zu dem Entscheidungsprozeß schon öfter was gesagt. Das Meiste, was wir jetzt lesen, ist PR-Gerede.
Tja, reale Prozesse interessieren uns nicht, wenn sie unserem Jammer- und Empörungsbedürfnis ungelegen kommen.

Wolle es doch bitte begreifen:
einige dieser Clowns haben genau die Lösung vorgeschlagen, die Du jetzt gerade gut findest. (Und was für ein Geschrei wäre erst losgegangen, wenn Banken wirklich mit allen Folgen pleite gehen …. )
Andere anderes.

Die Einlagensicherung auf den Müll geworfen hat der Herr Anastasiades. Kein Ukas aus Brüssel.
Und Einlagensicherung ist immer noch Sache der Staaten (erst eine Bankenunion könnte das verändern). Schäubles demonstrative Gelassenheit beruht wohl darauf, daß er damit rechnet, daß dieser Unterschied erkannt wird. Was, wenn auch noch, nette Zugabe, ein unkontrollierbares Steuerparadies abgeschossen wird, eher zu einer Stärkung von Brüssel führt.

Und wenn Du wirkliche Ukasse aus Brüssel nicht magst, dann — bitte, bitte — sei wenigstens so konsequent, auch nicht immer mehr EU-Dingens zu wünschen.
Ansonsten schwenke ehrlicherweise ein Schäuble-Fähnchen!

holger März 20, 2013 um 20:15

Wenn nur mal einer auf die Idee kommen würde, oder sich über den Gedanken Gedanken macht, warum wir keine Überseegebiete haben, sollte er auch auf das Ergebnis kommen, dass es ein verlorenes Spiel ist, wenn “Deutschland” einen dicken Strahl international pisst.

Soweit dürfte das doch auch an Hochschulen geleert worden sein oder?

Das ist das Fatale daran… und f.luebberding ich verstehe nicht, warum du auf den Gedanken kommst selbst Putin eine Aufgabe geben zu müssen.

Und warum nun “Deutschland” so eine Hegemonialmacht in Europa sein sollte.

Die Sozialisten hat man machen lassen, Merkel lässt man auch machen. Das Ende dürfte wie immer bekannt sein. Das ist die Situation in der wir uns im Kontext befinden. Und mir wird Angst und Bange, wenn von der Hegemonialmacht Deutschland gefaselt wird.

Bitte nicht schon wieder…

gelegentlich März 20, 2013 um 20:38

@holger
Ob Du willst oder nicht: Deutschland hat sich wie eine Hegemonialmacht verhalten (müssen). D hat diesen pseudoreligiösen Quatsch namens Neoliberalismus hochgehalten wie kaum ein Anderer:
“Deposit insurance is coordinated but not shouldered by EU/Eurozone.
Why should EU taxpayers shoulder that burden ? Please consider while comparing tax rates of Eurozone/Cyprus.
If one country lets practically equity-free banks get up to 800% of GDP what is to be expected? Whose fault?
If you borrow at 5-10% and invest in Greek Gov debt at 20% – who should pay for that once it is over ?”
(Leserzuschrift in o.g. Link)
Das ist astrein “rationale” neoliberale Politik gewesen. Die hat D hochgehalten – und Zypern hat die Lücken erkannt und ausgenutzt. Und jetzt müssen die Spielregeln wohl = > rückwirkend geändert werden. Wer Macht hat – hat sie. Ob er sich ziert sie zu gebrauchen oder nicht.

"ruby" März 20, 2013 um 20:47

@ gelegentlich

jetzt beschreibst du aber den CLINT ;-)
wer den wohl gerade in der 14. Etage in Frankfurt spielt?

"ruby" März 20, 2013 um 20:52

@ gelegentlich

Bankenaufsicht soll für grosse bei EZB liegen – dann können die heute ne vorzeitige Trockenübung durchziehen – aber habense ja in der Schublade unsere Eliten ! oder ?

gelegentlich März 20, 2013 um 21:05

@”ruby”
Wer was in der Schublade hat weiß ich nicht. Ich weiß nur dass Steueroasen im gleichen Währungsraum vergleichbar sind mit einer Nutte, die Erfolg hat weil sie es billiger macht und sie mit der geringeren Marge dann über die Masse ihr Auskommen hat. Auf mittlere Sicht aber verdirbt sie entweder für alle die Preise oder man stoppt sie. Warum in diesem Fall so ein vergleichsweise kleiner Fisch soviel Schaum schlägt ist mir aber nicht klar. Fest scheint doch nur zu stehen dass dieses “Geschäftsmodell” für Zypern an sein Ende kommt, wenn man Niemanden finden kann der auf Dauer die Preisdifferenz bezahlt.

Systemfrager März 20, 2013 um 21:15

>>> Fed-Chef Ben Bernanke will die Notenpresse der US-Zentralbank indes weiter rotieren lassen. Nach der Zinsentscheidung sagte Bernanke, das Wertpapierankaufprogramm QE3 (Quantitative Easing) sei für die Notenbank “zu händeln”. Seit Januar kauft die Fed jeden Monat Hypothekenpapiere und US-Staatsanleihen für 85 Mrd.
Tja,
und was tun die europäischen verbrecherischen “Eliten”? Schrauben immer weiter anzeihen.

Marc März 20, 2013 um 21:24

@Q.

Es ist ja ehrenwert, immer für den underdog zu sein!

Das Spiel hier läuft aber anders: jeder hat ne Wumme in der Hand. Mexican Standoff eben.

Welche Wumme hatte denn der Underdog in der Hand? Etwa so eine wie : “Hey, wenn ihr nicht sofort das macht, was ich will, dann erschieße ich mich!” ????

Was, wenn auch noch, nette Zugabe, ein unkontrollierbares Steuerparadies abgeschossen wird, eher zu einer Stärkung von Brüssel führt.

Das Problem wird sein, selbst wenn es wahr wäre, glaubt diese Geschichte niemand mehr. Ich Naivling dachte ohnehin, dass es die Aufgabe des Marktes ist, falsche Geschäftsmodelle zu eliminieren. Wenn gegen Geldwäschegesetze verstoßen worden wäre, dann hätte eine Regulierungsbehörde eingreifen müssen. Wenn aber irgendwelche alten Herrschaften aufgrund irgendwelcher “Fakten” sich zum Richter über das Schicksal eines Land erheben und das geht auch noch vollkommen schief, dann erinnert das nicht an Demokratie und Marktwirtschaft, sondern an die besten Zeiten des Sozialismus.

"ruby" März 20, 2013 um 21:25

Libormanipulationen haben solange sogut soverdeckt funktioniert.
Transparenz und Imponderablien sind nicht hinreichend kalkulierbar .
Preisdifferenzen sind mit Eurobonds im einheitlichen Währungsraum nicht unverschleiert machbar – daher Merkels Indoktrination.
Aber irgenwann merkt auch der letzte den Unterschied zwischen Überziehungskreditzinssatz 16% + und Mindestreservezins 1%.

"ruby" März 20, 2013 um 21:29
gelegentlich März 20, 2013 um 21:33

@Marc
“Welche Wumme hatte denn der Underdog in der Hand? Etwa so eine wie : “Hey, wenn ihr nicht sofort das macht, was ich will, dann erschieße ich mich!” ????”
Nein, um bei meinem Beispiel zu bleiben: …dann verkaufe ich mich an jemanden Anderes! Ich will nicht mehr wie früher Tagelöhnerin auf einem Feld sein. – So wie es aussieht läuft das gerade. Mögliche Spielverderber sind die Geostrategen, weil die Dame doch sehr grenznah tätig ist.

"ruby" März 20, 2013 um 22:04

Osterüberraschung ab 1. April gibt es für alle Steueroasen die gestaffelte Bankguthabensteuer …
Da freut sich der Jean Claude Juncker als Karlspreisträger ganz besonders für sein Paradies und führt die notwendigen Kapitalverkehrskontrollen ein. Schaffen die EDV-Programme bis dahin ganz locker ;-)
Die EZB kann bereits die Kontenpläne der Mandanten einrichten.
Thilo bitte melden !

gelegentlich März 20, 2013 um 22:08

@”ruby”
Du treibst mit Entsetzen Scherz sollten die auch noch am 2. April gelten!

Keynesianer März 20, 2013 um 22:19

Da wäre natürlich noch ein Deal denkbar:

Russland lässt Syrien fallen und bekommt dafür Zypern als Marinebasis und Deutschland ist schuld.

Lina März 20, 2013 um 22:20

@gelegentlich

interessante Gedanken hegst Du da.
“vergleichbar sind mit einer Nutte”
“Ich will nicht mehr wie früher Tagelöhnerin auf einem Feld sein.”

Kannst mir bestimmt das deutsche Geschäftsmodell erklären?

Und Du weißt auch wie sich das deutsche BSP zusammensetzt?

So:
agriculture: 0.8%
industry: 28.1%
services: 71.1% (2012 est.)

Und Zyperns so:
agriculture: 2.4%
industry: 16.7%
services: 80.9% (2012 est.)

Zum Vergleich

Frankreich
agriculture: 1.9%
industry: 18.3%
services: 79.8% (2012 est.)

USA
agriculture: 1.2%
industry: 19.1%
services: 79.7% (2012 est.)

Italien
agriculture: 2%
industry: 23.9%
services: 74.1% (2012 est.)

China
agriculture: 9.7%
industry: 46.6%
services: 43.7% (2012 est.)

und Russland
agriculture: 4.4%
industry: 37.6%
services: 58% (2012 est.)

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gm.html

Das hier ist auch interessant:
2. The issues with the Cyprus sovereign have come from the bailout of the banking system.

The banking sector in Cyprus is being portrayed in the mainstream press as a monstrosity of risky banks for Russian mobsters. I think it is important to put it in context:

(a) Banking assets are about 7.1x GDP relative to the EU average of 3.5x GDP and similar to Ireland and Malta.

Luxembourg, by contrast, where Anglo-Saxon firms do their tax arbitrage has banking assets of 21x GDP. So, Cyprus’s exposure is similar to that of an economy that has large financial services sector, but that still has a real economy too. It is not Luxembourg nor the Cayman Islands nor the Bahamas nor the Channel Islands and so on.

(b) Further to this point, 20B of the 70B of deposits are non-EU (aka Russia/CIS) which, while meaningful (28%), hardly dominate the system

(c) The banks are almost 100% deposit funded (something that regulators across the world have been encouraging because deposits tend to be sticky if you take care of them).

http://www.nakedcapitalism.com/2013/03/cyprus-bailout-stupidity-short-sightedness-something-else.html

Lina März 20, 2013 um 22:23

Ach, ja und Bloomberg sagt

“Hey, Germany: You Got a Bailout, Too”
http://www.bloomberg.com/news/2012-05-23/merkel-should-know-her-country-has-been-bailed-out-too.html

Wie soll ich das nur verstehen?!

Q. März 20, 2013 um 22:30

Marc
Welche Wumme hatte denn der Underdog in der Hand? Etwa so eine wie : “Hey, wenn ihr nicht sofort das macht, was ich will, dann erschieße ich mich!” ????

Nur ne kleine, aber immerhin soviel:

ich stell mich hin und mach die Hand auf, um Kredite der europäischen Steuerzahler in Höhe von x-mal BSP zu empfangen. Ohne dafür ein Gegenangebot zu liefern (jedenfalls wurde nichts bekannt). Ich fühle mich ja so systemrelevant.

Die Lösung Bankenpleite verweigere ich, denn was in Zypern passiert, bestimmt nur Zypern.

Ich akzeptiere die Lösung mit der Kleinsparerrasur, von der ich weiß, daß sie nie durchs Parlamant geht. Ich schüre den Volkszorn, indem ich das der EU an die Backe hänge.

Ich schleiche mich zu meinen russischen Freunden. Versuchen kann man´s ja mal.

Vor allem aber verbreite ich Panik, indem ich so tue, als würde die Einlagensicherung in die EU-Kompetenz fallen (anstatt in meine eigene).

Es ist schon erstaunlich, wieviele dem Spin auf den Leim gehen.

Hier kann man einen prächtigen Jammerzyprioten betrachten, den ehem. Präsidenten der zyprischen Notenbank:
http://www.bloomberg.com/video/orphanides-on-cyprus-bailout-europe-s-banks-Aw79nWd1QH~jz5tVDF7cRA.html

Erpressung! Konfiszierung! Rechtsbruch!

Schluchz, mir kommen die Tränen.

Keynesianer März 20, 2013 um 22:40

@Lina

Wie soll ich das nur verstehen?!

Ganz einfach: Die deutschen Exportüberschüsse sind die Verschuldung der Griechen etc. und die Bailouts retten die Forderungen der deutschen Banken und Exporteure.

Deswegen wäre es ja so wichtig, schnellstmöglich mit den idiotischen Exportüberschüssen aufzuhören. Denn da kann man genau so argumentieren, dass die deutschen Banken und Exporteure doch auf eigenes Risiko diese Forderungen an Krisenländer aufgehäuft hätten. Das wird zum Schluss alles verschenkt oder mit dem Geld der Arbeiter und Rentner nochmal gerettet.

Marc März 20, 2013 um 22:44

@gelegentlich

Nein, um bei meinem Beispiel zu bleiben: …dann verkaufe ich mich an jemanden Anderes!

Zypern hatte seinen Antrag vor 9 Monaten gestellt. Wenn sie sich in der Zwischenzeit nach Alternativen umgeschaut hätten, wäre das sogar verständlich gewesen. Dennoch glaube ich nicht, dass es wirklich eine ernsthafte “Wumme” war.

Mögliche Spielverderber sind die Geostrategen, weil die Dame doch sehr grenznah tätig ist.

Aus der geostrategischen Perspektive macht die Haltung der Troika überhaupt keinen Sinn, erst ihr Handeln eröffnet ja Handlungsoptionen der Gegenspieler.

Die harten Forderungen für Zypern lassen sich nur erklären, wenn es das Ziel war, das Geschäftsmodell Zypern zu zerstören. Und das auch ohne irgendeine Überbrückung und ohne ein alternatives Geschäftsmodell anzubieten. So geht man mit einem besiegten Feind um, aber nicht mit einem Mitglied einer gemeinsamen Währungsunion. Ich frage mich, wie konnte man annehmen, dass das gut geht?

Lina März 20, 2013 um 22:45

Agenda 2020 wird kommen.
Einige Monate nach der Bundestagswahl.

“Reindustrialisierung” wird das Zauberwort sein.
Die Reformen werden TINA sein.

Marc März 20, 2013 um 22:49

@Q.

Ich fühle mich ja so systemrelevant.

Banken dürfen das, Staaten etwa nicht?

Die Lösung Bankenpleite verweigere ich, denn was in Zypern passiert, bestimmt nur Zypern.

Ja, genau so ist das. Zypern ist souverän.

Ich akzeptiere die Lösung mit der Kleinsparerrasur, von der ich weiß, daß sie nie durchs Parlamant geht. Ich schüre den Volkszorn, indem ich das der EU an die Backe hänge.

Wenn sich die Troika so leicht vorführen lässt, hat sie es sich auch redlich verdient.

holger März 20, 2013 um 22:52

Und wer sitzt in der ARD? Blome… der Obergefreite

Lina März 20, 2013 um 22:55

Keynesianer

“Deswegen wäre es ja so wichtig, schnellstmöglich mit den idiotischen Exportüberschüssen aufzuhören.”

Wie stellst Du Dir das im EU-Binnenmarkt vor?
Rein PRAKTISCH?
Pick Dir mal eine Branche raus und spiel das mal durch. Rein organisatorisch.

Keynesianer März 20, 2013 um 22:57

KenFM im Gespräch mit: Christoph Hörstel. Zypern. Es geht um GAS!

PS: Russland ist in Syrien präsent. Wenn Syrien fällt, fällt der russische Marinestützpunkt Tartus.
Um die Schwarzmeerflotte auch in Zukunft zu schützen, z.B vor der NATO, müsste Ersatz her.

Zypern liegt schräg gegenüber. Geopolitik.

http://www.youtube.com/watch?v=jyQKHlma_5s&feature=youtu.be

"ruby" März 20, 2013 um 23:02

Was denkt ihr, wie schnell die Medien ihre Lügenmuttis und Adjudanten fallen lassen, wenn sie sich keine langfristigen pekuniären Vorteile mehr für ihre Zirkel von diesen versprechen?
“Master of Puppets”…

"ruby" März 20, 2013 um 23:08

Die “Beendigung des Geschäftsmodells Zypern” bzw. der Steueroasen ist der absolute Rohrkrepierer, das klassische Eigentor – aus schierer Selbstüberschätzung .
Kontrollverlust ;-)

Lina März 20, 2013 um 23:13

Marc März 20, 2013 um 22:49

“So geht man mit einem besiegten Feind um, aber nicht mit einem Mitglied einer gemeinsamen Währungsunion. Ich frage mich, wie konnte man annehmen, dass das gut geht?”

Harald Schmidt fällt mir spontan ein. Der hatte da schon vor langer Zeit eine Idee und in der FAZ war eine ähnliche Karrikatur, über die man sich “köstlich” amüsieren konnte.

Hat aber leider ziemlich böse Reaktionen ausgelöst.

http://www.youtube.com/watch?v=epUloNxPnfk

Andreas Kreuz März 20, 2013 um 23:13

@Lina

…“Reindustrialisierung” wird das Zauberwort sein.

Wie sollte das gehen?
LEGO-Steine auf 3D-Druckern als Spielzeug für’s Pflegeheim?
Kann doch schon seit mindestens 10 Jahren keiner mehr was Gescheites.
Oder high level engineering in Form von PowerPointFolien?
Die Moderne (@morph) nach ???????? nach der 3. industriellen Revolution (@CM) ?

Lina März 20, 2013 um 23:31

Andreas Kreuz März 20, 2013 um 23:13

Indem man sich für Investoren attraktiv macht.
Und zwar nicht nur so:

http://goo.gl/Y6XTM

Sondern, indem all die Reformen, die man jetzt von den “Schuldnern” verlangt, auch bei sich einführt. Vielleich ein wenig moderater, des lieben Friedens willen. Wenn die “da unten” jetzt für 450,- Euro arbeiten müssen ohne Sozialsysteme, dann wären hier z.B. 800,- drin und die Sozialsysteme auf ein Minimum runtergekocht.

Das wird doch gepredigt, daran wird doch geglaubt. DAS ist doch das Geschäftsmodell, oder sauge ich mir das aus den Fingern?

Andreas Kreuz März 20, 2013 um 23:39

@Lina

Was sollen die herstellen?
Stacheldraht für die Einzäunung von Hand klöppeln?

Linus März 20, 2013 um 23:45

@Q: “Es ist schon erstaunlich, wieviele dem Spin auf den Leim gehen.”
Da hast du natürlich recht. Auf der anderen Seite hat es Herr Schäuble nicht anders verdient. Was würdest du sagen, wenn dich jemand vor die Wahl stellen würde: “Mach deinen Laden dicht, oder wir lassen dich pleite gehen!”? So jemand möchte ich nicht zum Freund haben.

Mit den 15 Milliarden ist es jetzt längst nicht mehr getan, wenn erstmal Kapital aus Zypern abfliesst. Und das ist so gut wie sicher, wenn die Russen nicht einspringen. Die Märkte werden das Übrige tun und das mal antesten.

Schäuble ist damit in Europa als bad cop markiert und verbrannt. Höchste Zeit also, daneben einen good cop zu installieren. Sonst fliegt der Laden auseinander.

Schütze Arsch März 21, 2013 um 00:02

Hm… immer erstaunlich wie viele genau wissen was gerade abläuft…

Von hier aus nur ein paar unverbindliche Gedankensplitter und Spekulationen.

Daß “russische Oligarchen in Zypern viel Geld gebunkert” haben, war hinreichend bekannt. Was mir jedenfalls vor Beginn der Sache aber nicht klar war, ist der offenbar große Umfang, in dem einige russische Wirtschaftssektoren darüber hinaus ihren Zahlungsverkehr über zypriotische Banken abwickeln. Irgendwo las ich gestern in der russischen Presse, finanzwirtschaftlich betrachtet sei Zypern eigentlich ein Teil des russischen Wirtschaftsraumes.

Man kann deshalb annehmen, daß eine Rasur einiger russischer Kontoinhaber für Putin & Co. kein Problem dargestellt hätte, daß der Zusammenbruch oder die “Stillegung” des zypriotischen Bankensystems für sie aber ein Ernstfall wäre.

Offensichtlich ist dieser Ernstfall durch den Verlauf mit der beabsichtigten Kleinsparerbeteiligung samt folgender negativer Parlamentsabstimmung nähergerückt.

Wie @Carlos Manoso schreibt (und wie der russische “Kommersant” gestern ähnlich schrieb): Egal was weiter läuft, ein Zusammenbruch des Bankensystems in Zypern via massivem Geldabzug droht so oder so. Also wäre Zypern zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen genötigt. Nicht gut für die Russen (s.o.). Was sollen sie machen? Den zypriotischen Bankensektor komplett übernehmen?

Man kann nun, obwohl ich das gestern noch abgetan habe, vielleicht wirklich spekulieren, ob nicht eben dies – den Preis des Nichthandelns für die Russen hochzutreiben und sie zu einer massiven wirtschaftlichen Intervention zu nötigen – in der Absicht des einen oder anderen “europäischen” Akteurs lag.

Ich meine, mit Gazprom versteht sich die deutsche Energiewirtschaft gut, arbeitet auch in Rußland selbst mit denen zusammen. Was spricht aus der Sicht etwa von E.on dagegen, wenn Rußland den Zugriff auf das Gas Zyperns kriegt? Spricht nicht eher was dafür? Und wenn die Russen die zypriotischen Pleitebanken an der Backe haben… sollte das im politökonomischen Establishment Deutschlands eine Mehrheit nicht eher freuen?

Noch was zu dem Gas. Hier wurde spekuliert, wie viel dies “wert sei”. Soviel wie jemand dafür bezahlt. Die andere Frage ist, zu welchen Kosten es sich fördern und transportieren läßt. Hab dem jetzt nicht hinterhergegoogelt, es sollte dazu sicher Schätzungen geben. Aber DAS, die vermutlichen Produktionskosten, also wenn irgendeiner das vorab kalkulieren kann, dann die Jungs von Gazprom.

Aber können sie auch kalkulieren, zu welchem Preis sie es langfristig in Europa loswerden? Geopolitik hin oder her, zuerst mal sind Gazprom Kapitalisten und wollen Gewinn machen.

Nu gucken mor über den großen Teich. Da ist der Gaspreis dank Fracking inzwischen wohl nur ein Viertel des europäischen. Ich erinnere mich mal einen Artikel gelesen zu haben, in dem es um inneramerikanische Interessengegensätze ging. Die Demokraten wollen die Preisdifferenz zugunsten der eigenen Industrie wohl eher beibehalten und deshalb den Export billigen Gases begrenzen, während die Republikaner eher auf Export von Flüssiggas setzen. (Vor Jahren gab’s übrigens eine ganz ähnliche Kontroverse in Rußland.)

Also die Entwicklung des europäischen Gaspreises dürfte auch mit in den USA entschieden werden. Und nu muß Gazprom sehen: Ihr Pipelinegas kriegen sie dank langfristiger Lieferverträge mit Ölpreisbindung auch deutlich über Spotmarktpreisen an den Mann. Aber können sie auf solche Bedingungen auch bei Gas von zypriotischen Feldern hoffen, oder würde das nicht (als Flüssiggas) zu schwer vorhersagbaren Spotmarktpreisen gehandelt werden? Ich kann es nicht sagen, denke aber, daß diese Frage mit Blick auf den Gas-Aspekt wichtig ist.

Lohnt sich das für Gazprom, auch wenn etwa die Amis in absehbarer Zeit ihr Fracking-Gas als Flüssiggas verstärkt nach Europa bringen? Und wenn es sich nicht sicher lohnt, ist dann der politische Vorteil aus russischer Sicht groß genug, daß Putin Gazprom sozusagen anweist einzusteigen (könnte er ja letztlich bei >50% Staatsanteil)?

Ich habe keine Einblicke in das Geschehen, würde aber diese Punkte mal zumindest in die Debatte werfen. Bei Gazprom dürften sie mit Blick auf Zypern die Sache vermutlich erst mal ganz nüchtern betriebswirtschaftlich sehen, und falls da die Antwort nicht positiv ausfällt, dann bräuchte es schon einen großen “politischen Mehrwert”, sie dennoch dazu zu bringen.

Großes Plus für Gazprom natürlich: Wenn irgendein Transitland, auch bei South Stream, sich mal querstellt und die Leitung zudreht, dann kann zypriotisches Gas das kompensieren. Rußland wird weniger erpreßbar durch Transitländer.

Also aus russischer Sicht vielleicht:

Banken-Frage: Schaden bei Nichthandelns vs. Kosten des Handelns

Gas-Frage: Gewinnaussichten, falls vage, evtl. kompensiert durch “geostrategischen” Mehrwert?

Falls Antworten auf beide Fragen uneinheitlich: Welche pressure group setzt sich durch?

Und Nachtrag zu gestern abend:

@ Lina

Ja, Du kannst mir glauben, ich @Arsch bin mir dessen voll und ganz bewußt:

Wenn eine Seite wo was gewinnt, dann gewinnen da die Oligarchen.

Wenn eine Seite wo was verliert, dann wird dort Schütze Arsch in selbigen getreten.

Demnach ist im Grunde auch die ganze Debatte für eben jenen… eigentlich kann man nur die Rolle eines Clowns übernehmen wollen… aber was soll ich sagen… bei manchen Themen schlägt halt der gewohnte Welterklärungsspieltrieb noch durch…

"ruby" März 21, 2013 um 00:18

@ das kleine Arsch O

deswegen immer wieder der Hinweis auf Sir Frederick Soddy : Sonnenenergie ist für lau

und

@ Lina

die ganzen mikronisierten Produktionen zur Anwendung dafür entsprechen cm`s 3. technischen Revolution

je schneller wir das realisieren und mit am besten 100% Eigenkapitaldeckung finanzieren desto menschlicher wird es werden …

topi März 21, 2013 um 00:23

Lina

“Kannst mir bestimmt das deutsche Geschäftsmodell erklären?

Und Du weißt auch wie sich das deutsche BSP zusammensetzt?

So:
agriculture: 0.8%
industry: 28.1%
services: 71.1% (2012 est.)

Und Zyperns so:
agriculture: 2.4%
industry: 16.7%
services: 80.9% (2012 est.)”

Und was willst du damit sagen?
Service ist Service. Ob internationale Finanzdienstleistung, Parkpflege durch Eineurojobber, binnenmarktliche Systeme in Bildung, Gesundheit und Pflege, oder industrienahe Dienstleistungen.

Der zypriotische Bankensektor ist überdimensioniert im Verhältnis zu anderen EU-Ländern.
Wir wissen doch hier alle (oder nicht?), dass auch in jenen die Bankensektoren weit überdimensioniert sind.

"ruby" März 21, 2013 um 00:30

@ Q

“verbrannt”
und
deswegen wird LügenMutti von den Medien und ihren Finanziers verbal geschlachtet, sollte sie sich nicht klugerweise von alleine verpissen ;-)
v ermögende
v erprügeln
v erlierer

topi März 21, 2013 um 00:31

“Stephan Ewald hat heute Morgen gemeint, dass die Deutschen nur eine Währungsunion mit sich selbst machen wollen. Er hat wohl recht.”

Hat er nicht. Kann er auch wissen, der gute. :roll:

Die Deutschen hatten eine faktische fixe WK im D-Mark-Raum mit einigen Nachbarländern.
Die mussten sich halt anpassen, an die Bundesbankpolitik, und auch an die großen fiskalpolitischen Leitlinien. Haben sie auch, und solange D nicht komplett auf dem Billiglohntrip war, sind sie damit auch ganz gut gefahren.

“Die Deutschen” wollen eine Wöhrungsunion, in denen sich die anderen so verhalten. Da kann dann wohl auch jeder mitmachen. :roll:

Dass der deutsche Mainstream da nichtmal ein Problem zum Begriff “Union” sieht, hat schon etwas.

topi März 21, 2013 um 00:35

Der Lucke kam in den letzten Minuten von Will (den Rest hab ich nicht gesehen) recht sachlich rüber.

Er rzählt zwar partiell völligen Schwachsinn (die Südländer mussten immer abwerten, weil ihre Produktivität mit dem deutschen nicht mithalten konnte; dabei lag es natürlich in erster Linie an den verschiedenen Inflationsentwicklungen), aber das Prinzip der Notwendigkeit eines Wechselkurses bringt er ganz gut an den Mann.

Da könnte sich schon etwas ergeben. In Griechenland holt Syriza die Außenseiterstimmen, in Italien Grillo, und in D die AfD (Historiker sind da wohl nicht dabei, sonst hötten sie der Bude nicht den Namen von Schnur et.al gegeben :roll:)

topi März 21, 2013 um 00:37

Schütze

Gazprom denkt betriebswirtschaftlich, schon.

Aber “Russland” hat auch andere Parameter.

Ganz wichtig ist dabei natürlich, dass Zypern in der EU un dauch EWU bleibt, sonst ist das Inselchen nur ein Bruchteil wert.

Mal sehen, was sie jetzt ausgeklüngelt haben.

"ruby" März 21, 2013 um 00:38

Und wenn jetzt jemand jammert, dass das nicht funktioniert, dann gibts als Lösung geht auch mit 0% EK bei Geldschöpfung auf Vertrauensbasis – so als ökonomische Denksportaufgabe zum Paradigmenwechsel ;-)

Schütze Arsch März 21, 2013 um 00:56

@ topi – “Ganz wichtig ist dabei natürlich, dass Zypern in der EU und auch EWU bleibt, sonst ist das Inselchen nur ein Bruchteil wert.”

Sicher? Kann nicht der Bankensektor weitgehend “euroisiert” bleiben (für die Russen O.K.), die Insel aber trotzdem aussteigen und abwerten?

Es gibt ja nu etliche “dollarisierte” Finanzzentren ohne eigene Weltleitwährung.

Und die Gasförderkosten würden bei einer Abwertung sinken.

@ ruby – Zit. – “Sonnenenergie ist für lau.”

Nee. Ich als Mieter Arsch finanziere über den Strompreis die Solaranlage von Hausbesitzer Steißbein. Nix für lau.

"ruby" März 21, 2013 um 01:04

@ Schütze
Dann geh zu Ben Bernanke und lass die Solaranlage dort finanzieren.
Das wird für Transatlantiker ein leichtes sein.
Du wirst sehen, dass es noch nicht einmal auf einen Zinssatz ankommt!

"ruby" März 21, 2013 um 01:17

@ Schütze
Hol eine Null-Kupon-Anleihe, die noch nichtmal geschnippselt werden musst ;-)
http://www.hedgefonds24.de/nullkuponanleihe.html
Lass sie Dir einfach vom Heli-Ben schenken und wenn die Solaranlage verbraucht ist gib sie unversehrt zurück.
Sollte die Steuer Probleme bereiten sag dem Jürgen Trittin einfach wie umweltverträglich Du wirtschaftest und Arbeitsplätze sicherst.

Schütze Arsch März 21, 2013 um 01:18

@ ruby

Ben Bernanke? Den kenn ich nich. Bin kein crony. Vielleicht versuch ich’s stattdessen lieber bei Frankie Bernankie?

Und außerdem, hallo: Das Dach auf dem Haus wo ich wohne ist nicht meins, und ich will weder dort noch woanders irgendeine beschissene Solaranlage finanzieren!

Aber arrgh… das führt heut zu nichts Gutem mehr, sondern nur off topic. Bin weg.

Hauke März 21, 2013 um 07:58

@Schütze Arsch

“Egal was weiter läuft, ein Zusammenbruch des Bankensystems in Zypern via massivem Geldabzug droht so oder so. Also wäre Zypern zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen genötigt.”

Das muss nicht so sein. Wenn die Banken solvent sind, also alle nötigen Abschreibungen vorgenommen wurden und die Banken mit Hilfe der EU-Kredite angemessen rekapitalisiert wurden, so ist eine danach einsetzende Kapitalflucht in der Hauptsache ein Liquiditätsproblem, das die EZB lösen wird. Kapitalverkehrskontrollen dienen vor allem der Stabilisierung des Wechselkurses. So hat Island Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, weil die isländische Krone nach dem Zusammenbruch des Bankensystems bis 80% abwertete, was im Inland die Inflation treibt. Argentinien hatte mit mehreren Abwertungswellen zu kämpfen. Gleiches Motiv in Russland 1998. Nachdem die russische Zentralbank den fixierten Wechselkurs/Wechselkursband durch Devisenmarktoperationen nicht mehr halten konnte (Bankenkrise, Staatsfinanzkrise, sinkende Exportpreise -> LB-Defizit) wurde der Wechselkurs freigegeben. Die Freigabe wurde flankiert mit Kapitalverkehrskontrollen, um den Verfall des Rubel abzumildern und drohender Infaltion zu begegnen. Das alles ist in Zypern aber kein Thema, solange sich nicht ein grundsätzliches Mißtrauen in den Euro breitmacht. Das heißt, wenn Zypern seine Banken übers Wochenende ordentlich aufräumt, dann ist nächste Woche der Spuk vorbei, und wenn die zyprische Regierung das glaubwürdig kommunizieren kann, wird das Vertrauen auch wieder zurückkehren.

gelegentlich März 21, 2013 um 07:58

@topi @Lina
Nehmen wir an wir hätten in Euro-Europa eine einheitliche Steuer- und Wirtschaftspolitik. Welche Chancen hätte dann die zypriotische “Finanzwirtschaft” und das, was dort daran hängt?
Und außerdem: welchen Sinn macht es einfach nur von “services” zu sprechen? In diesem Begriff ist ja die Putzfrau gleichgestellt mit einer Firma, die z.B. für Sibirien eine komplexe Stoffaufbereitungsfabrik schlüsselfertig konstruiert.
Ich beanspruche nicht den privilegierten Blick hinter die Kulissen zu haben. Mir ist nur nicht klar wie die Zyprioten ihr gegenwärtiges Niveau halten wollen falls ihr gegenwärtiges Geschäftsmodell nicht mehr weitergehen wird (darf). Ja, das gilt natürlich auch für Luxemburg und Irland. Lassen wir das Beispiel mit der Nutte, nennen wir es “Las Vegas”. Ich generiere Gewinne damit, dass ich dort erlaube was sonst verboten ist.

Jackle März 21, 2013 um 08:04

“Das heißt, wenn Zypern seine Banken übers Wochenende ordentlich aufräumt, dann ist nächste Woche der Spuk vorbei”

Aha, ah so, ja dann. Hätte nur jede seine Hausaufgaben gemacht und sein Zimmer aufgeräumt.

Hauke März 21, 2013 um 08:07

Jackle, ist das Wochenende schon vorbei?

"ruby" März 21, 2013 um 09:25

@ Hauke

Der EZB bzw. ihren Leitungspersonen traue ich den Willen und die Kompetenz zum aufräumen nicht mehr zu.
Deshalb der Ruf nach Thilo Sarrazin, der den technischen Sach- und Fachverstand als Bundesbankvorstand für die”Zasterzuteilung” und das Oraganisationshandeln hat. ;-)
Ob dann eine Bevölkerung die Liquiditätsversorgung bei einem Bankrun dämpfend aufnimmt scheint in dem relativ überschaubaren €-Staat eine lohnenswerte spieltheoretische Hypothese, die jetzt ihrer Umsetzung gegenübersteht.
Sagte ja, es wird diese Woche viel Spass geben!

"ruby" März 21, 2013 um 09:30

@ gelegenlicht

“Mir ist nur nicht klar wie die Zyprioten ihr gegenwärtiges Niveau halten wollen falls ihr gegenwärtiges Geschäftsmodell nicht mehr weitergehen wird (darf). Ja, das gilt natürlich auch für Luxemburg und Irland. Lassen wir das Beispiel mit der Nutte, nennen wir es “Las Vegas”.”
Als bei Anne Will diese Problemematik in der Diskussion war, gab es von Trittin, Stoiber und Blome nur zynisches Lächeln – der Kameramann war gut drauf und hat ihre Fratzen exakt dokumentiert.
Und nun ?

"ruby" März 21, 2013 um 09:39

Eilmeldung zur EZB
Es wird ernst für den Probefall des Bankruns!
Ende der Endlosschleife …

EEE

http://www.ouzo12.de/images/stories/_content/ouzo12_gold_produkt.jpg

"ruby" März 21, 2013 um 09:56

Dann haben sie ja tatsächlich etwas aus der Schublade geholt:
http://www.ecb.int/press/pr/date/2013/html/pr130321.en.html
Urlaubssperre …

Systemfrager März 21, 2013 um 10:00

Und wer noch nicht den Rest des Galubens verloren hat, dass wir in einem totalitären System leben, in dem die Reichen tun und lassen, was sie wollen:

Aber gilt nicht das große Versprechen der Europäischen Staaten, dass Bankeinlagen bis zu 100.000 Euro sicher seien? Tatsächlich haben aufgrund einer europäischen Richtlinie sämtliche Mitgliedstaaten entsprechende Garantieerklärungen für die Sparer abgegeben. Doch diese Garantien sollen im Falle einer Bankenpleite gelten. Die Sonderabgabe der Zyprer hingegen sollte eine Bankenpleite ja gerade abwenden – und auf diese Weise die Einlagen der Bankkunden jedenfalls zum größeren Teil retten. “So gesehen”, sagt Europarechtler Calliess, “verstößt die Sonderabgabe nicht gegen die Einlagengarantie, sondern sichert ihre Voraussetzungen.”

Alles nur eine juristische Definitionssache
:)

Linus März 21, 2013 um 10:11

@EZB stellt Zypern Ultimatum bis Montag:
Soviel zur Unabhängigkeit der EZB. Die wollen’s echt wissen.

Systemfrager März 21, 2013 um 10:16

Und weiter geht es so:

Ungemach könnte einem Pleitestaat wie Zypern allerdings von ausländischen Investoren drohen. Die Großanleger, auf deren finanziellen Beitrag der Abgabenplan ursprünglich zielen sollte, haben sich in der Regel durch internationale Verträge abgesichert. Ein dichtes Netz sogenannter Bilateral Investment Treaties (Bits) ist zwischen den meisten Staaten der Welt gespannt. Ein Regelwerk, mit dem sich von Fall zu Fall und von Staat zu Staat Investoren ihr finanzielles Engagement in der Fremde gegen politische Risiken absichern lassen. Ein Investor, der sich im Ausland enteignet oder zu hart behandelt sieht, kann den handelnden Staat vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington verklagen.

Auf den Punkt gebracht:
Das Eigentum der Reichen ist unantastbar.
Für die kleinen gilt: “Eigentum verpflichtet” und kann zum “allgemeinen Wohl” enteignet werden (GG)

"ruby" März 21, 2013 um 10:36

So ging es beim Blutsauger Draghi gestern ab:
http://www.youtube.com/watch?v=BBQ36Y1GL1g

h.huett März 21, 2013 um 10:43

“ruby”

Morph hat ja schon ein paar Mal Zweifel an Musikgeschmack und -Auswahl geäußert, auch an den Motiven, mit denen Du hier links sehr unterschiedlicher …. Relevanz … in Verkehr bringst. Was bringt Dich auf die Idee, Herrn Draghi als einen “Blutsauger” zu bezeichnen? Und bist Du Dir im Klaren darüber, in welcher metaphorischen Genealogie Du da rumgrabbelst und sie Dir so offenbar umstandslos zu eigen machst?

"ruby" März 21, 2013 um 10:47

Hatte bereits auf das Treffen der Bundeskanzlerin mit dem Züpressenchef verwiesen … Parteifreunde
Muss das Volk auf der Strasse halt seinen Willen erkämpfen – Ausgang offen ;-)
Montag ist Feiertag bei den Züpressen !

"ruby" März 21, 2013 um 10:52

@ hh
Weil die Grenzwerte zur Einlagensicherungen vorsätzlich verändert werden sollen und die Berechnungen aufgrund von konkreten Zahlungsstömen der Beständeeigentümer bewertet sind.
Wenn 100.000 € nicht zu wuppen sind, dann gehört Ehrlichkeit und Offenheit dazu das politisch zu verteten.

h.huett März 21, 2013 um 10:56

“ruby”

Ok. Du willst es nicht anders. Also Registerwechsel. Der umstandslose Wechsel zwischen Bürokratiesprache und LTI macht Dich zum Barbaren. Du wirst gespielt und merkst es nicht einmal.

Systemfrager März 21, 2013 um 10:58

@ruby
ja, es ist nicht fair
wirklich nicht
Blutsauger sind nützlich, das hat viele Jahrhudnerte die Medizin gewusst, du beleidigst die unschuldigen Blutsauger
Der vornehme Herr genannt Draghi ist ein Scherge eines verbrecherischen Systems

"ruby" März 21, 2013 um 11:09

@ hh
Das Spiel wird ohne Bankeninsolvenz enden, weil die 100.000€ nicht auszahlbar garantiert werden können? – das haben andere bereits früher erklärt – ist nichts neues .
Zum Jubiläum und gegen die eigene Barbarei der Manipulierten :
http://www.lettre.de/

"ruby" März 21, 2013 um 11:15

“Wichtig ist heute, daß gerade die junge Generation mit Werkzeugen ausgestattet ist, die es leichter machen, sich zu organisieren. Wir leben längst in einer Welt, wo die Regierungen zwar immer noch das Sagen haben, sich aber immer mehr Menschen zu Gruppen mit immer größerem Einfluß zusammenschließen. Wenn es uns nicht gelingt, zusammenzuleben, droht der Untergang. Die Gefahr führt die Menschen zusammen und bildet mit Hilfe der Hoffnung eine Dialektik. Man macht sich erst klar, was man tun kann, muß und soll, wenn man in Gefahr ist und diese sieht. Es kommt darauf an, daß die Völker mit ihren Netzwerken die Regierungen so stark unter Druck setzen, daß diese tun, was gut für die Völker ist. ”

Stéphane Hessel, Heinz-Norbert Jocks
DER GEIST DER EMPÖRUNG
Ein Gespräch mit Stéphane Hessel wenige Monate vor seinem Tod
aus dem aktuellen Lettre.

gelegentlich März 21, 2013 um 11:19

@”ruby”
Was genau wollen Sie eigentlich mit diesem schlichten Link (zu einer Zeitschrift mit -zig Artikeln) sagen? Ich bin ein Landei. Ich kann das nicht verstehen.

"ruby" März 21, 2013 um 11:39

@ gelegentlich

Mit jungen Menschen reden, Gedanken aufgreifen in Schulen versuchen Wünsche und Ziele zu lehren als Vorbilder am besten, um dann die Vielfalt des Lebens zu spüren .
Weitergegebener Humanismus als Titel/Überschrift bei Mobilität zwischen Zentren und Peripherien.

gelegentlich März 21, 2013 um 11:56

@”ruby”
Machen wir Alle doch täglich und machen es täglich weiter. Welche Rolle spielt nun das bei Zyperns Drama und Deutschlands Rolle dabei – nach Ihrer Ansicht? Fehlt uns das Gespür für die Vielfalt des Lebens? Ist das der Schlüssel?

"ruby" März 21, 2013 um 12:14

@ gelegentlich

Mit Zypern und den anderen Steueroasen haben “wir” (als Dulder, Wahlvolk) akzeptiert, nicht sehen wollen, was zum Vorteil einiger weniger immer intensiver im verborgenen des Schattenbankensystems (siehe Bilanzierungstechniken) generiert wurde.
Wenn Europa aber Vorbild für möglichst viele und nachwachsende Bürger sein soll, wäre dieser Widerspruch zwischen Reden und Handeln zu verringern.
Wer macht das und wie zukünftig, wenn bisheriges scheitern beendet wird?
Kompromisse in Kommunikation werden wir praktizieren, um neue Lösungen aufzu”schlüsseln” bei denen möglichst viele friedlich nach hause gehen, um in ihrer persönlichen Umwelt zufrieden zu sein, ohne das Gefühl zu haben etwas zu verpassen.

"ruby" März 21, 2013 um 12:34

@ hh
“Du wirst gespielt und merkst es nicht einmal.”
Soll das ein Kompliment sein?
Wer spielt ist vor dem verlieren/gewinnen nicht sicher.
Viktor Klemperer passt schon ;-)
Gibt halt noch mehr als the bad, the ugly oder the good .
Wer spielt Dich nach eigener Einschätzung – das Schweigen oder die Worte, Bilder und Töne?
Assoziation und Artikulation…

"ruby" März 21, 2013 um 12:41

@ gelentlich

Früher ging Deutschland mit Frankreich auf einer Achse – nun sind es mehrere Achsen die zu koordinieren sind (Spanien, Portugal, Osteuropa).
Hatte bereits auf Polen, Türkei hingewiesen. Nicht nur Sprachen sondern unbekanntere Kulturen als bisher. Mit diesen umgehen ist Herausforderung, muss Bürger wollen und lernen.
Draussen in der Wirkichkeit.

Doktor D März 21, 2013 um 12:57

Auch ‘ne spannende Idee: GRZypern wendet sich an die Türkei: http://blogs.ft.com/beyond-brics/2013/03/21/guest-post-turkey-to-the-rescue/#axzz2OAt0oB00

gelegentlich März 21, 2013 um 13:04

@”ruby”
Aha, wir haben jetzt auch ein Mehrachsenproblem. Und:
“Mit jungen Menschen reden, Gedanken aufgreifen in Schulen versuchen Wünsche und Ziele zu lehren als Vorbilder am besten, um dann die Vielfalt des Lebens zu spüren .”
Aber was machen wir – wir diskutieren hier über Zypern, nicht wahr? – wenn die jungen Menschen die tödliche Frage stellen, ob Ihre hier dargelegten Standpunkte (sollten es welche sein?) nicht doch sehr allgemeinplätzig sind? Gehen wir dann in das Wasser, das Zypern umgibt?

"ruby" März 21, 2013 um 14:04

@ gelegentlich
Hatte das Bild mit dem Anisgetränk gezeigt – Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang?
Von dort baden zu gehen ist anders als im Hafen von Piräus.
Von Allgemeinplätzen beginnend hin zu den Besonderheiten/Spezifika gelangen – habe ich so gelernt.
Dauert eben unten anzukommen.
“Superlative mit Tiefgang” als Dokumentation zeigt die konkreten Auswirkungen der Theorie in der Wirklichkeit auf mehrerer Ebenen und Achsen der Technik, Organisation und der Arbeitswelt unserer Wirtschaft ;-)
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/dokumentationen/mega_schiffe_(1_2)/297307?datum=2013-03-10
So als Allegorie gedacht.

gelegentlich März 21, 2013 um 14:09

Aha, danke, als Allegorie also. Und das für junge Menschen, die nach dem Erklärungswert fragen? Respekt! Schon mal ausprobiert? Vielleicht sogar dort wo wir Alle vielleicht irgendwie nachfragen könnten?

"ruby" März 21, 2013 um 14:20

Mein Nachbar betreut Schiffe auf ihrer Charter, den fragen ist interessant. 13 Menschen / Arbeitsplätze an Bord plus die Reederei und Logistik in den Häfen und Zwischenstationen.
Empfehlung : eine Hafenbesichtigung in Hamburg und ein Imbiss fern ab der Hafencity in den Containerdocks um dort mit den Truckern zu reden.
Berufbilder für die Zukunft : gestern im Bundestag 1,2 Milliarden € für den Ausbau des NOK – im Finanzplan – das ist Wirklichkeit!

gelegentlich März 21, 2013 um 14:32

@”ruby”
Danke! Aber ich klinke mich dann mal aus. Ich verstehe bei Ihren Beiträgen nur Bahnhof, obwohl diese ja deutsch sind. Das finde ich demütigend: ich scheine zu doof dafür zu sein. Freilich lese ich auch keine Feedbacks von Anderen.

"ruby" März 21, 2013 um 14:49

Aus dem Hamburger Bahnhof durch die Mönckebergstrasse und dann links ab zum Hafen, wenn Sie zum Fischmarkt oder Sankt Pauli wollen immer geradeaus. Die Elbphilharmonie erkennen Sie von weitem.
576 Millionen Festpreis minus 100 Millionen Sicherheitseinbehalt nach Übergabe. Verträge prüft die Hamburger Bürgerschaft gerade.
Wenn Sie sehen wo unsere Vermögen und Steuersubventionen investiert sind, schauen Sie sich die Immobilien der neuen Hafencity an und studieren die Preise, Mieten, die verlangt werden.

"ruby" März 21, 2013 um 16:21

@ hh
“morphologische Genealogie”

Habe sehr viele verschiedeneWehrburgen in der ungarischen Ebene zum Schutz vor den Türken besucht.
Grausamkeiten und Geschichte sind durchaus bekannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Drachenorden

Carlos Manoso März 21, 2013 um 16:35

@ Linus März 21, 2013 um 10:11
„@EZB stellt Zypern Ultimatum bis Montag:
Soviel zur Unabhängigkeit der EZB. Die wollen’s echt wissen.“

Linus, die EZB ist die Bank der Banken. Das heißt, EZB-Bänker sind noch um viele Umdrehungen hirngewaschener und somit „geheiligter“ als der Normalobänker.

Wenn die Bank dem Kunden das Geld für einen Kredit schöpfen will, dann macht die Bank das mittels des Buchungssatzes: Forderung an Kreditnehmer an Verbindlichkeit gegenüber Kreditnehmer: x €. Wenn umgekehrt der Bankkunde bei der Bank ein Guthaben von y € hat, hat er als „Gläubiger“ der Bank einen Kredit von y € eingeräumt.

Wenn die Bank in die Insolvenz geht, löst sich der von der Bank „aus dem Nichts“ geschöpfte Kreditgeld wieder „in Nichts“ auf. „In Nichts“ löst sich ebenfalls auch das –normalerweise- mittels seiner „Arbeitsleistung“ geschöpfte Geld des „Gläubigers“ auf, das er der Bank gegeben hat.

Das gedankliche Rätsel, dass sich das von dem „Gläubigen“ mittels „Arbeitsleistung“ geschöpfte und der Bank gegebene Geld sich einfach in Luft auflöst, mehrt in den allermeisten „Gläubigen“ ihre „Zweifel“ so sehr, das die allermeisten „Gläubigen“ von ihrem Glauben abfallen, dass Geld „aus dem Nichts“ geschöpft“ werden kann. Ohne diesen –auch gelebten- „Glauben“ an eine „Schöpfung aus dem Nichts“ kann aber keine (Geld)religion existieren.

Deshalb zählt für alle Priester und Gläubigen der Geldreligion der gelebte „Glauben“ an die Schöpfung des Geldes aus dem Nichts zum Allerheiligsten ihrer Religion. Der Beweis für die Existenz des „Allerheiligsten“ ist (war bisher) für die Priester und ihre Gläubigen die unbezweifelte Existenz der Garantiesumme von „100.000 Euro“

"ruby" März 21, 2013 um 16:40

@ hh
“umstandslos”
ist die dialektische Anwort auf das umständliche verschleiern eines Schäubles im Bundestag der Haftungsrisikengarantien, die mit der Schuldenübernahmepolitik der EZB eingegangen werden, um letztlich Banken zu rekapitalisieren.

Wirtschaftswurm März 21, 2013 um 16:47

Mal wieder muss ich Frank Lübberding in meinem Blog widersprechen: Deutschland muss nicht Europa bemuttern!

"ruby" März 21, 2013 um 16:52

@ cm

Nun sind wir wieder bei Stocks an Flows – Beständen und Strömen des Geldes der Vergangenheit und der Zukunftsinvestitionen aus diesen.
Der Glaube wird durch die freie Zurverfügungsstellung/den Abruf auf Erfüllungsvertrauen aufgelöst.
Das stört die Interessen und Einkommen der Verschleierer dieser Erkenntnis – mehr nicht.

Carlos Manoso März 21, 2013 um 17:01

@ topi März 21, 2013 um 00:23
„Und Du weißt auch wie sich das deutsche BSP zusammensetzt?
So:
agriculture: 0.8%
industry: 28.1%
services: 71.1% (2012 est.)
Und Zyperns so:
agriculture: 2.4%
industry: 16.7%
services: 80.9% (2012 est.)”

Topi, der einzige positive Punkt für Zypern ist, dass sein Agrarsektor relativ 3mal so groß ist wie der Deutschlands. Der einzige Pluspunkt Deutschlands ist sein –im intl. Vergleich- großer Industriesektor. Der Sektor „Services“ ist letztlich ein nur abgeleiteter Sektor, der von den Einkommen in allen Sektoren lebt, die in Zypern selbst oder anderswo erwirtschaftet werden.

Schätze mal, in nur wenigen Jahren wird der Agrarsektor Zyperns relativ so bedeutend sein wie heute der Finanzsektor Zyperns.

Vielleicht werden wir ja sogar das erste Menschheitsexperiment einer geldfreien Gesellschaft erleben, wovon die Eurozone und Deutschland übrigens später mal vieles lernen könnte.

topi März 21, 2013 um 17:54

@ Wirtschaftswurm

“Nein, Deutschland muss nicht Europa bemuttern!”

Genau!

Wenn einer mit dem SUV durch die Fußgängerzone brettert, braucht er sich doch nicht um die blöden zu kümmern, die keinen fahren!

topi März 21, 2013 um 18:05

Carlos Manoso

“Topi, der einzige positive Punkt für Zypern ist, dass sein Agrarsektor relativ 3mal so groß ist wie der Deutschlands. Der einzige Pluspunkt Deutschlands ist sein –im intl. Vergleich- großer Industriesektor. Der Sektor „Services“ ist letztlich ein nur abgeleiteter Sektor, der von den Einkommen in allen Sektoren lebt, die in Zypern selbst oder anderswo erwirtschaftet werden.”

Die Diskussion ist fruchtlos. Ich sprach nicht von plussigen Punkten, sondern Lina; es ist sehr müßig, dies aus so einer groben Einteilung herauslesen zu wollen.

Wenn die menschen mit der Sense übers Feld laufen, ist die Größe des Agrarsektors , ähh, nicht besonders positiv.
Und wenn Industrielebensmitteldreck für den Export hergestellt wird, unter Vergiftung des Grundwassers und Vernichtung des Mutterbodens, ist dies auch nicht positiv.

Für den übergroßen Sektor Exportindustrie, für die man keine entsprechenden Güter zurückkriegt, gilt dies auch (außer man will die Nachbarn tatsächlich totrüsten, ähh, -industriieren).

Dienstleistungen pauschal als abgeleitet zu bezeichnen, ist auch recht albern. Viele Dienstleistungen könnten auch direkt vom Industriebetrieb geleistet werden, outsorcing ändert den Sektor, aber nicht die grundsätzliche Stellung.

“Schätze mal, in nur wenigen Jahren wird der Agrarsektor Zyperns relativ so bedeutend sein wie heute der Finanzsektor Zyperns. ”

Gut oder schlecht? Siehe oben.

“Vielleicht werden wir ja sogar das erste Menschheitsexperiment einer geldfreien Gesellschaft erleben”

Da sind selbst die Isländer weit entfernt von, das ist doch wirklich an den Haaren herbeigezogen.

“wovon die Eurozone und Deutschland übrigens später mal vieles lernen könnte.”

:rofl: :lol: :rofl:

Deutschland lernt, und dann noch von Zypern. Also bitte.

"ruby" März 21, 2013 um 18:39

Im Zeitalter des Banking ohne Bargeld, kann zinsloser Kredit durch Zentralbanken per Knopfdruck verteilt geschöpft werden.
Geschäftsbanken würden nur noch für zusätzliche “Service”leistungen oder Informationvermittler benötigt und entlohnt – z.B. KfW-Kreditförderprogramme.
Wenn in Zypern die Banken wieder buchen, hat Ministerpräsident Medwedjew gerade im Radio gesagt, werden russische Vermögen abgezogen und später in eigene zukünftige Offshorezentren fliessen.
Es stehen weitreichende Umstrukturierungen im Finanzsektor bevor – aber das ist nicht neues nur das es nun nachhaltig nachvollziehbar wird.

Carlos Manoso März 21, 2013 um 18:53

@ topi März 21, 2013 um 18:05
“Vielleicht werden wir ja sogar das erste Menschheitsexperiment einer geldfreien Gesellschaft erleben”
Da sind selbst die Isländer weit entfernt von, das ist doch wirklich an den Haaren herbeigezogen.
“wovon die Eurozone und Deutschland übrigens später mal vieles lernen könnte.”
:rofl: :rofl:
Deutschland lernt, und dann noch von Zypern. Also bitte.“

Topi, sicherlich kann „Deutschland“ vielleicht schon bald von Zypern die “Macht” des Geldes lernen ! Die Ankündigung der EZB, ab dem 25. März kein Geld mehr für die zyprischen Banken zu geben, scheint zu jedenfalls postwendend zu funktionieren. Alle 56 Abgeordneten des zyprischen Parlaments wolle jedenfalls heute abend einstimmig für die EZB stimmen !

"ruby" März 21, 2013 um 19:08

Am Dienstag sind die ELA der EZB für Zypern durch Bankabbuchungen per Knopfdruck verschwunden.
Deutschland zahlt über die EZB anteilsmässig aus und muss die Haftung für die dann insoventen Banken zusätzlich übernehmen.
Alternativ wird das Badbankmodell reaktiviert und führt ebenfalls zur Haftung bei Staatsbankrott.
Wer ist gegen einen Schuldenschnitt für private Gläubiger bei bestehenden Einlagensicherungsgaratien sowie Merkel und Steinbrücks zusätzlicher politischen Garantie für die Sparer?

Demata März 21, 2013 um 19:48

Eurozone ist (nicht) eine deutsche Kolonie
Welche Zukunft für Deutschland nach dem Aufsetzen in Schwierigkeiten das südliche Europa?

http://demata.wordpress.com/2013/03/21/eurozone-ist-eine-deutsche-kolonie/

"ruby" März 21, 2013 um 21:08

http://www.youtube.com/watch?v=lLLL1KxpYMA
Die Karawane zieht weiter

"ruby" März 22, 2013 um 00:04
gelegentlich März 22, 2013 um 06:46

Zu früher Stunde ist schon ein Bericht von Aswestopoulos aus Zypern da:
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38805/1.html
Da geht es auch um das Geschäftsmodell Zyperns. Ich habe nicht soviel Zeit Alles zu überprüfen. Aber bei nakedcapitalismus (s.o.) hieß es man habe die Zyprioten ermuntert mit geliehenem (!) Geld griechische Staatsanleihen zu “stützen”: aber für 20% Zinsen. Erst der griechische Haircut hätte dann die zypriotische Krise ausgelöst, die Spekulation auf das Elend der Griechen sei damit gescheitert.

Ich vermute dass einer der politischen Effekte auch sein wird, dass man hier den Begriff der Finanz-”Wirtschaft” in Frage stellt. Was jedes Kind wissen sollte, die INSM aber nicht wissen will: dass Geld nicht arbeitet.
Und ein weiterer Effekt könnte/sollte sein dass endlich über das Problem nachgedacht werden muss, dass man in einem einheitlichen Währungsraum nicht unterschiedliche Steuern haben kann und dass Steuern dort anfallen (müssen) wo das Geschäft gemacht wird. Google würde dann auch in Irland Steuern zahlen müssen, aber eben nicht nur da. Weil alles Andere undeklarierte Subventionen sind, freilich nicht so sehr für Irland, vor Allem für Google. Die brauchen keine.

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