Ob Jeff Bezos eine Apfelbaumplantage kauft?

by f.luebberding on 6. August 2013

Heute Morgen ist die Nachricht von gestern das beherrschende Thema. Der faktische Monopolist im Online-Buchhandel, Jeff Bezos, hat die “Washington Post” gekauft. Bezos investiert in die Post als Privatmann und nicht in seiner Funktion als Alleinherrscher bei Amazon. Er legt Wert auf diese Trennung. So kann er nämlich die Übernahme einer der wichtigen Zeitungen im Washingtoner Politiksystem gewissermassen als sein Hobby oder gar als philantropische Tat verkaufen. So sehen auch die bisherigen Reaktionen von Netzjournalisten aus. Ulrike Langer hofft tatsächlich auf eine Angleichung der Post an das Amazon-Modell. Was die Integration der Post in das Amazon-Modell medienpolitisch bedeuten könnte? Diese Frage stellt sie sich nicht. Soweit reicht offenbar nicht mehr der Horizont an der amerikanischen Westküste. Karsten Lohmeyer sieht ebenfalls in der Marktmacht von Amazon die Rettung für die Post – und gar die Zeitungen. Geht`s noch? Bezos macht mit der Übernahme offenkundig einen weiteren Schritt im Kampf um die Kontrolle über digitale Wertschöpfungsketten – und Journalisten verlieren darüber keinen einzigen kritischen Ton. Es ist noch nicht einmal ein kritischer Gedanke zu finden. Besonders peinlich ist aber Christoph Keese. Er ist der Außenbeauftragte des Springer-Konzerns.

In seinem Blog hat er jenen kritischen Gedanken formuliert, der sich, wohl abgewogen, so anhört:

“Bei allem Respekt aber darf man davon ausgehen, dass sich die Washington Post die längste Zeit kritisch mit den enorm hohen Aktienkursen von Amazon, der Machtfülle dieses Online-Händlers oder den Produkteigenschaften des Kindle auseinander gesetzt hat. Bei diesen Themen ist die Redaktion künftig befangen, so wie Les Echos oder El Pais bei den Industrie-Interessen ihrer neuen Eigentümer befangen sind.”

Nun wird aber Keese auf dem falschen Fuß erwischt. Denn Springer ersetzt bekanntlich seine Zeitungen durch jenes Modell der Kontrolle über digitale Wertschöpfungsketten, die Amazon und Google erst zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Die Verlegerfamilie der “Washington Post” hatte ja auch schon längst diversifiziert. Sie haben nur schlicht – im Gegensatz zu Springer – das Interesse an Zeitungen verloren. Das Interesse von Springer an Zeitungen hat natürlich etwas mit der Rentabilität der “Bild” zu tun. So ist dieser Satz von der “Figur des Verlegers, der keine anderen wirtschaftlichen Interessen hat als seine eigenen Medien” und durch “nichts zu ersetzen” sei, nicht ohne Ironie. Eine amerikanische “Bild”, so ist zu vermuten, hätten die Grahams wohl nicht tränenreich verkauft, sondern doch lieber behalten. Nun muss man von Journalisten nicht erwarten, dass ihnen die Grundlagen des Ordoliberalismus mit seiner Kernthese von der Monopolkontrolle geläufig sind. Der ist schon längst vergessen. Besonders pikant wird es aber, wenn selbst Ökonomen mit Sitz in der Monopolkommission davon keine Ahnung haben. Justus Haucap ist einer der Kritiker des Leistungsschutzrechtes. Dagegen ist erst einmal nichts zu sagen. Nur welche ordoliberalen Geister haben Haucap eigentlich verlassen als er folgende Sätze dem “Horizont” in einem Interview diktierte? Er antwortete auf die Frage, ob denn das Ziel der Verlage, bei Google etwas abzuschöpfen, so nicht funktioniere. Haucaps Antwort lässt tief blicken:

“Das ist richtig. Ich vermute, dass es auch in Zukunft nicht funktionieren wird. Google ist weniger auf die einzelnen Verlage angewiesen, als die Verlage auf Google. Wenn die Verlage zu Google sagen Gib mir Geld, sonst lass ich mich auslisten , wäre mein Verdacht, dass Google antwortet: Ok, dann listen wir Dich aus. Das kommt mir so ein bisschen vor, als würde ein kleiner Obstbauer zu Edeka sagen, Wenn ihr mir nicht mehr bezahlt, dann dürft ihr mich nicht mehr im Regal führen. Da würde Edeka auch sagen, Na gut, dann fliegst du halt raus.”

Nun gibt es im deutschen Einzelhandel den Wettbewerb, den es im digitalen Markt nicht mehr gibt. Google und Amazon beherrschen ihre Marktsegmente. Das von Haucap erwähnte Rivva ist nichts anderes als der schon lange untergegangene kleine Edeka-Einzelhändler von früher. Unser Ökonom sieht dort tatsächlich den Wettbewerber von Google? Soll das ein Witz sein? So haben wir heute Mitglieder in der altehrwürdigen Monopolkommission, die kein Monopol erkennen, selbst wenn es ihnen vor die Füße fallen sollte. Aber wer weiß? Vielleicht kauft Bezos morgen im Alten Land Apfelbaumplantagen. Wenn Haucap Glück hat, darf er das gutachterlich betreuen. Dem Wettbewerb auf dem Apfelmarkt, so ist anzunehmen, droht allerdings keine Gefahr.

update

Thomas Knüwer hat sich nun auch zu der Übernahme der Washington Post geäußert.

“Da will ein Milliardär den Journalismus retten, der hinter der Zeitung steckt.”

Nun weiß ich nicht, woher Knüwer weiß, was Bezos will. Ob er ihn kennt? Hat ihn Knüwer interviewt? Selbst dann wüsste ich noch nicht, was jemand tatsächlich will, sondern nur das, was er mir so erzählt. Und weiter:

Tatsächlich aber machen sie sich (die Verlage) rasend viel Gedanken darüber, wie sie Inhalte verkaufen können – statt über der Frage zu brüten, welche Inhalte sich über Werbung und Bezahlung refinanzieren lassen.

Völlig richtig. Verlage müssen sich dafür interessieren, wie sie im Markt Geld verdienen können. Nur haben solche Geschäftsmodelle nicht unbedingt etwas mit Journalismus zu tun. Aber immerhin wissen wir ja jetzt, was Thomas Knüwer über den Willen von Bezos denkt.

{ 35 comments }

"ruby" August 6, 2013 um 11:33

Erste Schreibmaschine war eine Olympia, wie RoRe sie im Film benutzt . So schon mit Tippex …

"ruby" August 6, 2013 um 11:38
Keynesianer August 6, 2013 um 12:34

Nun gibt es im deutschen Einzelhandel den Wettbewerb, den es im digitalen Markt nicht mehr gibt. Google und Amazon beherrschen ihre Marktsegmente.

Google und Amazon beherrschen ihre Marktsegmente vor allem intellektuell.

Sieht man sich einmal den Internetauftritt der deutschen Buchhändler an, könnte man meinen, die haben nicht alle Tassen im Schrank:

Da wird der Platz auf meinem großen Bildschirm nicht ausgenutzt, sondern nur ein kleines Kästchen. (Wir sollen ja zu ihm in den Laden kommen und nicht im Internet kaufen!)

Die Information über das von mit gesuchte Buch finde ich dann in einem noch kleineren Kästchen. (Dafür ist noch jede Menge Platz für nervende Werbung wie ein blinkendes Kästchen mit dem neuen Bestseller!)

Leserrezensionen sind nur durch weitere Mausklicks oder längeres Scrollen zu erreichen. (Wir sollen uns ja vom Buchhändler das aktuelle Programm der Verlage aufschwatzen lassen!)

Eine E-Book-Ausgabe des Titels muss ich extra nochmal bei den E-Books suchen. (Sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen, das Buch tatsächlich als E-Book herunter zu laden, was der stationäre Buchhändler nicht will!)

Und so geht das weiter. Eine vernünftige Website zu bauen, wie es von Amazon vorgemacht wird und der dümmste Buchhändler es nur nachmachen müsste, ist offensichtlich eine geistige Überforderung.

Lieber beklagt man das Monopol von Amazon.

Das Monopol von Amazon besteht aber nur darin, dass die ihre Website so aufgebaut haben, dass ich als Käufer nicht wie bei meinem örtlichen Buchhändler ein Dutzend Paar Hände bräuchte, nur um mir an den Kopf zu fassen. :)

Würde die Website meines örtlichen Buchhändlers so aussehen, wie die von Amazon, würde ich sofort nur noch bei dem kaufen. Aber das ist zu viel verlangt von allen Buchhändlern. Die wollten ja den Buchhandel im Internet nicht und genau das sieht man bis heute jedem Webauftritt von den Hanseln an. Dümmer geht`s nimmer!

Dann suche ich die Bücher halt bei Amazon und kaufe sie auch bei denen. ;)

So viel zu Monopolen im Internet.

Justus Haucap August 6, 2013 um 13:38

Lieber Herr Lübberding -

ich finde Ihre Anmerkungen etwas kryptisch, weil in der Passage, die Sie da gerade zitieren, ja nichts von Rivva steht, auch wenn ich in dem Interview sage, dass Rivva ein Wettbewerber von Google ist (und beklage, dass gerade dieser – perverser Weise – vom LSR getroffen wird). Die Tatsache, dass Rivva überhaupt ein Wettbewerber ist, sagt aber rein gar nichts über die Intensität des Wettbewerbs. Man wird ja auch nicht abstreiten, dass BW Rehden ein Fußballverein ist, nur weil sie gegen Bayern verlieren. Als Problem würde man aber empfinden, wenn BW Rehden mit besonderen Abgaben belastet würde, von denen der FC Bayern freigstellt bleibt, oder etwa nicht?

Im übrigen hat der “lange untergangene EDEKA-Einzelhändler” den höchsten Markanteil in Deutschland mit fast 20%. Und auf der Beschaffungsseite ist EDEKA eben genau nicht der kleine Einzelhändler, sondern es wird gemeinsam beschafft, das findet sich alles im letzten Hauptgutachten der Monopolkommission sehr ausführlich.

Zur Marktbeherrschung von Google habe ich mich im Übrigen unlängst recht detailliert ausgelassen, das ist keineswegs so trivial, wie eine oberflächliche Analyse suggerieren mag (http://ideas.repec.org/p/zbw/diceop/44.html) .

In dem von Ihnen angeführten Zitat sage ich nun, dass die Verhandlungsposition von Google wesentlich stärker ist als die der einzelnen Verlage – was an dieser Analyse erstmal falsch sein soll, weiß ich nicht. Vielleicht glauben Sie, das Gegenteil sei richtig? mir scheint nicht, dass Sie das glauben, sondern genau derselben Meinung sind. Was genau ist dann falsch an der Analyse, dass Google die besseren Karten in der Hand hat?

Maxim August 6, 2013 um 13:40

@Keynesianer:
“Würde die Website meines örtlichen Buchhändlers so aussehen, wie die von Amazon, würde ich sofort nur noch bei dem kaufen.”

Die Zahl der User, die ebenfalls so handeln würden, liegt sicher im Promillebereich. Was die Menschen schätzen, ist die Bequemlichkeit, alles aus einer Hand, von einem einzigen Anbieter zu bekommen – egal, ob Waschmaschinen, Bücher oder Dildos. Was sie nicht wollen: Sich noch mehr Logins und Passwörter von zig verschiedenen Händlerseiten zu merken.

holger August 6, 2013 um 15:03

Haucap

Nun gibt es im deutschen Einzelhandel den Wettbewerb, den es im digitalen Markt nicht mehr gibt. Google und Amazon beherrschen ihre Marktsegmente. Das von Haucap erwähnte Rivva ist nichts anderes als der schon lange untergegangene kleine Edeka-Einzelhändler von früher.

jeder, der irgendwann mal im Handel war, ob Groß oder Einzel… also einer, der schon mal “gearbeitet” hat, und evtl sich sogar mal die Kühlhäuser und und und…

oder sogar mit der Metro oder Rheike Delta oderso ähnlich…

aber was solls… Hopfen und Malz Gott erhalts… manchmal iss es aber auch einfach verloren gegangen.

Die TOGAZ kennt Herr Lübberding jedenfalls nicht. Das iss die Spreewaldgurke Google… LOL :D

Wer nicht mitmachen will, fliegt.

Im übrigen funktioniert das Einkaufsystem von z’B Siemens und VW genau so…

Gut, spielen wir lieber die Blockflöte LOL

Thomas Knüwer August 6, 2013 um 17:52

Meine Äußerung in Sachen Bezos ist eine Schlussfolgerung. Noch im vergangenen Jahr sagte Bezos, er lese keine Zeitungen, die Menschen würden für Journalismus im Netz nicht zahlen und in 20 Jahren gebe es keine gedruckten Zeitungen mehr. Es mag sein, dass der Mann Finanz-Masochist ist. Viel wahrscheinlicher aber ist: Er will zeigen, wie Journalismus im Digitalen Zeitalter finanzierbar ist.

Marlowe August 6, 2013 um 18:00

@Keynesianer:

Ne, da musste mal Deinem Buchhändler um die Ecke mal Dampf machen und dem sagen, der muss aus sein verstaubte Bücherecke in eine Wellnesoase verwandeln. Die stationären müssen vermögen, die Sinne anzusprechen. Da muss tagtäglich etwas geboten werden. Es darf also nicht mehr um Inhalte gehen, sondern um das sinnliche Erleben. Eine mitternächtliche Inszenierung zur Blechtrommel mit mit geräuchertem Aal belegten Cannapes, Entspannungsrunden zur Vorstellung von Feng Shui oder Ski Gong. Feuchtbiotope könnten allerdings die Sittenwächter animieren…

Nicht wahr? Der Laufkunde will eine Erlebnisswelt vorfinden.
Inhalte waren gestern.

Gelungenes Marketing übrigens von Albert Heijn:

http://www.youtube.com/watch?v=QIG9YX6o8PI

h.huett August 6, 2013 um 18:32

FL

Bezos Einkauf hat möglicherweise einen Grund, der weder mit Knüwers Phantasien noch mit Zeitungen irgend etwas zu tun. Der prall gefüllte Topf des Pensionsfonds der Washington Post. http://blogs.wsj.com/corporate-intelligence/2013/08/05/washington-post-co-s-real-star-asset-a-massive-pension-fund/ Im Gesellschaftsrecht gelten Pensionsrückstellungen als Eigenkapital.

BB August 6, 2013 um 19:15

Ist schon interessant, wie sie jetzt alle jubeln. Vor paar Wochen war Amazon noch pfui, übler Ausbeuter, zahlt keine Steuern und seine Mitarbeiter müssen mitten in der Lagerhalle auf ein einziges dreckiges Klo gehen, wo jeder Kollege jeden Furz hören kann.

Jetzt aber ist er der Held, der Visionär, …

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/jeff-bezos-der-nerd-mit-dem-mitreissenden-lachen-12399684.html

… der neue Messias, der den Printverlagen den Weg in die gloreiche Digitalzukunft weisen wird. Weil! Die Flanellmännchen haben ja nie eigenen Ideen und sind deshalb auf Copycats und auf gut gefüllte Übernahmekassen angewiesen.

Wenn die Politik dafür gesorgt hätte,
- dass dieser Mann seine Mitarbeiter menschlich behandeln muss,
- dass seine Paketdienstleister keine Sklavenlöhne bekommen würden und
- er den gleichen Steuersatz zahlen muss, wie ihn jeder kleine Buchhändler zu zahlen hat,
- das auch Geschäftsmodelle eine Chance haben, die nicht die Finanzbangster um Mittel anbetteln müssen und sich denen mit Haut und Haaren ausliefern müssen,
dann hätte dieser Mann weder das Geld, um die Washington Post zu kaufen noch, um seine komischen Millionärsweltraumkatapulte zu bauen.

Kartelle und Monopole bekämpft man nicht erst bei Übernahmen, sondern vorher schon präventiv mit Lohn-, Steuer- und Arbeitsmarktpolitik und Regulierung der Märkte.

f.luebberding f.luebberding August 6, 2013 um 19:18

Lieber Herr Haucap,

was den BSV Rheden betrifft. Die Frage stellt sich, ob es in Folge des LSR überhaupt zu diesen zusätzlichen Belastungen kommen wird. Nach meinem Eindruck werden die Verlage anderes zu tun haben als sich (mit Hilfe der Suchfunktion von Google sicherlich) das Abmahnunwesen als neuen Geschäftszweig einzurichten. Der Gesetzgeber hat übrigens zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, das Gesetz zu novellieren oder aufzuheben. Sie erwähnen das im Interview. Ob das LSR die von vielen befürchtete Innovationsbremse sein wird, wage ich zu bezweifeln. Mittlerweile sollten wir uns jenen Blick auf diese Industrie abgewöhnen, der aus den Erfahrungen der vergangenen drei Jahrzehnte resultiert. Nämlich dass neue Basisinnovationen den Wettbewerb komplett verändern werden. Wir sind eher in der Phase der Konsolidierung eingetreten, analog zur Automobilindustrie als sich ein William Durant (GM) und ein Henry Ford den Markt praktisch aufteilten. Die heutigen Konzerne agieren dabei ähnlich wie Durant, der systematisch die kleineren und innovativen Konkurrenten aufkaufte. Wir sollten vielleicht bei Gelegenheit noch einmal Alfred Chandler lesen. Oder den älteren Galbraith. Was ich an Ihrer Untersuchung über Google interessant finde, ist Ihre Vorsicht bei der Bewertung. In diesem Zitat (wie auch im Fazit am Ende des Aufsatzes) kommt das zum Ausdruck:

“Inwieweit Google daher auf den abzugrenzenden Märkten marktbeherrschend ist bzw. erhebliche Marktmacht besitzt, dürfte sich mit Hilfe der klassischen Vorgehensweise von Marktdefinition und anschließender Marktanteilsberechnung (als erstem Proxy für Marktmacht) kaum belastbar erschließen lassen. Sinnvoller erscheint daher eine Analyse der prinzipiellen Markteintrittsbarrieren zu den einzelnen Märkten oder Marktsegmenten.”

Man merkt in diesem Zitat, dass auch für Sie das grundlegende Merkmal der Debatte in der radikalen Veränderung gesellschaftlicher, sozialer und ökonomischer Rahmenbedingungen liegt. Hier geht es nicht mehr um die klassische Kritik etwa an der Kulturindustrie. Die Einflussnahme auf unser Denken über die großen Konzerne der Digitalwirtschaft geht weit über das hinaus, was früher überhaupt als denkbar erschien. Frank Schirrmacher hat in seinem Buch ja skizziert, was damit gemeint ist. Insofern kann man Google (oder Amazon) nicht mehr mit den Augen eines Ökonomen betrachten, der Marktverzerrungen oder Marktmacht im alten Stil analysiert. Ich denke da etwa an die Baubranche, wo Preisabsprachen nicht unüblich sind … . Wir müssen diese Konzerne mit den Augen jener politischen Ökonomen betrachten, die noch wussten, wann sich ökonomische in politische Macht transformiert. Insofern leben wir heute in spannenden Zeiten. Galbraith und Chandler analysierten bekanntlich abgeschlossene Prozesse. Wir sind jetzt mitten drin.

Mit besten Grüßen

Frank Lübberding

f.luebberding f.luebberding August 6, 2013 um 19:31

BB

Den Artikel würde ich dann aber auch lesen. Auch von Carsten Knop übrigens.

h.huett August 6, 2013 um 19:32

So sieht es übrigens aus, wenn uns unsere Yakuza-Auftraggeber empfangen

holger August 6, 2013 um 19:37

—>>> Ich denke da etwa an die Baubranche, wo Preisabsprachen nicht unüblich sind …”

Hahahahaaaaa MUH haaaa :D

Wer macht denn die AUSSCHREIBUNGEN???

WER schreibt denn vor, dass es der billigste Trust bekommt?

DIE POLITIK etwa?

holger August 6, 2013 um 19:44

—>>> Wir müssen diese Konzerne mit den Augen jener politischen Ökonomen betrachten, die noch wussten, wann sich ökonomische in politische Macht transformiert. Insofern leben wir heute in spannenden Zeiten.”

Klar… lassen wir doch mal die SUPER Ökonomen den Fall BER zerkauen… da iss alles drin, alles dran…

Iss auch gut für eine Dissertation ohne Plagiat… das hat vorher noch keiner geschafft…

BB August 6, 2013 um 19:57

@fl

den Artikel hatte ich schon gelesen. Ob Kindle so der große Erfolg hierzulande sein wird, ist noch nicht raus

http://www.itengine.de/index.php/mobile-first/tablets/18199-apple-ipad-verliert-marktanteile-asus-verdraengt-kindle-fire

In den USA sieht’s für Kindle ein bisschen besser aus (über 50% Marktanteil im Bereich Android also im preiswerten Bereich. Apple spielt ja nur im oberen Preissegment.

http://www.android-user.de/News/USA-Kindle-Fire-hat-54-Prozent-Marktanteil

Auch sind Verdoppelungen der Umsätze im eBook-Bereich nicht so eindrucksvoll, wenn man die Prozentzahlen angibt: Von 1% auf 2% 2012

http://allesebook.de/marktanalyse/deutschland-ebook-marktanteil-hat-sich-verdoppelt-19955/

Amazon ist noch aufzuhalten, wenn die Politik gerade nicht schlafen würde. Die Verleger müssen sich entscheiden.

Regulierung, Buchpreisbindung, soziale Arbeitsbedingungen, regulierter Markt, ehrlich Steuern zahlen und =====> dann Geld verdienen oder

Deregulierung, Niedriglohnpolitik, unbegrenzte Arbeitszeitflexibilisierung und =====> sich selbst damit das Wasser abgraben und Amazon und verwandtes Gesocks in’s Land lassen.

wowy August 6, 2013 um 20:04
BB August 6, 2013 um 20:06

Wo hat jetzt der Spamfilter bei mir zugeschlagen? Bei den mehr als zwei Links oder beim Wort ‘Gesocks’?

BB August 6, 2013 um 20:06

Aha, bei den mehr als zwei Links.

wowy August 6, 2013 um 20:28

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/washington-post104.html
Ich glaube, Journalisten werden zukünftig so etwas wie Frenchisenehmer sein. Unter einer renommierten Dachmarke, deren Infrastruktur/Vertriebswege sie Nutzen und deren Bedingungen sie akzeptieren. Der Name “Washington Post” bietet sich dafür perfekt an.
Das könnte dann so etwas sein https://www.createspace.com/, nur dass es vom Layout mehr wie eine Zeitung ausschauen wird.

wowy August 6, 2013 um 20:48

Franchise für alle!
ttp://www.franchise-karriere.de/franchisenehmer
In Deutschland hieß das Ich AG. Kommt alles wieder ;-)

wowy August 6, 2013 um 20:49

Oh, da fehlt ein h

holger August 6, 2013 um 21:48

Sozialisten sind die Trommler auf Ruderschiffen, mit Niggerdeck für 8,50

Jens Würfel August 6, 2013 um 22:45

Wenn wir schon spekulieren: mein erster Gedanke war, dass sich Bezos lediglich einen Seiteneingang zum Weissen Haus gekauft hat.

meingott August 6, 2013 um 23:16

“Heute Morgen ist die Nachricht von gestern das beherrschende Thema. ”

wo? in deinem armseligen leben?
welche relevanz hat das für menschen, die in deutschen landen leben?

grausam dieses rumgesäusel und ablenken wollen. bring mal wieder was über dax und so – das interessiert uns noch mehr…

chabis August 8, 2013 um 16:31
Lina August 9, 2013 um 16:07

@ Frank

“…Wir müssen diese Konzerne mit den Augen jener politischen Ökonomen betrachten, die noch wussten, wann sich ökonomische in politische Macht transformiert.“

Der Elefant im Zimmer, über den niemand spricht.
oder
Wer „a“ sagt, der sollte auch „b“ sagen. Wer „Jeff“ sagt, muss auch „Lizzz“ sagen.

“Gütersloh – Die Fusion von Random House und Penguin zum größten Publikumsverlag der Welt ist besiegelt. Seit dem 1. Juli sind die unterzeichneten Verträge gültig, wie Bertelsmann am Montag in Gütersloh mitteilte. Das Medienunternehmen hält 53 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Penguin Random House. Penguin-Mutter Pearson hat 47 Prozent. Der Verlag umfasst alle Einheiten der bisherigen Töchter in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland und Indien. Das Random-House-Geschäft in Spanien fließt ebenso in den Verlag ein wie die Penguin-Aktivitäten in Asien und Südafrika. Nicht betroffen ist das Deutschland-Geschäft von Random House. Vorstandsvorsitzender des neuen Großverlages ist Markus Dohle. Er führt fast 11 000 Mitarbeiter mit einem Umsatz von 3 Milliarden Euro. Dohle bleibt Chef der unabhängigen deutschen Sparte. […]

Das neue Unternehmen wird mehrheitlich von Bertelsmann geführt und fließt auch komplett in die Bilanz ein. “Und wir haben das Recht den Vorstandsvorsitzenden zu benennen sowie die Mehrheit im Aufsichtsrat. Somit können wir fast alle Entscheidungen auch ohne Pearson fällen”, sagte Rabe. […]

Random House Deutschland bleibt weiterhin eigenständig. Rabe schloss aber für die Zukunft nicht aus, dass die Sparte mit in das jetzt fusionierte Unternehmen einfließt. “Zusammen mit Random House Deutschland wäre unser Anteil nicht 53 Prozent, sondern größer geworden. Das hätte Pearson dann nicht akzeptiert”, sagte der Bertelsmannchef. Zwischen beiden Partnern sei für die Fusion kein Geld geflossen.[…]

Das neue Unternehmen ist in 23 Ländern vertreten. Pro Jahr bringt es mit seinen 250 Verlagstöchtern 15 000 neue Titel auf den Markt. Mehr als 70 Nobelpreisträger stehen bei Penguin Random House unter Vertrag – darunter Günter Grass (1999), Orhan Pamuk (2006) und Mo Yan (2012). Bestseller-Autoren sind unter anderem Dan Brown, Patricia Cornwell, Ken Follet, John Updike und John Grisham.“

Nicht nur Romane, sondern auch Schul- und Hochschulliteratur aber auch

„…Pearson Clinical and Talent Assessment, diese Unternehmenssparte entwickelt und vertreibt psychologische Testverfahren für den Klinischen- als auch für den Humankapital-Bereich. Durch den Einsatz klinischer diagnostischer Verfahren wird Psychologen die Diagnosefindung erleichtert, um z.B. Entwicklungsstörungen (Testverfahren, wie Movement ABC-2; ET 6-6) bei Kindern oder psychische Störungen (Kindes- & Erwachsenenalter) zu erkennen und nach fundierten Lösungen zu suchen. Im Talent Assessment Bereich unterstützen diagnostische Testverfahren HR-Fachpersonal bei der Personalauswahl, um hochqualifizierte und passende Mitarbeiter für ein Unternehmen zu rekrutieren (Testverfahren, wie SOSIE/ DWP; Watson-Glaser Critical Thinking Appraisal).“

und

„The FT Group: Über die Financial Times Limited ist Pearson mit 50 % an der The Economist Group beteiligt, hat aber keine Kontrollmehrheit. Des Weiteren gehört die FTSE Group dazu, die aus einem Gemeinschaftsunternehmen der Londoner Börse mit der Financial Times entstand. Sie ermittelt verschiedene Aktienindizes, am bekanntesten ist der FTSE 100 Index.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Mediengruppe_Pearson

Lina August 9, 2013 um 16:09
Lina August 9, 2013 um 16:11
Lina August 9, 2013 um 16:12

Oh, und über BMG gehören auch diese Düsseldorfer Jungs zu Lizzy

http://www.youtube.com/watch?v=4x3kg4zHkRY

Marlowe August 9, 2013 um 16:17

@Holger “Klar… lassen wir doch mal die SUPER Ökonomen den Fall BER zerkauen… da iss alles drin, alles dran…”

Nun, was aus der glückseligmachenden Verbindung aus Superökonomie und Politik erwächst, darf derzeit in Kassel bestaunt werden. Die ultimative wirtschaftsfördernde und lobbyunabhängige Projektierung eines eigenen Flughafens für die Bürger in Kassel glänzt mit Extrem-Zuwächsen in der Beförderungsleistung.

So um die 5 Flugzeuge schauen mal in der Woche vorbei.

Und die Feuerwehr soll die Koffer schleppen.

Auch die Rückreisewelle in die Türkei, der sogenannte ethnische Verkehr, läuft eher schleppend, dabei war dies wohl die große Hoffnung, neben den ominösen Investoren aus China:

“Es gebe auch Interesse aus der türkischstämmigen Bevölkerung in Kassel und Umgebung an „ethnischen Verkehren“, also Flugverbindungen aus Calden in die Türkei.

Selbst wenn die Kosten noch weiter steigen würden, sei ein Baustopp auszuschließen, so Schäfer. „Sie dürfen davon ausgehen: Wir werden diesen Flughafen fertigstellen.“”

http://www.fr-online.de/rhein-main/investor-hoffen-auf-die-chinesen,1472796,10806994.html

Siehste, hätten die in Berlin so argumentiert, dann wäre der vielleicht auch schon fertig geworden.

Marlowe August 9, 2013 um 16:36

Hallo Lina, das sind doch die Guten, die Bertelsmänner. Die dürfen das.
Ohne die hätte unsere Regierung sonst gar nix mehr zu sagen.
Das wär so, als würde mitten in einer Rede der Teleprompter ausfallen.
Souffleusen gibts ja nicht mehr. Wie Blindflug ohne Fluglotse.

Marlowe August 9, 2013 um 16:38

“Durch den Einsatz klinischer diagnostischer Verfahren wird Psychologen die Diagnosefindung erleichtert, um z.B. Entwicklungsstörungen (Testverfahren, wie Movement ABC-2; ET 6-6) bei Kindern oder psychische Störungen (Kindes- & Erwachsenenalter) zu erkennen und nach fundierten Lösungen zu suchen. Im Talent Assessment Bereich unterstützen diagnostische Testverfahren HR-Fachpersonal bei der Personalauswahl, um hochqualifizierte und passende Mitarbeiter für ein Unternehmen zu rekrutieren (Testverfahren, wie SOSIE/ DWP; Watson-Glaser Critical Thinking Appraisal).”

Haben die das an dem Mollath ausgetestet?

Soldat Schwejk August 9, 2013 um 16:55
holger August 9, 2013 um 17:55

Marlowe

—>>>So um die 5 Flugzeuge schauen mal in der Woche vorbei.”

LOL wem sagte das… ich kann ihnen ja beim Landeanflug und Abflug zu winken :D

Kein scherz, muss mal mit Bürgermeisterin darüber reden… war so nicht eingeplant :D die Flugroute über meinen Kopf. LOL

—>>>Siehste, hätten die in Berlin so argumentiert, dann wäre der vielleicht auch schon fertig geworden.”

Naja, in Calden konnte man so gut wie nix falsch machen. Warum die Landebahn aber verlängert worden iss, iss mir immer noch ein Rätsel. Für die Learjets für VW und Daimler wäre das vollkommen ausreichend gewesen, was im Bestand war oder nicht? ;)

Ja, Kassel Nordstadt hat davon profitiert, schneller in Antalya zu sein :D Paderborn iss dann doch zuweit weg.

Für mich bleibt der Ausbau Caldens weiterhin ein Rätsel…

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