Von Erwitte nach Athen – und zurück

by f.luebberding on 12. Juni 2013

Heute gibt es einige interessante Themen. Etwa den Vortrag von Hans Hütt auf einer Konferenz der “Heinrich Böll Stiftung” zum “Hochamt der Demokratie”. Während man bei der Böll-Stiftung in Berlin über “Wahlkampfstrategien 2013″ diskutiert und in Karlsruhe über die Rechtmäßigkeit der EZB-Politik verhandelt, hat die Regierung in Athen gestern über Nacht, und wenige Stunden nach der Ankündigung, einfach so den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geschlossen: Ohne Rechtsgrundlage und Debatte. So funktioniert die Europäsche Union. Offenkundig nicht viel anders als die Regierung Erdogan in der Türkei. Immerhin hat allerdings die Obama-Regierung auf Basis einer Rechtsgrundlage gehandelt, während sie eure Mails und Postings gelesen haben. Wir erleben den Verfall staatlichen Handelns, der nicht mehr auf Basis von Rechtsgrundsätzen, sondern auf Grundlage puren Opportunitätsdenkens agiert. Damit schafft sich der moderne Staat selber ab, dafür muss man nicht Max Weber gelesen haben. So könnten wir in Zukunft alles auf bloßen Zuruf online über soziale Netzwerke organisieren. Bis es soweit ist, bleibt allerdings der moderne Staat und seine Bürokratie noch die Grundlage für rationales Handeln. In Katastrophen bedeutet es den Unterschied zwischen Desastern wie beim Hurricane “Katrina” in New-Orleans – und dem Gegenteil etwa bei “Sandy” an der US-Ostküste Ende vergangenen Jahres. Nur warum in die Ferne schweifen, wenn die Fluten bei uns vor Ort sind? Also bleiben wir in NRW und Sachsen-Anhalt. In Erwitte und Aken.

Worum es ging, konnte man schon am Montag im Blog nachlesen. Darüber haben jetzt nicht nur der WDR und der MDR berichtet, sogar Fefe hat in seinem Blog darauf hingewiesen. Mittlerweile gibt es auch eine neue Stellungnahme der CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf, die sich allerdings anders anhört als die in dem Beitrag von Montag im Blog zitierte. Inhaltlich hat man nämlich gegen die aktuelle Katastrophenhilfe des Landes NRW und der Bezirksregierung Arnsberg nichts mehr einzuwenden. Das ist wenig erstaunlich. Das heutige Konzept ist unter anderem in der Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten Rüttgers beschlossen und umgesetzt worden. Es beruht auf den Erfahrungen mit dem Hochwasser des Jahres 2002. Das Stichwort nennt sich “überörtliche Hilfe”. Von “unterlassener Hilfeleistung” konnte zu keinem Zeitpunkt die Rede sein. Allein NRW verfügt als größtes Bundesland über die entsprechenden Ressourcen in dieser Hochwasser-Katastrophe, vor allem wenn die süddeutschen Bundesländer mit eigenen Problemen zu kämpfen haben. Angesichts der Dauer und der geographischen Dimension des Hochwassers kann die Hilfe aus NRW ohne eine zentrale Steuerung über Innenministerium und Bezirksregierungen nicht funktionieren. Es geht nämlich darum, die Fehlallokation knapper Ressourcen wie in Dresden möglichst zu begrenzen.

Aken als Partnerstadt von Erwitte hatte nun mit den Folgen eines Deichbruchs zu kämpfen. Es war dort unter anderem die Bundeswehr im Einsatz. Unter welchen Bedingungen jetzt die Akteure vor Ort (und zwar bis zu den regionalen und überregionalen Krisenstäben) handeln, kann man bei der “Mitteldeutschen Zeitung” (MZ) nachlesen. Es gibt halt noch was anderes als einen Journalismus mit schönen interaktiven Bildchen. Bei den Kollegen der MZ ist der Entscheidungsprozeß in Aken gut zu rekonstruieren. Von den Folgen falscher Lagebeurteilung über Improvisationstalent bis zur Entdeckung eines alten Deichs. Allerdings hatte es dabei wohl massive Konflikte zwischen der Einsatzleitung in Aken und der in Dessau gegeben. Für Organisationssoziologen ein interessantes Thema. In solchen Situationen ist es wie im Krieg. Man handelt auf Basis unvollständiger Information und trifft entsprechend riskante Entscheidungen. Deshalb gibt es in bürokratischen Verfahren über die hierarchische Struktur rechtlich verbindliche Verantwortlichkeiten, die am Ende entscheiden müssen: Über die Verteilung knapper Ressourcen und die Prioritätensetzung im Handeln. Ansonsten erlebt man Verhältnisse wie in New Orleans. Für NRW bedeutet das in so einer Situation eigenmächtiges Handeln etwa eines Erwitter Bürgermeisters nicht zulassen zu können. Er kennt nicht die Gesamtlage und  das in Übungen eingübte Verfahren droht zudem obsolet zu werden, wenn sich nicht mehr alle Akteure daran halten. Die Bezirksregierung muss ihn also wegen der Rationalität bürokratischer Verfahren stoppen – und nicht weil der Amtschimmel wiehert. Helmut Schmidt hatte übrigens in der Hamburger Flut von 1962 vor allem eins gemacht: Die Selbstblockade der Bürokratie wegen unzulänglicher Verfahren aufgehoben – und durch Funktionierende ersetzt.

Die CDU weiß das alles. Sie will sich aber natürlich von der SPD und ihrem Innenminister politisch absetzen – und das Unverständnis über den Umgang der Bezirksregierung Arnsberg mit der Erwitter Feuerwehr nutzen (ansonsten wäre Fefe nicht auf das Thema angesprungen). Das ist der Job einer Opposition. Die SPD machte es nicht anders – und schließlich ist Wahlkampf. Darüber wird bei der Böll-Stiftung in Berlin ja diskutiert. Also kritisiert die CDU jetzt Stilfragen:

“Mag die Entscheidung des Innenministers, trotz bester Vorbereitung in Erwitte, auch rechtlich noch so fundiert sein: Sie entwertet die ehrenamtliche Bereitschaft zur Hilfe, die gerade jetzt in den Hochwassergebieten so hervorragend funktioniert und vielleicht in umgekehrten Fall auch in NRW einmal gebraucht würde.”

Der Kollege des “Patriot”, Michael Görge und selber Feuerwehrmann, sprach gar von “Arroganz, blankem Bürokratismus, unbeweglichen Paragrafen und völliger Ignoranz der menschlichen Beweggründe der Erwitter Feuerwehrfrauen und -männer” hinter dem sich der Leitende Regierungsdirektor der Bezirksregierung Arnsberg bei dem Verbot des “gut gemeinten Einsatzes” verschanzt habe.

Deswegen ist der auf den ersten Blick belanglose Fall von Erwitte so interessant. Es gibt eben einen Unterschied zwischen der Rationalität bürokratischer Verfahren und der Entscheidungsfindung auf Basis “menschlicher Beweggründe”. In Griechenland menschelt es halt auch, wenn dort der Staat einfach so und über Nacht das öffentlich-rechtliche Fernsehen abschafft.

{ 104 comments }

Nanuk Juni 12, 2013 um 13:23

An Dresden sieht man ja wie gut das Organisiert ist… da hat der Bürgermeister halt in seiner Not seinen Kumpel angerufen was blieb ihm anderes übrig. Der Helmut Schmidt der wuste das noch das man sich auf Bürokratie in Notzeiten nicht verlassen kann.

Btw der Amtsschimmel hat die öffentlich rechtlichen in Griechenland abgestellt das ist formal Juristisch alles richtig.

Nanuk Juni 12, 2013 um 13:25

Der Adolf brauchte nicht einen Schuss vergessen?

"ruby" Juni 12, 2013 um 13:28

Der Staat ?
Wer wäre das in der B.R.D., der abschafft?
Wer hat die Befugnis über die Schaltzentralen und gibt das Kommando?

Nanuk Juni 12, 2013 um 13:29

Wenn das alles immer so bürokratisch einwandfrei läuft brauchen wir ja nicht mehr wählen…
http://www.youtube.com/watch?v=4aNK7_Bz9pE

f.luebberding f.luebberding Juni 12, 2013 um 13:31

Über die Dialektik moderner Bürokratie und deren Folgen kann man gerne diskutieren. Allerdings ist der Sachstand aktuell in Erwitte und Aken ein anderer. Das nur als Hinweis.

Nanuk Juni 12, 2013 um 13:32

“Allerdings ist der Sachstand aktuell in Erwitte und Aken ein anderer. Das nur als Hinweis.”

Ist das nach Aktenlage wie bei der NSU?

topi Juni 12, 2013 um 13:36

“Für NRW bedeutet das in so einer Situation eigenmächtiges Handeln etwa eines Erwitter Bürgermeisters nicht zulassen zu können. Er kennt nicht die Gesamtlage und das in Übungen eingübte Verfahren droht zudem obsolet zu werden, wenn sich nicht mehr alle Akteure daran halten. Die Bezirksregierung muss ihn also wegen der Rationalität bürokratischer Verfahren stoppen”

Ach Quatsch.
Die Erwitter Feuerwehr hätte das gemacht, was die Akener Feuerwehr gemacht hat, weil die schlicht am Ende ihrer Kräfte waren und die Hilfe gut gebrauchen konnten.
Also nix mit Koordinationsbedarf etc., einfach Ersatz für Erschöpfte.

2002 habe ich selber in Dessau noch Sandsäcke geschleppt (Mulde kurz vor der Mündung in die randvolle Elbe).
Ganz ohne Facebook, na sowas, das ist ja völlig unmöglich, wenn man das heute so hört. :roll:

Dabei waren auch Feuerwehrgruppen aus anderen Städten, allerdings aus dem gleichen Bundesland.

Natürlich braucht es übergeordnete Planungen. Und als es brenzlig wurde, kam die Bundeswehr.

Aber solange einfach die einen Helfer durch andere der gleichen Ebene ergänzt werden sollen, kann das allen Übergeordnetenwurscht sein; solange die Kapazitäten nicht woanders gebraucht werden,aber darum ging es ja nie in diesem Fall.

topi Juni 12, 2013 um 13:40

“Heute gibt es einige interessante Themen.”

Ja. Grundsteinlegung fürdasSchloss. Deutschland aufdem Weg in die Zukunf! :roll:

Und das BVerfG führt wieder eine Scharade auf. Asmussen gegen Weidmann, na wenn das nicht Stoff für einen Bestseller bietet.

Nanuk Juni 12, 2013 um 13:41

@topi
Eben!!!

f.luebberding f.luebberding Juni 12, 2013 um 13:42

topi

“Aber solange einfach die einen Helfer durch andere der gleichen Ebene ergänzt werden sollen, kann das allen Übergeordnetenwurscht sein; solange die Kapazitäten nicht woanders gebraucht werden,aber darum ging es ja nie in diesem Fall.”

Woher weisst Du das? Selbstredend hätten die Feuerwehrleute als Privatpersonen reisen können. Das hätte man vor Ort entscheiden können. Dann muss nämlich nur die Einsatzfähigkeit der örtlichen Feuerwehr gesichert werden, inclus. des eingeplanten Personals für übergeordnete Einsätze. Du setzt schlicht Wissen voraus. Dabei geht es in solchen Verfahren genau darum: Aus Informationen Wissen zu machen und entsprechend zu handeln.

topi Juni 12, 2013 um 13:44

Deutschland baut sich ein Schloss, natürlich mit demokratischem Inhalt. Und setzt die Schließung des ÖR in Griechenland durch, über Nacht.

Stirbt der Euro stirbt Europa!!!

Nie war der Satz wichtiger als heute. Aber keine Sorge, das ist nur ein Zwischenstand.

topi Juni 12, 2013 um 13:50

FL

Da die Feuerwehrleute aus Erwitte offenbar noch da sind, wurden sie offenbar nicht woanders gebraucht. Das schließe ich mal ganz forsch.

Die Planungen für die Sicherung der Aufgaben vor Ort wurden berichtet, hast du Grund, daran zu zweifeln?

Oder welches Cheimiewerk in Arnstadt droht zu explodieren, dass keiner weg kann?

Bei einem Rheinhochwasser gäbe es die Frage doch auch nicht, oder?

Nanuk Juni 12, 2013 um 13:52

“Dann muss nämlich nur die Einsatzfähigkeit der örtlichen Feuerwehr gesichert werden, inclus. des eingeplanten Personals für übergeordnete Einsätze. ”

Die wollten vieleicht auch nen Wagen mitnehmen… und haben deshalb gefragt aber es bringt nichts darüber zu Diskutieren weil sich Lübberding immer auf Formalitäten zurück ziehen kann…

Willkommen bei Merkels Alternativlos!

f.luebberding f.luebberding Juni 12, 2013 um 14:02

topi

Noch einmal: Woher weisst Du das alles? Woher weiss der Bürgermeister in Erwitte am Samstag, was gerade das Land plant? oder was vor Ort in Sachsen-Anhalt los ist. Sieht der bei Facebook nach? Oder bei Fefe? Er handelt ja nur auf Zuruf aus Aken. Die haben übrigens auch vor Ort Krisenstäbe, wo sie entsprechend Verstärkungen bekommen können. Was passiert wohl, wenn jetzt jede Feuerwehr in NRW auf der gleichen Grundlage agiert? Aber natürlich hätte der Bürgermeister aus Erwitte auch informell (und vorher) sein Handeln abstimmen können. Der Innenminister und der Regierungspräsident sind ja in der gleichen Partei. Das ist manchmal hilfreich … .

topi Juni 12, 2013 um 14:04

Sie haben ja ausführlich beschrieben, das sie gerade keine zu Hause wichtigen Wagen mitnehmen wollten.

Aber natürlich wollten sie als”Feuerwehr der Partnerstadt” und nicht als privater Sandsackschlepper ankommen.Wer nicht?

Nanuk Juni 12, 2013 um 14:06

“Der Innenminister und der Regierungspräsident sind ja in der gleichen Partei. ”

Das glaubt in der SPD schon lange keiner mehr das die alle noch in der gleichen Partei sind…

f.luebberding f.luebberding Juni 12, 2013 um 14:10

topi

“Wollen”. “Meinen”. “Gute Absicht”. Wie gesagt: Darum geht es gar nicht … .

topi Juni 12, 2013 um 14:13

FL

Du hast doch den Patriot verlinkt.

Was stimmt nicht an der Darstellung?
Was haben Bürgermeister und Brandschutzinspektor falsch gemacht, was die Übergeordneten mit ihrer unendlichen Weisheit gerade noch verhindern konnten?

f.luebberding f.luebberding Juni 12, 2013 um 14:14

topi

Was halt so schiefgehen kann: Vom Ereignis über die Information zu Wissen und Handeln. Geht zum Glück nur um Maggi.

topi Juni 12, 2013 um 14:35

Wo soll da eine Parallele sein?

Die haben offenbar vor Ort geklärt, wie sie die Sicherheit lokal gewährleisten.Das kann auch kein anderer besser beurteilen, außer mit der pauschalen Ansicht,je mehr da sind, desto besser.

Also Schluß mit überregionaler Hochwasserhilfe generell: schließlich könnte ja ein Maggiwerk Dunst ablassen.

Carlos Manoso Juni 12, 2013 um 14:35

@ f.luebberding Juni 12, 2013 um 14:10
„topi
“Wollen”. “Meinen”. “Gute Absicht”. Wie gesagt: Darum geht es gar nicht … .“

Luebberding, natürlich geht es darum.

Das Wesen der freiwilligen Feuerwehr besteht nun mal aus der „Guten Absicht“. Mit dem Grossen Roten Feuerwehrauto und ein paar Kästen Paderborner Bier am Wochenende von Erwitte zwecks Löschen zum Hochwasser der Partnerstadt sausen, dort viel Guuutes tun und darüber Duuutzende AAbende Erwitter Kneipenrunden uuunterhalten.

Herr, lass ab und an a bisserl Brain regnen …

Soldat Schwejk Juni 12, 2013 um 14:48
"ruby" Juni 12, 2013 um 15:01

Stadtschloss für “geplante” 560 Mio mit 80 Mio privater Spenden für die bei nicht erreichen der Bund einspringen soll !!!
Stand dort nicht einmal der Palast der Republik ?

MerkelTV live ist die Grundlage, Gelegenheit morgen mehr als die läppischen acht Milliarden zu beschliessen, um Binnenkonjunktur zu initiieren.
Hitzacker macht Musik!
http://musiktage-hitzacker.de/index.php

topi Juni 12, 2013 um 15:09

Ach alle Bundesländer teilensich die Hälfte der Betriebskosten für den Preußen-Traum.

Wissen die das schon? :roll:

@ Schwejk

Klar ist die Bude zu klein!

Statt für 3,5 Milliarden dieses Schlössschen zu bauen, sollte man mal richtig kleckern. (hat nicht des GröFaZ Lieblings-Speerträger noch was in der Schublade, was mal so richtig beeindruckt, statt nur die ollen Preußen von den Untoten zu erwecken?)

Nanuk Juni 12, 2013 um 15:15

Ich finde es aber gut das der Lübberding endlich mal zeigt warum die SPD die nächsten Jahrhunderte in Deutschland nicht den Kanzler stellen wird…

Carlos Manoso Juni 12, 2013 um 15:26

@Nanuk Juni 12, 2013 um 15:15
Ich finde es aber gut das der Lübberding endlich mal zeigt warum die SPD die nächsten Jahrhunderte in Deutschland nicht den Kanzler stellen wird…“

Nanun, soo, tut er das ? Momentan ist sicher, dass SPD Steinbrück nicht „Kanzler“ wird und (fast) sicher, dass er (weil er nicht will) auch nicht den nächsten Finanzminister (statt Schäuble) stellen wird.

Aber schaun wir mal, was diesbezüglich in den nächsten 4 Jahren so alles passieren kann. Vielleicht wird Steinbrück in Berlin (oder Brüssel) auch alternativlos !

Soldat Schwejk Juni 12, 2013 um 15:36

@ topi

Naja, man hätte besser nach dem Prinzip “form follows function” sich ZUERST darüber klar werde sollen, was dort eigentlich hin soll an Nutzung und dann eine ergebnisoffene Ausschreibung machen… ohne Festlegung auf den Schloßfassadenzauber. Das Ergebnis wäre sicher weniger teuer UND trotzdem funktionaler geworden… und dazu noch mit etwas Glück wirklich gute Architektur…

Übrigens… noch teurer wird ja ein reines Bundesprojekt…

http://www.youtube.com/watch?v=e4OBL4L0YDc

Hab ich mir neulich mal von hinten angeschaut… unglaublich monströs und geradezu totalitär… Was bilden die sich eigentlich ein? Wegen der Finanzabhängigkeit Berlins kann der Bund hier den allergrößten Scheißdreck bauen lassen, wenn er es nur finanziert… Schon klar. Aber wofür soll das im konkreten Fall gut sein?

Ich versteh nicht, daß es in Zeiten vor der heutigen elektronischen Datenübertragung völlig O.K. war, daß der BND hunderte Kilometer von der Regierung weg war, während er jetzt für > 2 Mrd. € unbedingt zum Regierungssitz gebracht werden muß, dazu noch mit einem riesigen stadträumlichen Kollateralschaden hier…

Deswegen bin ich ja auch Radikaldemokrat. Gäbe es in solchen Fragen mehr direkte Demokratie, dann wären diese ganzen Exzesse zumindest in dieser Form nicht möglich.

Bin jetzt auch erst mal weg.

Frankie Bernankie Juni 12, 2013 um 16:18

@nanuk

“Das glaubt in der SPD schon lange keiner mehr das die alle noch in der gleichen Partei sind…”

Das mag ein Problem sein, ja, aber es gibt eine Graswurzelbewegung: nämlich eine parlamentarische Arbeitsgruppe “Sozialdemokraten in der SPD”:

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/09/27/a0135

f.luebberding f.luebberding Juni 12, 2013 um 16:45

Nur zur Schließung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Athen. Man bemerkt in dem Artikel, wie die tabula-rasa Logik in der Debatte hegemonial wird. Das ist ansonsten in Revolutionen der Fall. Beim Fall Mollath dagegen die Rationalität bürokratischen Handelns, nämlich an Entscheidungen und deren Logik festzuhalten. Faszinierend beides gleichzeitig zu erleben.

keiner Juni 12, 2013 um 17:05

Herr Lübberding kniet sicher auch nach dem Morgengschäft vor den Porzellanwaren und betrachtet fasziniert die Produkte menschlicher Schaffenskraft…

"ruby" Juni 12, 2013 um 17:08

“Die Gebühren zahlten alle Griechen übrigens bis dato zusammen mit der Stromrechnung. Die Höhe dieser Rundfunkabgabe bemaß sich dabei nach dem Energieverbrauch, sie betrug etwa ein Zehntel der Rechnung für Elektrizitätskosten.”
aus den SZ-Artikel.
Das könnte doch ein Vorschlag für das BVerfG sein – sämtliche Finanzierungsprobleme wären gelöst und die Posten der Politiker nach der aktiven Zeit in der Energieversorgung gesichert.
“Faszinierend” ;-)
Mollath soll eine Weihnachtskarte von MP Beckstein in die Psychiatrie bekommen haben …

"ruby" Juni 12, 2013 um 17:22

Angela Merkel hat in Hitzacker live im TV übrigens ihr geniales Konzept zur Finanzierung der Hochwasserschäden preisgegeben.

Es werden keine Rechnungen gestellt werden !

Darauf können sich alle verlassen.

http://www.youtube.com/watch?v=FW6P_crgp8M

Carlos Manoso Juni 12, 2013 um 18:18

@ f.luebberding Juni 12, 2013 um 16:45
„Nur zur Schließung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Athen. Man bemerkt in dem Artikel, wie die tabula-rasa Logik in der Debatte hegemonial wird. Das ist ansonsten in Revolutionen der Fall. Beim Fall Mollath dagegen die Rationalität bürokratischen Handelns, nämlich an Entscheidungen und deren Logik festzuhalten. Faszinierend beides gleichzeitig zu erleben.“

Luebberding, in Athen wird unter extremem Zeitdruck der Weg eingeschlagen, eine völlig verfaulte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt schockartig zu entsorgen, 2.600 Angestellte in Vollspaltung zu setzen, um blitzschnell eine neue öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt mit anfangs 1.200 Angestellten mit hohem Potential nach unten kreieren zu können.

Kreative Zerstörung gehört zum Kapitalismus wie die Luft zum Atmen. Bei systemrelevanten Playern wie Deutschland läufen solche Prozesse etwa bei bürokratischen Molochs wie dem staatlichen ZDF ohne derartig extremen Zeitdruck schon seit vielen Jahren z.B. via Outsourcing soft und geräuschlos ab. In Griechenland laufen dagegen solche Prozesse jetzt in Turbogeschwindigkeit ab.

Griechenland hat z.B. jetzt die historische Chance, dass sich jetzt eine ganz neue Medienlandschaft in den zusammenbrechenden Unternehmensruinen neu herausbilden kann

f.luebberding f.luebberding Juni 12, 2013 um 18:23

Carlos

Klar. Chancen gibt es immer. Keine Frage. Dass Dir das gefällt, habe ich mir schon fast gedacht … . Kenne ja meine Pappenheimer.

Carlos Manoso Juni 12, 2013 um 18:41

@ f.luebberding Juni 12, 2013 um 18:23
„Carlos
Klar. Chancen gibt es immer. Keine Frage. Dass Dir das gefällt, habe ich mir schon fast gedacht … . Kenne ja meine Pappenheimer.“

Luebberding, wenn mir „das“ gefallen würde, wäre ich persönlich etwas pervers gestrickt. Wir alle sind aber Teil einer totalitären Selbstzweck-Geldmaschine, die kalt und abstrakt über Leichen geht, die ihre Krieger jederzeit findet und die den Selbstzweck emotionslos kalt exekutieren.

Also sollte man hauptsächlich die großen positiven Chancen sehen, die aus der vom Kapital erzeugten Leere auf diese Weise zwangsläufig zwischen den Menschen entstehen und auch (hoffentlich) wahrgenommen werden.

xefix Juni 12, 2013 um 19:09

@FL:
“Faszinierend beides gleichzeitig zu erleben.”

Wie oft willst du hier noch über den Tisch brechen(kotzen),
bis du eine Phillipika über die Zustände schreibst,
wie sie schon längst multivariant
von deinem Kommentariat hingerotzt wurde?!

Deutsche Psychatrie und Griechenland!
Was für ein Vergleich.

“Faszinierend beides gleichzeitig zu erleben.”

nixfürungut

keiner Juni 12, 2013 um 19:24

…da kann er aber dann nicht bei bei der AssPeeDee auflaufen, als outlaw-whistleblower-aus-dem-Sauerland

"ruby" Juni 12, 2013 um 19:49

@ cm
“…Teil einer totalitären Selbstzweck-Geldmaschine,…”

Nach Hans Hütt Vortrag mit Antworten ist darauf hinzuweisen, dass die virtuellen Vermögen bereits jetzt nur noch Buchposten sind. Es sei auf soffisticated und Georg Simmel verwiesen, wo die Trennung von Geld und Kredit sowie Wertberichtigungen erklärt werden.
Nochmals nach HH, mit Erkenntnis ist der Tatbestand realisiert und ein Umgang mit Folgen wird eintreten.
Dieser Zustand ist heute Wirklichkeit.
Das Monopoly ist beendet.
Positiv ist, sachlich und humorvoll mit dem System und den Akteuren umzugehen.
Autorität und Authentizität arbeiten für sich.

BB Juni 12, 2013 um 19:52

@CM
Bei systemrelevanten Playern wie Deutschland läufen solche Prozesse etwa bei bürokratischen Molochs wie dem staatlichen ZDF ohne derartig extremen Zeitdruck schon seit vielen Jahren z.B. via Outsourcing soft und geräuschlos ab. In Griechenland laufen dagegen solche Prozesse jetzt in Turbogeschwindigkeit ab. Griechenland hat z.B. jetzt die historische Chance, dass sich jetzt eine ganz neue Medienlandschaft in den zusammenbrechenden Unternehmensruinen neu herausbilden kann”

Carlos Manoso. ……. Ach, ich reech mich heute nich über dich auf.

In Griechenland laufen solche Prozesse mitnichten in Turbogeschwindigkeit ab. Was passieren wird, ist, dass in den neuen Öffentlich-Rechtlichen die Spezis der ND und ihrer korrupten Koalitionspartner sitzen werden und zwar überall!

Das tun sie heute zwar auch schon, aber zumindest hat die Syrazia und andere Oppositionsparteien dort im Moment noch eine Plattform. Desweiteren ist völlig ungewiss, wann dort neue ÖR entstehen werden. Drittens handelt es sich um einen absolut undemokratischen Akt bisher unbekannter Unverschämtheit und Dreistigkeit für ein Land der EU. Ungarn hat da natürlich die Limbo-Latte enorm tiefer gelegt aber wenigstens der Rest hätte doch eine gewissen Verpflichtung zum Rechtsstaat sollte man meinen.

Es zeigt sich immer stärker, dass die für die EU-Rettung verantwortlichen Eliten völlig falsch und sogar brandgefährlich ticken.

Die aktuellen EU-Eliten sind gescheitert.

Weil das immer offensichtlicher wird und kaum noch zu verbergen ist, versuchen sie, noch einigermaßen unabhängige Medien (und das waren in Griechenland die Nachrichtensendungen der ÖR in keinem gar so geringen Maße) versuchen sie, die noch einigermaßen unabhängigen Medien auszuknipsen.-Mit welcher unverfrorenen Konsequenz sie dazu bereit sind, das zeigt Griechenland.

Wir brauchen also schleunigst einen kompletten Austausch des EU-Personals sowie die Entmachtung der Troika. Das ist zwingend! Denn sonst droht eine Diktatur. Es kann also nur noch um die Frage gehen, wie wir das anstellen. Alles andere ist nebensächlich. Der Zeitpunkt zum Widerstand ist da!

(Oder nicht?)

@BB Juni 12, 2013 um 20:13

…versuchen sie, die noch einigermaßen unabhängigen Medien auszuknipsen.-…

Bitte mach’ mal den Versuch und versuche im Internet den französichen Sender France Deux (http://www.france2.fr/) aufzurufen und den Live-Stream mitzuverfolgen. Es gibt auch eine App für Android. Geht leider aber nicht in Deutschland zu installieren. Live-Stream im Browser bricht auch ab. Die französischen Sender sind nämlich nur auf französichen Boden zu empfangen.

Was ich damit sagen will, die ÖR in Europa haben doch selber Schuld. Macht es noch Sinn auf Landesebene politische Sendungen der ÖR auszustrahlen? Hey, wir sind in Europa. Wenn ÖR, dann auf EU-Ebene. Dort aber gibt es aber ausser ARTE keine gemeinsamen Medienprojekte und selbst das Empfangen eines Senders aus dem europäischen Nachbarland ist nicht möglich. Upps, und dann sehe die das Programm von ARD/ZDF an. Darauf kann ich gern verzichten. In dieser Krise haben die ÖR den Anschluss an die öffentliche Meinung verpasst. Was in Griechenland passiert ist daher nur konsequent. In einer Gesellschaft, die den Markt in ihr Zentrum stellt, brauchst Du keine ÖR mehr. Auch Polizei und Bildung lässt sich noch privatisieren. Aber gibt es zu diesem Markt-Credo ein Veto? Etwa in den Talkshows der ÖR? Oder glauben die Medienmacher, dass wenn sie sich dem Kapital andienten, sie von der neo-liberalen Revolution verschont blieben? Ob mit oder ohne ÖR, der neo-liberale Zug rollt weiter…

BB Juni 12, 2013 um 20:13

@CM

“… staatlichen ZDF ohne derartig extremen Zeitdruck schon seit vielen Jahren z.B. via Outsourcing soft und geräuschlos ab….”

Das ist durchaus richtig beobachtet. Vor allem wird dort die postmoderne Mechanik (@fl nennt es wohl bürokratisch “Rationalität bürokratischen Handelns”) besonders deutlich und das wird Folgen haben, aber der Mechanismus ist anders.

Im ZDF (und mit etwas Nachlauf die ARD) werden bestimmte Protagonisten immer reicher, weil sie von der Möglichkeit profitieren, ihre Arbeitskraft als Dienstleistung (Nachrichten Produktion, Talkshow, Forschungssendung, Historiensendung, …) in eigens gegründetetn Firmen anzubieten. Das kostet den Gebührenzahler natürlich wesentlich mehr, als wenn das ZDF die Portagonisten solcher Produktionsfirmen (Moderatoren, Nachrichtensprecher, Journalismuswissenschaftler (dieser Lesch ‘kecker, lach*), …) direkt beschäftigen würde, aber im Zuge der funktionalen Ausdifferenzierung (postmodern) differenzieren (=dehnen) sich ganz besonders die verschiedenen Pfründe immer weiter aus.

Da sowohl bei den Sendern als auch in den Produktionsfirmen immer weiter rationalisiert, effizienzisiert, optimiert und entrisikoisiert wird, dominiert alsbald das Kostenmanagement Kreativität, Originalität und Impact. Zwar führt das dann zu einer immer glänzenderen Oberfläche (die Frisuren in den Tagesthemen werden immer blonder und die Kostüme immer apricotfarbener), aber das Ergebnis ist ……..

…. LANGEWEILE …..

….. unendliche Langeweile, weil Managertypen, die dann die Herrschaft übernommen haben (sogenannte Technokraten auf postmodern-Deutsch), die Osterpause, die Weihnachtspause und die Sommerpause immer weiter verlängern, so dass man nur noch an 2-3 Wochen im Jahr mit einem wirklich guten leider etwas teureren Spielfilm rechnen kann. Die restliche Zeit wird zugemüllt mit Talkshows, Sendungen über die Erde (von Oben, von Unten, über die Jahreszeiten, die Kontinente, die Erdkrustenverschiebung, die Saurier, die Menschheitsgeschichte, die Katastrophen, die Ozeane, die Wälder, die Megastädte, die Wüsten, …..), Wiederholungen von Sendungen über die Erde (….), Wiederholungen von Nazi-Dokus (ZDF-Info-Kanal = Nazi-TV), etc. etc. Also billisch, billisch, billisch. Davon träume der Medienmanager als Kostenoptimierer.

Wenn in diesem Land einmal die Revolution ausbricht, dann nicht, weil auf der Straße die Leute in Lumpen herumlaufen (das ist in der Postmoderne sowieso kein Elendsstigma mehr) oder dass die Leute reihenweise am Burnout wegsterben (das schon eher). Die Revolution wird ausbrechen, weil das Fernsehprogramm einfach zu Scheiße geworden ist und den Leuten endgültig deswegen die Hutschnur hochgeht.

BB Juni 12, 2013 um 20:20

@vorletzter Kommentar ohne Nick

Ich bin ein glühender Fan des ÖR. Merkt man das mir nicht an? ÖR ist für die Demokratie unverzichtbar, weil bei allem ärger dort wenigstens die Chance für unabhängigen Journalismus besteht. Und nur dort finde ich ab und zu wenigstens ein paar interessante gehaltvolle Sendungen (Dokus auf Arte oder Phönix z.B.). Auch das “trockene” Nachrichtenformat des Heute-Journals finde ich 10 mal besser als diesen vermeindlichen USA-Angkor.Man Stil eines Klaus Klebers. ÖR ist unverzichtbar. Private können von mir aus draußen bleiben. Haben für unser demokratisches Staatswesen kaum eine wichtige Funktion.

"ruby" Juni 12, 2013 um 20:21

@ BB

Du brauchst unbedingt ein Date mit Andrea Kiewel
http://fernsehgarten.zdf.de/
Take Det ;-)

"ruby" Juni 12, 2013 um 20:25
BB Juni 12, 2013 um 20:25

Sorry, ich habe Heute-Journal und Tagesthemen verwechselt.
Heute-Journal = ZDF = Kleber = Mist
Tagesthemen=ARD= gerade noch OK vom Journalistischen Niveau aber der trockene Stil ist geil!

Soldat Schwejk Juni 12, 2013 um 20:46

Sorry, noch mal kurz OT an @topi

http://www.youtube.com/watch?v=LdOhFImkUmE

Weil’s so schön ist… Thomas Pigor kam hier ja schon mal zu Ehren.

Die Architekturgeschichte hat er aber doch ein bissel durcheinandergebracht. Schinkels Klassizismus & Neugotik ist was ganz anderes als Schlüters barockes Schloß…

Marlowe Juni 12, 2013 um 20:51

“Statt für 3,5 Milliarden dieses Schlössschen zu bauen, sollte man mal richtig kleckern. (hat nicht des GröFaZ Lieblings-Speerträger noch was in der Schublade, was mal so richtig beeindruckt, statt nur die ollen Preußen von den Untoten zu erwecken?)”

Hm, überlege grade, ob der Berliner Flughafen unter dem GröFaz fertig geworden wäre, rein hypothetisch.
Die Baukosten für das Schloss, bleibt das bei den 3,5 Mrd?
Da kann man doch noch was drehen, eine Planänderung hier ein Sandstein da und schwupps werdens 13,5 Mrd. Die Mehrerlöse landen dann in den Steuerfluchtoasen mit bajuwarischer Hilfe.

@luebberding: Das ist ja wieder ein Eintopf, westfälische Provinz gewürzt mit griechischen Oliven, eine Prise Nestbeschmutzung (Mollath) und der Käs ist gegessen.

Habe zunehmend das Gefühl, die Medien kommen nicht mehr klar und haben vor lauter Blogs und Social-Media die Orientierung verloren.

Einfach mal auf wesentliche Punkte konzentrieren hilft enorm, die Verknüpfung aller möglichen Ereignisse vermag zwar interessante Ergebnisse zu liefern, ob diese aber zu verwerten sind, muss sich zeigen.

Schaunmerlmal, der Obama kann für sich und seine Vorgänger, angefangen mit McCarthy?, Rechtssicherheit beanspruchen. Und Erdogan? Der in der Türkei? Der da kleine Baby’s von Polizeihorden niedertrampeln lässt? Oder hab ich das falsch interpretiert, wenn die Türkei mit der enschenrechtsfreundlichen, freiheitlich organisierten Demokratie in den USA verglichen wird?

Griechenland könnte immer noch zur Militärdiktatur tendieren, das wäre mal einen genaueren Blick wert.

Gruß

M.

(unweit von Erwitte :-) )

Seltsam

Marlowe Juni 12, 2013 um 20:52

sorry für RS-Fehler Tastaur hinüber – Ka fee rein elaufen

Soldat Schwejk Juni 12, 2013 um 20:57

@ Marlowe

Nee… jetziger Planungsstand für Kosten des Humboldt-Forums (Stadtschloß) sind 621 Millionen. Da hat sich @topi irgendwie vertan. Es wird vermutlich am Ende deutlich teurer, aber 3,5 Milliarden dann gewiß doch nicht…

Wie gesagt, die BND-Zentrale toppt das Schloß locker.

BB Juni 12, 2013 um 21:04

Bekenne mich in einem deklarativen Sprachakt (Morph) dazu:

“Ich bin ein Fan des Schlosswiederaufbaus”

(*wegduck*)

Was wäre die Alternative? Gequirlte postmoderne Gehry-Soße. Düsseldorf ist leider voll davon. Und kriegt gerade noch mehr in der Art. Überall, wo die stehen, ist’s zugig. Und was nicht von Gehry ist, ist so transparent, dass man den Leuten beim Pinkeln zusehen kann. Schüttel!

BB Juni 12, 2013 um 21:08

Und Leute, was müht ihr Euch noch im Widerstand gegen den Schl0ßneubau. Die Würfel sind gefallen. Der Humboldt-Humanismus hat gesiegt. Und das wird demnächst immer und immer wieder passieren. Findet euch damit ab. Die Zeiten ändern sich.

BB Juni 12, 2013 um 21:13

Transparenz in der Architektur ist sowieso nur ein verlogenes Statement der herrschender Eliten. Sieht man ja an den aktuellen Entwicklungen in den USA, Vorratsdatenspeicherung, etc. Diejenigen, die sowas aushecken, die sitzen in genau solchen transparenten Glaspalästen.

"ruby" Juni 12, 2013 um 21:36

So sieht eine Sparbüchse aus
http://www.bbk.bund.de/DE/Home/home_node.html

BB Juni 12, 2013 um 22:19
topi Juni 12, 2013 um 22:47

@ Schwejk

http://www.youtube.com/watch?v=LdOhFImkUmE

Weil’s so schön ist… Thomas Pigor kam hier ja schon mal zu Ehren.

Die Architekturgeschichte hat er aber doch ein bissel durcheinandergebracht. Schinkels Klassizismus & Neugotik ist was ganz anderes als Schlüters barockes Schloß…”

Schöner Song. Hätte durchaus die Chance auf einen Hit; müsste nur noch etwas bunter rüberkommen.
Und den klassizistischen Barockokotik versteht ja eh keiner.

“Nee… jetziger Planungsstand für Kosten des Humboldt-Forums (Stadtschloß) sind 621 Millionen. Da hat sich @topi irgendwie vertan. Es wird vermutlich am Ende deutlich teurer, aber 3,5 Milliarden dann gewiß doch nicht…”

Das kommt schon mal vor, dass ich mich vertue; aber doch sehr selten. :roll:
Und hier bestimmt nicht. In den Neunzigern wurde von 2 Milliarden Mark gesprochen, gegengerechnet auf eine Billion für die deutsche Einheit gerade mal 2 Promille.

Nun kann man kein Schloss für zwei Milliarden bauen. So 500 Milliönchen und ein bisschen, das geht schon.

Also ich rechne mal mit den zwei Milliarden. Damalige D-Nark-Preise als heutige Euro-Preise auf dem Bau.

Und dann bin ich schon mit sehr moderaten Kostensteigerungen in der Bauphase dabei. :roll:

Nun hab ich japrinzipiell gar nichts gegen Geldausgeben für öffentliche Bauten. Hätten sie doch Erichs Lampenladen glatt verdoppelt, um die ganzen Ausstellungen reinzukriegen!

Soldat Schwejk Juni 12, 2013 um 22:57

@ BB

Woher willst Du wissen, was die Alternative ist? Gibt’s bei Dir nur Historismus oder Postmoderne? Wo ist Deine Neomoderne hin?
Manchmal haut Dir Deine pauschale Abneigung gegen “Postmoderne” die Koordinaten durcheinander.

Von Gehry gab’s in den 90-ern mal ein Projekt für den Umbau der Berliner Museumsinsel, das fand ich damals ziemlich daneben, weil es DA wirklich deplaziert gewesen wäre.

Außerdem, mit Verlaub… “Humboldt-Humanismus”… da lachen ja die Hühner… Du kennst die Berliner Verhältnisse offenbar nicht so recht. Die Frontlinie verläuft hier zwischen städtebaulicher Moderne und historistischer Rückwärtsgewandtheit, und die Verfechter des Hohenzollern-Fassadenzaubers sind dieselben, die auf der gegenüberliegenden Spreeseite für Parzellierung und Bauen nach mittelalterlichem Stadtgrundriß trommeln. Auf öffentlichen Veranstaltungen erklären sie die städtebauliche Moderne für eine Fehlentwicklung. Dahinter stehen natürlich auch unterschiedliche Gesellschaftskonzepte: Die auch räumlich wahrnehmbare Offenheit der Moderne, das Bekenntnis zur übergreifenden Raumgestaltung gegen die Geschlossenheit und Individual-Parzellierung einer vergangenen “stadtbürgerlichen” Welt, welche idyllisiert wird.

Wenn versucht wird, sowas mit heutigen baulichen Mitteln umzusetzen, kommt z.B. so ein grausamer Kitsch raus:

http://www.geschundkunstgesch.tu-berlin.de/fileadmin/fg95/Bilder/Bilder_BesuchausWashington/histour2.jpg

Dann lieber Gehry!

Für den Schloßplatz wäre sicher ein offener Wettbewerb denkbar gewesen, mit öffentlicher Diskussion über Nutzung und Gestaltung, idealerweise mit einer Abstimmung der Bevölkerung (freilich wäre es bei einem überwiegend vom Bund finanzierten Vorhaben schwierig gewesen, nur die Berliner abstimmen zu lassen… während es aber die meisten anderen kaum interessiert hätte). – Und ich sage Dir: Bei einer wirklich demokratischen Entscheidung hätten m.E. weder der Schloßneubau noch Gehry gewonnen…

Freilich ist es jetzt müßig, über den Schloßplatz noch zu streiten… die nächste Auseinandersetzung geht um das Rathausforum gegenüber. Und da wird die Moderne hoffentlich gewinnen… zumal mit der Schweizer Demokratin Regula Lüscher als Senatsbaudirektorin jetzt ein etwas anderer Wind weht als zu Zeiten ihres autokratischen Vorgängers … aber mit solchen stereotypen Postmoderne-Bashern wie Dir als Verbündeten würde es schwer…

In einem Punkt lag die klassische städtebauliche Moderne freilich falsch: in ihrer Fixierung auf die autogerechte Stadt.

–> “Überall wo die stehen, ist’s zugig.” – Na, so empfindlich? Ein kleiner Luftzug, und schon zieht’s Dich zurück in die klaustrophobische Geschlossenheit der Vormoderne? :-) Nimm einfach ‘nen Schal mit. Da wo das steinerne Elend dicht an dicht steht, da staut sich dafür die Hitze.

topi Juni 12, 2013 um 23:01

Der Schlüter wurde unehrenhaft entlassen, un ddie Kuppel ist von Schinkel. Na da hat der Pigor doch ein bisschen recht. :D

topi Juni 12, 2013 um 23:06

BB

” Und Leute, was müht ihr Euch noch im Widerstand gegen den Schl0ßneubau. Die Würfel sind gefallen. Der Humboldt-Humanismus hat gesiegt. Und das wird demnächst immer und immer wieder passieren. Findet euch damit ab. Die Zeiten ändern sich.”

Aha. Humanismus, der Preußen-Klotz, dysfunktional gestaltet, um ein paar Kröten zu sparen.

Klar kann man hässlicher bauen als in Sandstein. Aber schau dir das Ding an. http://www.berlin-townhaus.de/wp-content/uploads/Berlin_stadtansicht_mit_schloss_1891.jpg

Schön ist anders.

Und wenn die Ausstellungen nicht reinpassen, weil sie sich an eine Fassade, an eine Phrase, klammern, und dabei auch noch den Geldbeutel bestimmen lassen, statt den Bedarf, dann kommt eben nur Murks raus. Und zwar sauteurer Murks.
Schlossmurks, ok. Aber dafür so teuer, dass man das DIng nicht wieder in ein paar jahrzehnten abreißen kann, wie diverse moderne oder “moderne” Kästen.

Soldat Schwejk Juni 12, 2013 um 23:11

@ topi

Nope, die Kuppel war von Stüler.

@ BB, BND-Zentrale

Ja, auf den offiziellen computergenerierten Darstellungen der Planer sehen die Fassaden immer so schön schwebend aus, in der Realität aber macht sich die Schwere viel stärker bemerkbar…

Soldat Schwejk Juni 12, 2013 um 23:20

@ topi 23:06

Sehr schöne Perspektive, da sieht man im Vordergrund ja auch die von mir erwähnte andere Spreeseite… und den Zustand, der unseren Herren Historisten & Freunden des steinernen Elends offenbar so als gedanklicher Fluchtpunkt dient…

Folkher Braun Juni 13, 2013 um 00:28

Um auf das Ursprungsthema zurückzukommen: Wie sieht das aus, wenn ich eigenmächtig Freitag in die Oberlausitz fahre, weil meinen Kumpels das Haus nach 2002 und 2010 zum dritten Mal abgesoffen ist? Die Spree wurde da zwar vor einem Jahr “hochwasserfest” gemacht, seitdem ist die nur noch heftiger. Da ich in Düsseldorf wohne: muss ich die SPD- NRW fragen? Weil, die hat ja gemäß FL den absoluten Überblick. Oder ist das diese Splitterpartei, auch SPD- Sachsen genannt? Auch wenn mir HH das alles wieder als “Gegreine” auslegt wie beim Thema Rente, darf ich auch gemietete Notstromaggregate und Wasserpumpen mitnehmen? – Oder legt die SPD- NRW Wert darauf, nur selbst über die Verwendung der Maschinen aus NRW zu entscheiden?

BB Juni 13, 2013 um 00:29

@Schwejk

Historismus, Postmoderne, städtebauliche Moderne, darum geht es mir in erster Linie gar nicht. Ich finde gut, dass es dort ein Humboldt-Museum geben soll. Und da passt dieser Kaiser-Wilhelm-Stil doch ganz gut zu.

Und @topi. Ob da mal ein Raum zu klein ist für irgendein Giga-Ausstellungsstück, da wird den Veranstaltern ja wohl mal was Kreatives einfallen, um das zu lösen. Dafür muss man nicht direkt größer bauen. Können das Riesending dann ja in der Lobby zum Reichstag platzieren und machen dort dann direkt Werbung für ihre Ausstellung.

Aber klar, mit “echter” Bürgerbeteiligung wäre natürlich besser gewesen. Wäre wahrscheinlich wieder so ein ‘Urban Gardening”-Projekt draus geworden :-). Auch nicht schlecht. Hätte ich hier in meiner Kleinstadt nahe Düsseldorf auch ganz gerne, wo man einfach mal hingehen kann und mittage ein paar Tomaten abgreifen kann für den Sommersalat. Absolut neomodern diese Urban Gardening. Auch gerne oben auf jedem Flachdach.

“Auf öffentlichen Veranstaltungen erklären sie die städtebauliche Moderne für eine Fehlentwicklung. Dahinter stehen natürlich auch unterschiedliche Gesellschaftskonzepte: Die auch räumlich wahrnehmbare Offenheit der Moderne, das Bekenntnis zur übergreifenden Raumgestaltung gegen die Geschlossenheit und Individual-Parzellierung einer vergangenen “stadtbürgerlichen” Welt, welche idyllisiert wird.”

Ich halte die Städtbauliche Moderne auch für eine Fehlentwicklung. Ob man als Alternative natürlich Individual-Parzellierung machen sollte (oder unterstellt) ist ja nicht unbedingt zwingend. Über die von dir verlinkte Fassade hab ich glaube ich mal einen Fernsehbericht gesehen. Da wohnt einer, der wohnt eigentlich in einer Villa am Stadtrand und benutzt seine Innenstadtwohnung als Lager für seine Kunstobjekte. Quasi doppelt Spekulationsobjekt. Einmal die Wohnung und dann das Interieur.

Ich stimme absolut zu, diese Fassade ist wirklich grauenvoll. Typisch für “Anything goes”, also eigentlich Postmodern. Aber die Postmodernen halten sich ja immer selbst für modern, also meinetwegen “Moderner Stadtbaustil”. Aber ach nein, das war ja bürgerlich historisierend Individuell, also was denn nu, ich werd noch ganz wirr im Kopp,

“Gibt’s bei Dir nur Historismus oder Postmoderne? Wo ist Deine Neomoderne hin?”

Also Du fragst, was “Neomoderne Stadtentwicklung” sein könnte? Ha! Da bin ich jetzt wieder in meinem Element. Also ich stelle mir das ungefähr so vor:

Architekten befassen sich mit Baustoffen und Konstruktionsprinzipien (s.B. auch Modulbauweise), die Energieeinsparung und sozial lntegriertes Wohnen verbinden, aber so preiswertes sind, dass man nicht exakt bis zur Rente abbezahlen muss und dann auf sein Haus wieder eine Hypothek aufnehmen muss, damit man im Alter geradeso über die Runden kommt und am Ende der Bank das Haus gehört und wenn sie gnädig ist, sie einem noch 3000 € für die Urnenbestattung übrig lässt. Aus sich der Finanzindustrie ist genau das natürlich das für sie supereffizenteste Lebens- bzw. Wohnmodell.

Ich stelle mal die These auf, dass unsere Wohn-Technologie weniger auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist, sondern exakt auf die Profitinteressen der Finanzindustrie zugeschnitten wird. Häuser und Wohnungen sind das exakte Äquivalent der Residualgröße aus Lebensarbeitsleistung abzüglich Existenzminimum. Das schlägt sich dann im Stadtbild nieder (Gentrifizierung, Vorstadtbezirke, Satelitten-Ghettos). Genau das muss aufgebrochen werden. Neomodern sind also Sozialwohnungen in direkter Nachbarschaft zu Luxus-Shopping-Mails.

Übrigens gibt es viele ehemalige Werkswohnungen und Siedlungen, die durchaus mit wenig Aufwand in fast Null-Energiehäuser umgewandelt werden könnten (Blockheizkraftwerk, Sonnenkollektoren auf’s Dach, Wande sind quadratisch, praktisch und gut isolierbar). Im Grunde könnte man da aus dem Vollen schöpfen, wenn die Bankster nicht vorher die Idee gehabt hätten, diese Wohnungen alle zu privatisieren. bis 50 Eigentümer so einer Siedlung sich einig sind, in ein Blockheizkraftwerk zu investieren, dass kann 50 Jahren dauern und dann sind die alle tot. Umwandlung in Genossenschaften wäre sinnvoller gewesen.

Die Neomoderne Eigentumsform ist der Anteilsschein an einer Genossenschaftssiedlung.

So in die Richtung jedenfalls müsste es gehen. Städtebaulich käme es dann nicht mehr zu einer individualisierten Parzellierung, sondern so solidarischen kulturell und soziographisch gemischten Wohnwelten.

topi Juni 13, 2013 um 00:43

BB, diese Richtung habe ich auch schon öfter beschrieben, schön.
Muss ja auch nicht bei Wohnungsbau bleiben, siehe Mondragon im Baskenland, die kommen sogar halbwegs gut durch die Krise bis jetzt.

Aber was hat das mit dem Preußen-Klotz zu tun?

egal Juni 13, 2013 um 01:13

@ Stadtschloss
Wer das Alte nicht schätzt, wird auch das Neue nicht lange behalten. Ulbricht ließ das Stadtschloss aus ideologischen Gründen sprengen. Unsere Junta reißt aus ideologischen Gründen den Palast ab. Daher meine Prognose: es wird so, wie es geplant ist, auch nicht lange stehen.

@sozialdemokratische Rationalität
Im Notfall müssen individuelle Befindlichkeiten natürlich manchmal zurückstehen, aber: wenn man in Sachsen schon die Feuerwehr aus Hessen hat, dann gibt man denen nach Möglichkeit ein paar Einsätze, damit die nicht gefrustet sind, sei ihre “Strukturierung” auch noch so günstig. Schließlich kriegt man die auch schnell wieder zurückbeordert, ohne einen berittenen Boten auszuschicken. Wird Lübberding auch so sehen, ihm geht es ums Prinzip. Deshalb hat er nicht nur im konkreten Fall, sondern auch prinzipiell Unrecht.
Menschen sind schließlich kein Objekt der bürokratischen Vernunft, die sich gefälligst klaglos bereit zu halten haben, bis es der oberen Ebene gefällt, sie zu benutzen. Wer so denkt, überschätzt nicht nur die Planungskompetenz zu Lasten von individueller Initiative, denn wo war denn die Verstärkung für Erwitte? Er verschenkt auch regelmäßig Möglichkeiten, die eigene Zielsetzung zu überprüfen. Wenn sich nämlich viele der bürokratischen Rationalität nicht unterwerfen wollen, dann stimmt vielleicht mit Zweck, Mittel oder Relation irgendwas nicht.

Ein Teil der Sozialdemokratie ist für diese Herrschaftsperspektive der Bürokratie 1.0 besonders empfänglich. Man kann die Agendareformen ja gerne irrtümlich für volkswirtschaftlich vorteilhaft gehalten haben, aber sie dann umsetzen, auch wenns weh tut? Der beste Kanzler aller Zeiten war ja auch nicht lange im Amt. Sollte einem doch mal zu denken geben.

Apropos Weltkriegsoffizier: warum war die deutsche Armee in beiden Kriegen denn so effektiv?

Dieser Teil hält Helmuth Schmidt heute noch für den besten Kanzler aller Zeiten und die Reformen für schmerzhaft, aber notwendig.

keiner Juni 13, 2013 um 07:37

“und die Reformen für schmerzhaft, aber notwendig.”

Vielmehr:

“…und Reformen für schmerzhaft und daher notwendig”, so wird ein Schuh draus. Ein Land voll Masochisten und Sadisten.

BB Juni 13, 2013 um 09:02

@topi

“Aber was hat das mit dem Preußen-Klotz zu tun?”

Ach, an dem adretten Schlösschen werden sich in Zukunft Generationen von Bildungsspießern sich-selbst-für-progressiv-haltende Intellektuelle abarbeiten, die bei jeder Gelegenheit über die Piefigkeit der Architektur klagen und was hätte man sonst tolles Postmodernesdraus machen können (Schwejk ist natürlich nicht gemeint) und uns was von “Merkel”-Architektur daher lallen (z.B. SpOn). Feuilletons werden geifern und die Ken und Barbies der Kultursendungen in den ÖR werden sich die spitzesten ironisierenden Kommentare ausdenken. Trotzdem wird das Ding nicht wieder abgerissen.

Aber was hat das Stadtschloss eigentlich in diesem Thread zu suchen?

Lina Juni 13, 2013 um 09:49

@Frank

Beim Lesen Deines Textes versuchten meine Synapsen sich wie Deine zu verbinden. Ich weiß jetzt nicht genau bei welchem Hub sie einen Kurzschluss erlitten haben und angefangen zu singen und wilde Tänze aufzuführen. Und DAS ohne ein Tröpfchen Alkohol. WOW!

Lina Juni 13, 2013 um 09:50
Lina Juni 13, 2013 um 09:51
Lina Juni 13, 2013 um 09:52
Lina Juni 13, 2013 um 09:54
topi Juni 13, 2013 um 10:17

BB

Weder Schlöss”chen”, noch “adrett”.
Und piefig erfasst es keineswegs.

Wenn es irgendeine spießige kleine Bude im alten Westberlin wäre, na solln se mal machen, die hattens ja echt nicht leicht, die eingemauerten mit gefühlter Weltgeltung, subventionsabhängiger als die Uckermark; das Kranzler, ja, das ist Westberlin, so wie sie sich lieben.

Aber das ist ein riesiger Klotz mitten in der Hauptstadt von Deutschlandwiedergroß. Die deutsche Politik, sekundiert von weiten Teilen der Medien und gestützt auf die deutsche Wirtschafts”wissenschaft”, will preußisch anmutende “Tugenden” in ganz Euroland, gar Europa, am liebsten natürlich mit Ratschlägen an die Welt, durchdrücken.

Spinn das einfach mal weiter: Merkel und Schäuble machen weiter, der Widerstand aus Frankreich und co zerfällt in nationalen Agenden auf nationale Ebene, die Rezession zieht immer tiefere Furchen in die europäische Wirtschaft, Rekorde der Arbeitslosenzahlen etc.

Und in Berlins Mitte wiederaufersteht für 3 Milliarden der Klotz der Preußen. Zwar als Attrappe, aber trotzdem als Symbol.

topi Juni 13, 2013 um 10:20

BB

Ich hab ja nix gegen Schlösser an sich. Am Wochenende sind wir in Potsdam zum Go-Turnier, im Neuen Palais. Nur im Keller, aber immerhin. :roll:

und in den Thread gehört das natürlich, siehe Eingangssatz:

“Heute gibt es einige interessante Themen”.

:-D

"ruby" Juni 13, 2013 um 10:36

Für Schlossverliebte
S P R E N G U N G S P A R T Y
Berliner Stadtschloss Sprengungsparty, I like von Marion „Rigoletti“ Pfaus, S. 13
in Der Freitag (have some Augstein)
aber bitte nicht einpissen vor lachen ;-)
http://www.freitag.de/inhaltsverzeichnis

@ topi
Du kannst ja die Abrißgesamtkosten mit/ohne Abrißparty berechnen ; 6. August 2050 Zinssatz -3,75% !
Kartenreservierung für Deine Enkel ;-)

Müssen sich Die Zeit`ler anstrengen – Konkurrenz tuuut guuut.

"ruby" Juni 13, 2013 um 10:38

@ topi

Pass auf, dass ihr nicht in den Küchentunnels des Neuen Palais verschwindet ;-) Dort soll es noch etliche Köstlichkeiten geben!

"ruby" Juni 13, 2013 um 10:54

“Und hier wirkt ein Qualitätsbau mehr als eine große Anzahl staatlicher Nutzbauten, in denen wegen Mangels an Mitteln nur das landläufige Maß von Kunst zum Ausdruck gebracht werden kann und darum der Wunsch, es möchten sich die Bauten der Staatsver- waltung durch ein Höheres bei uns auszeichnen. Sie sollen rück- strahlen auf den Privatbau und sich nicht in dessen Glanze sonnen wollen.” Durm
Schöne Bilder ab Seite 500
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/1558/

BB Juni 13, 2013 um 12:06

@topi

“Aber das ist ein riesiger Klotz mitten in der Hauptstadt von Deutschlandwiedergroß. Die deutsche Politik, sekundiert von weiten Teilen der Medien und gestützt auf die deutsche Wirtschafts”wissenschaft”, will preußisch anmutende “Tugenden” in ganz Euroland, gar Europa, am liebsten natürlich mit Ratschlägen an die Welt, durchdrücken.”

Das sind ja mal wieder grandiose Assoziationen, die mit dem Bau verbunden werden.

Ich sehe das komplett anders. Um preussische Tugenden, die in Europa verbreitet werden sollen geht es doch gar nicht.

In Zeiten, in denen an Schulen und Universitäten Prinzipien wie “Employability” das Humboldtsche Bildungsideal verdrängen und unsere schnöseligen Leitkulturartikler den ollen Humboldt für einen Alt-68er halten, in solchen Zeiten ist ein so exponiertes Humboldt-Museum schon ein sehr mutiges und wichtiges Statement.

topi Juni 13, 2013 um 13:14

Wer hat (hier) denn was gegen ein “exponiertes Humboldt-Museum”?

Aber das ist doch nicht die Assoziation, die zur Schlossattrappe führte.
Mit diesemAnliegen wäre doch sicher etwas ganz anderes gebaut, ja es wäre der Palast gar nicht abgerissen worden.

Das Humboldt-Forum ist doch nur der einzige Weg, den die Schloss-Freunde als gangbar sahen, um ihre Fassade dahin zu kriegen.

Und wie das, bei ziemlich sicher ausufernden Kosten (Architekt: “vielleicht ein bisschen Inflation”), später assoziiert wird, gerade im Ausland, werden wir ja sehen.

someone Juni 13, 2013 um 14:02

Das nächste Spreehochwasser kommt bestimmt…

Carlos Manoso Juni 13, 2013 um 14:13

@BB Juni 12, 2013 um 20:20
„Ich bin ein glühender Fan des ÖR. Merkt man das mir nicht an? ÖR ist für die Demokratie unverzichtbar, weil bei allem ärger dort wenigstens die Chance für unabhängigen Journalismus besteht. Und nur dort finde ich ab und zu wenigstens ein paar interessante gehaltvolle Sendungen (Dokus auf Arte oder Phönix z.B.).

BB, 54min Europa von gestern abend …, Teil1/2
http://www.arte.tv/guide/de/044526-001/die-erfindung-des-abendlandes-1-2?autoplay=1

Carlos Manoso Juni 13, 2013 um 14:39

@BB Juni 12, 2013 um 19:52
Carlos Manoso. ……. Ach, ich reech mich heute nich über dich auf.
In Griechenland laufen solche Prozesse mitnichten in Turbogeschwindigkeit ab. Was passieren wird, ist, dass in den neuen Öffentlich-Rechtlichen die Spezis der ND und ihrer korrupten Koalitionspartner sitzen werden und zwar überall!“

BB, fixier dich nicht so auf die „neuen Öffentlich-Rechtlichen“. Du sagst ja richtig: „Ob mit oder ohne ÖR, der neo-liberale Zug rollt weiter… „Angela Merkel brachte es unmissverständlich auf den Punkt: „Wir leben ja in einer Demokratie und sind auch froh darüber. Das ist eine parlamentarische Demokratie. Deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments. Insofern werden wir Wege finden, die parlamentarische Mitbestimmung so zu gestalten, dass sie trotzdem auch marktkonform ist, also dass sich auf den Märkten die entsprechenden Signale ergeben.”

Es wird so vorhersehbar ablaufen… Die Kuchen schrumpfen und einige (private) Medien werden durch Vielfressen überleben wollen. Unterm Strich werden wohl vielleicht schon bald ein paar „Privatfernsehsender“ von der Karte verschwinden.

Schließlich könnte bereits heute fast jedes Dorf mit wenig Kapitaleinsatz selbst sein lokales TV-Programm produzieren.

Keynesianer Juni 13, 2013 um 15:05

@Carlos Manoso

Jetzt dachte ich schon, die ÖR würden ihr Publikum wirklich über die Erfindung des Abendlandes informieren. Dabei sind das wieder die uralten Geschichten, die wir schon aus der Schule kennen. Lasst die Kiste aus!

Kontrastprogramm – hier geht es wirklich um die Erfindung unserer Geschichte:

Edwin Johnson:
The great tradition of the Mosque owed not a syllable either to the church or to the Synagogue. On the contrary, both the church and the Synagogue were indebted in different ways to that great theological system, which was in existence long before its Jewish and Catholic sisters. I examined the traditions of the Synagogue, and found that the cause of our illusions in reference to the antiquity of Judaism was similar to the cause of our illusions in respect to the Catholic Church.
http://archive.org/details/riseofchristendo00john

Selbst wenn es nicht stimmen würde, wäre es eine ganz tolle These und brillant belegt. :)

"ruby" Juni 13, 2013 um 16:25

End of an era – Peak popmusic
http://www.youtube.com/watch?v=dYV6KZpnEak
für Zippa der immer cooler trommelt als pc
brand xy ;-)

Sind wir nicht gerade dabei ein öffentlich-europäisches Portal zu schöpfen?

Solonische Sentenzen :
http://de.wikipedia.org/wiki/Solon
1.Nichts im Übermaß. ????? ????.
2.Sitze nicht zu Gericht, sonst wirst du dem Verurteilten ein Feind sein. ?????? ?? ??????•?? ?? ??, ?? ???????? ?????? ???.
3.Fliehe die Lust, die Unlust gebiert. ?????? ?????, ???? ????? ??????.
4.Wahre deine Anständigkeit treuer als deinen Eid. ??????? ?????? ???????????? ????? ??????????.
5.Siegle deine Worte mit Schweigen, dein Schweigen mit dem rechten Augenblick. ????????? ???? ??? ?????? ????, ??? ?? ????? ?????.
6.Lüge nicht, sondern sprich die Wahrheit. ?? ??????, ???? ???????.
7.Um Ernstes bemüh dich. ?? ???????? ??????.
8.Hab nicht mehr Recht als deine Eltern. ??? ?????? ?? ???? ??????????.
9.Freunde erwirb nicht rasch; die du aber hast, verwirf nicht rasch. ?????? ?? ???? ???, ??? ?? ?? ?????, ?? ???? ???????????.
10.Lerne beherrscht zu werden, und du wirst zu herrschen wissen. ???????? ?????, ?????? ????????.
11.Wenn du von anderen Rechenschaft forderst, gib sie auch selbst. ??????? ??????? ????? ???????, ??? ????? ?????.
12.Rate nicht das Angenehmste, sondern das Beste den Bürgern. ?????????? ?? ?? ??????, ???? ?? ????????.
13.Meide schlechte Gesellschaft. ?? ?????? ??????.
14.Den Deinen sei milde. ?????? ???????.
15.Solon sagte, die Gesetze glichen den Spinnennetzen; wie jene hielten sie die Kleinen und Schwachen gefangen, die Größeren aber könnten sie zerreißen und freikommen. ?????? (scil. ? ?????) ???? ?? ?????? ???? ????????? ???????• ??? ??? ??????, ??? ??? ?????? ?? ?????? ??? ???????, ???????• ??? ?? ??????, ???????? ????????.

Was halten wir als kleine Okzidentalen den großen Transatlantikern entgegen?

“Angesichts ausbleibender Resonanz sei er sodann nach Hause gegangen und habe seine Waffen vor die Tür auf die Straße gelegt mit dem Bekunden, Polis und Gesetze nun gemäß seinen Kräften verteidigt zu haben. Den Rest des Lebens habe er in Zurückgezogenheit und Ruhe verbracht und sei für Peisistratos, der ihm allen Respekt erwiesen und die solonische Gesetzgebung großteils habe fortbestehen lassen, sogar noch zum Ratgeber geworden.” Plutarch

Peisistratos = dreifacher Tyrann

Carlos Manoso Juni 13, 2013 um 17:42

@”ruby” Juni 13, 2013 um 16:25
„Sind wir nicht gerade dabei ein öffentlich-europäisches Portal zu schöpfen?

„EBU stellt Frequenzen für “Notbetrieb” bereit
Die European Broadcasting Union (EBU) hat derweilen Frequenzen bereitgestellt, damit der von den Beschäftigten der ERT in eigener Regie aufrecht erhaltene Sendebetrieb per Satellit (nicht nur) in Griechenland empfangen sowie mittels europäischer und internationaler Rundfunkanstalten verbreitet werden kann. Parallel werden die Sendungen auch über diverse private Kanäle verbreitet sowie ebenfalls per Internet gestreamt, wie beispielsweise aufMonitor ETT Online (EBU) und http://www.cybc.com.cy (RIK – Rundfunkanstalt Zyperns).“
http://www.griechenland-blog.gr/2013/06/medienzensur-in-griechenland-bedroht-stabilitaet-der-regierung/15633/

http://www3.ebu.ch/cms/fr/sites/ebu/contents/news/2013/06/monitor-ert-online.html

http://www.cybc.com.cy

"ruby" Juni 13, 2013 um 18:20

@ cm

Ein Nachruf, der ein Ausblick war
http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-eine-rechtsstaatliche-tragoedie/8346672.html
Habe mich 1990 im Rahmen einer juristisch-volkswirtschaftlichen Hauptstudiumsarbeit in der Bibliothek der Universität Hannover mit der Sozialen Marktwirtschaft im Grundgesetz auseinander gesetzt ;-)
Hat viel Freude gemacht.
Fazit für EU-Vertrag 2013:
Lassen wir den Vosskuhle + Co mal schriftlich vorlegen …

AT @ Carlos Manoso Juni 13, 2013 um 18:28

@Carlos Manoso

>>BB, fixier dich nicht so auf die „neuen Öffentlich-Rechtlichen“. Du sagst ja richtig: „Ob mit oder ohne ÖR, der neo-liberale Zug rollt weiter

Nein, das war nicht BB, das war ich. Ich poste oft mit wechselnden Nicks und manchmal lass’ ich den Nick auch ganz weg und setzt ein AT @ vor denjenigen, den ich ansprechen möchte. Tut mir leid, dass Du mich oben verwechseltest, aber Du hättest ja auch genauer lesen können. :-)

Ich bin übrigens kein glühender Verfechter des ÖR. Ich habe meinen Fernseher vor zwanzig Jahren abgeschafft. Kürzlich allerdings hatten mich einige Sendungen der Television Francaise interessiert. Auch deshalb, weil dort das Meinungsbild in den Talkshows ein ganz anderes ist. Aber leider lassen sich die französischen Sendungen in Deutschland nur in Youtube sehen, da die Internet-Ausstrahlung der Franzosen auf französische IP Adressen begrenzt ist. Mit einer Proxy oder besser einer VPN Anbindung läßt sich die Begrenzung umgehen. Aber die Performance der freien Verfügbaren Proxies ist sehr schlecht und eine gute VPN Anbindung kostet Geld. Ich finde das grotesk. Die europäischen ÖR haben es nicht hinbekommen eine Kooperation untereinander zu starten. Es ist noch nicht einmal möglich aus dem Nachbarland die Entwicklung in den Medien der anderen europäischen Ländern zu verfolgen. Aber zumindest macht es eine amerikansiche Software mit Anbindung an das NSA möglich, einen Ausschnitt aus den Debatten der europäischen ÖR über die Grenzen mitzuverfolgen. Amerika sei Dank! Und da regen sich die Europäer auf, dass der amerikanische Geheimdienst mithorcht. Ja, wir haben einen Euro und wir haben einen gemeinsamen M a r k t, aber darüberhinaus haben wir hier nichts hinbekommen. Weder kulturell, noch politisch. Noch nicht einmal eine gemeinsame IT Strategie ist möglich. Wir kaufen ein bei Amazon und eBay. Nutzen dabei ein Google-System (Android) oder Windows. Wer es etwas chicker mag, kauft ein bei Apple. Freunde finden wir bei Facebook oder was unsere Politker bewegt, twittern die auf TWITTER. Filme gucken auf Youtube und Blogs schreiben mit Wordpress. Aber solange wir mit unseren Maschinen Umsatz machen und VW und BMW wie die Weltmeister exportieren, wird sich am europäischen Mittelalter nichts ändern. Läuft doch gut. Wozu über Politik nachdenken, wenn der Markt steuert? ÖR hat da dann auch keinen Platz mehr, finde ich. Der neo-liberale Schnellzug rollt weiter…. :-)

"ruby" Juni 13, 2013 um 18:33
f.luebberding f.luebberding Juni 13, 2013 um 18:34

Nur noch einmal zu Aken und Erwitte. Nach bald einer Woche hat es auch Spiegel online mitbekommen. Dort ist zwar nichts zu lesen, was hier nicht auch schon zu lesen gewesen ist. Aber Spon sollte dann doch den Teaser ändern. Die Landesregierung war nämlich schon Sonntagnacht mit der Causa beschäftigt gewesen, während sich der Landtag noch damit beschäftigen wird. Immerhin, so ist zu lesen, war deshalb sogar der NRW-Innenminister Jäger aus dem Bett geklingelt worden. Was in besagter Nacht den Tonfall des Leitenden Regierungsdirektors der Bezirksregierung Arnsberg betrifft. Ich stelle mir gerade vor, wie er aus dem Bett geklingelt wird, sich anzieht und kurz danach Richtung Erwitte zur Feuerwache fährt. Dann fällt es bekanntlich besonders leicht, in den gefälligen Tonfall zu kommen, der sich laut des Pressesprechers der Bezirksregierung Arnsberg in Zukunft so anhören soll: “In Zukunft werden wir noch mehr darauf achten, eine solch problematische Botschaft mit mehr Feingefühl zu vermitteln.” In Kindergärten bildet man in solchen Konstellationen zumeist einen Stuhlkreis. Vielleicht wäre das eine Maßnahme für mehr “Feingefühl” beim Umgang mit der Feuerwehr.

f.luebberding f.luebberding Juni 13, 2013 um 18:42

Wie schwierig die Lösung von Kompetenzfragen ist, kann man auch hier sehen. Die Erwitter Feuerwehr wird dabei wohl nicht helfen können. Ein Stuhlkreis auch nicht.

"ruby" Juni 13, 2013 um 19:29

Stellen wir uns vor, vor dem nächsten Hochwasser die Kompetenzen zwischen Kreisen (kreisfreien Städten), Ländern und Bund neu, anders oder besser zu koordinieren …
http://www.youtube.com/watch?v=V8_6gnOsiBo

"ruby" Juni 13, 2013 um 20:42
"ruby" Juni 13, 2013 um 22:16

@ cm

clea oder peer
wer ist langweiliger?

Folkher Braun Juni 14, 2013 um 01:49

Jetzt verstehe ich allmählich, warum wir in D- Land kein Hochwassser geregelt bekommen. Alle können darüber philosophieren, aber wer könnte denn anpacken? – Bitte mal alle aufzeigen, die ein Saug- Druck- Spülfahrzeug bedienen können. Eben. Keiner da. Das werden sich die Feuerwehr- Leute in Erwitte beim Anblick der SPD- Autorität auch gedacht haben.

"ruby" Juni 14, 2013 um 06:36

@ Folkher Braun

Maile gleich das Bundeswehr ABC-Ausbildungszertifikat rüber und wenn genug Biodiesel für alle Saugaggregate von Feuerwehr, DLRG, Johanniter, THW, Bundeswehr kostengünstig eingesetzt wird, pumpen wir Dir die gesamte Elbe bei entsprechenden Schlauchlängen vor die Küste des Libanon, damit die deutschen Boote dort surfen können ;-)

Kannst ja schon die Anweisung beim Verteidigungsministerium nach Zustimmung von Bundestag und Bundesrat ausfertigen lassen!

Bladnoch71 Juni 14, 2013 um 08:12

@ Lübberding

Ich stimme Ihnen ja dahingehend zu, das Dienstwege durchaus Ihre Berechtigung haben. Und auch für den LRD der Bezirksregierung habe ich ein gewisses Verständnis. Meine Laune wäre wohl auch nicht die Beste, wenn ich mitten in der Nacht aus dem Bett gescheucht werden würde.
Was ich aber nicht ganz verstehe ist das Sie sich lustig machen über die Leute von der FFW Erwitte. Ich kann durchaus verstehen, dass die angefressen sind. Ihre beabsichtigte Aktion war mit Sicherheit unüberlegt, aber sie wurde in der festen Überzeugung geplant Hilfe zu leisten. Einen gewissen Respekt sollte man gegenüber Personen die sich derartiges freiwillig ans Bein binden, schon erbringen.

topi Juni 14, 2013 um 08:31

FL: “Wie schwierig die Lösung von Kompetenzfragen ist, kann man auch hier sehen. Die Erwitter Feuerwehr wird dabei wohl nicht helfen können. Ein Stuhlkreis auch nicht.”

Schöner Artikel. In riesigen Lettern:

Stahlknecht mit Dachlatte beworfen

Und dann im Text: ” Stahlknecht war nach MZ-Informationen erst wüst beschimpft und dann durch einen 68 Jahre alten Akener mit einer abgesägten, 20 Zentimeter langen Dachlatte beworfen worden.”

Nun kann es kontextabhängig sein, ob man 20 cm lange Objekte sinnvoll als Latte bezeichnen kann; “Dachlatte” ist aber auf jeden Fall albern.

Die Wirkung sieht man in den Kommentaren, ala: jetzt gehen die mit Dachlatten aufeinander los. Tja, voller Erfolg. :roll:

Marlowe Juni 14, 2013 um 11:45

Für Praktiker:

Weiter oben steht geschrieben:

“Aus Informationen Wissen machen und entsprechend handeln.”

Wenn von Erwitte nach Athen, dann den Rückweg über den Bosporus planen:

Information: Facebook & Operation Walküre & Erdogan

sollte als Information genügen. :-)

Dann mal ran.

f.luebberding f.luebberding Juni 14, 2013 um 12:46

Bladnoch 71

Es steht mir fern, mich über die Erwitter Feuerwehr lustig zu machen. Ich kenne durchaus Feuerwehrleute, unter anderem auch über meinen Musikverband, den Volksmusikerbund NRW. Zumeist legen sie auf die Durchführung eines Stuhlkreises eher weniger wert, so mein bisheriger Eindruck … . Feuerwehrleute sind hoch engagiert, professionell und haben zudem ein Bewusstsein für den Wert ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Den Eindruck, dort werde vor allem gerne gefeiert, kann nur teilen, wer von der frewilligen Feuerwehr keine Ahnung hat. Was den Fall Erwitte und Aken betrifft: Die in dem letzten link zum Ausdruck gekommenen Konflikte in Aken zwischen Landesregierung in Magdeburg und den Akteuren vor Ort bestehen offenkundig schon länger – und waren wohl auch ein Motiv für die Anfrage in Erwitte. Nun ist es in solchen Verbänden immer so, dass es einige Mitgliedsgruppen gibt, die gerne aus der Reihe tanzen, halt einen eigenen Kopf haben, wie man so sagt. Das ist in unserem Verband nicht anders – und völlig in Ordnung. In diesem konkreten Fall Aken spielt aber wohl der Verdacht der Wehr in Aken eine Rolle, dass der Krisenstab in Magdeburg die Kleinstadt absaufen lässt, um die Landeshauptstadt zu retten. Ich kann den Sachverhalt nicht beurteilen, aber man muss sich klarmachen, dass es in solchen Großschadensereignisse genau zu solchen Konflikten kommen kann. Da reicht schon der Verdacht aus, um Führungsstrukturen unter einen enormen Stress zu setzen.

Carlos Manoso Juni 14, 2013 um 13:12

@ f.luebberding Juni 14, 2013 um 12:46
„Es steht mir fern, mich über die Erwitter Feuerwehr lustig zu machen. Ich kenne durchaus Feuerwehrleute, unter anderem auch über meinen Musikverband, den Volksmusikerbund NRW. Zumeist legen sie auf die Durchführung eines Stuhlkreises eher weniger wert, so mein bisheriger Eindruck … .“

Luebberding du hast es ja schon richtig beschrieben: „In Kindergärten bildet man in solchen Konstellationen zumeist einen Stuhlkreis. „

Dette macht janz jenau 4 (fier) abjesägte Stuhlbeine bzw. „Dachlatten – pro Stuhl.

Daß man in NRW „auf die Durchführung eines Stuhlkreises eher weniger wert“ legt, macht Hoffnung. Denn sogar „Pi-news“ giert angesichts der „Flut“ nach Stuhlkreisen für GANZ „Scheisz-Deutschland“ …

„Linksextreme rufen zur Zerstörung von Deichen in Überschwemmungsgebieten auf“
http://www.pi-news.net/2013/06/linksextreme-rufen-zur-zerstorung-von-deichen-in-uberschwemmungsgebieten-auf/

PS:
Das (Bundes)BKA lässt lt. Pi-news schon diverse „Gemanophobe Flut-Brigaden“ an entsprechend geeigneten Bekennerschreiben feilen …

f.luebberding f.luebberding Juni 14, 2013 um 13:21

Wie die Führungsstäbe national und international funktionieren, ist hier zu lesen.

Bladnoch1971 Juni 14, 2013 um 17:02

@lübberding

Gute Antwort! In diesem Licht betrachtet liegt es Ihnen wirklich fern sich über die Erwitter Feuerwehr lustig zu machen, daher nehme ich meinen Anwurf in aller Form zurück.

Gibt es eigentlich Informationen darüber, ob die Bezirksregierung Arnsberg nochmal Kontakt aufgenommen hat, um die Wogen zu glätten? Habe bei einer kurzen Recherche im Netz nix gefunden.

"ruby" Juni 17, 2013 um 06:30

AT @ Carlos Manoso Juni 13, 2013 um 18:28
“Der neo-liberale Schnellzug rollt weiter…. :-) ”

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schuldenkrise-in-griechenland-an-den-menschen-vorbei-1.1698066

und

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/2143176/

daraus :

Fuchs:
Was soll mit den unbezahlbaren und möglicherweise auch illegitimen Schulden geschehen? Soll man die einfach aufkündigen?

Varoufakis:
Zwei Aspekte sind zu unterscheiden. Der Erste betrifft die Banken. Banken haben in den letzten 25, 30 Jahren überall auf der Welt mit einem eklatanten Mangel an Verantwortung gehandelt. Ihre Verantwortungslosigkeit hat der Gesellschaft schweren Schaden zugefügt. Deshalb sollten die Verantwortlichen nach Hause geschickt, die Institute durch europäische Institutionen übernommen, rekapitalisiert und reprivatisiert werden. 1992 hat Schweden das vorgemacht. Leider sind wir diesem Vorbild nicht gefolgt. Das ist der Skandal der Griechenlandrettung, bei der die Verluste der griechischen Banken auf den deutschen Steuerzahler abgewälzt wurden.

Der zweite Aspekt ist ebenso wichtig. Wir haben nicht nur eine Schuldenkrise. Was wir erleben, ist ein Zusammenbruch des Recycling-Mechanismus zwischen Schulden und Überschüssen. In Europa stehen sich zwei gigantische Berge gegenüber. Ein vor allem durch die Bankenverluste verursachter Schuldenberg auf der einen Seite und ein Berg von Ersparnissen sowohl in den Unternehmen als auch in den Haushalten auf der anderen.

Der Marktkapitalismus und die Politik haben ihre Fähigkeit verloren, Verhältnisse zu schaffen, in denen dieses gewaltige Kapital in Aktivitäten investiert werden kann, die Einkommen ermöglichen, mit denen die Schulden bezahlt werden können. Auch hier gibt es eine Parallele zwischen 1931 bis 32 und heute. Es ist eine Krise des unternehmerischen Kapitalismus, eine Krise des Bankensektors und eine Staatsschuldenkrise. Und alle drei Krisen müssen gleichzeitig angegangen und Lösungen für die gesamte Eurozone gefunden werden. Das geht nicht, wenn man nach Griechenland kommt und vorgibt, das griechische Problem lösen zu wollen, oder nach Irland. Als wären das behebbare Einzelprobleme unabhängig von der systemischen Krise des Kapitalismus in der Eurozone.

Von Athen nach Erwitte …

f.luebberding f.luebberding Juni 18, 2013 um 10:22

Und zum Thema Hochwasser und das Katastrohenmanagement: Der WDR hat sich einige Fälle angesehen, wo der Einsatz verkürzt worden ist. Lohnt die Lektüre, gerade weil es sich nicht um den üblichen Skandalisierungsmodus handelt.

"ruby" Juni 21, 2013 um 22:42

Zum abfließenden Hochwasser ein musikalischer Nachtrag.
An wen habt ihr die Postkarte des 1975èr Pink Floyd Albums Wish you were here gesendet?
http://kozmoto.com/wp-content/uploads/2011/05/MONO-POSTCARD-GARY001_edited-Large.jpg

“Mono Lake. (Pronounced Mow-No) means flies in the language of the Yokuts, the Native Americans who live to the south of this region. Mono Lake is among the oldest lakes in North America and in its million year existence has never had an outlet. Surrounding the lake are the Mono Craters rising up to 9000 feet. Most of these eruptions were formed within only the last 10,000 years making this one of the youngest volcanic mountain ranges in North America. This geological contrast is absolutely amazing. A must see is the bizarre and unusual rock formations that grace Mono Lake’s shores known to geologists as tufa (too’-fah). The most visible and remarkable formations are the towers of Mono’s south Tufa Grove. Mono Lake has the most active formations around and they are between 200 and 900 years old. It’s the alchemical cauldron of this lake that forms these strange limestone spires, some growing 30 feet tall. This is where Pink Floyd photographed the diver postcard. Their idea was the reverse of an imprint left on a bed by someone who has just vacated, they left a trace but no presence. In the diver postcard there is a diver (presence) but no splash (trace). Wow, have a cigar and think about that one for a while.”

http://www.youtube.com/watch?v=TpH_e0of400

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