Im Reich der Ideen sind Satiriker die einzigen Realisten

by f.luebberding on 28. Mai 2013

“Die Abgeordneten, die sich Mitte Mai im Keller des Verteidigungsministeriums informieren ließen, saßen nicht zum ersten Mal in dem abhörsicheren Besprechungsraum, um ernste Dinge zu erfahren. Doch diesmal kehrten viele erschüttert von der vertraulichen Unterrichtung zurück. „Unfassbar“ hieß es fraktionsübergreifend, nachdem Generalinspekteur Volker Wieker die Verteidigungsfachleute des Bundestags über die Umstände des Todes eines deutschen Elitesoldaten am 4. Mai in der Provinz Baghlan (in Afghanistan F.L.) unterrichtet hatte.” Ein namentlich nicht genannter Oppositionspolitiker lässt sich in dem FAZ-Artikel dabei so zitieren:

„Ich habe das furchtbare Gefühl, dass unsere Ausbildungsbemühungen und unsere Opfer im Kampf gegen die Aufständischen umsonst gewesen sind. Die Zusammenarbeit muss beendet werden, um nicht noch weitere Opfer zu erleiden.“

Den afghanischen Verbündeten wird Feigheit (und bei Spiegel online sogar Verrat) vorgeworfen, wenn es auch in dem Kostüm fehlender Professionalität daherkommt. An dieser Aussage erkennt man aber vor allem die politische Naivität, die den deutschen Afghanistan-Einsatz bis heute begleitet. Offenkundig scheint man sich im Keller des Verteidigungsministeriums nicht die Frage zu stellen, warum sich die afghanische Polizei und Armee so verhält – und ob sie nicht einen guten Grund dafür hat.

Afghanistan ist eine militaristische Gesellschaft. Der Waffenbesitz, und die Bereitschaft diese einzusetzen, sind ein wesentlicher Teil in der Kultur dieses Gesellschaft. Das Land lebt seit 1978 ununterbrochen im Bürgerkrieg. Praktisch jeder männliche Jugendliche wird in einem Umfeld permanenter Gewaltbereitschaft erzogen. Wie sinnvoll ist es dann, die heillose Flucht der afghanischen Polizei Anfang Mai mit Feigheit zu erklären? Oder der fehlenden Professionalität nach gescheiterter Ausbildung? Dieses Verhalten wäre nämlich durchaus rational zu erklären.

Der kommende Abzug des Westens aus Afghanistan ist eine Tatsache, wo es nur noch um die Frage gehen wird, wie er politisch und technisch abzuwickeln sein wird. Wenn die Bundeswehr und ihre Verbündete weg sind, müssen die afghanischen Soldaten und Polizisten bleiben. Sie werden den Taliban gegenüberstehen, die sie heute noch bekämpfen sollen. Niemand kennt die Zukunft in Afghanistan, unter anderem weiß auch niemand, ob sich Präsident Karsai behaupten kann oder nicht. Die Vermutung, dass er das Exil einem Tod in Kabul vorziehen wird, ist sicherlich nicht aus der Welt gegriffen. Die Afghanen werden sich verständigen müssen: Wollen sie den Bürgerkrieg fortsetzen oder finden sie einen modus vivendi, der nicht Krieg heißen muss?

Es ist aus der Perspektive eines afghanischen Soldaten völlig unsinnig, in einem Krieg zu kämpfen, der schon lange nicht mehr sein Krieg ist. Diese Soldaten sollen eine westliche Vorstellung von einem afghanischen Staat verteidigen, der aber seit Beginn der Besetzung im Jahr 2002 nur in der Phantasie der europäischen (und vor allem der deutschen) Politik existierte. Dieser afghanische Soldat ist tatsächlich besser beraten, sich auf seine traditionellen Loyalitäten zu verlassen als auf die Idee westlicher Politik über Afghanistan.

Der einzige nachvollziehbare Sinn dieses Einsatzes war es nämlich nach 9/11 gewesen, dieses Land ohne Staat als Stützpunkt des internationalen Terrorismus auszuschalten. Dass die USA darüber hinaus ein geopolitisches Interesse hatten, ist bekannt. In Afghanistan ist aber die Vorstellung vom Nation building gescheitert, die vor allem die deutsche Außenpolitik bis heute bestimmt. In dieser Hinsicht ist sich die deutsche Politik auch weitgehend einig: Und zwar von der Linken bis zur FDP. Man streitet nur um die Frage, ob das einen militärischen Einsatz rechtfertigt oder nicht.

An dieser Orientierung der außenpolitischen Debatte hat sich auch nichts geändert. In Syrien ist das wieder zu besichtigen. Die deutsche Politik hat bis heute keine Position zu dem Thema. Die Formeln von der “politischen Lösung” oder die Forderung nach einem Ende des Bürgerkrieges in Syrien sind so gut begründet, wie die Erwartung an afghanische Polizisten für die deutsche Idee von Afghanistan zu kämpfen. Glaubt jemand ernsthaft, dass der Westen in Syrien einmarschiert, um dort ein Protektorat zu errichten? Noch nicht einmal die USA haben nach den Erfahrungen im Irak und Afghanistan ein ernsthaftes Interesse an ein offenes militärisches Engagement. Syrien ist dabei schon längst in seine ethnischen und religiösen Bestandteile zerfallen, wo sich darüber hinaus fremde Mächte zur Sicherung ihrer Einflusssphäre (und Interessen) engagieren. Das betrifft die Saudis und die Golfemirate, den Iran und die Hisbollah, Israel und die Türkei. Wobei die beiden Letzteren nichts ohne die Rückendeckung der USA unternehmen werden. Deutschland lehnt Waffenlieferungen an jene Teile der syrischen Opposition ab, die nicht von den Saudis unterstützt werden. Gleichzeitig liefert sie aber alles, was sich Saudis und Emirate aus deutscher Waffenproduktion wünschen. De facto behandelt Deutschland beide als Verbündete. Sie lässt es damit zu, dass diese sowohl im Irak als auch in Syrien jene Kräfte unterstützen, die den Bürgerkrieg als Teil ihres antiwestlichen Dschihad betrachten.

Wie ist das aber mit dem Status der ratlosen Unschuld vereinbar, die man in diesem Interview mit Philipp Mißfelder oder seines SPD-Kollegen nachlesen kann? Die in den Interviews dokumentierte Ratlosigkeit ist dabei durchaus nachvollziehbar. Niemand weiß, wie dieses Gemetzel in Syrien beendet werden soll. Nur steht dessen Beendigung wirklich auf der Agenda der internationalen Politik, wie es die deutsche Debatte suggeriert? Offenkundig geht es in Wirklichkeit allen schon lange nur noch darum, den Sieg einer Konfliktpartei zu verhindern, der nicht in dem Interesse des jeweiligen Akteurs liegt. Eine politische Lösung wird erst möglich sein, wenn Assad oder die Opposition gesiegt haben – oder jedem Akteur klar geworden ist, dass er nicht siegen kann. Das ist auch die Motivation von Briten und Franzosen gewesen, in der EU eine Aufhebung des Waffenembargos zu verlangen. Im Postillon ist dazu zu lesen:

“Damit bekommt Syrien ab August endlich wieder das, was es am dringendsten braucht: Mehr Waffen.”

Wenn in Zukunft wieder Bundestagsabgeordnete “im Keller des Verteidigungsministeriums” in einem “abhörsicheren Besprechungsraum” sitzen sollten, um “ernste Dinge zu erfahren”, sollten sie den Autoren des “Postillon” hinzuziehen. Er beschreibt schlicht den Zynismus der internationalen Politik. Augenscheinlich können in Deutschland nur noch Satiriker die Wirklichkeit beschreiben. Die Außenpolitiker sitzen dafür ratlos in ihrem Reich der Ideen, wo sie diese nicht mehr zur Kenntnis nehmen müssen.

{ 36 comments }

Nanuk Mai 28, 2013 um 17:02

Jau traurig aber wahr!

rimm Mai 28, 2013 um 17:23

“This Is What Winning Looks Like” erklärt das verhalten der Afganen.

http://www.vice.com/vice-news/this-is-what-winning-looks-like-full-length

Schatten Mai 28, 2013 um 18:04

@Luebberding

>”Der einzige nachvollziehbare Sinn dieses Einsatzes war es nämlich nach 9/11 gewesen, dieses Land ohne Staat als Stützpunkt des internationalen Terrorismus auszuschalten.”

Ja, gut – und wie hätte das aussehen müssen?

Die Amis haben es jetzt mit dem Demokratie-Bringen versucht. Zweifelhaft, da heute sich eine echte Demokratie dadurch auszeichnet, dass der Christopher-Street-Day gefeiert wird. – Und auf die Parade kann man in Kabul noch länger warten.

Also – Wie hätte man “dieses Land ohne Staat als Stützpunkt des internationalen Terrorismus ausschalten” können?

Mit Demokratie offensichtlich nicht, obwohl die Afghanen mit ihren Djirgas demokratische Strukturen haben, die wahrscheinlich noch älter sind, als die antike Demokratie in Griechenland.

Also – Wie hätte man “dieses Land ohne Staat als Stützpunkt des internationalen Terrorismus ausschalten” können?

Bruch vom Müller Mai 28, 2013 um 18:18

>>> Augenscheinlich können in Deutschland nur noch Satiriker die Wirklichkeit beschreiben.

Was aber, wenn sich Satire und Wirklichkeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern und die Reporter und Beschreiber dem Tempo nicht mehr folgen können? (Solch ernsthafte Frage sollte doch noch erlaubt sein.)

h.huett Mai 28, 2013 um 18:45

Afghanistan und seine unmittelbar angrenzenden Nachbarn werden der Schauplatz für den neuesten Versuch, die tragische Figur von Helden des Rückzugs zu inszenieren. Es fehlt noch der Tolstoi unserer Zeit, um das Desaster zu beschreiben. Der Rückzug wird der Ernstfall. Unter den bisher bekannten Plänen erscheint mir die Rettung auf dem Landweg und am Ende über die Ostsee die wahrscheinlichste.

Die liegt praktisch vor Kandahar.

holger Mai 28, 2013 um 18:50

Ich bewundere ja noch immer die Schreibtischhelden hier… insbesondere die Strategen.

Insbesondere Rot/Grün…

f.luebberding f.luebberding Mai 28, 2013 um 18:50

Schatten

So wie der ursprüngliche Krieg begründet worden war: In Zukunft weitere Anschläge wie 9/11 zu verhindern. Das geht auch mit den Taliban. Die Amerikaner interessierten sich nicht für Demokratie in Afghanistan, im Gegensatz zu den Europäern. Sie betrachteten es lediglich als strategischen Hinterhof, ob nun gegen den Iran oder Pakistan, der zudem im Schatten des eigentlichen Ziels Irak lag, und mit vergleichsweise geringen Aufwand zu kontrollieren war. Nahc meinem Eindruck interssierten sich die Amerikaner gar nicht für Afghanistan, wenigstens in dem Sinne, dort eine Lösung hinzubekommen. Das nation building überließen sie anderen.

f.luebberding f.luebberding Mai 28, 2013 um 18:52

holger

Nur zum Thema. Es geht aber nicht um Heldentum, sondern um die Frage, was passiert und wie sich die deutsche Politik dazu verhalten soll.

holger Mai 28, 2013 um 18:56
holger Mai 28, 2013 um 18:58

luebberding

die deutsche Politik soll allen SAGEN: Wir hatten HITLER und das möge ausreichen… um ja nicht wieder Blödsinn zu machen.

Egal wie viel Mohn in Afghanistan zu verteidigen iss…

holger Mai 28, 2013 um 19:03

Ansonsten Luebberding

und das habe ich dir schon mal empfohlen, setze du ZIVI… Barett auf, kurze Hose Holzgewehr und machst selber Dienst anner Waffe.

Ich weiß aber auch, dass es genügend inner Truppe gibt, die gerne der Wüstenfuchs wären. Mein Boss (1990-91) war auch so einer. (IRAK)

Der wäre von heut auf Morgen ins Feld gezogen.

Verantwortung hat mal wieder die SPD incl. den Fascho Grünen nicht gezeigt. Mit Haubitzen nach Wasserbohren?

holger Mai 28, 2013 um 19:05

Und kommer er ja nicht damit, das wäre mal wieder ein IRRTUM..

Der Aufstand Mai 28, 2013 um 19:30

Friedensmission fällt mir nur dazu ein :-(.

LOL Mai 28, 2013 um 19:32

fluebber nun sogar als afghanistanexperte unterwegs!?!? sollte er nicht besser “anne will” schauen. ich schmeiss mich weg.

"ruby" Mai 28, 2013 um 19:47
f.luebberding f.luebberding Mai 28, 2013 um 19:59

Nur zur Info: Ich bin kein Afghanistan-Experte. Ich reflektiere lediglich, was andere Experten zu dem Thema zu sagen haben … . Ein Unterschied. Nur aus dem Grund sind auch meine Frühkritiken lesbar … .

holger Mai 28, 2013 um 20:27

Iss doch auch gar kein Problem mit dem “Reflektieren”

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlengleichnis

Carlos Manoso Mai 28, 2013 um 21:57

@f.luebberding Mai 28, 2013 um 18:50
„Die Amerikaner interessierten sich nicht für Demokratie in Afghanistan, im Gegensatz zu den Europäern. Sie betrachteten es lediglich als strategischen Hinterhof, ob nun gegen den Iran oder Pakistan, der zudem im Schatten des eigentlichen Ziels Irak lag, und mit vergleichsweise geringen Aufwand zu kontrollieren war. Nahc meinem Eindruck interssierten sich die Amerikaner gar nicht für Afghanistan, wenigstens in dem Sinne, dort eine Lösung hinzubekommen. Das nation building überließen sie anderen.“

Luebberding, das war alles mal. Aus .. Vorbei! In dem Maße, wie die Systemkrise große Billiglohnsektoren auch in den Zentren des Systems erzeugt, den Sozialstaat zurückfährt etc., wird die Kaufkraft auf allen nationalen Binnenmärkten abgeschmolzen und das Kapital ist gezwungen, sich mit einer noch nie dagewesenen Dynamik betriebswirtschaftlich auf die Weltmärkte zu zerstreuen, um das globale Kostengefälle optimal zu nutzen und Kaufkraft an sich zu ziehen, wo immer es sie noch gibt auf der Welt. Auch das US-Kapital macht diese transnationale Metamorphose durch und damit wird der Weltmachtstaat überflüssig. Die früher absolute Überlegenheit schrumpft rein auf das militärische Potential, und das muß im Homeland konzentriert und nicht mehr in Irak oder Afghanistan verschwendet werden.

Der „Westen“ hat seit 2001 über 10 Jahre lang Kriegskosten in Höhe eines afghanischen Bruttoinlandsprodukts PRO JAHR in Afghanistan versenkt und seit Lehman 2008 weltweit fast 3.000 Milliarden Dollar in 5 Jahren in „Konjunkturprogramme“ versenkt, ohne jeden Effekt.

Kurzum, das „System des Weltkapitals“ HAT DEFINITLY FERTISCH.

Jackle Mai 28, 2013 um 22:08

Ich hab es schon vor einem halben Jahr hier gesagt: Mehr Clowns, bitte!
Wer es noch wirklich ernst versucht, wird nicht mehr ernst genommen. Nicht mehr anschlussfähig.

Alles ist “serious business”!

Spiel mit, mach mit, aber denke frei... Mai 28, 2013 um 22:17

>Wenn in Zukunft wieder Bundestagsabgeordnete “im Keller des Verteidigungsministeriums” in einem “abhörsicheren Besprechungsraum” sitzen sollten, …

Ich empfehle Levi-Strauss, La Pensée sauvage. Die deutsche Sprache hindert mich den Gedanken so präzis auszudrücken, wie ich es gern täte. Hineindenken, wäre vielleicht eine Anspielung auf das, was ich meinte, das den Deutschen fehlte. Empathie, vielleicht ein besserer Begriff. Fühlen, Denken und Verstehen, wie andere empfinden. Dabei den eigenen Horizont verlassen und das Wagnis eingehen in eine andere Welt abzutauchen…. Sicher nichts, was wir von Soldaten erwarten können. Funktional-logisches Denken in der Kategorie “ich bin okay” vs. “der Andere ist Nicht-okay” führte in das Schlamassel, in welchen die deutschen Soldaten sich in Afghanistan derzeit befinden. Wieviele deutsche Soldaten haben eine Afghanen gedient? Wieviele beherrschen die Landessprache? Wieviele sind in Afghanistan aufgewachsen? Hey, wir kommen alle aus einem Land in welchen Integrationspolitik bedeutet, dass die Anderen sich unserer Kultur anpassen müssen. Aber wieviele Deutsche sind schon einmal das Wagnis eingangen und haben sich auf das “Andere” eingelassen? Die Operation Afghanistan hatte einzig das Ziel einen militärischen Stützpunkt aus logistischen und geo-strategischen Gründen zu sichern. Das ganz Drumherum (wie auch im Irak-Krieg) war das Mäntelchen demokratischer Rechtstaatlichkeit mit welcher die Grausamkeit des militiärischen Eingriffs gerechtfertigt wurde. Wollten die Allierten in Afghanistan tatsächlich jemals die afghanischen Frauen vor diesem rückständigen Männer-Regime befreien? War das Ziel der Militär-Aktion einen demokratischen Staat aufzubauen? Wen wundert es, dass die Afghanen das heuchlerische Spiel längst durchschauten und nur “mitspielten”,was die Deutschen von ihnen erwarteten? Der treue Soldat Schweijk tat es doch nicht anders. Wir könnten davon lernen….

Spiel mit, mach mit, aber denke frei... Mai 28, 2013 um 22:19

@jackle

>Mehr Clowns, bitte!

Welcome on board!

Soldat Schwejk Mai 28, 2013 um 23:31

@ Spiel mit

Hallo, kein Mimikry bitte. Der Soldat Schwejk ersucht darum, hier einigermaßen abgrenzbar zu anderen Identitäten zu sein. Und warum zum Deibel schreibt Ihr den alle mit einem “i” vor dem “j”?

Und warum ist “Ich bin O.K. – Du bist nicht O.K.” jetzt plötzlich “funktional-logisch”? Das scheint mir eher eine affektgesteuerte Haltung zu sein, hier in diesem Biotop freilich häufig zu beobachten, aber mit Logik hat es nix zu tun.

Und zumindest in der deutschen Übersetzung ist der Soldat Schwejk nicht treu, sondern brav. Ist insofern ein Unterschied, weil das englische “brave” darin mitschwingt und… fürwahr… gerade schaue ich ins etymologische Wörterbuch und finde: es kommt wohl vom”Barbaren”her, bedeutet ursprünglich eine besondere Eignung für den Kriegsdienst (lustigerweise daher auch ital./span. “bravo”)… und das hat sich dann so ausdifferenziert zu den unterschiedlichen Bedeutungen “folgsam” (brav) und “tapfer” (brave).

Und “mehr Clowns bitte” ist zwar eine eingängige Forderung, aber bitte… das clowneske Metier ist inzwischen überstrapaziert!… nicht jeder kann einfach mal so ein Clown sein wollen… es geht nur noch als Begleitprogramm zu gelegentlichen aufwühlenden, aufopferungsvollen, aufwendigen und aufrührerischen Aufrufen.

Ansonsten, zum Thema… mal sehen… diese Kriiiech-Threads führen meist nur dazu, daß ab Kommentar Nr. 30 etliche lustige Fachkräfte für “Geopolitik” auf der Bühne erscheinen, welche da obsessiv auf der Landkarte herummalen und bunte Vektorzeichnungen eintragen… Dazu kann man sich dann nur so verhalten, wie die deutsche Außenpolitik sich auch zu den momentanen englisch-französisch-russischen Gegensätzen in dieser Frage verhalten sollte: -Stay out!- Insofern ist der Brüsseler Kompromiß doch nicht so schlecht, oder?

Soldat Schwejk Mai 28, 2013 um 23:56

@ Bruchmüller – “Was aber, wenn sich Satire und Wirklichkeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern…”

Na ja, dann muß die Satire halt dopen…

Übrigens, fairer Glückwunsch… auch wenn Du kein Dynamo-Mann bist… und ich bin ja sowieso gewohnheitsmäßig immer für die in Violett :-) … aber ich hab das heute mit größerer Anteilnahme gesehen als das Champions’-League-Finale. DAS ist Fußball… dagegen geht mir Bayern vs. Barca am Arsch vorbei… Und im Stadion war wahrscheinlich auch mehr los als in der Champions’ League.

Jackle Mai 29, 2013 um 00:15

“Erstmals schafft es in Lübeck ein Kandidat der Satire-Partei Die Partei ins Parlament – und könnte gleich über die Regierung entscheiden.”

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-05/Die-Partei-Luebeck-Langbehn

Die Nachricht ist wohl bekannt, der Link nicht besonders interessant. Außer man schaue sich an, wie die Zeit sich besonders viel Mühe gibt und kläglich versagt.
Lieber Zeit, das mit der Satire klappt besser, wenn ihr Herrn Guttenberg mal wieder interviewt!

Bruchmüller Mai 29, 2013 um 10:04

Soldat schweig,

wenn es um Barca geht! – Übrigens, bei Deinem Interesse an Quoten und Wetten bist Du womöglich auch in Hoppegarten dabei?

Für Außenstehende: nein, ich will dem Soldaten Schwejk hier nicht unterstellen, dass er etwa ein weiteres Standbein beim Leichenklau und -schmuggel hätte…

Soldat Schwejk Mai 29, 2013 um 11:29

@ Bruchmüller

Karlshorst, früher mal. Aber das ist schon sooo lange her.

Noch keine Vektorzeichnungen auf Landkarten hier… also irgendwie hat sich das dann wohl doch erschöpft…

f.luebberding f.luebberding Mai 29, 2013 um 14:42

Nur als Hinweis. Die Bundeswehr hat die Darstellung der FAZ bestätigt. Das überrascht nun nicht. Aber welche Diktion anstatt “Flucht” sie lieber gelesen hätte, wird leider auch nicht beantwortet.

Lina Mai 29, 2013 um 15:09

Ich bin mal wieder total verwirrt und desorientiert.

“Die Abgeordneten, die sich Mitte Mai im Keller des Verteidigungsministeriums informieren ließen, saßen nicht zum ersten Mal in dem abhörsicheren Besprechungsraum, um ernste Dinge zu erfahren.”

Was soll ich davon halten?
Wichtige Infos erhalten Abgeordnete nur im abhörsicheren Keller? Heißt das, dass die Abgeordneten da “oben” nur unwichtigen Kram zu hören und lesen kriegen, um sich eine unabhängige Meinung zu bilden?

f.luebberding f.luebberding Mai 29, 2013 um 15:15

W-ING

Jetzt versuchst Du es noch einmal … .

f.luebberding f.luebberding Mai 29, 2013 um 15:48

Es gibt ein interessantes Interview der Deutschen Welle mit Sima Samar. Eine der Fragen betraf ihre Jugend. Sie ist 1957 geboren.

“Wenn Sie die Zeit, in der Sie in Afghanistan aufwuchsen, mit der heutigen vergleichen, wie fühlen Sie sich?

Ich bin in der Provinz Helmand zur Schule gegangen, in eine gemischte Jungen- und Mädchenschule. Dort habe ich 1974 Abitur gemacht. Heute kann sich keiner mehr vorstellen, dass es in Helmand solche gemischten Schulen gab. Damals herrschte Frieden. Das Land war arm, aber friedlich. Im Krankenhaus von Aliabad gab es ein Strahlenzentrum für Krebspatienten, etwas, was es heute nicht gibt bei uns. Es gab Rechtsstaatlichkeit. Die Regierung war gewiss nicht perfekt, aber sie war weniger korrupt. Die Bevölkerung war kleiner, es gab weniger Flüchtlinge und wir waren in geringerem Maße schlechten Einflüssen aus der Region ausgesetzt.”

"ruby" Mai 29, 2013 um 16:28

@ Lina

Beim Schäuble gibt es nicht mal was zu hören oder lesen ;-)
Der Socke mußte schon glauben, was er erzählt, so wahr ihm Gott hilft ! Fraktionsdisziplin …

How does it feel
To treat me like you do
When you’ve laid your hands upon me
And told me who you are

I thought I was mistaken
I thought I heard your words
Tell me how do I feel
Tell me now how do I feel

Those who came before me
Lived through their vocations
From the past until completion
They will turn away no more

And I still find it so hard
To say what I need to say
But I’m quite sure that you’ll tell me
Just how I should feel today

I see a ship in the harbor
I can and shall obey
But if it wasn’t for your misfortunes
I’d be a heavenly person today

And I thought I was mistaken
And I thought I heard you speak
Tell me how do I feel
Tell me now how should I feel

Now I stand here waiting

I thought I told you to leave me
While I walked down to the beach
Tell me how does it feel
When your heart grows cold
(grows cold, grows cold, grows cold)
http://www.azlyrics.com/lyrics/neworder/bluemonday.html

Carlos Manoso Mai 29, 2013 um 16:37

@f.luebberding Mai 29, 2013 um 14:42
„Nur als Hinweis…“

Luebberding, nach dem „intelligenten Protektionismus“ „des Westens“ für seine Terroristen seines Logos „Al Quaida“ nun die „Trendwende“ …
http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-bnd-rechnet-mit-offensive-der-assad-truppen-im-buergerkrieg-a-901132.html

topi Mai 29, 2013 um 19:01

Deutschland soll seine Abgabenlast senken, sagt die EU.

Zur Ankurbelung desBinnenmarktes,wie sie völlig unterbelichtet hinterherschicken.

Natürlich dürfen die Schulden nicht steigen.
Aber dann kann man ja noch die Mehrwertsteuer etc. erhöhen.
Also internabwerten. Genau das, was Euroland braucht, deutsche Realabwertung. Die Besten der Besten amWerk. :roll:

h.huett Mai 30, 2013 um 13:17

Die Welt der Kriegsplaner ist nichts als eine ewige Schule. Meine Lieblingszeitschrift illustriert das mit diesem Beitrag von neuem.

"ruby" Mai 30, 2013 um 13:21

Statt Waffenlieferungen der Unicefwerbetrikoträger
http://www.unicef.de/projekte/themen/kinderrechte/kinder-in-industrielaendern/unicef-bericht-2013/
in den Ethik- und Kulturwandeletagen der global Systemorganisationen.

f.luebberding f.luebberding Mai 30, 2013 um 18:21

Gute Analyse. Von Michael Thumann in der Zeit.

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