Gut wäre ein Sieg über Barca?

by f.luebberding on 23. April 2013

Am Fall des Uli Hoeneß ist viel zu lernen. Sicherlich nichts über die Unterhaltungsindustrie namens Profi-Fußball. Sie ist ein Geschäftsmodell, wie jede andere Dienstleistungsbranche. Sie findet nur mehr Zuspruch als vergleichbare Aktivitäten, etwa der Profi-Radsport. So wird sich heute niemand über den Wechsel eines 20jährigen jungen Mannes von Dortmund nach München für 37 Millionen € wundern. Mario Götze bekommt dafür ein zu versteuerndes Grundgehalt von 7 Mio. € im Jahr. Interessant ist der Fall Hoeneß, weil man an diesem Beispiel sehen kann, wie PR-Strategien die Berichterstattung kontaminieren.

Schon am Samstag war das zu erkennen, unter anderem wegen der via Abendzeitung lancierten Summe von mehreren hundert Millionen Euro, die Hoeneß angeblich auf Schweizer Bankkonten geparkt habe. Das Verlautbarungsorgan des FC Bayern München namens Focus begnügte sich letztlich mit der Verkündigung der Einlassungen des Uli Hoeneß zu diesem Thema. Als dann via Bild und Süddeutsche Zeitung der Reichtum des Uli Hoeneß auf Normalmaß geschrumpft war, setzte zugleich jene Medienkritik ein, die schon nach 2 Tagen eine Hetzjagd auf den Präsidenten des FC Bayern München diagnostizierte. Oder von unklaren Tatbeständen fabulierte. Dabei war die Steuerhinterziehung eingestanden, genauso wie die Herkunft des Geldes. Nämlich der Privatkredit des Robert-Louis Dreyfus an Hoeneß um das Jahr 2000. Das war übrigens die einzige Information, die die Süddeutsche Zeitung aus öffentlich nicht zugänglichen Quellen mitteilte. Es war mit relativ wenig Aufwand verbunden, zu den gleichen Schlussfolgerungen zu kommen, wie in der Süddeutschen von heute. Was dort sonst zu lesen gewesen war, ist die Sichtweise des Uli Hoeneß auf seinen eigenen Fall. Oder wie ist es zu erklären, dass heute auf der Seite 3 unter dem Titel “Drama, Baby” von den 50 Millionen € Steuern zu lesen ist, die Hoeneß in den vergangenen 20 Jahren an den Fiskus abgeführt habe? Was fehlte ist das daraus abzuleitende Einkommen. Bei einem angenommenen Spitzensteuersatz  von 50 % auf das zu versteuernde Einkommen muss es in diesem Zeitraum mindestens 100 Millionen € betragen haben. Der Text liest sich völlig anders, wenn man diese Zahl wenigstens erwähnt hätte. Das wurde glatt vergessen. Das Mitleid mit dem Jagdopfer Hoeneß hielte sich dann in Grenzen.

In dem Stil geht es weiter. Etwa was die seltsame Praxis des Privatkredits betrifft: “Mauscheleien mit dem damaligen Adidas-Chef Louis Dreyfus? Keine Belege.” Stattdessen ein Psychogramm über Hoeneß und seine Moralvorstellungen. Wie er ein Doppelleben als Zocker geführt habe. Immerhin, das ist sicher, hat sich Hoeneß die 20 Mio. DM nicht in Fünf-Mark-Münzen auszahlen lassen, um das Geld an Daddelautomaten zu verspielen, bekanntlich die Sucht der unteren Stände. Anschließend wird Marcel Reif zitiert, der zwar keine Talk-Show zum Thema besuchen will, aber mit seinen Gefühlsbeladenen Einlassungen über den “wie einen Hund leidenden” Hoeneß in die schlechteste Sendung von Sandra Maischberger oder Markus Lanz passen könnte. “Viele von uns”, so Reif, “haben irgendwann einmal begriffen, dass Uli Hoeneß nicht nur ein kapitalistischer Gewaltmensch ist. Sondern eben ein Mensch mit einem sehr großen Herz. Viele von uns müssen nun begreifen, dass ein solcher Mensch auch Fehler macht.” Wahrscheinlich ist das der neue gefühlvolle Investigativ-Journalismus. Wen interessiert das, was Reif über Hoeneß sagt? Welchen Erkenntnisgewinn bringt das?

Tatsächlich erfährt man nichts über den Hintergrund dieses Darlehens. Oder stellt die Frage, wie es Hoeneß nach dem Platzen der New-Economy Blase geschafft haben will, auf einen kreditierten Einsatz von 10 Mio. € 100 % Rendite zu erzielen. Denn laut Süddeutsche hat Hoeneß den Kredit nach spätestens 2 Jahren wieder zurückgezahlt. Ein Anlagegenie. Goldman-Sachs muss vor Neid erblassen, wenn sie nicht gerade mit Insiderinformationen handeln. Selbst solche simplen Fragen stellt niemand. Dafür beklagt man lieber die “hysterische Debatte” über und die Jagd auf Hoeneß. Und Reif darf rührselige Kommentare verfassen.

Mittlerweile hat Hoeneß über Bild einen “schweren Fehler” eingeräumt. Zugleich hat der BVB bekannt gegeben, dass Mario Götze dem Verein vor wenigen Tagen seinen Wechsel nach München mitgeteilt habe. Hoeneß hatte seine Anwesenheit im Stadion beim Champions League Halbfinale schon vorgestern angekündigt. Was für eine seltene Koinzidenz der Ereignisse. In Anlehnung am alten Fritz könnte man von dem “Wunder des Hauses Hoeneß” reden. Natürlich wird der Wechsel unter Fußballfans in München wie eine Bombe einschlagen. Sie sind die Referenzgruppe des Präsidenten von Bayern München. Ihm kann die Politik gleichgültig sein. Sie werden ihm den “schweren Fehler” verzeihen. Mit diesem Deal und einem möglichen Sieg über Barcelona werden sie ihrem Idol alles vergeben. Schließlich ist er ja ein guter Mensch, wenn auch nicht ohne Fehl und Tadel. Wie stand es heute am Schluss von “Drama, Baby” in der Süddeutschen auf Seite 3?

“Die Moral ist das eine. Alles andere lässt sich kurz und knapp gerade so zusammenfassen: Gut wäre ein Sieg über Barca.”

Über den Transfer von Götze hatte sie Hoeneß wohl nicht informiert. So ein Pech. Dort war Springers Bild exklusiver. Investigativ war es aber auch nicht.

{ 432 comments }

Reinhard April 23, 2013 um 14:21

Ach, die Süddeutsche. Bipolar wie immer :)

War schon bei Guttenberg so faszinierend, wie auf der einen Seite SD-Redakteuere den Fall über Wochen so lange am Kochen ließen, bis sich endlich der Rest der Republik dafür zu interessieren begann und auf der anderen Seite erschienen dann in der SD Pro-Guttenberg-Artikel, als ob wir das Jahr 1912 schreiben würden und die Majestäten müssten gegen die schmutzigen Umtriebe vaterlandsloser Gesellen beschützt werden.

Nanuk April 23, 2013 um 14:26

“Sondern eben ein Mensch mit einem sehr großen Herz. ”

so ein grosses Herz muss mit viel Geld gefüllt werden damit es am leben bleibt…

Doktor D April 23, 2013 um 14:27

Mal sehen, ob’s klappt, denn der Götze-Transfer kann auch nach hinten losgehen. Da hebt nämlich wieder das Fußballvereinsmonster sein hässliches Haupt, das mögliche Konkurrenten am liebsten die besten Spieler wegkauft und dann bei sich auf der Reservebank verkümmern lässt. Und das würde ja wie Arsch auf Eimer zum eiskalten Zocker-Hoeness passen.

Schatten April 23, 2013 um 14:33

Ja, der Uli!

Als ob das Problem irgendein Millionär wäre!

Aber nein, der Uli soll jetzt der Aufhänger werden!

Für was? Für eine Einschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit? Ist doch lächerlich! Für ein Austrocknen der Steueroasen? Wie soll das gehen? Wir hatten doch hier im Blog bereits den Double Irish mit Dutch Sandwich! [1] Steueroasen sind alle mögliche Länder, nicht nur irgendwelche Inseln! Ghaddafi soll ja gerne in D angelegt haben…

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich

gelegentlich April 23, 2013 um 14:39

@F. Lübberding
Hören wir da heraus dass Sie den Ablauf für ein geplantes Spektakel, vielleicht von irgendwelchen PR-Fuzzis orchestriert, halten?
Und eine Frage an alle Mitlesende, die sich da auskennen:
wenn ich bei öffentlichen zugänglichen Informationen bleibe nützt die Selbstanklage nur dann, wenn die “Gegenseite”, der Staat, nicht davon vorher Kenntnis hatte. Oder natürlich wenn sie unvollständig war. Wer aber dürfte vermutlich wissen ob das der Fall war?

eFlation eFlation April 23, 2013 um 14:41

Würstchen Uli verlängert den Vetrag mit ADIDAS und FC Bayern und bekommt dafür Privat 5.000.000,00 €. Da muß sich ja ein Wulf ziemlich doof fühlen für 2 Übernachtungen seinen Job zu opfern

holger April 23, 2013 um 14:42

Kleingärtner Verein…

Nanuk April 23, 2013 um 14:45

” Zocker-Hoeness ” ist kein Zocker der ist berechnend…

herb ransom michaelsen April 23, 2013 um 14:47

was mich an der “causa” hoeneß nervt, ist, dass hier ein politisches / ökonomisches thema mit der herangehensweise des sportjournalismus angepackt wird. bratwurstiger geht’s wohl nur in meinem lokalen anzeigenblatt zu.

ich mein’, bitte.

Bockwurst April 23, 2013 um 14:48

eFlation April 23, 2013 um 14:41

Würstchen Uli verlängert den Vetrag mit ADIDAS und FC Bayern und bekommt dafür Privat 5.000.000,00 €. Da muß sich ja ein Wulf ziemlich doof fühlen für 2 Übernachtungen seinen Job zu opfern

——-

Unterscheide öffentliches Amt und Tätigkeit in der freien Wirtschaft Du Würstchen.

Klaus Raab April 23, 2013 um 14:49

Ihr Engagement finde ich mal wieder groß, besten Dank. Medienkritik führt, pauschal geübt, bisweilen sicher direkt am Punkt vorbei. In diesem Fall hat sie erstaunlich schnell eingesetzt und hat etwas Reflexhaftes. Sie wird, wie von Hoeneß selbst im Münchner Merkur, auch benutzt und dient nicht dazu, Dinge zurechtzurücken; man kann sie auch als Ablenkungsmanöver lesen. Gleichwohl bin ich der Meinung, dass man ein Thema, das mit einer an Details armen Meldung aus dem Focus beginnt und kurz darauf schon praktisch alle medialen Spitzenplätze einnimmt, mit ein wenig Distanz behandeln sollte.
Meine 2 Cent: Das Hoeneß-Ding wird hier auch a) instrumentalisiert für andere Zwecke: “Hoeneß war Steinbrücks Berater”, “Merkel ließ sich gerne von Hoeneß beraten” usw. – was für ein Unsinn. Das empfinde ich tatsächlich als hysterisch. Jeder, der Hoeneß mal die Hand geschüttelt hat, soll jetzt irgendwie ins Gesamtbild reingezogen werden. Medien-Essentialismus: Hoeneß gilt heute als soundso, also kann man seine Entwicklung als öffentliche Figur plötzlich nicht mehr dynamisch lesen.
b) Eine politische Debatte wird hier vorübergehend ausschließlich an einer Person durchexerziert, über deren Einzelfall so viel tatsächlich ja nicht bekannt ist. Man kann das Bekannte unterschiedlich einschätzen und sich darüber streiten, ich glaube, das kritisiert aber niemand, wenn von Hysterie die Rede ist. Meines Erachtens wird hier mit “hysterisch” usw. die Existenz einer Ersatzdebatte kritisiert, die oft genug ja mit einem medialen Großkater endet.
c) Die Spekulationen sind z.T. wirklich absurd: 10 bis 650 Mio. wurden in den ersten Tagen als Hoeneß’ Vermögen genannt. Egal, wie hoch das Vermögen sein oder gewesen sein mag – die Zahl 50 Millionen aus der SZ heben Sie zurecht hervor (wobei ich den Artikel unter den gegebenen Umständen gut finde: wenn schon Personenersatzdebatte, dann doch unter Beteiligung von Leuten, die die Person schon in vielen Situationen getroffen haben): Klar ist, dass es diverse Medien gibt, die hier auf der Basis von null Ahnung durch die Gegend spekulieren. Die Abendzeitung z.B. hat zunächst von hunderten Millionen geschrieben und anschließend doch lieber still und heimlich die SZ-Darstellung gleichwertig neben die eigene Quelle gestellt und damit die eigene Darstellung umgehend modifiziert.
Das Problem bei dieser Medienkritik (“Hysterie”) ist, dass sie an “den Medien” geübt wird. Es gibt “die Medien” nicht. Aber gewisse Mechanismen, die dazu führen, dass ein Thema sich schnell durchsetzt, gibt es natürlich doch.

BB April 23, 2013 um 14:51

Apropos “Bipolar”, hier ist auch einer “Bipolar”:

Schreibt die RP: “Peer Steinbrück fühlt sich wieder wohl. Der Grund: Die neu aufflammende Diskussion um unversteuerte Gelder und Steuerflucht. Für den SPD-Kanzlerkandidaten eine Chance.

Schreibt die FAZ: “SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück spricht sich weiter für Straffreiheit bei Selbstanzeigen aus.

Denkt der Wähler kognitiv-dissonant: Bin isch oder der bekloppt?

Wolfgang Michal April 23, 2013 um 14:51

Gut, dass der Kronzeuge schon tot ist.

Bockwurst April 23, 2013 um 14:52

Schon lächerlich, wenn sich ein Verfechter der freien und sozialen Marktwirtschaft ( also Luebberding ) hier zu so einem banalen marktwirtschaftlichem Vorgang äußert und moralisieren möchte.

Irgendwie spricht er mit zwei Zungen.

eFlation eFlation April 23, 2013 um 14:55

@Bockwurst

Höneß hat Vorbildfunktion, eng mit CSU/CDU verbunden und steht unter Umständen noch mehr in der Öffentlichkeit als der BP – du Rindswurst

Doktor D April 23, 2013 um 15:02

Was Herb Ransom Michaelsen sagt. Und ich bin nicht sehr optimistisch, dass da mehr passiert, denn schon die Machenschaften rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 harren ja noch einer intensiveren Recherche und Berichterstattung. Oder Günther Netzers Doppelfunktion. Oder mal so ganz grundsätzlich der sport-/politisch-/kriminelle Komplex, der auch in DE unter dem Mäntelchen der wunderbar integrativen Kraft, die ja der Sport, vor allem der Fußball ist, ziemlich schalten und walten kann wie er will.

gelegentlich April 23, 2013 um 15:02

@Klaus Raab
“Meine 2 Cent: Das Hoeneß-Ding wird hier auch a) instrumentalisiert für andere Zwecke…”
, klar, was aber auch an dieser Neoliberalismus-Vuvuzela Hoeneß selber liegt. Außerdem wirkt es so als ob diese Sache nicht von selbst in der Nähe von Veranstaltungen liegt, welche das öffentliche Interesse gründlich abziehen: diesen Fußballspielen.
@Bockwurst
Ist Steuerhinterziehung in dieser Art wirklich ein banaler marktwirtschaftlicher Vorgang? Wofür dann die Festlegung des Gerichts, dass es ab 1 Mill. ins Gefängnis gehen soll? Marktwirtschaft ist doch nicht verboten.

herb ransom michaelsen April 23, 2013 um 15:08

und wenn ein thema weder erkenntnisgewinn noch kathartische reinigung verspricht, sondern nur noch stinkt wie dreckige unterwäsche, kann der auf der hohen see des internets segelnde intellektuelle es immer noch eine “causa” XYZ nennen. so substituiert er einen mangel an recherchierten fakten durch altsprachlichen schaum.

es fängt an zu knirschen. ist es nur in meinem kopf oder sind wir gerade auf ein riff aufgelaufen? wo niemand mehr recherche macht, gibt es nichts mehr zu diskutieren.

das ist meine meinung.

Q. April 23, 2013 um 15:10

OT (hier)

eine intelligente (weitgehend sprechblasenfreie) Diskussion zwischen Lucke und Bartsch:
http://www.phoenix.de/content/677328

Und immer wieder der gleiche Befund: in der Analyse gibt es weitgehende Überschneidungen zwischen Linkspartei und Eurokritikern (AfD).
Ob das nicht zu denken geben sollte?

Viertelmeier April 23, 2013 um 15:17

@gelegentlich

LOL!!!1

topi April 23, 2013 um 15:29

Q

“eine intelligente (weitgehend sprechblasenfreie) Diskussion zwischen Lucke und Bartsch:

Und immer wieder der gleiche Befund: in der Analyse gibt es weitgehende Überschneidungen zwischen Linkspartei und Eurokritikern (AfD).
Ob das nicht zu denken geben sollte?”

Bartsch hat es meines Erachtens versäumt, den entscheidenden Schwachpunkt der AfD zu beleuchten: gerade sie in ihren Funktionen waren es, die den Euro erst so katastrophal wirken ließen, durch Lohndrückungs- und Steuerschenkungspropaganda.

Das steht schon bei Ökonomie für Dummies, beggar your neighbour, interne Abwertung bei fixen Wechselkursen.

Stattdessen oft die von mir diverse Male bemängelte Blindheit der “Linken”, sobald es “International” wird.

Der Lucke macht das m.E. recht souverän.

Mal sehen, wie die nächste Wasserstandsmeldung ausfällt.

Nanuk April 23, 2013 um 15:42

In diesem Sinne stimmt überraschend mal wieder Peters Prinzip mit dem klassischem Ansatz überein…
http://www.youtube.com/watch?v=2r_u1F3IQNU

h.huett April 23, 2013 um 15:45

Q

Die Extreme berühren sich mal wieder. Ob diese Übereinstimmung irgend etwas zur Analyse beiträgt, steht auf einem andren Blatt.

Zu R&R: Dass ihre Lektionen (dieses Mal sei es anders) weithin als die Legitimation für Austeritätspolitik verstanden wurde, bezeugt weniger die Richtigkeit oder Falschheit der Theorie als das faktische Begründungsdefizit der Politik. They came in handy.

Q. April 23, 2013 um 15:46

topi
Bartsch hat es meines Erachtens versäumt, den entscheidenden Schwachpunkt der AfD zu beleuchten: gerade sie in ihren Funktionen waren es, die den Euro erst so katastrophal wirken ließen, durch Lohndrückungs- und Steuerschenkungspropaganda.
Gerade deswegen habe ich ja von Eurokritikern geschrieben. Ich halte es für falsch, die AfD da gleich in eine ideologische Linie zu setzen (wie sich das bei denen entwickelt, wird man abwarten müssen …).
Jedenfalls vertritt L. jetzt das Gegenteil von beggar your neighbour.

Stattdessen oft die von mir diverse Male bemängelte Blindheit der “Linken”, sobald es “International” wird.
Da sind wir uns in der Tat einig! :)

Q. April 23, 2013 um 16:00

HH
Die Extreme berühren sich mal wieder. Ob diese Übereinstimmung irgend etwas zur Analyse beiträgt, steht auf einem andren Blatt.
Oh …. es könnte zu einer weniger ideologischen Analyse führen.

Eine Überlegung wider das Lagerdenken:
die gegenwärtige Krise ist die Überlappung und Verquickung von zweierlei Krisen (oder Krisenursachen): einerseits des Finanzsystems, andererseits der Währungsunion. Man muß da also immer “doppelt” schauen und verstehen, sonst verquirlt sich der Blick.

Übersetzt man das mal näherungsweise in ein wünschbares Resultat der Bundestagswahl, so müßte das heißen:
Koalition aus Linkspartei und AfD!

…. mag jetzt absurd klingen, aber ich davon überzeugt, daß irgendwann auch mal wieder Politik mit Vernunft gefragt ist.

Frankie Bernankie April 23, 2013 um 16:10

Gestern war auch noch zu lesen, warum der Seehofer schon länger wusste, dass der Uli Dreck am Stecken hat: er wollte ihm nämlich einen aussichtreichen CSU-Listenplatz für die nächste Landtagswahl andienen. In beiderseitigem Einvernehmen hat man dann angesichts der Umstände davon Abstand genommen.

Da dürfte er ganz schön blöd geschaut haben, der Horsti…aber gut, wenn man keine anderen Probleme hat. Felix Bavaria.

Bei den 50 Mio Steuern , die der Hoeness gezahlt hat in den 40 Jahren seines Berufslebens , sind sicher noch nicht einmal MWsT, Mineralölsteuer und Sektsteuer dabei. Davon redet keiner!

OT: bei einer Anhörung des Finanzausschusses im Bundestag am 15. März dieses Jahres “Aggressive Steuergestaltung” war neben der Deutschen Bank auch Starbucks eingeladen ( die hier 160 Filialen betreiben, Deutschland zu den grössten und wichtigsten Märkten zählen, aber leider, leider hier seit Jahren Verluste schreiben).

Starbucks lehnte die Einladung ab, und wies darauf hin, man zahle in Deutschland schliesslich Umsatzsteuer.

Das macht schon etwas sprachlos. Denen würde ich das Gesundheitsamt auf den Hals hetzen , bis sie jaulen.

Undertaker April 23, 2013 um 16:18

@Frankie

Die Umsatzsteuer übersteigt auch bei mir die Einkommenssteuer/ Gewinnsteuer.

Von daher:
Starbucks stellt den Betrieb ein – und die FA haben weniger Einnahmen.
Ich stelle meinen Betrieb ein – und nu?

Zu kurz gedacht Du Excel-Theoretiker.

Frankie Bernankie April 23, 2013 um 16:27

@Undertaker

“Starbucks stellt den Betrieb ein – und die FA haben weniger Einnahmen.”

Falsch. Dann kaufen die Kunden den Kaffee woanders und zahlen dort die Umsatzsteuer. Für die Finanzämter bleibts gleich.

Wer hat jetzt zu kurz gedacht.

eFlation eFlation April 23, 2013 um 16:30

@Frankie Bernankie

Nicht nur Starbucks – auch Apple, Amazon ….

Undertaker April 23, 2013 um 16:31

@Frankie

Wo genau kaufen die dann dieses übelschmeckende Gebräu zum Mitnehmen??

Vergiß es – nirgendwo. Die nehmen wieder ihre Thermos-Kanne mit.
Wenn ich dicht mache, kaufen meine Kunden auch nicht woanders.
Die wursteln ohne mich.

Undertaker April 23, 2013 um 16:33

In SAP mag das alles so designt sein – aber der normale Mensch findet nicht den Weg von a nach b.
Wenn ebay oder amazon plötzlich weg wären, fallen die in ein existenzielles loch.

Schaut euch mal um.

herb ransom michaelsen April 23, 2013 um 16:42

wenn starbucks dichtmacht, sterben die innenstädte. nur durch die verluste, die sie einfahren, können die renditeerwartungen der developerfuzzis und grundstücksbesitzer befriedigt werden. immobilienblasen sind wie crack rauchen – bevor am jungfernstieg, am römer oder am stachus die mieten sinken, wird aus der fläche ein kik-flagshipstore.

Undertaker April 23, 2013 um 16:46

rechenbeispiel

10.000 Umsatz netto
1000 einkauf netto

1900 Umsatzsteuer
- 190 vst
= 1700 gezahlte Umsatzsteuer

roherlös also 9.000

jetzt soll die gezahlte gewinnsteuer die umsatzsteuer übersteigen.
wie hoch dürfen meine kosten maximal sein?

als roherlös – kosten > als spitzensteuersatz von x = 1700( ust)

Undertaker April 23, 2013 um 16:49

es gibt kostenintensive branchen – da sind die 19 proz. ust garantiert die höchste steuer – absolut betrachtet

herb hat auch ein richtiges argument

und weiter oben steht bei @schatten
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_With_a_Dutch_Sandwich

weiter gegenargumente gefragt
dieses

Frankie Bernankie April 23, 2013 um 16:53

@undertaker

In einer Welt , in der alle Kunden alles nur bei Undertaker kaufen oder garnicht, kann man sogar die Umsatzsteuer mit der Einkommensteuer vergleichen, das ist richtig.

Noch weitere Nachrichten aus der Flachwelt?

Undertaker April 23, 2013 um 16:56

@frankie

Kein argument. nur unwissen und blabla.
bei den meisten unternehmen ist die umsatzsteuer der absolut höchste betrag der steuerzahlung.

frag mal das fa deines vertrauens. aber als lohnsklave hast du kaum einen einblick.
dafür bist du gut im hamsterrad….

h.huett April 23, 2013 um 16:58

Q

Ich mache es mal brutalstmöglich: Ich stimme zu: Wir haben zwei Krisen. Eine Bankenkrise – und eine Policy-Krise wegen ideologischer Scheuklappen und mit guten Aussichten darauf, die sekundären Krisenfolgen exponentiell zu verschärfen. It´s not the economy, stupid, it´s the stupidity, economist!

BB April 23, 2013 um 16:58

@Frankie Bernankie

Hat Starbucks tatsächlich gesagt, sie zahlen hier Umsatzsteuer? Nach meinem unmaßgeblichen Verständnis zahlen die Umsatzsteuer immer noch die Kunden von Starbucks.

(dass das hier keiner gemerkt hat, hihi)

Undertaker April 23, 2013 um 16:58

p.s.

die umsatzsteuer kann ich nicht auslagern – gewinne schon.
ergibt schon einen sinn.
als angestellter hast du @frankie mit beiden nix zu tun.
du bekommst ein zettelchen, wo ein paar zahlen stehlen..

BB April 23, 2013 um 17:00

Ich geb’s auf.

Undertaker April 23, 2013 um 17:00

@bb

tatsächlich liegt die umsatzsteuerlast bei starbucks.
oder kennst du einen fall, wo ein kunde an das fa die ust für einen kaffee überweisen mußte?

sehr grotesk.

Frankie Bernankie April 23, 2013 um 17:01

@undertaker.

Hab mich grad erkundigt bei meinem Sklaventreiber: wieviel Umsatzsteuer zahlt ihr?

Antwort: 0,oo €
Zahlt alles der Kunde. Wir führen nur ab, nach Saldierung mit der Vorsteuer natürlich.

Orange April 23, 2013 um 17:01

Jo, die Leute hören das Kaffeesaufen auf, damit der Undertaker recht behält.

Undertaker April 23, 2013 um 17:01

BB April 23, 2013 um 17:00
Ich geb’s auf.

Na dann. Alles Gute.

Undertaker April 23, 2013 um 17:03

Undertaker April 23, 2013 um 17:00

@bb

tatsächlich liegt die umsatzsteuerlast bei starbucks.
oder kennst du einen fall, wo ein kunde an das fa die ust für einen kaffee überweisen mußte?

sehr grotesk.

jojo

Undertaker April 23, 2013 um 17:06

Antwort: 0,oo € zahlt SAP an umsatzsteuer

huhu….
hier sprechen experten

@frankie
zahlst du eigentlich umsatzsteuer beim einkauf – oder dein lohnzettelchen? oder die dummen kunden von sap?

nach deiner theorie lebst du ohne geld, sap auch – nur die kunden bezahlen alles….

;-)

Doktor D April 23, 2013 um 17:06

Vielleicht war die Götze-Transfer-Bekanntmachung doch nicht so eine gute Idee in den Hoeness’schen PR-Wars: Die Kommentare, die auch hier eine gewisse Hoenessche Doppelmoral am Werk sehen, häufen sich….Zeit, Süddeutsche, div. Regionalmedien…

Undertaker April 23, 2013 um 17:06

@apfelsine

hoffentlich nich

Frankie Bernankie April 23, 2013 um 17:07

@undertaker

Jetzt endgültig: Bahnhof??

Undertaker April 23, 2013 um 17:08

nö böhmische dörfer

du nix verstehn von reale finanzwelt
du machen nur logistik un so
aber nix money

Undertaker April 23, 2013 um 17:13

Frankie Bernankie April 23, 2013 um 17:01
Hab mich grad erkundigt bei meinem Sklaventreiber: wieviel Umsatzsteuer zahlt ihr?
Antwort: 0,oo €
Zahlt alles der Kunde. Wir führen nur ab, nach Saldierung mit der Vorsteuer natürlich.

so betrachtet zahlt alles der kunde.
sap hat weder kosten noch steuern.

zahlt alles der kunde.

träum…. ;-) wozu noch bilanzen. wozu fa.
alles zahlt der kunde.
wozu buchhaltung.
der kunde zahlt.

;-)

Undertaker April 23, 2013 um 17:14

sind hier denn nur spinner unterwegs?

wiesaussieht ja.

BB April 23, 2013 um 17:24

@Undertaker

Unternehmer, ja? Dein Denglish-Nick deutet ja darauf hin.

“du nix verfstehn von reale finanzwelt … nix money”

Klingt, als hättest Du ein Bestattungsunternehmen in Castorp-Rauxel, immer brav die Umsatzsteuer an’s Finanzamt bezahlt, aber noch nie eine Vorsteuererstattung beim Finanzamt beantragt, hihi

Rat: Tu das mal. Da spart echt Geld.

Nu troll dich aber mit deine Umsatzsteuer

jmg April 23, 2013 um 17:48

Verdacht auf Steuerhinterziehung Richter erließ Haftbefehl gegen Hoeneß
Nach SZ-Informationen war Hoeneß am 20. März von Strafverfolgern der Staatsanwaltschaft München II vorläufig festgenommen worden. Gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

http://www.sueddeutsche.de/sport/verdacht-auf-steuerhinterziehung-richter-erliess-haftbefehl-gegen-hoeness-1.1657058

jmg April 23, 2013 um 17:57

Hat der Hoeneß keinen Steueranwalt gefunden der eine Selbstanzeige korrekt abgeben kann oder war das alles nur die Spitze des Eisberges?

f.luebberding f.luebberding April 23, 2013 um 17:57

Klaus Raab

Die Zeiten sind tatsächlich vorbei, wo ein paar ÖR-Sender mit 10 Printprodukten die Leitlinie der politischen Debatte zusammenfassen konnten. Die “Medien” ist heute jeder, der unfallfrei eine Facebook-Seite bestücken kann. Insofern ist der Aktualisierungswahnsinn die logische Folge. Die Hysterie bezog sich ja zumeist auf die Themenverschiebungen bei Jauch und Plasberg. Natürlich mussten sie ihre Themen ändern: Sie funktionieren auch nicht anders als die meisten Online-Medien, also als Reflex auf das vermutete Interesse.

Nur was hindert eigentlich einen einzigen Kollegen daran, sich etwa die Meldung der Abendzeitung auf ihre Plausibilität anzuschauen – anstatt sie einfach als Quelle zu zitieren? Es war völlig klar, dass die offenkundige Falschmeldung Hoeneß in der Krisenkommunikation nutzen muss. Es zerstört die Glaubwürdigkeit der Medien – und zwar bevor die Diskussion überhaupt angefangen hatte. Das war bei Wulff übrigens auch schon versucht worden. PR-Leute nutzen diese Strukturen, um die Berichterstattung in ihrem Sinn zu beeinflussen, sprich zu zerstören. Dazu gehört natürlich auch die Behauptung, dass es kaum Fakten geben würde. Was bei Hoeneß gerade nicht stimmt: Im Grunde ist nur eine Frage noch nicht geklärt: Wie es zu dem Privatkredit gekommen war. Leyendecker hat aber nichts Besseres zu tun, als uns den spielsüchtigen Börsenjunkie als Ergebnis vorzustellen. Im DLF hat er das heute Mittag schon wieder relativiert. Aber er erzählt schlicht Unfug, wenn er behauptet, dass “Kredite” in der Konstellation damals üblich gewesen seien. Spethmann, der ehemalige Thyssen-CEO, hat heute in einem Kommentar auf FAZ.net zur FAZ Frühkritik von Plasberg alles dazu gesagt. Es kam öfter vor als heute, aber man durfte sich schon damals nicht erwischen lassen. Das hat mit den Wirkungsmechanismen der heutigen Medienwelt eben nichts zu tun. Bei Leyendecker hatte ich den Eindruck, dass er seine Perspektive verändert, weil alle möglichen Leute Unsinn erzählen. Und besonders kurios war dieser Artikel auf Seite 3 deshalb, weil hier psychologisiert und moralisiert worden war anstatt sich mit den Fakten zu beschäftigen. Ich habe ja einige Baustellen genannt. Und ich habe sogar eine Idee darüber, was damals passiert war. Aber das kann ich eben nicht belegen, also lasse ich es, Vermutungen anzustellen. Ich kann nämlich Hoeneß auch nur vor den Kopf sehen.

Ich habe übrigens gerade gelesen, dass es laut Leyendecker einen gültigen Haftbefehl gegen Hoeneß geben soll. Sicher nicht wegen seiner Spielsucht.

gelegentlich April 23, 2013 um 18:03

Wie geht die Haupterzählung jetzt weiter?
Die PR-Fuzzis von Honeß, der mediale Entlastung braucht, weil es bisher nicht recht geklappt hat (einziger Hoffnungsschimmer: Mutti ist von ihm enttäuscht), stecken BILD die Info Götze mit der Bitte um eine Bombe. Dem BVB-Management bleibt nichts übrig als zähneknirschend zu bestätigen, was man nicht mehr in der Hand hat. Die ablenkende Wirkung wird erzielt. Aber um den Preis dass Fussballdeutschland jetzt die Nase voll hat von diesem Geldgesocks. Das Ruhrgebiet wird im September links wählen. Und da Bayern gegen Barcelona rausfliegt werden die Stimmen lauter, die sagen, dass dieser Mann seinem eigenen Verein geschadet hat, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen, finden diese Stimmen bei der Landtagswahl.
Zumal es dort als Demütigung empfunden wird dass der BVB dennoch die Champions League gewinnt. Geld ist offenbar doch nicht Alles!?
In der Richtung?

Doktor D April 23, 2013 um 18:15

@gelegentlich: Von was soll denn was ablenken? Und wer ist der Agent all’ dieser Ablenkerei?
Ich seh’ da nur PR-Leute, die versuchen, ihren Mandanten aus dem tiefsten Schlammassel rauszuhalten; PR-Leute, die versuchen, das beste für ihre Mandaten aus der Sache rauszuholen und diverse Medien, die langsam die Maschine anlaufen lassen, aber auch noch nicht so recht wissen, in welche Richtung sie denn so gehen wollen. Das Ganze erstml für Hoeness, adidas und FCB dadurch vereinfacht, dass Sportjournalisten in DE meist grenzdebil sind, Wirtschafts- und Finanzjournalisten nicht ordentlich recherchieren können (mal von Ausnahmen abgesehen) und die echten Rechercheure erst auf die Fährte gegangen sind. Und da Hoeness sehr viel mehr Kampfgewicht mitbringt als Wulff, überlegt man es sich hier auch ein oder zweimal, wie man sich ins Getümmel stürtzt.
Und deinen Optimismus zu einem Sieg Barcas teile ich leider nicht: Die komplette Hintermannschaft ist verletzt oder gesperrt, so dass die total anfällig sind für einen Brecherstürmer wie Gomez. Das wird ziemlich eng. Messi hin oder her.

ruby April 23, 2013 um 18:23

Heute ist nur Hinspielrunde …
Offene Fragen garantiert !!!

Doktor D April 23, 2013 um 18:30

Nun mal weg von der PR-Strategie zu dem, was wirklich zählt, nämlich auf’m Platz. Zwei gute Strategie-Seiten zum Spiel heute abend:
http://spielverlagerung.de/2013/04/18/der-fc-barcelona-in-der-saison-201213/
und die Päpste schlechthin:
http://www.zonalmarking.net/2013/04/23/bayern-munich-v-barcelona-tactical-preview/

gelegentlich April 23, 2013 um 18:37

@Doktor D
Ach, war nicht sooo ernst gemeint. Fussballspielergebnisse vorher zu sagen vermag ich schon gar nicht. Dem Privatmann Hoeneß wünsche ich auch nichts Böses. Der politischen Figur, die er aus sich gemacht hat, und seiner Botschaft einen qualvollen Tod, warum nicht im September?

Ignaz April 23, 2013 um 18:37

@Dr. D:
Der Götze-Leak kam denke ich nicht aus München. Jürgen Klopps Aussagen heute auf der PK deuten eher Richtung Spanien, genauer gesagt Real Madrid. Diese hatten anscheinend bei einer früheren Anfrage für Götze erfahren, dass dieser bereits bei Bayern unterschrieben hätte.

BB April 23, 2013 um 18:43

@DocD

” Sportjournalisten in DE meist grenzdebil sind”

schon gehört? Kerner will wieder zurück zum Alzheimer-TV ZDF.

gelegentlich April 23, 2013 um 18:49

@Ignaz
Ma waas et net! Beide, Bayern München und Real Madrid, spielen ja auch noch um die florentinische Stadtmeisterschaft mit ähnlicher Spielweise. Und in der Politik ist doch nicht nur wichtig, was man sagt oder tut, sondern fast noch wichtiger was Einem zugetraut wird.

ruby April 23, 2013 um 18:50

http://www.youtube.com/watch?v=DnnFLxZU3Do
Jugenderinnerungen – damals mit Roland Stegmeier (Nr. 11) auf der harten Saunabank über Fußball philosophiert (der hatte Waden …)
und dann im Stadion den Dreierpack von Willi Reimann abgefeiert
;-)
Uli gleich am Anfang der Zweikampfkneifer, dafür Bulle Roth mit dem Ehrentor

egal April 23, 2013 um 18:51

So scheiße die bayrische Justiz sonst ist: die Staatsanwaltschaft München II macht wieder einmal keine Ligitations-PR. Kann man mal erwähnen, wenn was gut läuft.

Einen BVB UCL-Sieg halte ich übrigens für ziemlich unwahrscheinlich. Bayern hat in Liga und Pokal gezeigt, wie der BVB zu besiegen ist. Indem man das Spiel sehr breit macht. Bayern und Barca können das beide hervorragend.

Nr. 1 Taktikblog in D, für alle die es noch nicht kennen:
http://spielverlagerung.de/2013/04/19/funf-fragen-zu-bayern-gegen-barcelona/

Doktor D April 23, 2013 um 18:51

@BB: Na, da kommt zusammen, was zusammen gehört, nicht ;-)?! Wobei Kerner beim Champions League moderieren immer mal beleuchtete Momente hat(te), soweit ich dass als absoluter Rasenschach-Theoretiker überhaupt beurteilen kann. Aber wirklich gut ist eigentlich niemand so richtig, stattdessen zählen sie einfach die Namen auf, brüllen Toooorrrrr!, rattern Statistiken runter und erzählen irgendwelche Emo-Stories über die Jungs auf dem Platz. Mir ist shcon klar, dass es extrem schwierig ist, live zu kommentieren, aber man könnte sich ja mal gedanken dazu machen, wie man das besser hinbekommt. Da draußen sind twitterer, die kommentieren Fußballspiele live besser, als die meisten Fernseh-Kommentatoren – und müssen dabei sogar noch tippen!

f.luebberding f.luebberding April 23, 2013 um 18:51

Ignaz

Ich habe die PK von Klopp nicht gesehen. Der Einzige, der die Quelle kennt, ist der Redakteur der Bild. Seine Meldung war richtig, wenn mir auch eine Info aus Spanien nicht gereicht hätte, um diese Meldung zu veröffentlichen. Er wird sie sich also bestätigt lassen haben. Dann reicht auch schon ein fehlendes Dementi. Es wäre nicht ratsam, die Bild mit einer solchen Falschmeldung ins offene Messer laufen zu lassen. Ob die Süddeutsche sich zur Zeit richtig informiert fühlt, würde ich aber bezweifeln.

h.huett April 23, 2013 um 18:55

Doktor D

So siehts aus. Aber man kann ja schon mal für die Wiedervorlage einige Fragen sammeln, die möglicherweise schon bald einen Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag beschäftigen.

An die Zeugen Erwin Huber und Franz Beckenbauer geht die Frage, auf der Grundlage welchen Amtsverständnisses der seinerzeitige Finanzminister dem lieben Franz aus der Bredouille helfen wollte und wie er im Detail tatsächlich geholfen hat.

An die Zeugen Seehofer und Söder gehen mehrere Fragen. Seit wann sind sie darüber informiert, dass Herr Hoeneß … nun ja – ein steuerliches Problem zu lösen hatte? Gibt es weitere informell reuige CSU-nahe Steuersünder, die auf das Zustandekommen des deutschschweizerischen Abkommens hofften? Gab es Daten-CDs, die der Staatsregierung unter Verweis auf bayerische Steuerhinterzieher zum Kauf angeboten worden sind? Wie ist die Staatsregierung in diesen Fällen mit den Angeboten umgegangen?`Hat der Freistaat sich darüber mit den Finanzpolitikern anderer Bundesländer oder des Bundes abgestimmt? Gibt es auf der Ebene des Bundesrats dokumentierte Versuche Bayerns, rotgrün regierte Länder umzustimmen? Mit welchen Angeboten wurden solche Versuche unterlegt? Die gleiche Frage richtet sich natürlich an rotgrüne Verhandler.

Wenn ich mich an Streibls Amigo-Affäre, später auch die Affären eines gewissen Herrn Tandler richtig erinnere, dann steht uns vielleicht eine epische Affäre ins Haus.

Doktor D April 23, 2013 um 18:58

Da die Bild das offizielle Verlautbarungsorgan des FCB ist, wird’s sie’s wohl vom neuen Arbeitgeber haben.
Aber nicht die Hoffnung für den BVB verlieren, sagt uns jedenfalls Hans Sarpei: http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/hans-sarpei/h%C3%A4ngt-die-g%C3%B6tzenbilder-ab-135325581.html
Aber sein Tipp für heute abend stimmt mich als Barca-Fan traurig.

BB April 23, 2013 um 19:01

Ahhh sssso ….

http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktien/aktien-im-fokus/wegen-goetze-wechsel-bvb-aktie-im-abseits/8111746.html

…. wird man als Bayern-Präse reich. Denn man selbst weiß es ja immer als erstes.

Doktor D April 23, 2013 um 19:07
Äsop April 23, 2013 um 19:15

BB April 23, 2013 um 17:24

Du schrobst Schrott. Verfolge die Kommentare und komme mal raus aus deiner einbildungswelt.

Äsop April 23, 2013 um 19:18

hier sind schon viele knechte, die ihren namen tanzen können.
und mehr nicht.

Äsop April 23, 2013 um 19:29

der ewald hat sich nicht umsonst verabschiedet – der konnte auch sein geburtsdatum tanzen…

gelegentlich April 23, 2013 um 19:29

@h.huett
” Gab es Daten-CDs, die der Staatsregierung unter Verweis auf bayerische Steuerhinterzieher zum Kauf angeboten worden sind? Wie ist die Staatsregierung in diesen Fällen mit den Angeboten umgegangen?`Hat der Freistaat sich darüber mit den Finanzpolitikern anderer Bundesländer oder des Bundes abgestimmt? Gibt es auf der Ebene des Bundesrats dokumentierte Versuche Bayerns, rotgrün regierte Länder umzustimmen? Mit welchen Angeboten wurden solche Versuche unterlegt? Die gleiche Frage richtet sich natürlich an rotgrüne Verhandler.”

Die Frage wirft das Problem auf, welchen tatsächlichen Macht- und Gestaltungswillen SPD und Grüne überhaupt haben. Denn wenn es da wirklich was gäbe…

jmg April 23, 2013 um 19:35

Der Fußballer Uli Hoeneß:
Sein schönstes Tor (ab 2:20) (das 4:0): unvergesslich!
http://www.youtube.com/watch?v=sf9eaos5ZxQ

- hg - April 23, 2013 um 19:48

@flübberding

- WO … ist dein Artikel über den grünen Kinderliebhaber Daniel Cohn-Bandit?

- WO … ist dein Artikel über das us-amerikanische Folter-KZ Guantanamo?

usw, usf, etc, pp …

ruby April 23, 2013 um 20:03

@ jmg
schon 10mal replayed : Gänsehaut garantiert …
Paules Fallrückzieherbefreiungsschlag im eigenen Strafraum – nicht Schlecht der Specht ;-)

- hg - April 23, 2013 um 20:05

… @flübber …

===> … zahlen denn eigentlich die spanischen Fußßball-Mega-Müllionäre inzwischen Steuern auf ihre mit unrückzuzahlbaren EZB-Krediten finanzierten Gehälter?? … vermutlich nich! … vermutlich gehört das weiterhin zu den “Solidaritäts”-Tributleistungen der Deutschen Arrrrbeiterklasse, den spanischen Fußßball zu finanzieren.

ruby April 23, 2013 um 20:10

@ -hg-
Die Fußballgötter haben das Drehbuch bereits geschrieben .
Da kann der @fl nicht mehr viel korrigieren ;-)

h.huett April 23, 2013 um 20:16

gelegentlich

Manchmal hilft es, die eigenen Gefühle oder politischen Präferenzen etwas kälter zu temperieren, um Tatsachen zu verstehen.

Tatsächlich wurde von vielen schwarzgelben Akteuren auf allen Ebenen erheblicher Druck auf rotgrün ausgeübt mit dem Ziel, das dt-ch-Abkommen im Bundesrat durchzuwinken. Aus dem Grund denke ich, müssen auch Kanzleramtsminister Pofalla, Finanzminister Schäuble und die bayerische FDP-Vorsitzende Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger danach befragt werden, welchen Einfluss der Freistaat auf die Verhandlung des Abkommens mit der Schweiz und die Abstimmungen des Bundesrats genommen hat.

Wer die alten Amigo-Affären kennt, versteht sofort, warum ich danach frage.

gelegentlich April 23, 2013 um 20:34

@h.huett
“Manchmal hilft es, die eigenen Gefühle oder politischen Präferenzen etwas kälter zu temperieren, um Tatsachen zu verstehen.”
Danke, ich hoffe den Scherz verstanden zu haben. Ich bin beruflich mit diesen Dingen nicht verbunden (kein Journalist, Uni-Mitarbeiter, Think-Tank-Zuarbeiter usw.) und deshalb Zuschauer. Auch aus dieser Position ist sofort verständlich, warum
es ein eminentes Interesse an diesem Abkommen gab.
“Tatsächlich wurde von vielen schwarzgelben Akteuren auf allen Ebenen erheblicher Druck auf rotgrün ausgeübt mit dem Ziel, das dt-ch-Abkommen im Bundesrat durchzuwinken. ”
Sozialdemokrat bin ich keiner und die manchmal aufblitzenden Tiraden der Kleinaktionärsvertreter gegen diese sind mir fremd. Bei diesem Thema (und auch beim Fall Mollath in Bayern) stehe ich aber verblüfft vor der Tatsache, dass der vermeintlichen Opposition der Killerinstinkt abhanden gekommen zu sein scheint. Ohne die wirklichen Begebenheiten zu kennen kann man, wenn man denn will, diese Affäre nutzen um die Erzählung der angeblichen Gegenseite zu versenken.
Wer will der kann: wer 10 Mill. oder so Spielgeld erhielt und Insiderinformation nutzen konnte der konnte; wer seinen Job verlor weil billige Zeitarbeiter auf Werkvertragsbasis ihn zu “teuer” machten kann halt nicht. Wer bescheißt konnte in eine Position kommen den Franzosen zu sagen sie sollten ihre Hausaufgaben machen. Usw.usf.

BB April 23, 2013 um 20:49

@gelegentlich

“…..wer seinen Job verlor weil billige Zeitarbeiter auf Werkvertragsbasis ihn zu “teuer” machten kann halt nicht….”

es sei denn, er war ein verarmter Fußballer und klopfte bei Mutter TheresaUlli H. an. Dann bekam er einen Hiwi-Job eine zweite Changse, erzählten sich ergriffen Dieter Kürten und Co. bei Jauch und Co.

Wilma April 23, 2013 um 20:58

Wenn trotz der Selbstanzeige im Januar im März ein Haftbefehl erlassen wurde, wird Herr Hoeness einige schlaflose Nächte gehabt haben.

f.luebberding f.luebberding April 23, 2013 um 21:01

jmg

Ein geiles Tor. Keine Frage: Ein toller Fußballer. Und ein besserer Manager als “Stan” Libuda es je gewesen wäre, war er auch … .

gelegentlich April 23, 2013 um 21:04

Weiß hier noch Jemand dass es in den 70ern die sogenannten Jesus People gab?
Stand auf dem Klo in der Frankfurter Unibibliothek ein Missionierungsspruch:
“An Jesus kommt keiner vorbei!”
- und ein anderer darunter:
“Außer Libuda!”
Aber als Manager wäre er wohl in irgendeinem Ruhrgebietsvorort versackt.

f.luebberding f.luebberding April 23, 2013 um 21:09

Gelegentlich

Den kenne ich. Ist legendär.

holger April 23, 2013 um 22:58

4:0

gelegentlich April 23, 2013 um 23:02

@holger
Tja, Darth Vader hatte ich nicht auf der Rechnung.

bleistift April 23, 2013 um 23:42

Zitat Holger: “4:0″.

Das sagt alles.
Man könnte den Thread jetzt eigentlich schließen.
Ein besseres Schlusswort kann ich mir nicht vorstellen.

BB April 23, 2013 um 23:48

Der Link muss noch:

http://feynsinn.org/?p=17856

“Der Deal verstößt gegen alles, was im Geschäft irrelevant ist: Menschliche Werte, Emotionen, Identifikation, Fairness, eben alles.”

Bruchmüller April 24, 2013 um 00:08

Pep, Du kommst zu spät. Die deutsche Fußballmeisterschaft wird mit Dir oder ohne Dich eine zum Gähnen langweilige Sparringskulisse. Und nachdem es ohne Dich nicht gegen Real reichen wird, wird es beim nächsten Mal mit Dir nicht gegen das Scheichtum Manchester City reichen.

Welch grandiose Transfermeldung 24 Stunden vor Ende des letzten Fu0ballstrohfeuers. Der Turbo der Selbstzerstörung ist wie überall gezündet.

Soldat Schwejk April 24, 2013 um 00:30

@ Bruchmüller

Räumen wir die Scherben zusammen. Beim Duell transnationaler Betriebswirtschaften (@CM) liegt meine Leidenschaft meist auf der Seite des eigenen Wetteinsatzes, anderes wäre wohl unangemessen. Und der lag heute bei Barcelona. Strafverschärfend hab ich mir das Spiel im Kreise von Bayern-Fans angeschaut. Na, da muß man durch. Trostbringend war das Zustandekommen des dritten Tores, da hat doch der Müller wirklich durch ein kleines taktisches mit dem Arsch (!) begangenes Foul den Weg geebnet. Irgendwie surreal erschien hinterher das Interview mit Heynckes (falls das jemand gesehen hat).

petervonkloss April 24, 2013 um 01:23

@ Q

In dieser Sendung (Lucke/Bartsch) war klar zu erkennen, daß die Linke einer Transferunion zustimmen würde. Oder habe ich
übersinnliche Fähigkeiten?

petervonkloss April 24, 2013 um 01:39

Klassenkampf im Fußball von der Links-Postille ZEIT

http://www.zeit.de/sport/2013-04/goetze-bayern-hass-dortmund-hoeness

ruby April 24, 2013 um 07:49

only volume and tone on switchposition 5
he knows all the sounds of the pickups at every position …
http://www.youtube.com/watch?v=mSUwC8hWj8o
yeah

vinxtor April 24, 2013 um 08:45

ruby,

nee mein lieber , Talent geht anders.
http://www.youtube.com/watch?v=Pd3V_1A6dm8

h.huett April 24, 2013 um 08:45

Ohne mich jetzt in Details zu verheddern, gehört der Begriff der Transferunion zu den Zuspitzungen, die einen Zahlungsfluss zu den armen Sündern insinuieren und ausblenden, welche Folgen das für die Geber hat.

Ein Nebelkerzenkampfbegriff.

ruby April 24, 2013 um 09:00

vinxtor :
Privileg, Vorzug der Jugend .
Etwas Schlagzeug zur Lückenfüllung
http://www.youtube.com/watch?v=S8zevMqwE_Q

vinxtor April 24, 2013 um 09:13

OK, ich habe vor einem Jahr den Fehler gemacht einer deiner Links anzuschauen. Heute morgen habe ich den Fehler wieder gemacht.
Ich verspreche es Dir, wird nicht mir vorkommen, werde nicht mehr reagieren.
Einen schönen Tag wünscht,
Vinxtor

Frankie Bernankie April 24, 2013 um 09:22

@hhuett

„Transferunion“

Ein schönes Beispiel einer Transferunion ist die NFL ( National Football League ), der dortige ESM bzw. Strukturfonds nennt sich NFL-Draft.

„Beim NFL Draft können die Teams der Liga Rechte an verfügbaren Amateur- und Jugendspielern, erwerben. Um eine gewisse Balance zwischen den einzelnen Mannschaften zu gewährleisten, dürfen die Teams, die in der vorangegangenen Saison am schlechtesten abgeschnitten haben, zuerst wählen. Diese Draft-Reihenfolge, die ja Vorkaufsrechten an sehr talentierten Spielern entspricht, können auch zwischen den Teams gehandelt werden.“

In diesem System hätte also Fürth ein Vorkaufsrecht auf Götze, das es nicht wahrnehmen muss und weiter veräussern könnte.

Warum machen die das? Weil man in der NFL früh erkannt hat, dass sonst die erfolgreichen Teams immer erfolgreicher werden. Das mag schön für ein Team sein, aber schlecht für die NFL, weil dann die Spannung und Attraktivität der Liga abnehmen. Wenns dann mal keinen mehr interessiert, dann schaut auch das Superteam mal in die Röhre.

Nachdem in diesem thread die Grenzen zwischen Fussball, Europa, Politik sich sowieso schon auflösen und die Bereiche ineinander verschwimmen: vielleicht liessen sich einige Aspekte dieses Drafts auch im Zusammenhang mit Europa und wies weitergeht diskutieren.

gelegentlich April 24, 2013 um 09:23

@petervonkloss
OT, aber meine Neugier ist stärker:
“…von der Links-Postille ZEIT”. Vielleicht ein paar erklärende Sätze dazu? Man versucht sich die Perspektive vorzustellen, aus der diese ZEIT als Links-Postille erscheint.

Jeeves April 24, 2013 um 10:11

@undertaker
…schafft sich seine eigenen Regeln & Gesetze, z.B. :
“der normale Mensch findet nicht den Weg von a nach b.
Wenn ebay oder amazon plötzlich weg wären, fallen die in ein existenzielles loch.”
(Beweise?)
…und schreibt dann (recht unhöflich), wenn andere mit anderen Erfahrungen (und viel logischer denkend) anderes meinen, sie wären doof (wie gesagt: in recht rüdem Ton). Welch ein Unsympath.

ruby April 24, 2013 um 10:17

besser-wird-ein-sieg-über-real ?
schafft
@fl
es, die”Lücke” bis heute abend zu “füllen”, wenn Dortmund zu”schlagen” möchte?

jmg April 24, 2013 um 10:54

Ich denke man muss den Blick in der Hoeneß-Affäre etwas weiten.
Es gab da ja diese denkwürdige Sitzung der Finanzminister in der Schäuble den zypriotischen Finanzminister (und seinen Regierungschef), wegen ihres “Geschäftsmodells” (Steueroase, Geldwäsche) zur Schnecke gemacht hat. Alle Teilnehmer wussten sicherlich, dass Schäuble für die eigenen Steuersünder gerade ein gescheitertes wachsweiches Abkommen mit der Schweiz ausgehandelt hatte. Die Deutschen haben zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung eine BND Studie (jetzt Verschlusssache beim Bundestag) zur Geldwäsche in Zypern instrumentalisiert. Die deutsche Regierung hat also ihren Geheimdienst auf ein befreundetes Land angesetzt, um herauszufinden, was da steuerlich und geldwäschemäßig da so abläuft. Das hat die sicherlich verstimmt. Auch die geschädigten russischen Oligarchen waren über den Ablauf in der Zypernkrise nicht begeistert.
Die Hoeneß-Affäre könnte eine Retourkutsche sein, um Merkel und Schäuble von ihrem hohen Roß herunterzuholen.
Sie hatten ja auch noch die Absicht die “Geschäftsmodelle” anderer Länder (Malta, Luxemburg) zu beenden. Nachdem Hoeneß aufgeflogen ist, dürfte es Schäuble schwerer fallen solche Standpauken im Kreise seiner Kollegen zu halten, wenn er sich nicht lächerlich machen will. Einer seiner Lieblingssprüche während der Eurokrise lautete ja immer: “Ein jeder kehr vor seiner Tür und sauber ist das Stadtquartier”.
Leider ist nicht bekannt, wer dem Focus die ganze Sache gesteckt hat.(Bei Jauch bemerkte der Chefredakteur nur, das es eine “sehr gute Quelle” gewesen sei.) Der Uli könnte also nicht nur zum Spielball der deutschen Innenpolitik geworden sein, sondern auch der europäischen. Die Marke Bayern München hat, dank Höneß, eben europa-, ja weltweite Ausstrahlung.

gelegentlich April 24, 2013 um 11:15

@jmg
“Leider ist nicht bekannt, wer dem Focus die ganze Sache gesteckt hat.(Bei Jauch bemerkte der Chefredakteur nur, das es eine “sehr gute Quelle” gewesen sei.)”
Mit Verlaub scheint das nicht der wesentliche Punkt zu sein. Das ist die Frage, ob seine Selbstanzeige kam nachdem der Staat schon davon wußte oder erst später. Falls sie später soll sie nach dem bisher Veröffentlichten unwirksam sein.
Falls das so ist zutrifft ist jede Menge Ablenkung nötig um eventuell eine hysterische öffentliche Meinung zu erzeugen, die dieser “Lichtgestalt” ihre Reverenz erweist (Meriten und und und). Das war die Andeutung von @F. Lübberding. Der Focus als serviles ohne Rückgrat (im Fall Mollath, im BR, meinte Markwort, man solle doch lieber über das Wetter reden) ist dafür bestens geeignet. Das kann ihn eigentlich nicht vor der JVA bewahren, aber doch im Sinne des Großen und Ganzen wenigstens den Schaden für seien neoliberale Erzählung mindern. Mehr Minimierung geht nicht.
Als es zu versickern drohte hat ja gestern die Bekanntgabe des Götze-Transfers noch Einen drauf gesetzt. Der koopertive Herr Klopp, dessen Lebensweise von dieser Art von kommerziellem Fußball abhängt, deutete das ja als Intrige von Real Madrid und eben keine aus Bayern. Was doch sehr, sehr nett war!

ruby April 24, 2013 um 11:31

@jmg
Als Fußballprophet hast Du gestern das 4:0 vorweggenommen ;-)
Werden die Verknüpfungen deutscher Banken gen Spanien betrachtet, kann es nur zum Finale Real – Bayern kommen ! oder ?
Özil + Khedira gegen Jupp Heynkes + Javier Martinez …
Und dann wird abgerechnet – Knast für Uli und Garantiemilliarden für Spaniens Banken mit Pep Guardiola als Pfand.
Wembley: Merkel und Hoeness gemeinsam auf der Tribüne .

Wilma April 24, 2013 um 11:38

Wäre normalerweise in Deutschland Schenkungssteuer zu zahlen gewesen ?
http://de.wikipedia.org/wiki/Schenkungsteuer

Linus April 24, 2013 um 11:41

@vinxtor:
Kleine Kompensation
bitte nur anHÖREN, am besten Augen zumachen ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=K4ej-bSBveY

ein Kiesel vom Flussufer

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 12:16

In der Süddeutschen haben Leyendecker/Ott den Ablauf der Selbstanzeige von Hoeneß rekonstruiert. Man muss auf die Details achten. Noch nicht online ist der Artikel von Prantl zum Tatbestand der Bestechlichkeit. Kurz gesagt: Prantl erläutert, warum eine zeitliche Übereinstimmung (etwa der Überweisung des Darlehens auf das Vontobel-Konto) mit den Verhandlungen über die Verlängerung des Adidas-Ausrüstervertrages nicht für die Strafbarkeit reichen. Interessanterweise hatte vorher noch niemand über das Thema Bestechlichkeit gesprochen.

Doktor D April 24, 2013 um 12:31

Na, ich denke der Verdacht steht im Raum spätestens seit Adidas sich müht, das ganze Geschäft als komplettes Privatgeschäfft zwischen Louis-Dreyfuß und Hoeneß darzustellen. Danach war RLD zwar noch Vorstandsvorsitzender, hat aber die Geschäfte seit 2000 gar nicht mehr geführt. Ohne dieses Statement könnte man ja versuchen, zumindest die 5 Mio. als eine Art Beratungshonorar im Erfolgsfall oder sowas darzustellen.

Soldat Schwejk April 24, 2013 um 12:37

Gespräch Lucke – Bartsch

Ja doch, sehr sachlich und ohne Wahlkampfgeholze. Nun ja, wenn es eine Überschneidung der potentiellen Wählergruppen gäbe, dann wohl nur im Westen. Für Bartsch als Ost-Linken jetzt vielleicht nicht das allergrößte Problem, zumal wenn man bedenkt, daß es gegen seine Kandidatur zum Parteivorsitz vor einem Jahr im Westteil der Partei einen gewaltigen Shitstorm gab…

Ansonsten ist Bartsch zwar ein gescheiter Kerl, aber eher ein Generalist. Hätte man eine explizit währungspolitische Debatte gewollt, dann hätten sie von der Linken wohl eher Axel Troost einladen sollen, der hätte sich mit Lucke dann in Detailfragen gefetzt.

Als Bartsch davon sprach, in Deutschland gebe es starke Gewerkschaften, da hat er den letzten Teil des Satzes vollständig verschluckt… wahrscheinlich zu Recht…

Schade, daß die Moderatorin gerade in dem Moment das Thema wechselte, als Bartsch Lucke nach der Verlustallokation bei einem großen Schuldenschnitt für Südeuropa fragte.

@Hans Hütt, Deine Aussage, die Extreme berührten sich, verstehe ich in dem Zusammenhang nicht. Von den auseinandergehenden Lösungsvorschlägen abgesehen, sind Linke und AfD offensichtlich die einzigen politischen Kräfte, die der postdemokratischen “Alternativlosigkeit”, mit der eine nach der anderen Ad-hoc-Maßnahme durch die Parlamente gepeitscht wird, etwas entgegensetzen.

Es wäre besser, in der postdemokratischen Oligarchentechnokratie die eigentliche extremistische Bedrohung dieser Tage zu sehen. Linke und AfD wären dann die einzigen bürgerlich-demokratischen Parteien im ganz alten Sinne des Wortes, eine auf dem linken, eine auf dem rechten Flügel.

Wobei, um bei der alten Begrifflichkeit zu bleiben, ich der AfD nicht so recht über den Weg traue und befürchte, sie wird sich bei der ersten Weggabelung dann doch wieder mit der Aristokratie ins Bett legen.

jmg April 24, 2013 um 12:38

@ gelegentlich
Das Datum der Selbstanzeige ist natürlich wichtig beim Fall Hoeneß. Vor allem für den Uli selbst.
Aber darum ging es mir gar nicht in meinem Beitrag. Wollte nur mal darstellen, wer weltweit ein Interesse am Bekanntwerden der Höneß-Steuersache hätte haben können. Im Übrigen ist es auch ein Zeichen des Niedergangs der CSU Herrschaft in Bayern, wenn es dieser Partei, im Unterschied zu den 70-er Jahren bei der Steuersache Beckenbauer, nicht mehr gelingt das Steuergeheimnis für die Grosskopferten zu wahren. Zu Zeiten des Huber Ludwig (1972-74 Finanzminister in Bayern) wäre das undenkbar gewesen.

>> In seinen Memoiren „Ich – wie es wirklich war” verrät Franz Beckenbauer, dass ihm Huber zur Steuerflucht geraten habe. Und der Politiker habe bei etwaigen Problemen mit der Steuerfahnung seine Hilfe angeboten: „Franz, wenn was ist, nur melden!” <> Beckenbauers Manager Robert Schwan gründete für Franz im Schweizer Kanton Obwalden zwei Firmen. In den Jahren 1970 bis 1975 wurden dort Werbeeinnahmen in Höhe von etwa 2,5 Millionen Mark vor dem deutschen Fiskus versteckt.
Laut Schwan wurde das Geld über die Liechtensteiner Briefkastenfirma Inter PR Public Relations Corporation als Scheindarlehen an die in Zug (Kanton Obwalden) eingetragene Sport Image GmbH geleitet. Franz Beckenbauer errichtete in Sarnen ein Tennis-Center, das auch seinen Namen trug. Manager Schwan zu seinem Schützling: „Franz, das ist deine Altersversicherung.”<<

http://www.steuer-wahnsinn.de/index.php/steuerwueste/156-der-schatten-auf-dem-kaiser

/dev/null April 24, 2013 um 12:51

@Q
[i]OT (hier)[/]

Der Herr Lucke zeigt sein neoliberales Gesicht: 8:33 “die Löhne .. sind zu hoch”. Seltsam, aber in Italien gibt es noch Binnennachfrage. Die Menschen dort geben ihr Einkommen nicht nur für Wohnen und Discounterfrass aus. Schrecklich! Das muss geändert weden! Schämen sollten sich die Südländer! Hier wird versucht den Fokus von der wachsenden Einkommensungleicheit in Deutschland auf das ‘faule Pack’ Südeuropa zu lenken. Propaganda für den Nationalstolz.

Irgendwie erinnert mich das an Heinrich Böll/Der zufriedene Fischer

Andererseits würde mich ein Erfolg der AfD nicht wundern, der deutsche Michel bekommt, wonach er strebt.

jmg April 24, 2013 um 12:53

Franz Beckenbauer: Der beste und eleganteste Fußballer den Deutschland je hervorgebracht hat.

http://www.youtube.com/watch?v=TWJap_smAxY

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 13:11

Der Hinweis auf Beckenbauer ist interessant. Es ging übrigens in den 1980er Jahren um einen Konflikt mit Schweizer Steuerbehörden (!), wo Huber hilfreich gewesen sein soll. Beckenbauer ließ gestern Abend auf Sky verlauten, dass er Hoeneß nicht erreicht habe und ihm daher auf den Anrufbeantworter gesprochen habe.

Was Adidas betrifft: Schon erstaunlich. In meinem zweiten Artikel habe ich auf ein Buch verlinkt, wo das anders geschildert wird. Was in dem Buch geschildert wurde, war natürlich bis vergangene Woche völlig unproblematisch. Das konnte Adidas damals ja nicht ahnen … .

gelegentlich April 24, 2013 um 13:12

@jmg

Leider nicht der intelligenteste. Wieder mal etwas, das legendär ist:
Im Interview wurde er gefragt ob es auch etwas gäbe vor dem er Angst hätte. Er überlegte kurz und sagte dann:
“Nur zwei Dinge: Krankheit und Kommunismus!”

In Allem außer im Fussball eine Marionette seiner klug gewählten Umgebung. Moderat avantguardistisch lediglich in seiner Entscheidung für das Modell der Lebensabschnittspartnerschaft (die Erstfrau war ein soziologischer Fremdkörper geworden, was beim Aufstieg ja passieren kann). Aber unter Springers Fittichen menschelt/müffelt es dann wenigstens nicht auffällig.

Doktor D April 24, 2013 um 13:15

@fl: Ich habe die Übersicht über die links verloren. Welchen meinst du? Oder noch besser, welches Buch?

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 13:21

Es geht um diesen link. Die Geschichte mit Aachen erzählt Leyendecker übrigens auch in seinem gestrigen Seite 3 Artikel.

Frankie Bernankie April 24, 2013 um 13:29

Die neoliberale Argumentation zur Finazpolitik und Euro wird inkonsistent und verwirrt mich. Die FAZ schreibt:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/ueber-die-waehrungsunion-euro-ohne-illusionen-12159802.html

Zitat daraus:

“Für die offenen Rechnungen der Südeuropäer haftet somit indirekt auch der deutsche Steuerzahler. Bei einem plötzlichen Ausstieg aus dem Euro würde eine neue deutsche Währung scharf aufwerten. Nach verschiedenen Studien ist der Euro für Deutschland deutlich unterbewertet, was den hiesigen Exportsektor künstlich aufbläht.”

Jetzt ist der Exportsektor auf einmal “künstlich aufgebläht”, nachdem der Exportboom doch jahrelang der “Wettbewerbsfähigkeit” geschuldet war, die wir durch die Hartz-4-Reformen und Lohnzurückhaltung erreicht haben und “weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, die anderen aber nicht”?!

Ich liebe Wirtschaft. Da darf man immer alles sagen, und alles ist richtig. Dann schadet auch ein Rösler als Wirtschaftsminister nicht.

Doktor D April 24, 2013 um 13:33

@adidas und RLD: na, das widerspricht sich ja jetzt völlig – entweder stimmt die Darstellung im Buch oder die Darstellung jetzt, beides wird schwierig möglich sein. Und so zieht es nun auch Adidas in den Sumpf…. Vielleicht sollte sich die Steuerfahndung auch mal von adidas die Bücher zeigen lassen.

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 13:46

Hier der Artikel von Wolfgang Michal zur Berichterstattung über Hoeneß.

petervonkloss April 24, 2013 um 14:07

Elite in Deutschland (und Brüssel)

„Handelt es sich bei der ständigen EU-Erweiterung um eine „Eliteverschwörung gegen den gesunden Menschenverstand“, wie die „Welt“ vermutet? Vieles spricht dafür. Andererseits: Das Wort „Elite“ passt nicht. Dafür müssten die EU-Verantwortlichen, laut „Elite“-Definition, „überragende intellektuelle, ökonomische und soziale Fähigkeiten“ aufweisen.
Stattdessen tun sie eher alles, um möglichst überheblich, nachlässig oder gar dumm zu erscheinen.“

„„Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet“ Ralf Dahrendorf 1995.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/ueber-die-waehrungsunion-euro-ohne-illusionen-12159802.html?google_editors_picks=true

http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/beitritt-kroatiens-wer-laesst-immer-neue-versager-in-die-eu_aid_968967.html?google_editors_picks=true

kurms April 24, 2013 um 14:18

Frankie: “Ich liebe Wirtschaft. Da darf man immer alles sagen, und alles ist richtig. ”

Oh nein. Nur das was die richtigen Leute (Krugman nennt sie “Very Serious People”) sagen ist richtig. Das darf dann auch widersprüchlich sein, es bleibt aber trotzdem richtig.

Frankie Bernankie April 24, 2013 um 14:38

@petervonkloss

Den FAZ-Artikel habe ich weiter oben auch schon verlinkt, wobei mir eher die neue Sprachregelung der Neoliberalen auffällt ( “der Euro verschaffte D einen aufgeblähten Exportsektor” ).

Den Focus-Artikel will ich garnicht lesen, denn wer sich bei der Analyse interantionaler Politik schon im Titel eines präpotenten Sportlehrer-Jargons bedient ( “Kroatien – Versager” ), der dürfte sich intellektuell und emotional noch auf der Ebene “Sechste Klasse Schulhof” befinden. Da erwarte ich keine Erkenntnisgewinne.

Der Focus soll mal lieber Steuerhinterziehungen petzen, das kann er.

jmg April 24, 2013 um 14:41

Zum sehr lesenswerten Artikel von Wolfgang Michal:

“Ob sich Hoeneß Mitte Januar vor oder nach der Veröffentlichung im Stern (16.1.) anzeigte, wissen wir noch nicht.”

Laut Kubicki, in irgendeiner der zahllosen Talkrunden in denen er jetzt zur Eigenwerbung auftritt, ist das auch nicht so entscheidend, weil der Stern den Namen Hoeneß nicht genannt hat. (Auch in der Stern-Redaktion sitzen Bayern Fans!.) Daher konnte die Finanzverwaltung auf der Grundlage des Stern-Artikels auch nur gegen unbekannt ermitteln. Das hebt, so Kubicki (das glaub ich dem jetzt mal), die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige vom Uli dann micht auf. Sollte der Uli allerdings zu lange gezögert haben und die wussten aufgrund dieser Ermittlungen gegen unbekannt seinen Namen, dann wird es schwierig.

“Diese rührselige Zocker-Story vom Doppelleben des Festgeld-Fanatikers verdeckt die eigentlich interessante Frage, wie Hoeneß mitten im Absturz der Börsen (die New Economy Blase platze bereits im März 2000!) so viel Gewinn machen konnte, dass er den Dreyfus-Kredit schon 2001 oder 2002 vollständig zurückzahlen konnte.”
Der Uli ist wohl short gegangen. Der Absturz an der Börse ist meist kurz und heftig. Da kann man relativ schnell sehr viel Geld verdienen.

topi April 24, 2013 um 15:09

“Ob sich Hoeneß Mitte Januar vor oder nach der Veröffentlichung im Stern (16.1.) anzeigte, wissen wir noch nicht.”

Danach, wiesaussieht. Zumindest nach der Planung des Artikels, vielleicht hat der Stern sogar dem Hoeness noch einen WInk gegeben, oder eine Interviewanfrage gestellt.

Ob Kubicki als Steuerbetrügeranwalt hier seine juristische Meinung oder gängige Rechtsprechung anführt, weiß ich nicht.

Wie war die Formulierung im Stern?
Sooo viele kommen da nun auch nicht in Betracht.

topi April 24, 2013 um 15:17

” Prantl erläutert, warum eine zeitliche Übereinstimmung (etwa der Überweisung des Darlehens auf das Vontobel-Konto) mit den Verhandlungen über die Verlängerung des Adidas-Ausrüstervertrages nicht für die Strafbarkeit reichen.”

Natürlich ist das kein Beweis, der zur Verurteilung reicht. Aber ein Indiz.

Hoeness wird sauber nachweisen müssen, wie der “Kredit” zurückgezahlt wurde. Auf welches Konto, und was sonst noch auf diesem Konto passierte.

Wenn die Gewinne aus Devisengeschäften stammen, dann kann man wohl Insidergeschäfte ausschließen?

Man könnte ja noch so etwas annehmen: Ich leih dir die Millionen, komme mit Insiderinformationen rüber, du verdienst damit Millionen, und dann kireg ich das Geliehene zurück.

Wenn das ausscheidet, bleibt der “Kredit” als eigentliche Zuwendung.

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 15:40

Doktor D

Solche Firmen-Mitteilungen muss man genau lesen. Im September 2001 haben Adidas und Bayern ihren Ausrüstervertrag und die Kapitalbeteiligung beschlossen. Bei den eigentlichen Vertragsverhandlungen muss Dreyfus also nicht mehr dabei gewesen sein. Im Buch wird ja nur geschildert, wie er es schaffte, den Abschluss mit Nike zu verhindern und Bayern grundsätzlich zu halten … .

Carlos Manoso April 24, 2013 um 15:45

@topi April 24, 2013 um 15:17
„Man könnte ja noch so etwas annehmen: Ich leih dir die Millionen, komme mit Insiderinformationen rüber, du verdienst damit Millionen, und dann kireg ich das Geliehene zurück.“

Topi, ganz ehrlich jesacht bin ich vom Uli Hoeneß genauso „enttäuscht wie viele“. Vielleicht gelingt es nach seiner Beichte endlich, über den Umweg CSU die Affäre Hoeneß ins XXL-Format zu zoomen und aus der Hoeneß- eine Art Dreyfus-Affäre zu machen.

Übrigens, haben der Dreyfuss oder adidas (über Umwege) eigentlich an die CSU gespendet (und wann)?

Doktor D April 24, 2013 um 15:52

Ha, sehr spitzfindig! Wobei ich das grundsätzlich für eine seltsame Aussage halte, um sich von dem Kredit zu distanzieren: Der war hier quasi eh nur nominell der Chef. Reicht es nicht auch zu sagen: Das war ein Privatgeschäft von Herrn Louis-Dreyfuß – und gut ist? So wird’s ja jetzt erst fischig.

Q. April 24, 2013 um 16:05

dev-null
Der Herr Lucke zeigt sein neoliberales Gesicht: 8:33 “die Löhne .. sind zu hoch”.
…. was er aber gerade durch Abwertung der Neu-Lira zu lösen gedenkt (anstelle der regierungsamtlichen “internen Devaluation”).

Natürlich ist richtig, daß dort die “Einseitigkeit” der AfD liegt.
Aber anstelle der Deutungen in einem überkommenen Lagerdenken ist es viel aufschlußreicher, gerade die Konstellation Linkspartei – AfD als gewissermaßen komplementär zueinander zu verstehen. Das war mein Vorschlag!

Denn …………….. ;)
so erschliessen sich die großen Zusammenhänge deutlich besser.
Etwa so:
Soldat
@Hans Hütt, Deine Aussage, die Extreme berührten sich, verstehe ich in dem Zusammenhang nicht. Von den auseinandergehenden Lösungsvorschlägen abgesehen, sind Linke und AfD offensichtlich die einzigen politischen Kräfte, die der postdemokratischen “Alternativlosigkeit”, mit der eine nach der anderen Ad-hoc-Maßnahme durch die Parlamente gepeitscht wird, etwas entgegensetzen.
Es wäre besser, in der postdemokratischen Oligarchentechnokratie die eigentliche extremistische Bedrohung dieser Tage zu sehen. Linke und AfD wären dann die einzigen bürgerlich-demokratischen Parteien im ganz alten Sinne des Wortes, eine auf dem linken, eine auf dem rechten Flügel.

Merci!
Ich hätte es nicht besser formulieren können! Genau auf diese mögliche Transformation will ich hinaus.

Ich finde dieses Gespräch so fantastisch, weil fast alle Problembereiche zumindest verdeckt zur Sprache kamen, einschließlich noch bestehender blinder Flecken beider Seiten:

z.B.
als Bartsch Lucke nach der Verlustallokation bei einem großen Schuldenschnitt für Südeuropa fragte.
Genau das ist die große Frage für Lucke: wie hältst Du es mit den Altschulden? Aber natürlich auch für alle anderen, wenn man mal den Schleier der Rettungstöpfe und Schattenbankveranstaltungen weg zieht.

Dann würden auch unter diesem “Wir” (Deutschen) die Interessengegensätze sichtbar werden.
Exportprofiteure gegen Steuerzahler
aber auch Kapitalbesitzer gegen die, die nur aus der öffentlichen Hand ihre Knete erhalten (wobei das natürlich auch stark an der Art des Kapitalbesitzes hängt: wieviel eben Schuldscheinchen in Alt-Euro)

Sehr lustig wäre das hinsichtlich der anzunehmenden Wählerschaft dieser beiden Parteien: bei der AfD werden sehr viel mehr Leute sitzen, denen noch nicht klar ist, daß eine neue D-Mark auch Auswirkungen auf ihre Lebensversicherungen und Fonds haben wird ……
wohingegen die Klientel der Linkspartei sicher überdurchschnittlich von frischen neuen knackigen D-Märkern profitieren würde …..
:) :)

pvk
In dieser Sendung (Lucke/Bartsch) war klar zu erkennen, daß die Linke einer Transferunion zustimmen würde. Oder habe ich
übersinnliche Fähigkeiten?

Das trifft einen anderen blinden Flecken. Deutlich war schon die Orientierung auf “mehr Europa”, — aber wohl nur unter der illusionären Bedingung, daß das ein sozialistischer Superstaat wird, in dem “die Reichen” geschlachtet werden können, um die Transfers zu bezahlen ;)

Carlos Manoso April 24, 2013 um 16:16

@Doktor D April 24, 2013 um 15:52
„So wird’s ja jetzt erst fischig.

“Wo sich Geld jetzt wohlfühlt”: HypoVereinsbank warb mit Hoeneß. Ausgerechnet mit dem Slogan “Wo Geld sich jetzt wohlfühlt” ist das Finanzgespräch betitelt. Darin wird Hoeneß gefragt: “Haben Sie ihrerseits schon alles getan, um sicher zu sein, mit ihrem Portfolio?” Antwort: “Ganz sicher kann man natürlich nie sein.” Seine Wurstfabrik würde seiner Familie jedoch “wenn wir nicht ganz verrückte Fehler machen” den Lebensabend sichern.“
http://meedia.de/background/meedia-blogs/meedia-buzzer/meedia-buzzer-post/article/wo-sich-geld-jetzt-wohlfhlt–hypovereinsbank-warb-mit-hoene_100045445.html

Wg. Koks: „Nach Christoph Daum rückt auch Uli Hoeneß ins Werbe-Abseits. Gerade erst hatten sich der Leverkusener Trainer und der Energie-Konzern RWE darauf geeinigt, ihre gemeinsame Werbekampagne zu stoppen. Erst sollten alle Vorwürfe gegen Daum geklärt werden (BZ berichtete). Jetzt geht auch Hoeneß’ Werbepartner auf Distanz. Der Online-Broker “Consors” setzt die Zusammenarbeit mit dem Bayern-Manager bis auf weiteres aus. … Ob und wann die Zusammenarbeit zwischen “Consors” und Hoeneß wieder aufgenommen wird, ist völlig unklar. Im TV-Spot setzt sich Hoeneß nach einer Partie Golf in den Elektro-Caddy, schaltet seinen Laptop an und informiert sich bei “Consors” über die neuesten Börsen-Kurse. (…)
So bezog Hoeneß in der jüngsten Vergangenheit nämlich auch Stellung für kritischen Journalismus, genauer für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Rundfunkbeitrag. Sein Statement, das auf großen Plakaten zu lesen war: “Unbequem muss möglich sein.”“
http://meedia.de/werbung/hypovereinsbank-stoppt-hoeness-werbung/2013/04/22.html

Q. April 24, 2013 um 16:22

Noch als Nachtrag zu Luckes Konzept:

die Schwachstellen beleuchtet gut Wilhelm Hankel (m.E. der einzige bewährte, hellsichtige und klarsprechende Fachmann in Sachen Währungsunion):

http://www.youtube.com/watch?v=xDk4rlXQCi8
ca. ab Min. 22

Doktor D April 24, 2013 um 16:24

Na, als Werbefigur für smartes Wealth Management ist doch Hoeness noch viel glaubwürdiger geworden. Da würde ich als HRE oder Consors doch eher gelassen bleiben.

Carlos Manoso April 24, 2013 um 16:33

@Doktor D April 24, 2013 um 16:24
„Na, als Werbefigur für smartes Wealth Management ist doch Hoeness noch viel glaubwürdiger geworden. Da würde ich als HRE oder Consors doch eher gelassen bleiben.“

Doktor D, für eine „Werbefigur für smartes Wealth Management“ ißt Uli Hoeness viel vermutlich zu viel Fleisch. Für einen 61jährigen sieht Hoeness m.E. viel zu aufgeschwemmt und teigig im Gesicht aus. Insofern lügt von Hoeness alter Werbung für Online-Banker Consors: „More Life. Most Money“ nur der 2. Satz nicht.
http://absolutobsolet.blogspot.de/2013/04/wie-hubsch.html

Doktor D April 24, 2013 um 16:41

Das ist doch das Tolle an Hoeneß: Der sieht eben nicht aus wie diese ganzen Trettmühlen gestählten, tanned skin gesprayten Smarties, die einen aus der mittleren Führungseben und aus der Werbung sonst so angrinsen. Deswegen ist Hoeneß wirklich ein großartiges Testimonial: Dem glaubt sofort jeder, dass der ein Typ ist.

Carlos Manoso April 24, 2013 um 16:53

@Doktor D April 24, 2013 um 16:41
„Das ist doch das Tolle an Hoeneß: Der sieht eben nicht aus wie diese ganzen Trettmühlen gestählten, tanned skin gesprayten Smarties, die einen aus der mittleren Führungseben und aus der Werbung sonst so angrinsen. Deswegen ist Hoeneß wirklich ein großartiges Testimonial: Dem glaubt sofort jeder, dass der ein Typ ist.“

Doktor D, natürlich wußte Uli Hoeneß, dass er als Werbeikone Millionen damit machen kann, jedem der „schlichteren Gemüter“ glauben machen zu können, dass der Cheffe des FC Bayern ein Kraftlackl ist, zu dessen Wesen ebent gehört, „etwas härter hinzulangen“ als die damischn Preissn.

Doktor D April 24, 2013 um 17:04

Carlos, manchmal frage ich mich, mit welchen Leuten du dich eigentlich sonst so unterhälst, denn du glaubst ja anscheinend echt, dass du uns einen Gefallen tust, wenn du diese Weisheiten aus Werbepsychologie 101, 1968-Edition und andere Kommentare dieses Kalibers mit deinem Stentor-Ton der Verkündigung umfassendster Einsichten geruhst an uns weiterzugeben. Ok, man kann nicht immer auf der Höhe seiner besten Kommentare sein und Rehct haben ist immer schön, aber so manchmal….

Carlos Manoso April 24, 2013 um 17:10

@Doktor D April 24, 2013 um 17:04
„Carlos, manchmal frage ich mich, mit welchen Leuten du dich eigentlich sonst so unterhälst, denn du glaubst ja anscheinend echt, dass du uns einen Gefallen tust, wenn du diese Weisheiten aus Werbepsychologie 101, 1968-Edition und andere Kommentare dieses Kalibers mit deinem Stentor-Ton der Verkündigung umfassendster Einsichten geruhst an uns weiterzugeben. Ok, man kann nicht immer auf der Höhe seiner besten Kommentare sein und Rehct haben ist immer schön, aber so manchmal…“

Doktor D, nach manchen Kommentaren frage ich mich, welche Defizite jemand fühlen muß, der sich den Nickname „Doktor D“ selbst gibt.

keiner April 24, 2013 um 17:30

Was spricht eigentlich dagegen, dass Hochkulturen genau in dem Moment kollabieren, wenn der Vorrat an Vertrauen (trotz und wegen offensichtlicher kognitiver Dissonanzen der Führung) bei einem hinreichend großen Teil der Regierten aufgebraucht ist?

keiner April 24, 2013 um 17:33

PS: Wie kam das Kamerateam zu Postwinkels Hausdurchsuchung und warum hatte der Uli keins? DAS wäre doch mal eine Frage…

Doktor D April 24, 2013 um 17:33

Aber das ist doch klar: Ich wäre gerne ein muskelbepackter schwarzen Mann, der großartige Musik produziert, ein superlaufendes Business für DJ Paraphernalia hat, im Jahr 110 Mio $ macht und zu allen coolen Parties dieser Welt eingeladen wird!

Carlos Manoso April 24, 2013 um 17:46

@Doktor D April 24, 2013 um 17:33
„Aber das ist doch klar: Ich wäre gerne ein muskelbepackter schwarzen Mann, der großartige Musik produziert, ein superlaufendes Business für DJ Paraphernalia hat, im Jahr 110 Mio $ macht und zu allen coolen Parties dieser Welt eingeladen wird!“

Doktor D, eine herzzerreissende Hookline hört sich ganz anders an ….

h.huett April 24, 2013 um 17:46

Q & Soldat

Die Freude über die Evidenz von Alternativen schwindet mit jedem Detail dieser Alternativen. Eine politische Abstraktion ;-)

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 18:03

“Uli Hoeneß hat in dieser Zeit angeblich privat finanzielle Probleme.” Man beachte die Quelle.

Q. April 24, 2013 um 18:06

@HH
Dein Eindruck ergibt sich daraus, weil Du auf Parteien schaust und ideologische Lager einordnest.
Nicht auf Probleme, Umwälzungen, neue Konstellationen.

Ursächlich dafür ist wohl, daß Du diese Europa-phorie immer noch nicht abgelegt hast.
;)

Carlos Manoso April 24, 2013 um 18:06

@h.huett April 24, 2013 um 17:46
„Die Freude über die Evidenz von Alternativen schwindet mit jedem Detail dieser Alternativen. Eine politische Abstraktion“

Huett, wiesaussieht, muß sich schwarz-weiss (abstrakt) in bunt (konkret) verändern, bevor sich bunt wieder in schwarz-weiss zurückverändern kann.

h.huett April 24, 2013 um 18:16

Q
Euphorie? Woher nimmst Du das? Meine Skepsis ist abgrundtief. Was da in Frankreich passiert, entwickelt sich in Zeitlupe zu einem Albtraum. Eine ökonomisch und politisch gedemütigte Nation. Oberlehrerhafte deutsche Nachbarn. Eine Masse an aufgebrachten Konservativen gleich welcher Glaubensrichtung. Am Ende kommt es nach 2017 zu einer Situation, in der eine linke deutsche Regierung mit einer FN- Regierung in Paris zu tun bekommt. Keine Lösung in Sicht. Die Probleme werden explosiv. Und diese single issue Kasper unter der AfD-Kappe kapieren im Flaggentaumel nix.

Carlos Manoso April 24, 2013 um 18:22

@f.luebberding April 24, 2013 um 18:03
“Uli Hoeneß hat in dieser Zeit angeblich privat finanzielle Probleme.” Man beachte die Quelle.“

Luebberding, die Krise des fiktiven Kapitals ist der Kern der “Eurokrise”. BILD will im Falle Uli Hoeness aber nur auf das Platzen der Dotcom-Blase im März 2000 hinaus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase

Doktor D April 24, 2013 um 18:36

Und die berühmt-berüchtigte BILD Leserumfrage fordert auch shcon den Rücktritt. Die Dinge spitzen sich zu. Aber die alles entscheidende Frage lautet doch: Darf Hoeneß mit nach Barcelona?

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 18:37

Carlos

Darum geht es nicht. Das hatte ich schon gestern geschrieben. Der Sport-Chef der Bild berichtet von den “angeblichen finanziellen Problemen” von Hoeneß. Der weiß, was er schreibt.

Carlos Manoso April 24, 2013 um 18:44

@f.luebberding April 24, 2013 um 18:37
„Carlos
Darum geht es nicht. Das hatte ich schon gestern geschrieben. Der Sport-Chef der Bild berichtet von den “angeblichen finanziellen Problemen” von Hoeneß. Der weiß, was er schreibt.“

Luebberding, der will offensichtlich eben nicht wissen, warum Hoeness im Jahre „2000 … Probleme“ bekam:
„Die deutschen Aktienindizes erreichten ihren Höhepunkt am 13. März 2000, dem Tag des Infineon-Börsengangs. Auch die in dieser Zeit zu einer Art Volkssport ausgeartete Spekulation mit Neuemissionen erreichte ein noch nie dagewesenes Ausmaß: Am 13. März wurden so viele Infineon-Aktien gehandelt, dass die Handelssysteme der Frankfurter Wertpapierbörse und damit zugleich die Orderverarbeitungen einiger Bankhäuser zusammenbrachen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 18:50

Carlos

Ich weiß übrigens auch nicht, warum Hoeneß finanzielle Probleme bekam.

Carlos Manoso April 24, 2013 um 18:59

@f.luebberding April 24, 2013 um 18:50
„Carlos
Ich weiß übrigens auch nicht, warum Hoeneß finanzielle Probleme bekam.“

Luebberding, das könnte nur eine Steuerprüfung bei Hoeness klären, wird es aber nicht, weil die 10-Jahresfrist schon längst vorbei ist.

Übrigens, wenn Hoeness seit dem Börsengang von Infineon (München) als Zocker unverdrossen dabeigeblieben sein sollte …
http://www.welt.de/wirtschaft/article113761141/Infineon-bleibt-auf-technologischem-Vorsprung-sitzen.html

f.luebberding f.luebberding April 24, 2013 um 19:12

Carlos

Wie gesagt: Das ist erst einmal nur ein Gerücht, oder doch (?), eine Vermutung via Bild. Alles andere Spekulation.

4:0 April 24, 2013 um 19:13

Diesen Strang schließen – weil der Konkunktiv bereits durch die Wirklichkeit überholt wurde.
4:0 für WurstUlli.

Carlos Manoso April 24, 2013 um 19:21

@f.luebberding April 24, 2013 um 19:12
„Carlos
Wie gesagt: Das ist erst einmal nur ein Gerücht, oder doch (?), eine Vermutung via Bild. Alles andere Spekulation.“

Luebberding, vertrau einfach auf die Vermutung via Bild: „Der Sport-Chef der Bild (….) weiß, was er schreibt.“

gelegentlich April 24, 2013 um 19:26

@4.0
Für eine politische Unterhaltung wie diese hier ist doch “auf dem Platz” bestenfalls die Hintergrundmusik. Hier geht es darum was aus der politischen Botschaft dieser selbstgeschaffenen Figur wird. Und aus der monströsen Anmaßung von ihm und ähnlichen Leuten, sie hätten in diesem Land mehr als eine überdurchschnittlich laute Stimme, nämlich irgendetwas zu gestalten außerhalb der Regeln, die für Andere gelten.

4:0 April 24, 2013 um 19:29

Nö.

gelegentlich April 24, 2013 um 20:03

@4:0
Ich bin kein Snob, aber ,,Nö” ist nicht nur zu wenig elaboriert, es ist unverständlich. Als unbegründete Behauptung vom Papierkorb nicht verschieden.

h.huett April 24, 2013 um 20:38

Q

Eine Szene aus Bruno Le Maires Memoiren Jours de Pouvoir. Deutsch- französischer Gipfel in Freiburg. Der souveränste aller souveränen Staatspräsidenten stimmt einen Lobgesang auf die deutsch-französische Freundschaft an. Es ist ein grauer Tag, der die Müdigkeit im Gesicht der Kanzlerin unterstreicht.

Sie antwortet auf Sarkozy erst einsilbig mit einem “So!”, beugt sich griesgrämig über ihre Papiere und sagt dann:”Das wichtigste ist, dass der Euro überlebt!”

Ist das nicht gespenstisch?

ruby April 24, 2013 um 21:43

@ hh

Kann das “gespenstich”-fühlen gut nachvollziehen – leider.
Aber die aussichtslose Position in die die merkelsche Politik Europa manöveriert wird enden. Immer mehr Bürger erkennen und werden handeln. Man kann diese Gestalten schon garnicht mehr sehen, hören oder sonst was … enough is enough .

Bundestag heute eine Katastrophe und dann die DRadiomeldung, dass CSU-Leute ihre Verwandten z.B. als Sekretärinnen für 3.500€ netto auf Staatskosten im eigenen Büro beschäftigen – einfach nur ekelhaft. Großes Reinmachen steht an. Die Amigoarmada wird verschwinden.

kurms April 24, 2013 um 21:48

h.huett: “Am Ende kommt es nach 2017 zu einer Situation, in der eine linke deutsche Regierung…”

Eine linke Regierung in Deutschland? Wie soll ich mir das vorstellen? Und komm mir jetzt nicht mit der Sozialdemokratisierung der CDU…

bleistift April 24, 2013 um 21:52

@ kurms

Vermutlich ist damit gemeint dass die AfD dem konservativen Lager Stimmen kosten könnte. Dies könnte einer linken Regierung zur Macht verhelfen.

kurms April 24, 2013 um 22:00

@bleistift

Was spricht denn gegen Schwarz-Gelb-AfD? Ausser daß dann Schwarz-Rot wahrscheinlicher wäre?

gelegentlich April 24, 2013 um 22:04

@kurms
Dass dann Schwarz-Rot käme. Hat man den Eindruck die SPD wolle gewinnen, um dann was zu gestalten? Wenn die Glaubwürdigkeit weg ist (nicht von der Agenda 2010 distanziert) ist egal was man “fordert”.

bleistift April 24, 2013 um 22:06

@ kurms

Was dagegen spricht? Soll man das jetzt ernsthaft erläutern? Eine Koalition zwischen SPD-Grünen-Linkspartei ist auf Bundesebene wahrscheinlicher als eine Regierungsbeteiligung der AfD.
Die außenpolitischen Positionen der Linkspartei sind schon kritisch. Mit den außenpolitischen Positionen der AfD ist kein Staat zu machen.
Mal abgesehen davon, dass es sich meiner Meinung nach eh um eine Retnerpartei handelt. Vermutlich wird es nicht die letzte gewesen sein.

kurms April 24, 2013 um 22:10

@gelegentlich “Dass dann Schwarz-Rot käme.”

Sag ich doch. Ist aber auch keine linke Regierung. Allerdings blickt Hans ja schon auf 2017. Da halte ich es für wahrscheinlicher daß bis dahin Schwarz-Gelb-AfD zusammenkommen als daß sich die SPD wieder sozialdemokratisiert.

topi April 24, 2013 um 22:14

Hat Bayern den falschen gekauft? :roll:

bleistift April 24, 2013 um 22:20

@ kurms

“Da halte ich es für wahrscheinlicher daß bis dahin Schwarz-Gelb-AfD zusammenkommen als daß sich die SPD wieder sozialdemokratisiert.”

Und auf welcher Grundlage halten Sie das für wahrscheinlich?
Könnten Sie vielleicht mal aus einer (imaginierten) Regierungserklärung zitieren?
Würde mich interessieren.

topi April 24, 2013 um 22:40

Deutschland-Spanien 8:1 .

Da hat doch der Schäuble Zusatzprotokolle zu den Rettungspaketen geschrieben.

bleistift April 24, 2013 um 22:49

Tja, wir sind halt einfach die Besten!

ruby April 24, 2013 um 22:49

Ganz schön kostspielig diesen Pott zu holen ;-)
von den Reisekosten mal abgesehen …

h.huett April 24, 2013 um 22:50

topi

Die Folgen sind klar. Spanien und Italien (mit dem Wurmfortsatz Österreich) rüsten nuklear auf. Deutschland bleibt das verboten. “Noch ein Tor, Müller (usw.), und wir zünden Atomraketen!” – Is ja schon gut, Comrade. Hier hast Du Deinen Sieg.

Die Demütigungen übersteigen das symbolisch zuträgliche Maß. In der Antike nannte man das Hybris. Wir könnten auch sagen, nun liegt das Vorabendprogramm hinter uns und das wahre Drama beginnt.

h.huett April 24, 2013 um 23:00

Bald ist es so weit, dass die Anwärter des Auswärtigen Dienstes neben den trainierenden Perückenheinis sitzen und leise zischen: “Jetzt reichts! Schluss!”

bleistift April 24, 2013 um 23:03
petervonkloss April 24, 2013 um 23:04

@ F. B.

Mir gings in erster Linie um die von mir zitierten Sätze.:

„Handelt es sich bei der ständigen EU-Erweiterung um eine „Eliteverschwörung gegen den gesunden Menschenverstand“, wie die „Welt“ vermutet? Vieles spricht dafür. Andererseits: Das Wort „Elite“ passt nicht. Dafür müssten die EU-Verantwortlichen, laut „Elite“-Definition, „überragende intellektuelle, ökonomische und soziale Fähigkeiten“ aufweisen.
Stattdessen tun sie eher alles, um möglichst überheblich, nachlässig oder gar dumm zu erscheinen.“

@ h. h.

Im „Flaggentaumel“ per Brustbinde war nur einer zu sehen, und der saß meistens ruhig da. Zumindest im TV.

h.huett April 24, 2013 um 23:13

pvk

Am Ende ging er natürlich nicht auf die Barrikaden, aber ritt seinen Stuhl, der Stolze.

petervonkloss April 24, 2013 um 23:15

Tja, mit den Besten ist halt kein Sozialismus zu machen.

Soldat Schwejk April 24, 2013 um 23:18

@ Q und H.Hütt

Ja, die unerfreulichen Details der Alternativen… Also @HH, was die Linke angeht, so glaube ich zu wissen was Du meinst. Als ich hier mal ein Jahr pausiert habe, da habe ich mich an anderer Stelle im Netz mit eben jenen gefetzt, was auch so seine lustigen Momente hatte… Du verwechselst bei denen, wie ich denke, aber gelegentliche Lautstärke mit realem Einfluß in der Partei.

Was die AfD angeht… nun, von der politischen Tradition her stehen mir die sowieso ferner. Die durchgeknallten Typen in ihren Reihen dürften sie vermutlich aber auch kaltstellen. Der Lucke selbst scheint mir, nach dem Gespräch mit Bartsch zu urteilen, doch ein smarter und weitsichtiger Typ zu sein, der aus der Rolle einer tiefschwarzen Ersatz-CDU von Beginn an raus will.

Nur, @Q, der Lucke ist da natürlich nicht der alleinige Bestimmer. Unter den anderen Gründern scheinen da doch einige zu sein, Gauland etwa, die noch gar nicht mal primär des Euro wegen mitgemacht haben, sondern die einfach mit Merkel, von der Leyen etc. fremdeln und die gern ihre schwarzrußige Kalte-Kriegs-CDU wiederhätten.

Da kann ich mir schon gut vorstellen, wenn Merkel erst mal ihre Ämter aufgibt (wie hier schon spekuliert) und die Schwarzrußigen in der CDU wieder Aufwind kriegen, dann wird zumindest ein großer Teil der jetzigen Alternativen gar kein Problem damit haben, mit der Post-Merkel-CDU zusammenzugehen und deren ultrakonservatives Korrektiv sein zu wollen. Euro hin, DM her…

Zit. @Q – “Sehr lustig wäre das hinsichtlich der anzunehmenden Wählerschaft dieser beiden Parteien: bei der AfD werden sehr viel mehr Leute sitzen, denen noch nicht klar ist, daß eine neue D-Mark auch Auswirkungen auf ihre Lebensversicherungen und Fonds haben wird …… wohingegen die Klientel der Linkspartei sicher überdurchschnittlich von frischen neuen knackigen D-Märkern profitieren würde …..”

Ja, das ist wohl eine begründete Annahme. In den eh deindustrialisierten Regionen des Ostens dürfte eine Aufwertung fast ausschließlich positive Effekte haben.

Zum Fußball: Gestern schrieb ich was zum Duell transnationaler Betriebswirtschaften. Komisch, bei Bayern gegen Barca empfinde ich’s wirklich so, aber für Borussia Dortmund kann ich mich dann doch immer wieder begeistern… Eine Projektion von Klassenbewußtsein?

bleistift April 24, 2013 um 23:20

Ja aber er konnte nicht mal akzentfrei Deutsch sprechen…!
Der stolze Deutsche!

h.huett April 24, 2013 um 23:22

Schweijk

Dortmund ist im Kontrast zu den spanischen Mannschaften so was wie die wilden Skipetaren. das blanke Elend mit ein bisschen Luxus für 37 Mio pro Nase on top. Tatsächlich ein postalbanisches Leuchtfeuer der Ballkunst. Sonst gibts da ja nix (ok, Uni, aber was für eine?)

bleistift April 24, 2013 um 23:33

Unterhalb der Gürtellinie!
Sorry!

Q. April 25, 2013 um 01:52

@Soldat

wohin sich die AfD über den einen Hauptpunkt hinaus entwickelt (wenn überhaupt), das wird sich erst in der Länge zeigen. Lucke hat erst mal klare Linien gezogen (wobei ich mir über seine Rolle und seine Vorstellungen auch noch nicht ganz im Klaren bin).

Mir scheint das eher nostalgische Gründe zu haben, wenn man sich jetzt über einige Gestalten so gerne gruselt (oh liebgewonnene Feindbilder ;) ). Natürlich sind da eine Menge Arschgeigen dabei …. (wie in jeder Partei) — aber bitte: das sind immerhin euroskeptische Arschgeigen, die setzen sich jetzt für ein höchst vernünftiges Ziel ein.
Und wenn die AfD auch nach “stark rechts” (im wirklichen, nicht nur imaginären Sinne) ausstrahlt: ist doch prima, wenn diese Leutchen nicht NPD oder sonstwas wählen, wenn auch “xenophob Anfällige” sich mit ihren Sorgen irgendwo politisch aufgehoben fühlen ….. auch Knallköpfe sollten demokratisch eingebunden werden, ist besser so.

Die Programmatik ist jedenfalls liberal-bürgerlich-konservativ, und da wird man sehen, inwieweit sich die darin liegenden Ansätze auswirken werden.

ruby April 25, 2013 um 06:19

@ hh

Um 7:15 Uhr sabbert wieder der Bundesfinanzminister im Rundfunk über Austeritätssülzenpolitik seiner Deutsche Bank U-Boots-Ideologen der Globalisierungsgeilheit vermögender Kapitalzinszieher.
Höre schon den Morph :
Spinner können mit Worthülsen in WWW-Netzen nichts verändern … mit drittklassigen Musiklinks sich nur exkulpieren !!!
Die Zeit der Altherrenriegen und Propagandatussen ist vorbei.
Jede Sekunde draussen, jedes Wort, jeder Satz ist Kampf, Aufklärung, Kommunikation mit den Menschen, die bilden, arbeiten in unseren Städten und Gemeinden unserer Kultur .
Ernneuerung mit Milliarden €€€ in neue Techniken, Sauberkeit, Integration und gegen Armut von Alten, Jungen und Beschäftigten steht an . Zuerst im Kopf, dann in den Ideen und Konzepten, Arbeitsinhalten und Finanzierungen, Planungen, Leistungsverzeichnissen, Ausschreibungen, Ausführungen und im Controlling.
No more Nebelkerzen, Ablenkungsverschleierungen – Klartext.
Mit Engagement, Sachlichkeit, Freude, Humor – Musik.
Ihr alle seid dran .
Von gespenstisch zu fantastisch !?…

ruby April 25, 2013 um 06:41
ruby April 25, 2013 um 08:00
ruby April 25, 2013 um 08:08
kurms April 25, 2013 um 08:12

@bleistift “Und auf welcher Grundlage halten Sie das für wahrscheinlich?”

Weil der Machtanspruch unter den Konservativen über viele Differenzen hinweghilft. Außerdem hat Mutti doch nichts dagegen wenn andere Länder den Euro verliessen. Das fände sie zwar bedauerlich, aber Reisende solle man nicht aufhalten.

gelegentlich April 25, 2013 um 08:14

“Dortmund ist im Kontrast zu den spanischen Mannschaften so was wie die wilden Skipetaren.”
Glaube ich nicht. Das gilt nicht für die “spanischen Mannschaften”, das gilt für Real Madrid und Bayern München.
Man nenne sie wilde Skipetaren oder nicht: das Überraschungsmoment, das Unvorhersehbare daran, die Gruppe, die über sich hinauswächst und dem Geldgesocks die Schau stiehlt – das ist das, was die Leute sehen wollen. Da fiebern sie mit, statt nur Geld zu zählen.
Wenn Dortmund klug ist läßt man Lewandowski, nach dem Sieg in Wembley natürlich, ziehen wenn er denn will, für möglichst viel Geld. Damit bleibt man bei der David gegen Goliath-Nummer. Und die bewegt die Leute viel mehr.

gelegentlich April 25, 2013 um 08:23

Anders ausgedrückt: das erinnert ein wenig an eine andere Gruppe, an die Besatzung in dem Film “Das Boot”. Das sind die Bilder, die Phantasien, die die Leute brauchen um ihren neoliberalen Alltagsscheiss bewältigen zu können. In einer Situation wie dieser treten die alten Herren der AfD mit ihren Fonds und ihrer Sehnsucht nach auskömmlichen Zinsen halt mal ein wenig in den Hintergrund.

topi April 25, 2013 um 08:31

Hmm, bei mir war gestern Abend der Blog nicht erreichbar, andere Seiten schon; aber offenbar war er nicht unten, seltsam.

AfD, quo vadis

„Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!“

Wurde auch noch von Seehofer gebraucht, mit Union statt CSU.

Für ersteres Zitat muss man die ältere Diskussion um eine “Vierte Partei” mit einbeziehen (zählen konnten die allerdings nicht :roll; ).

Mit der “Linkswende” der FDP gab es zwei “Linke” Parteien, und nur eine (bundesweit jedenfalls) “Rechte” Partei. So kam die Idee einer “CSU für alle” auf. Natürlich auch zur D-weiten Verbreitung der Lederhosenkultur, schätze ich mal.

Nachdem Strau0ß 1980 doch eine deutliche Klatsche gegen Schmidt einfuhr, war die CSU wieder etwas geschrumpft und die Idee vom Tisch.

Und die “vierte Partei” waren dann die Grünen, also deutlich linker als die anderen “Linken” damals. So kanns gehen. :roll;

Der Punkt, dass National”liberale” und Erzkonservative keine eigene politische Heimat hatten, da die Union auch Volkspartei spielen musste, blieb jedoch.

Deshalb der Spruch der CSU-Größen, um diese Klientel einzubinden. Reps und NPD schafften es denn auch nur sehr partiell, in diesen Raum mit erheblichem Wählerpotenzial vorzustoßen.

Wie ich schon ausführte, es gibt (im Prinzip) immer die Tendenz der Großen Parteien in die “Mitte”, bis am Rand soviel Platz ist, dass dort etwas neues entsteht.

Den Platz, den die Merkelunion am rechten Rand hinterlässt (und auch Seehofer ist nun kein Strauß, wohl nichtmal ein Streibl), ist mittlerweile gigantisch.

Insofern ist der logische Weg vom kleinen Alf vorgezeichnet.

Daneben gibt es natürlich auch “Querfront”-Potenzial bei diversen Sachthemen. Beim Euro ist dies besonders groß; zumindest, wenn man dieses auch in den Medien herrschende Dogma” Deutschland hat am meisten vom Euro profitiert” (weil Arbeit auch für 3 Euro fuffzig frei macht, sollte man gedanklich ergänzen) durchbrechen kann.

Der AfD wird bis zur Wahl natürlich beide Gruppen massiv ansprechen wollen.

Und auch können; in der Linkspartei fehlt bisher offenbar die richtige Entgegnung: “Ihr seit doch die Lohndrücker und Sterschenkungsbefürworter, die Klein Erna und Schütze Arsch zu den EUro-Verlierern gemacht haben!!”; und SPD und Grüne sind ja eh staatstragend.

holger April 25, 2013 um 08:53

Naja, der innere Frieden in Spanien ist gewährleistet…

bekanntlich mögen sich Real und Barca nicht.

Aber der Hammer wird wohl das Endspiel im WO Stadion?

2 Deutsche Mannschaften auf der Insel im

http://de.wikipedia.org/wiki/Wembley-Stadion

Das ist Geschichte… :D

jmg April 25, 2013 um 09:14

“Steueraffäre: Anruf von Hoeneß

Der stern hat Informationen über einen geheimen Fußballschatz in der Schweiz [Nummernkonto 4028BEA: Zeitweise 500 Millionen Euro,jmg] Uli Hoeneß eine schwarze Kasse[20 Millionen Euro, jmg]. Wie passt das zusammen? In der Bank Vontobel treffen zwei Geschichten aufeinander.”

“Uli Hoeneß hat angerufen. Das ist in diesen Tagen eine Nachricht. Es ist schon spät am vergangenen Samstagabend, dem 20. April, als der Bayern-Patron auf dem Handy des stern-Chefredakteurs Andreas Petzold durchkommt. Aber Hoeneß muss etwas loswerden. Und das tut er mit der für ihn typischen Deutlichkeit.”

“Nach neuen Recherchen zu dem Fußballschatz befanden sich darunter zeitweise für rund 40 Millionen Euro Aktien der Deutschen Telekom AG.”
Die Telekom ist ein Hauptsponsor der FC Bayern AG und ist auch mit Timotheus Höttges (Vorstand Finanzen und CONTROLLING der Deutschen Telekom AG) in dessen Aufsichtsrat vertreten.

“Zudem wurden offenbar Wertpapier- und vor allem Devisengeschäfte in zweistelliger Millionenhöhe getätigt.”

“Hoeneß bestreitet solche Summen [Zeitweise 500 Millionen Euro,jmg] energisch, die seien “absurd”. Von dem ominösen Konto will er nichts wissen. Sein Depot, so versichert er, habe in der Spitze einen Wert von 15 bis 20 Millionen gehabt.”

“Und weiter: Er habe vor über zehn Jahren einen Millionen-Kredit des 2009 verstorbenen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus bekommen und das Spekulieren begonnen, so Hoeneß. Mit Wertpapier- und Devisengeschäften.”

“Hoeneß nennt in dem Gespräch auch ein Datum: den 12. Januar 2013, einen Samstag. An diesem Tag habe er die ÜBER MONATE VORBEREITETE Selbstanzeige schließlich eingereicht.”

http://www.stern.de/wirtschaft/news/steueraffaere-anruf-von-hoeness-2001920.html

Hotte April 25, 2013 um 09:16

Schweijk

“Der Lucke selbst scheint mir, nach dem Gespräch mit Bartsch zu urteilen, doch ein smarter und weitsichtiger Typ zu sein, der aus der Rolle einer tiefschwarzen Ersatz-CDU von Beginn an raus will.”

Und vorher:

“Wobei, um bei der alten Begrifflichkeit zu bleiben, ich der AfD nicht so recht über den Weg traue und befürchte, sie wird sich bei der ersten Weggabelung dann doch wieder mit der Aristokratie ins Bett legen.”

So siehts aus. Wer ist denn dieser Lucke? 2005 war er Mitautor des “Hamburger Apells”:

http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/wiso_vwl_iwk/paper/appell.pdf

Eine kritische Betrachtung des Textes findet sich bei E. Kreutzer, aber eigentlich braucht man die nicht. Der Text spricht für sich.

http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/14039VersammelterUnverstand.html

topi April 25, 2013 um 09:42

Der Hamburger Appell ist allerdings nicht “konservativ”, sondern “neoliberal; mikroökonomisch-betriebswirtschaftliche Dumpfökonomie, eine Sammlung von Behauptungen, ohne Belege.

Oft sammeln sich Neoliberale und Erzkonservative in einer Partei; das ist aber nicht zwangsläufig.
Meist geht es so: die ureigene Zielgruppe der Neoliberalen sind nur wenige Prozentpünktchen; deshalb hängt man sich “Konservative” Mäntelchen um, damit auch Klein Erna erreicht werden kann.

Die wählt dann ihre eigene Rentenkürzung und Schließung ihres Schwimmbades, und kriegt dafür im Gegenzug Schwulenbashing.

topi April 25, 2013 um 09:45

jmg

Nun hörst du gerade mit dem Zitat auf, als es spannend wird. ;-)

“Hoeneß sagt: Nachdem absehbar gewesen sei, dass ein geplantes Steuerabkommen mit der Schweiz scheitere, das Steuersündern gegen Abschlagszahlung Amnestie versprach, habe er seine Selbstanzeige auf den Weg gebracht. Hoeneß nennt in dem Gespräch auch ein Datum: den 12. Januar 2013, einen Samstag. An diesem Tag habe er die über Monate vorbereitete Selbstanzeige schließlich eingereicht. Damals recherchierte der stern längst im Fall des angeblichen Fußball-Kontos. Am Montagmorgen, dem 14. Januar, konfrontierte der stern die Bank. Hoeneß dementiert einen Zusammenhang. Die zeitliche Nähe von Selbstanzeige und Recherche sei Zufall.”

Zufall ist möglich, klar. Aber wie wahrscheinlich?

Linus April 25, 2013 um 09:47

@Q:
Zur Phoenix-Debatte: Der wesentliche Unterschied ist doch, dass die einen den Euro abwickeln wollen, während die andern ihn behalten wollen. Nun verstehe ich nicht, warum die Linke sich ohne Not auf die Position ‘Euro behalten’ festgelegt hat. Meinem Eindruck nach analysiert sie doch sonst die Situation einigermassen sachlich. Hier scheint sie aber Scheuklappen vor den Augen zu haben.

Vielleicht ist dieses Verhalten aus parteitaktischen Gründen nicht schlecht (Abgrenzung, ‘nicht populistisch’, Aufsplitterung des konservativen Lagers etc.).

Ökonomisch und politisch ist diese Position jedoch äusserst fragwürdig. Tatsächlich impliziert sie den Aufbau einer funktionierenden Transfer-Union mit dementsprechend ‘konditionierten’ Teilnehmern. Dazu fehlen derzeit die politischen Institutionen und Strukturen. Die sind im Moment weder hüben noch drüben demokratisch durchsetzbar, allein schon aus zeitlichen Gründen. Mag sein, dass Herr Schäuble es deswegen mit der Brechstange versucht. Diese Methode setzt jedoch das gesamte europäische Projekt auf Spiel.

Umgekehrt lassen sich ökonomische Ungleichgewichte in einem System mit verschiedenen Währungen wesentlich leichter überwinden als in einem gemeinsamen Währungsraum.

Würde man heute die Beitrittskriterien nochmal an alle Mitgliedsländer anlegen, so bliebe von der Währungsunion nichts übrig. Folglich ist der einzige Grund für ein Festhalten am Euro die Angst vor ökonomischen Verwerfungen, die bei einer Zerschlagung auftreten würden.

Tatsächlich führt aber das weitere Festhalten eindeutig zu einer allgeminen Verschärfung der Probleme. Ein weiteres Hinauszögern ist daher ausschliesslich egoistisch motiviert. Und hier gibt die deutsche Politik den Ton an. Und alle anderen Regierungen richten ihr Verhalten dementsprechend aus.

Damit zurück zur Ausgangsfrage: Warum gibt sich Linke für sowas her?

Frankie Bernankie April 25, 2013 um 09:49

@holger

“Aber der Hammer wird wohl das Endspiel im WO Stadion?”

Ich hab aber schon gehört, dass die Engländer das Endspiel ins “Swindon Greyhound Stadium” auslagern wollen – dort werden üblicherweise Hudnerennen durchgeführt , 4.000 Plätze.

Aus “Sicherheitsgründen”, wie es grinsend-süffisant heisst.

Perfides Albion.

holger April 25, 2013 um 10:06

Frankie B.

LOL ROFL LMAO :D

holger April 25, 2013 um 10:08

Das Wembley-Stadion ist das Nationalstadion der englischen Fußballnationalmannschaft. Pelé sagte über das Stadion: „Wembley ist die Kirche des Fußballs. Es ist die Hauptstadt des Fußballs und es ist das Herz des Fußballs.“

holger April 25, 2013 um 10:11

Gary Lineker

“Football is a simple game; 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans always win.”

:D

topi April 25, 2013 um 10:18

Linus

Bei der LINKEn sehe ich mehrere Aspekt.

Zunächst der generelle Verstandvernebelungseffekt auf der Seite nahezu jeder Linken, wenn es um “Internationalismus” geht.
Klar geht es auch europaweit um die zunehmende Verschiebung der Einkommen hin zur Kaitalseite und “angehängter oberer Dienstklasse”, da ist durchaus ein Ansatz für Internationalismus.

Aber deshalb bleibt natürlich eine Währungsunion eine Währungsunion, mit allen Konsequenzen.
Als ob sie keinen Flassbeck lesen.

Eine Transferunion zu diesen Preisen ist völliger Unsinn.
Man nehme zur verdeutlichung ein extremes Beispiel: in Vorpommern werden alle Preise (also auch Löhne und Lohnersatzleistungen etc. ) verdoppelt; die Wertschöpfung steigt natürlich nicht in diesem Maße (es findet bei der Binnenwirtschaft durchaus ein Anstieg statt, alles nach außen schmiert natürlich ab) statt, und die anderen Bundesländer sollen dies per Transfers ermöglichen. Käse, aber totaler.

(natürlichbraucht eine funktionierende WU transfers, aber auf gesunder Basis, die wäre erst wieder herzustellen).

Dann scheinen sich Teile der LINKEn auch staatstragend zu definieren. Sitzen also voll im Deutschland-profitiert-Boot, Arrbeit für alle und so.

Schließlich gibt es auch einen nachvollziehbaren Grund: der Euro führt ja nicht per se zum Ausbau des Niedriglohnsektors in D, nur er wirkt halt dahingehend, dass die Effekte (Exportüberschuss) nicht gleich wieder verschwinden.

Damit der Euro für Schütze Arsch und auch Medianmichel nicht Wohlstandssenkend wirkt, muss die EInkommensverteilung in D wieder auf den richtigen Weg gebracht werden. Also das ureigenste Anliegen der LINKEn.
Da hätten sie dann doch den Flassbeck gelesen.

Nur wie sie das medial rüberbringen, lässt stark zu wünschen übrig.
Niedrigere Refinanzierungskosten für Südlander, ja mei. Das hat aber nur sehr wenig Einfluss af die preisliche Wettbewerbsfähigkeit, das müsste ihnen klar sein. Un ddann die richtigen Prioritäten setzen.

topi April 25, 2013 um 10:19

Linus, im “unvorstellbarkeitsfaden” harrt noch eine Frage deiner Beantwortung. ;-)

Bin jetzt aber weg, bis nachts.

Hotte April 25, 2013 um 10:24

Linus
“Warum gibt sich die Linke für sowas her?”

Vermutlich gehört eine nicht-nationale Orientierung zur linken Political Correctness, mit der Muttermilch aufgesogen:

|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|

Sie sollten diesen antiquitierten Scheiß endlich über Bord werfen, dann wären Sie vielleicht mit gutem Gewissen wählbar (so tu ich’s mit ‘nem Zähneknirschen…).

jmg April 25, 2013 um 11:09

@topi

Momentan sieht es so aus, dass die Sache mit dem Datum der Selbstanzeige nicht das größte Problem für den Uli ist, eher der Inhalt.

Vielleicht gibt es ja mehrere Konten? Oder hat sich der Stern mit dem Nummernkonto vielleicht verrannt. Die können ja bis heute nicht nachweisen, dass 4028BEA (BEA=Bavarian Evasion Account?) dem Uli zuzuordnen ist. Woher haben sie die Nummer? Schweigen im Walde. Haben sie eine Steuer-CD mit der Nummer gesehen, die schon im Besitz irgendeiner Finanzverwaltung war? Das ist dann heikel für den Uli.
Interessant wäre es auch zu wissen, wie die bayerischen Steuerbehörden momentan dieses Nummernkonto beurteilen. Ignorieren sie es oder haben die schon eine Anfrage gestartet? Die Schweizer wollen doch gerade ihren Ruf als Steuerparadies los werden und sind daher an einer Zusammenarbeit in diesem Fall vielleicht interessiert. Andererseits, wenn es nur ein Konto gibt und er mit einem Hebel von 100:1 spekuliert hat, kann er mit 10 Millionen eine Summe von 1 Milliarde bewegen. Vielleicht erklären sich so die “zeitweise” hohen Beträge. Hellhörig macht die Journalisten von Stern sicher auch, dass er Konto 4028BEA (oder nur die Beträge?) mit seiner “typischen Deutlichkeit” als “absurd” bezeichnet.
Der Uli sollte sich, wenn er seine Chancen verbessern will, an den Rat seiner Anwälte halten und nichts sagen.

gelegentlich April 25, 2013 um 12:44

Wer mal die Kloppertruppe der AfD-Fans in Aktion sehen will:

http://forum.spiegel.de/f22/finanzkritiker-jean-ziegler-die-schweiz-ist-die-hehlerzentrale-der-welt-88774.html

Beweise dafür, dass Erkenntnisinteresse die Intelligenz und das einfache Beobachtungsvermögen totschlagen kann, gibt es an sich genug. Hier halt ein weiterer.

holger April 25, 2013 um 12:59

jmg

Hebel kennt Topistaner Monk nicht… der grübelt lieber darum, wie man Tomaten und Tofu tauschen kann.

h.huett April 25, 2013 um 13:25

Q. & Schweijk

Hier ein historisch etwas weiter gefasster Blick auf Deutschland und Europa http://www.economist.com/blogs/prospero/2013/04/brendan-simms-germany-and-europe

petervonkloss April 25, 2013 um 13:47

@ gelegentlich

Ich gerate in geradezu atavistische Bereiche bei einem wie Jean Ziegler.
Wer ihn auch nur ein bischen kennt, weiß, daß er wohl der schwachsinnigste
Gutmensch auf Erden ist. Ein christlich – sozialistischer Décadent
von außergewöhnlichen Gnaden.

gelegentlich April 25, 2013 um 13:54

@petervonkloss
Wenn es Sie nicht gerade in physisch gefährliche Abgründe der Inkontinenz wirft: warum “schwachsinnig”. Für diese überhaupt kein bißchen ausgeführte Wertung wäre die Zuschreibung “kurz” ja durchaus geschmeichelt.

gelegentlich April 25, 2013 um 13:58

@petervonkloss
Man würde etwa in wenigen Aussagen aufzeigen warum seine Thesen falsch sind, wie diese:
“Die Schweiz ist die Hehlerzentrale der Welt”
“Ziegler: In der Schweiz wird Geld aus drei illegalen Quellen angelegt: der Steuerhinterziehung in anderen Industriestaaten, dem Blutgeld von Diktatoren und anderen Herrschern in der dritten Welt und dem organisierten Verbrechen.”

Auf den ersten, vielleicht uninformierten (dem müßten [b]Sie[/b] abhelfen!) Blick nicht schwachsinnig. Vielleicht sind andere Plätze noch angesagter?

holger April 25, 2013 um 14:25
Carlos Manoso April 25, 2013 um 14:26

@petervonkloss April 25, 2013 um 13:47
„Ich gerate in geradezu atavistische Bereiche bei einem wie Jean Ziegler.
Wer ihn auch nur ein bischen kennt, weiß, daß er wohl der schwachsinnigste
Gutmensch auf Erden ist. Ein christlich – sozialistischer Décadent
von außergewöhnlichen Gnaden.“

Petervonkloss, für einen bekennenden „Nationalsozialisten“ (als der du dich selbst bezeichnest) eine durchaus nahe liegende Absonderung von “Geisteskraft”.

gelegentlich April 25, 2013 um 14:35

@Carlos Manoso
Ich bitte doch darum dem Kommentator petervonkloss erst einmal die Chance geben zu wollen seine Begründungen für o.g. Bewertungen hier darzulegen. Würde er kneifen wäre das etwas Anderes. Aber vielleicht ist er gerade einkaufen?

ruby April 25, 2013 um 15:27
Lina April 25, 2013 um 15:38

Ich bin wieder mal schrecklich in Eile.
Aber eine Sache muß ich loswerden.
Dieses Aufsichtsratsmitglied des Vereins regt meine Phantasie an:

Dieter Rampl
Verwaltungsratsvorsitzender der UniCredit Group, Aufsichtsratsvorsitzender der Börse München ;)

https://www.fcbayern.de/de/verein/ag/organe/00158.php

Interessant ist auch der wikipedia Eintrag.

Buenos dias, amigos

petervonkloss April 25, 2013 um 15:47

Jean Ziegler

…….d. h. nicht, daß er manchmal, in einzelnen Punkten, nicht recht hätte.

Es geht um seinen gesamten Habitus des Typus des Erlösers, des „die Welt könnte gerettet werden“ wenn ihr nur
auf mich, Jean Ziegler, hören würdet;

Seine permanente, triefende Betroffenheit ist Ausdruck einer schweren Krankheit; er will „UNS Die Ausnahmen“
zu Leidenden machen, gleich wie ihm.

@ Manoso

Ich habe mich nie als Nationalsozialisten in deinem Sinn bezeichnet. Wie käme ich dazu; meine noch überreichlich
vorhandenen Gehirnwindungen reichen in Bereiche die nicht deinem Kategoriensystem entsprechen.
Ich habe lediglich nahegelegt, neu über einen nationalen Sozialismus nachzudenken.
Das du als Schmalspursalbader immer den NS zur Hand hast, wundert nicht.
Dient deiner Erleichterung nach dem w…..sen.

Carlos Manoso April 25, 2013 um 16:11

@petervonkloss April 25, 2013 um 15:47
„Ich habe mich nie als Nationalsozialisten in deinem Sinn bezeichnet. Wie käme ich dazu; meine noch überreichlich vorhandenen Gehirnwindungen reichen in Bereiche die nicht deinem Kategoriensystem entsprechen. Ich habe lediglich nahegelegt, neu über einen nationalen Sozialismus nachzudenken. Das du als Schmalspursalbader immer den NS zur Hand hast, wundert nicht. Dient deiner Erleichterung nach dem w…..sen.“

Petervonkloss, wenn du hier (im blog wiesaussieht) „lediglich nahegelegt (hast), neu über einen nationalen Sozialismus nachzudenken“, dann sei doch wenigstens mal so ehrlich, hier und jetzt (im blog wiesaussieht) das Ergebnis deines neuen Nachdenkens über den „nationalen Sozialismus“ mitzuteilen.

Ein „Nationalsozialist“ „weiß“wie ein Speichel absondernder Pawlowscher Hund, dass „Jean Ziegler (…) wohl der schwachsinnigste Gutmensch auf Erden ist. Ein christlich – sozialistischer Décadent von außergewöhnlichen Gnaden.“ Ein Petervonkloss verhunzt auf diese seine Art sogar Friedrich Nietzsche, darin ein -besonders abgefeimtes- Exemplar eines über einen über einen „nationalen Sozialismus“ „neu“ „nachdenkenden Nationalsozialisten“.

Nietzsche schrieb beispielsweise über die „guten Menschen“, sie seien der „Anfang vom Ende“. Denn „alles, was sich heute als »guter Mensch« fühlt, ist vollkommen unfähig, zu irgendeiner Sache anders zu stehn als unehrlich-verlogen, abgründlich-verlogen, aber unschuldig-verlogen, treuherzig-verlogen, blauäugig-verlogen, tugendhaft-verlogen. Diese »guten Menschen« – sie sind allesamt jetzt in Grund und Boden vermoralisiert und in Hinsicht auf Ehrlichkeit zuschanden gemacht und verhunzt für alle Ewigkeit: wer von ihnen hielte noch eine Wahrheit »über den Menschen aus.. ” (Nietzsche, „Zur Genealogie der Moral – Was bedeuten asketische Ideale?“

Kurzum, der „gute Mensch“ ist – so Nietzsche- der ungefährliche und nützliche Mensch zugleich, eine Art von mittelmäßiger Mittelmensch, vor dem man sich nicht zu fürchten braucht, den man aber trotzdem niemals verachten sollte. So gesehen ist petervonkloss ein seeehr „guter Mensch“.

gelegentlich April 25, 2013 um 16:19

@petervonkloss
Danke für die Klarstellung. Aber mal im Ernst: wenn Ihre Bewertung auf “…es geht um seinen ganzen Habitus…” zielt dann ist doch das, bezogen auf den Grund, warum ich den Link zu seinem Beitrag eingestellt habe, bestenfalls ein Meta-Argument. Und es ist ein bißchen unfein/unschicklich ein solches ohne jede weitere Erklärung als Blogbeitrag loszulassen. Zumindest nach meiner Meinung.
Was heute Sozialismus wäre resp. sein könnte weiß ich nicht. Als Bürger Europas würde es mich aber freuen wenn das irrsinnige und historisch stets gewalttätige Konzept der Nation jetzt seinen Geist aufgeben muss. Es zwingt auch stets zu mancherlei Schwindel gegenüber unserem historischen Wissen. So hat ein nationalsozialistisches Konzept der Nation die Kurden wegdefinieren wollen. Oder denken wir an das irrsinnige Konstrukt des “Ariers”. Müll, wohin man sieht.

Carlos Manoso April 25, 2013 um 17:50

@h.huett April 24, 2013 um 20:38
« Eine Szene aus Bruno Le Maires Memoiren Jours de Pouvoir. Deutsch- französischer Gipfel in Freiburg. Der souveränste aller souveränen Staatspräsidenten stimmt einen Lobgesang auf die deutsch-französische Freundschaft an. Es ist ein grauer Tag, der die Müdigkeit im Gesicht der Kanzlerin unterstreicht.
Sie antwortet auf Sarkozy erst einsilbig mit einem “So!”, beugt sich griesgrämig über ihre Papiere und sagt dann:”Das wichtigste ist, dass der Euro überlebt!”

Huett, warum ist für Frau Merkel denn das wichtigste, „dass der Euro überlebt“? Ganz einfach: Ohne den Euro wäre der Weltwährungsstatus des Dollars in kürzester Frist mausetot.

Die Krise stellt in Wahrheit die Systemfrage. Die Frage ist in den kommenden Monaten, wie diese Frage weltweit beantwortet werden wird.

Die Rückkehr zu einem auf dem Einsatz von „Massenheeren der Arbeit“ gegründeten System des Weltkapitals ist bereits heute weder möglich noch erstrebenswert. Und die Opfer, die weltweit abverlangt werden („Austerity“), um die (selbst)zerstörerische Dynamik einer widersinnigen Produktions- und Lebensweise noch weiter in Gang zu halten, würden nach einem Exitus von Dollar & Euro vollends zum puren Hohn auf das gute Leben werden, das aufgrund der enormen Produktivkraftentwicklung längst für alle Menschen weltweit potentiell möglich wäre (in einer Gesellschaft jenseits von Warenproduktion, Geld und Staat).

gelegentlich April 25, 2013 um 18:31

@CM
Kleine Bitte. Ich möchte bestimmt nicht Jemandem das Wort abschneiden, aber:
” Die Frage ist in den kommenden Monaten, wie diese Frage weltweit beantwortet werden wird.”
Von diesen Monaten haben wir oft gehört – aber schon seit Jahren, Viele seit Jahrzehnten. Wie wäre es einfach mal enger am Thema des Threads zu bleiben? Oder hier Bescheid geben wenn es soweit ist?
Nein, ich habe auch nichts gegen kreative, “fächerübergreifende” Abschweifungen auf Nebengleise. Aber diese immerdarwährenden Wiederholungen der gleichen Predigt…

holger April 25, 2013 um 18:52

Ich sachte es schon 6-13 Jahre noch :D

ruby April 25, 2013 um 18:52

“Ohne den Euro wäre der Weltwährungsstatus des Dollars in kürzester Frist mausetot.”

Deshalb werden Transatlantiker Europa erst freigeben, wenn Amerika sich andererwelts (gen Asien, Südamerika) ausreichend dominierend arrangiert hat – globalized.

@ gelegentlich

Lass doch einfach eine €-Bank mal nicht durch Staatsschulden gerettet werden und der Zeitpunkt ist da.

Aber diese immerdarwährenden Rettungen der gleichen Profiteure…

Carlos Manoso April 25, 2013 um 19:19

@gelegentlich April 25, 2013 um 18:31
„ Kleine Bitte. Ich möchte bestimmt nicht Jemandem das Wort abschneiden, aber:
” Die Frage ist in den kommenden Monaten, wie diese Frage weltweit beantwortet werden wird.”
Von diesen Monaten haben wir oft gehört – aber schon seit Jahren, Viele seit Jahrzehnten. Wie wäre es einfach mal enger am Thema des Threads zu bleiben? Oder hier Bescheid geben wenn es soweit ist?
Nein, ich habe auch nichts gegen kreative, “fächerübergreifende” Abschweifungen auf Nebengleise. Aber diese immerdarwährenden Wiederholungen der gleichen Predigt…“

Gelegentlich, dein lustiger Hinweis, „hier Bescheid (zu) geben wenn es soweit ist“ unterstellt, dass jemand die weltweiten Antworten auf die Frage, die in den kommenden Monaten weltweit gegeben werden, schon heute wissen könnte. Im Unterschied zu dir weiß ich zum Beispiel ganz sicher nicht, wie „diese Frage“ konkret beantwortet werden wird. Man kann in konkreten Einzelfällen zum Beispiel lediglich Rückschlüsse daraus ziehen, in welche Richtung in manchen Stellen „diese Frage“ beantwortet werden wird, wenn man zum Beispiel Rückschlüsse daraus zieht, wie zum Beispiel Fragen im Falle der Affaire Uli Hoeness angegangen werden.

Eins scheint klar: Die menschlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten werden so oder so unglaublich ausfallen. Möglich ist alles: dass an immer mehr Stellen eine neue vage Zukunft überhaupt eingefordert wird oder dass sich an immer mehr Stellen weltweit sich Menschen aus Angst und Verzweiflung dem totalitären Nirwana der globalen Banker ergeben.

Kosmos April 25, 2013 um 20:25

das Spiel für die Dunklen ist vorbei. Das wissen die auch. Die paar Jahre, die sie noch hier haben, wollen sie alleine geniessen und mit noch etwas action.
Man befasse sich besser mit erfreulicheren Dingen, das andere deprimiert nur ;-)

holger April 25, 2013 um 20:38

CM

—>>>Eins scheint klar: Die menschlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten werden so oder so unglaublich ausfallen. ”

Nö…

holger April 25, 2013 um 20:39

CM

in Simbawischen Dollares? oder in Rubel?

holger April 25, 2013 um 20:40

CM

nehme was du willst, kleiner Mann machta gerne Mütze Glatze oder so…

ruby April 25, 2013 um 21:01

@ vinxtor

“Fehler” ?
Wäre wie beim Truel weiter zu spielen – also Kanone einstecken und nach Hause gehen ;-)

petervonkloss April 25, 2013 um 21:35

Horst Tappert war bei der Waffen-SS, und in 30ig Jahren werden weltweit „schnelle Brüter“ gebaut, eine alte Pro-
phezeiung meinerseits, denn Peak-Oil war schon 2005.

Dann könnts doch noch klappen mit dem Welt-Sozialismus. Aber mit dem Käfer für alle wird’s wohl nix.

http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=36049

petervonkloss April 25, 2013 um 21:59

…….und für die Griechen war der gestrige Mittwoch ein „historischer Tag“ im Parlament, “Konsens aller Parteien”, endlich die Rechte Griechenlands gegenüber dem Nachfolgestaat der Nazidiktatur einzufordern.

Sie wollen 160 Milliarden Euro, sic! Euro!, Plus die Zinsen auf diese Summe, seit 1945.

petervonkloss April 25, 2013 um 22:14

Halt ………und Spanien kapituliert vor dem deutschen Fußball. Was sagt das OKW?.

holger April 25, 2013 um 22:20

Wenn das der Führer wüsste…

Jackle April 25, 2013 um 22:39

Der wäre zu so schwülstig deutsch tümmelnden, hoch verklausuliert daher schwatzenden Spinnern bestimmt sehr freundlich und würde dem Wunsch nach einem Autogramm fröhlich zustimmen.

http://i.imgur.com/QcJ8Cdf.gif

holger April 25, 2013 um 23:46

Immerhin war der Führer 1933 genau so alt wie ich… De Facto… :D 44 eben… ich bin auch ne Lusche und sehe bestimmt auch besser aus.

holger April 25, 2013 um 23:47

Klar, gleich kommt der Waschbär und meint er wäre noch hübscher … Pffff

Soldat Schwejk April 26, 2013 um 01:29

@ Hotte

Ach siehste, das war mir entfallen (Lucke als Unterzeichner des Hamburger Appells). Vielen Dank für die Auffrischung der Erinnerung.

Zit. – “dann wären sie [die Linke] vielleicht mit gutem Gewissen wählbar (so tu ich’s mit ‘nem Zähneknirschen…).”

Ja, so geht’s mir auch immer… Zähneknirschen teils aus anderen Gründen. Aber ich leg mich mal früh fest. Werde wohl die Linke wählen.

@ Q – ” Mir scheint das eher nostalgische Gründe zu haben, wenn man sich jetzt über einige Gestalten so gerne gruselt (oh liebgewonnene Feindbilder ;) ) Natürlich sind da eine Menge Arschgeigen dabei …. (wie in jeder Partei) — aber bitte: das sind immerhin euroskeptische Arschgeigen, die setzen sich jetzt für ein höchst vernünftiges Ziel ein.”

Ja, wenn die sich wenigstens die Mühe gemacht hätten, wirklich eine das politische Spektrum übergreifende Personalaufstellung hinzukriegen und das Gespräch mit Eurokritikern zu suchen, die nebenbei nicht schwarzrußig oder neoliberal sind… nee, das ist offenbar nicht erfolgt… Also DIE sind nicht aus dem ideologischen Schützengraben rausgekommen, warum soll ich es dann tun? (zumal der literarische Schwejk sich eh bevorzugt noch weit hinter selbigem aufgehalten hat)

Und wie schon mal gesagt: Der Euro wird vermutlich scheitern, aber er wird unter Umständen scheitern, auf die eine Partei wie die AfD faktisch keinen Einfluß hat. Trotzdem, wenn die Arschgeigen im Parlament wären, dann würden sie vorher – und hinterher (!) – auch über alles andere incl. der Verteilung der Euroausstiegsverluste mit abstimmen. Das ist für mich als linker Euroskeptiker ein Grund, sie keinesfalls zu wählen.

@ Linus – “Warum gibt sich Linke für sowas [Verteidigung der Währungsunion] her?”

Gute Frage, ist mir zum Teil auch ein Rätsel. Es gibt allerdings in der Linken durchaus euroskeptische Positionen (Andreas Wehr erwähnte ich schon einmal). Gerade heute sprach ich noch mit einem Bekannten, Ex-Mitglied der Linken mit etwas Einsicht in die parteiinternen Diskurse… der meinte, das ganze Thema würde von den Parteistrategen wohl als nicht mobilisierungsfähig für die eigene Wählerschaft angesehen, weshalb man sich da sehr zurückhalte, zumal es innerhalb der Partei eben durchaus sehr unterschiedliche Positionen gibt. Bartsch steht nicht für die Gesamtpartei!

Warum Bartsch sich da im Interview zu der Aussage versteigt: “Der Euro kann gar nicht scheitern…” … reine Spekulation meinerseits: Der versteckt euroskeptische Teil der PDL sitzt im Westen, und die Westverbände haben Bartschs Kandidatur zum Parteivorsitz zu Fall gebracht… also kleine Revanche? Vermutlich läuft das leider auch bei der Linken nach solcher Logik, aber wie gesagt, mangels Alternativen werde ich sie trotzdem wählen.

@ Hans Hütt

Das Interview mit dem irischen Historiker hab ich nun gehört und glaube auf die Schnelle folgendes daraus extrahiert zu haben:

Zit.: – “…effectively you would have two large states in Europe… you would have the single Eurozone state, English-speaking in my view, and you would have Great Britain… or if necessary, just England”

Ja, was soll man dazu sagen? Minderwertigkeitskomplex der kleineren Insel gegenüber der größeren, kompensiert durch einen paneuropäisch gefärbten Sprachimperialismus? Habe daraufhin beschlossen, auch den Rest nicht ernst zu nehmen… also so komplexbeladene geopolitische Herumschwadronierei gibt es hierzulande schon genug. Das ist so der Typus Geschichts-Absolvent, der aus begrenzten Einsichten zu seinem Forschungsfeld dann die ganze Weltgeschichte und aktuelle politische Ökonomie erklären will. Kenn ich. Pfff….

ruby April 26, 2013 um 07:07

“Remember when you were young you shone like the sun
Shine on you crazy diamond
Now there`s look in your eyes , like black holes in the sky

Come on you raver, you seer of visions, come on you painter, you piper, you prisoner, and shine”
1975

zum topic:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51vXcFUQQuL.jpg

topi April 26, 2013 um 08:23

Soldat

“Warum Bartsch sich da im Interview zu der Aussage versteigt: “Der Euro kann gar nicht scheitern…” … reine Spekulation meinerseits: Der versteckt euroskeptische Teil der PDL sitzt im Westen, und die Westverbände haben Bartschs Kandidatur zum Parteivorsitz zu Fall gebracht… also kleine Revanche?”

Mir kam jedenfalls bei Bartschens Aussagen sofort ein Grund für lafontaines Rückzu in den Sinn. Vielleicht gabs interne Abstimmung, und die staatstragende Eiro-Linie hat sich durchgesetzt?

Lafontaines Aussagen, ein anderes Währungsgefüge in Eiropa sei nicht durchzusetzen, kann ja nicht wirklich externe Gründe haben, da gab es ja nie realistische Chancen (mit Barrosos Ausrutscher etc. steigen sie sogar).

Aber wenn nun die eigene Partei nicht mal ihrem Großökonomen folgen will, na dann schmeiß ich halt hin und bin Saarländischer Partei-König.

gelegentlich April 26, 2013 um 09:44

@topi
Wenn ich mich richtig erinnere war es ein wenig anders. Die Regierung Schröder/Lafontaine wurde auch durch internen Widerstand des Apparats bei ihrem Beginn ausgehebelt. Laufend sickerten interne Details an die Öffentlichkeit. Offenbar ließ “die Elite” (wer immer das ist) Schröder und Lafontaine wissen, dass man sich eine Umsetzung des Wahlprogramms der SPD nicht gefallen lassen würde. Rot/Grün hatte somit einen Stotterstart. In der Situation gab es wohl eine interne Diskussion, in welcher Schröder und Fischer behaupteten, man könne halt nicht gegen das Finanzkapital regieren. Danach ließ Schröder Lafontaine durch seinen Spezialisten für dirty jobs, den Intriganten Bodo Hombach, aus dem Amt ekeln. In jener Periode waren es Flassbeck/Lafontaine, die mehrfach äußerten, eine Währungsunion ginge nur mit einer einheitlichen Steuer-, Wirtschafts- und Sozialpolitik. Woraufhin Lafontaine von der “Times” zum gefährlichsten Mann Europas ausgeschrieben wurde, in einem Artikel, der wie ein Steckbrief aussah. Aus Sicht der Londoner City ja auch nur folgerichtig. Als Analysten haben Beide wohl recht behalten, als Politiker waren sie damit natürlich gescheitert.
Ich weiß es nicht, ich vermute aber dass Lafontaine wie Kohl ein überzeugter Europäer ist, der Deutschland eingebunden sehen will in Europa, und zwar ohne Dominanz gegenüber den Nachbarn. Aber in einem anderen Europa als es die EU heute ist.
Dem eitlen Rechthaber Lafontaine traue ich politisch nicht viel zu, der Analytiker imponiert mir. Natürlich hoffe ich dass das gescheiterte Konzept “Nation” in Europa baden geht.

ruby April 26, 2013 um 09:59

@ gelegentlich

BuBank und BuRegierung merken, dass sie gescheitert, überflüssig sind ;-)
http://www.handelsblatt.com/downloads/8124832/1/stellungnahme-bundesbank_handelsblatt-online.pdf

gelegentlich April 26, 2013 um 10:59

@ruby
Danke!
Um auf das eigentliche Thema zurückzukommen. Als langsamer Mensch habe ich über 10 Jahre gebraucht um auf die o.g. Umstände des Hinausintrigierens von Lafontaine, u.a. durch Hombach, zu kommen.
Im “Fall Hoeneß” weiß ich natürlich nicht was da im Einzelnen abgelaufen ist. Auf der Basis des bis heute Bekannten könne man folgende “Arbeitshypothese” vermuten:
auf irgendeiner Steuer-CD oder sonstwie bekommt der Staat Wind von der Sache in der Schweiz. Allein schon damit ist Hoeneß, es geht um mehr als eine Million, “eigentlich” schon verloren. Die Selbstanzeige kann dadurch ja nicht mehr greifen. Geräuschlos “einfahren” kann er auch nicht. Da hilft nur Vorwärtsverteidigung. Man läßt Gerüchte streuen usw. und versucht eine öffentliche Meinung aufzubauen, die Einem maximal weit gegenüber Gerichten und Gegnern hilft, gerne auch die eigene Reputation weitestgehend intakt läßt. Bei einer meinungsstarken Minderheit, die ohnehin den Staat als Räuber des legitim unter härtesten Bedingungen erarbeiten Geldes darstellt (AfD könnte man hier auch nennen, die Schnapsnasen im Gelben Forum als weiteres leicht zugängliches Beispiel), verfängt das ja auch ganz gut.
Medial kommt er ja gut rüber. Einer wie Du und ich (gerne wären). Ißt gerne reichlich, geht am Wochenende zum Fussball und bescheißt ein bißchen den Staat. So, wie Deniz Yücel Berlusconi beschrieben hat:
http://taz.de/Kolumne-Besser/!111896/
Natürlich ohne kleine Mädchen (Deutschland!). Und wenn es eng wird hat er Freunde, z.B. Markwort, die im Fernsehen im Zweifelsfall lieber über das Wetter reden.
Ich vermute so ist es in etwa gewesen.

topi April 26, 2013 um 11:12

gelegentlich

ich bezog mich auf Lafontaines montägliche Erklärung, dieses Jahr nicht mehr anzutreten. ;-)

topi April 26, 2013 um 11:17

Berlusconi wird wohl wieder rocken, der jugenldiche Hoffnugsträger im Präsidentenamt hat ja böse geschimpft mit den Politikern, ob nun clowns oder nicht. :roll:

Naha, sollen sie mal ein Wahlrecht verabschieden, und vor allem diesen Quatsch beenden, dass die Regionalkammer bei jedem Landesgesetz zustimmen muss; daher kommt ja das jetzige Total-Patt.

topi April 26, 2013 um 11:21

Und Island?

Man sieht hier, wie dämlich das gemeine Volk ist.

Sie sind trotz ihres gigantischen Bankensektors (also Pleitesektors) recht gut durch die Krise gekommen, und nun lassen sie sich von den rechten Parteien aufschwatzen, dass die böse linke Regierung Schuld ist, dass nicht mehr jeder mit dem Dritt-SUV über die Schotterhalden brettern kann.

Na sollen sie mal machen. Wird schon wieder einige geben, dieprofitieren. :roll:

Nur Schade um die schöne neue Verfasung.

holger April 26, 2013 um 12:07
holger April 26, 2013 um 12:09

man kann sich natürlich auch über die VWL auf dem Brocken Gedanken machen…

~ hg ~ April 26, 2013 um 12:28

Niedersachsen: Sozialdemokrat bei der Arrrbeit erschoßßen.

====> … wie denn, wo denn, was denn?? … geht’s etwa schon los?

===> … natürlich reschne isch damit, daßß der krankhafte Haßß der unverständigen Deutsen Arrrbeiterklasse gegen die “SPD” sisch früher oder später in eskalierenden Gewaltexzessen bemerkenswert bemerkbar macht (-> Gechischtsbuch, Weisheit von)

===> … aber jetzt schon? … das ist verblüffend! …~ isch ~ dachte, das dauert noch 10 -15 Jahre …

===> … arme Sozialdemokraten! … arme, arme, arme Sozialdemokraten!

( … ~ isch ~ persönlich lehne Gewalt eher ab. Und ermuntere die Sheeplepeoples lieber zu … ~ Eschte Demokratie jetzt ~ !! … )

gelegentlich April 26, 2013 um 13:01

@~ hg ~
Ich rate zu reflektiertem Hass auf Figuren wie
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Oberender
, aber das kann man wohl von einem durchgeknallt auftreten Vertreter der deutsen Kleeiinbürgerklasse schlecht erwarten, ist der doch Unterstützer der AfD. Deshalb nur knapp: was der will hat noch nicht einmal die SPD verlangt! ;-)
Kleiner Halbgott, Sie sind leider an den Klippen der Glaubwürdigkeit zerschellt. Die Rheinschiffer vor Goarshausen hatten vor ihrem Tod wenigstens was zu sehen gekriegt…

Und jetzt zurück zum Thema?

gelegentlich April 26, 2013 um 14:49

Noch ein relativierender Kommentar:

http://www.taz.de/Debatte-ueber-Steuerhinterzieher-Hoeness/!115192/

Eine Art Oase in diesen Paradiesen der kernigen Männerfreundschaften.

Lina April 26, 2013 um 14:56

@gelegentlich

Oh, Peter Oberender und sein Lehrstuhl :D
Ergänzend dazu fällt mir siedendheiß das ein:

“Karl-Theodor zu Guttenberg
750.000 Euro für die Uni Bayreuth

(…) Guttenberg saß von 1996 bis 2002 im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG, seine Familie hielt dort bis 2002 ein dickes Aktienpaket (…)
Die Rhön Klinikum AG, an der die familieneigene Beteiligungsgesellschaft derer zu Guttenberg über ihre Aktien beteiligt war, gehört neben der Techniker Krankenkasse zu den Stiftern des Lehrstuhls für Medizinmanagement, der bei der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelt ist.”

http://www.tagesspiegel.de/politik/karl-theodor-zu-guttenberg-750-000-euro-fuer-die-uni-bayreuth/3879402.html

¡Ay, caramba!

ruby April 26, 2013 um 14:57

@ gelegentlich

habe im vwl-seminar oberenders gesundheitsökonomie und energiewirtschaft (1990) mit studikollegen bearbeitet, hat spass gebracht !
hätte nicht gedacht, dass die wirtschaftspolitik sich so entwickelt – mea culpa…
haben lokal noch ein paar energieversorger, die den oligopolisten (regionalen monopolisten) hart trotzen – respekt ;-)
bis zur letzten instanz

+ hg + April 26, 2013 um 15:26

@gelegentlich April 26, 2013 um 13:01
” von einem durchgeknallt auftreten Vertreter der deutsen Kleeiinbürgerklasse ”

===> … isch … bin kein Kleinbürger. Geboren ward isch zwar einst als Kind der Mittelschicht. Untere Mittelschicht, um präzise zu sein. Daher habe ich bis heute – trotz mittlerweile geänderter Umstände – andere Vorstellungen von Sozialer Gereschtischkeit als etwa ein Hütt, Flübberding oder von-Heusinger, Robert. Im Übrigen bin isch auch kein “Rechter” – nein, isch bin … ein LINKER! … denn ich bin …

o gegen Krieg
o für eine soziale Marktwirtschaft, die den Menschen dient ( und zwar denen im eig’nen ‘schland, nicht den Besatzer-Staaten und den Pigfibs)
o gegen Deportation, Umvolkung, Ökonomische Massenverhütung durch Deprivation der autochthonen Mittelschicht, kulturellen Völkermord und artverwandte faschistische Machtsicherungsstrategien von Besatzermächten.
o für die Einführung der Eschten Demokratie jetzt!
o und für das Selbstbestimmungsrecht aller Völker über sich selbst, also gegen die Full-Spectrum-Dominance der völlig durchgeknallten US-Faschopathen.

” ist der doch Unterstützer der AfD. Deshalb nur knapp: was der will hat noch nicht einmal die SPD verlangt!”

===> … wieso? … die linkspopolustisch-radikalplutokratische US-”SPD” unterstützt den internationalen Organhandel nach Kräften … sie weißß doch, was ihre Hintertanen von ihr erwarten …

Lina April 26, 2013 um 15:27

Oh…das hätte ich fast vergessen:

“Seine Familie hielt 26,5 Prozent der Stammaktien. Im März 2002 wurden die Aktien für 260 Millionen Euro an die HypoVereinsbank verkauft.”

wikipedia: Rhön-Klinikum

Folgt man in dem Artikel dem Link HypoVereinsbank
http://de.wikipedia.org/wiki/HypoVereinsbank

erscheint ein Artikel über die “Unicredit Bank”

und irgendwie schließt sich der Kreis

Siehe
Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern, Dieter Rampl
Verwaltungsratsvorsitzender der UniCredit Group, Aufsichtsratsvorsitzender der Börse München

gelegentlich April 26, 2013 um 15:39

@ruby
Oh, herzlichen Dank!!!
Jetzt eine Frage, da ich meine Vorurteilskultur instand halten möchte: aus der Ferne wohlgemerkt sieht das so aus, als ob der Herr, oder aus vielfältigen Gründe seine Frau, daneben noch irgendeine auf dem Feld der Gesundheitsökonomie arbeitende Firma betreut. Ist das so?
Damals war der Mann noch nicht so extrem, nicht wahr?

Die andere Kollateralnutzung hat ja @Lina dankenswerterweise genannt. Man darf doch wohl vermuten dass der Lehrstuhl für Medizinmanagement in vielfältiger Weise Konstruktives mit geldwertem Vorteil für die Stifter des Lehrstuhls erbracht hat?

Das Dreckigste auf dem Gebiet von dem ich weiß ist irgendein Jura-Lehrstuhl in München, wo mit öffentlichen Geldern bezahlte Leute Tricks aushecken, um zugunsten von Firmen Gesetzeslücken im Arbeitsrecht auszuspähen – gegen die Arbeitnehmer. Ich vermute mal (Amigo-Bayern!), dass die begünstigten Firmen dafür noch nicht mal bezahlen müssen. Zugang zu einer VIP-Lounge, Koks muss man selber mitbringen, reicht ja auch.

Lina April 26, 2013 um 15:51

gelegentlich

die Guttenbergs haben nicht den Jura-Lehrstuhl gesponsert, sondern den Lehrstuhl für Medizinmanagement.

Übrignes sitzt im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG auch eine gewisse Brigitte Mohn, Liz Mohns Tochter. Bertelsmann.

Lina April 26, 2013 um 15:58

Erkenntnisgewinn aus diesem Thread?

gelegentlich April 26, 2013 um 16:04

(@Lina: ja, klar. Die Münchner Nummer ist extra!)

@+ hg +

Man muss wissen wo der Spaß aufhört. Seit dem Kosovo-Konflikt wähle ich nicht mehr grün. Und Sie sind für mich dermaßen gründlich entheiligt dass Sie schon, um einen verkrüppelten Rest Glaubwürdigkeit zu retten, hier die Philippika vorzeigen sollten, mit der Sie das Streichen von Oberender von der Liste der Unterstützer und ggf. den Parteiaustritt verlangen. Sonst grüßen wir Alle Sie im Hades!
Das Leben rettet man nicht mit kleinen Dummheiten:
“isch bin … ein LINKER! …”

ruby April 26, 2013 um 16:28

@ Lina

Es ist viel viel komplizierter geworden, zwischen Wissenschaft und Interessen sowie den Verknüpfungen zu unterscheiden bzw. diese noch verfolgen zu können. Grenzen erreicht – ja und nein; persönlich und fachlich; locker und verspannt !

Soldat Schwejk April 26, 2013 um 16:33

@ Lina – “Erkenntnisgewinn aus diesem Thread?”

Nun ja, daß die sogenannten Eliten sich für gleicher als die anderen halten und daß sie wohl nicht nur in Einzelfällen, sondern systematisch von einer für sie selbst nur eingeschränkten Geltung der Gesetze ausgehen… und daß sie unter der “unsichtbaren Hand” was ganz anderes verstehen als olle Adam Smith…

… also diese Erkenntnis hatte sich hier in Prekärpreußen schon nach dem Berliner Bankenskandal 2001 und seiner höchst zweifelhaften juristischen Aufarbeitung verbreitet. Insofern überrascht mich die ganze Hoeneß-Geschichte incl. Dreyfus-Verzweigung gar nicht… so habe ich mir die Welt eigentlich schon immer vorgestellt.

Interessant wäre ja die Frage, warum es in manchen Fällen dann doch einen der Großkopferten erwischt. Eine Erklärung wäre eine Intrige innerhalb der “Eliten”. Eine andere Erklärung wäre, daß trotz politisch beeinflußter Staatsanwaltschaften das Rechtssystem manchmal doch recht autonom operiert.

Im Fall Zumwinkel würde ich das erste vermuten, im Fall Hoeneß das zweite.

Ansonsten, Frage für eine vergleichende Untersuchung (z.B. Deutschland/Italien/ Rußland/USA): Angehörige jeweils welches Personenkreises gehen in welchem Land NIE, unter gar keinen Umständen hinter Gitter? – (Wobei ich in bezug auf D da jetzt nicht zuerst an Hoeneß denke…)

Carlos Manoso April 26, 2013 um 16:52

@ruby April 26, 2013 um 16:28
„Es ist viel viel komplizierter geworden, zwischen Wissenschaft und Interessen sowie den Verknüpfungen zu unterscheiden bzw. diese noch verfolgen zu können. Grenzen erreicht – ja und nein; persönlich und fachlich; locker und verspannt !“

ruby, in Oberenders neoliberalen Nirvana kriegst du als Ex-Oberender-Student einfach als “Sonderbehandlung” den Spezialchip mit der auslesbaren Win-win-Plus-Info implantiert, dass auch du jederzeit zum Ausschlachten bereit stehst.

„Der Bayreuther Ökonom Oberender glaubt …, dass durch einen geregelten Organmarkt eine Win-Win-Situation entsteht: Organe würden nur noch zu einem fairen Preis und mit der entsprechenden medizinischen Absicherung für den Spender verkauft. … Der Volkswirtschaftler verlangte außerdem volle Transparenz in Bezug auf Preis und Qualität der Organe. Wer sein Organ verkaufen wolle, müsse, ähnlich wie heute ein Blutspender, bestimmte Eignungstests durchlaufen. Die Kosten dafür müssten auf den Preis für das Organ aufgeschlagen werden.“
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/transplantationen-experte-fordert-freien-organhandel-a-299541.html

kreismitnerecke April 26, 2013 um 17:08

“Die intelligente Methode, Menschen passiv und fügsam zu halten, ist es, enge Grenzen für die zulässigen Ansichten zu setzen, aber innerhalb dieses Spektrums eine wahrlich lebhafte Auseinandersetzung zu gestatten. Dies gibt den Menschen das Gefühl, dass es freies Denken sei, was darin geschehe, während die ganze Zeit lang die Voraussetzungen des Systems bekräftigt werden durch jene Grenzen, die dem Umfang der Auseinandersetzung gesetzt wurden.”
N.Chomsky

Carlos Manoso April 26, 2013 um 17:09

@Soldat Schwejk April 26, 2013 um 16:33
„Insofern überrascht mich die ganze Hoeneß-Geschichte incl. Dreyfus-Verzweigung gar nicht… so habe ich mir die Welt eigentlich schon immer vorgestellt.
Interessant wäre ja die Frage, warum es in manchen Fällen dann doch einen der Großkopferten erwischt. Eine Erklärung wäre eine Intrige innerhalb der “Eliten”. Eine andere Erklärung wäre, daß trotz politisch beeinflußter Staatsanwaltschaften das Rechtssystem manchmal doch recht autonom operiert.
Im Fall Zumwinkel würde ich das erste vermuten, im Fall Hoeneß das zweite.“

Soldat Schwejk, es kann nicht ALLES eine Intrige innerhalb der „Eliten“ sein !. Der Ball ist –auch in Bayern- rund ! Manchmal springt der Ball über drei Spielerstationen irgendwie genau so, dass ein Spieler instinktiv nur einen Fuß etwas anheben braucht und schon ist der Ball -irreversibel – im -eigenen oder anderen- Tor.

ruby April 26, 2013 um 17:10

Danke CM – bereite das EPROM zum brennen des Spezialchips schon mal vor .
http://de.wikipedia.org/wiki/Erasable_Programmable_Read-Only_Memory
Die Kopien verschenken wir dann nachdem ein systemabstürzender Bug eingefügt wurde ;-)

ruby April 26, 2013 um 17:17

Franz Beckenbauer war der “Meister” des Eigentores – auch in Hamburg …

@ekcerentimsierk
zum Glück herrscht manchmal der Wahnsinn über die Intelligenz

gelegentlich April 26, 2013 um 17:28

“es kann nicht ALLES eine Intrige innerhalb der „Eliten“ sein !. Der Ball ist –auch in Bayern- rund”
Tja, in diesem Fall aber sieht es nach einer gewollten Aktion, nach einer Intrige nicht gegen, sondern für Hoeneß aus. Für den Fall dass sein Name etwa auf einer Steuer-CD aufgetaucht war und er dann (!) erst davon erfahren hat. Zu stoppen war dann wohl nichts mehr. Also: Flucht nach vorn, abschirmen, verbiegen, umdeuten! Wenn man sich mal vergegenwärtigt dass es einige Tage gedauert hat bis Derjenige, der das wollte, begriffen hat dass er eigentlich verhaftet ist, nur gegen Kaution freigelassen und nach meinem Dafürhalten dieser Punkt von den meisten Medien tief gestapelt wird, bis heute.
So argumentiert ja auch Michal
http://carta.info/57340/hoenes-und-die-medien-wenn-aufklarung-zu-abschirmung-wird
und auch, implizit zumindestens, @ F. Lübberding im Threadstart.

Carlos Manoso April 26, 2013 um 17:28

@ruby April 26, 2013 um 17:10
„Danke CM – bereite das EPROM zum brennen des Spezialchips schon mal vor .
… Die Kopien verschenken wir dann nachdem ein systemabstürzender Bug eingefügt wurde“

ruby, Krematorien jagen mir immer Schauer über den Rücken, bloß wenn ich nur dran vorbeifahre. Könnte der Angstschweiß den systemabstürzenden Bug deines EPROMS etwa lahm legen ?

Carlos Manoso April 26, 2013 um 17:48

@gelegentlich April 26, 2013 um 17:28
„ Tja, in diesem Fall aber sieht es nach einer gewollten Aktion, nach einer Intrige nicht gegen, sondern für Hoeneß aus. Für den Fall dass sein Name etwa auf einer Steuer-CD aufgetaucht war und er dann (!) erst davon erfahren hat. Zu stoppen war dann wohl nichts mehr. Also: Flucht nach vorn, abschirmen, verbiegen, umdeuten!“

gelegentlich, so in etwa. Uli Hoeness wird aus der „Sache“ so rausgefräst, dass die anderen „Sachen“ unsichtbar bleiben.

Zum Beispiel Dreyfus Rolle im Jahr 2002 beim Verkauf der Sportrechte der insolventen KirchMedia an die im schweizerischen Zug ansässige KirchSport AG (Dreyfus, Günther Netzer) und der Buli GmbH (Übertragungsrechte an der deutschen Fußballbundesliga).

ruby April 26, 2013 um 17:51

@ cm

Etwas Klarlack aufsprühen und der hält ein paar Vorbeifahten aus – muss ja nicht immer das Berliner … sein

Carlos Manoso April 26, 2013 um 18:12

@ruby April 26, 2013 um 17:51
„Etwas Klarlack aufsprühen und der hält ein paar Vorbeifahten aus – muss ja nicht immer das Berliner … sein“

ruby, das sagst sich so einfach…. Druck einfach mal das nachfolgende pdf.doc aus und der dadurch ausgelöste Angstschweiß überwindet jeden handelsüblichen Klarlack deines EPROMs.
http://www.krematorium-berlin.de/Dokumente/Auftrag_zur_Einaescherung_inkl_Nutzung_der_Feiereinrichtungen.pdf

Soldat Schwejk April 26, 2013 um 18:20

@ gelegentlich/ CM

Auch eine plausible Story. Die große systematische elitenwirtschaftliche Schweinerei (Niall Ferguson: “CEOcracy”) wird, wenn denn mal was aufgeflogen ist, medienwirksam so auf eine einzelne schillernde Person hin fokussiert, daß das ganze in der öffentlichen Wahrnehmung noch die zweite, harmlose Ebene als symbolische Geschichte zwischen Bayern-Hassern und Bayern-Fans bekommt.

@ CM

Man muß keine Krematorien mögen, aber die gleichnamige russische Band ist klasse.

http://www.youtube.com/watch?v=oXcfIqfnq2o

chabis April 26, 2013 um 18:22

Muss nicht, aber könnte durchaus eine Intrige oder Teil des Macht-
kampfes innerhalb der CSU sein, z.B. so: Söder und sein Block
ist u.a. mit dem Fall Mollath unter Druck gekommen (Seehofer: “der schmutzelt mir zuviel”), Söder lässt mit Insiderwissen aus dem
Fnanzministerium zurückschlagen, schlägt Hoeness und trifft
Seehofer . „Heute darf ganz offiziell geschmutzelt werden“, sagte Söder am Donnerstagabend im Hofbräuhaus. „Wir haben überlegt, welches Bier passt zu Horst Seehofer?“ sagte Söder und zählte einige Starkbiersorten auf: Triumphator, Animator et cetera. „Wir haben das Bier für unseren Ministerpräsidenten gefunden: Eiskalt gehopfter Hallodri!“ Der Saal jubelte. Seehofer war zwar eingeladen, aber wegen des Rücktritts von CSU-Fraktionschef Georg Schmid nicht anwesend.

Morph April 26, 2013 um 18:32

@ Lina – “Erkenntnisgewinn aus diesem Thread?”

Die formale Homologie von Fußballfandiskurs und Kritik der politischen Ökonomie: Man kritiert Trainer und Trainierte von Proficlubs, obwohl die eigene Fitness bestenfalls für eine Thekenmannschaft reicht. ;-)

Soldat Schwejk April 26, 2013 um 18:49

@ Morph

Tja, schön gesagt, aber Du übersiehst den entscheidenden Unterschied: Die Welt der Profifußballclubs kann dem Kritiker im Grunde am Arsch vorbeigehen; die Position des Kritikers ist frei gewählt, man kann jene Welt auch ignorieren… und dann ignoriert sie einen auch.

Trifft auf die politische Ökonomie wohl eher nicht zu, weshalb die von Dir “insinuierte” (@wgnx) Alternative der Nicht-Kritik im Angesicht eigener Schwächen bei der Ballannahme in dem einen Fall was ganz anderes bewirkt als im anderen.

ruby April 26, 2013 um 18:59

@ Morph

Wo bist Du denn weg, das Du uns hier zutraust noch mit der Thekenmannschaft mithalten zu können?
http://www.lokalkompass.de/hilden/leute/ehemalige-thekenmannschaft-trifft-sich-nach-40-jahren-d233420.html

gelegentlich April 26, 2013 um 19:01

@Morph

Ist hier “Kritik der politischen Ökonomie” angestrebt? Eher wohl geht es um die Frage, ob man etwas offenkundig Inszeniertes so akzeptiert, wie es daher kommt, oder nicht.

“Man kritiert Trainer und Trainierte von Proficlubs”. Ich würde eher sagen es geht um die politische Wirkung, die vom Profifussball dieser Art ausgeht resp. ausgehen kann. Der Privatmann Hoeneß ist mir ziemlich egal, der Privatmann Söder auch.

Ein schlauer Mensch hat im Bezug auf Diskussionen und Meinungsbildung mal darauf hingewiesen, dass es einen pragmatischen Kontext gemeinsamen Handels geben müsse, weil es sonst bloß der unverbindliche und anonyme Austausch von Meinungen bliebe, der nichts bewegen kann. Worin genau liegt jetzt Ihr Motiv für die oben stehenden Zeilen?

ruby April 26, 2013 um 19:06
ruby April 26, 2013 um 19:09

Afrika den Europäern
Europa den Deutschen
Deutschland den Bayern
;-)

Morph April 26, 2013 um 19:17

@Schwejk

“im Angesicht eigener Schwächen bei der Ballannahme”

ist auch überhaupt nicht meine Disziplin. Mannschaftssportarten, brrrr. – Eher darts, das den Vorteil hat, von vornherein in der Kneipe stattzufinden. Manchmal ist man gut drauf (bull’s eye), manchmal kann man froh sein, dass das Publikum unverletzt bleibt. ;-)

Doktor D April 26, 2013 um 19:40

@morph:
Und das Publikum erst!
Ein großer Unterschied zwischen Sport und politischer Ökonomie scheint mir zu sein, dass bei den meisten Sportarten üben aka trainieren tatsächlich was bringt (grundmotorische Fähigkeiten vorausgesetzt und auch wenn aus mir sicher kein Phil Taylor mehr wird), beim Politökonomischen Kritisieren aber nicht – da hilft eher ordentlich selbst kritisiert werden. Oder ist das dann kritisches Trainieren?

gelegentlich April 26, 2013 um 19:41

gelegentlich April 26, 2013 um 19:01
@Morph

Vergessen? Dabei bin ich sooo gespannt.

Morph April 26, 2013 um 19:42

@Schwejk

“weshalb die von Dir “insinuierte” Alternative der Nicht-Kritik”

Nicht-Kritik? Kritik muss treffen, damit sie Kritik ist. Und in der Hinsicht haben meine Versuche in kritischem darts sicher mehr mit Kritik zu tun als das brüderlich konkurrierdende Schwadronieren am Thresen, wer nun besser Bescheid weiß, wann der Euro ‘toast’ ist.

h.huett April 26, 2013 um 19:54

Doktor D

Gute Frage. Ich kann jetzt nicht verlinken, aber Du findest das auf Anhieb: die Antwort von Reinhart und Rogoff heute in der NYT. Kleinlaut rechtbehalten wollen. Nicht superlearning und höheres Trainingsniveau.

h.huett April 26, 2013 um 19:57

Chabis

Gibts eine Quelle oder ist das eine (gute) Phantasie?

Soldat Schwejk April 26, 2013 um 20:19

@ Morph

Hm… wenn ich es recht bedenke… also die Leute, die so um 1785 in albernen Advokatenzirkeln herumschwadroniert haben, die sind dann plötzlich in die Rolle von Revolutionären hineingespült worden… Bei anderer Agrarpreiskonjunktur (sinnigerweise lag die absolute Brotpreisspitze genau am Tag des Sturms auf die Bastille)… also bei anderer Agrarkonjunktur wäre aus Robespierre vielleicht ein schräger alter Querulant geworden und aus Danton ein gemütlicher Bonhomme… Es gibt immer so Imponderabilien…

Und wer weiß, vielleicht treffen wir uns dereinst wieder wie Vladimir, Estragon, Pozzo und Lucky (um Deiner Vorliebe für Beckett mal Genüge zu tun)… nur mit den Jahren noch etwas degenerierter… und ich hebe an von Godots Kommen zu erzählen, Du aber bestehst darauf immer recht gehabt zu haben und willst mit tatterigen Händen Deine Dartkünste vorführen, woraufhin das Publikum in Panik Deckung sucht…

Vielleicht aber auch tritt ein historischer Moment dazwischen, und die Tresenkritik gebiert plötzlich lauter Robespierres und St. Justs… Was damals die Kirche war, das ist heute wohl der Wissenschaftsbetrieb, also ich würde Dir die Rolle des Joseph Fouché anbieten…

(Darts hab ich übrigens in jungen Jahren ab und zu mal gespielt. Wenn man ins Leben hineinläuft, dann muß man sich nicht beeilen. Jenseits der 40 läuft man aber vorm Tod weg, und da sind etwas bewegungsintensivere Aktivitäten angeraten…)

Doktor D April 26, 2013 um 20:25

@hh: Danke für den Hinweis. Du meinst das, oder: http://www.nytimes.com/2013/04/26/opinion/debt-growth-and-the-austerity-debate.html?hp&_r=1&amp;
Ich dachte als Koryphäe geht man mit sowas souveräner um. Ich finde die Reaktion jetzt viel enttäuschender als den “Fehler”. Aber vielleicht brauchen sie ja nur etwas Zeit, um aus dem Papst-Modus wieder in die Niederungen der Fehlbarkeit und des gemeinsamen Suchens (wenn auch manchmal tumultuös) nach dem was ist, zu wechseln.

Schöne Illu überigens bei Crooked Timber: http://crookedtimber.org/2013/04/17/new-tools-for-reproducible-research/

h.huett April 26, 2013 um 20:38

OT

Lese gerade bei twitter, wie die Grünen ihre Wahlkampfzentrale nennen wollen: Basislager. Ich glaube, das hat nicht lange Bestand.

gelegentlich April 26, 2013 um 20:59

@Morph
Nach wie vor habe ich Verständnisprobleme. Natürlich ist mir nicht klar welches die ideale Rolle für Sie bei einer Wiederaufführung wäre, aber wenn man diesen Thread und diesen Blog hier so sieht
“Und in der Hinsicht haben meine Versuche in kritischem darts sicher mehr mit Kritik zu tun als das brüderlich konkurrierdende Schwadronieren am Thresen, wer nun besser Bescheid weiß, wann der Euro ‘toast’ ist.”
- warum beteiligen Sie sich dann an dieser Methode Zeit totzuschlagen? Wenn der bloße Austausch von Meinungen schon keinen Sinn hat: welchen Sinn hat es dann wenn man zu diesem Thema offenbar gar keine hat. Einsam daheim?

Morph April 26, 2013 um 21:34

@gelegentlich

“- warum beteiligen Sie sich dann an dieser Methode Zeit totzuschlagen? Wenn der bloße Austausch von Meinungen schon keinen Sinn hat: welchen Sinn hat es dann wenn man zu diesem Thema offenbar gar keine hat.”

Ich habe schon Meinungen zu den hier verhandelten Themen: Ich bin der Überzeugung, dass die Frage pro/contra Euro die aktuelle Problemlage verfehlt. Das ist ungefähr so, als würde man angesichts des Nuklearkrieges darüber diskutieren, ob die Aktentasche über dem Kopf ratsam ist oder eine Tageszeitung ausreichenden Schutz bietet. Und ich habe die einigermaßen sorgfältig durchdachte Überzeugung, dass die Diskussionen hier in die Tagesaktualität nicht eingreifen können, und sich deshalb sinnvollerweise auf abstrakterer Ebene bewegen sollten. Man versteht die Dynamik von Waldbränden nicht, wenn man einzelne Bäume beobachtet.

Im Übrigen ist Meinungsaustausch natürlich sinnvoll: Im Horizont dessen, was die daran Beteiligten tatsächlich wissen können und nur für sie. Und das sollten die Beteiligten in ihrem Meinungsaustausch nicht vergessen, finde ich. Oft und oft hat man den Eindruck, dass Mitkommentatoren glauben, mit den Mitteln eines Blogs das faktische Geschehen der Tagesaktualität aufklären zu können oder mit starken Gedanken in es intervenieren zu können.

Das ist doch abwegig, oder nicht?

ruby April 26, 2013 um 21:36

ACHTUNG of topic

@ Morph

den Alternativsportler :

was meinst Du schafft der Milski in Let`s Dance die nächste Show?

heute muß eine “Chicka” gehen …

bleistift April 26, 2013 um 21:49

“Oft und oft hat man den Eindruck, dass Mitkommentatoren glauben, mit den Mitteln eines Blogs das faktische Geschehen der Tagesaktualität aufklären zu können oder mit starken Gedanken in es intervenieren zu können.

Das ist doch abwegig, oder nicht?”

Klar ist das abwegig. Aber für viele Menschen hat das “Dampf ablassen” eine reinigende Wirkung. Sie haben das Gefühl eine Wirkung zu erzielen und können trotzdem damit rechnen morgen in den gewohnten Verhältnissen aufzuwachen.
Das ist doch toll.
Und ob man damit die tagesaktuellen Entscheidungen beeinflussen kann hängt davon ab wie viele Menschen sich erregen.

gelegentlich April 26, 2013 um 22:31

@Morph @bleistift

“Im Übrigen ist Meinungsaustausch natürlich sinnvoll: Im Horizont dessen, was die daran Beteiligten tatsächlich wissen können und nur für sie. Und das sollten die Beteiligten in ihrem Meinungsaustausch nicht vergessen, finde ich. Oft und oft hat man den Eindruck, dass Mitkommentatoren glauben, mit den Mitteln eines Blogs das faktische Geschehen der Tagesaktualität aufklären zu können oder mit starken Gedanken in es intervenieren zu können.
Das ist doch abwegig, oder nicht?”

In der allgemeinen Form ist das sicher abwegig. Man muss aber bedenken dass hier anonym kommentiert wird. Niemand weiß was die Mitlesenden mit den Dingen, die sie hier lesen und die vielleicht nicht in den ihnen zugänglichen Medien auftauchen, an ihrem Platz anfangen. Sicherlich sind Internetmedien deshalb die indirektesten und auch am schwierigsten einzuschätzenden. Über die Jahre fielen mir folgende Beispiele auf, bei denen ich glaube dass “das Netz” sehr wohl eine praktisch relevante Rolle spielte:
- der Putsch gegen Chavez in Venezuela
- die Ypsilanti-Kampagne
- Guttenberg
- natürlich der Fall Mollath, hier aber im Zusammenspiel zwischen einigen Printmedien, Blogs und Iniativen, die sich im Netz aktuell austauschten.
Nicht aber im Fall der Odenwald-Schüler oder der Hessischen Steuerprüfer oder im Fall Wolski, wo sich praktisch nur die Frankfurter Rundschau reingehängt hat und der Rest nur ab und zu lustlos mittrappelte. Das waren ja nun beim Zeus Fälle mit mehr als nur regionaler Bedeutung.
In diesem Thread geht es halt nur um eine Einschätzung. In der Sache können vermutlich nicht mal die mächtigsten Printmedien real eingreifen.

Morph April 26, 2013 um 23:00

@Schwejk

“also ich würde Dir die Rolle des Joseph Fouché anbieten…”

Sag ich doch, Realismus ist kaum Sache der hier Kommentierenden. Schon allein die Tatsache, dass ich HIER manchmal mitkommentiere, verifiziert die Absurdität Deiner Phantasie. Ist aber konsistent mit Deiner ebenso absurden Zauberberg-Assoziation.

Schatten der Vereinsmeierei April 26, 2013 um 23:12

@Morph

Dart ist auch Mannschaftssport – also hier in Berlin gibt es sogar eine Kneipenliga. So richtig mit Auswärtsspielen in anderen Kneipen, Pokalen etc.

Wobei ich mich frage, was das ist: Arbeiten gehen und dann in die Kneipe zum Darten. Das wahre Leben? Ablenkung davon, es im “richtigen” Leben nicht weit gebracht zu haben? Oder eine Übung demokratischen Verhaltens, wie sie Hegel vorschwebte mit seinen Korporationen, den freiwilligen Zusammenschlüssen?

jmg April 26, 2013 um 23:13

Ulis Spielgeld und jugendlicher Unfug. Heute gelesen:
“Eine 18 Jahre alte Fahranfängerin hat sich am Mittwoch in der Grabenstraße in Backnang (Rems-Murr-Kreis) mit ihrem Fahrzeug innerhalb kürzester Zeit insgesamt vier Mal absichtlich blitzen lassen. Dies berichtet die Polizei. Die 18-Jährige, die erst seit drei Monaten ihren Führerschein besitzt, war am frühen Mittwochabend in der Grabenstraße unterwegs, als sie den mobilen Blitzer im verkehrsberuhigten Bereich entdeckte. Dies nahm die junge Frau wohl zum Anlass, sich ein fragwürdiges Späßchen zu erlauben. In der verkehrsberuhigten Zone, in der eine Höchstgeschwindigkeit von sieben Kilometern pro Stunde gilt, fuhr sie mit mehr als 20 Kilometern pro Stunde zu schnell am Blitzgerät vorbei und winkte zusammen mit ihren Mitfahrern frech in die Kamera der Messanlage. Diese Aktion wiederholte die Fahranfängerin innerhalb kürzester Zeit vier Mal, die genauen Messergebnisse stehen noch aus. Die städtischen Vollzugsbeamten informierten daraufhin die Polizei, welche die Frau kurze Zeit später aus dem Verkehr zog. Die Polizisten drohten der 18-Jährigen damit, ihren Fahrzeugschlüssel einzubehalten. Auf die junge Frau kommen nun ein erhöhtes Bußgeld wegen viermaliger und vorsätzlicher Geschwindigkeitsüberschreitung und eine Nachschulung als Fahranfängerin zu. Außerdem informiert die Polizei die Führerscheinstelle, welche gegebenenfalls über weitere Maßnahmen entscheiden wird. Ob die junge Frau die erforderliche charakterliche Eignung zum Führen eines Fahrzeugs besitzt, ist aus Sicht der Polizei stark zu bezweilfeln.”

Morph April 26, 2013 um 23:22

@Schatten

“Wobei ich mich frage, (…)”

Tatsächlich? ;-)

ruby April 26, 2013 um 23:24

@ jmg

fragt der tischer nachdem wir ihm vor jahren bereits die eu-vertragsregelungen zitierten und die abfolge darstellten wieder nach …it is showtime ;-)

ruby April 26, 2013 um 23:35

also der jürgen war ne absolute fox-granate !!!

Soldat Schwejk April 26, 2013 um 23:57

@ Morph

Hm… nun wurde also die Absurdität meiner Phantasien verifiziert, dabei aber wenigstens ihre Konsistenz festgestellt. Kann man mehr verlangen? Irgendwie hast Du heute aber nicht Deinen spielerischen Tag, sondern willst mal wieder allen mit der Dampfwalze beibringen, was für Idioten sie doch sind. Ich würde es bei solchem Vorhaben aber dann doch vermeiden, absurde Phantasien auslösende Sätze wie diesen einzustreuen:

“Ich bin der Überzeugung, dass die Frage pro/contra Euro die aktuelle Problemlage verfehlt. Das ist ungefähr so, als würde man angesichts des Nuklearkrieges darüber diskutieren, ob die Aktentasche über dem Kopf ratsam ist oder eine Tageszeitung ausreichenden Schutz bietet.”

Also mal wieder eine Runde Malthus, ja? Alle Erörterungen von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und wirtschaftlicher Funktionalität sind für die Katz, weil die bevölkerungswachstumbedingte Akopalütze kommt? Ich hätte nicht zu “Krematorii” verlinken sollen…

Nee, also wenn Du mit der autonomen Funktionslogik von Organisationen argumentierst, das ist dann doch noch überzeugender…

Aber immerhin: es ist Hoffnung, denn wie schriebst Du: –> “… ich habe die einigermaßen sorgfältig durchdachte Überzeugung…”

Ja wer sich schon selbst versichern muß, daß er das was er denkt bereits eine Weile gedacht hat… tut er das nicht, um einstürmende Zweifel abzuwehren? Ist das nicht der, sagen wir, vorvorletzte Schritt… vor dem Widerrufen?

Trete jetzt aber erst einmal weg.

ruby April 27, 2013 um 00:27

Stellt euch mal vor 1974 hätte jemand prophezeit, dass der Uli Hoeness 2014 wegen Steuerhinterziehung von etwa 5 Millionen EURO zu einer Haftstrafe verurteilt werden könnte …
absurd ?

ruby April 27, 2013 um 07:17

Bofinger und Flassbeck aus vollen Rohren im DRadio
.
Investitionen aus privaten Vermögen für Erneuerungen unseres “Volks”/Bürgerwirtschaftlichen Vermögens und die Schulden sind weg . Bilanzverkürzung für lebenswerte menschliche Kultureinrichtungen vor Ort mit den unterschätzten Multiplikatoreneffekten. Freiheit für Beschäftigte zur effizienten Konsumnachfrage auf offenen Märkten !
Jugend, Beschäftigte, Rentner

Wettbewerb und Märkte zeigt mal, was ihr drauf habt.
Private setzt euer Scheissscheinvermögen sinnvoll ein, sonst verschwindet es durch Wertberichtigung und Zinsfalle.
Arbeitsleistung ist realer Flow – Zinsen virtueller Kredit …
Vom Zins zum Lohn -> Umverteilung
+
Bestandsumwandlung in Flussgrössen zur Bildung neuer Vermögen.
Die Ansprüche und Anforderungen einer friedlichen Moderne verändern sich immer wieder.
Raus aus den Villen rein in die Villages !!!

ruby April 27, 2013 um 07:24

Schulmeister
Giegold
Wagenknecht
& alle andere
—————–
Morph
Huett
Lübberding
Schirrmacher
+ Co.
Zeit aufzustehen und Dampf zu machen ;-)

ruby April 27, 2013 um 08:31

Mal in den Mai-Cicero Seite 134-136 Salon; Machtkritik und Verschwörungstheorie
“Kapitale Ignoranz”
schauen :
Fragen – ja
Antworten -wenig

müssen wir hier alles machen ;-)

ruby April 27, 2013 um 08:45

Van Morrison – Village Idiot
http://www.youtube.com/watch?v=kndj0YHjsPI
from Hymns To The Silence

gelegentlich April 27, 2013 um 10:43

Immerhin Eines haben die PR-Fuzzis von Hoeneß offenbar schon erreicht: das Selbstverständliche als unfair einzuordnen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spiegel-interview-seehofer-mahnt-fairness-im-umgang-mit-hoeness-an-a-896848.html
Man würde doch annehmen, dass Einer in solch einem Fall alle Ämter/Posten bis zur gerichtlichen Klärung des Falles komplett ruhen läßt. An anderes Verhalten auch nur im Spaß zu denken ist doch “eigentlich” gar nicht drin.
Und jetzt macht ein Ministerpräsident dafür Reklame genau das zu verhindern. Verfault…

jmg April 27, 2013 um 13:37

Ermittlungsverfahren gegen Rummenigge eröffnet
———————————————————–
Er soll Luxusuhren nicht verzollt haben
http://www.welt.de/vermischtes/article115661572/Ermittlungsverfahren-gegen-Rummenigge-eroeffnet.html

Morph April 27, 2013 um 15:50

@Schwejk

“Irgendwie hast Du heute aber nicht Deinen spielerischen Tag, sondern willst mal wieder allen mit der Dampfwalze beibringen, was für Idioten sie doch sind.”

Reine Notwehr. Diese halt- und konsequenzenfreie Spekuliererei darüber, wie der Fall Hoeneß mit anderen Einzelschweinereien zusammenhängt, ist m.E. nicht, was Blogkommunikation at it’s best vermag, sondern im Gegenteil: die Fortsetzung des haltlosen TV-Gequatsches mit anderen Mitteln. Und da die lieben Mitkommentatoren sich vor allem darin gefallen, sich qua Intelligenz und Moralität über die aktuell macht- und geldhabenden ‘Idioten’ zu erheben, habe ich kein schlechtes Gewissen, die lieben Mitkommentatoren meinerseits als ‘Idioten’ erscheinen zu lassen.

“Also mal wieder eine Runde Malthus, ja? Alle Erörterungen von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und wirtschaftlicher Funktionalität sind für die Katz, weil die bevölkerungswachstumbedingte Akopalütze kommt?”

Meine These ist immer gewesen, dass die Katastrophe schon längst stattfindet, spätestens seitdem der Imperialismus um 1900 ein weltumspannende System der industriellen Realproduktion einrichtete. In Mitteleuropa war das nur nicht spürbar.

Die aktuelle globale Egalisierung der Überlebensverhältnisse bringt Europa und die ‘alte’ industrialisierte Welt mittelfristig lediglich auf den realen Stand der Dinge.

Die Logik der malthusianischen Katastrophe kann auf zweierlei Weise konterkariert werden: 1. technologische Entwicklung mit der Folge eines ungezügelten Raubbaus an nicht erneuerbaren Ressourcen (die drohende Bevölkerungskatastrophe wird also abgewendet um den Preis einer drohenden Biosphärenkatastrophe – m.E. keine wirklich überzeugende Lösung…); 2. zivilisatorische Entwicklung mit der Folge einer Stagnation des Bevölkerungswachstums und der realwirtschaftlichen Effizienzsteigerung.

Nach den besten DATEN, die wir in diesem Zusammenhang heute besitzen, stellt sich der Menschheit die unter 2. beschriebene Aufgabe im Zeithorizont der nächsten fünf Jahrzehnte, also in unserer Lebenszeit.

Ich meine, jeder wie er mag: Von mir aus schwingt hochinformierte Reden über Hoeneß, Barca und die AfD. Aber tut nicht so, als wäret ihr Teil der Lösung und nicht Teil des Problems.

“Ja wer sich schon selbst versichern muß, daß er das was er denkt bereits eine Weile gedacht hat… tut er das nicht, um einstürmende Zweifel abzuwehren? Ist das nicht der, sagen wir, vorvorletzte Schritt… vor dem Widerrufen?”

Du atgumentierst unter der Prämisse, dass ich nicht in spielerischer Laune sei. Unterstell mal, dass ich mir der kauzig-privatistischen Konnotationen schon bewusst bin, wenn ich meine Position als ‘sorgfältig durchdacht’ beschreibe.

Ich stehe nicht kurz vorm Widerrufen, @Schwejk, sondern kurz vorm Verstummen! Zunehmend bin ich davon überzeugt, dass die kollektive Aufmerksamkeit auf die zentrale zivilisatorische Herausforderung der Gegenwart nicht jene kritische Masse erreichen kann, die für ihre Politisierung notwendige wäre.

Unter Hegelianischer Perspektive erscheint das, was derzeit läuft, wie ein Kampf um Anerkennung zwischen Menschheit und Biosphäre. Und wer seinen Hegel kennt und wer die Kräfteverhältnisse einigermaßen einschätzen kann, kann sich nur mit Grausen abwenden!

Wenn schon Denglisch dann... April 27, 2013 um 18:39

at its best

Morph April 27, 2013 um 18:54

Oho, ein aufmerksamer Leser, toll! ;-)

Schatten vom von Braun April 27, 2013 um 19:10

Sag ich ja immer: Wer nicht zu den Sternen reisen will, der muss abtreiben!

Da liegt auch @carlos manosos Dilemma: Kibbuz funktioniert nur mit Geburtenkontrolle.

http://www.ft.com/cms/s/2/6724580a-8d64-11e2-82d2-00144feabdc0.html

Und das ist sehr diskriminierend!

gelegentlich April 27, 2013 um 20:32

Falls das Ganze eine Kampagne des Hoeneß-Teams ist hier der vermeintliche Adressat:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/uli-hoeness-der-sturz-eines-idols-12164779.html?google_editors_picks=true

@Morph
“Und da die lieben Mitkommentatoren sich vor allem darin gefallen, sich qua Intelligenz und Moralität über die aktuell macht- und geldhabenden ‘Idioten’ zu erheben, habe ich kein schlechtes Gewissen, die lieben Mitkommentatoren meinerseits als ‘Idioten’ erscheinen zu lassen.”
Erheben will ich mich nun nicht. Ich bin mir aber nicht sicher ob Sie sich mit der von Ihnen ausgewählten ungleich höheren Ebene erhoben haben. Themenwechsel ist natürlich nicht verboten. Was bringt er aber in diesem Zusammenhang?

Dipfele April 27, 2013 um 21:22

Hoeneß und die Medien. Jetzt mit Update vom 27.4. http://is.gd/Djt1cU

Soldat Schwejk April 27, 2013 um 22:53

@ Morph

Hm… was den Kampf mit der Biosphäre angeht, so teile ich vermutlich einige Deiner implizit gemachten Voraussetzungen nicht, aber DAS Faß aufzumachen würde hier entschieden zu weit führen. Gibt dafür vielleicht mal wieder einen anderen Thread.

Nur soviel: Überlege Dir mal, wie das von Dir so benannte Problem denn eigentlich hierzulande diskutiert werden sollte, welches politische Agieren die Diskussion im besten Falle auslösen sollte, um Deinen Ansprüchen zu genügen. Mir ist absolut nicht klar, was da eigentlich Deine positive Perspektive ist. Für mich klingt das immer nur so wie: Jaja, ist alles so schlimm, alle werden ihr Leben ändern und den Gürtel viel enger schnallen müssen. Was ich davon halte, muß ich wohl nicht schreiben.

Die damit verbundenen Dinge werden ja nicht durch so einen abstrakten Jammerdiskurs bewegt, sondern durch punktuelle Intervention mithilfe von Organisationsmacht. Ein Bekannter von mir arbeitet etwa für eine NGO, die u.a. gegen die Überfischung von küstennahen Meeresregionen durch große Trawlerflotten vorzugehen versucht, wodurch kleine Fischer in Drittweltländern um ihren Fang gebracht werden. Sie versuchen die Kette vom Fang über die Verarbeitung bis zum Verkauf zu verfolgen, die Eigentumsverhältnisse der beteiligten Firmen zu ermitteln und an passender Stelle (also dort wo eine Negativ-Image-Kampagne Erfolg verspricht) Druck auszuüben. Offenbar hat es durchaus einen gewissen Impact, auch wenn die Organisationslogik an anderer Stelle für Bauchschmerzen sorgt, etwa wenn man sich auf Wunsch der Trägerorganisation dann plötzlich doch mit Politikern zeigen muß, deren Tun in anderen Zusammenhängen man verabscheut. Und natürlich, es ist ein bezahlter Job, Geldwirtschaft eben.

Aber wie anders als auf solchen Wegen – gradualistisch und unter Nutzung der instrumentellen Vernunft in Organisationen – sollte das Weltwirtschaftssystem transformiert werden? Also wenn ich als hierarchophober Schwejk schon zu der Einsicht gelangt bin…

Anfang der 90-er war ich mal kurz in so einer Ökosekte, wo solch ein Wischi-Waschi-Diskurs geführt wurde: “Du mußt Dein Bewußtsein ändern…” … auch irgendwelche Philosophen wurden andauernd zitiert, z.B. an das Herumgeheideggere kann ich mich erinnern. Es war wirklich schlimm, recht schnell bin ich dem mit Grausen entflohen, um keinen irreparablen Hirnschaden zu erleiden. Also hättest Du sowas mal mitgemacht… ich glaube, Du würdest jedem Ansatz eines solchen Diskurses heute ähnlich unerbittlich entgegentreten wie dem ganzen Außerirdischen-Zeug…

Ansonsten gibt es natürlich einen logischen Zusammenhang zu vielen hier verhandelten Themen: Eine Veränderung der weltweiten Terms of Trade zugunsten der Ärmsten in den Entwicklungsländern läßt sich hierzulande umso eher politisch durchsetzen, wie die Massenkaufkraft von Schütze Arsch und Klein Erna (@topi) eine daraus erwachsende Preissteigerung für gewisse Güter tragen kann…

Sodann zum eigentlichen Hoeneß-Thema. Dir scheint das offenbar irgendwie irrelevant. Nun ja, ich schrieb weiter oben auch: Es ist eigentlich nur etwas, was mein Bild von einer separaten “Elitenwirtschaft” mit eigenen Regeln bestätigt. Man könnte nun sagen: So what, haben wir das nicht immer gewußt, warum muß man sich da noch für Details interessieren? – Ich halte eine solche Sicht dann aber doch für fatal. Wenn sich niemand mehr für die Details interessiert, dann erlischt auch das Interesse an investigativem Journalismus, und es breitet sich eine fatalistische Haltung aus: Die da oben machen ja eh was sie wollen. Das verstärkt sich dann wechselseitig: Desinteresse am Detail und diffuse, unproduktive Wut unten… und zunehmende Willkür oben, nach dem Prinzip: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Am Ende wacht man dann in einem ganz und gar korrupten Scheißstaat auf wie in der Ukraine oder in Jelzins Rußland der 90-er Jahre. Ich für mein Teil möchte nicht in solch einem Scheißstaat aufwachen, und das erst einmal ganz unabhängig davon, wie sich die Heilbuttbestände im Atlantik entwickeln…

Abschließend, Du meinst, Du bist nahe am Verstummen. Nun, ich würde es bedauern. An besseren Tagen schreibst du hier einige der scharfsinnigsten Kommentare, wie ich finde. An einem besserem Tag hättest Du das Hoeneß-Thema vielleicht zum Anlaß genommen, ein paar erhellende Gedanken zum Verhältnis von personalen Akteuren und Organisationen sowie dessen Reflektion in den Medien hier abzulegen… Und wenn Du spielerisch drauf bist, dann macht es auch manchmal Freude, Doppelpaß zu spielen und den Ball auf der Spielwiese in Bewegung zu halten.

Doch in letzter Zeit, leider, häuft sich bei Dir das pauschale Rumballern auf der Metaebene, ohne Argument in der Sache, so im Superobercheckertonfall. – O.K., Du mußt auch immer mal was einstecken, insofern sei Dir ein gewisses Kontingent an Ballermunition zugestanden, unter sportlichen Gesichtspunkten. Aber wenn in der Morphschen Tonlage das destruktive Rumballern zunehmend zum beherrschenden Element wird, dann nervt es einfach nur. Zumal Du es besser drauf hast.

gelegentlich April 27, 2013 um 23:09

@Morph
Konstruktives hilft sicher. Ein Text von Willi Winkler (2005) über “Arm gegen Reich”. Da steht drin dass der Kriege der Reichen gegen die Armen furchtbar sein wird und dass er schon längst begonnen hat:

http://www.google.de/url?q=http://www.hsu-hh.de/download-1.4.1.php%3Fbrick_id%3D5EmxAJYaBqYuNRnW&sa=U&ei=2Tt8Ue6YCuWl4ATQjYHYDg&ved=0CCoQFjADOAo&usg=AFQjCNEBOLzpqBHai_pTsS6__n-7DTLp_w

(Ist dort eingepackt mit anderen Arbeiten)

Und ja: ich empfinde diese Affäre Hoeneß als Teil dieses “Kriegs”. Da hat Einer Gesetze nicht beachtet, ist wohl erwischt worden und stellt jetzt eine Reihe Leute ein um ihn vor den daraus erwachsenden Konsequenzen zu beschützen. Wie Bill Gates: dauernd verurteilt, zahlt die Auflagen aus der Portokasse und macht gerade weiter. Ein anderer Teil der Portokasse geht in die Charity, ähnlich Hoeneß. Und wenn sie dann wieder beim für sie selber sehr vorteilhaften Nichtbeachten der Gesetze erwischt werden: wir doch die schlechthinnigen Gutmenschen. Muss man sich das bieten lassen? Dass zum bestohlen werden auch noch der Hohn kommt?

ruby April 27, 2013 um 23:30

Konstruktives Reinballern
http://www.youtube.com/watch?v=sxocYz-p7JE
“Stegi” und die vierfache linke Klebe

petervonkloss April 28, 2013 um 00:00

Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten. Katharsis I

petervonkloss April 23, 2013 um 11:59
Die Moderne als Revolution im Dauerzustand und die ihr zugehörigen Medien und ihre Déformation professionnelle.

Die in vielfältiger Weise gut geölte Maschine Mensch geht nur selten in voller Welthaftigkeit auf;
Ist selten kongruent mit seinen Umwelten; dies gelingt den Tieren meist besser.

Daher ist zu beachten, daß jahrhunderte – gar tausendjährige alte „Strukturen“ nicht vorschnell über Bord gehen.
Diese dadurch entstehenden Molochs gebären immer schwarze Löcher mit viel Vernichtungspotenzial. Nietzsche hat
dies in einer größeren Sentenz über den Sozialismus, der mal im größeren Stil experimentell, unter größten Opfern
auszuprobieren wäre, in großartig, prophetischer Weise dargelegt.

Man kann daher sehr gut von einer prinzipiellen Weltfremdheit des Menschen reden.

Diese Nicht-Kongruenz macht den einzelnen Menschen erst liebenswert, wobei der Mensch die Zärtlichkeit Umsorgtheit, Fürsorglichkeit etc etc. nicht etwa durch das jüdisch-christliche geerbt hat, sondern im Umgang mit
Kindern und kleinen Tieren (Wolfswelpen etc.) wobei ich sogar so weit gehe, daß es in erster Linie die Beobachtung
der Zärtlichkeit der Wolfsrudel war, die er dann auf seine eigene natalis anwendete!!.

Daher ist ein meta-physisches Verhältnis des Menschen zur Welt gegeben, dem er nicht durch Fortschrittssimulakren
wie z. B. der Frauenquote oder sonstiger im Einzelnen berechtigter Modi der Fortschrittlichkeit, entkommt.

In dieser Manier versucht nicht nur der althergebrachte Sozialismus, sondern auch der moderne Kapitalismus den Menschen relativ total und materialistisch-positivistisch, bzw. neu-synthetisch, maschinell, den Menschen mit der Welt des
unbewußten „New-Jerusalem“ der katholen mit protestantischer Dynamik versehenen Go-West-Bewegung, kongruent zu machen.

Die dadurch entstehende weltweite Konsummasse, wird komplementär bestimmt durch proliferierende Terrorismen,
die diese Geballtheiten des hypertelischen Sinns, der folgerichtig sinnlos ist, durch ihren Gegensinn stören und
beseitigen wollen. Es ergibt sich eine „geheime“ Komplizenschaft zwischen dem Amorphen in der Tendenz Ano-
mischen und dem „notwendigen“ Sinngebern der nihilistischen Masse durch das Ereignis des Terrors; die ins anomische abtriftende Gemeinschaft wird durch ihn erneuert. Das Blutbad ist die Transsubstantiation zur Welt-
gesellschaft

Sozialismus und Kapitalismus jeder Schattierung, sind die bare Münze dieser „geisteswissenschaftlich“ längst abgetan scheinenden Metaphysik, die nach Heidegger nur noch historisch-technisch geordnet ist in den Anschein
einer Wirklichkeit:

“Indem die Metaphysik vergeht ist sie vergangen. Die Vergangenheit schließt nicht aus, sondern ein, daß erst jetzt die Metaphysik ihre unbedingte Herrschaft im Seienden selbst und als dieses in der wahrheitslosen Gestalt des Wirklichen und der Gegenstände antritt. Aus der Frühe des Anfangs erfahren, ist aber zugleich die Metaphysik vergangen in dem Sinne, daß sie in ihre Ver-endung eingegangen ist. Die Verendung dauert länger als die bisherige Geschichte der Metaphysik.”

-In der Verendung triumphiert für Heidegger die “Seinsvergessenheit”. Sie ist die Agonie des Seins, das sich “ins Nichts vernichtet”, ….. Diese Agonie, und genau das ist mit dem Wort Verendung gemeint, ist nicht schon das Ende der Metaphysik, sondern deren sich gleichsam überschlagende, sich überwältigende, im Prozess der selbstdestruktiven menschlichen Praxis ins Nichts auflösende Behauptung. Und das ist das Skandalon, darin besteht die Ungeheuerlichkeit jenes finsteren Stücks, das mit der in ihrer Überwindung und durch diese hindurch sich erhaltenden Metaphysik auf der ontologischen Weltbühne zur Aufführung gebracht wird: “Dem Menschentum der Metaphysik ist die noch verborgene Wahrheit des Seins verweigert. Das arbeitende Tier ist dem Taumel seiner Gemächte überlassen, damit es sich selbst zerreiße und in das nichtige Nichts vernichte.”-

Für ein tieferes Verständnis empfehle ich zunächst folgendes: (nur fünf Seiten)

http://www.ruhr-uni-bochum.de/ifm/_downloads/hoerl/hoerl_2006_heidegger_und_die_roemer.pdf

Daß eine jede Linke relativ schwachsinnig ist, liegt in ihrem Internationalismus. (angesichts einer wachsenden
Weltbevölkerung)

Durch diesen wird jegliche legitime Forderung ad absurdum geführt.
Z. B. Einwanderung nach den Regeln und dem Geist des „ihr Kinderlein kommet oh kommet doch all“

Der christlich-sozialistische Größenwahn kommt z. B. in dem Brecht-Spruch aus dem stalinistische Säuberungen
rechtfertigenden Stück „die Maßnahme“ zum Ausdruck: „Ändere die Welt, sie braucht es“; ein Kirchentagsmotiv
das derzeitig der Wahlbanner der Partei „die Linke“ ist;
und man mache sich keine Illusionen, auch sie, die derzeitig die Rettungspakete ablehnt, wird, wenn eine Transfer-union eingeführt werden sollte, ihr rundum zustimmen! Was das für die Sozialsysteme bedeutet, kann sich jeder aus-
rechnen. ( H. Huett hat ja wegen der Kosten für Alle schon früher daraufhingewiesen.)

Täuschung und Verlogenheit ist allerorten. Es wird für die „gute“ Sache manipuliert was das Zeug hält.

Nun fängt das was ich unlängst unter dem Rubrum Nihilismus dargelegt habe, im höchsten Maße virulent zu werden.

Die Linken und Halb-Linken offenbaren ihren prinzipiellen Nicht-Verstand, in dem sie einerseits ihren Feind verorten und versuchen – im Sinn der guten Sache – auf ihn einzuschlagen;
Oder sie versuchen wie Huett und Lueberding den Wahlkampf per fragwürdiger Abwägungen und pseudoethischem
Geseusel auf Vordermann von SPD und Grünen zu bringen.

Wer nicht bemerkt hat, daß Deutschland in Gestalt von Medien und Politik seit Zuspitzung der Eurokrise, seine seit
Jahrzehnten währende Aufklärung bezüglich des NS nochmals intensiviert hat, dessen synaptische Möglichkeiten
dürften begrenzt sein.
Man hatte gelegentlich den Eindruck der Geburt einer Antifa-Religion beizuwohnen, dessen Priester und Meßdiener
in den Medien sich gegenseitig in ihrer Euro-Gläubigkeit beweihräucherten so daß man bisweilen ohnmächtig wurde……. seit dem es die AfD gibt, ist das plötzlich weniger geworden.

Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten. Katharsis II

Morph April 27, 2013 um 15:50
@Schwejk

“Irgendwie hast Du heute aber nicht Deinen spielerischen Tag, sondern willst mal wieder allen mit der Dampfwalze beibringen, was für Idioten sie doch sind.”

Reine Notwehr. Diese halt- und konsequenzenfreie Spekuliererei darüber, wie der Fall Hoeneß mit anderen Einzelschweinereien zusammenhängt, ist m.E. nicht, was Blogkommunikation at it’s best vermag, sondern im Gegenteil: die Fortsetzung des haltlosen TV-Gequatsches mit anderen Mitteln. Und da die lieben Mitkommentatoren sich vor allem darin gefallen, sich qua Intelligenz und Moralität über die aktuell macht- und geldhabenden ‘Idioten’ zu erheben, habe ich kein schlechtes Gewissen, die lieben Mitkommentatoren meinerseits als ‘Idioten’ erscheinen zu lassen.

“Also mal wieder eine Runde Malthus, ja? Alle Erörterungen von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und wirtschaftlicher Funktionalität sind für die Katz, weil die bevölkerungswachstumbedingte Akopalütze kommt?”

Meine These ist immer gewesen, dass die Katastrophe schon längst stattfindet, spätestens seitdem der Imperialismus um 1900 ein weltumspannende System der industriellen Realproduktion einrichtete. In Mitteleuropa war das nur nicht spürbar.

Die aktuelle globale Egalisierung der Überlebensverhältnisse bringt Europa und die ‘alte’ industrialisierte Welt mittelfristig lediglich auf den realen Stand der Dinge.

Die Logik der malthusianischen Katastrophe kann auf zweierlei Weise konterkariert werden: 1. technologische Entwicklung mit der Folge eines ungezügelten Raubbaus an nicht erneuerbaren Ressourcen (die drohende Bevölkerungskatastrophe wird also abgewendet um den Preis einer drohenden Biosphärenkatastrophe – m.E. keine wirklich überzeugende Lösung…); 2. zivilisatorische Entwicklung mit der Folge einer Stagnation des Bevölkerungswachstums und der realwirtschaftlichen Effizienzsteigerung.

Nach den besten DATEN, die wir in diesem Zusammenhang heute besitzen, stellt sich der Menschheit die unter 2. beschriebene Aufgabe im Zeithorizont der nächsten fünf Jahrzehnte, also in unserer Lebenszeit.

Ich meine, jeder wie er mag: Von mir aus schwingt hochinformierte Reden über Hoeneß, Barca und die AfD. Aber tut nicht so, als wäret ihr Teil der Lösung und nicht Teil des Problems.

“Ja wer sich schon selbst versichern muß, daß er das was er denkt bereits eine Weile gedacht hat… tut er das nicht, um einstürmende Zweifel abzuwehren? Ist das nicht der, sagen wir, vorvorletzte Schritt… vor dem Widerrufen?”

Du atgumentierst unter der Prämisse, dass ich nicht in spielerischer Laune sei. Unterstell mal, dass ich mir der kauzig-privatistischen Konnotationen schon bewusst bin, wenn ich meine Position als ‘sorgfältig durchdacht’ beschreibe.

Ich stehe nicht kurz vorm Widerrufen, @Schwejk, sondern kurz vorm Verstummen! Zunehmend bin ich davon überzeugt, dass die kollektive Aufmerksamkeit auf die zentrale zivilisatorische Herausforderung der Gegenwart nicht jene kritische Masse erreichen kann, die für ihre Politisierung notwendige wäre.

Unter Hegelianischer Perspektive erscheint das, was derzeit läuft, wie ein Kampf um Anerkennung zwischen Menschheit und Biosphäre. Und wer seinen Hegel kennt und wer die Kräfteverhältnisse einigermaßen einschätzen kann, kann sich nur mit Grausen abwenden!

gelegentlich April 28, 2013 um 00:10

@petervonkloss
“Unter Hegelianischer Perspektive erscheint das, was derzeit läuft, wie ein Kampf um Anerkennung zwischen Menschheit und Biosphäre. Und wer seinen Hegel kennt und wer die Kräfteverhältnisse einigermaßen einschätzen kann, kann sich nur mit Grausen abwenden!”

Wenn man diesen Beitrag unter besonderer Würdigung seiner Länge betrachtet scheint der Kampf um die Anerkennung der Besonderheiten der Maschine zu gehen, mit deren Hilfe er aufgesetzt wurde. Gute Nacht! Diesem Weltgeist wünsche ich dass er ausgeschlafen daher kommt.

bleistift April 28, 2013 um 00:15

Tja, als ich heute morgen auf dem Klo saß hab’ ich auch eine besonders große Wurst rausgedrückt….

Soldat Schwejk April 28, 2013 um 00:16

Siehste @Morph, das haste nu davon :-D

petervonkloss April 28, 2013 um 00:19

@ gelegentlich

Wir sind alle überfordert! Aber ein bischen (gründliches) Lesen nutzt immer.

bleistift April 28, 2013 um 00:30

@ petervonkloss

Kennen Sie eigentlich diese Southpark Folge in der eine Figur einen besonders großen Haufen hinsetzt und anschließend alle Freunde und Verwandte einlädt damit sie sein “großes Geschäft” bewundern können?
Ich glaube nämlich fast das ist Ihre Motivation hier zu schreiben!?! (Vom Halbgott kann man ähnliches behaupten…)

bleistift April 28, 2013 um 01:27

Ich hab’ mal wieder in’s Fettnäpfchen getreten!
Gute Nacht!

petervonkloss April 28, 2013 um 06:00

„Ihr Einsamen von heute, ihr Ausscheidenden, ihr sollt einst ein
Volk sein: aus euch, die ihr euch selber auswähltet, soll ein
auserwähltes Volk erwachsen und aus ihm der Übermensch.“
NIETZSCHE

Vor dem Kirchgang die Ruhe und der Taumel :

https://www.youtube.com/watch?v=hjc-rMpmCpY

https://www.youtube.com/watch?v=USfsPTwSinw

gelegentlich April 28, 2013 um 08:14

@petervonkloss

„Ihr Einsamen von heute, ihr Ausscheidenden, ihr sollt einst ein
Volk sein.: aus euch, die ihr euch selber auswähltet…“ – aha, damit meinen Sie Hoeneß, der einfährt, nachdem er sich aus freien Stücken für das entschieden hatte, was er vermutlich getan hat?

Wären da nicht weniger salbungsvolle Worte angemessener?

ruby April 28, 2013 um 08:40

Einfahrer:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/2088513/
Phrase :
Norddeutschland at its (or someone’s) worst
in the most serious, undesirable, or unpleasant state : nothing’s working at the moment, so I suppose you’ve seen us at our worst

Dieses System hat System .

ruby April 28, 2013 um 09:09

Wieviel Corporate-Gouvernance will eine Gesellschaft von Banken und Fußballunternehmen als Aktiengesellschaften regional, national, europäisch oder global verlangen ?
Wer genügt diesen selbstgesteckten Anforderungen?
Beitz hat Cromme …
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article114274505/Berthold-Beitz-99-laesst-Nachfolger-Cromme-fallen.html

Morph April 28, 2013 um 09:34

@Schwejk

“Sodann zum eigentlichen Hoeneß-Thema. Dir scheint das offenbar irgendwie irrelevant. Nun ja, ich schrieb weiter oben auch: Es ist eigentlich nur etwas, was mein Bild von einer separaten “Elitenwirtschaft” mit eigenen Regeln bestätigt.”

Der Fall Hoeneß wäre als solcher m.E. nicht dikussionsbedürftig: Da hinterzieht einer Steuern. Moralisch betrachtet ist das so verwerflich wie jeder andere Steuerbetrug auch. Rechtlich spielt das Ausmaß des Betrugs eine Rolle. Das muss von den zuständigen Behörden ermittelt werden. Presse oder gar Blogosphäre sind da sachlich unzuständig und fachlich inkompetent. Gut möglich, dass der Herr Hoeneß ins Loch muss. Recht so! Noch Fragen? Also.

Interessant ist vielmehr, dass, wennich richtig gelesen haben, 52 % der Deutschen dafür sind, Hoeneß möge seinen Job in der Firma FC Bayern München behalten! How come? Manipulative Presse? Die Finanzfaschistenmafia presst uns eine zähneknirschende Solidarität mit ihren Paten ab? Nope: Das ist genuine kollektive Liebe für den großen Wurstfachverkäuder!

Woher kommt diese Liebe? Hat denn der Herr Hoeneß einen natürlichen Liebreiz? Wohl nicht. Der Grund ist: Herr Hoeneß verkörpert, ja inkarniert den Kitt der aktuellen Gesellschaft.

Ich habe nichts gegen Fußball und kann die eigenartige Poesie dieses patriarchalen Schauspiels durchaus nachempfinden. Und dieser Sport hat nicht nur für die ihn Betreibenden einen mächtigen Sinneffekt, sondern auch für das Publikum, wie ich erst letztes Wochenende zufällig erleben konnte: Schiieeß, schiieeß!!! Gib ab!! Hintermann!!! – Diese Männer waren sehr erregt und sehr bei der Sache. Und es ist ja wirklich schön, wenn Leute, die unter der Woche entfremdet und unterworfen das Leben als graues Einerlei erleben, bunten, starken Lebenssinn erfahren.

Beim Profifußball aber hört der Spaß auf, finde ich. Eine ungeheure volkswirtschaftliche Anstrengung ist heutzutage dem Ziel gewidmet, das kompensatorische Potenzial des Fußballs im Blow-up-Verfahren auf ganze Nationen und Nationenverbünde anzuwenden und deren graues, lebensfeindliches Einerlei durch bunte Großveranstaltungen (Schiieeß, schiieeß!!) zu übertünschen.

Ich kann Leute, die sich mit den Unterhaltungsqualitäten des Profifußballs identifizieren, als kritische Beobachter der Gegenwart kaum Ernst nehmen.

Der Fall Hoeneß hat nichts mit Elitenwirtschaft zu tun, @Schwejk, sondern mit der selbstverschuldeten Unmündigkeit einer eskapismusgeilen Öffentlichkeit.

Mielke April 28, 2013 um 09:53

Was macht denn unsere Stasi-Zentrale?
Keine Neuigkeiten hier?

holger April 28, 2013 um 09:55

Der Fall Uli H. zeigt nur auf, wie strunzen dämlich dieses System ist. mehr nicht.

Und da Fußball nun mal Nummer 1 ist, betrifft es den großteil der Gesellschaft… Wenn man natürlich mehr Sinn im Popelrollen sieht… egal.

Der Uli H. (ich mag ihn nicht) hat in seinem Leben mehr Steuereinnahmen generiert, als manch ein Profi Popeldreher.

Und da liegt das Problem… Es ist vollkommen egal, wie viel Einkommen nicht versteuert worden ist.

37 Millionen werden für Götze bezahlt… da wird wohl auch ein steuersatz enthalten sein. Wäre Götze ein Pferd 7% und wäre Götze ein Esel 19% letzteres wird vermutlich der Fall sein.

Also rund 6,5 Millionen für diesen Transfer.

Also weiter Popeldrehen

gelegentlich April 28, 2013 um 10:15

Herzlichen Dank, @ruby, für den Link zu diesem Fitschen-Interview. Selten in meinem erwachsenen Leben habe ich so viel Arroganz, eingepackt in höfliche Sprechweise, erlebt. Danach will man dem Herrn möglichst viel reale Todesangst auf den Hals wünschen. die man sich in einem Endemol-Format dann vielleicht sogar live übertragen ansehen können sollte.
@Morph
“Interessant ist vielmehr, dass, wenn ich richtig gelesen haben, 52 % der Deutschen dafür sind, Hoeneß möge seinen Job in der Firma FC Bayern München behalten! How come?”

So reagieren Sklaven, die nur noch die Wahl sehen zwischen einem mehr unterhaltsamen Gladiator (Daumen hoch!) und einem weniger unterhaltsamen. Recht, Gesetz, scheißegal, ist eh Sachen ihrer Herren. Für mich ist das ein Dokument dafür, dass eine Mehrheit nicht mehr glaubt dass dieses Gemeinwesen ihre eigene Sache ist.
Daher nicht mal der erste Gedanke, dass hier ihr Geld geklaut wurde. Machen “die da oben” eh…und an einem regnerischen Tag fällt mir auf dass ich diesen Eindruck schon ziemlich lang habe.

Bruchmüller April 28, 2013 um 10:31

“Schiieeß, schiieeß!!! Gib ab!! Hintermann!!! ”

Morph, bleib bei Deinen Leisten. Du leistest ohnehin genug.

Morph April 28, 2013 um 10:42

@Holger

“Also weiter Popeldrehen”

Dein Spezialgebiet, ich weiß.

Dass Hoeneß Steuereinnahmen ‘generiert’, ist komplett irrelevant vor dem Hintergrund, dass der Profifussball und das anhängende Geschwerl: Medien, Marketing und Merchandising, eine Allokation von lebendiger Phantasie, Tatkraft und materieller Produktion zur Folge haben, die z.B. dem Erziehungssystem, dem Bildungssystem und dem Gesundheitssystem systematisch fehlen. Wenn die Intelligentesten und Ambitioniertesten einer Generation nicht in den Zentren gesellschaftlicher Reproduktion arbeiten, sondern im Bereich der Finanz-, Werbe- und Unterhaltungsdienstleistung, dann bekommen wir exakt die gesellschaftlichen Zustände, die wir haben.

Wir leben in einer Welt, in der offenbar kaum jemand damit ein Problem hat, dass die Umstände des tatsächlich gelebten Lebens in Familien, in Schulen, an Arbeitsplätzen, in der Kranken- und Altenpflege immer prekärer werden. Aber einen Hoeneß dafür bewundern, was er alles ‘geschaffen’ hat.

Morph April 28, 2013 um 10:44

@Bruchmüller

Hehe, habe ich Dich getroffen? Wußt ich’s doch! ;-)

holger April 28, 2013 um 11:27

Morph

—>>>Wir leben in einer Welt, in der offenbar kaum jemand damit ein Problem hat, dass die Umstände des tatsächlich gelebten Lebens in Familien, in Schulen, an Arbeitsplätzen, in der Kranken- und Altenpflege immer prekärer werden. Aber einen Hoeneß dafür bewundern, was er alles ‘geschaffen’ hat.”

Uli H. hat im Gegensatz zu manchen Popeldrehern etwas getan muss nicht alles richtig sein, aber hat wenigstens. Das die Situationen im tatsächlich gelebten Leben prekärer werden… ist eine andere Sache… da sollte man die Popeldreher im Bundestag oder Landesebene fragen.

—>>>Dass Hoeneß Steuereinnahmen ‘generiert’, ist komplett irrelevant ”

es ist nicht irrelevant, egal welcher Hintergrund… kann ja auch Profi Popel Drehen sein, ist es nicht das eine, ist es das andere.

Die Einnahme Quelle sofern legal, ist dem Staat egal. Steht alle in der AO drin.

Wichtiger scheint mir der Flughafen Berlin zu sein…

holger April 28, 2013 um 11:38

gibt da auch ein tolles Buch

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ao_1977/gesamt.pdf

Abgabenordnung könnte manchen weiterhelfen da mal zu studieren…

gelegentlich April 28, 2013 um 12:12

In der Hauptsache scheint, wenn das hier stimmt, der Käse eh gegessen zu sein:
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-18-2013-steuer-cd-brachte-fahnder-auf-die-spur-von-uli-hoeness-telefone-abgehoert_aid_974148.html
Man fragt sich natürlich warum sich die Münchner soviel Zeit gelassen haben. Vielleicht sind sie wegen des Falls Mollath einfach übertrainiert in diesem Punkt?
Und damit verdichtet sich das Bild: der “Fall Hoeneß” ist ein PR-Entlastungsmanöver, das von Hoeneß selber in die Wege geleitet wurde, genau wie die Selbstanzeige, nachdem sein Name in diesem Zusammenhang den Behörden bekannt war.
Ich frage mich nur, warum auf einmal gerade der Focus mit so etwas kommt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/uli-hoeness-der-sturz-eines-idols-12164779.html
Hat es damit zu tun, dass auf einmal die Großsponsoren und Teilhaber Corporate Government sehen wollen? Gegen die nützt menscheln wohl nicht.

Jackle April 28, 2013 um 12:14

Ich glaube, es würde helfen, wenn jedermann ein ausreichendes Gefühl für die Peinlichkeit des eigenen Seins bekommen könnte.

dalena April 28, 2013 um 12:57

@morph “Wurstfachverkaeuder” finde ich wirklich sehr passend – erinnert doch stark an einen Volker Kauder, der sich ebenso schwer damit tut, Abgeordnetenbestechung ahnden zu lassen!

gelegentlich April 28, 2013 um 13:26

@Morph

Eine andere Umfrage sieht 82% gegen Hoeneß in diesem Fall eingestellt. Sklaven halt…

Linus April 28, 2013 um 13:30

“Die Moderne als Revolution im Dauerzustand und die ihr zugehörigen Medien und ihre Déformation professionnelle.”

Taddaaa!!!

“Die in vielfältiger Weise gut geölte Maschine Mensch geht nur selten in voller Welthaftigkeit auf; Ist selten kongruent mit seinen Umwelten; dies gelingt den Tieren meist besser.”

Der Mensch WILL die Welt verändern und formen. Kein Wunder, dass er da nicht kongruent zur Welt ist. Der Mensch ist die Verkörperung des schaffenden Prinzips, aber nicht des evolutionären Prinzips. Er verändert seine Welt idR, indem er ihr seinen Willen ‘aufzwingt’.

“Daher ist zu beachten, daß jahrhunderte – gar tausendjährige alte „Strukturen“ nicht vorschnell über Bord gehen.”
Tausendjährige Strukturen sind iA durch Selbstorganisation natürlich gewachsen und verhalten sich zunächst naturgemäss kongruent.

Nicht von ungefähr halten sich gewachsene Strukturen über tausend Jahre. Sie bilden das Substrat, u.a. das gesellschaftliche Fundament. Ihr Verlust gefährdet die Existenz ganzer Völker.

Auf der anderen Seite baut der Mensch seine Umwelt per Design um, er setzt Strukturen, und das nahezu flächendeckend. Dies ist allerorten erlebbar, s. Globalisierung. Es erfolgt iW durch ‘Technik’.

Durch menschliches Design entwickelte Strukturen sind häufig sperrig und iA auch nicht zur eigenen Reproduktion fähig (warum?). In aller Regel setzen sie der natürlichen Tendenz zum Ausgleich Widerstand entgegen und schöpfen genau daraus ihre gerichtete und zielgerichtete Wirkung (man denke an Staumauer, Hebel, Motor, Todesstreifen, HartzIV-Sanktionen etc.).

Es ist klar, dass der rasante und eskapistische Umbau der Umwelt, das Design also, zu Konflikten mit gewachsenen Strukturen führen muss: globaler Wettbewerb, Migrantenströme, Zerschlagung gewachsener sozialer Strukturen. Soweit der Blick auf die Oberfläche.

“Diese dadurch entstehenden Molochs gebären immer schwarze Löcher mit viel Vernichtungspotenzial. Nietzsche hat
dies in einer größeren Sentenz über den Sozialismus, der mal im größeren Stil experimentell, unter größten Opfern
auszuprobieren wäre, in großartig, prophetischer Weise dargelegt. Man kann daher sehr gut von einer prinzipiellen Weltfremdheit des Menschen reden.”

Nach meinen obigen Bemerkungen liest sich das als Gegensatz zwischen gewachsenen und designten Strukturen. Dies ist sicherlich nicht die ganze Wahrheit, aber doch ein gut Teil davon.

“Diese Nicht-Kongruenz macht den einzelnen Menschen erst liebenswert”
Auch ein Welpe ist liebenswert, obwohl eine Nicht-Kongruenz nicht ohne Weiteres zu beobachten ist. Liebenswertigkeit lässt sich gewiss nicht an Zivilisation oder dem Potential dazu (= gestalterische/schöpferische Fähigkeiten) festmachen. Nichtsdestoweniger ist es richtig, dass Fehler und Schwächen (z.B. des Menschen Unfähigkeit zur Kongruenz) Sympathie und Anteilnahme provozieren. Eine solche Einschätzung entsteht aber ausschliesslich im Auge des Betrachters, zumindest einem ersten Eindruck nach.

“Daher ist ein meta-physisches Verhältnis des Menschen zur Welt gegeben, dem er nicht durch Fortschrittssimulakren
wie z. B. der Frauenquote oder sonstiger im Einzelnen berechtigter Modi der Fortschrittlichkeit, entkommt.”
Grundsätzlich setzt jede Form von Leben dem natürlichen Ausgleich, dem Tod, designte Strukturen entgegen. Man könnte also allgemein von einer Metaphysik des Lebens sprechen.
Allerdings tut der Mensch das bewusst, er hinterfragt, er denkt immer ein ‘es könnte auch anders sein’, und er tut es halt in viel stärkerem Ausmass als jedes andere Geschöpf. Genau darin gründen seine schöpferischen Fähigkeiten. Die Hoffnung auf einen Ausweg, auf Sonderstellung gegenüber dem Schicksal, begründet den Glauben ans Design:
“In dieser Manier versucht nicht nur der althergebrachte Sozialismus, sondern auch der moderne Kapitalismus den Menschen relativ total und materialistisch-positivistisch, bzw. neu-synthetisch, maschinell, den Menschen mit der Welt des
unbewußten „New-Jerusalem“ der katholen mit protestantischer Dynamik versehenen Go-West-Bewegung, kongruent zu machen.”

Und auch das Scheitern ist folgerichtig, wenn auch facettenreich und mehrfach gebrochen:
“Die dadurch entstehende weltweite Konsummasse, wird komplementär bestimmt durch proliferierende Terrorismen, die diese Geballtheiten des hypertelischen Sinns, der folgerichtig sinnlos ist, durch ihren Gegensinn stören und beseitigen wollen. Es ergibt sich eine „geheime“ Komplizenschaft zwischen dem Amorphen in der Tendenz Anomischen und dem „notwendigen“ Sinngebern der nihilistischen Masse durch das Ereignis des Terrors; die ins anomische abtriftende Gemeinschaft wird durch ihn erneuert. Das Blutbad ist die Transsubstantiation zur Weltgesellschaft.
Sozialismus und Kapitalismus jeder Schattierung, sind die bare Münze dieser „geisteswissenschaftlich“ längst abgetan scheinenden Metaphysik, die nach Heidegger nur noch historisch-technisch geordnet ist in den Anschein einer Wirklichkeit:”

Zwischenfrage: Woher kommt das Komplementäre? Das hatten wir nicht auf der Rechnung.
“Geisteswissenschaftlich längst abgetan”: Es scheint, als würden eher die Geisteswissenschaften abgeschafft als diese Metaphysik des Willens entsorgt. Und so ganz falsch ist das auch wieder nicht, denn Leben ohne Willen zum Leben geht nicht.
Wahr ist: In unseren Zeiten der Machbarkeiten werden der Metaphysik des Willens deutlich ihre Grenzen aufgezeit. Hervorstechendes empirisches Ergebnis unseres ganzen hypertelischen Aktionismus: ein extrem erhöhter Metabalismus mit der Aussicht auf Herzkasperl. Daneben weitere Symptome, wie allgemeine Orientierungslosigkeit aufgrund der Unmöglichkeit gewachsener Strukturen.

Schon rein logisch wäre dieser Metaphysik des Willens einiges
entgegenzustellen, z.B.: Die Durchsetzung (m)eines Willens impliziert immer eine ‘Vergewaltigung’ der Welt. Dies widerspricht einer egalitären Weltsicht. Und die gründet sich auf einer generellen Austauschbarkeit der Dinge ohne Ansicht der Person, was schlussendlich auf die Wirkung eines ausgleichenden Prinzips hinausläuft. Ob letzteres Prinzip dogmatisch anzunehmen ist oder sich empirisch festellen odar gar weiter begründen lässt, sei mal dahingestellt.

An dieser Stelle könnte man sich Gedanken über eine neue Art von Design machen, etwa über die Immitation natürlicher Gleichgewichte und Regelkreise.
Hier nur eine Bemerkung dazu: Mit zunehmendem Organisationsgrad tendiert die Gesellschaft dazu, Zusammenleben durch Gesetze zu regulieren. Ein Gesetz bildet eine Barriere, die dem ‘natürlichen Ausgleich’ im Wege steht. Ist ja auch so gewollt. Allerdings muss diese Barriere mit Gewalt aufrechterhalten werden. Zum zweiten stellt die Barriere einen Fixpunkt dar, der von beiden Seiten referenziert und auch kompromittiert(!) werden kann. Es bilden sich links und rechts neue ‘natürliche Strukturen’, die sich an der Barriere, einer künstlichen Struktur, festmachen. Diese natürlichen Strukturen erscheinen dann mitunter absurd, ja paradox, da sie eben nicht dem natürlichen Ausgleich des übergeordneten Systems unterworfen sind. Davor schützt sie die referenzierte künstliche Struktur – das Gesetz.
In Summe läuft man Gefahr, durch starre Vorgaben das System unnötig zu verkomplizieren. Vorzuziehen wären hier flexible Regelkreise, die das System an dieser Stelle automatisch ins Gleichgewicht bringen.
Zur Klarstellung: Ich bin keineswegs dafür, die Dinge einfach ihrem Lauf zu überlassen. Ich bin jedoch äusserst skeptisch gegenüber dem Ansatz, die Welt funktional gestalten zu wollen. Es ist ein wesentlicher Grad an Freiheit notwendig, damit die Dinge von sich aus ins Gleichgewicht finden können.

Zum Heidegger-Zitat: Sehr schöner Heidegger-Schwurbel …
““Indem die Metaphysik vergeht ist sie vergangen. Die Vergangenheit schließt nicht aus, sondern ein, daß erst jetzt die Metaphysik ihre unbedingte Herrschaft im Seienden selbst und als dieses in der wahrheitslosen Gestalt des Wirklichen und der Gegenstände antritt. Aus der Frühe des Anfangs erfahren, ist aber zugleich die Metaphysik vergangen in dem Sinne, daß sie in ihre Ver-endung eingegangen ist. Die Verendung dauert länger als die bisherige Geschichte der Metaphysik.”

-In der Verendung triumphiert für Heidegger die “Seinsvergessenheit”. Sie ist die Agonie des Seins, das sich “ins Nichts vernichtet”, ….. Diese Agonie, und genau das ist mit dem Wort Verendung gemeint, ist nicht schon das Ende der Metaphysik, sondern deren sich gleichsam überschlagende, sich überwältigende, im Prozess der selbstdestruktiven menschlichen Praxis ins Nichts auflösende Behauptung. Und das ist das Skandalon, darin besteht die Ungeheuerlichkeit jenes finsteren Stücks, das mit der in ihrer Überwindung und durch diese hindurch sich erhaltenden Metaphysik auf der ontologischen Weltbühne zur Aufführung gebracht wird: “Dem Menschentum der Metaphysik ist die noch verborgene Wahrheit des Seins verweigert. Das arbeitende Tier ist dem Taumel seiner Gemächte überlassen, damit es sich selbst zerreiße und in das nichtige Nichts vernichte.”-”

Ich füge für mich hinzu: “oder in das seiende Sein verseine” und hab ihm damit kräftig in die Suppe gespuckt.
Leider fühl ich mich jetzt nicht schlauer :-(

gelegentlich April 28, 2013 um 13:43

“In der Verendung triumphiert für Heidegger die “Seinsvergessenheit”. Sie ist die Agonie des Seins, das sich “ins Nichts vernichtet”, ….. Diese Agonie, und genau das ist mit dem Wort Verendung gemeint, ist nicht schon das Ende der Metaphysik, sondern deren sich gleichsam überschlagende, sich überwältigende, im Prozess der selbstdestruktiven menschlichen Praxis ins Nichts auflösende Behauptung.”
Ob das Objekt dieses Threads die Zeilen verstehen könnte/wollte?
Eigentlich ein öder Zirkelschluß resp. wie der Glaube an Aliens reine Glaubenssache, weil das ja nicht widerlegt werden kann. Wer immer auch weiß wie es ausging ist nicht “verendet”.
Kann nur als Wort zum (Toten-)Sonntag durchgehen.

Wilma April 28, 2013 um 14:55

Wiesaussieht, hatte NRW die CD mit den Namen und dies auch Bayern mitgeteilt.
Das schon im vorigen Jahr.
Gabs da vielleicht einen kleinen Tipp ?

jmg April 28, 2013 um 15:33

@ gelegentlich April 28, 2013 um 12:12

Hoeneß-Daten auf Steuer-CD ?
————————————-
“Man fragt sich natürlich warum sich die Münchner soviel Zeit gelassen haben.”
Wenn das stimmt, wäre das auch brandgefährlich für die Aussichten der CSU im anstehenden Wahlkampf.

Hier folgt das Dementi der Steuerbehörden:
«Focus»: Hoeneß-Daten auf Steuer-CD – Justiz dementiert
———————————————————————
Bochum (dpa) – In der Steueraffäre Uli Hoeneß haben die Ermittlungsbehörden Berichte dementiert, wonach der Name des Präsidenten des FC Bayern München auf einer Steuer-CD auftaucht, die das Land Nordrhein-Westfalen im August 2012 angekauft hatte.

http://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-Focus-Hoeness-Daten-auf-Steuer-CD-Justiz-dementiert-_arid,558618.html

Kann nicht sein, was nicht sein darf? Oder Testballon des Focus?

gelegentlich April 28, 2013 um 15:41

@jmg
“Bochum (dpa) – In der Steueraffäre Uli Hoeneß haben die Ermittlungsbehörden Berichte dementiert, wonach der Name des Präsidenten des FC Bayern München auf einer Steuer-CD auftaucht, die das Land Nordrhein-Westfalen im August 2012 angekauft hatte.”

Oh, die arbeiten auch sonntags? Donnerwetter. Faule Beamtenärsche stellt man sich anders vor. Oder hat das einen besonderen Grund?

f.luebberding f.luebberding April 28, 2013 um 15:41

Die in den Ermittlungen in NRW federführende Staatsanwaltschaft Bochum hat diese Meldung laut DPA dementiert. Der Name Hoeneß sei nicht auf der Steuer-CD vom August 2012 verzeichnet gewesen, die ihr vorliegt. Hier dazu eine Übersicht zur damaligen Meldung vom WDR. Laut Spiegel ist auch die Kontonummer von Hoeneß mit der Kontonummer identisch, von der der Stern im Januar (und jetzt am Donnerstag) berichtet hat. Man sollte aber jede Meldung kritisch lesen: Alle operieren mit unvollständigen Informationen. Dabei passieren auch logischerweise Fehler, etwa durch falsche Zuordnungen. Das ist angesichts des Aktualitätsdrucks auch kaum zu vermeiden. Man sollte aber jetzt nicht diese Meldungslage nur so lesen, wie sie den eigenen Vorstellungen am Nähesten kommt. Also etwa die Informationen so zu selektieren, dass etwa Hoeneß in ein besonders schlechtes Licht gerückt hat (oder umgekehrt). Das führt nur in die Irre.

Wilma April 28, 2013 um 15:43

Dementi auch in der RP
http://www.rp-online.de/sport/fussball/bundesliga/justiz-dementiert-hoeness-nicht-auf-steuer-cd-1.3361916

Die RP am 23.4. Freund und Steuerberater
http://www.rp-online.de/sport/fussball/guenter-ache-freund-und-steuerberater-1.3349941

Bei dem Steuerberater gab es Anfang des Jahres eine Durchsuchung. In einem kleinen Ort, bleibt so etwas nicht unbemerkt.

ruby April 28, 2013 um 15:57
gelegentlich April 28, 2013 um 16:04

@F.Luebberding
Informationen soll man ja nie selektieren. Aber die Meldung des Focus war in dem Punkt eindeutig. Insofern egal als das wohl vor Gericht gehen wird und nicht die Medien da irgendetwas entscheiden. Im Übrigen weiß ich nicht ob da nicht auch andere CD’s oder Quellen in Frage kommen. Entscheidend ist doch wohl nur ob der Staat vor der Selbstanzeige etwas gewußt hat oder nicht und im zweiten Fall ob die Selbstanzeige vollständig war.
Politisch relevant sind beide Möglichkeiten nach meiner Meinung nicht.

jmg April 28, 2013 um 16:23

f.luebberding
“Man sollte aber jede Meldung kritisch lesen: Alle operieren mit unvollständigen Informationen.”

Fragt sich, warum unser Steuersystem so gestrickt ist. In Norwegen kann jeder das Einkommen und die gezahlten Steuern seines Nachbarn in Internet anschauen. Für alle, die einen Norweger kennen (z.Bsp. Rune Bratseth (früher Werder Bremen heute Trainer in Trondheim) hier der LINK:
(Inntekt=Einkommen, Formue=Vermögen, Skatt=gezahlte Steuern)
http://www.nrk.no/skatt/

enrico April 28, 2013 um 16:32

@morph
Wir leben in einer Welt, in der offenbar kaum jemand damit ein Problem hat, dass die Umstände des tatsächlich gelebten Lebens in Familien, in Schulen, an Arbeitsplätzen, in der Kranken- und Altenpflege immer prekärer werden.

Wir leben in einem Landstrich in dem die Menschen ein immer krasser werdendes Wohlstandgefälle als gottgegeben (neo-vulgo:”Alternativlos”) und somit als völlig normal erachten. Wie kann man solchen Gartenzwergen nur die naheliegende Einsicht verschaffen, dass “der Staat” keine Steuergelder einziehen muss um seine Aufgaben bezahlen zu können. Nein, er muss sie einzahlen, NACHDEM er sie bezahlt hat. Alles was dafür benötigt wird, ist ein öffentliches Girosystem, bei welchem der Staat durch Kontokorrent-Geldschöpfung im Voraus Zahlungsmittel (durch das Bezahlen seiner Aufgaben) in den Umlauf bringen kann und diese NACHHER wieder durch Steuererhebung einzieht. Aktiva = Passiva, Steuerschulden der Steuerpflichtigen (das ist hier das Aktiva des States) = KK-Überziehung des Staates (das ist hier das Passiva des Staates) -> Es gibt unter dem Strich keine “Staatsschulden”.

So, und wenn nun ein paar Bürgelein meinen sie müssten keine Steuern zahlen, weil sie doch zu den Reichen gehören, dann gibts halt a bisserl Inflation.

Gut, aber das ist für unsere Gartenzwerge jetzt wahrscheinlich doch etwas zu kompliziert.

Huuh (rrah) April 28, 2013 um 18:37

@ enrico

Du mal wieder.

Zu Deinem Post: Das ist überhaupt nicht kompliziert. Es ist allenfalls zu gut hinter seiner Einfachheit versteckt. Unter anderem deshalb sind wir hier beim Fußball, der ein klassisches Beispiel für das Verstecken (= Nichtfinden) des Naheliegenden ist.

Ich verfolge die Geschichten um Uli Hoeneß, Bayern München und Borussia Dortmund mit mehrfachem Interesse. Sie ist ein Brennspieglein dieser Gesellschaft und erhärtet wie selten etwas vergleichbares in der Großkotzsphäre die These, dass sich die Geldwirtschaft umso schneller selbst zerstört, je perfekter sie anscheinend funktioniert.

Ganz nebenher, off Topic sagt man wohl, Fußballinteressierte soll es ja hier und da geben,

aus rein privatem (Dresdner) Interesse verfolge ich die Karriere des „Sprosses“ der Familie Sammer. Dass der seinen Weg macht, ist seit langem klar. Aber was um Himmels willen soll dessen Funktion beim FC Bayern abbilden? Ich krieg das noch immer nicht auf den Schirm. Soll der wirklich nichts weiter als mit von der Bank hochspringen und, wenn´s qualmt, seine Autorität einwerfen, um nachhaltig allseits klar zu machen, dass man über die Dinge, die interessieren, nicht spricht? Motzki, auf Dauer wird das ein harter Job!

ruby April 28, 2013 um 18:44

Denkbar Kapitalertragsteuer bis zu fünfmal zu erstattet?
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/steuerschlupfloch-affaere-um-dividenden-stripping-weitet-sich-aus-/8135808.html
Dagegen wäre der Uli Hoeness ja ein echter Versager …
Stripping your taxe back ;-)

ruby April 28, 2013 um 18:54

Weiss jemand wieviel Banker derzeit noch im Bundesfinanzministerium beschäftigt sind und welche Tätigkeiten ausgeführt werden ?
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Ministerium/organigramm.pdf?__blob=publicationFile&v=6

enrico April 28, 2013 um 19:30

Huh (rah)

Zu Deinem Post: Das ist überhaupt nicht kompliziert. Es ist allenfalls zu gut hinter seiner Einfachheit versteckt.

Für Gartenzwerge ist alles Einfache kompliziert und wenn etwas kompliziert wird, finden sie erst mal einen Schuldigen. Das macht die Sache dann einfacher für sie.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man über Fussball erst dann sprechen sollte, wenn einmal alle Fussballer tot sind. De mortuis nil nisi bene!

PS.: Korrektur:
Nein, er muss sie einzahlen, NACHDEM er sie bezahlt hat. Hätte natürlich “Nein, er muss sie wiedereinziehen, Nachdem er sie bezahlt hat” heissen.

jmg April 28, 2013 um 20:54

Sueddeutsche Zeitung: Ein spielsüchtiger Zocker und ein leidenschaftlicher Sammler.

“Rummenigge hat offenbar angegeben, dass die Uhren gebraucht seien und er sie in Katar von einem Freund geschenkt bekommen habe. Der Bayernboss ist ein passionierter Sammler, der einmal erklärte, nur Uhren, aber keinen anderen Schmuck am Körper zu tragen – nicht einmal einen Ehering. Er sammle inzwischen nur noch alte Uhren, die nicht mehr produziert werden.”
Er hat jetzt “Steuerprobleme wegen seiner Leidenschaft für Uhren”.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/rummenigge-soll-uhren-nicht-verzollt-haben-teure-geschenke-aus-katar-1.1660830

~ HG ~ April 28, 2013 um 22:44

@ruby April 28, 2013 um 18:44
“Denkbar Kapitalertragsteuer bis zu fünfmal zu erstattet?
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/steuerschlupfloch-affaere-um-dividenden-stripping-weitet-sich-aus-/8135808.html Dagegen wäre der Uli Hoeness ja ein echter Versager …”
——-

===> … ruby, sag nix gegen die Bankiers! …. das sind feine Edelmenschen! … und die Freunde vom Hütt.

===> … wer was gegen die Bankiers sagt, der wird vom Hütt sogleich mit der Nazi-Keule verdroschen: “der alte Neid, der alte Hass, ein Wiedergänger, usw”. Nein, die Bankiers sind in Wahrheit … eschte … Gotteswerkverrichter!

===> … auch Flübber hat mittlerweile begriffen, WER ihm (indirekt) die Brötchen zahlt ( Wirkungskette: Hochfinanzmafia -> Politclowns -> WD(D)R/NATO-MiniWahr) … naja, der ~ HALBGOTT ~ hat’s ihm ja nun auch wirklich oft genug vorgesungen. Vor 4 Jahren hat flübber noch gefordert, dass “das Casino geschloßßen werden mußß und die Banken zum verstaatlichen sind”. Der Finanzcapitalismus … wäre nun beendet! … und lauter so’n “SPD”-Käsezeuchs eben. Aber auf diesem Kanal ist beim Flübber nun schon lange absolute Funkstille …

gelegentlich April 28, 2013 um 22:55

@~ HG ~
Bevor Sie sich weiter zu Wort melden zeigen Sie hier doch bitte mal Ihre Aufforderung an die AfD, Herrn Oberender aus der Liste der Unterstützer zu streichen und/oder ihn auszuschließen. Vorher muss Ihr Gerede ignoriert werden.

bleistift April 29, 2013 um 01:50

Ich finde arme Menschen müssen das Recht haben dürfen ihre Organe meistbietend zu verschachern!
Bezüglich Brot und Spiele gibt es übrigens folgendes zu vermelden:
Gregor Gysi schlägt knapp Lucke. Gewinnt aber nicht 100 000 €.
Stefan Raab diesmal eher klucksend. Nicht so peinlich berührt wie bei der letzten Show.

bleistift April 29, 2013 um 01:52

Sorry, “glucksend”.
Wie in Entenhausen eben.

gelegentlich April 29, 2013 um 08:01

@bleistift
Einigen für uns? Das Kapitalverhältnis subsumiert den ganzen intakten Menschen? Er hat nicht das Recht seinen Körper wie eine Immobilie zu behandeln. So ähnlich wie Selbstmord ja auch nicht erlaubt ist?
Innovatoren wie Oberender, die auch diese Schranke einreißen wolllen, schicken wir weg, ins transhumane Gelände, hinter den Horizont, und ihre Fanboys auch. Hat der servile deutsche Kleinbürger, wo er radikalisiert und entwurzelt war, nicht schon im letzten Jahrhundert genug angerichtet?

Zurück zum Thema: Hendrik Ankenbrand und Georg Meck sehen in der FAZ die Entwicklung voraus.
“Der Sturz eines Idols
27.04.2013 · Uli Hoeneß hat den Fußball zum Geschäft gemacht. Jetzt bestimmen die Firmen die Regeln. Damit ist sein Schicksal besiegelt.”
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/uli-hoeness-der-sturz-eines-idols-12164779.html
Vermutlich wird diese Kampagne daran nichts ändern können. Zumal er das Pech hat, dass in Bayern Wahlen sind und das Amigoprinzip den Leuten offenbar zum Hals heraus hängt. Und dass in diesem Moment alle verzweifelten Versuche der MSM, das Thema “Wer bezahlt das Gemeinwesen?” und Verteilungsfragen abzudrängen, immer weniger gelingen. Bei aufkommendem Sturm segelt man nicht mit einer Nußschale aufs offene Meer. Er hat den Bogen überspannt und auch noch Pech gehabt. Möge seine Botschaft verfaulen.

aifran April 29, 2013 um 08:14

… Niederlande im orangen Königstaumel – alle hier warten auf die bekannt meisterlichen Kommentare aus dem Wahrheitsministerium zum Thema von Hans und Frank … Bitte laßt uns nicht länger warten …. es gibt nichts wichtigeres

bleistift April 29, 2013 um 14:04

@ gelegentlich

Das sollte doch nur ein (zynischer) Scherz sein!

ruby April 29, 2013 um 15:13

STAMOKAP
können nur mit Geduld, Geschick und Gewalt besiegt werden :
15:30 Min
http://www.youtube.com/watch?v=rju-iaO6AYg
war im Stadion direkt in der Kurve hinter dem Tor;
Stadionsprecher der legendäre Werner Seide, dem vor Emotion die Stimme zitterte
Mauerpolitik mit Marinho ;-)

ruby April 29, 2013 um 15:37
h.huett April 29, 2013 um 15:50

Ich sah Gallagher im Marquee Club in der Wardour St.

ruby April 29, 2013 um 16:03

Toll !
‘It’s dated November 1961 – in certain people’s opinions this is when Fender hit their peak. I like the maple neck. Like on the earlier guitars, they’re probably a bit more crisp, but there’s a warmth to this, a mellowness because of the rosewood neck. This is the best, it’s my life, this is my best friend. It’s almost like knowing its weak spots are strong spots. I don’t like to get sentimental about these things, but when you spend thirty years of your life with the same instrument it’s like a walking memory bank of your life there in your arms.”
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/thumb/b/b3/Drnxh_RG_SC1961.jpg/800px-Drnxh_RG_SC1961.jpg
Momente, die nicht vergessen sind – auch wenn der Lack ab ist ;-)

Soldat Schwejk April 29, 2013 um 18:13

@ Morph April 28, 2013 um 09:34

Ja, O.K. Die Organisationen des internationalen Profisports sind die korruptesten, die man sich vorstellen kann. Wenn erwachsene Männer sich bunte Leibchen, gar noch mit dem Logo der Trikotsponsoren “ihres” Vereins anziehen und in der Kneipe vor dem Fernseher “Schieß doch!” brüllen, dann hat das was schwer Regressives. Wenn in den Medien über das “Amt des Bundestrainers” und seine Verantwortung so palavert wird, als ginge es um das Amt des EZB-Chefs, dann wähnt man sich im Irrenhaus. Überhaupt, die Sprachverirrungen, die die mediale Verarbeitung des Profifußballs so generiert… “Wie enttäuscht sind Sie nach dieser Niederlage?”… Da schüttelt es einen. – Und natürlich, die Ressourcen, die dieser Zirkus verschlingt, wären anderswo besser eingesetzt.

Schwer wiegen die Anklagepunkte, das räume ich ein. Aber hier die Verteidigungsrede. (Eine Verteidigungsrede für den Profifußball, NICHT für Hoeneß und seine Amigos.)

Soziale Kohäsion, @Morph, sagst Du ja selbst… Schau mal, die postfordistische Gesellschaft zerfällt in eine ganze Reihe von Milieus, die ihren Lifestyle zu einer Kultur erheben und sich voneinander abgrenzen. Ich meine, Gesellschaft ist etwas, wo gemeinsame Geschichten erzählt und nacherlebt werden und wo ein zufällig Dazukommender sofort die Konnotationen und emotionalen Hintergründe versteht… “das Wembley-Tor!”… Das wird immer weniger, scheint es. Der Profifußball aber ist eine der wenigen Inszenierungen, die diese gemeinsamen Geschichten noch hervorbringen. Da sitzen beim “Public Viewing” tatsächlich Proleten, Doktoren und mittelhohe Angestellte zusammen und verstehen einander irgendwie… Und gerade der Fußball wird da immer inclusiver… noch vor zwanzig Jahren war das was richtig Männerbündisches… Letzte Woche aber waren dort, wo ich Bayern gegen Barca gesehen habe, unter den Zuschauern gewiß ein Drittel Damen, von denen die meisten die Mannschaftsaufstellung von Barca besser kannten als ich, nur noch Gelegenheitsgucker.

Und da Du es ja immer so mit der Weltgesellschaft hast… der Profifußball ist – neben der Popmusik – vielleicht so die einzige Sphäre, die sowas wie weltgesellschaftliche Zusammenhänge knüpft. Schau Dir irgendwo auf dem Globus zusammen mit dem lokalen Publikum ein großes internationales Fußballspiel an, und Du kannst Dich mit den Leuten über die elementaren Geschichten dazu verständigen, selbst mit äußerst geringer gemeinsamer sprachlicher Schnittmenge…

Und das mit den Ressourcen… trifft ja zu. Nu trifft das für allerlei Vergnügungen zu. Der eine reist nach Bayreuth zu dem Wagnerdingsda, der andere zur dokumenta nach Kassel, der Dritte zu einem Popkonzert und der Vierte seinem Club hinterher in ein Stadion, und er kauft ‘nen Haufen Merchandising-Zeugs. All das verschlingt Ressourcen (der Fußball sicher am meisten, klar)… aber wer will sich da mit welchem Grund über die anderen erheben? All diese Inszenierungen privater Vergnügung lassen sich kontrastieren mit der echten Not und dem echten Mangel, den es im Bereich der sozialen Infrastruktur gibt… in Pflegeheimen, auf Polizeirevieren, in Schulen…

Nur… das wird jetzt mein Lieblingsargument: “Man muß das ja mal politisch sehen.” Ich denke, man erreicht da überhaupt keine Verbesserungen und auch keine kulturelle Hegemonie für die progressiven Diskurse, wenn man den Leuten nur ein schlechtes Gewissen machen und ihnen ihre Vergnügungen madig machen will.

Der kulturelle Dünkel ist ein Übel, der kollektives politisches Handeln verunmöglicht… und man muß sich davor bewahren… Ich meine – nicht daß mir diese Impulse und Gefühlsregungen fremd wären… oh nein. Einmal mußte ich zu Gelderwerbszwecken einen ganzen Tag mit Schalke-Fans verbringen – und das war zuviel! Am Abend hab ich mir entrüstet gesagt: Das geht jetzt aber gar nicht, also zwischen prekärpreußischen Dienstleistungsproleten und ruhrpöttischen Industrieproleten bestehen unüberbrückbare kulturelle Differenzen! – Doch schon am nächsten Tag klopfte die Vernunft wieder an und sprach zu mir: Hüte dich vor dem kulturellen Dünkel, denn ein Nachgeben gegenüber dem kulturellen Dünkel ist der erste Schritt hin zum Verrat an der Idee des sozialen Fortschritts. :-)

ruby April 29, 2013 um 20:59

@ hh
oma+opa haben schlehenlikör noch selber gesammelt und angesetzt, war ihr traumbrand …

@ Soldat Schwejk

Manchmal fahre ich in der Phantasie mit Ernst Huberty in der Strassenbahn zu einem Spiel seines TuS Koblenz – natürlich schwarz und still geduldet vom Schaffner, sonst reicht es nicht zum Eintritt ins Stadion

~ HG ~ April 29, 2013 um 22:12

@morph
“Reine Notwehr. Diese halt- und konsequenzenfreie Spekuliererei darüber, wie der Fall Hoeneß mit anderen Einzelschweinereien zusammenhängt, ist m.E. nicht, was Blogkommunikation at it’s best vermag, sondern im Gegenteil: die Fortsetzung des haltlosen TV-Gequatsches mit anderen Mitteln. Und da die lieben Mitkommentatoren sich vor allem darin gefallen, sich qua Intelligenz und Moralität über die aktuell macht- und geldhabenden ‘Idioten’ zu erheben, habe ich kein schlechtes Gewissen, die lieben Mitkommentatoren meinerseits als ‘Idioten’ erscheinen zu lassen.”
——————–

===> … morph, darauf habe ich bereits hingewiesen, als ihr alle hier monatelang gruppendynamich auf die Dissertation von zu Guttenbörg masturbiert habt. Du warst da auch ganz eifrig dabei, wenn ich misch recht entsinne … Pharisäer.

===> … und wenn das Thema das disch interessiert wirklisch die Ressoursenknappheit ist: … darüber brauchst du dir keinen Kopp mehr zu machen! … das Problem hamn die Amis schon für dich gelöst: Sie werden einen Supervirus um den Erdball streuen, der 96% plus X der Sterblinge auslöcht. Dann reicht’s auch wieder mit den Ressoursen!

( … bist scho’ ‘nen komicher Vogel irgendwie. Hältst disch für’n groosen Denker … und kömmst nett mal auf die offensichtlichsten Dinge … )

Morph April 29, 2013 um 23:00

@Schwejk

“Und da Du es ja immer so mit der Weltgesellschaft hast… der Profifußball ist – neben der Popmusik – vielleicht so die einzige Sphäre, die sowas wie weltgesellschaftliche Zusammenhänge knüpft.”

Naja, da sind zunächst einmal Marken: Coca Cola, Nike, Benetton, IKEA, Apple etc. und die entsprechenden Verwendungspraktiken und Erlebensweisen. Medial neben der Popmusik vor allem Blockbuster (z.T. in länderspezifischen Remakes), Fernsehshow-Formate (“Wer wird Millionär?” z.B. aktuell in 120 Ländern ausgestrahlt), Computerspiele. Profisport gehört natürlich auch dazu. Die gemeinschaftsstiftende Kraft dieser konfektionierten ästhetischen Konsumgüter sollte man aber nicht zu hoch veranschlagen. Die Zeiten, in denen sich da noch ‘von unten’ etwas entwickelte, sind längst vorbei und führen lediglich noch in den Tagträumen der cultural studies ein marginales akademisches Nachleben.

Der Rest ist professionelles Entertainment und Geschäft. Dies zu konstatieren hat mit kulturellem Dünkel etwa so viel zu tun wie die Tatsachenfeststellung, dass der Mensch anpassungsfähiger ist als andere Affenarten ein speziesistischer Dünkel ist.

Trotzdem, alle Achtung! Deine Idee, diese Mischung aus Showbiz, Tribalismus, Suff und Regionalbahnterror mit der Idee des sozialen Fortschritts in Verbindung zu bringen, ist schon echt pfiffig! Nur schade, dass für solche ‘nützlichen Idiotismen’ die Diktatur des Unterhaltungsproletariats so gar keine Verwendung hat… ;-)

@HG

Du meinst, ‘die Amis’ wollen 96% + durch biologische Kriegsführung ausmorden? Und Du findest, ich sei ein komischer Vogel? Hmja, das ist konsistent!

Weitermachen!

Soldat Schwejk April 30, 2013 um 00:16

@ Morph

Ach so… warst Du unlängst irgendwo mit der Bahn unterwegs, wo Dynamo Dresden ein Auswärtsspiel hatte? Das hättest Du doch gleich sagen können. Dann verstehe ich natürlich.

Ja, das ist nicht schön. Hier in der Zone leben wir seit langem damit, so wie die Neapolitaner mit dem Vesuv und die Sizilianer mit dem Ätna leben. Jetzt tritt die Erscheinung auch gelegentlich im Westen auf, aber nächstes Jahr vielleicht wieder eine Liga tiefer. Jedenfalls besteht gewisse Hoffnung. Vielleicht ist Deine Region dann nicht mehr betroffen. Man muß deshalb nicht zum Misanthropen werden.

Was soll denn @Bruchmüller erst sagen? Bei dem tritt die Erscheinung alle zwei Wochen auf…

Morph April 30, 2013 um 00:54

@Schwejk

“Hier in der Zone leben wir seit langem damit, so wie die Neapolitaner mit dem Vesuv und die Sizilianer mit dem Ätna leben.”

Ach, das ist Natur? Na dann…

http://www.youtube.com/watch?v=ry0mKCj9ZR8

ruby April 30, 2013 um 03:30

@ Morph
Mit dem jetzigen wahrgenommenen Wissen, Fakten über Uli`s Beziehungen ergibt sich eine interessante Psychoanalyse – “faszinierend”.
Nicht Natur nur Rahmenbedingunen, die gestaltbar sind.

Haben im Stau auf der Autobahn mit Fußballtrainer Fischer, der im Osten Talentscout war über die Ursachen der Gewalttätigkeit gesprochen. Ergebnis seiner Erfahrungen in der Zone, es ist Geltungsbewusstsein gepaart mit Wettbewerbscharakter, wer ist der bessere, sowie das Gefühl der Unterlegenheit, Benachteiligung und historisch gewachsene Lokalrivalität – Stammeszugehörigkeit.
Und schwubs, waren wir im Olympiastadion bei der Hertha und erlebten den historischen Bundesligasieg “meines” Vereins ;-)

ruby April 30, 2013 um 04:10

@ Morph

für Liebhaber :

http://www.bathrugby.com/the-club/the-rec/

von Resten echten Spoochts …

gelegentlich April 30, 2013 um 08:51

Da ja immer noch nicht klar ist wie die Details zur Selbstanzeige von H Hoeneß in die Öffentlichkeit gelangt sind, es könnte ja auch von Hoeneß selbst kommen, ist diese Anzeige interessant:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/steuerfall-hoeness-kanzlei-stellt-anzeige-gegen-staatsanwaltschaft-a-897243.html

Ob sie nun ein Ergebnis erbringt oder nicht. @Lübberding nimmt ja an es käme von Hoeneß selbst:
“Laut Focus soll Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, im Januar 2013 über seinen Steuerberater eine Selbstanzeige beim Finanzamt gemacht hat. Es ginge “um ein Konto in der Schweiz”. Diese Aussage stammt von Hoeneß selbst. Es wird Teil seiner Medienstrategie sein, um sein Überleben als öffentliche Person zu gewährleisten.”

Morph April 30, 2013 um 09:01

@ruby

“Erfahrungen in der Zone, es ist Geltungsbewusstsein gepaart mit Wettbewerbscharakter, wer ist der bessere, sowie das Gefühl der Unterlegenheit, Benachteiligung und historisch gewachsene Lokalrivalität – Stammeszugehörigkeit.”

Solche individualpsychologischen Erklärungsansätze sind m.E. von vornherein falsch. Das sieht man schon daran, dass es von den vermuteten Ursachen zu den beobachtbaren Folgen keine sachlogische Verbindung gibt. Die genannten Gründe könnten sich auch auf unendlich viele andere Weisen zur Geltung bringen.

Mir scheint vielmehr der oben von mir verlinkte Fan-Anschiß, den der erfreulich unverschämte und darum so wahrhaftige Herr Hoeneß sich da leistet, aufschlussreich.

Indem aus Fußball Showbiz gemacht wurde, ist aus dem direkt erlebbaren, konkret-körperlichen Wochenendvergnügen eine aufgeblasene virtuelle Hyperrealität geworden, im Vergleich mit der der Regionalfußball wie ein trauriger Abklatsch wirkt.

Das ist der gleiche Effekt wie bei der Hyperrealisierung der menschlichen Schönheit durch Photoshop: Seitdem unsere medialisierten Körperansichten nachbearbeitet werden können, wirkt unsere natürliche Sichtbarkeit für den unkritischen Blick defekt. Die Leute versuchen das mit großem Einsatz in Muckibuden und am Schminktisch zu kompensieren.

Was für die Schönheitssüchtigen, die sich durch die medial inszenierte Schönheit abgehängt sehen, Diäten, Workouts, Rasuren, Pillen und chirurgische Eingriffe sind, das ist für den Fußballfanatiker, der sich durch den genialen Großfußball künstlich zusammengekauften Hyperteams abgehängt sieht, der Hooliganism.

So wie sich der Schönheitswahn im Zeitalter der Hyperrealität radikalisiert, so radikalisiert sich auch der Fußballwahn (ich vermute, dass sich durch ethnomethodologische Analysen des Hooliganismus mühelos belegen ließe, dass sich in ihm die klassischen, nicht gewalttätigen Strukturen der Fankultur, in gewalttätige, aggressive Formen übersetzt finden).

Linus April 30, 2013 um 09:14

“So wie sich der Schönheitswahn im Zeitalter der Hyperrealität radikalisiert, so radikalisiert sich auch der Fußballwahn (ich vermute, dass sich durch ethnomethodologische Analysen des Hooliganismus mühelos belegen ließe, dass sich in ihm die klassischen, nicht gewalttätigen Strukturen der Fankultur, in gewalttätige, aggressive Formen übersetzt finden).”

Aus Spass wird Ernst?

topi April 30, 2013 um 09:24

“Was für die Schönheitssüchtigen, die sich durch die medial inszenierte Schönheit abgehängt sehen, Diäten, Workouts, Rasuren, Pillen und chirurgische Eingriffe sind, das ist für den Fußballfanatiker, der sich durch den genialen Großfußball künstlich zusammengekauften Hyperteams abgehängt sieht, der Hooliganism.”

Dieser Erklärungsansatz ist m.E. von vornherein falsch. :roll;

Dann dürfte es ja unter großen Teams niemals Hooliganismus geben. Gabs aber.

Morph April 30, 2013 um 10:08

@topi

wo habe ich behauptet, dass Hooliganismus nur in der Anhängerschaft ‘kleiner’ Teams auftreten würde?

Ich behaupte, dass die Hyperrealität des modernen Fußballs, die jedes konkret und dirket erfahrbare Erlebnis von Fußball ‘alt’ ausehen lässt (Konzernwesen, künstlich zusammengekaufte Mannschaften, mediale Großoinsznierung) und die Exzesse der Fankultur kommunizierende Röhren sind, und ich habe Vermutungen über die sozialpsychologische ‘Übersetzungslogik’ zwischen den Röhren angestellt.

Es handelt sich dabei nicht um Saldenmechanik, @topi, ausnahmsweise fällt die Schieflage der modernen Unterhaltungskultur einmal nicht in Deine ansonsten unbestrittene Universalkompetenz. ;-)

Morph April 30, 2013 um 10:22

@topi

den Regionalfußball habe ich nur erwähnt, weil in ihm noch eine direkte Präsenz des sportlichen Wettkampfs erlebbar wäre, wenn nicht das Wissen um die Existenz des Championsleague-Fußballs jenen Regionalfußball zunächst und zumeist ‘alt’ aussehen lassen würde. Der traurige Witz ist aber, dass der Championsleague-Fußball gar nicht direkt erlebt werden kann, sondern nur in Gestalt von Bewegtbildern auf Displays vom Handy bis zur Stadionanzeige schattenhaft nachvollzogen werden kann. Aber sozial als die ‘entscheidende’, ‘wesentliche’ Wirklichkeit gilt.

Die Leute durchschauen das verständlicherweise kaum. Es zu durchschauen würde eine bewusste Abkehr vom laufenden Programm voraussetzen. Dises Programm arbeitet aber mit ziemlich starken sinnlichen Reizen und attrahiert so massenhafte Aufmerksamkeit. Die individuelle Abkehr wäre so nicht nur eine vom Programm, sondern auch vom ‘üblichen’ Sozialverhalten, also eine doppelte Abkehr, also doppelt unwahrscheinlich.

Weil die Leute es kaum durchschauen, wollen sie irgendwie ‘auf die Höhe’ der medial vermittelten Realität kommen. Die Spektakularisierung der eigenen Gestalt durch chirurgische Eingriffe ist eine Möglichkeit; Gewaltexzesse eine andere.

Bruchmüller April 30, 2013 um 10:41

Man sucht Zusammengehörigkeit. Das ist alles.

Wie so oft ist @Schwejk ziemlich nahe dran am Sujet und @Morph mit seinem Sezierbesteck mittendrin.(:-(

@Schwejk, ich selbst bin, was Dynamo Dresden betrifft, ziemlich daneben. Ich war einmal dort. Eine Atmosphäre, wie wenn Elton John im Wembley auftritt, und ein Fußball als wenn Oma auf dem Sofa einen Topflappen häkelt. Das Monopol saugt bis in die letzen Winkel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in München künftig noch jemand “von Rang” oder jemand mit Sinn für das Spiel um den nationalen Fußball scheren wird.

Interessant war das top organisierte Flaschensammeln von Kindern vor(!) dem Spiel. Die Flaschen dürfen ja nicht mit auf die Ränge…

Jackle April 30, 2013 um 11:59

@morph

Ich glaube die seit 15-20 Jahren aufkommende Ultrakultur trifft eher auf deine Beschreibung zu als der Hooliganismus, welcher seit Mitte/Ende der 90er doch eher auf dem Rückzug ist, wenn mich nicht alles täuscht.

topi April 30, 2013 um 12:18

morph

“den Regionalfußball habe ich nur erwähnt, weil ”

Na dann begründe doch gleich deine Erwähnung, dann ist es auch nicht missverständlich. :roll:

Jackle sagt schon das entscheidende: Hooliganismus ist nicht neu; den gab es auch in einer Zeit, in der das Einkommen des Hooligans einen deutlich größeren Bruchteil des Kickers ausmachte, in dem er ihn auch noch Auge in Auge zu sehen bekam, etc.pp.
Und nun?

Morph April 30, 2013 um 13:00

@Jackle

Vielleicht unterscheiden sich ‘Hooliganismus’ und ‘Ultra-Bewegung’ jenseits ihrer kontingenten Selbstbenennung tatsächlich voneinander: in ihren ‘Ausdrucksformen’, ihrer ‘Modernität’ oder ‘Reflexivität’, das kann ich nicht beurteilen. Ich kenne das nicht aus eigener Anschauung und verlasse mich auf das, was man so lesen kann. Und da scheint mir die Familienähnlichkeit der Phänomene, die unter ‘Hooliganismus’ und ‘Ultra-Bewegung’ verhandelt werden, doch relativ groß zu sein.

Mir kommt das so vor wie bei Populärkulturen. Punk- und Heavy-Metal-Fans würden sich nie als Varianten desselben begreifen, und ‘Empiriker’ könnten sicher Dutzende von Merkmalen angeben, in denen sich die Stilistiken und ihre Fans ‘signifikant’ voneinander unterscheiden.

Beide Stilistiken sind aber wesentlich durch eine semantisch arme, aber reizstarke kommerzielle Unterhaltungsmusik und eine bewusst gepflegte Ästhetik der Härte, der Aggression, der absurden Kleiderordnung und Haartracht bestimmt. Diese gleichsinnig kommunizierenden Formen von Punk und Heavy Metal rechtfertigen es, sie soziologisch für funktional äquivalent zu halten, würde ich meinen. Soziologisch interessant ist die allgemeine Merkmalskombination: Welche gesellschaftliche Funktion hat sie und kann sie haben? Im Wesentlichen greift sie rebellische Impulse der Pubertät auf, gibt ihnen eine rein formale Ausdrucksgelegenheit und neutralisiert sie auf diese Weise.

D.h. der pubertäre Konflikt, der die Generationen zur Auseinandersetzung zwänge, wird freizeitkulturell sublimiert. Prima Sache, eigentlich. Hat nur einen Haken: Konflikte, die nicht in Auseinandersetzungen ausgetragen werden, bleiben einfach bestehen. Wir leben heute mit einem Konfliktüberhang von mittlerweile zwei drei Generationen.

Die Babyboomer haben sich bis heute nicht stellen müssen. Und das merkt man ihrer großkotzigen Selbstgefälligkeit auch an…

Morph April 30, 2013 um 13:02

@topi

“Und nun?”

Das solltest Du Dich fragen! Zivilisation ist halt nicht auf Ökonomie reduzierbar…

ruby April 30, 2013 um 13:27

Rückspiel in Madrid = Showtime
Als Fußballer zählt nur das Weiterkommen ins Finale
Sein oder Nichtsein, Kohle und Titel oder nur Medaille
Als Zuschauer im Bernabeu alles miterleben
Als Heimat-, Fernsehfan sich selbst miterhöhen …
Wer kennt alle Role Sets aus eigener Erlebniswelt?
Was hat in jedem Abschnitt am meisten Eindruck, Erfahrung hinterlassen, sich weiterentwickelt…

Frankie Bernankie April 30, 2013 um 13:44

@morph

“Die Babyboomer haben sich bis heute nicht stellen müssen. Und das merkt man ihrer großkotzigen Selbstgefälligkeit auch an…”

Tja, wenn man die grösste Kohorte im Stall ist, da lässt sich eben gut stinken…Platz da!

( F.B., 51 Jahre )

holger April 30, 2013 um 13:57

—>>>Vielleicht unterscheiden sich ‘Hooliganismus’ und ‘Ultra-Bewegung’ jenseits ihrer kontingenten Selbstbenennung tatsächlich voneinander: in ihren ‘Ausdrucksformen’, ihrer ‘Modernität’ oder ‘Reflexivität’, das kann ich nicht beurteilen. Ich kenne das nicht aus eigener Anschauung und verlasse mich auf das, was man so lesen kann.”

Reicht… aber immerhin ehrlich die Aussage…

—>>>( F.B., 51 Jahre )”

Du bist weder “Doomer” noch sonst irgendwas… weder Fleich noch Fich

Im Gegenteil in 6-13 Jahren wird dich das System von hinten nehmen…

Schmier das Loch schon mal ein mit Melkfett…

Frankie Bernankie April 30, 2013 um 14:07

@holger

“Im Gegenteil in 6-13 Jahren wird dich das System von hinten nehmen…
Schmier das Loch schon mal ein mit Melkfett…”

Nö,nö, keine Empfehlungen mehr…vor 10 Jahren nannten sie das
Melkfett noch “Riester-Rente”…

Carlos Manoso April 30, 2013 um 14:38

@Morph April 30, 2013 um 13:02
„ Zivilisation ist halt nicht auf Ökonomie reduzierbar…“

US-Ökonom Gary S. Becker, Nobelpreis für Ökonomie 1992:
„Die wichtigsten Aufsätze fasste er in dem 1976 veröffentlichten Buch Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens zusammen. Es gibt fast nichts, was Becker nicht unter ökonomischem Blickwinkel analysiert: die Rassendiskriminierung, den Zusammenhang von Lebensdauer und ungesunder Lebensführung, die Fragen der Fruchtbarkeit, der Berufswahl oder auch der Investitionen in “Humankapital” – ein Begriff, den Becker prägte. Besonders umstritten sind seine ökonomischen Erklärungen der Familie – abschätzig auch als “Ökonomie der Liebe” bezeichnet. Ein Mensch heirate, wenn dadurch sein Nutzen höher sei als die Kosten des Alleinbleibens oder der weiteren Suche nach einem Partner. Kinder sind für Becker langlebige Konsumgüter: Ihre “Produktion” hängt von den Kosten für ihre Erziehung ebenso ab wie von ihrem erwarteten Nutzen für die Eltern, etwa in Form von zusätzlichem Familieneinkommen oder Versorgung im Alter. Wie jedes andere Gut können auch Kinder unterschiedliche “Qualität” aufweisen. Mit steigendem Einkommen tendieren Familien dazu, die Qualität ihrer langlebigen Konsumgüter wie Autos oder Kühlschränke zu verbessern. Dies, so Becker, gelte auch für Kinder: Je höher das Familieneinkommen, desto höher die Investitionen in Erziehung und Ausbildung der Kinder. Becker räumt ein, dass sein Ansatz, den Menschen als eine Fabrik zu sehen, die streng nach ökonomischen Grundsätzen “Produkte” wie Kinder, Geborgenheit und Einkommen herstellt, nicht neu ist. Auch Adam Smith und Karl Marx bezogen so genanntes nichtmarktmäßiges Verhalten in ihre ökonomischen Analysen ein.“
http://www.zeit.de/2000/03/200003.becker35_.xml

Linus April 30, 2013 um 14:56
ruby April 30, 2013 um 15:37

Das grosse Spiel des Lebens (Erde) hat, wenn die NaWis richtig liegen so gerade Halbzeit mit 2 Milliarden Jahren und zirka 11 Milliarden Menschenleben bis dato (eigene Schätzung) !!!
Anpfiff zweite Hälfte.
In Schottland gibt es keine Zäune im Stadion und Fairplay ;-)
Spiel ist Spiel
http://www.youtube.com/watch?v=8tDUtPt2-Gg
Es existiert eine imaginäre Grenze die nicht überschritten wird!

petervonkloss April 30, 2013 um 16:48

@ C. M.

Die Ökonomie ist natürlich auch ein Nomos. Wie er zu STANDE (im Sinne eines feststehenden Seins) kommt, wäre auch zu untersuchen.
Wer die Einheit der Gegensätze erkennt (und es sind nach Heraklit nur die Wenigen), wird nicht auf dem Standpunkt
der Ökonomie beharren, sondern sogar ihren Gegensatz suchen!
Was also wäre z.B. die „Aufhebung der Ökonomie“? (G. Bataille).
Und komme er mir nicht mit dem Kommunismus, sonst gibt’s was auf die Finger.

Carlos Manoso April 30, 2013 um 18:58

@petervonkloss April 30, 2013 um 16:48
„ Wer die Einheit der Gegensätze erkennt (und es sind nach Heraklit nur die Wenigen), wird nicht auf dem Standpunkt der Ökonomie beharren, sondern sogar ihren Gegensatz suchen!
Was also wäre z.B. die „Aufhebung der Ökonomie“? (G. Bataille). Und komme er mir nicht mit dem Kommunismus, sonst gibt’s was auf die Finger.“

Petervonkloss, die „kopernikanische Wende“, die „Aufhebung der Ökonomie“? (G. Bataille), brachte uns als Studenten schon ein unbelehrbarer Assistenzprofessor in Vorzeiten ein ganzes Semester lang nahe, bevor er als „unbelehrbarer Kommunist“ geräuschlos in der Versenkung entsorgt wurde.

Bataille geht von der Tatsache aus, dass die lebendige Materie insgesamt auf der Erdoberfläche immer überschüssig ist. Aus der Unfähigkeit, diesen „Reichtum des Lebens“ verausgabend zu genießen, folgen die Katastrophen der großen Zerstörungen, die alltäglichen Entwertungen und der schleichenden Herabwürdigungen, die sich zu einer niederträchtigen Kultur des Kleinmutes, des Geizes und des Neides akkumulieren können, bis Vergnügen nur noch am Ermessen des Elends der anderen sein Maß findet.

Das menschliche Leben kann nach Bataille nicht auf geschlossene rationale Systeme reduziert werden. Die ungeheuren Anstrengungen der Selbstaufgabe, des Sichverströmens, die das Leben aufmachen, legen den Gedanken nahe, dass das Leben erst mit dem Bankrott dieser geschlossenen rationalen Systeme beginnt. Aus Angst vor „Verausgabung“ neigen Menschen zur „Verfemung“ des „Reichtums dieses Lebens und sie verkennen sich selbst. Auswegslos arm macht die Menschen das Abwenden von der „Verausgabungstendenz“ , die das „Leben“ ausmacht. Die Lösung der Probleme dieser „Verarmung“, des Weltverlustes, des Seinsverlustes erfordert an einem bestimmten Punkt die Überwindung der Angst. Andernfalls können nicht mal die Armen ihre Armut erkennen, geschweige denn ihren Reichtum. Reichtum ist eine Form von Armut und Armut ist eine Form von Reichtum. Nicht „Armut „ an sich ist das Problem, sondern die Unfähigkeit reich in sich selbst zu sein, ist das Problem.

So gesehen lässt die von Bataille so genannte „Verfemung des Reichtums (des Lebens)“ den gesamten ökonomischen Betrieb buchstäblich „verkehrt herum“ wahrnehmen. Es gewinnt nur, wer sich an etwas verliert. Wer sich zu verlieren traut, kann etwas (sich) gewinnen.

petervonkloss Mai 1, 2013 um 02:37

Feste, Feiern, das gestrige Krönungszeremoniell, Fußballfeste, der BVB, die Bayern, die Rolling Stones et. al., Veternwirtschaft, aber auch Kriege, sind alle im Verausgabungskreislauf; das sind die Stellvertreteraktionen der Verausgabung!. (In diesem Zusammenhang müßte man eigentlich Gunter Sachs als einen Heiligen bezeichnen).

Im Kreislauf der Naturen und der Geschichte ist Gerechtigkeit ein Luxusphänomen; und insofern verdient, falls es
nicht in die Formlosigkeit zerfällt. Daher ist die christlich – sozialistische „Gerechtigkeit“ a`la lounge dekadent!!.

Und in diesem Zusammenhang haben wir noch nicht über die Grenzen des Naturmöglichen gesprochen, die mit den
Verausgabungen des Konsum verbunden sind. (Auch Slavoj Žižek bleibt hier ständig im Dunkeln, zitiert dann Heidegger, und bezeichnet sich gelegentlich als Faschist.).
Man stelle sich mal die Lyse einer totalen, „katholen“, „protestantisch“ nivellierten Weltgesellschaft vor, sie müsste
womöglich sich selbst auslöschen um das „heraklitische Gleichgewicht“ wieder herzustellen.

Da dies noch alles step by step geschieht…..aber nein sorry,… es ist zu spät… wir Menschen sind antiquiert……..
Die Rettung sei nun dier übertragen…….soweit du einen X „Faktor“ in dir trägst, als kindliche Tierheit; dabei mußt
du die Allheit und das Nichts begreifen!, die Souveränität!!

petervonkloss Mai 1, 2013 um 03:35

Manoso ist gemeint!

ruby Mai 1, 2013 um 08:42

Heute beginnt in Hamburg Kirchentagfeierei .
Motto ist :
“Soviel, du brauchst”
Zypern, Griechenland, Spanien, Irland, Italien, Portugal…
Merkel + Co. rücken auch an!
Da kann das C richtig diskutiert werden.

“Die Rettung sei nun dier übertragen…”

Beim letzten Kirchentagbesuch in Hamburg diskutierten wir in der Wandsbeker Sporthalle mit dem Joki über das Ankommen im Westen (mit Kosovoalbanern) auf den Pappsitzen; wer hätte gedacht, dass Gauki für 34 ct im Jahr mal unser Bundespräsi würde …

Aber jetzt Led Zep in den Player :
Houses of the Holy von Physical Graffiti

übrigens Sarah Wiener kocht auch in Hamburg – kennt jemand ihr Rezept ;-)

Heute braucht es keinen Sieg über Barca … ein 1:5 tut es auch !

ruby Mai 1, 2013 um 09:48

” Während Deutschland langsam aufwacht … ”

http://www.youtube.com/watch?v=OORaR3V-mms

Schon gefrühstückt ?

ruby Mai 1, 2013 um 09:56

übrigens der uli-spot ist metapostmodern in wort, musik, bildern
war der wirklichkeit einfach voraus
ab dem fünften mal abspielen ergeben sich bisher undenkbare fragen

petervonkloss Mai 1, 2013 um 10:40

dier ist tier ist dir

ruby Mai 1, 2013 um 11:37
ruby Mai 1, 2013 um 13:54

” Have to get back, have to get back the base
I need to talk to somebody, I can trust
Too many cooks, are tryin’ to spoil the broth
I can’t feel it in my throat, that’s all she wrote

I’m not feeling it no more, I’m not feeling it anymore
Not feelin’ it no more, not feelin’ it anymore

When I was high at the party, everything looked good
I was seein’ through rose coloured glasses
Not seein’ the wood for the trees
I started out in normal operation
But I just ended up in doubt
All my drinking buddies, they locked me out

I’m not feelin’ it no more, I’m not feelin’ it anymore
No feelin’ it no more, I’m tryin’ to give you the score

You see me up there baby, I’m on the screen
But I know better now, it’s so unreal
If this is success, then something’s awful wrong
`Cause I bought the dream and I had to play along

I’m not feelin’ it no more, I’m not feelin’ it anymore
I’m tryin’ to give you the score, I’m not feelin’ it no more

We all know that money, don’t buy you love
You just get a job and somewhere to live
You have to look for happiness, within yourself
And don’t go chasin’ thinkin’ that it is somewhere else

I’m not feelin’ it no more, I’m not feelin’ it anymore
Baby I’m tryin’ to give you the score,
I’m not feelin’ it no more

I was pretending all the time
I was givin’ everybody what they wanted
And I lost my peace of mind
And all I ever wanted was simply just to be me
All you ever need is the truth
And the truth will set you free

I’m not feelin’ it no more, I’m not feelin’ it anymore
I’m tryin’ to give you the score, just like I did before
I’m not feelin’ it no more, I’m not feelin’ it anymore
I’m not feelin’ it no more, baby I’m just trying to give you the score
I’m not feelin’ it no more, not feelin’ it anymore
Not feelin’ it no more
Not feelin’ it no more baby. “

ruby Mai 1, 2013 um 14:47

Wer zielgerichtet und erfolgsorientiert Interessen in Organisationen durchsetzen will, wird die dort handelden Personen kontrollieren, abhängig oder erpressbar machen. Jeder hat seine persönlichen Schwächen : Zocken, Frauen, Kinder, Bespitzelung, Gier, Schönheit…
Wenn dann die Zeit gekommen ist, wird die Schublade mit den “Steuerungsinstrumenten” geöffnet.
Die Schmiermittel Medien vermitteln die Drehbücher .
Kitzel der Macht als Zugabe.
Bloß erwischen lassen (Transparenz), das darf nicht passieren.
In diesem Sinne :
“Soviel du brauchst”

ruby Mai 1, 2013 um 15:14

EU-Vertragsbrecher und Steuerhinterzieher in der VIP-Lounge im neuen Wembleystadion beim Smalltalk (Beratungsgespräch):
http://de.wikipedia.org/wiki/Wembley-Stadion
Dortmund vs. München
Watzke/Steinbrück vs. Hoeness/Seehofer
Kampf der Giganten um den Thron der Meisterklasse

ruby Mai 1, 2013 um 15:24

“Nach der 1:2-Niederlage gegen Deutschland im zweiten Spiel nach der Eröffnung des New Wembley sangen die Fans im Gästesektor We won the first game in Wembley! (Wir haben das erste Spiel in Wembley gewonnen!) und knüpften so nahtlos an das letzte Spiel im alten Stadion an, nach welchem man bereits We won the last game in Wembley! (Wir haben das letzte Spiel in Wembley gewonnen!) skandieren durfte.”
aus wiki
Wer gewinnt, das erste deutsch-deutsche Championsligafinale und erlangt die fußballerische Unsterblichkeit ?

Carlos Manoso Mai 1, 2013 um 15:51

@petervonkloss Mai 1, 2013 um 02:37
„Im Kreislauf der Naturen und der Geschichte ist Gerechtigkeit ein Luxusphänomen; und insofern verdient, falls es nicht in die Formlosigkeit zerfällt. Daher ist die christlich – sozialistische „Gerechtigkeit“ a`la lounge dekadent!!.“

Petervonkloss, scheinbar bist du auch auf die übliche „Naturalisierung des Sozialen“ reingefallen, die vom neoliberalisierten Mainstream seit Dekaden betrieben wird. Aber tröste dich, der „Nationalsozialismus“ war als dein Vorbild der (in die perverseste Barbarei abgeglittene) Meister darin, Gesellschaft rrrestlos und uuunerbittlich in Natur aufzulösen.

Offensichtlich hast du noch nicht begriffent, dass das „warenproduzierende System“ mitsamt seinem liberalen Spuk der „Gerechtigkeit“ gerade dabei ist, sich selbst aufzulösen. Gewiß kannst du dir ohne ein „warenproduzierendes System“ nur den „Naturzustand“ offener Barbarei vorstellen. Neu ist: Was DAMALS noch eingebannt schien in den historischen Zivilisationsbruch des deutsch-faschistischen Regimes, droht sich heute allerdings totalitär zu verallgemeinern durch den subjektlosen Weltmarktprozess des Kapitals.

ruby Mai 1, 2013 um 15:53

So sollten die Spieler nach Spielende shotgunnen :
http://www.youtube.com/watch?v=UvklBbYgnsk

Soldat Schwejk Mai 1, 2013 um 16:38

Ah… der Werwolfswelpe war mal wieder da und hat das Flutlicht angeheult, weil er’s für den Mond hielt. :-D Drauf muß er sich von @CM vorhalten lassen: “Offensichtlich hast du noch nicht begriffen…” Ja, der Blog hat schon seine skurrilen Momente.

Aber egal… ich wollte doch was über Regionalfußball und Regionalbahnterror schreiben…

Also ich glaube, man braucht da keine sonstwie soffistikäteten Theorien rauszukramen. Ist eigentlich spätpubertäres Gruppenverhalten. Und zumal im Osten: Die Leute kommen ja zumeist nicht aus Dresden, Rostock oder so, sondern eher aus abgehängten Regionen im weiteren Umfeld, wo sonst nix los ist. Einfach tote Hose, vielleicht hat auch noch die Dorfbumsdisco zugemacht. Mit den Eltern ist auch nix los, die hängen, geschafft von den Umbrüchen der letzten zwei Jahrzehnte und irgendwie im eigentlichen Wortsinne “lebensmüde” nur noch rum und warten auf die Rente.

Und… wichtiger Punkt!… die gescheiteren und attraktiveren jungen Frauen verlassen pünktlich mit Erreichen der Volljährigkeit fluchtartig die Region… in den Westen, nach Bäalin, oder auch nur in die nächste Großstadt. Schrieb auch der Schirrmacher mal was drüber. Ist auch kein Wunder, kann mich an einen WSI-Report vor ein paar Jahren erinnern, der für Durchschnittslöhne von Frauen im Dienstleistungssektor des Ostens knapp über 8 Euro auswies. Also Durchschnitt, nicht Median! Und da sind die Bankerinnen und so schon mit drin.

Zu einem gewissen Zeitpunkt der Jungmänner-Sozialisation aber führt das Fehlen eines starken weiblichen Korrektivs zu schweren regressiven Einbrüchen… wird wohl auch jeder bestätigen können, der im Osten mal gedient hat, also wo die Leute nicht jedes Wochenende in ihr vertrautes Biotop zurückkonnten.

Dann berücksichtigen wir noch, daß die Regionalbahnterroristen eine gewisse Negativauslese in Sachen Oberstübchendurchleuchtung darstellen und daß der Gruppendruck noch eine Angleichung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bewirkt. Fußballtourismus mit allem Drum und Dran ist da eben das Mittel, die spätpubertäre Sau rauszulassen und ein Gruppenerlebnis zu haben.

Bei “echten Hools” sieht’s übrigens wohl anders aus, die sind im Kopf heller. Das sind eigentlich anarchische Extremsportler, die nur keine Vereinsmeierei mögen und unter denen Unbeteiligte in der Regel nicht zu leiden haben. Also ähnlich wie die, die Parcours und so machen.

Und hier noch die Wette für heute: Barcelona drei, Bayern zwei. Das ist kompatibel mit verschiedenen Spielverläufen…

Aber will jetzt erst mal selber draußen noch ein bißchen vor dem Tod weglaufen…

Wilma Mai 1, 2013 um 17:27

Hoeneß hat also richtig gezockt. Er hat das Geld auch zum Zocken bekommen. Wer soll das denn glauben?
Eine Variante für Reiche.

Der Normalo, der Schwarzgeld waschen will, geht immer noch ins Spielcasino.

ruby Mai 1, 2013 um 17:41

@ Wilma
Für wen setzt sich der Uli bei Bayern ein, wenn es um einen Vertrag mit … geht ?

Morph Mai 1, 2013 um 19:32

@Schwejk

“Also ich glaube, man braucht da keine sonstwie soffistikäteten Theorien rauszukramen. Ist eigentlich spätpubertäres Gruppenverhalten.”

Tja, es geht doch nichts über den guten alten Biologismus + situative ‘Determinanten’, wenn es darum geht, die eigene Lebenspraxis von dem abzutrennen, was gesellschaftlich ‘anderswo’ passiert.

Wäre ja noch schöner, wenn irgendwer mit ‘herausgekramten’ ‘sonstwie’ ‘soffistikäteten’ (hihi, köstlich!) ‘Theorien’ uns unseren Spaß am Showbiz verderben würde, he!

Ach übrigens, hier mein Spieltipp zu ‘Gesellschaftskritik 2.0′ vs. ‘Funktionselite 2.0′: o:0 (nach Verlängerung und Elfmeterschießen).

It’s the hyperreality, stupid!

Morph Mai 1, 2013 um 19:49

@Schwejk

“Barcelona drei, Bayern zwei.”

Also Fünf zu Null für den Gewinner, der bekanntlich alles kriegt:

http://www.youtube.com/watch?v=XnjdvCNJy-s

:-)

ruby Mai 1, 2013 um 19:52

Das kannst nicht haben – Elfmeterschießen ist wie Tiebreak !
Oder wo gelangen wir in die Hyperreality – bin sofort dabei !
Darf ein Musikinstrument oder -abspielgerät mitgeführt werden ?
;-)
oder müssen wir dann singen ?
;-(

ruby Mai 1, 2013 um 20:02

Habe den Titel
“Sportkamerad beyond Space”
SpbSp
für @ Morph
vergessen

Morph Mai 1, 2013 um 20:17

@ruby

“Das kannst nicht haben – Elfmeterschießen ist wie Tiebreak !”

Geh von dem Fall aus, dass niemand trifft bis alle tot sind. Wir reden ja nicht von realistischen Verhältnissen…

holger Mai 1, 2013 um 20:21

Ich bin ja immer noch für ein Experiment…

Die Zustände 1988 wieder schaffen mit allem Ahh und Ohh den Ossis die Chance geben sisch selber weiter zu entwickeln souverän als eigener Stamm ohne soli und mit Alu…

Dann will ich doch mal sehen, was die Ost-Goten so drauf hätten… meinetwegen kann auch Düüüüünamöööö auch CL spielen… und frei reisen dürfen die dann och. Und ich schlage vor den Topistaner als Herrscher zu benennen…

Frau Witt würde garantiert nicht freiwillig im Land der Dichter und Denker bleiben wollen. (Ach… ist ja auch schon länger her) Wichtig ist, dass der Ostgöte verklausuliert IM Erika like tippseln kann.

Man nennt ihn auch Önigma…

Und nü bleibt den Östgöten nur die Wahl zwischen BVB und FCB in Wembley… und er wird wieder gedemütigt… armer armer Ossi…

Fragen? Bitte an Herrn Sammer!

ruby Mai 1, 2013 um 20:28

Zur Versöhnung mit den Zoonies dieses Liedchen :
http://www.youtube.com/watch?v=V5VTlj4Ef5A
Machst Du den Tastenmann Holger?

Soldat Schwejk Mai 1, 2013 um 23:59

@ Morph – “Wäre ja noch schöner, wenn irgendwer mit ‘herausgekramten’ ‘sonstwie’ ‘soffistikäteten’ (hihi, köstlich!) ‘Theorien’ uns unseren Spaß am Showbiz verderben würde, he!”

Naja, soffistikätete Theorien sind doch auch irgendwie Showbiz, oder? Für ein spezielles Publikum. Ich seh das gar nicht negativ. Kann mich über eine schöne Gedankenvolte ebenso freuen wie über einen Fallrückzieher. Und Humor gibt’s auf dem Feld ja auch. Muß immer mal wieder an den dänischen Politologen Ole Waever denken, der eine Reihe von Theorieansätzen zwischen “Boundary of Boredom” und “Boundary of Negativism” auffächerte. Eine grobe Spielart von Rat.Choice lag für ihn hinter der ersten, ein brachialer Dekonstruktivismus hinter der zweiten.

Schwierig wird’s nur, wenn Teile jenes Showbiz zusätzlich mit dem Anspruch auftreten, politisch handlungsleitend zu sein und gesellschaftliche Interessen zu strukturieren. Das immerhin macht der Fußball nicht.

@ Holger

Nu ja, was wäre geworden, wenn die Zone eigenständig geblieben wäre, mit eigener Währung?

Zum Teil kann man Rückschlüsse aus der Entwicklung Tschechiens ziehen, von der Struktur und vom Ausgangsniveau waren die Staaten wohl nicht so unähnlich.

Aber zwei Unterschiede: Keine Sprachbarriere nach Westdeutschland (Mundarten lassen wir mal raus). Und außerdem war die DDR eh schon zum Teil verlängerte Werkbank des Westens.

Die Alumark hätte als frei konvertierbare Währung ziemlich abgewertet, wodurch Euch eine dann offen sichtbare Dumpingkonkurrenz entstanden wäre. Noch mehr Westunternehmen hätten Teile der Wertschöpfung in die Zone outgesourct. Außerdem hätte es einen Zustrom von Arbeitskräften von Ost nach West gegeben. Spätestens 1992 hättet Ihr im Zonenrandgebiet gefordert, die Mauer wieder aufzubauen.

Ach, und… äh… mein Tipp… naja. Aber lieber weit daneben, als durch ein Tor in der letzten Minute die Wette verloren.

Morph Mai 2, 2013 um 08:13

@Schwejk

“Kann mich über eine schöne Gedankenvolte ebenso freuen wie über einen Fallrückzieher.”

Junge, Du bist ja ein ganz Moderner! Supi, supi!

“politisch handlungsleitend zu sein und gesellschaftliche Interessen zu strukturieren. Das immerhin macht der Fußball nicht.”

Ganz, ganz supi!! How low can you go?

http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fballkrieg

gelegentlich Mai 2, 2013 um 10:07

@Schweijk
“Schwierig wird’s nur, wenn Teile jenes Showbiz zusätzlich mit dem Anspruch auftreten, politisch handlungsleitend zu sein und gesellschaftliche Interessen zu strukturieren. Das immerhin macht der Fußball nicht.”
Handlungsleitend nicht ganz. Aber manche Leute, und eben dieser Hoeneß, benutzen ihren kommerzialisierten Leistungssport, ihre Gladiatorenmaschinerie, um Herrschaftsideologien zu popularisieren und politische Botschaften zu verbreiten. Das ist der einzige Punkt, der mich an diesem “Fall” überhaupt interessiert. Und deshalb wäre es für uns wünschenswert wenn jetzt mit seinem Fall diese Botschaft im Staub versinkt.
Dann entsteht vielleicht in den Köpfen die Assoziation
neoliberal – Diebstahl – asozial – konstruktionsbedingt verlogen – muss man schnell entsorgen (im Wortsinn)

“Nu ja, was wäre geworden, wenn die Zone eigenständig geblieben wäre, mit eigener Währung?”
Das berührt eigentlich die Lebenslüge Westdeutschlands, wonach die “freie Marktwirtschaft” grundsätzlich “dem Kommunismus” überlegen sei, was so sicher dummes Zeug ist. Wäre aber ein anderer Thread.

gelegentlich Mai 2, 2013 um 11:42

Hier das, was ich schon lange erwartet hatte. Herr Thewes sorgt sich um die Integrität seiner neoliberalen Rattenpseudoreligion:

http://www.focus.de/finanzen/steuern/thewes/steuerhinterziehung-leicht-gemacht-warum-trickst-der-fiskus-nicht-uli-hoeness-aus-_aid_977827.html

Vielleicht irre ich mich. Aber das ist der bisher am durchsichtigsen exkulpieren wollende Artikel den ich in diesem Zusammenhang gesehen habe. Inhaltlich wirr: natürlich ist das, was Hoeneß da gemacht hat, asozial. Genauso wie das, wofür die selbstinszenierte Figur Hoeneß steht. Das Gemeinwesen bestehlen und damit unterminieren. Auch wenn er in diesem Leistungssport eher ein Amateur zu sein scheint gegenüber den Banken ändert das nichts an der Charakterisieung.

Bruchmüller Mai 2, 2013 um 12:02

@ Morph…

…hat einen Türspalt offen gelassen. Bei ausreichendem Interesse kann man bereits einen Blick auf sein gesammeltes Verstummen werfen.

@ Holger,

mir scheint, bei Dir wird´s mal wieder Zeit für ein eigenes Blog. (Da Sammer wieder).

ruby Mai 2, 2013 um 17:14

Bayern -> CSU -> Seehoferregierung -> Amigos -> Rücktritt ->
Neuwahlen

Doktor D Mai 2, 2013 um 18:02

Neuwahlen sind doch eh’ im Herbst, auch in Bayern. Das lohnt doch nicht mehr, außer für die Opposition. Aber von denen lässt sich Seehofer sicher nicht ins Bockshorn jagen.

ruby Mai 2, 2013 um 18:28

Morgen will sich Seehofer im Feierpalast hollywoodlike zum MP-Kandidaten küren.
25 CSU`ler unter Amigoverdacht – wollen die als Kandidaten weiterhin auftreten oder gibt es bereits Nachrücker, denn die sind doch für Bürger nicht mehr wählbar .
Besonders krass – die Skrupellosigkeit bei Kinderarbeit zulasten öffentlicher Haushalte – was geht in den Gehirnen ab ?
Kann nicht mal ein Psychodok bei der Party morgen vorbeigeschickt werden ;-)

ruby Mai 2, 2013 um 18:42

“When it`s over”
1982 von Loverboy`s Get Lucky
http://www.youtube.com/watch?v=raXSyHDDcYo
very mainstreaming …

ruby Mai 2, 2013 um 19:03

“Seehofer kommt auch noch: Er ließ seine Geliebte in Berlin, die er geschwängert hat, auch für sich arbeiten.”
So ein Kommentar beim Spiegel Online;
man will das ja garnicht mehr wahrnehmen, von diesen ehemaligen geistig-moralischen Erneuerern .

ruby Mai 3, 2013 um 00:30

Kirchentagstraum :
Auswärtiges Amt hat eine Flotte fliegender Teppiche bestellt und lässt Niebel mit seinen eingestellten Freunden und Freundinnen ins Nirwana starten – ohne Rückflugbuchung.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-05/niebel-entwicklungsministerium-fdp-posten

"ruby" Mai 23, 2013 um 16:15

Gut wäre ein Thread zum Finale, bevor der Uli mit Handschellen in den fiktiven Tunesienknast des Otto Schily überführt wird ;-)
Merkel macht`s möglich; Wembley wir kommen …

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