Journalismus zwischen online und offline. Ein Gastbeitrag von Daniel Steinlechner

by f.luebberding on 8. August 2013

Der Spiegel führt gerade eine Debatte, die sich mit der Zukunft des Journalismus beschäftigt. Im Altpapier findet man eine, wenn auch drei Tage alte Zusammenfassung. Dieser Hinweis auf das Erscheinungsdatum wird nicht ohne Grund gegeben. Schließlich sind drei Tage im Online-Journalismus eine sehr lange Zeit. Das (übrigens allen Lesern empfohlene) Altpapier müsste daher heute eigentlich Alttweet heißen. Die Aufmerksamkeit für einen Tweet  bemisst sich in Minuten, während eine gedruckte Tageszeitung in den alten Zeiten frühestens nach 24 Stunden zum Altpapier wurde. In dieser Beschleunigung steckt ein großer Teil des Wandels, dem der Journalismus ausgesetzt ist. In seinem Gastbeitrag beschreibt Daniel Steinlechner, wie er diesen Wandel erlebt und welche Rückschlüsse man daraus ziehen kann. Steinlechner ist Online-Redakteur bei News.at.

Journalismus zwischen Online und offline

von Daniel Steinlechner

In der österreichischen Medienszene hat sich eine Debatte über Diskussionen in Onlineforen entspannt. Hauptprotagonisten sind Redakteure der Wiener Stadtzeitung Falter und von derstandard.at. Schon diese Namen machen für Kenner der österreichischen Medienszene klar, dass hier zwei Welten aufeinander prallen. Auf der einen Seite die renommierte Zeitung, die sich und ihre Leser seit Jahren mit einer Homepage aus dem vorigen Jahrhundert quält und ganz bewusst seit Jahren nur ausgewählte Inhalte im Internet verschenkt. Auf der anderen Seite derstandard.at, Österreichs ältestes und erfolgreichstes Onlineportal. Das nicht nur seit Jahren Gewinne schreibt, sondern auch der Zeitung aus dem gleichen Haus in Bedeutung und Einfluss nichts nachsteht.

Die Debatte entzündete sich an der Frage, ob die Postings im Forum einem Klarnamenszwang unterzogen werden sollten und ob das etwas am Debattenniveau ändern würde. Der Standard ist stolz auf eine der größten Communities deutschsprachiger Medien, unter etlichen Artikeln finden sich viele hundert Kommentare. Wie die Nutzer von Wiesaussieht aus eigener Erfahrung wissen, findet sich in den Debatten beinahe alles. Hass und Lunatisches, Aufrufe zur Gewalt, Pöbeleien und Beleidigungen. Viele Debatten drehen sich binnen kürzester Zeit um irgendwas und haben mit dem eigentlichen Inhalt des jeweiligen Artikels nichts mehr gemein, außer das sie sich zufällig am selben Ort befinden. Irre lassen sich von den Wegen in ihrer jeweiligen Irrfahrt ohnehin nie behelligen, sie landen so oder so immer bei ihrem Thema.

Durch den Schlamm wühlen

Aber das ist natürlich nur ein Aspekt: Durch die große Community finden sich unter den Artikeln auch zahlreiche Hintergrundinformationen, Vertiefungen, Ergänzungen und auch anregende Debatten entspinnen sich. Oft finden sich Leser, die mehr beisteuern als beispielsweise eine simple Agenturmeldung je liefern könnte. Ich selbst habe mich im Standard Forum kaum jemals zu Wort gemeldet. Die Debatten gleiten mir zu schnell ins Verrückte ab. Der missionarische Eifer fehlt mir und Robert Misik hat schon recht, dass sich bei allzu vielen Verrückten an einem Ort, die Vernünftigen schnell ausklinken. Ich erkenne aber an, dass dort viele Debattenperlen zu finden sind, wenn man bereit ist sich durch Schlamm zu wühlen.

Die Debatte berührt aber auch den Kern der aktuellen Medienkrise. Ich bin als Onlinejournalist selbst Teil dieses Wandels. Davor war ich jahrelang für einen EU-Abgeordneten tätig, kenne also auch die andere Seite. Nämlich die Betreuung klassischer Medien und den schwierigen Versuch mit Themen, die hintergründig und schwer skandalisierbar sind (Haushaltskontrolle), ein Plätzchen in einer Zeitung zu finden. Die Debatte wurde aber auch schnell gehässig. Was einerseits sicher am Ort der Debatte (Twitter) liegt, andererseits aber auch tiefer blicken lässt. Keine Seite ist in dieser Causa vollkommen ehrlich. Derstandard.at verschweigt, dass die unzähligen Kommentare Traffic erzeugen. So entstehen erst die Seitenaufrufe, die sich dann kommerzialisieren lassen. Die Akteure klassischer Medien sagen nicht, dass auch sie in den letzten Jahrzehnten den Diskurs, den sie postulieren, höchst selten verwirklichten. Der Leser bleibt schon formatbedingt zumeist ein unbekanntes Wesen, was es erleichtert, sich Illusionen hinzugeben. Wer schreibt schon gerne für lunatische Irre, die jede Meinung, die den eigenen Horizont überschreitet, gerne auch gewaltsam unterbinden würden? Sind die Leser wirklich so? Ist es mit meiner Würde vereinbar, diesen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen? Muss man wirklich an jeder Mülltonne riechen, um zu wissen, dass es stinkt? Das sind Fragen, die sich wohl viele dank des Medienwandels nun stellen.

Dazu kommen aber auch andere: Weiß der Leser mehr als ich? Wie sicher ist meine Position, wenn meine Fehler laufend öffentlich verhandelt werden? Das kratzt am Ego und ist in jeder Hinsicht eine Herausforderung. Um Ihnen diese Ego-Herausforderung zu illustrieren, will ich einen kurzen Einblick in meine Arbeitswelt geben. Ich bin ein Onliner. Die Welt, in der ich arbeite, ist 24 Stunden am Tag von den Nachrichten der Agenturen und großen Nachrichtenaggregatoren getaktet. Persönlich ist mein Interesse am Live-Event allerdings meist gering. Ich lese privat so gut wie nie Ticker, um als erster zu wissen, wo gerade ein Flugzeug abgestürzt oder eine Bombe explodiert ist: es ist für mein Leben irrelevant. Ich habe Freude an hintergründigen Geschichten, die Rechercheaufwand bedeuten und am Einordnen in einen größeren Kontext. An der Idee einen Debattenanstoß zu geben, mitzudiskutieren und zu entschleunigen. Ist dieses konkrete Werk erledigt, ist das ein glücklicher Moment, der gleichzeitig ein Ende und ein Anfang ist.

Kolonisierung einer Lebenswelt

Ich lebe allerdings in der Angst, dass die Nachricht diese Welt auffrisst. Dass sie immer größere Teile meines Tages kolonisiert. In diesem permanten Erregungszustand jeder Beitrag zu einem Punkt im endlosen Mäandern des Shitstorms gemacht wird, der jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treibt – und dabei die Sau selbst zu einer austauschbaren Figur des Erregungszyklus macht. Es ist die Angst vieler Offlinejournalisten: ich kenne sie und halte sie für real. Es ist die Sorge, dass die Nachricht selbst der Star des Medienzirkus wird, zu deren Zyklen die Schreiber jeweils passenden und klickmaximierenden Content liefern. Es ist aber auch die Sorge um eigene Größenvorstellungen, die sich in der engen Bubble abgeschlossener Journalisten/Politik-Netzwerke leicht kultivieren lassen, nur nicht mehr der Realität des Internets standhalten. Dort wird eben jeder Beitrag zum Knoten eines unendlichen Netzwerks und damit zugleich jede Vorstellung eigener Größe auf der Müllhalde der Geschichte verbannt.

Kann es sein, dass „Zuckerkringel73“ und „Kaffeeröster12“ tatsächlich mehr von einem Sachverhalt verstehen als man selbst? Muss man zum Sklaven ihrer Ansprüche werden und einen Text so lange nachredigieren, bis auch der letzte Poster sein Interesse daran verloren hat? Das alles sind in Wirklichkeit hochgradig virtuelle Fragen. Realiter geben knappe Mittel das Ausmaß der Beschäftigung mit Communityanliegen vor. Die Frage der Epertise wird damit ebenso rasch obsolet wie sie gestellt worden ist. Längst beschäftigen sich nämlich alle mit anderen Themen – und neuen Aufregern. Am Ende bleibt kein Experte übrig und ob das ein Schaden für unsere Demokratie ist, wird sich erst weisen. Doch es berührt einen Kern. Was eigentlich ist Journalismus? Kann es noch Raum für das Erarbeiten von Expertise geben oder zwingt schon der ständige Nachrichtenstrom dazu, die Expertise des Publikums aufzugreifen? Weil man man selbst nur noch damit beschäftigt ist, endlose Mengen an Content aneinanderzureihen, mit knackigen Überschriften zu versehen und klickstarke Bilder auszusuchen?

Die Frage nach der Community ist nicht zuletzt eine der menschlichen Würde. Ist diese Community Teil jenes Prozesses, der uns Journalisten zu austauschbaren Maschinenbedienern macht, oder steckt dahinter die Angst vorm Diskurs? Sich wirklich rechtfertigen zu müssen, die eigenen Argumente zu erklären und Abhängigkeiten wie auch blinde Flecken zu benennen und benannt zu bekommen. Die Welt, in der Journalisten in Leitartikeln mit Politikern und Meinungseliten einen Diskurs führten, ist tot und wird nicht wieder kommen. Die Politik erklärt sich nicht mehr und das Publikum ist der beteiligungslosen Berieselung überdrüssig. Tot sind auch die meisten alten Medien, insbesondere Tageszeitungen, selbst wenn bis zum Erscheinen der letzten Tageszeitung noch viel Zeit vergehen mag. Aber vielleicht ist hier der Punkt zu finden, an dem man die Wut verstehen kann. Printjournalisten wollen seit einiger Zeit verstärkt über Online mitdiskutieren. Sie hören selbst die Sterbeglocken läuten und sind nicht bereit, sich von Onlinern ihre Welt neu ordnen zu lassen. Eine Kränkung ist es aber auch für den Onlinejournalismus, den man jahrelang mit miserabler Bezahlung und lausigen Arbeitsverträgen abspeiste. Diese Unterscheidung ist in Österreich seit kurzem weitgehend obsolet. Es zeigt sich, dass die alte Welt an ihr Ende kommt. Plötzlich wollen alle mitentscheiden und alte Medienhäuser wie Springer meinen, der Onlinebranche zeigen zu können, wie man online macht.

Jahrelang die Onlineabteilungen zu belächeln, um ihnen jetzt mal zu zeigen wie es wirklich geht, ist für viele engagierte Kollegen eine Kränkung. Ihr eigenes Engagement der letzten Jahre wird abermals entwertet. Zugleich wissen sie, oder meinen zu wissen, dass die Versuche, Print in die Onlinewelt zu retten, zum Scheitern verurteilt sind. Man hat den Zynismus, den ein Zwei-Klassen-Arbeitssystem erzeugt, aufgenommen und trägt ihn als Hohn über den „old shit“ der abgehängten Offliner in die Welt hinaus. Umgekehrt meinen viele Printkollegen, Online sei eine Welt der schnellen Klicks und flachen Stories. Sie empfinden das als ihre Kränkung. Die schlecht bezahlten, aber gut ausgebildeten jungen Kollegen machen ihnen mit Recht Angst um die eigene berufliche Zukunft.

Journalismus als relevante geistige Betätigungsform

Ich bin überzeugt davon, dass es in absehbarer Zeit nur noch integrierte Redaktionen geben wird. Die alte und die neue Welt werden verschmelzen. In Österreich, dem Wurmfortsatz der Weltgeschichte, sicher später als anderswo, aber auch hier wird den Wandel niemand aufhalten. Keine der beiden Seiten wird in der Lage sein, ihre alte Unternehmenskultur in diese neue Medienwelt zu retten. Wie diese Organisationsstrukturen aussehen, wird Gegenstand von Aushandlungen und Machtspielen sein. Aber es werden Neue sein. Wenn Journalismus als relevante geistige Betätigungsform überleben will, wird man aber diese alte Welt nicht einfach über Bord werfen können. Wir werden Modelle entwickeln müssen, die es uns besser als bisher ermöglichen, mit Journalismus Geld zu verdienen. Wir werden unser Verhältnis zu unseren Inserenten klären und Debattenformen entwickeln müssen, die bisweilen zwischen Elitedebatte und offener Psychiatrie liegen. Ich bin überzeugt davon, dass das gelingen wird. Die Nachrichten werden uns nicht auffressen. Wir werden lernen, auch online langsamer zu sein und zugleich keine Meldungen des Vortages mehr auf der Rohstoffbasis toter Bäume drucken. Aber es wird ein schmerzhafter Prozess sein und der Wandel wird vielen engagierten Kollegen im wahrsten Sinne den Boden unter den Füßen wegziehen. Die Grundlage des Gelingens ist eine respektvolle Debatte, sowohl on- wie offline, und Arbeitsbedingungen, die die Würde der Menschen nicht mit Füßen treten. Denn die Entwicklungen der neuen Medien, rund um die Uhr, aktuell und hintergründig, informiert und offen, ist für uns alle tatsächlich noch Neuland.

Die Verrohung der Debattenkultur (und zwar im Netz und Offline) hat viel mit unserer Gesellschaft zu tun – und weniger mit der Alternative Anonymität oder Klarnamen. Man wird um die Erfahrungen der Leute, die diese Debatten seit Jahren betreuen, nicht herumkommen und mit denen sprechen müssen, die sich ihnen seit Jahren stellen. Ich würde mich über ihre – hoffentlich selten lunatischen – Beiträge zu dieser Debatte freuen.

Daniel Steinlechner, geboren 1983, arbeitet als Onlinejournalist bei news.at und war zuvor unter anderem beim SPÖ-EU-Abgeordneten Herbert Bösch als parlamentarischer Mitarbeiter tätig.

{ 137 comments }

Schatten von Bel Ami August 8, 2013 um 15:39

dpa macht ca. 100 Millionen Umsatz (!) und die sogenannten Medien schreiben die Kommentare dazu.

Kann heute jeder!

Pech!

Also: dpa hat ein gesichertes, wenn auch nicht sehr einträgliches Geschäftsmodell, Bloomberg auch.

Ansonsten können sich ein paar Milliardäre noch sogenannte “Einflussorgane” leisten, die aber a) leicht durchschaubar sind und eben b) im Meinungswettbewerb mit buchstäblich jedem (s.o.) stehen.

Klasse!

holger August 8, 2013 um 15:55

Was regt ihr euch eigentlich auf, und über was überhaupt?

Juckt es euch, wenn tausende von Schustern und andere Handwerker ihren Beruf aufgeben müssen?

Wer sagt denn, dass ein Journalist ein Recht darauf hat, Geld zu verdienen, um gleichzeitig „Lunatikern“ die ja Kunden sein könnten in den Arsch zu treten?

Wer gibt euch das Recht Massenmeinungen zu betreuen?

Ich kann euer Geheule nicht mehr ab… euer Geheule ekelt mich nur noch an. Tausende von meinen hochqualifizierten Ex-Kollegen in meiner Branche heulen nicht. Aber ihr heult rum.

Das Winseln eurer Sparte ist ja ein Witz in Tüten. Geht zu der ARD oder ZDF wenn ihr ein bedingungsloses Grundeinkommen wollt, und dreht Rosamunde Pilcher oder den blauen Bock.

Die Frage die IHR euch nämlich stellen solltet, ist: SIND WIR überhaupt noch notwendig!

Anscheinend nicht. Euer Geschwafel will wohl keiner mehr so richtig bezahlt lesen.

Anstatt euch nämlich mit den „Lunatikern“ die vielleicht auch ein wenig Lebenserfahrung haben, zu verbrüdern, haut ihr ihnen was um die Ohren, was der Lunatiker innert Minuten euch um die Ohren hauen kann.

Deswegen habt ihr Probleme mit den Kommentaren, die vielfach vor Sachkenntnis nur so strotzen. Damit habt IHR ein Problem.

Vielleicht iss das aber nur mein Problem. Da ich ja aus der praktischen Technik komme und immer auf Input angewiesen bin, der Hand und Fuß hat. Aber IHR mehrfach nur irgendwelche hochstudierte 3Käsehochs, die einem einen Welt basteln und vorstellen, die nicht so vorhanden.

IHR sollte mal euren Qualitätsstandard checken… Selbstreflektion. Und nicht auf das andere Böse schimpfen.

Ich sachs nochmal, ich komme aus einer Branche die man brutalst zusammengestutzt hat. IHR jammert auf höchsten tippsel Niveau vor Euch hin mit Bot oder ohne…

Sucht euch doch ne andere Beschäftigung zB Altenpfleger oderso

f.luebberding f.luebberding August 8, 2013 um 16:08

holger

Wer heult denn? Aber der Ratschlag mit dem Blauen Bock ist gut. An den kann sich wirklich nur noch unsere Generation erinnern. Das ist wie Ernst Huberty in der Sportschau.

Gastleser August 8, 2013 um 16:30

“Wer heult denn?”

Eben. Gibt doch Hartz 4 für die Fachkräfte ohne Mangel.
Hat eigentlich schon mal irgendwer den Fachkräftemangel im Journalismus erwähnt???

:-)

holger August 8, 2013 um 16:42

—>>>Wer heult denn?”

—>>> Wir werden Modelle entwickeln müssen, die es uns besser als bisher ermöglichen, mit Journalismus Geld zu verdienen. ”

Genau darum geht es… “mit Journalismus Geld zu verdienen”

Und da Frage ich: Wie soll denn das gehen?

Vorgefertigte Texte zu kopieren?

Ihr könnt doch sonst ein Thema wählen… das wird innerhalb von Sekunden zerpflückt. Mit Trollen oder ohne.

Der Kommentator ist nicht Weisungsgebunden, aber der Journalist schon.

Der Kommentator erwartet keine Bezahlung, aber der Journalist schon.

Was kommt denn mittlerweile an die Decke, die der Journalist beharrlich geleugnet oder nicht angesprochen hat?

Es geht doch um Eure Glaubwürdigkeit und nicht um der, des Kommentariats.

Und ich sage auch nicht DER Journalismus, denn es gibt ja noch tatsächlich “Journalisten”.

Aber egal… der blaue Bock hatte mehr Einschaltquote…

herb ransom michaelsen August 8, 2013 um 16:58

suite101.com ist ein prima beispiel für die marktbasierte entlohnung von internetjournalismus.

ich weiß gar nicht, was ihr alle habt.

herb ransom michaelsen August 8, 2013 um 17:02

weitere mittelschwere geistig-kognitive tätigkeiten lassen sich hier anbieten:

https://www.mturk.com/mturk/findhits?match=false

hth

Ludwig Büchner August 8, 2013 um 17:17

Zuerst würde ich gerne noch auf diesen Text hier hinweisen, der unbedingt dazu gehört, weil er auch ein paar Grundsätze für “online” aufzeigt, die ich für treffend halte:

http://www.stilstand.de/schnellmerker/

Außerdem Holger: schlägt mal wieder den Sack, weil er den Esel einfach nicht erkennen kann :-)
Also die Hausherren hier, die schlagen sich doch mit jedem Unsinn herum und manchmal kann ich nur bewundernd den Hut ziehen vor solcher Langmut, die sind bestimmt nicht gemeint, wenn es ums Heulen geht.

Wo aber sind die Vorschläge ?
Wie man es so etwa machen müsste, haben Don Alphons und s.o. Jarchow ja schon in Ansätzen beschrieben. Aber konkret ?
- Interessenvertretung der Netzjournalisten, iDJU oder sowas

Wo ist mal ein Onlineprojekt, dass nicht von auf der Flucht befindlichen Holzmedien begründet worden ist ?

P.S.
Misik, Robert Misk: Hat in seinem sonst ausgesprochen witzigen Blog, die Kommentare schon vor Jahren auf eine merkwürdigen 404-Fehler umgeleitet, auf freundliche Zuschriften antwortet er auch nicht bzw. leitet sie in den Papierkorb um, wieso soll man sich mit dem beschäftigen ?

herb ransom michaelsen August 8, 2013 um 17:20

ich bin mir im übrigen nicht sicher, ob journalismus überhaupt eine relevante geistige tätigkeitsform darstellt. wofür relevant? ist das eine normative aussage oder eine zustandsbeschreibung?

herb ransom michaelsen August 8, 2013 um 17:26

journalismus ist nach meiner auffassung als nicht-profi sowas wie eine hilfestellung zum fällen politischer entscheidungen.

da wir aber in diesem politischen system offenkundig nichts zu entscheiden haben, reicht mir bis auf weiteres katzen-content.

mit anderen worten: der journalismus wie wir ihn kennen ist eine funktion des nationalstaates (mit dem er die sprache teilt). mit dem nationalstaat löst sich auch der journalismus auf. hth

Schatten August 8, 2013 um 17:41

@herb ransom michaelsen

“eine hilfestellung zum fällen politischer entscheidungen”

Dann müsste aber jeder verschiedene Zeitungen lesen – den “fair and balanced” ist nur FOX news…

Keynesianer August 8, 2013 um 17:47

Wie seid Ihr denn auf den gekommen?

Wie die Nutzer von Wiesaussieht aus eigener Erfahrung wissen, findet sich in den Debatten beinahe alles. Hass und Lunatisches, Aufrufe zur Gewalt, Pöbeleien und Beleidigungen.

Wie wir alle wissen, lesen wir Wiesaussieht wegen der Debatten. Wir müssen uns dazu manchmal durch ziemlich viel Müll wühlen, der wie hier etwa den Aufhänger zur Debatte liefert.

Muss man wirklich an jeder Mülltonne riechen, um zu wissen, dass es stinkt? Das sind Fragen, die sich wohl viele dank des Medienwandels nun stellen.

Die Frage mussten wir uns vorher stellen, als es noch keine Kommentare unter den Artikeln gab. Heute kann man bei vielen Online-Zeitungen wie besonders bei ZEIT und SPIEGEL gleich auf die Kommentare springen. Das sollte man auch besser immer tun und sich den Journalisten-Auftragsmüll sparen. Es ist sehr lehrreich, wie das Kommentariat die Artikel sofort zerpflückt und die wirklich wichtigen Informationen liefert.

Viele Debatten drehen sich binnen kürzester Zeit um irgendwas und haben mit dem eigentlichen Inhalt des jeweiligen Artikels nichts mehr gemein, außer das sie sich zufällig am selben Ort befinden. Irre lassen sich von den Wegen in ihrer jeweiligen Irrfahrt ohnehin nie behelligen, sie landen so oder so immer bei ihrem Thema.

Während die Redakteure bemüht sind, die Themen nach dem Modell “Bunte” und RTL2 auszuwählen, kommt das Kommentariat zum Ärger der Journaille immer gleich auf die wirklich wichtigen Themen zurück. Das führt dann zu den Wutanfällen wie oben, wenn die Leute sich wieder nicht verarschen lassen.

Tja, die Auftragsschmiererei der Journalisten ist im Netz an Grenzen gestoßen. Schließen sie die Kommentarfunktion, bleiben die Leser gleich weg. (Wer würde hier z.B. schon wegen Hütt und Lübberding mitlesen?) Lassen sie in den Zeitungen die Kommentare zu, dann wird der von interessierten Kreisen hoch dotierte Lügenartikel sofort vom Kommentariat zerlegt. Ein schlechtes Geschäftsmodell, so oder so.

Jedenfalls ist Steinlechners Wut ein gutes Zeichen.

Daniel Steinlechner August 8, 2013 um 17:56

Werde mir in einigen Stunden ausführlich Zeit für die Kommentare nehmen. Muss leider aber noch um etwas Geduld bitten. Herzlichen Dank.

holger August 8, 2013 um 18:09

Büchner

—>>>Außerdem Holger: schlägt mal wieder den Sack, weil er den Esel einfach nicht erkennen kann”

LOL :D

Carlos Manoso August 8, 2013 um 18:21

@Keynesianer August 8, 2013 um 17:47
„Wie die Nutzer von Wiesaussieht aus eigener Erfahrung wissen, findet sich in den Debatten beinahe alles. Hass und Lunatisches, Aufrufe zur Gewalt, Pöbeleien und Beleidigungen.
Wie wir alle wissen, lesen wir Wiesaussieht wegen der Debatten…. Tja, die Auftragsschmiererei der Journalisten ist im Netz an Grenzen gestoßen. Schließen sie die Kommentarfunktion, bleiben die Leser gleich weg.“

Keynesianer, es is halt sooo: Wenn die Leute in den alten Massenmedien die Texte nich mehr vorfinden, die sie mögen, dann schreiben sie halt die Texte in Internetblogs eben selber.

Das mit dem Internet is so, wie wenn die Leute in die Texte jetzt selbst zurückkehren. Klingt saubblöd, isch weiß. Wir können uns sehr simpel an 3 Fingern abzählen, dass die Leserschaft dieser Texte im Internet in wenigen Jahren höchstens nach Hunderten gezählt wird. Nur die Gesamtsumme aller Internetleser wird wachsend nach vielen Hunderten von Millionen Lesern gezählt werden. Die heutigen Geschäfts-, Vertriebs- und Werbemodelle der Medienindustrie werden dabei im SCHWARZEN LOCH verschwinden.

Früher sahen die Massenmedien und deren Konzerne ihren Job darin, die Massen durch „Informationen“ zu formieren. Dieser Job der Massenmedien zerbröselt gerade im Internet, wo die Massen sich in immer kleinere Einheiten fragmentieren. Niemand kann mehr die Richtung vorgeben. Soziologisch gesehen werden die Gesellschaften führungslos, OHNE VERTIKALEN. Somit werden wir schon in wenigen Jahren viele sich völlig selbstständig organisierende Gesellschaften sehen.

holger August 8, 2013 um 18:37

Carlos

—>>> Niemand kann mehr die Richtung vorgeben. Soziologisch gesehen werden die Gesellschaften führungslos, OHNE VERTIKALEN. Somit werden wir schon in wenigen Jahren viele sich völlig selbstständig organisierende Gesellschaften sehen.”

Yep… dezentral… darauf wird es hinaus laufen…

Was interessiert mich die Meinung aus dem Sauerland?

herb ransom michaelsen August 8, 2013 um 18:53

@schatten

hilfestellung für pol. entscheidungen heißt ja nicht unbedingt, eine meinung zu ändern, sondern auch, eine meinung durch argumente zu stabilisieren.

was dafür eigentlich reichte, war die zugehörigkeit von zeitungen zu bestimmten milieus, und die trennung von berichterstattung und meinung.

beides ist ins rutschen gekommen, und meine hypothese ist, dass es an der auflösung der gesellschaft im inneren, und der auflösung der regierung nach außen, in die unübersichtlichen gefilde der internationalen public private multilevel governance, liegt. die komplexität der zu erklärenden phänomene nimmt zu, die aufmerksamkeitsspanne der leserschaft nimmt ab.

beides ist aber kein ausschließliches internetphänomen, sondern findet dort nur seinen prägnantesten ausdruck.

herb ransom michaelsen August 8, 2013 um 18:59

haha, und das mit der auflösung der machtvertikalen und der befreiung vom joch der sauerländischen meinungsführerschaft ist ja wohl ein witz, oder?

das ist ja wie platons höhlengleichnis, aber mit internet.

BB August 8, 2013 um 19:14

“…. die bisweilen zwischen Elitedebatte und offener Psychiatrie liegen …..”

So isses! Genau dazwischen liegt das Qualitätsoptimum.

Den besten Beitrag zum Thema “Kommentarkultur”, den hab ich zuletzt hier gelesen:

http://medialdigital.de/2013/08/02/die-bessere-kommentarkultur-starkt-die-guten/

Es gibt tatsächlich mehr ‘technische’ Möglichkeiten, als mancher Journalist sie sich vorstellen kann, weil er von Technik keine Ahnung hat.

Das sage ich als Softwareentwickler.

Is ja so: Der Journalist kann die Entwicklung von Technik nicht extrapolieren. Er weiß nicht, wie man’s technisch besser machen könnte.

Und der Techniker, der habt meist keine Ahnung, wie man die eigenen Techniken so einsetzen könnte, dass sich die Diskussionskultur verbessert.

So kommen beide niemals nicht zusammen und es gibt seit Erfindung des Blogs und des SpOn-Forums vor gefühlten 20 Jahren keine diskussionstechnische Innovation mehr.

Allerdings sind die technischen Möglichkeiten durchaus vorhanden. Z.B. bestimmte Diskussionsformate, z.B. Kommentare können auch zu Blogpostings werden, wenn sich der Kommentator Mühe gibt (Beispiele: s. im verlinkten Artikel). Oder z.B. ausgeweitete Bewertungsfunktionen: z.B. Leser können Kommentarbeiträge nach ihrer Qualität bewerten.

Das erfordert Bewertungsfunktionen, die so eingestellt sein müssen, dass sie “gute Diskussionsbeiträge” hoch gewichten und nach oben schieben.

Also ist die eigentliche Frage, “Wie misst(!) man einen guten Diskussionsbeitrag?”. Gibt es eine Formel dafür?

Ja!

Das sage ich als jemand, der früher häufig eine eins im Aufsatz hatte.

Übrigens. Die Lösung dieses Problems kann nur von “radikalen Humanisten” kommen. Nicht von einem San-Franzisco-bekifften Diekmann und auch nicht von New-Age-Burda. Die ticken einfach falsch, als das sie auf die Lösung kommen würden. Übrigens auch nicht von Sascha Lobo. Und auch nicht von den vielen professoralen Kowi-Fröschen, die eigentlich für sowas bezahlt werden, aber noch nie was zum Thema geliefert haben, aber dick und feisst unsere Steuergelder verprassen.

Es geht aber. Das glaubt ihr mir nicht? Ihr werdet’s vielleicht erleben. Ich sag’s euch aber nicht und lass euch mit der Frage auf’m Trockenen sitzen.

War das jetzt ein “lunatischer Kommentar”?

Gibt es eine Metrik für “lunatisch”?

Morph August 8, 2013 um 19:58

@holger

“Was interessiert mich die Meinung aus dem Sauerland?”

Offenbar big time, sonst würdest Du nicht soviel posten, Herzchen. Du hast es ja mit einem eigenen Meinungsoutlet probiert. Leider nicht so erfolgreich. Hast das dann wegen fehlender Resonanz eingestellt. Drei vier Leser sind nichzt wirklich sexy, stimmt’s? Und bist dann wieder hier aufgeschlagen. Um Deine fantastische Meinung über die Welt auf dem Vehikel der Reichweite von Lübberding und Hütt zu verbreiten. Aber natürlich immer mit der selbstgefälligen Attitüde, dass the one and only holger weiß, was Sache ist. Und Hütt und Lübberding und alle anderen Idioten sind.

Zu und zu komisch, diese @Holgers, @Halbgotts, @Keynesianers, @Carlos Manosos, @petervonklosses, @rubys et tutti quanti.

Und natürlich stellt sich allen Mitkommentatoren regelmäßig die Frage, ob man in diesem Affenzirkus mitturnen will.

Das ist der historische Unterschied: Wir haben noch den Impuls, unsere Meinung zu sagen, aber uns fehlt die diskursive Szenerie, mit der wir uns identifizieren könnten. Das Risiko hat sich verschoben. Früher war es ein Wagnis, die eigene Meinung zu sagen, weil die Staatsmacht freie Meinungsäußerungen für eine Gefahr hielt. Heute ist die eigene Meinung nichts mehr wert.

Und genau dies dokumentieren die endlos faselnden Kommentarthreads im Internet.

holger August 8, 2013 um 20:24

Ich wusste doch, das mir was gefehlt hat :D

Morphi alles klar? Urlaub gut überstanden?

holger August 8, 2013 um 20:26

—>>> Aber natürlich immer mit der selbstgefälligen Attitüde, dass the one and only holger weiß, was Sache ist. Und Hütt und Lübberding und alle anderen Idioten sind.”

Man, endlich mal was los hier…

so solls sein… :D Reibung erzeugt Wärme… Carnot LOL

f.luebberding f.luebberding August 8, 2013 um 20:30

Ich habe übrigens keine empirisch gesicherten Erkenntnisse, warum ein Besucher diese Seite liest. Ich weiß auch nicht, warum sicherlich 80 Millionen Deutsche diese Seite nicht lesen, wobei Letztere etwas verpassen, wie es scheint … .

Jackle August 8, 2013 um 20:37
holger August 8, 2013 um 20:49

Ach so vergessen

—>>> Hast das dann wegen fehlender Resonanz eingestellt.”

Nöö, auf G+ verlagert iss einfacher dort ;)

wowy August 8, 2013 um 21:18

@Jackle
Großartig!
Nothing more to say.

Folkher Braun August 8, 2013 um 21:21

@holger: unser M. muss wohl im vierten Anlauf endlich den Gewindeschneide- Lehrgang bestanden haben. Diesen plötzlichen Bezug zur Realität muss er erst verkraften.

Carlos Manoso August 8, 2013 um 21:35

@Morph August 8, 2013 um 19:58
„natürlich stellt sich allen Mitkommentatoren regelmäßig die Frage, ob man in diesem Affenzirkus mitturnen will.
Das ist der historische Unterschied: Wir haben noch den Impuls, unsere Meinung zu sagen, aber uns fehlt die diskursive Szenerie, mit der wir uns identifizieren könnten. Das Risiko hat sich verschoben. Früher war es ein Wagnis, die eigene Meinung zu sagen, weil die Staatsmacht freie Meinungsäußerungen für eine Gefahr hielt. Heute ist die eigene Meinung nichts mehr wert.“

Morph, der Wert der eigenen Meinung –sofern sie zu einer Ware gemacht wurde- wird im Verlauf der 3. technologischen Revolution in etwa so vollständig entwertet werden, wie auch der Wert jeder andern x-beliebigen Ware entwertet einschließlich der Geldware selbst entwertet werden wird.

Was den meisten von uns dann am meisten zu schaffen machen wird, ist ein Zustand, in dem die TAUSCHLOGIK immer weniger gelten wird. Zum Beispiel würde eine Tauschlogik, dass die Leser einen guten Blogbeitrag mit guten Noten bewerten, woraus der Schreiber für sich selber ein Wohlbefinden saugt, immer schneller überflüssig werden. Es bliebe als Feedback einzig die Zahl der Leser, die den Text tatsächlich anklickten, als Quelle von Wohlbefinden übrig.

Je mehr sich im Internet der Wert einer eigenen Meinung entwertet, desto überflüssiger wird auch die Entwicklung entsprechender Geschäftsmodelle um zu entwickelnde Produkte herum. Obwohl die Fähigkeiten zum Datensammeln und -erfassen technologisch absolut ausgereift sein werden, wird die unternehmerische Kreativität zur kommerziellen Nutzung dieser Daten immer überflüssiger.

Es läuft also alles darauf hinaus, dass freie Meinung im Medium Internet künftig in etwa so geäußert werden wird, so wie jemand zum Beispiel ein- und ausatmet. Das ist natürlich definitiv nicht mehr vereinbar mit einer sich immer schneller selbst überflüssig machenden irrationalen ökonomischen Veranstaltung wie dem Kapitalismus.

wowy August 8, 2013 um 21:58

“In der österreichischen Medienszene hat sich eine Debatte über Diskussionen in Onlineforen entspannt”
Ist das österreicherisch? :-)

holger August 8, 2013 um 22:18

Folkher Braun August 8, 2013 um 21:21
@holger: unser M. muss wohl im vierten Anlauf endlich den Gewindeschneide- Lehrgang bestanden haben. Diesen plötzlichen Bezug zur Realität muss er erst verkraften.”

Ich bin mir immer noch sicher, dass er für M5 Innengewinde, nen 6ser Bohrer nimmt LOL :D

Kecker August 8, 2013 um 22:31

@ BB
“Es geht aber. Das glaubt ihr mir nicht? Ihr werdet’s vielleicht erleben. Ich sag’s euch aber nicht und lass euch mit der Frage auf’m Trockenen sitzen.”

*kecker* *lach*

Folkher Braun August 8, 2013 um 22:41

@holger: aber wenn die Schraube dann durchrauscht, ist schon mal eine leichte Annäherung an die Wirklichkeit erreicht. Das mit der Kanneluren- Schaftschraube und den Huck- Bolts kriejemer später.

Johanna Nepomuk Hummel August 8, 2013 um 22:47

lieber herr steinlechner! ich habe ihnen möglicherweise mehr als den 10jährigen altersunterschied an medienbeobachtung voraus. ich bin kein journalist und beneide sie nicht um ihren beruf. speziell im onlinejournalismus sehe ich das problem – sie sprechen das auch an – dass einerseits gefragt ist ein selbstbewusstes statement abzugeben zu was auch immer gerade in der welt passiert ohne selbst ein experte zu sein (denn journalisten können gar keine experten sein, ausser darin knackige schlagzeilen zu produzieren oder realistisch einzuschätzen was denn nun eine “geschichte” ist und was nicht). gleichzeitig müssen sie imstande sein das feedback der community mit maximaler toleranz und ruhe zu ertragen und vielleicht sogar noch mit leuten zu interagieren die ihnen zwischen den zeilen klar zu verstehen geben dass sie eben kein experte auf dem fraglichen gebiet sind. that’s a tough call. und ich denke im zeitalter des gesteigerten narzissmus resultieren daraus anforderungen an ihre charakterstruktur die kaum erfüllbar sein dürften. ich lese die in erster linie den online-standard, nicht wegen der abgeschriebenen artikel (nicht alle, manchmal sind gute selbst recherchierte dabei), sondern vorwiegend wegen des feedbacks der community. passiert ein fehler im artikel wird der umgehend von der community reklamiert. ja, der ton ist oft rüde und manchmal verletzend, denn meinungen sind wie a…löcher, jeder hat eine. und glaubt sich im recht. aber insgesamt liefert die community so viele zusätzliche information dass die eigentliche zeitung bloss noch schmückendes beiwerk ist oder als trigger der themen dient. ich teile weder die meinung der klarnamen anhänger, noch glaube ich dass die bevölkerung plötzlich böse geworden ist – das internet bringt einfach andere facetten der menschen zum vorschein. manchmal weniger vorteilhafte. aber so ist das halt, leben wir damit. es ist schon klar dass es für journalisten öfter schwierig ist adäquat auf schärfere postings zu reagieren. aber deshalb die meinungsfreiheit einzuschränken – in welcher form auch immer – , nur weil sich ein paar journalisten auf die zehen getreten fühlen, kann nicht die antwort sein. im gegenteil: ich bin froh dass alle nun sagen können was sie bewegt – mit oder ohne klarnamen.

Daniel Steinlechner August 8, 2013 um 23:15

Liebe Frau Nepomuk Hummel,
danke für ihr langes Und interessantes Feedback. Ich gehöre nicht zu den Verfechtern eines Klarnamenszwangs. In erster Linie weil jeder Tag beweist, dass es nichts ändert. Meinungen sind wie A…Löcher, wie sie es formulierten. Was uns fehlt ist eine Öffentlichkeit, wenn es die denn jemals abseits einer Idee davon gab, und daran ändert keine technische Maßnshme nichts. Auf Facebook und Co. werden tagtäglich Meinungen postuliert, die weder mit dem Steafgesetzbuch noch mit Menschenwürde vereinbar sind. Das ist aber offline nicht anders. Wie man Öffentlichkeit herstellen könnte, insbesondere als respektvollen und für Anregungen von Andersdenkenden offenen Austausch, das weiß ich leider nicht. Versuche wie wiesaussieht.de schätze ich sehr, aber auch hier funktionieren sie nur wenn man Sinnlosigkeiten und Irrsinn ignoriert. Finde aber die technischen Anregungen von BB sehr interessant. Vielleicht entwächst den nicht zynisch durchkalkulierten Projekten ja etwas, das als Grundlage für diskursive Begegnungen dienen könnte. Könnte das nicht ausschließen und mag nicht aufhören es zu hoffen.

Daniel Steinlechner August 8, 2013 um 23:19

@Morph finde die Überlegung sehr interessant. Was wäre die logische Folge daraus? Eine Echokammer in der einander Meinungen “anbrüllen” und sich doch nur immer selbst spiegeln? Was wäre eine Möglichkeit des Entrinnens aus diesem Kreislauf, außer die Wiederkehr von Heroität der Meinungsäußerung?

Daniel Steinlechner August 8, 2013 um 23:25

@herb ransom michaelsen: ich würde Ihnen da zustimmen, würde aber noch ergänzen, dass sich dadurch im Inneren die Weltanschauungen noch stärker abkapseln. Das Lunatische der Republikaner oder der europäischen Krisenbewältigungsstrategien ist ja kein Zufall, sondern vielleicht gerade Folge dieser gestiegenen Komplexität. Die Diskursverweigerung als Krisenbewältigungsstragie und stabilisierendes Element. Die Lüge die sich selbst nicht mehr glaubt (oder glauben kann) und gerade deshalb so unnachgiebig auftritt, wie die Frankfurter Schule das noch definierte.

Daniel Steinlechner August 8, 2013 um 23:35

@Schatten von Bel Ami: Sie verkennen völlig, dass das Geschäftsmodell DPA auf dem Geschäftsmodell Journalismus beruht. Die Agenturen sind Skelett und Rückgrat des Journalismus, ohne sie geht nichts. Aber das gilt natürlich auch umgekehrt. Brechen die Verwertungsketten zusammen, brechen auch die Agenturen zusammen.

Schatten August 9, 2013 um 00:11

@Daniel Steinlechner

“Brechen die Verwertungsketten zusammen, brechen auch die Agenturen zusammen.”

Nö, die eigentliche Nachricht ist immer vermarktbar – der Kommentar dazu nicht.

Deswegen kostet ein Boomberg-Terminal bzw. heutzutage die Bloomberg-Software ja auch pro Monat gehörig viel! [1]

Und die “Verwertungsketten” für “ordinäre” News? Wen es interessiert – da gibt es schon seit langem werbefinanzierte Umsonstzeitungen. Der Evening Standard ist z.B. die (!) Londoner Zeitung… Dank dem Oligarchen Lebedev. [2]

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Bloomberg_Terminal
[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Evening_Standard

Daniel Steinlechner August 9, 2013 um 00:21

@Schatten: In Österreich ist die APA eine Gesellschaft im Eigentum von Medien. DPA wird nicht vüdeutlich anders funktionieren. Imho ist Bloomberg als Internationaler Anbieter schwer vergleichbar.

Schatten August 9, 2013 um 00:32

Eben bei zerohedge gesehen: Eines dieser für unsere Zeit so typischen Videos. Fake halt… Aber wer weiß schon, wer was faked? Muslimbrüder, dass auf sie geschossen wird – oder ihre Gegner, die sie diskreditieren wollen, indem sie so tun, als seien sie Muslimbrüder, die so tun, als ob auf sie geschossen wird…

http://www.zerohedge.com/news/2013-08-08/muslim-brotherhood-best-straight-youtube-actors-money-can-buy

Eines nur ist sicher: Man kann niemandem wirklich trauen! Alle haben eine Agenda! Und alle sind irgendwo Gatekeeper! (Man soll sich da selbst nicht ausnehmen… so im Internetzeitalter)

Ach, aber ein Zweites ist doch noch sicher: Das Internet ist schneller.

PS @Daniel Steinlechner: Es stimmt natürlich: bei der dpa sind Kunden und Eigentümer identisch – wie bei der EZB :-)

Jackle August 9, 2013 um 00:39

Journalismus? Kommentare? Offline!

Spiegel Nr. 32

Die bequeme Republik

darin:

“Münterfering ist 73 Jahre alt und fast ebenso lange Politiker. Er hat unzählige Geschichten aus Parlament und Parteizentrale auf Lager, doch solche Anekdoten können viele erzählen. Eine Erfahrung aber macht Münterfering einzigartig, weil sie keine zweiter Politiker gemacht hat, sie nicht machen wollte: Er reformierte Deutschland in Zeiten der Selbstzufriedenheit.
Genosse Müntefering hat dem Land zweimal unpopuläre Maßnahmen zugemutet. 2003, gemein mit Gerhard Schröder, Kürzungen, Einschnitte, die soziale Härte der Agenda-Politik. Ein paar Jahre später, das Land war erschöpft, aber nicht mehr in Not, die Rente mit 67.
Anders als 2003 ging es Deutschland im Frühjahr 2006 wieder gut, die Wirtschaft brummte. Müntefering handelte, wie es in Lehrbüchern empfohlen, in der Praxis aber nie gemacht wird: antizyklisch. Reformen als Zukunftsvorsorge, wenn es dem Land gutgeht. “Vereinbart hatten wir die Sache gemeinsam”, sagt er. Mit Kanzlerin Angela Merkel in der Großen Koalition. Doch die Reform war unpopulär, Merkel schreckte zurück. “Sie hat mich mit der Reform allein im Regen stehen lassen”, sagt er, “Weil sie nicht mutig genug ist.”
Müntefering hat sich getraut, was sich Merkel nie traute. Damals nicht, heute nicht. Was sich kaum ein demokratisch gewählter Politiker je getraut hat. Er hatte den Mut, dem Land etwas zuzumuten, obwohl dem nicht der Sinn nach Veränderung stand, weil ihm das Wasser nicht bis ins ans Kinn reichte. Er reformierte, weil er es als seine Aufgabe ansah. Und für nachhaltig klug hielt.”

Weiter vorne im Heft:

“Als alter Presseman schreibt man nicht so schnell einen Leserbrief an eine Zeitung oder Zeitschrift. Positives schon gar nicht. Mir ist in diesen Tagen nahezu schmerzhaft deutlich geworden, was wir ohne den Spiegel tun würden. Der Casus Springer, oder besser Döpfner, ist von der allgemeinen deutschen Presse weitgehen zurückhaltend behandelt worden. Wenn ich dann auch noch die Hofberichterstattung in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” lese, bin ich doch dankbar, dass es euch gibt.”
Prof. Alfred Neven Dumont

Was würden wir nur ohne den Spiegel tun? Was würden wir wohl ohne den Spiegel tun? Was tut der Spiegel so ohne uns? Mir egal.

Die Lichter der Außenwelt gehen aus, wenn die Journalisten nur noch über sich selbst reden!

Lot August 9, 2013 um 05:31

Den On- und Offline-Journalisten ist immer noch nicht klar was wirklich passiert:
Dass sie bald das Schicksal der Radio- und Fernsehgeräte-Techniker teilen werden, der Beruf “Journalist” also schlicht aufhört zu existieren!
Journalisten werden in Zukunft so existieren wie z.B. Musiker. Die allermeisten betreiben es als engagiertes Hobby, wirklich leben können davon aber nur die Stars. Aber anders als bei den Musikern wird der Konkurrenzkampf unter all den Hobby-Journalisten viel extremer sein. Musizieren kann halt nicht jeder, einen Blog o.ä. schreiben aber schon.
Und da hilft es auch nichts sich einzureden dass all die Millionen von Hobby-Journalisten schlechtere Qualität liefern würden. Selbst wenn das so ist trifft das halt nicht auf alle zu, und es reichen schon Hundert oder auch nur Zehn unter den Millionen, die einfach besser sind als alle Broterwerbs-Journalisten, um den Beruf kaputt zu machen.

Wer heute als Journalist eine Familie durchzufüttern hat, sollte besser jetzt anfangen sich was anderes zu suchen, da planbarer Broterwerb mit Journalismus nicht mehr möglich sein wird.

Keynesianer August 9, 2013 um 06:17

Der Broterwerb des Journalisten bestand darin, dem Volk die Hucke voll zu lügen. Das haben die Journalisten auch mit voller Überzeugung und Inbrunst täglich betrieben.

Basis des Geschäfts war, dass jeder, der irgendwo Karriere machen wollte, wissen musste, welchen ekelhaften Unsinn man von ihm als persönliche Überzeugung und ehrliche Meinung zu verschiedensten Themen erwarten würde. Wer nicht bereit war, ständig auf der Schleimspur zu kriechen, war gesellschaftlich und beruflich schnell erledigt.

So wurden halt jede Woche die ZEIT gelesen und die FAZ und für ganz mutig einen kritischen Kopf simulierende Hanswursten der SPIEGEL. Da wusste man, was zu den jeweils aktuellen Themen im Gespräch mit Kollegen und Freunden als Meinung zu vertreten war.

Was gerade “in” war vor allem, denn die Herrschenden änderten immer mal wieder ihre Absichten und die Stiefel, die es zu lecken galt, standen immer wieder mal woanders. Und mal mussten die Stiefel von oben nach unten oder von unten nach oben geleckt werden. Was gerade angesagt war, erfuhr man durch den Qualitätsjournalismus, den es immer abonniert zu haben galt.

Inzwischen hat das Internet die meisten Lügereien aufgedeckt für alle, die sich die immer noch nötige Mühe machen, sich selber zu informieren. Früher war es sehr schwierig, wenn jemand wirklich die Wahrheit erfahren wollte. Daher konnten die von den herrschenden Interessen bezahlten Journalisten ihre Lügenmäuler frech aufreißen und jeden Widerspruch als lunatischen Unfug von Spinnern abtun.

Das geht heute nicht mehr, wird aber immer noch versucht. ;)

Florett statt Holzhammer August 9, 2013 um 08:23

@ holger

Viel zu pauschal oder besser völlig an der Wirklichkeit vorbei. Es gibt nicht DIE Medien und es gibt nicht Die Journalisten. Genau sowenig wie es Den Handwerker geht. Das sind Menschen und Unternehmen und keine Ziegelsteine. Menschen und Unternehmen sind unterschiedlich, 99 % der Ziegelsteine sind identisch.

“Das Winseln eurer Sparte ist ja ein Witz in Tüten. Geht zu der ARD oder ZDF wenn ihr ein bedingungsloses Grundeinkommen wollt, und dreht Rosamunde Pilcher oder den blauen Bock.”

Wenn es das staatliche Fernsehen in Deutschland nicht gäbe, hätte ich keinen Fernseher mehr. Ich sehe immer weniger TV. Fast nur noch Internet, aber wenn TV, dann WDR, Arte oder bestimmte Themen auf 3Sat. Privatfernsehen interessiert mich null. Wenn Du auch hier wieder behauptest, alle Sender seien gleich und würde nur das Volksmusikpublikum thematisch bedienen, dann wieder nur pauschal, unsachlich und Ausdruck von keine Ahnung.

Zum Thema Einschaltquote, wie die überhaupt ermittelt werden und Aussagekraft:

„Es stehen keine Boxen bei Ausländern. Jene 20 % der Deutschen, die keine GEZ bezahlen, werden nicht erfasst. Zweitgeräte werden nur zu einem Bruchteil erfasst, also auch kaum Jugendliche. Es gibt viele Schwachstellen. Warum die Werbewirtschaft das einfach so hinnimmt, ist mir ein völliges Rätsel. Ich habe mit vielen Verantwortlichen gesprochen, der Tenor lautet: es war schon immer so, es gibt nichts anderes.“ aus wikipedia

Erinnert mich auch an den Spruch von Gerhard Schröder und wie wichtig für ihn die Bams sei. Als ich früher in den Sommerferien zwischen “den” Malochern gearbeitet habe, habe ich “den” Bildzeitungsleser erlebt. In der Pause wurde Bild gelesen, weitergereicht und oft sich drüber lustig gemacht. Irgendwie komisch, sie kaufen die Bild, jeden Tag und machen sich im Kollegenkreis oft über die Artikel lustig. Darum war es für mich auch nicht verwunderlich, das zwischen der Zeitungslinie der Bild zu Anfang der Gutenbergkarriere und der Meinung ihrer Bildlesern -in einer Umfrage- Welten lagen.

http://www.youtube.com/watch?v=9eO6R5un9Yk

Na ja jedenfalls sind deine Beiträge zu 70 % in diesem polemischen weil verallgemeinerten Stil. Du hast oft den richtigen Ansatz, originelle Ideen, aber machst es dir kaputt, durch dein einfallsloses pauschalisieren.

@ Keynesianer

“Der Broterwerb des Journalisten bestand darin, dem Volk die Hucke voll zu lügen. Das haben die Journalisten auch mit voller Überzeugung und Inbrunst täglich betrieben.”

PR Journalismus, Gefälligkeitsjournalismus, Hofberichterstattung,… alles richtig und dennoch nicht fair gegenüber Journalisten wie Jens Berger, Friedrich Küppersbusch, Hrant Dink, Ulrike Herrmann, Klaus Bednarz oder Deniz Yücel.

Hatte z.B. Anna Politkowskaja in ihren Reportagen gelogen? Einer wie Deniz Yücel vertritt eine Meinung die grade in ist? Friedrich Küppersbusch ist angepasst und Ulrike Herrmann ist Teil des Mainstreamjornalismus im Bereich Wirtschaft? War Hrant Dink feige und ist Klaus Bednatz wohlfeil und gefällig?

@ all

Warum sollen Journalisten kein Geld verdienen dürfen? Wenn weiter oben gesagt wird, das es ok ist wenn ein z.B. Tischler für sein Handwerk entlohnt wird und Journalisten verdächtig sind, die von ihrem Job auch irgendwie leben müssen. Warum dürfen arbeitslose Techniker jammern, während arbeitslose Journalisten ihr Maul halten sollen?

Nicht jeder Journalist steht auf der Gehaltsliste eines Medienkonzerns und in Deutschland haben wir NOCH keine gleichgeschaltete Presse wie unter Nazis oder Kommunisten oder Religionsfaschisten. Zum Teil ist die Debatte hier über mir eine Luxusdebatte, im Vergleich zu EU – Ländern wie Ungarn oder Österreich ( einmalig in der westliche Welt mit der Konzentrierung mit die Kronenzeitung ).

Ps.:

Nukleus August 9, 2013 um 08:33

” …die endlos faselnden Kommentarthreads im Internet”

Zwischendrin findet man immer mal wieder eine Informationsperle. Der Rest? Datenballast für BndNsaPrismXkeyscore…

In diesem Sinne Danke, Herr Venus, für Ihren Beitrag.

wowy August 9, 2013 um 08:40
wowy August 9, 2013 um 08:55

@Daniel Steinlechner
Es wäre sehr schön, wenn sich die Journalisten den drängenden Fragen zuwenden würden. Die seit Jahren fruchtlos geführte selbstreferenzielle Debatte, mag wirklich niemand mehr hören.
Der Zustand der Welt ist auch deshalb so, weil viele Journalisten ihrem hehren Ziel, 4. Gewalt zu sein, schon lange nicht mehr nachkommen.
Die “Debatte” von Cordt Schnibben ist ein uralter Hut. Ich dachte erst es ist Satire. Im Blog “Stilstand” ist dazu alles gesagt worden.
Kümmert Euch um Inhalte, recherchiert gut, seid unabhängig, habt Mut eine eigene Meinung zu vertreten und werdet Eurem eigenen Anspruch gerecht. Und vor allem erzählt uns nicht alle 3 Tage wie schwer Ihr es doch habt! Und wenn Ihr vom Kommentariat genervt seid, dann stellt die Kommentarfunktion ab. Dann sieht man wenigstens, dass Ihr nicht kommunizieren wollt. Und wenn Ihr Erkenntnisse, die Euch das Kommentariat zuliefert verwendet, dann habt die Größe dazu zu stehen.

P.S.: Es muss eigentlich “entsponnen” heißen. Ich fand
“entspannt” amüsant, weil die Diskussion in Österreich ja offensichtlich alles andere als das ist ;-)

keiner August 9, 2013 um 08:55

Dieses Internet-Dinx mit seinen Fohren ist die Schundzeitung der Men in black, wenn man was über Außerirdische erfahren will, kommt man nicht drumrum, das “alles-wird-gut” Geklingel der Systemmedien ist unerträglich geworden, wie die Kapelle auf der die Titanic, die bei 20° Schräglage immer noch zum Walzer aufspielt, allerdings mit immer kreischenderem Ton, um das unüberhörbare Bersten der Druckschote einer ganzen 2000-jährigen Kultur zu übertönen und als notwendige Einsätze des Schlagzeugs auf dem Weg in eine ewig-unumkehrbare-bessere Zukunft erscheinen zu lassen.

In diesem Sinne: Hoch die Tassen!

holger August 9, 2013 um 09:30

@Florett anstatt Buche

“Na ja jedenfalls sind deine Beiträge zu 70 % in diesem polemischen weil verallgemeinerten Stil. Du hast oft den richtigen Ansatz, originelle Ideen, aber machst es dir kaputt, durch dein einfallsloses pauschalisieren.”

Ach nicht schlimm, ich verdiene mein Brot mit anderen Dingen… bin was das betrifft unabhängig, ich kann, wenn ich will auch anders. Betrifft aber nicht das, was jetzt kommt.

Tja, ich habe mir nochmals den Gastbeitrag durch gelesen. Und auch mal festgestellt, dass der Autor erst 30/31 Lenze ist. Das ist nicht abwertend gemeint, kann ja keiner was dazu, wie alt er ist.

Das was er beschreibt, hat der Maschinenbau/Industrie eben schon vor rund 25 Jahren durchgeführt. Die Digitalisierung CAD CAM usw usf hier haben sich Analog und Digital schon arrangiert. Und es wurden heftigste rohe lunatische Debatten auch über Kanban und Kaizen abgehalten. Arbeitsplätze weg gestrichen, und nur die Spezialisten wurden gehalten. Sollte man mal mit dem Journalismus vergleichen. „Vorsprung durch Technik“. Der unterschied ist der, dass man im Maschinenbau sich und anderen nicht ständig die Hucke volllügen kann, jedenfalls nicht ungestraft.

Und nun kommt der Krux mit Klarnamen im Kommentarbereich ja oder nein. Nö, gar nicht wichtig. Es müsste ein Klaralter angegeben sein. Warum? Nun, seitdem ich weiß, dass der Autor eben 30/31 ist, vielleicht auch noch junger Vater, sieht man doch seine Ängste und Nöte aus anderen Blickwinkel. Ihm fehlt es wie vielen anderen auch, vermutlich an einer greifbaren Perspektive, wie die Zukunft aussehen könnte, und wie er denn nun den Wandel selber überleben wird. Werden die alten analogen Platzhirsche ihn, den online Jüngling, nicht vom Platz verdrängen wollen?

Auch hier ein kleiner Blick auf die Industrie, wenn es zu Massenentlassungen kommt, gibt es eine so genannte Sozialauswahl oder Sozialplan. Das nur nebenbei erwähnt.

Die Debatten gleiten mir zu schnell ins Verrückte ab. Der missionarische Eifer fehlt mir und Robert Misik hat schon recht, dass sich bei allzu vielen Verrückten an einem Ort, die Vernünftigen schnell ausklinken.

Und hier beginnt der eigentliche Fehler, das Sortieren in Verrückt und Vernünftig. Ich möchte mal wissen, wie man sich mit 30/31 Lenzen auf einer öffentlichen Plattform, das leisten kann. Wenn Misik das so angedeutet hat, naja.

Das Problem, was ich sehe, ist die fehlende Streitkultur. Stichwort „Wut-Bürger“. Bürger die es einfach satt haben, öffentlich belogen und betrogen zu werden. Dazu muss man aber erstmal erkennen, dass man belogen und betrogen wurde. Die einen mehr die anderen weniger.

Ist es denn so verwunderlich, wenn belogene betrogene Menschen mit was für einen Schulabschluß auch immer, die rohe Verständliche Sprache vorziehen, weil ihnen das hochnäsig daherkommende auf den Sack geht, oder nicht verstanden wird?

Wie sollen sich denn diese Leute auch bemerkbar machen?

Über genau dieses Thema haben wir (einige wenige) von G+ mit den Online Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt persönlich gesprochen, die auch FB füttern.
Da sind die Kommentare in Zeitungen harmlos dagegen, was dort abgeht. Ob das nun sein muss, keine Ahnung, anscheinend ja.

Wenn also die Vorgabe wie bemängelt in der Streitkultur liegt, dann kann ein Online Portal eben nicht online sein, oder sperrt die Kommentarfunktion. Dann wird das Thema eben wo anders angegangen.

Wer als Journalist sich darüber aufregt, über die Streitkultur, die seiner Meinung nach rott ist, und er nur hoch intellektuelle Gesprächspartner im Netz erwartet, iss doch ganz einfach, neben der Realität aufgewachsen.

Morph August 9, 2013 um 09:35

@Daniel Steinlechner

“Was wäre die logische Folge daraus? Eine Echokammer in der einander Meinungen “anbrüllen” und sich doch nur immer selbst spiegeln?”

Ich finde schon. Für mich war eine der interessantesten Erfahrung, die Sogwirkung des Online-Kommentierens zu erleben und sich an manchen Tagen epische Battles mit anderen Anonymussen zu liefern. Z.T. heftig geführte Auseinandersetzungen, die mit Abstand betrachtet etwas lächerlich wirken, da im Grunde nichts auf dem Spiel steht als die Selbstbilder von irgendwelchen unbedeutenden Prachtkerlen. – Wobei es ja nicht nur das Anbrüllen gibt, sondern auch den Ringelpiez mit Anfassen. Auch nicht wirklich schön.

“Was wäre eine Möglichkeit des Entrinnens aus diesem Kreislauf, außer die Wiederkehr von Heroität der Meinungsäußerung?”

Wiederkehr? Ich glaube, dass ein Journalismus, der aneckt und Risiken eingeht, seit den Anfangstagen der Presse eine Seltenheit gewesen ist und auch immer bleiben wird.

Noch ein Gedanke zur Problematik, dass der journalistische Anspruch, das Tagesgeschehen einzuordnen und Debatten anzuregen, zwischen Aktualitätswahn und Shitstorm zerrieben wird: Ich glaube, dass Journalisten, die sich in dieser Dynamik behaupten wollen, sehr viel stärker als früher als Personen hervortreten müssen, und das bedeutet vor allem, einen klar erkennbaren Personalstil der Schreibe und ein klar erkennbares Themenprofil zu entwickeln. Die Lage für Jounalisten wird prekärer werden, weil die Zeit der identitätsstiftenden Verlage und Presseunternehmen wohl vorbei ist; zugleich wird sie aber auch chancenreicher, weil man sich mit sehr viel persönlicheren Formen zur Geltung bringen kann. M.E. sind Leute wie Friedrich Küppersbusch oder Stephen Colbert zukunftsweisend.

Hardy August 9, 2013 um 11:02

“Dazu kommen aber auch andere: Weiß der Leser mehr als ich?”

Kurz und knapp: Ja. Immer. Das ist pure Mathematik.

Hinzu kommt, dass Journalisten tagtäglich eine solch große Menge unqualifizierten Unsinn verzapfen, dass man vom Lesen einen Hirntumor bekommt. Kaum ein Artikel ohne sachliche Fehler, meist auch mit dämlichen Rechtschreibfehler, selbst bei SZ und FAZ (seid/seit; das/dass etc.). Hinzu kommen hochnäsiges Sendungsbewusstsein, freches Anlügen der Leser, dümmste (!) Manipulation. Die Presse ist keine vierte Macht mehr, sie ist ideologischer Steigbügelhalter. Vermutlich war sie nie etwas anderes. Gäbe es nicht die Zwangsabgabe namens GEZ, auch der öffentliche Rundfunk wäre (ebenfalls zurecht) längst pleite.

Beispiel gefällig? Der kleine Ackermann wird selbst von der Süddeutschen – die FAZ ist in diesem Fall eh’ unzurechnungsfähig – nach wie vor “Top-Manager” bezeichnet, der “sich schämen würde Geld vom Staat zu nehmen”. Ackermann allerdings hat den Aktienkurs der DB, mithin das Vermögern der Aktionäre, in seiner Amtszeit halbiert. Zudem hat Bloomberg schon längst belegt (1), dass die DB rund 62 Mrd. US-$ Notkredit von der FED bekam.
Reaktion der deutschen Qualitätsjournaille (TM)? Nichts. Null. Der (deutsche) Leser wird mit Absicht dumm gehalten. Wer so mit seinen Kunden umgeht, stirbt.

(1) http://www.bloomberg.com/data-visualization/federal-reserve-emergency-lending/#/overview/

Oh, und bitte keine dümmlichen Kommentare, dass die FED ja nicht der Staat sei. Danke.

Keynesianer August 9, 2013 um 11:08

@Florett statt Holzhammer

Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ahnst Du gar nicht, was der Unterschied zwischen der Wahrheit und den von Dir gerühmten ÖR-Programmen und den Journalisten von Jens Berger bis Deniz Yücel (kenne ich nicht) wäre. Die Ulrike Herrmann ist ganz sicher Teil des Mainstreamjournalismus und kommt ja auch aus der Körber-Stiftung und der Henry-Nannen-Schule (da lachen ja die Hühner).

Aber Du ahnst es sicher nicht, was sie wirklich schreiben müsste, wenn sie die Wahrheit schreiben wollte. Die TAZ ist mir übrigens noch ganz lebendig in Erinnerung aus den 80er Jahren, als da kein Wort der Kritik über die Hochzinspolitik als Ursache der mörderischen Krise zu lesen war, stattdessen aber wegen Öko auf gar keinen Fall eine keynesianische Politik der Ankurbelung der Konjunktur betrieben werden sollte, weil das Wachstum doch so schlecht für die Umwelt wäre und der menschliche Konsum nur die Erde(Gaia) zerstört.

Zum Ausgleich darf die TAZ dann etwas höhere Sozialausgaben für die Opfer der Krise fordern, aber nur, wenn wir die Grenzen für die Armutsflüchtlinge aus aller Welt aufmachen vorher … ;)

Hardy August 9, 2013 um 11:09

@Florett statt Holzhammer:

“PR Journalismus, Gefälligkeitsjournalismus, Hofberichterstattung,… alles richtig und dennoch nicht fair gegenüber Journalisten wie Jens Berger, Friedrich Küppersbusch, Hrant Dink, Ulrike Herrmann, Klaus Bednarz oder Deniz Yücel. ”

Die berühmten Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Sonst nichts.
Hör’ Dir mal an, was die Weltspezialexperten des WDR tagtäglich in die Mikrophone göbeln zum Thema Prism, BND oder Snowden. Warum? Weil die Rundfunkräte entweder von der SPD oder der CDU beherrscht werden, und beide ihre Krabbelfinger in den Festplatten haben.

h.huett August 9, 2013 um 12:06

Holger

Dann vergleich doch mal – als ökonomischen Boden der Tatsachen – die Rendite der erfolgreichsten deutschen Maschinenbauer mit der Rendite der von Springer verkauften Tageszeitungen. Fällt Dir was auf? Nein? Dann kannst Du weiter vor Dich hin murmeln.

loge666hahaha August 9, 2013 um 12:14

@ Florett statt Holzhammer

das ist die 100% fraktion hier: alles was nicht stalinistisch genug oder nichts mit nazis zu tun hat, wird nicht ernst genommen.

das fantasieren von bösen massenmedien und ihren geheimen lenkern im hintergrund.

loge666hahaha August 9, 2013 um 12:19

@ Hardy

und wer guckt sich das an? wie viele schauen sich die tv nachrichten, egal ob privat oder öffentlich, noch an?

@ Keynesianer

alles systempresse. schon klar. dazu passt ja auch dein begriff von der lügenpresse.

loge666hahaha August 9, 2013 um 12:23

@ holger

du regst dich darüber auf, das in der veröffentlichten meinung ein begriff wie wutbürger benutzt wird.

in deinen kreisen wird doch das selbe mit gutmensch gemacht.

also eigene nase!

loge666hahaha August 9, 2013 um 12:27

@ h.huett

maschinenbauerrendite / springerpresserendite. fakten statt fiktionen. aber fiktionen sind eben viel unterhaltsamer und lustiger gelle @ holger.

holger August 9, 2013 um 12:30

huett

—>>> die Rendite der erfolgreichsten deutschen Maschinenbauer mit der Rendite der von Springer verkauften Tageszeitungen. Fällt Dir was auf? Nein? Dann kannst Du weiter vor Dich hin murmeln.”

Völlig nebensächlich… es geht um das Prinzip.

Wenn ich die Rendite (die tatsächliche) über Jahre hinweg nehme, incl. weltweiten Patentrechten, dann kann ich das nicht vergleichen.

Du kannst mir aber auch gerne, die Rendite von Zuse oder Daimler ausrechnen, wenn de Lust darauf hast.

holger August 9, 2013 um 12:31

666

—>>>du regst dich darüber auf, das in der veröffentlichten meinung ein begriff wie wutbürger benutzt wird.”

Wie wäre es mit Lesen? zu schwer?

Gruß

999

Hardy August 9, 2013 um 12:35

@huett

“Dann vergleich doch mal – als ökonomischen Boden der Tatsachen – die Rendite der erfolgreichsten deutschen Maschinenbauer mit der Rendite der von Springer verkauften Tageszeitungen. Fällt Dir was auf? Nein? Dann kannst Du weiter vor Dich hin murmeln.”

“Dann vergleich doch mal – als ökonomischen Boden der Tatsachen – die Umsätze der erfolgreichsten deutschen Maschinenbauer mit der Umsätze der von Springer verkauften Tageszeitungen. Fällt Dir was auf? Nein? Dann kannst Du weiter vor Dich hin murmeln.”

loge666hahaha August 9, 2013 um 12:36

ich lese sogar deine kommentare.

loge666hahaha August 9, 2013 um 12:39

zb das du connections zu tausenden von arbeitslosen, supadupa ex kollegaz hast, die alle nicht heulen, wie die weicheier aus der presse. watt für harte jungs.

holger August 9, 2013 um 12:43

666

—>>>zb das du connections zu tausenden von arbeitslosen, supadupa ex kollegaz hast, die alle nicht heulen, wie die weicheier aus der presse. watt für harte jungs.”

Nein, keine harten Junx, sondern mehrere Familien, denen außer HIV und Ruin nichts geblieben iss.

999

holger August 9, 2013 um 12:45

666

deren Schicksal der 4. Gewalt am Arsch vorbei geht… nun gehts der 4. Gewalt mal selber anne Kragen, und sie halten sich für so unersetzlich, wie Gott himself… arme Buben…

999

westernworld August 9, 2013 um 12:50

ich glaube der herr steinlechner hat den schuß immer noch nicht gehört das hat er mit leuten wie wolfgang michal in deutschland gemein.

es geht nicht darum das man kommentare anders behandelt oder das redaktionen nicht mehr zwischen on und offline unterscheiden oder darum das den zeitungen die abonnenten wegsterben und sich die kinder nicht mehr dafür interessieren.

es geht darum das den printmedien im allgemeinen und den tageszeitungen im besonderen das ganz basale knappheitsgeschäftsmodell implodiert ist.

print ist tot und print online ist online tot.

der grundlegende sachliche zusammenhang aus vertriebs und erölsform die in rubriken und ressorts gegliederte zeitung ist obsolet geworden.
es gibt keinen vernünftigen grund mich an der selben stelle über sport wie über politik oder wirtschaft zu informieren.

es ist auch vollkommen egal ob es das was da geschrieben wird noch leser findet, es findet keine anzeigenkunden mehr.

es geht darum das die institution zeitung oder publikumszeitschrift weitgehend verschwinden wird und mit ihr ganz grundsätzlich der journalismus wie wir ihn kennen.

ich habe nicht das gefühl dass das bei den journalisten die an dieser debatte teilnehmen wirklich angekommen ist und das ist auch verständlich.

es geht nicht um einen umbau oder eine renovierung.
es geht um den totalabriß aller bestehenden strukturen und zwar bei allen medien.

es trifft diese zunft wie den ossi die wende.

p.s. springer will auch niemandem zeigen wie man online journalismus macht sondern wie man online verkauft, am liebsten ohne lästigen journalismus.

p.p.s. nahm mit verwunderung und erschrecken herrn steinlechners geburtsdatum am ende des textes zur kenntnis, hätte dem text nach eher auf einen mittfünfziger getippt. das ist nicht hämisch gemeint.

loge666hahaha August 9, 2013 um 12:59

hiv? 4.gewalt kann doch auch vieles aus dem internet sein. früher jack anderson, heute edward snowden.

nur die die sich nie festlegen und immer an allem watt zu meckern haben, besserwisserisch und die allgemeinheit für dumm, leicht zu manipulieren und das volk grundsätzlich für naiv halten, könns doch selber nicht besser. mein da dich nicht, sondern so arroganten habitus wie den von @ hary und @ Keynesianer.

Hardy August 9, 2013 um 13:01

Wenn ich den 666 so lesen, glaube ich, dass das Heise-Syndrom hier langsam Eingang findet: Freitag Nachmittag ist die Zeit der Trolle.
Der ist für Dich: >

Hauke August 9, 2013 um 13:05

Daniel Steinlechner

Also wenn mir jemand auf den Teppich im Wohnzimmer pisst, dann wird das weggewaschen, die Type vor die Tür gesetzt und wenn sie das nächste mal wieder rein will, bleibt der Riegel unten. Wie die Leute sich nennen, die bei mir im Wohnzimmer diskutieren, ist mir eigentlich egal, so lange sie mir nicht auf den Teppich pissen. Die Idee des Klarnamenszwang und der Kommentierung nur nach Anmeldung entstand ja nicht, weil sich jemand gedacht, man müsste die Debattenkultur verbessern, sondern weil die Verbesserung der Debattenkultur möglichst günstig zu haben sein sollte, nämlich kostenlos. Das wird aber nicht funktionieren. Wenn die Medien gute Debatten haben wollen, müssen sie Ressourcen abstellen, die die Debatte moderieren. Also, die Pisse vom Teppich runterwaschen und die Typen vor die Tür setzen. Moderation, die schließlich Zeit und Geld kostet, ist ja auch ein Zeichen von Wertschätzung für die Debatte. Das heißt, so lange die Medien nicht anfangen, Ressourcen aufzuwenden, um die Debatte zu moderieren, so lange gehe ich davon aus, dass den Medien die Debatte so viel wert ist, wie Pisse auf dem Teppich. Und ich diskutiere dann eben lieber woanders.

loge666hahaha August 9, 2013 um 13:09

eben ein kulturpessimist.

spd und cdu lenken unsere meinung über den ör?

mach doch ne soli kundgebung für netzfreiheit. da kommen dann 3 hanseln und das wars. nicht das ich das toll finde, aber für deine gewünschte kritische-, sachliche berichterstattung interessiert sich kein schwein. wäre schön wenns anders ist.

Morph August 9, 2013 um 13:09

@Hauke

12 Punkte!

Hardy August 9, 2013 um 13:21

Ein weiteres kleines, aber feines, Beispiel aus der FAZ von heute:

“Denn das Gasnetz in Deutschland ist mit 500.000 Kilometern riesig, seine Speichermöglichkeiten von Energie zweimal so hoch wie die des Stromnetzes.”

Hanebüchener Unsinn: Das Gasnetz kann tatsächlich reichlich Gas = Energie speichern, über die sog. Netzatmung. Das Stromnetz kann hingegen nichts* speichern. Gespeichert wird als Dampf, als Rotation der Generatoren und Turbinen, in Form von Pumpspeicherkraftwerken – beispielsweise. Nicht jedoch im Netz selbst. Ein himmelweiter Unterschied, den der Autor einfach nicht verstanden hat. Ab dann lese ich schon nicht mehr weiter.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiepolitik/oekostrom-wie-der-windstrom-in-das-gasnetz-kommt-12452583.html

*) wenn man von extrem kleinen kapazitiven/induktiven Vorgängen absieht, bspw. in Trafos.

holger August 9, 2013 um 13:32

Hauke August 9, 2013 um 13:05

Dann kann man sich auch selber gleich in den Arsch reinkriechen… wenn ma nur hören will SUPER HAUKE

Dann sucht euch doch einen Ort, wo eures gleichen ungestört rum palavern kann…

Geht doch in die Geheimkammern…

Warum macht ihr das nicht, und guckt in die Gosse denn rein?

Warum macht ihr denn das Gequake öffentlich zugänglich?

Dann soll sich Morph und Konsorten eben wo anders die hucke voll schleimen…

Wo liegt das Problem?

This is the Edge

holger August 9, 2013 um 13:35

Dann soll der Journalismus einfach sein Maul halten… wenn er nicht öffentlich zugänglich sein will.

Wer pisst denn rum auf dem Teppich? Dummes Pack, was keine Ahnung hat?

Man man man dann sollen sich alle selber mit Weihrauch einnebeln und gut iss, es zwingt doch keiner den anderen öffentlich zu sein, aber dann von Pisse reden.

hauke-gegner August 9, 2013 um 13:37

@Hauke

was machst du eigentlich, wenn sie auf deinen teppich kacken?
lüftest du anständig?

loge666hahaha August 9, 2013 um 13:47

klarnamenzwang im netz nur in ländern wie südkorea, wo fast jeder 2. oder 3. mit familiennamen kim oder song heißt.

loge666hahaha August 9, 2013 um 13:49

außerdem. wer eh dämlich ist, der bleibt auch mit klarnamen im internet dämlich. bestes beispiel facebook und was da die leutz so alles einstellen über sich.

holger August 9, 2013 um 14:03

Und dann frage ich mich, warum Ihr Helden nicht so eine Plattform wie der Dörk aufziehen könnt?

http://www.cashkurs.com/

Klappt wohl nicht, fehlt wohl die Ausbildung dazu…

Da wird Pisse im Abo geklärt…

keiner August 9, 2013 um 14:05

Steht so unter “Wirtschaftswoche” in meinem Newaggregator:

“Warum Deutsche auch ohne Zinsen sparen”
“Der Kapitalismus funktioniert auch mit Blöden”

Fast möchte man sagen: Kapitalismus funktioniert NUR mit (98%) Blöden. Und beschreibt den Grund für das Wegsterben der Leser. Wenn GZSZ massenhaft wichtiger ist, als Ägypten, Afrika, China whatsoever, dann, ja dann…

hauke-gegner August 9, 2013 um 14:05

“In der österreichischen Medienszene hat sich eine Debatte über Diskussionen in Onlineforen entspannt. ”

Der erste Satz von steinlechner.
wozu deutsche sprache lernen. braucht man nicht. oder?
ich jedenfalls lese dann nicht mehr weiter.
steinlechner – deutschkurse gibt es doch an jeder vhs.

f.luebberding f.luebberding August 9, 2013 um 14:09

holger

Börsenbriefe gab es schon immer, ob gedruckt oder online ist völlig egal. Ein Teil des Geschäftsmodells beruht übrigens auf der Möglichkeit vieler Abonnenten zur steuerlichen Absetzbarkeit als Betriebsausgabe.

Hardy August 9, 2013 um 14:16

@luebbe:

Nur weil ich etwas “absetzen” kann, kaufe ich es? Seltsame Idee.

Dann würde ich doch einfach mehr Leute beschäftigen, das sind auch “Betriebsausgaben”!?

Hardy August 9, 2013 um 14:18
holger August 9, 2013 um 14:19

f.luebberding August 9, 2013 um 14:09
holger

Börsenbriefe gab es schon immer”

Und? Wo iss der Unterschied zum Horoskop in der “BILD” oder zum Soduko inner “FAZ”?

Es geht darum, getippseltes in Goldbarren zu verwandeln oder nicht?

So, damit der tippsler auch davon in Zukunft noch leben kann, und Altersvorsorge betreiben möge.

@Hardy August 9, 2013 um 13:21

bei so was, schüttel ich auch nur den Kopf…

Hardy August 9, 2013 um 14:25

@Holger

Das Problem ist doch: Extrapoliert man die Fehler die man sieht auf die Artikel von denen man keine/weniger Ahnung hat, muss man gar keine Zeitung mehr lesen.

Mir persönlich hat der Möllemann – Gott hab ihn selig – einmal gesagt dass nirgendwo soviel gelogen wird wie in der Zeitung. Das ist bestimmt 15 Jahre her. Inzwischen weiß ich: Er hatte Recht.

hauke-gegner August 9, 2013 um 14:37

“Welche Anbieter von Lebensversicherungen sind solide und werden auch in 30 oder 40 Jahren noch existieren? ”

Holger Zschäpitz weiß die antwort.
unseriöser geht es nicht. ein beispiel für dummes gerede der zeitungsfuzzis. ein blick in die kristallkugel bringt mehr.

http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article118840145/Diese-Lebensversicherungen-sind-noch-stabil.html

h.huett August 9, 2013 um 14:45

Hauke

Diese Ansicht teile ich – und versuche mit meinen bescheidenen Mitteln genauso, meine Maßstäbe einer guten Diskussion anzuwenden.

Marlowe August 9, 2013 um 14:48

Westernworld meint print wäre tot.

Nungut, Bekenntnis eines Westfalenblatt-Abbonenten:

Grundsätzlich lese ich die Zeitung von hinten nach vorne, bzw. erst die Todesanzeigen. Der Abgleich des durchnittlichen Sterbealters mit meinem persönlichen verrät mir, ob es sich noch lohnt, die Stellenanzeigen durchzuarbeiten. Inzwischen kommt es vermehrt vor, daß es sich nicht mehr lohnt.

Google und Xing mit den Daten der Verstorbenen gefüttert liefert Hinweise auf mögliche freigewordene Stellen. Praktisch.

Dann sind die Kleinanzeigen dran.

Anschließened wird jede Beilage ausgiebig studiert um zu entdecken, was mir alles entgeht. Pralles Güterangebot und keine Möglichkeit daran teilzuhaben. Klappt nicht mit der Allokation.

Da kann ich mir den Wirtschaftsteil schenken (weil Schnee von gestern) und arbeite noch den Lokalteil durch.

Anschließend wird das Ganze noch in Streifen geschnitten und fein säuberlich neben dem Toilettensitz gestapelt. Versucht das mal mit der Online-Version.

Gruß

M.

holger August 9, 2013 um 14:49

@Hardy August 9, 2013 um 14:25

was mich richtig ankotzt ist:

Da wühlt man sich im Leben durch Verordnungen Gesetze etc.pp. erhält Genehmigungen für was auch immer, muss auch noch für das, was man schreibt (technisch) zB CE Zeichen, Hals und Kragen hin hängen.

VDS VDI VDE

und da kommen Leute, und meinen mit Pinsel und Feder, all das in 2 Minuten erklären zu können. Oder evtl. alles sogar noch Rhetorisch.

Dann erklärt man ihnen auf wohlwollende Art und Weise, dass sie daneben liegen, und was iss dann? Dann iss das auch noch Pisse.

Und mit was einer Selbstherrlichkeit dann noch gemault wird, iss erstaunlich.

Diese jungen “Burschen” sind doch gar nicht in der Lage, was zu hinter fragen. Woher sollen sie das denn auch haben?

Erkläre mal einen, das Strom nicht fließt… der hält dich doch für verrückt… :D

hauke-gegner August 9, 2013 um 14:55

f.luebberding August 9, 2013 um 14:09

ja, ist irgendwas steuerlich absetzbar – schon ist es verkauft.
diese und andere weisheiten liest man oft bei euch “auskennern”.
die welt ist so einfach als journaillen-mitglied.
alles wird auf erklärbär-niveau vermittelt.
aber meistens falsch und weit von der wahrheit entfernt.

hauke-gegner August 9, 2013 um 15:31

Weil er als “Puffgänger” beschimpft wurde, wollte “Spiegel”-Journalist Matthias Matussek die Ausstrahlung von Kurt Krömers “Late Night Show” verbieten lassen. Die Richter wiesen die Klage ab.
http://www.stern.de/kultur/tv/kurt-kroemers-late-night-show-puffgaenger-scheitert-vor-gericht-2049188.html

Morgen abend unbedingt gucken! Ein Journalist wird enttarnt. ;-)

Linus August 9, 2013 um 16:25

“Das heißt, so lange die Medien nicht anfangen, Ressourcen aufzuwenden, um die Debatte zu moderieren, so lange gehe ich davon aus, dass den Medien die Debatte so viel wert ist, wie Pisse auf dem Teppich.”

Interessanter Satz. “Die Medien” – wer ist das hier? Das könnte man länger diskutieren, ich kürze es mal aufs Wesentliche ab:
Idealerweise wäre im Normalfall der Autor auch der Moderator, es bestünde eben KEINE personelle Trennung/Arbeitsteilung zwischen beiden.

Dies bedeutet aber eine beträchtliche Erweiterung des journalistischen Aufgabenfeldes/Berufsbildes, nämlich weg vom Nur-Berichterstatter, Nur-Rezensenten, Nur-Broadcaster zum Moderator eines möglichst produktiven interaktiven Diskurses. Vor diesem Hintergrund ist es dann auch nicht schlimm und sogar begrüssenswert, wenn Leser sich als besser informiert erweisen und dieses Wissen in die Debatte einbringen.

Die Aufgabe des Journalismus verschiebt sich also weg von der ursprünglichen Funktion der Recherche und Berichterstattung
hin zu einer sozialen Rolle der Motivation und Moderation. Solche Jobs sind in aller Regel schlecht bezahlt, da ihr Wert in erster Linie gesellschaftlicher Natur ist. Er lässt sich kaum in Zahlen ausdrücken und wird daher schnell als überflüssig abgetan. Mir scheint dies entfernt vergleichbar mit dem Bereich Bildung. Nicht von ungefähr ist Schule staatlich organisiert.

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Journalisten unter diesen veränderten Rahmenbedingungen ihr Selbstverständnis neu definieren und dabei ökonomische Gesichtspunkte erstmal aussen vor lassen würden. Anschliessend könnte man sich geeignete ökonomische Modelle dazu ausdenken.

Leider läuft es heute meist anders herum. Die Folge ist eine Entkernung des journalistischen Selbstverständnisses. Da sind die Journalisten wohl zu einem grossen Teil selbst schuld, eben weil das alte Selbstverständnis überholt ist und noch keine klare Vorstellung über ein neues besteht. Also diktieren allein ökonomische Argumente die Entwicklung.

NB: Zur Moderation von Foren: Sicherlich ist die Art der Moderation immer Mittel zum Zweck. Ich halte es daher für problematisch, allgemeine Regeln formulieren zu wollen.

Soldat Schwejk August 9, 2013 um 16:29

Von der Wiege bis zur Bahre
Hunderttausend Kommentare
Manche die wie Sterne funkeln
Manche die das Licht verdunkeln
Manche die den Aufstand üben
Manche die vom Mond geschrieben
Ahnungs-, leidens-, trunkesvolle
Wisser, Pisser, Penner, Trolle
Feld der stil- und hoffnungslosen
Wiederholungszwangsneurosen
Dunkles Raunen, lautes Schreien
Trommeln, Tröten und Schalmeien
Nein, zu einem Paradiese
wird sie nie, die Auslaufwiese
Aber wird das Bühnenbeben
dennoch einen Sinn ergeben?

Steiget aus dem Irdentale!
Lasset uns den Stimmen lauschen!
Höret, Völker, die Signale!
Störet euch nicht an dem Rauschen!

http://www.youtube.com/watch?v=SyTUcFZqdT8

Carlos Manoso August 9, 2013 um 16:45

@Hauke August 9, 2013 um 13:05
Also wenn mir jemand auf den Teppich im Wohnzimmer pisst, dann wird das weggewaschen, die Type vor die Tür gesetzt und wenn sie das nächste mal wieder rein will, bleibt der Riegel unten. Wie die Leute sich nennen, die bei mir im Wohnzimmer diskutieren, ist mir eigentlich egal, so lange sie mir nicht auf den Teppich pissen. Die Idee des Klarnamenszwang und der Kommentierung nur nach Anmeldung entstand ja nicht, weil sich jemand gedacht, man müsste die Debattenkultur verbessern, sondern weil die Verbesserung der Debattenkultur möglichst günstig zu haben sein sollte, nämlich kostenlos. Das wird aber nicht funktionieren. Wenn die Medien gute Debatten haben wollen, müssen sie Ressourcen abstellen, die die Debatte moderieren. Also, die Pisse vom Teppich runterwaschen und die Typen vor die Tür setzen. „

Hauke, Pissegerüche entstehen beim Abbau von organischem Material, wobei u.a. Ammoniak entsteht. Es ist dann lediglich dieser Geruch, der dich so stört. Chemisch ist das tagtäglich das normalste auf der Welt. Ohne diese Zersetzungsprozesse könnten wir gar nicht überleben.

Zur „Debattenkultur“: Weil das Internet ein prinzipiell ÖFFENTLICHES Kommunikationsmedium ist, braucht es zum Funktionieren auf der anderen Seite einen PRIVATEN BEREICH, der PRINZIPIELL von NIEMAND einsehbar ist. Eine private Meinung, die du z.b. einmal im Internet kommuniziert hast, kannst du nicht mehr zurückholen. Was dann deine private Meinung im Internet auslöst, wirst du niemals erfahren. Die von dir wahrgenommene Freiheit der Meinungsäußerung macht somit das Internet unkontrollierbar.

Die Freiheit der Meinungsäußerung, die erst heute -im Zuge der 3. technologischen Revolution das Internet- potentiell überhaupt erst real möglich wird, ist prinzipiell unvereinbar damit, dass diverse Eliten heute weltweit die Gesellschaften „alternativlos“ kontrollieren.

Die „Elite“ muß in dieser neuen Situation zwangsläufig sehr „radikal“, von der Wurzel her, denken. Es geht um alles …. Ein erster Ansatz der „Elite“ wäre zum Beispiel, mit speziellen Internetfiltern diejenigen Meinungen zu isolieren, die dem „System“ der „Eliten“ gefährlich werden können. Die Filter müssten sicherstellen, dass derartige Meinungsäußerungen erst gar nicht über den Kommunikationsmedium Internet in den öffenlichen Raum gelangen, wo sie prinzipiell unkontrollierbare Wirkungen auslösen können! Ergo muß es für die „Eliten“ darum gehen, dass keine unliebsamen Botschaften in den öffentlichen Raum gelangen und nur solche Meinungen ausgesprochen werden, die den „Eliten“ in den Kram passen (Ein bischen Mixen mit ungefährlicher Kritik kann als pseudokritische Würze dabei nicht schaden).

Die Einführung derartiger „Internetfilter“ muß politisch allerdings überhaupt erst durch die Institutionen des sogenannten „demokratischen Rechtsstaats“ hindurch kommen. Um da durch zu kommen und politisch Internetfilter zu realisieren zu können, bietet sich z.B. eine Doppelstrategie an: einerseits verschärfte mediale Kampagnen gegen “Terrorismus” und “Kinderpornographie,” andererseits noch viel mehr mediale Skandale wie „NSA“ …

Linus August 9, 2013 um 16:46

@Soldat Schwejk:
Sehr gelungen! Aber vergiss nicht: Das Leben kommt aus dem Meer, das Bewusstsein aus dem Rauschen des Unbewussten.

Kecker August 9, 2013 um 21:51

@ Marlowe “Grundsätzlich lese ich die Zeitung von hinten nach vorne, bzw. erst die Todesanzeigen. Der Abgleich des durchnittlichen Sterbealters mit meinem persönlichen verrät mir, ob es sich noch lohnt, die Stellenanzeigen durchzuarbeiten. Inzwischen kommt es vermehrt vor, daß es sich nicht mehr lohnt.”

Dies ist das unendliche Recht des Subjekts, daß es sich selbst in seiner Tätigkeit und Arbeit befriedigt findet. (Hegel)

f.luebberding f.luebberding August 9, 2013 um 22:58

Zwei gute Texte zum Thema. Johannes Kuhn und Stefan Schulz.

BB August 9, 2013 um 23:26

Wissenschaftler zählen ‘LikeIt’s.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/online-studie-der-herdentrieb-verfuehrt-zum-liken-a-915483.html

*kecker, lach*

@kecker

hast ein schönes Pseudonym gefunden, gelle? Ach und Hegel kannscht auch zitieren? Gut, das reicht für den Anfang. Jeder fängt mal klein an :-)

Kecker August 9, 2013 um 23:32

@ BB “Hast ein schönes Pseudonym gefunden, gelle? Ach und Hegel kannscht auch zitieren? Gut, das reicht für den Anfang. Jeder fängt mal klein an :-)”

Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden. (Jacques Tati)

*kecker , lach*

BB August 9, 2013 um 23:36

@Kecker

Hast du beim Kommentieren immer “Das große Handbuch der Zitate” neben der Tastatur liegen?

*kecker, lach*

Kecker August 9, 2013 um 23:41

@ BB “Hast du beim Kommentieren immer “Das große Handbuch der Zitate” neben der Tastatur liegen?”

Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge. (Thomas Mann)

* kecker , lach *

Daniel Steinlechner August 10, 2013 um 10:15

@Lot ihre Dystopie zur journalistischen Zukunft teile ich nicht. die Evidenz zeigt anderes. Online entstehen viele finanziell tragfähige journalistische Modelle. Auch im Magazinsektor entstehen beinahe ebenso viele neue Produkte wie alte eingestellt werden. Selbst Radio gibt auch Jahrzehnte nach Einführung des TVs immer noch unzähligen Journalisten Brot und Lohn. Das Strukturproblem sehe ich primär in der Tageszeitungsbranche.

Daniel Steinlechner August 10, 2013 um 10:33

@wowy: Kann Ihnen da nur zustimmen. Es ging mir aber auch nicht darum zu jammern. Ich habe mir meinen Beruf ausgesucht und übe ihn gerne aus. Ich wollte eine Strukturveränderung und die daraus resultierenden Fragen die sich für die Zukunft des Journalismus ergeben, ansprechen. Die Kommentare hier sind – für mich und hoffentlich auch für sie – überwiegend sehr anregend.

Daniel Steinlechner August 10, 2013 um 10:42

@Morph mir geht es ganz ähnlich mit Twitter. Glaube auch nicht, dass es etwas mit der Frage Klarnamen oder nicht zu tun hat. Es ist das Wesen der Internetdiskussion selbst, die sich wie Sie es ja beschrieben haben, stark von der Face-to-Face-Kommunikation unterscheidet. Was ihre Einschätzung zu Chancen und Risiken des modernen Journalismus angeht, kann ich Ihnen auch nur voll und ganz zustimmen, auch was die PErsonalisierung angeht. Mit all ihren Vor- und Nachteilen.

wowy August 10, 2013 um 11:46

@Daniel Steinlechner
Was mir ein wenig fehlt sind die eigenen Ideen.
In der Regel schreiben etablierte Journalisten über ein Thema und dann erzählen das alle irgendwie nach (ist jetzt stark verkürzt, dessen bin ich mir bewusst). Im Moment zum Beispiel schauen alle auf die USA. Das ist richtig und wichtig, aber ich würde mir wünschen, es würden ein paar Journalisten auf die EU schauen (z.B. Indect). Was wird da passieren? Warum ist das Projekt “Galileo” eigentlich gescheitert, trotz enormer finanzieller Mittel? Sollte es scheitern? Welchen Einfluss hat die USA auf die EU? Welche Rolle spielt die NATO?

Es gibt Kritiken zu jeder deutschen Talkshow und mag sie noch so belanglos sein. Warum gibt es nicht eine regelmäßige Talkshow zu Europa, obwohl unser Leben immer mehr von dort bestimmt wird? Warum sind die Medien(Fernsehen) in diesem Punkt so provinziell, obwohl wir alle technischen Möglichkeiten haben? Ist es gewollt? (Ich nehme an, dass die Situation in Österreich nicht viel anders sein wird, oder irre ich mich?)
Was mir besonders auffällt ist ein Punkt: Es wird über sehr viel berichtet, so dass niemand sagen kann, es werde über irgendetwas nicht berichtet, aber es werden keine Zusammenhänge mehr hergestellt. Das, was Journalisten eigentlich leisten sollten (in meinen Augen).
Oder eben eigene Ideen entwickeln. Selbst das Agenda Setting bestimmen.
Ich glaube, dass ein Teil der Wut in den Kommentaren auch daher kommt. Jetzt, wo die Menschen die Möglichkeit haben sich selbst zu informieren, können sie auch selbst Zusammenhänge herstellen, die Ihnen (bewusst?) vorenthalten wurden. Sie sehen die Überheblichkeit, die so mancher Journalist an den Tag gelegt hat (und noch legt) als nicht gerechtfertigt.
Wenn die Wut sich gelegt hat und die Journalisten sich an ihre Aufgabe erinnern, wird es sicher eine neue Solidarität geben. Denn in Wahrheit wissen kritische Leser und Journalisten, die den Namen verdienen, dass sie an einem Strang ziehen und sich unterstützen müssen.
Wer das in meinen Augen sehr gut macht, ist beispielsweise Richard Gutjahr.

Keynesianer August 10, 2013 um 12:34

@wowy

Es gibt Kritiken zu jeder deutschen Talkshow und mag sie noch so belanglos sein. Warum gibt es nicht eine regelmäßige Talkshow zu Europa, obwohl unser Leben immer mehr von dort bestimmt wird? Warum sind die Medien(Fernsehen) in diesem Punkt so provinziell, obwohl wir alle technischen Möglichkeiten haben?

Tja, genau dies dürfte wohl kein Zufall sein, sondern es ist das System: Die Journaille hat den Auftrag, das Volk mit Mumpitz beschäftigt zu halten und über Mumpitz diskutieren zu lassen.

Zur Zeit wird gerade die Deutsche Bahn kaputtgespart (Mainz, S-Bahn-Berlin) und kaputtinvestiert (Stuttgart), damit sie nach der Wahl endlich spottbilligst an die berüchtigten “Investoren” verschachert werden kann. Mainz als Beweis dafür, dass der Staat halt den Bahnbetrieb nicht gewährleisten kann, sondern nur die privaten “Investoren”.

Das fällt keinem Journaillisten auf?

wowy August 10, 2013 um 14:16
BB August 10, 2013 um 14:52

@Kecker

Ich könnte deine Kommentare jetzt mit meinem System “raten”. Tu ich aber nicht! Komm doch selber drauf! Äschti Bätschi!

Kecker August 10, 2013 um 15:22

@ BB “Ich könnte deine Kommentare jetzt mit meinem System “raten”.”

Der Wille zum System ist ein Mangel an Rechtschaffenheit. (Nietzsche)

“Äschti Bätschi!”

Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben. (Picasso)

wowy August 10, 2013 um 19:18

Die amerikanische Bevölkerung – zumindest Teile davon – hofft auf Europa. Ob diese Hoffnung berechtigt ist?
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/buergerrechtsaktivistin-zur-nsa-affaere-es-ist-noch-nicht-zu-spaet-etwas-zu-tun-12452732.html

petervonkloss August 11, 2013 um 04:16

Wie die frühen Christen, so ging auch August Bebel, der große Arbeiterführer, immer mit der Überzeugung zu Bett, dass es bis zur Wiederkunft Christi bzw.der Revolution, nur noch wenige Tage dauert.
„August Bebel,…… Er hielt an seinen sozialistischen Grundsätzen so fest wie ein heiliger Missionar, er wurde verehrt deswegen: Er war einer der ihren, das erfüllte die Arbeiterschaft mit Stolz; er war ein charismatischer Künder einer Gesellschaft, in der alle gleich und versöhnt sein würden.“
So neulich die heilige, (richterliche) journalistische Einfalt eines Prof. Dr. Heribert Prantl.
Als Kronzeugen seines minderbemittelten, einfältigen, religiös anmutenden Utopismus, sieht er ausgerechnet die letzte marxistische „Mottenkugel“ Oskar Negt, der noch zu arabischen Frühlingszeiten, mit leuchtenden! Augen von Weltrevolution faselte. Es ist einfach nur grotesk!.
http://www.sueddeutsche.de/politik/die-spd-jahre-nach-august-bebel-eine-partei-in-depression-1.1743492
http://www.neues-deutschland.de/artikel/829420.vor-dem-epochenbruch.html

petervonkloss August 11, 2013 um 06:57

Im 9. Jahrhundert erließ Karl der Große mit dem Sieg des Christentums einen Edikt zur Ausrottung des Wolfes
in Europa. Jetzt wird zurückgeschlagen! Leider mit einer kleinen Niederlage.
Denn ein Wolf ist in Holland am Gouda gescheitert!.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/rueckkehr-des-raubtiers-ein-wolf-ein-wolf-12475391.html

petervonkloss August 11, 2013 um 07:12
Daniel Steinlechner August 11, 2013 um 08:59

@westernworld: Wir liegen bei der Einschätzung der Medienzukunft nicht so weit auseinander, wie Sie vielleicht glauben. Die Änderungen kommen einem Totalabriss schon sehr nahe. Ob das Kind mit der Wanne ausgeschüttet wird, mus man aber erst sehen. Denn der Jorunalismus wirkt zumindest vorerst recht lebendig. Auch sehe ich Beispiele von Medienhäusern denen die Transformation ganz gut gelingt. Es ergeben sich daraus aber neue Fragen. Die Bewältigung des Aktualitätsterrors ist für mich eine ganz wesentliche.
P.S.: Das Argument mit dem Alter ist unter ihrer Würde.

Daniel Steinlechner August 11, 2013 um 09:14

@Hauke: Den 12 Punkten von Morph möchte ich 12 weitere hinzufügen. Dazu kommt m.E. noch, dass die Klarnamensidee oft aus der Offlinewelt kommt und man sich dort vielleicht eher Illusionen über die Debattenkultur hingibt. Sonst 100% Zustimmung. Debatte müsste etwas Wert sein und dafür bräuchte es zeitintensive Moderation und vermutlich auch ein Anreizsystem.

Daniel Steinlechner August 11, 2013 um 09:25

@Linus: Ihre Ansichten teile ich. Wobei die Hausherren hier ja sich auch oft abwechseln. Es reagiert nicht immer nur der Autor. Dadurch nimmt man auch Spannung raus, nimmt den Aggressiven das Wadl weg, in das sie sich scheinbar verbissen haben. Bin mir auch nicht 100% sicher, ob sich der Moderator von Webdebatten nicht doch als eigenständiger Beruf etablieren wird. Eine Ausdifferenzierung wäre m.E. jedenfalls denkbar.

holger August 11, 2013 um 12:00

Ich würde ja mal gerne wissen, wie sich die „Journalisten“ ihre eigene Rolle als Sender interpretieren.

Ich mein, wir leben nicht mehr Zeitalter, wo man sogar erfolgreich Ablassbriefe jedem „Strunzdummen-Analphabeten“ verkaufen konnte. Der J sollte sich mal über seine Rolle klar werden, auf welch ein „Haifischbecken“ er trifft oder treffen kann.

Die Geschichte des J iss ja nun unmissverständlich damit einhergegangen, dass immer mehr Leute (Empfänger) das Lesen gelernt haben. Das hat aber noch nichts damit zu tun, dass man das auch verstehen muss, was getippselt wird.

Oft genug hab ich es gesagt, es handelt sich immer um Frequenzen die ein Sender übermitteln will. Dafür Bedarf es noch einen Empfänger, der das Programm dann aber auch hören und verstehen kann.

Das heißt A) der Sender Journalist ist immer auf den Empfänger angewiesen, und nicht niemals anders rum. Und B) wenn der Sender erfolgreich sein will, muss er je nach Zielgruppe den Empfangs-Code der Zielgruppe kennen.

Dh zB wenn ich einen hohen Anspruch an den Empfänger und dessen möglichen Feedback habe (Kommentar), dann sollte ich als Sender möglichst den gleichen Anspruch an mich selber stellen. Man nennt es auch „Augenhöhe“.

Wenn ich als Sender auf einer Zahlenreihe von 1-9 nur 1-3 drauf habe, und der Empfänger aber 1-7 zB dann muss ich mich als Sender nicht wundern, wenn das Feedback nicht 1-3 ist, sondern um 4567 erweitert.

Und nun iss der Sender ein überforderter Empfänger geworden, denn wenn er es ernst nimmt, guckt er erstmal nach was denn 4567 überhaupt sind. Wenn er überhaupt merkt, das 4567 gesendet worden sind. Wenn er das nämlich nicht erkennt, aha da iss ja noch was anderes angekommen, dann bleibt er bei 1-3 stehen. Und wird auch immer nur mit 1-3 argumentieren können.

Und dann können wir das ja noch differenzieren in 4.1 4.2 4.3 5.1 5.2 5.3 usw usw

Jetzt kommt es darauf an, welche Medien oder Journalisten können welche Frequenzen überhaupt senden, und das evtl Feedback, was es ja nicht überall gibt, verwenden oder verarbeiten.

Ein Thema kann ja aus 1-3 bestehen, wenn aber 4567 Einfluss auf dieses Thema haben, und evtl sogar erst 1-3 ermöglichen, dann wird es für einen 1-3 Journalisten gefährlich, wenn er 4567 nicht kennt oder ignoriert.

Nun, die BILD zB ist ein 1-2 Sender… stimmt ja auch… weil der größte Teil der Empfänger max. noch 1-3 können. Verstanden?

Wenn ich als sendender Journalist ernst genommen werden will, dann sollte ich als erstes, mal Empfangsbereit und evtl. Lernfähig sein. Bin ich das nicht, werde ich wohl den Empfänger, dann als Sender nicht verstehen können.

Das andere in der heutigen Zeit ist, dass der Empfänger, sofern in der Lage dazu, sich immer neuere Informationen in schnellerer Zeit aneignen kann.

Das hat was mit der Neugierde und Interessen der Empfänger zu tun. Wer nicht bereit dazu ist, seinen Horizont zu erweitern, bleibt eben bei 1-3 stehen. Das war es dann auch. „Autodidakten“ die sich selbst, warum auch immer, freiwillig „Wissen“ aneignen, erweitern permanent ihren Code, den sie dann aber auch senden können, mal ausführlich oder manchmal eben Kopfschüttelnd.

Und genau das zeigt sich Heute im „Journalismus“. Während man früher auf Empfänger getroffen ist, die ein Muster von 1-2 verstanden haben, trifft man heute immer mehr auf die verschiedenste Spezialisten die 1-6 verstehen. Und das auch noch öffentlich über das Internet.

Dh der Journalist als Sender sollte sich mal überlegen wo er sich denn auf der Skala von 1-9 befindet. Selbst Politiker müssten sich die Frage mal stellen.

Der alte Spruch: „Halt du sie arm, ich halt sie dumm“ funktioniert vermutlich nur noch auf der monetären Seite.

Und nun kann man den Weg aufteilen… Es wird einen Journalismus geben müssen, für die, die nur berieselt werden wollen, da keine Lust zum „Mehr“ besteht, und einen „Eliten“ Journalismus. Der nur wachsen kann, wenn er sich dem Empfänger anpasst. Nicht umgedreht.

Wer in der Mitte stehen bleiben will, der muss sich nicht wundern, wenn er ab und zu was auf die Nuss bekommt. Der Journalist als Sender muss selber seinen Platz finden, im Großen Teich der Empfänger.

Oder anders: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ oder eben auch nicht

wowy August 11, 2013 um 12:15

@Keynesianer
Ich verstehe nicht, warum das bis heute nicht ein Journalist hinterfragt hat (Talkshow/Europa).

Um es mit Kant zu sagen: sapere aude

wowy August 12, 2013 um 10:22
wowy August 13, 2013 um 08:29

Schnibben im Schlusswort:…da können wir nicht immer auf die Frauenquote achten, die Tageszeitungsquote und die Türkenquote…
oh ha ;-)
Sonst recht sehenswert, besonders wegen Constantin Seibt
http://www.youtube.com/watch?v=dqY9Ojfj4vw

wowy August 13, 2013 um 22:16

Lesen, bitte!!!
http://120sekunden.com/2013/08/tag2020-vielleicht-sollten-wir-einfach-mal-unsere-arbeit-machen/

Und dann könnten die JournalistInnen vielleicht auch mal wahrnehmen, dass Wahlkampf ist?
Und, nur falls jemand gerade Zeit hat, könnte man zur NSA Geschichte einmal richtig recherchieren. Ich meine nicht diese oberflächlichen Artikelchen, sondern Recherche!
Art. 24 Abs. 2, 1. Hs. GG
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_24.html
Und Nato-Truppenstatut mit allen Ergänzungsvorschriften.
http://www.abg-plus.de/abg2/ebuecher/abg_all/index.htm
Warum ist der Militärgeheimdienst plötzlich für jedwede Überwachungsmaßnahme zuständig?
Anlasslos gegen Jedermann?
…….

wowy August 13, 2013 um 22:19

3 Links sind einer zu viel…
Lesen, bitte!!!
http://120sekunden.com/2013/08/tag2020-vielleicht-sollten-wir-einfach-mal-unsere-arbeit-machen/

Und dann könnten die JournalistInnen vielleicht auch mal wahrnehmen, dass Wahlkampf ist?
Und, nur falls jemand gerade Zeit hat, könnte man zur NSA Geschichte einmal richtig recherchieren. Ich meine nicht diese oberflächlichen Artikelchen, sondern Recherche!

wowy August 13, 2013 um 22:19

Art. 24 Abs. 2, 1. Hs. GG
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_24.html
Und Nato-Truppenstatut mit allen Ergänzungsvorschriften.
http://www.abg-plus.de/abg2/ebuecher/abg_all/index.htm
Warum ist der Militärgeheimdienst plötzlich für jedwede Überwachungsmaßnahme zuständig?
Anlasslos gegen Jedermann?
…….

wowy August 13, 2013 um 22:39
wowy August 13, 2013 um 22:42

Wenn ich das richtig verstehe, dann besteht der Nato-Bündnisfall um die eigenen Bevölkerungen zu überwachen. Ich frage mich nur, wer führt da eigentlich Krieg?

wowy August 13, 2013 um 22:55
Linus August 13, 2013 um 23:05

@wowy: Merkenswert! Danke.

Wilma August 13, 2013 um 23:52

Auf Joy Division kann man sich einigen. In den späten 70ern und in den 80ern gab es so viel unterschiedliche musikalische Richtungen. Wenn man dem smarten Allan Bangs einschaltete, konnte man nachts das Radio nicht verlassen, weil man gespannt war, was er als Nächstes auflegt. Wenn ihm was gefiel, spielte er einen Song schon mal zwei mal (z.B The Smith).
Nie festgelegt in eine Richtung.

Mit den Zeitschriften und Journalen war es ebenso. Sie unterschieden sich.
Weil sich die Presseerzeugnisse nicht mehr unterscheiden, egal ob gedruckt oder online, lese ich sie immer weniger.
Der Spiegel layoutet sich fast gleich dem Focus etc.
Die Kommentare in den Tageszeitungen ähneln sich, als wenn sie abgesprochen wären.
Wer gibt die Richtung vor ?

wowy August 14, 2013 um 00:14
wowy August 14, 2013 um 00:35
wowy August 16, 2013 um 08:24
wowy August 17, 2013 um 00:54

@huett
Thilo Jung wird jetzt von Guugel unterstützt?
http://www.kavkazcenter.com/eng/content/2013/06/18/17921.shtml

"ruby" August 17, 2013 um 11:39

@ wowy
alles bekannt und gut so, denn dann gibt es entsprechend Widerstand auf allen Ebenen ;-)
niemals wird die Freiheit besiegt werden – that is fore sure !
wo Beherrscher hinwollen sind Wissende gewesen …

wowy August 17, 2013 um 11:46

@ruby
Was ist bitte daran gut?

http://www.golem.de/1008/76937.html

wowy August 17, 2013 um 11:48
"ruby" August 17, 2013 um 12:29

@ wowy
“daran” ist nichts gut; gut ist dass diese Strukturen bekannt und offengelegt werden.
die Freiheitsgrade sind nicht überwach- und abschließbar.
http://www.youtube.com/watch?v=inX-coy13pI

wowy August 18, 2013 um 22:21

“Bleiben wir bei der Zielgruppe der Berufstätigen zwischen 35 und 55 Jahren: Fühlt man denen auf den Zahn, die in Großstädten leben und ihre Zeitung wieder abbestellt haben (wir taten dies in Hamburg, in Berlin und Leipzig), dann bekommt man das ganze Elend erzählt: Erfahrungen, die sich mit dem Schlagwort “Erwartungsenttäuschung” zusammenfassen lasen. Man ist darüber enttäuscht, dass die Informationsleistung abnimmt, dass die Sachkompetenz der Redaktion beim Einordnen der Ereignisse zurückgeht, dass Belanglosigkeiten wortreich ausgewalzt und oftmals auch Interessen Dritter bedient würden. Die Leute sind nicht blöd; sie spüren die Liebedienerei und ärgern sich über das PR-getriebene Berichten und Erzählen. Repräsentativerhebungen bringen solche Erfahrungen auf den Punkt: Die Glaubwürdigkeit des Journalismus sinkt ab.”
Endlich schreibt es mal jemand!!!
Sehr guter Beitrag:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/michael-haller-zur-zeitungsdebatte-a-917026.html

Und was bitte ist “privates Geld”? Was ist damit, dass der Staat das Monopol hat Geld zu drucken und in Umlauf zu bringen.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bitcoin100.html
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/digitale-waehrung-deutschland-erkennt-bitcoins-als-privates-geld-an-12535059.html
Irgendeine Erklärung oder nur Agenturmeldung abschreiben?
#Qualitätsjournalismus

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