Eine Guardian-Geschichte von vorgestern

by f.luebberding on 17. Juni 2013

Als im Jahr 1955 die Verhandlungen zwischen Adenauer und der sowjetischen Parteiführung in Moskau wegen der Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen ins Stocken geraten waren, kam jemand in der deutschen Verhandlungsdelegation auf eine interessante Idee. Man solle doch vom deutschen Delegationshotel aus die deutschen Flugzeuge telefonisch startklar machen lassen. Man ging nämlich davon aus, von den Russen abgehört zu werden – und sie das als Signal für ein bevorstehendes Scheitern der Verhandlungen begreifen würden. Tatsächlich kam es danach zu dem gewünschten Ergebnis. Bulganin und Chrutschschow versprachen die Freilassung der Gefangenen und erhielten dafür die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der jungen Bundesrepublik. An diese Anekdote fühlt man sich erinnert, wenn man heute die Meldung des Guardian liest: Danach hat der britische Geheimdienst auf dem Londoner G-20 Gipfel 2009 die anderen Delegationen systematisch überwacht, um “einen Verhandlungserfolg auf dem Gipfel” sicherzustellen. Nun ist die wechselseitige Überwachung kein neues Thema. Die Russen hatten die US-Botschaft in Moskau komplett verwanzt, Israel schon einmal die CIA infiltriert und die CIA den BND ausspioniert. Geheimdienste waren schon immer institutionalisiertes Misstrauen gewesen. Insoweit ist die Guardian-Geschichte wohl eher dem eigenen Interesse an Aufmerksamkeit vor dem G-8 Gipfel in Nordirland und ihrem historischen Gedächtnisverlust zu verdanken. Die spannende Frage wäre vielmehr, ob die anderen Delegationen tatsächlich davon ausgingen, nicht überwacht zu werden. Dabei ist es eben nicht die Frage, ob die Politik macht, was sie schon immer machte: Sich wechselseitig zu misstrauen und sich entsprechend zu überwachen.

Vielmehr geht es darum, was gestern Frank Schirrmacher in der FAS geschrieben hatte. Nämlich wie wir alle in diese Athmosphäre des Verdachts hineingezogen werden, selbst wenn wir unschuldig wie ein kleines Baby sein sollten.

“Doch mittlerweile droht nicht nur Werbung, sondern Verdacht. Nicht zufällig stellt Eric Schmidt, der Aufsichtsratschef von Google, in seinem neuen Buch die Frage, ob Staaten erlauben und Unternehmen akzeptieren können, dass sich Bürger der digitalen Kommunikation verweigern. Er sagt „Listen“ voraus (ohne mit ihnen zu sympathisieren!), durch welche diejenigen, die nicht mitmachen und das Opt-out wählen, gerade verdächtig werden.”

In dieser Kultur des Misstrauens wird unser digitaler Doppelgänger ernster genommen als der Mensch aus Fleisch und Blut.

“Heute hat sich auch das umgekehrt: Wir tragen Maschinen mit uns herum, die jeden unserer Handgriffe beobachten, um einen virtuellen Doppelgänger von uns herzustellen, der tut, was wir tun werden. Und das ist die Botschaft von Snowdens Tat: Nach Jahrzehnten des Spiels mit Virtualität nimmt die NSA diesen Doppelgänger ernster als den wirklichen Menschen.”

Als die Russen die US-Botschaft in Moskau verwanzten, hatten sie dafür die klassischen Gründe: Die unendliche Gier nach Informationen, die das Handeln der anderen Seite durchschaubar machen sollten. Manche nennen das heute Transparenz. Die Annahme, dass die Amerikaner die Russen nicht abgehört haben, ist wohl wenig begründet. Das Problem ist heute eher, dass mittlerweile jede Wohnung und jedes Haus als US-Botschaft gilt. Darüber sollten wir uns Sorgen machen. Die heutige Guardian-Geschichte ist dagegen von vorgestern. Eine Spionage-Geschichte aus den alten Zeiten als noch nicht jeder unter Verdacht geraten war.

{ 29 comments }

#StopSTASIBAMA ! Juni 17, 2013 um 10:52

An … die @Internationale @Völkergemeinschaft,

Stopt @STASIBAMA … jetzt!!
====================

… das berüschtigte CIA-AgitProp-Portal “SPIEGEL-online” ruft verzweifelt nach kackdämlichen JUSO-Blödblökschafen, die sich als willige Video-Claqueure für @STASIBAMA einspannen laßßen:

Leseraufruf #GreetObama: Ihr Videogruß zum Obama-Besuch

http://www.spiegel.de/video/greetobama-in-berlin-ihr-videogruss-zum-obama-besuch-video-1277619.html

WIDERSTAND IST ERSTE BÜRGERPFLICHT!

( … seyet SAND … im Getriebe des NWO-Faschismus!! … )

DAHER:


=======================

DO NOT … #GreetObama !

BUT DO … #StopSTASIBAMA !!

http://i47.fastpic.ru/big/2013/0617/e8/7651ccdebf695ebdc2e697ce8ce4cce8.jpg

=======================

Danke für Aufmerksamkeit!
Weitermachen!

Bruchmüller Juni 17, 2013 um 10:52

Der zweite, der herausfindet, von was hier die Rede ist, schaue erst mal, ob sich der erste schon an die Nase gefasst hat.

kurms Juni 17, 2013 um 11:08

“In dieser Kultur des Misstrauens wird unser digitaler Doppelgänger ernster genommen als der Mensch aus Fleisch und Blut.”

Nicht ganz, der Mensch nimmt den digitalen Doppelgänger seines Gegenübers vielleicht ernster als den Menschen dahinter aber seinen eigenen digitalen Doppelgänger stellt er noch nicht über sicht selbst. Was folgt sobald letzteres auch passiert ist mir jetzt zu kompliziert als das ich da eine Vorhersage wagen wollte.

Fritz Juni 17, 2013 um 11:10

Gar kein Unterschied? Die Briten selbst scheinen es auch als ganz cool empfunden zu haben. Wie es aussieht, sehe ich aber schon Unterschiede. Es ist beispielsweise ein Unterschied, ob Gegner sich gegenseitig ausforschen oder Leute, die sich gerade daran versuchen, ein globales, allen gemeinsames Problem “partnerschaftlich” zu lösen. So sah das aus: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0d/2009_G-20_Pittsburgh_summit.jpg
Dass der Gastgeber seine Rolle so ausnutzt, hätten eventuell noch Chinesen und Russen befürchtet, sicherlich aber nicht die fröhliche Party der vertrauten Freunde. Ich glaube, an diesem Vertrauensbruch lässt sich wenig beschönigen. Das ist defintiv nicht “business as usual”, kann nicht der Standard sein. Da dürften jetzt schon hintenherum ein paar Fetzen fliegen.

Fritz Juni 17, 2013 um 11:13

Moment, Bild war nur typähnlich… so sah das aus: http://i.huffpost.com/gen/1194251/thumbs/o-G20-SUMMIT-facebook.jpg

f.luebberding f.luebberding Juni 17, 2013 um 11:15

Fritz

Es ist völlig unklar, wer denn konkret überwacht worden ist. Es nur von Delegationen und Delegierten die Rede. Darauf will ich nur hinweisen.

~ Volksaufstand 17. Juni ~ Juni 17, 2013 um 11:46

========================================

Es ist die Schicksalsfrage Deutschlands!
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Wir stehen vor der Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit.
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Wir wählen die Freiheit!
================

===> … und scheißßen daher auf die US-EUdSSR-Wirtschaftsdiktatur!!!

( http://www.youtube.com/watch?v=K6cjG058RvI )

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f.luebberding f.luebberding Juni 17, 2013 um 12:13

Old school.

W-ING

“Wir wählen die Freiheit.”

Das sagte unter anderem auch Ernst Reuter auf einer Kundgebung zur Berliner Blockade. Sein nächster Satz war aber eleganter formuliert als bei Dir.

Bruchmüller Juni 17, 2013 um 14:42

Also.

Man sollte im Einklang mit dem Algorithmus leben. Wer ihn (den Algorithmus) nicht persönlich kennt, der fühle sich

Linus Juni 17, 2013 um 14:50

Dazu passt (via Fefe):
http://www.ted.com/talks/daniel_suarez_the_kill_decision_shouldn_t_belong_to_a_robot.html

Zerstörung des digitalen Doppelgängers mit erwünschtem Kollateralschaden der Zerstörung des Originals.

“Er sagt „Listen“ voraus (ohne mit ihnen zu sympathisieren!), durch welche diejenigen, die nicht mitmachen und das Opt-out wählen, gerade verdächtig werden.”
Der Mensch reduziert auf ein Pattern.
-> Pattern war (aka evolution of algorithms)

Bruchmüller Juni 17, 2013 um 14:50

eben so gut es geht in ihn ein. Ein Beispiel: Wer seit dem letzten Wahlsieg der CDU kein Überraschungsei gekauft hat, der sollte im Hinblick auf den Algorithmus auch heute abend und morgen früh kein Ü-Ei kaufen. (Kauf ein Ei-Fon, Junge.)

Wer den Verdacht hat, dass er von seiner Kloschüssel über

Schatten Juni 17, 2013 um 14:52

Interessant fand ich auch, was die FAZ titelte: Das prächtige neue Gewand der guten alten Wirtschaftsspionage!
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/aus-dem-maschinenraum/europa-und-die-nsa-enthuellung-das-praechtige-neue-gewand-der-guten-alten-wirtschaftsspionage-12220566.html

Die amerikanischen “Freunde” sind auch nur Chinesen! Klar, ja, zwischen all den Kriegen und der Umwandlung des eigenen Landes in so eine Art mittelamerikanischen Staat bleibt für F & E kaum Zeit.

Ob Mutti sich besorgt darüber zu “Stasibama” (@HG) äußern wird?

Soweit ich mich erinnere war dies unter Clinton schon der Fall, welcher der CIA ganz offiziell den Auftrag zur Wirtschaftsspionage gegeben hatte. Hätte er mal die Bärte um Bin Laden auskundschaften lassen – wäre günstiger gekommen.

Bruchmüller Juni 17, 2013 um 14:55

wacht wird, kann ohne viel Aufwand tun, was der Algorithmus von ihm erwartet. Ich glaube, der Schirrmacher hatte es als einer der ersten.

~ Volksaufstand 17. Juni ~ Juni 17, 2013 um 15:05

… Denksport bei 36,69 Grad:

I) Volksaufstand 17. Juni 1953:
—————————————–

Normenerhöhung[Bearbeiten]

Vor diesem krisenhaften gesamtstaatlichen Hintergrund wurde die Erhöhung der Arbeitsnormen (also die für den Lohn zu erbringende Arbeitsleistung oder kurz das Prinzip Mehr Arbeit für gleichen Lohn) als Provokation und absehbare Verschlechterung der Lebensbedingungen der Arbeiterschaft empfunden.[9] Mit der Erhöhung der Arbeitsnormen um zehn Prozent bis zum 30. Juni, dem 60. Geburtstag Walter Ulbrichts, wollte das ZK den wirtschaftlichen Schwierigkeiten begegnen. Als Empfehlung herausgegeben, handelte es sich aber faktisch um eine Anweisung, die in allen Volkseigenen Betrieben durchgeführt werden sollte und letztlich auf eine drastische Lohnsenkung hinausgelaufen wäre.

II) ~ Volksaufstand 17. Juni 20xx ~
——————————————–

Zwischen 1990 und 2012 hat die Deutsche Arrrrbeiterklasse ihren REALEN Produktionsausstoßß um sagenhafte 35%+x gesteigert (Waxdumm/BIP). Im gleichen Zeitraum hamn die nichtarrrbeitenden Nuresser von der antideutsch-vaterlandslosen US-”SPD” der deutschen Arrrrbeiterklasse – zum Danke! – die Nettoreal-Löhne um 4% herabgesenkt.

Seeing is believing:

http://i54.fastpic.ru/big/2013/0322/53/a906468e0c7d4be5890be8016606c653.jpg

III) FAZIT:
——————

===> … 10% Normenerhöhung damals … vs … 40% Normenerhöhung unter dem “SPD”-Rothschildagenten Gerhard Goldschröder-Schröpf und seiner antideutschen “SPD”-Kooofmisch-Bande!!!

… gut das wa mal verglischen hamn, watt? … und jetzt? … weitermachen!!

( … denn jetzt wird wieder in die Hände gespuckt … wir steigern dat Bruttosozialprodukt! … Waaachstum, Waaaaachstum … über aaaalles … über aaalles .. in der Wööölt! … )

Bruchmüller Juni 17, 2013 um 15:07

Meine letzten 17,7 Kommentare bitte im 0,75-Takt an den Algorithmus verfüttern.

~ Volksaufstand 17. Juni ~ Juni 17, 2013 um 15:13

… so schlußß für heute!! … mußß zum Strand! … bin da mit Freunden verabredet … zum Tittenzählen. :-)

~ hg ~ Juni 17, 2013 um 15:55

“Die Piratenpartei will in Berlin gegen den US-Präsidenten demonstrieren.

Berlin – Die Piraten trommeln für einen Protest gegen den US-Präsidenten Barack Obama. Die Partei ruft Bürger, Verbände, Vereine und andere Parteien zu einer “großen Protestkundgebung gegen Überwachungsprogramme wie Prism” auf. Am Mittwochnachmittag wollen die Demonstranten auf der Straße des 17. Juni in Berlin den sofortigen Stopp des Spähprogramms sowie Straffreiheit für den Whistleblower Edward Snowden fordern.”
———

===> … YÄPPGELL!!! … wir demonstrieren gegen #STASIBAMA !!!

===> … hallo Piraten, … gerne dürft ihr gebührenfrei mein #StopSTASIBAMA-Hashtag & -Infomaterial verwenden! … hier was, was ihr als Plakate und Aufkleber nutzen könnt:

http://i47.fastpic.ru/big/2013/0617/e8/7651ccdebf695ebdc2e697ce8ce4cce8.jpg

( … eine kleine Bitte noch: … paßßt mir bitte gut auf meinen Freund @Bernd “NATO-Bernd” Schlömer uff!! … net, daßß der in einer dunklen Ecke im Tiergarten in ein rostiges Brecheisen reinläuft. Oder gar an einem dumm im Weg rumstehenden Laternenpfahl … hängen … bleibt. Danke. Euer ~ HALBGOTT ~ … )

Fritz Juni 17, 2013 um 16:03

@Luebberding Stimmt, da gibt Unklarheiten. Konkret genannt werden Südafrika und Türkei. Und 45 “Analysten” waren im Einsatz. Was nicht so viel ist, wenn man sich das ganze Kongressgewusel vorstellt.

BB Juni 17, 2013 um 16:05

Beschaffungsantrag für ein spezielles Prism-Algorithmus-Modul:

Durchsucht das Web nach Seiten, die keinerlei Like-Its -Links und Facebook, Google und sonstige Social-Widget enthalten. Beispiel: diese Seite hier.

Die Betreiber sind unverzüglich in Guantanamo einzuliefern. Mindestens einer von denen plant wahrscheinlich gerade einen Terroranschlag.

(Erlass der zukünftigen globalen Weltregierung mit sofortiger Wirkung)

(Damit keine Verwechselung auftritt, dies ist kein Erlass der schon arbeitenden globalen Exilregierung!)

Marlowe Juni 17, 2013 um 17:26

@BB

Probe aufs Exempel:

Obama Terror Osama Allah Kafir Kuffir und Kefir Hochgeschwindigkeitsgeschoss Rabaukenprosa

Sollte reichen

Oooops, da kommen schon die grauen Männer – ich nehm mir mal meine Schildkröte verschwinde

Marlowe Juni 17, 2013 um 17:27

da hat einer das und zwischen Schildkröte / verschwinde gemopst

Juttipat Juni 17, 2013 um 19:17

…das hat die NSA einfach nach der DPI nicht mehr richtig zusammengesetzt ;-)

"ruby" Juni 17, 2013 um 20:21

hier das vergessene o bei gemoopst ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=ageRojp9npw

f.luebberding f.luebberding Juni 18, 2013 um 10:05

Nur einige Hinweise. In der FR Arno Widmann und der FAZ Nils Minkmar. Außerdem Wolfgang Michal auf Carta. Letzterer stellt einige Fragen, die nicht formuliert werden. Unter anderem die, was in dieser Perspektive auf das Jahr 1989 eigentlich der Unterschied zu heute ist, außer den technischen Möglichkeiten?

~ Dr. Hannibal Halbgott ~ Juni 18, 2013 um 10:14

… ~ isch ~ …

… habe her schon vor Jahre auf den Umstand hingewiesen,
daßß die Firma “NSA” mit der Firma “Gooogle” …

===>… IDENTISCH … ist !!!

( … “Gooogle” … ist nur das börsennotierte Türschild von Großßraumserverfarm … von “NSA” !!! … alternativenfalls notwendische (informationsteschnische & organisatoriche) DOPPELSTRUKTUREN … sind in der Tat betriebswirtschaftlisch blödsinnisch … das kannn isch als amtierender Wi-Ing bestätischen … )

f.luebberding f.luebberding Juni 18, 2013 um 10:24

W-ING

Das ist tatsächlich die Frage: Ist Google heute mit der NSA identisch?

Carlos Manoso Juni 18, 2013 um 12:37

@ f.luebberding Juni 18, 2013 um 10:24
„Das ist tatsächlich die Frage: Ist Google heute mit der NSA identisch?“

Luebberding, sssähr lustisssch … nSA… uSA:
„ hatte der US-Konzern Google aus Protest gegen Zensur und Hacker-Angriffe mit seinem Rückzug aus China gedroht und einen Streit zwischen der Volksrepublik und den USA ausgelöst …. Das Internet in China steht unter strikter Kontrolle der Behörden. Der staatliche Web-Filter, genannt “Goldener Schild”, überwacht den Datenstrom und filtert Zugriffe auf unliebsame Inhalte. „
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/konflikt-mit-google-china-zieht-in-den-zensur-kampf-a-671858.html

„Rückendeckung für Google kommt von höchster Stelle. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte am Mittwoch, Präsident Barack Obama unterstütze den freien Zugang zum Internet. Man warte nun auf eine Stellungnahme der chinesischen Regierung. Der Präsident und die gesamte Regierung würden sich für Netz-Freiheit einsetzen – so habe sich Obama bei seinem jüngsten China-Besuch im November deutlich gegen Zensur im Internet ausgesprochen…. Nun spitzt sich der Streit um Chinas Internetzensur zu. Am 21. Januar will Clinton nach Angaben eines Sprechers eine außenpolitische Initiative für ein freies Internet ohne staatliche Zensur starten. Die Politik richte sich gegen Länder, die den Zugang zu Informationen systematisch beschränken.Als Beispiele nannte der Sprecher Iran, Kuba, den Kaukasus – und China.“
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/absage-an-china-google-schmiedet-anti-zensur-allianz-mit-us-regierung-a-671768.html

f.luebberding f.luebberding Juni 19, 2013 um 11:54

Nur zum Thema Prism. Dieser Artikel von Marco Herack lohnt sich. Sascha Lobos Kolumne auf Spon findet ja jeder selbst.

Carlos Manoso Juni 19, 2013 um 14:51

@ f.luebberding Juni 19, 2013 um 11:54
„Nur zum Thema Prism. Dieser Artikel von Marco Herack lohnt sich. Sascha Lobos Kolumne auf Spon findet ja jeder selbst.“

Marco Herack:„Man kann nicht sagen, dass wir uns in einer direkten Diktatur befinden, in der die Bürger einer Ideologie dienen müssen und keine Widerworte äußern dürfen. Das ist, im Vergleich zur Stasi und der DDR, ein qualitativ so starker Unterschied, dass sich diese Vergleiche verbieten. Frank Schirrmacher umschrieb das in der FAZ vom 16.06.2013 mit den Worten: „Denn die Überwachungssysteme Orwells wie auch die im „Leben der Anderen“ sind ideologisch und totalitär. „Big Brother“ will die Persönlichkeit auslöschen und gibt erst Ruhe, als Winston seine Liebe aus Angst vor Folter verrät.
Was wir in Bezug auf PRISM zu sehen bekommen, ist ein institutionelles Bedürfnis nach Einsicht und Kontrolle über die Bürger. Das muss die Bürger der Staaten wachsam werden lassen, denn wenn ein Staat beginnt, die gesamte (Welt-)Bevölkerung zu überwachen, dann steht dahinter die Aussage, dass dieser Staat die gesamte Weltbevölkerung als potenziell bedrohlich ansieht. Der Staat weiß nicht, wer ein Terrorist ist, also kann jeder ein Terrorist sein. Diese Sichtweise zeugt von einem ungesunden Maß an Paranoia.“

Luebberding, das Positive an PRISM ist sicherlich, dass wir alle wieder einmal eine historische Chance erhalten, das „System des Weltkapitals“ quasi von innen heraus zu erkennen und (potentiell) zu verstehen.

Gerade weil die legitimatorische Basis immer schwächer wird und nur noch durch Prozesse von Hysterisierung des Medienbewusstseins aufrechterhalten werden kann, mischt sich in die „demokratische Weltordnungsideologie“ des „Systems des Weltkapitals“heute zunehmend jenes seltsam anachronistische Denken, das die neue Weltsituation in sattsam bekannte, alte und verbrauchte ideologische Kategorien bannen will.

Klassischer Fall dafür ist Frank Schirrmacher, der mit anachronistischen Bezügen zur „Stasi und der DDR“ oder zu den „ideologischen und totalitären“ Überwachungssysemen „Orwells“ die neue Weltsituation in sattsam bekannte, alte und verbrauchte ideologische Kategorien bannen will.

Es ist aber heute kein adaequater Realitätsbezug mehr möglich – es sei denn durch die Formulierung einer Radikalkritik des „modernen warenproduzierenden Systems“ SELBER.

Diese Radikalkritik des “modernen warenproduzierenden Systems“ SELBER muß im „System des Weltkapitals“ jedoch unmöglich erscheinen, weil sie als völlig undenkbar erscheint. Warum? Weil sie die Bewusstseinswende um 180 Grad will.

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