“So wurde Politik sekundär.”

by f.luebberding on 31. Juli 2013

Daniel Kröger (“eFlation“) äußerte sich gestern zu den Quartalszahlen einiger Technologie-Unternehmen aus der vergangenen Woche. Es ging um die Bewertung von Unternehmen wie Google und deren Zukunftsperspektiven. Sein Hinweis auf die Marketingkosten von Samsung, die den Gewinn des Konzerns zu erschlagen drohen, ist für Anleger sicherlich ein gutes Argument. Immerhin hat es aber Samsung so geschafft als ein hipper Konzern zu erscheinen, dessen Produkte die Generation meiner Töchter für sozial akzeptabel hält. Die Technik interessiert diese Generation nicht wirklich, sondern vor allem das Image. Nur ab welchen Punkt wird diese Form der Bewusstseinsbildung von Konsumenten eigentlich zu teuer? Die Erwartungen des Kapitalmarkts sind natürlich andere als die der Politik. Grundrechte etwa sind zum Leidwesen mancher Clowns immer noch kein an der Börse handelbares Gut. Eine Frage sollte man sich aber schon stellen: Wie profitieren eigentlich die von Kröger angesprochenen Technologiekonzerne von ihrer privilegierten Stellung im Verhältnis zur amerikanischen Regierung?

Schließlich stellen sie der Regierung die Daten zur flächendeckenden Überwachung zur Verfügung. Wie muss man sich eigentlich deren Gegenleistung vorstellen? Wird sie jetzt den Einflüsterungen der Konzern-Lobbyisten besonders wohlwollend gegenüberstehen? Beide Seiten werden an dem Erhalt dieser Struktur aus der Verschmelzung von Politik und Konzernen zum digital-industriellen Komplex ein Interesse haben: Die Konzerne wollen ihre Marktstellung und Profite sichern. Die Regierung die Infrastruktur des Überwachungsstaates. Don Alphonso hat einen guten Gedanken formuliert. Es geht um die Debatte um das Leistungsschutzrecht.

“Mit den paar Milliarden kann Springer vielleicht zu einer digitale Regionalmacht aufsteigen, wenn sie so unbedeutend bleiben, dass andere, grössere Konzerne das zulassen. Der Kotau vor Google war der erste, richtige Schritt in diese Richtung.”

Das hat mit der üblichen Logik von Kapitalmärkten nichts mehr zu tun, etwa mit der Konkurrenz von Samsung und Apple – und der Frage, wie man meine Töchter von dem Erwerb eines Handys überzeugt. Ein Kotau ist das exakte Gegenteil vom Wettbewerb. Dons Konzerne können den Aufstieg der Konkurrenz nur verhindern, wenn sie einen Einfluss auf die Politik ausüben, der etwa wirksame Gesetze gegen die Monopolbildung auf vermachteten Märkten verhindert. In der heutigen FAZ hat Gabor Steingart in einem Interview mit Frank Schirrmacher eine ähnliche These über die Struktur der Finanzmärkte formuliert. Nun ist seine Sichtweise auf die Geldpolitik der EZB und die Rolle des Kredits im Kapitalismus von der bekannten Naivität geprägt. Aber seine politische Analyse ist nichts anderes als die Reformulierung der Stamokap-These im neoliberalen Gewand.

“Der große Spieler auf der Bühne des Krisentheaters ist die aus hybriden Verhältnissen entschlüpfte Bastardökonomie, ein staatlich-finanzindustrieller Komplex, der die Marktwirtschaft verformt und den Wohlstand der Nationen schmälert. Ludwig Erhard wurde ermordet, und an seiner Stelle wurde eine die Gesetze der Marktwirtschaft verletzende Doppelherrschaft von Regierung und Banken installiert. … . Die Regierungen haben die Politisierung der Finanzmärkte vorangetrieben und die Finanzmärkte im Gegenzug die Kommerzialisierung von Politik. So wurde Politik sekundär, nicht nur in Amerika.”

So wurde Politik sekundär. Das ist der entscheidende Satz. Die Politik verschanzt sich hinter einer Systemlogik, die nur in einer Form existiert: Man sollte sich über die Folgen klar werden, wenn man diese Systemlogik verlässt. Natürlich gibt es keinen Zwang, alle Banken zu retten. Man muss sich stattdessen fragen, wie das Bankensystem in Zukunft funktionieren soll – und was eigentlich mit den Vermögen passieren wird, die mit den bankrotten Banken untergehen werden. Die Handelsblatt-Leser werden begeistert sein, so ist zu vermuten. Das Jammern über die niedrigen Renditen auf Kapitalmärkten passt mit Steingarts Logik übrigens genauso wenig zusammen. Die niedrigen Renditen sind die direkten Folgen einer Rettungslogik, die die Leser von Gabor Steingart bisher vor Vermögensverlusten bewahrt hat. Ludwig Erhard verstaubt derweil im Bücherregal. Gabor Steingart redet zwar in dem Interview durchaus über die Konsequenzen seiner eigenen Logik. Aber es muss sich niemand angesprochen fühlen. Das ist (nicht nur) sein Problem. Er befürwortet den Kladderadatsch als große politische Tat. Das in der Eurokrise verhindert zu haben, sieht aber (nicht nur die deutsche) Politik als ihre größte Leistung an. Die Bürger wissen es bisher der Kanzlerin zu danken. Ob mit überzeugenden Gründen, wird bald der Wähler entscheiden.

Nur muss man sich deshalb vor Google in den Staub werfen, wie es Don Alphonso formulierte? Man sollte wenigstens den Schleier um Google lüften, der in der Logik eines quasi “natürlichen Monopols” auftritt. Es gibt nämlich nur zwei Schlussfolgerungen aus der Stellung von Google und den anderen Monopolisten im Onlinemarkt: Entweder den Wettbewerb sicherzustellen oder das Monopol zu verstaatlichen. Private Monopole passen noch nicht einmal in die Welt eines Adam Smith, von Ludwig Erhard gar nicht zu reden. Ansonsten werden sie tatsächlich zu einer Art “Kaiser von China” vor dem man sich in den Staub zu werfen hat. Ist die Politik sekundär? In Wirklichkeit ist das, was geschieht, die Folge politischer Entscheidungen gewesen. Politik wurde nicht sekundär, sondern Interessengruppen haben diese politischen Entscheidungen in ihrem Sinn beeinflusst. Sie erzählen uns dann halt Schauergeschichten, dass die Welt untergeht, wenn man in Spanien oder auf Zypern fünf Jahre nach dem Fast-Zusammenbruch des Finanzkapitalismus Banken Pleite gehen lässt. Oder Google der “Kaiser von China” ist und ohne die Überwachung aller Staatsbürger die Terroristen die Welt ins Chaos stürzen werden. Die 2008 tatsächlich gut begründete Angst vor dem Kladderadatsch wird zum letzten verbliebenen Argument von Interessengruppen. Manche nennen das “alternativlos”.

Und damit kommen wir zu Samsung. In Asien hat niemand die Schauergeschichten etwa von einem “natürlichen Monopol” von Apple geglaubt. Die brauchten für diese Erkenntnis noch nicht einmal Ludwig Erhard. Oder die lustigen Geschichten über die segensreiche Wirkung von freien Märkten. Samsung ist ein Teil jener asiatischen Sichtweise, wo der Kapitalismus schon immer nichts anderes als Staatskapitalismus war. In dem Artikel schreibt Marcus Rohwetter über die Wahrnehmung von Samsung im Westen bemerkenswerte Sätze:

“Samsung schweigt auch zu diesen Vorwürfen. Die Festung wird belagert, aber ihre Mauern sind hoch und ihre Tore fest verschlossen. Mit dieser Haltung sind die Samsung Men um Chairman Lee weit gekommen. Eine breite öffentliche Diskussion über die Schattenseiten des Erfolgs hat außerhalb Koreas kaum stattgefunden. Man bejubelte die Produkte und den beeindruckenden Aufstieg. Während der vergangenen Jahre hat sich der Markenwert der drei Sterne vervielfacht. Heute zählt Samsung zu den 20 wertvollsten Marken der Welt – weit vor Amazon, Nike und Nestlé.”

An den Kapitalmärkten muss man das nicht diskutieren. Dort interessiert tatsächlich nur die Kapitalrentabilität – und die Relevanz von Marketingkosten.  Nur funktioniert eben unser Kapitalismus nicht anders als der in Asien. Das ist die durchaus bemerkenswerte Erkenntnis aus dem Interview mit Steingart. Die sekundäre Rolle der Politik hat damit zu tun, dass die Politik ihre Entscheidungen damit legitimiert, es könnte gar nicht anders sein. Sie von Märkten redet, wenn es in Wirklichkeit um Interessen geht. Sich die Politik so anhört wie ein Analystenkommentar von Eflation. Steingart beschwört als Ausweg die guten alten Zeiten.

“Ich glaube, dass es einen Ausstieg aus dieser Gegenwart der permanenten Drohung geben kann. Die unheilige Allianz von Politik und Finanzsektor muss ausgelöst, diese Beziehung entflochten werden. Die Regeln der Marktwirtschaft sind eben nicht nur Teil unserer Vergangenheit, sondern wären dann auch wieder Teil unserer Zukunft. Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“ gehört wieder in den Kanon der Gegenwartsliteratur.”

Damals lebten wir allerdings schon längst in einem Staatskapitalismus unter Beimischung marktwirtschaftlicher Elemente. Erst die Neoliberalen des Typus Hayek und Friedman erzeugten jene Illusion, dass das anders sein könnte. Sie schufen damit das Einfallstor für eine Politik, wo sich ökonomische Macht in Politische transformierte. Die “sekundäre Rolle der Politik” war nichts anderes als ihre Selbstaufgabe. Das zu ändern, ist übrigens keine Frage von “links” oder “rechts”. Es ist das Interesse des Staatsbürgers.

update

Es gibt noch einige interessante Hinweise zu machen. Frontal 21 hat gestern Abend im ZDF etwas zum Kenntnisstand der Bundesregierung über Prism mitgeteilt. Der Bericht lohnt sich. Im Guardian findet man jetzt eine neue Folge aus der Serie von Edward Snowden, nämlich wie man die Dementis von Regierungen widerlegt.

“XKeyscore, the documents boast, is the NSA‘s “widest reaching” system developing intelligence from computer networks – what the agency calls Digital Network Intelligence (DNI). One presentation claims the program covers “nearly everything a typical user does on the internet”, including the content of emails, websites visited and searches, as well as their metadata.”

Über unser Thema, den Sinn von Politik, geht es in der folgenden Geschichte. In der neuen “Zeit” ist ein Artikel über die Entwicklung im amerkanischen und europäischen Buchhandel erschienen. Es geht um das drohende Monopol von Amazon im Buchmarkt. Zuletzt noch eine gute Zusammenfassung von Springers Digitalisierungsstrategie in der Wirtschaftswoche. Außerdem ist das Interview mit Steingart jetzt online.

{ 192 comments }

Lina Juli 31, 2013 um 15:48

1. Politik war immer sekundär.

Sie hatte (fast) keine andere Aufgabe, als das “big business” zu koordinieren und die abfallenden Krümel , so gerecht wie möglich, unter’s Volk zu verteilen.

2. Der “Krümelhaufen” war in den Zeiten groß, als der Internationalisierungsgrad lokaler Firmen relativ klein war.
Internationalisierungsgrad ist nicht gleich internationaler HANDEL. Gemeint ist das Aufkommen multi-/transnationaler Firmen und joint-ventures (und auch die damit verbundenen Komfortzonen wie Steuersparmodelle rund um den Globus)

3. “THE WEST” ist ein BLOCK (incl. Wirtschaft, Militär und Geheimdienste). Deswegen ist es blödsinnig die USA als Fremdkörper zu betrachten.

4. Je schneller die Globalisierung voranschreitet, werden die Grenzen zu anderen Blocks unschärfer (als noch zu Zeiten des eisernen Vorhangs).

5. Der “globale Minotaurus” liegt verwundet am Boden und THE WEST benimmt sich wie ein wildgewordener provinzieller Hühnerhaufen. Hühner, die sich gegenseitig die Augen auspicken und Küken töten.

http://yanisvaroufakis.eu/2013/07/29/the-germany-europe-and-the-world-need-my-article-in-handelsblatt/

6. Die Selbstmordrate in Süd-Korea ist enorm hoch.

7. Samsung-Handys sind cool, weil man die rooten und “richtig” in Besitz nehmen kann… ;)

8. Hab jetzt vergessen, wat ich noch sagen wollte.

9. Muss mich wieder ans Kuchenbacken ranmachen…..

.

keiner Juli 31, 2013 um 18:26

Mir gefällt ja die Geschichte zu GoldmanFucks und dem Alu-”Markt” in den USA sehr gut:

1. Zeigt sie genau, wie diese Leute ticken
2. Das sich -natürlich- nach 2008 nichts geändert hat, in der Bankenbranche
3. Nur eine komplette Zerschlagung der Branche die Realwelt von diesem Geschmeiss befreien kann

4. Kuchen und Gulasch sind fertig.

"ruby" Juli 31, 2013 um 19:25

“Got mashed potatoes”
http://www.youtube.com/watch?v=DRpba1Opk1U

"ruby" Juli 31, 2013 um 20:16

Got the meaning
http://www.youtube.com/watch?v=Yql9I2zARd4
in der Globalisierung der MöchtegernMonopolistenManiacs ?

Schatten Juli 31, 2013 um 21:00

Ja, gut: Aber was haben Apple, Google und Samsung mit den Banken gemein?

Eigentlich nix! Apple lässte sich durch HTC oder ZTE substituieren, Google durch Bing und Meta-Suchmaschinen, Samsung sowieso… Zudem laufen alle Gefahr, bei der nächsten technischen Revolution für Google dann Altavista zu werden, für Apple dann Blackberry usw.

Die Banken aber, die sind anscheinend alternativlos und systemisch wichtig, anscheinend…

Es ist also sehr ungerecht, im Wettbewerb stehende Unternehmen mit “systemisch alternativlosen” Banken zu vergleichen!

Zudem: Im Kapitalismus werden die Loser sonst schnell aussortiert – bei den allfälligen Bankenrettungen bleiben sie: Negativauslese!

xefix Juli 31, 2013 um 22:02

Daniel Kröger (“eFlation“) äußerte sich.
Es ging um die Bewertung von Unternehmen wie Google.
Wie muss man sich eigentlich deren Gegenleistung vorstellen.
Don Alphonso hat einen guten Gedanken formuliert.
Wie man meine Töchter von dem Erwerb eines Handys überzeugt.
In der FAZ hat Steingart eine These formuliert.
Ludwig Erhard verstaubt derweil im Bücherregal.
Nur muss man sich deshalb vor Google in den Staub werfen?
Und damit kommen wir zu Samsung.
An den Kapitalmärkten muss man das nicht diskutieren.
Es ist das Interesse des Staatsbürgers.
Es gibt noch einige interessante Hinweise zu machen.
Über unser Thema geht es in der folgenden Geschichte.
Es geht um das drohende Monopol von Amazon im Buchmarkt.
Zuletzt noch eine gute Zusammenfassung von Springers Digitalisierungsstrategie.

Danke Frank!

“So wurde Politik sekundär.”

Alleswirdgut

wowy Juli 31, 2013 um 22:17

Was mir bei der Betrachtung zu kurz kommt ist die Frage, was “politisch” denn hier eigentlich bedeuten soll.
Legen wir das
https://de.wikipedia.org/wiki/Politik#Mehrdimensionaler_Politikbegriff_der_j.C3.BCngeren_politikwissenschaftlichen_Diskussion
zugrunde, dann geht es hier nicht mehr um Politik.
Ich brauche gar keine Clowns, die die Grundrechte monetarisieren wollen. Ganz im Gegenteil: Ziel ist es, sich von den gesamtgesellschaftlichen Regeln zu verabschieden.

Die NSA ist ein militärischer Geheimdienst, der unter Sonderregelungen und Geheimgerichtsbarkeiten fällt. Der Chef der NSA ist gleichzeitig Chef des (militärischen) United States Cyber Command (militärische Behörde für den Cyberkrieg) und des Central Security Service (Verbindungsdienst zu den Streitkräften).
Deshalb ist das Urteil zum Fall Manning der Präzedenzfall, das statuierte Exempel, für alle zukünftigen Fälle.
Manning fiel unter die Militärgerichtsbarkeit.
Es ist ein Staat im Staate, mit eigenen Regeln, die niemand kontrollieren kann, und die Frage von Sloterdijk nach einer Militärjunta wird in der Tat zunehmend evident.

Wieviel Phantasie braucht man, um sich vorzustellen, was daraus erwächst und worauf alles gewettet werden kann, was Aktien in die Höhe schießen und (auch darauf kann man wetten) fallen lassen kann.

Die Medien (Oligopol) für die Meinung (oder Manipulation für Gehirnwäsche), die totale Überwachung, die Kriegsmaschinerie (Rüstungsindustrie) und die Banken……..

“War Games” auf allen Ebenen.

Soldat Schwejk Juli 31, 2013 um 22:24

Naja, man kann jetzt vielerlei Betrachtungen anstellen über das Verhältnis von Politik und Wirtschaft in der Vergangenheit.

Aber wenn man ein Primat der Politik einfordert… also es kann sinnvoll ja nur gemeint sein ein Primat des demokratischen Souveräns gegenüber hochkonzentrierter Wirtschaftsmacht (einen autoritären National-Korporatismus wie mancherorts in der Zwischenkriegszeit kann man ja auch nicht wollen)…

… dann müßte man eine konkrete (radikaldemokratische) Reform der politischen Institutionen auf die Agenda setzen, nicht wahr? Auf einzelstaatlicher und europäischer Ebene. Im aktuellen Institutionendesign wird vermutlich jede Politik über kurz oder lang so funktionieren wie die jetzige.

Und daß ich Gabor Steingart noch mal zustimmen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Na, auch nicht in allem. Aber in einigen zentralen Aussagen: Es ist NICHT der Algorithmus von Maschinen, der uns ausliefert und unmündig macht. Das ist Mystizismus. Die Souveränität des Individuums hat im Laufe der jüngeren Geschichte auch nicht abgenommen, im Gegenteil. Das Problem liegt vielmehr in ökonomischer Machtkonzentration und einer dem politischen System inhärenten Korruption. Manchmal kann Ockham’s Razor nicht schaden. – Und, wie gesagt, hinzuzufügen wäre: Eine positive Antwort kann nur in einer konkreten institutionellen Umwälzung liegen… auf europäischer Ebene, natürlich nicht auf Weltebene.

xefix Juli 31, 2013 um 22:27

“…in a letter this week to senator Ron Wyden,
director of national intelligence James Clapper
acknowledged
that
NSA
analysts
have
exceeded
even
legal
limits
as interpreted
by the NSA
in domestic surveillance…”

http://www.theguardian.com/world/2013/jul/31/nsa-top-secret-program-online-data

Soldat Schwejk Juli 31, 2013 um 22:41

nur halb OT

Da hier das BGE gelegentlich eine Rolle spielt… da gibt’s ja nun auch eine Europäische Bürgerinitiative, wenn auch mit z.Zt. etwas schleppendem Vorankommen.

http://www.ebi-grundeinkommen.de/europaische-burgerinitiative/

Würde die Spielregeln wohl nachhaltig ändern… wirtschaftliche Macht nicht von oben her beschneiden, sondern von unten her. Nun, es wird nicht morgen kommen und auch nicht in 5 Jahren… aber man muß auf das laaangsame Mahlen der Mühlen des Fortschritts setzen…

wowy Juli 31, 2013 um 23:52
Soldat Schwejk August 1, 2013 um 00:13

P.S.
Und ist “Primat der Politik” resp. Demokratie denkbar, solange die Refinanzierung der Staatsschulden von privaten Kapitalmarktakteuren abhängig ist?

Ich denke, da sind Zweifel angebracht…

Wie soll Demokratie funktionieren, wenn jede mehrheitlich gewollte Reform dadurch torpediert werden, daß die Refinanzierungskosten an den Märkten nach oben getrieben werden?

Braucht Demokratie nicht

a) – einen Schuldenschnitt

und/oder

b) – eine Entkopplung der Staatsfinanzierung von den Kapitalmärkten und damit von der Macht der Akteure des Finanzsektors?

Und: wenn b) – wie müßte eine Notenbank dann institutionell eingebunden sein?

Und sollte reale Demokratie (“Primat der Politik”) nicht letztlich gar einen anderen Geldschöpfungsmodus erfordern?
(Bin mir da nicht sicher, aber die Frage in den Raum zu stellen lohnt sich vielleicht… Also wenn es um institutionelle Grundlagen von “Primat der Politik” geht…)

Marc August 1, 2013 um 00:36

@Soldat Schwejk

Der Geldschöpfungsmechanismus im Fiat-System ist dermaßen genial, er kann nur per Zufall entstanden sein. Es herrscht zwischen Zentralbank, Staat und Geschäftsbanken ein austariertes Gleichgewicht. Unter normalen Umständen kann keiner der Akteure seine Macht ausspielen. Das eigentlich nicht zu bändigende Finanzsystem wird durch dieses sonderbare Konstrukt im Zaum gehalten. Nein, das Problem ist ein völlig anderes: die vollkommen irrwitzig konstruierte Währungsunion hat diese Balance zerstört und den Finanzmärkten eine Macht übertragen, die sie in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft niemals haben dürfen.

BB August 1, 2013 um 00:38

Wir brauchen keine Steingarts, der uns die Welt erklären.

Wir brauchen keine Schirrmachers, die uns jetzt die Ohren volljammern, weil sie zuviel Luhmann gelesen haben und deshalb gar nix mehr checken.

Wir brauchen keine EU-Kommissare, die nur noch neoliberal ticken (also falsch).

Wir brauchen keine Funzlerin Murksel, die den Banken den Arsch küsst.

Wir brauchen auch diese Opposition nicht, nicht in diesem Zustand!

Wir brauchen keine Diekmanns, die sich in Kalifornien zukiffen und dann ihr Mutterhaus umkrempeln (bzw.: ist mir eigentlich wurscht).

Wir brauchen keine Burdas, die uns den New-Age-Spirit eintreiben wollen.

Wir brauchen keine Spionagefirmen in Deutschland

Wir brauchen in Deutschland keine Booz Allen Hamilton Piss off

Wir brauchen keine L3 SERVICES INC. Raus aus Deutschland! Pronto!

Wir brauche im Grunde nicht einmal Google.

Wir brauchen ein neues Narrativ!

Aber nicht von Euch, Ihr EU-Technokraten. Ihr lernt es nicht mehr.

BB August 1, 2013 um 00:56

Ääääh, was ich damit wagen wollte.

Weg mit dem Establishment!

Weil! Das ist das Problem!

"ruby" August 1, 2013 um 03:49

Wahrheit und Knochen
http://www.youtube.com/watch?v=ogr7Px5lO5w
http://www.dradio.de/aktuell/2198924/
Zeit das verlogene Abhörerpack zu offenbaren

Nukleus August 1, 2013 um 07:53

Ich möchte BBs Liste ergänzen um das EU/US-Freihandelsabkommen, inklusive Genmais von Monsanto, Fracking und einer Privatisierung der Wasserversorgung. Diese schönen Dinge kommen nämlich schwupp-di-wupp durch die Hintertür, wenn das Abkommen erst mal da ist.

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 08:29

Soldat Schwejk

Die Staatsfinanzierung über Kapitalmärkte funktioniert seit Jahrzehnten in den westlichen Industriestaaten – und der Fall der Eurozone ist singulär. Das hat weniger mit den Funktionsbedingungen privater Kapitalmärkte zu tun, sondern mit den Mechanismen der EWWU. Es gibt weder in den USA, noch in Japan ein Problem. Im Grunde seit der von Draghi erklärten Bereitschaft, auf dem Sekundärmarkt unbegrenzt zu intervenieren, auch in der EWWU keins mehr. Wenigstens ist auf den Kapitalmärkten nichts mehr davon zu bemerken, dass sie etwa das Auseinanderbrechen der Eurozone noch einpreisen würden. Das Problem der EWWU war ja gerade gewesen, dass es drei Jahre lang dauerte bis Draghi den politischen Widerstand gebrochen hatte, um geldpolitisch adäquat handeln zu können. Dass sich die zwangsläufigen Anpassungsprozesse im Süden der EWWU zu solchen desaströsen Krisen auswachsen konnten, hatte vor allem mit diesem politischen Widerstand zu tun – und der Untätigkeit von Merkel. Wir haben jetzt das makroökonomische Problem der festsitzenden Rezession mit sinkenden Einkommen und fehlenden Investitionen. Das ist zuerst einmal völlig unabhängig von der Refinanzierung der Staatsschulden, sondern Folge der dahinter stehenden wirtschaftspolitischen Ideologie. Denke Münchau hat dazu etwas Sinnvolles gesagt.

Nukleus August 1, 2013 um 08:40

Frank Lübberding, wie groß ist der Anteil vom Haushalt Deutschlands zur Begleichung der Zinslast?

Nöö, Staatsfinanzierung über Kapitalmärkte ist voll okay…

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 08:49

Schatten

Apple und Samsung sind ein Beispiel für funktionierenden Wettbewerb. Ich weiß zwar, dass links zumeist nicht gelesen werden, aber der Artikel von Rohwetter dokumentiert den Hintergrund. Es war eben keine Selbstverständlichkeit, dass Apple sein Monopol auf dem Smartphone-Markt so schnell verloren hat. Die Vorstellung, dass wir es hier auch in Zukunft mit solchen Wettbewerbsmärkten zu tun haben, halte ich übrigens für naiv. Das setzte Innovation in Form weiterer Technologiesprünge voraus. Mittlerweile erleben wir eine Marktkonsolidierung, wo sich dauerhaft die großen Player festsetzen werden. Das ist hier nicht anders als es wirtschaftshistorisch auch in anderen Märkten zu beobachten war. Dann haben aber die Monopolisten ein politisches Interesse an der Konsolidierung ihrer Marktposition, weil sie die Politik als denjenigen identifizieren, der diese Position aus wettbewerbspolitischen Gründen gefährden könnte. Entsprechend werden sie auf die Politik Einfluss nehmen, um das zu verhindern. Das ist dann nicht anders als bei den Banken. Das Bankensystem ist im Kapitalismus zwar tatsächlich von systemischer Bedeutung, aber nicht zwangsläufig jede Bank. Das wird erst dann ein Problem, wenn die einzelnen Banken zu groß werden, um sie Pleite gehen zu lassen. Oder der gesamte Sektor schlicht zu groß. Deswegen ist jede Nachricht üer den Rückbau des Sektors (etwa wegen rechtlicher Risiken) eine gute Nachricht. Die Deutsche Bank erlebt das gerade. Wie gesagt: Ich war sowohl in Spanien, wie in Zypern für Bankenpleiten, weil wir mittlerweile das Instrumentarium haben, um die systemischen Risiken solcher Pleiten zu begrenzen.

Keynesianer August 1, 2013 um 08:56

@Marx

Es herrscht zwischen Zentralbank, Staat und Geschäftsbanken ein austariertes Gleichgewicht. Unter normalen Umständen kann keiner der Akteure seine Macht ausspielen. Das eigentlich nicht zu bändigende Finanzsystem wird durch dieses sonderbare Konstrukt im Zaum gehalten.

Wie viele Akteure hast Du denn auf dem Gebiet der Geldpolitik entdeckt? ;)

Nein, das Problem ist ein völlig anderes: die vollkommen irrwitzig konstruierte Währungsunion hat diese Balance zerstört und den Finanzmärkten eine Macht übertragen, die sie in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft niemals haben dürfen.

Wenn die Geldpolitik es will, ist selbst ein internationaler Goldstandard wie 1929-33 eine irrwitzige Konstruktion, obwohl der sonst über Jahrhunderte funktioniert und sogar Kriege finanziert hat.

Wenn “die Akteure” der Geldpolitik das wollen, wird selbst die Rückkehr zur D-Mark für die Deutschen eine Katastrophe, von der sie sich die nächsten Hundert Jahre nicht mehr erholen.

Und genau dies scheint das aktuelle Problem. Daher entdecken urplötzlich so viele Leute nicht nur von der NPD den Vorteil einer Aufgabe des Euro und der alten Deutschmark.

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 08:59

Die Zinslasten im deutschen Haushalt sind überhaupt kein Problem. Das ist neoliberales Gefasel. Spanien oder Portugal, noch nicht einmal Italien, sind übrigens nicht wegen dieser dubiosen Zinslasten in die Krise geraten, sondern weil die Zinsen wegen der Gefahr eines Auseinanderbrechens der EWWU in die Höhe schossen – und sie sich deshalb nicht mehr auf den Kapitalmärkten refinanzieren konnten. Das Auseinanderbrechen der EWWU hätte nämlich Staatspleiten bedeutet, weil Investoren ihre Euro-Anleihen dieser Staaten hätten abschreiben müssen. Dass dann niemand mehr in solche Anleihen investiert, war nun wirklich keine Überraschung. Und die Verschwörungstheorien zu dem Thema kamen zumeist von Leuten, die schlicht keine Ahnung hatten. Wie gesagt: Das hat sich seit dem Sommer 2012 auch weitgehend erledigt.

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 09:00

Auf Ufo-Debatten habe ich übrigens keine Lust mehr. Nur zur Klarstellung.

"ruby" August 1, 2013 um 09:08

Datagate
http://www.dradio.de/dkultur/programmtipp/portal/2198613/
Überwachung durch NSA muss sofort aufhören.
Krisensitzung in Washington!
Der Wächter (The Guardian) hat wieder zu geschlagen.
Und wo bleibt der deutsche Journalismus?
No more Dummschwätzer und Bankenversteher.
Insolvenz für Schmarotzer – Markt für Marktprediger !

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 09:13

Ruby

Das stimmt übrigens: Man sollte wenigstens verstehen, wovon man redet … . Ansonsten berichten alle Zeitungen über die Guardian- Geschichte. In der FAZ sogar Fefe.

"ruby" August 1, 2013 um 09:14

Paranoide aller Welt ihr werdet aus dem Schatten gezogen;
wir lassen uns nicht mehr terrorisieren :
http://www.theguardian.com/world/2013/jul/31/nsa-top-secret-program-online-data
das Wettrüsten wird gestoppt
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2198205/
für ein neues Internet
Technik, Recht und Freiheit

"ruby" August 1, 2013 um 09:15

Wahnsinnsartikel von Fefe ;-)

kurms August 1, 2013 um 09:26

@Marc “Es herrscht zwischen Zentralbank, Staat und Geschäftsbanken ein austariertes Gleichgewicht.”

Also das Bild eines austarierten Gleichgewichts würde ich da nicht verwenden sondern es eher als ein Interessensgeflecht bechreiben daß es über die Teilmenge gemeinsamer Interessen der Akteure ermöglicht das System funktional zu halten. Aber ein Gleichgewicht ist es nicht, siehe 2008 ff. Daß die europäische Währungsunion ein Fehlkonstrukt ist sehe ich aber auch so, eben weil man ein Niemandswährung statt einer Gemeinschaftswährung geschaffen hat.

"ruby" August 1, 2013 um 09:27

Ist es nicht unsere Pflicht als Staatsbürger dafür Sorge zu tragen, das die Organe der Bundesrepublik Deutschland (auch wenn diese gerade im Urlaub sind) jetzt in Echtzeit nicht mehr ausgespäht, überwacht werden und in Amerika tausende von Datensätzen gespeichert sind um nach deutschen Maßstäben mit nicht gerechtfertigten Begründungszusammenhängen kombiniert zu werden?
Freunde werden nicht ausspioniert, Freunden gehört Vertrauen.

Nukleus August 1, 2013 um 09:33

UFO-Debatten?

Nun, mit jemanden für den es kein Problem darstellt, wenn knapp 10% eines Bugets in private Säckel abfließen anstatt in staatliche Infrastruktur, erübrigt sich tatsächlich eine Diskussion.

Frankie Bernankie August 1, 2013 um 09:40

@Nukleus

“Frank Lübberding, wie groß ist der Anteil vom Haushalt Deutschlands zur Begleichung der Zinslast?”

Anteil der Zinslast am Bundeshalt:

1995: 17%
2012: 10%

Quelle: Buba

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichtsaufsaetze/2010/2010_04_verschuldung_und_zinsbelastung.pdf?__blob=publicationFile

"ruby" August 1, 2013 um 09:41

Wenn die Amerikaner erst begreifen, das sie die Chance zu einer erneuerten Aufklärung erhalten haben, werden sie Edward Snowden und die europäischen Widerständler in Ehre empfangen.
Motto : Utah goes public !
Eröffnung war für September geplant – Tag der offen Tür.
Terroristen zieht euch warm an. Eure Daten werden gelüftet.

aifran August 1, 2013 um 09:50

Zinslasten – Schuldgeldsystemfragen? gibt es schöneres als die die Nutzmenschen antreibende Peitsche??? … also kein Wort der Kritik mehr über die Peitsche, kein Wort mehr über die Herrschaftswerkzeuge der Götter …. der um seine extra Hundekeks fürchtende Hausherr will es nicht.

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 09:51

Nukleus

Das habe ich zur Kenntnis genommen … . Es ging wie gesagt, um Debatten über Ufos und ähnlichen Mist, und nicht um die Sichtweise auf den deutschen Staatshaushalt. Wobei ich allerdings auf Debatten über den Zins als Ursache allen Übels auch keine Lust habe. Aber um auf das ökonomische Argument einzugehen: Mir sollte dann jeder erklären, wie man denn die Ersparnisse anlegen soll, wenn sich der Staat nicht mehr verschulden soll? Mittlerweile merken auch die Neoliberalen den Anlagenotstand, der durch die niedrigen Renditen ausgelöst wird und die private Altersvorsorge ruiniert. Wobei ich nichts gegen private Altersvorsorge habe, sondern gegen die Idee, sie als Ersatz für das Umlageverfahren der GRV zu betrachten.

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 09:55

aifran

Stimmt: Das ist nämlich Unfug. Aber das Tolle an solchen Debatten ist vor allem die Unfähigkeit, die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen. Mir erzählen jetzt seit fünf Jahren die immer gleichen Leute, dass Morgen sicher der Untergang bevorsteht. Selbst wenn er nicht stattfindet, ändert das nichts. Es ist wie bei den Zeugen Jehovas.

aifran August 1, 2013 um 10:07

Hall Frank… was habe ich vom Untergang gesagt??? Wie ist aus meinem obigen Posting derartiges herauszulesen??? (Die Herrschenden sind doch nicht so blöd ihre Gewnnabwerfenden Nutztiere äh Nutzmenschen Verrecken/Untergehen zu lassen.)

an die Arbeit Leute, rasch rasch … die Rendite – früher auch mal Zinsen genannt – für die Herren muss geschaffen werden …

Nukleus August 1, 2013 um 10:11

Frank Lübberding,

darf ich auf die Frage “Wohin mit dem Ersparten?” im “ruby”-Sil mit einem Musikzitat antworten?

“Oh, ich kauf mir was
Kaufen macht soviel Spaß
Ich könnte ständig kaufen gehn
Kaufen ist wunderschön
Ich könnte ständig kaufen gehn
Kaufen ist wunderschön
Ich kauf, ich kauf
Was, ist egal!”

Sorry für die flapsige Antwort. Aber die Logik “Staaten müssen sich verschulden, damit ich was (vermeintlch sicher) auf die hohe Kante legen kann”, die ist wirklich zu komisch!

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 10:16

Nukleus

Aha. Wie gesagt: Ich habe auf diesen Unfug, der von jeder Sachkenntnis ungetrübt ist, keine Lust mehr.

Nukleus August 1, 2013 um 10:33

Die Entscheidung, ob Staatsfinanzierung über dem Umweg “private Anleger” läuft oder nicht hat wohl weniger mit Sachkenntnis, als vielmehr mit der Bedienung gewisser Interessen zu tun.

Nukleus August 1, 2013 um 10:39

Manche Dinge sind wirklich total einfach. “Sachkenntnis” ist da nicht nötig, wo ein wenig gesunder Menschenverstand ausreicht. Im Gegenteil, die vermeintliche “Sachkenntnis” ist ein prima Instrument, um einfache Dinge zu verkomplizieren und die Sicht darauf zu verschleiern.

Nukleus August 1, 2013 um 10:41

Aber ich gebe zu, dass diese Diskussion hier nicht neu ist und langweilt. Zurück zum Thema Snowden, oder was auch immer das gerade war.

"ruby" August 1, 2013 um 10:49

@ fl

Soffisticated hat in seinem Blog aus der Sicht solider Banken erklärt, dass virtuelles Vermögen (Soddy) oder Kredit zur Finanzierung immer mit Wertberichtigungen Abschreibungen einhergeht. Dafür soll der Zins herangezogen werden und dann auch noch einen Gewinn erwirtschaften.
Dabei kann periodisch (Flows) immer nur ein überschaubarer Prozentsatz laufend verkraftet werden, maximal bis 10% ?, einmalig (außerordentlich) kann auf Bestände (Stocks) von Rücklagen oder Nachschüsse zurückgegriffen werden. Diese gewachsenen “goldenen” Regeln wurden beim modernen Banking mißachtet und Wertlosbestände (Zeithorizont) ungeahnten Ausmaßes geschaffen sowie sozialisiert. Die durch Arbeit erwirtschaftbaren Grenzen in einer sozialen (Wirtschafts-) Gesellschaft sind nun erreicht.
Das Spiel mit weltweiten Gesellschaftsgefällen (relative Austeritätspolitik) wird durch Internet offenkundig. Das Ausspielen individualistischer Theorie zeigt den gesamten reduktionistischen Ansatz, der ihrer Begründung dienen soll und durch eine persönliche Rationalisierung getragen wird.
Überwindung steht an.

Frankie Bernankie August 1, 2013 um 10:51

@Nukleus

“Aber die Logik “Staaten müssen sich verschulden, damit ich was (vermeintlch sicher) auf die hohe Kante legen kann”, die ist wirklich zu komisch!”

Diese Logik ist nicht komisch , sondern leider Realität.

In 2011 haben die deutschen Privathaushalte netto etwa 150 Mrd. Euro gespart. Da sagt der intellektuell unaufwändig argumentierende neoklassische Gleichgewichtswichtel gerne: “Supa, das ganze S wird zu I , das werden alles Investitionen!”

Pustekuchen, denn die deutschen Unternehmen haben in 2011 etwa 50 Mrd. Euro netto gespart. Jetzt, wohin mit dem Schotter? 2 von 4 volkswirtschaftlichen Sektoren fallen schon mal weg, jetzt bleiben noch Staat und Ausland. Die müssen sich verschulden in Höhe von 200 Mrd. Euro, und so ist es ja auch passiert.

Ist das gut oder schlecht? Weiss ich nicht, aber eins ist klar: auf aggregierter Ebene gibts kein Über- und Unterschüsse mehr, da gleicht sich alles aus.

Persönlich hab ich nix gegen Staat als Zahler meiner Guthabenzinsen, da prolongiere ich auch gerne – lieber zumindest als bei ABS, CDS, CDO usw.

keiner August 1, 2013 um 10:54

Lübberdingx, ließ mal beim Don nach, wie lange es gedauert hat, das Biedermeier und dessen Überwachung los zu werden, da sind die 5 Jahre doch noch eine kurze Zeitspanne. Die Leute werden aufwachen.

Nach der Wahl im September kommen die Grausamkeiten auf den Tisch (europ. Bankenrettung, europ. Schuldenteilung, Hartz17, Soli2 etc…) und irgendwann merkt auch der letzte Depp, dass das Prinzip Rente+Riester+Lebensversicherung nur andere reich gemacht hat, incl. der jetzigen Rentner. Dann ist Schluß mit lustig.

Andreas Kreuz August 1, 2013 um 10:55

@fl

Anlagenotstand und Sachkenntnis,
wie kannst Du diese Begriffe in so kurzem Abstand verarbeiten?

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 11:02

keiner

Stimmt. Wir haben seit 2001 eine Form der Sicherheitsarchitektur entwickelt, sie sich eben nicht in vier Wochen wieder zurückbauen lässt. Wir sind erst am Anfang der Debatte, die unter anderem auch eine andere Sichtweise auf das Thema bedeutet. Das braucht aber schlicht Zeit. Snowden schafft erst einmal nur das nötige Problembewusstsein. Was das Internet tatsächlich verändert hat, ist die Kurzatmigkeit bei jedem Thema. Wie gesagt: Es dauerte drei Jahre bis die EZB zu ihrer heutigen Rolle fand. Und ich bin mir sicher, dass wir in drei Jahren auch beim Thema “Innere Sicherheit” Veränderungen feststellen werden. Allerdings sicher nicht die Abschaffung von Geheimdiensten.

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 11:09

ruby

Das ist nun keine neue Erkenntnis. Die Entwertung realwirtschaftlich nicht gedeckter Vermögensansprüche ist nach dem Zusammenbruch der Finanzmärkte eben nicht durch den Crash erfolgt, sondern wir bauen den Überhang anders ab. Zur Zeit vor allem durch die niedrigen Renditen auf risikoarme Kapitalanlagen. Das könnte man übrigens auch über Inflationierung machen: Das war ja immer mein Lösungsvorschlag gewesen. Der Effekt ist der Gleiche. Inflationierung hätte nur den Vorteil, dass sie eben nicht in eine Rezession als Dauerzustand führt, wie wir das jetzt in der EWWU erleben.

f.luebberding f.luebberding August 1, 2013 um 11:12

Bernankie

Das Interview mit Trichet in der Zeit thematisiert das übrigens. Er fragt süffisant, wo denn die Deutschen ihre Überschüsse jetzt anlegen wollen. Es wäre daher unter Umständen besser, in die eigene VoWi zu investieren und die Einkommen zu erhöhen … .

keiner August 1, 2013 um 11:32

btw:
Zum Thema: Was ist Wahrheit

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/swedish-serial-killer-who-raped-and-ate-his-victims-to-be-freed–because-he-made-it-all-up-8740633.html

Der NSA-Fred behauptet doch allen Ernstes, er habe den Kongress nicht belogen, bie der black hat. Vielleicht täten dem ein paar Jahre Psychoknast mal ganz gut, um zur Realität zurück zu finden.

"ruby" August 1, 2013 um 11:39

@ fl

Inflationierung sollte dann aber durch entsprechende Lohnerhöhungen die Möglichkeiten eines slow puncture verteilen.
Innovationsinvestitionen für nachhaltige Infrastrukturen gibt es in Massen :
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2198906/
Schaut mal die Brücken in eurer Umgebung an …, die Straßen, die Gärten und Parks, Schwimmbäder, Schulen, Kindertagesstätten, Stromleitungen, Abwasserleitungen, Wasserversorgungen, Breitbandkabel, Eisenbahnstrecken, auskömmliche Lehrerstellen (gerade in NRW), hygienische Schlachthöfe, gesunde Hühner-, Schweine-, Rinder-, Schaaf-, Gänsezucht (Flächen im Osten vorhanden). Alles mit auskömmlichen Löhnen.
Dann noch die gesamte Mikronisierung für smarte Anwendungen.
Über die Art der Finanzierung z.B. PPP kann dann vortrefflich gerechnet werden. Die Annahmen in den Vergleichsberechnungen sind “prophetische” Annahmen bei denen Fehlerbereiche alternierend gerechnet werden können.
Und in welcher Qualität dann tatsächlich gebaut wird ist effektiv zu controllen…
Arbeit, Entwicklung, Innovation, Phantasie – Menschlichkeit.

Lina August 1, 2013 um 11:41

Frank
„Es wäre daher unter Umständen besser, in die eigene VoWi zu investieren und die Einkommen zu erhöhen … .“

Das wäre –theoretisch- eine sehr gute Maßnahme, die auf vollste Zustimmung stoßen dürfte. Nur, wie soll das praktisch funktionieren? Kannst Du das am Beispiel Springer durchspielen? Ich steh heute wieder mal auf dem Schlauch….

Frankie Bernankie August 1, 2013 um 11:57

@Lina

“Nur, wie soll das praktisch funktionieren? Kannst Du das am Beispiel Springer durchspielen? Ich steh heute wieder mal auf dem Schlauch….”

Wie man das gerade am Beispiel Springer durchspielen sollte, ist mir wiederum ein Rätsel.
Ansonsten wüsst ich schon, wie man das praktisch durchführen könnte.
Überschüsse dort absaugen, wos am wenigsten weh tut ( Vermögensabgabe, -steuer, Kapitalertragssteuer an Steuersatz angleichen, ggfs. Spitzeneteuersatz erhöhen ), mit dem Geld die maroden Schulen aufrüsten , sozialen Wohnungsbau ankurbeln etc., öffentlichen Dienst besser entlohnen ( Krankenhauspersonal, Erzieher usw. ).

Mindestlohn einführen:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/26/jeder-vierte-deutsche-arbeitet-fuer-einen-niedriglohn/

holger August 1, 2013 um 12:06

Moin,

ich bin mir sicher, dass irgendwann auch der hinterletzte Hinterwäldler darauf kommt, dass nur Investiert wird, wenn der Endkunde sprich Konsumer auch die Kohle dafür gerechtfertigt inner Tasche hat. Denn sonst braucht man nicht investieren. Und wie richtig bemerkt, wenn 100% der 10% reichsten Michels sparen, dann wird auch bei de Michels nicht investiert.

Dann wird nur auf HIV Nieveau investiert. Hatte ja mal hier gefragt wohin mit dem Schotter. Kam ja keine Antwort.

Da ja der Zins ein Risiko sein soll, sollten wir wohl in Zeiten von wenig Risiko leben tun.

Reduziere optimiere ich das Einkommen, reduziere optimiere ich den Invest. Reduziere optimiere ich das Einkommen, reduziere optimiere ich die Verschuldungsmöglichkeit.

Um das zu erkennen brauch man sich auch nicht durch 30 Semester evangelisch katholischer VWL kämpfen. Verwirrt nur.

Ferner, wenn rund 30% der AN nur noch ihr Dasein, durch Verwaltung von Verordnungen, erklären, und nicht durch Produktivität, haben wir ein Verwaltungsproblem. Dieses schlägt natürlich auch auf die Politik über, die ja erst durch Gesetzgebung ein Dasein dieser Hafensänger ermöglicht. Dh wir haben auch einen Verwaltungs-Lobbyismus. Man muss ja jedem Arbeitslosen 4 Fachberater zur Verfügung stellen und jeder Minister braucht 98 Sekretäre, da er ja selber eh nix von gar nix weiß wusste etc.pp., die eh keine Ahnung von Neuland und Nix haben. Sind auch solche Heckenseicher.

Auf die Mollath Gutachter und Advokaten-Justiz-Industrie gar nicht einzugehen wollend.

Kurz um: Ein nicht enden wollender Wichs an wirren Gedanken und Verordnungen.

Wie gesagt, dazu kommt noch die hohe Geisteswissenschaft Soziologie und Ökonomie.

Kurz um: Ein mehr an Quantität studierter Größen, hat nichts mit der Qualität zu tun.

Dh die Pullerbranche von Beratern Optimierern denkenden Geistesgrößen, muss eine Gesellschaft in den Wahn treiben. Das gilt auch für den Don… soll er am Tegernsee angeln und gut iss. Denn in der Praxis hat Bla Bla Bla im Fäuletong oder wo auch immer eh keine Auswirkung.

Lina August 1, 2013 um 12:16

@ Frankie

“Wie man das gerade am Beispiel Springer durchspielen sollte, ist mir wiederum ein Rätsel.”

Echt jetzt? “Leidet” Springer nicht unter Investitionsdruck? :D

“Ansonsten wüsst ich schon, wie man das praktisch durchführen könnte.
Überschüsse dort absaugen, wos am wenigsten weh tut…”

Meinst Du bei großen Konzernen absaugen?
Die könnten doch einfach ihren Firmensitz z.B. in die Schweiz oder sonstwo verlegen –> siehe Müller Milch.
Oder mithilfe ihrer multinationalen Struktur ihre Steuern bestens “optimieren” –> siehe Amazon, IKEA u.a.
Und die Eigentümer-Milliadäre mit ihren Stiftungen sind auch nicht gerade besonders “absaugfähig”.

Bleiben also nur kleine, mittlere Betriebe, Selbständige, und besserverdienende Angestellte?

P.S.:
Ich versuche nur zu beschreiben, was ich sehe, ohne Lösungen aus der Pistole zu schießen. Und natürlich habe ich ständig “Tomaten auf den Augen” ;)

Nukleus August 1, 2013 um 12:18

Anlagenotstand? Ich hätte da eine Tipp: Energiewende. Da könnt ihr euer Erspartes reinstecken für die nächsten 30 Jahre.

Die Idee stammt leider nicht von mir:
http://www.amazon.de/dp/3426276054

"ruby" August 1, 2013 um 12:21

Heute 1. August 2013 ist der Tag der Hacker

http://www.dradio.de/aktuell/2199098/

Die totale Überwachung ist da – es gibt keine Zweifel mehr.

XKEYSCORE ist nicht geheim also kann Snowden auch garnicht angeklagt werden
XKEYSCORE für jeden Bürger !

Wo gibt es den kostenfreien Download?

holger August 1, 2013 um 12:25
"ruby" August 1, 2013 um 12:29

@ Lina

also mein Müller Kefir kommt aus D-SN 016 Leppersdorf
http://www.pruefziffernberechnung.de/Begleitdokumente/EWG-Betriebsnr-DE-Milch.shtml

Lina August 1, 2013 um 12:47

Ruby

stimmt. Habe Müllers PRIVATEN Umzug in die Schweiz verwechselt

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/a-266515.html

Aber da war ja noch was sehr Cleveres

“….dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen (70.000.000) Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wisst ihr, daß der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen (4.000.000) Euro bekommen hat…..”

http://www.fokus-erfolg.de/die-wahrheit-ueber-mueller-milch-teil-1/#more-68

"ruby" August 1, 2013 um 13:41

@ Lina

“Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle. Wenn ihr jetzt fragt, warum solche Leute wie der Herr Müller nicht eine Narrenkappe aufgesetzt bekommen, geteert und gefedert durch ganz Deutschland gejagt werden, dann muss ich euch sagen, dass man so etwas einfach nicht tut.”

http://www.op-marburg.de/var/storage/images/np/nachrichten/medien/uebersicht/sendung-mit-der-maus-tourt/2608422-1-ger-DE/Sendung-mit-der-Maus-tourt_ArtikelQuerKlein.jpg

Lina August 1, 2013 um 13:57

Ach, ruby….

Du glaubst tatsächlich, dass es hier nur zwei Leute gibt, die verstehen, was Du ständig durch die Blume(n) sagst, nicht wahr?

Egal.

Müller hat nix Illegales gemacht. Punkt.

"ruby" August 1, 2013 um 14:28

@ Lina

Der Subventionsbescheid hätte ja eine Zurückforderungsbedingung enthalten können, dass bei … in einem gemeinsamen Europa derartige Zuwendungen nicht gezahlt werden. Es gibt genug alternative Investitionen. Je transparenter die Entscheidungs- und Überwachungsprozesse durch uns Bürger kommuniziert werden desto weniger werden die Handlungen und Verordnungsinhalte als legal umgesetzt hingenommen.
Eine Legalitätsbehauptung rechtfertigt nicht die Ursächlichkeit.
Samsung hat einen Tag nach Ende der Rückzahlungsfrist sein Monitorwerk in Berlin geschlossen.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-376069.html
Wie sieht es heute in Oberschöneweide aus?

Lina August 1, 2013 um 14:39

Zum Thema Totalüberwachung:

Wir wissen, dass deutsche Geheimdienste XKeyscore verwenden.
SPON, 20.07.2013:

„Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND und das im Inland operierende Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) setzen eine Spähsoftware der amerikanischen NSA ein: XKeyscore. Das geht aus geheimen Unterlagen des US-Militärgeheimdienstes hervor, die der SPIEGEL einsehen konnte. Das BfV soll damit den Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden zufolge die NSA bei der gemeinsamen Terrorbekämpfung unterstützen. Der BND sei für die Schulung des Verfassungsschutzes im Umgang mit dem Programm verantwortlich.“

Wir wissen, dass der BND für Auslandsspionage zuständig ist.
Wir wissen, dass der BfV für Inlandspionage zuständig ist.
Wir wissen auch, dass durch das „deutsche Internet“ – also durch den größten Internet-Knotenpunkt, dem DE-CIX Daten von 52 Ländern durchfließen. “Im Oktober 2012 waren mehr als 480 Internetdienstanbieter und andere Organisationen aus mehr als 52 Ländern am DE-CIX angebunden, darunter praktisch alle großen Internet Service Provider.“

Man kann also davon ausgehen, dass der BND nichts Unrechtes tut, wenn er die Daten von 51 Ländern abschnorchelt, die hier durchfließen. Ist es aber glaubwürdig, zu behaupten, dass alles mit .de Endung sofort aussortiert und niemals benutzt wird? Nö. Nicht wirklich. Weil doch die „gefährlichen, miesen Typen“ auch mitten unter uns leben. Kann man DANN aber behaupten, dass das Überwachen von allen Bundesbürgern irgendwie „zwangsweise“ geschieht und unter „Kollateralschaden“ zu verbuchen ist, oder so? Ganz schön verzwickte Angelegenheit. Also dann lieber behaupten: Wir wissen nix. Wir haben nix damit zu tun. Wir erfahren alles nur aus der Presse.

Puhhhhhh, genug gedaddelt.
Her mit dem Papierkorb!

Lina August 1, 2013 um 14:41
holger August 1, 2013 um 14:41

“ruby”

ob du es glauben magst oder nicht, ich bin durch “Zufall” in einen Prozess geraten, um ein Gesetz (Richtlinie) mit zu entwickeln, welches es tatsächlich noch nicht gibt LOL . Also zu gestalten. Und das beim mächtigsten Verband hier zu Lande. Welches auch Auswirkungen auf die EN Richtlinien hat. Hat aber nichts mit den Orff Instrumenten Bauer zu tun.

Naja… es ist ein Dickicht… :D

holger August 1, 2013 um 14:46

Natürlemente darf ich nicht die Whistle blasen :D um was es sich handelt. Tja… so iss es eben.

Lina August 1, 2013 um 14:49

Ja, ruby, issss klar.

Wieviele kleine, regionale Molkereien sind dafür (z.B. in Ostdeutschland) platt gemacht worden? Und das auch noch staatlich subventioniert?

Weißt Du….ach komm…spiel mal lieber weiter Dein Schlagzeug.
Das ist mir zu anstrengend.

Und nochmal:
Müller hat nix Illegales getan.

Bin jetzt weg.

Keynesianer August 1, 2013 um 15:07

@f.luebberding

Das könnte man übrigens auch über Inflationierung machen: Das war ja immer mein Lösungsvorschlag gewesen.

Und ich dachte immer, das wäre von mir gekommen. So kann man sich täuschen. :)

Man hat doch extra die Agendapolitik in Deutschland allein zu dem Zweck durchgezogen, um dann in den GIPSIF-Eurostaaten eine deflationäre Depression zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit mit den deutsch 1-Euro-Jobbern, Leiharbeitern, Hungerlöhnern, Zwangsarbeitern etc. inszenieren zu können.

Die Agenda2010 hatte nie einen anderen Zweck und Hintergrund als diese Eurokrise gezielt und planmäßig auszulösen und dann noch die Deutschen dafür verantwortlich zu machen.

Als nächstes kommt der Dreh mit dem Schuldenschnitt, um die Zinsen im Euroraum durch die Decke zu jagen. Vorher braucht es nur noch die europäische Banken- und Schuldenunion, damit es auch die deutschen Banken und Schulden trifft.

"ruby" August 1, 2013 um 15:10

Muhuh
http://img.posterlounge.de/images/wbig/george-f-mobley-holstein-friesian-milchkuehe-auf-einer-weide-150725.jpg
hatten eine Molkerei im Ort, die Aldi belieferte und als Erweiterungsinvestitionen notwendig waren gab es keine Finanzierungen. Jetzt steht ein Wohnkomplex mit betreutem Wohnen dort – sozusagen die Postmodernen Melkobjekte der Investoren.
@ Holger
ist Coffeetime

Lina August 1, 2013 um 15:11

P.S.

Die Deutsche Bank ist schon lange pleite.

holger August 1, 2013 um 15:21

Keynesianer August 1, 2013 um 15:07

WIE DENN INFLATION?

LOL Schreibtisch mimimi :D

macht mal vor ihr beiden Gscheiten LOL

holger August 1, 2013 um 15:22

LOS

ich will von Euch beiden HELDEN hören, wie das mit der INFLATION gehen mag…

:D

holger August 1, 2013 um 15:23

UND kommt mir ja nicht damit, die Löhne um 10% zu erhöhen…

IHR habt gar keine AHNUNG was INFLATION iss.

INFLATION ISS:

Geld da aber keine Waren… DAS ist INFLATION

"ruby" August 1, 2013 um 15:27

Und warum gibt sich die DB dann so NummerEins mäßig?
To big to fail Syndrom schon politisch abgesichert?
Egal ob Merkel oder Steinbrück?
Oder wer soll den Insolvenzverwalter geben?
Lasst das mal nen Algorithmus ausrechnen ;-)
NSA bitte melden !

holger August 1, 2013 um 15:36

UND

dann malt ihr Helden mal zwei Charts auf.

Umgesetzte Energie in Produkte

und virtuell erzeugtes Fiat

Was wird wohl der Springer Punkt sein…

Der Rest sind Preise.

holger August 1, 2013 um 16:35

Vielleicht sollte man das ja für „Humanoiden“ nochmals erklären:

Virtuelle Geldmenge kann nicht größer als 1

Energie zum Produzieren und Leben kann nicht größer als 1

Anzahl der Menschen kann nicht größer als 1

Was ist also nun Variabel und Variabel aber begrenzt?

Richtig: A Geldmenge aber im Verteiler, und B Energie im Verteiler aber begrenzt.

Also reden wir hier von Brüchen, da nix größer als 1 sein kann, egal ob Milliarde oder Fantastilliarde.

Dh eine Inflation kann nur zwischen Mensch und Energie dessen Umformung stattfinden, aber NIEMALS mit dem Geld.

Und nu kommt aber der GAG an der Sache… da immer weniger Humanoide Formen, den Output an Rendite erfachen, und immer mehr Humanoide Formen, abgedrängt werden, durch die interne Optimierung, iss es Hirnrissig von Inflation zu sprechen. Weil, wer diese simpelsten Zusammenhänge nicht checken tut, fehl am Platze iss.

Das interne Produktionssystem muss Aufgrund seiner Eigenschaft (Wachsdumm irrsinn denn das ist Produktionsauslastung) immer MOAR produzieren. Ansonschten iss Produktionszyklus Pleitegeier. Und ein anderer übernimmt die Versorgung.

ABER das SYSTEM MUSS im Überfluss produzieren, NADELN und so. Weil sonst nicht RENTABELBILITY und auch nicht BANKABILITY CAPICE

Und da kommen einige daher und pfeiffen das LIED von mimimi INFLATION

UND ALLES läuft wieder rund?

Keynesianer August 1, 2013 um 18:41

@Holger

Es geht um die Inflationierung der Löhne und Masseneinkommen in Relation zu den bestehenden Schulden.

Die interessante Relation ist also die zwischen dem nominalen BIP und den Geldvermögen. Wenn das BIP nominal um 10% steigt, sind die Geldvermögen um diese 10% weniger wert und die Schulden um 10% weniger drückend.

Also nehmen alle Leute, die noch kein eigenes Häuschen haben, Kredite auf, die jedes Jahr durch die Inflation um 10% getilgt werden un d sind nach 10 Jahren praktisch schuldenfrei und leben glücklich in ihrem Häuschen.

Nur die depperten Sparer schauen dumm in die Röhre. ;)

Keynesianer August 1, 2013 um 18:48

Das war übrigens das Problem mit der angeblichen “Immobilienblase” in den USA. Was ist das für eine Blase, wenn Menschen, die noch kein eigenes Haus bewohnt haben, sich eines kaufen konnten auf Kredit?

Eine Blase wäre es gewesen, wenn die für ihr Geld kein Haus mehr gefunden hätten. Aber selbst in Spanien konnten die Häuser alle real gebaut werden, das war gar kein Problem. Oder wenn die auf Kredit leerstehende Häuser zusätzlich gekauft hätten.

So aber bestand die Immobilienblase darin, dass die Notenbanken ganz gezielt von 2004 bis 2007 und die EZB noch 2008 die Zinsen hochgejagt haben, bis die Häuslebauer ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten.

Ohne die Hochzinspolitik würden die Menschen heute alle glücklich in ihrem eigenen Häuschen leben und ihre Kredit tilgen. Die Häuser wären weiter im Geldwert gestiegen und keine Bank hätte mit Immobilienkrediten Probleme und kein Arbeiter in Spanien auf dem Bau wäre erwerbslos.

holger August 1, 2013 um 19:39

Keynesianer August 1, 2013 um 18:41

ER unterliegt immer noch der großen Verarschung… :D

Lese er sich seine Argumentationskette mal bitte durch… ,)

Was fällt ihm da auf?

Meine Destille soweit am Laufen, hat immer den gleichen Output und immer den gleichen Wert. Aha… altes Problema: Den Unterschied von Wert und Preis nicht zu kennen. LOL

holger August 1, 2013 um 19:47

Und nun, meine beiden 3Käsehochs, könntet ihr mir mal bitte erklären, wie ihr zu der Weisheit Inflation bei ständig höherem Output an Fressen und HD Bildschirmen zur Inflation kommt?

Nur rein aus Selbstüberlegung heraus, ohne irgendwelche Zitate oder Bücher bedienen zu müssen?

Inflation= wenige Güter
Deflation= Überschuss laufend an Gütern

holger August 1, 2013 um 19:50

Und genau davor, meine lieben Kekse des Scherzes, hat Onkel Strobl himself den Pullermann eingezogen…

"ruby" August 1, 2013 um 20:50

Pleite aber solche Studien erarbeiten ? :
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahl-2013/deutsche-bank-studie-euro-skeptiker-koennten-an-einfluss-gewinnen/8580104.html
Geht denen der Arsch schon so auf Grundeis, dass sie das freie Gewissen der Abgeordnetenkandidaten erforschen?
Sollte nicht eine neue Ethik in der DB praktiziert werden -wer hat das Dokument (pdf) und stellt es mal zur Verfügung?

wowy August 1, 2013 um 22:36

Auch das was Berlusconi gemacht hat soll ja angeblich Politik gewesen sein. Wie der wohl unter der Maske aussieht?

wowy August 1, 2013 um 22:36
"ruby" August 1, 2013 um 23:18
"ruby" August 1, 2013 um 23:37

Noch eine Guardianveröffentlichung, die die Totalüberwachung belegt, und das amerikanische Checks and Balances System streicht der NSA die Mittel.
Und unsere Spitzen-Politiker machen auf Urlaub …

Soldat Schwejk August 2, 2013 um 01:48

@ Frank Lübberding – “Mir sollte dann jeder erklären, wie man denn die Ersparnisse anlegen soll, wenn sich der Staat nicht mehr verschulden soll? Mittlerweile merken auch die Neoliberalen den Anlagenotstand, der durch die niedrigen Renditen ausgelöst wird.”

Ich für mein Teil habe NICHT gegen Staatsverschuldung per se argumentiert, sondern gegen eben jenes Plädoyer : Au fein,wir wollen alle reich sein und Vermögen haben, und wenn sich kein Privater mehr für unser Vermögen verschulden will, dann muß halt der Staat das tun. Na klasse. Bitte: Wer privat Vermögen bilden will, der findet einen Haufen Anlageklassen vor, in denen er aktiv werden und Vermögen bilden kann… auf eigenes verdammtes Risiko. Das ist wohl nicht zuviel verlangt, oder? Aber eine institutionelle Garantie des Souveräns zu verlangen, die Renditeerwartungen privater Vermögensbilder unter allen Umständen zu befriedigen… das ist dann doch ein bissel dreist, oder? – Nu könnte man freilich argumentieren, der Souverän sei ja der Vermögensbilder selbst… also, was wollt Ihr eigentlich, Leute?

Ja, na dann… könnten wir auch mal auf die Vermögensverteilung schauen… und ANDERERSEITS dann aber auf die Lastenverteilung, die politisch bei höherem Schuldendienst gewöhnlich durchgesetzt wird, etwa bei Gebietskörperschaften wie Berlin… :-(

Aber ich will mal lieber wieder zu dem hier verlinken:

http://tandemvipera.blogspot.de/2011/07/die-bedeutung-des-kapitalkoeffizienten.html

Anlagenotstand… ist doch nur eine Umschreibung dafür, daß die Realwirtschaft offenbar die in “Finanzvermögen” verkörperten Renditeerwartungen nun wahrlich nicht mehr erwirtschaften kann. Ist nun zuviel Vermögen da oder zuwenig Anlagemöglichkeit? … egal, jedenfalls die Notwendigkeit von Staatssschulden SO begründen zu wollen, finde ich nicht nachvollziehbar. Dann muß es eben eine Bereinigung geben. Es steht in keinem Gesetzbuch, daß privaten Finanzvermögen eine Garantie vor möglichem Wertverlust eigen ist. Und wenn einige Kapitalgesellschaften der Finanzbranche dabei vor die Hunde gehen: Nun, unter instititutionellem und machtpolitischen Gesichtspunkt ist das wahrscheinlich gut so.

–> “Es gibt weder in den USA, noch in Japan ein Problem. Im Grunde seit der von Draghi erklärten Bereitschaft, auf dem Sekundärmarkt unbegrenzt zu intervenieren, auch in der EWWU keins mehr.”

http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-staaten-vertragen-sehr-unterschiedliche-zinslast-seite-all/6913210-all.html

Etliche Staaten haben einen Primärüberschuß, aber trotzdem sind sie, die Zinszahlungen berücksichtigt, defizitär, und soweit es die Eurozone betriftt, damit faktisch ihrer finanzpolitischen Souveränität beraubt. Ein Default (bei Primärüberschuß) wäre in diesen Fällen gleichbedeutend mit… der Wiedergewinnung von “dem Primat der Politik”… Und offenbar wird so etwas gerade deshalb nirgendwo verfolgt, weil die politischen Eliten der betreffenden Ländern damit zuerst ihre inländischen Vermögensbesitzer verprellen müßten (und damit ihr eigenes politisches oder gar physisches Überleben riskieren würden).

Trotzdem hoffe ich immer noch, daß in einem südeuropäischen Land sich mal eine Konstellation ergibt, wo die politischen Verhandlungsführer die aufoktroyierten Austeritätsmaßnahmen schlichtweg ablehnen, Brüssel & Frankfurt die Gefolgschaft aufkündigen und einfach die Karten der Gegenseite mal “sehen wollen”.

Allgemein: Es liegt an Institutionen, also an (in Organisationen verkörperten) Spielregeln. Und an Interessen, die in einem bestimmten institutionellen Umfeld gedeihen und dieses reproduzieren. – Es liegt NICHT primär an “Ideologien”, etwa von Frau Merkel & ihren Beratern. Das scheint mir auch eine Mystifizierung zu sein…

"ruby" August 2, 2013 um 03:18

NDR steigt ein :

http://www.tagesschau.de/ausland/geheimdienste114.html

“Am Donnerstag hat der “Guardian” eine Meldung veröffentlicht, nach der die NSA den britischen Kollegen vom GCHQ in den vergangenen drei Jahren rund 100 Millionen Pfund für die Weitergabe von Informationen und den Ausbau von Infrastruktur gezahlt hat.”
Ist der Preis nicht etwas zu cheap?
Wer bietet mehr ?
Souveränität beyond the missouri sky
http://www.youtube.com/watch?v=5EAQ1oX7hv8
begins to grow

keiner August 2, 2013 um 08:48

Wieder ein überwälldschender Siesch der Wärgdädschen, 190% Plansollübererfüllung

http://www.welt.de/politik/deutschland/article118610010/Nie-war-eine-Bundesregierung-so-beliebt-wie-diese.html

Marlowe August 2, 2013 um 09:39

@Holger:

Inflation = volle Regale
Deflation = leere Regale

bei knappen Gütern wie Öl kommt es zu Preissteigerungen. Erstmal.
Inflation erst, wenn die Spekulantenhorde auf den Zug aufspringt und das virtuelle Geld hier eine unangemessene Renditeerwartung hat.

Huuh ( rrah!) August 2, 2013 um 10:06

Den wenigen Kommentatoren, die gelegentlich noch etwas zum
Thema Wirtschaft/Geld”kapital” einbringen, sei wenigstens bescheinigt, dass sie immer noch wahrgenommen werden. Um einen Ausblick zu wagen, übergebe ich wieder an den Stammvater meiner Sippe, den Huuh,

…der da meint: das Gespenst “Anlagenotstand” wird sich in seinen phantastischen Verrenkungen zur wohl eindrucksvollsten Kunstform der Moderne aufschwingen. Den Peoples im Schlauchboot “Journaille” würde ich raten, ihr Gefährt in Richtung des Regenwaldes zu steuern, um jenen Teil unserer Vorfahren näher kennen zu lernen, der noch heute mit unglaublich artistischen Sprüngen durch die Baumwipfel fliegt und nach Wahrheit sucht.

"ruby" August 2, 2013 um 10:15
Huuh ( rrah!) August 2, 2013 um 10:35

Noch was zum Fundstück

@ xefix Juli 31, 2013 um 22:02

Ich finde, da ist dem Autor eine Zusammenfassung gelungen, wie man sie besser nicht machen kann, und die deshalb weit über den augenblicklichen Thread hinausgreift. Und es ist zu hoffen, dass Frank Lübberding @ xefix´ Beitrag trotz der Schärfe als sachliche Kritik einordnet.

Soldat Schwejk August 2, 2013 um 11:12

Fast auch schon ein Klassiker, Colin Crouch (“Postdemokratie”). Kurzes prägnantes Interview… ein Autor, der nix mystifiziert…

http://blogs.lse.ac.uk/politicsandpolicy/archives/30297

Liebe Sozialdemokraten! Ein Appell! Es kann doch nun nicht so schwer sein zu verstehen, daß das Vordringen postdemokratischer Institutionen die gesellschaftlichen Grundlagen der Sozialdemokratie selbst kaputt macht. Es müßte eigentlich dem Selbsterhaltungsimpuls der Sozialdemokratie entspringen, eine konsequente Alternative zum postdemokratischen Design zu verkörpern, dessen Entäußerungen zu bekämpfen wo auch immer und für eine demokratische Erneuerung der europäischen Gesellschaften einzutreten. Gerade von kritischen Sozialdemokraten wird man solches doch erwarten dürfen, und nicht nur eine Detailkritik vermeintlicher ideologischer Fehlgeleitetheit der konservativen Gegenseite bei offenbar grundsätzlicher Akzeptanz des ganzen Rahmens (zunehmend informelle Aushandlungen wirtschaftlicher & politischer Eliten).

Wenn Ihr das Spielfeld so akzeptiert, könnt Ihr als Sozialdemokratie nur verlieren. Im September werden wir’s wieder sehen. Die letzte Chance der europäischen Sozialdemokratie läge darin, das postdemokratische Design als solches zu verwerfen und offensiv ein neues Regelwerk zu vertreten, sich quasi an die Spitze einer europäischen sozialen und demokratischen Erneuerungsbewegung zu stellen. Von Euren Parteichefs wird man solches bis auf weiteres nicht erwarten können, aber von engagierten Netzjournalisten doch wohl. Also betrachtet Kritik als Ansporn.

(So wie @Huuh, der jetzt auch wieder @Rraah ist.)

Hauke August 2, 2013 um 11:39

Soldat Schwejk

Diesen Blogbeitrag habe ich, auch in diesem Blog, schon häufiger verlinkt gesehen. Den scheinen viele ja ganz toll zu finden. Leider ist er von einem ökonomischen Armleuchter geschrieben. Ich wollte den schon immer mal kommentieren, hatte aber nie die nötige Muße. Ich habe mal ein paar Beispiele rausgesucht:

“Er wird allerdings nicht einheitlich verwendet, insbesondere weil für die Kapitalmenge K meist nur eine Teilmenge der tatsächlichen Bilanzsumme aller Banken genommen wird. Dazu später noch etwas.”

Das ist falsch. Die Bilanzsumme der Banken spielt bei der Bestimmung des Anlagekapitals keine Rolle. Vielmehr werden fortlaufend von den jährlichen Zugängen durch die Bruttoanlageinvestitionen die periodischen Abgänge subtrahiert. Zu jedem Kapitalgut wird durch das Bundesamt für Statistik eine Abgangsfunktion bestimmt, die eine Verteilungsfunktion mit der durchschnittlichen Nutzungsdauer als Erwartungswert bildet. Gemäß dieser Verteilungsfunktion werden Abgänge realisiert.

“Rein formal ist der Kapitalkoeffizient K/Y dann aber nicht dimensionslos, wie es sein sollte, sondern hat die eigentlich unsinnige Einheit Euro/(Euro/Jahr)=Jahr.”

Das ist Quatsch. Kapital in Euro / BIP in Euro ist dimensionslos. Strom und Bestand spielt bei Einheiten keine Rolle.

“Das erweckt also den Eindruck, dass dort eine höhere Zahl, in Einheiten von ebenfalls Euro, nämlich Sum(a_i * BIP_i), stehen müsste, die die Anteile a_i der vergangenen BIP’s enthielte.”

Hanebüchen!

“Denn das vom statistischen Bundesamt jährlich ermittelte BIP enthält auch sämtliches BIP, dass durch den Handel mit Gebrauchtartikeln erwirtschaftet wird, also etwa Gebrauchtautos oder Immobilien oder der Flohmarkt uvm.”

Das BIP enthält die Wertschöpfung durch gewerblichen Handel, aber doch nicht die Werte der gehandelten Güter, wie es der Autor hier suggeriert, Privater Gebrauchtwagenverkauf oder Flohmarkt durch privat erscheint nicht im BIP, weil Vermögensgegenstände lediglich den Eigentümer gewechselt haben und keine Wertschöpfung stattgefunden hat.

“Die Bedeutung des Kapitalkoeffizienten ist deshalb so wichtig, weil er das Verhältnis von, prinzipiell wertlosem, Geld zu den damit handelbaren wertvollen Gütern und Dienstleistungen herstellt.”

Könnte falscher nicht sein. Der Kapitalkoeffizient drückt das Verhältnis von realen Anlagegütern zur Wirtschaftsleistung aus. Geld interessiert hier gerade nicht und es soll auch kein Zusammenhang zu Geld hergestellt werden. Es geht um Reales.

“Was man macht ist nämlich, dass man den, inzwischen weit überwiegenden Anteil des Investmentbankings, völlig aus der volkswirtschaftlichen Betrachtung ausklammert.”

Das ist barer Unsinn. Wertschöpfung aus dem Investmentbanking (Gebühren usw.) ist selbstverständlich im BIP enthalten. Der Eigenhandel der Banken natürlich nicht, da es sich hier nur um Vermögensverteilung handelt. Folgerichtig beeinflussen Wertveränderugnen des Vermögens auch nicht den Kapitalstock.

“In Wahrheit beträgt die Überlast aber 225%, ein Wert der jedem Baustatiker die Haare zu Berge stehen lässt”

Wenn der Autor aus Gründen der Unkenntnis meint, den Bestand des Eigengeschäfts der Banken aus der Bankbilanz zum Kapitalstock zuschlagen zu müssen, wäre es dann nicht konsequent, die damit verbundenen Vermögensänderungen auch im BIP zu erfassen? Ich habe keine Haare mehr, aber wenn ich welche hätte…

“Der Staat, als einer der größten Wirtschaftsteilnehmer hat in der BRD ein Staatsquote um die 1000 Mrd. Euro pro Jahr. Das ist weniger als ein halbes BIP. Das Investmentbanking alleine kommt aber auf rund zwei BIP’s, ist also locker viermal so groß. Während Ersterer bei Ökonomen großes Bedenken auslöst, kommt Zweiterer dagegen so gut wie nicht vor.”

Nun, das könnte damit zusammenhängen, dass auch der Chipbestand eines Casinos für die Wertschöpfung irrelevant ist.

“Was kann man, außer meckern natürlich, tun um den neuralgischen Kapitalkoeffizient auf ein erträgliches Maß zurück zu führen?”

Ab hier habe ich dann aufgehört zu lesen. Ich bin aber sicher, in diesem Blogpost ist noch einiges an Popcorn zu heben.

f.luebberding f.luebberding August 2, 2013 um 11:41

Huuh

Ich ordne alles als sachliche Kritik ein. Und Xefix machte doch eine gute Zusammenfassung der links. Mich interessiert allerdings eher die Frage, wie zur Zeit politische Prozesse funktionieren und warum deshalb Steingarts Thesen letztlich so blutleer sind, obgleich er sie mit großer Vehemenz vorträgt. Was die Themanauswahl betrifft: Da setze ich halt meine eigenen Schwerpunkte. Und wenn ich es, wie etwa bei Zypern, für nötig halte, ist sogar der Euro wieder das Thema … .

Soldat Schwejk August 2, 2013 um 11:44

P.S.
SONST nämlich, liebe Sozialdemokraten… sonst ist es ganz natürlich und entspricht einer elementaren politischen Logik, daß die Kritik an der Postdemokratie mit großer Anschlußfähigkeit aus einer ganz anderen Ecke her formuliert werden wird… Stichwort Ungarn… Darüber bräuchtet Ihr Euch dann aber eigentlich nicht zu beklagen…

Soldat Schwejk August 2, 2013 um 11:46

@ Hauke

Lese die Antwort gerade noch vor Entschwinden, komme wohl frühestens am Sonntag dazu….

f.luebberding f.luebberding August 2, 2013 um 12:07

Nur noch was zum Thema Anlagenotstand. Der ist ja wohl zwangsläufig, wenn es seit 6 Jahren eine historisch einzigartige Phase mit niedrigen Zinsen gibt. Die Geldpolitik ist immer noch im Krisenmodus, das heißt, sie findet nicht in ein Umfeld zurück, wo sie etwa die Konjunkturzyklen entsprechend geldpolitisch steuern kann. Es ist überhaupt die Frage, ob man heute noch von klassischen Konjunkturzyklen reden kann. Der Anlagenotstand besteht schlicht darin, dass ich mit den üblichen Anlageformen (und das sind nun einmal die Bond-Märkte und nicht Aktien, Gold oder Kunstwerke) keine auskömmlichen Renditen mehr erwirtschaften kann. Das hat selbstredend etwas mit der Krisenregulierung nach 2007 zu tun und ist die logische Konsequenz. Zwar ist die Kritik in der Presse (etwa in der FAZ) an dieser Geldpolitik unsinnig, wenn man meint, dass es eine andere Alternative als den Crash und eine brutale Rezession geben könne. Aber den Anlagenotstand als Tatsachenbeschreibung zu bestreiten, schlicht albern. Und über die Relevanz von Sichtweisen, die den großen Kladderadatsch propagieren, habe ich am Beispiel Steingart genug gesagt. Das Lustige ist ja, dass solche Argumente nicht mehr nur bei Außenseitern auftauchen, sondern sogar im Mainstream … .

Hauke August 2, 2013 um 12:11

Soldat Schwejk

Schönes Wochenende! Übrigens: Der Ausdruck “Anlagenotstand” lohnt das nochmalige Nachdenken. Ich meine, der verhält sich ähnlich wie der Ausdruck “Fachkräftemangel”. Fachkräftmangel müsste eigentlich “Mangel an billigen Arbeitskräften” heißen. Und Anlagenotstand bedeutet, “Notstand an sicheren Anlagen mit Traumrendite”. Mir geht es ja ständig so, dass ich unter Arbeitgebermangel leide und mich im Kreditnotstand befinde, weil ich keinen Kredit für 0% bekomme und kein Arbeitgeber bereit ist, mir >100k bei 20 Std./Woche zu bezahlen. Ich hab mal in der Nachbarschaft rumgefragt und das scheint ein Massenphänomen zu sein. Ich werde dem Spiegel mal schreiben…

peewit August 2, 2013 um 12:48

“Rein formal ist der Kapitalkoeffizient K/Y dann aber nicht dimensionslos, wie es sein sollte, sondern hat die eigentlich unsinnige Einheit Euro/(Euro/Jahr)=Jahr.”

Das ist Quatsch. Kapital in Euro / BIP in Euro ist dimensionslos. Strom und Bestand spielt bei Einheiten keine Rolle.”

Zum Thema stock and flow:

http://en.wikipedia.org/wiki/Stock_and_flow

Nicht so schwer, oder?

f.luebberding f.luebberding August 2, 2013 um 12:51

Hauke

Man kann auch den Diskurs betrachten. Darauf reduziert sich ja auch zumeist die Sichtweise … . In dem Fall verpasst man aber den kritischen Sinn.

"ruby" August 2, 2013 um 12:54

@ Hauke
“Nun, das könnte damit zusammenhängen, dass auch der Chipbestand eines Casinos für die Wertschöpfung irrelevant ist.”
;-)
Köstlich dieses “Nun” = Well natürlich nur virtuell …

Hauke August 2, 2013 um 12:59

Frank Lübberding

Ich verstehe nicht, auf was Sie hinauswollen. Welchen Diskurs meinen Sie und welcher kritischen Sinn wird verpasst?

f.luebberding f.luebberding August 2, 2013 um 13:27

Hauke

Es ist ja die übliche Form der politischen Debatte geworden, Begriffe zu dekonstruieren. Also den Begriff “Fachkräftemangel” als ein ideologisches Konstrukt zu begrifen. Im Falle des Anlagenotstands führt das allerdings in die Irre. Es kann gar nicht die Rede davon sein, dass es hier um völlig überzogene Renditeerwartungen geht. Mit dem heutigen Niveau ist man noch nicht einmal in der Lage, einen Inflationsausgleich hinzubekommen. Und das ohne Inflation. Wer das als eine Bedrohung der privaten Altersvorsorge betrachtet, liegt also völlig richtig. Deshalb ja auch die Blasenbildung bei anderen Marktsegmenten. Erst war es das Gold, jetzt sind es die Immobilien in guten Lagen. Der Anlagenotstand ist also ein Krisensignal im kapitalistischen Akkumulationsprozeß. Nichts anderes.

Hauke August 2, 2013 um 13:28

peewit

Wirtschaftsleistung im Jahr 2000: Y Euro
Durchschnittlicher Kapitalstock im Jahr 2000: K Euro
Kapitalkoeffizient im Jahr 2000: K/Y

Stimmt. Ist nicht so schwer.

holger August 2, 2013 um 13:34

Marlowe August 2, 2013 um 09:39
@Holger:

Inflation = volle Regale
Deflation = leere Regale”

Soll ich darauf eingehen, oder meine Ur-Oma wieder zum Leben erwecken, dass sie dir die Inflation verzählen kann?

Soll ich evtl. auch noch Stock & Flow erklären?

Nebenbei Fakt iss: Das rund 70% der DE Bevölkerung sich keine Sorgen um ihre Anlagen machen müssen. Sie haben schlicht kein Geld dazu zur Verfügung…

Und hier wird von “Inflation” gebrabbelt… erst wenn die Discounter Aldi &Co. die Läden Reihenweise schließen, glaube ich an eine “Inflation”

Der Rest wie gesagt, sind Preise. Virtuell, mit virtuellen Geld.

Geld wird erst dann zu Geld, wenn ich den Schein aus dem Automaten bekomme, dann iss es Cash und nur Cash iss Geld, der Rest Verrechnungseinheiten.

Und was war meine Frage? Wie bekommen es die Zauberkünstler hin eine Inflation anzuzetteln? Und wie schon seit JAHREN, keine Antwort frag das Heli Ben..

"ruby" August 2, 2013 um 13:47

Eine Testfrage an die Sozialdemokratische Bilanzerfraktion :
Müssen und wenn ja Gebührenmarken (Museum, Schwimmbad …) als Kassenbestand bilanziert werden?
;-)
Viel Vergnügen !

peewit August 2, 2013 um 13:47

@Hauke

–>”Stimmt. Ist nicht so schwer.”

Sollte man meinen…

Fritz Iversen August 2, 2013 um 13:52

Dass die Politik nur die zweite Macht im Staate sei, ist vermutlich zu hoch gegriffen. Interessanterweise haben Deutschbanker nicht unbedingt das Gefühl. Vielleicht handelt es sich eher um Konkubinat mit gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnissen? Und vielleicht ist die Wirklichkeit noch banaler: Der durchschnittliche Hinterbänkler ist ohnehin überfordert, aber auch weiter oben gibt es Probleme, sein eigenes politisches Handeln überhaupt noch zu überblicken? Clemes Fuest heute im Handesblatt “Gastkommentar” anlässlich der Steuervermeidungsmöglichkeiten der Globalisierungsgewinner: “All dies wirkt auf den ersten Blick so, als wären die Regierungen der großen Industrienationen mit ihren ausgebauten und hochverschuldeten Wohlfahrtsstaaten international agierenden Konzernen und Steueroasen wie den Bermudas ausgeliefert und müssten der Erosion ihrer Steuereinnahmen hilflos zusehen. Die Realität sieht anders aus. Erstens haben diese Regierungen und ihre Vorgänger, fachlich beraten von der OECD, selbst die Möglichkeiten zur Steuervermeidung geschaffen, über die sie heute klagen … Zweitens sind einige der Regierungen, die Steuervermeidung lautstark anprangern, gleichzeitig intensiv damit beschäftigt, neue Schlupflöcher zu schaffen.” Er weist dann auch auf Möglichkeiten, was man unilateral und international tun kann. Oder anders gesagt: Wo immer die Politik hilflos ist, ist sie es durch sich selbst. Das ist auch der Grund, warum die Konzerne zwar groß und mächtig sind, aber doch lieber vor der Politik ein bisschen kuschig tun und gerne helfen, wo sie helfen können. Viel fürchterlicher als jede Bank oder einen Chemiekonzern finden die Politiker sowieso gewisse Mittelständler mit direktem Zugang zur Meinungsbeeinflussung. Verglichen mit den gering regulierten Meinungsmanipulateuren Springer und Burda sind die hoch regulierten Finanzakteure sehr viel leichter an die Kette zu legen. Als MInister oder Abgeordneter würde ich mich jedenfalls keine Sekunde vor dem Sparkassenverband oder Herrn Fitschen fürchten, wohl aber vor Kai Diekmann etc. Womit soll man dem drohen?! Interviewentzug?

Hauke August 2, 2013 um 14:13

Frank Lübberding

Bis 2007 haben Anleger im spanischen Immobilienmarkt Traumrenditen für vermeintlich kleines Risiko erzielt. Jetzt ging die ganze Kohle bachhagel und in ihrer unendlichen Großzügigkeit gestattet die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Zentralbank die verlustfreie Repatriierung der Gelder, die in Deutschland jetzt den Immobilienmarkt hochkaufen. Und an dieser Stelle sehen Anleger ihre Altersvorsorge gefährdet, weil sie, so lange der Anpassungsprozess läuft, nur kapitalerhaltende Renditen erzielen können? Kann ja nicht Ernst sein! Die Alternative wäre gewesen, Verlustallokation durchzuführen. Könnte mir gut vorstellen, dass man da in Summe ungefähr auf den Differenzbetrag kommt, der zwischen Inflationsrate + Produktivitätswachstum und den Renditen auf Zertifikate bei der Kaupthing Bank liegt, in die die altersvorsorgende Mittelschicht ihr gehebeltes Eigenheim versenkt hat. Dann hätten wir heute überall in Europa risikoadäquate Renditen und tolle Konjunktur und so und niemand müsste von “Anlagenotstand” schreiben. Könnte auch gut sein, dass die Summe der Abschreibungen ungefähr das abdeckt, was den Anlegern jetzt durch etwas niedriegere Renditen “verloren” geht. Was ich aber als reinen Marketinggag der Anlegerlobby ansehe ist, nach der Rettung zu lamentieren, man könne nirgendwo mehr vernünftige Renditen erzielen. Das ist scheinheilig. Zur Zeit ist es so, dass die ZB und die Staaten ins Risiko eintreten, um eine Zinsdivergenz im Euroraum abzufedern. Sie moderieren den Übergang zu risikoadäquaten Renditen. Man kann sicher lange darüber streiten, ob etwa die vor einem Jahr steigenden Zinsen auf Staatsanleihen der Südschiene eine risikoadäquate Bepreisung darstellten, oder eine Marktstörung. Letzters ist bekanntlich die Position der Zentralbank. Das wird die Zeit zeigen und es kann auch noch eine Weile dauern, bis wir das wissen. Was aber mit Sicherheit nicht mehr kommen wird, sind die goldenen Vorkrisenzeiten, wo herrliche Renditen zu erzielen waren und der Bettel dann am Ende dem Staat vor die Füße geworfen wird. Ich hätte den Anlegern eine noch härtere Landung gewünscht. Damit es sitzt.

Marlowe August 2, 2013 um 14:21

Also Holger,

das mit der Inflation ist doch ganz einfach. Als Nicht-Gewerkschaftler bin ich für die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich gepaart mit jährlicher Lohnanpassung von 20 %. Aber Achtung, die kalte Progression schlägt dann planmäßig zu, daher müssen die Freigrenzen auch entsprechend angehoben werden, es sei denn, es wird auf einen ausgeglichenen Haushalt angelegt.

Bei diesem Hase-Igel-Spiel der Inflation laufen die Preise den Lohnerhhöhungen regelmäßig davon, Gewinner sind der Staat, wie aber auch die Industrie.

Aber frag mal deine Oma, ob es denn was zu kaufen gab oder ob die Händler die Sachen für bessere Zeiten eingelagert haben, also die, die das nötige Überbrückungsgeld dazu hatten. Bei stetig sinkenden Einnahmen ist von einer extremen Ausdünnung der Produktion auszugehen.

http://www.humane-wirtschaft.de/03-2007/huewe_mit-absurder-geldpolitik.pdf

Die eigentliche Frage aber, warum bei den derzeitigen Bedingungen der absoluten Niedrigzinsen seitens der Notenbanken bislang die Inflationsraten nicht explodieren: Lohnsenkungen / Entlassungen / prekäre Arbeitsverhältnisse / Güterüberangebot in Teilbereichen / rückläufige Vergabe von Krediten / Basel III / etc. kompensieren das Überangebot an virtuellem Geld, welches bislang im Bereich Aktien / Rohstoffe aktiv ist.

holger August 2, 2013 um 14:50

Marlowe

wenn wir uns darauf einigen könnten, dass wir über über fallende und steigende Preise reden, dann wäre alles iO

Nur diesen Vorgang kann man nicht Inflation nennen.

Eine Inflation hat es in Simbabwe gegeben. Viel Geld nix Fressen.

Auch ist das Steigen der Immobilien Preise zB in London oder FFM keine Inflation. Es ist eine Erwartungshaltung, gerade in den Gebieten zB sicherer seine “Mieteinnahmen” zu bekommen, als in Bremen oder im Harz.

holger August 2, 2013 um 15:17

Und da Marlowe

sind wir bei “Lübberdings” “Anlagenstau”

die Erkenntnis ist ja nicht die Neueste und wird uns auch noch einige Zeit begleiten. Vermutlich länger, als viele Denken. Denn all das Lohndumping gerade in so genannten “Wohlfahrtsstaaten” muss doch dazu führen, dass immer weniger Rendite raus springt.

Das Fell ist verteilt… wer in Berlin noch ne Currywurstkette aufmacht, hat se nicht mehr alle.

Wir haben PPP durch CBL jetze gehts noch ums Wasser, dann war es das.

Das verfügbare Geld in einer Region ist durch das Einkommen begrenzt. Sinkt das Einkommen, sinkt auch die Bonität oder Verschuldungsmöglichkeit. Frag doch mal nach Refinanzierungen in bestimmten Bereichen.

Der Markt ist Übersättigt. Vom Winzer, bis zum Brauer… rund 50% der produzierten Lebensmittel landen ungeöffnet im Müll.

Ur-Omma hätte dir den Kopf abgerissen dafür.

Und als nächstes gehen die Baby Doomer verstärkt in Rände fals noch nicht mit 56-58 vor Jahren geschehen… whuts coming Next?

Tja… und da sollte mal Lübberding ansetzen, dass was er mal gelernt hat, zählt im Zeitalter Neuland nich mehr. Hätte sich nur mal Fortbilden müssen… LOL

Hauke August 2, 2013 um 15:26

Frank Lübberding

“Mit dem heutigen Niveau ist man noch nicht einmal in der Lage, einen Inflationsausgleich hinzubekommen. Und das ohne Inflation.”

Nur um hier mal die Relationen zu nennen: Lebensversicherungen, der Deutschen liebstes Sparschwein, haben Ende 2012 die Gesamtverzinsung auf 3,5% – 4,2% gesenkt, nach einem realen Wirtschaftswachstum von 0,7% und einer Inflationsrate von 2%. Das heißt, private Kleinanleger sind in der Lage, eine im Vergleich zum Wirtschaftswachstum überproportionale Rendite zu erzielen. Der Anlagenotstand liegt dann darin, dass die Lebensversicherer, um diese höhere Rendite erzielen zu können, ihren Anteil an Unternehmensanleihen erhöht, und ihren Anteil an Staatsanleihen gesenkt haben. Die Anleger nehmen also für ihre höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf. Nur, was ist daran neu außer die Tatsache, dass es nicht mehr ganz so üppig läuft, wie vor 2007? Ganz ohne Risiko ist mehr als Werterhalt eben nicht drin.

f.luebberding f.luebberding August 2, 2013 um 15:49

Hauke

Die Struktur der Portfolios verschiebt sich. Die Formel “ein höheres Risiko” beschreibt exakt den Wandel. Im übrigen war das auch immer mein Argument gewesen, warum ich es für absoluten Irrsinn gehalten habe, die Bonität europäischer Staatsanleihen auf Junk Bonds Status zu reduzieren. Was die Garantieverzinsung betrifft: Die wird noch weiter gesenkt werden. Im übrigen leben solche Fonds wie die der Lebensversicherungen vor allem davon, dass nur relativ wenige Verträge den Auszahlungstermin erreichen. Damit machen die ihr Geschäft.

holger August 2, 2013 um 15:49

Nur mal so nebenbei

Die Inflationsrate ist dadurch von fast 250 Millionen Prozent auf nun fünf Prozent im Jahr gefallen – und die einst leeren Regale sind wieder mit Waren gefüllt, die sich jedoch nur wenig leisten können.

http://www.fuw.ch/article/simbabwe-vom-vorbildlichen-zum-gescheiterten-staat/

holger August 2, 2013 um 16:12

f.luebberding

dir wird aber die Anlageform “Mündelsicher” bestimmt was sagen oder?

f.luebberding f.luebberding August 2, 2013 um 16:21

holger

Guter Hinweis. Darüber habe ich sogar schon einmal einen Artikel geschrieben … .

"ruby" August 2, 2013 um 16:37

Hat jemand die Auszahlung seiner Lebensversicherung erlebt und den Effektivzinssatz nachgerechnet?
Echte Zahlen …

Hauke August 2, 2013 um 17:54

Frank Lübberding

“Was die Garantieverzinsung betrifft: Die wird noch weiter gesenkt werden.”

Genau! Deshalb trommeln ja die Versicherer! Das Problem der Versicherer ist nicht, eine Rendite von 4% zu erzielen, sondern dass sie in ihren Neuverträgen maximal den Höchstrechnungszins garantieren dürfen und ihre Kunden 8% Gesamtverzinsung erwarten. Jetzt richtet sich der Höchstrechnungszins nach der durchschnittlichen Umlaufrendite europäischer Staatsanleihen und wenn die im Keller ist, fällt ein wichtiges Verkaufsargument weg und die Versicherer bekommen keinen lumpigen Vertrag verkauft. Zudem wird das für einige Zeit auch so bleiben, weil die “Delle” durch die Berechnung als Mittel der vergangenen 10 Jahre, selbst über eine zukünftige Zinswende hinaus, den Anstieg des Höchstrechnungszinses begrenzt. Zudem ist in der Krise die Überschussbeteiligung zusammengeschmolzen und statt 8% gibt es nur noch 4%. Der “Anlagenotstand” drückt Vertriebsprobleme angesichts überzogener Erwartungen aus.

Für die Anleger wäre es am Besten, wenn über die EZB die Banken- und Staatsbilanzen bereinigt werden, die Staaten wieder Geld in den Kreislauf pumpen und die Unternehmen fleissig investieren um die Nachfrage zu befriedigen. Die Armen bleiben arm, die Reichen bleiben reich, diejenigen, auf die es ankommt, machen gute Geschäfte, diejenigen, auf die es nicht ankommt, gehen zum Amt. Und bei der nächsten Krise dann das ganze von vorne. Diese perpetuierte Rettung zementiert Eigentumsverhältnisse! Es muss in einer Marktwirtschaft möglich sein, des Eigentums verlustig zu werden. Sonst landen wir, so als Bogen zu Ihrem Beitrag, in einer Günstlingswirtschaft die sich hinter dem Mantel des Staatskapitalismus verbirgt. Und ich empfinde da etwas “Anlagenotstand” als die deutlich angenehmere Alternative.

"ruby" August 2, 2013 um 19:31

@ Lina
Du wolltes Schlagzeug
http://www.youtube.com/watch?v=HeDgh2yRLMQ
Jason ist der Sohn von John Bonham
Konsum auf eigene Gefahr

holger August 2, 2013 um 20:16

f.luebberding August 2, 2013 um 16:21
holger

Guter Hinweis. Darüber habe ich sogar schon einmal einen Artikel geschrieben ”

Wann denn?

wowy August 2, 2013 um 20:17

Selten so einen Schwachsinn gelesen:
“Die Polizei versucht die Vorschriften der realen Welt auf die virtuelle Welt zu übertragen. Doch die beiden Welten unterscheiden sich zu sehr.”
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-08/internetermittlungen-polizei-abhoerskandal

Folkher Braun August 3, 2013 um 03:27

Der Steingart ist doch nur der Jammerlappen der gewöhnlichen Anleger. Vor ein paar Jahren hat er sich doch noch als Nicht- Wähler buchmäßig geoutet, also soll der doch seine Klappe halten. Das optimale Politikmodell für D- Land wurde 1982 vom Helmut eingerichtet. Wir verstehen zwar nichts, was im Land abgeht, aber “blühende Landschaften” entstehen überall. Vor allem seit 1989. Dass eine 17- Millionen – Reservearmee auf die Löhne drücken wird, waren dem K. und dem späteren Gasanlagen- Hausierer sowieso egal. Daneben konnte der Adecco- Lümmel und der AWD- Promoter noch gesetzesmäßig ihre Interessen durchbringen. Was für eine erbärmliche politische Klasse haben wir da? – Und 20 Kiloeuro für den P€€r von den Stadtwerken in BO, wo noch nicht mal den Quarzsand für ihre Straßenbahnen- Bremsen bezahlen können. Eschte Sozialdemokratens halt.

"ruby" August 3, 2013 um 08:40

Springers privat archivierte Konservenwahrheit für Elite Laue Geister ?

http://www.waahr.de/sites/all/themes/waahr/images/logo_huge.jpg

Rock will never die
http://www.youtube.com/watch?v=vqZ89G6z4UE

@ Folkher Braun
Wer wird denn gleich den Blues kriegen …
Mit NSA können wir den Spionierern ihre ganze Verlogenheit in Echzeit vorzeigen und müssen nicht 30 Jahre auf Archivfreigabe warten. Die volle Wirklichkeit richtet sich gegen die Drecksbrut in ihren Zirkeln.
;-)

Für unabhängige öffentliche Archive mit gutem Personal (nicht von MAD, BfV, BND) !

"ruby" August 3, 2013 um 08:53
keiner August 3, 2013 um 09:00

Die US-Administration sieht offiziell Assange als den neuen Bin Laden

http://www.nytimes.com/2013/08/03/us/politics/first-amendments-role-comes-into-question-as-leakers-are-prosecuted.html?hp&_r=0

Was für gestörte Gestalten. Filmempfehlung für Obama: Töte zuerst, gab’s gestern als Wiederholung bei arte, sollte noch in der Mediathek sein…

"ruby" August 3, 2013 um 09:08

Who got more DISTORTION?
http://www.youtube.com/watch?v=I067fbBem3Y
“Hey hey, my my
Rock and roll can never die
There’s more to the picture
Than meets the eye.”

Es gibt ja noch Ritter Edward mit seinen vier Laptops ;-)

"ruby" August 3, 2013 um 09:55
"ruby" August 3, 2013 um 10:10

@ fl und Holger

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/medienbericht-niedrigzinsen-schrumpfen-sparvermoegen-um-milliarden/8590166.html

Zinsdiktat von -10% und Lohnsteigerung und von 20%
Seid ihr dafür ?

Damit lassen sich Steuern vermeiden und die Zinsfetischisten dürfen weiter herrschen !

Bei steigenden Vermögen lassen sich die 10% Differenz locker finanzieren.

Die Opportunisten wie Steingart müssen doch schwärmen .

Ansonsten Schuldenversenkungsfonds bei der EZB – unendliche Tiefen !

#VOLKSAUFSTAND1409DE August 3, 2013 um 10:44

““So wurde Politik sekundär.”
————-


===========================
PARLAMENTE …

===> … sind OPIUMfür das Volk!!
===========================

( ~ SEMIDEUS ~ … in den Iden des August MMXIII)

"ruby" August 3, 2013 um 10:58

Ende
des Schweinezyklusses (Wirtschaft)
des Schweinezirkusses (Kultur)
der Schweinepriester (Politik)

http://www.youtube.com/watch?v=Qq6jxLUOd_U
http://media1.faz.net/polopoly_fs/1.2317171!/image/1875540445.jpg_gen/derivatives/width610x580/1875540445.jpg

holger August 3, 2013 um 12:18

„ruby“

ich komme leider aus dem ganz normal industriellen Reallife… also einer von den rund 2 Millionen Deppen, die tatsächlich noch produktiv tätig waren oder sein sollten. Nebenbei habe ich aber die Administration noch kennen lernen dürfen, mit all den monströsen Verordnungen. Ich weiß, wie man Ausschreibungen fingieren kann, ich weiß welcher Dienst-Weg eingehalten werden sollte.

Dh ich betrachte den ganzen Humbux nicht theoretisch, sondern stelle mir vor, was denn nun die fixen Ideen der Leidhammel für Auswirkungen haben werden in der Praxis.

Ich habe es oft genug getippselt, dass wir uns seit ca.1986 im Optimierungswahn befinden. (Produktion von Gütern, rechtliche Ausgestaltung zB Rente). Parallel dazu kam ja 1986 der Herr Greenspan an die Fed und optimierte und kreierte dort die Finanzindustrie mit neuen virtuellen Produkten und mit fabulösen Renditewahn ausgestattet.

Ab 1986 war der Kapitalismus nicht mehr Kapitalismus der an den „Hochschulen“ gelehrt worden iss. Weil ab dem Jahr, die Konzentration anlief, die eben in den heutigen Oligopole enden sollte. Dh sämtlich studierte Ökonomen hecheln noch dato diesem Vorgang hinter her, weil sie immer noch an I=S Schulden=Guthaben und Smith und Marxes Keynes Hayeks Glauben glauben, glauben müssen.

Ich habe ja erst Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Personalwirtschaft, Recht, erst 1997 gemacht, und konnte das mit der Bibel der Industriemeister vergleichen. Also ich habe erst Praxis gehabt, und kam dann in die virtuelle Theorie. Und da passt nun einiges nicht nimmer zusammen. Weil mir das Reale etwas anderes geflüstert hat/hatte.

Ich hatte ebenso vor Jahren beim Strobl geschrieben, dass es sich bei dem Kapitalismus nur darum handelt, möglichst viele Eigentumstitel (Grund&Boden) einzusammeln. Mittlerweile ist die Fed und EZB ja ganz großer Gutsherr, was Eigentumstitel betrifft. Und die Überproduktion in den Industriestaaten läuft auf Hochtouren, mal mehr mal weniger. Diese Auslastung der Produktion nennt man auch noch fälschlicher Weise Wachstum.

Das Fatale daran ist, dass meiner Generation, die eben 1986 in die Berufswelt eingestiegen ist, nichts mehr gelassen worden ist, um überhaupt ein Vermögen oder was auch immer aufzubauen. Gleichzeitig, treffen wir auf einen gesättigten von Dumping-Lohn optimierten Markt. Die nachfolgenden Generationen haben zwar nen Job, aber bei minimaler Entlohnung.

Dh nicht nur die Löhne wurden zu Gunsten der Unternehmer, also für Rendite, optimiert, nein, man optimierte auch noch gleich die Kaufkraft ganzer Regionen oder Zonen. Besonders aber die Zonen, die von der produzierenden Realen Industrie abhängig waren/sind. Sehr schönes Beispiel Detroit über den Teich, oder der Ladenleerstand von ca.60% in meinem Geburtstädtchen.

Dh man hat nicht nur die Löhne und Renditen optimiert, sondern auch noch Gleichzeitig die heimische Binnenwirtschaft, von Bäcker bis zum Heizungsbauer. Geopfert für den überbordenden Export. Dh der Binnenlevel Kaufkraft wurde gesenkt, und stagniert nun vor sich hin. „Pleiten Pech und Pannen“ eben. Man muss sich nur die Mühe machen, mal beim Amtsgericht zu schauen, was der Kuckuck so im Programm Hammer hat.

Nun verlangt ja das allgemeine Frettchen Zinsen für seine Geldanlage, ohne sich Gedanken darüber zu machen, woher denn nun die Zinsen kommen. Nun, da kann man sich die 7 Einkunftsarten mal anschauen, und gucken, wie sich die Einkünfte überhaupt realisieren lassen.

Ich hatte auch schon mal getippselt, dass da wo Gespart wird, nicht Investiert wird. Binnenmarkt gesehen. Weil hier sind wir dann im Groben bei „Mündelsicher“.

Parallel zu all diesem ganzen Treiben Optimieren etc.pp. Kommt nebenbei ja noch die Eurotz Geschichte, die ja wie bekannt nun die südlichen Länder entmündigt hat. Also nicht mehr „Mündelsicher“ und unter fremder Herrschaft gestellt.

Ferner kommen dann eben die bekannten Spionage Programme der Dienste in Verbindung mit Planwirtschaft, Basel II, IBAN, SWIFT und haste nicht gesehen.

Es gibt einen einfachen Grundsatz: „ Zerstöre das, was dich zerstören könnte“

Der ganze Optimierungszyklus stößt nun unweigerlich an seine reale Grenze. Weil das Ergebnis ist, dass ganze Zonen Entkapitalisiert worden sind. Und dort wird keiner Investieren, weil es sich nicht lohnt.

Da die virtuelle Finanzwelt nun aber die Eigenschaft hat, keine Grenzen zu kennen, weil es ja auch nur eine Glaubenssache ist, prallen die Welten aufeinander. Was in der Analogen Zeit vielleicht noch gestimmt hat, hat in der Analog-Digitalen fertig.

Und da hat nun mal das Merkel nicht ganz unrecht, wenn sie von „Neuland“ spricht. Denn die Politik oder ein Parlament ist Analog. Den ganzen Umfang den das Neuland anrichtet und gestaltet, kann keine Politik erkennen. Auch ist die Politik nicht in der Lage Regeln und Grenzen dem Zusatz Digital zu setzen, da das Analoge lahmarschig daher kommt.

Dh nicht nur ganze Zonen werden entkapitalisiert, sonder auch entpolitisiert. Dann ensteht dort Stagnation. Der Bürgermeister von Detroit ist jetzt mehr mit dem Abriss von Detroit beschäftigt, als alles andere. Natürlich entsteht wo anderes etwas neues, aber mit einem ganz anderen Gesicht. Detroit ist ein gutes Beispiel dafür, wie das Analoge alleine nicht mehr funktioniert. Auch hilft da auch keine Kostenoptimierung mehr.

Der Analogen Politik samt Rattenschwanz Verwaltung/Behörden fällt es schwer diesem Digitalen etwas entgegen zu setzen. Weil sie das nicht können kreativ denken zu können. Sie sind schlicht und einfach nicht in der Lage dazu, weil sie es in ihrem Leben ja nicht brauchten, da es sich bei den meisten um Lehrer und Advokaten Hansels handelt. Mal mit Dr. und mal ohne zweites Staatsexamen. Paar Soziologen und sonstiges unfähiges Leben hampelt da ja auch noch rum.

Und nun kommt es aber, da in der Politik nur die kommen, die winseln und Pfötchen heben können (wer tut sich das sonst an?), muss man sich auf die etwas schlaueren Dienste verlassen. Da sitzen eben Top-Leute, die über normale Verwaltungsheinis nur lachen können. Dh wer bei zB der NSA sitzt, und sich tatsächlich den Humbuxs kontrolliert, den die Analogen verzapfen, muss im Sinne zB von Goldman Sucks eingreifen können. Und nicht so laut lachen.

Das Merkel (und der Wolfgang) iss ja besser darüber informiert, dafür hat sie auch eine Reihe Orden bekommen (Wie ihr Ziehvater übrigens auch), was die einzelnen Buben und Mädels im Bundestag hinter verschlossen Türen so aushecken tun.

Deswegen kann das Merkel auch in Ruhe abwarten, ob das denn nun so ist, wie sie es gehört und gesteckt bekommen hat. Die Horch und Guck Abteilung iss doch ein faszinierendes Instrument… die wird doch darüber in Kenntnis gesetzt, was die anderen so gerade im Schilde führen.

Also richtet euch darauf ein, dass alles so schon richtig ist, wie es ist.

Nehmt euch als Nummer 9.785.865.824.290.358.893.567.857…. Sperma nicht so wichtig.

WIR verrichten Gottes Werk und nicht ihr. :D

Huuh ( rrah!) August 3, 2013 um 13:07

Dass ihr das alles lesen dürft, diesen herrlich alttestamentarischen @ Hauke und @ Holger, den Botschafter von Neuland, der sich postanalog durch den Altsumpf durchboxen muss…

…das habt ihr mir zu verdanken, denn ich war`s, der hier Wirrrtschafft angemahnt hat.

Und sehet: F. Lübberding kontert und schlägt zurück mit dem alten Fahrraddieb Erik Zabel…

"ruby" August 3, 2013 um 13:39


https://www.youtube.com/watch?v=-jtFNykJ_eI

Danke und Danke und Danke und

"ruby" August 3, 2013 um 16:09

Hat es der Peer drauf oder ist er nur ein $-Kuscher :
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/wahlkampfzeiten-1969

"ruby" August 3, 2013 um 16:17
#VOLKSAUFSTAND1409DE August 3, 2013 um 16:25

@holger
“WIR verrichten Gottes Werk und nicht ihr.”
————–

===> … diese Wurscht … hat zwei Enden … und is noch nett gegessen!

===> … hier nur einige geänderte Syschtemvariablen, die wo den Hochfinanzfaschistenmafia-Ratten in die Suppe rotzen:

- das Syschtem (->Demokratie, gelenkte die) ist weitestgehend entschlüßßelt! … Roßß & Reiter sind markiert (zunehmend auch die schäbigen, hochverräterischen Erfüllungsgehilfschergen … Politclowns, Mediennutten, Justiznutten, Schlapphutschergennutten, Gewerkschaftsnutten, “Künstler”-nutten, “Wiss’nschftler”-nutten, Kirschennutten, … )!

- die autochthone Müttelschischt – die den ganzen Laden antreibt – … hat Schnauze gestrischen voll von eben jenes Syschtem! … läßßt sisch nimma hinter die Fischte führ’n …

- BRIICS holen TECHNOLOGISCH flink auf (-> Externer Gegner, der). Das Unabhängische Putinrussland … hat die Changse, sogar ORGANISATORISCH … eine bessere Alternative … zum sogenannten “Der Westen” zu entwickeln! … erste Republikflüschtlinge aus dem “Westen” sind ja bereits eingetroffen: Depardjö, Snowd’n, …

( … Wenn @PUTIN auf ~ HALBGOTT ~ hört, dann erklärt er in seine Neujahrsansprache 2014 feierlich, daßß das was im “Westen” is … NIX … mit eschter Demokratie zu tun hat! … und das Russland fortan versucht – langsam aber ernsthaft – bessere Alternative für eschte Demokratie zu entwickeln … zum Wohle der Gesamtbevölkerung… ===> bad-luck für die US-Hochfinanzfaschistenmafia! …)

- weiterer Syschtemdruck möglisch dursch: “Multikulti”-Overkill, Peak Oil, eklatante & gigantische Mißwirtschaft dursch die selbstherrlich herrschenden Radikalplutokratenapparatschicks im “Westen”, …

"ruby" August 3, 2013 um 16:44
"ruby" August 3, 2013 um 18:11

@ fl + hh

Ihr macht ja mit den Kommentarzahlen und Kommentarrichtungen sogar dem Krugman Konkurrenz !
;-)

"ruby" August 3, 2013 um 21:57

Zeit der Demokraten :
Staatspräsident
Giorgio Napolitano
kann dem Verurteilten den Hausarrest verkünden.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-08/italien-berlusconi-proteste
1 Milliarde Schwarzgelder im Ausland .
http://www.youtube.com/watch?v=0fAVQgsM1wY
JCK – Deine italienische Berufung ist gekommen ;-)
Kameraden stehen zusammen – Rom, die ewige wird nie untergehen.

Soldat Schwejk August 4, 2013 um 18:46

@ Hauke

Zu Genreith, Stocks und Flows und so…

Also auf den Unterschied zwischen Bestands- und Stromgrößen weist der Autor ja selbst hin. Daß er für seine Darstellung ausgerechnet den eigentlich anders bestimmten Begriff des Kapitalkoeffizienten recht willkürlich verwendet und gar noch in die Überschrift setzt, ist sicher problematisch. Und den Eigenhandel der Banken da mit reinzunehmen, ist dem Argument in dieser Form wohl auch nicht dienlich.

Aber das mit den Stocks und Flows… Das Problem bei Finanzvermögen als Bestandsgröße ist ja nicht, daß es einfach „besteht“, sondern daß es Erwartungen auf Rendite (Flows) erzeugt. Insofern scheint es mir schon angemessen, Finanzvermögen (auch wenn man es nicht mit Realkapital durcheinanderwürfeln muß) in Beziehung zu setzen zu anderen Stromgrößen.

Nicht mit allem hier…

http://www.oegpw.at/tagung09/papers/PA3_huffschmid.pdf

… muß man sich zwingend einverstanden erklären, aber z.B. die Dimensionen sind mit Bezug auf eine McKinsey-Studie dargestellt. 1980 lag das globale Finanzvermögen (Stock) ungefähr in der Größenordnung des Weltsozialprodukts (Flow). 2004 lag es dann schon fast beim Vierfachen. Folgt daraus nicht, daß nach einer ökonomischen – nicht: politischen – Logik die aus diesem Finanzvermögen erwachsenden Flows (Renditen) in den Keller gehen müssen, daß mithin dieses Finanzvermögen dann großenteils eben einen negativen Realzins erwirtschaftet? (–> „Anlagenotstand“) Oder sehe ich da was falsch?

Mein Argument ging nun im wesentlichen dahin, daß es unter diesen Voraussetzungen nicht Teil einer Staatsräson sein kann, den jeweils inländischen Vermögensbesitzern irgendwie eine positive Realverzinsung gewährleisten zu wollen. Und daß man sich nicht über das Primat der Ökonomie beklagen darf, wenn die politischen Eliten dies trotzdem tun (UND zudem über die Propagierung kapitalgedeckter Anlagesysteme noch weitere Renditeerwartungen aus Finanzvermögen erst hervorrufen).

Was den Eigenhandel der Banken angeht, so ist der in bezug auf die Stromgrößen aber auch nicht neutral, oder? Dein Vergleich mit dem Bestand an Jetons in einem Casino scheint mir nicht ganz zutreffend. Das Casino kann sonstwieviele Jetons in seinem Bestand haben, ohne daß der Croupier deshalb mehr davon abzweigen und in eine Stromgröße verwandeln kann. Im Finanzsektor dagegen fallen die höchsten Einkommen der entwickelten Volkswirtschaften an; formal sind das Einkommen aus Transaktionstätigkeiten, wobei ich mal echt bezweifeln würde, daß die traditionelle Transaktionskostentheorie das Zustandekommen dieser Top-1%-und Top-0,1%-Einkommen noch sinnvoll erklären kann. Hier…

http://stefanleichnersblog.blogspot.de/2012/09/einkommens-und-vermogenskonzentration_11.html

… wird darauf hingewiesen, daß eben der angestiegene Anteil der Top-0,1%-Einkommen ganz überwiegend mit dem Finanzsektor und dort mit dem Eigenhandel zu tun hat. (siehe auch die Fortsetzung unter 5.2.). Also im Gegensatz zum echten Casino führt die Steigerung der Jeton-Menge hier zu einer überdurchschnittlichen Einkommenssteigerung des Croupiers, und das nicht nur im Verhältnis zu den Spielern, sondern auch zu den Nicht-Spielern, die nie einen Fuß in das Casino setzen.

Es ist wohl unglücklich und auch falsch, dies unter dem Begriff „Kapitalkoeffizient“ verhandeln zu wollen.

Aber… so als gelegentlich weißwein-gedopter Kraut- und Rüben-Kommentarier will ich mal wieder meine experimentelle These hervorkramen, wonach Bestandsgrößen eigentlich nichts anderes als juristische und statistische Konstrukte sind, die eine Art Sonderfall von (kollektiver und individueller) Positionsmacht zur Umlenkung von Stromgrößen begründen… Wie ein früherer Kommentarier das mal schön simplifizierte – letztlich geht es immer nur darum: Wer kriegt was und wer was nicht, und in welcher Verschleierung wird das kommuniziert?

(Wobei ich nach Deinen nachfolgenden Kommentaren den Eindruck habe, daß wir in der Sache gar nicht weit auseinanderliegen und Deine Aversion bzgl. Genreith-Link sich v.a. gegen die willkürliche Verwendung klar definierter Fachtermini durch Nicht-Ökonomen richtete.)

Soldat Schwejk August 4, 2013 um 18:59

Zum “Anlagenotstand”. Um den Begriff mal anders aufzuladen, jenseits der Dilemmata des gehobenen Finanzerdienstadels…

Also, da nicht rentenversichert, müßte ich wohl aus ein bissel Aktien genug Rendite erzielen, um im Alter dann auf nicht auf eine Grundsicherung angewiesen zu sein. Schließlich soll ja auch im Alter weiter konsumiert werden, bis alles in Scherben fällt… Nu kann ich mal auszurechnen versuchen: Wie groß müßte denn die Durchschnittsrendite von dem Krempel sein, um im Alter ein Auskommen zu haben?

Oh shit… “Anlagenotstand” :-( … so kann man’s natürlich auch nennen…

Marc August 5, 2013 um 11:00

Aber das mit den Stocks und Flows… Das Problem bei Finanzvermögen als Bestandsgröße ist ja nicht, daß es einfach „besteht“, sondern daß es Erwartungen auf Rendite (Flows) erzeugt. Insofern scheint es mir schon angemessen, Finanzvermögen (auch wenn man es nicht mit Realkapital durcheinanderwürfeln muß) in Beziehung zu setzen zu anderen Stromgrößen.

Tja, dann muss man nur noch mit die richtigen Stromgrößen auswählen, um zu sinnvollen Aussagen zu gelangen und nicht um einfach nur stumpfsinnige Panik zu verbreiten. Zum einen ist der Zeithorizont vieler Finanzprodukte, gerade wenn es z.B. um es sich um das Thema private Altervorsorge handelt, weitaus größer als ein Jahr. Eine Fokusierung auf einen einjährigen Zeitraum greift zu kurz und muss zu sinnfreien Aussagen gelangen. Zum anderen ist der realwirtschaftlich erwirtschaftete Mehrwert ja nicht die einzig zur Verfügung stehende Quelle für die Renditen des Finanzsektors. Steigende Vermögenswerte sind ein wichtiger Faktor, die sogar, welch göttliche Fügung, durch geschickte Manipulation aufgeblasen werden können. Die andere und zunehmend wichtigere Quelle sind zukünftige Steuereinnahmen. Leider veresse ich immer wieder, wie die Finanzwirtschaft an die Steuereinnahmen gelangen kann. Hm …, hm … , ja, es fällt mir wieder ein! Wie dumm von mir! Natürlich über den Umweg der Finanzierung der Staatsschulden! Eine weitere wichtige Renditequellen des Finanzsektors ist also die Zinslast der Staatshaushalte.
Einen Anlagenotstand kann ich daher nicht erkennen. Dieser omonöse Kapitalkoeffizient ist kompletter Murks, er bezieht sich auf einen viel zu engen Ausschnitt in Bezug auf den Zeithorizont sowie auf die Auswahl der Stromgrößen, um auch nur annähernd vernünftige Aussagen zu ermöglichen.
Aber es gibt einen logischen Zusammenhang zwischen Staatsschulden und Einnahmen des Finanzsektors. Der ist eindeutig: sinkt die Zinslast, sinken die Renditen des Finanzsektors. Wer allerdings niedrige Staatsschulden und hohe Renditen möchte, der braucht eine (Vermögens-)Blase.

Hauke August 5, 2013 um 12:28

Soldat Schwejk

Zunächst einige Zitate aus der McKinsey Studie, auf die sich Huffschmid bezieht:

“From 1980 through 2007, the world’s financial assets—including equities, private and public debt, and bank deposits—nearly quadrupled in size relative to global GDP. Global capital flows similarly surged. This growth reflected numerous interrelated trends, including advances in information and communication technology, financial market liberalization, and innovations in financial products and services. The result was financial globalization.”

“For the past 30 years, most of the overall increase in financial depth—the ratio of assets to GDP—was driven by the rapid growth of equities and private debt in mature markets.”

“Worldwide, equities and private debt accounted for most of the increase in financial assets since 1980, as companies and financial institutions turned increasingly to capital markets for financing.”

“The United States, the eurozone, and the United Kingdom accounted for most of the growth in credit from 2000 through 2008. Although borrowing in emerging markets, also grew during this period, it mainly reflected GDP growth. In contrast, total US credit outstanding rose from 221 percent of GDP in 2000 to 291 percent in 2008, reaching $42 trillion. Households accounted for 41 percent of the increase, a bigger share than any other group, and mortgages accounted for most of the growth in household credit. US financial institutions also boosted their borrowing significantly, accounting for 24 percent of the total increase.”

“Equities were the fastest-growing asset class in mature markets from 1990 through 2007 because of two main factors: rapid growth in corporate earnings and rising equity valuations (reflected in P/E ratios). New IPOs were a small and relatively immaterial contributor.”

“Almost all the private debt growth since 1990 has occurred in two categories: debt issued by financial institutions, which accounted for 49 percent of the total, and asset-backed securities, at 43 percent. The value of outstanding corporate bonds, in contrast, has grown steadily, but at a rate that was only marginally faster than GDP growth.”

http://www.mckinsey.com/insights/global_capital_markets/global_capital_markets_entering_a_new_era

Für mich stellt sich das Bild wie folgt dar: Hauptursache der Vervierfachung des Verhältnisses von Financial Assets zur Wirtschaftsleistung ist die Zunahme der Schuldenquote privater Haushalte (die mit der Schaffung entsprechender Vermögenswerte einhergeht), sowie Bewertungsveränderungen von Eigentum. Die Bewertungsveränderung von Eigentum resultiert zum Einen aus steigenden Gewinnen des Unternehmenssektors, sowohl absolut als auch relativ zur Wirtschaftsleistung, zum Anderen aus steigenden P/E Ratios sowie Wertsteigerungen in einzelnen Marktsegmenten (Immobilienpreise). Das heißt, in Zeiten steigender Eigentumspreise, die fundamental durch einen Anstieg der Gewinne gerechtfertigt waren, kam es zu überschießenden Preissteigerungen, die die Rendite gesenkt haben, weil alle an den steigenden Erträgen und steigenden Bewertungen partizipieren wollten. Das Ergebnis ist eine Blase. Die Zunahme der Schuldenquote privater Haushalte hat mehrere Seiten: Der Rückgang des Zinsniveaus nach der Hochzinsphase zu Beginn der 80er Jahre bis heute, ein Rückgang der Inflationsraten und damit des Zinsänderungsrisikos, bessere Möglichkeiten des Kredithandels und Risikodiversifikation durch Finazmarktintegration, eine relativ niedrige Schuldenquote der privaten Haushalte, etc. Es würde zu weit führen, das alles im Einzelnen aufzudröseln, aber im Großen und Ganzen lässt sich die Ursache dieser Entwicklung ganz gut mit “financial globalization” beschreiben: Hauskredite im US Markt werden per Securization durch Privathaushalte in D finanziert, steigende Unternehmensgewinne resultieren aus leichterem Kapitalmarktzugang, Erschließung neuer Absatzmärkte und internationaler Konkurrenz auf den Arbeitsmärkten, etc.

Die Frage ist jetzt, ab wann die Schuldenquote privater Haushalte untragbar ist, d.h. ab welchem Level eine Stabilisierung auf Grund unzureichendem Wirtschaftswachstum, zu hoher Zinsen, usw. aus laufendenm Einkommen nicht mehr erreicht werden kann. Aggregierte Daten (Schuldenquote privater Haushalte) geben in dieser Frage keinen Aufschluss, auch nicht, wenn man das Aggregat auf nationale Ebene zerlegt (im Gegensatz zur Schuldenquote des Staates, da dieser Einzelakteur ist). Klar ist nach der Finanzkrise 2007 nur, dass _dieser_ Schuldenstand nicht mehr nachhaltig war.

Zurück zu Deiner Frage, ob angesichts der Vervierfachung des Wertes der financial assets die Renditen nicht zwangsläufig zurückgehen müssten: Nicht unbedingt. Generell stimmt es schon, dass mit einem Rückgang des Zinsniveaus (Rückgang der Rendite) höhere Schuldenquoten nachhaltig möglich sind. Es ist es aber nicht so, dass steigende Schuldenlevels einen Rückgang des Zinsniveaus zwangsläufig erzwingen. Teilweise war es so, dass der Wertanstieg der financial assets aus steigenden Erträgen resultierte (der Mechanismus also genau umgekehrt war), teilweise resultierte er aus einer Änderung der Vermögensverteilung, ohne dass sich dies sichtbar (in Form von Outputsteigerungen) in Wirtschaftswachstum niedergeschlagen hätte (schuldenfinanzierter Konsum bei sinkenden Einkommen). Dabei kann es durchaus sein, dass diese Verschuldung/Aufschuldung bei gleichem Zinsniveau tragbar ist (i.S. eine Stabilisierung der Schuldenquote ist möglich). Es muss aber irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo diejenigen Haushalte, die in der Vergangenheit aufgeschuldet haben, ihren Konsum reduzieren (weil sie weitere Schulden nicht finanziert bekommen) oder ihr Einkommen steigern können, und wenn in diesen wegbrechenden Konsum nicht irgendeine Partei einspringt, werden Wirtschaftsleistung und Einkommen insgesamt fallen. Das war die Situation 2007: Zweifel an der Nachhaltigkeit der Schulden, steigende Ausfallraten und steigende Zinsen, sinkende Vermögenspreise, nachlassende Wirtschaftsleistung, sinkende Einkommen. In diese entstehende Lück sprang der Staat bzw. die Zentralbank. Das heißt, die Antwort auf die Frage, ob angesichts der Vervierfachung des Wertes der financial assets die Renditen nicht zwangsläufig zurückgehen müssten, hängt davon ab, durch was der Anstieg der Verschuldung motiviert war. Ging es um Investitionen (potentielle Steigerung des Outputs in der Zukunft) oder um Konsum? Ging es um Präferenzen (intertemporaler Konsum) oder um strukturelle “Zwänge” (Substitution von Einkommen durch Schulden)? Handelt es sich um eine dynamisch wachsende VW mit hohen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstumsraten oder um eine reife, alternde VW? Ich finde, Huffschmid macht es sich etwas zu einfach und @tandem liegt völlig daneben.

“daß eben der angestiegene Anteil der Top-0,1%-Einkommen ganz überwiegend mit dem Finanzsektor und dort mit dem Eigenhandel zu tun hat.”

Diese Aussage habe ich dem von Dir verlinkten Blog nicht entnommen. Sie würde mich auch überraschen. Der größe Teil der Bankgewinne kommt aus dem Investmentbanking und dem Kreditgeschäft. Der Eigenhandel spielt eine untergeordnete Rolle (rund 4% der Erträge) und mit der Finanzkrise haben Banken den Eigenhandel weiter zurückgefahren.

“Also im Gegensatz zum echten Casino”

Der Satz bezog sich auf den Derrivatemarkt. Banken erzielen hier Provisionen/Gebühren für Arbitragegeschäfte und Hedging. Wenn @tandem in seinem Post schreibt, das Investmentbanking komme auf rund das zweifache des BIP, dann kann er damit nicht Gebühren/Provisionen gemeint haben (Wertschöpfung!), sondern irgendeinen unterliegenden Wert. Diesen bezeichnete ich mit “Chips”.

Aber mal abgesehen davon: Würdest Du mir zustimmen, dass die Ursachen der Finanzkrise nicht im Realkapital zu finden sind, dass der Verweis auf den Kapitalkoeffizienten nicht härter am Thema vorbeigehen könnte, dass das alles nicht nur eine Frage von Schuldenlevels, sondern auch eine Frage der Schuldenverteilung, der Motivation/Präferenz, der Kreditmittelverwendung sowie den zu erwartenden Einkommen ist, und dass der Vergleich von Schuldenlevel und BIP in aggregierter Form nicht zur Beurteilung der Nachhaltigkeit taugt, gerade wenn es sich um Konsumkredite an den Privatsektor handelt, weil mit diesen Krediten gerade keine Investition in Anlagen verbunden ist, die den zukünftigen Output erhöhen?

Mir geht es bei der Kritik an @tandem nicht allein um die willkürliche Verwendung von definierten Fachtermini, sondern um die Benennung des Mangels an jeglicher inhaltlicher Substanz. Du kannst viel besser argumentieren als dieser @tandem. Du benötigst den Verweis auf seinen Blog nicht.

Hauke August 5, 2013 um 14:45

Soldat Schwejk

Ich ergänze nochmal, weil mir mein Kommentar im Nachhinein gegenüber Huffschmid etwas zu patzig klingt: Die Charts, die Huffschmid so anführt, habe ich zu der Zeit zigfach gesehen. Sie sollen zeigen, dass sich der Finanzmarkt, die Finanzindustrie, von der Realwirtschaft entkoppelt hat und dies die Krise herbeigeführt hat. Das läuft so nach dem Motto, sehen Sie hier, 1980, da waren es 100% BIP, sehen Sie da, 2007, da waren es 400% BIP. Das konnte ja nicht gutgehen! Sehen Sie hier, Börsenumsätze 1980, sehen Sie da Börsenumsätze 2007. Jenseits der Realität! Sehen Sie hier, das OTC Derrivate Casino: Unhaltbar! Sehen Sie da, die Schuldenquote: Untragbar! Daraus leiten sich dann die entsprechenden Forderungen ab: Shut down Wall Street! Verbot von Leerverkäufen! Finanzmärkte demokratisieren! Schluss mit dem Derrivatehandel! Und so weiter. In 2008/2009 konnte man damit Eindruck machen, weil alles brannte und keiner wusste, was eigentlich los war und wohin das führen würde. Deshalb ist es vielleicht etwas unredlich, eine ad-hoc Beschreibung aus dieser Zeit so zu kritisieren. Aber mit etwas Abstand scheint es mir so, dass diese allzu einfache Argumentation die Sicht auf die wahren Ursachen eher verstellt, als offenlegt, wobei ich damit nicht sagen will, dass die tieferen Ursachen der Finanzkrise vollumfänglich bekannt und aufgearbeitet sind und einfache Lösungs- bzw. Präventionsansätze auf der Hand liegen (schon gar nicht auf meiner). Es ist schwierig, die Schuldenquote privater Haushalte adäquat zu interpretieren und unmöglich, sie zentral zu steuern. Letztlich ist sie das Resultat unzähliger Einzelfallentscheidungen, bei denen eine Bank beurteilen muss, ist dieser Kredit, in einer bestimmten Höhe, für eine bestimmte Person, zu einer bestimmten Verwendung, noch tragfähig, oder nicht mehr. Die Rahmenbedingungen, unter denen diese Entscheidung getroffen wird, sind der Schlüssel. Rahmenbedingungen – das kann ein ziemlich weites Feld sein.

Huuh ( rrah!) August 5, 2013 um 14:52

@ Soldat Schwejk

Was sagste nu? Da hilft nur noch Zustimmung, meine ich. Und zwar uneingeschränkte. Vollste.

chabis August 5, 2013 um 14:58
42dGz August 5, 2013 um 17:49

Hauke

Siehs mal so. Du stellst jeden USA Buerger einen Geldautomaten ins Wohnzimmer?von wo aus sie Bargeldabhebungen taetigen koennen und laesst auf den Namen Hugo anschreiben. Irgendwann kam dann jemand auf die Idee und fragte nach?wer ist Hugo. Lehman hatte keine Antwort. Nur warum dies dann fuer Europa zum Problem wurde?ist die Frage. Der Trick koennte in ein paar Jahren noch mal funktioneren. Du musst nur ein paar Dumme finden. Der Staat hilft dabei.

Huuh ( rrah!) August 5, 2013 um 18:16

@ 42dGz August 5, 2013 um 17:49

>>> Der Trick koennte in ein paar Jahren noch mal funktioneren.

Der Trick MUSS immer wieder funktionieren.

"ruby" August 5, 2013 um 18:56

@ Hauke
Schön die Analyse des Universalbankensystems (Kladderadatsch) und die Langfristchartinterpretation.
Es bleibt zu entscheiden, wer entscheidet auch bei partieller Unkenntnis – Machtfrage in EZB, Regierung und Lobbies!

Aber beachten, dass Konsum nur kurzfristigere Investition ist und auch Bildung investiv . Es ist der zeitliche Aspekt mit Wirkung auf Bestände und Ströme, der abstrakte Finanzplanung erfordert.

Wird der Michel immer wieder so dumm dumm dumm bleiben?

http://www.youtube.com/watch?v=yl9QLOHtR1g

Andreas Kreuz August 5, 2013 um 20:15

Wird der Michel immer wieder so dumm dumm dumm bleiben?

Ja.

Die Steinzeit kennt er gut durch Guido Knopp.

"ruby" August 5, 2013 um 20:24
"ruby" August 5, 2013 um 23:24

http://www.youtube.com/watch?v=ZRoMP_V3zDU
Wir sterben aus – toi, toi, toi und es ist noch Rente über
Grüße von der Kapitalflussrechnung
http://www.drsc.de/docs/sitzungen/hgb-fa/006/06_03a_HGB-FA_ÜberarbeitungDRS_DRS2_Überblick.pdf

Soldat Schwejk August 6, 2013 um 00:35

@ Hauke (Huuh-Rraah, Marc)

Keine uneingeschränkte Zustimmung… trotz des hinterlistigen Appells an die zwei vermeintlichen Todsünden Eitelkeit & Trägheit :-) Es soll in diesem Faden schon noch eine Antwort kommen, aber so schnell schießen die Preußen nicht des nachts…

"ruby" August 6, 2013 um 01:41
"ruby" August 6, 2013 um 13:18

Schreibmaschine und Geldwäsche
Pelzig ist hellsicht
http://www.youtube.com/watch?v=QZ2k2niHogM

Soldat Schwejk August 6, 2013 um 14:53

@ Hauke

Also Du projizierst die große Karte an die Wand…

Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen unseren Betrachtungsweisen? Vielleicht darin, daß Du die Dinge so als eine Marktwirtschaft beschreibst, in der die Politik Rahmenbedingungen für eine Vielzahl einzelner Marktteilnehmer setzt. Ich würde sie dagegen eher als eine Machtwirtschaft beschreiben, in einzelne Marktteilnehmer ihre ökonomische Macht ausspielen und zusätzlich auf die politische Gestaltung der Rahmenbedingungen einwirken.

Was “financial globalization” angeht: Schon im ersten McKinsey-Zitat wird diese ja als ein “Resultat” bezeichnet, einmal von technologischen Neuerungen (Datenübertragung), zum anderen aber einer – politisch herbeigeführten – finanziellen Liberalisierung. Diese ist nicht vom Himmel gefallen. Wir hatten das ja schon mal. Die Ermöglichung des Vertriebs von ABS in Deutschland ist von True Sale International lobbyiert worden, Cheflobbyist war seinerzeit Jörg Asmussen. Die Steuerbefreiung beim Verkauf von Unternehmensanteilen ist auch nicht vom Himmel gefallen.

Und Norbert Häring etwa führt in “Markt und Macht” etliche empirische Studien dafür an, die systematische Interessenverflechtung von Unternehmen der Finanzwirtschaft mit ihrer “Verfügungsmacht über fremdes Geld” sowie dem Top-Management von Großkorporationen nahelegen; ist es abwegig, hier einen machtvollen neuen Dienstadel des Finanzkapitalismus in Aktion zu sehen, der eben nicht so agiert wie Milliarden isolierter Marktteilnehmer?

Zu Deiner Frage:
–> “Würdest Du mir zustimmen, dass die Ursachen der Finanzkrise nicht im Realkapital zu finden sind…”

Ja. Also sie sind wohl u.a. gerade im Verhältnis von (gestiegenen) rendite-erwartetenden Forderungen aus Finanzvermögen und dem (begrenzten) rendite-erwirtschaftenden Realkapital zu suchen…

–> “…dass der Verweis auf den Kapitalkoeffizienten nicht härter am Thema vorbeigehen könnte…”

Wenn man die herkömmliche Definition des Kapitalkoeffizienten nimmt, dann ja. Genreith definiert ihn ja anders, aber ich sehe ein, daß das nur zu systematischen Verwirrungen führt, die dem Argument nicht dienlich sind.

–> “… dass das alles nicht nur eine Frage von Schuldenlevels, sondern auch eine Frage der Schuldenverteilung, der Motivation/Präferenz, der Kreditmittelverwendung sowie den zu erwartenden Einkommen ist, und dass der Vergleich von Schuldenlevel und BIP in aggregierter Form nicht zur Beurteilung der Nachhaltigkeit taugt…”

Oh, der letzte Teilsatz scheint mir nicht aus den ersten zu folgen. Du willst damit z.B. sagen, daß eine große Kapitalgesellschaft, welche sich mehr über Fremdkapital finanziert, die höhere Zinslast über die Preise letztlich dem Konsumenten überhelfen kann, während der Hypothekenkreditnehmer das nicht kann? Weshalb erstere Verschuldung eher tragfähig ist als letztere? – Gewiß, nur scheint mir solche Differenzierung dann doch nicht grundsätzliche Zweifel an der Begründetheit von Renditerwartungen bei einer relativen Zunahme des Finanzvermögens auf das Vierfache auszuräumen. Man wird vielleicht nicht von einem direkten numerischen Verhältnis Finanzvermögen/BIP–>Renditen ausgehen können, aber da einen grundlegenden Zusammenhang zu bestreiten, scheint mir auch nicht sinnvoll.

–> “…gerade wenn es sich um Konsumkredite an den Privatsektor handelt, weil mit diesen Krediten gerade keine Investition in Anlagen verbunden ist, die den zukünftigen Output erhöhen?”

Dieses Argument hört man häufig. Aber wer sagt denn, daß die Investition in Anlagen sich auch “rentiert”? Letztlich muß das alles ja zu mal dem Resultat führen, daß ein Konsument irgendwo ein Konsumgut oder eine Dienstleistung kauft, sonst führt auch die Investion in Anlagen einfach nur zu Überkapazitäten. (–> @Holgers 300-Millionen-Euro-Frage… wohin die investieren?)

Und allgemein: Wir reden über “Primat des Politischen” und so… Selbst bei den Voraussetzungen, die Du machst (aus dem Verhältnis Finanzvermögen/BIP läßt sich nicht ohne weiteres auf Angemessenheit von Renditeerwartungen schließen)…

… also ist es nicht dennoch bei – im Verhältnis zu den herkömmlichen Stromgrößen – aufgeblähtem Finanzvermögen hochgradig fahrlässig, wenn die Politik weiterhin die Bildung von Finanzvermögen propagiert und fördert und gar erzwingen will? (Engt sie damit nicht ihren eigenen zukünftigen Spielraum ein, indem sie sich abhängig vom Wohl und Wehe einer Handvoll Großkonzerne der Versicherungsbranche macht?)

… und wenn real sinkende Renditen etwa von KLV in der Öffentlichkeit als ein Problem kommuniziert werden, welches eine Veränderung der politischen Rahmenbedingungen erzwinge?

http://www.fr-online.de/meinung/vorsorge-rettet-die-lebensversicherung-,1472602,21859204.html

Du trittst hier ja nun immer als Marktwirtschaftler auf. Wäre es unter marktwirtschaftlichen Prämissen nicht konsequent zu sagen: Folks, Vermögensbildung erfolgt auf eigenes Risiko. Wir werden als Staat zwar unbedingt auf Transparenz und Verbraucherschutz im Finanzsektor achten und erwiesenermaßen schädliche Instrumente vom Markt verbannen… aber wir übernehmen keine Garantien für privates Finanzvermögen und die daraus zu erzielenden Renditen, wir betrachten dessen Bildung als eine jeweils private Anlageentscheidung, ggü. der der Staat neutral zu sein hat?

@ Marc – “Zum einen ist der Zeithorizont vieler Finanzprodukte, gerade wenn es z.B. um es sich um das Thema private Altervorsorge handelt, weitaus größer als ein Jahr. Eine Fokusierung auf einen einjährigen Zeitraum greift zu kurz und muss zu sinnfreien Aussagen gelangen.”

Äh… bin mir nicht sicher, ob Du das ironisch meinst. Also warten auf den nächsten Kondratieff mit hohen Wachstumsraten, der gemäß einer göttlichen Fügung gerade dann kommt, wenn die Baby-Boomer sich ihre Versicherungen auszahlen lassen wollen?

–> “Eine weitere wichtige Renditequellen des Finanzsektors ist also die Zinslast der Staatshaushalte.”

Nur solange die überhaupt eine reale Verzinsung abwerfen und, falls sie das tun, die Staaten das so hinnehmen. Letzten Endes kann ein Staat mit geldpolitischer Souveränität ja die Staatsschuld unter Umgehung der Kapitalmärkte durch die Notenbank finanzieren, wenn die Zinsbelastung zu sehr steigt. Oder? Was wird der japanische Staat machen, wenn der gewöhnliche Japaner keine unter 1% verzinsten Bonds mehr erwerben mag?

–> “Wer allerdings niedrige Staatsschulden und hohe Renditen möchte, der braucht eine (Vermögens-)Blase.”

Eben. Das meine ich ja auch. Es ist nur die Frage, in welche Richtung man das normativ auflöst. Muß der Staat sich verschulden, um Vermögensblasen zu verhindern? Ich hab da ja schon mal die (rhetorische) Frage gestellt, ob die Zinszahlungen des Staates als eine Art Schutzgeld an den Finanzsektor zu betrachten sind, damit dieser keine allzu schlimme Blasen wirft…

"ruby" August 6, 2013 um 17:40

An der Wirklichkeit Gescheiterte versuchen Pfründe zu retten
http://www.zeit.de/2013/31/robert-solow-ezb-mario-draghi
und nutzen die mitströmenden Medien sowie vermeintliche Reputationen wie den Ökonomenaufruf zur EZB-Politik Stützung.
Das Spiel ist wiederholend langweilig sowie im Ausgang vorhersagbar. Die ideologischen Phrasen der sich selbstverleugnenden Marktpriester vielfach ausdiskutiert.
Das Paradigma ist erledigt.
No Basel reloaded is a forgone conclusion …
Die Gedanken und Entwicklungen hier im Diskurs sind wesentlich ergiebiger.
Freiheiten mit Fantasien führen zu Fortschritten.
Dudes bitte melden!
http://www.youtube.com/watch?v=1QxWEfRo12Q
in deutsch

Hauke August 6, 2013 um 18:20

Soldat Schwejk

“Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen unseren Betrachtungsweisen?”

Ich würde sagen, dass der Hauptdissenz zwischen uns in der Richtung der Kausalität liegt. Du meinst, der Asmussen hat ABS angeschoben. Ich meine, der Asmussen war in der Lage zu liefern, was die Politik brauchte, weil sie gewählt werden wollte. Ich sehe das Primat in der Politik, auch wenn es zuweilen so aussieht, als nehme sie es nicht wahr. Meine Sichtweise hat Implikationen hinsichtlich der Beurteilung, in welcher Gesellschaft ich lebe. In meiner Sichtweise wird Politik gewählt. Und wenn meine Nachbarn mehrheitlich private Altersvorsorge, Euro, ABS und Internetüberwachung wollen, so werden sie die von der Politik geliefert bekommen. Das hat Auswirkungen darauf, wie ich meine Nachbarschaft mehrheitlich beurteile, wie die Leute so ticken, mit denen ich eine Rechtsordnung teile. In Deiner Sichtweise ist es relativ einfach, sich auf den Standpunkt zurückzuziehen, dass die Mehrheit schon “das Richtige” will, aber die bösen Lobbyisten lassen es ja nicht zu. Deine Sichtweise wirft die Frage auf, wie sich dieser Zustand ändern liesse. Ich frage mich, in welchem Land ich leben will.

“Ja. Also sie sind wohl u.a. gerade im Verhältnis von (gestiegenen) rendite-erwartetenden Forderungen aus Finanzvermögen und dem (begrenzten) rendite-erwirtschaftenden Realkapital zu suchen…”

Das meine ich nicht. Angenommen VW aus A und B, Output ist 200. A verdient 16 Jahre lang 50, B verdient 150 und leiht A jedes Jahr 50 zu 5% Zins. A konsumiert jedes Jahr um den Betrag weniger, den er B an Zinsen bezahlen muss.

Im 16. Jahr verdient A immer noch 50, hat 750 Schulden, zahlt an B 5% Zins, also 37.50, leiht sich nochmal 50, hat jetzt einen Schuldenstand von 800, konsumiert für 62,50, während A für 137,50 konsumiert, Output immer noch 200, Finanzvermögen beträgt 400% BIP.

Jetzt Deine Frage: Müssen die Renditen zwangsläufig sinken? Dazu schrieb ich: “Nicht unbedingt. Generell stimmt es schon, dass mit einem Rückgang des Zinsniveaus (Rückgang der Rendite) höhere Schuldenquoten nachhaltig möglich sind. Es ist es aber nicht so, dass steigende Schuldenlevels einen Rückgang des Zinsniveaus zwangsläufig erzwingen. (…) Es muss aber irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo diejenigen Haushalte, die in der Vergangenheit aufgeschuldet haben, ihren Konsum reduzieren (weil sie weitere Schulden nicht finanziert bekommen) oder ihr Einkommen steigern können.”

Auf was ich hinaus will ist, dass die Krise eben nicht in dem Verhältnis von, wie Du schreibst, “rendite-erwartetenden Forderungen aus Finanzvermögen und dem (begrenzten) rendite-erwirtschaftenden Realkapital zu suchen” ist, sondern es allein um die Frage geht, ob der Haushalt A überschuldet ist, oder nicht. Ob er seinen ganzen Kredit in Halbe Hefeweizen umgesetzt hat, oder ob er ein Studium finanziert hat. Ob seine Entscheidung, Kredit aufzunehmen, auf Präferenzen basiert (intertemporaler Konsum, Lebenseinkommen) oder auf “Sachzwängen”. Ob zu erwarten ist, dass nicht nur das Einkommen von A wächst, sondern auf Grund des Studiums auch der Output der VW. Das Realkapital ist im obigen Fall die ganze Zeit gleich geblieben, der Output auch, dennoch können 400% BIP Finanzvermögen nachhaltig sein. Anders verhält es sich beim Kapitalkoeffizienten. Wenn sich das Anlagevermögen erhöht, das BIP aber gleich bleibt, sinkt zwangsläufiog die Rendite auf jede Geldeinheit eingesetzten Kapitals.

“Oh, der letzte Teilsatz scheint mir nicht aus den ersten zu folgen. Du willst damit z.B. sagen…”

Nein. Ich will damit sagen, dass das Verhältnis von Schulden privater Haushalte zu BIP aggregiert nicht zur Beurteilung der Nachhaltigkeit taugt.

Fall 1: VW aus A und 999 anderen Personen, Einkommen je 1, Output gesamt 1000. 999 Personen schulden A je 4. Schuldenquote der privaten Haushalte beträgt rund 400% BIP. Aber jede der 999 Personen muss nur 5% auf 4 gleich 0.2 Zinsen bezahlen. Bei einem Einkommen von 1 scheint mir das tragbar.

Fall 2: VW aus A und 999 anderen Personen, Einkommen je 1, Output gesamt 1000. A schuldet jeder der 999 Personen 4. Schuldenquote der privaten Haushalte beträgt rund 400% BIP. Wenn der A 5% auf rund 4000 gleich 200 Zinsen bezahlen muss, dann ist er mit einem Einkommen von 1 hoffnungslos überschuldet.

Fazit: Der Vergleich von Schuldenlevel und BIP in aggregierter Form taugt nicht zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der Schulden.

“Aber wer sagt denn, daß die Investition in Anlagen sich auch “rentiert”?”

Wie oben geschrieben: Kann sein, eine Investition stellt sich als Malinvestment heraus. Dann sinkt zwangsläufig die Rendite (durch die Abschreibungen).

“aufgeblähtem Finanzvermögen”

Was ist aufgebläht? Im Prinzip sind das alles Einzelentscheidungen, ob der Haushalt A überschuldet ist, oder nicht. Das lässt sich nicht zentral steuern. Es lassen sich durch den Staat nur Rahmenbedingungen festlegen, unter denen die Kreditvergabe zu erfolgen hat (Eigenkapitalquoten, Insolvenzordnung, Bankenaufsicht,..).

“Wäre es unter marktwirtschaftlichen Prämissen nicht konsequent zu sagen…”

Ja natürlich, so war das auch gedacht. Der Staat kann natürlich Anreize setzen (Förderung), aber garantieren muss die Privatwirtschaft (Versicherungen, Banken). Die Merkel/Steinbrück Garantie 2008 halte ich für fatal.

Soldat Schwejk August 7, 2013 um 01:01

@ Hauke –> “Es muss aber irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo diejenigen Haushalte, die in der Vergangenheit aufgeschuldet haben, ihren Konsum reduzieren (weil sie weitere Schulden nicht finanziert bekommen) oder ihr Einkommen steigern können.”
[...]
“… sondern es allein um die Frage geht, ob der Haushalt A überschuldet ist, oder nicht. Ob er seinen ganzen Kredit in Halbe Hefeweizen umgesetzt hat, oder ob er ein Studium finanziert hat. Ob seine Entscheidung, Kredit aufzunehmen, auf Präferenzen basiert (intertemporaler Konsum, Lebenseinkommen) oder auf ‘Sachzwängen’. Ob zu erwarten ist, dass nicht nur das Einkommen von A wächst, sondern auf Grund des Studiums auch der Output der VW.”

Na, ich finde, Du betrachtest das jetzt etwas einseitig von der einen Seite, der der Schulden her. Sicher kann man sich theoretisch einen
Zustand vorstellen, in dem ein Haufen von Haushalten mit hoher Bonität wegen unterschiedlicher intertemporaler Konsumpräferenzen sich verschulden, dadurch auf der anderen Seite Finanzvermögen in die Welt kommt, welches eine Zeitlang Rendite erwirtschaftet und dann mit der Schuldentilgung ebenso wieder verschwindet wie die Schulden.

Aber ist das eine, bezogen auf reale Abläufe, realistische Annahme?

Ist es nicht realistischer, die ganze Sache von der anderen Seite, der der Finanzvermögen her aufzurollen? Also: Es kommt, u.a. durch steigende Ungleichheit der Eigentumsverteilung, aber auch durch die zunehmende Neigung zur Vermögensbildung in Schwellenländern mit geringer staatlicher Absicherung, zu mehr Anlagevermögen, welches Anlagemöglichkeiten weltweit sucht. (–> “Sparschwemme”, “savings glut”)

Ist es da nicht realistisch anzunehmen, daß eben solch ein primärer Zuwachs an Anlagevermögen, verbunden mit der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten bei gleichbleibend hohen Renditen überhaupt erst die zunehmende Kreditvergabe an Schuldner mit geringer Bonität bewirkt? Daß also im konkreten Fall die relative Vervierfachung bei Illusion konstanter Renditen nur zu haben war um den Preis höheren Risikos, welches in der Konsequenz eigentlich zu Forderungsausfällen führen muß. (Also so ein wenig analog zum Gesetz vom abnehmenden Grenzertrag des Bodens.)

Daß also Du in Deiner theoretischen Betrachtung eine Unabhängigkeit der Variablen “Umfang des Anlagevermögens” und “Bonität der Schuldner” annimmst, während in der Logik der realen Abläufe diese Variablen negativ korreliert sind?

Überhaupt, mit dem Intertemporalen… @TRSS hat hier ja mal verkündet, daß ab einem gewissen Umfang von Geldvermögen dieses gar keinen intertemporalen Präferenzen mehr folgt, daß es also keine in die Zukunft verschobenen Konsumwünsche mehr befriedigen will, sondern daß die Vermehrung zum Selbstzweck wird. Das mußte er sich dann von @topi ja immer mal vorhalten lassen…

Bräuchte ein solcher nicht-intertemporal agierender “totaler” Vermögensbilder dann nicht auch einen “totalen” Schuldner, der sich zum Selbstzweck verschuldet, ohne dabei bewußt einen späteren Konsum dem früheren zu opfern? :-)

Was Sachzwänge des Verschuldens angeht, so ist in den USA sicher noch der besondere Fall mit der wahrlich perversen Einkommensverteilung zu berücksichtigen, und der ausufernde kreditkartenfinanzierte Konsum kann als eine Kompensation betrachtet werden.

Und was das Beispiel mit dem Studium angeht: Der Einzelne kann vielleicht durch ein Studium seine Einkommenssituation relativ verbessern und deshalb Schulden bedienen, aber wenn jetzt massenhaft Haushalte weltweit so verfahren, dann steigt dadurch doch nicht nennenswert das Sozialprodukt, aus dem sich Renditen bezahlen ließen. Ob es da nicht sogar besser wäre, wenn mehr Weißbier getrunken würde? Oder Weißwein?

Also um nicht mißverstanden zu werden. Ich will hier nicht die Finanzkrise erklären. Und keine Ökonomenschelte betreiben. Und ich fordere nicht, “das Casino zu schließen”.

Es ging hier um Primat der Politik. Und sonst ging es im Blog zuletzt oft um staatliche Souveränität. M.E. ist es nicht sinnvoll, staatliche Souveränität vorwiegend über die Außenbeziehungen der politischen Eliten zu definieren. Zuallererst muß staatliche Souveränität die (relative) Unabhängigkeit politischer Entscheider von wirtschaftlichen Partikularinteressen meinen – egal ob “inländisch” oder “ausländisch”. Und – ich wiederhole mich – wenn das Schicksal von privaten Finanzvermögen zu einer Art Staatsräson erklärt wird, dann kann es um die Souveränität politischen Handelns schon nicht mehr weit her sein.

Und, im besonderen, als Argument in Richtung der Sozialdemokratie: Die staatliche Subventionierung kapitalgedeckter Vorsorgesysteme war ein grausamer Irrtum, und davon könnte man nun auch programmatisch mal Abstand nehmen. Wenn der Staat privatwirtschaftliche Verträge in dieser Art subventioniert, dann haftet die Politik implizit für diese Verträge, ohne eine wirkliche Kontrolle über die Rahmenbedingungen der Vertragserfüllung zu haben. Wer das Primat der Politik einfordert, der sollte so etwas nicht gutheißen können.

Soldat Schwejk August 7, 2013 um 01:32

Upps… also statt

“steigende Ungleichheit der Eigentumsverteilung”…

muß es natürlich heißen:

“steigende Ungleichheit der Einkommensverteilung”

Huuh August 7, 2013 um 10:12

Für den Anlagenotstand ist A. Schmitt verantwortlich. Und er greift nun auch unter den Witwen in meiner ostsächsischen Heimat um sich, die in den Auszügen verhärmt und vergeblich nach Zinsen suchen.

Los ging´s, als Schmith vor dem Fass stehen blieb. Pythagoras sagte unwirsch, er solle gefälligst weiter ziehen. „Schleich di!“ knurrte Pythagoras. Shmiss trollte sich also und gelangte an einen ungleichschenkligen Platz mit schattigen Nischen. Die Krauts verschlangen gerade Mett oder sie schlürften Met.

„Hier ist jetzt Markt!“ rief Schmissh und zeigte den Leuten Haarspangen, vielerley Kraut, und den Frauen hielt er Piercing, Wangenrot und Bündel mit zarten Karotten vor`s Näschen.

Die Menschen liefen, nein, sie stoben auseinander in ihre Reihenhäuser und erzählten benommen von einem unsichtbaren Mann, von dem nur eine Hand zu sehen war. Andere berichteten anders: von einem Missionar, der trotz ohne Hand diverses Gemüse und feynstes Geschmeide als Tauschangebot in den Himmel reckte. (streckte?)

Diogenes bewohnte einen Karton vor der Rathaustreppe. Er hatte das ferne Geschrey vernommen. Er weckte Margarete, nach der später in Wien der Marktfleck „Margarethengürtel“ benannt worden ist, (im Vereinigten Kingdom benannte später Mr. Thatcher ein Töchterlein nach ihr) und sie zogen die Anhöhe hinauf zu dem Platz. Auch die Anwohner aus den Doppelhaushälften kehrten dahin zurück. Sie waren beladen mit Webstühlen, Nähmaschinen, die sie nicht mehr brauchten, mit Lederjacken und -sesseln, mit geflochtenen Körben, Krügen, Bügeleisen und Mikrowellen; ein Junge hatte sein Schreibheft mitgebracht und Präsident Uli die drei Euro, mit denen er eigentlich zum Finanzamt wollte.

„A Quadrat …und, …nehmen wir an …B Quadrat…“ rief Archimedes, dem dies eine günstige Gelegenheit schien, seine Ansichten unter´s Volk oder wenigstens dem Jungen ins Heft zu bringen. Aber Drogenes, geschoben von seinem Weib Mafiette und dadurch rechtzeitig eingetroffen, kam ihm wieder verquer: „Ist AB Quadrat“, schrie er, sein Haupt schwitzte unter der Perücke, „das wissen wir doch längst. Was wir brauchen…“

„…ist C Quadrat“, verkündete da ein Korinthenkacker aus Parodistan. Er wollte fortfahren, musste sich aber einer Bremse erwehren, die sich vom Hintern des lahmenden Pferdes gelöst hatte, auf dem Controlerin Ilse, die Hände im Schoß, den Platz inspizierte.

Dieses Momentum jedoch (Mantel der Geschichte) nutzte Schmissh mit erhobenem Finger, ohne dass da eine Hand zu sehen war, und er rief, man sollte die Antwort auf alle offenen Fragen dem Markt überlassen. Bruchmüllers Witwe brauchte ein neues Gebiss. Sie verstand sofort und schob ihren weißen Ledersessel näher zu Adam Smoth hin.

Shmossh tat, als ob er zögern müsste. Er rief Akopalützow vom Zentralkomitee an, der verwies ihn an Waxxmuss, der gerade Gürtel enger verfügt hatte. Schließ- und/oder endlich schaltete der Gemeinderat noch einen Analysten der Commerzbank dazwischen und Bruchmüllers Witwe erhielt von Schmeissh bei Inzahlungnahme des weißen Sessels, aus dem ihr Heinrich, wie wir wissen, zuletzt nur sehr beschwerlich herausgekommen war (Maximum einmal am Tag), eine Möhre.

Ich, um auch mal was zu sagen, bin für noch mehr Gerechtigkeit. Und auch ich enthalte mich jeder Ökonomenschelte.

Und liege nun unsichtbar unter der Hängematte.

Hauke August 7, 2013 um 10:43

Soldat Schwejk

Mir geht es darum darzulegen, dass die Schuldenquote der privaten Haushalte bzw. das Geldvermögen der privaten Haushalte kein geeigneter Maßstab ist, die Tragfähigkeit dieser Schulden zw. die Sicherheit der Vermögen zu beurteilen, es also keine Schuldenquote gibt, ab der man per se sagen könnte, sie wäre zu hoch, der Finanzsektor wäre aufgebläht, Forderungsausfälle unvermeidlich und eine Finanzkrise vorprogrammiert. Es kostet (leider) etwas mehr Mühe.

“Aber ist das eine, bezogen auf reale Abläufe, realistische Annahme? Ist es nicht realistischer,…”

In den USA sicherlich beides. Die USA sind ein Einwanderungsland mit stetig wachsender Bevölkerung. Ist es da unrealistisch anzunehmen, dass in den USA heute ein erhöhter Kapitalbedarf und eine stärkere Konsumpräferenz bestehen, die durch die jetzige Wirtschaftsleistung zwar nicht gedeckt sind, mit einem zukünfitg höheren Output aber ausgeglichen werden können? Auf der anderen Seite stimmt es natürlich auch, dass in den USA sinkende Einkommen durch Kredite subsituiert wurden. Deshalb schrieb ich weiter oben, dass es teilweise so war, dass “der Wertanstieg der financial assets (…) aus einer Änderung der Vermögensverteilung [resultierte], ohne dass sich dies sichtbar (in Form von Outputsteigerungen) in Wirtschaftswachstum niedergeschlagen hätte (schuldenfinanzierter Konsum bei sinkenden Einkommen).” Ich hatte da die NINJA-Kredite ab Mitte der 90er im Auge und die Verpfändung bestehender Immobilien im Gefolge steigender Immobilienpreise zu Konsumzwecken. Jedes neue Haus, dass mit 100% Finanzierung gebaut wird, erhöht die financial assets, ohne dass der Schuldner zwangsläufig in Nöte kommt, weil dem Kredit ein reales Asset gegenüber steht. Andererseits ist es doch ulkig, dass sich der Bauboom nicht so in der Wirtschaftsleistung niedergeschlagen hat, wie man das angesichts der Dynamik des Immobilienmarktes vielleicht hätte erwarten können. Die Erklärung könnte sein, dass dieser kreditinduzierte Boom eine strukturelle Schwäche der US-Wirtschaft verdeckt hat, dass es also ohne diesen Boom zu einer nachlassenden Wirtschaftsleistung gekommen wäre. Im Kern liegt dann eine Änderung der Vermögensverteilung vor, ohne dass sich dies sichtbar im Output niederschlägt. Nur, die Frage war ja, ob das nachhaltig ist, und das lässt sich allein auf Basis Schuldenquote nicht beurteilen. Letztlich geht es nur darum, ob die Zinsen aus dem Hausdarlehen irgendwie aus Einkommen erwirtschaftet werden können. Es bedarf einer differenzierten Betrachtung, welche Dynamik hinter dem Anstieg der Schuldenquote steckt.

“Es kommt (…) zu mehr Anlagevermögen, welches Anlagemöglichkeiten weltweit sucht. (–> “Sparschwemme”, “savings glut”)”

und

“Zuwachs an Anlagevermögen (…) überhaupt erst die zunehmende Kreditvergabe an Schuldner mit geringer Bonität bewirkt?”

Das mit dem Anlagevermögen, das Anlagemöglichkeiten sucht, habe ich nicht ganz verstanden. Vermutlich meinst nicht Anlagevermögen (=Realkapital) sondern Geldvermögen (=financial assets). Die entstehen aber zeitgleich mit den Schulden. Die häufig zu findende Formulierung, “Geld auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten” verdirbt die Sicht auf diesen Zusammenhang. Jegliches Geldvermögen hat bereits eine Anlagemöglichkeit gefunden, möglicherweise ist sie aber nicht sehr rentabel. Der Punkt ist eher der: Wenn niemand bereit ist, sich zusätzlich zu verschulden, aber jemand anderes sich entscheidet, weniger zu konsumieren, dann führt die Einschränkung des Konsums zu einer sinkenden Wirtschaftsleistung und sinkenden Einkommen, und die geplante Vermögensbildung entsteht erst gar nicht.

“Risiko und Bonität”

Das ist trivial und ich nehme da auch keine Unabhängigkeit an. Mit stiegender Schuldenquote steigt das Risiko des Ausfalls und mit stiegendem Ausfallrisiko steigen die Zinsen, die das Ausfallrisiko weiter erhöhen. Das ist die übliche Schuldendynamik. Die Frage ist doch, wann der point of no return erreicht ist. Das ist bei Staatsschulden schon schwierig zu beurteilen. Sind 100% ok und 150% zu viel, oder fängt das Dilemma schon ab 60% an? Das Aggregat “financial assets der privaten Haushalte” bzw. “Schuldenquote der privaten Haushalte” ist ungleich schwieriger zu beurteilen.

“Bräuchte ein solcher nicht-intertemporal agierender “totaler” Vermögensbilder dann nicht auch einen “totalen” Schuldner”

Der “totale Schuldner” ist der Unternehmenssektor. Dabei geht es allerdings nicht um Konsumpräferenzen, sondern um Investitionen in Anlagevermögen.

“Bildung”

Bildung ist der Schlüssel zu langfristigem Wirtschaftswachstum. Deshalb ist es für den Staat auch rentabel, Bildung zu subventionieren (etwa durch kostenloses Studium in Deutschalnd). Es werden auf der Ebene des Einzelakteurs Anreize zur Aufnahme eines Studiums verstärkt, weil sich das Ergebnis für die ganze Gesellschaft lohnt. Allerdings, das stimmt, eine Gesellschaft aus Akademikern ist unrealistisch und irgendjemand muss auch Hefeweizen trinken.

Ich gebe Dir völlig recht, dass die Garantie von privatem Geldvermögen nicht Aufgabe des Staates sein sollte. Letztlich entscheiden das aber die Wähler, d.h. ich sehe nicht, wie der Staat seine “Souveränität” durch eine solche “Staatsräson” aufgibt. Vor allem aber sehe ich nicht, inwiefern der Staat die Kontrolle über Rahmenbedingungen der Vertragserfüllung verliert. Die Politik setzt die Rahmenbedingungen. Sie kann jederzeit Gesetze erlassen, die die Rahmenbedingungen neu ordnen. Was jedoch nicht geht ist, was Politiker den Wählern gern versprechen um wiedergewählt zu werden: Den Keks gleichzeitig zu haben und zu essen. Die Versicherungswirtschaft ist aktuell dabei, sich für eine Regelveränderung bei “Solvency II” einzusetzen: Den Versicherern gehen die Eigenkapitalvorschriften bei riskanten Anlagen zu weit. Es gilt das Primat der Politik.

Marc August 7, 2013 um 11:45

@Soldat Schwejk

@ Marc – “Zum einen ist der Zeithorizont vieler Finanzprodukte, gerade wenn es z.B. um es sich um das Thema private Altervorsorge handelt, weitaus größer als ein Jahr. Eine Fokusierung auf einen einjährigen Zeitraum greift zu kurz und muss zu sinnfreien Aussagen gelangen.”

Äh… bin mir nicht sicher, ob Du das ironisch meinst. Also warten auf den nächsten Kondratieff mit hohen Wachstumsraten, der gemäß einer göttlichen Fügung gerade dann kommt, wenn die Baby-Boomer sich ihre Versicherungen auszahlen lassen wollen?

Ich bin, wie ich bereits sagte, ja gerade nicht der Meinung, dass das Problem des fehlenden Wachstums in der Realwirtschaft zu suchen ist, sondern im Bereich der Vermögensverwaltung. Dort fallen die Verluste an, die die private Rente gefährdet. Eine einjährige Betrachtung des Vermögensmarktes ist aber sinnfrei. Die Vermögensbildung unterliegt größeren Zeiträumen: Firmen- und Markenwerte, Immobilien, private Altersvorsorge, ….

–> “Eine weitere wichtige Renditequellen des Finanzsektors ist also die Zinslast der Staatshaushalte.”

Nur solange die überhaupt eine reale Verzinsung abwerfen und, falls sie das tun, die Staaten das so hinnehmen. Letzten Endes kann ein Staat mit geldpolitischer Souveränität ja die Staatsschuld unter Umgehung der Kapitalmärkte durch die Notenbank finanzieren, wenn die Zinsbelastung zu sehr steigt. Oder?

Klar, meine persönliche Empfehlung wäre: Finanzierung weiterhin über Kapitalmärkte, jedoch bei erkennbaren Übertreibungen bzw. Marktversagen ein temporärer Eingriff der Zentralbank. Verfügt einer der beiden Akteure über zuviel Macht, ist die Stabilität der Währung gefährdet.

Was wird der japanische Staat machen, wenn der gewöhnliche Japaner keine unter 1% verzinsten Bonds mehr erwerben mag?

Dann wird der japanische Staat wohl oder übel die Zinsen erhöhen müssen.

–> “Wer allerdings niedrige Staatsschulden und hohe Renditen möchte, der braucht eine (Vermögens-)Blase.”

Eben. Das meine ich ja auch. Es ist nur die Frage, in welche Richtung man das normativ auflöst. Muß der Staat sich verschulden, um Vermögensblasen zu verhindern?

Nein, es ist genau umgekehrt. Der Staat muss sich verschulden, um die Vermögensblasen “zu retten”. Um das zu verhindern, muss er nur den Vermögensmarkt anständig regulieren. Bisher kann jeder toxische Müll zu unfassbarem Vermögen aufgeblasen werden.

Ich hab da ja schon mal die (rhetorische) Frage gestellt, ob die Zinszahlungen des Staates als eine Art Schutzgeld an den Finanzsektor zu betrachten sind, damit dieser keine allzu schlimme Blasen wirft…

Ich sehe es vielmehr unter dem Machtaspekt. Kann der Staat völlig unabhängig Geld aufnehmen, ist die Stabilität der Währung futsch. Nur wenn die wichtigsten Akteure, Zentralbank, Kapitalmärkte und Staat, sich gegenseitig in Schach halten, funktioniert eine Fiat-Währung. Die Macht über die Währung bzw. dessen Geldschöpfungsmechanismus darf sich nie bei einem Akteur
konzentrieren.
Die Zinslast ist in Ordnung, sie diszipliniert den Staat und die Bonds sind für den Finanzmarkt notwendige Anlagemöglichkeiten. Es darf nur nicht zu Wucherzinsen kommen.

Ich möchte noch einmal betonen: das derzeitige Finanzsystem halte ich für genial, es ist nur aus der Balance geraten. Derzeit wird aber nicht versucht, die Balance wieder herzustellen, sondern die Machtzuwächse der Akteure brutal durchzusetzen.

Soldat Schwejk August 7, 2013 um 15:05

@ Hauke –> “Geldvermögen (=financial assets). Die entstehen aber zeitgleich mit den Schulden. Die häufig zu findende Formulierung, ‘Geld auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten’ verdirbt die Sicht auf diesen Zusammenhang. Jegliches Geldvermögen hat bereits eine Anlagemöglichkeit gefunden.”

Ja, die Unterhaltungen mit Dir haben den Vorzug, daß man zu sprachlicher Präzision gezwungen wird. Da war ich doch etwas schludrig…

Sicher, wenn Aktiva da sind, sind bereits auch die Passiva da… Ich sollte es so ausdrücken: Wenn es zu einer relativen Vervierfachung kommt, auf welcher Seite ist die Triebkraft für diesen Prozeß zu suchen, auf der Aktiv- oder auf der Passivseite? Ist der Auslöser in erster Linie der zunehmende Wunsch von Wirtschaftsakteuren, sich zu verschulden?

Nun, es sind, wie Du sagst, aggregierte Größen, und es ist nicht so einfach, eine verallgemeinernde Aussage zu treffen. Aber es scheint mir nicht sonderlich plausibel anzunehmen, daß die Neigung zum Schuldenaufnehmen in dem Maße zugenommen haben soll. Vermutlich hat es die latente Bereitschaft zum Konsumieren auf Pump immer gegeben, nur daß ihr nicht entsprochen wurde.

Ich halte es für plausibler (s.o., “Sparschwemme”), daß die entscheidende Veränderung seit 1980 in einer zunehmenden Neigung von Wirtschaftsakteuren zur Bildung von Geldvermögen zu suchen ist, daß die Dynamik also von der Aktivseite her kommt.

–> “Die USA sind ein Einwanderungsland mit stetig wachsender Bevölkerung. Ist es da unrealistisch anzunehmen, dass in den USA heute ein erhöhter Kapitalbedarf und eine stärkere Konsumpräferenz bestehen, die durch die jetzige Wirtschaftsleistung zwar nicht gedeckt sind, mit einem zukünfitg höheren Output aber ausgeglichen werden können?”

Hm… also stetig wachsende Bevölkerung gibt es vielerorts auf dem Globus, ohne daß man in den Jungen überall Nachschuldner mit hoher Bonität erwartet. Die Demographie führt da m.E. in die Irre. Sonst könnte man das Finanzvermögen am besten im Jemen und so versenken. Es braucht ja zumindest ein wirtschaftliches und institutionelles Umfeld, das eine hohe soziale Aufwärtsmobilität ermöglicht.

Und soweit ich weiß, ist trotz des Tellerwäscher-Mythos die Mobilität zwischen den sozialen Schichten in den USA noch geringer als auf dem europäischen Kontinent.

Wollte man der Sache einen “rechten” Spin geben, könnte man fragen, ob der Crackdealer von der Mara Salvatrucha, der demnächst wieder in den Knast einfährt, denn Anlaß zur Vermutung eines zukünftig höheren Outputs gibt. Es sei denn, man sieht die boomende Gefängnisindustrie als das Zukunftsmodell an…

Will man lieber einen “linken” Spin, was mir näher liegt, dann kann man darauf verweisen, daß wir es in den USA mit einer sehr festgefügten Klassengesellschaft mit geringer Aufwärtsmobilität zu tun haben, in der das Wegsperren eines großen Teils der ärmeren und jüngeren Bevölkerung zu einer probaten Kompensation geworden ist. Daß in einem solchen Umfeld ein hohes Maß an Zuwanderung eine – verglichen mit dem “alten Europa” – höhere Tragfähigkeit eines aggregierten Schuldenlevels bewirkt, sollte man anzweifeln können.

Nicht empirisch-analytisch, sondern poetisch gesprochen könnte man vielleicht sagen: Die in den USA notleidenden Immobilien- und Konsumentenkredite sind ein Maß für die Differenz zwischen dem amerikanischen Traum von sozialem Aufstieg und der bitteren Realität einer hart segmentierten Klassengesellschaft…

–> “Der “totale Schuldner” ist der Unternehmenssektor.”

Ja, genau. Und nun… um mal aus dem @Huuh auch wieder den @snozin herauszukitzeln…

Ist es nicht so, daß der Unternehmenssektor weltweit, sofern es sich um große Kapitalgesellschaften handelt, Fremdkapitalaufnahme in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend weniger für produktive Investments genutzt hat, sondern für “Mergers & Acquisitions”?

http://www.imaa-institute.org/statistics-mergers-acquisitions.html

Daß Gewinne weniger auf Gütermärkten erwirtschaftet, sondern auf dem Markt für Unternehmenskontrolle “gekauft” wurden? Und daß die Fremdkapitalkosten auch für diese Aktivitäten selbstverständlich über die Produktpreise am Ende der Allgemeinheit übergeholfen werden?

Das meine ich ja u.a. mit Machtwirtschaft. Letztlich zahlt Schütze Arsch auf diesem Wege die Renditen der Geldvermögensbesitzer über seinen Konsum, und der gehobene Dienstadel aus Top-Management der Kapitalgesellschaften und Finanzintermediären streicht auf dem “Markt für Unternehmenskontrolle” auch noch seinen Zehnt ein.

Würde ja gern wieder vom Schweinesystem reden, aber das spare ich mir dann für den Marktplatz auf…

Was die lobbyistisch-politische Ebene angeht… aber gut, das hatten wir schon mal vor ein paar Wochen… ich glaube, wir würden nur wieder im gleichen Fahrwasser landen, und zuviel Redundanz muß nicht sein… also lassen wir die beiden Beschreibungsmodi mal so nebeneinander stehen.

Marc August 7, 2013 um 15:32

@Soldat Schwejk

Ich halte es für plausibler (s.o., “Sparschwemme”), daß die entscheidende Veränderung seit 1980 in einer zunehmenden Neigung von Wirtschaftsakteuren zur Bildung von Geldvermögen zu suchen ist, daß die Dynamik also von der Aktivseite her kommt.

Die Dynamik stammt von einem unregulierten Vermögensmarkt. Er lässt den alchemistischen Wunschtraum, Blei zu Gold zu verwandeln, wahr werden, indem angebliches Vermögen (die berüchtigten Trippel A Finanzprodukte) in Geldvermögen verwandelt wird.

Andreas Kreuz August 7, 2013 um 18:47

Daß Gewinne weniger auf Gütermärkten erwirtschaftet, sondern auf dem Markt für Unternehmenskontrolle “gekauft” wurden? Und daß die Fremdkapitalkosten auch für diese Aktivitäten selbstverständlich über die Produktpreise am Ende der Allgemeinheit übergeholfen werden?

Das sollte man nicht vergessen,
wenn Berger’s mal wieder in einem Krankenhaus >>rationalisieren<<…

Soldat Schwejk August 7, 2013 um 23:55

@ Marc – ” Ich möchte noch einmal betonen: das derzeitige Finanzsystem halte ich für genial, es ist nur aus der Balance geraten. Derzeit wird aber nicht versucht, die Balance wieder herzustellen, sondern die Machtzuwächse der Akteure brutal durchzusetzen.”

Ja, das erinnert mich irgendwie an die verklärende Beschreibung von Bismarcks Modell eines europäischen Mächtegleichgewichtes. Irgendwie genial, aber es hätte Akteure gebraucht, die ihre Interessen an Machtzuwachs nicht durchsetzen… :-)

–> “Ich bin, wie ich bereits sagte, ja gerade nicht der Meinung, dass das Problem des fehlenden Wachstums in der Realwirtschaft zu suchen ist, sondern im Bereich der Vermögensverwaltung. Dort fallen die Verluste an, die die private Rente gefährdet. Eine einjährige Betrachtung des Vermögensmarktes ist aber sinnfrei. Die Vermögensbildung unterliegt größeren Zeiträumen: Firmen- und Markenwerte, Immobilien, private Altersvorsorge…”

Das würde wohl unterstellen, daß die Dynamik der Vermögenspreise unabhängig ist von realwirtschaftlichen Entwicklungen. Irgendwann vor Jahren hab ich mal den Kostolanyi gelesen, der da meinte: Vermögenspreise können der realwirtschaftlichen Entwicklung voranlaufen oder hinterherlaufen, so wie ein nicht angeleinter Hund dem Herrchen voran- oder hinterherlaufen kann. Aber wenn der Hund des Herrchens gar nicht mehr ansichtig wird, dann versucht er doch irgendwie zu ihm zurückzufinden.

Also das Bild der Blase impliziert ja die Unumgänglichkeit des Platzens, oder?

–> “Die Dynamik stammt von einem unregulierten Vermögensmarkt. Er lässt den alchemistischen Wunschtraum, Blei zu Gold zu verwandeln, wahr werden, indem angebliches Vermögen (die berüchtigten Trippel A Finanzprodukte) in Geldvermögen verwandelt wird.”

Hm… also was diese Beschreibung angeht, so bin ich doch sehr skeptisch. Es würde ja bedeuten: WEIL risikofreie Anlagemöglichkeit vorgegaukelt wurde, deshalb erst entstand der vermehrte Wunsch zur Vermögensbildung.

Wie gesagt, ich kann es nicht wissen, es betrifft unzählige privatwirtschaftliche Verträge. Nach allem was ich die letzten Jahre so gelegentlich – nicht sytematisch – dazu gelesen habe, scheint mir die andere Kausalität (auch chronologisch) aber plausibler: WEIL eine verstärkte Neigung zur Vermögensbildung einsetzte, deshalb wurde der Vermögensmarkt liberalisiert.

Bin aber kein Insider und da weiß Gott nicht auf eine Meinung festgelegt… also mithilfe eines guten empirischen Argumentes kannst Du mich vielleicht für die gegenteilige Anschauung einnehmen… :-)

Hauke August 8, 2013 um 06:48

Soldat Schwejk

“Triebkraft für diesen Prozeß”

Meiner Meinung nach ist es eindeutig, dass die Triebkraft für diesen Prozess von den Schuldenseite kam: Sinkende Zinsen seit der Hochzinszinsphase Anfang der 80er, Niedrigzinsen nach dem Platzen der New Economy, Zinskonvergenz im Euroraum nach der Einführung des Euro, Liberalisierung der Finanzmärkte inklusive Handel mit Kreditverbriefungen usw. haben dazu geführt, dass Kreditrestriktionen der privaten Haushalte weggefallen sind. In einem Umfeld, in dem niemand bereit ist, Geldvermögen zu bilden, führt das zu Wirtschaftswachstum bis zum Outputpotential und darüber hinaus zu Inflation. Deshalb war eine Voraussetzung dafür, dass das Rad so lange gedreht werden konnte, eine erhöhte Bereitschaft zur Vermögensbildung, sei es über die private Altersvorsorge in Deutschland und die Leistungsbilanzüberschüsse von Schwellenländern wie China (makroökonomische Ungleichgewichte), oder das Vermögenskonto derjenigen, für die, wie Du schreibst, Vermögensbildung zum Selbstzweck geworden ist. Das Initial kommt aber von der Schuldenseite: Ohne Schulden, kein Vermögen.

Ich meine mich zu erinnern, dass wir die Diskussion über erhöhten Kapitalbedarf wachsender Volkswirtschaften schon einmal im Zusammenhang mit dem Renten Thread hatten. Wenn der Jemen über eine wachsende Bevölkerung verfügt, dann hat der Jemen natürlich einen wachsenden Kapitalbedarf. Er bekommt ihn nur nicht finanziert, da das entsprechende institutionelle Umfeld nicht gegeben ist. Jetzt sagst Du, gleiche Geschichte in den USA. Dort sei zwar das institutionelle Umfeld vorhanden, aber auf Grund verfestigter Gesellschaftstrukturen kann sich in den USA keine Wachstumsdynamik entwickeln (fehlende Aufwärtsmobilität, Gefängnisindustrie). Ich finde, dass in dieser Sicht die große Innovationskraft der USA zu wenig berücksichtigt wird. Alle relevanten Innovationen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie kamen aus den USA. Dass wir beide mit einem Computer auf einem Blog über das Internet kommunizieren können, verdanken wir der Innovationskraft der USA. Die zweite industrielle Revolution, die technologische/digitale Revolution, die den Übergang in die Informations- und Wissensgesellschaft bereitete, begann in den USA. Vor diesem Hintergrund scheint es mir zu weit zu gehen, ein Wachstumspotential der USA mit Verweis auf die Klassengesellschaft in Bausch und Bogen zu verneinen.

“Mergers & Acquisitions”

…stellen lediglich eine Änderung der Eigentumsverhältnisse dar. Wenn Fremdkapital aufgenommen wird, um ein anderes Unternehmen zu erwerben, so wird der Teil der Gewinne, der vorher als Gewinnausschüttung auf Eigenkapital (der alten Gesellschaft) verwendet wurde, jetzt als Zinszahlung auf Fremdkapital (der neuen Gesellschaft) verwendet. Beides sind Kapitalkosten. Es finden also keine Investitionen statt, sondern Geldanlage. Möglicherweise lösen diese Übernahmen jedoch neue Investitionen aus. Volkswirtschaftlich stellt sich die Frage, ob Unternehmen durch Fusionen, Übernahme, etc. effizienter prodizieren können, ob es zu Produktivitätssteigerungen kommt, oder ob damit einzig die Elliminierung eines unliebsamen Konkurrenten beabsichtigt ist, die zu Marktverfestigung führt. Das Bild ist, sowohl auf betriebswirtschaftlicher als auch volkswirtschaftlicher Ebene, nicht ganz klar. Volkswirtschaftlich ist es so, dass die Liberalisierung des Außenhandel, insbesondere ab Ende der 90er (mit Unterbrechung nach dem Platzen der Dotcom Blase), zahlreiche Übernahmen ausgelöst hat, die durch Internationalisierung der Märkte (sowohl auf der Angebotsseite, als auch auf Seite der Nachfrage) gerechtfertigt, und durch Liberalisierung der Finanzmärkte möglich waren. Auf betriebswirtschaftlicher Ebene meine ich mal gelesen zu haben, dass nur bei wenigen Übernahmen die Synergieeffekte gehoben werden konnten, die man sich mit der Übernahme versprochen hat, wobei jedoch der Aspekt der fehlenden Konkurrenz nicht berücksichtigt wurde. Unabhängig davon finden natürlich Investitionen statt, also Schaffung von Realkapital, sowohl in den reifen Volkswirtschaften, als auch – mit höheren Wachstumsraten – in Schwellenländern. In 2013 wird ein Wachstum des weltweiten BIP von rund 3,5% erwartet. Dieses Wachstum geht mit entsprechender Kapitalakkumulation einher. Aber klar, allein aus dem Unternehmenssektor als Schuldner lässt sich kein Anstieg der “financial assets” auf 400% BIP darstellen. Das hat aber auch niemand behauptet.

Mal abseits vom Thema: Vielen Dank für den Austausch! Solche Blogdiskussionen tendieren ja dazu, den Dissenz zu betonen und die Übereinstimmung auszublenden, obwohl es manchmal nur Nuancen sind, um die sich die Diskussion dreht. Mir macht es große Freude, mit Dir um die Details zu ringen, gerade wenn wir nicht völlig einer Meinung sind.

Keynesianer August 8, 2013 um 10:28

@Hauke

Dass wir beide mit einem Computer auf einem Blog über das Internet kommunizieren können, verdanken wir der Innovationskraft der USA. Die zweite industrielle Revolution, die technologische/digitale Revolution, die den Übergang in die Informations- und Wissensgesellschaft bereitete, begann in den USA.

Internet und Elektronik kommen aus dem Militärisch-Industriellen-Komplex der USA und dass die das Monopol für neue Entwicklungen hier haben, liegt nicht an ihrer hohen Kreativität in der US-Gesellschaft, sondern daran, dass der US-Imperialismus jeden Staat platt machen würde, der auf die Idee käme, sich selber mit seinen Firmen und Leuten hier zu betätigen.

Ökonomisch sind die USA in einer Sackgasse, weil der Fortschritt nur über steigende Masseneinkommen und höhere Lebensstandards für alle möglich ist. Die herrschende Klasse in den USA sieht das aber nicht ein, warum die Masseneinkommen steigen sollten, und verfolgt weiter ihr Plutokratie-Projekt, der Herrschaft der 1% Elite über die 99% Prekariat. Das läuft seit den Reaganomics mit der neoliberalen Politik und der Ökobewegung (wir müssen die Erde/Umwelt vor dem Massenkonsum schützen).

Ob die Entwicklung in einen Crash führt? Es gibt nur inszenierte Krisen wie zuletzt die globale Finanzkrise, ausgelöst von den Zinserhöhungen von 2004 bis 2007, oder eben die Eurokrise als Folge des Lohn- und Sozialdumpings in Deutschland durch die nAgendapolitik von SPD und Grünen, so dass die Griechen, Portugiesen, Spanier etc. mit ihrem Gewinn an Einkommen und Lebensstandard nicht mehr wettbewerbsfähig gegen die deutschen Hungerlöhner sind und damit in eine deflationäre Depression getrieben werden. Absichtlich und seit Beginn der Agendapolitik genau so geplant!

Die Finanzelite wird einen Crash vermeiden, es sei denn, sie könnten die Deutschen dafür verantwortlich machen.

Marc August 8, 2013 um 11:00

WEIL eine verstärkte Neigung zur Vermögensbildung einsetzte, deshalb wurde der Vermögensmarkt liberalisiert.

Jeder möchte reich sein. Der Drang zur Vermögensbildung ist stets größer als der reale Vermögenszuwachs. Das ist die Triebfeder, das ist der Kern des Kapitalismus: Gewinnmaximierung!
Das ist auch gut so. Diese Motivation bringt uns voran und vermehrt unseren Wohlstand. Es gibt jedoch wie immer im Leben eine Schattenseite: wird dieser Drang nicht kontrolliert bzw. reguliert, wirkt er zerstörerisch. Ein Beispiel hierfür sind die Börsen. Früher ein Ort der Blasen, heute ist er zumindest ausreichend Reguliert, aus Sicht der Beteiligten natürlich überreguliert, und die Verwerfungen an den Börsen halten sich in Grenzen.

Übrigens, die Triebfeder ist bei Schuldnern und Gläubigern die gleiche. Beide wollen ihren Gewinn maximieren, bzw. ihre Vermögen vergrößern. Sie unterscheiden sich nicht im Ziel, sondern nur in der Strategie und ihren Voraussetzungen bzw. Möglichkeiten. Der Gläubiger möchte Rendite sehen und der Schuldner möchte nach der Tilgung seines Kredits ein größeres Vermögen als vorher haben. Beide Strategien sind risikobehaftet. Sinkt (angeblich) das Risiko, steigt die Bereitschaft sowohl des Gläubigers Kredit zu gewähren als auch die Bereitschaft des Schuldners, Kredit aufzunehmen.

Das würde wohl unterstellen, daß die Dynamik der Vermögenspreise unabhängig ist von realwirtschaftlichen Entwicklungen.

Davon gehe ich aus. Der Vermögensmarkt hat seinen eigenen Geldschöpfungsmechanismus, ich kann auf mein Vermögen einen Kredit aufnehmen, eigene Finanzkreisläufe und eigene Berwertungsmechanismen. Er kann völlig getrennt von anderen Märkten oder Finanzkreisläufen existieren. Aber der Vermögensmarkt kann aufgrund der Eigenschaft des Finanzsystems jederzeit mit anderen Märkten oder Finanzkreisläufen gekoppelt werden. Das ist ja auch passiert. Als die Finanzkrise auf dem Subprime Markt ausbrach, sollten zukünftige Steuerzahlungen (Staatsschulden) und die Realwirtschaft (wahnhafte Austerität) die Verluste auf dem Vermögensmarkt begleichen. Die Unabhängigkeit bzw. Kopplung von Finanzmärkten oder -kreisläufen ist immer temporär.

Ja, das erinnert mich irgendwie an die verklärende Beschreibung von Bismarcks Modell eines europäischen Mächtegleichgewichtes.

Eben. Die Metapher geht ja noch weiter: wenn Pfuscher das Ruder übernehmen, gibt es Krieg.

holger August 8, 2013 um 12:15

—>>>Eben. Die Metapher geht ja noch weiter: wenn Pfuscher das Ruder übernehmen, gibt es Krieg.”

LOL :D ROFL da roll ich historisch aufm Boden hin un her…

Wie viele Pfuscher gab es denn dann schon? 1 2 3 4 oder gaaanz viele.

Die Geschichte des Geldes, oder einer Währung ist immer von Kriegen Soldaten etc.pp. begleitet.

Ob das nun die römische Sesterze ist, oder der USD alles das gleiche Schema…

Marc August 8, 2013 um 12:41

Die Geschichte des Geldes, oder einer Währung ist immer von Kriegen Soldaten etc.pp. begleitet.

Die Entscheidung, ob ich für Geld Kinderkartenplätze einrichte oder ein sinnloses Kriegsspielzeug kaufe, macht nicht das Geld, sondern Menschen. Geld ist ein Mittel, mehr nicht. Der Wille zum Krieg ist ein menschlicher.

holger August 8, 2013 um 12:47

Marc

Ein Soldat bekommt Sold, und wenn er von dem Sold im besetzten/befreiten Land sich nichts kaufen kann, ist er kein Söldner mehr.

Kriegsflotten machen das Geld der Western-World… das ist das Fundament. Das akzeptieren einer Währung…

Jackle August 8, 2013 um 12:56

“Gewinnmaximierung!
Das ist auch gut so. ”
” wird dieser Drang nicht kontrolliert bzw. reguliert, wirkt er zerstörerisch.”
“Er kann völlig getrennt von anderen Märkten oder Finanzkreisläufen existieren.”
“Geld ist ein Mittel, mehr nicht.”

Oh Herr, hab Erbarmen bei soviel Einfalt.

http://www.cafecritique.priv.at/markt.html

holger August 8, 2013 um 13:02

Marc

Das nächste was Geld zu Geld macht, ist kein Wattebäuschen werfen, sondern die Macht dazu, notfalls Forderungen eintreiben zu können. Das basiert nicht auf Freiwilligkeit… Sondern unter Drohung…

holger August 8, 2013 um 13:06

Deswegen habe ich hier schon öfters gesagt, dass sich manche lieber mal mit der Insolvenzverordnung einzelner Staaten oder im allgemeinen, mal bilden sollten. Das ist ja bei lauter Marxes und I=S nicht in die Rübe zu bekommen.

Wer oder was übt das Recht und die Macht über der Insolvenz aus?

Wer verbreitet Angst und Schrecken, 30 Jahre Schuldenturm? WER vollstreckt die Titel?

holger August 8, 2013 um 13:14

Und wer nur einmal in seinem Leben rechnen kann, dann wird er erkennen, dass das System Kapitalismus mit der Drohung des Voll-Streckens auf welcher Bank auch immer, erst zum Ereignis Kapitalismus reicht.

Und dazu Bedarf es eines Voll-Streckers… und dieser Voll-Strecker ist nun mal die Macht, voll-strecken zu können.

In Eigentumstitel… wie im Mittelalter eben.

Und dazu braucht man Voll-zugs Be-voll-mächtigte.

holger August 8, 2013 um 13:34

Und das bedeutet:

Jeder Geldverleiher, MUSS über eine Vollstreckungsabteilung verfügen. Sonst könnte er den Laden zu machen. Oder gar nicht erst auf.

Und nun gucken wir uns um, kratzen uns am Kopf, und fragen uns, WER hat das größte INKASSO Büro der Welt am laufen und WO?

WER investiert in sein Inkasso Büro mehr als 800 Milliarden USD jährlich? OHNE andere NATO Partner

Und das unabhängig ob Grand Ma Mc Claim ihren Sparstrumpf zu GS gebracht hatte.

WARUM wohl?

Marc August 8, 2013 um 13:58

@Jackle
Oh Herr, hab Erbarmen bei soviel Einfalt.

Unser Wirtschaftssystem ist flexibel. Das ist Fluch und Segen zugleich. Mit ihm ist die wunderwarste Energiewende möglich, das Erschließen der turbowachstumstärksten Zukunftsmärkte, das grandioseste Bildungssystem. Leider ist in dieser Bandbreite auch der visionsbefreite Merkeldilletantismus enthalten: das alternativlose Weiter-so ins Technikmuseum der Geschichte.

@Holger

Klar, der Zwang ist notwendig, damit der Schuldner seine Schulden auch bezahlt. Ohne Zwang würde er es nicht machen! Er würde das Geld des Gläubigers nehmen und es einfach verprassen! Ohne Zwang, keine risikoarme Schuldentilgung, kein Kredit, kein modernes Finanzsystem, keine arbeitsteilige Wirtschaft. Holger, mal ganz ehrlich, wir leben hier auf unserem schönen, blauen Planeten nicht im Paradies!

P.S: die NATO dient dem militärischen Schutz, sie treibt keine Schulden ein!

Carlos Manoso August 8, 2013 um 14:09

@Hauke August 8, 2013 um 06:48
_““Mergers & Acquisitions” …stellen lediglich eine Änderung der Eigentumsverhältnisse dar. Wenn Fremdkapital aufgenommen wird, um ein anderes Unternehmen zu erwerben, so wird der Teil der Gewinne, der vorher als Gewinnausschüttung auf Eigenkapital (der alten Gesellschaft) verwendet wurde, jetzt als Zinszahlung auf Fremdkapital (der neuen Gesellschaft) verwendet. Beides sind Kapitalkosten. Es finden also keine Investitionen statt, sondern Geldanlage. Möglicherweise lösen diese Übernahmen jedoch neue Investitionen aus. Volkswirtschaftlich stellt sich die Frage, ob Unternehmen durch Fusionen, Übernahme, etc. effizienter prodizieren können, ob es zu Produktivitätssteigerungen kommt, oder ob damit einzig die Elliminierung eines unliebsamen Konkurrenten beabsichtigt ist, die zu Marktverfestigung führt. „

Hauke, nehmen wir z.B. die Übernahme des Printgeschäfts des Springer-Konzerns durch die Funke-Gruppe für EUR 980 Mio.. Der gezahlte Kaufpreis entspricht in etwa dem Zehnfachen des (heutigen) operativen Gewinns des ehemaligen Springer-Printgeschäfts.

Aus meiner Sicht würde –vorausgesetzt der heutige operative Gewinn kann stabilisiert werden- ein Kaufpreis von in etwa dem Dreifachen des (heutigen) operativen Gewinns (also ein KP von EUR 300 Mio) der Funke-Gruppe ermöglichen, einen Kaufpreis von z.B. EUR 300 Mio. in etwa 8 Jahren vollständig zu tilgen.

So betrachtet spekuliert die Funke-Gruppe bei dem Springer-Deal extrem risikoorientiert mit ca. EUR 600 Mio. herum (KP EUR 980 Mio. – EUR 300 Mio). Das macht immanent betrachtet nur Sinn, wenn sich die Funke-Gruppe extrem kostenorientiert auf das Regionalzeitungsgeschäft konzentriert (und dabei ins Auge fasst, künftig mit dem auf „Online“ setzenden Springer-Konzern als Content-lieferant für „Regionales“ zusammenzuarbeiten). Entscheidend für den Erfolg der Strategie der Funke-Gruppe wird sein, ob es ihr gelingt, die Märkte für regionale Anzeigen und Werbung in den von ihr beherrschten Regionen „abzudichten“ –sprich zu monopolisieren- und den generierten Cash abzugreifen. Eine typische „Last man standing“-Strategie…

Die simple Vorstellung, daß in Mergers&Acquistion-Geschäften der „Teil der Gewinne, der vorher als Gewinnausschüttung auf Eigenkapital (der alten Gesellschaft) verwendet wurde, jetzt als Zinszahlung auf Fremdkapital (der neuen Gesellschaft) verwendet“ wird, ist sehr verkürzt und naiv. Entscheidend ist, dass bei Unternehmensübernahmen Eigentumstitel per Eigentumswechsel quasi mit neuer Fantasie „aufgeladen“ werden. Damit soll der Finanzsektor dazu „motiviert“ werden, zusätzliches „Schuldgeld“ zu generieren, also reales Geld per Buchungssatz zu schöpfen, das im konkreten Falle in Höhe von EUR 920 Mio. der Springer AG real zufließt (und in ihr Online-Geschäft investiert), während die Funke-Gruppe Schulden von EU 920 Mio. einbucht und der Bankensektor (als Mit-Wetter) Forderungen von EUR 920 Mio einbucht.

Dabei ist einfach nur passiert, dass die Funke-Gruppe auf eine Wette auf eine der möglichem Zukünfte des ehemaligen Printgeschäfts der Springer AG Jetons gesetzt hat, die EUR 920 Mio repräsentieren. Ob diese bezahlte Zukunft tatsächlich wie von der Funke-Gruppe geplant realisiert werden kann, kann man mit immer besseren Argumenten sehr ernsthaft bezweifeln.

holger August 8, 2013 um 14:17

Marc

—>>> Ohne Zwang, keine risikoarme Schuldentilgung, kein Kredit, kein modernes Finanzsystem, keine arbeitsteilige Wirtschaft. Holger, mal ganz ehrlich, wir leben hier auf unserem schönen, blauen Planeten nicht im Paradies!”

LOL mal ehrlich hätte ich nich gedacht… ehrlich nicht…

—>>>P.S: die NATO dient dem militärischen Schutz, sie treibt keine Schulden ein!”

Nochmals LOL oder auf dem Boden roll… aber egal… sind ja nicht immer nur Forderungen… El Al Mohammur siktirlang Ghadaffi hatte ja Forderungen gegenüber USA, ende des Liedes bekannt :D

Sinkt der Zins, sinkt die Vollstreckung… evtl.

Steigt der Zins, steigt die Vollstreckung

Bau dir doch einfach mal auf dem simplen Prinzip der Vollstreckung und “erwerb” von eigentumstiteln das System Kapitalismus logisch auf.

Die Russen sind dran gescheitert LOL

Die Kinesen wohl nich…

Marc August 8, 2013 um 14:34

@Bübchen & @Holger

Geopolitik hat wirklich nichts mit Schuldeneintreibung zu tun.

holger August 8, 2013 um 14:58

Marc

—>>>Geopolitik hat wirklich nichts mit Schuldeneintreibung zu tun.”

Na stimmt… erst kommt die Währungseinführung und danach erst das Schuldeneintreiben…

Aber was solls, das zu kapieren, und warum die Amis so einen militärischen Aufwand dafür betreiben, iss eben manchmal zu hoch…

Strickt man euch das Zeuchs so zurecht, wie es euch passt. Dann klappt das schon :D

Jackle August 8, 2013 um 16:08

“Unser Wirtschaftssystem ist flexibel.”
Ja, aber völlig irrational. Da hilft am Ende dann auch alle Flexibilität nichts mehr und wir befinden uns in der Phase, in welcher die Flexibilität eben immer weniger gegeben zu seien scheint. Es gibt nur noch einen alternativlosen Weg.
Kritik an Merkel überlasse ich den Lübberdings dieser Welt. Die haben ja nichts anderes.

Marc August 8, 2013 um 16:34

@Jackle

Die Krise™ und die Rettung™ als alternativlos zu beschreiben ist das irrationale Moment.

Jackle August 8, 2013 um 17:00

Nö.

Jackle August 8, 2013 um 17:03

Die Krise ist alternativlos. Sie ist systemimmanent. Kapitalismus ist die Verwaltung der Krise. Und Rettung davon ist in weiter Ferne. Zumindest solange Kritik nicht radikaler wird.

Aber man kann natürlich seine Zeit verschwenden und über mehr Staat und/oder mehr Markt und Regeln und so palavern. Das muss vor 15 Jahren ja auch schon mächtig Spaß bereitet haben. Kann man sich eben so schön sinnlos Zanken. Lies den oben verlinkten Text!

Herman August 8, 2013 um 18:10

Lopt dog. In der Krise liegt die Ruhe.

Marc August 8, 2013 um 22:53

@Jackle

Kapitalismus ist die Verwaltung der Krise.

Krise ist keine Eigenschaft des Kapitalismus, sondern des Wirtschaftens an sich. Die Verteilung knapper Ressourcen wird immer als ungerecht angesehen. Es gibt keine allgemeingültige Formel einer gerechten Verteilung. Dein Link konnte mir in dieser Frage daher auch nicht weiter helfen.

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