Wie Journalisten ihren selbst erzeugten Mythen zum Opfer fallen

by f.luebberding on 20. Juni 2013

500.000 Stuttgarter waren begeistert über den “Jahrhundertbesuch” gewesen. Schon im Vorfeld war der Unterschied zu John F. Kennedy deutlich gemacht worden, der erst die Skepsis der Deutschen habe überwinden müssen. Das Ereignis ist heute allerdings weitgehend vergessen und betrifft den ersten Deutschland-Besuch der Queen im Mai 1965. Hunderttausende Menschen, die einem Staatsoberhaupt zujubeln, waren damals keineswegs selten. Ob die Besuche Kennedys (1963) oder Charles de Gaulles (1962) in den 1960er Jahren: In solchen Besuchen verkörperte sich nationale Identität und ein Staat, der sich noch nicht als reiner Dienstleister betrachtete. In der frühen Bundesrepublik spielte noch die Suche nach Anerkennung eine Rolle. Man betrachtete solche Staatsbesuche als Hinweis darauf, die Katastrophe des Naziregimes hinter sich gelassen zu haben. Sie ermöglichten den Deutschen ein (wenn auch fragiles) Selbstbewusstsein zu entwickeln. Dazu kam das mediale Neuland namens Fernsehen. Es war gerade erst zum Massenmedium geworden – und brachte den Rest der Welt in den buchstäblich letzten Winkel des Landes. Es berichtete erstmals live von diesen Besuchen und verstärkte damit noch die Begeisterung. Medien erzeugen erst das, worüber sie gleichzeitig berichten. Das konnte man damals lernen, wenn es auch zu der Zeit noch niemand verstanden hatte. Der heute so selbstverständliche Begriff des “Events” bekam die heutige Bedeutung, auch ohne Twitter, Facebook und die ahistorischen Claqeure sozialer Netzwerke. Das betrifft selbst noch den Staatsbesuch des Schah Reza Pahlavi und seiner Frau Farah Diba im Mai/Juni 1967 – und sollte zugleich das Ende eines Events namens “Staatsbesuch” sein. In seinem berühmt gewordenen Film “Der Polizeistaatsbesuch” hatte der Schweizer Dokumentarfilmer Roman Brodmann ursprünglich gar nicht vor gehabt, kritisch über den Schah zu berichten. Vor allem Farah Diba war der Liebling der deutschen Medien gewesen. Brodmann wollte die Faszination und den Aufwand solcher Staatsbesuche dokumentieren, also nicht mehr nur als medialer Verstärker staatlicher Selbstinszenierung auftreten. Die Auswahl des Schahbesuchs war wohl eher zufällig gewesen. Erst die allein von Brodmann filmisch dokumentierten Berliner Ereignisse mit dem Tod Benno Ohnesorgs am 2. Juni 1967 sollten das ändern. Die Studenten hatten nämlich diesen Mythos des Staatsbesuchs für einen Tabubruch genutzt: Allein die Idee gegen den Staatsgast zu demonstrieren, galt in den Augen der meisten Deutschen als ein Verstoß gegen die guten Sitten. Der Schahbesuch sollte sich als Wendepunkt erweisen. Danach blieben Staatsbesuche nur noch protokollarische Ereignisse (Mit der einen wichtigen Ausnahme: Gorbatschows Deutschland-Besuch im Juni 1989. Dort war der historische Moment schon zu spüren). Die beschriebene Konstellation der frühen Nachkriegsjahre war weg. Das sollte allerdings nichts an dem Mythos ändern, der trotz dieser wenigen Jahren zwischen den Besuchen De Gaulles 1962 und des Schah 1967 bis heute wirkt. Journalisten fallen ihm bis heute zum Opfer.

Man muss heute nur einmal die Reaktionen auf den gestrigen Besuch (und die Rede) Barack Obamas lesen, hören und sehen. Wir erleben das faszinierende Schauspiel, dass Journalisten über den Live-Ticker-Wahn zu Hofschranzen werden, die dem der Berichterstatter der frühen 1960er Jahre in nichts nachstehen. Edo Reents hat dazu das Nötige gesagt. Die Medien selbst erzeugen also erst die Aufmerksamkeit, über sie dann berichten. Wobei sich ihr Publikum dafür zumeist noch nicht einmal interessiert. Journalisten bleiben zumeist in der selbstreflexiven Schleife gefangen, wo sie nur noch anderen Journalisten ihre Eindrücke schildern. Dabei haben aber fast alle nur ein historisches Referenzmodell im Kopf, um den Besuch Obamas zu beurteilen. Kennedys berühmte Rede vom 26. Juni 1963. Sie wird auch gestern kaum jemand gelesen haben. Man hat nur die berühmten Worte: “Ich bin ein Berliner” im Gedächtnis. Man meint die Begeisterung der Deutschen, nicht nur in Berlin, über Kennedy wäre in der damaligen Zeit etwas Besonderes gewesen. Eine Begeisterung übrigens, die bisweilen nur seiner Frau Jacqueline galt. Sie war ein Popstar, ohne diesen Begriff damals schon zu kennen, und die Frauen-Ikone ihrer Zeit gewesen. Kennedy selbst meinte anlässlich eines Staatsbesuchs in Frankreich ironisch: “Ich bin der Mann, der Jackie Kennedy auf ihrem Staatsbesuch begleitet.” Sein früher Tod, nur wenige Wochen nach der Berliner Rede, erzeugte erst jenen bleibenden Eindruck von Kennedy, den Obama gestern übrigens ansprach. Wir hätten ihn nur “als jungen Mann in Erinnerung.” Die Rede Kennedys war weder bemerkenswert, noch historisch. Bemerkenswert und historisch waren allein die Umstände, in der sie gehalten worden ist. An die Reden der Queen auf ihrem Deutschlandbesuch 1965 kann sich daher auch niemand mehr erinnern, genauso wenig wie an ihren Besuch. Aber Journalisten transportieren heute jenen Mythos, der unreflektiert vor ihren Augen in Filmschnipseln existiert. Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus, Kennedy im Wagen in Dallas nach den Schüssen. Die Erinnerung der eigenen Eltern an den Schock, die die Nachricht von der Ermordung ausgelöst hat. Es ist bekanntlich ein Teil des Mythos, dass sich viele Menschen daran erinnern können, wo sie vor bald 50 Jahren die Nachricht vom Tod Kennedys gehört haben.

Es ist offenkundig völlig unsinnig, die Rede Kennedys mit der von Obama gestern zu vergleichen. Trotzdem macht es fast jeder Berichterstatter. Die Medien erzeugen jenen Mythos, dem sie am Ende selbst in ihrer historischen Ahnungslosigkeit zum Opfer fallen. Damit werden sie zu einem Teil der Mythologisierung. Wenn man in diesen Tagen etwas lernen konnte, dann das.

update

Spiegel online hat einen guten Text über den Besuch Kennedys aus der Sicht eines Fotografen, der damals dabei gewesen ist. Er zeigt auch wie die Medien diesen Hype erzeugten, über den sie dann später berichteten.

update Sonntag, 23.06.2013

In der heutigen FAS gibt es einen interessanten Artikel von Peter Körte über die Live-Reportage von ARD und ZDF zum Berliner Kennedy-Besuch am 26.06.1963.  Er läuft am kommenden Mittwoch im Berliner Zeughauskino. Übrigens wird auch die Berichterstattung des DDR-Fernsehens zu einem Besuch Chruschtschows vom 28. Juni bis zum 4. Juli 1963 gezeigt werden. Das Deutschlandradio hat heute schon eine Zusammenfassung der damaligen Radioreportage. Dass die Begeisterung keineswegs auf Berlin beschränkt war, zeigt eine Ausstellung in Wiesbaden. Die FAZ hat den Bericht eines Fotografen, der damals dabei gewesen war. Der WDR müsste auch noch seine Reportage über Kennedy in Köln im Archiv haben. Nur als Tipp für den neuen Intendanten.

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Gregor Keuschnig Juni 20, 2013 um 11:43

Was auch immer vergessen wird: Kennedy besuchte Berlin fast zwei Jahre nach dem Bau der Mauer – einem Ereignis, dass den Westen vollkommen unvorbereitet traf. Die Amerikaner machten früh klar, dass sie keinesfalls bereit waren, den Weltfrieden für dieses Bauwerk zu gefährden. Das Bekenntnis nach zwei Jahren war also letztlich nur Wortgeklingel.

Wohin führt eigentlich diese Form der Berichterstattung, in der Medien nur noch in Superlativen glauben Zuschauer, Zuhörer, Leser an sich binden zu müssen?

f.luebberding f.luebberding Juni 20, 2013 um 12:35

Keuschnig

Nicht nur das: Man muss sich nur einmal die Berichterstattung über die Reaktionen auf die Rede und den Besuch ansehen. Man nimmt sie nur aus dem Blickwinkel eigener Erwartungen wahr: Und schließt daraus dann messerscharf, dass Obama diese Erwartungen nicht erfüllt habe. Natürlich berichtet auch in Deutschland keine Zeitung über einen Staatsbesuch von Gauck in Indien auf der ersten Seite und referiert ausführlich seine Reden. Es kommt aber halt auch niemand auf die Idee, es könne sich dabei um ein historisches Ereignis handeln.

Balken Juni 20, 2013 um 12:50

Ich meine, es ist etwas vereinfacht, zu sagen, dass “die” Jornalisten ihrem von ihnen selbst erzeugten Mythos zum Opfer fallen. Diese Darstellung hält das Problem zu sehr im inneren Zirkel des Journalismus selbst. Prima vista mag das so ausschauen. Suggeriert aber, dies läge an “den” Journalisten selbst. Sie könnten also, wären sie nicht ihrem selbsterzeugten Mythos erlegen, auch ganz anders. Genau das jedoch bezweifle ich. Das Beschwören eines Mythos ersheint mir vielmehr die (in vorauseilendem Gehorsam) “selbst”erkante und mit Schmackes übernommene gegenwärtige Rolle des Jornalismus der freien Presse ™ zu sein: Er hat die Aufgabe, einen längstausgeträumten Traum mit krampfhaft noch geschlossenen Augen, obwohl eigentlich alle schon aufgewacht sind, noch weiterträumen zu sollen. Der Lack ist ab. Der “mächtigste Mann der Welt” ist demontiert. Der Kaiser ist nackt. Die weltpolitische Rolle der USA wirkt so inkonsistent, das Gerede vom Demokratieexport so fadenscheinig, dass eigentlich als Grundmaxime nur noch durchscheint: Mir san mir. (Was weltgeschichtlich nun ja allerdings nicht besonders neu und wenig aufregend ist. Sogar der Papst hat immer wieder mal, wenn es seinem Machtinteresse augenblicklich dienlich schien, selbst mit demTeufel getanzt.) Wer das nicht sehen will, kann, darf, dürfen können will, der muss halt den Mythos bedienen.
Mutig finde ich von Lübberding, dieses Steckengebliebensein im Mythos zu thematisieren (wenn ich allerdings eben doch meine, das dies nicht der eigene, nicht der selbsterzeugte Mythos des Journalismus ist, sondern seine, mit ungutem Gefühl aber immerhin brav, übernommene derzeitige machtkonforme Aufgabe). Angesichts dieses Besuches mit organisierter Öffentlichkeit an den Begriff des “Polizeistaatsbesuches” zu erinnern, tsts …

f.luebberding f.luebberding Juni 20, 2013 um 13:18

Balken

Natürlich können wir anders. Dafür muss man aber erst einmal verstehen, was man macht. Und dafür halt Annahmen kritisch hinterfragen, die die Wahrnehmung dessen bestimmen, was heute passiert. Etwa in diesem Artikel im Cicero über Obama und Kennedy, der nun zwar Kennedys Rede gelesen hat, aber dort das Zitat sucht, was sie angeblich historisch gemacht hat. Den Hinweis hatte ich nun gestern schon getwittert … . Historisch werden Reden aber nie wegen ihrer rhetorischen Brillianz, sondern weil sich in ihnen das historische Moment widerspiegelt. Der Cicero-Autor ist also selbst unhistorisch, wenn er meint, dass Obamas Rede in 50 Jahren niemand mehr kennen werde. Wer weiß schon, wie die Umstände sein werden, die erst diese Rede historisch werden lassen könnte. Es fällt einem ja nicht immer vor die Füße, wie etwa Genschers Rede in der Prager Botschaft 1989. Deshalb ist die Aussage, Obama ist demontiert, auch nichts anderes als eine politische Meinungsäußerung, vergleichbar mit der Meinung im Frühjahr 1989, Kohl sei schon längst demontiert. Zudem habe ich wohl deutlich gemacht, warum Brodmann den Begriff “Polizeistaatsbesuch” wählte. Ohne den Tod Ohnesorgs wenige Tage vorher hätte er über den polizeilichen Aufwand anders berichtet. Nämlich so wie der Spiegel 1962 über den beim Besuch De Gaulles. Letzterer war immerhin des öfteren das Ziel von Mordanschlägen der OAS gewesen. Der Polizeiaufwand ist also gestern kaum anders gewesen als er schon immer gewesen war. Es gibt also keine Grund, in der Erinnerung an Brodmanns Film etwas Subversives zu vermuten … . Das findet nur in Deinem Kopf statt.

topi Juni 20, 2013 um 13:40

“Natürlich können wir anders.”

“Können” wird allerdings recht verschieden definiert.

Konnte Obama können, wenn er gewollt hätte? Oder meinte er nur, wir können auch einen Schwarzen aufstellen und sogar wählen?

Konnte Roosevelt? Oder musste er?

Carlos Manoso Juni 20, 2013 um 14:54

@ f.luebberding Juni 20, 2013 um 13:18
„ Das findet nur in Deinem Kopf statt.

„Es ist bekanntlich ein Teil des Mythos, dass sich viele Menschen daran erinnern können, wo sie vor bald 50 Jahren die Nachricht vom Tod Kennedys gehört haben. Es ist offenkundig völlig unsinnig, die Rede Kennedys mit der von Obama gestern zu vergleichen. Trotzdem macht es fast jeder Berichterstatter. Die Medien erzeugen jenen Mythos, dem sie am Ende selbst in ihrer historischen Ahnungslosigkeit zum Opfer fallen. Damit werden sie zu einem Teil der Mythologisierung. Wenn man in diesen Tagen etwas lernen konnte, dann das.“

Luebberding, alles völlig richtig: „es ist offenkundig völlig unsinnig, die Rede Kennedys mit der von Obama gestern zu vergleichen“.

Was für einen echten Mythos momentan noch fehlt, ist ein vergleichbarer Drehort wie Elm Street, Dallas / Texas. Immerhin gibt es heute Amtslimousinen mit kugelsicherem Dach.

Reinhard Juni 20, 2013 um 16:02

“Immerhin gibt es heute Amtslimousinen mit kugelsicherem Dach.”

Es gibt heute auch Raketenwerfer und speziell panzerbrechende Munition dafür auf dem Schwarzmarkt zu kaufen.

Carlos Manoso Juni 20, 2013 um 16:13

@Reinhard Juni 20, 2013 um 16:02
“Immerhin gibt es heute Amtslimousinen mit kugelsicherem Dach.”
Es gibt heute auch Raketenwerfer und speziell panzerbrechende Munition dafür auf dem Schwarzmarkt zu kaufen.“

Reinhard, als rollende Alternative zur fliegenden Air Force One steigt Obama in “the Beast” um.

„Das seit 2009 als rollende Alternative zur Air Force One im Einsatz befindliche Fahrzeug wird vom Secret Service schlicht “The Beast” genannt und an fast jeden Ort der Welt gebracht, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten dort auf öffentlichen Straßen unterwegs sein soll. Grundlage für das “Auto” ist der Chevrolet Kodiak – ein ausgewachsener Truck, dessen Fahrwerk genug Potenzial für den schweren Aufbau hat.
Um den Präsidenten optimal zu schützen, verfügt das Biest über eine extrem starke Panzerung sowie ein Filtersystem zur Abwehr von Angriffen mit biologischen oder chemischen Angriffen. Die Räder mit Runflat-Reifen können auch ohne Luftdruck genutzt werden, um die Limousine mit der wichtigen Fracht auch nach einem Angriff an einen sicheren Ort fahren zu können.
Insgesamt bietet The Beast Platz für sieben Insassen, die meisten Personenschützer sind folglich in anderen Fahrzeugen und zu Fuß unterwegs. Je nach Situation besteht der Präsidenten-Konvoi aus bis zu 45 Fahrzeugen, hinzu kommen die Helfer aus dem Gastgeber-Land. Im Fall des Obama-Besuchs in Berlin war natürlich auch die deutsche Polizei mit zahlreichen Autos, Motorrädern und sogar gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz, um den mächtigsten Mann der Welt vor allen Eventualitäten zu schützen.“
http://www.autozeitung.de/auto-news/barack-obama-berlin-the-beast-auto-panzerung-2013

Reinhard Juni 20, 2013 um 16:36

@Carlos: Bigger, stronger, better ist ein Wettlauf, den alle Seiten beherrschen. Die einen entwickeln bessere Panzerung, die anderen kaufen die waffentechnischen Gegenmaßnahmen auf dem Schwarzmarkt. Ist aber immerhin gut fürs Geschäft :)

Abgesehen davon, je stärker sich Staatschefs schützen, umso mehr werden unschuldige Zivilisten Opfer von Anschlägen, so dass die Bevölkerung dieser Länder schon alleine aus Selbstschutzgründen Staatschefs aus ihren rollenden und fliegenden Festungen zerren sollte.

Carlos Manoso Juni 20, 2013 um 16:58

@Reinhard Juni 20, 2013 um 16:36
„ Bigger, stronger, better ist ein Wettlauf, den alle Seiten beherrschen. Die einen entwickeln bessere Panzerung, die anderen kaufen die waffentechnischen Gegenmaßnahmen auf dem Schwarzmarkt. Ist aber immerhin gut fürs Geschäft
Abgesehen davon, je stärker sich Staatschefs schützen, umso mehr werden unschuldige Zivilisten Opfer von Anschlägen, so dass die Bevölkerung dieser Länder schon alleine aus Selbstschutzgründen Staatschefs aus ihren rollenden und fliegenden Festungen zerren sollte.“

Reinhard, bitte keine völlig unnützen Fantasien. De Lage ist längst außer Kontrolle:
„Dank einer massiven Medienkampagne schien der amerikanisch- britisch- japanischen Methode der Geldlockerung (welche wunderbarer Euphemismus) Erfolg beschieden zu sein und wurde als Gegenmodell zur euroländischen Austeritätspolitik gepriesen; seit einigen Wochen haben die Herolde der Finanzialisierung der Wirtschaft größere Schwierigkeiten, die Realität als ihren Sieg zu verkaufen. „
http://www.leap2020.eu/GEAB-N-76-ist-angekommen-Zweites-Halbjahr-2013-Umfassende-weltweite-Krise-II -Zweite-zerstorerische-Explosion-Ausbruch_a14281.html

ppp Juni 20, 2013 um 17:07

Das Verhältnis WestBerlin-USA war immer etwas besonderes, positiver als Deutschland-USA insgesamt. Während Adenauer und die US-Präsidenten sich kaum verstanden, kumpelten US-Stellen und West-Berliner SPD eng miteinander (was wiederum im Kontrast zur Bundes-SPD der 50er statt). Ernst Reuter hatte eine exklusive Sprechstunde im RIAS, wo die West-Berliner anrufen konnten.

Der zentrale Begriff war dabei natürlich die Freiheit, Berlin als “Frontstadt” gegen den Kommunismus. Willy Brandt ist davon auch geprägt worden, “Im Zweifel für die Freiheit” kommt daher, was gerne vergessen wird.

Entsprechend ist es nicht verwunderlich das Obama sich 2008 noch als Kandidat vor die Siegessäule gestellt hat. Das war eine wunderbare Gelegenheit den mythischen Gehalt für seine Kandidatur zu nutzen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/obamas-original-manuskript-people-of-the-world-look-at-berlin-a-567925.html

Naja, jetzt 2013 ist kein Wahlkampf und er hat anderer Sorgen, also wurde alles eine Nummer zurückgefahren. Das die deutschen Medien dies nicht antizipierten… jeder macht sich zum Horst wie gut er kann.

Carlos Manoso Juni 20, 2013 um 17:25

@F.LUEBBERDING on 20. JUNI 2013
„Es ist offenkundig völlig unsinnig, die Rede Kennedys mit der von Obama gestern zu vergleichen. Trotzdem macht es fast jeder Berichterstatter. „

„Zitat vom Manuskript des Weißen Hauses:
“I drew inspiration from one of our founding fathers, James Madison, who wrote, “No nation could preserve its freedom in the midst of continual warfare.” James Madison is right — which is why, even as we remain vigilant about the threat of terrorism, we must move beyond a mindset of perpetual war.”
Übersetzung von Dings, Dings, Dings, usw:
“Ich habe mich leiten lassen, von einem unserer Gründerväter, James Madison, der schrieb: “Keine Nation kann ihre Freiheit in einem ständigen Kriegszustand bewahren.” Und James Madison hatte recht – deswegen bleiben wir zwar wachsam bezüglich der Bedrohung durch den Terrorismus, aber wir müssen darüber hinwegkommen, im Bewusstsein einer ständigen Kriegsbedrohung zu leben.“
Meine Übersetzung:
“Ich habe mich von einem unserer Gründungsväter, James Madison, inspirieren lassen, der schrieb, ´Keine Nation konnte seine Freiheit inmitten fortgesetzter Kriegführung bewahren`. James Madison hat recht – weshalb wir, obwohl wir wachsam bleiben bezüglich der Bedrohung des Terrorismus, über eine Mentalität des perpetuierten Krieges hinwegkommen müssen.”
Der Begriff “perpetual war”, den ich in diesem Artikel mit “perpetuitiver Krieg” übersetzt habe, ist meiner Ansicht nach mindestens indirekt der Schlüssel zu allem, was in den letzten rund 12 Jahren auf dem Planeten passiert (…)

Nun, mittlerweile verwendet nicht nur Congresswoman Barbara Lee den Begriff “perpetual war” (wir berichteten), sondern bereits große Teile der Presse in den Staaten. Auch heute. In den U.S.A. fiel der Presse das auf, was in der deutschen nicht einmal stand, obwohl es vor dem Brandenburger Tor in alle Kameras gesprochen wurde. Das ist irre. Das ist Deutschland im Jahre 2013. „
http://www.radio-utopie.de/2013/06/19/entscheidene-passage-von-barack-obamas-rede-durch-informationsindustrie-falsch-ubersetzt/#more-75871

http://washington.cbslocal.com/2013/06/19/obama-us-europe-must-move-beyond-the-mindset-of-perpetual-war/

topi Juni 21, 2013 um 05:12

Ein Beispiel für schönen Mainstream-Journalismus.
Auf Zeit online spekuliert Zacharias Zacharakis zu den neuesten Umragen in Griechenland.

“Die letzte Meinungsumfrage in Griechenland ergab, dass er[Samaris] mit seiner Partei an der Spitze liegt, bei aktuell knapp über 20 Prozent.

Das sieht zunächst nach nicht besonders viel aus. Aber das griechische Wahlsystem bevorteilt die stärkste politische Kraft mit einem Bonus an Parlamentssitzen. Eine Alleinregierung der Konservativen rückt daher wieder in greifbare Nähe.

Nicht nur das. Die sozialistische Pasok, bis vor Kurzem selbst allein in der Regierung, ist auf den schlechtesten Wert ihrer Geschichte gefallen, auf nur noch 6 Prozent. Ihr Parteichef Evangelos Venizelos sagt zwar, er würde die Koalition notfalls platzen lassen, aber ernst nehmen das nur wenige.

Für Venizelos bergen Neuwahlen die Gefahr, voll und ganz in die politische Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Ähnlich geht es der Demokratischen Linken, die bei 3,5 Prozent liegt.

Profitieren von Neuwahlen würde dagegen die rechtsextreme Goldene Morgenröte. Sie kommt in den Umfragen aktuell auf deutlich über 10 Prozent, manche Meinungsforscher sehen sie sogar bei 13 Prozent. ”

Dass Syriza gleichauf liegt mit de ND, das braucht man jaindem Zusammenhang nicht erwähnen, stört dochnur,zuvielInformation.
:roll:

Bruchmüller Juni 21, 2013 um 11:28

@ topi

…aktuell knapp über 20 Prozent
…auf nur noch 6 Prozent
…die bei 3,5 Prozent liegt
…deutlich über 10 Prozent
…sogar bei 13 Prozent

Was sagt uns das über dieses Land. Es sagt uns: Nichts. Ich schätze, genau das ist der Zweck der Übung dieses Mainstreamturners. Und mir wird jetzt schon übel, denke ich an das Affengeschnatter aus dem Blätterwald, wenn demnächst die Prozenternte dieses Herbstes den Markt überschwemmt.

(:>) Im Übrigen bin ich entsetzt. Alles paletti, und dann dieser letzte Absatz in Deinem Post! Ich empfehle: Nimm das Gerät doch mal mit unter die Dusche. Vielleicht spült es die Krümel heraus. Es steht zu befürchten, dass man Deine Beiträge eines Tages vermisst. Nur ich (und allenfalls noch Du selbst) wissen dann, dass Deine Tastatur nur noch Leerzeichen und fehlende Buchstaben ins Netz überträgt. (:>)

topi Juni 21, 2013 um 12:12

@Bruchmüller

Ach, das zuviele Leerzeichen übertragen werden, ist aktuell sehr unwahrscheinlich. ;>]

“Was sagt uns das über dieses Land. Es sagt uns: Nichts.”

Das würde ich gar nicht so sehen. So lange noch eine Mehrheit der Menschen zur Wahl geht (Umfragen beantwortet), und vor allem, da sich die griechischen Parteien mit ihren Politikangeboten durchaus unterscheiden, liefert so eine Umfrage Informationen.

Es gibt eine konstante Zahl Anhänger der ND, Augen zu und durch, Kapitalvermögen erhalten, Lasten auf Kostas abwälzen,Einkommensverteilung noch verschärfen,etc. Nur etwa 10% dürften wirklich davon profitieren (Kapitalschicht und obere Dienstklasse mit Anhang, aber als “Konservative” findet man immer noch ein paar Anhänger mit genügend “unmodernen” Thesen.

Die beiden “linken” Parteien,die in die Regierung eingetreten sind und damit den Kurs prinzipiell mittragen, aber vielleicht etwas weniger hart als die ND wollten (bei PASOK wird es auch noch zwei drei Aufrechte geben), kriegen auf die Mütze. Völlig zu Recht,die Politikist eben nicht im Interesse ihrer Wähler.

Es profitieren die mit anderem Angebot. Eine Mehrheitfür Syriza, Regierung,und das Spiel beginntmit ganz anderer Ausgangslage. (wohin es führt,ist ein anderes Thema).

Oder eben dieNazis.

Als “Normalbürger” kann man eben sehen, dass es so,wie es läuft, nicht sinnvoll ist. Also muss etwas anderes her.Und zunehmend wird man sich trauen.

topi Juni 21, 2013 um 16:12

Und schon ist sie raus aus der Regierung, die “Demokratische Linke”.

Die PASOK,diesich “Sozialisten” nennen,stehen natürlich. Wahrscheinlich deutlich länger an Seite der Troika, als ND selbst. :roll:

f.luebberding f.luebberding Juni 22, 2013 um 07:38

Dieser Artikel in Spiegel online ist interessant. Siehe auch das update im Text.

f.luebberding f.luebberding Juni 22, 2013 um 11:49

Zur Obama-Rede hat sich auch gerade Uwe-Carsten Heye im WDR geäußert.

wowy Juni 22, 2013 um 21:35
wowy Juni 22, 2013 um 21:36
wowy Juni 22, 2013 um 21:38

Der Bundesfinanzminister hält zudem eine Vertragsänderung für nötig. “Einen Konvent sollte man nur dann einberufen, wenn es eine Chance gibt, dass er auch ein Ergebnis produziert”, so Schäuble. “Aber das ändert nichts daran, dass wir die Verträge werden ändern müssen. Je eher, desto besser.”

f.luebberding f.luebberding Juni 23, 2013 um 09:20

Im Artikel habe ich ein update mit weiteren Hinweisen zum Kennedy -Besuch im Sommer 1963 geschrieben. Es lohnt sich, eine Zeitreise zu machen. Es geht um “Unsere Mütter, Unsere Väter”, nur 20 Jahre später.

~ 'NSU' = Staatsterrorismus! ~ Juni 24, 2013 um 12:23

@flübber

… WDR5 … datt is doch DEINE IP-Nummer, odda.

Warum setzte WDR 5 Beitrag über NSU-Ausschuss ab ?

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Von bobrobotboy / 5. Mai 2013 / NSU, Qualitätsjournalismus, Terrorismus, Verfassungsschutz, Zensur / 158 Kommentare

Update 15.6.2013

Im Kommentarbereich dieses Artikels finden sich zahlreiche Kommentare der V-Person “Krokus”, deren Führungsperson beim Stuttgarter Landesamtes für Verfassungsschutz, “Rainer Öttinger”, am 24.6.2013 vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages angehört wird.

http://machtelite.wordpress.com/2013/05/05/warum-setzte-wdr-5-beitrag-uber-nsu-ausschuss-ab/

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