Zypern: Einmal kein Untergangsszenario

by f.luebberding on 26. März 2013

Zypern wird zwar in den kommenden Tagen aus den Schlagzeilen verschwinden, aber bis dahin wird es noch für den einen oder anderen Titel gut sein. Aktuell kann man etwa die Meldung lesen: Reiche könnten auf Zypern 40 % verlieren. Im Vergleich zu den Insolvenzen auf dem grauen Finanzmarkt in Deutschland wäre man damit noch gut bedient. Aber jenseits dessen. Wenn auf Zypern nach der Restrukturierung des Bankensektors noch 60 % der ursprünglichen Einlagen bedient werden können, wäre das kein schlechtes Ergebnis. Es gibt größere Katastrophen. Aber die eigentliche Frage ist eine andere: Nämlich die nach der Zukunft der zypriotischen Volkswirtschaft. Gerald Braunberger hat eine kurze Übersicht mit den absehbaren Problemen erstellt. Dazu nur einige Anmerkungen.

Zypern wird nach der Öffnung der Banken in den regulären Modus einer Volkswirtschaft zurückfinden müssen. Der viel diskutierte bank run ist allerdings nur dann ein gravierendes Problem, wenn die EZB ihre Funktion als lender of last resort nicht erfüllen sollte. Es ist exakt ihre Aufgabe, die Banken mit der Liquidität auszustatten, um deren Pleite zu verhindern. Die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen hat dabei den Zweck, den Abfluss von Einlagen in das Ausland zu verhindern – und damit den Banken die notwendige Zeit zu geben, das verlorene Vertrauen in ihre Solvenz wieder herzustellen. Dafür muss nur eines klar sein: Die gefundenen Beschlüsse sind endgültig und werden von niemandem mehr in Frage gestellt. Selbst wenn etwa die ESM-Mittel zur Rekapitalisierung der Banken in den nächsten Tagen steigen sollten, müssen sich die Bankkunden in Zypern darauf verlassen können. Erst auf dieser Grundlage kann Zyperns Volkswirtschaft wieder in die Normalität zurückfinden. Für Unternehmen und Privatkunden, die wegen der Vermögensverluste bei Laiki und der Bank of Cyprus in die Insolvenz zu geraten drohen, kann man Sonderregelungen einführen. Die EU hat einen großen Instrumentenkasten, um zu helfen. Es ist ein Rätsel, warum nicht etwa die Europäische Investitionsbank mit Überbrückungskrediten helfen kann. Das ändert nichts an den Vermögensverlusten: Aber es kann verhindern, dass Unternehmen allein wegen eines Liquiditätsengpasses Insolvenz anmelden müssen. Es verhinderte damit eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale. Im übrigen hat Zypern eigene Instrumente, um der Krise zu begegnen. Stefan Bach vom DIW nennt als Beispiel eine Vermögensabgabe. Allein Zyperns Regierung ist für die Lastenverteilung der Krisenkosten innerhalb ihrer Gesellschaft verantwortlich. Es ist schlicht lächerlich zu behaupten, dass die tatsächlich willkürliche Beschränkung auf die Kunden zweier Großbanken unvermeidlich sei. Zypern kann das ändern. Es liegt in seiner Verantwortung.

Braunberger sieht die Notwendigkeit des Ausbaus einer eigenen Industrie. Ob Zypern im europäischen Standortwettbewerb eine realistische Chance hat? Das ist allein schon wegen der Lage am Rande der EU zu bezweifeln. Zypern erzielt aber immerhin aus dem Tourismus Einnahmen in Höhe von 2,5 Mrd. $. Die Handelsbilanz ist trotzdem chronisch defizitär. Die Einkommensverluste werden aber – wie in den vergleichbaren Fällen (Griechenland, Spanien) – zur Reduzierung dieser Defizite führen. Für deutsche Autos werden die Zyprioten kein Geld mehr haben.

Es wird in Zypern daher nicht darauf ankommen, wettbewerbsfähig zu werden, um etwa mit dem deutschen Maschinenbau in China konkurrieren zu können. Diese Idee ist absurd. Zypern muss den Binnenmarkt in Gang bekommen bzw. den in anderen südeuropäischen Staaten erlebten Absturz verhindern. Das bedeutet Investitionen in die Infrastruktur, etwa bei sozialen Dienstleistungen wie im Bildungssystem sicherzustellen. Wo sollen diese herkommen? Eine gute Frage. Unternehmen werden angesichts der abstürzenden Einkommen nicht investieren. Sie ändern das erst, wenn dieser Absturz beendet ist und sich damit die Gewinnerwartungen verbessern. Das bisherige Drama in der Eurozone war das Ausbleiben dieser Investitionen gewesen. Die Konsolidierung der Staatshaushalte verhinderte jeden makroökonomischen Impuls. Die in Brüssel von der EU beschlossenen Maßnahmen etwa zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sind allerdings leider nur die Ersetzung dieser Investitionen durch bloßes Gerede.

Hier könnte die Idee der Zyprioten zur Einsetzung eines  Zwangsinvestitionsfonds sinnvoll sein. Allerdings nicht, um – wie ursprünglich geplant – den Eigenanteil zur Bankenrettung aufzubringen, sondern vielmehr den Absturz der Investitionen zu verhindern. Dazu gehören unter anderem Kredite an Unternehmen, die neue Geschäftsideen verwirklichen wollen. Die EZB ist bekanntlich in dieser Hinsicht mit ihrem geldpolitischem Latein am Ende.

Zypern hat Handlungsspielräume. Eine Voraussetzung wäre allerdings, dass in Berlin und Brüssel endlich eine kohärente Politik gemacht wird. Als erstes sollte man allerdings halbgare Mythen wie jenen namens “Wettbewerbsfähigkeit” zu den Akten zu legen. Die Entscheidung darüber wird in Berlin getroffen.

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Eagon März 28, 2013 um 17:30

Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Wir einigen uns auf ein gemeinsames Sozialsystem in der Währungsunion.

Ne wir einigen uns darauf alles zu tun um Exportweltmeister aus dem Porzellanladen raus zu schneißen.

Das andere kommt dann von allein.

Die deutschen Überschüsse lassen sich nur durch mehr Partizipation von Deutschcen am nationalen Konsum abbauen.

Da kommt das Soziale von alleine.

Ist geradezu ALTERNATIVLOS!

someone März 28, 2013 um 17:49

@topi:
Eine Vereinheitlichung der Renten-, Sozialsysteme etc. ist in der Tat unrealistisch. Aber Mindeststandards wären schon machbar, sieh dir einfach an, wie die EU mit ihrer Nichtdiskriminierungsrichtlinie ins Arbeitsrecht eingreift. Und um mal konkret zu werden: Diese Finanztransaktionssteuer wäre bei der EU eigentlich am besten aufgehoben: Sie funktioniert ja nur, wenn man sie parallel in vielen Ländern einführt. Wenn sie nun bei der EU angesiedelt wäre (man könnte die Zolleinnahmen direkt mitübertragen) hätte man dann einen EU-Pott. Ich sehe keine Gründe, warum man diesen Pott nicht in Form zweckbedingter Hilfen einsetzen könnte. Z.B. 500,-€ Sozialhilfe als Grundstock der jedem Europäer zusteht. In Deutschland hat eh’ bereits eine Mischfinanzierung dieser Dinge, das wäre überhaupt kein Ding diese darin zu integrieren. Und in Griechenland, Italien, Portugal hätten die langfristig arbeitslos gemeldeten dann wnigstens einen Grundstock im Gegensatz zum gegenwärtigen Nichts.
Man müsste halt über seinen Schatten springen und der EU ein eigenes Budget zugestehen. Damit wäre auch das EU-Parlament aufgewertet, womit man das Demokratiedefizit zumindest ein wenig aufgeweicht hätte und die EU-Politik aus den Hinterzimmern herausholt. Dieses Prozedere stößt derzeit ja auch an seine Grenzen, wenn ich mir dieses Bohei ansehe, dass man sich mitten in der Nacht oder am frühen Morgen auf einen Formkompromiss einigt.

someone März 28, 2013 um 18:12

Wenn der EU-Haushalt jährlich und nicht nur in Fünfjahresplänen verabschiedet würde und man eine offenere Diskussion im Parlament hätte, würde sich auch der Fokus weg von diesen kafkaesken Agrarsubventionen hin zu anderen Themenfeldern bewegen und würden vielleicht auch ein wenig gelichtet.

holger März 28, 2013 um 18:15

someone

verstehe es doch bitte, eine anständige “Cash-Flow-Tax” würde Topis Märkte beunruhigen, das geht doch nicht. In Topistan zu Leben, ist wie Tod geboren zu sein. Da gehts mit 1 inne staatliche Krippe und mit 101 wieder raus…

Da gibt der lieber seine Steuerklärung ab… ist doch auch ein “ehrlicher”… und gell ??? sind wir doch alle. Auch bei 100.000 inner Schublade.

Seien wir doch froh, ohne mit dem Auge zu zucken, mal eben 70% ungefragt abdrücken zu können. Gibt doch genügend Saftärsche auf den Ämtern die ein BGE erhalten…

Ich sach eines, dieser aufgedunsene Staatsapparat wird eines Tages vor Fettleibigkeit selbst platzen.

holger März 28, 2013 um 18:30

Hegemonial Marke Kleinbürgerlich Hofschranzen

Carlos Manoso März 28, 2013 um 18:45

@holger März 28, 2013 um 18:30
„Hegemonial Marke Kleinbürgerlich§

Thomas Konicz:
„Die unerfahrene zypriotische Delegation ist bei dem vergangenen EU-Gipfel einer regelrechten Schockbehandlung unterworfen worden. Im Vorfeld des Gipfeltreffens habe es Zusagen seitens etlicher EU-Vertreter gegeben, dass es in Bezug auf Zypern nur “Gespräche, aber keine Entscheidungen” geben werde. Am Freitagnachmittag wurde dem perplexen zypriotischen Finanzminister Michalis Sarris beim Treffen der Eurogruppe dann plötzlich mitgeteilt, Zypern hätte rund zwei Milliarden Euro durch die Besteuerung von Spareinlagen aufzutreiben. Anfänglich schien Präsident Nicos Anastasiades diese Bedingung auch akzeptieren zu wollen. Doch gegen 19:30 ließ es sich Schäuble nicht nehmen, nun persönlich eine Teilenteignung in Höhe von 5,8 Milliarden gegenüber dem zypriotischen Präsidenten zu fordern. Die Realisierung dieser Forderung käme einer Zerstörung der zypriotischen Ökonomie gleich, deren Kernsektor die Finanzindustrie bildet.

Anastasiades beschloss daraufhin, vorzeitig vom Gipfel abzureisen. Die zypriotische Delegation war im Begriff, die Verhandlungen zu verlassen, da trat der deutsche EZB-Chefunterhändler Jörg Asmussen auf den Plan, der von Schäuble 2011 ins EZB-Direktorium gehievt wurde. Dieser erklärte dann gegenüber Anastasiades, dass die EZB den zypriotischen Finanzsektor die Liquidität abdrehen und diesen in den Kollaps treiben werde, sollte er Schäubles Diktat nicht binnen zwölf Stunden befolgen. Mittels dieser glatten Erpressung wurde, wie die FT schrieb, das “Schicksal der zypriotischen Bankkunden in Berlin besiegelt”. Die zypriotische Delegation wurde von Schäuble vor “vollendete Tatsachen” gestellt, es gab bei diesem abgekarteten Spiel schlicht nichts zu verhandeln. Zypern sollte die Rolle eines “Versuchskaninchens” spielen, …

Diese Vorgänge illustrieren die zunehmende Zuspitzung der Machtverhältnisse und Hierarchien innerhalb der Europäischen Union, deren Ideale einer gleichberechtigten Gemeinschaft von Staaten längst den zunehmenden nationalen Interessenskonflikten geopfert wurden.“
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38819/1.html

Keynesianer März 28, 2013 um 18:58

Werter @Carlos Manoso,

jetzt erkläre doch bitte endlich Deinem Freund Konicz, dass es im Zeitalter des Internationalen Kapitals keine “zunehmenden nationalen Interessenkonflikte” geben kann.

Höchstens eine Vorspiegelung solcher durch die Agenten des Kapitals, um die Opfer der globalen Machenschaften zu täuschen und gegeneinander aufzuhetzen.

Oder sollte Konicz gar auf deren Gehaltsliste stehen? :roll:

Balken März 28, 2013 um 19:06

@ someone
Das wäre wirklich ein Anfang! Es würde aus der gegenwärtigen Situation der EU hinausführen, in der alle soziale (was wörtlich übrigens nichts anderes heißt als: gesellschaftliche) Fortschrittskonvergenz bislang lediglich ein Thema von Sonntagsreden ist. Schauen wir uns die Agenda 2000 der EU an, flankiert von einer Sozialagenda, die zur Halbzeit erneuert wurde,weil abzusehen war, dass die Ziele nicht erreicht weden würden, woran sich bis 2010 dann aber nichts geändert hat. Dito abzusehen bei der gegenwärtigen Agenda EU 2020: Klare Kante bei “Wettbewerbsfähigkeit” (vulgo: Wer dienst sich dem gewinnsuchenden Kapital am unterwürfigsten an), daneben vage Müsste-könnte-sollte-Versprechungen an das liebe Volk.
Der EuGH flankiert die großkapitalfreundliche Politik mit Urteilen, die die auf nationaler Ebene errungenen gewerkschaftlichen Schutzmöglichkeiten der Arbeitnehmerrechte auf der übergeordneten EU-Ebene aushebeln (Viking, Laval, Rüffert, daneben Urteile gegen Landestariftreue- und -vergabegesetze deutscher Bundesländer). Alles begründet mit der sogenannten oder auch “Kapitalfreizügigkeit”.
Man muss “Freihandel” gar nicht einschränken, man muss ihn nur definieren! (Was, oops, wörtlich allerdings auch “eingrenzen” bedeutet, Mist.) Will aber meinen: Man muss sich darüber klar werden, was man unter Freihandel versteht. Europäisches Schweinehälftenkarussell? Marktausschluss durch Marktmacht und Preisdiktat? “Handel” verstanden als skrupellose Arbitrageausnutzung (letztlich auf einer Stufe stehend mit Glasperlenhandel aus Kolonialzeiten) oder doch als Warenaustausch?
Das kann man alles organisieren. Denn auch Handel ist, wer hätte das gedacht, mindestens zur Hälfte Politik, nämlich Machtpolitik, überall, nicht nur im merkelschen preußischen Staatsmerkantilismus.
Zu den Vorschlägen zum EU-Haushalt: Vielleicht sollte man nicht z.B. Mehrwertsteueranteile dorthinein verbraten, sondern auch Rahmabschöpfungsanteile. (Die USA haben da ganz tolle Methoden, auch bei Auslandskonten und bei Umzügen ins Ausland. Es geht also. Freilich. Quod licet Jovi …) Es ginge also, wenn man wollte. Man kann vor die Alternative stellen: Dann geht doch rüber… (Nordkorea, wird doch immer gern genannt…)
Ist klar, nur ein Traum. Warum sollte die, die in der “Demokratie” der o,1 % die Bestimmer sind, etwas politisch gegen die o,1 % durchsetzen? “Nür über meine Leiche”, haben die schon öfter mal gesagt. Marie-Antoinette-Syndrom halt. ISt im Leben nicht heilbar.

"ruby" März 28, 2013 um 19:08

Der gewünschte Schritt nach vorn – Polen in das EWS (40 Mio EW)wird der gefürchtete Bruch zur Einheitlichkeit sein.
Wer nicht mehr die Kraft zur funktionierenden Erweiterung schafft,verliert die Macht der Integration des Bisherigen.

holger März 28, 2013 um 19:42

LMAO

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bundesbank-versorgt-Zypern-article10382521.html

EZB unabhängig und keine Kohle in Cash… :D

holger März 28, 2013 um 19:46

Doch gegen 19:30 ließ es sich Schäuble nicht nehmen, nun persönlich eine Teilenteignung in Höhe von 5,8 Milliarden gegenüber dem zypriotischen Präsidenten zu fordern.

5 B in Cash hin und 5,8 B haben

Rendite von rund 14% LOL :D

someone März 28, 2013 um 19:46

@Balken:
Die schiere Not könnte die Regierungen dorthin treiben. Die Alternativen funktionieren ja offensichtlich auch nicht.
Prof. Sinn sais: Lower your currency and taxes, cut expenditures and everything is fine!
Britain insists: Aye Sir,but we’re marching nowhere!
http://www.guardian.co.uk/business/2013/mar/27/britain-current-account-deficit-worst-since-1989
http://www.guardian.co.uk/business/economics-blog/2013/mar/27/george-osborne-balance-payment-dismal-reading

holger März 28, 2013 um 19:48

Da sach noch mal einer, die Ferengis stammen nicht vom Stamm der Schäubles ab…

holger März 28, 2013 um 19:56

Aber frei nach Luebberding:

Es wird sich wohl um einen IRRTUM handeln…

"ruby" März 28, 2013 um 22:18

Bank of Illusion
I PROMISE TO PAY THE BEARER ON DEMAND THE SUM OF

das Ende einer einheitlichen Währung durch Kapitalverkehrskontrollen im freien Bewegungsraum
und Tschüß

“Eine europaweite Zinsnivellierung gehört jedenfalls nicht zu einer gesunden Geldpolitik! Daß die EZB mit ihren LTRO-Krediten genau dieses Prinzip ausgehebelt hat, macht denn auch ihr besonderes Versagen aus. Denn damit etabliert sie sich als Nicht-Zentralbank, weil damit die Emission von Liquidität in das Belieben von Privatbanken gestellt wurde. Anders gesagt: die europäische Geldspaltung, die sich jetzt sogar in der Etablierung von Kapitalverkehrskontrollen etabliert, ist eine Folge nicht der niedrigen Zinspolitik, sondern der gleichmacherischen Geldpolitik, der sie sich anscheinend verpflichtet fühlt.”
aus :
http://soffisticated.wordpress.com/

Schütze Arsch März 28, 2013 um 22:29

Ah, vielen Dank noch für die Nachträge zur Schweineproblematik. @Holger hat sehr schön auf die innere Heterogenität des homogenen Gutes „Sau“ verwiesen. Wobei ich annehme, daß @topi als ganzheitlicher Therapeut solch isolierter Betrachtung einzelner Körperpartien doch eher mit Mißfallen begegnet und er mit „desaggregieren“ noch was anderes meinte.

Nun ja, diese beträchtliche innere Vielfältigkeit der Sau hatte ich als Erklärungsansatz auch mit erwogen, dann aber wieder Abstand davon genommen. Schließlich dürften die kulinarischen Vorlieben für bestimmte Körperteile innerhalb Europas nicht sooo sehr variieren… ist ja nicht so, daß der Nordländer nur den Nacken und der Südländer nur den Schinken verfrühstückt… Vermute, daß das eher für den Export aus der EU heraus eine Rolle spielt… die hochwertigen Teile des Schweins werden überdurchschnittlich in Europa selbst verzehrt, während weniger geschätzte Teile dann subventioniert auf ganz große Fahrt gehen. Beim Huhn, diesbezüglich bereits eingehend erforscht, ist es jedenfalls so.

@Frank Lübberding, Du bist doch Journalist. Wie wär’s, wenn Du mal nicht so viele Talkshows kommentierst, sondern das Schweinephänomen erforschst. Wie gesagt, für’s Huhn hat das schon mal jemand gemacht und dabei Interessantes herausgefunden (google: „Das globale Huhn“)

Abschließend dazu und passend zur Jahreszeit sei bemerkt, daß den Mönchen früher in der Fastenzeit doch der Sinn nach Fleischernem stand, weshalb sie kurzerhand den Biber wegen dessen schuppigen Schwanzes zum Fisch umdefinierten und also in den Kochtopf steckten. Phänomenologie hat schon was für sich… Später aber trat der empirische Biologe @peewit auf den Plan, der – lange bevor er zu einem bekannten @Systemfrager-Exegeten wurde – die Fischigkeit des Bibers so eindrucksvoll zu widerlegen verstand, daß heute keine Sau mehr weiß, wie der Biber eigentlich schmeckt.

Dann noch zur heiß diskutierten Frage, ob ein anti-neoliberaler Umschwung eher auf jeweils nationalstaatlicher oder auf EU-Ebene möglich und anzustreben sei. Was die Möglichkeiten auf EU-Ebene angeht, so bin ich sehr skeptisch, was ich in einem früheren Leben schon mal ausführlich begründet hatte. Man muß sich ja vergewissern, wie die EU eigentlich konstruiert ist und was dort sozusagen die Kanäle von Einflußnahme und Machtausübung sind. Falls jemand angesichts des Wetters (hier in Prekärpreußen immer noch Schnee und Eis) nichts Besseres einfällt als 15-30-seitige Texte zu lesen, dann hier Nr. 1:

http://www.mpifg.de/pu/mpifg_dp/dp10-8.pdf

Da geht es auch um die von @Balken angesprochenen Fälle Viking, Laval etc. – und um das Mißverständnis mit der Antidiskriminierungs-Rechtsprechung des EuGH.

Und Nr.2:

http://www.beigewum.at/wordpress/wp-content/uploads/092_birgit_mahnkopf.pdf

Nicht abschrecken lassen vom Beginn mit seiner sperrigen akademischen Sprache. Da wo es weiter hinten konkret wird, wird es interessant. Da geht es dann auch um die Zusammenhänge von Sozial- und Handelspolitik. Und es wird der Forderung @Gerald Braunbergers Genüge getan, über die Grenzen der Eurozone hinauszuschauen…

(Der Text ist ein paar Jahre alt: also „ESM“ meint dort „Europäisches Sozialmodell“)

Sodann allen Beteiligten frohe Feiertage – und friert Euch bei den festtagstypischen Outdoor-Aktivitäten nicht den Arsch ab.

"ruby" März 28, 2013 um 22:35

Wer nicht verstehen will (aus welchem Interesse auch immer) …
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wirtschaftundgesellschaft/2057414/
muss fühlen !!!

someone März 28, 2013 um 22:35

@ruby: Das Argument ist zwar fies, aber es stimmt, allerdings machte das Kalifornien auch 2009 für zwei Monate, indem es nicht einlösbare Wechsel in Umlauf brachte und somit die dortigen Beamten, Staatszulieferer mit einer faktischen Parallelwährung bezahlte. Man muss sehen, wie lange diese Kapitalverkehrskontrollen aufrecht erhalten werden. Wenn man sie sich wirklich nicht mehr abschaffen kann, wäre ein Austritt vielleicht wirklich sinnvoll. Wobei es Island nicht gut geht, das dies ein vollkomener Erfolg wäre, ist ein Märchen.
http://en.wikipedia.org/wiki/2008%E2%80%9311_California_budget_crisis#2009

holger März 28, 2013 um 23:06

Schütze Anus

Die Scaloppina Zahlen sind aus DE raus und nach DE rein…

Die Franzosen fressen nur die hoden…

"ruby" März 28, 2013 um 23:56

Sieben Millionen Minijobber bei 41,4 Millionen Arbeitsplätzen in der Bundesrepublik Deutschland im Frühjahr 2013.
Bei Rettung spekulativer Vermögensversprechen sind nicht gesellschaftlich verträglich.
Das Ende von Geldsammelstationen wird zu organisieren sein.
Wo sind die Lösungsangebote der Organisationssystemspezialsten?
Hohle Worte statt massive Taten helfen nur aufzuklären nicht zu verändern!

"ruby" März 29, 2013 um 00:38

1. Tat

Tolleranzstop :

Ende der Akzeptanz des fortgesetzten Rechtsbruchs der Europäischen Institutionen gegen verbindliches europäisches Recht.

someone März 29, 2013 um 00:41

Öhh…
Die erste Geldsammelstation wurde in den letzten Tagen gerade kaputtgemacht, der Juncker ist auch recht undiplomatisch geworden und die Schweizer müssen nun mehr auf dem Kapitalmarkt zahlen als Deutschland, das, was gerade passiert ist kein intellektueles Runterholen, sondern eine Austrocknung der Steueroasen. Kommt natürlich nicht so leicht rüber wie das Geschwafel von dem Steinbrück, dass man einmal wieder einen Western anschauen sollte, aber beim Schäuble funktioniert es. Ich wette mit dir, der wird nach dem Ende seiner Amtszeit nicht zu Vorträgen bei Banken eingeladen.

topi März 29, 2013 um 03:28

egal

“Die EU ermöglichte einen Interessensausgleich wenigstens zwischen europäischen Staaten. Die Alternative scheint ja gerade auf (duetsches Europa). Die schweizer Industrie ist (war) z. B. entschieden für einen Beitritt, weil sie zwar Zugang zum Binnenmarkt hat, ihre Interessen aber etwa bei der Aushandlung von Standarts nicht einbringen konnte.”

“Und, trotz der geringen öffentlichen Aufmerksamkeit, trotz des Lobbyismuses… wo stünde z. B. der deutsche Verbraucherschutz ohne die EU? Oder der polnische Umweltschutz?”

Natürlich ist es MÖGLICH, in einer supranationalen Organisation zu guten Ergebnissen zu kommen. (ohne jetzt abwägen zu wollen, wieviel negatives durch die Eu kan, siehe Balken und Schütze; so, dass sich die Staaten nicht mehr wehren konnten, oder zumindest (im Fall des Dickschiffs jedenfalls) so tun konnten).

“Wozu braucht Europa eine gemeinsame Rentenkasse oder ein einheitliches Sozialsystem? Wichtig sind nur ähnliche Ergebnisse, wie man die Transfers organisiert, ist letztlich egal.”

Theoretisch auch richtig; aber auch an meinem Argument vorbei.

Die nationalen Transfers müssen national organisiert sein. Was mein Nachbar hinter dem Wechselkurs-Zaun macht, berührt mich relativ wenig. In einer Währungsunion dagegen bin ich dem Lohn(Sozial)dumper ausgeliefert; entweder, ich mache mit, oder es kommt unweigerlich zur Schieflage.

“Richtig, in den letzten Jahrzehnten gab es ein race to the bottom. Gerade weil es eben keine europäischen Regelungen etwa zum Steuerrecht gab. Deshalb ließen sich die Nationen ja gegeneinander ausspielen. Ich verweise nochmal auf Meyer-Landruth. Aber mit institutionellem Rahmen sind solche Regelungen viel leichter durchsetzbar.”

Aber man brauchts sie ja nur wegen der Währungsunion, um sich gegen Nachbaranbaggerung wehren zu können”
Eine Lösung also für ein selbstgeschaffenes Problem.

Natürlich ist europäische Steuerharmonisierung theoretisch machbar; praktisch sehen wir, was herauskommt.
Aber erst durch die Währungsunion tangiert mich das in so starkem Maße, wie jetzt.

topi März 29, 2013 um 03:42

Kleiner EInwurf zum BSP-Wachstum.

Die Reduktion auf 0,3 für das Gesamtjahr 2013 hatte vor allem statistische Gründe, weil das letzte Quartal 2012 sehr schlecht gelaufen war mit minus 0,6.
Dieses Minus muss erstmal aufgeholt werden im Vergleich zum Gesamtjahr.

Dies zeichnet sich nun überraschend rasch ab, die 0,6 sollen für das erste Quartal sein, im nöchstne 0,7, und aufs Jahr hochgerechnet 2,3 Prozent.

Das ist schon eine krass andere Zahl als die “Sachverständige”; peinlich dabei, dass die erst vor ein paar Tagen ausgegeben wurde.

topi März 29, 2013 um 03:56

someone

“Eine Vereinheitlichung der Renten-, Sozialsysteme etc. ist in der Tat unrealistisch. Aber Mindeststandards wären schon machbar, sieh dir einfach an, wie die EU mit ihrer Nichtdiskriminierungsrichtlinie ins Arbeitsrecht eingreift. Und um mal konkret zu werden: Diese Finanztransaktionssteuer wäre bei der EU eigentlich am besten aufgehoben: Sie funktioniert ja nur, wenn man sie parallel in vielen Ländern einführt. Wenn sie nun bei der EU angesiedelt wäre (man könnte die Zolleinnahmen direkt mitübertragen) hätte man dann einen EU-Pott. Ich sehe keine Gründe, warum man diesen Pott nicht in Form zweckbedingter Hilfen einsetzen könnte. Z.B. 500,-€ Sozialhilfe als Grundstock der jedem Europäer zusteht. In Deutschland hat eh’ bereits eine Mischfinanzierung dieser Dinge, das wäre überhaupt kein Ding diese darin zu integrieren. Und in Griechenland, Italien, Portugal hätten die langfristig arbeitslos gemeldeten dann wnigstens einen Grundstock im Gegensatz zum gegenwärtigen Nichts.”

Schön. Aber du sagst es doch selber.

” Man müsste halt über seinen Schatten springen ”

Klar gibt es Steuern, die auf EU-Ebene am sinnvollsten wären. Neben der FTS (das scheue Reh, so flüchtig) auch bestimmte Abgaben auf Umweltverschmutzung oder Ressourcenverbrauch.

WÄREN.

Warum gibt es sie nicht? Deine 500 Flockenfür bedürftige Europäer führen zu starken Finanzströmen. Die potenziellen “Geberländer” wollen das nicht, und selbst wenn die Regierungen es wünschten, wird ihnen die nationale Opposition deutliche Grenzen aufzeigen. Bspw. führen Änderungen bei der Bezahlung von Landärzten in D zu föderalen Diskussionen, wenn da ein paar Millionen bundesländerübergreifend fleißen sollen.

Der Wille ist einfach nicht da.
Wenn alle gutwillig sind, geht natürlich alles. Nur wenn in der Währungsunion jemand den Lohndumper gibt, stehen die anderen, zumal deutlich kleineren, dumm da; mitmachen, oder mittelfristig Krise.

someone März 29, 2013 um 04:03

Niemand ist gutwillig, habe ich nie behauptet, die schiere Not ist es was sie dorthintreibt. Ich wiederhole:
http://www.guardian.co.uk/business/2013/mar/27/britain-current-account-deficit-worst-since-1989

topi März 29, 2013 um 04:05

aifran

“http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Schule_und_Bildung/Unterrichtsmaterialien/Sekundarstufe_2/sekundarstufe_2.html

In einer früheren Ausgabe war hier auch noch zu lesen die gleichzeitig mit der Euro-Einführung eingeführte Freigabe des Kapitalverkehrs diene der DISZIPLINIERUNG der Wirtschaftspolitik der Euro-Mitgliedsstaaten. Ja ja die Disziplinierende Kraft des scheuen Rehleins Kapital …… nun so eine Aussage ist schon eine harte Sache – in der nächsten Ausgabe des Büchleins war diese natürlich wieder verschwunden.”

Hast du ein Original? Der HG sammelt ja Foto-Dokumente, wäre was dafür. ;-)

Das mit der Disziplinierung hat ja nicht geklappt.
Die “Finanz-Märkte” sind eben keine Kartoffelmärkte, sondern Voodoo-Veranstaltungen.

Aber das es zu einer “Disziplinierung” hötte kommen müssen, ist natürlich richtig; sonst kommt mit Sicherheit das ganz dicke Ende, wie jetzt.

topi März 29, 2013 um 04:14

Um das nochmal klar zu sagen: in einem ganz festen WK-Regime mit einem großen Land bin ich weitgehend an die Geldpolitik dessen Notenbank und auch an die grundsätzliche Fiskalpolitik gebunden, sonst läuft es auseinander, mit erheblichen Problemen.

Das muss man wissen und wollen, so wie es den DM-Raum gab, kann das dann durchaus funktionieren. (ohne Wertung)

Nun ist D in der EWU insgesamt nicht groß, die anderen allerdings kein homogener Block, sondern auch in verschiedene Richtungen unterwegs.

Auf Dauer ist das allerdings auch egal. Das kommt zwangsläufig zu Krisen, und da man falschen Theorien ihrer ENtstehung anhängt, gibt es auch keine Lösung.

Eu mit gemeinsamen europäischen Entwicklungen, schön.

Gemeinsame Währung? Geht nur, wenn man sich wie das “Stabilitätsmonster” verhalten will, oder es einhegen kann.

topi März 29, 2013 um 04:16

Bank run wurde erstmal abgesagt, in den Medien, darauf kommts ja an.

Die EZB hat mit den 5 Milliarden Bargeld allerdings auch ein sattes statement abgeliefert. :roll:

someone März 29, 2013 um 04:32

Sach ma topi, bist du autistisch? GB hat Souveränität und das Sagen über seine Zentraöbank, die auch gehorchte. ABER ES FUNKTIONERT NICHT! Extra groß und fett nur für dich.

Keynesianer März 29, 2013 um 07:22

@someone

Du wirst Dich vielleicht über die Aussage wundern, aber es funktioniert in Engalnd ganz perfekt im Sinne der Erfinder:

Die City of London plündert die Welt und wird als Finanzplatz global immer einflussreicher, während der einfache Engländer im Elend versinkt, die Privatisierung selbst die Versorgung mit Wasser und Strom und die Eisenbahn verrotten lassen, bei Höchstprofiten für deren private Betreiber.

Das ist kein Versehen, sondern war genau so volle Absicht.

Der Einwand gegen Topi wäre, ob ein kleines Land wie Deutschland allein es leichter hätte, sich gegen diese bewusste Politik der Verelendung der Völker zu wehren. Oder ob wir froh sein können, dass die Franzosen, Italiener und Spanier längst vor dem zum absoluten Gehorsam gebrachten deutschen Michel sich wehren werden.

Wir müssen aber endlich das Gesamtbild sehen wollen: Es handelt sich nicht darum, dass makroökonomische Zusammenhänge noch nicht erkannt worden wären. Die sind so einfach, dass wir sie in den Grundschulen jedem erklären könnten.

Wir haben es hier mit einer kleinen, globalen Schicht der Hochfinanz zu tun, die es nicht einsehen, ihr schönes Leben mit den Massen der Völker teilen zu sollen. Früher hat man den Leuten erzählt, dass es wegen des Kapitalmangels nicht möglich wäre, dass alle anständig leben könnten, sondern es müsse hart gespart und auf Konsum verzichtet werden.

Inzwischen ist durch die mikroökonomische Revolution das Kapital für die reale Produktion so billig und leoicht verfügbar geworden, dass der Schwindel mit dem Kapitalmangel nicht mehr glaubhaft ist.

Also wurde schon vor mehr als vier Jahrzehnten der Ökoschwindel erfunden: Dass es also an den Resourcen mangle für einen allgemeinen Wohlstand der Völker dieser Erde. Nachdem die Resourcen aber immer noch nicht zuende gehen, hat man sich den Klimawahn ausgedacht: Wir sollen jetzt mit allen Kräften CO2 sparen und vor allem mit allem Geld, das an den Arbeitern, Kranken und Rentnern noch eingespart werden kann.

Die Urheber derartiger Geschichten lachen sich krumm über die dummen Massen dieser Erde, die sich das alles von ihrer Presse, Radio, Fernsehen und Film einreden lassen und wie ferngesteuerte Hirnamputierte angerannt kommen, um Verzicht jeder Art zu üben, zur Rettung des Waldes – äh, also des Klimas. :roll:

Eagon März 29, 2013 um 08:10

Die Deflation wird kommen!

“die deut­sche Lohn­po­li­tik hat sich über Jahre hin­weg des Doping­mit­tels Dum­ping­löhne bedient (deren Ver­bot auch des­we­gen noch auf sich war­ten lässt, weil zu viele uns ein­re­den wol­len, es han­dele sich schlicht um “Markt­preise” und ehr­lich erar­bei­tete Wett­be­werbs­vor­teile). Die Defi­ni­tion von Dum­ping­löh­nen ist ein­fach: Steigt das Lohn­ni­veau eines Lan­des weni­ger als seine Pro­duk­ti­vi­tät plus seine Ziel­in­fla­ti­ons­rate und das deut­lich und über Jahre hin­weg, liegt Lohn­dum­ping vor. Damit ist noch nicht gesagt, wel­che Löhne in wel­chen Bran­chen dazu beson­ders beige­tra­gen bzw. vor­nehm­lich pro­fi­tiert haben, es geht zunächst ein­mal nur um die Durchschnittsbetrachtung.

Lohn­dum­ping eines Lan­des ist für den Rest der Welt kein wirk­lich gro­ßes Pro­blem, solange das Land seine eigene Wäh­rung hat, gegen die der Rest der Welt seine Wäh­run­gen abwer­ten kann. Dann las­sen sich Diver­gen­zen in der Ent­wick­lung von Preis­ni­veaus und damit in der inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit von Län­dern not­falls immer aus­glei­chen, ohne dass ganze Län­der den Weg der Defla­tion ein­schla­gen müs­sen. Um im Bild des Sports zu blei­ben: Das dopende Land bekommt per Auf­wer­tung ein­fach ein paar Straf­run­den auf­ge­brummt und ver­liert dadurch sei­nen Vor­teil, behält aber sei­nen lang­fris­ti­gen gesund­heit­li­chen Scha­den (in Form einer wegen defla­tio­nä­rer Ten­den­zen dar­ben­den Bin­nen­wirt­schaft). Die ande­ren Län­der müs­sen nicht auch dopen, um im inter­na­tio­na­len Han­del erfolg­reich sein zu können.”

http://www.flassbeck-economics.de/zur-lohnrunde-2013-teil-4-doping-durch-dumping/

Das ist doch gut für Deutschlands Geldvermögensmillionäre.

aifran März 29, 2013 um 08:12

Topi …. ich habe damals das Büchlein mit der “Disziplinierung” (Ausgabe 2008 Seite 90) von der Bundesbank für mein Schatzkästchen als Pdf heruntergeladen. In der Ausgabe 2010 wird die Einführung des Euros (Stufenplan) auf Seite 134 abgehandelt. Die Disziplinierung ist hier aber bereits wieder verschwunden.
… schöne Tage

aifran März 29, 2013 um 08:33

… und da hat der aifran schon wieder geschludert …. die Ausgabe des Büchleins der Buba mit der Disziplinierung ist die von 2009 – Stand August … die Disziplinierug findet sich auf Seite 126 —

aifran März 29, 2013 um 09:10

… so … es ist eindeutig noch zu früh für mich …. jetzt aber mal alles richtig … muss wohl mal meinen “Zettelkasten” ausmisten/sortieren

in der Ausgabe des Bubabüchleins:
Impressum
Herausgeber: Deutsche Bundesbank
Text: Dr. Julian Reischle
Redaktion: Johannes-Rudi Korz
Gestaltung: http://www.buero48.de
Stand: September 2008

ist folgendes auf Seite 90 zu lesen:
….. Erst Mitte der achtziger Jahre wurden die Überlegungen zu einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) wieder intensiviert. Eine Sachverständigengruppe um den damaligen EGKommissionspräsidenten Jacques Delors legte 1989 einen Bericht vor („Delors-Bericht“), der die Idee einer schrittweisen, dreistufigen Währungsintegration aufgriff. Diese Vorschläge bildeten schließlich auch die Grundlage für die Maastricht-Beschlüsse. Die Schaffung einer gemeinsamen Währung war dabei vor allem zur Absicherung und Vollendung des Europäischen Binnenmarktes gedacht, der 1992 verwirklicht worden war. Darüber hinaus sollte sie die Europäische
Union auf dem Weg zu einer echten, politischen Union
weiter voranbringen und damit einen Prozess fortsetzen, der mit
der Unterzeichnung der Römischen Verträge 1957 begonnen und
über die Zollunion und das EWS geführt hatte.

Stufenplan
Bereits am 1. Juli 1990 begann die erste Stufe der WWU. Hier ging
es vor allem darum, die nationale Geld- und Fiskalpolitik stärker
auf die Erfordernisse der Preisstabilität und Haushaltsdisziplin auszurichten. Dazu sollten auch Maßnahmen beitragen, die die Unabhängigkeit der Notenbanken von den Regierungen stärkten. Darüber hinaus wurden alle Kapitalverkehrskontrollen aufgehoben, um den Weg für eine wirksamere Disziplinierung der nationalen Wirtschaftspolitiken durch die Kapitalmärkte freizumachen. Zu Beginn der zweiten Stufe am 1. Januar 1994 wurde das Europäische Währungsinstitut (EWI) als Vorgänger-Institut der EZB mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Ihm oblagen die regulatorischen, organisatorischen und logistischen Vorbereitungen der Währungsunion. Gleichzeitig sollte es die geldpolitische Koordination verbessern.
Bis zum Beginn der dritten Stufe am 1. Januar 1999 verblieb
die Verantwortung für die Geldpolitik jedoch bei den nationalen
Notenbanken. ……

— ufff geschafft – wer die Pdf Datei dieses Buba-Büchleins haben möchte müsste mir halt irgendwie eine E-Mailadresse zukommen lassen …..

topi März 29, 2013 um 09:52

someone

” Sach ma topi, bist du autistisch? ”

Sorry someone; ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass mir jemand früh um vier antwortet. :~)

“GB hat Souveränität und das Sagen über seine Zentraöbank, die auch gehorchte. ABER ES FUNKTIONERT NICHT! Extra groß und fett nur für dich.”

GBs Außenhandelsbilanz bzgl. Waren ist und war negativ, der Wechselkurs anhand von Außenhandelsdaten klar zu hoch, über viele Jahre. Typisch für einen Finanzplatz, der Kohle aus anderen Ländern absaugt, um damit Waren zu bezahlen.

Mit allen Konsequenzen für die inländische Industrie; da fehlt ja nicht nur die preisliche Wettbewerbsfähigkeit, sondern die wirklichen WB-Faktoren.

Nun kracht es im Finanzmarktgebälk, der WK schmierte folgerichtig deutlich ab. Ist aber gemessen am Zustand der Industrie wohl immer noch zu hoch.

Was meinst du, wie die Leistungsbilanzentwicklung GBs mit dem Euro aussähe?

Linus März 29, 2013 um 09:57

“Was meinst du, wie die Leistungsbilanzentwicklung GBs mit dem Euro aussähe?”
So ist es! Allgemein: Man vergleiche Handelsbilanz mit Leistungsbilanz. Da gibt so einige Erkenntnisse zu heben.

topi März 29, 2013 um 10:00

“Der Einwand gegen Topi wäre, ob ein kleines Land wie Deutschland allein es leichter hätte, sich gegen diese bewusste Politik der Verelendung der Völker zu wehren. Oder ob wir froh sein können, dass die Franzosen, Italiener und Spanier längst vor dem zum absoluten Gehorsam gebrachten deutschen Michel sich wehren werden.”

Generell gilt: auch ein Wechselkurs ist nur ein MÖGLICHER Schutzwall gegen Lohndumping von außen. Entscheidend ist die nationale Politik, Machtverhältnisse Arbeit/Kapital, Lohnersatzleistungen, Sekundäreeinkommensverteilungsbeeinflussung etc.

Ohne WK ist man jedoch direkt dem Rattenrennen ausgesetzt.
Mitmachen— oder “Euro”Krise.

Ob es dem Michel ohne Euro besser ginge, wer weiß.
Gäbe zwei Szenarien. Man sieht, dass das Lohndumping nichtmal zu mehr Exporten führt, wegen WK-Änderung, und lässt es wieder.

Oder man sieht, dass Lohndumping immer kurzfristig gewirkt hat, dann der WK reagiert, die Binnenwirtschaft abschmiert, und zieht den genialen Schluss, man muss nur noch viel mehr Lohnsenkung und EInkommensumverteilung betreiben, und dann wird es gut.

Wie hätte sich der gemeine Wahl-Michel wohl positioniert, Vorschläge?Vorschläge?

Keynesianer März 29, 2013 um 12:03

@topi

Da geht es längst nicht mehr um Exportüberschüsse, sonst hätte das Klima-Merkel hier nicht den Atomausstieg durchgezogen und würde nicht nach der Rettung des Euro und aller überschuldeten Eurostaaten und Banken mit dem letzten Geld der Deutschen noch das Weltklima retten wollen.

Wir sind heute endgültig in einem Stadium, in dem die kleine Schicht der Superreichen die Verelendung der Massen durchzuziehen versucht. Es ist ja nicht so, dass in der City of London das Geld für den braven Briten fehlen würde, so dass man die Leutchen immer noch tiefer in die Armut und Verzweiflung sparen müsste.

Es ist auch nicht so, dass die britische Regierung für eine sinnvolle Politik einen Kurs in Keynes bräuchte, sondern man das das schon vor Keynes immer gewusst wie es richtig geht, sonst hätte das Empire keinen einzigen seiner großen Kriege finanzieren können.

Erst nach dem Krieg ist jedesmal wieder, außer nach 1945 wegen Keynes und der frischen Erinnerung an die Great Depression, die Wirtschaft zusammen gebrochen. Damit die Rentiers in großen Schössern mit billigen und willigen Dienstboten hausen konnten.

Wir können natürlich auch weiter so tun, als hätten die das mit der Ökonomie und dem Geld nur nicht richtig kapiert. :roll: ;)

Keynesianer März 29, 2013 um 12:12

Aus dem Bundesbankpapierchen oben:

Bereits am 1. Juli 1990 begann die erste Stufe der WWU. Hier ging
es vor allem darum, die nationale Geld- und Fiskalpolitik stärker
auf die Erfordernisse der Preisstabilität und Haushaltsdisziplin auszurichten. Dazu sollten auch Maßnahmen beitragen, die die Unabhängigkeit der Notenbanken von den Regierungen stärkten.

Stichwort Preisstabilität und Haushaltsdisziplin:

Diese beiden Punkte sind die Grundlage zur Inszenierung von Krisen und Massenarbeitslosigkeit.

Im Normalfall ist der Gewinn des Kapitals in einer Ökonomie einfach auf das Wachstum des Realkapitals beschränkt, also auf die Nettoinvestition. Daher sind die Kapitalisten dann auch daran interessiert, dass der Konsum und Wohlstand der Massen wächst.

Um aus einer Ökonomie ohne Wachstum hohe Profite herausziehen zu können, braucht es die berüchtigte “Geldwertstabilität”. Dann kann das Kapital einfach einen möglichst hohen Profit auf die Preise aufschlagen und das Geld auf der Bank sparen. Darum soll es keine Inflation geben.

Und damit die Krise möglichst verheerend wird, soll die Regierung sich nicht für das vom Kapital aus der Realwirtschaft in Gestalt überhöhter Profite herausgezogene Geld verschulden können.

Das ist also alles ganz gezielt angelegt, um genau das Ergebnis zu erzielen, das dann überall zu sehen ist.

Systemfrager März 29, 2013 um 12:22

Tja,
man kann es einfach nicht glauben
Keynes war doch ein Engländer
Und in seiner Heimat kennt ihn keiner mehr

Woran könnte dies nur liegen?
:)

Eagon März 29, 2013 um 12:55

@Topi

2012 sind 70% der deutschen Gesamtersparnis ins Ausland geflossen.

Die Gesamtersparnis liegt weit weit über den Nettoinvestitionen.

Wissen die deutschen Sparer das?

Wissen die deutschen Sparer was die Banken mit ihrem Geld machen?

Ist deshalb eine Propaganda nötig, die den Staat als Schuldner VERTEUFELT?

Besonders komisch wird es, wenn Nationalökonomen den Titel des Exportweltmeisters verteidigen wollen, ohne die deutsche Wirtschaft restrukturieren zu wollen.

Da die deutschen Unternehmen nicht die inländischen Ersparnisse abnehmen, weil sie selber Nettosparer geworden sind, muß sich Schäuble stärker verschulden.

Aber unsere Parlamentarier haben sich mit den GG-Änderungen Schuldenbremse selber das Seil geknüft an dem spätestens unsere Jugend aufgehängt werden wird!

egal März 29, 2013 um 14:32

Ein gemeinsamer Binnenmarkt braucht regulierende europäische Institutionen. Für die Europaverächter: Wie soll sowas multilateral koordiniert werden?

Kein nationaler Alleingang beim Tiertransport
Deutscher Bauernverband (DBV), Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR), Bundesverband Vieh und Fleisch (BVVF), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Verband der Fleischwirtschaft (VdF) und Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) haben in einem gemeinsamen Schreiben an die Agrarminister von Bund und Ländern zum Ausdruck gebracht, dass sie von einem Alleingang Deutschlands im Tiertransport Wettbewersnachteile befürchten ohne dass es tatsächliche Vorteile für die Tiere gibt.
Die Politik muss endlich ein einheitliches Vorgehen in der EU und eine 1:1-Umsetzung der Vorschriften ? auch beim Tierschutz ? vornehmen. Nationale Alleingänge und damit eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit kann nicht Ziel der Politik sein?, forderte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born.

gelegentlich März 29, 2013 um 14:42

Ist es so einfach?
Wir haben die Euro-Krise weil Deutschland bescheißt:
http://www.flassbeck-economics.de/die-faz-uber-die-schere-zwischen-lohn-und-produktivitat-oder-was-denkt-mario-draghi-wirklich/
Die Frage an die geneigten Mitleser:
wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum und stattdessen diesen “Nazi-Markel”-Mist? Denn das ist dem Augenschein nach absurd: eine neoliberale Florentinerin als Nazi zu bezeichnen.

Carlos Manoso März 29, 2013 um 15:44

@Keynesianer März 28, 2013 um 18:58
„Werter @Carlos Manoso,
jetzt erkläre doch bitte endlich Deinem Freund Konicz, dass es im Zeitalter des Internationalen Kapitals keine “zunehmenden nationalen Interessenkonflikte” geben kann.
Höchstens eine Vorspiegelung solcher durch die Agenten des Kapitals, um die Opfer der globalen Machenschaften zu täuschen und gegeneinander aufzuhetzen.“

Keynesianer, vielleicht hast das ja immer noch nicht gecheckt, aber das Zeitalter des „Internationalen Kapitals“ ist schon seit Jahrzehnten vorbei. „Internationales Kapital“ war mal in frühern Zeiten „nationales Kapital“ im Plural !

Was von den vielen ewig Gestrigen als „Nation“ angebetet wird ist keineswegs eine überhistorische Gottgegebenheit, Keynesianer, sondern eine Erfindung des modernen Kapitalismus, eine kulturell-symbolische Kostümierung der staatlich-politischen Sphäre des Systems des Kapitals während einer bestimmten Epoche. Das Kostüm „Nation“ soll Gemeinschaft stiften nicht gegen die dem Kapital immanente Konkurrenz, sondern IN der Konkurrenz durch Ausschließung des FREMDEN.

„Oder sollte Konicz gar auf deren Gehaltsliste stehen“

Keynesianer, das weißt du doch normalerweise viel besser als ich !

Keynesianer März 29, 2013 um 16:31

@Carlos Manoso

„Internationales Kapital“ war mal in frühern Zeiten „nationales Kapital“ im Plural !

Nennt sich Deine Wortverdreherei vielleicht Dialektik?

Internationales Kapital war wie “Internationale Konzerne” nie der Plural von nationalem Kapital oder nationalen Konzernen, sondern gleichbedeutend mit globalem Kapital oder globalen Konzernen. Ich hatte nur die Bezeichnung “International” gewählt, um den Stuss von Deinem Freund Konicz mit den wachsenden nationalen Rivalitäten deutlicher zu machen.

Keynesianer, das weißt du doch normalerweise viel besser als ich !

Wie gut Du über sowas informiert bist, kann ich schwer beurteilen. :)

Keynesianer März 29, 2013 um 16:43

@gelegentlich

Die Frage an die geneigten Mitleser:
wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum und stattdessen diesen “Nazi-Markel”-Mist? Denn das ist dem Augenschein nach absurd: eine neoliberale Florentinerin als Nazi zu bezeichnen.

Die Antwort fällt leicht:

Das Problem des Lohn- und Sozialdumpings in Deutschland durch die Agendapolitik von SPD und GRÜNEN soll ja nicht dadurch behoben werden, dass in D die Löhne und Sozialleistungen jetzt endlich kräftig steigen.

Sondern man will die Krisenstaaten mit Hilfe des Merkelregimes in eine Notverordnungspolitik wie einst unter Brüning treiben und die “Nazi-Deutschen” für den Schaden verantwortlich machen.

… wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum …

Die werden nicht gefragt, so wenig wie wir hier. Sondern die schon zur Agendapolitik gleichgeschalteten Massenmedien und politischen Seilschaften (wie Thomasz Konicz z.B.) trommeln gegen die bösen deutschen Nazis, allerdings ohne von den bösen Nazis höhere Löhne und Sozialleistungen für ihre Arbeiter einzufordern. Das eben nicht, sondern die sollen nur den verzweifelten Opfern der Deflationspolitik (Wettbewerbspolitik, Austerität) als Schuldige hingestellt werden.

Darum ist es so wichtig, dass dies möglichst viele Leute durchschauen und damit durchkreuzen. Du hast es ja voll kapiert, aber viele andere nicht.

gelegentlich März 29, 2013 um 17:26

@Keynesianer
“Die werden nicht gefragt, so wenig wie wir hier. Sondern die schon zur Agendapolitik gleichgeschalteten Massenmedien und politischen Seilschaften …”
Hmmh, dann wären die europäischen Mitbürger ja genauso doof wie die Deutschen? Denn die Forderungen wären nach Flassbeck ja glasklar und sehr konkret: Deutschland müsse einfach mit dem Bescheißen aufhören, weitere Maßnahmen bräuchte man vielleicht nicht mehr.
Das Problem ist nur: in Deutschland hat das Lohndumping ja geklappt und die Umverteilung von unten nach oben geht munter weiter. Dennoch, @Eagon, 12:55 Uhr:
“2012 sind 70% der deutschen Gesamtersparnis ins Ausland geflossen.”
Warum nur wird das dann nicht hier investiert?

gelegentlich März 29, 2013 um 17:28

@Keynesianer II
“Darum ist es so wichtig, dass dies möglichst viele Leute durchschauen und damit durchkreuzen. Du hast es ja voll kapiert, aber viele andere nicht.”
Och, da werde ich doch ganz rot, das kann ich nicht annehmen!
“…damit durchkreuzen”? Im Ernst: durchschauen heißt durchkreuzen?
Ist das nicht sehr unpolitisch?

"ruby" März 29, 2013 um 18:13

@ someone

“Niemand ist gutwillig,…schiere Not,…”

Wir sind es und werden mit purem Vergnügen …

Ihr wisst garnicht, wie starkt “die Guten” sein können ;-)

Keynesianer März 29, 2013 um 18:23

@gelegentlich

In dem Fall heißt durchschauen wirklich durchkreuzen, weil die globale herrschende Oligarchie, die diese Spielchen treibt, ja ein ganz winziges Häufchen ist.

Die brauchen da seit jeher alle Tricks, wie etwa den Marxismus, damit die Leute dem Huberbauern den Hof und der Oma das Häuschen und dem Krämer seinen Laden enteignen wollen, statt einfach den “Herrn Baron” aus seinem Schloss zu jagen.

Darum ist der Sohn vom Herrn Baron so ein eifriger “Marxist”. :)

"ruby" März 29, 2013 um 18:43

2. Tat

Frontenbildung ohne Kompromisse

Sie wollen ihr Spiel spielen – das kannst haben …
Wer den Mitspieler nicht ernst nimmt, kann Kollateralschäden schon einmal einpreisen .
Das ist reine spieltechnische Logik und wer diese unterminiert sollte aufhören mit dem spielen ;-)

Der Spielspass hat gerade begonnen – anyway you gamblers !

Carlos Manoso März 29, 2013 um 18:45

@Keynesianer März 29, 2013 um 16:31
„“@Carlos Manoso
„Internationales Kapital“ war mal in frühern Zeiten „nationales Kapital“ im Plural !
Nennt sich Deine Wortverdreherei vielleicht Dialektik?
Internationales Kapital war wie “Internationale Konzerne” nie der Plural von nationalem Kapital oder nationalen Konzernen, sondern gleichbedeutend mit globalem Kapital oder globalen Konzernen. Ich hatte nur die Bezeichnung “International” gewählt, um den Stuss von Deinem Freund Konicz mit den wachsenden nationalen Rivalitäten deutlicher zu machen.“

Keynesianer, „Internationale Konzerne“ waren bis ca. Ende der 1970er Jahre quasi „nationale Konzerne“. „Internationale Konzerne“agierten im Unterschied zu „nationalen Konzernen“ auf den Territorien vieler Nationalstaaten. Die Eigentümer des Aktienkapitals dieser „internationalen Konzerne“ kamen in den meisten Fällen fast ausschließlich aus dem Territorium des Nationalstaats, in dem der „internationale Konzern seinen Stammsitz hatte.

Die Entwicklung lief also von „nationalen Konzernen“ zu „internationalen Konzernen“ und die Größten unter diesen entwickelten sich im Zuge der „Globalisierung“ zu „transnationalen Konzernen“. Die Eigentümer des Aktienkapitals dieser „transnationalen Konzerne“ kommen nur noch minderheitlich aus dem ursprünglichen „nationalen Stammland“ dieser „transnationalen Konzerne“ und in diesem „nationalen Stammland“ erzielen diese „transnationalen Konzerne“ nur einen Bruchteil ihrer Umsätze. Beispielsweise stammen heute nur noch ca. 3-5% der Aktionäre der IBM AG aus Deutschland, das auch nur noch ein Markt unter vielen der IBM AG ist. Für die Volkswagen AG ist Deutschland z.B. längst nicht mehr ihr größter Absatzmarkt.

Ein transnationaler Konzern siedelt z.B. die Glieder seiner Wertschöpfungskette in vielen nationalen Territorien rund um den Globus an. Fertigungsstandorte könnten z.B. in Deutschland, Ungarn, Indien, Malysia etc liegen, Montagestandorte können z.B. in China, den USA oder Brasilien liegen, das Marketing in England und Marokko, die Finanzbuchhaltung in Indien liegen, während die Steuern auf den Cayman-Inseln gezahlt werden. In Hinblick auf diesen transnationalen Konzern von Import oder Export zu sprechen –etwa bezogen auf den Nationalstaat Deutschland- ist total witzlos und verrät totale Ahnungslosigkeit von der globalen Realität, wie wir sie heute vorfinden !

"ruby" März 29, 2013 um 18:52

Die gute Nachricht am Karfreitag :
http://www.youtube.com/watch?v=yQj2NP25TIo

"ruby" März 29, 2013 um 21:34

Frank Schirrmacher hat auf das Endspiel zwischen Deutschland und Italien mit den unnachgiebiegen Positionen zum beiderseitigen Nachteil hingewiesen.
Hierzu ein neues Geschäftsfeld der Zukunftsbewältigung und als Lösung für die verbohrten Spieler.
Sammeln wir die gesamten Reserven und wandeln sie in gesunde verträgliche Verwendungen :

http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=k4313pfaORM&NR=1

"ruby" März 29, 2013 um 21:37

Habt ihr Mario Draghi in der Nebenrolle erkannt?

"ruby" März 29, 2013 um 22:14

http://www.dradio.de/nachrichten/201303292100/1
37,5 % Zwangsabgabe :
Rechnen wir mal hoch für Luxenburg mit seinen Steueroasenbeständen
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/juni/der-graue-markt-der-schattenbanken
@ Jeroen Dijsselbloem : wenn jetzt für die beherrschbaren Risiken Zyperns noch bis zum 4. April verhandelt werden kann wegen des Osterfeiertagswochenendes weitere drei Tage from now on, wie lange wird das dann für Luxenburg brauchen, bei deren Bilanzrelationen ?
Welcher Zeitpunkt käme für die “Umstrikturierung” in Frage – Weihnachten … + Neujahr …
Wo wollen die Vermögenden dann hintransferieren – Singapur in die neuen Finanztempel der Offshorer oder bereits Medwedjews Kurrilen Paradis?
Das Zockerspiel nimmt Fahrt auf .

Tina März 29, 2013 um 23:15

@ruby
Die können sich das aussuchen. Notfalls werden die Gesetze geändert, bis es denen passt.

topi März 30, 2013 um 00:44

egal

“Ein gemeinsamer Binnenmarkt braucht regulierende europäische Institutionen. Für die Europaverächter: Wie soll sowas multilateral koordiniert werden?”

Ähem.
Dein Beispiel dokumentiert doch eindrimglich, dass die nationale Regelung für undurchführbar erklärt wird, WEIL es den gemeinsamen Binnemarkt gibt.
Ohne diesen kann Land X einfach eine Transportregelung erlassen, und Importbeschränlungen, die den gequälten Schweinen aus Land Y den Zutritt verwehrt.

Ein gemeinsamer Binnenmarkt ist eine europäische Regulierung. Mal besser, mal schlechter.
In der Tendenz immer “freier”, das ist ja die erklärte Absicht.
Andere Absichten sind denkbar.

Eine gemeinsame Währung liefert dich dem großen Nachbarn aus.
Mit guten Absichten für alle kann das auch (eventuell) gut gehen.
Deutschland betreibt jedoch erklärtermaßen beggar your neighbour policy.

topi März 30, 2013 um 01:23

gelegentlich März

“Ist es so einfach?
Wir haben die Euro-Krise weil Deutschland bescheißt:
http://www.flassbeck-economics.de/die-faz-uber-die-schere-zwischen-lohn-und-produktivitat-oder-was-denkt-mario-draghi-wirklich/

Ja, es ist so einfach. ;~)

” Die Frage an die geneigten Mitleser:
wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum und stattdessen diesen “Nazi-Markel”-Mist? Denn das ist dem Augenschein nach absurd: eine neoliberale Florentinerin als Nazi zu bezeichnen.”

Kostas Normalgrieche soll auf die Straße gehen mit Plakaten ”

LÖHNE HOCH IN DEUTSCHLAND!!!
MEHR URLAUB FÜR DEN MICHEL!!!

oder so ähnlich?

Der Punkt wird teilweise durchaus gesehen und thematisiert.
Zum Beispiel steht in de Fiskalpaktregelung, dass auch übermäßige Überschüsse schlecht sind und die Kommission Maßnahmen vorschreiben kann. Allerdings erst ab 6% und nur als zahnloser Papiertiger.

Aber selbst für Politiker mit Durchblick ist es wahrscheinlich keine dolle Idee, in ihrem Land mit der Forderung nach deutschen Lohnanstieg auftrumpfen zu wollen.

Zumal sich ja dem Prinzip “Wttbewerbsfähigkeit über alles” doch die meisten zumindest prinzipiell zustimmen.

Nee, deutsche Löhne muss schon der beim EInkommen und noch mehr beim Vermögen massiv gekniffene Medianmichel schon selbert einfordern.
Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.

Linus März 30, 2013 um 08:02

@topi:
“Nee, deutsche Löhne muss schon der beim EInkommen und noch mehr beim Vermögen massiv gekniffene Medianmichel schon selbert einfordern.
Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.”

Wenn die anderen warten wollen, bis der Merdianmichel sich selber rettet, dann können sich gleich einpacken.

gelegentlich März 30, 2013 um 08:33

Da fällt mir die Äußerung eines französischen Gewerkschaftlers ein, der über die Rolle der Deutschen in Europa total frustriert war:
„Den Deutschen kannst Du auf den Teller scheißen…dann essen sie vom Rand weg!“
Was mich wundert ist aber dennoch dieser Merkel-Nazi-Nationalismus, der natürlich Europa sprengt – wenn doch „Hört auf zu bescheißen!“ auch ginge und auch deftig pejorativ ist, was ja sein muß.
„Allerdings erst ab 6% und nur als zahnloser Papiertiger.“ Was ja auch anders ginge und auch mit scharfem Gebiß.
Ländern wie Luxemburg oder Irland andere Kompensationen zukommen zu lassen als z.B. den Steuerwettbewerb nach unten zu dulden ist für Alle ebenfalls günstiger – wenn wir denn gemeinsam in diesem europäischen Haus leben wollen.

Linus März 30, 2013 um 08:37

@Morph:
Du hattest doch mal einen Clip über Due Diligence Writers gebracht.
Hier ein britischer Finanzfahnder.
http://rowans-blog.blogspot.ch/2013/03/why-british-banking-industry-has-become.html?m=0

Keynesianer März 30, 2013 um 08:57

@topi

Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.

Die Sozen und die Ökos retten uns leider auch nicht, sondern gerade die haben dem braven Michel das erst eingebrockt. Jetzt soll er sogar noch die Schuld daran haben, dass seine Nachbarvölker von den Drahtziehern der Agendapolitik ins Elend gedrückt werden. Und damit nicht genug, lassen die in den Massenmedien überall verbreiten, dass die Nazi-Deutschen wieder für das Elend in Europa verantwortlich wären – und unsere antideutsche Antifa wie Thomas Konicz kommt auch schon damit angelaufen.

Ist aber alles kein Zufall. ;)

Und die Klimakatastrophe durch Erwärmung wegen des menschlichen CO2 droht uns auch noch, wie der Blick aus dem Fenster – äh nein – also der Blick in den SPIEGEL zeigt:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-was-die-klimawandelleugner-bewegt-a-891707.html

Nur die verrücktesten Verschwörungstheoretiker wagen noch, die Erwärmung (durch die Schuld des Menschen (wegen des bösen Konsums!)) zu bestreiten.

Und nächstes Jahr jährt sich der Erste Weltkrieg und die Massenmedien werden die ganze britische Kriegspropaganda mit den verbrecherischen, militaristischen Deutschen, die schon unter Kaiser Wilhelm nur die Welt erobern und die Menschheit ins Unglück stürzen wollten, neu aufkochen.

Da soll der Michel auf die Straße laufen, um mehr Urlaub und höheren Lohn zu fordern. Soll er die Partei der bibeltreuen Christen wählen?

topi März 30, 2013 um 09:25

“Wenn die anderen warten wollen, bis der Merdianmichel sich selber rettet, dann können sich gleich einpacken.”

“merde-ian”, sehr schön. :D

Linus, sie müssen nicht einpacken; sie sollen sich durch Wechselkurse davor schützen. Also austreten, oder die Deutschen (und ihre Stabilitätsfreunde) rausschmeißen.

Ersatzweise kann man in der EWU Maßnahmen ergreifen, aber das ist objektiv schwierig.

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 09:42

“Es rettet uns kein höh’res Wesen…”

Woher weisst Du das???? Die Frage hätte ich mal gerne beantwortet :-)
Wenn man nicht dran glaubt, stimmt das natürlich.
Man muss “es” schon einladen und auch seinen eigenen Teil dazutun. Dann helfen auch die höheren Mächte.
Oder glaubst Du, dass der Urknall aus dem Nichts gekommen ist und dass die hochkomplexe DNA mit ihrer gewaltigen Menge an codierten Informationen durch “Zufall” zu ihrer Grammatik gefunden hat?
Der Entdecker der DNA hat selbst nachgewiesen, dass das nicht sein kann.
Also gibt es eine höhere Intelligenz, auch wenn sie sich gut versteckt hat ;-)
Im übrigen sagen ja die VWLer selber, dass sie nicht wissen, wer oder was der Mensch eigentlich ist. Geschweige denn wer… ist. Dabei ist der Mensch nicht nur Urheber, sondern auch Ziel jeder wirtschaftlichen Handlung.

Systemfrager März 30, 2013 um 10:02

>>> Im übrigen sagen ja die VWLer selber, dass sie nicht wissen, wer oder was der Mensch eigentlich ist.
BINGO!
Ja, die Pfaffen und VWLer wissen gar nichts, abgesehen wie sie die Menschen vera*
Und genau das ist das Problem
:)

Linus März 30, 2013 um 10:35

@topi:
“Linus, sie müssen nicht einpacken; sie sollen sich durch Wechselkurse davor schützen. Also austreten, oder die Deutschen (und ihre Stabilitätsfreunde) rausschmeißen.”

Sie dürfen v.a. keine Haftungsklauseln unterschreiben. Sonst schreiben sie ihre Misere über den gegenwärtigen Zustand hinaus fest. Das ist das Üble an der Schuldenübernahme durch die Staaten. Eine Bank verschwindet, ein Staat nicht, und kann daher bis in alle Ewigkeit in Haftung genommen werden. Die Argentinier können ein Lied davon singen.

Dann gibt es aber keine Kredite mehr. Also muss man eine eigene Notenbank aufmachen. Damit sind die Binnengeschäfte versorgt. Aussenhandel bleibt aber schwierig. Wo kommen die Devisen her? Ein aktueller Fall ist Ägypten.

So oder so sind damit aber die Würfel gefallen, und der gemeinsame Euro ist Geschichte.

Carlos Manoso März 30, 2013 um 10:59

@Keynesianer März 30, 2013 um 08:57
„Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.
Die Sozen und die Ökos retten uns leider auch nicht, sondern gerade die haben dem braven Michel das erst eingebrockt. Jetzt soll er sogar noch die Schuld daran haben, dass seine Nachbarvölker von den Drahtziehern der Agendapolitik ins Elend gedrückt werden. Und damit nicht genug, lassen die in den Massenmedien überall verbreiten, dass die Nazi-Deutschen wieder für das Elend in Europa verantwortlich wären – und unsere antideutsche Antifa wie Thomas Konicz kommt auch schon damit angelaufen.
Ist aber alles kein Zufall.“

Keynesianer, du taperst ja wie ein von Idiotie besoffener Volltrottel durch die Gegend ! Mein Mitleid sei dir gewiß.

Die „antideutsche Strömung“ zählt sicherlich zu unappetitlichsten Verwesungsprodukten aus der untergegangenen alten Zeit der „BäRDä“, die z.B Auschwitz wird dafür mißbrauchen, ideologisch bei der imperialen Macht des Krisenkapitalismus anzuheuern, deren perspektivlose Weltordnungskriege abzusegnen und radikale Kapitalismuskritik wird zu liquidieren.

Thomas Konicz:
„Letztendlich deutet dieser regelrechte Verschuldungszwang des Gesamtsystems nur darauf hin, dass der Kapitalismus als ein Gesellschaftssystem an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit stößt: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität, die immer mehr Arbeitskräfte “überflüssig” macht. Nach dem Zusammenbruch der Verschuldungsdynamik in Europa, die kreditfinanzierte Nachfrage generierte, setzten nun aufgrund des deutschen Spardiktats regelrechte Deindustrialisierungsschübe in Südeuropa ein. Im Endeffekt beschleunigt die deutsche Sparpolitik nur diesen systemischen Krisenprozess, der letztendlich auch auf Deutschland zurückschlagen wird.

Die deutsche Industrie kann sich nur deswegen als “Krisengewinner” fühlen, weil es ihr gelang, durch einen frühzeitigen Sparkurs (Agenda 2010) und einer entsprechenden Steigerung der Konkurrenzfähigkeit die notwendigen Verschuldungsprozesse schlich zu exportieren. Nur bei der Aufrechterhaltung gigantischer Exportüberschüsse im dreistelligen Milliardenbereich kann in der Bundesrepublik noch die Illusion einer heilen Arbeitsgesellschaft aufrechterhalten werden.

Die Tendenz, vermittels Handelsüberschüssen auf Kosten anderer Volkswirtschaften zu wachsen, wie sie in Deutschland perfektioniert wurde, ist gerade Ausdruck des Unvermögens des kapitalistischen Systems, ohne Schuldenbildung seine eigene Reproduktion zu bewältigen.

Deutschland ist somit nicht nur als Exporteur, sondern auch als Gläubiger weiterhin an die Eurozone gekettet, wie ein Blick auf die Target-Salden der europäischen Notenbanken enthüllt. Hier hat die Bundesbank Forderungen von 655,6 Milliarden Euro ausstehen, die sich im Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone größtenteils verflüchtigen würden..“
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38683/1.html

Carlos Manoso März 30, 2013 um 11:05

@ Linus März 30, 2013 um 10:35
„Dann gibt es aber keine Kredite mehr. Also muss man eine eigene Notenbank aufmachen. Damit sind die Binnengeschäfte versorgt. Aussenhandel bleibt aber schwierig. Wo kommen die Devisen her? Ein aktueller Fall ist Ägypten.
So oder so sind damit aber die Würfel gefallen, und der gemeinsame Euro ist Geschichte.“

Linus, kaprizier dich nicht aus das fabrizierte Logo „gemeinsamer Euro“! Dieses Logo ist definitiv nicht der Punkt !

Thomas Konicz, zum 2. mal:
„Letztendlich deutet dieser regelrechte Verschuldungszwang des Gesamtsystems nur darauf hin, dass der Kapitalismus als ein Gesellschaftssystem an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit stößt: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität, die immer mehr Arbeitskräfte “überflüssig” macht. Nach dem Zusammenbruch der Verschuldungsdynamik in Europa, die kreditfinanzierte Nachfrage generierte, setzten nun aufgrund des deutschen Spardiktats regelrechte Deindustrialisierungsschübe in Südeuropa ein. Im Endeffekt beschleunigt die deutsche Sparpolitik nur diesen systemischen Krisenprozess, der letztendlich auch auf Deutschland zurückschlagen wird.

Die deutsche Industrie kann sich nur deswegen als “Krisengewinner” fühlen, weil es ihr gelang, durch einen frühzeitigen Sparkurs (Agenda 2010) und einer entsprechenden Steigerung der Konkurrenzfähigkeit die notwendigen Verschuldungsprozesse schlich zu exportieren. Nur bei der Aufrechterhaltung gigantischer Exportüberschüsse im dreistelligen Milliardenbereich kann in der Bundesrepublik noch die Illusion einer heilen Arbeitsgesellschaft aufrechterhalten werden.

Die Tendenz, vermittels Handelsüberschüssen auf Kosten anderer Volkswirtschaften zu wachsen, wie sie in Deutschland perfektioniert wurde, ist gerade Ausdruck des Unvermögens des kapitalistischen Systems, ohne Schuldenbildung seine eigene Reproduktion zu bewältigen.

Deutschland ist somit nicht nur als Exporteur, sondern auch als Gläubiger weiterhin an die Eurozone gekettet, wie ein Blick auf die Target-Salden der europäischen Notenbanken enthüllt. Hier hat die Bundesbank Forderungen von 655,6 Milliarden Euro ausstehen, die sich im Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone größtenteils verflüchtigen würden..“
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38683/1.html

aifran März 30, 2013 um 11:21

Schuldgeldsytem basierter Wachstumszwang ist was feines. In Zeiten des Wirtschtswachstums sprudeln die Gewinne, in Zeiten der Krise sammeln sie die Realwerte der Zahlungsunfähigen Schuldner ein …. die Fürsten, Regelmacher und Nutzmenschenhalter gewinnen immer. Nichts lieben sie mehr als ihre Herrschaftswerkzeuge und Techniken.

Keynesianer März 30, 2013 um 11:24

@Carlos Manoso

Was faselt Dein Thomasz Konicz da ständig von “deutscher” Industrie und “deutschen” Spardiktaten und “deutscher” Sparpolitik?

Wir sind doch von Dir gewohnt, dass nur noch ein globales Kapital existiert, was ja auch längst erforscht ist, mit den etwa 150 Firmen, die den Weltmarkt kontrollieren.

Dagegen Dein antideutscher Hetzer Konicz:

Die geopolitischen und wirtschaftlichen Folgen der kompromisslosen Haltung Berlins während Zypern-Krise zeichnen sich bereits deutlich ab…
http://www.konicz.info/?p=2487

Als ob da unser Klima-Merkel mit seinem Schräuble aus Berlin gegenüber dem globalen Kapital irgend etwas zu melden hätte.

@Carlos Manoso zur antideutschen Antifa:

… ideologisch bei der imperialen Macht des Krisenkapitalismus anzuheuern, deren perspektivlose Weltordnungskriege abzusegnen …

Die Brüder sind natürlich eine Kreation der angloamerikanischen Intelligence von CIA und MI6 bis Mossad. Die haben da nicht angeheuert, sondern die wurden alle angeheuert.

Aber ich will ja nicht kleinlich sein, im Prinzip war Deine Aussage zu den Figuren schon richtig. :)

"ruby" März 30, 2013 um 11:42

@ aifran

http://www.youtube.com/watch?v=qgxgpC0QzzM&feature=related

Sollen die spanischen Fürsten doch ihr Gold zusammenkratzen und den Goldbugs vertickern statt Rettungsgelder zu sammeln ;-)

quecalor März 30, 2013 um 12:01
Henrik Müller März 30, 2013 um 12:24

Die europäische Politik spielt auf einer anderen Klaviatur als es die Kommentatoren in diesem Blog tun. Mit Zypern hat die Regierung in Berlin gezeigt, dass europäische Politik mit Wahrung deutscher Interessen möglich ist. Dem Euro dürfte dies an den internationalen Finanzmärkten kurz- bis mittelfristig Entspannung verleihen.

Linus März 30, 2013 um 12:54

@Carlos Manoso:
“Linus, kaprizier dich nicht aus das fabrizierte Logo „gemeinsamer Euro“! Dieses Logo ist definitiv nicht der Punkt !”

Hab ich irgendwo gesagt, dass das der Punkt ist? Sein Zusammenbruch ist ein Kollateralschaden, nicht mehr und nicht weniger.

Aber lassen wir mal die Systemkrise weg und beschränken uns auf das Problem Euro.

“Die deutsche Industrie kann sich nur deswegen als “Krisengewinner” fühlen, weil es ihr gelang, durch einen frühzeitigen Sparkurs (Agenda 2010) und einer entsprechenden Steigerung der Konkurrenzfähigkeit die notwendigen Verschuldungsprozesse schlicht zu exportieren.”

Das ist es. Wobei ein wesentlicher Zwischenschritt hier unerwähnt bleibt: Der ‘Transfer von Arbeit’ in Richtung D durch Lohndumping und Produktivitätszuwachs. Die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit ist damit kausal verknüpft. Die Verschuldung ist es zunächst nicht. Hier wird die Verknüpfung erst im Zuge der Aufhebung sämtlicher Marktbarrieren kausal. Man kann das belegen! Die Deregulierung zwingt(!) zur externen Verschuldung.

Und damit gehören die Politiker, die das verbrochen haben, vor Gericht. Sie führten sehenden Auges die Völker Europas ins Unglück. Nun könnte man sich auf den Standpunkt stellen, die Bürger hätten sie dazu legitimiert. Dies trifft jedoch erstens so nicht zu – es gab kein Referendum zur EU, sie ist in wesentlichen Teilen nicht demokratisch legitimiert. Zum zweiten liesse sich selbst aus einer Wahl keine Berechtigung zu solch einer Missetat ableiten.

Daraus folgt aber: Die Machenschaften sind schlichtweg illegal. Man kann diese ganzen Verträge alle verbrennen, egal ob Maastricht, Troika oder auch Kredite an notleidende Staaten. Die im Zuge der EU-Gesetze gemachten Schulden sind NULL und NICHTIG.

Das wäre gut. Denn damit könnten wir Gestern vergessen und ab Heute neu anfangen.

Linus März 30, 2013 um 13:10

“Mit Zypern hat die Regierung in Berlin gezeigt, dass europäische Politik mit Wahrung deutscher Interessen möglich ist.”

Europäische Politik sollte europäische Interessen wahren, nicht deutsche. Andernfalls fliegt die EU auseinander. Und genau das wird passieren. Und das war’s dann mit den deutschen Interessen. Nicht aber mit den Interessen von denjenigen, die genau das betrieben haben.

"ruby" März 30, 2013 um 13:16

@ Linus

Voll dabei – mit neuem Personal natürlich.
Wird köstlich, wenn die Targetsalden einfach zurückgeschrieben werden und die EZB das eben ausgeflogene €-Bargeld wieder einsammelt …
Volksabstimmung für einen demokratischen EU-Vertrag zum gleichen Zeitpunkt mit europaweiten Wahlen.
Bürgernahes Europa einfach.

egal März 30, 2013 um 13:21

@topi
Klar KANN das Land mit höheren Tierschutzstandarts ein Importverbot für Schweine verhängen. Aber, wie viele Importverbote wegen Gedöns gab es vor Maastricht?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Binnenmarkt ohne große Wohlstandsverluste aufgeben kann (schon zwischen den Kriegen, in einer sehr viel weniger ausdifferenzierten europäischen Wirtschaft, führten die Handelsstörungen zu Problemen). Widersprich mir, wenn du es besser weißt.

Und das ist nur die wirtschaftliche Seite.

egal März 30, 2013 um 13:27

Nochwas. Politisch braucht man auch ohne Euro Konvergenz von Lebensstandart, Produktivität…
Wie soll das ohne Binnenmarkt gehen?

holger März 30, 2013 um 14:27

http://www.n-tv.de/wirtschaft/VW-verlagert-Jobs-nach-China-article10387511.html

Etwas für Topis Leerstunde… in DE entwickelt und nu wird sich verpisst. Laaaaangsam aber sischer…

Hat was mit dem Wechselkurs zu tun…

holger März 30, 2013 um 14:29

Wird man in Berlin dann merken, wenn wieder Ackergäule die “S-Bahn” ziehen werden…

holger März 30, 2013 um 14:30

Macht aber nix, dann können die Veganer sich aus den Pferdeäpfel ein leckeres Mahl zubreiten… iss ja voll Bio

Keynesianer März 30, 2013 um 14:53

Jetzt einmal was zum Lachen:

Nach wie vor fehlt ein Plan zum konsequenten Abbau der staatlichen und privaten Schulden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/agenda-2025-deutschland-steht-am-beginn-einer-langen-wachstumsphase-a-890839.html

Linus März 30, 2013 um 15:14
Keynesianer März 30, 2013 um 16:06

@Linus

Der Name Müller ist zwar häufig, aber wer kann schon einen solchen Stuss über ökonomische Zusammenhänge absondern? :)

Schütze Arsch März 30, 2013 um 16:48

@ egal – “Ein gemeinsamer Binnenmarkt braucht regulierende europäische Institutionen. Für die Europaverächter: Wie soll sowas multilateral koordiniert werden?”

Und was sonst? Unilateral verfügt, und alle müssen mitmachen? Auch die europäischen Verträge sind ja zunächst multilateral zustandegekommen (wobei Vetospieler rausgekauft werden mußten)… dann aber leitet der EuGH per Richterrecht daraus sehr weitgehende Eingriffe in nationalstaatliche Institutionen ab.

Die grundsätzliche Alternative wäre eine Abkehr vom Prinzip “Eine Politik für alle” und die Möglichkeit eines Opt-In oder Opt-Out für jeden Einzelstaat bei jedem Intregrationsschritt. Das müßte dann natürlich auch die “negative” Binnenmarktintegration betreffen. Wie schon mal geschrieben, Fritz W. Scharpf hat so ein Modell mal skizziert, das gibt es leider wohl nicht im Netz.

Im konkreten Fall könnte das z.B. so aussehen, daß Deutschland, Frankreich und Italien quasi “trilateral” gewisse Standards für Tiertransporte festlegen, die für ihr Territorium verbindlich sind. “Europa” in Gestalt des EuGH könnte sie dann nicht mehr zwingen, Transporte von außerhalb zuzulassen, die diesen Standards nicht entsprechen. Genauso könnten zwischen institutionell ‘relativ gleichen’ Ländern verbindliche Arbeitsrechts- und Sozialstandards festgelegt werden, die von grenzüberschreitender Arbeitnehmerentsendung und/oder Scheinselbständigkeit nicht mehr unterlaufen werden dürften. Diese sollten dann eine positive Sogwirkung, eine langsame Angleichung zugunsten der höheren Standards bewirken, nicht aber einen Sog nach unten, zu den niedrigeren Standards wie bisher.

Also europäische Einigung sozusagen schrittweise, bottom-up, nicht forciert top-down.

Und ich glaube, Du unterliegst da einem – von den “Europäern” freilich gern gestreuten – Denkfehler, wenn Du bei einer solchen Möglichkeit, Binnenmarktfreiheiten auszusetzen, gleich ein völliges Ende des innereuropäischen Freihandels und eine Rückkehr zu strengen protektionistischen Regimes befürchtest. Warum sollte so etwas geschehen? Der ganz überwiegende Teil des Warenverkehrs dürfte davon überhaupt nicht betroffen sein. Freihandel ja, aber nicht als eine Doktrin, mit der sämtliche nationalstaatlichen Institutionen untergepflügt werden.

Rußland hat wie gesagt das deutsche Fleisch bereits verbannt…

http://www.agrarheute.com/russland-fleischimporte?suchbegriff2=Russland%20Importe

… was den sonstigen – wohlstandsfördernden! – Warenaustausch zwischen Rußland und der EU nicht weiter berührt… deutsche Maschinen & Anlagen gehen immer noch dahin, Öl & Gas kommen von daher.

Noch was zu den “Europaverächtern”… Die Jacke mag ich mir nicht anziehen. Ich meine, als junger Zonenspund in den 80-ern hab ich die (west-)europäische Gemeinschaft bewundert. Man ist ja viel im Ostblock herumgereist, v.a. per Anhalter, und hat dabei Leute aus aller Herren Länder kennengelernt. Und ich hatte damals doch den Eindruck, daß die Westeuropäer es weit mehr als wir im Ostblock geschafft hatten, wirklich so eine Art inner-europäischen Internationalismus in der EG zu entwickeln. Ich war echt stolz, als ich in den 90-ern dann das erste Mal den roten europäischen Paß in der Hand hielt: Bürger der europäischen Union… (Das erste Mal geschämt hab ich mich dafür dann 1999 bei der Aggression gegen Jugoslawien, ähnlich wie sich mein Vater 1968 bei der Niederschlagung des Prager Frühlings für seine DDR-Staatsbürgerschaft geschämt hat.)

Also ich bin kein “Europa-Verächter”. Man darf “Europa” nur nicht mit den oligarchisch-technokratischen Institutionen der heutigen Maastricht-EU gleichsetzen. Diese schaffen keinen europäischen Internationalismus, sondern sie zerstören ihn. Daß einige der Maastricht-Kritiker ihrerseits chauvinistische Regressionen erleiden, macht es freilich nicht besser.

Schütze Arsch März 30, 2013 um 17:53

Ach, da hier unlängst von der Sendung im russischen Staatsfernsehen die Rede war… Hab mal bei einer Bekannten in Rußland angefragt, wie die Meinung der Leute so sei zu Zypern und der Rolle Deutschlands.

Jetzt kam die Antwort, sehr schön. Ich zitiere ein bißchen:

“Wir haben dort alle kein Geld auf der Bank. Die Leute interessieren sich mehr für die Wettervorhersage als für Zypern. Man bringt auch Deutschland nicht damit in Verbindung. … Habe auch meine Tochter und ihren Mann gefragt [beide wohl in der IT-Branche]. Die zuckten die Schultern und sagten, Zypern ist weit weg, aber uns interessiert die Frage mit dem Kindergarten und der größeren Wohnung. … War selber jetzt drei Tage auf Dienstreise und habe da nicht ein einziges Mal das Wort Zypern gehört.”

Yep, das sind vernünftige Leute dort…

lustig März 30, 2013 um 18:29

>Hab mal bei einer Bekannten in Rußland angefragt, wie die Meinung der Leute so sei zu Zypern

Sind die Russen jetzt auch schon in der EU? Depardieu ist ja auch schon Russe, sagte mir kuerzlich ein Bekannter. Irgendwie merke ich, dass ich alt werde…oder ich muss mir doch noch so ein “Fernsehgeraet” anschaffen, um die Propaganda nicht zu verpassen?

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 19:55

apropo “lustig”

ich musste heut an Georg Schramm denken, wie er dem Publikum vorgeführt hat, wie es von der Politik nach Strich und Faden verulkt wird. Und das Publikum lachte herzlich. Die angemessene Reaktion wäre gewesen, empört zu sein wegen dieser Schweinereien, von denen sie ja selber betroffen sind.
Aber sie haben nur gelacht, als wäre es eine fiktive Story.
Deswegen hat der Schramm wahrscheinlich auch aufgehört.

Was willst Du machen? Aber die werden schon noch aufwachen schätze ich ;-)

Zu den Russen:
Die sind ja von “den Deutschen” auch nicht so betoffen, die Griechen und Zyprioten dann schon eher.
Bitte mehr Zeugenberichte aus den Völkern aller Länder :-)

Carlos Manoso März 30, 2013 um 20:07

@Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 19:55
„… Und das Publikum lachte herzlich.“

„Ob Cayman-Inseln oder Zypern, wer die Finger an die Konten legt macht ein riesiges Fass von Korruption, Macht, Gier und menschlichen und wirtschaftlichen Abgründen auf. Die übelst stinkenden und bislang gut verdeckten Löcher in Europas sinkendem Schiff werden dabei zwangsläufig offen gelegt. Und weder in Zypern noch im Norden von Europa kann es den politischen Führern daran gelegen sein, solche Räuberhöhlen allgemein erkennbar zu machen. Was wir in den nächsten Tagen und Wochen erleben werden, ist ein für jeden politischen Beobachter höchst amüsantes Spiel mit Macht und Feuer aller Beteiligten. Amüsant ist dabei weniger das absehbare Ergebnis, das in Wahrheit keineswegs alleine an Zypern hängt sondern lediglich am bereits überrandvollen EU-Finanzfass liegt, als das durchsichtige Verhalten aller Knallchargen in diesem Boulevardstück.

Es wird nun wie in einem Millowitsch-Theatherstück werden, wo fünf Freier um dieselbe Holde herumscharwenzeln, dabei alle lügen, betrügen und gegenseitig intrigrieren, bis dann am Ende allesamt in irgendwelchen Schränken des Zimmers versteckt sind und es zum Schluss zum absehbaren Aufeinandertreffen der Kontrahenten und der Auflösung zustrebt. Während solche Farcen im Theater meist glücklich enden, wird es auf der großen Bühne wohl eher nicht so sein.

„Last Man Standing“, eine Komödiantische Farce im Volkstheater Europium.
Als da wären die Mitspieler der Komödie:
Die „Bösen“:
*Der Dreiste Felix (Darsteller: die Banker)
*Zippi, der Lustige Idiot (Darsteller: Zypern)
*Zuhälter Dimitri Spackos ( Darsteller: Griechenland)
*Schweinehändler Putiniov ( Darsteller: Russland)
*Berni Nanke, Krösus (Darsteller: täglich wechselnd: USA, ISR, TRK, CHN u.v.a.)

Die „Guten“:
*Der liebe Wolfgang (Darsteller: Deutschland)
*Oma Eumelia (Darsteller: der besorgte Sparer)
*Der Kleine Michel (Darsteller: das ist der, der immer die Drecksarbeit tun muss, N.N.)
*Emil, der reiche Onkel (Darsteller: Die großen Europäer)
*Seine Frau Zicke (Darsteller: Der EURO)
*Ihr uneheliches Kind Eäsemma (Darsteller: Die Europäische Idee)

Buch, Sprecher und Soufleur: Die Europäische Idee.

Eintrittspreise:
Erwachsene: Ihre Ersparnisse
Jugendliche: Ihre Arbeitsplätze

Geldadelige, Amtsträger und sonstige Behinderte: Sie erhalten bei uns selbstverständlich(*) angemessene Rabatte.“
http://tandemvipera.blogspot.de/

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 20:30

@CM
schön gesagt

absurdes Theater
griechische Tragödie

passend dazu ist ja letztes Jahr das Kreuzfahrtschiff gekentert, auf dem alle Decks europäische Ländernamen hatten.
Umgekommen sind aber nicht viele, nur der Urlaubsspass war vorbei ;-)
vielleicht ein Omen

lustig März 30, 2013 um 20:41

>Bitte mehr Zeugenberichte aus den Völkern aller Länder

In Paris ist die Stimmung schlecht. Nachfrage nach Luxus ist hiervon aber (gluecklicherweise) nicht betroffen. Hollande haellt alle paar Tage eine Rede an die Nation. Es wird eine Reichensteuer eingefuehrt. Automobile der Luxus-Klasse werden aber weiterhin nicht abgeschleppt und koennen auch in Strasseneinmuendungen oder im Halteverbot stehenbleiben. Maserati und Obdachlose haben im Erscheinungsbild der Stadt signifikant zu genommen. Im Fernsehen werfen die Neo-Liberalen der Regierung vor, dass sie so etwas wie Schroeder nicht hinbekommt. Der politische Wille die Arbeitslosigkeit zu drosseln wird bei den Arbeitgebern anerkannt, aber es werden Taten gefordert, die ueber das Reden hinausgehen. Stichwort Senkung der Lohnnebenkosten (Sozialversicherung) und Abschaffung der Unternehmensteuer gemaess dem deutschen Modell. Die Deutschen (als Menschen) waren schon vor der Bankenkrise in Frankreich nicht gut angesehen. Dort gelten sie als penibel und ohne Verstaendnis fuer das wahre Leben (abseits der Arbeit). Die Krise konnte daher dort wo es nichts zu verschlechtern gibt auch nichts verschlechtern. Mein Bericht aus Frankreich, Gruss

"ruby" März 30, 2013 um 20:43

Die Bilanzierungsregeln müssen im HGB dahingehend geändert werden, dass Schattenbanken mit konkreten Zahlen aktiv/passiv eingebucht werden müssen, nicht nur im Anhang zu benennen sind.
Kütting fragen !
Hier zur Argumentationsübung der Bilanzanalysen insolventer Banken:
http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/2013/03/30/zahlenbeispiel-fur-bankenpleite/
Zypern: Einmal ein Buchungsbeispiel…

"ruby" März 30, 2013 um 20:48

Hatte nach der Bedeutung des Exkanzlerartikels im Cicero gefragt.
Antwort kam jetzt von gutinformierten Kreisen aus Hannover …
G.Schröder hat eine Ferienvilla in der Türkei und würde gerne noch mit dem € dort bezahlen ;-)
immer zum Schalter nach Zypern übersetzen macht keinen Spass!

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 20:57

@lustig
danke
“Die Deutschen (als Menschen) waren schon vor der Bankenkrise in Frankreich nicht gut angesehen. Dort gelten sie als penibel und ohne Verstaendnis fuer das wahre Leben (abseits der Arbeit).”

ich finde das stimmt im Grossen und Ganzen auch, protestantische Arbeitsethik wahrscheinlich

“Ja, Wut hat er, der Kleine, der goldige! Wird es ihm oder wem sonst nützen? Seien Sie gespannt”

"ruby" März 30, 2013 um 23:07

Stellen wir uns vor die Bankkontenkreditgeber erhalten was jedem garantiert wurde – Einlagensicherung bis 100.000 € !
Vermögensumverteilung wie vom Markt erwirtschaftet.
Nationale Insolvenzordnungen für nationale Unternehmen.
Zwei weitere Osterfeiertage mit Ideen zur Sicherung ihrer “geschaffenen” persönlichen Reichtümer – oh fare the well …
http://www.youtube.com/watch?v=io5HJZM20eQ

topi März 31, 2013 um 03:46

gelegentlich

“Was mich wundert ist aber dennoch dieser Merkel-Nazi-Nationalismus, der natürlich Europa sprengt – wenn doch „Hört auf zu bescheißen!“ auch ginge und auch deftig pejorativ ist, was ja sein muß.”

Letztlich gibt es zur Lösung einer solchen Krise die notwendigen Schritte; aber auf welchem (Um)Weg, ist unklar.
Der Weg wird auch selten rational gewählt, weil man erkennt, dass dies die Lösung ist. Sondern weil Schütze Arsch und Klein Erna nach genug gefressenem Dreck einfach was anderes probieren.

Was ich noch nicht sehe: wie soll denn konkret eine Straßenopposition in Südland auftreten?

„ Ländern wie Luxemburg oder Irland andere Kompensationen zukommen zu lassen als z.B. den Steuerwettbewerb nach unten zu dulden ist für Alle ebenfalls günstiger – wenn wir denn gemeinsam in diesem europäischen Haus leben wollen.”

“Für alle” gilt eben nicht für den, der davon direkt profitiert.
Finanzplatz ist das perfekte Konstrukt, sich von den anderen mit Waren beliefern zu lassen, und dafür muss man nur im schicken Glaspalast ein paar Transaktionen vortäuschen.

topi März 31, 2013 um 03:52

linus

“Sie dürfen v.a. keine Haftungsklauseln unterschreiben. Sonst schreiben sie ihre Misere über den gegenwärtigen Zustand hinaus fest. Das ist das Üble an der Schuldenübernahme durch die Staaten. Eine Bank verschwindet, ein Staat nicht, und kann daher bis in alle Ewigkeit in Haftung genommen werden. Die Argentinier können ein Lied davon singen.”

Pakt mit dem Teufel, Linus.
Einfach nicht dran glauben, und schon löst sich das in Luft auf.
Soviel korrupte Richter können die Hedgefonds sich dann auch nicht kaufen, weil sie vorher Pleite sind. :roll:

“Dann gibt es aber keine Kredite mehr. Also muss man eine eigene Notenbank aufmachen. Damit sind die Binnengeschäfte versorgt. Aussenhandel bleibt aber schwierig. Wo kommen die Devisen her? Ein aktueller Fall ist Ägypten.”

Klar brauchst du eine Notenbank.
Die kann aber auch nicht dafür sorgen, dass Waren ins Land kommen, Wechselkurs, weißt schon.
Wer also ausländische Investitionen haben will, sollte vorsichtig sein.

Aber für die meisten brauchts dass nicht.

“So oder so sind damit aber die Würfel gefallen, und der gemeinsame Euro ist Geschichte.”

Das Viech ist zäh. :roll:

topi März 31, 2013 um 04:06

egal

” Klar KANN das Land mit höheren Tierschutzstandarts ein Importverbot für Schweine verhängen. Aber, wie viele Importverbote wegen Gedöns gab es vor Maastricht? ”

Wieviel internationales Schweinegekarre gab es denn vorher? (Lösung für das selbstgeschaffene Problem)

Ich würde aber schätzen, dass diverse nationale Bestimmungen dem Binnenmarkt-Gltzen geopfert wurden, Wahrscheinlich auch im Tierschutz.

“Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Binnenmarkt ohne große Wohlstandsverluste aufgeben kann (schon zwischen den Kriegen, in einer sehr viel weniger ausdifferenzierten europäischen Wirtschaft, führten die Handelsstörungen zu Problemen). Widersprich mir, wenn du es besser weißt.”

Was ist denn “Wohlstand”?
Dass das Fleisch pro Kilo ein paar Cent billiger ist, weil die Arbeitskolonnen aus dem Osten für 3 Euro malochen?
Und der deutsche Fleischerfacharbeiter dann hartzen darf?

Handel fürht zu Wohlstandsgewinnen, klar; aber das ist ab einer gewissen Vernetzung nur noch minimal, und es gehen diverse nationale Politikmöglichkeiten verloren.

Wenn sich alle einig sind, über den Mist, den sie veranstalten wollen, ist ja auch alles in Butter.

Nun hat man sich “Wettbewerbsfähigkeit” in den Pakt geschrieben (ohne zu verstehen, dass es dabei nicht um Lohnsenkung gehen kann).

Und das STabilitätsmonster tickt aus und führt eine massiver Verschiebung der EInkommen hin zu Kapital und obere Dienstklasse durch, mit logischen Folgen für den Binnenmarkt, Exportüberschuss, Auslandszwangsverschuldung.

Du kannst, geknebelt im Währungsverbund, nur mitmachen, oder dich nach ein paar Jahren ganz bitter umsehen.

“Und das ist nur die wirtschaftliche Seite.”

Aber erklär doch mal, wieso denn der Euro so entscheidend sein soll?
Ist es denn nicht offensichtlich, dass es bis zum Euro ganz gut lief in EU-ropa, und es seitdem bergab geht?

topi März 31, 2013 um 04:16

egal

” Nochwas. Politisch braucht man auch ohne Euro Konvergenz von Lebensstandart, Produktivität…
Wie soll das ohne Binnenmarkt gehen?”

Und wie geht das mit dem Euro?
Der Euro als Peitsche, um nationale Politk auf “wettbewerbsfähigkeit” in deutsscher Fassung, also Lohndumping, auszurichten; so hatte sich das ja die Bundesbank offenbar vorgestellt, siehe aifrans Zitat.
Denn wer das nicht macht, wird bitter bezahlen, am Ende.

Es gab mit den EG-Erweiterungen deutliche Schübe in den Ländern.

Der Binnenmarkt ist ja gar nicht an den Euro gebunden.

Mit dem Euro bist du allerdings deinen Handelspartnern weitgehend im Hamsterrad ausgeliefert. Wenn alle das gleiche wollen, egal; wenn du national andere Politik machen willst (rational, weil Lohndumping und EInkommensverschiebung wohlstandsenkend wirkt), hast du kaum noch Möglichkeiten.

topi März 31, 2013 um 04:17

lustig

Was passiert denn außer der doch stark symbolischen Millionärssteuer?

Systemfrager März 31, 2013 um 07:53

NSU-Prozess: Türkei fordert Plätze für türkische Politiker
SPON >>>
Gibts da noch jemanden, der über das D nciht verärgert ist auf der ganzen Welt?
Der Michel müsste dringend was unternehmen
weil seine rrr-Machteliten mit ihm bald das tun werden
was sie schon immer mit ihm getan haben
Und dann wird es sich nicht wiederholen
dass der Kriegverlieren noch beschenkt wird

lustig März 31, 2013 um 11:02

@topi

>Was ich noch nicht sehe: wie soll denn konkret eine Straßenopposition in Südland auftreten?

Fahr’ einfach mal nach Suedeuropa und rede mit den Leuten. Wie kam es zum Sturz der Bastille? Buergerkrieg in Spanien. In Paris laeuft gerade eine Austellung mit Bilder von Robert Capa im Museum der juedischen Geschichte. Echt interessant.

http://www.jhm.nl/current/exhibitions/archive/robert-capa

So neu scheinen mir die Probleme und wir die Menschen damit umgehen nicht zu sein.

gelegentlich März 31, 2013 um 11:48

@topi

Dann müßte der Slogan sein:„”Europa – gemeinsames Haus – kein gemeinsames Gefängnis!“

Wie man das systemimmanente Problem, niemals Denjenigen zuviel Geld zu überlassen, die es eh nicht ausgeben werden, in griffige Slogans packt weiß ich freilich nicht, also statt zu sparen, was dem Alltagsdenken entgegen kommt, Vermögen abzubauen. Das erscheint ja „an sich“ böse zu sein.

Keynesianer März 31, 2013 um 11:59

Eigentlich ist das Problem ganz einfach:

Die Leutchens müssten halt endlich mal aufhören, irgend etwas zu glauben, was in den Zeitungen steht, im Radio geplärrt wird und in der Glotze zu sehen ist.

Da können wir aber vermutlich noch lange warten. Daher wird es auch nicht so sehr auf Euro oder DM ankommen, solange die Leutchens noch nicht mal aus dem Fenster schauen und sich jedes weitere Gewäsch über das CO2-Sparen zur Verhinderung der Klimakatastrophe verbitten.

Aber sogar der Systemfrager kommt brav mit den Hetzartikeln aus dem SPIEGEL angelaufen, wenn es nur gegen Deutschland geht, und wundert sich nicht, warum die Türken nicht einfach rechtzeitig einen Zuschauerplatz beantragt haben, anstatt jetzt mit Verstärkung des SPIEGEL über Nazi-Deutschland zu klagen.

Wer die Medien kontrolliert, kann die Affen auf den Tischen tanzen lassen und die merken das noch nicht mal.

Systemfrager März 31, 2013 um 12:20

>>> Aber sogar der Systemfrager kommt brav mit den Hetzartikeln aus dem SPIEGEL angelaufen, wenn es nur gegen Deutschland geht
Wer gegen “heutiges” und “solches” Deutschland ist, ist für Deutschland
Stelle dir vor, wie wäre Deutschland heute, wenn es im 1913 und 1932 solche “Gegner” hätte … man wagt daran nicht einmal zu denken
PS
Aber da unterscheiden wird uns kaum, wenn es zB um Keynes geht, da gibt es schon ein paar “Problemchen”

gelegentlich März 31, 2013 um 13:08

So einfach ist wohl doch nicht. Soeben hat sich mal wieder ein Vermögensaufbauer zu Wort gemeldet:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftsweiser-christoph-schmidt-ist-gegen-gesetzlichen-mindestlohn-a-891825.html
Vermutlich ein anderer, bisher wenig bekannter Urenkel eines preußischen Innenministers.

Eva`s Apfel ( g.W.) März 31, 2013 um 13:10

“Wer die Medien kontrolliert, kann die Affen auf den Tischen tanzen lassen und die merken das noch nicht mal.”

Deswegen wäre ich für eine Flugblatt-Aktion wie zu Zeiten des 3. Reiches:
Wenn jeder, der die Propaganda durchschaut hat, in seiner Gegend Flugblätter aushängt oder in die Briefkästen steckt, kämen den Leuten bestimmt mal Zweifel an den Medien.
Mit dem Hinweis, die Flugblätter weiter zu kopieren und zu verteilen könnte man so vielleicht wirklich die Massen erreichen.

Es kostet kaum was, und man kann es mit einem kleinen Spaziergang verbinden und vielleicht kommt man noch in ein nettes Gespräch. Man kann auch völlig anonym bleiben. Tipp: in eine Klarsichtfolie und mit Paketband festkleben. Ich glaube, es ist eine gute Möglichkeit andere an den gewonnenen Erkenntnissen teilhaben zu lassen.

Um Euch die Arbeit abzunehmen, habe ich hier ein fertiges Flugblatt formuliert, was Ihr nur kopieren, drucken und draussen verteilen braucht. Bitte macht alle mit :)
Man könnte z.B. formulieren:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Was Ihnend die Massenmedien verschweigen:
Sämtliche privaten Fernsehsender und Zeitungen sind direkt oder indirekt im Besitz internationaler Banken. Diese lassen nur das senden und schreiben, was deren Interessen dient.
Aufgrund dieser medialen Einflussnahme konnten die Banken bewirken, dass sie samt und sonders mit Ihren Steuergeldern gerettet wurden und immer noch Boni verteilen dürfen. Die kleinen Leute mussten so für die Spekulationen der Reichen herhalten.
Die mitverantwortlichen Parteien und Politiker sind immer noch im Bundestag und an der Regierung.
Obwohl die Produktivität in D in den letzten zehn Jahren um 35% gestiegen ist, sind die Löhne netto um vier Prozent gesunken.
Durch dieses Lohndumping wurden unsere europäischen Nachbarländer in die Schuldenfalle getrieben. Für deren Schulden sollen erneut die Deutschen zahlen.
Wie z.B. Schröder, Clement und Riester werden diese seit ihrer Amtszeit von den grossen Konzernen mit Fantasiegehältern für Vorträge etc. entlohnt. Schliesslich haben sie ja auch in deren Sinne die Gesetze gemacht. Alles vollkommen legal.
Kein einziger Verantwortlicher wurde bisher angeklagt.
Wussten Sie auch schon, dass die Pharma-Industrie die Lehrpläne der Medizin-Studenten wesentlich mitbestimmt?
Die Hochhäuser am 11.September wurden gesprengt, es sind drei nicht nur zwei in sich zusammen gesunken.
Es ist auch kein Flugzeug in das Pentagon geflogen wie behauptet. Davon gibt es kein einziges Video. Es war eine Rakete, der Anschlag diente den USA als Vorwand für einen völkerrechtswidrigen Einmarsch in Afghanistan. Es wurde nie soviel Heroin von dort exportiert wie seit die Amerikaner in dem Land sind.
Bei einem Drohnenangriff auf einen “Terroristen” sterben durchschnittlich 60 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.
Unter dem Vorwand, dass Assad Chemiewaffen einsetzt, soll jetzt ein Grund formuliert werden, wieder in ein freies Land einzumaschieren, um evtl. den Weg auf den Iran freizumachen, was leicht zu einem dritten Weltkrieg führen könnte.
Dabei stammen die meisten syrischen Rebellen gar nicht aus Syrien, ebenso wie Bin Laden früher mit der amerikanischen CIA zusammengearbeitet hat.
Es gibt noch viele weitere Ungerechtigkeiten und Skandale, die durch die Medien vertuscht werden.
Alles auf Kosten Ihres Wohlstandes und Ihrer Lebensqualität.

Im September sind Bundestagswahlen.
Bitte wählen Sie neue, alternative Parteien, die nicht völlig korrupt und verfilzt sind, sondern die Interessen der Bürger vertreten.

Lassen Sie sich nicht mehr von den Medien für dumm verkaufen, auch nicht von den öffentlich-rechtlichen, die vollständig von den Parteien dominiert werden.

Bitte kopieren Sie dieses Flugblatt und verteilen Sie es weiter, damit alle Tatsachen öffentlich werden und nicht nur Teile davon. Schicken Sie es auch an die örtliche Zeitung, damit die wissen, dass sie uns nicht länger belügen können.
Herzlichen Dank

P.S.
Auch, wenn ich formal nichts mit denen zu tun habe,
man kann sich auch von der “Alternative für Deutschland” Flugblätter zum Verteilen schicken lassen.

Keynesianer März 31, 2013 um 13:42

@Eva`s Apfel ( g.W.)

Wenn jeder, der die Propaganda durchschaut hat, in seiner Gegend Flugblätter aushängt oder in die Briefkästen steckt, kämen den Leuten bestimmt mal Zweifel an den Medien.

Das glaubst Du doch wohl selber nicht. Dein labbriges Flugblatt einmal im Jahr gegen die Hochglanzlügen im SPIEGEL jede Woche? Von Radio und TV ganz zu schweigen, ja WER BIST DU DENN, dass Du Dich traust, all dem hohen Herren zu widersprechen? :roll:

Die Leutchen sind sowas von doof und naiv, da brauchst Du mit Argumenten nicht Deine Zeit zu vergeuden.

Und die “Alternative für Deutschland” besteht auch nur aus den Trojanern, die man schon aus der Agendakampagne kennt wie den Henkel.

Die machen sich auch ihre Opposition selber und lassen dann zufällig ihre Occupy-Kampagne vom Herbst in den Winter laufen, bis alle wegen Eis und Frost daheim bleiben, und nicht vom Frühjahr in den Sommer, was bei Sonnenschein und blauem Himmel Abermillionen auf die Straßen treiben könnte.

Grundsätzlich haben 99% der Bürger sowieso keine Ahnung von irgendwas und glauben alles, was ihnen jeden Tag in den Medien erzählt wird. Das ist also ganz einfach. Die übrigen 1% merken vielleicht so zwei oder dreimal im Jahr bei einem speziellen Thema, mit dem sie sich wirklich auskennen, dass da ja überhaupt gar nichts stimmt was die Massenmedien erzählen.

Bei allen anderen Themen glauben sie aber auch weiter alles, was ihnen in die Birne getrommelt wird. Mensch kann ja nicht auf allen Gebieten Fachmann sein.

@gelegentlich

Vermutlich ein anderer, bisher wenig bekannter Urenkel eines preußischen Innenministers.

Nein, der ist ein Trojaner von der Princetown University. Man merkt ja an seinen Ausführungen unwillkürlich, dank und mit welch hohen Geistesgaben er da “qualifiziert” wurde. :roll:

Mit dem, was der über Ökonomie erzählt, müsste er bei jedem Gericht wegen geistiger Minderbemittlung durchkommen.

gelegentlich März 31, 2013 um 13:52

Frohe Ostern!
Bis Pfingsten (Der Heilige Geist kommt auf uns) ist noch Zeit.
Jetzt ist offenbar Zeit für die Oberchecker gekommen:
“Die Leutchen sind sowas von doof und naiv, da brauchst Du mit Argumenten nicht Deine Zeit zu vergeuden.”
Was bleibt da übrig außer nicht seine Zeit zu vergeuden? ;-)

Systemfrager März 31, 2013 um 14:20

Wie die EU-Plutokraten und Diktatoren die Demokratie in die Tonne treten

http://www.verfassungsblog.de/en/putsch-icelands-crowd-sourced-constitution-killed-by-parliament/#.UVgpg1d5d8G

Keynesianer März 31, 2013 um 14:23

Naja, die Leserkommentare unter dem Geseire des von allen guten Geistern verlassenen Wirtschaftswaisen lassen hoffen:

… 8,50 wären entschieden zu viel Lohn für ihn.

Wozu braucht man eigentlich diese Wirtschaftsforschungsinstitute? Wo war denn das Expertenwissen vor der Krise 2007? Bitte verschont mich vor der Meinung wirtschaftshöriger Lobbyisten.

Jobs, von denen man nicht leben kann, sind gar keine. Und können auch ruhig wegfallen! Sowas braucht keiner, die Industrie spart sich anständige Löhne- und der doofe Staat muss den hart arbeitenden Menschen noch den Hungelohn aufstocken! Ob solche Leute das Wort “Anstand” noch begreifen?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftsweiser-christoph-schmidt-ist-gegen-gesetzlichen-mindestlohn-a-891825.html

Der SPIEGEL hat ja dankenswerterweise noch ein Foto von der Figur gebracht. Man sehe sich nur diese Visage an!

gelegentlich März 31, 2013 um 14:40

@Keynesianer
„Man sehe sich nur diese Visage an!“
Genau, daher kam ich ja auf den preußischen Innenminister. So sehen die Leute aus welche die Massen in die Irre führen.
Zum Glück macht das nichts:
„Grundsätzlich haben 99% der Bürger sowieso keine Ahnung von irgendwas und glauben alles, was ihnen jeden Tag in den Medien erzählt wird. Das ist also ganz einfach.“
Gut dass wenigstens wir Bescheid wissen.

Jackle März 31, 2013 um 14:59

Circle Jerk.

Eva`s Apfel ( g.W.) März 31, 2013 um 15:21

@Keynesianer
„Grundsätzlich haben 99% der Bürger sowieso keine Ahnung von irgendwas und glauben alles, was ihnen jeden Tag in den Medien erzählt wird. Das ist also ganz einfach.“

Jetzt übertreibst Du aber, was denkst Du wohl, wieso die Wahlbeteiligung von früher über 80 auf mittlerweile 55 % gesunken ist?

die Wahrheit muss man nur einmal hören, oder hast Du schon tausendmal gehört, dass 9/11 ein inside-job war?
nur Lügen müssen ständig wiederholt werden ;-)

und wenn Du nicht mitmachst, halt dazu einfach die Klappe ;-)

"ruby" März 31, 2013 um 16:53

@ Eva`s Apfel (g.W.)

Naivität + Dummgläubigkeit sind unsere Sache sehr … ;-)
Wahrheit und Verbreitung noch viel viel mehr … ;-)
After Zypries… ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=iQRlaFPXgZk&feature=related

"ruby" März 31, 2013 um 17:32

Perelman, Zitat:

“Es sind nicht die Leute, die ethische Standards verletzten, die als Außerirdische behandelt werden. Es sind Leute wie ich, die isoliert werden.”
aus:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/779407/

"ruby" März 31, 2013 um 18:24
Eva`s Apfel ( g.W.) März 31, 2013 um 18:39

@ruby 16.53
jedenfalls fänd ich es toll, wenn an jeder Strassenkreuzung ein Flyer mit den wichtigsten Nachrichten hängen würde, die die anderen Medien “vergessen” haben.
Da schaut man ja auch hin, weil sie von privat sind und nicht offiziell und kommerziell. Insofern besitzen sie eine hohe Glaubwürdigkeit.
So könnte man doch eine Art Gegenöffentlichkeit herstellen ähnlich der Witze, die in der DDR im Umlauf waren. Radio Eriwan und so.

Ist irgendwas falsch daran, dann klär´mich auf, vielleicht hab ich ja was übersehen?
Man kann es ja naiv finden,aber man muss es ja nicht auch noch mies machen. Niemand kann wissen, was daraus wird. Ich schätze ja Keynesianers Beiträge sonst sehr, aber den fand ich nicht so gut.
Und ich glaub er selbst auch nicht :-)
sorry

aifran März 31, 2013 um 20:52

10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – 1 – 0 haben fertig

"ruby" März 31, 2013 um 21:36

Wieviel Schüler gehen an Litfaßsäulen täglich vorbei?
Was kann an Bauzäunen so alles gelesen werden?
8-9-10 klasse
http://www.youtube.com/watch?v=DSlp-7Kkw2E
Was wird in den Schulen unter den Schülern alles gechattet und gehandreicht …
“In this world we live as one” ;-)

Andreas Kreuz März 31, 2013 um 21:43

Es gibt für alles eine Lösung:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/wege-aus-der-rezession-zypern-will-ein-kasino-eroeffnen-12133397.html

Das bißchen Kapitalismus repariert sich doch selbst ganz flott…. ;.)

"ruby" April 1, 2013 um 01:50

@ Eva`s Apfel ( g.W.)

“Insofern besitzen sie eine hohe Glaubwürdigkeit.”

Einfach wunderbar – denn in dem Moment mit dem dieses “insofern” überzeugen will muss sich derjenige an die eigenen Aussagen, Ziele und Vorgaben sowie Versprechen halten, die abweichende Messung, der Abgleich, die ihn der Lüge, des Mißerfolges überführen, erledigen seine Position bzw. seinen Standpunkt .
Das bedeutet von jetzt an werden die positiven Impulse, Forderungen zum Imperativ !
Das ist argumentativ die absolute WIN-Situation – definitiv ;-)
Die Gleichschaltung der bisherigen beherrschenden Medien ist durch soziale Kommunikation unabhängiger freien Formen und Foren aufgebrochen. Sie können nur noch hinterher laufen…
Diese Erkenntnis z.B. hier und heute in die Welt gesetzt als fraktaler Auslöser wirkt wie das berühmte Sandkorn des Anstosses.
Gleichzeitigkeit in Kurzfristigkeit.
Wir (schon 45%) haben es zu kommunizieren auf allen Wegen.

Du bist es persönlich, der als Vorbild die Verbindlichkeit verinnerlicht vordenkt und verbreitet .
Kognitive Dissonanz wird mit Offenheit und Transparenz zu Einfachheit in Taten und Handlungen gewandelt gemeinschaftlich mit entsprechenden Mehrheiten.
Ganz ehrlich und überzeugend!
“You have it all “

"ruby" April 1, 2013 um 02:03

Als Verfechter der Finanztransaktionssteuer ist es jetzt notwendig die Lobbygegenarbeit im Gesetzgebungsverfahren zu enttarnen, um eine wirksame Ausgestaltung zu erreichen.
Hierzu, das Porträt von Sven Giegold im aktuellen Wirtschaftsteil Der Zeit lesen, um erfolgreich zu sein. 12 Jahre Arbeit sollen sich durch Einzahlungen auszahlen ;-)
Der Kampf von Stephan Schulmeister wird belohnt werden.
Wir schaffen das very locker.
Banker und Finanzlobbies, kommt ins Licht der Aufklärung.
Die Sachverhalte und Argument dafür werden ziehen und stechen.
Europa fährt an.

Systemfrager April 1, 2013 um 09:01

Krise der Gemeinschaftswährung: Schwellenländer steigen aus dem Euro aus
SPON >>>
Der deutsche Wahnsinn, starke Währung, Nullverschuldung, Sparen … ruiniert die EU
Jetzt sieht man was für Vollidioten die “Väter der sozialen Marktwirtschaft” (Ordoliberalen) waren (Röpke, Eucken, …)

Die EU: Ein neoliberales Projekt nach dem Vorbild des deutschen Merkantilismus
Der Ordoliberalismus: Wundenlecken nach dem neoliberalen Desaster von Weimar
weiter >>>

Ostsächsischer Papierkorb April 1, 2013 um 09:19

Moin!

Der Ostsächsische Papierkorb grüßt über Parteigrenzen und -programme hinweg alle Flaschensammler, die wegen Neuschnee in ihm nichts gefunden haben. Das wird schon wieder. Die Prognosen der Institute sind heute schon so wie sie morgen sein werden.

Am heutigen 2. Ostertag und 1. April beantworten wir eine Anfrage bezüglich des Zeugen Joachims, die Herr Schütze Arsch kürzlich an uns gerichtet hat. Es wurde gefragt, ob Joachim schon da ist oder noch kommt. Wir haben recherchiert.

Zunächst ist zu sagen, dass ein Zeuge Joachims im Grunde nichts bezeugt. Er will lediglich zeigen, dass er gern dabei ist oder wäre, und zwar möglichst weit vorn. In diesem Drang, der sich durch wahnhaftes Scharren hinter Absperrbändern und heftiges Fähnchenschwenken entlädt, war ein Zeuge Joachims bereits Zeuge Romans und seines Rucks, Zeuge Johannes`, Zeuge von Horscht und als guter Christ Zeuge Christians, bis dieser mit einem Bobbycar über ein Haltesignal brauste. Ein Jahrhundertunfall, an den der eine oder ein anderer sich bis heute erinnert.

Noch ein Wort zu Joachim selbst. Er war als Häscher der Häscher unterwegs, und als der letzte Häscher schließlich erhascht oder enthuscht und damit aufgearbeitet war, übergab er das Amt an Marianne, die darin weiterwatete äh …waltete. Er nahm bzw. zog sich etwas (zurück), wurde zum Zeugen der oben aufgeführten Oberhäupter und predigte auf Hauptversammlungen vor diversen Hauptmännern und deren Hauptfrauen die Freiheit der Freiheit. Es ist nicht überliefert, ob er in der Zeit der Zurückgenommenheit bereits ahnte, dass man sich seiner erinnern würde.

Dem Schützen Arsch, der ja auch schon sein mindestens drittes Leben durchwandert, wollen wir also andeuten, dass er womöglich selbst ein Zeuge Joachims ist, zumal er sich auch schon fähnchenschwenkend in diese Richtung zu äußern wusste. Nochmals Grüße aus dem frisch gepuderten Elbtal hinauf auf den Prenzlauer Berg.

Eva`s Apfel ( g.W.) April 1, 2013 um 09:48

ENDE

gelegentlich April 1, 2013 um 09:55

Lieber Ostsächsischer Papierkorb,

zum Glück müssen wir uns diese Fragen gar nicht mehr stellen. Denn, passend zur hiesigen strahlenden Sonne stelle ich mit McKinsey fest:
„ Die fetten Jahre sind zurück “
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,890765,00.html
Und nur Diejenigen, die uns stets nichts gönnen, glauben nicht dran:
http://www.taz.de/Debatte-Eurokrise/!113747/
Wer da aussteigt ist nicht zu unrecht nur „ Schwelle “.
Frohe Ostern also!

f.luebberding f.luebberding April 1, 2013 um 10:18

Frohe Ostern übrigens. Und eine Lehre kann ich heute am 1. April mitteilen. Die Eurorettung muss so sein, wie das Aufstellen eines Wohnzimmerschranks. Man findet am Ende immer noch ein Kabel, das man nicht angeschlossen hat. Und das merkt man erst, wenn das Licht nicht funktioniert … .

Andreas Kreuz April 1, 2013 um 11:20

Mein Wohnzimmerschrank hat seit der Einführung von Hartz-IV keine Beleuchtung mehr im Bar-Teil, weil dort seither einfach gar nichts mehr ist, was zu irgendeiner Tageszeit beleuchtet werden müßte.
Und so stellt auch die Neuaufstellung des Schrankes im nächsten Monat (Umzug wegen Verlust des Arbeitsplatzes mit 57) auch kein solches Problem dar, weil da eben kein Kabel ist. Fernseher und Sterero-Quattro-Anlage gibt es auch nicht mehr – wofür auch?
Weniger ist oft mehr…

Andreas Kreuz April 1, 2013 um 11:22

Vielleicht liegt es auch daran,
dass mir schon viel früher ein Licht aufgegangen ist?

Keynesianer April 1, 2013 um 11:39

Zum ersten April ist ein Foto im Netz aufgetaucht vom Schaulaufen der Young Leaders der HVA am Nordseestrand:

http://marktorakel.blogspot.de/2013/03/geheimes-foto-aufgetaucht.html#comment-form&isPopup=true

Die beiden anderen Damen wurden noch nicht enttarnt, um Vorschläge wird gebeten.

"ruby" April 1, 2013 um 13:50

Der Bundestag könnte zur Abstimmung über die Beteiligung an der Zypernrettung doch den Pareteifreund der Bundeskanzlerin und des Bundesfinanzminister den Staatspräsidenten zu einer erläuternden Analyse der konkreten Umsetzung der benötigten Summen einladen .
Die Parlamentarier und die Öffentlichkeit könnten sich durch die Rede in der Volksvertretung transparent (live auf Phönix) direkt ihre Meinung zur Abstimmung bilden. Demokratie ohne Verschleierung.
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europastaaten/535837_Anastasiadis-Clan-schaffte-vor-Haircut-Geld-ausser-Landes.html
Also Anastasiadis an das Rednerpult – Ablenkungsmanöver auf die Ablage!

Schütze Arsch April 1, 2013 um 13:58

@ Ostsächsischer Papierkorb

Gruß zurück von der Panke in Richtung Kirnitzsch! Mit dem Versuch einer zusammenhanglosen Zusammenfassung der letzten Ereignisse, für den Papierkorb.

Der Putin ist wohl indigniert
wegen der Zypern-Krise
und schickt uns Kaltluft, daß sie friert:
die Hundeauslaufwiese
Der Heiland wurde auferweckt
Gleich hat er sich besoffen
und ist zur Nacht im Schnee verreckt
Die Jünger steh’n betroffen
Das wirre Schweineparadox
es wurde nicht durchdrungen
Ruby ward Opfer eines Schocks
und redet nun in Zungen
Der Topi ist ein Huskiehund
und zieht voran den Schlitten
Jackle tut nur zwei Worte kund
Und Keynes verlinkt auf Titten
Keynesianers Welt: Von Feinden voll
Die Leute sind die Doofen
Der Apfel steht auf Sophie Scholl
und auf den Apostrophen

(Sehet den Apfel! Er erfand
ein Medium für den Widerstand
Der Bankster scheißt sich ein und flennt
weil bald der Plebs die Wahrheit kennt
Nie wieder fruchtloses Geheule!
Jetzt gibt es sie! Die Litfaßsäule!)

"ruby" April 1, 2013 um 14:17

Nächste Woche geht sie los:
http://www.messe.de/meldungen_d.html?id=990153&datum=&back=%2Fhomepage_d
deshalb etwas vorbereiten, um den wirtschaftlichen Frühling entsprechend zu begrüssen
http://www.messebedarf.net/Litfasssaulen/Litfasssaeulen_8/litfasssaeulen_8.html
denn das Wetter wird garantiert gut …

aifran April 1, 2013 um 19:09
aifran April 1, 2013 um 19:15
Systemfrager April 1, 2013 um 20:26

Flassbeck:
Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren

The Wall Street Journal >>>

Andreas Kreuz April 1, 2013 um 20:34

Systemfrager April 1, 2013 um 20:26

Flassbeck:
Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren

Das sieht die SPD aber anders.

Bankenrettung April 1, 2013 um 21:52

@Systemfrager
>Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren

Was bist Du denn für ein Schleimer? Diese These war in diesem Blog bereits mehrfach genannt wurden. Anstatt aber auf Deine Mit-Kommentaroren(-Innen) und dessen Kommetar zu verlinken, schleimst Du lieber den Herrn F. in den A. nur weil dessen Bekanntsheitsgrad höher ist? P.S. Stimme der These aber grundsätzlich zu. Die Bankenkrise wurde durch die Lehmann-Pleite ausgelöst. In dem darauffolgenden Zusammenbruch des Kartenhauses war die Agenda 2010 die Veraussetzung dafür, dass sich die Süd-Europäer nicht wieder erholen konnten. Ebenfalls Gewinner der Lehmann-Pleite/Bankenkrise: China.

~ gotteshalber ~ April 1, 2013 um 22:42

“Flassbeck: Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren”
—————-

===> … ~ isch ~ … hab schon ein paar Mal dadadrauf hingewiesen, daßß Flassbeck ein D-Schwätzer is …

===> … Nee, nee Du … der EURO … hat Europa an die Wand geklatscht!

( … obwohl … NOCH … hat es ja gar nett rischtisch angefangen … da kömmt noch viel mehr :-) … seeing is believing! … vielleicht rafft ett am bitter’ End’ gar der @Hütt himself! … )

topi April 1, 2013 um 23:06

lustig

>Was ich noch nicht sehe: wie soll denn konkret eine Straßenopposition in Südland auftreten?

“Fahr’ einfach mal nach Suedeuropa und rede mit den Leuten. Wie kam es zum Sturz der Bastille? Buergerkrieg in Spanien.”

Meine Frage ging ja darum, wie denn die Straßenopposition in Südeuropa gegen deutsches Lohndumping auftreten soll.

Nehmen wir an, den Menschen wäre der Kern des Euro-Problems bekannt (auseinandergelaufene Löhne und vor allem Preise); sobald man dann dt. Lohndumping thematisiert muss man ja auch die eigenen im Verhältnis zum Inflationsziel doch oft überhöhten Preissteigerungen thematisieren also auch die eigenen Lohnsteigerungen.
Schwierig.

Wenn man das Kalanisieren wollte, müsste man Slogans wie

KAUFT NICHTS VON DEUTSCHEN!!!

verbreiten.
Was den dt Maschinenbau nicht wirklich juckt. :roll:
Bei den Autos könnte es schon anders aussehen. ABer hält das jemand derzeit für vorstellbar?

"ruby" April 1, 2013 um 23:41

Bei Rekordergebnissen des Volkswagenkonzerns wäre es doch machbar auf Binnenkonjunktur zuverlagern und mit gesunkenen Preisen den Einheimischen mit eigener Kreditschöpfungsbank neue technisch verbesserte Fahrzeuge en masse bei Lohnsteigerungen aufFinanzierung zu verkaufen. Kostet Gewinnmargen, bringt Arbeit bei Realisierung.

topi April 2, 2013 um 00:11

gelegentlich

“Wie man das systemimmanente Problem, niemals Denjenigen zuviel Geld zu überlassen, die es eh nicht ausgeben werden, in griffige Slogans packt weiß ich freilich nicht, also statt zu sparen, was dem Alltagsdenken entgegen kommt, Vermögen abzubauen. Das erscheint ja „an sich“ böse zu sein.”

Naja. Die ganze Veranstaltung nennt sich “Kapitalismus”. So ganz ohne Kapital-Anhäufung wird der wohl nicht gehen. :D

Das Problem sind die Vermögen, die nie ausgegeben werden, sondern einfach nur immer wachsen sollen.
Wenn sie über Geldvermögensbildung (Geldsparen) über Finanzintermediäre andere als Investitionen ausgeben, führt das zwangsweise zur Verschuldung; und da man wahrscheinlich die Zinsen auch nicht ausgeben will, zu wachsender Verschuldung.

Die real investierten Vermögen führen idR zu starker Einkommenskonzentration und Machtkonzentration, aber zumindest nicht zu einem schon mathematischen Problem; praktisch natürlich schon, weil Einkommen in Höhen entstehen die nie ausgegeben werden sollen, etc.pp.

Andererseits wäre das heute verglichen mit früheren Zeiten enorm hohe Produktionspotential ohne Vermögensbildung aka Kapitalakkumulation nicht denkbar. So rein genossenschaftlich Airbusse herzustellen liegt jetzt auch nicht gerade auf der Hand.

Wobei wir schon seit langem stark wachsendes “negatives Sozialprodukt” erzeugen, und der ganze Krempel, der genau 2 Tage nach Ablauf der Gewährleistungszeit auseinanderfällt, verschwendet natürlich Ressourcen (Umwelt, Arbeitszeit, Kapital) in riesigem Ausmaß.

Und privates Kapital in immer stärkerem Ausmaß in Bereiche fließt, in dem es negativ wirkt auf den erzeugten Wohlstand (Bildung, Gesundheit etc.)

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Man bräuchte eine Differenzierung. Dann haut dir der geschulte Erkenner allerdings gleich “strukturellen Antisemitismus” um die Ohren.

Systemfrager April 2, 2013 um 07:04

>>> Die Bankenkrise wurde durch die Lehmann-Pleite ausgelöst.
dumm
dümmer
Steinbrück

Systemfrager April 2, 2013 um 07:11

Merkel [und Schröder] nach Den Haag

Wir brauchen einen neuen Straftatbestand. Der Völkermord kann nicht mehr nur als unmittelbar verordnete Handlung angesehen werden, sondern seine Begriffsdefinition bedarf dringend der Überarbeitung. Ein Völkermord, der nicht direkt tötet, nicht selbst Hand anlegt oder Order erteilt, sondern im indirekten Vorsatz Leid und Tod über Völker ausschüttet, muss Aufnahme ins genozidale Repertoire finden. Und die Regierung Merkel hat vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu landen.

ad sinistram >>>

chabis April 2, 2013 um 11:25
gelegentlich April 2, 2013 um 12:35

@topi
„Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Man bräuchte eine Differenzierung. Dann haut dir der geschulte Erkenner allerdings gleich “strukturellen Antisemitismus” um die Ohren.“

Gemeint ist, dass die Finanz-„Wirtschaft“ bei jeder Kritik am Zocken und bei allen Forderungen nach Regulierung (die Spieler sollen für ihr Risiko selber haften) mit einer Gegenoffensive in der Art reagiert, wie Prof. Sinn das mal gebracht hat: die Finanz-„Wirtschaft“ stelle die neuen Juden in der Öffentlichkeit?

Da Niemand von uns in die Zukunft sehen kann: das sieht nicht gut aus. Das Sinnvolle, die Verschlankung großer Vermögen, wird nicht passieren, politische Alternativen werden in den MSM tabuisiert werden, die o.g. Links deuten ja auf das Gewitter, das uns in den nächsten Monaten erwartet. Ich glaube auch nicht dass die Forderung, die „die Deutschen sollen aufhören zu bescheißen!“ außerhalb der hinlängich bekannten verdächtigen Internetpublikationen zu besichtigen sein wird. Fatal finde ich bloß, dass die internationale neoliberale Agenda, zu deren Vorreiter sich die deutsche Einheitspartei gemacht hat, zu einer auf den Nationalstaat Deutschland gerichteten demagogischen Aversion in Europa führen wird. Ob das den Euro und die EU zerlegt weiß ich selbstredend nicht, aber die Töne werden schrill.

quecalor April 2, 2013 um 13:11

Die Stimmung in Spanien ist anhand der veröffentlichten Merkel-Fotos abzulesen.

http://elpais.com/elpais/2013/04/01/gente/1364828511_118885.html

gelegentlich April 2, 2013 um 13:21

Tja, die Südländer sind nicht unbedingt faul aber eben „Augentiere“, dann aber nicht mehr sehr kopfgesteuert. Wo ist denn der politische Gehalt resp. Nährwert derartiger Bilder? Und was haben die Probleme Spaniens damit zu tun wie diese Frau aussieht?

quecalor April 2, 2013 um 15:02

Es geht nicht um Rationalität. Im Norden genau wenig wie im Süden.
Im Norden sind die faulen Siesta-Leute schuld,allerdings mit unschlagbar gutem Wetter, im Süden geht es um peinliche Fotos und 4. Reich Symbole. So dividiert man die Völker und keiner spricht über die wahren Verursacher.

holger April 2, 2013 um 16:08

wenn einer noch was wissen möchte

http://media.philenews.com/PDF/mnimonio_new.pdf

Memorandum of understanding Zypern, via Andre Kühnlenz heute Morgen…

Keynesianer April 2, 2013 um 19:40

Flassbeck war in Zypern:

Ins­ge­samt hat sich mein Urteil ver­fes­tigt, dass der Euro ver­lo­ren ist und das Ende fürch­ter­lich wer­den wird. Doch dazu in Kürze mehr.
http://www.flassbeck-economics.de/der-fall-zypern-oder-die-folgen-der-kollektiven-ignoranz/#sthash.tU7IS9I0.dpuf

Steinbrück April 2, 2013 um 20:11

@Systemfrager

>dumm, dümmer, Steinbrück

Siehe beispielsweise:
Lehman and the Financial Crisis
http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203440104574403144004792338.html

Zumindest wird es später so in den Geschichtsbüchern steht.

Mir ging es aber in meinem Posting oben nicht um die Aussage des von Dir verlinkten Textes, sondern um Dein Posting an sich. Deine regelmäßige Verlinkung der Propaganda-Presse (etwas, das ich oben jetzt auch einmal getan habe…) nervt, finde ich. Vielleicht kannst Du ja mal selbst etwas schreiben, anstatt dass Du Dich hier in diesem Blog stets auf die Medien beziehst. Aber mach’ nur weiter so und betreibe ordentlich Werbung für die kapitalistischen Presse-Organe. Wenigstens bekomm’ ich so mit, welche Zeitungen und Propaganda Quellen gerade “in” sind.

"ruby" April 2, 2013 um 20:31

@ quecalor

Europäer lassen sich nicht mehr auseinander dividieren – dafür werden wir die Verursacher blossstellen.
Gemeinschaftlichkeit in Vielfältigkeit sind unsere Werte.

@ Steinbrück

Kampf gegen die mitlesende Propaganda-Presse kann hier nur öffentlich und mit den besten und verständlichsten Argumenten erfolgen und diskutiert werden – richtig; deswegen, volle Breitseiten bis deren Gegenstrategien offenbart sind und wirkungslos verpuffen – trotz ominpotenter Medienpräsens .
Fux(chs) und foxi geht vor flach und Fläche ;-)

www-working ist revolutionär … unkorrumpierbar

lustig April 2, 2013 um 20:38

@lustig

>Bei den Autos könnte es schon anders aussehen. ABer hält das jemand derzeit für vorstellbar?

Die, die sich die deutschen Autos (gehobene Mittelklasse Audi, BMW, Benz) leisten können, zeigen sich idR nicht solidarisch und sind nicht von der Krise betroffen.

Ich hatte Dein Posting tatsächlich falsch verstanden. Sorry.

Der Widerstand auf der Strasse wird sich gegen das Establishment wenden. Um den Widerstand einzufangen, werden die lokalen Regierungen sich von der Politik Berlins distanzieren müssen. In der Le Monde war vor ein paar Tagen die Titelzeile ”
Le Monde – Le sentiment anti-allemand flambe en Europe du Sud” zu lesen. Ähnliche Artikel wird es zukünftig noch öfters geben. Die Krise wird dadurch natürlich nicht gelöst. Und selbst wenn Berlin einknickt und die Schulden übernimmt wird die Beruhigung der Märkte hierdurch nur vorübergehend sein. Mittlerweise wurde soviel Geld/Schulden in der EU generiert, dass selbst wenn alle europäische Staaten in einer gesamtschuldnerischen Haftung gemeinsam hierfür haften, es utopisch ist davon auszugehen, dass die Vermögensmasse die dem gegenüber steht die Zinsen dauerhaft erwirtschaften kann. Es müssten daher neue Steuer/Einnahmequellen gefunden werden, um die Märkte davon zu überzeugen, dass die Schulden Substanz haben. Aber was könnte das sein?

Das geniale an der No-Bail-Out Klausel war ja die Idee, dass ein maroder Staat nicht ein gesunden Staat anstecken kann. Die Pleite des Landes x hatte keine Auswirkung auf die Finanzlage des Landes y. Du kannst Dir das bildlich am Beispiel der Titanic vorstellen. Die Schotten in den einzelnen Kammern sollten verhindern, dass das Wasser von dem einen Raum in den anderen lief. Genau dies passiert jetzt aber und die EU ist nur noch in einer Gesamtbetrachtung aller Schulden zu bewerten. Da gleichzeitig Instrumente zur Kontrolle der Haushaltspolitik der einzelnen Staaten fehlen, kannst Du Dir vorstellen, was passieren wird. Dumm ist, wer nicht versucht möglichst viel aus dem Topf zu holen. Wer dann später hierfür aufkommt ist eine andere Frage. Wichtig ist nur, rechtzeitig den Absprung in Realwerte hinzubekommen.

"ruby" April 2, 2013 um 21:45

@ lustig

exactement

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/markt-fuer-staatsanleihen-britische-geldpolitik-im-spannungsfeld-der-interessen-12134982.html

Lösung für eine nachhaltige “Gemeinsameeuropawirtschaftspolitik” wäre Geld- bzw. Kreditgewährung durch eine einheitliche Zentralbank in der jeweils beliebig angeforderten Höhe zu freiwillig zu bezahlenden Zinsen ohne Tilgung durch Investoren und Konsumenten. Nach der Investition (ob volkswirtschaftlich effizient oder nicht) wird der Kredit, die Geldschuld einfach gelöscht, wie derzeit bei den gelschöpfenden Geschäftsbanken – Multiplikatorhebelung in Verbindung mit Mindestreserven.
Konsequenz wäre der Wegfall der Geschäftsbanken mit ihren Bankgeschäft. Dass die sich gegen ihre Auslöschung wegen Nichtnotwendigkeit wehren, ist systemlogisch. Daher auch ihre Inbesitznahme durch Personal und Organisationsverfahren in den EZB`s -Machtsicherung. Denn, eine echte unabhängige Zentralbank braucht ihrem Träger (Staat) keine Gewinne abliefern nur sich selbst finanzieren.
Für diese direkten Service-Betreuungen können Banken nur geringe Leistungsvergütungen für echte Arbeit/Erfolge erzielen. Damit wären Geschäfte durch die Spekulation mit virtuellen Vermögen, das Zocken beendet.
Durch “Onlinebanking und Crowdfunding, -sourcing wird dies offenkundig reines Tastendrücken” durch Vertrauen in das Löschen nach Benutzung.
Hat ja vielleicht einer verstanden !

"ruby" April 2, 2013 um 22:00

Der Topi hat es gesagt, die Vermögen werden nie echt genutzt und realisiert werden. Sie dienen der Weiterbezahlung durch Verzinsung für fiktives Stammkapital. Deshalb ab in den Vermögens-, Schuldenkeller bei Minimalstverzinsung oder gar Verbrauch durch Aufzehrung. Dann Reset ohne Eigenkapitaleigner und Eigenkapitalrenditen. Credit and money for all and free.
“DEMANDCASH – DC” ;-)

Keynesianer April 2, 2013 um 23:22

Die Pharmamafia scheint wieder aktiv zu werden:

Es soll sich um eine neue Variante handeln:

HarrHarrHarr*7+Nonsense*9 abgekürzt H7N9

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/china-zwei-maenner-sterben-an-kaum-bekanntem-vogelgrippe-virus-a-891979.html

Was die Pharmamafia dafür wohl zahlt?

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-04/vogelgrippe-h7n9-todesopfer-china

Die noch von der Schweinepandemie bekannte WHO ist auch gleich aktiv:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/hn-neuer-vogelgrippe-typ-ruft-who-auf-den-plan-1.1638238

Sogar der Deutschlandfunk funkt mit:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2060956/

Dabei wäre doch die “Klimaerwärmung” ein viel heißeres Thema als zwei Tote in China gegenüber 30.000 Kälteopfern allein in England diesen Winter.

Also passt gut auf und geht bloß nicht zum Impfen! ;)

lustig April 3, 2013 um 00:47

@”ruby”

Die Krise ist so sinnlos. Ich seh’ da keinen oekonomischen Sinn drin. Von Anbeginn an war der Euro ein Tauziehen zwischen politischen Interessen und wirtschaftlichen Argumenten. Die Vertragspartner haben das nicht definierte in den Vertraegen zur Auslegung im Sinne ihrer Interessen genutzt. Solange die Party lief war ja auch alles okay. Jetzt geht es um die Aufteilung der Lasten. Zu einen Reset wird es nicht kommen, denn das Ziel war ja gerade eine neue Machtverteilung, um die jetzt wird gestritten. Ich sehe nicht, wie da irgendein Land in der EU ‘rauskaeme. Die Franzosen wollen heraus, aber sie koennen nicht. Derweil steigt der Druck auf der Strasse. Die Schere zwischen Arm und Reich nimmt weiter zu und den nachdenklicheren Menschen unter uns faellt auf, dass dies alles keinen Sinn macht. Die naechsten Jahre werden eine Spielwiese fuer Philosophen, die versuchen werden zu ergruenden weshalb der Mensch Rakete zum Mond schiessen kann, aber nicht in der Lage ist, eine friedvolle und auf Ausgleich von Interessen ausgerichtete Gesellschaft zu gruenden in der Lage ist.

>Der Topi hat es gesagt, die Vermögen werden nie echt genutzt und realisiert werden.

Schon klar. Ist vielleicht nur eine Machtnummer auf welchen Platz welcher Liste man in der Reihenfolge steht. Aber freiwillig wird da keinen seinen Platz raeumen. Und Maeuse wollen Zinsen pflegte meine Oma stets zu sagen. Der naechste Schritt wird dann sein, dass die Oekonomen fragen, wie das Land wieder profitabel wird und dass es wieder attraktiv werden muss fuer den Kapitalisten zu investieren. Kuerzlich wolle ein China gross in Island einsteigen. Solche Geschichten werden wir in 10-15 Jahren oefters hoeren. Adoption ganzer Staedte durch Kapitalisten wird dann kein SF mehr sein und in ARD/ZDF kannst Du dann Dokumentation sehen wie toll das klappt, wenn der Kapitalist einer Gemeinde/Stadt unter die Arme kreift. In USA ist es ja auch schon ueblich, dass die Oligarchen politische Aemter uebernehmen…

Good-Night!

;-)

Schütze Arsch April 3, 2013 um 11:26

Bei jahreszeituntypisch-wetterkapriolenbedingter Auftragsflaute hab ich mal die 24 Seiten gelesen, zu denen Holger oben verlinkt hat (“Memorandum of Understanding”). Da ich annehme, nicht jeder kommt dazu, will ich die Aufmerksamkeit mal auf eine Sache lenken, zu der sich an verschiedenen Stellen Bezüge finden lassen.

S. 3 und 12: Deutliche Erhöhung der Grundsteuer durch Anpassung der Bewertungsgrundlage (von 1980) an aktuelle Marktwerte, ggf. auf Grundlage der Entwicklung des Verbraucherpreisindex von 1980 bis 2013.

S. 13: Zur Stimulierung der Immobiliennachfrage aber SENKUNG der Grunderwerbsteuer.

S. 16: – ausdrücklich – AUSLÄNDISCHE Nachfrage nach Wohnimmobilien soll gefördert werden

dazu noch

S. 14: Einführung von Bedürftigkeitsprinzip bei allen Sozialleistungen, neben Absenkung von Einkommensschwellen auch Berücksichtigung von Immobilienbesitz

S. 18 (Tourismus) – Verlängerung der Tourismussaison u.a. durch Angebote für Tourismus von Anwohnern (etwas später wird dann auch Medizintourismus genannt)

Das läuft ja auf folgendes raus: Bei ansonsten massenhaft faktischen Lohn- und Rentenkürzungen, Abbau von Sozialleistungen, diversen Steuer- und Abgabenerhöhungen, Zuzahlungen im Gesundheitswesen etc. (findet sich alles im Papier)… also es wird die wohl massiv ansteigende Grundsteuer für viele nicht mehr bezahlbar sein, und Arbeitslose werden zudem ihre Wohnimmobilien verwerten müssen, bevor sie Anrecht auf Lohnersatztransfers erhalten. Gleichzeitig werden Immobilienverkäufe vereinfacht & steuerlich entlastet, womit ein Haufen von Wohnimmobilien entweder an Fondsgesellschaften oder an reiche Privatpersonen aus dem Ausland übergehen dürften, die dann auch in der Wintersaison für Nachfrage im Dienstleistungssektor sorgen sollen. Die Zyprioten können sich da dann zum Saugen & Blasen verdingen.

(Passend dazu soll zum Erhalt von Lohnersatzleistungen ja auch Arbeitssuche nachgewiesen werden, auch gibt es “Maßnahmen” zur “Wiedereingliederung” ["reinsertion"] in den Arbeitsmarkt.)

Das beabsichtigte Ergebnis ist offenbar eine umfassende faktische Enteignung und Vermögensübertragung des Wohnimmobilienbestandes auf der Sonneninsel; in der Hinsicht wird sich das Troika-Diktat wie ein Besatzungsregime auswirken.

Andreas Kreuz April 3, 2013 um 14:13

Gegen Besatzungsregimes gibt es schon eine passende App:

http://de.appbrain.com/app/resistance-capactor-calculator/com.androiders.zg

Wichtig auch für Zündstromkreise… ;-)

carlos manoso April 3, 2013 um 17:03

@Schütze Arsch April 3, 2013 um 11:26
„ hab ich mal die 24 Seiten gelesen, zu denen Holger oben verlinkt hat (“Memorandum of Understanding”). Da ich annehme, nicht jeder kommt dazu, will ich die Aufmerksamkeit mal auf eine Sache lenken, zu der sich an verschiedenen Stellen Bezüge finden lassen.“

http://www.cyprus-mail.com/sites/default/files/Memorandum%20of%20Understanding%20on%20Specific%20Economic%20Policy%20Conditionality.pdf

gelegentlich April 3, 2013 um 18:15

Achtung, OT:
@gW
Da heute morgen zufällig auf den alten Thread hingewiesen wurde, ich die alte Debatte um keinen Preis hier wiederaufleben lassen möchte, aber natürlich neugierig bin:
http://www.focus.de/wissen/mensch/paranormales-vs-wissenschaft-das-alien-ist-ein-schwindel_aid_431658.html
Was hat sich denn da nach Ihren Nachforschungen ergeben? Ist der Alien als Alien nachgewiesen worden?
Kurze Mitteilung oder PM wäre nett.

h.huett April 3, 2013 um 18:48

gelegentlich & gW

Das machen Sie bitte extra muros, meine Ansage dazu war schon damals unmissverständlich.

Ich habe eine längere Pause gemacht, um darüber nachzudenken, was hier in den Kommentaren passiert. Ich werde diese gW-Themen blockieren.

Eagon April 3, 2013 um 20:13
"ruby" April 3, 2013 um 21:11

If you get the blues get it right :
http://www.youtube.com/watch?v=GpZS5-DbKfc
mehrmals hören – erst dann besteht Suchtgefahr

Andreas Kreuz April 3, 2013 um 23:40
Natalius April 4, 2013 um 00:38
Systemfrager April 4, 2013 um 08:44

Schon wieder eine gute Nachricht aus dem Führerquaritier
Barroso zu Euro-Krise: Das Schlimmste ist überstanden
„Ungeachtet aller Probleme, denen wir uns ständig gegenüber sehen, hat die Europäische Union die schwierigste Krisenphase schon überwunden“, sagte Barroso am Mittwoch in Prag nach einem Treffen mit dem tschechischen Premierminister Petr Necas.

h.huett April 4, 2013 um 10:13

“Systemfrager”

Wie funktioniert die Kommunikation im Drahtverhau dieses Schwadroneurs? Man muss das in quälendster Zeitlupe darstellen, um das Ausmaß des einfältigen Wahns zu verstehen.

1. Der alte Mann fällt aus dem Bett und prüft die Lage.
2. Er stößt auf eine Meldung, von der die ganze Welt nichts weiß (WARUM ER DAS GLAUBT, WISSEN DIE GÖTTER).
3. Weil die Meldung auch für die Einfalt dieses großen Denkers zu banal klingt, braucht sie einen Spin. Was liegt näher, als dem Namen des Präsidenten der Europäischen Kommission eine Ortsangabe hinzuzufügen, die auch ohne “Wolfsschanze” eine historische Genealogie insinuiert? Was sagt dieser Goodwins-Law-Vergleich über die analyische Potenz des Schmierfinken? Lebt sein tollkühner Mut erst dadurch auf, dass er SEINEM FEIND eine historische Macht attribuiert, die ihm, wie alle Beobachter der EU wissen, fehlt? Muss der Pappkamerad aufgeblasen werden, damit der mutige Hase SF ihm eine tödliche Wunde zufügt?
4. Jetzt kommt die Typographie ins Spiel. Was die Banalität der Meldung nicht bringt, muss der Fettdruck stemmen. (ACHTUNG: IRONIE-ALARM) An dieser Stelle seines TAGWERKS angelangt, macht sich der “Systemfrager” fast ins Hemd vor Freude.
5. Jetzt kommt es darauf an, aus dem gesichteten Textkonvolut einen O-Ton auszuwählen, der die einzige Tonlage wenigstens annähernd erreicht, das einzige Register dieser flachen Pfeife: den Hohn.
6. Jetzt schüttelt es ihn vor Freude.

WAS FÜR EINE PEINLICHE KNALLCHARGE IST DIESER “SYSTEMFRAGER” EIGENTLICH?

Analytisch gesprochen, weil wir es hier mit einer im Loop sklerotisch gewordenen Affektverschiebung zu tun haben, ist das bloß ein armer Hund. Es reicht aber, wenn er vor der eigenen Hütte kläfft.

Systemfrager April 4, 2013 um 10:25

tja
typisch Herr Huett
:)

Systemfrager April 4, 2013 um 10:40

Keynes ist tot, lang lebe Keynes!
;-)
Donnerstag, 04. April 2013

Aggressive LockerungJapan dreht Geldschleusen auf
Seit Monaten wird über den neuen Kurs der Bank of Japan gerätselt, jetzt ist es soweit: Die Notenbank lockert ihre bereits sehr expansive Geldpolitik mit radikalen Schritten, um die hartnäckige Deflation zu beenden.

Die lockere Geldpolitik werde so lange fortgesetzt, bis das Inflationsziel von zwei Prozent innerhalb von zwei Jahren erreicht sei – das ist ein Wert, der in den vergangenen Jahren quasi nie erreicht wurde.

n-tv >>>

Kim Jong Sick April 4, 2013 um 11:29

Hütt, was sagt eigentlich dein “Small Wars Journal” zum Säbelgeklapper in Korea? Wird’s da bald mal krachen?

Ostsächsischer Papierkorb April 4, 2013 um 11:47

Weckt mich, wenn Luxemburg seinen Botschafter aus Nordkorea abgezogen hat. Oder Nordkorea sein Konsulat in Lüdenscheid geschlossen. Oder Gomez ein Tor geschossen. Oder Brüderles zweite Badewanne ist leer. Nee, mehr weiß ich auch nicht mehr.

h.huett April 4, 2013 um 11:51

Kim Jong Sick

Das SWJ beschäftigt sich zur Zeit eher mit länger abgehangenen Schinken. Außerdem überstiege ein full blown nuclear war den Kompetenzradius. Gut informiert das Journal des australischen Lowy-Instituts: http://www.lowyinterpreter.org/

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