Zypern: Wie die Politik eine Lösung für eine selbstverschuldete Krise findet.

by f.luebberding on 25. März 2013

In der vergangenen Nacht haben Frau Merkel, die Eurogruppe, der IWF und die EZB zusammen mit der zypriotischen Regierung eine Lösung für Zypern gefunden. In der Eurokrise ist nächtliche Dramatik eines der stilbildenden Elemente der Politik. Es erinnert entfernt an die keineswegs nutzlosen Rituale in Tarifverhandlungen. Die Akteure müssen belegen, alles versucht zu haben, um die gefundene Lösung gegenüber der eigenen Klientel zu legitimieren. Nun hat Eric Bonse die haarsträubenden Folgen der vergangenen Woche noch einmal gut zusammengefasst. Was bliebe aber noch zu sagen?

Bekanntlich waren wir in diesem kleinen Blog am Ende des Netzuniversums über das am 16. März verkündete Ergebnis auch nicht begeistert gewesen. Der Brüsseler Irrsinn war schon bemerkenswert. Allerdings ist die jetzt gefundene Lösung einer Abwicklung bankrotter Banken und die Restrukturierung des Sektors sinnvoll. Lasst die Banken Pleite gehen! An den Details der so unerwartet gefundenen Lösung gibt es sicherlich Kritikpunkte. Wer ist schon perfekt? Nur muss man schon wissen, was man kritisiert. Die absehbare Rezession in Zypern kann kaum als Kritikpunkt verwendet werden. Das zypriotische Bankensystem war insolvent gewesen, gleichgültig welche Lösung gefunden worden wäre. Die Rezession ist in solchen Fällen nicht zu vermeiden. In Schweden etwa hat man zu Beginn der 1990er Jahre nach der Restrukturierung des Bankensystems einen Ausweg aus der Krise gefunden – und nicht die Rezession vermieden. Auf Zypern wird es darauf ankommen, wie dieser Ausweg aussehen wird. Die überall deklamierten Gasvorkommen vor Zyperns Küste geben einen Hinweis auf eine Zukunft nach dem Ende des Offshore-Bankenmodells.

Es ist in Zypern gestern Nacht kein einziges Problem der EWWU gelöst worden. Das stand auch gar nicht zur Debatte. Es war schließlich die groteske Lage entstanden, dass die Akteure der europäischen Politik erst mit ihren desaströsen Lösungsvorschlägen Zypern zu einer Legitimationskrise der europäischen Politik haben werden lassen. Sie haben jetzt nur eine Krise der europäischen Politik beendet, die es ohne sie gar nicht gegeben hätte.

Insofern hält sich die Begeisterung in Grenzen.

Trotzdem gibt es einen Fortschritt zu vermelden. Die Meinung, dass die Insolvenz von Banken in jedem Fall zu verhindern wäre, wird seit heute einiges an Überzeugungskraft verloren haben. Das ändert aber nichts daran, dass ein Euroraum, der die Depression zum Dauerzustand macht, keine Zukunft haben wird. Nur weil Banken abgewickelt werden, haben die Menschen schließlich weder Arbeitsplätze noch auskömmliche Einkommen. Der nächste Schritt der europäischen Politik wird hier gemacht werden müssen. Ansonsten hätten wir uns diese peinliche Groteske der vergangenen neun Tage sparen können.

update

Noch drei Hinweise auf den Stand der Debatte. Eric Bonse mit einem weiteren Hintergrund über den Verlauf der Verhandlungen. Heiner Flassbeck über die Auswirkungen auf die EWWU. Und Patrick Bernau über den Begriff der Systemrelevanz.

{ 104 comments }

Doktor D März 25, 2013 um 11:23

Die überall deklamierten Gasvorkommen vor Zyperns Küste

Oh oh… deklamierte Gasvorkommen lassen mich Schlimmes für deren Realitätsgrad fürchten… Schon das GAZPROM nicht in die Rettung eingestiegen ist, hat mich ja bedenklich gestimmt in Bezug auf die Gasvorkommen und jetzt das ….

Eagon März 25, 2013 um 11:32

Damit der Finanzmarkt rereguliert werden kann, muss der Bundestag die Korruption von Abgeordneten strafrechtlich bei Verdachtsmomenten verfolgbar machen, und die Gesamtsumme die die Finanzindustrie INSGESAMT an politische Parteien spenden darf , muß auf 100.000 Euro begrenzt werden.

Bei Überschreiten dieser Grenze von Politikern oder Managern der Fianzindustrie muß eine Gefängnisstrafe drohen.

Mit Herrn Schäuble kann gar nichts und nichts reguliert werden.

Das gilt auch für Steinbrück.

Denn die obige Vorbedingung fehlt!

holger März 25, 2013 um 11:58

—>>> Der nächste Schritt der europäischen Politik wird hier gemacht werden müssen.

Welcher denn?

—>>>Ansonsten hätten wir uns diese peinliche Groteske der vergangenen neun Tage sparen können.

Eine Erkältung dauert mit Medikamenten rund ne Woche und ohne auch.

Haut endlich eure Großmannsträume “Groß-Europa” unter welcher Führung auch immer, in die Tonne.

Grillo: „Der Witz ging so: Craxi ist auf Staatsbesuch in China. Und er fragt: Hier gibt es also eine Milliarde Sozialisten? Aber wenn hier alle Sozialisten sind, wen bestehlen sie denn dann?“

h.huett März 25, 2013 um 12:01

Die Lösung wird zu einer interessanten Konstellation führen: einem türkisch regierten Norden Zyperns (einschließlich der geteilten Hauptstadt Nikosia), in dem die Konjunktur brummt – und einem in die Rezession getriebenen Süden. Kein Grenzregime der Welt, auch frontex & Schengen nicht, kann den osmotischen Druck ausgleichen, der da entsteht.

Keynesianer März 25, 2013 um 12:02

Die Haircuts der Staatsanleihen und Bankeinlagen dürfen auch kein Dauerzustand werden. Wir brauchen eine tragfähige Bankenregulierung statt der Insolvenzen von Gechäftsbanken.

Und generell darf die Lösung für die Wettbewerbsverzerrung im Euroraum eben gerade keine Lohnsenkung durch künstlich mit Austerität herbeigeführte deflationäre Depressionen sein:

Die Lösung könne nicht sein, dass gesunde Länder wie Deutschland mehr ausgäben. Die Schere zwischen Lohn und Produktivität müsse geschlossen werden, indem andere Länder die Arbeitskosten senken. Draghi sagte ausdrücklich, wo der Reformbedarf besonders groß ist: in Frankreich. Hollande schwieg.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/eurozone-die-gespaltene-waehrungsunion-12121034.html

Genau dem ist zu widersprechen, weil wir ja wissen, welche Verluste an Einkommen und Produktivität und Lebensstandard mit dieser Politik verbunden sind. Wir in Deutschland haben ja lange genug unter der Agendapolitik von SPD und GRÜNEN gelitten. Wir wollen keine Leiharbeits- und 1-Euro-Jobs, sondern eine vernünftige Wirtschaftspolitik im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung.

Wie es Flassbeck auch fordert:

Jetzt, wo alle Welt über die­sen Punkt, der mit der Wett­be­werbs­fä­hig­keit zusam­men­hängt, redet, den ich zusam­men mit Frie­de­rike Spiecker seit vie­len Jah­ren als den Kern des Euro­pro­blems iden­ti­fi­ziert habe, kann das Blatt die­ser Pro­ble­ma­tik nicht mehr aus­wei­chen. Aber die Fak­ten wer­den so ver­dreht aus­ge­legt, dass man wei­ter­hin behaup­ten kann, Deutsch­land habe alles rich­tig gemacht und die ande­ren seien die Sün­der, die sich nun drin­gend am deut­schen Vor­bild zu ori­en­tie­ren hätten.
http://www.flassbeck-economics.de/die-faz-uber-die-schere-zwischen-lohn-und-produktivitat-oder-was-denkt-mario-draghi-wirklich/2/#sthash.mhBPGzYz.dpuf

Die Agendapolitik von SPD und GRÜNEN in Deutschland hat alles falsch gtemacht und es muss verhindert werden, dass das Merkel-Regime im Euro-Raum als Strohpuppe vorgeschoben wird, um in den Nachbarstaaten Deutschlands dieselbe verheerende Deformpolitik der Neoliberalen durchzusetzen. Und die Deutschen dann bei den verzweifelten Opfern dieser Politik dafür verantwortlich zu machen.

Frank­reich dage­gen hat alles rich­tig gemacht, weil dort die Löhne wie die Pro­duk­ti­vi­tät plus der ver­ein­bar­ten Infla­ti­ons­rate gestie­gen sind — eine Tat­sa­che, die der FAZ-Leser wie­derum nicht direkt erken­nen kann, weil die FAZ auch die Gra­fik zu Frank­reich nicht mit die­ser Infor­ma­tion aus­ge­stat­tet hat. Die Daten bele­gen, dass Deutsch­land der Sün­der Num­mer eins in Sachen Euro­krise ist. Und sie bele­gen, was das voll­kom­men unge­löste Pro­blem der EWU ist, näm­lich dass man ohne Defla­tion und Depres­sion aus der ver­fah­re­nen Lage nur her­aus kom­men kann, wenn in Deutsch­land die Löhne von nun an über lange Zeit sehr viel stär­ker stei­gen als in den ver­gan­ge­nen zehn Jahren.

Genau dies muss durchgesetzt werden gegen die Neoliberalen und im Interesse der Deutschen, die sonst die Prügelknaben für die Verelendung der Völker abgeben sollen.

Carlos Manoso März 25, 2013 um 12:11

@f.luebberding on 16. März 2013
„Brüssel hat es nämlich fertig gebracht über Nacht jede Form der Rechtssicherheit auszuhebeln. Plötzlich ist jeder Sparer in Zypern mit der Begründung, er sei ein russischer Oligarch, praktisch enteignet worden. Per Federstrich in einer kalten Winternacht in Brüssel. … Aber immerhin: Die Bundesregierung hat den Oligarchen jetzt eine Harke aus dem deutschen Schrebergarten gezeigt. In Russland zittern sie sicherlich schon wie Espenlaub.“

Luebberding, die Machttechnik Merkels & Schäubles, ihre Methode, die Akte Zypern zu zu schließen, soll –wie bei einer Kreditkartenfirma- demonstrieren, wer innerhalb der Europäischen Union welche Grade hat: „Platin, Gold, Silber und – im Fall Zypern – die Unterklasse. Die Europäische Union als eigenständiger Machtfaktor ist de facto inexistent; deren Institutionen und Strukturen sind Schauplatz zunehmender nationaler Konflikte.“
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38819/1.html

Die „Zypernkrise wurde von Merkel & Schäuble erfolgreich genutzt, um den unangefochtenen „Platinstatus“ ihres „Deutschlands“ in der „Europäischen Gemeinschaft“ zu zementieren und jeden Widerstand gegen das neoliberale Austerityprogramm innerhalb der Eurozone im Keim zu ersticken. Die Erledigung der Themen “Rußland” und “Oligarchen” haben dabei nur die erwünschten Nebeneffekte, daß sie die Macht “Merkels & Schäubles” jetzt optisch nur umso größer erscheinen lassen.

Je härter das „Deutschland Merkels & Schäubles“den Siegeswillen zur absoluten Dominanz zeigt, desto stärker will es zeigen, dass es die positive Vision einer gleichberechtigten Gemeinschaft von europäischen Staaten längst einer negativen Vision des totalen Endsiegs in den noch kommenden nationalen Konkurrenzkämpfen geopfert hat.

Thomas Konicz bringt die Situation in seinem neuen ebook auf den Punkt:
„Mit der Zuspitzung nicht nur der Euro- und EU-Krise, sondern der weltweiten Krisendynamik erschallt immer lauter der Ruf nach der Benennung und Bestrafung der Schuldigen, die durch ihr Fehlverhalten diese ungeheuren Verwerfungen ausgelöst haben sollen. Je nach politischer und ideologischer Ausrichtung der öffentlich agierenden Akteure aus Politik und Massenmedien werden hierfür bestimmte Menschen- und Gesellschaftsgruppen verantwortlich gemacht.

Unsere Gesellschaft steht vor einer tief greifenden sozioökonomischen Umwälzung, die alle bisherigen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte in den Schatten stellen wird. In einer bevorstehenden Rationalisierungswelle gigantischen Ausmaßes werden viele Berufe und Tätigkeiten automatisiert werden, bei denen dies bis vor kurzem noch als unmöglich schien, da sie menschliche Denkarbeit und Wahrnehmungsfähigkeit voraussetzten. Die Erosion der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft, die seit dem Beginn der Computerisierung der Produktion in den späten 70er Jahren vonstattengeht, wird mit diesem Automatisierungsschub eine ungeheure Beschleunigung erfahren. Gewissermaßen wird diese “Dritte industrielle Revolution” der Mikroelektronik und Informationstechnik erst jetzt ihren vollen Durchbruch erleben.“
http://www.heise.de/tp/ebook/ebook_3.html

Maxim März 25, 2013 um 12:17

“Der nächste Schritt der europäischen Politik wird hier gemacht werden müssen.”

Und ob er das wird. Die ökonomische Folklore versteht darunter “wachstumsfreundliche Reformen.” Genauer erklärt uns heute Herr Draghi in der FAZ, wie das vor sich gehen wird:
“Die Schere zwischen Lohn und Produktivität müsse geschlossen werden, indem andere Länder die Arbeitskosten senken.”

Depression? Ach was, warum denn so negativ? Der Süden muss eben nur ein bisschen Heilfasten, dann brummt auch die Wirtschaft wieder! Wie Phoenix aus der Asche wird Zypern schon bald der deutschen Industrie so richtig die Hölle heiß machen. Hurz!

Maxim März 25, 2013 um 12:51

@Carlos Manoso: “In einer bevorstehenden Rationalisierungswelle gigantischen Ausmaßes werden viele Berufe und Tätigkeiten automatisiert werden”

Dem möchte ich in Teilen widersprechen. Automatisierung und Computerisierung würde ja bedeuten, dass entsprechend investiert würde. Das ist verzichtbar, wenn stattdessen menschliche Denkarbeit und Wahrnehmungsfähigkeit einfach sagenhaft billig wird. Eine dritten industriellen Revolution würde ich das nicht nennen, eher eine Rückkehr des Manchesterkapitalismus, mit dem Plan, Europa zu einer großen Billiglohn-Werkbank zu machen, um die entstehende Mittelschicht in den “aufstrebenden Schwellenländern” entsprechend auszustatten. Da passt Draghis Geschwätz über zu hohe Lohnkosten, wie auch seine Aussage von Anfang 2012, der zufolge das europäische Sozialmodell ausgedient habe.

f.luebberding f.luebberding März 25, 2013 um 13:02

In einem Update habe ich noch einmal auf einige wichtige Artikel zum Thema hingewiesen.

~ oh Gott ~ März 25, 2013 um 13:05

… oh Gott, oh Gott!

===> … jetzt geht das imbezile “Depression!/Rezession!”-Geplärre wieder los!!

( … Herr … laßß er … endlich … HIRN … herab regnen auf die wo geistig arm sind … )

f.luebberding f.luebberding März 25, 2013 um 13:09

W-ING

Immerhin verzichte ich darauf, die Rezession in manchen Hirnen zu thematisieren … . Selbst deren Ende hätte nämlich keine makroökonomisch nachweisbaren Folgen … .

Dipfele März 25, 2013 um 13:38

>… wissen, was man kritisiert. Die absehbare Rezession in Zypern kann kaum als Kritikpunkt verwendet werden. Das zypriotische Bankensystem war insolvent gewesen

Lübberding
Den Zeitfaktor nicht vergessen. Immerhin war mal das Jahr 2018 als Zielmarke zugestanden.

Systemfrager März 25, 2013 um 13:59

Dieser Euro-Konflikt entpuppt sich immer mehr ein Konflikt um die deutsche Vorherrschaft in Europa. Es sieht aus wie Wirtschaft. In Wahrheit ist es Machtpolitik. Die Deutschen binden die europäischen Völker mit der Fessel der Schulden.

Solche Versuche sind in der Vergangenheit gescheitert. Sie werden auch in Zukunft scheitern. Weil die Europäer es nicht zulassen werden. Noch jubeln die Deutschen ihrer Kanzlerin zu. Sie sollten an die Worte des Luxemburgers Jean-Claude Juncker denken: “Wer glaubt, dass sich die ewige Frage von Krieg und Frieden in Europa nie mehr stellt, könnte sich gewaltig irren. Die Dämonen sind nicht weg, sie schlafen nur.”

Augstein – der ist wie immer großartig >>>

Keynesianer März 25, 2013 um 14:19

Klar, zuerst zwingen uns die Drecks-Neoliberalen die Agendapolitik von SPD und GRÜNEN auf, dann sind DIE DEUTSCHEN schuld:

Dieser Euro-Konflikt entpuppt sich immer mehr ein Konflikt um die deutsche Vorherrschaft in Europa. Es sieht aus wie Wirtschaft. In Wahrheit ist es Machtpolitik. Die Deutschen binden die europäischen Völker mit der Fessel der Schulden.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/augstein-zur-deutschen-zypern-taktik-starrsinn-machthunger-egoismus-a-890707.html

Da könnte der Augstein doch mal seine Kollegen anpissen, die so sehr für die Agendapolitik getrommelt haben, diese verdammten Nazis beim SPIEGEL!

h.huett März 25, 2013 um 14:29

“Keynesianer” und “Systemfrager” haben ihre Wiederholungstasten auf Hochfrequenz festgestellt. Ihr Zetern bleibt entbehrlich.

Reinhard März 25, 2013 um 14:56

Niemand ist unnütz! Man kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen!

Q. März 25, 2013 um 14:56

Was haben sie eigentlich alle zu mäkeln, die Euro-Freunde?

Ergebnispragmatisch ist das doch wunderbar: Bank zu, Kapitalanleger beteiligt. Wurde das hier nicht immer gefordert?
Und so wär´s schon vor einer Woche gekommen, hätte Schäuble sich gleich durchgesetzt.

Die äußerst unschönen Ereignisse zwischendurch, mit mannigfachen noch unschöneren Nebenwirkungen, ergaben sich dadurch, weil der Regierungschef eines Kleinstaates meinte, er könnte Partikularinteressen durchsetzen, indem er eine Parlamentsabstimmung inszenierte und sein Volk aufhetzte.

So kam es zu einem Moment der Wahrheit, in dem die Bruchlinien der Interessen- und Machtgegensätze sichtbar wurden: hier hat niemand mehr eine weiße Weste, ja es läßt sich in diesem Europa überhaupt keine klare “gute” Perspektive mehr finden.

Umso lauter die Beschuldigungen in alle Richtungen …. die nun, elenderweise, durch nationalistische Brillen formuliert werden (wozu ich bekanntlich auch das deutsche Sonderphänomen des Negativen Nationalismus rechne).

Der Gipfel an Realitätsverkennung in dem verlinkten Resümme bei lostineu:
Das eigentliche Exempel wird nämlich nicht an Zypern, sondern an ganz Europa durchexerziert. Es zeigt, was passiert, wenn sich die Eurochefs zu Herren über Politik und Wirtschaft ganzer Länder erheben.
Hurra! Genau das ist die Konsequenz von “mehr Europa”!
Genau das wünscht ihr doch, wenn ihr den Nationalstaat abschaffen wollt.

Aber nun, unsere famosen Eurofreunde, mit den Konsequenzen ihrer politischen Option konfrontiert, meinen in der Tat, die “unangenehmen” Seiten dieser Entwicklung einem angeblichen deutschen Machtgelüst anhängen zu können.

CM
Je härter das „Deutschland Merkels & Schäubles“den Siegeswillen zur absoluten Dominanz zeigt, desto stärker will es zeigen, dass es die positive Vision einer gleichberechtigten Gemeinschaft von europäischen Staaten längst einer negativen Vision des totalen Endsiegs in den noch kommenden nationalen Konkurrenzkämpfen geopfert hat.
Was für ein unsäglicher geistiger Knatsch ist das denn?

Es ist hoch bezeichnend, daß nun selbst Du, @CM, der sonst mit Begriff des trans-nationalen Kapitals operierst (den ich für richtig und analytisch fruchtbar halte), hier in die Deutungslinie des Kampfes der Nationalstaaten zurückfällst.

—> die positive Vision einer gleichberechtigten Gemeinschaft von europäischen Staaten:
Ja, erklär mir doch mal einer, was das sein soll. Entweder haben wir souveräne Staaten oder eine supranationale Organisation, die deren Souveränität brechen muß. Alles andere ist Phrase, Augenwischerei, Selbstbetrug.

Die EU-Europa-Fans können ganz offensichtlich keine sinnvolle europäische Perspektive mehr formulieren.

Formulieren kann das nur noch ein Britischer Punk:
why can´t we do things as mature democracies?

und er weiß auch den wichtigsten Schritt dorthin:
you should all be fired!
http://www.youtube.com/watch?v=IkT2YC1gim8

Carlos Manoso März 25, 2013 um 15:34

@ Maxim März 25, 2013 um 12:51
„@Carlos Manoso: “In einer bevorstehenden Rationalisierungswelle gigantischen Ausmaßes werden viele Berufe und Tätigkeiten automatisiert werden”
Dem möchte ich in Teilen widersprechen. Automatisierung und Computerisierung würde ja bedeuten, dass entsprechend investiert würde. Das ist verzichtbar, wenn stattdessen menschliche Denkarbeit und Wahrnehmungsfähigkeit einfach sagenhaft billig wird. Eine dritten industriellen Revolution würde ich das nicht nennen, eher eine Rückkehr des Manchesterkapitalismus, mit dem Plan, Europa zu einer großen Billiglohn-Werkbank zu machen,“

Maxim, die zentrale Frage wäre doch, wie viel investiert werden müsste, um alle „Mittelklassen“ mittels Automatisierung und Computerisierung weltweit „überflüssig“ zu machen. Deinem logischen Argument, das sei „verzichtbar, wenn stattdessen menschliche Denkarbeit und Wahrnehmungsfähigkeit einfach sagenhaft billig wird“, möchte ich allerdings in Teilen widersprechen.

Beispielsweise schien die dritte industrielle Revolution des Finanzsektors noch in den 1980er Jahren noch nicht mal angefangen zu haben. Aufgrund des überwiegend digitalen Charakters von Bankprodukten scheint die durchgängige automatisierte Unterstützung von Abwicklungsprozessen kombiniert mit der Bündelung von Abwicklungsleistungen (auch über mehrere Banken und Länder hinweg) aber jetzt erst richtig Fahrt aufzunehmen. Um das zyprische Geschäftsmodell zu optimieren, bräuchte ein Ländle wie Zypern 2013 z.B. nicht mal eine eigene Bank, sondern nur ein Rechenzentrum mit Sitz bei Frankfurt. Die überflüssigen Bankangestellten in Zypern könnten im Zuge der Optimierung des Geschäftsmodells umgeschult werden auf den Job des „Lebensberaters“, für den jetzt gerade realer lokaler Bedarf geschaffen wird.

Doktor D März 25, 2013 um 15:40

@Q: Also, ich lese ja weitum eher Zustimmung zur Lösung, aber großes Kopfschütteln über den Weg dorthin. Und dass die Kontosteuer für alle von SchäubleLagarde & Co. in der Nacht und Nebel-Sitzung irgendwie übersehen wurde… dass das nach den rhetorischen Großleistungen der letzten Wochen inkl. von Schäuble gestreuten Falschmeldungen zur Geldwaschanlage Zypern kein Mensch im südlicheren Teil der EU glaubt, erscheint mir auch ganz verständlich.
Wobei ich deinem Kommentar aber grundsätzlich zustimme: Wenn das die EU ist, dann kann sie mir gestohlen bleiben. (Wobei ich noch nie Fan war.) Mich würde aber schon mal ein konkreter Vorschlag interessieren, wie sowas demokratisch(er) laufen könnte.

Marc März 25, 2013 um 16:01

@Doktor D

Mich würde aber schon mal ein konkreter Vorschlag interessieren, wie sowas demokratisch(er) laufen könnte.

Das Problem ist, demokratische Prozesse müssen weitaus vor der Eskalation greifen. Ist die Eskalation bereits da, ist man in einem “alternativlosen” Notfallprogramm gefangen, dass vorhandene demokratische Strukturen aushebelt.

Im Falle von Zypern wären folgende demokratische Vorgehensweisen denkbar gewesen:
Ist das Problem die größe des Finanzsektors: Kriterien für eine schädliche Größe für die Euro-Zone entwickeln und verabschieden. Einen Maßnahmenkatalog entwerfen, der bei Missachtung Sanktionen vorsieht.
Ist das Problem die Geldwäsche: Auf Einhaltung bestehdender Abkommen pochen und ggf. Sanktionen androhen und durchsetzen.

Schatten März 25, 2013 um 16:10

@Q.

Ja, interessantes Puzzle: Warum ist im Zeitalter der EU und des transnationalen Kapitals der Deutsche schuld?

Doktor D März 25, 2013 um 16:10

@Marc: Ok, bloss scheint mir ja gerade die Eskalation / Nacht & Nebel-Sitzung das Mittel der Wahl unserer EU-Spitzenkräfte zu sein. It’s a feature, not a bug! Und das scheinen zumindest einige der Beteiligten auch bereit zu sein, absichtlich herzustellen, siehe die Monate, die man hat verstreichen lassen, um die letzte Woche als das große Zyperndrama inszenieren zu können/müssen.
Im Maastricht-Vertrag sind ja auch diverse Regeln festgehalten, die mittlerweile aber völlig freihändig mal angewendet, mal nich angewendet werden. Mit anderen Worten: Willkürherrschaft – und das wahrscheinlich eher aus der Handlungslogik vieler kollidierender Mammutinstitutionen heraus als nach den sinistren Planung von Frau Merkel und Herrn Schäuble.

Marc März 25, 2013 um 16:23

@Dorktor D

Die Maastricht-Kriterien sind für eine Währungsunion untauglich. Diese Misskonstruktion hat doch erst den Weg in die Willkür eröffnet!
Mehrere Optionen standen offen. Es hätten verbindliche Ausschlusskriterien oder eine Pausierung (zeitlich begrenzte Kapitalkontrollen) definiert werden oder ein allgemeingültiges Verfahren für einen Staatsbankrott beschlossen werden müssen. Oder aber die Gemeinschaftswährung wäre mittels einer Transferunion auf ein stabileres Fundament gestellt worden.
Statt dessen werden Staaten für Kapitalzu und -abflüsse bestraft, die sie nicht kontrollieren können. Sowas Sinnfreies kann man sich gar nicht ausdenken!

Eagon März 25, 2013 um 16:28

Interessanter Gesichtspunkt von Jens Berger.

Gibt es Problembanken in Deutschland, Bilanzsumme, Ausfallrisiken,….?

Und wenn ja , werden die RATIONALEN HOMO OEKONOMIKUS Anleger jetzt beginnen massiv ihre Anlagen umzuschichten.

Die EZB macht das schon mit dem Interbankenmarkt.

Doktor D März 25, 2013 um 16:28

@alle: Ich bin wirtschafswissenschaftlich und wirtschaftsgeschichtlich ziemlich unbeschlagen, deswegen frage ich mal einfach in die Runde: Gibt es ein Beispiel, wo sowas wie eine Wirtschafts oder Währungsunion, die sich als Fehlkonstruktion entpuppt hat, friedlich und so wenig destruktiv wie möglich abgewickelt wurde?

Carlos Manoso März 25, 2013 um 16:46

@Q. März 25, 2013 um 14:56
„CM
Je härter das „Deutschland Merkels & Schäubles“den Siegeswillen zur absoluten Dominanz zeigt, desto stärker will es zeigen, dass es die positive Vision einer gleichberechtigten Gemeinschaft von europäischen Staaten längst einer negativen Vision des totalen Endsiegs in den noch kommenden nationalen Konkurrenzkämpfen geopfert hat.
Was für ein unsäglicher geistiger Knatsch ist das denn?
Es ist hoch bezeichnend, daß nun selbst Du, @CM, der sonst mit Begriff des trans-nationalen Kapitals operierst (den ich für richtig und analytisch fruchtbar halte), hier in die Deutungslinie des Kampfes der Nationalstaaten zurückfällst.“

Q, der Begriff „transnationales Kapital“ soll ausdrücken, dass sich –was ja bei den „deutschen“ DAX-Konzernen schon seit vielen Jahren sichtbar ist- auch die „Aktionärsstruktur“ ausgehend von überwiegend „national“ über „international“ zu „transnational“ verändert. Die „Deutschland AG“ ist schon seit vielen Jahren mausetot. Die Anteile der Aktionäre der DAX-Konzerne mit der „nationalstaatlichen“ Zuordnung „deutsch“ ist in den letzten 20 Jahren bei den allermeisten DAX-Konzernen auf deutlich unter 50% gefallen. Schon vor über 20 Jahren ist bei den allermeisten DAX-Konzernen der Umsatzanteil des Absatzmarktes „Deutschland“ auf deutlich unter 50% gefallen.
Weltweit sehen wir transnationale Ansammlungen von Kapital, die sich immer weiter konzentrieren. Beispielsweise kontrollieren inzwischen ca. 147 transnationale „Ansammlungen“ ca. 40% des Bruttoinlandsprodukts der ganzen Welt.
http://theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/3424-147-unternehmen-herrschen-ueber-die-weltwirtschaft.html

Die transnationalen Unternehmen stehen wie jedes Einzelkapital in einem Konkurrenzverhältnis. Sie lassen sich jedoch keiner „Souveränität“ mehr zuordnen. Das System des Weltkapitals selbst zerstört die „Souveränitäten“ irreversibel, kann aber ohne „Souveränität“ nicht existieren. Die alten „Souveränitäten“ leben so weiter wie ein Phantomschmerz nach Amputation eines Beins, der simuliert, als ob das amputierte Bein noch wirklich existiert.
Je weiter die Weltkrise fortschreitet und die alten „Souveränitäten“ auflöst, desto mehr neue postsouveräne Gewalten/Desintegrationserscheinungen werden wir sehen.

So gesehen folgt Deutungslinie des „Kampfes der Nationalstaaten“ den realen Phantomschmerzen einer virtuell gewordenden „antiquarischen“ Historie.

„—> die positive Vision einer gleichberechtigten Gemeinschaft von europäischen Staaten:
Ja, erklär mir doch mal einer, was das sein soll. Entweder haben wir souveräne Staaten oder eine supranationale Organisation, die deren Souveränität brechen muß. Alles andere ist Phrase, Augenwischerei, Selbstbetrug.
Die EU-Europa-Fans können ganz offensichtlich keine sinnvolle europäische Perspektive mehr formulieren.“

Q, leider siehst du die Geschichte nicht als offenen Prozess mit vielen notwendigen Um- und Abwegen. Beispielsweise zeigt sich die neue Qualität der Systemkrise, daß die herrschende Macht nicht mehr ihre Rechtsform verteidigt, sondern ihr eigenes Recht systematisch verletzt. Deshalb noch mal ein Hinweis auf Thomas Konicz:
„Unsere Gesellschaft steht vor einer tief greifenden sozioökonomischen Umwälzung, die alle bisherigen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte in den Schatten stellen wird. In einer bevorstehenden Rationalisierungswelle gigantischen Ausmaßes werden viele Berufe und Tätigkeiten automatisiert werden, bei denen dies bis vor kurzem noch als unmöglich schien, da sie menschliche Denkarbeit und Wahrnehmungsfähigkeit voraussetzten. Die Erosion der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft, die seit dem Beginn der Computerisierung der Produktion in den späten 70er Jahren vonstattengeht, wird mit diesem Automatisierungsschub eine ungeheure Beschleunigung erfahren. Gewissermaßen wird diese “Dritte industrielle Revolution” der Mikroelektronik und Informationstechnik erst jetzt ihren vollen Durchbruch erleben.“
http://www.heise.de/tp/ebook/ebook_3.html

Schatten März 25, 2013 um 16:46

@Doktor D.

Die Lateinische Münzunion hat 1908 ganz friedlich Griechenland ausgeschlossen – wegen Schummeln
http://www.wiwo.de/politik/europa/essay-vom-scheitern-einer-europaeischen-waehrungsunion/6986728.html

Eagon März 25, 2013 um 16:49

Die Meisterleistung der deutschen Lobbyisten war es die Umwandlung des Rentenfonds der Zyprioten in eine Sozialversicherung zu verhindern.

Was ja so ganz und gar absurd ist, wo doch dem gemeinen Volk in Deutschland vorgegauckelt wird jetzt geht es mal Milliardären an den Kragen.

Miliardär wird man ganz schnell auch als Rentenfondsverwalter.

Albrecht Müller hat Recht.

Unser öffentlich – rechtlicher Rundfunk gehört abgewickelt.

Wir brauchen unbedingt unabhängige Journalisten.

Journalisten sollen kommentieren, nachforschen, …. aber nicht hofberichterstatten.

Doktor D März 25, 2013 um 17:05

@Schatten: Danke! Hat über die Lateinische Münzunion nicht auch Frau Koch-Mehrin kopiert?
Was ich jetzt aber auch gelernt habe: Währungsunionen schützen nicht vor Kriegen 1866, 1870/71, 1914-18 alles im Rahmen der Münzunion. Und mit der Euro-Krise als Sprengsatz europäischer Kooperationsbereitschaft hat sich der Weltgeist ja was ganz lustiges ausgedacht.

Doktor D März 25, 2013 um 17:10

Ach Quatsch, zu schnell gelesen: Das Deutsche Reich war ja garnicht Teil der Lateinischen Münzunion.

Q. März 25, 2013 um 17:28

CM
So gesehen folgt Deutungslinie des „Kampfes der Nationalstaaten“ den realen Phantomschmerzen einer virtuell gewordenden „antiquarischen“ Historie.
Du Scherzbold!
Warum tischst Du uns dann hier diese Phantomhistorie auf? Anstatt zu sagen: hey, läuft doch alles nach Plan!

Oder hast Du vielleicht insgeheim Bedenken, daß Dein finaler dialektischer Purzelbaum doch nicht stattfinden wird, nachdem einmal Nationalstaaten + Souveränität und damit Selbstbestimmungsformen und -möglichkeiten zerpulvert wurden?
Wie gesagt: ich halte Deinen Erklärungslapsus für bezeichnend.

die neue Qualität der Systemkrise, daß die herrschende Macht nicht mehr ihre Rechtsform verteidigt, sondern ihr eigenes Recht systematisch verletzt.
Jawoll!
Nur woher stammt denn diese Rechtsform? Und wie willst Du überhaupt Rechtsverletzungen thematisieren (aus welcher Position?), wenn Du die traditionellen Quellen derselben für Phantome erklärst?
Um dies zu tun, hast Du selbst zurückgegriffen auf die “positive Vision einer gleichberechtigten Gemeinschaft von europäischen Staaten”.
Ich wiederhole es: zusammengenommen ist das geistiger Knatsch!

Wie offenbar alle Positionen, die den souveränen Nationalstaat für so fürchterlich halten, und dann herumkrakeelen, wenn hier gegen die “Selbstbestimmung” eines kleinen Volkes einfach mal durchregiert wird.

Schütze Arsch März 25, 2013 um 17:36

Ganz interessant, die inner-zyprische Vorgeschichte:

http://www.reuters.com/article/2013/03/22/us-cyprus-banks-idUSBRE92L0LY20130322

Und aus Rußland Julia Latynina… na ja… eine Provokateuse und Krawallnudel, zudem erklärte Antidemokratin. Aber wohl auch mit ein paar investigativen Meriten.

http://www.novayagazeta.ru/columns/57340.html

Ihre Geschichte geht etwa so:

Anastasiadis habe den ersten Plan im Wissen unterschrieben, daß das Parlament nie zustimmen werde. Mit der Ablehnung des Parlaments in der Tasche ist dann Finanzminister Sarris nach Moskau geflogen, um Putin und Medwedew zu erpressen. Die zyprische Delegation habe überhaupt keinen Plan gehabt, sondern einfach die Idee: Sollen die Russen doch die Laiki-Bank kaufen. Sie hätten die russische Führung fälschlicherweise für ebensolche Gauner gehalten wie jene Russen, die sie aus den Nachtclubs von Nikosia kannten.

Putin habe sich aber schon aus innenpolitischen Gründen nicht darauf einlassen können; auch habe er keine Gründe, „Zypern zu kaufen“, dafür umso mehr „es bankrott gehen zu lassen“. Und Gazprom mache keine Deals zwischen Tür und Angel „in einer halben Minute“.

Das zyprische Bankensystem als Ganzes sei durchaus nicht in einer hoffnungslosen Lage gewesen; im Kern gehe es eigentlich um Laiki, wo korrupte Bankmanager gegen Kickback und protegiert durch ihre politischen Amigos massenhaft und gegen alle Vernunft griechische Papiere aufgekauft hätten.

Zypern hätte einfach auch von sich aus nur Laiki in den Bankrott gehen lassen können (wozu es jetzt eh kommt), aber dann wären die innerzyprischen Verantwortlichkeiten der Amigos offensichtlich geworden, und Bankmanager hätten sich möglicherweise auf der Anklagebank wiedergefunden. So habe man lieber den ganzen Wald angezündet, damit der eine brennende Baum nicht bemerkt werde.

Die „Europäer“ hätten das Affentheater mitgespielt, wohl um ein Exempel an einer Steueroase zu statuieren. Und die zyprischen Parlamentarier durften zeigen, wie sehr sie das Volk lieben. – „Alle, unter Einschluß der EU, haben maximale Verantwortungslosigkeit gezeigt. […] Wegen solcher Nichtigkeiten hat übrigens auch der Erste Weltkrieg angefangen.“

Zwischen Reuters und Latynina in der Novaia Gazeta gibt es ja einige Parallelen. (Wußte übrigens gar nicht, daß Finanzminister Sarris auch mal bei Laiki im Board saß, von Anfang bis Mitte 2012).

Q. März 25, 2013 um 17:44

Marc
Im Falle von Zypern wären folgende demokratische Vorgehensweisen denkbar gewesen:
Ist das Problem die größe des Finanzsektors: Kriterien für eine schädliche Größe für die Euro-Zone entwickeln und verabschieden. Einen Maßnahmenkatalog entwerfen, der bei Missachtung Sanktionen vorsieht.
Ist das Problem die Geldwäsche: Auf Einhaltung bestehdender Abkommen pochen und ggf. Sanktionen androhen und durchsetzen.

Ja ja: wäre und könnte und hätte und sollte ……………… (und: “dürfen” natürlich, ganz wichtig) :roll:
Das ist der Konjunktiv der Gutgläubigen, der hier im Blog ja sattsam genutzt wird.

An den konkreten Punkten:
und was wenn z.B. Irland oder Luxemburg damit nicht einverstanden sind? Hier handelt es sich übrigens um keinen Konjunktiv, sondern um das “Perfekt” der historischen Realität.

Um die Souveränitätsfrage kommt keiner herum.

Hochkomisch ist es ja, wenn nun als Nebenprodukt der zyprischen Lösung sich Luxemburg “als kleiner Staat” angesprochen fühlt.
Wer hatte noch mal den Vorsitz der Eurogruppe in den letzten Jahren? Wer war federführender Europa-”Idealist”, der immerfort “Solidarität” einforderte?

Dipfele März 25, 2013 um 17:44

@doktor D

Kein historisches Beispiel, aber einen Vorschlag hat Flassbeck gebracht:
http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887323415304578370011195224832.html

Maxime: wer nicht hören will muss fühlen.

Keynesianer März 25, 2013 um 17:45

@Carlos Manoso

Die transnationalen Unternehmen stehen wie jedes Einzelkapital in einem Konkurrenzverhältnis. Sie lassen sich jedoch keiner „Souveränität“ mehr zuordnen.

Kläre das doch bitte endlich mit Deinem Busenfreund Thomas Konicz. Der meint doch glatt, dass unser Merkel deutschen Wirtschaftsimperialismus betreiben würde und Zypern unter den Einfluss deutschen Kapitals bringen wolle.

Bei seiner klar imperialen Politik ist Berlin bestrebt, die Krise in Zypern zu nutzen, um die Insel aus der russischen Einflusssphäre zu lösen und der deutschen Einflusssphäre einzuverleiben. Es ist auch ein Signal, mit dem allen anderen unsicheren Kantonisten mitgeteilt wird, sich bloß nicht mit Mächten außerhalb des deutschen Machtbereichs einzulassen.
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38819/1.html

So das Buberl in seiner neuesten “Analyse”.

Marc März 25, 2013 um 18:15

@Q.

Hören sie mir mal gut zu: ich habe mich in diesen Schxxx Ökonomie-Quatsch nur eingearbeitet, weil ich wissen wollte, was so persönlich noch alles auf mich und vor allem meinem Kind zukommt. Ich habe dem Gesabbel der Topökonomen, dass dieser oder jener Rettungsschirm oder das dieser oder jener Troika Einmarsch das heilsame Ende bringe, niemals geglaubt.
Mann, ich kann selbst denken! Was ist nach Ockhams Rasiermesser wahrscheinlicher? Dass sich alle Krisenländer, Griechenland, Zyper, Portugal, Irland, Italien, Spanien, Frankreich zu einer geheimen Verschwörung zusammen geschlossen haben und uns ausrauben wollen, oder dass es einen Konstruktionsfehler in der Währungsunion gibt? Sie überfordert diese Frage offensichtlich, mich nicht!1!!

Um die Souveränitätsfrage kommt keiner herum.

Doch, wenn man diesen xxxx Euro in die Tonne tritt!!!!!!!!!!

Schütze Arsch März 25, 2013 um 18:15

@ Keynesianer

Die FAZ ist ja innovativ, stellt Produktivität und NOMINALlohnentwicklung nebeneinander… und voila: eine „Schere“. Zum Schafe-Scheren.

Man kann ja diese beiden etwas älteren, aber instruktiven Graphiken danebenstellen:

http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/wp-content/uploads/2011/12/Lohnst%C3%BCckkostenentwicklung-2000-20113.jpg

http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/wp-content/uploads/2011/12/Preisentwicklung-2000-20112.jpg

Nur hilft uns das aktuell leider auch nicht weiter.

Q. März 25, 2013 um 18:42

Marc
Doch, wenn man diesen xxxx Euro in die Tonne tritt!!!!!!!!!!
Eben, — das ist die richtige Antwort auf die Souveränitätsfrage!

Und die Malaise rührt daher, daß man etwas meinte konstruieren zu können, ganz ohne sich diese Frage zu stellen (das taten nur angebliche Extremisten wie Nigel Farage).

Balken März 25, 2013 um 18:54

@Carlos Manoso März 25, 2013 um 16:46

Das isses! (oder auf neudeutsch:that’s it!)

“Die Anteile der Aktionäre der DAX-Konzerne mit der „nationalstaatlichen“ Zuordnung „deutsch“ ist in den letzten 20 Jahren bei den allermeisten DAX-Konzernen auf deutlich unter 50% gefallen. Schon vor über 20 Jahren ist bei den allermeisten DAX-Konzernen der Umsatzanteil des Absatzmarktes „Deutschland“ auf deutlich unter 50% gefallen.
Weltweit sehen wir transnationale Ansammlungen von Kapital, die sich immer weiter konzentrieren. Beispielsweise kontrollieren inzwischen ca. 147 transnationale „Ansammlungen“ ca. 40% des Bruttoinlandsprodukts der ganzen Welt.”
Das ist so eine Art Sichelschnitt, was hier passiert. O.k., der Begriff hat historisch eigentlich eher mit Frankreich zu tun (aber passt schon, kommt auch noch dran mit den notwendigen “Strukturreformen” ™.
Im Augenblick ist die Peripherie dran. So schneidet eine Sichel nun mal. Nach der Aufschuldung kommt die Schuldknechtschaft. Mit “Deutschland” hat das alles diesmal nur insofern etwas zu tun, als dieses Land und seine brave Arbeitnehmerschaft das Heft in der Hand derer war und ist, die den Sichelschnitt führen. “Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat.” Diszipliniert selbst dann noch, wenn schon ausgemergelt. Hatten wir hierzulande mehrmals schon durchexerziert. Die Deutschen sind so drauf. Mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen, von lustigen Moderatoren aus dem Fröhlichen Wecker, wie ein Radioprogramm sogar heißt, zur Arbeit gerufen, stürzen sie sich auf die Autobahn und ins Hamsterrad. Sie sehen gutmütig ein, dass sie für weniger Lohn mehr arbeiten müssen, auf dass sich die Gnade Gottes (aka “die Märkte) nicht von ihnen abwende.
Meine zwei cent, Auf die Gefahr hin, dass Hütts Wiederholungsabmahnung sich wieder wiederholt.
“Und wieder ein Verweis auf den hier: http://www.egon-w-kreutzer.de/: Das Wachstumswunder, das nach dieser “Kaputt-Rettung” nun eintreten soll, wird nicht kommen. Woher denn? Die komplette Staatsfinanzierung steht unter Kuratel der Troika – und die wird weiter harte Forderungen stellen. Jetzt erst recht!

Privatisierung, Senkung der Staatsausgaben und Öffnung eines hochsubventionierten Billiglohnsektors für ausländische Investoren, der von der weiterhin drückenden Schuldenlast des Staates erzwungen wird, weil es – im bestehenden System des “Euro-Kapitalismus” – keinen anderen Weg zu geben scheint, um jemals wieder ans Licht zu kommen, das sind die Zukunftsaussichten.

Das Spiel heißt Kolonialisierung. Die Beute geht an das international vagabundierende Kapital, und die EU, die EZB, der IWF schmücken sich mit dem Genossenschaftsbanken-Slogan: “Wir machen den Weg frei”, und platzen fast vor Stolz, ihren Job perfekt und zu vollster Zufriedenheit erledigt zu haben.”

"ruby" März 25, 2013 um 19:15

Pyrrhussieg,
weil nur mit Manipulationen durch Personal in den Organisationen gegen die Statuten und ausgeschlossenen jungen Nachfolgegenerationen erschlichen – jetzt statt zukünftig,
Cash nicht Wertsteigerung.

http://www.youtube.com/watch?v=MNE8fCmZUEw&feature=related

“How we all laughed at the old photographs in the magazine,
Forty years old but the stories they told of a dream.
No-one can frown at the face of the clown,
With a tear in his eye.
Taking the break was his first big mistake
It would seem.
Over and over.
Over and over.
We will discover,
We will discover
That we all fall down.
Yes we all fall down.
Yes we all fall down.
Yes we all fall down.
Why should he fear that his conscience is clear when he’s makin’ the deal?
Business is fair so today he won’t care how they feel.
Losing his hold as the years make him old so he’s looking around ,
Wondering why all the things he could buy don’t appeal.
Over and over.
Over and over.
We will discover,
We will discover
That we all fall down.
Yes we all fall down.
Yes we all fall down.
Yes we all fall down”

YEAH – Total Genius!

+ HG + März 25, 2013 um 19:48

… nur mal zwichendurch für die doch recht zahlreichen FLASSBECK-Fans …

===> … FLASSBECK … ist … KEIN(!!) … “Ökonom” … sondern … KOMMUNIST!

===> … FLASSBECK … möschte die Löhne (und dann wohl auch sonst allet) … europaweit zentral aus dem linkspopolustisch-radikalplutokratisch entarteten Satansmoloch Brüssel steuern.

===> …. FLASSBECK … hält sich für den besseren Kruschtschof, den besseren Breschnjeff, den besseren Andropov – das hat er mit Frank Lübberding und den anderen Totalstaats-Vollblutetatisten gemeinsam.

Stephan März 25, 2013 um 19:49

Gähn. Genau. Flassbeck ist ein Kommunist. Und ich bin ein Maoist.

Systemfrager März 25, 2013 um 19:55

@ + HG +
Kommunist Neoliberaler
Heiliger Bösewicht

Balken März 25, 2013 um 20:30

Zypern hat fertig. Der Weg ist freigemacht. Dafür, dass zu erwartende allfällige Einnahmen aus Gasvorkomen vor den Küsten Zyperns in die richtigen Hände fallen. In die nach Gottes Willen solche Einnahmen gehören. Sowas wie Venezuela soll sich nie mehr wiederholen. Aber wer weiß, ob wirklich immer alles nach Plan geht?

"ruby" März 25, 2013 um 20:33

Mainstream kriegt nur Mainstream, dafür live
http://www.youtube.com/watch?v=BS6rx4Ove1U
Eye in the Sky – I can read Your mind …

"ruby" März 25, 2013 um 21:15

Herr Jeroen Dijsselbloem sind Sie wirklich so befreit, dass Sie JC Juncker und sein Geschäftsmodell Luxenburg mit den virtuellen Luftvermögen herausfordern und zur -aufgabe zwingen?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/jeroen-dijsselbloem-eurogruppen-chef-zypern-rettung-ist-wendepunkt-12127787.html
Wer traut Ihnen zu, erfolgreich zu sein?
Master of Realty or Illusion?
Drei Fragen auf der Suche nach Antworten.

Jackle März 25, 2013 um 21:18

“Ansonsten hätten wir uns diese peinliche Groteske der vergangenen neun Tage sparen können.”

Also diese peinliche Groteske läuft schon wesentlich länger ab. Und das beste ist. Wir haben noch viel mehr und viel absurderes Theater vor uns; bis dann mal der Vorhang fällt. Nehmt Platz, lehnt euch zurück. Die können das ganz bestimmt noch besser!
Im großen Finale wünsche ich mir den Daniel Cohn-Bendit, wie er geschmückt durch ein Meerjungfrauenkostüm auf einem Felsen vor Griechenland hockend Freude schöner Götterfunken lauthals in den knallbunten Nachthimmel schreit.

+ HG + März 25, 2013 um 21:30

@Stephan März 25, 2013 um 19:49
“Gähn. Genau. Flassbeck ist ein Kommunist. Und ich bin ein Maoist.”
———-

Nein, Stephan. Du bist einfach einer, wo dem Titel nach Dipl.-Volkswirt ist … aber quasi keine Ahnung von Wirtschaft hat. ich gebe dir gerne ein schriftliches Attest dafür, dann kannst du bei deiner “Elite”-Bezahluni die Studiengebühren zurück verlangen … und noch mal ganz neu anfangen … :-)

Der Beweis ist dein legendärer Beitrag, wo du mit “mathematischer” Äquivalenzumformung “bewiesen” hast, daßß man sich aus einer Schuldenkrise nicht heraus sparen kann. Das erkläre ich dir irgendwann mal ausführlich.

===> Vorab nur in aller Kürze: … deine “mathematische” Modellbildung … ist schlichtweg eine Katastrophe! … der Kernkardinalfehler ist dabei, daßß du erst eine vereinfachende Abstraktion vornimmst ( diese weitverbreitete Keynes-Trivialsierung … wie geht eigentlich dieses Augenrollsmiley @topi??)) … und dann damit mathematische Rechenoperationen vornimmst … die GAR NICHT ZULÄSSIG sind!! … und aus deinen damit berechneten Ergebnissen traust du dich dann Schlußßfolgerungen auf die Realität zu postulieren – die somit angeblich mathematisch bewiesen seien.

===> Noch konkreter: “Schulden” (D), “Staatsausgaben” (S) und “Wachstum” (Y) … sind … KEINE(!!!!) … unabhängigen Größen!!! … indem du aber das mathematische Schwerverbrechen begehst, mit diesen Größßen Äquivalenzumformungen aus der gümnasiale Müttelstufe zu verüben … behandelst du sie … ALS OB … sie unabhängige Größßen wären (also in etwa … “Äpfel mit Birnen verrechnen” … nur eben invers …)… = KATASTROPHE … aus mathematich-naturwissenschaftlische Sicht …

===> … FAZIT:

1.) Liebe “Dipl.-Volkswirte” … laßßt gefälligst die Finger von der Mathematik!!! … weil … davon habt ihr i.a.R. … NULL AHNUNG!!!

2.) Liebe Hochschulrektorenkonferenz … ich beantrage, daßß der Studiengang “Dipl.-Volkswirt” … ersatzlos gestrichen wird!! … Wirtschaft darf fortan nur noch in Kombination mit Naturwissenschaft oder Ingenieurwesen studiert werde. Alles andere ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

topi März 25, 2013 um 22:07

:topi:

Nee, klappt nicht.
Aber so ähnlich. :roll:

conceptskip März 25, 2013 um 22:24

Also ich verstehe die Empörung – gerade hier – überhaupt nicht!
Aufgeblähter Finanzsektor wurde reduiziert, Banken abgewickelt, Gläubiger beteiligt.
Seit jahren wir hier getrommelt und jetzt: Mission accomplished auf der ganzen Linie.

Klar Deutschland/Merkel haben sich aufgespielt, aber da habe wir schon wesentlich übleres erlebt, siehe Griechenland, siehe Spanien. usw.
Und nochmal, die Fantasienzinsen, der vergangenen Jahre haben auch Kleinsparer in Anspruch genommen, und immer noch besser, bei denen anzusetzen, als bei Rentnern oder anderen Sozial Schwachen UNABHÄNGIG davon ob sie ihren Beitrag zu dieser Blase geleistet haben oder nicht. Sowiedas am restlichen Mittelmeer geschehen ist und weiter geschieht.
Aber auch das ist jetzt ja vom Tisch.

Oder bekommt ihr hier kalte Füße, weil euch als – vermutlich – investierte – Klein – Anleger, die eigenen Schäflein plötzlich gefährlich nahe am Ufer des Wildbach geraten? Ist’s dann vielleicht doch besser, wenn ein paar Transferempfänger… die Last mittragen???

Andreas Kreuz März 25, 2013 um 22:26

Soll ich inzwischen die alten DDR-Transparente
für die Demonstration am 1. Mai wieder heraus holen?

“Mit erfüllten Plänen zum Weltuntergang!”

topi März 25, 2013 um 22:35

Anja Kohl gibt bei Plasberg wieder mal die Ritterin der kleinen Leute 100.000 sin ddoch keine Reichen, und nun verlieren sie 40%!!! Klar doch, die 100k Freibetrag fallen weg, wenn man 101k hat) und beklagt, wie die doch rasiert wurden, die ärmsten.

Ich schlage mal ein neues Kriterium vor.

Wer Lohnkürzungen von 20 Prozent und Verbrauchssteuererhöhungen/öff Leistungskürzungen bis zur Abschaffung de medizinischen Hilfe und Streichung aller Lohnersatzleistungen weniger beklagt als ein kleine Schnitt auf Bankguthaben, steht einfach auf der falschen Seite, meine Lieben!

Und sei es nur mental.

Bankguthaben rasieren bei Bankpleiten, was ist denn natürlicher als dieses?
Einlagensicherung, ja meinetwegen; ohn Peergela Merkbrück gäbe es doch allerdings diese 100k, Anjaschniefkohlmodus an, die Konten der armen immer noch Kleinsparer, gar nicht. Ei willkürliches Vorgehen um VERTRAUEN der vereinigten Hausfrauen zu erlangen; man hätte auch ganz sauber Kapitalverkehrskontrollen einrichten können, um den Bunk run zu verhindern. :roll:

Wenn einem fast alle und auch noch aus fast allen Richtungen entgegenkommen, muss man natürlich schauen, ob man selber auf der falschen Spur ist.

Aber enigma, die ganz alten Hasen kennen ihn sicher noch, sagt mir, dass dies nicht so ist.
http://soffisticated.wordpress.com/

Natürlich ist die jetzige Großrasur der Großkunden der Laiki- Bank nicht die im ursprünglichen Rettungsplan eher harmlose Beteiligung von Sparern, sondern eine satte Pleite einer endlich mal nichtsystemrelevant erklärten Bank, mit den viel zu hohen 100k am Einlagesicherung.

Im Einzelfall sicher problematisch, die Beispiele wurden ja schon herausgekramt.
Eine sinnvolle Regelung wäre es, durchlaufende Gelder von Unternehmen auszunehmen (wer gestern Umsätze machte, um damit morgen Rechnungen und Löhne und Mieten etc. zu bezahlen, steht eben blöd da, wenn heute das Konto bei X gesperrt wird), und auch frisch bereitgestellte Kredite für Häuslebauer. Das dürften auch nicht sehr viele Fälle sein.

In der Zukunft könnte man da auch extra Konten einrichten, um auf die nächste Rasur vorbereitet zu sein. Wissen schon, EInzelfall und so. :roll:

Keynesianer März 25, 2013 um 22:37

@Andreas Kreuz

Hattet Ihr nicht irgendwas mit “Wir wollen sofort DM!”? :rolleyes:

Stephan März 25, 2013 um 22:53

@HG
Danke! Ich fühle mich geehrt. Ich mag “Spinner” wie dich. Wie du sicher bestätigen kannst, ist in der VWL ja niemand vor dem Label “Spinner” sicher. Das gehört sozusagen zum Geschäftsmodell ;~)

topi März 25, 2013 um 22:55

Noch eine Betrachtung zur “Reduzierung des überdimensionierten Banksenktors”.

Der noch viel überdimensioniertere EU-Finanzhaiplatz Luxemburg wehrt sich ja gegen solche Betrachtungen.
Und prinzipiell ist das auch richtig, soll jetzt Zypern eine Auto- und Großkraftwerkindustrie aufbauen, um den europäischen Schnitt nachzubilden? :roll:
Und D schafft dann mal schnell die Überkapazitäten im Exportbereich ab.

Es ist völlig logisch, dass ein kleines Land relativ wenige Branchen beherbergt. Wer erklärt, dass der im Verhältnis zu große Banksektor ein Problem ist, versteht das Problem nicht (bzw. benennt es nicht richtig).
Dies ergibt nur dann einen Sinn, wenn man sagt: Jede Bank stellt zumindest ein potenzielles Problem dar.

Man kann das auch präzisieren: jeder Kredit, der nicht zur konkreten Finanzierung realer Investitionen oder auch Konsumausgaben, sondern rein aus Geldvermögensbildungsgründen mit der logisch notwendigen Schaffung von fantastischen und bis auf die sechundzwanzigste Nachkommastelle fantastisch durchgerechneten “Finanzprodukten”, begeben wird, ist nicht nützlich, sondern schädlich (wie man erst beim Platze sieht).

Das Problem für Zypern ist halt der Wegfall recht vieler recht gut bezahlter Arbeitsplätze, ohne dass Ersatz in Sicht ist. Bei einem kleineren Bankensektor fällt dies entsprechend weniger auf.

topi März 25, 2013 um 22:55

Kleiner Tipp: :rolleyes: ist zu lang.

Andreas Kreuz März 25, 2013 um 23:03

@Keynesianer März 25, 2013 um 22:37

Nicht immer alle in einen Topf werfen, bitte!

topi März 25, 2013 um 23:14

Noch etwas zur zypriotischen preislichen “Wettbewerbsfähigkeit”.

Die zypriotischen Inflationsraten seit Euro-Beitritt lagen nicht so weit über den deutschen wie in Griechenland, außerdem sind sie erst seit 2008 in der Währungsunion.

Was man also in den Inflationszahlen nicht sieht: die WK-Entwicklung vor dem Euro.

Wie man bei Plasberg erfahren konnte, war das zyprische Pfund “Hart wie die D-Mark”, die Preise auf der Insel sind “höher als in Deutschland”. Zusammen mit dem knapp 10% höherem Medianeinkommen auf Zypern weist das auf einen erheblich zu hohen Wechselkurs bei der Euro-WK-Festschreibung hin.

Das ist bei Finanzplätzen auch nichts besonderes, sondern erwartbar. Wenn es große Finanzströme in das Land gibt, spielt so etwas wie der “reale WK”, also letztlich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von produzierten Gütern, eine weitaus geringere Rolle.

Dass der Anteil der Industrie an der VoWi relativ normal war, ist ja ein ganz gutes Zeichen. Es dürfte aber kaum wahrscheinlich sein, dass da jetzt ein größeres Werk eröffnet wird (und zwei große machten bei den paar Leutchen schon sehr viel aus).

"ruby" März 25, 2013 um 23:19

Waren vor Jahren in Luxenburg beim Griechen zum speisen; der gab uns bei Zahlung der Rechnung 50 DM mehr Wechselgeld zurück als das Menue kostete ;-)

topi März 25, 2013 um 23:24

Wurde eigentlich das mickrige Vermögen des Median-Michel mal angesprochen?

Das Problem für die Alf (oder so ähnlich) ist ja, dass sie ihr durchaus stammtischanschlussfähiges Anti-Euro-Thema nicht mit dem ganz realen un dbesonders drastischen Abstieg des deutschen Medianisten i Vegrleich zu den Mitwährungsunionisten verknüpfen können.

Ein Partei, die medial so dankbar angenommen wird wie die Alf-Leute, sauber gegen den Euro argumentiert UND die Figur des gearschten Medianmichels in die Schlacht führt, würde sehr schnell nennenswerte Zahlen orakelt bekommen (und der Trend ist dein Friend, wie die Piraten wissen).

Das können die Henkel und co natürlich nicht; sind sie es doch, die den armen Michel verarscht haben. :roll:

(Und die PDL kann es nicht, weil sie medial nicht wahrgenommen wird [dafür sind die Umfragen bemerkenswert stabil], und weil man natürlich partiell auch das Europrofitiert-Märchen zur Rechtfertigung von Transfers spielt).

topi März 25, 2013 um 23:44

Marc
“Die Maastricht-Kriterien sind für eine Währungsunion untauglich. ”

Das ist richtig.

” Mehrere Optionen standen offen. Es hätten verbindliche Ausschlusskriterien oder eine Pausierung (zeitlich begrenzte Kapitalkontrollen) definiert werden oder ein allgemeingültiges Verfahren für einen Staatsbankrott beschlossen werden müssen. ”

Eine Währung, der die sie schaffenden nicht trauen, sollte man allerdings einfach nicht schaffen.

“Oder aber die Gemeinschaftswährung wäre mittels einer Transferunion auf ein stabileres Fundament gestellt worden.”

Die griechischen Preise sind den deutschen Preisen um summiert 50% weggelaufen.
Dagegen sind Transfers völlig hilflos. Selbst der dt Länderfinanzausgleich würde wohl schnell kollabieren, wenn in Berlin die Löhne und Preise mal eben um 50% steigen, in den Geberländern gleichbleiben.

Zur Abfederung von unterschieldichen Produktivitätsentwicklungen oder der generelln langsamen Angleichung sollte es Transfers geben; gibt es ja auch in der EU.

” Statt dessen werden Staaten für Kapitalzu und -abflüsse bestraft, die sie nicht kontrollieren können. ”

Also Zypern hatte nun alle Voraussetzungen für die übergroße Zufuhr geschaffen.

Schatten März 26, 2013 um 00:05

Mir gefiel auf telepolis dieser Kommentar:

http://www.heise.de/tp/foren/S-Herr-Konicz-so-langsam-wird-es-peinlich-empirische-Realitaet-spricht-gegen-Sie/forum-252297/msg-23307284/read/

Ob das allerdings so stimmt, ist dem geneigten Überprüfer überlassen…

Was bleibt: In der Eurozone ist nix vor der EU sicher. Katastrophe!

@Q hat natürlich recht! Wenn man schon eine EU fordert und ein europäisches Zusammenwachsen, dann darf man sich nicht wundern, wenn dies die Machtvollkommenheit irgendwelcher Nationalstaaten eindampft.

Im kommunistischen Weltstaat würden ja Chinesen und Inder die relative Mehrheit stellen… Wer wünscht sich das? Na ja, Kommunisten…

Und dabei stellt sich die Frage, ob diejenigen, die damals Ho Chi Minh und Mao zugejubelt haben und später der DDR und noch später dem Multikulturalismus und dann gender – ob diese Jubler also auch so Leute sind, die Klimaerwärmungsleugner erschießen wollen…

Ich habe jedenfalls wegen diesem Wetter den Kat vom Auto abmontiert (Scherz!).

JHM März 26, 2013 um 03:24

Vielleicht etwas abseits vom eigentlichen Thema hier, pardon, aber darf ich nebenbei darauf hinweisen, derweil hier noch so nett parliert wird, daß aufgrund der Tatsache, daß während der gesamten Dauer des Zyperndramas die Filialen der Laika in London und die 80%-Beteiligung der BoC in Moskau, Uniastrum Bank, geöffnet waren, beide aus welchen Gründen auch immer nicht von den Kapitalkontrollen betroffen waren und so quasi das gesamte böse russische Oligarchengeld, falls das überhaupt noch in Zypern war (was ich doch sehr bezweifle), oder was halt auch immer da noch an Kohle rumlag ohne Probleme von den zyprischen Banken abgezogen worden ist. Es geht die Rede von Milliarden, die so aus Zypern abgezogen wurden während der letzten Tage. In London hat man das leider heute erst bemerkt, wie es heißt, und Moskau ist anscheinend noch etwas verwirrt wegen der Sache.

Die ganze Nummer stinkt bis nach New York. Und sowieso ist der ganze Bohei der letzten Tage jetzt hinfällig, wenn die ganze Kohle, die eigentlich die lustige Veranstaltung (mit-)finanzieren sollte mit dieser Rasurnummer aller Konten über 100000€ jetzt schlicht und einfach nicht mehr da ist. Jetzt bleiben die Banken in Zypern erstmal dicht bis Donnerstag, BBC redet schon von Bankfeiertagen bis Mittwoch nächster Woche. Ich bin mal gespannt, was morgen wieder an totalem Irrsinn zum Thema rumkommt. Vielleicht hat ja Schäuble einen Herzanfall und Merkel einen Kollaps, nachdem die beiden begriffen haben, das sie anscheinend völlig in die Wand gelaufen sind mit der Zyperngeschichte. Es bleibt amüsant.

Andreas Kreuz März 26, 2013 um 06:03

Ich schrub es schon vor Tagen,
dass hier nur leeres Stroh gedroschen wird.

Aber das ist ja heutzutage die Basis jeder modernen Tätigkeit,
insbesondere beim Export-Weltmeister D.

Systemfrager März 26, 2013 um 06:25

@hg

Liebe “Dipl.-Volkswirte” … laßßt gefälligst die Finger von der Mathematik!!! … weil … davon habt ihr i.a.R. … NULL AHNUNG!!!

könntest du es bitte genauer erklärlen
oder
geht es bei dir nur um ein Bedürfnis, hier in den Kommentaren welche Vollidiotien zu verzapfen

Wirtschaft darf fortan nur noch in Kombination mit Naturwissenschaft oder Ingenieurwesen studiert werde. Alles andere ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

Opla
Aber dort geht es auch nicht ohne Mathe

WAS NUN?
PS
Von der ökonomisichen Fragen einmal ganz abgesehen: Hast du selbst eine Ahnung was die Mathe ist? Was mich persönlich betrifft, da brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

Systemfrager März 26, 2013 um 06:33

Was die sog. WiWi betrifft, die auf dem Modell der Dampflokingeniere Walras & Pareto fußt, sowie die abstrakten makroökonomischen Modelle (ohne mikroökonomishce Fundierung), da gilt ohne ein bisschen Übertreibung:

Der Erfolg der mathematischen Physik weckte beim Sozialwissenschaftler eine gewisse Eifersucht … Die Anwendung mathematischer Formeln hatte die Entwicklung der Naturwissenschaften begleitet und war in der Sozialwissenschaft Mode geworden. Gerade wie die primitiven Völker die westlichen Gepflogenheiten denationalisierter Kleidung und des Parlamentarismus übernehmen aus einem unklaren Gefühl heraus, daß diese magischen Riten und Bekleidungen sie auf die Höhe moderner Kultur und Technik erheben werden, so haben die Volkswirtschaftler die Gewohnheit entwickelt, ihre ziemlich unpräzisen Ideen in die Sprache der Infinitesimalrechnung zu hüllen.

Hierbei weisen sie kaum mehr Unterscheidungsvermögen auf als die Eingeborenen des Kongo bei der Ausübung ihrer neuen Riten. … Ein Ökonometriker entwickelt gewöhnlich eine vollendete und geistreiche Theorie über Angebot und Nachrage, Inventar und Arbeitslosigkeit und dergleichen, wobei ihm die Methoden, mit deren Hilfe diese schwer faßbaren Größen beobachtet oder gemessen werden, ziemlich oder gänzlich gleichgültig sind. … Sehr wenige Volkswirtschaftler sind sich dessen bewußt, daß, wenn sie das Verfahren der modernen Physik und nicht ihre bloße Erscheinung nachahmen wollen, eine mathematische Ökonomie beginnen muß mit einer kritischen Einschätzung dieser quantitativen Begriffe und der Mittel, die angewandt werden, um sie zu sammeln und zu messen.

Norbert Wiener, der Urvater der Kybernetik

Keynesianer März 26, 2013 um 07:44

Einem VWL-Professor mit Makroökonomie zu kommen,
ist ungefähr so,
als würde man es bei einer Hure
mit einer Liebeserklärung versuchen.

Sie werden nur mitleidig über Euch lächeln
und den Kopf schütteln. ;)

Systemfrager März 26, 2013 um 08:10

ZB
hohe Zinsen, hohe Löhne, hohe Steuern korrelieren mit dem Wachstum
Was hätte der neoliberale Makroökonom tun müssen? Er müsste sagegn: Hopla! Was die Dampflokingenieure Walras und Pareto da ausgekotzt haben, ist ein Unsinn. Eine Vollidiotie.
Was macht aber der Neoliberale.
Er schreibt eine makroökonmische Differentialgleichung mit der Variable Zeit. (Bemerkung: Bei Walras und Pareto gibt es keine Zeit – was für ein Dummfug!!!)
Und weil die Differentialgleichungen es soooo gern mögen, dass es zur allen mögochen Verschiebungen und Oszillationen kommt, auch was die Zeit betrifft, sagt der neoliberale Vollidiot:
Ja, ja, die Kosten korrelieren mit dem Zyklus, aber “sehen Sie”, die Mathe zeigt “exakt”, dass es sich um zeitliche Verschiebungen handelt. Und die Welt ist in Ordnung.

peewit März 26, 2013 um 08:10

@Systemmathematiker

–>”Von der ökonomisichen Fragen einmal ganz abgesehen: Hast du selbst eine Ahnung was die Mathe ist? Was mich persönlich betrifft, da brauchst du dir keine Sorgen zu machen.”

–>”Um dies zu verdeutlichen, nehmen wir als Beispiel zwei beliebige Zahlen, etwa 3 und 2. Was sagen diese zwei Zahlen über sich hinaus aus? Ist das richtige oder wahre Wesen dieser Zahlen etwa 1 oder 5, 6, 8 oder vielleicht 9? All dass wäre durchaus möglich:
3 – 2 = 1 ; 3 + 2 = 5 ; 3 • 2 = 6 ; 2^ 3 = 8 ; 3^ 2 = 9 ; ”

(http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ba/41k/ba41k.php?tbch=aabaca&schp=neolib&suchZiel=mathe&ordner=41k&suchZZ=dummy)

Jaja, das richtige und wahre Wesen der Zahl! Du Held der Mathematik!

Du solltest wirklich einmal B. Russell lesen, nicht nur zitieren.

Systemfrager März 26, 2013 um 08:26

@peewit
>>> Du solltest wirklich einmal B. Russell lesen, nicht nur zitieren.
Ich verstehe dich mittlerweile sehr gut:
Du bist überzeugt, dass alle sich nur durchbluffen wie du, aber nicht alle sind wie du
Für heute für dich: Sapienti sat

h.huett März 26, 2013 um 08:34

JHM

Gibts zu diesen Informationen über die Londoner und Moskauer Bank-Filialen Quellenangaben?

peewit März 26, 2013 um 08:39

@Systembluffer

Na, du bist vielleicht ein Feigling! Ich werde mir den Spass machen, hier von Zeit zu Zeit aus dem unerschöpflichen Fundus deiner Weisheiten zu zitieren, dagegen wirst du ja nichts haben können, oder?

(Übrigens, den Artikel “Die „wissenschaftliche“ Immunisierung des Neoliberalismus gegen Tatsachen” deines Gastautors C. Block solltest du unbedingt sofort entfernen – der ist ja sowas von blamabel)

Hauke März 26, 2013 um 08:49
topi März 26, 2013 um 09:02

Bei der Reutersmeldung war ich auch gerade gelandet.
Die Rezeption scheint nich arg ausbaufähig zu sein. :roll:

Sind jetzt VTler gefragt? Nicht zur Erklärung dieser Panne, so sie denn so existiert und die “Oligarchengelder” weg sind, sondern natürlich, um das ganze zu vertuschen.
Oder ist der Zypriote Schuld und muss mit einer Komplettverpfändung seiner Gsfelder nachlegen?
Oder schafft die EZB solchen Unfall per Knopfdruck lässig aus der Welt?

petervonkloss März 26, 2013 um 09:10

Ignazio Silone : „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: Ich bin der Faschismus! Nein, er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus“!.

Kommunisten und Christen, müßten eigentlich wegen der Hygiene, überall ausgeschlossen werden.

Es war ein Fehler sie zu kreuzigen bzw. sie zu verfolgen. Damit hat man die eigentlichen Nihilisten stark gemacht,
bis heute.

Da das aber –wegen des MultiKulturalismus — nicht mehr möglich ist, kann man sich (heraklitisch) ins Fäustchen lachen, und ihrer Utopienbildung ihre wesentlichen Grundlagen entziehen;…….
wie weiland die frühen Christen schließlich ein Recht bekamen durch vielfältige, philosophische Interruptionen,…. wird vor allem im Multi-Kulturellen eine De-Sozialisierung stattfinden,…. da z. B. das nordamerikanische Sozial-System deswegen einigermaßen funktionierte, da es einigermaßen auf „Trennung“angelegt war!.

Will sagen das amerikanische Sozialsystem ist deswegen so restriktiv, weil wir es mit einer Multikulturellen Gesell-
schaft zu tun haben, die notwendiger Weise so funktionieren muß!… ein drittes Deutsches/Skandinavisches gibt es nicht.

Will sagen, selbst wenn Europa gelingen würde, wäre es unter den Auspizien des deutschen Sozialsystems eine
Katastrophe.

topi März 26, 2013 um 09:13

Wie läuft das eigentlich mit der Frühkritik? Rattenrennen?

Heute hat jedenfalls Frank nicht gewonnen, sondern Patrick Bernau.
Was für ein belangloser Artikel. Allein der Einstieg.
“Wenn man mal alle Feinheiten weglässt, ist es mit der Eurokrise ja gar nicht so schwer. Banken haben den Staaten Geld geliehen, Staaten den Banken. Zwischendurch ging einiges Geld verloren. Weil die Banken es an Immobilienkäufer verliehen haben, deren Immobilien plötzlich wertlos wurden. Und weil die Staaten davon Wohltaten finanziert haben, die sie sich eigentlich nicht leisten konnten. Jetzt muss irgendjemand bezahlen. Und schon geht der Streit los.”
ist nicht belanglos; sondern geradezu einfältig. :roll:

Ich teste mal diverse Thesen von Keynesianer et al. zur Funktionsweise der Medien und zur Postenvergabe; Bernau ist verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

Also das widerlegt entsprechende Thesen nun keineswegs. :roll:
(gut, das ist hart, aber nicht ganz fair, anhand eines Artikels)

Keynesianer März 26, 2013 um 09:19

Das könnte die merkwürdige Drohung im SPIEGEL gestern erklären:

Sie sollten an die Worte des Luxemburgers Jean-Claude Juncker denken: “Wer glaubt, dass sich die ewige Frage von Krieg und Frieden in Europa nie mehr stellt, könnte sich gewaltig irren. Die Dämonen sind nicht weg, sie schlafen nur.”
http://www.spiegel.de/politik/ausland/augstein-zur-deutschen-zypern-taktik-starrsinn-machthunger-egoismus-a-890707.html

Wenn viel Geld verschwunden ist, wird man es vor dem Publikum vor allem in D vertuschen müssen. Wenn nichts verschwunden wäre, hätte man die Banken längst wieder öffnen können.

h.huett März 26, 2013 um 09:29

Hauke
Danke!

Gerald Braunberger März 26, 2013 um 09:30

@ huett
“h.huett März 26, 2013 um 08:34
JHM
Gibts zu diesen Informationen über die Londoner und Moskauer Bank-Filialen Quellenangaben?”

Die über Target beobachteten Zahlungen deuten auf einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag in der vergangenen Woche:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/entscheidung-in-nikosia-auffaellig-hohe-geldabfluesse-aus-zypern-12126658.html

Hauke März 26, 2013 um 09:43

GB

Denke, dass da auch, zumindest hinsichtlich ausländischer Niederlassungen, nicht viel mehr nachkommen wird. Die gesamten Einlagen bei ausländischen Niederlassungen außerhalb Zyperns und Griechenland bei BOC und Laiki betrugen laut Financial Statement Sept. 2012 etwa 4.5 Mrd. Davon 3 Mrd. bei Niederlassungen der BOC und 1.5 Mrd. bei der Laiki. Da bereits seit Anfang des Jahres Kapitalabzüge laufen dürfte der aktuelle Bestand jedoch deutlich niederiger sein.

topi März 26, 2013 um 09:59

@ Schatten

“Mir gefiel auf telepolis dieser Kommentar:

http://www.heise.de/tp/foren/S-Herr-Konicz-so-langsam-wird-es-peinlich-empirische-Realitaet-spricht-gegen-Sie/forum-252297/msg-23307284/read/

Ob das allerdings so stimmt, ist dem geneigten Überprüfer überlassen…”

Wo bleibt denn deine kritische Würdigung? Bzw., was hat dir gefallen?

Nun hab ich mich tatsächlich mal mit dem Koniecz-Artikel befasst, nach der x-ten Ansprache hier. Zunächst die beiden Argumente des dir so gefallenden C. .

” Beispiel Zypern Handelsbilanzdefizit (in Millionen USD):
….
Das heißt, Zypern hat seit 2004 ein stetig wachsendes
Handelbilanzdefizit. Die größte Differenz trat 2008 auf mit einem Defizit von sagenhaften 8.187 Millionen USD.

Nach ihrer Theorie müssten die Staatsschulden um diesen Betrag
gewachsen sein. Sind sie aber nicht.

Die Bruttoverschuldung Zyperns ist von 2007 auf 2008 sogar GESUNKEN. Von 9,31 auf 8,39 Milliarden Euro und auch 2009 nur auf 9,86 Milliarden gestiegen.”

Im Artikel thematisiert Koniecz das nicht, und ich durchforste nicht den gesamten Faden.
Das Argument dürfte aber klar sein: Importdefizite gehen mit Verschuldung einher.

Dies ist selbstverständlich prinzipiell richtig.
Allerdings gib es auch andere Möglichkeiten. Man kann die Kohle auf anderem Gebiet als dem Außenhandel erhalten (auch der dt. Leistungsbilanzsaldo ist 20 Mrd. niedriger als der Außenhandlsüberschuss).
Man kann z.B. Vermögen verkloppen.
Oder Altbestände nicht symmetrisch auflösen.
Oder kriegt Geld von Auslandszyprioten.
Oder von int. Organisationen. Oder oder oder.

Am einfachsten natürlich, als “Finanzplatz”: man zockt internationale Kapitalgeber ab. :roll:

Auch hier wieder ein Blick auf D.
Schlhägt sich der gesamte Exportüberschuss, gut verzinst, als deutsches Auslandsvermögen nieder? Natürlich nicht. Das wird bei Lehmann versenkt, oder langsam in Wöhrungsabwertungen verschmort, oder oder oder.

Was C. anscheinend völlig falsch macht: er bringt scheinbar die Staatsverschuldung als einzig möglichen Gegenposten zum Importüberschuss.
Das ist schon reichlich albern, wenn man nicht gerade ein sozialistisches Land ist.

” Nächstes Ihrer Probleme, Anteile der Handelspartner:

Abnehmerländer (2010)

PROZENTUAL nimmt D also sogar mehr Produkte ab als es liefert.
Nur weil die Differenz von Importen zu Exporten bei Zypern negativ ist, ist der BETRAG der Differenz höher.

Nach ihrer LOGIK, wäre Griechenland jedoch der Akteur, der Zypern in den Abgrund gestürzt hat, denn die IMPORTE stammen zu einem fünftel aus Griechenland, jedoch nur zur elftel aus D.”

Nehme an, da geht es um die These, dass die deutschen mit ihrem Lohndumping alles niederkonkurrieren und damit die LB-Misere der Südländer mitverantworten.

Und diese These ist natürlich richtig. Es gibt ja inzwischen sogar wissenschaftlöiche Aufsätze die festhalten, dass es Verschiebungen in den Exportströmen gegeben hat. Die Deutschen beliefern natürlich nicht jede Winzig-Insel selber, sondern drücken ihren Krempel nach Frankreich, die müssen sich dann andere Absatzmärkte suchen, usw. usf.
Der Knackpunkt ist der zu hohe Euro für Zypern, und der kommt entscheidend durch das deutsche Lohndumping (allerdings auch durch den falschen WK zur Euroeinführung auf Zypern).

Weiter C.
” Die empirische Realität zeigt ganz klar, dass Ihre Theorie nichts
taugt. Nehmen Sie das doch bitte endlich zur Kenntnis!!!!”

Nicht alles, was man nicht versteht, muss falsch sein, bester C. :roll:

Dabei kann man über Konicz genug meckern.
Das muss etwas warten, aber als kleinen Vorgeschmack: er führt die WELT!!! an um zu beweisen, dass die Studie zur Vermögensverteilung in EUropa falsch und manipuliert ist.

Na klar, glaub ich sofort, dass Welt, Hüther und co doch diesen Schwindel aufdecken, der doch so gar nicht existieren kann, dass der Median-Michel der gearschte der ganzen Euro-Veranstaltung mit deutschem Lohndumping ist.

Eagon März 26, 2013 um 10:01

“Merkel hat, wie Hitler, dem Rest von Europa den Krieg erklärt, diesmal um sich den vitalen Wirtschaftsraum abzusichern.”

Offizielle Nazipropaganda für den grossen Krieg war.

Kriegsziel Nr. für jeden kleinen Mann ein Frühstücksei auf dem Tisch.

Merkel nimmt dem kleinen Mann sein Frühstücksei vom Tisch.

https://uhupardo.wordpress.com/2013/03/24/deutschland-gegen-europa/

Hätten die anderen nach dem zweiten Weltkrieg so gehandelt wie die Deutschen jetzt.

Und ein Volk von Räubern, dass waren sie die Deutschen, verurteilt.

Marc März 26, 2013 um 10:18

@topi

Die griechischen Preise sind den deutschen Preisen um summiert 50% weggelaufen.
Dagegen sind Transfers völlig hilflos. Selbst der dt Länderfinanzausgleich würde wohl schnell kollabieren, wenn in Berlin die Löhne und Preise mal eben um 50% steigen, in den Geberländern gleichbleiben.

Ähm, die Preise müssen sich angleichen. Klar, man kann auf die Preisschilder glotzen und warten, bis sie sich ändern. Übrigens, nur so als Tipp: die interne Abwertung funktioniert aus einer einfachen, leicht verständlichen Tatsache nicht: bei einer Inflation gewinnt derjenige, der zuerst die Preise erhöht. Bei einer Deflation verliert derjenige, der zuerst abwertet. Es ist doch so etwas von logisch, dass gerade in einer Krise jeder alles erdenkliche probiert, nur um nicht abzuwerten zu müssen!

Es wäre irgendwie intelligenter, wenn beide sich auf sich die Mitte zubewegen, das wäre so etwas wie ein kontrollierter Kollaps. Die Transfers sollten in einem solchen Prozess nur ein Baustein sein, aber ein wichtiger: sie verteuern und verbilligen an den richtigen Stellen! Aber solche offensichtliche, im Grunde alternativlose Problemlösungen stellen für die heutige Ökonomie eine Überforderung dar.

Zeuge Bruchmüllers März 26, 2013 um 10:43

An alle Zypern-Tüftler hätte ich noch die Frage, weshalb die (Halb)insel nach dem Kometeneinschlag in ihr Wirtschaftsgefüge noch im Euroverbund bleiben soll/muss.

petervonkloss März 26, 2013 um 11:24

Ich bin dafür das Deutschland wieder ein Land von tüchtigen Räubern wird, das Kleingeisternde überholend wie
ein himmelsstürmender Rennfahrer!

h.huett März 26, 2013 um 11:30

GB

Danke für den Hinweis. Wie niedrig dieser Milliardenbetrag sein mag, bleibt abzuwarten. Am Ende wird der Zugriff entsprechend höher ausfallen. Oder der Deal platzt doch noch.

Schatten März 26, 2013 um 11:38

@Topi

Danke! Ich war gestern abend schon ein bisschen sehr außer Gefecht gesetzt, da blieb nur das freie Assoziieren…

Carlos Manoso März 26, 2013 um 11:52

@ topi März 26, 2013 um 09:59
„Dabei kann man über Konicz genug meckern.
Das muss etwas warten, aber als kleinen Vorgeschmack: er führt die WELT!!! an um zu beweisen, dass die Studie zur Vermögensverteilung in EUropa falsch und manipuliert ist.“

Topi, warum können solche Studien und Statistiken derart „falsch und manipuliert“ sein ? Aus zwei Gründen: 1. den „wissenschaftlichen“ Macher dieser Studien und Statistiken wurden extrem erfolgreich „wissenschaftliche Denkhemmungen“ anerzogen und 2. wurden auch fast allen Multiplikatoren dreartiger Studien und Statistiken (Wissenschaftlern, Fachjournalisten, Politikern etc) quasi „totalitäre Denkhemungen“ anerzogen. Diese „Denkhemmungen“ werden in diesen Rückkopplungskreisläufen laufend verfestigt und 3. haben es 1. und 2. mit bodenlos dummen Lemmingen zu tun.

Alte Denkformen wie „Nationalstaaten“ und „Nationalökonomien“ werden sogar im 21. Jhdt. von Multiplikatoren wie Wissenschaftlern oder Medienleuten immer noch munter verbreitet. Beispiel: Ein in weiten Teilen traditionelles Inselchen wie Zypern ist im Vergleich mit „Deutschland“ noch kaum in den Weltmarkt integriert. Ökonomisch/politisch passt Zypern fast perfekt in das gemalte Bildchen von „Ökonomie“, so wie es von Denkgehemmten für Denkgehemmte produziert wird.

In den Weltmarkt des Kapitals voll integriert ist einzig und allein Zyperns Finanzwirtschaft. Im Zeitalter der „globalisierten Warenform“ wird die „Ware Geld“ aber als digitale Größe in Form von Bits und Bytes per Mausklick durch weltumspannende Datenleitungen in Nanosekunden geschickt. Das bedeutet nichts anderes, dass es in Wirklichkeit im Zeitalter des Internets weltweit nur ein einziges „Finanzsystem“ existiert ! Its very stupid !

Beispielsweise unterhalten Großbanken wie die „Bank of Cyprus“ oder die „Laiki-Bank“ selbstverständlich Tochterfirmen in London. Und selbstverständlich war es über London die ganze Zeit über 24 Stunden am Tat möglich, online Geld-Transfers ohne Limits durchzuführen. Um Überweisungen „ohne Limits“ für den Fall der Fälle sicherzustellen, ist zum Beispiel an der Bank of Cyprus die russische Uniastrum-Bank mit 80 % beteiligt. Denn immerhin haben ja auch zahlreiche Briten ihr Geld in der Steueroase Zypern angelegt.

Das ganze große Theater um die zunächst von Zyperns Parlament verweigerte Zustimmung diente wohl nur als grausamer Trick, um Zeit zu gewinnen, damit auch die begriffsstutzigsten Großinvestoren ihr Geld rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Die demonstrierenden Zyprer spielten dabei im TV medienwirksam mit Jammern und Heulen nur Staffage.

Figuren wie Wolfgang Schäuble kann man gewiß ihre sadistische Verschlagenheit beim Spielen des „Theaters Zypern“ nicht vorwerfen, wenn man dabei die bodenlose Blödheit der Lemminge in Rechnung stellt.
http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/03/472125/adac-zypern-urlauber-sollen-ausreichend-bargeld-mitnehmen/

petervonkloss März 26, 2013 um 12:20

Manoso feil mal……………..den Kleinteil eines Roboters und schick mal die Fähigkeit in deinen Welt-Kibbwurz.

aifran März 26, 2013 um 12:34

… was wird wohl der Konditionierte Pawlowsche Hund sagen wenn ihm jemand eröffnet er sei ein Konditionierter Pawlowscher Hund??? (Darüber hinaus ist er ja sogar einer der seine Konditionierung ständig mittels Autopoiesis verfeinert/verbessert)

Schöne Tage

Frankie Bernankie März 26, 2013 um 12:53

@Doctor D

“Gibt es ein Beispiel, wo sowas wie eine Wirtschafts oder Währungsunion, die sich als Fehlkonstruktion entpuppt hat, friedlich und so wenig destruktiv wie möglich abgewickelt wurde?”

COMECON 1989.

Keynesianer März 26, 2013 um 13:11

You’ll know that the Russians got their money out if (IMF Chief) Christine Lagarde is still above ground in 30 days.
http://www.zerohedge.com/news/2013-03-25/have-russians-already-quietly-withdrawn-all-their-cash-cyprus

War da nicht gerade jemand gefunden worden, erhängt am Boden im Bad neben seinem Schal?

Carlos Manoso März 26, 2013 um 13:28

@petervonkloss März 26, 2013 um 12:20
„Manoso feil mal……………..den Kleinteil eines Roboters und schick mal die Fähigkeit in deinen Welt-Kibbwurz.“

Petervonkloss, im Grundsatz kann JEDES „Kleinteil eines Roboters von Menschen jeder Gemeinschaft an jeder beliebigen Stelle dieses Globus erdacht und hergestellt werden. Der einzige kritische Faktor ist die Zeit, ab wann das möglich wird.

Beispiel: Während meines Studiums kannte ich einen chinesischen Studenten, der ein Praktikum bei einem deutschen Maschinenbauunternehmen bekam. Anfang bekam er die Aufgabe, das Layout eines printed circuit board massstabsgetreu auf eine Leiterplatte zu übertragen. Der Chinese hatte aber nicht gelernt, einen Maßstab zu übertragen, zeichnete somit das große Layout 1:1 auf die viel zu kleine Leiterplatte und wurde sofort gefeuert.

Ich erklärte dem Chinesen, dass in Deutschland schon die Kleinkinder beim Spielen mit Steckbaukästen die Grundelemente von Größenunterschieden und –zuordnungen experimentell erlernen, weshalb China mindestens eine Generation benötigen werde, um mit Deutschland „technologisch“ gleichzuziehen, wenn China von Deutschland sofort lerne, als elementare Grundlage dafür die chinesische Kleinkinderziehung komplett zustellen.

Im letzten Jahr rief mich dieser Chinese aus China mit dem Handy an, um mir freudig zu berichten, seine chinesische Firma habe genau diese deutsche Maschinenbaufirma gekauft.

Systemfrager März 26, 2013 um 13:46

@CM
>>> Ich erklärte dem Chinesen … weshalb China mindestens eine Generation benötigen werde, um mit Deutschland „technologisch“ gleichzuziehen
Ja, warum einer der klügsten Menschen, der je auf diesem Planeten gelebt hat, Aristoteles, es wusste, dass aus den “Barbaren” nix wird weil es nicht möglich ist. Da fügt einer hinzu:

Die russischen Bauernsöhne haben sich bekanntlich in wenigen Jahrzehnten des Alls bemächtigt. Zur Erinnerung: Die Spezialisten aus den amerikanischen Eliteuniversitäten, die Söhne der Reichen, haben, nach langem Zögern, doch die verschleppten deutschen Naziwissenschaftler einspannen müssen, um den Russen ins All zu folgen. Dass Werner von Braun und noch einige seiner Kollegen sich in Deutschland vor dem Gericht als Naziverbrecher hätten verantworten müssen, interessierte damals keinen mehr.

Der Ökonom mit dem Hammer

peewit März 26, 2013 um 13:53

@Systemstürmer

–>”Die russischen Bauernsöhne haben sich bekanntlich in wenigen Jahrzehnten des Alls bemächtigt.”

“des Alls bemächtigt” ist wirklich gut!

–>”Der Ökonom mit dem Hammer”

Da kann ich nur zustimmen!

JHM März 26, 2013 um 14:00

Herr Huett,

Ich bitte vielmals um Nachsicht für die verspätete Antwort!

Nein, keine direkten Verweise und Quellen zu verifizierbaren Zahlen direkt von den Banken. Das wäre dann aber auch zu schön, daß die Banken und die Politik uns mit Zahlen belegen würden, welchen Mist sie in der Sache veranstaltet haben und wie sehr sie übers Ohr gehauen wurden. Sie erwarten jetzt nicht im Ernst, das solch ein Schuß in den Ofen von den verantwortlichen Stellen nachvollziehbar im Netz präsentiert wird, so als schön aufbereitetes PDF zum herunterladen oder so …

Das nichtdeutsche Netz schreit allerdings seit gestern früh derart laut von der Sache, daß völlig klar ist, daß dies keine unsinnige VT ist. Sie können das ja auf jedem langweiligen ausländischen und insbesondere englisch- und russischsprachigen Blog zum Thema in aller Ausführlichkeit nachlesen, bis man blöde ist von all den Informationen und Einzelheiten. Die werfen sich da weg vor Lachen weil insbesondere in London, aber auch in Moskau kurzzeitig schwere Blindheit ausgebrochen war und anscheinend tatsächlich sehr hohe Ab- und Umbuchungen über die Filialen der betroffenen Banken problemlos möglich waren, derweil in Zypern die Automaten nur noch 100€ prop Person und Tag ausspuckten. Ich kann nachvollziehbare Zahlen abwarten, derweil wird von etwas mehr als fünf Milliarden € gesprochen, die im Laufe der letzten Woche ihren Weg aus den zypriotischen Banken heraus fanden, auf welchen Wegen auch immer, und ich verwette meinen Allerwertesten darauf, daß dies hierzulande alles wieder sehr kleingerechnet und totgelabert werden wird, um das arme Michelchen nicht zu sehr mit Fakten zu belästigen.

Man kann wohl durchaus davon ausgehen, daß die Sache stimmt, mit aller gebotenen Vorsicht und ohne sich zu allzu überhasteten Schlußfolgerungen hinreißen zu lassen. Was fehlt, sind die realen, exakten, verifizierbaren Zahlen mit dem ganzen Hintergrund der Geschichte, aber das dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis da einigermaßen verläßliche Informationen vorliegen. Spätestens Ende nächste Woche lichten sich da die Nebel, denke ich.

Wenn man sich bei der Berichterstattung allerdings auf deutsche Medien verläßt, so ist man verlassen. Die kreativtumbe Schreibe ist teils wirklich atemberaubend. Und was die … nun, nennen wir sie einmal die “alternativen deutschen Medien”, was also diese betrifft: Es gibt da z.B. ein deutschsprachiges Forum bestimmter Farbgebung, welches bestimmt so einige hier kennen, welches üblicherweise derart bräsig wichtig pennt, daß die dort Tage später die Neuigkeiten immer noch nicht entdeckt haben, die der Rest der Welt schon längst wieder vergessen hat.

Zuletzt noch dieses: Ich bin weder ein Fachmann zum Thema noch maße ich mir an, den Weg in diesem Sumpf zu kennen, in dem wir uns hier bewegen. Was ich aber besitze ist Gehirn, und eine Lesebrille, und ich lasse mir ungern von der deutschen Politik, den deutschen Medien und den ganzen deutschen Expertendampfplaudertaschen tagelang ein dummes Gewäsch von den russischen Oligarchen vorsetzen und mich dabei zum Vollhonk machen als wäre ich zu blöde, den Weg zum Klo zu finden, derweil die Schüssel mit Flakscheinwerfern von anderswoher angestrahlt wird, daß man bald blind wird vom Licht.

Zuletzt: Die russische Kapitalflucht über die Londoner Banken wurde ja auch gestern bei der BBC in “Newsnight” besprochen. Gegen diese Sendung ist diese unfaßbare deutschmediale Volksverblödung namens “Hart aber Fair” eine freche Zumutung für jeden intelligenten Menschen.

Balken März 26, 2013 um 14:08

Interessant, wie lange Herr Hütt einen petervonkloss hier ungebremst schreibwerkeln lässt. Wo er doch sonst so schnell rechtsridiküles Gedankengut wittert.

Na ja, kann halt auch nicht immer und jederazeit augenblicklich als Blogwart zur Stelle sein. It also reinweg Zufall, nehme ich mal an.

Doktor D März 26, 2013 um 14:15

@Frankie: Herzlichen Dank!
Bisher haben wir also die Lateinische Münzunion, Skandinavische Währungsunion und COMECON, wovon so richtig friedlich nur die letzte auseinander gegangen sind. Mal sehen, wie das mit der unsrigen so weiter läuft.

petervonkloss März 26, 2013 um 14:20

Ach… was soll man darauf sagen….. daß auch Russen ihre Nazis plus Technik abgezogen haben; oder daß Chinesen
eh intelligernter sind……ich glaube das die Techniken der Verfertigung nicht beliebig übertragbar sind; dies gilt
übrigens auch im Bereich des philosophischen Wissens.

petervonkloss März 26, 2013 um 14:54

JHM

Also würde ich schon bescheiden mal stotter nachfruigend sagen der kerl will Romane schreiben, is wohl eine Art Lo
ndon-Zigeuner der besoders klügen Art. Hach werklärt auf frischaufGöppingen.?!

Also ich kann dich riechen, den Abschaum den du nichtsagend selbst seiest.

Carlos Manoso März 26, 2013 um 14:57

@petervonkloss März 26, 2013 um 14:20
„……ich glaube das die Techniken der Verfertigung nicht beliebig übertragbar sind; dies gilt
übrigens auch im Bereich des philosophischen Wissens.“

Petervonkloss, natürlich sind „die Techniken der Verfertigung nicht beliebig übertragbar“. Im System des Weltkapitals werden „die Techniken der Verfertigung“ ausschließlich -und nur dann- übertragen, wenn mittels des Übertragens von „Techniken der Verfertigung“ Kapital verwertetet werden kann.

Etwa so ähnlich, wie schon Himmler im Vernichtungsfeldzug gegen Russland verlautete: „Ob bei dem Bau eines Panzergrabens 10.000 russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, interessiert mich nur insoweit, als der Panzergraben für Deutschland fertig wird.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Posener_Reden

Hauke März 26, 2013 um 15:04

Die Gelder, die über London abgezogen wurden, kamen vermutlich aus der Laiki Bank. Rechtlich ist es so, dass die Niederlassung der BOC in London ein eigenständiges Institut ist und Einlagen bei diesem Institut nicht von den in Zypern beschlossenen Maßnahmen betroffen ist. Die Niederlassung der Laiki jedoch ist rechtlich Teil der Laiki Bank Group unter zyprischem Recht und Einlagen auf Konten der Niederlassung in London hätten eigentlich eingefroren werden müssen. Stand September 2012 waren das 1.5 Mrd. Wenn dort Kapitalbewegungen möglich waren, so stehen diese Einlagen für die Resrtukturierung wohl nicht mehr zur Verfügung. Alle anderen ausländischen Niederlassungen sind eigenständige Institute und nicht von der Bankenrestrukturieung in Zypern betroffen.

http://coppolacomment.blogspot.de/2013/03/cyprus-banks-and-uk-deposits.html

"ruby" März 26, 2013 um 17:37

“Vollhonks” – salute !
Zahlungsströme sind so schön … … … …

~ HALBGOTT ~ März 27, 2013 um 00:10

@frankiboy bernanke-toyy

“comecon”

===> …der war gut. aber immerhin habt ihr jetzt begriffen, daßß die EUDSSR/euro nix anderes ist als eine neue europäische Sowjetunion!

===> … mußß man sich mal vorstellen: … da feiert die ganze welt 1998/1990 den untergang des kommunismus und ende von kalte krieg. Alle hoffen auf ein neues goldene zeitalter. Gewaltiger Wohlstandsschub durch “Friedensdividende” und so wurde von den politclowns versprochen … und war eigentlich – logich/plausibelmäßßig – auch alternativlos …

===> … und dann ? … was habe gemacht Kackköpfe … in Politik??

I) Kackköpfe von Europa … habe gemacht “Euro” und neugegründete Sowjetunion EUDSSR!!!

II) Kackköpfe von USA … habe begonne neuer Weltkrieg WKIII … mit Flugzeugangriffe auf eig’nes Volk in 911. Serbien, Afghanistan, Irak, Lübjen, Sürjen, Somalia, Pakistan, Jemen, Elfenbeinküste, Honduras, Mali, Koni, more to kömm …

===> … und mittenmang … im Exil auf Strafplanet Gaia … verseucht mit all diese randvollgeschißßene Kackköpfe … mußß … ~ HALBGOTT ~ … noch seine Reststrafe wegen perverse Vielweiberei mit Zwillingstöschter von Vollgott absitzen … :-(

( … Oh Herr erbarme disch meiner … isch tu’s auch nie wieder. Versproche! … )

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