Zypern: Einmal kein Untergangsszenario

by f.luebberding on 26. März 2013

Zypern wird zwar in den kommenden Tagen aus den Schlagzeilen verschwinden, aber bis dahin wird es noch für den einen oder anderen Titel gut sein. Aktuell kann man etwa die Meldung lesen: Reiche könnten auf Zypern 40 % verlieren. Im Vergleich zu den Insolvenzen auf dem grauen Finanzmarkt in Deutschland wäre man damit noch gut bedient. Aber jenseits dessen. Wenn auf Zypern nach der Restrukturierung des Bankensektors noch 60 % der ursprünglichen Einlagen bedient werden können, wäre das kein schlechtes Ergebnis. Es gibt größere Katastrophen. Aber die eigentliche Frage ist eine andere: Nämlich die nach der Zukunft der zypriotischen Volkswirtschaft. Gerald Braunberger hat eine kurze Übersicht mit den absehbaren Problemen erstellt. Dazu nur einige Anmerkungen.

Zypern wird nach der Öffnung der Banken in den regulären Modus einer Volkswirtschaft zurückfinden müssen. Der viel diskutierte bank run ist allerdings nur dann ein gravierendes Problem, wenn die EZB ihre Funktion als lender of last resort nicht erfüllen sollte. Es ist exakt ihre Aufgabe, die Banken mit der Liquidität auszustatten, um deren Pleite zu verhindern. Die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen hat dabei den Zweck, den Abfluss von Einlagen in das Ausland zu verhindern – und damit den Banken die notwendige Zeit zu geben, das verlorene Vertrauen in ihre Solvenz wieder herzustellen. Dafür muss nur eines klar sein: Die gefundenen Beschlüsse sind endgültig und werden von niemandem mehr in Frage gestellt. Selbst wenn etwa die ESM-Mittel zur Rekapitalisierung der Banken in den nächsten Tagen steigen sollten, müssen sich die Bankkunden in Zypern darauf verlassen können. Erst auf dieser Grundlage kann Zyperns Volkswirtschaft wieder in die Normalität zurückfinden. Für Unternehmen und Privatkunden, die wegen der Vermögensverluste bei Laiki und der Bank of Cyprus in die Insolvenz zu geraten drohen, kann man Sonderregelungen einführen. Die EU hat einen großen Instrumentenkasten, um zu helfen. Es ist ein Rätsel, warum nicht etwa die Europäische Investitionsbank mit Überbrückungskrediten helfen kann. Das ändert nichts an den Vermögensverlusten: Aber es kann verhindern, dass Unternehmen allein wegen eines Liquiditätsengpasses Insolvenz anmelden müssen. Es verhinderte damit eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale. Im übrigen hat Zypern eigene Instrumente, um der Krise zu begegnen. Stefan Bach vom DIW nennt als Beispiel eine Vermögensabgabe. Allein Zyperns Regierung ist für die Lastenverteilung der Krisenkosten innerhalb ihrer Gesellschaft verantwortlich. Es ist schlicht lächerlich zu behaupten, dass die tatsächlich willkürliche Beschränkung auf die Kunden zweier Großbanken unvermeidlich sei. Zypern kann das ändern. Es liegt in seiner Verantwortung.

Braunberger sieht die Notwendigkeit des Ausbaus einer eigenen Industrie. Ob Zypern im europäischen Standortwettbewerb eine realistische Chance hat? Das ist allein schon wegen der Lage am Rande der EU zu bezweifeln. Zypern erzielt aber immerhin aus dem Tourismus Einnahmen in Höhe von 2,5 Mrd. $. Die Handelsbilanz ist trotzdem chronisch defizitär. Die Einkommensverluste werden aber – wie in den vergleichbaren Fällen (Griechenland, Spanien) – zur Reduzierung dieser Defizite führen. Für deutsche Autos werden die Zyprioten kein Geld mehr haben.

Es wird in Zypern daher nicht darauf ankommen, wettbewerbsfähig zu werden, um etwa mit dem deutschen Maschinenbau in China konkurrieren zu können. Diese Idee ist absurd. Zypern muss den Binnenmarkt in Gang bekommen bzw. den in anderen südeuropäischen Staaten erlebten Absturz verhindern. Das bedeutet Investitionen in die Infrastruktur, etwa bei sozialen Dienstleistungen wie im Bildungssystem sicherzustellen. Wo sollen diese herkommen? Eine gute Frage. Unternehmen werden angesichts der abstürzenden Einkommen nicht investieren. Sie ändern das erst, wenn dieser Absturz beendet ist und sich damit die Gewinnerwartungen verbessern. Das bisherige Drama in der Eurozone war das Ausbleiben dieser Investitionen gewesen. Die Konsolidierung der Staatshaushalte verhinderte jeden makroökonomischen Impuls. Die in Brüssel von der EU beschlossenen Maßnahmen etwa zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sind allerdings leider nur die Ersetzung dieser Investitionen durch bloßes Gerede.

Hier könnte die Idee der Zyprioten zur Einsetzung eines  Zwangsinvestitionsfonds sinnvoll sein. Allerdings nicht, um – wie ursprünglich geplant – den Eigenanteil zur Bankenrettung aufzubringen, sondern vielmehr den Absturz der Investitionen zu verhindern. Dazu gehören unter anderem Kredite an Unternehmen, die neue Geschäftsideen verwirklichen wollen. Die EZB ist bekanntlich in dieser Hinsicht mit ihrem geldpolitischem Latein am Ende.

Zypern hat Handlungsspielräume. Eine Voraussetzung wäre allerdings, dass in Berlin und Brüssel endlich eine kohärente Politik gemacht wird. Als erstes sollte man allerdings halbgare Mythen wie jenen namens “Wettbewerbsfähigkeit” zu den Akten zu legen. Die Entscheidung darüber wird in Berlin getroffen.

{ 377 comments }

Gerald Braunberger März 26, 2013 um 13:55

@luebberding
“Es ist ein Rätsel, warum nicht etwa die Europäische Investitionsbank mit Überbrückungskrediten helfen kann.”

Die EIB ist ein Projektfinanzierer und keine Bank, die kurzfristige Liquiditätshilfen vergibt:

“Alle finanzierten Projekte müssen bankfähig sein und strengen wirtschaftlichen, technischen, ökologischen und sozialen Anforderungen genügen. 300 Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler prüfen jedes Projekt vor, während und nach der Darlehensvergabe. Die Bank tut alles, um ihrer Rechenschaftspflicht gegenüber den Bürgern der EU nachzukommen.”
http://www.eib.org/about/index.htm

f.luebberding f.luebberding März 26, 2013 um 14:02

Braunberger

Die Statuten der EIB sind nicht die Schrifttafeln von Moses, um einmal einen ehemaligen Bundeskanzler zu zitieren. Dass die EU ihre Krise nur mit “unkonventionellen Massnahmen” in den Griff bekommt, habe ich auch schon einmal gehört. Ich denke, Investitionen in die Verhinderung des Klimawandels können notfalls auch zurückgestellt werden, wenn es denn politisch gewünscht ist. Kalt genug ist es ja … .

Eric B. März 26, 2013 um 14:23

Witzig, ausgerchnet in diesem Crash-Programm kein Untergangsszenario zu sehen. Und das uasgerechnet heute, wo klar wird, dass die Banken länger dicht bleiben, die Enteignung härter ausfällt, und auch die Bank of Cyprus wackelt. Vielleicht denken unsere Experten an einen Morgenthau-Plan für Zypern? Oder wie wäre es, wenn die Chinesen ein paar Automobilwerke nach Nikosia setzen, um der französischen und italienischen Industrie den Garaus zu machen? Also wirklich…

Ludwig Büchner März 26, 2013 um 14:33

@ Frank Lübberding
Man wundert sich ja, dass darüber überhaupt diskutiert wird aber:
Selbstverständlich kommt jetzt PROGRAMM.
D.h. Deregulierung, Reformen, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die die ganze Galerie, die wir schon in Griechenland etc. gesehen haben. Wir sollen denen schließlich auch 10MIA € leihen, ganz vergessen ?

Bei einem Punkt kann ich aber Entwarnung geben, die Zahl der nach Zypern exportierten Oberklasseautos wird mit Sicherheit nicht sinken, denn es wird ja genau so kommen wie wir das jetzt schon mit der unseligen Median Thematik jeden Tag vorgebetet bekommen, die Gesamtmobilität im Median wird auch in Nikosia gleich bleiben, auch wenn sich viele nicht mal mehr das Benzin leisten können werden.

Is’ doch easy as Kartoffelmarkt.

f.luebberding f.luebberding März 26, 2013 um 14:56

Bonse

Morgenthau-Plan? Ich bitte Dich. Selbst wenn Zypern theoretisch bis 2017 20 % BIP verliert, wird es keineswegs auf dem Niveau sein, das beim Morgenthau-Plan beabsichtigt war … . Jetzt darüber zu lamentieren, dass man besser die Haircuts bei Griechenland nicht gemacht hätte, scheint mir auch keine Lösung zu sein. Es kann also nur darum gehen, sich jenseits des Morganthau-Plans mit den schlichten Fakten zu beschäftigen. Und sich zu fragen, was eigentlich passieren muss, damit Zypern einen Sinkflug hinbekommt statt des üblichen Absturzes wie in Griechenland. Ich habe ja einige Voraussetzungen genannt. Die wären für die EU (und Zypern) übrigens ziemlich ambitioniert.

Stephan März 26, 2013 um 14:56

Mal ehrlich. Bei diesem ganzen Fiasko geht es doch nicht um Zypern und die zypriotischen Banken. Zyperns BIP ist 0,2% des BIP der Eurozone. Die “aufgeblähten” Banken haben damit eine Bilanzsumme 1,6% des BIP der Eurozone. Das BIP von Zypern ist kleiner als das BIP der Stadt Köln. Wenn ich Trinkgeld gebe, dann bewegt sich das im Rahmen von 5-9% der Rechnung.

Diese ganze Katastrophe für Zypern wurde für ein strohdoofes Publikum in Deutschland inszeniert, damit der Michel weiß wo er im September sein Kreuzchen machen muss.

f.luebberding f.luebberding März 26, 2013 um 15:07

Stephan

Das war ja meine Ausgangsthese. Seither sind allerdings 10 Tage vergangen – und mit Entwicklungen, die auch die deutsche Politik überrascht haben. Natürlich gibt es für jedes Problem, das Kühnlenz hier schildert, eine bezahlbare Lösung. Etwa was den zusätzlichen Kapitalbedarf von Zyperns Banken betrifft. Das habe ich ja auch im Artikel formuliert. Keine weiteren Überraschungen. Was mir nur auf die Nerven fällt: Sich jetzt wie Andre lediglich auf die Analysen von Bank-Volkswirten zu beschränken. Dass die die Abwicklung ihres überdimensionierten Sektors für eine Katastrophe halten (nicht nur in Zypern) ist nicht wirklich überraschend. Aber so ist das halt im Kapitalismus: Banken ohne Geschäftsmodelle werden verschwinden müssen. Staaten bleiben. Die haben nämlich keine Geschäftsmodelle, sondern eine Volkswirtschaft. Also ich finde Zypern äußerst lehrreich.

Maxim März 26, 2013 um 15:09

“Als erstes sollte man allerdings halbgaren Mythen wie jenen namens “Wettbewerbsfähigkeit” zu den Akten zu legen. Die Entscheidung darüber wird in Berlin getroffen.”

Genau das wird nie und nimmer passieren, handelt es sich dabei doch um das heiligste Ziel dieser Währungsunion, das dem Eindruck nach zusammen mit dem Maastrichtvertrag in Stein gemeißelt vom Berge Sinai empfangen wurde. Investitionen zur Unterstützung der Binnennachfrage sind nicht nur unerwünscht, sondern absolutes Teufelszeug – so ist es bei uns und so wird es auf Zypern sein. Exportieren bis der Arzt kommt und wenn die Zyprer da nicht liefern können, wird man eben die Ursache in südlicher Mentalität und jahrelang verfehltem Geschäftsmodell sehen.

Die idiotische Fixierung auf das Exportmodell darf nicht angetastet werden. Gleichzeitig wird Deutschland durch weitere Unterbietung des Lohnniveaus dafür sorgen, dass die “Programmländer” nicht aus der Misere kommen. Nicht ohne Grund trommelt man hier schon auf allen Kanälen für die nächste Agenda; dazu heute die Meldung, deutsche Lohnkosten lägen über dem EU-Durchschnitt.

Eric B. März 26, 2013 um 15:18

@Stephan Ganz Deiner Meinung. Die so genannten “Retter” kümmern sich ein Sch..dreck um Zypern. Merkel, Schäuble und Dijsselbloem geht es einzig und allein darum, an Zypern ein Exempel zu statuieren und die Bankenunion zu torpedieren. Ab sofort gilt: Wer Pleite geht, muss sich selbst aus dem Schlamassel ziehen und bekommt noch die Auflagen der Troika drauf. Das macht jedes Land kaputt, freut aber die deutschen Sozis und die Steuerzahler. http://lostineu.eu/ende-eines-geschaftsmodells/

f.luebberding f.luebberding März 26, 2013 um 15:21

Nur als Beispiel, wie sich Banken-Volkswirte Sorgen machen. So etwa der Chefvolkswirt der Deutschen Bank.

“Diese Entscheidung habe die Anreize für die politischen Entscheidungsträger in den südlichen Krisenländern, die für ein erfolgreiches Bestehen in einer globalisierten Weltwirtschaft notwendigen Reformen durchzusetzen, „entscheidend geschwächt“. Der Reformdruck sei stark gesunken. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass ohne den Druck der Finanzmärkte, der durch die EZB neutralisiert worden sei, die unbedingt notwendigen strukturellen Reformen unternommen würden. „Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone wird daher weit unter seinem Potenzial bleiben.“

Nicht wahr. Strukturelle Reformen könnten ausbleiben, weil die Finanzmärkte leider schon lange nichts anderes sind als der Wurmfortsatz der Politik. Solche Sorgen müssen sie sich machen. Aber wer noch?

Gerald Braunberger März 26, 2013 um 15:22

@luebberding

“Als erstes sollte man allerdings halbgaren Mythen wie jenen namens “Wettbewerbsfähigkeit” zu den Akten zu legen. Die Entscheidung darüber wird in Berlin getroffen.”

Sie haben vorhin die zyprische Tourismusbranche erwähnt. Die hat als unmittelbare Konkurrenten in geografischer Sicht Nordzypern und die türkische Südküste unmittelbar in der Nachbarschaft. Da scheint Wettbewerbsfähigkeit schon etwas mehr als ein “halbgarer Mythos” zu sein – umso mehr, falls die Republik Zypern künftig weniger zahlungsfähige Touristen aus Russland anziehen sollte.

Generell: Viele Debatten über Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Eurozone wären weitaus weniger konfus, wenn ihre Teilnehmer über den Gartenzaun der Eurozone hinausblicken könnten.

f.luebberding f.luebberding März 26, 2013 um 15:25

Bonse

Dass mag ja so sein. Nur wenn es so ist, wird der Euro kollabieren. So einfach ist das. Da bin ich aber gespannt, was der BDI und der DGB dazu sagen werden. Nur als Beispiel. Und Zypern kann aus dem Euro austreten, wenn sie die Kosten eines Austritts als günstiger einschätzen müssen als den Verbleib.

Diese recht einfache Rechnung ist den Zyprioten durchaus zuzutrauen.

Doktor D März 26, 2013 um 15:34

Nur wenn es so ist, wird der Euro kollabieren. So einfach ist das. Da bin ich aber gespannt, was der BDI und der DGB dazu sagen werden.

Was möchtest du denn damit sagen? So richtig viel hat man ja von beiden Institutionen in Sachen Euro schon länger nichts mehr gehört – also jedenfalls ich nicht.
Und ob das Kind in den Brunnen fällt, werden wir vermutlich sowieso erst hinterher wissen.

f.luebberding f.luebberding März 26, 2013 um 15:38

Braunberger

Selbstredend hat Zypern im Tourismus Konkurrenten. Das nennt sich Wettbewerb. Einer der Konkurrenten ist das Sauerland. Viel schöner als Zypern. Anstatt aber jeden Tag konfus über Wettbewerbsfähigkeit zu reden, sollte man sich aber besser fragen, wo Investitionen herkommen sollen. In Griechenland warten wir jetzt seit drei Jahren auf Investitionen auf Basis gestiegener Wettbewerbsfähigkeit. Der deutsche Maschinenbau hat trotzdem nicht in Griechenland investiert. Und komme mir niemand mit dem chaotischen Staat. China ist nun gerade kein Beispiel für das, was man sich unter einem funktionierenden Staatswesen vorstellt. Das hat aber trotzdem keine Investitionen verhindert. Und Greichenland wird kaum das frühere chinesische Lohnniveau erreichen können. Um das Argument auch einmal gleich zu nennen.

Wettbewerbsfähigkeit brauche ich für die Handelsbilanz. Ansonsten kann ich die Importe nicht bezahlen. Aber die Dynamik (sprich Investitionen) kommt aus dem Binnenmarkt, den wir nur leider im Süden strangulieren. Darauf brauchen wir eine Antwort. Ich habe nur noch keine gehört … .

Maxim März 26, 2013 um 15:42

@Doktor D:
Zumindest der DGB hat durch das Statement, dass höhere Löhne keine Gefahr für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit seien, seine eigene Überflüssigkeit dokumentiert.

topi März 26, 2013 um 15:56

Frank

Binnenmarkt ist ja eine tolle Sache.
Der Bäcker verlauft seine Brötchen dem Föeischer der seine Wurst dem Lehrer, jener lehrt die Kinder der Krankenschwester, die versorgt den Ministerialbeamten, der lässt sich auch vom Bauunternehmer ein Haus bauen, auf das die örtliche Polizei aufpasst, die die Schuhe beim Schuster bestellt und die Tische vom Tischler anfertigen lässt, alle gehen ins Museum und lauschen den inländischen Künstlern, etc.pp.

Und wenn man den Umfang in diesem Bereich verdoppelt, erhöht sich das BSP entsprechend. (Oder man erhöht nur die Preise, wirkt genauso)

In entwickelten Volkswirtschaften brauchts nicht mehr viele Sensen und Hämmer in der Hand, auch die Zahl der Maschinen verliert an Gewicht ggü. den Dienstleistungen am Computer.

Aber ohne Basis geht gar nix.

Und hier braucht es erstmal einen Faktenscheck.

Braunberger spricht in der FAZ von 5,9 % BIP-Beitrag des verarbeitenden Gewerbes 2012.

Statista wirft dagegen für 2008 einen ANteil von 19,8 Prozent der Industrie am BIP aus.

Was denn nun?

holger März 26, 2013 um 15:57

naja f. luebberding

die üblichen kleinen Kieselsteine zum Stolpern, aber wenigstens fragste mal nach Investitionen.

Wo kein Moos da nix los. Ich weiß, könnte man noch zur 10 Bändigen Diss ausarbeiten… sollt aber grob stimmig sein.

topi März 26, 2013 um 16:05

Man braucht eine Basis an materiellen Gütern aus Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, industrienahen Dienstleistungen.

Ist die vorhanden, kann man durch andere “Binnenmarktaktivitäten” den Lebensstandard erheblich steigern, idR. auch direkt das gemessene BIP.

Aber wo kann es Investitionen in einem direkt rentierlichem Sinn geben?
Privatisierungen von bisher öffentlichen Dienstleistungen? Das erhöht die Preise und die Gewinne von wenigen, iaR ohne positive Effekte (meist gar sinkende Investitionen).

Sollen nun Schulen gebaut werden, oder Privatlehrer angestellt, oder zusätzliche Krankenschwestern eingestellt?
Von wem, mit welchem Investitionsinteresse?

Man muss sich hier sehr klar sein, wie so eine Volkswirtschaft funktioniert.
Was für die Allgemeinheit gut ist, un dletztlich auch das BSP erhöht, fällt nicht vom Himmel. Es kommt auf die Verteilung der inländischen EInkommen an, wie meistens.

Wahrscheinlich musste auch deshalb bis nach der Wahl gewartet werden.
Jetzt Wahlen auf Zypern, und alles wäre möglich, um als erfolgversprechendes Wahlprogramm zu wirken.

holger März 26, 2013 um 16:14

—>>>topi März 26, 2013 um 16:05

zu teuer, wer soll das bezahlen? Können wir uns nicht leisten.

holger März 26, 2013 um 16:16

Ach vergessen es fehlte ja noch ein Argument “Geht nicht”

Schatten März 26, 2013 um 16:20

@ “zypriotische Volkswirtschaft”

Das ist ja vielleicht das Eigentliche, dass in Zeiten der EU samt ihrer Beihilfen und eines gemeinsamen Binnenmarktes und des “transnationalen Kapitals” (@carlos manoso) offensichtlich allenthalben davon ausgegangen wird, dass es eine “zypriotische Volkswirtschaft” gibt.

Die Härtesten hier in D behaupten zudem, es gäbe keine Völker, nur eingebildete Gemeinschaften.

Und jetzt wird der Ruf nach nationaler Volkswirtschaft laut.

Mehr Europa führt also nicht zu einer Zunahme europäischer Wirtschaftspolitik – aber zu mehr Nationalismus im Einklang mit der Forderung nach nationaler Politik. Finde ich nicht schizophren, nur komisch.

Nun ist das Gegenteil einer falschen Sache nicht zwangsläufig richtig, aber wenn also mehr EU zu mehr nationaler Politik führt, dann könnte man zumindest die These aufmachen, dass weniger EU zum mehr Internationalismus führen würde – und da, genau da, kommt das transnationale Kapital ins Spiel.

Die Idee kann doch nur sein, dass die Umverteilungs- und Rettungs-EU und der transnationale Kapitalismus nicht synchron laufen!

Es braucht also keine Bankenunion, sondern eine dem Kapitalismus dienliche Wirtschaftsstruktur [- billige Energie, billigen Transport und billige Kommunikation, bei diesen netzzentrierten Strukturen kann der Staat was machen].

André Kühnlenz März 26, 2013 um 16:26

@f.luebberding @Stephan

Ehrlich gesagt, gehen mir die Bankanalysten gar nicht weit genug. (Man muss die übrigens nicht immer im Verdacht haben, dass sie nur die Banken verteidigen wollen. Wenn die Quatsch schreiben, liest die kein Investor mehr…) Die Schuldenprojektionen, die ich bisher gesehen habe, haben ein zweites Rettungsprogramm noch gar nicht auf der Rechnung…

Dass es das mit den Hilfen noch nicht gewesen ist, das schreiben auch Leute wie Flassbeck/Jens Berger und die stehen nicht gerade im Verdacht besondere Vorlieben für die Banken zu haben.

Auch Flassbeck sagt, dass man einen aufgeblähten Bankensektor nicht über Nacht zusammenschrumpfen kann. Es geht hier um die Folgen für Zypern und die werden katastrophal sein. Aber das interessiert niemand wirklich in Berlin/Frankfurt – außer wenn Frau Merkel und Herr Draghi ihre Sonntagsreden halten…

Und hier in Berlin rennen die Politiker rum und freuen sich wie Bolle, dass sie es so einem Schmarotzerland mal so richtig gezeigt haben… Die würden auch einen Austritt/Staatsbankrott Zyperns in Kauf nehmen – zumindest bis September. Da liegt Stephan gar nicht mal so falsch…

Schütze Arsch März 26, 2013 um 16:29

Mehr “Wettbewerbsfähigkeit” im Tourismussektor? Wie soll das ohne Abwertung gehen? Da läßt sich ja nu keine Produktivität steigern. Oder sollen die Zimmermädchen in den Hotels jetzt nicht nur saugen, sondern gleichzeitig saugen & blasen? Hm… vor ein paar Jahren hätte der Vorschlag vielleicht vom IWF kommen können… Aber da lege ich dann stattdessen lieber wieder meinen genialen Vorschlag zur Sanierung von Inseln vor:

Zypern gibt Gras, Peyotl, Opiate, Koks und Amphetamine frei zum Vertrieb in staatlich lizensierten Geschäften. Der Tourismus wird boomen, der Staatshaushalt saniert. Win-Win-Situation. Ist dann aber wahrscheinlich auch wieder nicht recht.

Doktor D März 26, 2013 um 16:39

Yeah!!! Zypern als real gewordenes künstliches Paradies! Meine Euronen wären ihnen sicher!

Stephan März 26, 2013 um 17:28

@Andre
>Die würden auch einen Austritt/Staatsbankrott Zyperns in Kauf nehmen …

Meiner Meinung nach sollte Zypern genau das machen. Was soll nach diesem Fiasko noch Schlimmeres passieren? Staatsbankrott und im Inland werden alle Guthaben und Verbindlichkeiten von Euro in CYP umgewandelt. Mit der folgenden Abwertung kommt der Tourismus wieder auf die Beine, der Immo-Sektor wird interessant und wer weiß, nach ein oder zwei Jahren floriert auch wieder der Finanzsektor, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Schliesslich hatte Zypern einen großen Finanzsektor auch vor der Einführung des Euro.

Andreas Kreuz März 26, 2013 um 17:34

@fl
Bitte schön archivieren, den Beitrag.
Wir wollen den am Jahresende mal mit dem IST vergleichen.

topi März 26, 2013 um 18:01

Gerald Braunberger

Gibts schon Erklärungsansätze für die unterschiedlichen Zahlen?

“Generell: Viele Debatten über Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Eurozone wären weitaus weniger konfus, wenn ihre Teilnehmer über den Gartenzaun der Eurozone hinausblicken könnten.”

Sicher.
Die Debattenansätze, dass es um die Wettbewerbsfähigkeit ggü. Ländern außerhalb der EUrozone geht, gewönnen allerdings auch sehr an Substanz, wenn dabei nicht beständig implizit die Existenz von Wechselkursänderungen negiert würde.

Angenommen, morgen käme die allmächtige Fee und beschert per Zauberstreich allen Eurozonenländern die gleiche preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Industrie wie Deutschland. Der Euro würde recht heftig aufwerten, und mit der deutschen Überschussexportseeligkeit wäre es vorbei, der siechende Binnenmarkt und die dramatischen Löcher in den Sozialkassen (die ja jetzt nur durch Überschussexportarbeitsplätze verdeckt sind) katapultierten uns direkt in die Zeit des “kranken Mannes” zurück.

Klar muss Zypern preislich mit Nordzypern, Türkei, Israel konkurrieren.
Aber selbstverständlich spielt das deutsche Lohndumping (20 Jahre ohne Realeinkommenzuwachs bei wieviel Proznt Wertschöpfungssteeigerung?) dabei eine entscheidende Rolle.

topi März 26, 2013 um 18:11

An anderer Stelle sprach davon, dass sich bei Finanzplätzen der Wechselkurs nicht in erster Linie an realen Austauschverhältnissen orientiert, sondern von den Finanzströmen bestimmt wird.

Insofern war der Kurs des zypriotischen Pfundes zur Euro-Festzurrung deutlich zu hoch (so wie in Irland).

Das Problem schlägt nun um so stärker zurück.
Der Finanzsektor wird deutlich zurückgefahren werden. In einer normalen Volkswirtschaft würde nun der WK reagieren und sich viel stärker an den Preisen orientieren.

Durch den Euro ist dies unmöglich.

"ruby" März 26, 2013 um 18:17

@ alle Vollhonks

so sieht echtes Schrumpfen aus :

http://www.youtube.com/watch?v=QIjb5yFujCw

someone März 26, 2013 um 18:18

“Wettbewerbsfähigkeit” im Tourismus:
http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/12/08/20_2200_w.php5

Wettbewerbsfähigkeit im allgemeinen:

“The son of Egypt’s president, Gamal Mubarak, said Sunday he will press ahead with bold new economic reforms that will be “more ambitious and more daring” than those that have come before, while still vowing to protect the nation’s poor from any fallout.

Gamal Mubarak is one of the main architects of a far reaching package of economic reform that helped Egypt post impressive economic growth rates over the past few years.

In the five years ahead of the next parliamentary election in 2015, he said, the party needs to create more jobs, increase non-oil exports, nearly double the number of tourists coming every year and lift a million families out of poverty.

Under the influence of Gamal Mubarak’s reform plan, Egypt’s economy grew by an annual average of 7 percent for three years until the global financial meltdown in 2008 slowed growth, but it is still expected to increase by about 6 percent in the fiscal year ending in June 2011.”

http://seattletimes.com/html/businesstechnology/2013772024_apmlegyptpresidentsson.html

Läuft doch alles super.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/kriselnde-wirtschaft-iwf-bietet-aegypten-ueberbrueckungskredit/7912044.html

"ruby" März 26, 2013 um 18:25

Endlich etwas gegen Haircuts

http://www.youtube.com/watch?v=3XuJz7Alc5I

holger März 26, 2013 um 18:27

Ach Topi

—>>>Angenommen, morgen käme die allmächtige Fee und beschert per Zauberstreich allen Eurozonenländern die gleiche (…) Industrie wie Deutschland.”

Die gleichen Kühe, die gleichen Biergärten, denk dir was aus…

—>>>die gleiche preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Industrie wie Deutschland. Der Euro würde recht heftig aufwerten, und mit der deutschen Überschussexportseeligkeit wäre es vorbei”

Nü hören wir mal auf Scherzkekse zu backen… Nach der Theorie müsst ja (sorry für wiederholung) die DDR wirklich blühend sein… Und? siehste… Dümping Löhne Söli und nüschte iss. Deswegen wird der Söli och nicht abgeschafft.

Du kannst die Exportkrake DE nur stoppen, wenn Bayern sich Österreich anschließt und die Schwaben entweder CH oder Fronkraich.

Wie man es bei Banken macht oder will zerschlagen…

Wir haben verdammicht keinen Preisvorteil. Weil die Kostenoptimierung NICHT den Käufern weiter gegeben worden ist.

holger März 26, 2013 um 18:30

Und kömm mir keiner wieder mit Lohn/Stück Kosten aus einer Statistik an. Auch wieder nur Nebelkacke…

Über solche Aussagen lacht sich die wirkliche Export-Industrie schlapp…

egghat März 26, 2013 um 18:34

Zypern ist doomed. Noch viel eindeutiger und klarer als es Griechenland je war. Modell kann eigentlich nur Mallorca (Urlaubsinsel) heißen. Werften oder Logistik, zwei Optionen, die Griechenland immerhin hatte, hat Zypern nicht. Billig Solarstrom erzeugen, um ihn nach Europa zu exportieren? Bei der Lage am A**** der Welt?

Und der Tourismus in Zypern hat das gleiche Problem wie Griechenland. In der Hartwährungszone heisst der Konkurrent Spanien (und hat bessere Infrastruktur + bessere Hotels) und direkt nebenan liegt die Türkei, die außerhalb des Euros zigfach wettbewerbsfähiger ist.

Der Schuldenschnitt für Zypern ist unausweichlich, da stimme ich André völlig zu.

Ob ein Euroaustritt helfen würde? Ich bin da genauso skeptisch wie in Griechenland. Die Banken wären danach pleite, der Staat wäre pleite, der Arbeitsmarkt würde zusammenbrechen, die Vermögen wären reduziert, die Kaufkraft wäre weg. Gegenüber einer sinnvollen Hilfe aus Brüssel auf jeden Fall die schlechtere Lösung. Gegenüber der jetzigen Holzhammer-Totsparlösung aber vielleicht wirklich die bessere Alternative …

"ruby" März 26, 2013 um 18:35

Aufpassen, wenn das Aufräumen beginnt ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=ohjqwN8N30w&NR=1&feature=endscreen

Hauke März 26, 2013 um 18:39

topi

“Was denn nun?”

Laut Eurostat betrug in 2012 der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertschöpfung 5,9%. In 2008 waren es 6,9%.

holger März 26, 2013 um 18:40

Hier

http://www.bpb.de/cache/images/3/52843-1×2-article620.gif?01C58

was meint denn wohl ein jeder, warum es 1993 los ging?

holger März 26, 2013 um 18:45

Zusammengerechnet seit 1993

1.910 Milliarden Euronen.

Hat einer was davon mitbekommen?

Andreas Kreuz März 26, 2013 um 18:50

Aber @holger,
Du bist doch nicht etwa der Stellvertreter des ~HG~ auf Erden? ;-)

holger März 26, 2013 um 18:57

Andreas Kreuz

nein, bin ich nicht… aber ich kann das nicht mehr höheren, dass DE preislich im Wettbewerb steht/stand. Das ist Humbug. Denn das Ausland war immer bereit die Preise zu zahlen für Made in Germany.

1.910 Milliarden Exportüberschuß haben nichts mit dem preislichen Wettbewerb zu tun. Sondern weil die Kostenoptimierung den Shareholder und DAXer gefreut hat, dass sogar Daimler Chrysler bumsen wollten… Heute wird dieser Übercshuß in Kina angelegt. Ohne das auch nur ein preislicher Wettbewerb gewesen ist.

topi März 26, 2013 um 19:02

Hauke

Und laut CIA Facebook

GDP – composition by sector:
agriculture: 2.4%
industry: 16.7%
services: 80.9% (2012 est.)

Offenbar gibt es einen riesigen Gap zwischen “Sektor Industrie” und “verarbeitendem Gewerbe”.

Gibt es dafür Erklärungen?
Bauindustrie, oder nicht, vielleicht?

Balken März 26, 2013 um 19:08

F.L.: “deutschen Maschinenbau in China”

:-) :-D :-P :roll: :lol: :mrgreen: :topi: ;-)

egghat März 26, 2013 um 19:10

@Lübberding:

Eines verstehe ich nicht: Wettbewerbsfähigkeit wird allzuoft nur mit Lohnstückkosten und damit dem produzierenden Gewerbe gleich gesetzt. Warum? Wettbewerbsfähigkeit gibt es im Tourismus auch.

Und hier sieht Südosteuropa einfach schlecht aus: In ähnlicher Entfernung und Qualität liegt die Türkei mit “Weichwährung” und hoher Wettbewerbsfähigkeit quasi vor der Haustüre und im Westen hat Spanien ähnlich hohe Preise, aber viel bessere Infrastruktur.

Ob im oder außerhalb des Euros, Zyperns Lebensstandard wird Richtung Türkei tendieren …

Schatten März 26, 2013 um 19:12

@egghat

>”Modell kann eigentlich nur Mallorca (Urlaubsinsel) heißen.”

Ja, na klar, wenn sie schon zum Steuerparadies zu doof sind…

Aber sie könnten mit billigem Solarstrom auch Serverfarmen betreiben, überhaupt das Internet: English ohne Akzent lernen und internationales Callcenter werden; Internetbuchhaltung (aber nicht typisch griechisch); internationale Logistik; eine Börse für Derivate, die rund um die Uhr auf hat…

Und man braucht noch immer einen Finanzplatz, der zwischen dem Nahen Osten und Europa vermittelt…

– Na ja, “Hic, niger est!” (Horaz, Nietzsche)

Stephan März 26, 2013 um 19:13

@egghat
Ohne Zweifel wäre ein Staatsbankrott gegenüber dem Ausland und die Wiedereinführung des CYP turbulent. Man sollte das meiner Meinung nach auch erst machen wenn die 10 Milliarden geflossen sind. Rache geniesst man bekanntlich am besten kalt.

Aber erstens wäre der Staat im Innenverhältnis dann eben nicht pleite. Und zweitens wären dann die Banken auch nicht pleite, da alle Guthaben und Verbindlichkeiten 1:1 konvertiert würden und der Staat dann Eigenkapital in CYP zu Verfügung stellen kann. Und drittens wäre die Kaufkraft auch nicht schwächer, da Kaufkraft sich nicht nur durch die Werthaltigkeit des Geldes definiert sondern auch durch die “Ability To Pay”. Die Stabilität eines harten Euro ist wenig hilfreich, wenn man keinen harten Euro hat.

Hauke März 26, 2013 um 19:15

topi

“Offenbar gibt es einen riesigen Gap zwischen “Sektor Industrie” und “verarbeitendem Gewerbe”.

Ähem, das hoffe ich. Denn ansonsten gäbe es keine Energie- und Wasserversorgung und keinen Bergbau. Industrie != verarbeitendes Gewerbe. Anteil der Industrie betrug übrigens 9,2% und Finanzdienstleistungen ebenfalls 9,2%. Zur Auffrischung des Oberstufenwissen:

Hauke März 26, 2013 um 19:16
Eagon März 26, 2013 um 19:29

Ist irgendein Problem wirklich gelöst worden.

Das übliche Gequatsche von hochmütigen Deutschen über Geschäftsmodelle ist nicht zu ertragen.

Systemfrager März 26, 2013 um 19:34

Der Ökonomie-Professors Juan Torres López von der Universität Sevilla:

Merkel hat, wie Hitler, dem Rest von Europa den Krieg erklärt, diesmal um sich den vitalen Wirtschaftsraum abzusichern. Sie bestraft uns, um ihre Konzerne und Banken zu schützen – und auch, um vor ihrer Wählerschaft das beschämende Modell zu verbergen, das dafür sorgte, dass der Armutsindex in ihrem Land so hoch ist wie seit 20 Jahren nicht mehr, dass 25 Prozent der deutschen Arbeitnehmer weniger als 9,15 Euro pro Stunde verdienen, oder dass die Hälfte der Bevölkerung, wie bereits erwähnt, über ein einziges miserables Prozent des nationalen Reichtums verfügt.

“El País” heute >>>

Carlos Manoso März 26, 2013 um 19:38

@f.luebberding März 26, 2013 um 15:38
„Selbstredend hat Zypern im Tourismus Konkurrenten. Das nennt sich Wettbewerb. Einer der Konkurrenten ist das Sauerland. Viel schöner als Zypern.“

Luebberding, das Sauerland wäre gewiß „viel schöner als Zypern“… aber erst NACH totaler Implementierung des „Morgenthau-Plans“ in Deutschland & Zypern !

Andreas Kreuz März 26, 2013 um 19:53

@Systemfrager März 26, 2013 um 19:34

Wenn’s doch nur rein ginge,
in die schwabbeligen ‘Mittelstands’-Hirne…

egghat März 26, 2013 um 21:01

@Stephan:

Klar, im Innenverhältnis ist Zypern nach einem Euro-Austritt nicht pleite. Und die Kaufkraft bezieht sich natürlich auch auf das Ausland.

Das ist nicht ganz unwichtig, denn Zypern hat so ziemlich nichts im Lande und holt ziemlich viel von außen. Die haben zwei Kraftwerke (eines davon ist in die Luft geflogen), beide mit Öl befeuert. Griechenland hätte – wenn es kein Öl importieren müsste – auch kein Problem mit Handelsbilanzdefiziten. So haben beide Länder ein Problem. Eine eigene Währung löst zwar einige Probleme, einige andere sind aber genau so schlimm wie vorher …

Balken März 26, 2013 um 21:25

Interessant, immerhin in der FAZ, ein solcher Artikel (wurde hier an andererer Stelle schon verlinkt) , noch interessanter aber die Kommentare dazu – in der FAZ :!:
Unsere Öffentlich-Rechtlichen haben den Knall noch nicht gehört, oder habe ich heute in den Nachrichten etwas verpasst?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/entscheidung-in-nikosia-auffaellig-hohe-geldabfluesse-aus-zypern-12126658.html
So langsam werden wohl die letzten Gläubigen vom Glauben abfallen … ogottogott, was sollen wir bloß wählen :?: Na keine Angst, alle zur Verfügung stehenden Parteien werden vor der Wahl hinterher alles gaaanz anders zu machen versprechen, das wird schon. Die SPD übt schon mal lauthals verbale Absetzbewegungen von der merkel-schäubleschen “Zypern”rettung, wird allerdings dann aus Verantwortung wie üblich zur Fahne stehen, das dann allerdings weniger laut. Wird ein kleiner Vorgeschmack auf das Verhalten der SPD vor und nach der Wahl.

Balken März 26, 2013 um 21:35

Wirklich putzig in dem Zusammenhang (Kapitalverkehrskontrollen, Geldabflüsse) ein nur wenig älterer Artikel ebenfalls auf FazNet. Schon das Titelbild – Schlange vor Bank – signalisiert die rührende Sorge vor Geldabflüssen durch Bankrun, wenn denn die Banken wieder öffnen. Man sieht sie da stehen, die russichen “Oligarchen” und die britischen “Investoren”, und die internationalen “Anleger” (unsere Medien haben ja inzwischen für jeden Spekulanten je nach Herkunft eine eigene Bezeichnung) in der Schlange !!!!!

Balken März 26, 2013 um 21:36
Balken März 26, 2013 um 21:43

F.L. “Zypern wird zwar in den kommenden Tagen aus den Schlagzeilen verschwinden…”

Steile These, bemerkenswerte Augurenfähigkeiten. Im Übrigen, es will nicht allzuviel bedeuten, ob etwas in den Schlagzeilen ist oder nicht, das kann nämlich an den Schlagzeilen liegen. ;-)

Nicht besonders viel los hier im Forum, meinem Eindruck nach. Alle mit Umschichten beschäftigt? ODer stehen in Nikosia in der FAZ-Net-Schlange?

André Kühnlenz März 26, 2013 um 21:49

Ich habe meine Artikel geupdated… Hatte ursprünglich die auslaufenden Anleihen bis 2016 vergessen. Macht das Bild aber nicht wirklich besser… 170 Prozent des BIP…

@Stephan

Je mehr drüber nachdenke, finde ich es auch einen Euro-Austritt am besten für die Zyprer. Der Erzbischof Chrysostomos II hat wohl genau das im Sinn und der ist eigentlich Banker/Immobilienbesitzer in Zypern…

Balken März 26, 2013 um 22:03

Auch ‘n hübscher Fund:

topi März 26, 2013 um 19:02

“… laut CIA Facebook …”

Hübscher Versprecher/Verschreiber.
Wahrscheinlich, sicherlich, kein freudscher, und bloß Zufall, nicht Absicht (oder doch Ironie?).
Wie dem auch sei, jedenfalls , danke, you made my day.

Jackle März 26, 2013 um 22:39

Es scheint überaus sinnvoll, wenn sich sauerländische Sozialdemokraten den Kopf über die zypriotische Volkswirtschaft zerbrechen und mit den Mitkommentatoren beklagen, dass man über Zypern nur noch in naiv-betriebswirtschaftlichen Geschäftsmodellen denkt, es aber irgendwie dann doch nicht seien lassen kann eben über jenes zu sprechen. Am Ende reicht es dann für den weisen Schluss, dass es ohne mehr Schulden, sprich Investitionen, nicht gehen wird werden und die Politik, Politik, Politik solle doch mal. Ich persönlich halte das ja nicht für falsch und keine Frage es lässt das Theaterstück noch über ein paar Akte länger laufen. Mit Stephan E. als EZB Präsi käme sogar noch eine güldene Zugabe dabei heraus.
Nur bleibt dieses sinnieren der sauerländische Sozialdemokraten über zypriotische Volkswirtschaften und ihre Geschäftsmodelle eben am Ende ziemlich sinnlos in einem Meer aus Unsinnigkeiten, die nur durch die sinnvolle Verbindung innerhalb von fragilen sich aufschaukelnden Netzwerken habhaft gemacht werden können.
Wir werden in Nullzinszeiten weiter den Pfad des Wachstums durch hartes naiv-betriebswirtschaftliches Sparen erleben. Zumindest rhetorisch.
Der Nebel verdichtet sich und der Mast wurde wieder kürzer geschlagen. Das ist die Leere aus Zypern. Nichts neues eigentlich.
Naja, vielleicht doch. Wenn die Staatsmafia sich nachts um 3 Uhr zusammen setzt, sind am nächsten Tag womöglich die Banken geschlossen und die schöne Kohle auf dem Konto war einmal. Irgendwann wachen wir alle so auf, da es ohne Kladderadatsch nicht gehen wird, eben weil der Unsinn ständig zum neuen Sinn verwurstet wird und mehr Wachstum, mehr privates Sparen, konkurrierende Löhne, Steuerwettbewerb, Nullzins, irreale Bankbilanzierungen, Gesetzesbrüche, kleinbürgerliches Denken, die Eigenlogik der Systeme, die Korruption, die inneren Schranken des Kapitals, das Klima, die Frau Schwarzer und der Herr Lanz morgen, also nach Zypern, immer noch da sind.
Wir werden irgendwann aufwachen und es wir alles anders sein. Freue mich jetzt aber schon auf die dann folgende Frühkritik, Frank!

Schatten März 26, 2013 um 22:40

@Balken

>”Nicht besonders viel los hier im Forum, meinem Eindruck nach. Alle mit Umschichten beschäftigt?”

Bei Bwin.com, oder was? Heute ist doch Fußball…

Auch so ein Ding! Wenn es wenigstens Champions League wäre! Nein, unser deutsches Team muss gewinnen! Und wenn Zypern gegen Deutschland spielte, oder Griechenland, dann gäbe es eine stilisierte Ersatzschlacht und -Befriedigung.

conceptskip März 26, 2013 um 23:52

Oooch…. jetzt ist die Sause also vorbei….
Und es hat sich herausgestellt dass es kein Free Lunch gibt, weder für Steuerflüchtlinge, noch für die, die sehnsüchtig auf die Drips von der fetten Tadel oben hechelten.
Stattdessen heisst muss man sich um so schnödes Zeug wie Wettbewerbsfähigkeit und anderen volkswirtschaftlichen Mumpitz gedanken machen.
Die moderen zeiten haben einfach keinen Stil….

Schütze Arsch März 26, 2013 um 23:57

@ Jackle

Ja beeindruckend… wirklich… man möchte meinen, der @Lemming sei wieder da.

Aber in einem irrst Du dann doch, denke ich: – “Wir werden irgendwann aufwachen, und es wird alles anders sein.”

Eher so rum: – “Es wird alles noch genauso sein, aber wir werden nicht mehr aufwachen.”

Wir können analysieren, protestieren, sarkastisch sein… und wir können das eines Tages alles sein lassen. Die Hölle läuft einfach weiter. Es ist immerhin schon gut, wenn man darob nicht vollkommen dem Wahnsinn verfällt wie der unglückselige @petervonkloss.

Das sind jetzt keine schönen Worte zum Ausklang des Tages… aber angeblich soll der Anblick von Tiergesichtern ja friedvolle und harmonische Stimmungen auslösen… deshalb noch diese bemerkenswerte Graphik:

http://www.topagrar.com/imgs/5/9/2/9/4/3b611638d78fb66c.jpg

Thor März 27, 2013 um 00:36

Der grundlegende Denkfehler der Kollektivlisten liegt darin, dass sie denken sie könnten so eine Art Ameisenstaat errichten. Manche denken unser System wäre irgendwie (Neo)Liberalistisch. Das ist aber nur ein großer Witz und Begriffsverwirrung. Mit solchen Organisationen wie Zentralbanken, WTO etc…pp. Mit dem Liberalismus wird der größte “Schindluder” aller Zeiten getrieben.

Wir sind aber Hominiden und keine Insekten…..

"ruby" März 27, 2013 um 01:11

Balken macht den Beaker ? ;-)

Schütze Arsch März 27, 2013 um 01:14

@ Thor

Das ist alles ein grundlegender Denkfehler… schon angefangen mit der Hominiden-Hybris. Dabei sollte man doch dem Insekt in Sachen Stil und Haltung einige entschiedene Vorteile zugestehen, zumindest sofern es in Gestalt der Libelle auftritt, welche da mit dem Liberalissimus immerhin einige Anfangsbuchstaben teilt.

http://www.fotos.sc/img2/u/theflyer85/h/LibelleKleiner_BlaupfeilGrolibelleInsekt.jpg

"ruby" März 27, 2013 um 01:14
"ruby" März 27, 2013 um 01:25

@ Schütze Arsch

nicht mehr aufwachen ?

wir haben doch erst Halbzeit in unserem Sonnensysten – kommen noch etwa 2 Milliarden Jahre : Kopf hoch … an die Ode!

topi März 27, 2013 um 01:43

Hauke

Die Frage ist, wieso auf dem so mickrigen verarbeitenden Gewerbe herumgeritten wird, wenn doch der Sektor Industrie in etwa auf dem Stand von Frankreich ist.

Balken

Hast du schon mal Beiträge von mir gelesen? :roll:

topi März 27, 2013 um 01:55

Holger

>>>>
Hier

http://www.bpb.de/cache/images/3/52843-1×2-article620.gif?01C58

was meint denn wohl ein jeder, warum es 1993 los ging?>>>

Das ist der Außenhandelsüberschuss. Fairerweise muss man sagen, dass es um die Leistungsbilanz geht; was ans Ausland überwiesen wird, ob nun an UNO oder EU oder auch ausländische Familienangehörige, muss auch finanziert werden, durch Exportüberschuss.

Die LB drehte mit dem Zonen-Anschluss leicht ins Minus, ging dann wieder leicht ins Plus, und blieb da bis 99.

Erst dann der starke Anstieg. Also mit den Auswirkungen der Eurokursfestzurrung und den ersten Lohnverzichten in D.

Und mit eichelscher Steuerschenkung und Agenda ging es dann ab wie eine Rakete.

Und SELBSTVERSTÄNDLICH wegen der geänderten preislichen Wettbewerbsfähigkeit (aka Lohndumping), die nicht mehr in WK-Änderungen abgefangen werden konnte.

Dein Hinweis, dass die Zone ja so billig ist, ist insgesamt falsch.
Wenn du eine neue Großfabrik hinstellst, in ein Gebiet mit voll erschlossener Infrastruktur in allen Bereichen (samt industrienahe Forschung), dann gilt dies. Aber die Kapitalausstattung im Osten ist immer noch eine andere als im Westen, die Fabriken haben eine andere Größenordnung, etc.pp.

Die Ex-DDR hat sich noch nicht von dem Schock des viel zu hohen WK durch die Zwangsheimholung durch die Hintertür erholt. Trotz Transfers in Billionenhöhe (wovon ein großer Teil natürlich umgehend zurückfließt).

Mal so als Perspektive für die Euroländer, die mit einem jetzt viel zu hohen WK konfrontiert sind. :roll:

topi März 27, 2013 um 02:00

Holger

“Zusammengerechnet seit 1993

1.910 Milliarden Euronen.

Hat einer was davon mitbekommen?”

Klar, du nicht?

Löchrige Schuldächer, stinkende Klos, fehlende Lehrerstellen, viel zu große Klassen, marode Straßen, bröckelnde Brücken, ungebaute Tiefbahnhöfe (hust), Größenordnungen schlechteres Breitband als andere Länder, fehlende Kitas und Erzieherinnen,etc.pp.

Logisch merkt man den Exportüberschuss. :roll:

Du fragst wahrscheinlic nach der Gegenbuchung?

Da musst du mit Hauke sprechen, der findet die Idee des Überschussexportes mit Vermögensaufbau zur Altersvorsorge gut.

Die 1,9 Billionen sind etwas zu hoch, siehe oben, es geht um die LB.

Aber auch diese Milliarden sind bei weitem nicht als AUslandsvermögen vorhanden. Wie auch, wenn man Mercedes und Maschinen gegen Lehmannzertifikate tauscht. :roll:

"ruby" März 27, 2013 um 02:13

Eigen Übersetzung:

“How we all laughed at the old photographs in the magazine,
Wie wir alle über die alten Fotos in den Magazinen lachten
Forty years old but the stories they told of a dream.
Vierzig Jahre alt aber die Geschichten sie erzählten einen Traum
No-one can frown at the face of the clown,
Niemand bleibt kalt beim Gesichtsausdruck des Clowns
With a tear in his eye.
Mit der Träne in seinem Auge
Taking the break was his first big mistake
Eine Pause einzulegen war sein erster grosser Fehler
It would seem.
So scheint es
Over and over.
Nach und nach
Over and over.
We will discover,
Werden wir entdecken
We will discover
That we all fall down.
Dass wir alle untergehen …
Yes we all fall down.
Yes we all fall down.
Yes we all fall down.
Why should he fear that his conscience is clear when he’s makin’ the deal?
Warum sollten wir fürchten, dass sein Bewusstsein gereinigt ist wenn er dass Geschäft durchführt?
Business is fair so today he won’t care how they feel.
Tauschhandel ist gerecht im Jetzt kümmert er sich nicht wie sie sich fühlen
Losing his hold as the years make him old so he’s looking around ,
Seinen Standpunkt zu verlieren während die Jahre ihn altern lassen ihn herumschauen
Wondering why all the things he could buy don’t appeal.
sich wundernd warum alle Dinge, die er kaufen kann nicht berühren
Over and over.
Nach und nach
Over and over.
We will discover,
Werden wir entdecken
We will discover
That we all fall down.
Dass wir alle untergehen
Yes we all fall down.
Yes we all fall down.
Yes we all fall down”

http://www.youtube.com/watch?v=MNE8fCmZUEw&feature=related

Wenn die Jarrow Men marschieren …
fallen das Zinssystem und unsere Träume

"ruby" März 27, 2013 um 02:49

Wenn die Schweinezyklusprediger aus der Zinsfalle durch die Märkte auf Suche nach Rendite vertrieben werden – siehe hierzu den Link auf Keynes von Eclair im Herdentrieb, wird das Scheinheilige-Nomenklaturisten-Rettungskonglomerat SNR sich mit mea culpa selbst zu retten versuchen.
http://www.youtube.com/watch?v=OCKGJ1rjVAQ
Jeroen Dijsselbloem ist der Testballoon

"ruby" März 27, 2013 um 03:10
"ruby" März 27, 2013 um 03:38

http://gutenberg.net.au/ebooks03/0300071h/chap12.html

“Even apart from the instability due to speculation, there is the instability due to the characteristic of human nature that a large proportion of our positive activities depend on spontaneous optimism rather than on a mathematical expectation, whether moral or hedonistic or economic.”

“We should not conclude from this that everything depends on waves of irrational psychology. On the contrary, the state of long-term expectation is often steady, and, even when it is not, the other factors exert their compensating effects. We are merely reminding ourselves that human decisions affecting the future, whether personal or political or economic, cannot depend on strict mathematical expectation, since the basis for making such calculations does not exist; and that it is our innate urge to activity which makes the wheels go round, our rational selves choosing between the alternatives as best we are able, calculating where we can, but often falling back for our motive on whim or sentiment or chance. ”

http://www.youtube.com/watch?v=AIOcEdXsHhw

Francisco Tárrega

holger März 27, 2013 um 08:46

Topi

—>>>Die LB drehte mit dem Zonen-Anschluss leicht ins Minus, ging dann wieder leicht ins Plus, und blieb da bis 99.
Erst dann der starke Anstieg. Also mit den Auswirkungen der Eurokursfestzurrung und den ersten Lohnverzichten in D.”

Horsche mol, ich tippsele das nur jetze noch mal für dich, die Lohnverzichtsorgie ich nenne das Kostenoptimierung begann schon Mitte der 80er Jahre und zwar exakt ab 1986… Nicht rein zufällig kam dann Alan Greenspan ans Ruder. Das kann ich deswegen behaupten, weil ich als Saustift unmittelbar 1988 nach der Lehre es live und in faabe gespürt hatte. Abbau der Schlosserei um 50% können andere billiger.
Dh es setze schon im Westen ein, da wart ihr noch Vier das Volk. Zu finden auch unter der Agenda Kanban Kaizen.

High Light VW stampfte 1993 das 14te Monatsgehalt ein. Zulieferer wurden bewusst kaputt gemacht und aufgekauft.

—>>>Und mit eichelscher Steuerschenkung und Agenda ging es dann ab wie eine Rakete”

Das kam dann oben noch auf, das “politische”… aber Makronesen haben eines noch nicht gepeilt:
Stichwort Normung der Industrie DIN EN ISO 9000 ff. Nie gehört? Macht nix. Jeder Betrieb besonderes Export lastige wurden Gleich Geschaltet ohne Zertifizierung kein Auftrag.

—>>>Und SELBSTVERSTÄNDLICH wegen der geänderten preislichen Wettbewerbsfähigkeit (aka Lohndumping), die nicht mehr in WK-Änderungen abgefangen werden konnte.

Es ist kein Lohndumping sondern Kostenoptimierung. Und hatte für die Exportindustrie keinen Einfluß auf die Preise.

topi März 27, 2013 um 09:03

Holger

“Horsche mol, ich tippsele das nur jetze noch mal für dich, die Lohnverzichtsorgie ich nenne das Kostenoptimierung begann schon Mitte der 80er Jahre und zwar exakt ab 1986″

Da hast du recht. Kann man auch in den Statistiken sehen ab 87.

Der Punkt, mein Lieber: solange der Wechselkurs flexibel ist, führt dies einfach zur Aufwertung, un dder LB-Saldo bleibt in relativ kleinem Rahmen (wenn man nicht wie China massive Kapitalverkehrskontrollen betreibt oder hauptsächlich ein Finanzplatz ist).

Dass interessierte Kreis Lohndumping gerne Kostenoptimierun gnennen, ist schon klar. Muss man ja nicht übernehmen, diese Sprache. ;roll:

Fakt ist, dass man dadurch sein BSP reduziert, und der Exportsaldo kommt noch obendrauf, wenn man den realen Wohlstand im Lande messen will.

Der Nichteinfluss auf die Preise ist allerdings albern.
30 Prozent höhere Reallöhne in Deutschland hätten selbstverständlich unmittelbar einen Einfluss auf die Preise die die Unternehmen nehmen MÜSSEN.

Richtig ist, dass nicht jede Lohnsenkung(absolut oder relativ) auf die Preise durchschlägt, sondern in Gewinne.

Da wundern sich ja auch die Superökonomen, wieso denn in Austeritätsgeschleiften Ländern zwar die Löhne stark sinken, aber nicht die Preise. Wunder wunder wunder.

Hauke März 27, 2013 um 09:06

topi

Zypern benötigt einen lebendigen Exportsektor, nicht nur um Arbeitsplätze und Wertschöpfung zu generieren, sondern vor allem weil die zyprische Volkswirtschaft auf absehbare Zeit Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschaften muss, um die Verschuldung unter Kontrolle zu bekommen. Exportüberschüsse können unter Umständen aus dem Tourismus generiert werden, im Allgemeinen sind jedoch die Möglichkeiten, Überschüsse im Dienstleistungssektor zu erwirtschaften, limitiert, da der Anteil handelbarer Güter im Dienstleistungsbereich wesentlich kleiner ist, als im Bereich Waren. Der andere Dienstleistungssektor, wo dies möglich wäre, sind Finanzdienstleistungen, allerdings ist das nun gerade der Sektor, aus dem in Zypern zukünftig negative Wachstumsimpulse kommen werden. Bleibt also nur die industrielle Basis, insbesondere das verarbeitende Gewerbe. Deshalb der Fokus. Da jedoch das verarbietende Gewerbe in Zypern wenig ausgeprägt ist, bliebe nur die Möglichkeit, ähnlich wie Entwicklungsländer, über ein “Werkbank-Modell” diesen Sektor langfristig aufzubauen. Dafür benötigt es aber wettbewerbsfähige Preise, also wesentlich niedrigere Löhne. Krugman sieht eventuell noch den Agrarsektor, aber ehrlich gesagt denke ich nicht, dass Zypern hier mit Spanien konkurrieren kann. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Zypern den Euro verlassen wird um abzuwerten und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Der beste Zeitpunkt dafür wäre jetzt.

http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/03/26/cyprus-seriously/

holger März 27, 2013 um 09:20

Topi

—>>>http://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4tsmanagementnorm

Hier 9000

Der Betrieb, der nun im Makro mitmachen will, muss zertifiziert sein. Kennste einen kennste alle. Man muss sich nur mal damit auseinandersetzen, was wie in der Industrie passiert ist. Denn durch die Normung ist Mikro=Makro…

Das hat bis in die Investitionen Auswirkungen…

Dh um International bestehen zu können, müssen die Normungen und Zertifizierungen vorhanden sein. Und diese Normung hat in jedem Betrieb die gleiche Auswirkung auf die BWL.

Und bei internationalen Riesen, ob GE oder Siemens wirst du kaum Unterschiede in den Preisen finden…

topi März 27, 2013 um 09:25

Der frühestmögliche Zeitpunkt wäre selbstverständlich für jedes Land der beste Zeitpunkt zum Euro-Austritt. :roll:

Und Schuldenzurückzahlen, ja mei, muss man ja nicht wollen.

Die Produktion auf Mallorca oder Ibiza sollte sich relativen Grenzen halten?
Und wie niedrig sollen zypriotische Löhne sein, damit sich dort ein ausländischer Investor niederlässt und eine große Fabrik hinstellt?

Die sollen herstellen, was sie leicht können, kleine Buden für einige WtB, Lebensmittel, etc.
Bodenschätze gibt es ein paar, wobei sie das “Zypern-Erz” wohl schon einige Jahre “zu früh” rausgeholt haben. :roll:

Hochwertiger Tourismus muss das Rückgrat bilden. Nur kommen jetzt erstmal weniger reiche Russen, die nach ihren Konten schauen. :roll:

Damit kann man genug erwirtschaften, um die notwendigen Einfuhren zu tätigen. Wer braucht schon ständig haufenweise neue Porsches.

Im hochwertigen Tourismus könnte man auch gut das heimische Handwerk unterbringen, statt schwedische Möbelsurrogate oder so.

Aber hier ist die WK-Inflexibilität besonders bitter.

Keynesianer März 27, 2013 um 09:28

@Hauke

Da jedoch das verarbietende Gewerbe in Zypern wenig ausgeprägt ist, bliebe nur die Möglichkeit, ähnlich wie Entwicklungsländer, über ein “Werkbank-Modell” diesen Sektor langfristig aufzubauen. Dafür benötigt es aber wettbewerbsfähige Preise, also wesentlich niedrigere Löhne.

Die Arbeitskräfte für ein solches “Werkbankmodell” kannst Du nur mit blankem Terror rekrutieren. Das geht nur in China mit der KP oder in Indien mit seinem Kastensystem oder in Ländern Afrikas und Lateinamerikas, deren Bürger über Jahrhunderte durch die Kolonialherrschaft gebrochen wurden und wo sich noch direkte Gewaltherrschaft durch Terror, Folter und Mord durchsetzen lässt.

Wie willst Du das denn in Zypern machen?

Außerdem würde jeder potentielle Lohnsklave vorher aus dem Land flüchten, in den türkischen Sektor oder nach Griechenland und in andere Euro-Staaten.

Finanzdienstleistungen waren schon eine geniale Idee. Da werden die dringend nötigen Importe halt mit dem Geld gutgläubiger Anleger finanziert und alle Jahrzehnte ist es – huch :roll: – in einer Finanzkrise auch hochoffiziell verschwunden.

holger März 27, 2013 um 09:29

—>>>Der Nichteinfluss auf die Preise ist allerdings albern.
30 Prozent höhere Reallöhne in Deutschland hätten selbstverständlich unmittelbar einen Einfluss auf die Preise die die Unternehmen nehmen MÜSSEN.”

Das nur, wenn die Gewinnspanne gleich bleiben soll. Und es kommt eben darauf an, wie Personalintensiv das Unternehmen ist. Ansonsten hatte ich das schon an einer Bäckerei erklärt.

topi März 27, 2013 um 09:33

Solaranlagen auf Freiflächen bringen im finsteren D im Dezeber 2013 noch 8,5 Cent pro kwh.

Das dürften also Gestehungskosten von7 Cent oder weniger sein, incl. Finanzierung.

Im sonnigen Süden sollte man da noch einmal deutlich drunter leigen vielleicht 5 Cent pro kwh. Tendenz weiterhin stark fallend.

Als als erstes sollten die Zyprioten aufhören, Öl zu importieren, sondern ihr explodiertes Kraftwerk durch solaranlagen zu ersetzen. Ein nicht unerheblicher Teil der Wertschöpfung bleibt beim Installateur, und die Sonne berechnet nix für ihren Exportüberschuss. :roll:

Das “Modell Island”, mit billigem STrom ALubuden etc. anzulocken, geht noch nicht mit Solarstrom. Ist einer Urlaubsinsel allerdings auch nicht sonderlich zuträglich. :roll:

topi März 27, 2013 um 09:36

holger

—>>>Der Nichteinfluss auf die Preise ist allerdings albern.
30 Prozent höhere Reallöhne in Deutschland hätten selbstverständlich unmittelbar einen Einfluss auf die Preise die die Unternehmen nehmen MÜSSEN.”

“Das nur, wenn die Gewinnspanne gleich bleiben soll. Und es kommt eben darauf an, wie Personalintensiv das Unternehmen ist. Ansonsten hatte ich das schon an einer Bäckerei erklärt.”

In allen Vorprodukten sind hiesige Lohnkosten drin. Selbst in den importierten (da natürlich im Anteil weniger).

Da es kaum Preise mit 30-Prozent-Marge gibt, hätten die Preise steigen müssen, wenn man nicht Verlust machen will; was auf die Dauer weniger gesund ist.

Preissteigerungen der deutschen Industrie wären ja auch kein Problem. Wird eben weniger Überschuss exportiert-

aifran März 27, 2013 um 09:40

Voller Sehnsucht warten die Wirtschaftsweisen auf die Ankunft einer Ausserirdischen Handelsdelegation. neue Märkte und endlich wieder Wachstum, Wachstum, Wachstum (Ohne Wachstum können wir ja die Scheiss Kredite nicht zurückzahlen – schließlich haben wir ja ein Schuldgeldsystem)

Sie liefern uns die Rohstoffe – wir bauen daraus für sie die superflotten Raumflitzer die sie so lieben und machen dabei ordentlich Gewinn …..

Also wundert euch nicht wenn ihr Nacht für Nacht Wirtschaftsweise beobachten könnt die den Himmel mit Feldstechern beobachten …. Sie wissen wo Rettung naht – sind ja kluge Köpfe diese Wirtschaftsweisen …. oder? :-)))

… wie gehts dem Gesetzlichen Zahlungsmitteln und wie gehts dem von Banken geschöpften Buch/Giralgeld welches ja eben kein Gestzliches Zahlungsmittel ist? Ist schon eine Frechheit wenn die Leutchen in Zypern die nicht haltbaren Versprechen Giral/Buch Geld in Gesetzliches Zahlungsmittel umtauschen wollen ….

Hauke März 27, 2013 um 09:48

Vorab: “Entwicklungsland” trifft es nicht; ich meinte “Schwellenland”.

Keynesianer

“Außerdem würde jeder potentielle Lohnsklave vorher aus dem Land flüchten.”

Wäre dem so, dann wäre das die wunderbarste aller Welten, denn das würde uneingeschränkte Faktormobilität implizieren und dann hätten wir tatsächlich einen wunderbar funktionierenden gemeinsamen Währungsraum. Ist es aber nicht. Die unterschiedlichen Erwerbslosenquoten zwischen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern zeigen, dass selbst innerhalb eines gemeinsamen Sprachraums Arbeitsmobilität mit gewissen Rigiditäten behaftet ist.

holger März 27, 2013 um 09:49

topi

—>>>In allen Vorprodukten sind hiesige Lohnkosten drin. Selbst in den importierten (da natürlich im Anteil weniger).”

Er will mich mal wieder vergackeiern… aber natürlich sind in einer Kalkulation Kosten “versteckt”… :P

Keynesianer März 27, 2013 um 10:08

@Hauke

Du meinst mit “Arbeitsmobilität”, dass die Leute zur Arbeit hinrennen sollten, bei mir ging es darum, dass sie von der Arbeit als Lohnsklaven auf Zypern fortrennen werden.

Darum funktioniert das auch in Griechenland nicht, denn bevor die Leute sich 10 Stunden am Tag 6 Tage in der Woche für Hungerlohn kaputtschinden lassen, werden sie als Bettler und Bänkelsänger aufbrechen und durch Europa ziehen oder am Strand die Touristen und auf See die Yachten ausrauben.

Man kann es ihnen nicht mal verdenken.

In Griechenland machen die gerade mit der sozialen Entwicklung den Tourismus kaputt. Dabei hätte Griechenland genug Geld in der Branche verdienen können ohne die Konkurrenz mit den Türken fürchten zu müssen, wo die erste Liebe am Strand für die Kids gleich in den finstersten Kerkern enden kann. :roll:

Hauke März 27, 2013 um 11:14

Sieh mal einer an. Selbst die Alternativlos-Fraktion der Euroretter vom Herdentrieb fängt an, den Euro in Frage zu stellen: http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/03/27/sollte-zypern-den-euro-abgeben_5861

aifran März 27, 2013 um 11:38

… ob die USA wohl sehr traurig ist wenn es den Versuch Europas mit der EU und dem Euro am US – Hegemonialmachtstatus’Welt-Leitwährung Dollar” zu kratzen zerbröselt???

Keynesianer März 27, 2013 um 11:56

Es geht doch nicht um Euro oder eigene Landeswährung.

Wir Deutschen haben es ja erlebt, wie seinerzeit die Figuren im Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank ganz ohne Euro mit Hochzinspolitik Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit inszeniert haben. Die angeblich “unabhängige” Bundesbank mit einschlägigen Bekannten wie INSM-Tietmeyer und Konsorten kannte da gar keine Skrupel und keine Rücksichten auf Land und Landsleute.

Das deutsche Lohnniveau war schon vor der Euroeinführung durch die ewige “Stabilitätspolitik” der Zinsverbrecher, die allein für die Massenarbeitslosigkeit in D verantwortlich waren, gegenüber allen Nachbarländern heruntergebrochen worden.

Ob es den Zyprern ohne Euro und Europa besser ginge, ist doch sehr zu bezweifeln. Dann wäre das Land völlig ungeschützt dem Zugriff der internationalen Finanzspekulation und OK ausgesetzt.

Die Not der Menschen wird ja immer noch völlig absichtlich durch verbrecherische Politik erzeugt und nicht durch irgendwelchen Mangel von Seiten der Natur. In Zypern oder sonstwo müsste niemand irgendeine Not leiden. Der Mangel und das Elend werden immer künstlich geschaffen und nicht ohne Grund geht es meist den Ländern noch am besten, die überhaupt keine Rohstoffe oder sonstwas zur Ausbeutung haben.

Auch keine Arbeiterschaft zur Ausbeutung zu haben, wäre für D ebenfalls besser. Da würde man die INSM morgen auflösen.

Schütze Arsch März 27, 2013 um 12:35

Hallo liebe Markt- und Außenhandelslogiker. Nu hab ich da gestern abend eine Graphik reingestellt, hinter der sich eigentlich eine Frage verbirgt…

Also 2008 wurden nach Deutschland über 1 Million Tonnen Schweinefleisch importiert. Gleichzeitig wurde nahezu der doppelte Umfang exportiert.

Der Exportwert ist in den Jahren danach offenbar nicht gehalten worden… aber gut… lassen wir das mal beiseite…

Ich finde Angaben, wonach der deutsche Hominide im Durchschnitt so um die 50 kg Sus scrofa domestica jährlich in sich hineinschaufelt. Demnach müßte also der Schweinefleischkonsum hierzulande bei roundabout 4 Millionen Tonnen jährlich liegen.

Nun ist Schweinefleisch das, was Ihr Ökonomen ein “homogenes Gut” nennt, also im Gegensatz zu Maschinen und Anlagen ist die Gebrauchswert-Varianz bei der Sau wohl zu vernachlässigen…

Wie kommt es dann, daß “Deutschland” von diesem Gut über ein Viertel des eigenen Verbrauchs importiert, gleichzeitig aber auch über ein Viertel des eigenen Verbrauchs exportiert? Wahrscheinlich ist das jetzt keine korrekte Ausdrucksweise, aber ich sag einfach mal so: In bezug auf das homogene Gut Schweinefleisch hat die deutsche Wirtschaft einen “Offenheitsgrad” wie manche Volkswirtschaften in bezug auf alle Güter und Dienstleistungen.

Nu frag ich mich: Wie ist das möglich? Ist das nicht totaaal irrsinnig? Und hat das was mit der “Wettbewerbsfähigkeit” zu tun? Bin gespannt auf die Antworten. Finde, es ist gar nicht so off topic. Krugman meint ja, Zypern solle nach Abwertung zum Agrarexporteur werden…

egal März 27, 2013 um 13:00

@Treidelstein
Worauf willst du hinaus? Osteuropäische Subs verdienen in deutschen Schlachterein bekanntlich ab 1,90 die Stunde.

http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/lohndumping-fleischindustrie100.html

aifran März 27, 2013 um 13:20

Verkauf und exportier ich mein Schweinchen gerade mal so Kostendeckend an meine Tochter Firma in einem Steuerparadies. Meine Tochterfirma verkauft es mir fünf Minuten später zum drei mal höheren Preis zurück. Macht mit diesem Export natürlich einen Riesengewinn für den aber im Steuerparadies kaum Steuern anfallen.

Ich schlage auf den hohen Importpreis aus dem Steuerparadies auch noch ein wenig drauf und verkaufe das Schweinchen an die Heimischen Nutzmenschen. Natürlich mit etwas Gewinn trotz der hohen Besteuerung. Ach ja dann, welche Freude – Überweist mir meine Tochterfirma ihre enormen und bereits Versteuerten Gewinne. Doppelt Abzocken macht doppelt Spaß, dauert keine fünf Minuten ….

Schatzinseln: Wie Steueroasen die Demokratie untergraben [Broschiert] Nicholas Shaxson

http://www.amazon.de/Schatzinseln-Wie-Steueroasen-Demokratie-untergraben/dp/3858694606/ref=sr_1_1?s=books-tradein&ie=UTF8&qid=1364385875&sr=1-1

Linus März 27, 2013 um 13:28

@Schütze Arsch:
http://www.v-d-f.de/zoom/deutschland_aussenhandel_2010

Hauptlieferanten sind Dänemark und Niederlande, Hauptabnehmer scheint Österreich zu sein
Preise für “Fleisch von Schweinen, frisch gekühlt, gefroren”
Import: 1684 Euro/t
Exportseite: 2045 Euro/t
Da stimmt wohl was nicht mit dem freien Markt.

topi März 27, 2013 um 13:47

@ Schütze

In einem “gemeinsamen Binnenmarkt” ist es ja prinzipiell irrelevant, aus welchem Land das Zeug für die Wurst oder die Lasagne kommt.

Die Preise können sich europäisch nicht sonderlich unterscheiden.
Die einzige Rechtfertigung für Unterscheidung wäre ja Inhomogenität. Es wäre eine Erklärung, dass es in manchen Nachbarländern den Verbrauchern nicht völlig Wurscht ist, welche Schweinereien in ihr Essen gemixt werden, und die dann deshalb rumänische Freibankhälften nicht so gerne sehen.

Dann kriegen sie eben ihr Zeug aus D, un dder Michel isst das rumänische.
Oder er deklariert das rumänische um, könnte erstaunliche Wertsteigerungen erleben (so wie die Normalrübe auf ihrem Weg vom Zauberstab der Fee getroffen und zur Bio-Möhre wird, bspw.).

Wenn es Homogenität und ins Gewicht fallende Preisunterschiede gibt, dann bahnen sich die Handelsströme den Weg in eine Richtung.
Sonst müssen sie gar nicht.

baba März 27, 2013 um 13:48

H Schieritz schreibt u.a.:
„Und der Vorteil liegt auf der Hand: Eine Abwertung würde Zypern als Tourismusdestination attraktiver machen und damit einen wichtigen Wirtschaftszweig für die Insel stimulieren.“

Ach nun auf einmal! Diese Banalität wurde doch jahrelang von allen Euro-Fans tot geschwiegen bzw niedergemacht.
Warum fällt ihm das erst jetzt ein und nicht schon vor Jahren bei Griechenland, wenn es doch auch für ihn “so auf der Hand” liegt?

Seit Jahren gilt unverändert der Satz:
Der Euro besteht exakt so lange wie Deutschland zahlt

Schütze Arsch März 27, 2013 um 13:53

@ egal

Das ist mir bekannt, hatte neulich einen ähnlichen Link. Treidelstein hätte vielleicht auf was hinaus gewollt, Schütze Arsch aber fragt einfach mal so in die Runde. Man muß der Spur des Schweins zu folgen versuchen. Wo kommt es her, wo geht es hin? Wer bewegt die Sau warum wohin? Für das Baumwoll-T-Shirt gab’s da ja mal eine ziemlich aufschlußreiche amerikanische Dokumentation, die leider im Netz wohl nicht mehr verfügbar ist.

Hier wird Ökonomie ja immer so ein bißchen wie ein physikalisches System zu erklären versucht, kommunizierende Gefäße etwa… Wenn man die Versuchsanordnung etwas kippt, dann schwappt hier was raus, da was rein… So entsteht die Frage nach dem Geschäftsmodell von Staaten. Der Verweis auf die Schweine-Anomalie (?) soll diese Sicht vorübergehend ein wenig irritieren, wenn es hoch kommt.

Läßt sich das alles nicht vielleicht eher nach dem Milo-Minderbinder-Prinzip beschreiben? (für alle Catch-22-Leser)
Upps… nu läuft’s doch noch auf was hinaus.

@ Linus, vielen Dank für das Fundstück. – @aifran, das scheint mir mit den Zahlen jetzt zwar etwas überzeichnet, aber ungefähr sowas meine ich mit Milo Minderbinder. “Schurkenwirtschaft” schrieb Scarpinato, seines Zeichens italienischer Antimafia-Ermittler.

Doktor D März 27, 2013 um 14:01

Neben Steuervorteile dürften auch noch diverse EU-Subventionstöpfe eine Rolle spielen. Zumindest in den 00er-Jahren hat man mal für das Exportieren von Schweinen Subventionen bekommen.

Frankie Bernankie März 27, 2013 um 14:17

Tourismus

Langsam wirds eng.
ich erkläre mich gerne bereit zur Rettung prekärer Länder via Tourismus, aber dann brauch ich definitiv mehr Urlaub.

Länder, die aktuell durch den Tourismus gerettet werden müssen:

Zypern
Griechenland
Portugal
Ägypten
Tunesien
Montenegro
Bulgarien

Länder, die aktuell durch Tourismus gestützt werden müssen:

Marokko
Kroatien
Slowenien
Gambia
Kapverdische Inseln
Türkei
Malta
Baltikum
Thailand

Länder, in denen Tourismus aufgebaut werden muss:

Albanien
Moldawien
Libyen
Libanon
Rumänien
Bosnien-Herzegowina
Senegal

Länder, in denen die Touristen tatsächlich Urlaub machen

Spanien
Frankreich
Italien
Grossbritannien
Deutschland
Österreich

Ich fordere die Erhöhung des Mindesturlaubs für Bewohner des Starkeuroraums auf mind. 60 Tage bezahlt, sonst können wir das nicht wuppen.

Carlos Manoso März 27, 2013 um 14:24

@Hauke März 27, 2013 um 09:06
„Zypern benötigt einen lebendigen Exportsektor, nicht nur um Arbeitsplätze und Wertschöpfung zu generieren, sondern vor allem weil die zyprische Volkswirtschaft auf absehbare Zeit Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschaften muss, um die Verschuldung unter Kontrolle zu bekommen.“

Hauke, Zypern benötigt selbstverständlich keinen „lebendigen Exportsektor“. Schon gar nicht aus dem immanenten Grunde, „um die Verschuldung unter Kontrolle zu bekommen“.

„Exportüberschüsse können unter Umständen aus dem Tourismus generiert werden, im Allgemeinen sind jedoch die Möglichkeiten, Überschüsse im Dienstleistungssektor zu erwirtschaften, limitiert, da der Anteil handelbarer Güter im Dienstleistungsbereich wesentlich kleiner ist, als im Bereich Waren.“

Hmm, da denkst du totalitär immanent wie ein geklontes Troikahirn ! Zyperns Bürger verändern nach diesem „Großen Theaterstück“ jetzt nach und nach ihre Gehirne inkl. Bewusstsein (= bewusstes Sein) ! Zyperns Touristenhotels und Touristenrestaurants erwirtschaften wie bisher p.a. 2,5 Mrd. € Umsatzerlöse. Die in diesem Bereich erwirtschafteten Löhne und Unternehmereinkommen geben die Zyprer nach und nach immer häufiger für gesunde Lebensmittel und gesundes Wasser aus, was von zyprische Bauern produziert wird. Auf importierte teure industrielle Nahrungsmittel der einschlägigen Lebensmittelkonzerne werden die Zyprer nach und nach auf zu nahezu 100% verzichten. Alle Güter des täglichen Bedarfs wie Körperpflegeprodukte etc. werden wohl nach und nach von lokalen zyprischen Produzenten produziert und ersetzen importierte Markenartikel immer mehr.

„Da jedoch das verarbietende Gewerbe in Zypern wenig ausgeprägt ist, bliebe nur die Möglichkeit, ähnlich wie Entwicklungsländer, über ein “Werkbank-Modell” diesen Sektor langfristig aufzubauen. Dafür benötigt es aber wettbewerbsfähige Preise, also wesentlich niedrigere Löhne.“

Hauke, warum sollte sich die Zyper mittels dieses „Werkbankmodells“ selbst versklaven, ein „Modell“, das nur Geld für Kapital und Zinseszins der „Werkbankbauer“ erwirtschaften soll ? Du willst doch nicht ernsthaft glauben machen, es gäbe dazu im Jahr 2013 keine Alternativen mehr, in einer Situation, in der das Weltsystem des Kapitals sich irreversibel in eine definitiv unlösbare Systemkrise entwickelt hat !

„Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Zypern den Euro verlassen wird um abzuwerten und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Der beste Zeitpunkt dafür wäre jetzt.“

Warum sollte Zypern denn den Euro verlassen ? Mal ernsthaft Das wäre doch extrem idiotisch und nur logisch, wenn man totalitär immanent hirngewaschen denkt ! Nein, Zypern hat jetzt die einmalige Chance, jetzt in einen extrem schnellen Strukturwandel in etwas bisher ganz Neues zu probieren, um das tägliche Leben von 800.000 Menschen vernünftig zu organisieren. Und nicht irrational und quasi wahnsinnig zu organisieren wie z.B. Deutschland, das an die Endkrise des Systems des Weltkapitals gekettet ist.

Bei diesem Experiment werden die Menschen in Zypern z.B. den Staatsapparat auf das wirklich Allernotwendigste gesundschrumpfen, einen „Industriesektor“ für Güter des täglichen Bedarfs entwickeln und ein „Solidarsystem“ aufbauen für Menschen, denen das „Allernötigste“ fehlt. Mit anderen Worten: in einem extrem schwierigen Prozessen wird sich möglicherweise nach vielen Irrwegen eine solidarische, menschenwürdige Gesellschaft herauskristallisieren.

Lieber Hauke, was nun dein Hauptanliegen betrifft, den Glauben, Exportüberschüsse generieren zu müssen, um die Verschuldung unter Kontrolle zu bekommen, so könnten wir jetzt lernen, was passieren wird, wenn eine Gesellschaft ohne Auslandskredite außerhalb von Zinskrediten auskommen muß (was den Strukturwandel gewiß extrem beschleunigen wird). Wenn Zypern das in wenigen Jahren schaffen sollte, wird Zypern nur noch Kredite ausschließlich für die Zinszahlungen von der EU benötigen. Allein aus diesem schlichten Grunde wird Zypern Mitglied der EU bleiben! Das heißt, die EU bedient dann weiterhin wie bisher den Kreditsektor der EU (von der Zypern bisher nur ein etwas zu groß gewordener Teil war) mit Euros, um die Zinsforderungen der EU-Banken für seine Alt- Kredite zu bedienen.

Zypern muß somit ab jetzt nur noch extrem schnell umstrukturieren und dabei nur noch warten, bis das System des Weltkapitals kollabiert !

Stephan März 27, 2013 um 14:27

@Frankie
Das fordere ich schon lange. Sämtliche Brückentage (1-2 Tage!) werden zu gesetzlichen Euro-Solidarität-Feiertagen erklärt.

Balken März 27, 2013 um 14:43

@Keynesianer März 27, 2013 um 09:28

Das schlägt dem Fass denn doch die Krone ins Gesicht. Solch eine Aufzählung von dem absoluten einzigen Durchblicker hier? Irgendwie doch dem preußischen Schwiegervater aufgesessen, wenn auch von rückwärts durch die Brust ins Auge?
In der Aufzählung hast du Nordkorea vergessen! Nordkorea geht immer! Aber niemals nicht in der Sub-sub-sub-Arbeitskraftunternehmer-Werkvertragskultur in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands, gelle? Für wieviel arbeitet da doch gleich noch der halbillegale Lohnsklave aus Rumänien, der an der Pforte des “Gast”arbeitercamps seinen Pass abgegeben hat, auf’m Schlachthof, na? Dahin würden die aus Spanien, Portugal, Zypern flüchten, und deshalb “kannst du das mit Zypern nicht machen”? Aber dalli, die Arbeitsagentur wirbt schon an, Portugiesen, Spanier, Letten, wegen Fachkräftemangel ™ in D. Zypern ist noch’n bißchen frisch, aber das wird schon.
@Keynesianer: “Die Arbeitskräfte für ein solches “Werkbankmodell” kannst Du nur mit blankem Terror rekrutieren. Das geht nur in China mit der KP oder in Indien mit seinem Kastensystem oder in Ländern Afrikas und Lateinamerikas, deren Bürger über Jahrhunderte durch die Kolonialherrschaft gebrochen wurden und wo sich noch direkte Gewaltherrschaft durch Terror, Folter und Mord durchsetzen lässt.”
Blablatätärää. Gottchen, wer hier in D so alles schon gebrochen ist … VomHartz-IV-Zwangsarbeiter bis zum Zeitungsredakteur. Wie sagte doch mal der geniale Otto Wahlkes: Man hat mich gezwungen! Mit Geld!
“Wie willst Du das denn in Zypern machen?”
“Außerdem würde jeder potentielle Lohnsklave vorher aus dem Land flüchten, in den türkischen Sektor oder nach Griechenland und in andere Euro-Staaten.”
Genau. Der niedersächsische Schlachthof wartet schon. Das geht ganz ohne “Folter und Mord”. Hättest du es ein bißchen kleiner? Es geht nämlich auch mit Kleingeld, ganz wörtlich genommen!
Mann, da dreht sich ja der Schwiegersohn des preußischen Innenministers im Grabe um!

Keynesianer März 27, 2013 um 14:46

Etwas Nostalgie für Makroökonomen:

Denn eine bessere Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt bringt nur in dem Maße binnenwirtschaftliche Wachstums- und Beschäftigungsgewinne, als sich der (positive) Außenbeitrag erhöht. Export- bzw. Leistungsbilanzüberschüsse der einen sind jedoch notwendig mit Defiziten der anderen Länder verbunden.

Karl Georg Zinn “Zwanzig Jahre Wirtschaftskrise” von 1996
http://www.zeitschriftarbeit.de/docs/3-1996/zinn.pdf

Da wurde alles schon gesagt zum Thema Wettbewerbsfähigkeit. Aber wirklich alles. Immer wieder lustig: Jetzt zerbrechen wir uns für Zypern die Köpfe, wie das arme Land wettbewerbsfähig werden könnte.

topi März 27, 2013 um 14:55

Carlos Manoso

“Warum sollte Zypern denn den Euro verlassen ? Mal ernsthaft Das wäre doch extrem idiotisch und nur logisch, wenn man totalitär immanent hirngewaschen denkt ! Nein, Zypern hat jetzt die einmalige Chance, jetzt in einen extrem schnellen Strukturwandel in etwas bisher ganz Neues zu probieren, um das tägliche Leben von 800.000 Menschen vernünftig zu organisieren. Und nicht irrational und quasi wahnsinnig zu organisieren wie z.B. Deutschland, das an die Endkrise des Systems des Weltkapitals gekettet ist.

Bei diesem Experiment werden die Menschen in Zypern z.B. den Staatsapparat auf das wirklich Allernotwendigste gesundschrumpfen, einen „Industriesektor“ für Güter des täglichen Bedarfs entwickeln und ein „Solidarsystem“ aufbauen für Menschen, denen das „Allernötigste“ fehlt. Mit anderen Worten: in einem extrem schwierigen Prozessen wird sich möglicherweise nach vielen Irrwegen eine solidarische, menschenwürdige Gesellschaft herauskristallisieren.”

Genau deshalb MUSS Zypern den Euro verlassen, mein Lieber!

Nur hinter einer WK-Schranke kannst du in einem Binnenmarktmodell auskömmlich leben.
Warum sollte denn der Zypriote die neue Seife made in Cyprus kaufen, wenn er eine aus dem Lohndrückerland für die Hälfte bekommt?
Aus Solidarität? Aufrufe: Kauft Zyprisch!

Nein, ohne WK funktioniert dein schöner Ansatz überhaupt nicht

Hauke März 27, 2013 um 15:02

Danke Carlos Manoso, habe sehr gelacht. Ich dachte eigentlich, Keynesianers Vision von Bänkelsängerei und Bettelei bei gelegentlicher Freibeuterei von Luxusyachten auf dem Mittelmeer sei nicht zu toppen, aber Rückkehr zur Subsistenzwirtschaft auf Basis selbst geänderter Gehirnstrukturen ist auch nicht schlecht.

rundertischdgf März 27, 2013 um 15:07

Stellen wir uns nun die Frage ob das Geschäftsmodell aus Zypern dem Luxemburgs entspricht? Der SPD Haushaltsexperte ahnt da etwas, weiß aber sonst nichts.
http://www.abgeordnetenwatch.de/carsten_schneider-575-37938–f375376.html#q375376
Und der Finanzexperte Schäffler der FDP stellt an sich selber diese Frage, ohne sie zu beantworten.
http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/03/26/4858/

Keynesianer März 27, 2013 um 15:26

@Hauke

Ich dachte eigentlich, Keynesianers Vision von Bänkelsängerei und Bettelei bei gelegentlicher Freibeuterei von Luxusyachten auf dem Mittelmeer sei nicht zu toppen, …

Wann warst Du zuletzt in deutschen Innenstädten? Da hat sich gerade halb Rumänien angesiedelt. Wir müssen einen Weg ohne Schinderei für Hungerlohn für die Bevölkerung da unten finden, sonst bekommen wir Zustände mit Bettelei und Kriminalität wie in den USA.

Für das Geld, das denen als Lohn zugestanden wird, würden noch nicht mal Deutsche malochen.

Carlos Manoso März 27, 2013 um 15:53

@ topi März 27, 2013 um 14:55
„Genau deshalb MUSS Zypern den Euro verlassen, mein Lieber!“

Topi, ich bin nicht DEIN Lieber !

„Nur hinter einer WK-Schranke kannst du in einem Binnenmarktmodell auskömmlich leben.
Warum sollte denn der Zypriote die neue Seife made in Cyprus kaufen, wenn er eine aus dem Lohndrückerland für die Hälfte bekommt?
Aus Solidarität? Aufrufe: Kauft Zyprisch!“

Topi, du glaubst allen Ernstes: „Nur hinter einer WK-Schranke kannst du in einem Binnenmarktmodell auskömmlich leben ? In welchem Jahrhundert lebst du eigentlich, halloooo ? Auf dem Planeten Erde haben wir heute den vollendeten Weltmarkt: Das Weltsystem des Kapitals wirkt hinein bis in den letzten Winkel des Dschungels !

Deshalb sprach ich ja von dem allerwichtigsten, was ein Mensch hat: „Zyperns Bürger verändern nach diesem „Großen Theaterstück“ jetzt nach und nach ihre Gehirne inkl. Bewusstsein (= bewusstes Sein) !“

Beispiel: der Zypriote sieht in wenigen Jahren eine Seife aus Deutschland im Supermarkt, kann sie aber mangels Geld nicht kaufen. Seife kann jeder Idiot in Zypern der ein Chemiebuch lesen kann, zu Hause produzieren , an seinen Nachbarn verticken und ihm z.B. dafür die Dachrinne reparieren oder seine Klamotten reparieren.

Carlos Manoso März 27, 2013 um 16:00

@ Hauke März 27, 2013 um 15:02
„Danke Carlos Manoso, habe sehr gelacht. Ich dachte eigentlich, Keynesianers Vision von Bänkelsängerei und Bettelei bei gelegentlicher Freibeuterei von Luxusyachten auf dem Mittelmeer sei nicht zu toppen, aber Rückkehr zur Subsistenzwirtschaft auf Basis selbst geänderter Gehirnstrukturen ist auch nicht schlecht.“

Hauke, aus dem „Großen Theaterstück Zypern“ des Wolfgang Schäuble könnten wir immerhin etwas lernen. Denn wie es aussieht, wird jetzt in der Kern-Eurozone der Film schnell destruktiv rückwärts laufen bis möglicherweise weit vor den Start des Systems des Kapitals zurück.

Dagegen kann die Peripherie-Eurozone jetzt immerhin – endlich wach gemacht- die einmalige Chance ergreifen zur „Rückkehr zur Subsistenzwirtschaft“, aber jetzt auf dem Wissensniveau der 3. technologischen Revolution des Jahres 2013 !

Hauke März 27, 2013 um 16:11

Keynesianer

Bettelei und Kriminalität in einem Zug zu nennen, und Griechen oder Zyprern oder Rumänen zu unterstellen, sie würden eher kriminell werden, als zu einem möglicherweise auch geringen Lohn zu arbeiten, ist infam.

Keynesianer März 27, 2013 um 16:18

@Hauke

Bettelei und Kleinkriminalität haben Ursachen, wie zum Beispiel Ausbeutung durch Kapitalisten und Verelendung in Wirtschaftskrisen und Hungerlöhne für ehrliche Arbeit. Das ist einfach so und das zu sehen ist nicht infam.

Die Großkriminalität im Stil von Politikern, Oligarchen und Pseudowissenschaftlern (wie etwa käuflichen VWL-Professoren) ist natürlich keine Folge von Not und Unrecht, sondern gewissenloses Gangstertum. Das wollte ich damit nicht vergleichen oder gar entschuldigen.

Haili März 27, 2013 um 16:18

wäre ich Zyprer oder Zypriot oder Bewohner von Zypern, dann würde ich meine Konten plündern. Nach der Aktion mit der Sparerbeteiligung hat die Obrigkeit jedes evtl. noch vorhandene Restvertrauen bei mir zerstört. Die können mir sonstwas erzählen. Und da Zypern ja so weit weg ist, habe ich jetzt (hoffentlich) noch etwas Zeit, mir meine Gedanken zu machen, wie ich hier vorgehe. Ein privater Bankrun ist durchaus denkbar. Mal sehen. Gesäßviolinen alle wie sie da sind.

gelegentlich März 27, 2013 um 17:00

@In die Runde
Jetzt werden die Beispiele aber naiv zum Abwinken:
Seife könnte man machen aus Olivenöl, das man erst mal haben muss, und irgendeinem Alkali (Auflösung von Holzasche). Und hat Einer der geschätzten Foristen mal an die Produktivität dabei gedacht? Kostet elend sein, man muss dabei stehen, und und und… Ergebnis ist vorhersehbar: wer bei geringer Produktivität arbeitet kriegt u.U. Produkte, die von erlesener Qualität sind (handgekämmte Wolle/Garne sind erheblich besser!), aber um den Preis eines geringen Lebensstandards. Da man für Vieles Geld braucht, egal welches, und das verdient man so nicht!

quecalor März 27, 2013 um 17:37

@ Systemfrager vom 26.Maerz 19.34

Danke. Auf diese berechtigte Deutschland-Kritik scheint man hier keinen Wert zu legen.

Doktor D März 27, 2013 um 17:44

@quecalor: Der Artikel ist im Text von FL verlinkt (und führt jetzt vermutlich auf die evakuierte El Pais-Website). Und der eine oder andere Kommentator hier hat den Text auch schon mal zitiert.
Wer ihn gerne noch mal in Gänze lesen möchte: http://uhupardo.wordpress.com/2013/03/24/deutschland-gegen-europa/

Doktor D März 27, 2013 um 17:47

@quecalor: Gab’s da in Spanien Reaktionen drauf, dass der Text auf dringenden Wunsch von wem auch immer komplett von der Website genommen wurde – und nicht einfach nur um den Hitler-Vergleich entschärft wurde? Das fand ich ja schon sehr befremdlich, diese Übereifrigkeit von El Pais gegenüber der Kritik. Da ich aber praktisch nix weis über die spanische Medienszene oder aktuelle Diskussion dort, würde ich mich über ein bisschen Kontext freuen, falls du dazu die Zeit hast.

Zeuge Bruchmüllers März 27, 2013 um 17:54

Doktor D., Zitat:

” Zumindest in den 00er-Jahren hat man mal für das Exportieren von Schweinen Subventionen bekommen.”

Ist das jetzt vorbei? Zumindest vom Export gefüllter Sparschweine weiß ich, dass man auch heute noch leere zurück bekommt.

Doktor D März 27, 2013 um 17:57

Deswegen gilt doch die alte Bauernregel: Schweine niemals auf die Schlacht-Bank bringen, wenn man besser selbst schlachten kann!

Carlos Manoso März 27, 2013 um 18:52

@gelegentlich März 27, 2013 um 17:00
„@In die Runde
Jetzt werden die Beispiele aber naiv zum Abwinken:
Seife könnte man machen aus Olivenöl, das man erst mal haben muss, und irgendeinem Alkali (Auflösung von Holzasche). Und hat Einer der geschätzten Foristen mal an die Produktivität dabei gedacht? Kostet elend sein, man muss dabei stehen, und und und… Ergebnis ist vorhersehbar: wer bei geringer Produktivität arbeitet kriegt u.U. Produkte, die von erlesener Qualität sind (handgekämmte Wolle/Garne sind erheblich besser!), aber um den Preis eines geringen Lebensstandards.“

Gelegentlich, mir scheint z.B. der Glaube „naiv bis zum Abwinken“ zu sein, dass das alte Glaubenssystem noch 10 Jahre lang durchhalten kann.

Ein Unterschied zur Zeit des Frühkapitalismus besteht z.B. darin, dass die Menschheit im Jahre 2013 global vernetzt ist. Um Seife zu sieden, muß z.B. ein Seifensieder nicht mehr Kleinklein bei Null anfangen und sich das Geheimwissen um seine ganze Produktionskette jahrelang zusammenexperimentieren. Seife ist heute ein Cent-Artikel, der in automatisierten Großanlagen produziert wird. Die bloße Größe solcher Chemieanlagen (Kapitalinvestition) soll eine „Marktzutrittsbarriere“ bilden. Die daraus sich ableitende „Produktivität“
solcher Großanlagen, die sich dann im VK-Preis z.B. der Seife abbildet, soll ebenfalls eine „Marktzutrittsbarriere“ im Konkurrenzkampf bilden. Nehmen wir mal an, an der großen Chemieanlage (an der z.B. ein Dutzend Menschen direkt tätig sind) werden Seifen für den Bedarf eines deutschen Bundeslandes produziert.

Aus dieser immanenten Sicht wäre eine Idee, z.B. Seife herzustellen, idiotisch. Denn wir setzen die warenproduzierende Gesellschaft des Weltsystems des Kapitals als selbstverständlich und naturnotwendig voraus. Sie ist „alternativlos“. Ist sie aber gerade im Jahre 2013 nicht. Man könnte sich z.b. technisch vorstellen, hochautomatisierte Chemieanlagen zur Produktion z.B. von Seife wären skalierbar. Dann könnte möglicherweise eine hochautomatisierte Chemieanlage zur Produktion von Seife für den Jahresbedarf von nur 800.000 Menschen auf einer Insel im Mittelmeer installiert werden, wenn sich die 800.000 Menschen zusammentun und auf das gemeinsame technische Wissen von Millionen Fachleuten weltweit zurückgreifen würden.

Was für die menschliche Zukunft notwendig ist, ist lediglich sehr große Kreativität, sehr fokussierte Fantasie und weit vorwärtsblickender Unternehmergeist (und der ist nicht immer zwangsläufig ein kapitalistischer Geist).

Schütze Arsch März 27, 2013 um 18:56

@ gelegentlich

Naive Beispiele? Ach, der @CM projiziert nur seine Idee vom guten Wilden, der außerhalb anonymer Zusammenhänge der Moderne lebt, gerade mal auf die Insulaner da. Dabei soll, wenn ich mich recht erinnere, laut @CM der Hominide ja auch noch auf Muscheln und Krabben verzichten. Naja.

Ich hab noch ein leider gar nicht so an den Haaren herbeigezogenes Beispiel: Billige Pflegeheime für den Altenüberschuß des Nordens.

Läßt sich gut kommunizieren.

Für die Clowns innerhalb des Herrschaftsdiskurses: –> “In unserem gemeinsamen Haus Europa muß auch die Mobilität der bereits vollständig abgeschriebenen Humanressourcen größer werden!”

Für die Clowns außerhalb: –> “Bankster zu Arschabwischern!”

Schütze Arsch März 27, 2013 um 19:08

@ CM

Upps, seh Deinen letzten Kommentar gerade erst. Also gut, Hightech-Subsistenz… nicht jeder werkelt zuhause bei sich die Seife zusammen. Dann muß ich das zurücknehmen.

Aber angenommen das funktioniert, warum um alles in der Welt sollte der glückliche Insulaner dann noch Zins & Tilgung für Altschulden an die Eurozone zahlen?

Carlos Manoso März 27, 2013 um 19:12

@Schütze Arsch März 27, 2013 um 18:56
„Ich hab noch ein leider gar nicht so an den Haaren herbeigezogenes Beispiel: Billige Pflegeheime für den Altenüberschuß des Nordens….
Für die Clowns innerhalb des Herrschaftsdiskurses: –> “In unserem gemeinsamen Haus Europa muß auch die Mobilität der bereits vollständig abgeschriebenen Humanressourcen größer werden!”
Für die Clowns außerhalb: –> “Bankster zu Arschabwischern!”

Schütze Arsch, für den Fall, dass die Parole “Bankster zu Arschabwischern!” erhoben erden sollte, hat das Bundesverfassungsgericht schon längst vorgesorgt.

Der Große Senat des Bundesverfassungsgerichts las seinem Urteil vom 24. August 2012 aus Art. 87a Abs. 2 GG („Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zulässt“), vorsorglich schon mal die „ausdrückliche“ Erlaubnis heraus, bewaffnete Bundeswehrsoldaten im Inneren einzusetzen.

Carlos Manoso März 27, 2013 um 19:19

@Schütze Arsch März 27, 2013 um 19:08
„Aber angenommen das funktioniert, warum um alles in der Welt sollte der glückliche Insulaner dann noch Zins & Tilgung für Altschulden an die Eurozone zahlen?“

Schütze Arsch, ich wiederhole mich gern. „Zins & Tilgung für Altschulden“ zahlen die Menschen ausnahmslos jeder Währungszone dieser Welt ! „Eurozone“ ist nichts anderes als ein fabriziertes Falschetikett für „Kapitalismus“ oder „Weltsystem des Kapitals“ !

Schütze Arsch März 27, 2013 um 19:37

@ Dr. D

Subventionen gibt es m.W. für Agrarexporte aus der EU heraus. Aber beim Schweinefleisch findet ein großer Teil des Außenhandels innerhalb der EU statt. Aus Deutschland sind zuletzt 280.000 Tonnen Schweinefleisch im Jahr nach Italien exportiert worden, das entspräche etwa 7% des deutschen Verbrauchs. Auf den Plätzen 3 und 4 der Abnehmer deutschen Schweinefleischs liegen Polen und die Niederlande. Alle diese genannten Staaten sind jedoch selbst große Exporteure von Schweinefleisch.

Meine übrigens völlig ernst gemeinte Frage war: Wie ist das möglich und wozu soll das gut sein?

Gibt es nicht einen Film “Spur der Schweine”? (aber das versteht jetzt nur @topi)

Schütze Arsch März 27, 2013 um 19:43

@ Dr. D, quecalor

Immerhin noch im Netz zu finden ist dieser lustige Artikel von vor Jahresfrist.

http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/ohne-zwangseingriffe-geht-es-nicht-griechenland-hat-sein-recht-auf-souveraenitaet-verwirkt_aid_718388.html?drucken=1

Aber da steht auch nicht das Wort “Hitler” drin.

gelegentlich März 27, 2013 um 19:54

@CM
Großanlagen sind keineswegs nur Markteintrittsbarrieren, um Kleinere abzuwehren. Spezialisierte Seifensieder, die spezielle Nischenprodukte herstellen und vermarkten, gibt es längst in vielen Ländern am Rande des Tourismusmarktes, z.B. Lorbeerseife u.ä. Mir ging es darum, dass ein Lob der Subsistenz in der Regel von Leuten kommt, die ihr Auskommen bereits haben.
Bankster müssen keine Ärsche abwischen. Wenn die Kohorte der Bankster die Beute der letzten 25 Jahre zurückgäbe wäre das zureichend.

Hauke März 27, 2013 um 20:11

Schütze Arsch

Wie so oft im Handel geht es um Überwindung von Knappheit. Die Preise von Schweinefleisch schwanken lokal je nach Angebot und Nachfrage. Dies führt zum Beispiel dazu, dass zeitlich begrenzt der Preis für Schweinefleisch in den Niederlanden wenige Zehntelcent höher ist als in Deutschland. Händler von Schweinfleisch nutzen diese Differenz und kaufen in Deutschland Schweinefleisch um es in den Niederlanden zu verkaufen. In die andere Richtung läuft das genauso. Diese Arbitragegeschäfte treten insbesondere bei homogenen Gütern und niedrigen Transaktionskosten (Transportkosten, Lagerkosten,..) auf, wie es auf den Handel mit Schweinefleisch innerhalb der EU zutrifft. Die Tatsache, dass Export- und Importvolumen sich auf so hohem Niveau befindet ist das Resultat eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes unter einer gemeinsamen Währung. Der Handel führt unter anderem zu niedrigerer Preisvolatilität. Die teilweise erheblichen Unterschiede im Preisniveau von Schweinefleisch für den privaten Verbrauch resultiert aus der Marktmacht der großen Handelskonzerne, mit der sie erfolgreich gemäß der lokalen Zahlungsbereitschaft der Konsumenten Preisdiskriminierung betreiben können.

Mal ehrlich, Schütze Arsch: Wäre es nicht verwunderlich, wenn ausgerechnet bei einem so homogenen Gut wie Schweinefleisch Warenströme nur in eine Richtung laufen würden? Schweinefleisch ist ja keine Hochtechnologie, bei der sich im internationelen Handel Spezialisierung herausbilden könnte.

Gruß vom Clown zweiter Ordnung.

Q. März 27, 2013 um 20:17

Ein bißchen Nachbetrachtung ….
zunächst mal zur Nazikarte, die jetzt offenbar ziemlich locker sitzt:

es ist schon ein gewisser Unterschied, ob das in einem ehemals okkupierten Land wie Griechenland geschieht (wo es auch Erinnerungsstätten an SS-Massaker gibt), oder in Zypern oder von einem spanischen Professor …..

Was der schreibt, ist ja nicht völlig falsch, aber mit einem bezeichnenden Knick in der Optik: “Die Tragödie ist die enorme Vernetzung zwischen den paneuropäischen Finanzinteressen, die unsere Regierungen beherrschen”, so das Resümme, das dann aber, um einen Sündenbock zu benennen, national aufgespalten wird: die Akteure sind deutsche Banken, spanische kommen gar nicht vor.

Ideologische Vernebelung also.
Wodurch er, und das ist für die augenblickliche Situation das Bezeichnende, in merkwürdige Allianz mit einem anderen Vernebelten kommt:
http://www.zerohedge.com/news/2013-03-26/mindset

There is but one mindset now and it is decidedly German.
…..
The Germans will do what is necessary to accomplish their goals.
…..
It is the occupation of Poland in a very real sense just accomplished without tanks or bloodshed as money is used instead of armaments to dominate and control a nation.

Worauf will der Mann hinaus?
what is profoundly necessary, if you invest in Europe, is to understand the risks that you are taking. If you place money in securities on the Continent then what is yours is theirs when they want it.

Aha. Der Autor ist Investmentstratege, “revealing the essential rules for preserving capital and making long-term profits” (laut amazon).

Das muß man wohl tiefenpsychologisch entschlüsseln:
der Mann kriegt weiche Knie, weil …. es irgendwie riskant wird, die Spielregeln ändern sich ………. und …. er fühlt sich überfahren … fast wie von einem Panzer ….. so wie – bingo! – Polen 1939 ……
Arme geplagte Investorenseele, bald werden sicher die Stukas kommen ….

Wirklich faszinierend: an beiden Texten (vor allem, wenn man sie zusammennimmt) kann man präzise analysieren, wie ideologische Vernebelung entsteht, wenn Menschen die Welt nicht mehr begreifen können.

holger März 27, 2013 um 20:41

http://www.alithia.com.cy/index.php/oikonomia

Übersetzen:

Über 5 Milliarden Bares heute nach Zypern eingeflogen

holger März 27, 2013 um 20:45

ca. 6000 Pro Kopf…

someone März 27, 2013 um 20:52

Die Schweine exportieren wir über die Niederlande nach China und schmeißen die denen in den Fluß.

Andreas Kreuz März 27, 2013 um 20:56

@Q. März 27, 2013 um 20:17

– Polen 1939 ……

Um in der Terminologie und im Diktus zu bleiben:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/soeder-zur-klage-gegen-laenderfinanzausgleich-seit-heute-morgen-um-neun-uhr-wird-geklagt-1.1633091

Sind es nun welche,
die die Welt nicht verstehen oder einfach nur Kriminelle?

Zeuge Bruchmüllers März 27, 2013 um 21:01

@ Schütze hinten rund

Die Spur des grenzüberschreitenden Schweines führt nicht zuletzt in die Hallen der LKW-Hersteller. In deren Interesse wird das Schw. so lange subventionsbegleitet von Land zu Land gerädert, bis es als Import in sein Ursprungsland zurückkehrt. Wo es in einer weiteren Wertschöpfungskette als Pferd skandalisiert wird. Es mag sein, dass es im Sinne von @Hauke unterwegs hier und da quiekt. Das bedeutet nichts weiter. Es macht eben auf seine Faktormobilität aufmerksam.

In einem zweiten Leben reist das Schwein als Wertpapier zwischen Zukunft und Gegenwart hin und her, verkleidet als Option auf Hälften seiner selbst und weitgehend davor sicher, zum Pferd zu werden. Es wirkt hier eine ganz andere Pfadabhängigkeit. Und @Hauke käme mit seinen Messgeräten zur Faktormobilität womöglich noch ins Schwitzen. (Während der @topi noch immer die Spur der Steine und der Stones analysiert.)

Q. März 27, 2013 um 21:12

Nachbetrachtung, die zweite:

Die niederländische Dusselblume hat ja kräftig Haue bekommen, weil er es noch nicht gelernt hat, marktkonform zu sprechen.

Das Originalinterview ist sehr lesenswert:
http://blogs.ft.com/brusselsblog/2013/03/the-ftreuters-dijsselbloem-interview-transcript/

Hintergrundgedanken zur Strategieänderung der Eurogruppe, das wird nicht nur auf seinem Mist gewachsen sein.

Das Interessanteste hat mal wieder niemand bemerkt:
Q: It just makes me think of one thing, off the cuff, which has to do with the ESM [European Stability Mechanism] and the direct recapitalisation of banks. Does that change the kind of calculus in terms of how that is used going down the road? There have been suggestions it may never be used if you have fully-functioning bail-in systems. Is that what we’re saying?

A: I think that’s what we should aim at. We should aim at a situation where we will never need to even consider direct recap.

Richtig! Gab´s da nicht diesen ESM?
Lange nichts mehr von gehört. Der sollte jetzt doch das Kriseninstrument der Wahl werden.

Aber er soll nun möglichst gar nicht eingesetzt werden!
Warum?

Dafür mag es eine ganze Menge Gründe geben.

Aber vielleicht ….. ganz vielleicht …. hat ja eines der Eurorettungsgenies begonnen, ansatzweise zu verstehen, was sie da fabriziert haben.
Es ist ja immer nur davon die Rede (jedenfalls hier in D), daß der geplagte deutsche Steuerzahler den verluderten und undankbaren Südländern Kohle rüberschiebt …..

Aber das stimmt nicht. Auch hier verdeckt die nationale Stereotypisierung das Funktionsprinzip. Alle teilnehmenden Nationen (und damit Steuerzahler) sind anteilig beteiligt.
Der “Winzling” Zypern z. B. mit 0,1962%, und das sind 1,3734 Mrd. €.
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Stabilit%C3%A4tsmechanismus

Ne Stange Geld, wenn man keins hat. Über den Daumen 7% des BSP.
Entweder erhöht sich also die Staatsverschuldung (in Zypern isses im Grunde eh schon egal), oder der Ausfallbetrag geht auf die anderen noch “stehenden” Mitglieder über (so ist es im Vertrag geregelt). Auf die trifft das natürlich auch zu …. ein Teufelskreis.
Das kann man nun am Beispiel von Spanien oder Italien mal durchrechnen …..

Finanzmarkttechnisch gesprochen: der ESM ist ein Hebelzertifikat mit eingebauter KO-Schwelle ;)
Der tipping point kommt wesentlich früher als geahnt!

Q. März 27, 2013 um 21:46

Nachbetrachtung Nr. 3

Zurück zur Zentralszene des Mexican Standoff!

Alle Welt macht sich nun Gedanken, wie es mit Zypern weitergeht.
Ich frage mich hingegen, was eigentlich bei einem shoot out passiert wäre. Genauer: wie scharf wäre die Kugel aus der zyprischen Miniwumme geflogen?

Und damit wären wir bei der EZB. Das Nationalgedöhns überdeckt ja auch hier, daß es die EZB war (die einzige legitimierte euro-europäische Instanz), die die Pistole an die Schläfe setzte.

War vielleicht auch das nur Bluff?
Was passiert bei der EZB, wenn die Zyprioten OXI sagen?
ELA-Kredite, mit denen die bankrotten Banken via zyprischer Notenbank (und nicht nur dort) schon lange über Wasser gehalten werden?
Wie sieht das mit der Target2-Verrechnung aus, wenn eine Partei ausscheidet?
Und die zyprischen Bonds ….. wieviele davon liegen (zu welchem Wert) bei der EZB? Wie werden die Verluste geregelt?

Fragen über Fragen. Die Finanzmathematik sieht aber ziemlich ähnlich aus wie beim ESM.

Hier steht der sprichwörtliche Elephant im Raum, über den niemand spricht.

Balken März 27, 2013 um 22:01

Andreas Kreuz März 27, 2013 um 20:56
“Sind es nun welche,
die die Welt nicht verstehen oder einfach nur Kriminelle?”

Nö, das sind bloß Windbeutel. Frage bleibt, warum nehmen die Windbeutel so zu, auf den höheren Rängen der “politischen Klasse”? Antwort: Weil dort immer stärker solche Leute als Dienstklasse Dienst zu tun geeignet sind, die besonders gut mit vollen Backen reden können, auch dann, oder gerade dann, wenn und weil sie wissen, dass sie nichts zu sagen haben. Anders Gestrickte sind sich zunehmend zu schade für den Job und wenden sich mit Grausen von der (nur noch so genannten) Politik ab.
In einem Staat, in dem laut offiziellem Armuts- und Reichtumsbericht Demokratie nur noch ein Spiel ist, vergleichbar dem, was die Landtage alljährlich mit Jugendlichen als Demokratieprojekttag veranstalten, muss die “Politik” zwangsläufig auf solche LEute zurückgreifen. Wenn 10 Prozent der Bürger 56 Prozent der wealth verkörpern, und, wenn die untere Hälfte an der Reihe ist, noch 1 Prozent zum Verteilen übrig bleibt, dann ist klar, wer das Sagen hat und woher der Wind weht. Demokratie ist das nicht. Windbeutel haben für den Wind ein feines Gespür. Sie sind in solchen Gesellschaften für die Politikersatz-Show geeignet. Die tatsächliche Politik machen andere. Wie, bitte schön, sollte es unter den bestehenden Umständen auch anders sein? Wen regiert, unter diesen Umständen, eine Regierung eigentlich noch, und wen, genau, regiert sie nicht? in der “markt”konformen Demokratie, die vor “den Märkten” bestehen muss?

topi März 27, 2013 um 22:07

Schütze

Verstehe dein Problem mit dem Schweinesystem vielleicht. ;–)
Du solltest disaggregieren.

Schau in die Supermärkte innerhalb Deutschlands, da wird Krempel von A nach B und Bnach C und C nach A gekarrt. Der Holger ist ja nicht im EInkauf tätig gewesen, sonst hätte er es schon plastisch erklärt.

Jedenfalls ist es im gemeinsamen Binnenmarkt wurscht, ob über Landesgrenze oder nicht.

Morph März 27, 2013 um 22:09

@Q.

Wie immer, sehr erhellend & anregend. Danke! Ach, und wo ich grad dabei bin: auch an @Hauke, @Dr. D, @Frankie Bernankie und @Schütze Arsch, merci wg. Zypernkommentierung, ich bin da ja sehr dankbar für jeden input, under-opinioned, wie ich in dem Fall bin.

Meine derzeitige Befindlichkeit (so als Europäer): 1. Ich finde die Empörung über das schwache Krisenmanagement unglaublich billig und naiv (wie schon öfter gesagt, bitte, macht Euch schlau über Organisationssoziologie!), 2. Ich kann mir keinen organisatorischen Modus vorstellen, nach dem der Euro (die Eurozone) aufgegeben wird, es sei denn im Zuge von Staatskrisen (bitte Gegenmeinungen!), 3. Ich sehe nicht, dass die Rückkehr zu nationalen Währungen in Europa den Volkswirtschaften ein Wirtschaftswunder bringen könnte (bitte um gute Gründe für einen europäischen Aufschwung auf Basis nationaler Eigenwährungen!).

Linus März 27, 2013 um 22:17

@Q: Zu dem spanischen Professor:
Einerseits können die Spanier wesentlich unbefangener und damit auch undifferenzierter über die Nazis sprechen, da sie nicht direkt betroffen waren. Wobei ein Hitler-Bärtchen immer zieht. Andererseits ist die Unterstützung Francos durch die Nazis unvergessen(Guernica). Aber das bedient eher die noch immer vorhandenen Ressentiments zwischen “Roten” und Frankisten, meint also im weitesten Sinne ein Klassenkampf-Motiv. Und insofern zielt es tatsächlich in Richtung Aufbau von identifizierbaren Feindbildern.

Was den Mann von zerohedge anbetrifft: Natürlich liegt er daneben, wenn er von ‘German goals’ spricht und dazu noch mit dem Polenfeldzug aufwartet. Aber ersetze mal German durch Schäuble. Der scheint mir durchaus ‘a man with a mission’ zu sein. Und die mediale Auf-/Gleichschaltung ist inzwischen so weit fortgeschritten und auffällig, dass sie bezeichnend für D wirkt.

ESM: Jetzt mokierst du dich über Inkonsequenz? Es geht darum, so viel als möglich vom bedrängten Kern-Kapital in den sicheren Hafen Kern-EU zu holen. Dazu gibt es ESM und Bailouts. Sobald man damit halbwegs fertig ist, zieht man die Daumenschrauben an, schaltet auf Bailin und tauscht Tropf gegen Souveränität, andernfalls tschüss. Die Grobstrategie: Zurückstutzen auf den Stamm und die gesunden Triebe. Es soll ja bald Frühjahr werden.

Linus März 27, 2013 um 22:30

@Q:
“Was passiert bei der EZB, wenn die Zyprioten OXI sagen?
ELA-Kredite, mit denen die bankrotten Banken via zyprischer Notenbank (und nicht nur dort) schon lange über Wasser gehalten werden?
Wie sieht das mit der Target2-Verrechnung aus, wenn eine Partei ausscheidet?
Und die zyprischen Bonds ….. wieviele davon liegen (zu welchem Wert) bei der EZB? Wie werden die Verluste geregelt?”

Was soll schon passieren? Die EZB macht einen neuen Posten “Reparationsforderungen” auf, bucht das darauf um und das bleibt da drin stehen bis zum SanktNimmerleinstag. Was fehlt (z.B. Target2), schiesst die EZB ein. Sie hat ja die Reparations-Forderungen als Sicherheiten.

kurms März 27, 2013 um 22:41

Linus “Was soll schon passieren? Die EZB macht einen neuen Posten “Reparationsforderungen” auf, bucht das darauf um und das bleibt da drin stehen bis zum SanktNimmerleinstag. Was fehlt (z.B. Target2), schiesst die EZB ein. Sie hat ja die Reparations-Forderungen als Sicherheiten.”

Das könnte sie so machen, aber es gibt keine Anzeichen dafür daß die EZB wirklich so handeln würde. Beim grieschischen “Schuldenschnitt” hat sie auch auf eine bevorzugte Behandlung bestanden und bekommen. Ich denke eher daß die EZB mit dem Rest der Eurozone Druck aufgebaut und die Forderungen der zypriotischen Notenbank reingedrückt hätte. Wie die Konditionen dieser Forderungen ausgehandelt worden wären? Keine Ahnung.

topi März 27, 2013 um 22:55

Carlos Manoso

“Topi, ich bin nicht DEIN Lieber !”

Na sowas. :roll:

“Beispiel: der Zypriote sieht in wenigen Jahren eine Seife aus Deutschland im Supermarkt, kann sie aber mangels Geld nicht kaufen. Seife kann jeder Idiot in Zypern der ein Chemiebuch lesen kann, zu Hause produzieren , an seinen Nachbarn verticken und ihm z.B. dafür die Dachrinne reparieren oder seine Klamotten reparieren.”

Das kann schon so laufen.
Aber natürlich nur mit eigener Währung. :roll:

“Deshalb sprach ich ja von dem allerwichtigsten, was ein Mensch hat: „Zyperns Bürger verändern nach diesem „Großen Theaterstück“ jetzt nach und nach ihre Gehirne inkl. Bewusstsein (= bewusstes Sein) !“

Iss schon recht.
Allerdings scheint mir das Sein das Bewusstsein zu bestimmen.
Solange ich einen Euro in der Tasche habe, kann ich alles kaufen, was jemand auf die Insel karrt.

Bewusstsein hin, oder her. Und je weniger Euro es sind, desto eher kaufe ich das billigste.

Mit einem erheblich abwertenden Pfund kann dies anders aussehen.

"ruby" März 27, 2013 um 22:57

Nach dem “silent” Bank Run der geschützten Vorzugkunden kommt morgen der “gedeckelte” Bank Run für die unwissenden normalen Bankkunden ;-)

Jeroen Dijsselbloem hat es tatsächlich erreicht, dass sich JC Juncker angepickst fühlt oder will er nur noch etwas mehr Fluchtkapital anziehen, um noch mehr ganz doll systemisch zu sein – also ununrettbar bzw. bailin with no compromise – unzerschlagbar, uninsolvenzfähig.
Es klingen schon die Jammereien des Weltuntergangs vor – das wird noch unerträglich werden.
Jean-Claude : der Wecker ist auf 4:55 Uhr gestellt…
Wer macht den Beaker?

topi März 27, 2013 um 23:00

Linus

“Was soll schon passieren? Die EZB macht einen neuen Posten “Reparationsforderungen” auf, bucht das darauf um und das bleibt da drin stehen bis zum SanktNimmerleinstag. Was fehlt (z.B. Target2), schiesst die EZB ein. Sie hat ja die Reparations-Forderungen als Sicherheiten.”.

Du, du, …Notenbanker!

Schon mal was von STABILITÄT gehört???

Da wird ordentlich Kapital nachgeschossen, und zwar über Mehrwertsteuer und co.

Linus März 27, 2013 um 23:03

@topi:
“Da wird ordentlich Kapital nachgeschossen, und zwar über Mehrwertsteuer und co.”
Ja, genau! Und wenn die dann alle ihre Reparationen brav bezahlt haben, dann wird die Mehrwertsteuer wieder gesenkt! :-D

"ruby" März 27, 2013 um 23:12

Wie hoch soll denn der Zinssatz für den Reparationsforderungsfonds vertellt werden?
Dürfen die Euromitglieder son Anbietverfahren spielen?

Die Namensrechte für das Konto liegen bei mir – alles andere sind Plagiate !!!

“Cosmosubterraneanloserlonglifebasic Cella Savin Fundation”
50 Jahre Laufzeit fix + zwei Erinnerungsgenerationen (Dynamik inkl.) variabel

topi März 27, 2013 um 23:13

Morph

” 2. Ich kann mir keinen organisatorischen Modus vorstellen, nach dem der Euro (die Eurozone) aufgegeben wird, es sei denn im Zuge von Staatskrisen (bitte Gegenmeinungen!), 3. Ich sehe nicht, dass die Rückkehr zu nationalen Währungen in Europa den Volkswirtschaften ein Wirtschaftswunder bringen könnte (bitte um gute Gründe für einen europäischen Aufschwung auf Basis nationaler Eigenwährungen!).”

2) “Es sei denn im Zuge von Staatskrisen”

Klar gibt man seine liebgewonne und von allen Seiten als fette TINA bezeichnete Währung nicht mal eben auf.

Aber an Staatskrisen ist ja wohl kein Mangel. :roll:

3) Wirtschaftswunder siehst du nicht, hört hört.

Wie wäre es denn mit Nichttotalabsturz in tiefste Depression?

Der Mechanismus ist übrigens sehr einfach: man muss die nachgelagerten Binnensektoren für ein weiteres Wachstum ausbauen (unterbezahlter Industrietrottel für die Welt ist kein Rollenmodell für viele).

Da der Anteil an öffentlichen und halböffentlichen Gütern am wirklichen Bedarf, am Wohlstand, tendenziell immer größer wird, braucht es dafür deutlich weniger Marktlogik, um so mehr nationale Möglichkeiten.

Die Güterproduktion in hocheffizienten Fabriken und Agrarmaschinerien lässt sich dem internationalen Wettbewerb nicht entziehen. Mit eigener Währung gibt es aber die Exzesse in den Handelsbilanzen nicht, es bleiben mehr Möglichkeiten, Bedingungen für nichtindustrielle Sektoren zu schaffen.

topi März 27, 2013 um 23:18

Linus

Die EZB hat sich ja ihr Grundkapital schon verdoppeln lassen, haushaltswirksam, die Milliarde BuBaGewinn fehlte dem Schäuble.

Wenn die deutschen Hardcorestabilitisten das sagen haben, ist alles möglich.

Schütze Arsch März 27, 2013 um 23:43

Vielen Dank für die Antworten zum Schweineproblem. Der Kleinkunstpreis geht an @someone, überzeugende Antwort. @Zeuge Joachims (wer ist eigentlich Joachim, kommt der noch oder war der schon da?): Also bei den Schweinefutures ist es ja wohl doch eher so, daß sie sich zwar blitzschnell hin- und herbewegen, das Borstenvieh selbst ihnen aber nicht im Schweinsgalopp nacheilt. @Hauke und @topi, Ihr liegt da ja so auf einer Linie, hm… ja… so kann man sich das vielleicht denken, aber doch erstaunt mich zum einen schon der schiere Umfang des grenzüberschreitenden Schweineverkehrs. Zum anderen: Gut, hier ist das Schwein, dort aber die Schlachterei mit gerade freien Kapazitäten, an noch anderem Ort wird gerade besonders viel Schnitzel gebraucht wegen nationalem Feiertag oder so… O.K: aber trotzdem scheint es doch bei all dem einen beständigen großen Schweinefleischexportüberschuß Deutschlands gegenüber Italien zu geben, hinüber über den Brenner, wo jedoch die Sau auch heimisch ist und ihrerseits für den Export gezüchtet wird. Das scheint mir mit minimal schwankenden regionalen Preisen und unterschiedlichen Nachfragespitzen schwerer erklärlich. Und schließlich bleibt noch jenes von @Linus aufgeworfene Faktum, daß die Preise für das homogene Gut bereits (aggregiert) bei Grenzübertritt des gewesenen Borstenviehs deutlich auseinanderlaufen, also bevor selbiges den Einzelhandel erreicht.

Ich meine, früher war D im wesentlichen ein Schweinefleischimportland, dann wurde die Sau hierzulande immer zahlreicher, in gut 15 Jahren verzehnfachte sich der Export aus D. Im gleichen Zeitraum veränderte sich der Import nach D aber kaum. Hm.

Aber ich will es dann damit bewenden lassen, vielleicht bin ich zu sehr angefixt von dem ringelschwänzigen Problem, vielleicht hat sich der gelegentlich paranoische Geist des Blogs hier einfach eine Schneise in meinen Schädel geschlagen.. und überhaupt ist das mit den unterschiedlichen Medikamentenpreisen, den daraus folgenden Exporten und Reimporten ja eigentlich der viel größere Irrsinn.

@ Morph

Zur Wiedereinführung nationaler Währungen hat der hier ja ein Szenario:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/zypernmodell100.html

Beschränkungen des Zahlungsverkehrs sind faktisch wie eine Aufspaltung des Währungsraumes; wenn sie eine Weile anhalten, kann auf der Basis im Prinzip zu jeweils neuen Währungen übergegangen werden.

Q. März 27, 2013 um 23:58

Linus
Was soll schon passieren? Die EZB macht einen neuen Posten “Reparationsforderungen” auf, bucht das darauf um und das bleibt da drin stehen bis zum SanktNimmerleinstag.
Nun, auch die EZB hat Statuten und Eigenkapital (das von den nationalen Notenbanken eingeschossen wird). Natürlich kann sie versuchen, den Weg der Selbst-Bad-Bankisierung :) zu gehen.

Und irgendwann kommt es an einen gewissen Punkt:
Draghi erklärt sich zum absoluten Herrscher (legibus absolutus), er ist der neue Souverän Europas!
Laut ruft er: FIAT! FIAT! FIAT!
Ob ihm das dann noch jemand glaubt?

Aber ersetze mal German durch Schäuble. Der scheint mir durchaus ‘a man with a mission’ zu sein.
Na klar! Ein EU-Fanatiker und Verfassungsfeind.
Und über seine mission wird ja der Nebel verbreitet:

WHERE the world finds only chaos and impending disaster in the European debt crisis, Wolfgang Schäuble sees the long-awaited urgency to finish the half-complete job of unifying Europe.
………..
“There is a limited transition period where we have to manage the nervousness on the markets,” Mr. Schäuble said. “If it is clear that by the end of 2012 or the middle of 2013 that we have all the ingredients for new, strengthened and deepened political structures together, I think that will work.”

He sees the turmoil as not an obstacle but a necessity. “We can only achieve a political union if we have a crisis,” Mr. Schäuble said.
http://www.nytimes.com/2011/11/19/world/europe/for-wolfgang-schauble-seeing-opportunity-in-europes-crisis.html?pagewanted=all&_r=0

morph
Ich kann mir keinen organisatorischen Modus vorstellen, nach dem der Euro (die Eurozone) aufgegeben wird, es sei denn im Zuge von Staatskrisen
Ja, das sehe ich auch so. Es ist letztlich die politische Entscheidung einer Regierung bzw. eines Parlamentes zu sagen: es reicht!
Womit ich bei meinem anderen Lieblingsthema wäre: dem souveränen Nationalstaat. ;)

egal März 28, 2013 um 00:30

@Hitlervergleich

Die Hitlervergleiche gab es ja schon seit Beginn der Krise, auch in Zeitungen, etwa der Daily Mail 2011.
http://www.dailymail.co.uk/news/article-2026840/European-debt-summit-Germany-using-financial-crisis-conquer-Europe.html

Je schwächer die europäischen Institutionen bei der Lösung der Krise scheinen (und vermutlich auch sind), desto stärker wird erwartet, dass die Krise als Auseinandersetzung zwischen Nationen wahrgenommen wird.

El Pais hatte so einen Impact, weil es jeder erwartet hat.

Bezeichnenderweise hat niemand das russische Fernsehen beachtet.
“Sprecher Dmitri Kisseljow verglich den neuen Rettungsplan der Euro-Gruppe für Zypern mit der Beschlagnahme jüdischer Vermögenswerte im Dritten Reich und Angela Merkel mit Hitler.”
http://www.tagesspiegel.de/politik/merkel-mit-hitler-verglichen-russen-sind-sauer-ueber-zypern-plaene/7983332.html

Mal schauen, ob man Deutschland als Sündenbock aufbauen kann wie bei uns den faulen Südländer. Dann hätte man echt 60 Jahre politischen Fortschritt in zweieinhalb Jahren weggeworfen.

Jede Weltwirtschaftskrise die gleiche Scheiße.
(Der Witz ist ja, dass Hitler seine europäische Einigung verkackt hat, weil er über die Währungsverechnung ungleiche Handelsbeziehung etabliert hat. Es flossen zu viele Waren nach Deutschland. Jetzt fließen zu viele Waren aus Deutschland. Vielleicht klappts ja beim Dritten Mal.)

topi März 28, 2013 um 02:10

Schütze

“Zur Wiedereinführung nationaler Währungen hat der hier ja ein Szenario:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/zypernmodell100.html

Beschränkungen des Zahlungsverkehrs sind faktisch wie eine Aufspaltung des Währungsraumes; wenn sie eine Weile anhalten, kann auf der Basis im Prinzip zu jeweils neuen Währungen übergegangen werden.”

Kleine Anmerkung: es MUSS zu anderen Währungen übergeganen werden, wenn der Euro die Zahlungsmittelfunktion nicht mehr erfüllt (andere Wertspeicher als Euro auf Zypern wird es natürlich auch geben)

Es wird davon abhängen, wie stark die Kapitalverkehrskontrollen ausfallen. Zypern ist klein, es könnte sein, dass die Druckerpressen (die echten, nicht die metaphorischen) das schaffen, und die EZB einfach wegsieht, wegen des Vertrauenserhaltes.
Es könnte aber auch sein, dass sich die “Stabilitäts”fundamentalisten durchsetzen und Zypern richtig den Hahn zudrehen; dann ist aber bald Ende mit Stabilität.

Schütze Arsch März 28, 2013 um 02:30

@ egal

Naja… ich hab in der letzten Woche viel in der russischen Presse im Netz gestöbert zur Zypern-Sache, und mir ist dabei – bis eben gerade, s.u.! – kein einziger Artikel untergekommen, der ausdrücklich Deutschland ins Visier genommen hätte. Eine verbreitete Stimmung scheint das in Rußland durchaus nicht (gewesen) zu sein.

Was für einen Impact so eine Sendung im Staatsfernsehen hat, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Die Leute, die in Rußland die 80-er und 90-er Jahre bewußt miterlebt haben, haben m.E. ein sehr distanziertes Verhältnis zu solcherart Propaganda. In der jüngeren Generation der heute 30-Jährigen ist es vermutlich etwas anders. – (Schon 1999 beim Kosovo-Krieg war dieser Unterschied spürbar. Die Leute mittleren und höheren Alters mit Kenntnis der sowjetisch-jugoslawischen Geschichte & der Landkarte wollten damit einfach nichts zu tun haben, während die damals 20-Jährigen an der Uni, persönlich natürlich völlig areligiös, plötzlich von “unseren rechtgläubigen serbischen Brüdern” zu reden anfingen.)

Ansonsten muß man bedenken, daß in Rußland die einfachen Leute von der Eurokrise überhaupt nicht betroffen sind, im Gegensatz zu Südeuropa. Insofern ist das sicher kein Thema, bei denen den Leuten das Messer in der Tasche aufgeht und eine symbolische Stoßrichtung sucht.

In der Nezavisimaia war jetzt was im Zusammenhang mit dem BRIC-Gipfel. Aussage: Der “Westen” zeige den in die Weltwirtschaft eingebundenen Geschäftsleuten aus den Schwellenländern, daß er Mittel und Wege findet, sie für unbotmäßiges, also souveränes Verhalten ihrer Regierungen zu bestrafen. Also um diesen Teil der ökonomischen Eliten sozusagen in den jeweiligen Staaten als pressure group zugunsten einer prowestlichen Politik zu gewinnen.

Letzten Endes kann man mit einer einschlägig getönten Brille jeden möglichen sehr weitgehenden Interpretationsversuch der Geschehnisse starten; ich für mein Teil halte da aber immer erst einmal Skepsis für angebracht. Das Bild vom Mexican Standoff finde ich gar nicht schlecht.

Die im Tagesspiegel-Artikel erwähnten russischen Konzerne, u.a. wohl aus der Metallurgie, haben im Gegensatz zu Privatleuten das Geld auf der Insel nicht “gebunkert”, sondern sie benutzten die dortigen Banken einfach für die Abwicklung ihres Zahlungsverkehrs in Euro. Man muß das unterscheiden. Wie Kommersant schrieb, neben dem “grauen Geld” etlicher zwielichtiger Akteure ist auf diesem Wege auch einiges an russischem “weißem Geld” auf der Insel hängengeblieben, als die Falle zuging. Und das wird von den Kapitalverkehrskontrollen halt getroffen. Die staatliche Außenhandelsbank hat angekündigt, betroffenen Unternehmen bei Zypern-bedingten Zahlungsproblemen mit Notkrediten auszuhelfen.

Nun doch noch was zu dem explizit deutschlandkritischen Artikel aus dem Kommersant, auf den ich gerade stieß.

Unter der Zwischenüberschrift “Ordnung über alles” (original in Deutsch) heißt es da u.a.:

Zit. – “Zypern ist ein ideales Opfer. Ein kleines, systemisch unbedeutendes Land, dessen Zusammenbruch keine Bedrohung für die Wirtschaft Deutschlands darstellt. Das was mit dem Lebensstandard der Zyprioten nach dem Kollaps der auf nicht immer ganz durchsichtige Finanzdienstleistungen orientierten Ökonomie passiert, interessiert die Deutschen nicht. Dafür ist es eine eindringliche Botschaft an Griechenland, Portugal, Spanien und Italien: Kürzt die Budgetausgaben, erhöht die Steuern und folgt den Anweisungen aus Berlin./ Zweitens sind im September in Deutschland Wahlen. Angela Merkel muß ihren Wählern Härte zeigen; sie wird ohnehin schon dafür kritisiert, das Geld der Steuerzahler für die Hilfe der schwachen Euro-Peripherie-Staaten rauszuwerfen, die ihr ungerechtfertigt hohes Lebensniveau nicht absenken und ihre Schulden nicht bezahlen wollen. Mögliche Verluste russischer Gelder sind für Merkel nicht wichtig: für die Zypern-Krise sollen die faulen Zyprer, die russischen Mafiosi oder wer auch immer bezahlen, nur nicht die anständigen deutschen Bürger. Wenn diese Version stimmt, dann sind die russischen Verluste bloß ein Kollateralschaden der neuen deutschen Ordnung in der Eurozone.”

Systemfrager März 28, 2013 um 07:31

@egal
>>> Dann hätte man echt 60 Jahre politischen Fortschritt in zweieinhalb Jahren weggeworfen.
Warum “hätte” – ach so, nur ein Tippfelher beim Tempus

Systemfrager März 28, 2013 um 07:41

“Ich kann es kaum erwarten, vom Regieren erlöst zu werden”, sagte Monti am Mittwoch im italienischen Abgeordnetenhaus.

Bersani umschrieb die Lage des Landes am Mittwoch mit harschen Worten. “Nur ein Geisteskranker hätte derzeit brennende Lust darauf, zu regieren”

SPON >>>
Die Satansbrut von Hayek & Co. hat ihr Werk nach nur 3 Jahrzenten vollendet. Die EU liegt in den Trümmern.

Hauke März 28, 2013 um 07:59

Ich hätte auch mal ne Frage. @Schütze Arsch schreibt:

“Beschränkungen des Zahlungsverkehrs sind faktisch wie eine Aufspaltung des Währungsraumes; wenn sie eine Weile anhalten, kann auf der Basis im Prinzip zu jeweils neuen Währungen übergegangen werden.”

Mal angenommen, die zyprische Regierung denkt ernsthaft darüber nach, eine eigene Währung einzuführen, bzw. will sich zumindest diese Option offen halten. Wenn es zu einer Währungsumstellung kommt, werden die Kapitalverkehrskontrollen über eine längere Zeit aufrecht erhalten werden müssen (und in diesem Fall würde das sogar Sinn machen). Die neue zyprische Währung wäre (zunächst) nicht frei konvertierbar. Angesichts der Tatsache, dass zur Zeit mehrere Milliarden Euro Bargeld in Umlauf gebracht werden, ist es gut oder schlecht, wenn im Falle einer Währungsumstellung in sagen wir zwei Wochen große Mengen an frei konvertierbarem Bargeld (Euro) neben der neuen Währung in der zyprischen VW umlaufen? Behindert das eine Währungsumstellung im Sinne der Akzeptanz oder fördert es die Preisfindung für eine neue Währung?

peewit März 28, 2013 um 08:04

@Systemverlierer

–>”Die Satansbrut von Hayek & Co.”

“Wir haben schon gezeigt, dass Kritiker der gesellschaftlichen Verhältnisse eine sehr emotional geprägte Haltung der Realität gegenüber haben, was nicht verwundern kann. Sie sind oft die in irgendeiner Form Verlierer der Verhältnisse: Menschen mit Existenzängsten, die Betrogenen und Ausgeraubten. Sie sind die Empörten, die in ihrer dramatischen Lage ihre Emotionen nicht immer unter Kontrolle haben. Das erleichtert den Herrschenden, oder wie man es auch noch sagt den Machteliten, sie als irratonal oder schizophren, also psychisch gestört oder gar krank zu bezeichnen – als Menschen, die sich der Realität verweigern.”

(http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/aa/21c/aa21c.php?tbch=aabaca&schp=meliten&suchZiel=hayek&ordner=21c&suchZZ=dummy)

h.huett März 28, 2013 um 08:25

Hauke

Nicht zu vergessen die Binationalität des Inselchens. Das Experiment wäre der Versuch, die Berliner Mauer als großes Seestück neu zu inszenieren. Pittoresker bestimmt, mit Seeräubern, Nixen, Minengürteln in allen nur erdenklichen Lagen und Schwarzgeldwäschern epischen Ausmaßes. Material für eine Ilias unserer Zeit. Wäre ich Private Equity Investor mit Beziehungen zu Bollywood und Hollywood: Ich würde der zypriotischen Regierung stecken, dass ihr next business case darin bestünde, die Insel in den Schauplatz für vierzig Seasons mit jeweils zwölf episodes plus Gas zu verwandeln.

Sie müssen nur die Bewachung organisieren.

Systemfrager März 28, 2013 um 08:25

@peewit
aber natürlich, einmal pro Tag etwa, würde ich gerne auf dich reagieren
Tja,
der Artikel raubt dich um den Schlaf. Das tut mir so Leid.
:)
Man kann es gut verstehen:
Da wird die Maske deinen Heiligen (Popper, Mises, Hayek, Röpke, …) runtergerissen und unter der Maske sieht man was? Nichts als nur menschliche Abgründe
Popper, Mises, Hayek, Röpke, … es waren Gauner, Betrüger, Taschentrickspieler … die geistigen Schergen der Reichen und Herrschenden

h.huett März 28, 2013 um 08:40

egal

Das dritte Mal könnte Deutschland als Karma-Ökonomie den Kontinent unter Kuratell bringen. Equal flow (rein und raus) instead of pay. Rainer Langhans würde Präsident Sein Harem würde die yellow press der ganzen Welt beglücken.

h.huett März 28, 2013 um 08:42

Q.

Ich muss ja zugeben, dass Deine Beiträge mich nachdenklich machen. Die Plausibilität nimmt zu. Aber warum im Gefäß eines verspäteten Nationalstaats? Steckt der nicht in der Restekiste?

peewit März 28, 2013 um 08:43

@Systemverdeher

–>”Tja, der Artikel raubt dich um den Schlaf.”

Genau, er raubt mich um den Schlaf!

Aber wieso eigentlich? Ich bin völlig einverstanden mit dem Fazit deines Co-Autors:

“William Warren Bartley, ein amerikanischer Philosoph hat es auf den Punkt gebracht:

„Poppers Art, Philosophie zu betreiben, verhält sich zum Ansatz der meisten zeitgenössischen Berufsphilosophen ungefähr so wie die Astronomie zur Astrologie.“”

Yep! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Frankie Bernankie März 28, 2013 um 09:02

@Schütze A.

“Ich meine, früher war D im wesentlichen ein Schweinefleischimportland, dann wurde die Sau hierzulande immer zahlreicher, in gut 15 Jahren verzehnfachte sich der Export aus D.”

Genaugenommen ist es immer noch Importland, denn ca. ein Drittel unserer Schweine wird in Südamerika ernährt.

Der Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch in D beträgt aktuell etwa 120%, was durchaus hoch ist für so ein begnadetes Schweine-esserland wie das unsere.

Eine Durchschnittssau wird etwa 4 Monate gemästet, der Bauer verdient in D momentan etwa 8 Euro an einer.

Tendenz fallend, deshalb werden die Ställe immer grösser , und der (subventionierte ) Export immer mehr: wir holen uns Kraftfutter aus Südamerika, mästen hier die Schweine und exportieren subventionsgestützt das Fleisch.

Was hier bleibt, sind Gülle und MRSA-Keime.

holger März 28, 2013 um 09:21

Topoi

—>>> Der Holger ist ja nicht im EInkauf tätig gewesen, sonst hätte er es schon plastisch erklärt.”

Horsche mol, der holgi ist trainiert auf alles, wat der Markt so hergeben tut. Wurde er drauf gedrillt. Von just in timing bis zum Zägezahnmodell im Stock and Flow und allseits beliebte Zeitaufnahmen… hat vermutlich 7 versteckte Herzanfälle dabei erlitten.

Er geht nur nicht mehr in die Tiefe bei Makronesen… die lernen es eh nie. Die meisten von ihnen kennen die invisible Hand ja nur aus längst verstaubten Romanen und Erzählungen. Von Adam Smith und katholisch oder evangelisch. Iss allet eben nur reine Glaubenssache.

gelegentlich März 28, 2013 um 09:26

@Systemfrager
Noch eine spannende Frage, als Forschungsanregung, freilich OT: Popper habe sich im Nachhinein als ehemaligen, gewendeten und geläuterten Marxisten dargestellt – sagen Sie. Ist es so dass Jan Fleischhauer von Spiegel Online Popper plagiiert?
Ist “Satansbrut” für einen Materialisten originell oder einfach nur schräg?

egal März 28, 2013 um 09:37

Q ist dezidiert für den Nationalstaat. D. h. aber in der Konsequenz auch Aufgabe des gemeinsamen Binnenmarktes. Auch an Schützes Schweinefleischfragen wird ein Unbehagen an dem erfolgreichen Teil der europäischen Einigung deutlich. Ich glaube, dieses Unbehagen nährt auch die AfD viel stärker als einzelne Fehlentscheidungen seit 2010. In England ist die Mehrheit entgegen aller wirtschaftlichen Vernunft schon für einen Komplettaustritt.

Aber, warum denn das Kind mit dem Bade ausschütten?

Augstein hat auf NATO-Kornelius verlinkt.

Und siehe da: Im rechten oberen Feld, auf der Seite der Europäischen Union, stand der Binnenmarkt, die Justiz, der Wettbewerb, die Umwelt – alles im grünen Bereich. Die vergemeinschafteten Themen waren alle nicht Teil des Krisenpanoptikums. Auf der linken Seite des Diagramms, auf der Seite der Nationalstaaten, sah es hingegen trostlos aus. Hier waren die Brandherde zu besichtigen, hier fand das Krisenfeuer seine Nahrung: Arbeitsrecht, Steuern, Haushalt, Sozialsysteme – alle unterhalb der Querlinie. Die Botschaft dieser simplen Zeichnung: Wenn man die Krisenauslöser aufseiten der Nationalstaaten nicht unter Kontrolle bekommt, dann wird man auch die Währungskrise nicht in den Griff bekommen.Europa braucht eine Wirtschaftsregierung, eine gemeinsame Finanzpolitik, ein harmonisiertes Steuersystem und zumindest vergleichbare Standards bei den Sozialsystemen. So klar hatte das zu diesem Zeitpunkt noch keiner aufgeschrieben.

Merkel hatte nun die Wahl: Entweder müsste sie die Krisenthemen aus dem linken unteren Feld holen und nach rechts oben verschieben – also in die Zuständigkeit der EU-Organe; dann würden die Nationalstaaten ihre Hoheit über Steuern, Wirtschaft, Haushalt oder Soziales abgeben müssen. Oder sie müsste dafür sorgen, dass die Themen bei den Nationalstaaten blieben, dort aber ins obere Feld, in den grünen Bereich, wanderten. Die Alternative war also: mehr Vergemeinschaftung, alle Macht nach Brüssel – oder ein anderes System, eine Union neben der Union, ein neues Konglomerat der Nationalstaaten.

Die Antwort der Kanzlerin: Besser wird es, wenn es die Nationalstaaten machen. Dafür hatte sie gewichtige Argumente parat. Den Bürgern stand nirgendwo der Sinn nach mehr Brüssel, außerdem waren die politischen Systeme in Europa – gerade bei Steuern oder im Sozialen – zu unterschiedlich. Auch wollte Merkel die Europäischen Verträge nicht öffnen, das Risiko dabei war einfach zu groß. Die Entscheidung stand fest: Die Nationalstaaten sollten es richten und dazu Verträgen untereinander schließen.

Diese stille Entscheidung aus dem Herbst 2011 hat historische Bedeutung. Was technisch klingt, kommt einer europapolitischen Revolution gleich: eine Abkehr von der heiligen Gemeinschaftsmethode, eine Absage an Brüssel, die Rückkehr der Nationalstaaten in Europa.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/stefan-kornelius-ueber-merkels-plan-fuer-europa-a-888071.html

Aufgegeben wurde mit “Europa” die politische europäische Konsenskultur, in der alle ihre Interessen einbringen konnten, also die Interessen aller berücksichtigt wurden. Aber, was ist das Gemeinwohl als die Interessen aller? Die gute Hegemon, den Lübberdings wünschte, war unnötig.
Jetzt treffen ungleiche Vertragspartner aufeinander. Deutschland müsste den Aristokraten des Gemeinwohls geben. Das funktioniert nicht.

Systemfrager März 28, 2013 um 09:38

>>> Ist es so dass Jan Fleischhauer von Spiegel Online Popper plagiiert?
Plagiiert?
(Denn kenne ich kaum, fällt mir nichts von ihm ein.)
ABER GANZ ALLGEMEIN:
Ich würde sagen, der Mensch ändert seine Meinung, wenn sich die Umstände ändern:
1:
Vor 3 Jahrzehnten, haben die Mittigen begonnen mit den Oberen die Unteren auszurauben und entrechten.
2:
Diese Dumköpfe meinten, die Oberen würden die Beute mit der Mittigen teilen. Das haben die Oberen nie im Sinne, sondern die Mittigen auf das vorherige Niveau der Unteren herabzustufen.
3:
Und nun wachen die Mittigen allmählich in einer Welt auf, die sie gar nicht geträumt haben

topi März 28, 2013 um 09:46

holger

Dann erklär doch das Schweinesystem einfach aus Einkäufersicht, wenn du alles kannst.

Mit einer betriebswirtschaftlichen Sicht wird es recht einfach verstehbar, wieso Schweine in verschiedene Richtungen fahren.

Außerdem hast du doch immer so schöne Einwände gegen den saldenmechanischen Ansatz, mit Bundesländerbetrachtung.

Die Salden interessieren einzelwirtschaftlich überhaupt nicht, völlig richtig; solange ich die entsprechende Währung habe (un dkeine Zoll- oder sonstigen Schranken zu überwinden sind), kaufe ic hda, wo es mir aus bw Erwägungen sinnvoll erscheint.

holger März 28, 2013 um 09:55

topi

—>>>Dann erklär doch das Schweinesystem einfach aus Einkäufersicht, wenn du alles kannst.”

Ganz einfach kaufe günstig ein, verkaufe so teuer wie möglich. Oder im Betrieb, halte die Fixkosten so niedrig wie möglich.

In einem Unternehmen sind alle Kosten aus Einkäufersicht zu sehen. Kostenoptimierung eben.

Den rest erklärt dir die schwäbische Hausfrau.

Hauke März 28, 2013 um 09:59

Inoffizielle Übersetzung des Dekrets zum Umfang der Kapitalverkehrskontrollen (Absatz 3):

http://www.cyprus-mail.com/capital-controls/limits-now-place-re-opening-banks-text-decree-included/20130328

Kurze Evaluation des Umfangs hinsichtlich des vom Parlament verabschiedeten Gesetzes:

- Restrictions in daily withdrawals -> Ja
- Ban on premature termination of time savings deposits -> Ja
- Compulsory renewal of all time savings deposits upon maturity -> Ja
- Conversion of current accounts to time deposits -> Nein
- Ban or restrictions on non cash transactions -> Ja
- Restrictions on use of debit, credit or prepaid debit cards -> Ja
- Ban or restriction on cashing in checks -> Ja
- Restrictions on domestic interbank transfers or transfers within the same bank -> Ja
- Restrictions on the interactions/transactions of the public with credit institutions -> (?)
- Restrictions on movements of capital, payments, transfers -> Ja

Interessant vielleicht diese Passage des Dekrets Im Rahmen des Vertrauen-durch-Zwang-Verfahrens:

Validity of the this Decree:
4. Exempted from the restrictive measures are:
a. All new funds transferred to the Republic from abroad

Ich sehe das Geschäftsmodell schon vor mir…

holger März 28, 2013 um 10:01
holger März 28, 2013 um 10:03

und nicht jeder verarbeitet alles

http://www.fleischerinnung-coburg.de/Verbraucherinfo/Fleischteile/TS_Schwein/Teilst_cke_Schwein.jpg

Darm ist immer gesucht. Der wird aber größtenteils extern gewaschen.

holger März 28, 2013 um 10:15

Und wer sich eben die Schweinelandverschickung im Detail anhören möchte, frage er bei Nordfrost nach. Schwein ist nicht gleich Schwein. Und so viele Haxen fressen wir eben nun doch nicht. Auch das Bauchfleich wohl nicht.

Deswegen reicht vermutlich aber das Filet nicht aus.

holger März 28, 2013 um 10:24

Hier noch der Link http://www.nordfrost.de/

und woher der doofmann das nun wieder alles weiß, tja… so sind se die Notstromer… die stecken überall ihre Nasen rein…

topi März 28, 2013 um 10:26

Das Schweinesystem ist somit sehr gut geeignet, die Betrachtung der “Internationalisten” (Befürworter des gemeinsamen Binnenmarktes, oder des europäischen Zusammenwachsens unter dem Banner des Friedens und der Freiheit, oder auch die Freunde des internationalen Großkapitals, auch Marxisten als der logische Gegenpart, etc) und der “Nationalisten” (also Nationalisten, Freunde nationaler Regulierung, Überzeugte, dass nur im unter deutlichem EIngriff in den “Naturzustand” die EInkommensverteilung so verändert werden kann, dass es Wohlstand für alle ohne Zwangsverschuldung gibt; un dder Sonderfall des Saldenmechanikers) zusammen zu bringen.

Die weltumspannenden Märkte sind mikroökonomische Realität.
Die mikroökonomische Theorie sagt, dass es gar nicht anders geht, wegen Skalenerträgen und hohen Markteintrittsbarrieren machen kleinere, oder lokale ohne absolutes Spitzenknowhow, Einheiten von vornherein unrentabel.

Einzelwirtschaftlich kauft jeder das, was für ihn am besten/günstigsten erscheint, und jeder verkauft ebenso. Nationale Grenzen völlig egal.
Nationale Politiken sinnlos, scheue Rehe und optimierende Käufer (mit genug Internetarbitrageuren über jede Grenze).

Der “Nationalist” will dies nicht, aus verschiedenen Motiven. (in Russland gibt es jetzt die Bewegung “deoffshoriazija”, von Putin aufgegriffen; oder verstaatlichte Ölkonzerne in Südamerika)

Mirkökonimsche Lehrmeinung: das führt zu Effizieneinbußen mit Verlusten, die DInge, die man auf dem Weltmarkt kauft, muss man mit Exporten verdienen, man muss letztlich immer mehr national einsetzen (Arbeit und Kapital), um den Gegenwert aus dem Ausland zu bekommen. Wird oft als Beschreibung des Ostblocks gebracht.
(dass dies unter heutigen Produktionsmöglichkeiten kaum gilt, ist ein anderes Thema. Die vorletzte Generation Chips gibt es immer irgendwo billig zum Kopieren, und damit gebaute Maschinen sind unwesentlich schlechter als die neuesten, dafür kann man national viel stärker auf “negatives Sozialprodukt” verzichten, wenn man will)

Saldenmechanisch ist klar: wenn die saldierten Ströme dauerhaft in eine Richtung fließen, geht dies mit immensem Schuldenaufbau einher (es sei denn, der Exporteur verschenkt seinen Krempel gleich, oder indirekt, indem er “Lehmann-Papiere” aller Art als “Anlage” kauft).

Dies geht solange, bis eine weiterer Verschuldungsaufbau nicht möglich ist; dann kommt der Nachschuldnerabriss, wissen schon, D-Day und so (derzeit in Zeitlupe, weil die Notenbanken noch dagegen arbeiten).

Die einzelwirtschaftliche Sicht ist simple Betriebswirtschaft oder Konsumoptimierung, homo oeconomicus quasi. Die Ausweitung dieser Prinzipien auf alle Teile der Gesellschaft logische Folge, aus dieser Sicht. Steuerwettlauf nach unten für die Kapitalseite (und ihre Dienstklassen), Reduzierung von öffentlichen Gütern, etc.pp.

Und die Saldenmechanik ist Grundschulmathematik, dagegen kann man sich mental wehren, aber das wird nicht helfen.

Beide Prinzipien wirken also.
Dazwischen stehen Handelshemnisse, die wurden weitgehend abgebaut, und eine Trendumkehr ist noch nicht im Gange (Freihandelszonen sollen allerorten installiert werden; es gibt aber schon Gegenbewegungen zu erahnen).

Und der Wechselkurs.
Schaltet man ihn aus, kommt es unweigerlich(die zwei Ausnahmen bestätigen die Regel) zu Festwechselkurskrisen; die quasi immer mit einem großen Knall enden, umso größer, je länger man am Festwechselkurs festhält (und je stärker die VW auseinanderlaufen, hauptsächlich die Preise, die sich viel schneller ändern als Produktivität etc.)

topi März 28, 2013 um 10:37

Was die “linken” “Internationalisten” oft nicht verstehen: je internationaler der Rahmen, desto stärker setzen sich Kapitalinteressen durch, weil die sich viel leichter bündeln lassen, ja oft schon längst völlig miteinander verwoben sind.

Und Einkommensverteilugn zu Lasten der “Normaleinkommensbezieher” ist eine deutliche Wachstums- und Wohlstandsbremse.

Des weiteren wird übersehen: für den Wohlstand eines Landes ist es neben einer gewissen Basis in LW/Industrie vor allem wichtig, was in darüber hinausgehenden Sektoren geschieht.

Da sind aber viele Güter mit öffentlichem oder halböffentlichem Charakter vorhanden, die entstehen nur mit entsprechendem Staatseingriff. Das muss man sich nicht immer gleich als Kommandowirtschaft ausmalen, aber es braucht Rahmen, letztlich auch EIngriffe in die sekundäre und primäre Einkommensverteilung.

Sozialsysteme sind solidarisch, oder schon in klassischer Mikroökonomie als ineffizient zu identifizieren.

“Wohlstand für alle” gibt es also weniger, wenn man die Nationalstaaten in größeren Gebilden auflöst.

topi März 28, 2013 um 10:41

Es sei denn, die Menschen einigen sich auf gesamteuropäische Solidarsysteme beispielsweise.

Ein Witz; skizzier doch mal einer die gemeinsame Rentenkasse von Finnland nach Zypern, von Portugal nach Griechenland.

Oder das Steuersystem zur Mäßigung der sekundären EInkommensverteilung.

Oder die Rechte für Arbeitskraftanbieter und Lohnersatzleistungen, um die Machtverhältnisse zwischen Arbeits- und Kapitalseite auszugleichen, damit die primäre Einkommensverteilung nicht so stark auseinanderläuft.

Ich bin wirklich gespannt, ob da was kommt, außer spontaner Bewusstseinsänderung für alle auf Knopfdruck.

Systemfrager März 28, 2013 um 10:58

@topi
>>> Was die “linken” “Internationalisten” oft nicht verstehen: je internationaler der Rahmen, desto stärker setzen sich Kapitalinteressen durch,
Ein Volltreffen ins Schwarze
Der “Internationalismus” der größte Schwachsinn der Linken, den es gibt.
Wir brauchen einen Patriotismus: “für Deutschland”, aber keinen rechten Patriotismus.

Wenn wir auf unserem Planeten wirklich ein würdiges Leben für alle Menschen schaffen wollen, müssen wir uns schnellst möglich von den sozialromantischen Träumereien über eine posthistorische universelle Weltordnung verabschieden. Wer also meint, wir sollten uns mit der globalen Weltwirtschaft abfinden und nach weltumspannenden Steuerungen oder Regelungen suchen, um sie human und sozial zu gestalten, hat das Wichtigste noch nicht verstanden. Die Globalisierung ist kein geordnetes „System“ und hat keine bestimmten Strukturen und Institutionen, die wir ändern und umgestalten könnten. Sie ist ein absichtlich verursachtes und gezielt gefördertes Chaos, in dem das von den nationalen Verpflichtungen befreite Kapital raffiniert, mehr oder weniger legal, ausbeuterische Praktiken in großem Stil betreibt.

Meinen wir wirklich im Ernst, wir würden den multinationalen Konzernen, die über ein Gebiet herfallen, krumme Geschäfte mit den lokalen Machthabern machen und dann in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit der Beute verschwinden, allgemein verbindliche Regelungen und Institutionen aufzwingen können? Wer wirklich an internationale Abkommen glaubt, sollte nachdenken, warum sich etwa Flugkerosin und Schiffstreibstoff nicht weltweit besteuern lässt, obwohl dies in technischer Hinsicht die mit Abstand einfachste Aufgabe wäre, die man sich vorstellen kann. „Die heutige linke Mode, in die fernere Zukunft und auf einen Weltstaat zu blicken, ist so nutzlos wie der Glaube an Marxens Geschichtsphilosophie, für den sie ein Ersatz geworden ist. Beide sind ganz unerheblich für die Frage, wie man verhindern kann, daß wieder erbliche Kasten entstehen oder daß sich rechte Populisten das Ressentiment dagegen zunutze machen“, mahnt der bekannte amerikanische Philosoph Richard Rorty an, der selber zu den Linken gehört. „Die Linke muß damit aufhören, sich immer abstraktere und verstiegenere Namen für ‘das System’ auszudenken und stattdessen beginnen, inspirierende Zukunftsvorstellungen für unser Land zu entwickeln“. Ja, wir brauchen einen inspirierenden Patriotismus, oder, wenn man so will, einen Regionalpatriotismus von links. So etwas wie der Weltstaat oder die Weltregierung sind nichts anderes als alte Illusionen von realitätsfremden linken Intellektuellen, die überzeugt sind, dass die Menschheit besser als der Mensch sei. Mit ihren monumentalen und universalistischen Entwürfen haben diese Linken schon immer nur die erschreckende Leere und Einseitigkeit ihrer Denkweise verschleiert. Für die Praxis hat sich keiner ihrer Entwürfe als tauglich erwiesen.

Der Ökonom mit dem Hammer

peewit März 28, 2013 um 11:10

@Systemsoziobiologe

–>”Ein Volltreffen ins Schwarze”

Noch’n Volltreffen:

“In der Natur gibt es zwar Anführer, aber keine Herrscher. Die Alphatiere, wie man die Rudelführer nennt, umgeben sich nie mit irgendwelchen Söldnern und bilden nie ein Kartell von Unterdrückern, sie sind also nie eine herrschende Klasse oder Kaste. Die gibt es bei den Tieren nicht. Wenn wir meinen, solches Verhalten bei bestimmten Tierarten doch zu erkennen, so beruht dies auf Einbildung: Wir unterstellen der Natur, was wir bei den Menschen vorfinden. Außerdem ist die Funktion des Anführers in der Tierwelt immer eine relative. Bei den sozialisierten biologischen Arten sorgen die Instinkte sogar für ein Verhalten, das sich als Füreinander und Solidarität deuten lässt. Vor allem bei den Insekten beeindruckt dieses Verhalten die Biologen schon seit langer Zeit. Jedes Mitglied eines Insektenstaates, das zum Beispiel von einem anderen etwas fordert, erhält es. Man stellt erstaunt fest, dass die Population, wenn es nicht genug Nahrung für alle gibt, völlig ausstirbt, anstatt dass sich eine Gruppe von Rücksichtlosen in die Zukunft hinüberrettet.”

(http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ba/42d/ba42d.php?tbch=aabaca&schp=neolib&suchZiel=hayek&ordner=42d&suchZZ=dummy)

Keynesianer März 28, 2013 um 11:25

Die “Internationalisten” sind einfach Saboteure.

So schwer ist das nicht zu verstehen. Wenn ich die Feuerwehr in Großschönlinden ausschalten will, dann schicke ich den Löschzug zur Solidaritätsfeier nach Timbuktu, während das Rathaus brennt, angezündet von meinen Freunden.

Und wenn ein europaweit einheitliches Solidarsystem eingeführt wird, lässt sich in jedem Land der Sozialstaat schleifen unter Verweis auf die europäische Regelung.

Danach ist von der Rente, dem einst erfolgreichen Bildungssystem oder dem Schutz für Kranke nichts mehr übrig, aber die bekannten Internationalisten und Antifaschisten haben noch alle wild applaudiert, wie die Bürger vom Kapital um ihren letzten Schutz und ihre letzten Rechte gebracht wurden.

h.huett März 28, 2013 um 11:28

peewit

Verdienstvolle Dekonstruktion dieses Schwadroneurs namens “Systemfrager”. Der Adept eines Ameisenstaats. Wer hätte das gedacht!

Systemfrager März 28, 2013 um 11:33

@peewit
@peewit
Du bist in einer großen Gefahr Kumpel
Wenn du es weiter machst, wirst du dich in die Texte verlieben
Und das würde dir nicht gut tun, es ist sehr schmerzhaft, wenn die eigene Welt zusammenbricht
:)
PS
Also morgen hast du keinen Kommentar von mir. Ordnung muss sein
:)

egal März 28, 2013 um 12:29

Der Verkehr zwischen ungleich mächtigen Staaten läuft so:

“Die Art, wie dieses Abkommen Namibia aufgezwungen werden soll, halte ich für sehr unfair…Wir exportieren Fleisch, Fisch und Weintrauben nach Europa, aber jetzt haben wir das Messer im Nacken: Entweder ihr unterzeichnet 2014 oder wir stoppen die Importe.”NDS

Die EU ermöglichte einen Interessensausgleich wenigstens zwischen europäischen Staaten. Die Alternative scheint ja gerade auf (duetsches Europa). Die schweizer Industrie ist (war) z. B. entschieden für einen Beitritt, weil sie zwar Zugang zum Binnenmarkt hat, ihre Interessen aber etwa bei der Aushandlung von Standarts nicht einbringen konnte.

“Ein Witz; skizzier doch mal einer die gemeinsame Rentenkasse von Finnland nach Zypern, von Portugal nach Griechenland.”

Wozu braucht Europa eine gemeinsame Rentenkasse oder ein einheitliches Sozialsystem? Wichtig sind nur ähnliche Ergebnisse, wie man die Transfers organisiert, ist letztlich egal.

“Und wenn ein europaweit einheitliches Solidarsystem eingeführt wird, lässt sich in jedem Land der Sozialstaat schleifen unter Verweis auf die europäische Regelung. ”

Richtig, in den letzten Jahrzehnten gab es ein race to the bottom. Gerade weil es eben keine europäischen Regelungen etwa zum Steuerrecht gab. Deshalb ließen sich die Nationen ja gegeneinander ausspielen. Ich verweise nochmal auf Meyer-Landruth. Aber mit institutionellem Rahmen sind solche Regelungen viel leichter durchsetzbar.

egal März 28, 2013 um 12:31

Und, trotz der geringen öffentlichen Aufmerksamkeit, trotz des Lobbyismuses… wo stünde z. B. der deutsche Verbraucherschutz ohne die EU? Oder der polnische Umweltschutz?

Eva`s Apfel (in Wirklichkeit g.W.) März 28, 2013 um 13:37

“Wir haben schon gezeigt, dass Kritiker der gesellschaftlichen Verhältnisse eine sehr emotional geprägte Haltung der Realität gegenüber haben, was nicht verwundern kann. Sie sind oft die in irgendeiner Form Verlierer der Verhältnisse…”

“Kritiker der gesellschaftlichen Verhältnisse” da muss ich ja laut lachen:-) – wie sollte man das nicht sein.

Trotzdem, es ist durchaus auch das, was ich in meinem Bekanntenkreis beobachte, dass die in prekärer Situation sehr viel gesellschaftskritischer sind als die Besserverdienenden und “Systemlinge.”
Letztere wundern sich ja noch nicht einmal, wenn drei Hochhäuser einstürzen obwohl nur zwei getroffen wurden …
Logischerweise sehen die Wohlhabenderen das ganze System weitaus weniger kritisch weil sie ja nicht so sehr drunter leiden oder vielleicht auch, weil sie glauben, nicht drunter leiden zu müssen ;-)
Insofern kann das Argument m.E. in beide Richtungen verwendet werden.

Im übrigen beneide ich (Teilzeit) niemanden, der mit Scheuklappen rumlaufen muss. Eigentlich haben die “prekären” es sogar besser (wenn sie statt sich einlullen zu lassen die Lebenschance nutzen), weil sie mehr Interesse an wahrer Erkenntnis haben und Zeit dafür (Musse), und damit ist für sie der Weg frei zu wirklicher Freiheit, die nur eine innere sein kann.

peewit März 28, 2013 um 13:42

@Systemverführer

–>”Du bist in einer großen Gefahr Kumpel
Wenn du es weiter machst, wirst du dich in die Texte verlieben”

Ist doch schon längst geschehen! Wie soll man denn auch bei Sätzen wie den folgenden standhaft bleiben?

“An dieser Stelle ist es angebracht, zu erwähnen, dass auch ein anderer Freiheitskämpfer, der wichtigste liberale Soziologe des 19. Jahrhunderts, Herbert Spencer, ein nicht ganz übliches Verhältnis zum weiblichen Geschlecht hatte. Dieser Maschinenbauingenieur und begnadete Autodidakt in den Geisteswissenschaften, war ebenfalls in vielen geistigen Bereichen bestens bewandert. Das einzige, was ihm sein Leben lang nicht gelungen ist sich anzueignen, war das weibliche Geschlecht.”

(http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ba/20x/ba20x.php?tbch=aabaca&schp=marxis&suchZiel=hayek&ordner=20x&suchZZ=dummy)

Einerseits bemächtigen sich Bauernsöhne des Alls, andererseits gelingt es Maschinenbauingenieuren nicht, sich das weibliche Geschlecht anzueignen. Wer so einen sprachmächtigen Durchblick auf die Geschichte hat…

–>”Und das würde dir nicht gut tun, es ist sehr schmerzhaft, wenn die eigene Welt zusammenbricht”

Ach, weißt du, Kumpel, als Fallibilist rechnet man sowieso immer mit dem Zusammenbrechen lieb gewonnener Überzeugungssysteme; der Schmerz hält sich dann sehr in Grenzen, das ist der Vorteil ideologieabweisenden Denkens…

–>” Ordnung muss sein”

Vor allem in Insektenstaaten…

keiner März 28, 2013 um 13:52

Ich wollte hier nicht bei der Nabelschau stören (Hüttenhans hat eh den Schönsten), aber eine Frage nebenbei:

Kann jemand bestätigen, was meine trüben Augen über Fefe sehen mußten, dass das Geschmeiss von Vermögensverwaltern doch tatsächlich kolportiert, die Londoner Filialen der zyprischen Banken hätten die ganze Zeit offen gehabt und dorthin seien Milliarden abgeflossen?

Das stellt das Verbot von Glühbirnen noch weit in den Schatten.

Systemfrager März 28, 2013 um 13:55

Ich wurde auch neugierig, was dieser Schreiberling da über den so großartigen Helden der Freiheit Spencer kritzelt, und was für ein Unfug lese ich da … einfach unglaublich

An dieser Stelle ist es angebracht, zu erwähnen, dass auch ein anderer Freiheitskämpfer, der wichtigste liberale Soziologe des 19. Jahrhunderts, Herbert Spencer, ein nicht ganz übliches Verhältnis zum weiblichen Geschlecht hatte. Dieser Maschinenbauingenieur und begnadete Autodidakt in den Geisteswissenschaften, war ebenfalls in vielen geistigen Bereichen bestens bewandert. Das einzige, was ihm sein Leben lang nicht gelungen ist sich anzueignen, war das weibliche Geschlecht. Und gerade dieser Mensch sollte das beste Rezept anbieten, wie sich eine biologische Art der Gattung Homo weiter evolutionär entwickeln sollte, um zu überleben? Oder war Spencers Sozialdarwinismus eine perfide Rache an der Menschheit? Wenn er selber nach seinem letzten Atemzug aus dem Plan des Universums endgültig gestrichen werde, warum sollte es der Menschheit anders ergehen? In die Logik eines kühlen Denkens, und dies war er allemal, würde diese Schlussfolgerung ausgezeichnet passen. Warum sollte nämlich für einen extremen und rücksichtslosen Egoisten, für den die Verlierer der Gesellschaft so viel bedeuten wie Juden, Zigeuner oder Slawen für Hitler, das Weiterbestehen der Menschheit ohne seinen Genotyp etwas bedeuten? Stellen wir denn nicht tagein tagaus fest, dass auch die narzistischen „Leistungsträger“, die sich zum Zweck der Evolution aufzureiben glauben, allzu oft kinderlos sind? Die Idee der uneingeschränkten individuellen Freiheit ist also nicht nur falsch, sie ist selbstmörderisch. Deshalb ist es für den Westen das Gebot der Stunde, den Begriff der Freiheit endgültig über Bord zu werfen, anstatt sich im Namen der Freiheit umzubringen.

Doktor D März 28, 2013 um 13:58

@keiner: Very Old News, die wir schon dran hatten, vor ca. drei Tagen, du Oper-Top-Checker-Bunny.

keiner März 28, 2013 um 14:01

Ich verfolge das ewig gleiche hin und her der ganzen Sockenpuppen hier nicht mehr. Wie war denn die geschätzte Meinung zu dem Thema?

Doktor D März 28, 2013 um 14:02

Just try Google!

keiner März 28, 2013 um 14:10

Du mich auch! :o)

quecalor März 28, 2013 um 14:17

@ Doktor D vom 27.3 17.47
Die ehemalige linksliberale El Pais hat vor ein paar Monaten alle kritischen Journalisten entlassen. Der Karstadt Retter Berggruen ist mit anderen Investoren eingestiegen. Die Zeitungen sind voll von Korruptionfällen. Von korrupten Bürgermeistern bis Rajoy. Wenn ein Richter oder Staatsanwalt allerdings zu sehr vorprescht wird er einfach ausgewechselt. Ein paar kleine Fische sind verurteilt worden ein paar zurückgetreten. Die Leute glauben weder der Presse, die zu 90% erbärmlich ist, noch der Regierung. Dann sind da noch die Gewerkschaften, lassen wir das. Erbärmlich.
Obwohl wir hier, für Deutschland eine unfassbare Arbeitslosigkeit haben, gibt es bei weitem nicht so viel Bettler und Suppenküchen.
Heute haben wir am Mittelmeer 24 Grad und die Hotels und Restaurants sind gut gebucht. Knapp 10% weniger Spanier,aber mehr Franzosen, Russen und Deutsche.

peewit März 28, 2013 um 14:17

@Systemträger

–>”Stellen wir denn nicht tagein tagaus fest, dass auch die narzistischen „Leistungsträger“, die sich zum Zweck der Evolution aufzureiben glauben, allzu oft kinderlos sind?”

In der Tat, das stellen wir zweifellos tagein, tagaus, Stunde um Stunde, Nacht für Nacht fest: nur seltsam, dass diese “Leistungsträger” nie aussterben, obwohl sie doch kinderlos bleiben, die armen zwecklosen Aufreiber der Evolution…

Doktor D März 28, 2013 um 14:25

Heute haben wir am Mittelmeer 24 Grad und die Hotels und Restaurants sind gut gebucht. Knapp 10% weniger Spanier,aber mehr Franzosen, Russen und Deutsche.

Oh, zumindest das klingt wunderbar. Ganz besonders wenn ich hier aus dem Fenster schaue und dem anschwellenden Triumphgeheul über die tollen 0,6 Prozent OECD-zertifizierten deutschen Wachstums zuhören muss.

aifran März 28, 2013 um 14:38

Kapitalverkehrskontrolle ….
… bei der Deutschen Bundesbank gibt es ein aller liebstes Büchlein über das Geld und Banken System. Darin wird natürlich auch über die Einführung des Euros berichtet.
http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Schule_und_Bildung/Unterrichtsmaterialien/Sekundarstufe_2/sekundarstufe_2.html

In einer früheren Ausgabe war hier auch noch zu lesen die gleichzeitig mit der Euro-Einführung eingeführte Freigabe des Kapitalverkehrs diene der DISZIPLINIERUNG der Wirtschaftspolitik der Euro-Mitgliedsstaaten. Ja ja die Disziplinierende Kraft des scheuen Rehleins Kapital …… nun so eine Aussage ist schon eine harte Sache – in der nächsten Ausgabe des Büchleins war diese natürlich wieder verschwunden. Der Nutzmensch braucht die Wahrheit, die Absicht ja nicht zu wissen -

h.huett März 28, 2013 um 15:38

Doktor D
Die 0,6 Prozent entsprechen im Jahr 2010 18,5 Mrd €.

kurms März 28, 2013 um 15:50

@0,6 %

Bombastisch. Und diese Sauertöpfe wollten uns schon auf 0,3 % runterprognostizieren. Denen sollte mal der Brüderle den Marsch blasen.

Doktor D März 28, 2013 um 15:56

Könnte man sich also immerhin eine halbe Insel im Mittelmeer samt interessantem Banking-Sektor für kaufen. :-)

aifran März 28, 2013 um 16:38

Hans bitte rasch die Keule zücken, zeigs den eckelhaften Geldsystemkritikern … nur Mut Hans

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38847/1.html

Eagon März 28, 2013 um 17:30

Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Wir einigen uns auf ein gemeinsames Sozialsystem in der Währungsunion.

Ne wir einigen uns darauf alles zu tun um Exportweltmeister aus dem Porzellanladen raus zu schneißen.

Das andere kommt dann von allein.

Die deutschen Überschüsse lassen sich nur durch mehr Partizipation von Deutschcen am nationalen Konsum abbauen.

Da kommt das Soziale von alleine.

Ist geradezu ALTERNATIVLOS!

someone März 28, 2013 um 17:49

@topi:
Eine Vereinheitlichung der Renten-, Sozialsysteme etc. ist in der Tat unrealistisch. Aber Mindeststandards wären schon machbar, sieh dir einfach an, wie die EU mit ihrer Nichtdiskriminierungsrichtlinie ins Arbeitsrecht eingreift. Und um mal konkret zu werden: Diese Finanztransaktionssteuer wäre bei der EU eigentlich am besten aufgehoben: Sie funktioniert ja nur, wenn man sie parallel in vielen Ländern einführt. Wenn sie nun bei der EU angesiedelt wäre (man könnte die Zolleinnahmen direkt mitübertragen) hätte man dann einen EU-Pott. Ich sehe keine Gründe, warum man diesen Pott nicht in Form zweckbedingter Hilfen einsetzen könnte. Z.B. 500,-€ Sozialhilfe als Grundstock der jedem Europäer zusteht. In Deutschland hat eh’ bereits eine Mischfinanzierung dieser Dinge, das wäre überhaupt kein Ding diese darin zu integrieren. Und in Griechenland, Italien, Portugal hätten die langfristig arbeitslos gemeldeten dann wnigstens einen Grundstock im Gegensatz zum gegenwärtigen Nichts.
Man müsste halt über seinen Schatten springen und der EU ein eigenes Budget zugestehen. Damit wäre auch das EU-Parlament aufgewertet, womit man das Demokratiedefizit zumindest ein wenig aufgeweicht hätte und die EU-Politik aus den Hinterzimmern herausholt. Dieses Prozedere stößt derzeit ja auch an seine Grenzen, wenn ich mir dieses Bohei ansehe, dass man sich mitten in der Nacht oder am frühen Morgen auf einen Formkompromiss einigt.

someone März 28, 2013 um 18:12

Wenn der EU-Haushalt jährlich und nicht nur in Fünfjahresplänen verabschiedet würde und man eine offenere Diskussion im Parlament hätte, würde sich auch der Fokus weg von diesen kafkaesken Agrarsubventionen hin zu anderen Themenfeldern bewegen und würden vielleicht auch ein wenig gelichtet.

holger März 28, 2013 um 18:15

someone

verstehe es doch bitte, eine anständige “Cash-Flow-Tax” würde Topis Märkte beunruhigen, das geht doch nicht. In Topistan zu Leben, ist wie Tod geboren zu sein. Da gehts mit 1 inne staatliche Krippe und mit 101 wieder raus…

Da gibt der lieber seine Steuerklärung ab… ist doch auch ein “ehrlicher”… und gell ??? sind wir doch alle. Auch bei 100.000 inner Schublade.

Seien wir doch froh, ohne mit dem Auge zu zucken, mal eben 70% ungefragt abdrücken zu können. Gibt doch genügend Saftärsche auf den Ämtern die ein BGE erhalten…

Ich sach eines, dieser aufgedunsene Staatsapparat wird eines Tages vor Fettleibigkeit selbst platzen.

holger März 28, 2013 um 18:30

Hegemonial Marke Kleinbürgerlich Hofschranzen

Carlos Manoso März 28, 2013 um 18:45

@holger März 28, 2013 um 18:30
„Hegemonial Marke Kleinbürgerlich§

Thomas Konicz:
„Die unerfahrene zypriotische Delegation ist bei dem vergangenen EU-Gipfel einer regelrechten Schockbehandlung unterworfen worden. Im Vorfeld des Gipfeltreffens habe es Zusagen seitens etlicher EU-Vertreter gegeben, dass es in Bezug auf Zypern nur “Gespräche, aber keine Entscheidungen” geben werde. Am Freitagnachmittag wurde dem perplexen zypriotischen Finanzminister Michalis Sarris beim Treffen der Eurogruppe dann plötzlich mitgeteilt, Zypern hätte rund zwei Milliarden Euro durch die Besteuerung von Spareinlagen aufzutreiben. Anfänglich schien Präsident Nicos Anastasiades diese Bedingung auch akzeptieren zu wollen. Doch gegen 19:30 ließ es sich Schäuble nicht nehmen, nun persönlich eine Teilenteignung in Höhe von 5,8 Milliarden gegenüber dem zypriotischen Präsidenten zu fordern. Die Realisierung dieser Forderung käme einer Zerstörung der zypriotischen Ökonomie gleich, deren Kernsektor die Finanzindustrie bildet.

Anastasiades beschloss daraufhin, vorzeitig vom Gipfel abzureisen. Die zypriotische Delegation war im Begriff, die Verhandlungen zu verlassen, da trat der deutsche EZB-Chefunterhändler Jörg Asmussen auf den Plan, der von Schäuble 2011 ins EZB-Direktorium gehievt wurde. Dieser erklärte dann gegenüber Anastasiades, dass die EZB den zypriotischen Finanzsektor die Liquidität abdrehen und diesen in den Kollaps treiben werde, sollte er Schäubles Diktat nicht binnen zwölf Stunden befolgen. Mittels dieser glatten Erpressung wurde, wie die FT schrieb, das “Schicksal der zypriotischen Bankkunden in Berlin besiegelt”. Die zypriotische Delegation wurde von Schäuble vor “vollendete Tatsachen” gestellt, es gab bei diesem abgekarteten Spiel schlicht nichts zu verhandeln. Zypern sollte die Rolle eines “Versuchskaninchens” spielen, …

Diese Vorgänge illustrieren die zunehmende Zuspitzung der Machtverhältnisse und Hierarchien innerhalb der Europäischen Union, deren Ideale einer gleichberechtigten Gemeinschaft von Staaten längst den zunehmenden nationalen Interessenskonflikten geopfert wurden.“
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38819/1.html

Keynesianer März 28, 2013 um 18:58

Werter @Carlos Manoso,

jetzt erkläre doch bitte endlich Deinem Freund Konicz, dass es im Zeitalter des Internationalen Kapitals keine “zunehmenden nationalen Interessenkonflikte” geben kann.

Höchstens eine Vorspiegelung solcher durch die Agenten des Kapitals, um die Opfer der globalen Machenschaften zu täuschen und gegeneinander aufzuhetzen.

Oder sollte Konicz gar auf deren Gehaltsliste stehen? :roll:

Balken März 28, 2013 um 19:06

@ someone
Das wäre wirklich ein Anfang! Es würde aus der gegenwärtigen Situation der EU hinausführen, in der alle soziale (was wörtlich übrigens nichts anderes heißt als: gesellschaftliche) Fortschrittskonvergenz bislang lediglich ein Thema von Sonntagsreden ist. Schauen wir uns die Agenda 2000 der EU an, flankiert von einer Sozialagenda, die zur Halbzeit erneuert wurde,weil abzusehen war, dass die Ziele nicht erreicht weden würden, woran sich bis 2010 dann aber nichts geändert hat. Dito abzusehen bei der gegenwärtigen Agenda EU 2020: Klare Kante bei “Wettbewerbsfähigkeit” (vulgo: Wer dienst sich dem gewinnsuchenden Kapital am unterwürfigsten an), daneben vage Müsste-könnte-sollte-Versprechungen an das liebe Volk.
Der EuGH flankiert die großkapitalfreundliche Politik mit Urteilen, die die auf nationaler Ebene errungenen gewerkschaftlichen Schutzmöglichkeiten der Arbeitnehmerrechte auf der übergeordneten EU-Ebene aushebeln (Viking, Laval, Rüffert, daneben Urteile gegen Landestariftreue- und -vergabegesetze deutscher Bundesländer). Alles begründet mit der sogenannten oder auch “Kapitalfreizügigkeit”.
Man muss “Freihandel” gar nicht einschränken, man muss ihn nur definieren! (Was, oops, wörtlich allerdings auch “eingrenzen” bedeutet, Mist.) Will aber meinen: Man muss sich darüber klar werden, was man unter Freihandel versteht. Europäisches Schweinehälftenkarussell? Marktausschluss durch Marktmacht und Preisdiktat? “Handel” verstanden als skrupellose Arbitrageausnutzung (letztlich auf einer Stufe stehend mit Glasperlenhandel aus Kolonialzeiten) oder doch als Warenaustausch?
Das kann man alles organisieren. Denn auch Handel ist, wer hätte das gedacht, mindestens zur Hälfte Politik, nämlich Machtpolitik, überall, nicht nur im merkelschen preußischen Staatsmerkantilismus.
Zu den Vorschlägen zum EU-Haushalt: Vielleicht sollte man nicht z.B. Mehrwertsteueranteile dorthinein verbraten, sondern auch Rahmabschöpfungsanteile. (Die USA haben da ganz tolle Methoden, auch bei Auslandskonten und bei Umzügen ins Ausland. Es geht also. Freilich. Quod licet Jovi …) Es ginge also, wenn man wollte. Man kann vor die Alternative stellen: Dann geht doch rüber… (Nordkorea, wird doch immer gern genannt…)
Ist klar, nur ein Traum. Warum sollte die, die in der “Demokratie” der o,1 % die Bestimmer sind, etwas politisch gegen die o,1 % durchsetzen? “Nür über meine Leiche”, haben die schon öfter mal gesagt. Marie-Antoinette-Syndrom halt. ISt im Leben nicht heilbar.

"ruby" März 28, 2013 um 19:08

Der gewünschte Schritt nach vorn – Polen in das EWS (40 Mio EW)wird der gefürchtete Bruch zur Einheitlichkeit sein.
Wer nicht mehr die Kraft zur funktionierenden Erweiterung schafft,verliert die Macht der Integration des Bisherigen.

holger März 28, 2013 um 19:42

LMAO

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bundesbank-versorgt-Zypern-article10382521.html

EZB unabhängig und keine Kohle in Cash… :D

holger März 28, 2013 um 19:46

Doch gegen 19:30 ließ es sich Schäuble nicht nehmen, nun persönlich eine Teilenteignung in Höhe von 5,8 Milliarden gegenüber dem zypriotischen Präsidenten zu fordern.

5 B in Cash hin und 5,8 B haben

Rendite von rund 14% LOL :D

someone März 28, 2013 um 19:46

@Balken:
Die schiere Not könnte die Regierungen dorthin treiben. Die Alternativen funktionieren ja offensichtlich auch nicht.
Prof. Sinn sais: Lower your currency and taxes, cut expenditures and everything is fine!
Britain insists: Aye Sir,but we’re marching nowhere!
http://www.guardian.co.uk/business/2013/mar/27/britain-current-account-deficit-worst-since-1989
http://www.guardian.co.uk/business/economics-blog/2013/mar/27/george-osborne-balance-payment-dismal-reading

holger März 28, 2013 um 19:48

Da sach noch mal einer, die Ferengis stammen nicht vom Stamm der Schäubles ab…

holger März 28, 2013 um 19:56

Aber frei nach Luebberding:

Es wird sich wohl um einen IRRTUM handeln…

"ruby" März 28, 2013 um 22:18

Bank of Illusion
I PROMISE TO PAY THE BEARER ON DEMAND THE SUM OF

das Ende einer einheitlichen Währung durch Kapitalverkehrskontrollen im freien Bewegungsraum
und Tschüß

“Eine europaweite Zinsnivellierung gehört jedenfalls nicht zu einer gesunden Geldpolitik! Daß die EZB mit ihren LTRO-Krediten genau dieses Prinzip ausgehebelt hat, macht denn auch ihr besonderes Versagen aus. Denn damit etabliert sie sich als Nicht-Zentralbank, weil damit die Emission von Liquidität in das Belieben von Privatbanken gestellt wurde. Anders gesagt: die europäische Geldspaltung, die sich jetzt sogar in der Etablierung von Kapitalverkehrskontrollen etabliert, ist eine Folge nicht der niedrigen Zinspolitik, sondern der gleichmacherischen Geldpolitik, der sie sich anscheinend verpflichtet fühlt.”
aus :
http://soffisticated.wordpress.com/

Schütze Arsch März 28, 2013 um 22:29

Ah, vielen Dank noch für die Nachträge zur Schweineproblematik. @Holger hat sehr schön auf die innere Heterogenität des homogenen Gutes „Sau“ verwiesen. Wobei ich annehme, daß @topi als ganzheitlicher Therapeut solch isolierter Betrachtung einzelner Körperpartien doch eher mit Mißfallen begegnet und er mit „desaggregieren“ noch was anderes meinte.

Nun ja, diese beträchtliche innere Vielfältigkeit der Sau hatte ich als Erklärungsansatz auch mit erwogen, dann aber wieder Abstand davon genommen. Schließlich dürften die kulinarischen Vorlieben für bestimmte Körperteile innerhalb Europas nicht sooo sehr variieren… ist ja nicht so, daß der Nordländer nur den Nacken und der Südländer nur den Schinken verfrühstückt… Vermute, daß das eher für den Export aus der EU heraus eine Rolle spielt… die hochwertigen Teile des Schweins werden überdurchschnittlich in Europa selbst verzehrt, während weniger geschätzte Teile dann subventioniert auf ganz große Fahrt gehen. Beim Huhn, diesbezüglich bereits eingehend erforscht, ist es jedenfalls so.

@Frank Lübberding, Du bist doch Journalist. Wie wär’s, wenn Du mal nicht so viele Talkshows kommentierst, sondern das Schweinephänomen erforschst. Wie gesagt, für’s Huhn hat das schon mal jemand gemacht und dabei Interessantes herausgefunden (google: „Das globale Huhn“)

Abschließend dazu und passend zur Jahreszeit sei bemerkt, daß den Mönchen früher in der Fastenzeit doch der Sinn nach Fleischernem stand, weshalb sie kurzerhand den Biber wegen dessen schuppigen Schwanzes zum Fisch umdefinierten und also in den Kochtopf steckten. Phänomenologie hat schon was für sich… Später aber trat der empirische Biologe @peewit auf den Plan, der – lange bevor er zu einem bekannten @Systemfrager-Exegeten wurde – die Fischigkeit des Bibers so eindrucksvoll zu widerlegen verstand, daß heute keine Sau mehr weiß, wie der Biber eigentlich schmeckt.

Dann noch zur heiß diskutierten Frage, ob ein anti-neoliberaler Umschwung eher auf jeweils nationalstaatlicher oder auf EU-Ebene möglich und anzustreben sei. Was die Möglichkeiten auf EU-Ebene angeht, so bin ich sehr skeptisch, was ich in einem früheren Leben schon mal ausführlich begründet hatte. Man muß sich ja vergewissern, wie die EU eigentlich konstruiert ist und was dort sozusagen die Kanäle von Einflußnahme und Machtausübung sind. Falls jemand angesichts des Wetters (hier in Prekärpreußen immer noch Schnee und Eis) nichts Besseres einfällt als 15-30-seitige Texte zu lesen, dann hier Nr. 1:

http://www.mpifg.de/pu/mpifg_dp/dp10-8.pdf

Da geht es auch um die von @Balken angesprochenen Fälle Viking, Laval etc. – und um das Mißverständnis mit der Antidiskriminierungs-Rechtsprechung des EuGH.

Und Nr.2:

http://www.beigewum.at/wordpress/wp-content/uploads/092_birgit_mahnkopf.pdf

Nicht abschrecken lassen vom Beginn mit seiner sperrigen akademischen Sprache. Da wo es weiter hinten konkret wird, wird es interessant. Da geht es dann auch um die Zusammenhänge von Sozial- und Handelspolitik. Und es wird der Forderung @Gerald Braunbergers Genüge getan, über die Grenzen der Eurozone hinauszuschauen…

(Der Text ist ein paar Jahre alt: also „ESM“ meint dort „Europäisches Sozialmodell“)

Sodann allen Beteiligten frohe Feiertage – und friert Euch bei den festtagstypischen Outdoor-Aktivitäten nicht den Arsch ab.

"ruby" März 28, 2013 um 22:35

Wer nicht verstehen will (aus welchem Interesse auch immer) …
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wirtschaftundgesellschaft/2057414/
muss fühlen !!!

someone März 28, 2013 um 22:35

@ruby: Das Argument ist zwar fies, aber es stimmt, allerdings machte das Kalifornien auch 2009 für zwei Monate, indem es nicht einlösbare Wechsel in Umlauf brachte und somit die dortigen Beamten, Staatszulieferer mit einer faktischen Parallelwährung bezahlte. Man muss sehen, wie lange diese Kapitalverkehrskontrollen aufrecht erhalten werden. Wenn man sie sich wirklich nicht mehr abschaffen kann, wäre ein Austritt vielleicht wirklich sinnvoll. Wobei es Island nicht gut geht, das dies ein vollkomener Erfolg wäre, ist ein Märchen.
http://en.wikipedia.org/wiki/2008%E2%80%9311_California_budget_crisis#2009

holger März 28, 2013 um 23:06

Schütze Anus

Die Scaloppina Zahlen sind aus DE raus und nach DE rein…

Die Franzosen fressen nur die hoden…

"ruby" März 28, 2013 um 23:56

Sieben Millionen Minijobber bei 41,4 Millionen Arbeitsplätzen in der Bundesrepublik Deutschland im Frühjahr 2013.
Bei Rettung spekulativer Vermögensversprechen sind nicht gesellschaftlich verträglich.
Das Ende von Geldsammelstationen wird zu organisieren sein.
Wo sind die Lösungsangebote der Organisationssystemspezialsten?
Hohle Worte statt massive Taten helfen nur aufzuklären nicht zu verändern!

"ruby" März 29, 2013 um 00:38

1. Tat

Tolleranzstop :

Ende der Akzeptanz des fortgesetzten Rechtsbruchs der Europäischen Institutionen gegen verbindliches europäisches Recht.

someone März 29, 2013 um 00:41

Öhh…
Die erste Geldsammelstation wurde in den letzten Tagen gerade kaputtgemacht, der Juncker ist auch recht undiplomatisch geworden und die Schweizer müssen nun mehr auf dem Kapitalmarkt zahlen als Deutschland, das, was gerade passiert ist kein intellektueles Runterholen, sondern eine Austrocknung der Steueroasen. Kommt natürlich nicht so leicht rüber wie das Geschwafel von dem Steinbrück, dass man einmal wieder einen Western anschauen sollte, aber beim Schäuble funktioniert es. Ich wette mit dir, der wird nach dem Ende seiner Amtszeit nicht zu Vorträgen bei Banken eingeladen.

topi März 29, 2013 um 03:28

egal

“Die EU ermöglichte einen Interessensausgleich wenigstens zwischen europäischen Staaten. Die Alternative scheint ja gerade auf (duetsches Europa). Die schweizer Industrie ist (war) z. B. entschieden für einen Beitritt, weil sie zwar Zugang zum Binnenmarkt hat, ihre Interessen aber etwa bei der Aushandlung von Standarts nicht einbringen konnte.”

“Und, trotz der geringen öffentlichen Aufmerksamkeit, trotz des Lobbyismuses… wo stünde z. B. der deutsche Verbraucherschutz ohne die EU? Oder der polnische Umweltschutz?”

Natürlich ist es MÖGLICH, in einer supranationalen Organisation zu guten Ergebnissen zu kommen. (ohne jetzt abwägen zu wollen, wieviel negatives durch die Eu kan, siehe Balken und Schütze; so, dass sich die Staaten nicht mehr wehren konnten, oder zumindest (im Fall des Dickschiffs jedenfalls) so tun konnten).

“Wozu braucht Europa eine gemeinsame Rentenkasse oder ein einheitliches Sozialsystem? Wichtig sind nur ähnliche Ergebnisse, wie man die Transfers organisiert, ist letztlich egal.”

Theoretisch auch richtig; aber auch an meinem Argument vorbei.

Die nationalen Transfers müssen national organisiert sein. Was mein Nachbar hinter dem Wechselkurs-Zaun macht, berührt mich relativ wenig. In einer Währungsunion dagegen bin ich dem Lohn(Sozial)dumper ausgeliefert; entweder, ich mache mit, oder es kommt unweigerlich zur Schieflage.

“Richtig, in den letzten Jahrzehnten gab es ein race to the bottom. Gerade weil es eben keine europäischen Regelungen etwa zum Steuerrecht gab. Deshalb ließen sich die Nationen ja gegeneinander ausspielen. Ich verweise nochmal auf Meyer-Landruth. Aber mit institutionellem Rahmen sind solche Regelungen viel leichter durchsetzbar.”

Aber man brauchts sie ja nur wegen der Währungsunion, um sich gegen Nachbaranbaggerung wehren zu können”
Eine Lösung also für ein selbstgeschaffenes Problem.

Natürlich ist europäische Steuerharmonisierung theoretisch machbar; praktisch sehen wir, was herauskommt.
Aber erst durch die Währungsunion tangiert mich das in so starkem Maße, wie jetzt.

topi März 29, 2013 um 03:42

Kleiner EInwurf zum BSP-Wachstum.

Die Reduktion auf 0,3 für das Gesamtjahr 2013 hatte vor allem statistische Gründe, weil das letzte Quartal 2012 sehr schlecht gelaufen war mit minus 0,6.
Dieses Minus muss erstmal aufgeholt werden im Vergleich zum Gesamtjahr.

Dies zeichnet sich nun überraschend rasch ab, die 0,6 sollen für das erste Quartal sein, im nöchstne 0,7, und aufs Jahr hochgerechnet 2,3 Prozent.

Das ist schon eine krass andere Zahl als die “Sachverständige”; peinlich dabei, dass die erst vor ein paar Tagen ausgegeben wurde.

topi März 29, 2013 um 03:56

someone

“Eine Vereinheitlichung der Renten-, Sozialsysteme etc. ist in der Tat unrealistisch. Aber Mindeststandards wären schon machbar, sieh dir einfach an, wie die EU mit ihrer Nichtdiskriminierungsrichtlinie ins Arbeitsrecht eingreift. Und um mal konkret zu werden: Diese Finanztransaktionssteuer wäre bei der EU eigentlich am besten aufgehoben: Sie funktioniert ja nur, wenn man sie parallel in vielen Ländern einführt. Wenn sie nun bei der EU angesiedelt wäre (man könnte die Zolleinnahmen direkt mitübertragen) hätte man dann einen EU-Pott. Ich sehe keine Gründe, warum man diesen Pott nicht in Form zweckbedingter Hilfen einsetzen könnte. Z.B. 500,-€ Sozialhilfe als Grundstock der jedem Europäer zusteht. In Deutschland hat eh’ bereits eine Mischfinanzierung dieser Dinge, das wäre überhaupt kein Ding diese darin zu integrieren. Und in Griechenland, Italien, Portugal hätten die langfristig arbeitslos gemeldeten dann wnigstens einen Grundstock im Gegensatz zum gegenwärtigen Nichts.”

Schön. Aber du sagst es doch selber.

” Man müsste halt über seinen Schatten springen ”

Klar gibt es Steuern, die auf EU-Ebene am sinnvollsten wären. Neben der FTS (das scheue Reh, so flüchtig) auch bestimmte Abgaben auf Umweltverschmutzung oder Ressourcenverbrauch.

WÄREN.

Warum gibt es sie nicht? Deine 500 Flockenfür bedürftige Europäer führen zu starken Finanzströmen. Die potenziellen “Geberländer” wollen das nicht, und selbst wenn die Regierungen es wünschten, wird ihnen die nationale Opposition deutliche Grenzen aufzeigen. Bspw. führen Änderungen bei der Bezahlung von Landärzten in D zu föderalen Diskussionen, wenn da ein paar Millionen bundesländerübergreifend fleißen sollen.

Der Wille ist einfach nicht da.
Wenn alle gutwillig sind, geht natürlich alles. Nur wenn in der Währungsunion jemand den Lohndumper gibt, stehen die anderen, zumal deutlich kleineren, dumm da; mitmachen, oder mittelfristig Krise.

someone März 29, 2013 um 04:03

Niemand ist gutwillig, habe ich nie behauptet, die schiere Not ist es was sie dorthintreibt. Ich wiederhole:
http://www.guardian.co.uk/business/2013/mar/27/britain-current-account-deficit-worst-since-1989

topi März 29, 2013 um 04:05

aifran

“http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Schule_und_Bildung/Unterrichtsmaterialien/Sekundarstufe_2/sekundarstufe_2.html

In einer früheren Ausgabe war hier auch noch zu lesen die gleichzeitig mit der Euro-Einführung eingeführte Freigabe des Kapitalverkehrs diene der DISZIPLINIERUNG der Wirtschaftspolitik der Euro-Mitgliedsstaaten. Ja ja die Disziplinierende Kraft des scheuen Rehleins Kapital …… nun so eine Aussage ist schon eine harte Sache – in der nächsten Ausgabe des Büchleins war diese natürlich wieder verschwunden.”

Hast du ein Original? Der HG sammelt ja Foto-Dokumente, wäre was dafür. ;-)

Das mit der Disziplinierung hat ja nicht geklappt.
Die “Finanz-Märkte” sind eben keine Kartoffelmärkte, sondern Voodoo-Veranstaltungen.

Aber das es zu einer “Disziplinierung” hötte kommen müssen, ist natürlich richtig; sonst kommt mit Sicherheit das ganz dicke Ende, wie jetzt.

topi März 29, 2013 um 04:14

Um das nochmal klar zu sagen: in einem ganz festen WK-Regime mit einem großen Land bin ich weitgehend an die Geldpolitik dessen Notenbank und auch an die grundsätzliche Fiskalpolitik gebunden, sonst läuft es auseinander, mit erheblichen Problemen.

Das muss man wissen und wollen, so wie es den DM-Raum gab, kann das dann durchaus funktionieren. (ohne Wertung)

Nun ist D in der EWU insgesamt nicht groß, die anderen allerdings kein homogener Block, sondern auch in verschiedene Richtungen unterwegs.

Auf Dauer ist das allerdings auch egal. Das kommt zwangsläufig zu Krisen, und da man falschen Theorien ihrer ENtstehung anhängt, gibt es auch keine Lösung.

Eu mit gemeinsamen europäischen Entwicklungen, schön.

Gemeinsame Währung? Geht nur, wenn man sich wie das “Stabilitätsmonster” verhalten will, oder es einhegen kann.

topi März 29, 2013 um 04:16

Bank run wurde erstmal abgesagt, in den Medien, darauf kommts ja an.

Die EZB hat mit den 5 Milliarden Bargeld allerdings auch ein sattes statement abgeliefert. :roll:

someone März 29, 2013 um 04:32

Sach ma topi, bist du autistisch? GB hat Souveränität und das Sagen über seine Zentraöbank, die auch gehorchte. ABER ES FUNKTIONERT NICHT! Extra groß und fett nur für dich.

Keynesianer März 29, 2013 um 07:22

@someone

Du wirst Dich vielleicht über die Aussage wundern, aber es funktioniert in Engalnd ganz perfekt im Sinne der Erfinder:

Die City of London plündert die Welt und wird als Finanzplatz global immer einflussreicher, während der einfache Engländer im Elend versinkt, die Privatisierung selbst die Versorgung mit Wasser und Strom und die Eisenbahn verrotten lassen, bei Höchstprofiten für deren private Betreiber.

Das ist kein Versehen, sondern war genau so volle Absicht.

Der Einwand gegen Topi wäre, ob ein kleines Land wie Deutschland allein es leichter hätte, sich gegen diese bewusste Politik der Verelendung der Völker zu wehren. Oder ob wir froh sein können, dass die Franzosen, Italiener und Spanier längst vor dem zum absoluten Gehorsam gebrachten deutschen Michel sich wehren werden.

Wir müssen aber endlich das Gesamtbild sehen wollen: Es handelt sich nicht darum, dass makroökonomische Zusammenhänge noch nicht erkannt worden wären. Die sind so einfach, dass wir sie in den Grundschulen jedem erklären könnten.

Wir haben es hier mit einer kleinen, globalen Schicht der Hochfinanz zu tun, die es nicht einsehen, ihr schönes Leben mit den Massen der Völker teilen zu sollen. Früher hat man den Leuten erzählt, dass es wegen des Kapitalmangels nicht möglich wäre, dass alle anständig leben könnten, sondern es müsse hart gespart und auf Konsum verzichtet werden.

Inzwischen ist durch die mikroökonomische Revolution das Kapital für die reale Produktion so billig und leoicht verfügbar geworden, dass der Schwindel mit dem Kapitalmangel nicht mehr glaubhaft ist.

Also wurde schon vor mehr als vier Jahrzehnten der Ökoschwindel erfunden: Dass es also an den Resourcen mangle für einen allgemeinen Wohlstand der Völker dieser Erde. Nachdem die Resourcen aber immer noch nicht zuende gehen, hat man sich den Klimawahn ausgedacht: Wir sollen jetzt mit allen Kräften CO2 sparen und vor allem mit allem Geld, das an den Arbeitern, Kranken und Rentnern noch eingespart werden kann.

Die Urheber derartiger Geschichten lachen sich krumm über die dummen Massen dieser Erde, die sich das alles von ihrer Presse, Radio, Fernsehen und Film einreden lassen und wie ferngesteuerte Hirnamputierte angerannt kommen, um Verzicht jeder Art zu üben, zur Rettung des Waldes – äh, also des Klimas. :roll:

Eagon März 29, 2013 um 08:10

Die Deflation wird kommen!

“die deut­sche Lohn­po­li­tik hat sich über Jahre hin­weg des Doping­mit­tels Dum­ping­löhne bedient (deren Ver­bot auch des­we­gen noch auf sich war­ten lässt, weil zu viele uns ein­re­den wol­len, es han­dele sich schlicht um “Markt­preise” und ehr­lich erar­bei­tete Wett­be­werbs­vor­teile). Die Defi­ni­tion von Dum­ping­löh­nen ist ein­fach: Steigt das Lohn­ni­veau eines Lan­des weni­ger als seine Pro­duk­ti­vi­tät plus seine Ziel­in­fla­ti­ons­rate und das deut­lich und über Jahre hin­weg, liegt Lohn­dum­ping vor. Damit ist noch nicht gesagt, wel­che Löhne in wel­chen Bran­chen dazu beson­ders beige­tra­gen bzw. vor­nehm­lich pro­fi­tiert haben, es geht zunächst ein­mal nur um die Durchschnittsbetrachtung.

Lohn­dum­ping eines Lan­des ist für den Rest der Welt kein wirk­lich gro­ßes Pro­blem, solange das Land seine eigene Wäh­rung hat, gegen die der Rest der Welt seine Wäh­run­gen abwer­ten kann. Dann las­sen sich Diver­gen­zen in der Ent­wick­lung von Preis­ni­veaus und damit in der inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit von Län­dern not­falls immer aus­glei­chen, ohne dass ganze Län­der den Weg der Defla­tion ein­schla­gen müs­sen. Um im Bild des Sports zu blei­ben: Das dopende Land bekommt per Auf­wer­tung ein­fach ein paar Straf­run­den auf­ge­brummt und ver­liert dadurch sei­nen Vor­teil, behält aber sei­nen lang­fris­ti­gen gesund­heit­li­chen Scha­den (in Form einer wegen defla­tio­nä­rer Ten­den­zen dar­ben­den Bin­nen­wirt­schaft). Die ande­ren Län­der müs­sen nicht auch dopen, um im inter­na­tio­na­len Han­del erfolg­reich sein zu können.”

http://www.flassbeck-economics.de/zur-lohnrunde-2013-teil-4-doping-durch-dumping/

Das ist doch gut für Deutschlands Geldvermögensmillionäre.

aifran März 29, 2013 um 08:12

Topi …. ich habe damals das Büchlein mit der “Disziplinierung” (Ausgabe 2008 Seite 90) von der Bundesbank für mein Schatzkästchen als Pdf heruntergeladen. In der Ausgabe 2010 wird die Einführung des Euros (Stufenplan) auf Seite 134 abgehandelt. Die Disziplinierung ist hier aber bereits wieder verschwunden.
… schöne Tage

aifran März 29, 2013 um 08:33

… und da hat der aifran schon wieder geschludert …. die Ausgabe des Büchleins der Buba mit der Disziplinierung ist die von 2009 – Stand August … die Disziplinierug findet sich auf Seite 126 —

aifran März 29, 2013 um 09:10

… so … es ist eindeutig noch zu früh für mich …. jetzt aber mal alles richtig … muss wohl mal meinen “Zettelkasten” ausmisten/sortieren

in der Ausgabe des Bubabüchleins:
Impressum
Herausgeber: Deutsche Bundesbank
Text: Dr. Julian Reischle
Redaktion: Johannes-Rudi Korz
Gestaltung: http://www.buero48.de
Stand: September 2008

ist folgendes auf Seite 90 zu lesen:
….. Erst Mitte der achtziger Jahre wurden die Überlegungen zu einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) wieder intensiviert. Eine Sachverständigengruppe um den damaligen EGKommissionspräsidenten Jacques Delors legte 1989 einen Bericht vor („Delors-Bericht“), der die Idee einer schrittweisen, dreistufigen Währungsintegration aufgriff. Diese Vorschläge bildeten schließlich auch die Grundlage für die Maastricht-Beschlüsse. Die Schaffung einer gemeinsamen Währung war dabei vor allem zur Absicherung und Vollendung des Europäischen Binnenmarktes gedacht, der 1992 verwirklicht worden war. Darüber hinaus sollte sie die Europäische
Union auf dem Weg zu einer echten, politischen Union
weiter voranbringen und damit einen Prozess fortsetzen, der mit
der Unterzeichnung der Römischen Verträge 1957 begonnen und
über die Zollunion und das EWS geführt hatte.

Stufenplan
Bereits am 1. Juli 1990 begann die erste Stufe der WWU. Hier ging
es vor allem darum, die nationale Geld- und Fiskalpolitik stärker
auf die Erfordernisse der Preisstabilität und Haushaltsdisziplin auszurichten. Dazu sollten auch Maßnahmen beitragen, die die Unabhängigkeit der Notenbanken von den Regierungen stärkten. Darüber hinaus wurden alle Kapitalverkehrskontrollen aufgehoben, um den Weg für eine wirksamere Disziplinierung der nationalen Wirtschaftspolitiken durch die Kapitalmärkte freizumachen. Zu Beginn der zweiten Stufe am 1. Januar 1994 wurde das Europäische Währungsinstitut (EWI) als Vorgänger-Institut der EZB mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Ihm oblagen die regulatorischen, organisatorischen und logistischen Vorbereitungen der Währungsunion. Gleichzeitig sollte es die geldpolitische Koordination verbessern.
Bis zum Beginn der dritten Stufe am 1. Januar 1999 verblieb
die Verantwortung für die Geldpolitik jedoch bei den nationalen
Notenbanken. ……

— ufff geschafft – wer die Pdf Datei dieses Buba-Büchleins haben möchte müsste mir halt irgendwie eine E-Mailadresse zukommen lassen …..

topi März 29, 2013 um 09:52

someone

” Sach ma topi, bist du autistisch? ”

Sorry someone; ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass mir jemand früh um vier antwortet. :~)

“GB hat Souveränität und das Sagen über seine Zentraöbank, die auch gehorchte. ABER ES FUNKTIONERT NICHT! Extra groß und fett nur für dich.”

GBs Außenhandelsbilanz bzgl. Waren ist und war negativ, der Wechselkurs anhand von Außenhandelsdaten klar zu hoch, über viele Jahre. Typisch für einen Finanzplatz, der Kohle aus anderen Ländern absaugt, um damit Waren zu bezahlen.

Mit allen Konsequenzen für die inländische Industrie; da fehlt ja nicht nur die preisliche Wettbewerbsfähigkeit, sondern die wirklichen WB-Faktoren.

Nun kracht es im Finanzmarktgebälk, der WK schmierte folgerichtig deutlich ab. Ist aber gemessen am Zustand der Industrie wohl immer noch zu hoch.

Was meinst du, wie die Leistungsbilanzentwicklung GBs mit dem Euro aussähe?

Linus März 29, 2013 um 09:57

“Was meinst du, wie die Leistungsbilanzentwicklung GBs mit dem Euro aussähe?”
So ist es! Allgemein: Man vergleiche Handelsbilanz mit Leistungsbilanz. Da gibt so einige Erkenntnisse zu heben.

topi März 29, 2013 um 10:00

“Der Einwand gegen Topi wäre, ob ein kleines Land wie Deutschland allein es leichter hätte, sich gegen diese bewusste Politik der Verelendung der Völker zu wehren. Oder ob wir froh sein können, dass die Franzosen, Italiener und Spanier längst vor dem zum absoluten Gehorsam gebrachten deutschen Michel sich wehren werden.”

Generell gilt: auch ein Wechselkurs ist nur ein MÖGLICHER Schutzwall gegen Lohndumping von außen. Entscheidend ist die nationale Politik, Machtverhältnisse Arbeit/Kapital, Lohnersatzleistungen, Sekundäreeinkommensverteilungsbeeinflussung etc.

Ohne WK ist man jedoch direkt dem Rattenrennen ausgesetzt.
Mitmachen— oder “Euro”Krise.

Ob es dem Michel ohne Euro besser ginge, wer weiß.
Gäbe zwei Szenarien. Man sieht, dass das Lohndumping nichtmal zu mehr Exporten führt, wegen WK-Änderung, und lässt es wieder.

Oder man sieht, dass Lohndumping immer kurzfristig gewirkt hat, dann der WK reagiert, die Binnenwirtschaft abschmiert, und zieht den genialen Schluss, man muss nur noch viel mehr Lohnsenkung und EInkommensumverteilung betreiben, und dann wird es gut.

Wie hätte sich der gemeine Wahl-Michel wohl positioniert, Vorschläge?Vorschläge?

Keynesianer März 29, 2013 um 12:03

@topi

Da geht es längst nicht mehr um Exportüberschüsse, sonst hätte das Klima-Merkel hier nicht den Atomausstieg durchgezogen und würde nicht nach der Rettung des Euro und aller überschuldeten Eurostaaten und Banken mit dem letzten Geld der Deutschen noch das Weltklima retten wollen.

Wir sind heute endgültig in einem Stadium, in dem die kleine Schicht der Superreichen die Verelendung der Massen durchzuziehen versucht. Es ist ja nicht so, dass in der City of London das Geld für den braven Briten fehlen würde, so dass man die Leutchen immer noch tiefer in die Armut und Verzweiflung sparen müsste.

Es ist auch nicht so, dass die britische Regierung für eine sinnvolle Politik einen Kurs in Keynes bräuchte, sondern man das das schon vor Keynes immer gewusst wie es richtig geht, sonst hätte das Empire keinen einzigen seiner großen Kriege finanzieren können.

Erst nach dem Krieg ist jedesmal wieder, außer nach 1945 wegen Keynes und der frischen Erinnerung an die Great Depression, die Wirtschaft zusammen gebrochen. Damit die Rentiers in großen Schössern mit billigen und willigen Dienstboten hausen konnten.

Wir können natürlich auch weiter so tun, als hätten die das mit der Ökonomie und dem Geld nur nicht richtig kapiert. :roll: ;)

Keynesianer März 29, 2013 um 12:12

Aus dem Bundesbankpapierchen oben:

Bereits am 1. Juli 1990 begann die erste Stufe der WWU. Hier ging
es vor allem darum, die nationale Geld- und Fiskalpolitik stärker
auf die Erfordernisse der Preisstabilität und Haushaltsdisziplin auszurichten. Dazu sollten auch Maßnahmen beitragen, die die Unabhängigkeit der Notenbanken von den Regierungen stärkten.

Stichwort Preisstabilität und Haushaltsdisziplin:

Diese beiden Punkte sind die Grundlage zur Inszenierung von Krisen und Massenarbeitslosigkeit.

Im Normalfall ist der Gewinn des Kapitals in einer Ökonomie einfach auf das Wachstum des Realkapitals beschränkt, also auf die Nettoinvestition. Daher sind die Kapitalisten dann auch daran interessiert, dass der Konsum und Wohlstand der Massen wächst.

Um aus einer Ökonomie ohne Wachstum hohe Profite herausziehen zu können, braucht es die berüchtigte “Geldwertstabilität”. Dann kann das Kapital einfach einen möglichst hohen Profit auf die Preise aufschlagen und das Geld auf der Bank sparen. Darum soll es keine Inflation geben.

Und damit die Krise möglichst verheerend wird, soll die Regierung sich nicht für das vom Kapital aus der Realwirtschaft in Gestalt überhöhter Profite herausgezogene Geld verschulden können.

Das ist also alles ganz gezielt angelegt, um genau das Ergebnis zu erzielen, das dann überall zu sehen ist.

Systemfrager März 29, 2013 um 12:22

Tja,
man kann es einfach nicht glauben
Keynes war doch ein Engländer
Und in seiner Heimat kennt ihn keiner mehr

Woran könnte dies nur liegen?
:)

Eagon März 29, 2013 um 12:55

@Topi

2012 sind 70% der deutschen Gesamtersparnis ins Ausland geflossen.

Die Gesamtersparnis liegt weit weit über den Nettoinvestitionen.

Wissen die deutschen Sparer das?

Wissen die deutschen Sparer was die Banken mit ihrem Geld machen?

Ist deshalb eine Propaganda nötig, die den Staat als Schuldner VERTEUFELT?

Besonders komisch wird es, wenn Nationalökonomen den Titel des Exportweltmeisters verteidigen wollen, ohne die deutsche Wirtschaft restrukturieren zu wollen.

Da die deutschen Unternehmen nicht die inländischen Ersparnisse abnehmen, weil sie selber Nettosparer geworden sind, muß sich Schäuble stärker verschulden.

Aber unsere Parlamentarier haben sich mit den GG-Änderungen Schuldenbremse selber das Seil geknüft an dem spätestens unsere Jugend aufgehängt werden wird!

egal März 29, 2013 um 14:32

Ein gemeinsamer Binnenmarkt braucht regulierende europäische Institutionen. Für die Europaverächter: Wie soll sowas multilateral koordiniert werden?

Kein nationaler Alleingang beim Tiertransport
Deutscher Bauernverband (DBV), Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR), Bundesverband Vieh und Fleisch (BVVF), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Verband der Fleischwirtschaft (VdF) und Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) haben in einem gemeinsamen Schreiben an die Agrarminister von Bund und Ländern zum Ausdruck gebracht, dass sie von einem Alleingang Deutschlands im Tiertransport Wettbewersnachteile befürchten ohne dass es tatsächliche Vorteile für die Tiere gibt.
Die Politik muss endlich ein einheitliches Vorgehen in der EU und eine 1:1-Umsetzung der Vorschriften ? auch beim Tierschutz ? vornehmen. Nationale Alleingänge und damit eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit kann nicht Ziel der Politik sein?, forderte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born.

gelegentlich März 29, 2013 um 14:42

Ist es so einfach?
Wir haben die Euro-Krise weil Deutschland bescheißt:
http://www.flassbeck-economics.de/die-faz-uber-die-schere-zwischen-lohn-und-produktivitat-oder-was-denkt-mario-draghi-wirklich/
Die Frage an die geneigten Mitleser:
wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum und stattdessen diesen “Nazi-Markel”-Mist? Denn das ist dem Augenschein nach absurd: eine neoliberale Florentinerin als Nazi zu bezeichnen.

Carlos Manoso März 29, 2013 um 15:44

@Keynesianer März 28, 2013 um 18:58
„Werter @Carlos Manoso,
jetzt erkläre doch bitte endlich Deinem Freund Konicz, dass es im Zeitalter des Internationalen Kapitals keine “zunehmenden nationalen Interessenkonflikte” geben kann.
Höchstens eine Vorspiegelung solcher durch die Agenten des Kapitals, um die Opfer der globalen Machenschaften zu täuschen und gegeneinander aufzuhetzen.“

Keynesianer, vielleicht hast das ja immer noch nicht gecheckt, aber das Zeitalter des „Internationalen Kapitals“ ist schon seit Jahrzehnten vorbei. „Internationales Kapital“ war mal in frühern Zeiten „nationales Kapital“ im Plural !

Was von den vielen ewig Gestrigen als „Nation“ angebetet wird ist keineswegs eine überhistorische Gottgegebenheit, Keynesianer, sondern eine Erfindung des modernen Kapitalismus, eine kulturell-symbolische Kostümierung der staatlich-politischen Sphäre des Systems des Kapitals während einer bestimmten Epoche. Das Kostüm „Nation“ soll Gemeinschaft stiften nicht gegen die dem Kapital immanente Konkurrenz, sondern IN der Konkurrenz durch Ausschließung des FREMDEN.

„Oder sollte Konicz gar auf deren Gehaltsliste stehen“

Keynesianer, das weißt du doch normalerweise viel besser als ich !

Keynesianer März 29, 2013 um 16:31

@Carlos Manoso

„Internationales Kapital“ war mal in frühern Zeiten „nationales Kapital“ im Plural !

Nennt sich Deine Wortverdreherei vielleicht Dialektik?

Internationales Kapital war wie “Internationale Konzerne” nie der Plural von nationalem Kapital oder nationalen Konzernen, sondern gleichbedeutend mit globalem Kapital oder globalen Konzernen. Ich hatte nur die Bezeichnung “International” gewählt, um den Stuss von Deinem Freund Konicz mit den wachsenden nationalen Rivalitäten deutlicher zu machen.

Keynesianer, das weißt du doch normalerweise viel besser als ich !

Wie gut Du über sowas informiert bist, kann ich schwer beurteilen. :)

Keynesianer März 29, 2013 um 16:43

@gelegentlich

Die Frage an die geneigten Mitleser:
wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum und stattdessen diesen “Nazi-Markel”-Mist? Denn das ist dem Augenschein nach absurd: eine neoliberale Florentinerin als Nazi zu bezeichnen.

Die Antwort fällt leicht:

Das Problem des Lohn- und Sozialdumpings in Deutschland durch die Agendapolitik von SPD und GRÜNEN soll ja nicht dadurch behoben werden, dass in D die Löhne und Sozialleistungen jetzt endlich kräftig steigen.

Sondern man will die Krisenstaaten mit Hilfe des Merkelregimes in eine Notverordnungspolitik wie einst unter Brüning treiben und die “Nazi-Deutschen” für den Schaden verantwortlich machen.

… wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum …

Die werden nicht gefragt, so wenig wie wir hier. Sondern die schon zur Agendapolitik gleichgeschalteten Massenmedien und politischen Seilschaften (wie Thomasz Konicz z.B.) trommeln gegen die bösen deutschen Nazis, allerdings ohne von den bösen Nazis höhere Löhne und Sozialleistungen für ihre Arbeiter einzufordern. Das eben nicht, sondern die sollen nur den verzweifelten Opfern der Deflationspolitik (Wettbewerbspolitik, Austerität) als Schuldige hingestellt werden.

Darum ist es so wichtig, dass dies möglichst viele Leute durchschauen und damit durchkreuzen. Du hast es ja voll kapiert, aber viele andere nicht.

gelegentlich März 29, 2013 um 17:26

@Keynesianer
“Die werden nicht gefragt, so wenig wie wir hier. Sondern die schon zur Agendapolitik gleichgeschalteten Massenmedien und politischen Seilschaften …”
Hmmh, dann wären die europäischen Mitbürger ja genauso doof wie die Deutschen? Denn die Forderungen wären nach Flassbeck ja glasklar und sehr konkret: Deutschland müsse einfach mit dem Bescheißen aufhören, weitere Maßnahmen bräuchte man vielleicht nicht mehr.
Das Problem ist nur: in Deutschland hat das Lohndumping ja geklappt und die Umverteilung von unten nach oben geht munter weiter. Dennoch, @Eagon, 12:55 Uhr:
“2012 sind 70% der deutschen Gesamtersparnis ins Ausland geflossen.”
Warum nur wird das dann nicht hier investiert?

gelegentlich März 29, 2013 um 17:28

@Keynesianer II
“Darum ist es so wichtig, dass dies möglichst viele Leute durchschauen und damit durchkreuzen. Du hast es ja voll kapiert, aber viele andere nicht.”
Och, da werde ich doch ganz rot, das kann ich nicht annehmen!
“…damit durchkreuzen”? Im Ernst: durchschauen heißt durchkreuzen?
Ist das nicht sehr unpolitisch?

"ruby" März 29, 2013 um 18:13

@ someone

“Niemand ist gutwillig,…schiere Not,…”

Wir sind es und werden mit purem Vergnügen …

Ihr wisst garnicht, wie starkt “die Guten” sein können ;-)

Keynesianer März 29, 2013 um 18:23

@gelegentlich

In dem Fall heißt durchschauen wirklich durchkreuzen, weil die globale herrschende Oligarchie, die diese Spielchen treibt, ja ein ganz winziges Häufchen ist.

Die brauchen da seit jeher alle Tricks, wie etwa den Marxismus, damit die Leute dem Huberbauern den Hof und der Oma das Häuschen und dem Krämer seinen Laden enteignen wollen, statt einfach den “Herrn Baron” aus seinem Schloss zu jagen.

Darum ist der Sohn vom Herrn Baron so ein eifriger “Marxist”. :)

"ruby" März 29, 2013 um 18:43

2. Tat

Frontenbildung ohne Kompromisse

Sie wollen ihr Spiel spielen – das kannst haben …
Wer den Mitspieler nicht ernst nimmt, kann Kollateralschäden schon einmal einpreisen .
Das ist reine spieltechnische Logik und wer diese unterminiert sollte aufhören mit dem spielen ;-)

Der Spielspass hat gerade begonnen – anyway you gamblers !

Carlos Manoso März 29, 2013 um 18:45

@Keynesianer März 29, 2013 um 16:31
„“@Carlos Manoso
„Internationales Kapital“ war mal in frühern Zeiten „nationales Kapital“ im Plural !
Nennt sich Deine Wortverdreherei vielleicht Dialektik?
Internationales Kapital war wie “Internationale Konzerne” nie der Plural von nationalem Kapital oder nationalen Konzernen, sondern gleichbedeutend mit globalem Kapital oder globalen Konzernen. Ich hatte nur die Bezeichnung “International” gewählt, um den Stuss von Deinem Freund Konicz mit den wachsenden nationalen Rivalitäten deutlicher zu machen.“

Keynesianer, „Internationale Konzerne“ waren bis ca. Ende der 1970er Jahre quasi „nationale Konzerne“. „Internationale Konzerne“agierten im Unterschied zu „nationalen Konzernen“ auf den Territorien vieler Nationalstaaten. Die Eigentümer des Aktienkapitals dieser „internationalen Konzerne“ kamen in den meisten Fällen fast ausschließlich aus dem Territorium des Nationalstaats, in dem der „internationale Konzern seinen Stammsitz hatte.

Die Entwicklung lief also von „nationalen Konzernen“ zu „internationalen Konzernen“ und die Größten unter diesen entwickelten sich im Zuge der „Globalisierung“ zu „transnationalen Konzernen“. Die Eigentümer des Aktienkapitals dieser „transnationalen Konzerne“ kommen nur noch minderheitlich aus dem ursprünglichen „nationalen Stammland“ dieser „transnationalen Konzerne“ und in diesem „nationalen Stammland“ erzielen diese „transnationalen Konzerne“ nur einen Bruchteil ihrer Umsätze. Beispielsweise stammen heute nur noch ca. 3-5% der Aktionäre der IBM AG aus Deutschland, das auch nur noch ein Markt unter vielen der IBM AG ist. Für die Volkswagen AG ist Deutschland z.B. längst nicht mehr ihr größter Absatzmarkt.

Ein transnationaler Konzern siedelt z.B. die Glieder seiner Wertschöpfungskette in vielen nationalen Territorien rund um den Globus an. Fertigungsstandorte könnten z.B. in Deutschland, Ungarn, Indien, Malysia etc liegen, Montagestandorte können z.B. in China, den USA oder Brasilien liegen, das Marketing in England und Marokko, die Finanzbuchhaltung in Indien liegen, während die Steuern auf den Cayman-Inseln gezahlt werden. In Hinblick auf diesen transnationalen Konzern von Import oder Export zu sprechen –etwa bezogen auf den Nationalstaat Deutschland- ist total witzlos und verrät totale Ahnungslosigkeit von der globalen Realität, wie wir sie heute vorfinden !

"ruby" März 29, 2013 um 18:52

Die gute Nachricht am Karfreitag :
http://www.youtube.com/watch?v=yQj2NP25TIo

"ruby" März 29, 2013 um 21:34

Frank Schirrmacher hat auf das Endspiel zwischen Deutschland und Italien mit den unnachgiebiegen Positionen zum beiderseitigen Nachteil hingewiesen.
Hierzu ein neues Geschäftsfeld der Zukunftsbewältigung und als Lösung für die verbohrten Spieler.
Sammeln wir die gesamten Reserven und wandeln sie in gesunde verträgliche Verwendungen :

http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=k4313pfaORM&NR=1

"ruby" März 29, 2013 um 21:37

Habt ihr Mario Draghi in der Nebenrolle erkannt?

"ruby" März 29, 2013 um 22:14

http://www.dradio.de/nachrichten/201303292100/1
37,5 % Zwangsabgabe :
Rechnen wir mal hoch für Luxenburg mit seinen Steueroasenbeständen
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/juni/der-graue-markt-der-schattenbanken
@ Jeroen Dijsselbloem : wenn jetzt für die beherrschbaren Risiken Zyperns noch bis zum 4. April verhandelt werden kann wegen des Osterfeiertagswochenendes weitere drei Tage from now on, wie lange wird das dann für Luxenburg brauchen, bei deren Bilanzrelationen ?
Welcher Zeitpunkt käme für die “Umstrikturierung” in Frage – Weihnachten … + Neujahr …
Wo wollen die Vermögenden dann hintransferieren – Singapur in die neuen Finanztempel der Offshorer oder bereits Medwedjews Kurrilen Paradis?
Das Zockerspiel nimmt Fahrt auf .

Tina März 29, 2013 um 23:15

@ruby
Die können sich das aussuchen. Notfalls werden die Gesetze geändert, bis es denen passt.

topi März 30, 2013 um 00:44

egal

“Ein gemeinsamer Binnenmarkt braucht regulierende europäische Institutionen. Für die Europaverächter: Wie soll sowas multilateral koordiniert werden?”

Ähem.
Dein Beispiel dokumentiert doch eindrimglich, dass die nationale Regelung für undurchführbar erklärt wird, WEIL es den gemeinsamen Binnemarkt gibt.
Ohne diesen kann Land X einfach eine Transportregelung erlassen, und Importbeschränlungen, die den gequälten Schweinen aus Land Y den Zutritt verwehrt.

Ein gemeinsamer Binnenmarkt ist eine europäische Regulierung. Mal besser, mal schlechter.
In der Tendenz immer “freier”, das ist ja die erklärte Absicht.
Andere Absichten sind denkbar.

Eine gemeinsame Währung liefert dich dem großen Nachbarn aus.
Mit guten Absichten für alle kann das auch (eventuell) gut gehen.
Deutschland betreibt jedoch erklärtermaßen beggar your neighbour policy.

topi März 30, 2013 um 01:23

gelegentlich März

“Ist es so einfach?
Wir haben die Euro-Krise weil Deutschland bescheißt:
http://www.flassbeck-economics.de/die-faz-uber-die-schere-zwischen-lohn-und-produktivitat-oder-was-denkt-mario-draghi-wirklich/

Ja, es ist so einfach. ;~)

” Die Frage an die geneigten Mitleser:
wenn es so einfach ist warum stellen unsere europäischen Mitbürger dieses Problem nicht ins Zentrum und stattdessen diesen “Nazi-Markel”-Mist? Denn das ist dem Augenschein nach absurd: eine neoliberale Florentinerin als Nazi zu bezeichnen.”

Kostas Normalgrieche soll auf die Straße gehen mit Plakaten ”

LÖHNE HOCH IN DEUTSCHLAND!!!
MEHR URLAUB FÜR DEN MICHEL!!!

oder so ähnlich?

Der Punkt wird teilweise durchaus gesehen und thematisiert.
Zum Beispiel steht in de Fiskalpaktregelung, dass auch übermäßige Überschüsse schlecht sind und die Kommission Maßnahmen vorschreiben kann. Allerdings erst ab 6% und nur als zahnloser Papiertiger.

Aber selbst für Politiker mit Durchblick ist es wahrscheinlich keine dolle Idee, in ihrem Land mit der Forderung nach deutschen Lohnanstieg auftrumpfen zu wollen.

Zumal sich ja dem Prinzip “Wttbewerbsfähigkeit über alles” doch die meisten zumindest prinzipiell zustimmen.

Nee, deutsche Löhne muss schon der beim EInkommen und noch mehr beim Vermögen massiv gekniffene Medianmichel schon selbert einfordern.
Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.

Linus März 30, 2013 um 08:02

@topi:
“Nee, deutsche Löhne muss schon der beim EInkommen und noch mehr beim Vermögen massiv gekniffene Medianmichel schon selbert einfordern.
Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.”

Wenn die anderen warten wollen, bis der Merdianmichel sich selber rettet, dann können sich gleich einpacken.

gelegentlich März 30, 2013 um 08:33

Da fällt mir die Äußerung eines französischen Gewerkschaftlers ein, der über die Rolle der Deutschen in Europa total frustriert war:
„Den Deutschen kannst Du auf den Teller scheißen…dann essen sie vom Rand weg!“
Was mich wundert ist aber dennoch dieser Merkel-Nazi-Nationalismus, der natürlich Europa sprengt – wenn doch „Hört auf zu bescheißen!“ auch ginge und auch deftig pejorativ ist, was ja sein muß.
„Allerdings erst ab 6% und nur als zahnloser Papiertiger.“ Was ja auch anders ginge und auch mit scharfem Gebiß.
Ländern wie Luxemburg oder Irland andere Kompensationen zukommen zu lassen als z.B. den Steuerwettbewerb nach unten zu dulden ist für Alle ebenfalls günstiger – wenn wir denn gemeinsam in diesem europäischen Haus leben wollen.

Linus März 30, 2013 um 08:37

@Morph:
Du hattest doch mal einen Clip über Due Diligence Writers gebracht.
Hier ein britischer Finanzfahnder.
http://rowans-blog.blogspot.ch/2013/03/why-british-banking-industry-has-become.html?m=0

Keynesianer März 30, 2013 um 08:57

@topi

Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.

Die Sozen und die Ökos retten uns leider auch nicht, sondern gerade die haben dem braven Michel das erst eingebrockt. Jetzt soll er sogar noch die Schuld daran haben, dass seine Nachbarvölker von den Drahtziehern der Agendapolitik ins Elend gedrückt werden. Und damit nicht genug, lassen die in den Massenmedien überall verbreiten, dass die Nazi-Deutschen wieder für das Elend in Europa verantwortlich wären – und unsere antideutsche Antifa wie Thomas Konicz kommt auch schon damit angelaufen.

Ist aber alles kein Zufall. ;)

Und die Klimakatastrophe durch Erwärmung wegen des menschlichen CO2 droht uns auch noch, wie der Blick aus dem Fenster – äh nein – also der Blick in den SPIEGEL zeigt:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-was-die-klimawandelleugner-bewegt-a-891707.html

Nur die verrücktesten Verschwörungstheoretiker wagen noch, die Erwärmung (durch die Schuld des Menschen (wegen des bösen Konsums!)) zu bestreiten.

Und nächstes Jahr jährt sich der Erste Weltkrieg und die Massenmedien werden die ganze britische Kriegspropaganda mit den verbrecherischen, militaristischen Deutschen, die schon unter Kaiser Wilhelm nur die Welt erobern und die Menschheit ins Unglück stürzen wollten, neu aufkochen.

Da soll der Michel auf die Straße laufen, um mehr Urlaub und höheren Lohn zu fordern. Soll er die Partei der bibeltreuen Christen wählen?

topi März 30, 2013 um 09:25

“Wenn die anderen warten wollen, bis der Merdianmichel sich selber rettet, dann können sich gleich einpacken.”

“merde-ian”, sehr schön. :D

Linus, sie müssen nicht einpacken; sie sollen sich durch Wechselkurse davor schützen. Also austreten, oder die Deutschen (und ihre Stabilitätsfreunde) rausschmeißen.

Ersatzweise kann man in der EWU Maßnahmen ergreifen, aber das ist objektiv schwierig.

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 09:42

“Es rettet uns kein höh’res Wesen…”

Woher weisst Du das???? Die Frage hätte ich mal gerne beantwortet :-)
Wenn man nicht dran glaubt, stimmt das natürlich.
Man muss “es” schon einladen und auch seinen eigenen Teil dazutun. Dann helfen auch die höheren Mächte.
Oder glaubst Du, dass der Urknall aus dem Nichts gekommen ist und dass die hochkomplexe DNA mit ihrer gewaltigen Menge an codierten Informationen durch “Zufall” zu ihrer Grammatik gefunden hat?
Der Entdecker der DNA hat selbst nachgewiesen, dass das nicht sein kann.
Also gibt es eine höhere Intelligenz, auch wenn sie sich gut versteckt hat ;-)
Im übrigen sagen ja die VWLer selber, dass sie nicht wissen, wer oder was der Mensch eigentlich ist. Geschweige denn wer… ist. Dabei ist der Mensch nicht nur Urheber, sondern auch Ziel jeder wirtschaftlichen Handlung.

Systemfrager März 30, 2013 um 10:02

>>> Im übrigen sagen ja die VWLer selber, dass sie nicht wissen, wer oder was der Mensch eigentlich ist.
BINGO!
Ja, die Pfaffen und VWLer wissen gar nichts, abgesehen wie sie die Menschen vera*
Und genau das ist das Problem
:)

Linus März 30, 2013 um 10:35

@topi:
“Linus, sie müssen nicht einpacken; sie sollen sich durch Wechselkurse davor schützen. Also austreten, oder die Deutschen (und ihre Stabilitätsfreunde) rausschmeißen.”

Sie dürfen v.a. keine Haftungsklauseln unterschreiben. Sonst schreiben sie ihre Misere über den gegenwärtigen Zustand hinaus fest. Das ist das Üble an der Schuldenübernahme durch die Staaten. Eine Bank verschwindet, ein Staat nicht, und kann daher bis in alle Ewigkeit in Haftung genommen werden. Die Argentinier können ein Lied davon singen.

Dann gibt es aber keine Kredite mehr. Also muss man eine eigene Notenbank aufmachen. Damit sind die Binnengeschäfte versorgt. Aussenhandel bleibt aber schwierig. Wo kommen die Devisen her? Ein aktueller Fall ist Ägypten.

So oder so sind damit aber die Würfel gefallen, und der gemeinsame Euro ist Geschichte.

Carlos Manoso März 30, 2013 um 10:59

@Keynesianer März 30, 2013 um 08:57
„Es rettet uns kein höh’res Wesen, und auch keine politische Bewegung aus den Nachbarländern, oder so.
Die Sozen und die Ökos retten uns leider auch nicht, sondern gerade die haben dem braven Michel das erst eingebrockt. Jetzt soll er sogar noch die Schuld daran haben, dass seine Nachbarvölker von den Drahtziehern der Agendapolitik ins Elend gedrückt werden. Und damit nicht genug, lassen die in den Massenmedien überall verbreiten, dass die Nazi-Deutschen wieder für das Elend in Europa verantwortlich wären – und unsere antideutsche Antifa wie Thomas Konicz kommt auch schon damit angelaufen.
Ist aber alles kein Zufall.“

Keynesianer, du taperst ja wie ein von Idiotie besoffener Volltrottel durch die Gegend ! Mein Mitleid sei dir gewiß.

Die „antideutsche Strömung“ zählt sicherlich zu unappetitlichsten Verwesungsprodukten aus der untergegangenen alten Zeit der „BäRDä“, die z.B Auschwitz wird dafür mißbrauchen, ideologisch bei der imperialen Macht des Krisenkapitalismus anzuheuern, deren perspektivlose Weltordnungskriege abzusegnen und radikale Kapitalismuskritik wird zu liquidieren.

Thomas Konicz:
„Letztendlich deutet dieser regelrechte Verschuldungszwang des Gesamtsystems nur darauf hin, dass der Kapitalismus als ein Gesellschaftssystem an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit stößt: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität, die immer mehr Arbeitskräfte “überflüssig” macht. Nach dem Zusammenbruch der Verschuldungsdynamik in Europa, die kreditfinanzierte Nachfrage generierte, setzten nun aufgrund des deutschen Spardiktats regelrechte Deindustrialisierungsschübe in Südeuropa ein. Im Endeffekt beschleunigt die deutsche Sparpolitik nur diesen systemischen Krisenprozess, der letztendlich auch auf Deutschland zurückschlagen wird.

Die deutsche Industrie kann sich nur deswegen als “Krisengewinner” fühlen, weil es ihr gelang, durch einen frühzeitigen Sparkurs (Agenda 2010) und einer entsprechenden Steigerung der Konkurrenzfähigkeit die notwendigen Verschuldungsprozesse schlich zu exportieren. Nur bei der Aufrechterhaltung gigantischer Exportüberschüsse im dreistelligen Milliardenbereich kann in der Bundesrepublik noch die Illusion einer heilen Arbeitsgesellschaft aufrechterhalten werden.

Die Tendenz, vermittels Handelsüberschüssen auf Kosten anderer Volkswirtschaften zu wachsen, wie sie in Deutschland perfektioniert wurde, ist gerade Ausdruck des Unvermögens des kapitalistischen Systems, ohne Schuldenbildung seine eigene Reproduktion zu bewältigen.

Deutschland ist somit nicht nur als Exporteur, sondern auch als Gläubiger weiterhin an die Eurozone gekettet, wie ein Blick auf die Target-Salden der europäischen Notenbanken enthüllt. Hier hat die Bundesbank Forderungen von 655,6 Milliarden Euro ausstehen, die sich im Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone größtenteils verflüchtigen würden..“
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38683/1.html

Carlos Manoso März 30, 2013 um 11:05

@ Linus März 30, 2013 um 10:35
„Dann gibt es aber keine Kredite mehr. Also muss man eine eigene Notenbank aufmachen. Damit sind die Binnengeschäfte versorgt. Aussenhandel bleibt aber schwierig. Wo kommen die Devisen her? Ein aktueller Fall ist Ägypten.
So oder so sind damit aber die Würfel gefallen, und der gemeinsame Euro ist Geschichte.“

Linus, kaprizier dich nicht aus das fabrizierte Logo „gemeinsamer Euro“! Dieses Logo ist definitiv nicht der Punkt !

Thomas Konicz, zum 2. mal:
„Letztendlich deutet dieser regelrechte Verschuldungszwang des Gesamtsystems nur darauf hin, dass der Kapitalismus als ein Gesellschaftssystem an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit stößt: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität, die immer mehr Arbeitskräfte “überflüssig” macht. Nach dem Zusammenbruch der Verschuldungsdynamik in Europa, die kreditfinanzierte Nachfrage generierte, setzten nun aufgrund des deutschen Spardiktats regelrechte Deindustrialisierungsschübe in Südeuropa ein. Im Endeffekt beschleunigt die deutsche Sparpolitik nur diesen systemischen Krisenprozess, der letztendlich auch auf Deutschland zurückschlagen wird.

Die deutsche Industrie kann sich nur deswegen als “Krisengewinner” fühlen, weil es ihr gelang, durch einen frühzeitigen Sparkurs (Agenda 2010) und einer entsprechenden Steigerung der Konkurrenzfähigkeit die notwendigen Verschuldungsprozesse schlich zu exportieren. Nur bei der Aufrechterhaltung gigantischer Exportüberschüsse im dreistelligen Milliardenbereich kann in der Bundesrepublik noch die Illusion einer heilen Arbeitsgesellschaft aufrechterhalten werden.

Die Tendenz, vermittels Handelsüberschüssen auf Kosten anderer Volkswirtschaften zu wachsen, wie sie in Deutschland perfektioniert wurde, ist gerade Ausdruck des Unvermögens des kapitalistischen Systems, ohne Schuldenbildung seine eigene Reproduktion zu bewältigen.

Deutschland ist somit nicht nur als Exporteur, sondern auch als Gläubiger weiterhin an die Eurozone gekettet, wie ein Blick auf die Target-Salden der europäischen Notenbanken enthüllt. Hier hat die Bundesbank Forderungen von 655,6 Milliarden Euro ausstehen, die sich im Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone größtenteils verflüchtigen würden..“
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38683/1.html

aifran März 30, 2013 um 11:21

Schuldgeldsytem basierter Wachstumszwang ist was feines. In Zeiten des Wirtschtswachstums sprudeln die Gewinne, in Zeiten der Krise sammeln sie die Realwerte der Zahlungsunfähigen Schuldner ein …. die Fürsten, Regelmacher und Nutzmenschenhalter gewinnen immer. Nichts lieben sie mehr als ihre Herrschaftswerkzeuge und Techniken.

Keynesianer März 30, 2013 um 11:24

@Carlos Manoso

Was faselt Dein Thomasz Konicz da ständig von “deutscher” Industrie und “deutschen” Spardiktaten und “deutscher” Sparpolitik?

Wir sind doch von Dir gewohnt, dass nur noch ein globales Kapital existiert, was ja auch längst erforscht ist, mit den etwa 150 Firmen, die den Weltmarkt kontrollieren.

Dagegen Dein antideutscher Hetzer Konicz:

Die geopolitischen und wirtschaftlichen Folgen der kompromisslosen Haltung Berlins während Zypern-Krise zeichnen sich bereits deutlich ab…
http://www.konicz.info/?p=2487

Als ob da unser Klima-Merkel mit seinem Schräuble aus Berlin gegenüber dem globalen Kapital irgend etwas zu melden hätte.

@Carlos Manoso zur antideutschen Antifa:

… ideologisch bei der imperialen Macht des Krisenkapitalismus anzuheuern, deren perspektivlose Weltordnungskriege abzusegnen …

Die Brüder sind natürlich eine Kreation der angloamerikanischen Intelligence von CIA und MI6 bis Mossad. Die haben da nicht angeheuert, sondern die wurden alle angeheuert.

Aber ich will ja nicht kleinlich sein, im Prinzip war Deine Aussage zu den Figuren schon richtig. :)

"ruby" März 30, 2013 um 11:42

@ aifran

http://www.youtube.com/watch?v=qgxgpC0QzzM&feature=related

Sollen die spanischen Fürsten doch ihr Gold zusammenkratzen und den Goldbugs vertickern statt Rettungsgelder zu sammeln ;-)

quecalor März 30, 2013 um 12:01
Henrik Müller März 30, 2013 um 12:24

Die europäische Politik spielt auf einer anderen Klaviatur als es die Kommentatoren in diesem Blog tun. Mit Zypern hat die Regierung in Berlin gezeigt, dass europäische Politik mit Wahrung deutscher Interessen möglich ist. Dem Euro dürfte dies an den internationalen Finanzmärkten kurz- bis mittelfristig Entspannung verleihen.

Linus März 30, 2013 um 12:54

@Carlos Manoso:
“Linus, kaprizier dich nicht aus das fabrizierte Logo „gemeinsamer Euro“! Dieses Logo ist definitiv nicht der Punkt !”

Hab ich irgendwo gesagt, dass das der Punkt ist? Sein Zusammenbruch ist ein Kollateralschaden, nicht mehr und nicht weniger.

Aber lassen wir mal die Systemkrise weg und beschränken uns auf das Problem Euro.

“Die deutsche Industrie kann sich nur deswegen als “Krisengewinner” fühlen, weil es ihr gelang, durch einen frühzeitigen Sparkurs (Agenda 2010) und einer entsprechenden Steigerung der Konkurrenzfähigkeit die notwendigen Verschuldungsprozesse schlicht zu exportieren.”

Das ist es. Wobei ein wesentlicher Zwischenschritt hier unerwähnt bleibt: Der ‘Transfer von Arbeit’ in Richtung D durch Lohndumping und Produktivitätszuwachs. Die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit ist damit kausal verknüpft. Die Verschuldung ist es zunächst nicht. Hier wird die Verknüpfung erst im Zuge der Aufhebung sämtlicher Marktbarrieren kausal. Man kann das belegen! Die Deregulierung zwingt(!) zur externen Verschuldung.

Und damit gehören die Politiker, die das verbrochen haben, vor Gericht. Sie führten sehenden Auges die Völker Europas ins Unglück. Nun könnte man sich auf den Standpunkt stellen, die Bürger hätten sie dazu legitimiert. Dies trifft jedoch erstens so nicht zu – es gab kein Referendum zur EU, sie ist in wesentlichen Teilen nicht demokratisch legitimiert. Zum zweiten liesse sich selbst aus einer Wahl keine Berechtigung zu solch einer Missetat ableiten.

Daraus folgt aber: Die Machenschaften sind schlichtweg illegal. Man kann diese ganzen Verträge alle verbrennen, egal ob Maastricht, Troika oder auch Kredite an notleidende Staaten. Die im Zuge der EU-Gesetze gemachten Schulden sind NULL und NICHTIG.

Das wäre gut. Denn damit könnten wir Gestern vergessen und ab Heute neu anfangen.

Linus März 30, 2013 um 13:10

“Mit Zypern hat die Regierung in Berlin gezeigt, dass europäische Politik mit Wahrung deutscher Interessen möglich ist.”

Europäische Politik sollte europäische Interessen wahren, nicht deutsche. Andernfalls fliegt die EU auseinander. Und genau das wird passieren. Und das war’s dann mit den deutschen Interessen. Nicht aber mit den Interessen von denjenigen, die genau das betrieben haben.

"ruby" März 30, 2013 um 13:16

@ Linus

Voll dabei – mit neuem Personal natürlich.
Wird köstlich, wenn die Targetsalden einfach zurückgeschrieben werden und die EZB das eben ausgeflogene €-Bargeld wieder einsammelt …
Volksabstimmung für einen demokratischen EU-Vertrag zum gleichen Zeitpunkt mit europaweiten Wahlen.
Bürgernahes Europa einfach.

egal März 30, 2013 um 13:21

@topi
Klar KANN das Land mit höheren Tierschutzstandarts ein Importverbot für Schweine verhängen. Aber, wie viele Importverbote wegen Gedöns gab es vor Maastricht?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Binnenmarkt ohne große Wohlstandsverluste aufgeben kann (schon zwischen den Kriegen, in einer sehr viel weniger ausdifferenzierten europäischen Wirtschaft, führten die Handelsstörungen zu Problemen). Widersprich mir, wenn du es besser weißt.

Und das ist nur die wirtschaftliche Seite.

egal März 30, 2013 um 13:27

Nochwas. Politisch braucht man auch ohne Euro Konvergenz von Lebensstandart, Produktivität…
Wie soll das ohne Binnenmarkt gehen?

holger März 30, 2013 um 14:27

http://www.n-tv.de/wirtschaft/VW-verlagert-Jobs-nach-China-article10387511.html

Etwas für Topis Leerstunde… in DE entwickelt und nu wird sich verpisst. Laaaaangsam aber sischer…

Hat was mit dem Wechselkurs zu tun…

holger März 30, 2013 um 14:29

Wird man in Berlin dann merken, wenn wieder Ackergäule die “S-Bahn” ziehen werden…

holger März 30, 2013 um 14:30

Macht aber nix, dann können die Veganer sich aus den Pferdeäpfel ein leckeres Mahl zubreiten… iss ja voll Bio

Keynesianer März 30, 2013 um 14:53

Jetzt einmal was zum Lachen:

Nach wie vor fehlt ein Plan zum konsequenten Abbau der staatlichen und privaten Schulden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/agenda-2025-deutschland-steht-am-beginn-einer-langen-wachstumsphase-a-890839.html

Linus März 30, 2013 um 15:14
Keynesianer März 30, 2013 um 16:06

@Linus

Der Name Müller ist zwar häufig, aber wer kann schon einen solchen Stuss über ökonomische Zusammenhänge absondern? :)

Schütze Arsch März 30, 2013 um 16:48

@ egal – “Ein gemeinsamer Binnenmarkt braucht regulierende europäische Institutionen. Für die Europaverächter: Wie soll sowas multilateral koordiniert werden?”

Und was sonst? Unilateral verfügt, und alle müssen mitmachen? Auch die europäischen Verträge sind ja zunächst multilateral zustandegekommen (wobei Vetospieler rausgekauft werden mußten)… dann aber leitet der EuGH per Richterrecht daraus sehr weitgehende Eingriffe in nationalstaatliche Institutionen ab.

Die grundsätzliche Alternative wäre eine Abkehr vom Prinzip “Eine Politik für alle” und die Möglichkeit eines Opt-In oder Opt-Out für jeden Einzelstaat bei jedem Intregrationsschritt. Das müßte dann natürlich auch die “negative” Binnenmarktintegration betreffen. Wie schon mal geschrieben, Fritz W. Scharpf hat so ein Modell mal skizziert, das gibt es leider wohl nicht im Netz.

Im konkreten Fall könnte das z.B. so aussehen, daß Deutschland, Frankreich und Italien quasi “trilateral” gewisse Standards für Tiertransporte festlegen, die für ihr Territorium verbindlich sind. “Europa” in Gestalt des EuGH könnte sie dann nicht mehr zwingen, Transporte von außerhalb zuzulassen, die diesen Standards nicht entsprechen. Genauso könnten zwischen institutionell ‘relativ gleichen’ Ländern verbindliche Arbeitsrechts- und Sozialstandards festgelegt werden, die von grenzüberschreitender Arbeitnehmerentsendung und/oder Scheinselbständigkeit nicht mehr unterlaufen werden dürften. Diese sollten dann eine positive Sogwirkung, eine langsame Angleichung zugunsten der höheren Standards bewirken, nicht aber einen Sog nach unten, zu den niedrigeren Standards wie bisher.

Also europäische Einigung sozusagen schrittweise, bottom-up, nicht forciert top-down.

Und ich glaube, Du unterliegst da einem – von den “Europäern” freilich gern gestreuten – Denkfehler, wenn Du bei einer solchen Möglichkeit, Binnenmarktfreiheiten auszusetzen, gleich ein völliges Ende des innereuropäischen Freihandels und eine Rückkehr zu strengen protektionistischen Regimes befürchtest. Warum sollte so etwas geschehen? Der ganz überwiegende Teil des Warenverkehrs dürfte davon überhaupt nicht betroffen sein. Freihandel ja, aber nicht als eine Doktrin, mit der sämtliche nationalstaatlichen Institutionen untergepflügt werden.

Rußland hat wie gesagt das deutsche Fleisch bereits verbannt…

http://www.agrarheute.com/russland-fleischimporte?suchbegriff2=Russland%20Importe

… was den sonstigen – wohlstandsfördernden! – Warenaustausch zwischen Rußland und der EU nicht weiter berührt… deutsche Maschinen & Anlagen gehen immer noch dahin, Öl & Gas kommen von daher.

Noch was zu den “Europaverächtern”… Die Jacke mag ich mir nicht anziehen. Ich meine, als junger Zonenspund in den 80-ern hab ich die (west-)europäische Gemeinschaft bewundert. Man ist ja viel im Ostblock herumgereist, v.a. per Anhalter, und hat dabei Leute aus aller Herren Länder kennengelernt. Und ich hatte damals doch den Eindruck, daß die Westeuropäer es weit mehr als wir im Ostblock geschafft hatten, wirklich so eine Art inner-europäischen Internationalismus in der EG zu entwickeln. Ich war echt stolz, als ich in den 90-ern dann das erste Mal den roten europäischen Paß in der Hand hielt: Bürger der europäischen Union… (Das erste Mal geschämt hab ich mich dafür dann 1999 bei der Aggression gegen Jugoslawien, ähnlich wie sich mein Vater 1968 bei der Niederschlagung des Prager Frühlings für seine DDR-Staatsbürgerschaft geschämt hat.)

Also ich bin kein “Europa-Verächter”. Man darf “Europa” nur nicht mit den oligarchisch-technokratischen Institutionen der heutigen Maastricht-EU gleichsetzen. Diese schaffen keinen europäischen Internationalismus, sondern sie zerstören ihn. Daß einige der Maastricht-Kritiker ihrerseits chauvinistische Regressionen erleiden, macht es freilich nicht besser.

Schütze Arsch März 30, 2013 um 17:53

Ach, da hier unlängst von der Sendung im russischen Staatsfernsehen die Rede war… Hab mal bei einer Bekannten in Rußland angefragt, wie die Meinung der Leute so sei zu Zypern und der Rolle Deutschlands.

Jetzt kam die Antwort, sehr schön. Ich zitiere ein bißchen:

“Wir haben dort alle kein Geld auf der Bank. Die Leute interessieren sich mehr für die Wettervorhersage als für Zypern. Man bringt auch Deutschland nicht damit in Verbindung. … Habe auch meine Tochter und ihren Mann gefragt [beide wohl in der IT-Branche]. Die zuckten die Schultern und sagten, Zypern ist weit weg, aber uns interessiert die Frage mit dem Kindergarten und der größeren Wohnung. … War selber jetzt drei Tage auf Dienstreise und habe da nicht ein einziges Mal das Wort Zypern gehört.”

Yep, das sind vernünftige Leute dort…

lustig März 30, 2013 um 18:29

>Hab mal bei einer Bekannten in Rußland angefragt, wie die Meinung der Leute so sei zu Zypern

Sind die Russen jetzt auch schon in der EU? Depardieu ist ja auch schon Russe, sagte mir kuerzlich ein Bekannter. Irgendwie merke ich, dass ich alt werde…oder ich muss mir doch noch so ein “Fernsehgeraet” anschaffen, um die Propaganda nicht zu verpassen?

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 19:55

apropo “lustig”

ich musste heut an Georg Schramm denken, wie er dem Publikum vorgeführt hat, wie es von der Politik nach Strich und Faden verulkt wird. Und das Publikum lachte herzlich. Die angemessene Reaktion wäre gewesen, empört zu sein wegen dieser Schweinereien, von denen sie ja selber betroffen sind.
Aber sie haben nur gelacht, als wäre es eine fiktive Story.
Deswegen hat der Schramm wahrscheinlich auch aufgehört.

Was willst Du machen? Aber die werden schon noch aufwachen schätze ich ;-)

Zu den Russen:
Die sind ja von “den Deutschen” auch nicht so betoffen, die Griechen und Zyprioten dann schon eher.
Bitte mehr Zeugenberichte aus den Völkern aller Länder :-)

Carlos Manoso März 30, 2013 um 20:07

@Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 19:55
„… Und das Publikum lachte herzlich.“

„Ob Cayman-Inseln oder Zypern, wer die Finger an die Konten legt macht ein riesiges Fass von Korruption, Macht, Gier und menschlichen und wirtschaftlichen Abgründen auf. Die übelst stinkenden und bislang gut verdeckten Löcher in Europas sinkendem Schiff werden dabei zwangsläufig offen gelegt. Und weder in Zypern noch im Norden von Europa kann es den politischen Führern daran gelegen sein, solche Räuberhöhlen allgemein erkennbar zu machen. Was wir in den nächsten Tagen und Wochen erleben werden, ist ein für jeden politischen Beobachter höchst amüsantes Spiel mit Macht und Feuer aller Beteiligten. Amüsant ist dabei weniger das absehbare Ergebnis, das in Wahrheit keineswegs alleine an Zypern hängt sondern lediglich am bereits überrandvollen EU-Finanzfass liegt, als das durchsichtige Verhalten aller Knallchargen in diesem Boulevardstück.

Es wird nun wie in einem Millowitsch-Theatherstück werden, wo fünf Freier um dieselbe Holde herumscharwenzeln, dabei alle lügen, betrügen und gegenseitig intrigrieren, bis dann am Ende allesamt in irgendwelchen Schränken des Zimmers versteckt sind und es zum Schluss zum absehbaren Aufeinandertreffen der Kontrahenten und der Auflösung zustrebt. Während solche Farcen im Theater meist glücklich enden, wird es auf der großen Bühne wohl eher nicht so sein.

„Last Man Standing“, eine Komödiantische Farce im Volkstheater Europium.
Als da wären die Mitspieler der Komödie:
Die „Bösen“:
*Der Dreiste Felix (Darsteller: die Banker)
*Zippi, der Lustige Idiot (Darsteller: Zypern)
*Zuhälter Dimitri Spackos ( Darsteller: Griechenland)
*Schweinehändler Putiniov ( Darsteller: Russland)
*Berni Nanke, Krösus (Darsteller: täglich wechselnd: USA, ISR, TRK, CHN u.v.a.)

Die „Guten“:
*Der liebe Wolfgang (Darsteller: Deutschland)
*Oma Eumelia (Darsteller: der besorgte Sparer)
*Der Kleine Michel (Darsteller: das ist der, der immer die Drecksarbeit tun muss, N.N.)
*Emil, der reiche Onkel (Darsteller: Die großen Europäer)
*Seine Frau Zicke (Darsteller: Der EURO)
*Ihr uneheliches Kind Eäsemma (Darsteller: Die Europäische Idee)

Buch, Sprecher und Soufleur: Die Europäische Idee.

Eintrittspreise:
Erwachsene: Ihre Ersparnisse
Jugendliche: Ihre Arbeitsplätze

Geldadelige, Amtsträger und sonstige Behinderte: Sie erhalten bei uns selbstverständlich(*) angemessene Rabatte.“
http://tandemvipera.blogspot.de/

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 20:30

@CM
schön gesagt

absurdes Theater
griechische Tragödie

passend dazu ist ja letztes Jahr das Kreuzfahrtschiff gekentert, auf dem alle Decks europäische Ländernamen hatten.
Umgekommen sind aber nicht viele, nur der Urlaubsspass war vorbei ;-)
vielleicht ein Omen

lustig März 30, 2013 um 20:41

>Bitte mehr Zeugenberichte aus den Völkern aller Länder

In Paris ist die Stimmung schlecht. Nachfrage nach Luxus ist hiervon aber (gluecklicherweise) nicht betroffen. Hollande haellt alle paar Tage eine Rede an die Nation. Es wird eine Reichensteuer eingefuehrt. Automobile der Luxus-Klasse werden aber weiterhin nicht abgeschleppt und koennen auch in Strasseneinmuendungen oder im Halteverbot stehenbleiben. Maserati und Obdachlose haben im Erscheinungsbild der Stadt signifikant zu genommen. Im Fernsehen werfen die Neo-Liberalen der Regierung vor, dass sie so etwas wie Schroeder nicht hinbekommt. Der politische Wille die Arbeitslosigkeit zu drosseln wird bei den Arbeitgebern anerkannt, aber es werden Taten gefordert, die ueber das Reden hinausgehen. Stichwort Senkung der Lohnnebenkosten (Sozialversicherung) und Abschaffung der Unternehmensteuer gemaess dem deutschen Modell. Die Deutschen (als Menschen) waren schon vor der Bankenkrise in Frankreich nicht gut angesehen. Dort gelten sie als penibel und ohne Verstaendnis fuer das wahre Leben (abseits der Arbeit). Die Krise konnte daher dort wo es nichts zu verschlechtern gibt auch nichts verschlechtern. Mein Bericht aus Frankreich, Gruss

"ruby" März 30, 2013 um 20:43

Die Bilanzierungsregeln müssen im HGB dahingehend geändert werden, dass Schattenbanken mit konkreten Zahlen aktiv/passiv eingebucht werden müssen, nicht nur im Anhang zu benennen sind.
Kütting fragen !
Hier zur Argumentationsübung der Bilanzanalysen insolventer Banken:
http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/2013/03/30/zahlenbeispiel-fur-bankenpleite/
Zypern: Einmal ein Buchungsbeispiel…

"ruby" März 30, 2013 um 20:48

Hatte nach der Bedeutung des Exkanzlerartikels im Cicero gefragt.
Antwort kam jetzt von gutinformierten Kreisen aus Hannover …
G.Schröder hat eine Ferienvilla in der Türkei und würde gerne noch mit dem € dort bezahlen ;-)
immer zum Schalter nach Zypern übersetzen macht keinen Spass!

Eva`s Apfel ( g.W.) März 30, 2013 um 20:57

@lustig
danke
“Die Deutschen (als Menschen) waren schon vor der Bankenkrise in Frankreich nicht gut angesehen. Dort gelten sie als penibel und ohne Verstaendnis fuer das wahre Leben (abseits der Arbeit).”

ich finde das stimmt im Grossen und Ganzen auch, protestantische Arbeitsethik wahrscheinlich

“Ja, Wut hat er, der Kleine, der goldige! Wird es ihm oder wem sonst nützen? Seien Sie gespannt”

"ruby" März 30, 2013 um 23:07

Stellen wir uns vor die Bankkontenkreditgeber erhalten was jedem garantiert wurde – Einlagensicherung bis 100.000 € !
Vermögensumverteilung wie vom Markt erwirtschaftet.
Nationale Insolvenzordnungen für nationale Unternehmen.
Zwei weitere Osterfeiertage mit Ideen zur Sicherung ihrer “geschaffenen” persönlichen Reichtümer – oh fare the well …
http://www.youtube.com/watch?v=io5HJZM20eQ

topi März 31, 2013 um 03:46

gelegentlich

“Was mich wundert ist aber dennoch dieser Merkel-Nazi-Nationalismus, der natürlich Europa sprengt – wenn doch „Hört auf zu bescheißen!“ auch ginge und auch deftig pejorativ ist, was ja sein muß.”

Letztlich gibt es zur Lösung einer solchen Krise die notwendigen Schritte; aber auf welchem (Um)Weg, ist unklar.
Der Weg wird auch selten rational gewählt, weil man erkennt, dass dies die Lösung ist. Sondern weil Schütze Arsch und Klein Erna nach genug gefressenem Dreck einfach was anderes probieren.

Was ich noch nicht sehe: wie soll denn konkret eine Straßenopposition in Südland auftreten?

„ Ländern wie Luxemburg oder Irland andere Kompensationen zukommen zu lassen als z.B. den Steuerwettbewerb nach unten zu dulden ist für Alle ebenfalls günstiger – wenn wir denn gemeinsam in diesem europäischen Haus leben wollen.”

“Für alle” gilt eben nicht für den, der davon direkt profitiert.
Finanzplatz ist das perfekte Konstrukt, sich von den anderen mit Waren beliefern zu lassen, und dafür muss man nur im schicken Glaspalast ein paar Transaktionen vortäuschen.

topi März 31, 2013 um 03:52

linus

“Sie dürfen v.a. keine Haftungsklauseln unterschreiben. Sonst schreiben sie ihre Misere über den gegenwärtigen Zustand hinaus fest. Das ist das Üble an der Schuldenübernahme durch die Staaten. Eine Bank verschwindet, ein Staat nicht, und kann daher bis in alle Ewigkeit in Haftung genommen werden. Die Argentinier können ein Lied davon singen.”

Pakt mit dem Teufel, Linus.
Einfach nicht dran glauben, und schon löst sich das in Luft auf.
Soviel korrupte Richter können die Hedgefonds sich dann auch nicht kaufen, weil sie vorher Pleite sind. :roll:

“Dann gibt es aber keine Kredite mehr. Also muss man eine eigene Notenbank aufmachen. Damit sind die Binnengeschäfte versorgt. Aussenhandel bleibt aber schwierig. Wo kommen die Devisen her? Ein aktueller Fall ist Ägypten.”

Klar brauchst du eine Notenbank.
Die kann aber auch nicht dafür sorgen, dass Waren ins Land kommen, Wechselkurs, weißt schon.
Wer also ausländische Investitionen haben will, sollte vorsichtig sein.

Aber für die meisten brauchts dass nicht.

“So oder so sind damit aber die Würfel gefallen, und der gemeinsame Euro ist Geschichte.”

Das Viech ist zäh. :roll:

topi März 31, 2013 um 04:06

egal

” Klar KANN das Land mit höheren Tierschutzstandarts ein Importverbot für Schweine verhängen. Aber, wie viele Importverbote wegen Gedöns gab es vor Maastricht? ”

Wieviel internationales Schweinegekarre gab es denn vorher? (Lösung für das selbstgeschaffene Problem)

Ich würde aber schätzen, dass diverse nationale Bestimmungen dem Binnenmarkt-Gltzen geopfert wurden, Wahrscheinlich auch im Tierschutz.

“Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Binnenmarkt ohne große Wohlstandsverluste aufgeben kann (schon zwischen den Kriegen, in einer sehr viel weniger ausdifferenzierten europäischen Wirtschaft, führten die Handelsstörungen zu Problemen). Widersprich mir, wenn du es besser weißt.”

Was ist denn “Wohlstand”?
Dass das Fleisch pro Kilo ein paar Cent billiger ist, weil die Arbeitskolonnen aus dem Osten für 3 Euro malochen?
Und der deutsche Fleischerfacharbeiter dann hartzen darf?

Handel fürht zu Wohlstandsgewinnen, klar; aber das ist ab einer gewissen Vernetzung nur noch minimal, und es gehen diverse nationale Politikmöglichkeiten verloren.

Wenn sich alle einig sind, über den Mist, den sie veranstalten wollen, ist ja auch alles in Butter.

Nun hat man sich “Wettbewerbsfähigkeit” in den Pakt geschrieben (ohne zu verstehen, dass es dabei nicht um Lohnsenkung gehen kann).

Und das STabilitätsmonster tickt aus und führt eine massiver Verschiebung der EInkommen hin zu Kapital und obere Dienstklasse durch, mit logischen Folgen für den Binnenmarkt, Exportüberschuss, Auslandszwangsverschuldung.

Du kannst, geknebelt im Währungsverbund, nur mitmachen, oder dich nach ein paar Jahren ganz bitter umsehen.

“Und das ist nur die wirtschaftliche Seite.”

Aber erklär doch mal, wieso denn der Euro so entscheidend sein soll?
Ist es denn nicht offensichtlich, dass es bis zum Euro ganz gut lief in EU-ropa, und es seitdem bergab geht?

topi März 31, 2013 um 04:16

egal

” Nochwas. Politisch braucht man auch ohne Euro Konvergenz von Lebensstandart, Produktivität…
Wie soll das ohne Binnenmarkt gehen?”

Und wie geht das mit dem Euro?
Der Euro als Peitsche, um nationale Politk auf “wettbewerbsfähigkeit” in deutsscher Fassung, also Lohndumping, auszurichten; so hatte sich das ja die Bundesbank offenbar vorgestellt, siehe aifrans Zitat.
Denn wer das nicht macht, wird bitter bezahlen, am Ende.

Es gab mit den EG-Erweiterungen deutliche Schübe in den Ländern.

Der Binnenmarkt ist ja gar nicht an den Euro gebunden.

Mit dem Euro bist du allerdings deinen Handelspartnern weitgehend im Hamsterrad ausgeliefert. Wenn alle das gleiche wollen, egal; wenn du national andere Politik machen willst (rational, weil Lohndumping und EInkommensverschiebung wohlstandsenkend wirkt), hast du kaum noch Möglichkeiten.

topi März 31, 2013 um 04:17

lustig

Was passiert denn außer der doch stark symbolischen Millionärssteuer?

Systemfrager März 31, 2013 um 07:53

NSU-Prozess: Türkei fordert Plätze für türkische Politiker
SPON >>>
Gibts da noch jemanden, der über das D nciht verärgert ist auf der ganzen Welt?
Der Michel müsste dringend was unternehmen
weil seine rrr-Machteliten mit ihm bald das tun werden
was sie schon immer mit ihm getan haben
Und dann wird es sich nicht wiederholen
dass der Kriegverlieren noch beschenkt wird

lustig März 31, 2013 um 11:02

@topi

>Was ich noch nicht sehe: wie soll denn konkret eine Straßenopposition in Südland auftreten?

Fahr’ einfach mal nach Suedeuropa und rede mit den Leuten. Wie kam es zum Sturz der Bastille? Buergerkrieg in Spanien. In Paris laeuft gerade eine Austellung mit Bilder von Robert Capa im Museum der juedischen Geschichte. Echt interessant.

http://www.jhm.nl/current/exhibitions/archive/robert-capa

So neu scheinen mir die Probleme und wir die Menschen damit umgehen nicht zu sein.

gelegentlich März 31, 2013 um 11:48

@topi

Dann müßte der Slogan sein:„”Europa – gemeinsames Haus – kein gemeinsames Gefängnis!“

Wie man das systemimmanente Problem, niemals Denjenigen zuviel Geld zu überlassen, die es eh nicht ausgeben werden, in griffige Slogans packt weiß ich freilich nicht, also statt zu sparen, was dem Alltagsdenken entgegen kommt, Vermögen abzubauen. Das erscheint ja „an sich“ böse zu sein.

Keynesianer März 31, 2013 um 11:59

Eigentlich ist das Problem ganz einfach:

Die Leutchens müssten halt endlich mal aufhören, irgend etwas zu glauben, was in den Zeitungen steht, im Radio geplärrt wird und in der Glotze zu sehen ist.

Da können wir aber vermutlich noch lange warten. Daher wird es auch nicht so sehr auf Euro oder DM ankommen, solange die Leutchens noch nicht mal aus dem Fenster schauen und sich jedes weitere Gewäsch über das CO2-Sparen zur Verhinderung der Klimakatastrophe verbitten.

Aber sogar der Systemfrager kommt brav mit den Hetzartikeln aus dem SPIEGEL angelaufen, wenn es nur gegen Deutschland geht, und wundert sich nicht, warum die Türken nicht einfach rechtzeitig einen Zuschauerplatz beantragt haben, anstatt jetzt mit Verstärkung des SPIEGEL über Nazi-Deutschland zu klagen.

Wer die Medien kontrolliert, kann die Affen auf den Tischen tanzen lassen und die merken das noch nicht mal.

Systemfrager März 31, 2013 um 12:20

>>> Aber sogar der Systemfrager kommt brav mit den Hetzartikeln aus dem SPIEGEL angelaufen, wenn es nur gegen Deutschland geht
Wer gegen “heutiges” und “solches” Deutschland ist, ist für Deutschland
Stelle dir vor, wie wäre Deutschland heute, wenn es im 1913 und 1932 solche “Gegner” hätte … man wagt daran nicht einmal zu denken
PS
Aber da unterscheiden wird uns kaum, wenn es zB um Keynes geht, da gibt es schon ein paar “Problemchen”

gelegentlich März 31, 2013 um 13:08

So einfach ist wohl doch nicht. Soeben hat sich mal wieder ein Vermögensaufbauer zu Wort gemeldet:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftsweiser-christoph-schmidt-ist-gegen-gesetzlichen-mindestlohn-a-891825.html
Vermutlich ein anderer, bisher wenig bekannter Urenkel eines preußischen Innenministers.

Eva`s Apfel ( g.W.) März 31, 2013 um 13:10

“Wer die Medien kontrolliert, kann die Affen auf den Tischen tanzen lassen und die merken das noch nicht mal.”

Deswegen wäre ich für eine Flugblatt-Aktion wie zu Zeiten des 3. Reiches:
Wenn jeder, der die Propaganda durchschaut hat, in seiner Gegend Flugblätter aushängt oder in die Briefkästen steckt, kämen den Leuten bestimmt mal Zweifel an den Medien.
Mit dem Hinweis, die Flugblätter weiter zu kopieren und zu verteilen könnte man so vielleicht wirklich die Massen erreichen.

Es kostet kaum was, und man kann es mit einem kleinen Spaziergang verbinden und vielleicht kommt man noch in ein nettes Gespräch. Man kann auch völlig anonym bleiben. Tipp: in eine Klarsichtfolie und mit Paketband festkleben. Ich glaube, es ist eine gute Möglichkeit andere an den gewonnenen Erkenntnissen teilhaben zu lassen.

Um Euch die Arbeit abzunehmen, habe ich hier ein fertiges Flugblatt formuliert, was Ihr nur kopieren, drucken und draussen verteilen braucht. Bitte macht alle mit :)
Man könnte z.B. formulieren:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Was Ihnend die Massenmedien verschweigen:
Sämtliche privaten Fernsehsender und Zeitungen sind direkt oder indirekt im Besitz internationaler Banken. Diese lassen nur das senden und schreiben, was deren Interessen dient.
Aufgrund dieser medialen Einflussnahme konnten die Banken bewirken, dass sie samt und sonders mit Ihren Steuergeldern gerettet wurden und immer noch Boni verteilen dürfen. Die kleinen Leute mussten so für die Spekulationen der Reichen herhalten.
Die mitverantwortlichen Parteien und Politiker sind immer noch im Bundestag und an der Regierung.
Obwohl die Produktivität in D in den letzten zehn Jahren um 35% gestiegen ist, sind die Löhne netto um vier Prozent gesunken.
Durch dieses Lohndumping wurden unsere europäischen Nachbarländer in die Schuldenfalle getrieben. Für deren Schulden sollen erneut die Deutschen zahlen.
Wie z.B. Schröder, Clement und Riester werden diese seit ihrer Amtszeit von den grossen Konzernen mit Fantasiegehältern für Vorträge etc. entlohnt. Schliesslich haben sie ja auch in deren Sinne die Gesetze gemacht. Alles vollkommen legal.
Kein einziger Verantwortlicher wurde bisher angeklagt.
Wussten Sie auch schon, dass die Pharma-Industrie die Lehrpläne der Medizin-Studenten wesentlich mitbestimmt?
Die Hochhäuser am 11.September wurden gesprengt, es sind drei nicht nur zwei in sich zusammen gesunken.
Es ist auch kein Flugzeug in das Pentagon geflogen wie behauptet. Davon gibt es kein einziges Video. Es war eine Rakete, der Anschlag diente den USA als Vorwand für einen völkerrechtswidrigen Einmarsch in Afghanistan. Es wurde nie soviel Heroin von dort exportiert wie seit die Amerikaner in dem Land sind.
Bei einem Drohnenangriff auf einen “Terroristen” sterben durchschnittlich 60 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.
Unter dem Vorwand, dass Assad Chemiewaffen einsetzt, soll jetzt ein Grund formuliert werden, wieder in ein freies Land einzumaschieren, um evtl. den Weg auf den Iran freizumachen, was leicht zu einem dritten Weltkrieg führen könnte.
Dabei stammen die meisten syrischen Rebellen gar nicht aus Syrien, ebenso wie Bin Laden früher mit der amerikanischen CIA zusammengearbeitet hat.
Es gibt noch viele weitere Ungerechtigkeiten und Skandale, die durch die Medien vertuscht werden.
Alles auf Kosten Ihres Wohlstandes und Ihrer Lebensqualität.

Im September sind Bundestagswahlen.
Bitte wählen Sie neue, alternative Parteien, die nicht völlig korrupt und verfilzt sind, sondern die Interessen der Bürger vertreten.

Lassen Sie sich nicht mehr von den Medien für dumm verkaufen, auch nicht von den öffentlich-rechtlichen, die vollständig von den Parteien dominiert werden.

Bitte kopieren Sie dieses Flugblatt und verteilen Sie es weiter, damit alle Tatsachen öffentlich werden und nicht nur Teile davon. Schicken Sie es auch an die örtliche Zeitung, damit die wissen, dass sie uns nicht länger belügen können.
Herzlichen Dank

P.S.
Auch, wenn ich formal nichts mit denen zu tun habe,
man kann sich auch von der “Alternative für Deutschland” Flugblätter zum Verteilen schicken lassen.

Keynesianer März 31, 2013 um 13:42

@Eva`s Apfel ( g.W.)

Wenn jeder, der die Propaganda durchschaut hat, in seiner Gegend Flugblätter aushängt oder in die Briefkästen steckt, kämen den Leuten bestimmt mal Zweifel an den Medien.

Das glaubst Du doch wohl selber nicht. Dein labbriges Flugblatt einmal im Jahr gegen die Hochglanzlügen im SPIEGEL jede Woche? Von Radio und TV ganz zu schweigen, ja WER BIST DU DENN, dass Du Dich traust, all dem hohen Herren zu widersprechen? :roll:

Die Leutchen sind sowas von doof und naiv, da brauchst Du mit Argumenten nicht Deine Zeit zu vergeuden.

Und die “Alternative für Deutschland” besteht auch nur aus den Trojanern, die man schon aus der Agendakampagne kennt wie den Henkel.

Die machen sich auch ihre Opposition selber und lassen dann zufällig ihre Occupy-Kampagne vom Herbst in den Winter laufen, bis alle wegen Eis und Frost daheim bleiben, und nicht vom Frühjahr in den Sommer, was bei Sonnenschein und blauem Himmel Abermillionen auf die Straßen treiben könnte.

Grundsätzlich haben 99% der Bürger sowieso keine Ahnung von irgendwas und glauben alles, was ihnen jeden Tag in den Medien erzählt wird. Das ist also ganz einfach. Die übrigen 1% merken vielleicht so zwei oder dreimal im Jahr bei einem speziellen Thema, mit dem sie sich wirklich auskennen, dass da ja überhaupt gar nichts stimmt was die Massenmedien erzählen.

Bei allen anderen Themen glauben sie aber auch weiter alles, was ihnen in die Birne getrommelt wird. Mensch kann ja nicht auf allen Gebieten Fachmann sein.

@gelegentlich

Vermutlich ein anderer, bisher wenig bekannter Urenkel eines preußischen Innenministers.

Nein, der ist ein Trojaner von der Princetown University. Man merkt ja an seinen Ausführungen unwillkürlich, dank und mit welch hohen Geistesgaben er da “qualifiziert” wurde. :roll:

Mit dem, was der über Ökonomie erzählt, müsste er bei jedem Gericht wegen geistiger Minderbemittlung durchkommen.

gelegentlich März 31, 2013 um 13:52

Frohe Ostern!
Bis Pfingsten (Der Heilige Geist kommt auf uns) ist noch Zeit.
Jetzt ist offenbar Zeit für die Oberchecker gekommen:
“Die Leutchen sind sowas von doof und naiv, da brauchst Du mit Argumenten nicht Deine Zeit zu vergeuden.”
Was bleibt da übrig außer nicht seine Zeit zu vergeuden? ;-)

Systemfrager März 31, 2013 um 14:20

Wie die EU-Plutokraten und Diktatoren die Demokratie in die Tonne treten

http://www.verfassungsblog.de/en/putsch-icelands-crowd-sourced-constitution-killed-by-parliament/#.UVgpg1d5d8G

Keynesianer März 31, 2013 um 14:23

Naja, die Leserkommentare unter dem Geseire des von allen guten Geistern verlassenen Wirtschaftswaisen lassen hoffen:

… 8,50 wären entschieden zu viel Lohn für ihn.

Wozu braucht man eigentlich diese Wirtschaftsforschungsinstitute? Wo war denn das Expertenwissen vor der Krise 2007? Bitte verschont mich vor der Meinung wirtschaftshöriger Lobbyisten.

Jobs, von denen man nicht leben kann, sind gar keine. Und können auch ruhig wegfallen! Sowas braucht keiner, die Industrie spart sich anständige Löhne- und der doofe Staat muss den hart arbeitenden Menschen noch den Hungelohn aufstocken! Ob solche Leute das Wort “Anstand” noch begreifen?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftsweiser-christoph-schmidt-ist-gegen-gesetzlichen-mindestlohn-a-891825.html

Der SPIEGEL hat ja dankenswerterweise noch ein Foto von der Figur gebracht. Man sehe sich nur diese Visage an!

gelegentlich März 31, 2013 um 14:40

@Keynesianer
„Man sehe sich nur diese Visage an!“
Genau, daher kam ich ja auf den preußischen Innenminister. So sehen die Leute aus welche die Massen in die Irre führen.
Zum Glück macht das nichts:
„Grundsätzlich haben 99% der Bürger sowieso keine Ahnung von irgendwas und glauben alles, was ihnen jeden Tag in den Medien erzählt wird. Das ist also ganz einfach.“
Gut dass wenigstens wir Bescheid wissen.

Jackle März 31, 2013 um 14:59

Circle Jerk.

Eva`s Apfel ( g.W.) März 31, 2013 um 15:21

@Keynesianer
„Grundsätzlich haben 99% der Bürger sowieso keine Ahnung von irgendwas und glauben alles, was ihnen jeden Tag in den Medien erzählt wird. Das ist also ganz einfach.“

Jetzt übertreibst Du aber, was denkst Du wohl, wieso die Wahlbeteiligung von früher über 80 auf mittlerweile 55 % gesunken ist?

die Wahrheit muss man nur einmal hören, oder hast Du schon tausendmal gehört, dass 9/11 ein inside-job war?
nur Lügen müssen ständig wiederholt werden ;-)

und wenn Du nicht mitmachst, halt dazu einfach die Klappe ;-)

"ruby" März 31, 2013 um 16:53

@ Eva`s Apfel (g.W.)

Naivität + Dummgläubigkeit sind unsere Sache sehr … ;-)
Wahrheit und Verbreitung noch viel viel mehr … ;-)
After Zypries… ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=iQRlaFPXgZk&feature=related

"ruby" März 31, 2013 um 17:32

Perelman, Zitat:

“Es sind nicht die Leute, die ethische Standards verletzten, die als Außerirdische behandelt werden. Es sind Leute wie ich, die isoliert werden.”
aus:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/779407/

"ruby" März 31, 2013 um 18:24
Eva`s Apfel ( g.W.) März 31, 2013 um 18:39

@ruby 16.53
jedenfalls fänd ich es toll, wenn an jeder Strassenkreuzung ein Flyer mit den wichtigsten Nachrichten hängen würde, die die anderen Medien “vergessen” haben.
Da schaut man ja auch hin, weil sie von privat sind und nicht offiziell und kommerziell. Insofern besitzen sie eine hohe Glaubwürdigkeit.
So könnte man doch eine Art Gegenöffentlichkeit herstellen ähnlich der Witze, die in der DDR im Umlauf waren. Radio Eriwan und so.

Ist irgendwas falsch daran, dann klär´mich auf, vielleicht hab ich ja was übersehen?
Man kann es ja naiv finden,aber man muss es ja nicht auch noch mies machen. Niemand kann wissen, was daraus wird. Ich schätze ja Keynesianers Beiträge sonst sehr, aber den fand ich nicht so gut.
Und ich glaub er selbst auch nicht :-)
sorry

aifran März 31, 2013 um 20:52

10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – 1 – 0 haben fertig

"ruby" März 31, 2013 um 21:36

Wieviel Schüler gehen an Litfaßsäulen täglich vorbei?
Was kann an Bauzäunen so alles gelesen werden?
8-9-10 klasse
http://www.youtube.com/watch?v=DSlp-7Kkw2E
Was wird in den Schulen unter den Schülern alles gechattet und gehandreicht …
“In this world we live as one” ;-)

Andreas Kreuz März 31, 2013 um 21:43

Es gibt für alles eine Lösung:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/wege-aus-der-rezession-zypern-will-ein-kasino-eroeffnen-12133397.html

Das bißchen Kapitalismus repariert sich doch selbst ganz flott…. ;.)

"ruby" April 1, 2013 um 01:50

@ Eva`s Apfel ( g.W.)

“Insofern besitzen sie eine hohe Glaubwürdigkeit.”

Einfach wunderbar – denn in dem Moment mit dem dieses “insofern” überzeugen will muss sich derjenige an die eigenen Aussagen, Ziele und Vorgaben sowie Versprechen halten, die abweichende Messung, der Abgleich, die ihn der Lüge, des Mißerfolges überführen, erledigen seine Position bzw. seinen Standpunkt .
Das bedeutet von jetzt an werden die positiven Impulse, Forderungen zum Imperativ !
Das ist argumentativ die absolute WIN-Situation – definitiv ;-)
Die Gleichschaltung der bisherigen beherrschenden Medien ist durch soziale Kommunikation unabhängiger freien Formen und Foren aufgebrochen. Sie können nur noch hinterher laufen…
Diese Erkenntnis z.B. hier und heute in die Welt gesetzt als fraktaler Auslöser wirkt wie das berühmte Sandkorn des Anstosses.
Gleichzeitigkeit in Kurzfristigkeit.
Wir (schon 45%) haben es zu kommunizieren auf allen Wegen.

Du bist es persönlich, der als Vorbild die Verbindlichkeit verinnerlicht vordenkt und verbreitet .
Kognitive Dissonanz wird mit Offenheit und Transparenz zu Einfachheit in Taten und Handlungen gewandelt gemeinschaftlich mit entsprechenden Mehrheiten.
Ganz ehrlich und überzeugend!
“You have it all “

"ruby" April 1, 2013 um 02:03

Als Verfechter der Finanztransaktionssteuer ist es jetzt notwendig die Lobbygegenarbeit im Gesetzgebungsverfahren zu enttarnen, um eine wirksame Ausgestaltung zu erreichen.
Hierzu, das Porträt von Sven Giegold im aktuellen Wirtschaftsteil Der Zeit lesen, um erfolgreich zu sein. 12 Jahre Arbeit sollen sich durch Einzahlungen auszahlen ;-)
Der Kampf von Stephan Schulmeister wird belohnt werden.
Wir schaffen das very locker.
Banker und Finanzlobbies, kommt ins Licht der Aufklärung.
Die Sachverhalte und Argument dafür werden ziehen und stechen.
Europa fährt an.

Systemfrager April 1, 2013 um 09:01

Krise der Gemeinschaftswährung: Schwellenländer steigen aus dem Euro aus
SPON >>>
Der deutsche Wahnsinn, starke Währung, Nullverschuldung, Sparen … ruiniert die EU
Jetzt sieht man was für Vollidioten die “Väter der sozialen Marktwirtschaft” (Ordoliberalen) waren (Röpke, Eucken, …)

Die EU: Ein neoliberales Projekt nach dem Vorbild des deutschen Merkantilismus
Der Ordoliberalismus: Wundenlecken nach dem neoliberalen Desaster von Weimar
weiter >>>

Ostsächsischer Papierkorb April 1, 2013 um 09:19

Moin!

Der Ostsächsische Papierkorb grüßt über Parteigrenzen und -programme hinweg alle Flaschensammler, die wegen Neuschnee in ihm nichts gefunden haben. Das wird schon wieder. Die Prognosen der Institute sind heute schon so wie sie morgen sein werden.

Am heutigen 2. Ostertag und 1. April beantworten wir eine Anfrage bezüglich des Zeugen Joachims, die Herr Schütze Arsch kürzlich an uns gerichtet hat. Es wurde gefragt, ob Joachim schon da ist oder noch kommt. Wir haben recherchiert.

Zunächst ist zu sagen, dass ein Zeuge Joachims im Grunde nichts bezeugt. Er will lediglich zeigen, dass er gern dabei ist oder wäre, und zwar möglichst weit vorn. In diesem Drang, der sich durch wahnhaftes Scharren hinter Absperrbändern und heftiges Fähnchenschwenken entlädt, war ein Zeuge Joachims bereits Zeuge Romans und seines Rucks, Zeuge Johannes`, Zeuge von Horscht und als guter Christ Zeuge Christians, bis dieser mit einem Bobbycar über ein Haltesignal brauste. Ein Jahrhundertunfall, an den der eine oder ein anderer sich bis heute erinnert.

Noch ein Wort zu Joachim selbst. Er war als Häscher der Häscher unterwegs, und als der letzte Häscher schließlich erhascht oder enthuscht und damit aufgearbeitet war, übergab er das Amt an Marianne, die darin weiterwatete äh …waltete. Er nahm bzw. zog sich etwas (zurück), wurde zum Zeugen der oben aufgeführten Oberhäupter und predigte auf Hauptversammlungen vor diversen Hauptmännern und deren Hauptfrauen die Freiheit der Freiheit. Es ist nicht überliefert, ob er in der Zeit der Zurückgenommenheit bereits ahnte, dass man sich seiner erinnern würde.

Dem Schützen Arsch, der ja auch schon sein mindestens drittes Leben durchwandert, wollen wir also andeuten, dass er womöglich selbst ein Zeuge Joachims ist, zumal er sich auch schon fähnchenschwenkend in diese Richtung zu äußern wusste. Nochmals Grüße aus dem frisch gepuderten Elbtal hinauf auf den Prenzlauer Berg.

Eva`s Apfel ( g.W.) April 1, 2013 um 09:48

ENDE

gelegentlich April 1, 2013 um 09:55

Lieber Ostsächsischer Papierkorb,

zum Glück müssen wir uns diese Fragen gar nicht mehr stellen. Denn, passend zur hiesigen strahlenden Sonne stelle ich mit McKinsey fest:
„ Die fetten Jahre sind zurück “
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,890765,00.html
Und nur Diejenigen, die uns stets nichts gönnen, glauben nicht dran:
http://www.taz.de/Debatte-Eurokrise/!113747/
Wer da aussteigt ist nicht zu unrecht nur „ Schwelle “.
Frohe Ostern also!

f.luebberding f.luebberding April 1, 2013 um 10:18

Frohe Ostern übrigens. Und eine Lehre kann ich heute am 1. April mitteilen. Die Eurorettung muss so sein, wie das Aufstellen eines Wohnzimmerschranks. Man findet am Ende immer noch ein Kabel, das man nicht angeschlossen hat. Und das merkt man erst, wenn das Licht nicht funktioniert … .

Andreas Kreuz April 1, 2013 um 11:20

Mein Wohnzimmerschrank hat seit der Einführung von Hartz-IV keine Beleuchtung mehr im Bar-Teil, weil dort seither einfach gar nichts mehr ist, was zu irgendeiner Tageszeit beleuchtet werden müßte.
Und so stellt auch die Neuaufstellung des Schrankes im nächsten Monat (Umzug wegen Verlust des Arbeitsplatzes mit 57) auch kein solches Problem dar, weil da eben kein Kabel ist. Fernseher und Sterero-Quattro-Anlage gibt es auch nicht mehr – wofür auch?
Weniger ist oft mehr…

Andreas Kreuz April 1, 2013 um 11:22

Vielleicht liegt es auch daran,
dass mir schon viel früher ein Licht aufgegangen ist?

Keynesianer April 1, 2013 um 11:39

Zum ersten April ist ein Foto im Netz aufgetaucht vom Schaulaufen der Young Leaders der HVA am Nordseestrand:

http://marktorakel.blogspot.de/2013/03/geheimes-foto-aufgetaucht.html#comment-form&isPopup=true

Die beiden anderen Damen wurden noch nicht enttarnt, um Vorschläge wird gebeten.

"ruby" April 1, 2013 um 13:50

Der Bundestag könnte zur Abstimmung über die Beteiligung an der Zypernrettung doch den Pareteifreund der Bundeskanzlerin und des Bundesfinanzminister den Staatspräsidenten zu einer erläuternden Analyse der konkreten Umsetzung der benötigten Summen einladen .
Die Parlamentarier und die Öffentlichkeit könnten sich durch die Rede in der Volksvertretung transparent (live auf Phönix) direkt ihre Meinung zur Abstimmung bilden. Demokratie ohne Verschleierung.
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europastaaten/535837_Anastasiadis-Clan-schaffte-vor-Haircut-Geld-ausser-Landes.html
Also Anastasiadis an das Rednerpult – Ablenkungsmanöver auf die Ablage!

Schütze Arsch April 1, 2013 um 13:58

@ Ostsächsischer Papierkorb

Gruß zurück von der Panke in Richtung Kirnitzsch! Mit dem Versuch einer zusammenhanglosen Zusammenfassung der letzten Ereignisse, für den Papierkorb.

Der Putin ist wohl indigniert
wegen der Zypern-Krise
und schickt uns Kaltluft, daß sie friert:
die Hundeauslaufwiese
Der Heiland wurde auferweckt
Gleich hat er sich besoffen
und ist zur Nacht im Schnee verreckt
Die Jünger steh’n betroffen
Das wirre Schweineparadox
es wurde nicht durchdrungen
Ruby ward Opfer eines Schocks
und redet nun in Zungen
Der Topi ist ein Huskiehund
und zieht voran den Schlitten
Jackle tut nur zwei Worte kund
Und Keynes verlinkt auf Titten
Keynesianers Welt: Von Feinden voll
Die Leute sind die Doofen
Der Apfel steht auf Sophie Scholl
und auf den Apostrophen

(Sehet den Apfel! Er erfand
ein Medium für den Widerstand
Der Bankster scheißt sich ein und flennt
weil bald der Plebs die Wahrheit kennt
Nie wieder fruchtloses Geheule!
Jetzt gibt es sie! Die Litfaßsäule!)

"ruby" April 1, 2013 um 14:17

Nächste Woche geht sie los:
http://www.messe.de/meldungen_d.html?id=990153&datum=&back=%2Fhomepage_d
deshalb etwas vorbereiten, um den wirtschaftlichen Frühling entsprechend zu begrüssen
http://www.messebedarf.net/Litfasssaulen/Litfasssaeulen_8/litfasssaeulen_8.html
denn das Wetter wird garantiert gut …

aifran April 1, 2013 um 19:09
aifran April 1, 2013 um 19:15
Systemfrager April 1, 2013 um 20:26

Flassbeck:
Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren

The Wall Street Journal >>>

Andreas Kreuz April 1, 2013 um 20:34

Systemfrager April 1, 2013 um 20:26

Flassbeck:
Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren

Das sieht die SPD aber anders.

Bankenrettung April 1, 2013 um 21:52

@Systemfrager
>Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren

Was bist Du denn für ein Schleimer? Diese These war in diesem Blog bereits mehrfach genannt wurden. Anstatt aber auf Deine Mit-Kommentaroren(-Innen) und dessen Kommetar zu verlinken, schleimst Du lieber den Herrn F. in den A. nur weil dessen Bekanntsheitsgrad höher ist? P.S. Stimme der These aber grundsätzlich zu. Die Bankenkrise wurde durch die Lehmann-Pleite ausgelöst. In dem darauffolgenden Zusammenbruch des Kartenhauses war die Agenda 2010 die Veraussetzung dafür, dass sich die Süd-Europäer nicht wieder erholen konnten. Ebenfalls Gewinner der Lehmann-Pleite/Bankenkrise: China.

~ gotteshalber ~ April 1, 2013 um 22:42

“Flassbeck: Die Agenda 2010 hat Europa an die Wand gefahren”
—————-

===> … ~ isch ~ … hab schon ein paar Mal dadadrauf hingewiesen, daßß Flassbeck ein D-Schwätzer is …

===> … Nee, nee Du … der EURO … hat Europa an die Wand geklatscht!

( … obwohl … NOCH … hat es ja gar nett rischtisch angefangen … da kömmt noch viel mehr :-) … seeing is believing! … vielleicht rafft ett am bitter’ End’ gar der @Hütt himself! … )

topi April 1, 2013 um 23:06

lustig

>Was ich noch nicht sehe: wie soll denn konkret eine Straßenopposition in Südland auftreten?

“Fahr’ einfach mal nach Suedeuropa und rede mit den Leuten. Wie kam es zum Sturz der Bastille? Buergerkrieg in Spanien.”

Meine Frage ging ja darum, wie denn die Straßenopposition in Südeuropa gegen deutsches Lohndumping auftreten soll.

Nehmen wir an, den Menschen wäre der Kern des Euro-Problems bekannt (auseinandergelaufene Löhne und vor allem Preise); sobald man dann dt. Lohndumping thematisiert muss man ja auch die eigenen im Verhältnis zum Inflationsziel doch oft überhöhten Preissteigerungen thematisieren also auch die eigenen Lohnsteigerungen.
Schwierig.

Wenn man das Kalanisieren wollte, müsste man Slogans wie

KAUFT NICHTS VON DEUTSCHEN!!!

verbreiten.
Was den dt Maschinenbau nicht wirklich juckt. :roll:
Bei den Autos könnte es schon anders aussehen. ABer hält das jemand derzeit für vorstellbar?

"ruby" April 1, 2013 um 23:41

Bei Rekordergebnissen des Volkswagenkonzerns wäre es doch machbar auf Binnenkonjunktur zuverlagern und mit gesunkenen Preisen den Einheimischen mit eigener Kreditschöpfungsbank neue technisch verbesserte Fahrzeuge en masse bei Lohnsteigerungen aufFinanzierung zu verkaufen. Kostet Gewinnmargen, bringt Arbeit bei Realisierung.

topi April 2, 2013 um 00:11

gelegentlich

“Wie man das systemimmanente Problem, niemals Denjenigen zuviel Geld zu überlassen, die es eh nicht ausgeben werden, in griffige Slogans packt weiß ich freilich nicht, also statt zu sparen, was dem Alltagsdenken entgegen kommt, Vermögen abzubauen. Das erscheint ja „an sich“ böse zu sein.”

Naja. Die ganze Veranstaltung nennt sich “Kapitalismus”. So ganz ohne Kapital-Anhäufung wird der wohl nicht gehen. :D

Das Problem sind die Vermögen, die nie ausgegeben werden, sondern einfach nur immer wachsen sollen.
Wenn sie über Geldvermögensbildung (Geldsparen) über Finanzintermediäre andere als Investitionen ausgeben, führt das zwangsweise zur Verschuldung; und da man wahrscheinlich die Zinsen auch nicht ausgeben will, zu wachsender Verschuldung.

Die real investierten Vermögen führen idR zu starker Einkommenskonzentration und Machtkonzentration, aber zumindest nicht zu einem schon mathematischen Problem; praktisch natürlich schon, weil Einkommen in Höhen entstehen die nie ausgegeben werden sollen, etc.pp.

Andererseits wäre das heute verglichen mit früheren Zeiten enorm hohe Produktionspotential ohne Vermögensbildung aka Kapitalakkumulation nicht denkbar. So rein genossenschaftlich Airbusse herzustellen liegt jetzt auch nicht gerade auf der Hand.

Wobei wir schon seit langem stark wachsendes “negatives Sozialprodukt” erzeugen, und der ganze Krempel, der genau 2 Tage nach Ablauf der Gewährleistungszeit auseinanderfällt, verschwendet natürlich Ressourcen (Umwelt, Arbeitszeit, Kapital) in riesigem Ausmaß.

Und privates Kapital in immer stärkerem Ausmaß in Bereiche fließt, in dem es negativ wirkt auf den erzeugten Wohlstand (Bildung, Gesundheit etc.)

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Man bräuchte eine Differenzierung. Dann haut dir der geschulte Erkenner allerdings gleich “strukturellen Antisemitismus” um die Ohren.

Systemfrager April 2, 2013 um 07:04

>>> Die Bankenkrise wurde durch die Lehmann-Pleite ausgelöst.
dumm
dümmer
Steinbrück

Systemfrager April 2, 2013 um 07:11

Merkel [und Schröder] nach Den Haag

Wir brauchen einen neuen Straftatbestand. Der Völkermord kann nicht mehr nur als unmittelbar verordnete Handlung angesehen werden, sondern seine Begriffsdefinition bedarf dringend der Überarbeitung. Ein Völkermord, der nicht direkt tötet, nicht selbst Hand anlegt oder Order erteilt, sondern im indirekten Vorsatz Leid und Tod über Völker ausschüttet, muss Aufnahme ins genozidale Repertoire finden. Und die Regierung Merkel hat vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu landen.

ad sinistram >>>

chabis April 2, 2013 um 11:25
gelegentlich April 2, 2013 um 12:35

@topi
„Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Man bräuchte eine Differenzierung. Dann haut dir der geschulte Erkenner allerdings gleich “strukturellen Antisemitismus” um die Ohren.“

Gemeint ist, dass die Finanz-„Wirtschaft“ bei jeder Kritik am Zocken und bei allen Forderungen nach Regulierung (die Spieler sollen für ihr Risiko selber haften) mit einer Gegenoffensive in der Art reagiert, wie Prof. Sinn das mal gebracht hat: die Finanz-„Wirtschaft“ stelle die neuen Juden in der Öffentlichkeit?

Da Niemand von uns in die Zukunft sehen kann: das sieht nicht gut aus. Das Sinnvolle, die Verschlankung großer Vermögen, wird nicht passieren, politische Alternativen werden in den MSM tabuisiert werden, die o.g. Links deuten ja auf das Gewitter, das uns in den nächsten Monaten erwartet. Ich glaube auch nicht dass die Forderung, die „die Deutschen sollen aufhören zu bescheißen!“ außerhalb der hinlängich bekannten verdächtigen Internetpublikationen zu besichtigen sein wird. Fatal finde ich bloß, dass die internationale neoliberale Agenda, zu deren Vorreiter sich die deutsche Einheitspartei gemacht hat, zu einer auf den Nationalstaat Deutschland gerichteten demagogischen Aversion in Europa führen wird. Ob das den Euro und die EU zerlegt weiß ich selbstredend nicht, aber die Töne werden schrill.

quecalor April 2, 2013 um 13:11

Die Stimmung in Spanien ist anhand der veröffentlichten Merkel-Fotos abzulesen.

http://elpais.com/elpais/2013/04/01/gente/1364828511_118885.html

gelegentlich April 2, 2013 um 13:21

Tja, die Südländer sind nicht unbedingt faul aber eben „Augentiere“, dann aber nicht mehr sehr kopfgesteuert. Wo ist denn der politische Gehalt resp. Nährwert derartiger Bilder? Und was haben die Probleme Spaniens damit zu tun wie diese Frau aussieht?

quecalor April 2, 2013 um 15:02

Es geht nicht um Rationalität. Im Norden genau wenig wie im Süden.
Im Norden sind die faulen Siesta-Leute schuld,allerdings mit unschlagbar gutem Wetter, im Süden geht es um peinliche Fotos und 4. Reich Symbole. So dividiert man die Völker und keiner spricht über die wahren Verursacher.

holger April 2, 2013 um 16:08

wenn einer noch was wissen möchte

http://media.philenews.com/PDF/mnimonio_new.pdf

Memorandum of understanding Zypern, via Andre Kühnlenz heute Morgen…

Keynesianer April 2, 2013 um 19:40

Flassbeck war in Zypern:

Ins­ge­samt hat sich mein Urteil ver­fes­tigt, dass der Euro ver­lo­ren ist und das Ende fürch­ter­lich wer­den wird. Doch dazu in Kürze mehr.
http://www.flassbeck-economics.de/der-fall-zypern-oder-die-folgen-der-kollektiven-ignoranz/#sthash.tU7IS9I0.dpuf

Steinbrück April 2, 2013 um 20:11

@Systemfrager

>dumm, dümmer, Steinbrück

Siehe beispielsweise:
Lehman and the Financial Crisis
http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203440104574403144004792338.html

Zumindest wird es später so in den Geschichtsbüchern steht.

Mir ging es aber in meinem Posting oben nicht um die Aussage des von Dir verlinkten Textes, sondern um Dein Posting an sich. Deine regelmäßige Verlinkung der Propaganda-Presse (etwas, das ich oben jetzt auch einmal getan habe…) nervt, finde ich. Vielleicht kannst Du ja mal selbst etwas schreiben, anstatt dass Du Dich hier in diesem Blog stets auf die Medien beziehst. Aber mach’ nur weiter so und betreibe ordentlich Werbung für die kapitalistischen Presse-Organe. Wenigstens bekomm’ ich so mit, welche Zeitungen und Propaganda Quellen gerade “in” sind.

"ruby" April 2, 2013 um 20:31

@ quecalor

Europäer lassen sich nicht mehr auseinander dividieren – dafür werden wir die Verursacher blossstellen.
Gemeinschaftlichkeit in Vielfältigkeit sind unsere Werte.

@ Steinbrück

Kampf gegen die mitlesende Propaganda-Presse kann hier nur öffentlich und mit den besten und verständlichsten Argumenten erfolgen und diskutiert werden – richtig; deswegen, volle Breitseiten bis deren Gegenstrategien offenbart sind und wirkungslos verpuffen – trotz ominpotenter Medienpräsens .
Fux(chs) und foxi geht vor flach und Fläche ;-)

www-working ist revolutionär … unkorrumpierbar

lustig April 2, 2013 um 20:38

@lustig

>Bei den Autos könnte es schon anders aussehen. ABer hält das jemand derzeit für vorstellbar?

Die, die sich die deutschen Autos (gehobene Mittelklasse Audi, BMW, Benz) leisten können, zeigen sich idR nicht solidarisch und sind nicht von der Krise betroffen.

Ich hatte Dein Posting tatsächlich falsch verstanden. Sorry.

Der Widerstand auf der Strasse wird sich gegen das Establishment wenden. Um den Widerstand einzufangen, werden die lokalen Regierungen sich von der Politik Berlins distanzieren müssen. In der Le Monde war vor ein paar Tagen die Titelzeile ”
Le Monde – Le sentiment anti-allemand flambe en Europe du Sud” zu lesen. Ähnliche Artikel wird es zukünftig noch öfters geben. Die Krise wird dadurch natürlich nicht gelöst. Und selbst wenn Berlin einknickt und die Schulden übernimmt wird die Beruhigung der Märkte hierdurch nur vorübergehend sein. Mittlerweise wurde soviel Geld/Schulden in der EU generiert, dass selbst wenn alle europäische Staaten in einer gesamtschuldnerischen Haftung gemeinsam hierfür haften, es utopisch ist davon auszugehen, dass die Vermögensmasse die dem gegenüber steht die Zinsen dauerhaft erwirtschaften kann. Es müssten daher neue Steuer/Einnahmequellen gefunden werden, um die Märkte davon zu überzeugen, dass die Schulden Substanz haben. Aber was könnte das sein?

Das geniale an der No-Bail-Out Klausel war ja die Idee, dass ein maroder Staat nicht ein gesunden Staat anstecken kann. Die Pleite des Landes x hatte keine Auswirkung auf die Finanzlage des Landes y. Du kannst Dir das bildlich am Beispiel der Titanic vorstellen. Die Schotten in den einzelnen Kammern sollten verhindern, dass das Wasser von dem einen Raum in den anderen lief. Genau dies passiert jetzt aber und die EU ist nur noch in einer Gesamtbetrachtung aller Schulden zu bewerten. Da gleichzeitig Instrumente zur Kontrolle der Haushaltspolitik der einzelnen Staaten fehlen, kannst Du Dir vorstellen, was passieren wird. Dumm ist, wer nicht versucht möglichst viel aus dem Topf zu holen. Wer dann später hierfür aufkommt ist eine andere Frage. Wichtig ist nur, rechtzeitig den Absprung in Realwerte hinzubekommen.

"ruby" April 2, 2013 um 21:45

@ lustig

exactement

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/markt-fuer-staatsanleihen-britische-geldpolitik-im-spannungsfeld-der-interessen-12134982.html

Lösung für eine nachhaltige “Gemeinsameeuropawirtschaftspolitik” wäre Geld- bzw. Kreditgewährung durch eine einheitliche Zentralbank in der jeweils beliebig angeforderten Höhe zu freiwillig zu bezahlenden Zinsen ohne Tilgung durch Investoren und Konsumenten. Nach der Investition (ob volkswirtschaftlich effizient oder nicht) wird der Kredit, die Geldschuld einfach gelöscht, wie derzeit bei den gelschöpfenden Geschäftsbanken – Multiplikatorhebelung in Verbindung mit Mindestreserven.
Konsequenz wäre der Wegfall der Geschäftsbanken mit ihren Bankgeschäft. Dass die sich gegen ihre Auslöschung wegen Nichtnotwendigkeit wehren, ist systemlogisch. Daher auch ihre Inbesitznahme durch Personal und Organisationsverfahren in den EZB`s -Machtsicherung. Denn, eine echte unabhängige Zentralbank braucht ihrem Träger (Staat) keine Gewinne abliefern nur sich selbst finanzieren.
Für diese direkten Service-Betreuungen können Banken nur geringe Leistungsvergütungen für echte Arbeit/Erfolge erzielen. Damit wären Geschäfte durch die Spekulation mit virtuellen Vermögen, das Zocken beendet.
Durch “Onlinebanking und Crowdfunding, -sourcing wird dies offenkundig reines Tastendrücken” durch Vertrauen in das Löschen nach Benutzung.
Hat ja vielleicht einer verstanden !

"ruby" April 2, 2013 um 22:00

Der Topi hat es gesagt, die Vermögen werden nie echt genutzt und realisiert werden. Sie dienen der Weiterbezahlung durch Verzinsung für fiktives Stammkapital. Deshalb ab in den Vermögens-, Schuldenkeller bei Minimalstverzinsung oder gar Verbrauch durch Aufzehrung. Dann Reset ohne Eigenkapitaleigner und Eigenkapitalrenditen. Credit and money for all and free.
“DEMANDCASH – DC” ;-)

Keynesianer April 2, 2013 um 23:22

Die Pharmamafia scheint wieder aktiv zu werden:

Es soll sich um eine neue Variante handeln:

HarrHarrHarr*7+Nonsense*9 abgekürzt H7N9

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/china-zwei-maenner-sterben-an-kaum-bekanntem-vogelgrippe-virus-a-891979.html

Was die Pharmamafia dafür wohl zahlt?

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-04/vogelgrippe-h7n9-todesopfer-china

Die noch von der Schweinepandemie bekannte WHO ist auch gleich aktiv:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/hn-neuer-vogelgrippe-typ-ruft-who-auf-den-plan-1.1638238

Sogar der Deutschlandfunk funkt mit:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2060956/

Dabei wäre doch die “Klimaerwärmung” ein viel heißeres Thema als zwei Tote in China gegenüber 30.000 Kälteopfern allein in England diesen Winter.

Also passt gut auf und geht bloß nicht zum Impfen! ;)

lustig April 3, 2013 um 00:47

@”ruby”

Die Krise ist so sinnlos. Ich seh’ da keinen oekonomischen Sinn drin. Von Anbeginn an war der Euro ein Tauziehen zwischen politischen Interessen und wirtschaftlichen Argumenten. Die Vertragspartner haben das nicht definierte in den Vertraegen zur Auslegung im Sinne ihrer Interessen genutzt. Solange die Party lief war ja auch alles okay. Jetzt geht es um die Aufteilung der Lasten. Zu einen Reset wird es nicht kommen, denn das Ziel war ja gerade eine neue Machtverteilung, um die jetzt wird gestritten. Ich sehe nicht, wie da irgendein Land in der EU ‘rauskaeme. Die Franzosen wollen heraus, aber sie koennen nicht. Derweil steigt der Druck auf der Strasse. Die Schere zwischen Arm und Reich nimmt weiter zu und den nachdenklicheren Menschen unter uns faellt auf, dass dies alles keinen Sinn macht. Die naechsten Jahre werden eine Spielwiese fuer Philosophen, die versuchen werden zu ergruenden weshalb der Mensch Rakete zum Mond schiessen kann, aber nicht in der Lage ist, eine friedvolle und auf Ausgleich von Interessen ausgerichtete Gesellschaft zu gruenden in der Lage ist.

>Der Topi hat es gesagt, die Vermögen werden nie echt genutzt und realisiert werden.

Schon klar. Ist vielleicht nur eine Machtnummer auf welchen Platz welcher Liste man in der Reihenfolge steht. Aber freiwillig wird da keinen seinen Platz raeumen. Und Maeuse wollen Zinsen pflegte meine Oma stets zu sagen. Der naechste Schritt wird dann sein, dass die Oekonomen fragen, wie das Land wieder profitabel wird und dass es wieder attraktiv werden muss fuer den Kapitalisten zu investieren. Kuerzlich wolle ein China gross in Island einsteigen. Solche Geschichten werden wir in 10-15 Jahren oefters hoeren. Adoption ganzer Staedte durch Kapitalisten wird dann kein SF mehr sein und in ARD/ZDF kannst Du dann Dokumentation sehen wie toll das klappt, wenn der Kapitalist einer Gemeinde/Stadt unter die Arme kreift. In USA ist es ja auch schon ueblich, dass die Oligarchen politische Aemter uebernehmen…

Good-Night!

;-)

Schütze Arsch April 3, 2013 um 11:26

Bei jahreszeituntypisch-wetterkapriolenbedingter Auftragsflaute hab ich mal die 24 Seiten gelesen, zu denen Holger oben verlinkt hat (“Memorandum of Understanding”). Da ich annehme, nicht jeder kommt dazu, will ich die Aufmerksamkeit mal auf eine Sache lenken, zu der sich an verschiedenen Stellen Bezüge finden lassen.

S. 3 und 12: Deutliche Erhöhung der Grundsteuer durch Anpassung der Bewertungsgrundlage (von 1980) an aktuelle Marktwerte, ggf. auf Grundlage der Entwicklung des Verbraucherpreisindex von 1980 bis 2013.

S. 13: Zur Stimulierung der Immobiliennachfrage aber SENKUNG der Grunderwerbsteuer.

S. 16: – ausdrücklich – AUSLÄNDISCHE Nachfrage nach Wohnimmobilien soll gefördert werden

dazu noch

S. 14: Einführung von Bedürftigkeitsprinzip bei allen Sozialleistungen, neben Absenkung von Einkommensschwellen auch Berücksichtigung von Immobilienbesitz

S. 18 (Tourismus) – Verlängerung der Tourismussaison u.a. durch Angebote für Tourismus von Anwohnern (etwas später wird dann auch Medizintourismus genannt)

Das läuft ja auf folgendes raus: Bei ansonsten massenhaft faktischen Lohn- und Rentenkürzungen, Abbau von Sozialleistungen, diversen Steuer- und Abgabenerhöhungen, Zuzahlungen im Gesundheitswesen etc. (findet sich alles im Papier)… also es wird die wohl massiv ansteigende Grundsteuer für viele nicht mehr bezahlbar sein, und Arbeitslose werden zudem ihre Wohnimmobilien verwerten müssen, bevor sie Anrecht auf Lohnersatztransfers erhalten. Gleichzeitig werden Immobilienverkäufe vereinfacht & steuerlich entlastet, womit ein Haufen von Wohnimmobilien entweder an Fondsgesellschaften oder an reiche Privatpersonen aus dem Ausland übergehen dürften, die dann auch in der Wintersaison für Nachfrage im Dienstleistungssektor sorgen sollen. Die Zyprioten können sich da dann zum Saugen & Blasen verdingen.

(Passend dazu soll zum Erhalt von Lohnersatzleistungen ja auch Arbeitssuche nachgewiesen werden, auch gibt es “Maßnahmen” zur “Wiedereingliederung” ["reinsertion"] in den Arbeitsmarkt.)

Das beabsichtigte Ergebnis ist offenbar eine umfassende faktische Enteignung und Vermögensübertragung des Wohnimmobilienbestandes auf der Sonneninsel; in der Hinsicht wird sich das Troika-Diktat wie ein Besatzungsregime auswirken.

Andreas Kreuz April 3, 2013 um 14:13

Gegen Besatzungsregimes gibt es schon eine passende App:

http://de.appbrain.com/app/resistance-capactor-calculator/com.androiders.zg

Wichtig auch für Zündstromkreise… ;-)

carlos manoso April 3, 2013 um 17:03

@Schütze Arsch April 3, 2013 um 11:26
„ hab ich mal die 24 Seiten gelesen, zu denen Holger oben verlinkt hat (“Memorandum of Understanding”). Da ich annehme, nicht jeder kommt dazu, will ich die Aufmerksamkeit mal auf eine Sache lenken, zu der sich an verschiedenen Stellen Bezüge finden lassen.“

http://www.cyprus-mail.com/sites/default/files/Memorandum%20of%20Understanding%20on%20Specific%20Economic%20Policy%20Conditionality.pdf

gelegentlich April 3, 2013 um 18:15

Achtung, OT:
@gW
Da heute morgen zufällig auf den alten Thread hingewiesen wurde, ich die alte Debatte um keinen Preis hier wiederaufleben lassen möchte, aber natürlich neugierig bin:
http://www.focus.de/wissen/mensch/paranormales-vs-wissenschaft-das-alien-ist-ein-schwindel_aid_431658.html
Was hat sich denn da nach Ihren Nachforschungen ergeben? Ist der Alien als Alien nachgewiesen worden?
Kurze Mitteilung oder PM wäre nett.

h.huett April 3, 2013 um 18:48

gelegentlich & gW

Das machen Sie bitte extra muros, meine Ansage dazu war schon damals unmissverständlich.

Ich habe eine längere Pause gemacht, um darüber nachzudenken, was hier in den Kommentaren passiert. Ich werde diese gW-Themen blockieren.

Eagon April 3, 2013 um 20:13
"ruby" April 3, 2013 um 21:11

If you get the blues get it right :
http://www.youtube.com/watch?v=GpZS5-DbKfc
mehrmals hören – erst dann besteht Suchtgefahr

Andreas Kreuz April 3, 2013 um 23:40
Natalius April 4, 2013 um 00:38
Systemfrager April 4, 2013 um 08:44

Schon wieder eine gute Nachricht aus dem Führerquaritier
Barroso zu Euro-Krise: Das Schlimmste ist überstanden
„Ungeachtet aller Probleme, denen wir uns ständig gegenüber sehen, hat die Europäische Union die schwierigste Krisenphase schon überwunden“, sagte Barroso am Mittwoch in Prag nach einem Treffen mit dem tschechischen Premierminister Petr Necas.

h.huett April 4, 2013 um 10:13

“Systemfrager”

Wie funktioniert die Kommunikation im Drahtverhau dieses Schwadroneurs? Man muss das in quälendster Zeitlupe darstellen, um das Ausmaß des einfältigen Wahns zu verstehen.

1. Der alte Mann fällt aus dem Bett und prüft die Lage.
2. Er stößt auf eine Meldung, von der die ganze Welt nichts weiß (WARUM ER DAS GLAUBT, WISSEN DIE GÖTTER).
3. Weil die Meldung auch für die Einfalt dieses großen Denkers zu banal klingt, braucht sie einen Spin. Was liegt näher, als dem Namen des Präsidenten der Europäischen Kommission eine Ortsangabe hinzuzufügen, die auch ohne “Wolfsschanze” eine historische Genealogie insinuiert? Was sagt dieser Goodwins-Law-Vergleich über die analyische Potenz des Schmierfinken? Lebt sein tollkühner Mut erst dadurch auf, dass er SEINEM FEIND eine historische Macht attribuiert, die ihm, wie alle Beobachter der EU wissen, fehlt? Muss der Pappkamerad aufgeblasen werden, damit der mutige Hase SF ihm eine tödliche Wunde zufügt?
4. Jetzt kommt die Typographie ins Spiel. Was die Banalität der Meldung nicht bringt, muss der Fettdruck stemmen. (ACHTUNG: IRONIE-ALARM) An dieser Stelle seines TAGWERKS angelangt, macht sich der “Systemfrager” fast ins Hemd vor Freude.
5. Jetzt kommt es darauf an, aus dem gesichteten Textkonvolut einen O-Ton auszuwählen, der die einzige Tonlage wenigstens annähernd erreicht, das einzige Register dieser flachen Pfeife: den Hohn.
6. Jetzt schüttelt es ihn vor Freude.

WAS FÜR EINE PEINLICHE KNALLCHARGE IST DIESER “SYSTEMFRAGER” EIGENTLICH?

Analytisch gesprochen, weil wir es hier mit einer im Loop sklerotisch gewordenen Affektverschiebung zu tun haben, ist das bloß ein armer Hund. Es reicht aber, wenn er vor der eigenen Hütte kläfft.

Systemfrager April 4, 2013 um 10:25

tja
typisch Herr Huett
:)

Systemfrager April 4, 2013 um 10:40

Keynes ist tot, lang lebe Keynes!
;-)
Donnerstag, 04. April 2013

Aggressive LockerungJapan dreht Geldschleusen auf
Seit Monaten wird über den neuen Kurs der Bank of Japan gerätselt, jetzt ist es soweit: Die Notenbank lockert ihre bereits sehr expansive Geldpolitik mit radikalen Schritten, um die hartnäckige Deflation zu beenden.

Die lockere Geldpolitik werde so lange fortgesetzt, bis das Inflationsziel von zwei Prozent innerhalb von zwei Jahren erreicht sei – das ist ein Wert, der in den vergangenen Jahren quasi nie erreicht wurde.

n-tv >>>

Kim Jong Sick April 4, 2013 um 11:29

Hütt, was sagt eigentlich dein “Small Wars Journal” zum Säbelgeklapper in Korea? Wird’s da bald mal krachen?

Ostsächsischer Papierkorb April 4, 2013 um 11:47

Weckt mich, wenn Luxemburg seinen Botschafter aus Nordkorea abgezogen hat. Oder Nordkorea sein Konsulat in Lüdenscheid geschlossen. Oder Gomez ein Tor geschossen. Oder Brüderles zweite Badewanne ist leer. Nee, mehr weiß ich auch nicht mehr.

h.huett April 4, 2013 um 11:51

Kim Jong Sick

Das SWJ beschäftigt sich zur Zeit eher mit länger abgehangenen Schinken. Außerdem überstiege ein full blown nuclear war den Kompetenzradius. Gut informiert das Journal des australischen Lowy-Instituts: http://www.lowyinterpreter.org/

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