Fußball als Leitkultur: Anmerkungen zu Thomas Hitzlsperger

by f.luebberding on 8. Januar 2014

Es gibt heute zwei interessante Meldungen. Sie betreffen weder Michael Schumacher, noch Angela Merkel. Vielmehr hat sich der ehemalige Nationalspieler (und heutige Zeit-Kolumnist) Thomas Hitzlsperger geoutet und Hans-Olaf Henkel soll seinen Eintritt in die AfD angekündigt haben. Nun hat Hitzelspergers Outing Schlagzeilen gemacht, sogar die Bundesregierung hat sich über den Regierungssprecher dazu geäußert. Das Interesse an Henkel hält sich dagegen in Grenzen. Nun sollte man einmal ein Gedankenexperiment machen: Henkel hätte sich heute geoutet und Hitzlsperger wäre der AfD beigetreten.  Das Interesse an beiden Meldungen wäre doch arg begrenzt gewesen. Niemand hält die sexuelle Orientierung des Ökonomen, Politikers und ehemaligen Verbandsfunktionärs Henkel für relevant, während gleichzeitig kein Mensch einen Cent auf die ökonomischen und politischen Erkenntnisse eines ehemaligen Fußballers setzte. Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind aber natürlich identisch, etwa im Verhältnis zur Homosexualität. Woher kommt also das öffentliche Interesse am Outing des ehemaligen Nationalspielers? Und warum interessierte sich niemand für die sexuelle Orientierung eines Hans-Olaf Henkel?

Das hat erst einmal einen simplen Grund: Es gibt bisher keinen homosexuellen Fußballer mit einer gewissen Prominenz. In anderen Teilen unserer Gesellschaft ist das dagegen kein Thema mehr. In der Politik spätestens seit dem Outing von Klaus Wowereit. Nur erklärt das bisherige Fehlen eines Namens nicht die Symbolik, die in den Medien einem offen homosexuell lebenden Spitzen-Fußballer zugewiesen wird. Der Fußball wird als  eine Art Leitkultur betrachtet. Letztlich handelt es sich um Projektionen über gesellschaftliche Verhältnisse. Fußball bekam spätestens seit dem intellektuellen Schattenboxen um die Figur Günther Netzers diese Funktion. Er wurde zum Symbol für die Aufbruchstimmung zu Beginn der 1970er Jahre gemacht. Seine Haare waren halt länger geworden und es stand der berühmte Ferrari vor der Tür. Selbst der biedere Paul Breitner kostümierte sich in dieser Zeit als Maoist. Nun waren Breitner und Netzer nie etwas anderes als konservative Geschäftsleute gewesen, wie der agile Uli Hoeneß oder Franz Beckenbauer. Der Fußball war schon immer irrelevant, wenn es um seinen Einfluß auf die gesellschaftlichen Verhältnisse ging. Er hat sie lediglich mitvollzogen. Das in seiner Fußballbegeisterung seit den 1970er Jahren erweckte Feuilleton hat den ehemaligen Proletensport Fußball zwar interpretiert. Sie hätten aber auch das Feldhockey als Projektionsfläche nutzen können. Aber wer interessiert sich schon für Hockey?

Insofern sagt das Outing Hitzlsperger lediglich etwas über die gesellschaftlichen Vorstellungen derjenigen aus, die sein Handeln jetzt interpretieren. Sie haben offensichtlich die Vorstellung, in einer Homosexuellen-feindlichen Gesellschaft zu leben. Allerdings ist niemand zu lesen, der Hitzlsperger für seine sexuelle Orientierung kritisiert. Soviel Einigkeit war nie. Der Adressat der Homophobie ist damit schlicht unbekannt. Es ist scheinbar ein anonymer Fußballfan, der allerdings den Interpreten jetzt als Objekt für gesellschaftspolitische Lernprozesse zu dienen hat. Alle erwarten vom Vorbild Hitzlsperger eine katharsische Wirkung auf den imaginären Schwulenhasser. Das ist allerdings absurd. Sie führt lediglich dazu, den in den vergangenen Jahrzehnten erreichten gesellschaftlichen Fortschritt zu diskreditieren. Der drückte sich schon immer im Fußball verspätet aus und wurde gerade nicht durch ihn vorangetrieben. Das Ressentiment bewies historisch eine große Resistenz gegenüber der Empirie. Dem pathologischen Schwulenhasser ist der sympathische Schwule daher genauso gleichgültig wie dem Antisemiten der reale Jude.

In einem Interview mit der Zeit drückte Hitzlsperger die Folgen eines Outings schon 2012 so aus:

“Die Fans sind ja sehr vielschichtig, im Stadion sind fast alle Alters- und Gesellschaftsschichten vertreten. Da kann man keine Reaktion ausschließen. Ich denke aber schon, dass das für die Mehrheit kein großes Problem wäre.”

Warum sollte es eigentlich für die Mehrheit im Stadion ein Problem sein, wenn es für die Mehrheit in der Gesellschaft kein Problem ist, wie in den öffentlichen Reaktionen heute zu lesen ist? Tatsächlich sollte man vielmehr eine andere Debatte führen. Ob nämlich die unausgesprochene These einer homophoben Gesellschaft überhaupt stimmt. Aber vor allem, ob nicht mittlerweile die Projektionsfläche Fußball für homosexuelle Fußballer zum eigentlichen Problem geworden ist. Sie würden schlicht von den Erwartungen und der medialen Aufmerksamkeit erschlagen werden. Eben im Gegensatz zu homosexuellen Friseuren, Maurern oder Politikern. Dort interessiert die sexuelle Orientierung schon lange keinen mehr. Wer hat dann schon Lust, eine schlichte Banalität öffentlich zu machen? Er müsste schließlich den Preis bezahlen, auf sein Outing reduziert zu werden. (Das ist übrigens strukturell nichts Neues. Bei Netzer interessierte die Medien in seinen besten Zeiten auch mehr die Frisur und die Automarke als seine Lauffaulheit auf dem Platz … ). Dafür sind allerdings nicht die hoffnungslosen Fälle der Homophoben verantwortlich zu machen. So wäre den homosexuellen Fußballern wahrscheinlich am meisten geholfen, wenn wir den Fußball nicht mehr als Projektionsfläche für unsere gesellschaftspolitischen Vorstellungen missbrauchten.

Die Aufmerksamkeit für Thomas Hitzlsperger hat daher nur einen Grund: Wir haben schlicht vergessen, dass Fußball nur eine Nebensache ist. Meinetwegen auch die Wichtigste der Welt.

{ 152 comments }

holger Januar 8, 2014 um 18:45

Klasse

—>>> Dem pathologischen Schwulenhasser ist der sympathische Schwule daher genauso gleichgültig wie dem Antisemiten der reale Jude.”

oder Arabär, die sind nämlich auch Semiten. Was dieser Vergleich wieder soll Luebberding, das verstehst auch nur du. Oder der Zausel Hütt.

Es ist den Fans egal, ob nun Fräulein Wiese oder Hitzlsperger sonst was ist.

Und eines möchte ich mit dir Wetten, wenn es nicht auch Sex zwischen Männlein und Weiblein gében würde, dann würde auch kein Schwuler oder eine Lesbe auf der Welt sein. Da bin ich mir sicher.

Doktor D Januar 8, 2014 um 19:05

Interessant, @FL, du lebst offensichtlich in einem anderen Universum als ich.
Hätte sich Henkel als homosexuell geoutet, würde es genauso im Blätterwald rauchen und Pixelwolken stieben. Es heißt nicht für umsonst Wirtschaftsbosse. Da wird genauso Männlichkeit performt wie im Fußball. Für den finalen Karrieresprung sind immer noch Frau und mindesten 2 Kinder obligatorisch.
Ganz übersichtlich zum Thema Fußball und Homosexualität scheint mir http://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie_im_Fu%C3%9Fball

f.luebberding f.luebberding Januar 8, 2014 um 19:10

Doktor D

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Outing eines Nicht-Fußballers irgendwelche Reaktionen auslöste, die etwas anderes ausdrückte als biografische Evidenz. Die bekommt man übrigens mit allen möglichen Ereignissen vermittelt. Etwa Unfälle beim Skifahren.

h.huett Januar 8, 2014 um 19:19

FL und Doktor D

Biographische Evidenz? In welcher Hinsicht? Ich erinnere mich an ein Streitgespräch, in dem eine andere biographische “Evidenz” unter robustem Rückgriff auf die Erfahrungen einer Hebamme für gegenstandslos erklärt wurde. Inzwischen gibt es zu diesem Thema, der Zuordnung zu einem Geschlecht, ein eigenes Bundesgesetz, ohne Mitwirkung von Geburtshelfern oder Hebammen.

Ich glaube auch nicht, dass die Einschätzung der Normalität bzw. des erlahmenden Medieninteresses politisch oder ideengeschichtlich oder psychologisch hinreichend weg erklärt werden könnte. Aus dem Wortlaut des interessanten Beitrags spricht ein evidenter Subtext, der die vorgebrachten Thesen etwas konterkariert, und seien es auch nur “erschlagende Erwartungen”.

h.huett Januar 8, 2014 um 19:25

PS
Ich habe, was den folgenden Begriff betrifft, erhebliche Bauchschmerzen, komme aber nicht umhin, ihn erstmals selbst zu verwenden: Frank Lübberdings Text ist geprägt von einer sich selbst nicht hinreichend reflektierenden Heteronormativität, aus der heraus für gegenstandslos erklärt wird, was ihr kein Gegenstand sein kann (oder darf).

Huuh (rrah) Januar 8, 2014 um 19:27

Outing: Über, sagen wir, den Zeitraum des letzten halben Jahres stellte ich fest, dass meine Kommentare bei Wiesaussieht immer miserabler wurden.

Natürlich beschäftigt einen so was, man wälzt sich wochenlang schlaflos im Bett, die Frau läuft davon, man kämmt sich nicht mehr, bekannte Menschen zieht irgendwas auf die andere Straßenseite.

Der Artikel heute über die Erlösung Schumis durch Hitzelsperger und Henkel wirkt auf mich erleichternd. Ich kann das nicht kommentieren, und es gibt auch einen Grund. Ich bin nicht schwul, oder sagen wir vorsichtshalber: nicht schwul genug.

Warum schreiben Hitzelsperger oder sein Friseur nicht in der Zeit oder bei Wiesaussieht über das TTIP-Abkommen? Vielleicht gelänge mir dazu ein Kommentar.

Soldat Schwejk Januar 8, 2014 um 20:02

Naja, ich muß immer darüber grinsen, wie Fußball zu einer Staatsaffäre aufgeblasen wird. Wenn erwachsene Herren im Fernsehen mit ernstem Gesicht Debatten über das Spiel führen, bei dem die Leute kurzbehost auf dem Rasen herumhopsen, dann vermeine ich mich in einem Irrenhaus zu befinden. Wer bei der WM 2006 ins Tor gestellt wurde, das wurde mit einer Inbrunst erörtert, als ginge es um den Posten des EZB-Chefs. Und wehe wenn der Posten des Bundestrainers vakant ist… und allein wie das dann schon immer mit so gewaltiger erster Silbe intoniert wird: “Bunnndestrainer”… als ginge es um Papst und Superman in einer Person. Das ist ja alles komplett gaga… sage ich mal so als bekennender Fußballanhänger…

Aber das Thema ist cool, und ich freue mich schon auf viele bizarre Kommentare.

Soldat Schwejk Januar 8, 2014 um 20:16

Apropos gaga… mit Erstaunen nahm ich gestern schon die FOCUS-Titelseite zur Kenntnis: “Auf Leben und Tod. Michael Schumacher: Das Drama um einen deutschen Helden”. Eigentlich ist das Geschäftsmodell der TITANIC damit hinfällig, kein Wunder, daß Martin Sonneborn jetzt in die Politik gegangen ist…

Und Angie hat ja, wie in etlichen Nachrichten fast gleichlautend verkündet wurde, “ihre Neujahrsansprache unter Schmerzen gehalten”. Es ist Zeit, die Mutti zu einer deutschen Mater dolorosa zu ernennen…

focion Januar 8, 2014 um 20:17

Was ein anonymer, schwuler Bundesligaspieler im September 2012 selbst zu sagen hatte:

http://www.fluter.de/de/114/thema/10768/

holger Januar 8, 2014 um 20:34

Soldat

vor seinem COut soll er ja sogar noch den DFB informiert haben. Der Mann ist nun über 30 Jahre alt… mir und ich denke 99% aller Fans, ist es egal, ob er nun Schwul ist oder nicht. DAS Schwul sein findet auf dem Platz von der D-B Jugend statt. Ob ein Henkel Schnappes Nase da rein passt, das muss auch ein Lübberding erstmal in Zusammenhang bringen könne.

Bei uns Fans, scheint wohl Schwul als Begriff von Schwul sein getrennt zu sein. Im Gegensatz zu den feinen Pinkeln.

Gab es einen AUFSCHREI in der Fan Szene? Nö…

Hat es jemanden in den Grundfesten erschüttert? Nö…

also WARUM diese Debatte?

Frankie Bernankie Januar 8, 2014 um 20:35

@Soldat Schweijk

“Staatsaffäre”

Vor dem Hintergrund der russischen Homophobie , in Verbindung mit dem 30 – Mrd- Spektakel Sotschi, an dem soviel russisches Nationalempfinden hängt und das gerade in einem PR-Desaster unterzugehen droht, ist H.s Outing durchaus politische Relevanz zuzschreiben.

Auf jeden Fall deutlich mehr als wenn Henkel jetzt unterm AfD-Logo rumgrantelt.

f.luebberding f.luebberding Januar 8, 2014 um 20:51

Frankie

Interessanter Gedanke. Hitzlsperger argumentiert so auch, wie ich gelesen habe. Allerdings funktioniert diese Intervention nur, wenn man Deutschland gerade als Gegenentwurf zu Putins Russland betrachtet. Das halte ich auch durchaus für plausibel. Frau Merkel wird das wissen. Nur lässt sich dann eben nicht mit den schlechten deutschen Verhältnissen argumentieren.

Nur nennt Zwanziger in der FAZ ja das Thema dieses Blogs. Die Rolle des Spitzensports.

Keynesianer Januar 8, 2014 um 20:53

Man könnte ja grundsätzlich nach der sexuellen Orientierung von Männern fragen, die sich für bartstopplige, schwitzende, stinkende Kerle auf einem Fussballfeld interessieren. ;)

holger Januar 8, 2014 um 21:05

Keynesianer Januar 8, 2014 um 20:53

Sehr gut… wer hat sich für “Hitz” interessiert… sein Berater gar? :D

oder sogar Putin? man weiß es eben nicht.

holger Januar 8, 2014 um 21:13

Gut, ich gebe es zu, auch ein COut: Ich liebe seit ca. 1989 mein Frau. Bin seit 1991 mit ihr verheiratet, und bereue keine Sekunde. Habe mit ihr 2 Kinder (16/20) und GOTT SEI DANK JUNXS… (beide Fach-abi) Ich habe das dem DFB als auch der Kaiserin Merkel und Stellvertreter Sigi Pop, sowie den zuständigen Behörden mitgeteilt. Ist das Recht so?

Zahle gerne 80% Steuern, und fühle mich auch sonst sehr wohl. Ich wüsste nicht, warum mich das aufregen sollte. Meinetwegen könne auch mir 100% nehme. Ala Topistan.

Was hat das mit dem Thema zu tun? Ich weiß es nicht.

Soldat Schwejk Januar 8, 2014 um 21:25

@ Holger

Kann mich erinnern, als der SV Babelsberg (Potsdam) 2001 mal eine Saison in der Zweiten Liga spielte, da hab ich mir das Spiel gegen Eintracht Frankfurt angeschaut. Das war kurz nach Wowereits Outing. Ab und zu wenn Babelsberg den Ball hatte, da rief es aus dem Eintracht-Block: “Ihr seid schwul und das ist gut so!” Das sorgte wegen der gewissen Kreativität doch für allgemeine Heiterkeit selbst auf der Heimseite… als Ausdruck von Homophobie hat das, glaube ich, niemand verstanden. Eher als Ausdruck einer geographischen Verirrung… Wie das Spiel ausging, das erwähne ich jetzt nicht…

…aber irgendwie hat auch

@Frankie

… nicht ganz unrecht. Jetzt gar nicht mal speziell mit Blick auf Rußland… Ich denke nicht, daß Rußland im internationalen Maßstab ein besonders homophobes Land ist… also das scheint mir inzwischen ein weit überstrapaziertes Ding zu sein, das u.a. dem Zweck dient, eine gewisse Russophobie auch in aufgeklärten Kreisen salonfähig zu machen… aber das würde jetzt zu weit führen…

Aber ich muß an meine Lobpreisung der Istanbuler Seifenoper und ihre Modernisierungsfunktion denken… klar, man kann das mit dem Fußball ähnlich sehen. Der Spitzenfußball ist einer der wenigen wirklich “weltgesellschaftlichen” Bereiche… die großen Stars des Profifußballs sind Weltstars auch in wenig modernen Milieus. Über Fußball kann man sich ja nun wirklich überall verständigen, auch fast ohne Sprachkenntnisse.

In Neukölln sah ich letztes Jahr übrigens eine Gruppe von Orientalen… die Damen echt in Burka, die Herren aber trugen Fußballtrikots von irgendwelchen europäischen Spitzenvereinen… sehr komisches Bild.

Also wenn einige der Fußball-Weltstars bekennend schwul sein könnten, dann wäre das vielleicht der Emanzipation & Modernisierung doch zuträglich… wenn man den “globalen Fußballfan” als den Adressaten betrachtet, nach dem @FL sucht.

Wie ich sehe, bist Du doch beim alten Nick geblieben… aber jetzt nicht mehr der Herr über den Helikopter…

~ The Last Heteroman standing ~ Januar 8, 2014 um 22:01

Endlich!!

~ ISCH ~ … habe ja schon mehrfach eingefordert, daßß das Thema Hommosexualismus hier mal zünftigst durschproblematisiert wird! … schließßlisch läuft seit ~ 3 Jahre extreme Pro-Homosexualismus-AgitProp auf allen gleichgeschalteten Systemmedien der US-BRDDR.

treidel: “Aber das Thema ist cool, und ich freue mich schon auf viele bizarre Kommentare.”

gnihihi!! … ~ ISCH ~ … kann liefern :-) … oh come on @ Flübber, Let me please!!

Also, wo fangen ~ wir ~ an …. zunäxscht: … ~ ISCH ~ … habe nichts gegen Schwule. Aaaaber:

1.) Isch möschte weiterhin das Meinungsrecht hamn, Schwulenwitze zu erzählen. Genauso wie Ostfriesen-, Blondinen-, RadioEriwahn-, sexistische Frauen- und Häschenwitze! Das müßßen die Schwulen, Ostfriesen, Blondinen, Frauen, Eriwahnis und Häschen … aushalten!

2.) Isch möschte weiterhin das Meinungsrecht hamn, Hommosexualismus für … “NICHT NORMAL” …. halten zu dürfen (-> Supermeinungsfreiheitsgrundrescht, das!!) . Es gibt schließßlisch viele Dinge & Personen, die von vielen anderen für “NICHT NORMAL” gehalten werden (dürfen). @Hütt zB findet misch auch … “NICHT NORMAL”!

3.) Aufsatzthema aus Onkel ~ Halbgott’s ~ seine kleine Schulaufsatzschule:

=====================================
Warum derf ma’ “stolz sein ein Schwuler zu sein”(“Pride-Parades”),
aber net “stolz sein, ein Deutser zu sein”??
=====================================

Jackle Januar 8, 2014 um 22:07

“Sie führt lediglich dazu, den in den vergangenen Jahrzehnten erreichten gesellschaftlichen Fortschritt zu diskreditieren.”

Achja, dieser tolle gesellschaftliche Fortschritt. Von den homophoben Arschlöchern gibt es wohl weniger. Dafür hat sich die Zahl der der deutschen Rassisten, die nun die Volksgemeinschaft durch Homophobie bedroht sehen, anscheinend kaum verringert. Oder was sich bei den facebook-Kommentaren der Bildzeitung so findet:
http://mishaanouk.com/2014/01/08/tuerke-sein-is-schlimmer-in-deutschland-dank-mal-nach-wie-auf-der-bild-facebookseite-der-respekt-fuer-das-outing-von-thomas-hitzlsperger-in-eine-rassistische-hetzjagd-umschlug/

Gesellschaftlicher Fortschritt sehe also wohl so aus, dass die Schwulen, sofern sie nicht arbeitsscheu sind, diesmal nicht mehr ins KZ kommen würden.

@holger

“oder Arabär, die sind nämlich auch Semiten. Was dieser Vergleich wieder soll Luebberding, das verstehst auch nur du. ”

Der Begriff Antisemit bezieht sich ausschließlich auf Juden und die Feindlichkeit ihnen gegenüber. Wer anderes behauptet, oder wer immer wieder darauf anspielen will, dass es auch andere “Semiten” gibt, macht sich schon verdächtigt, selbst dem Antisemitismus zu frönen.
Im Übrigen ist der Vergleich sogar gut, da es schließlich hinlänglich bekannt ist, dass der rechte Mob, der sich ja auch schon durch verschiedenste Kommentatoren hier offenbart hat, eigentlich so gut wie immer homophob und antisemitisch ist und es immer wieder offen oder verdeckt zeigt.

Doktor D Januar 8, 2014 um 22:51

@FL: Biographische Evidenz? Ist das sowas wie anecdotal evidence? Hier bei den schwäbischen Mittelständlern, für die ich meist arbeite, sind Führungskräfte und prospektive Führungskräfte spätestens Mitte 30 verheiratet und das 2. Kind ist im Anflug. Bei Recruiting-Gesprächen wird das unauffällig gecheckt, bei den üblichen Betriebsfesten nicht ganz so unauffällig. Wer da mehrfach ohne Frau und Kinder auftaucht, wird registriert. Und mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zeigt sich da noch nicht mal einer der Marketing-Fuzzis, dem man es eventuell durchgehen lassen würde. Und natürlich sind die Leute nicht offen homophob, vielleicht haben die sogar einen Homosexuellen im Freundes- und Familienkreis, – der ist dann meistens der Juwelier, Florist oder Friseur am Ort –, aber irgendwie ergibt es sich dann doch nicht, dass der tolle Trainee / die tolle Trainee, die mit ihrem gleichgeschlechtlichen Partner gesichtet worden sind, in die tolle Stelle übernommen werden. Und dann sind sie auch schnell weg oder werden bestenfalls in die USamerikanische Niederlassung weggelobt.
Lies auch hier http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/homosexuelle-manager-pst-der-chef-ist-schwul_aid_1041927.html

@HH: Was stört dich denn am Konzept “Heteronormativität”?

Linus Januar 8, 2014 um 23:04

Ich bitte zu bedenken: Sport, Mannschaftssport war schon immer ein Ersatz-Ritual für Krieg und Kampf, und damit zunächst eine Männerdomäne. “Homophobie” ist dort eher die Regel, auch wenn es genug Gegenbeispiele gibt (Achill und Patroklos). Im Übrigen trifft (oder traf?) man Amazoninen auch nicht allerorten.
Dieses Statement zielt nun überhaupt nicht darauf ab, Munition gegen Homophilie im Sport zu liefern. Aber es wirft schon die Frage auf, inwieweit Rituale komplett (re-)programmierbar und austauschbar sind.

Diese Aufladung der Diskussion dürfte Schwejk gefallen. Es geht ja gewissermassen um seinen Berufsstand.

gelegentlich Januar 8, 2014 um 23:07

@…standing

Da gab es vor einigen Tag im Heise-Forum so was hier:

So etwa im Jahr Zweitausend (Zahl ist wichtig für das Folgende) kommt ein braver deutscher Staatsbürger zum Einwohnermeldeamt: “Ich möchte auswandern.” – “OK”, sagt der Beamte, “es geht mich zwar nichts an, aber darf ich nach den Gründen fragen?” – “Wegen der Homosexualität.”
– “Aber das ist doch kein Problem mehr, heutzutage.” – “Ja”, sagt der
brave Bürger, “das ist wahr. Aber vor sechzig Jahren kam man dafür ins KZ. Und vor vierzig Jahren ins Gefängnis. Seit zwanzig Jahren ist es erlaubt und bevor es zur Pflicht wird, möchte ich lieber auswandern.”

Irrer habe ich die Grundstimmung „ja man wird doch noch….dürfen“ bisher noch nicht karikiert gesehen. Und wenn Einer dann noch nachsetzt:
„Warum derf ma’ “stolz sein ein Schwuler zu sein”(“Pride-Parades”),
aber net “stolz sein, ein Deutser zu sein”??“
fällt mir ein, dass wir sträflich versäumt haben, unsere Fähigkeit zum Ressentiment auch touristisch für unseren Standort zu nutzen.
Dass man nicht stolz darauf sein dürfe Deutscher zu sein war mir so bisher nicht bekannt. Verboten? Oder soll das ein heimlicher Angriff auf Diejenigen sein, die verdutzt dreinschauen, wenn Jemand das ohne Not laut sagt. Weil: was geht das Andere an?

Schatten Januar 8, 2014 um 23:09

Ich will mich auch mal outen:

In einer Phase jugendlicher Labilität bin ich mal Fußballfan gewesen! Stehe ich zu!

Und als ehemaliger Fußball-Fan interessiert es mich schon, ob Hitzelberger nun es nun eher mag, aktiv oder passiv zu sein. Aktiv wäre irgendwie besser, finde ich.

Als ich eben mal expliziter mich in telepolis erkundigte, was man unter Hitzelbergers Sexualität sich denn nun vorstellen müsse, wurde mein Beitrag dort gesperrt.

Nun frage ich mich aber, was bedeutet schwul sein – ist doch keine esoterische Sache, sondern ganz handfest. Wie handfest, darüber will aber niemand reden.

Man könnte denken, wir leben auch in Russland.

h.huett Januar 8, 2014 um 23:10

Holger hat offenbar immer noch nicht verstanden, dass Beleidigungen gelöscht werden.

Bleib sachlich oder draußen.

~ The Last Heteroman standing ~ Januar 8, 2014 um 23:11

@treidel

Preisfrage 1: WANN ging es den russichen Hommosexualisten besser?

a) 2014, unter Präsident V. Putin? … odda …
b) 1997, ohne V. Putin?

Preisfrage 2: WELSCHER, von Nachfolgendwelschen, hat die Durschnitzeinkommen von sein Volk erhöht (und welsche zwei hamn es … gesenkt)? Obama, Rothschild-Gerhard, Putin?

Preisfrage 3: Meine Info zu den “Massendemonstrationen” in 2013 in RU ist, daßß es sisch bei den DEmonstranten zu 80% um Altkommunischten, zu 10% um russiche Nazis und zu 10% um neoliberale zu Geld gekommenen Neurussen handelt (ggf. auch motiviert und z. T. finanziert dursch Westen). Kannst du das bestätigen?

h.huett Januar 8, 2014 um 23:27

FL

Die Rolle des Spitzensports? Welche wäre das denn? Oder reden wir von der Kultur der Verbände, der Funktionäre, der Fankurven?

DD
Das Konzept der “Heteronormativität” hat in gewissen Bereichen der Humanities eine eigene Begriffskarriere entfaltet, die weit über den mutmaßlichen empirischen Gehalt des Wortes hinausreicht. Deshalb gebrauche ich es nicht, ebenso wie die schräge Abkürzungsseligkeit lgbt usw. In ihr liegt eine an Marketingsegmentierung angelehnte Spezialisierung, der gegenüber ich die psychoanalytische Triebkonzeption bevorzuge. Tatsächlich ist der Blogeintrag von FL sprachlich ein erstaunliches Dokument. Es geht nicht um die Empirie, sondern die Evidenz eines blinden Flecks.

Nun könnte man sich des Themas auf so vielfältige Weise annehmen, für meine jetzigen Zwecke reichen zwei Video-Links: den Trailer zur Geschichte von Matthew Shepard – und das Video einer Ansprache Barack Obamas anlässlich der Ausfertigung des Matthew Shepard and James Byrd, Jr. Hate Crimes Prevention Act.

So ein Kommentar wie der des sogenannten halbgotts erfüllt mehrere Tatbestände der Volksverhetzung.

Ich möchte nicht missverstanden werden: nicht die Homophobie ist mein Thema, sondern die Reversibilität gesellschaftlicher Liberalität. Das Bewusstsein für diesen Sachverhalt ist analytisch und deskriptiv etwas unterentwickelt.

gelegentlich Januar 8, 2014 um 23:31

@Schatten
„Und als ehemaliger Fußball-Fan interessiert es mich schon, ob Hitzelberger nun es nun eher mag, aktiv oder passiv zu sein. Aktiv wäre irgendwie besser, finde ich.“
Ist das nicht eine Sache, die ausschließlich ihn und seinen Partner angehen? Wenn er nicht von sich aus darüber reden will, warum auch?, wird man nicht danach fragen wollen. Wir fragen doch auch keine Heteros, ob sie mehr a tergo schätzen oder wie oft sie die Unterwäsche wechseln. Ich bin kein Freund von political correctness aber manche Verhaltensweisen haben nun mal ihren sozialen Preis – zurecht.

Doktor D Januar 8, 2014 um 23:32

“die Reversibilität gesellschaftlicher Liberalität”: Wie man in meinen US-Queer-Kreisen zu sagen pflegt: THIS!

volki Januar 8, 2014 um 23:36

Privat ist Privat….

Was nützt mir eine Gesellschaft die sehr tolerant gegenüber Schwulen ist, aber in anderen Bereichen nur scheisse und Diskreminierung fabriziert…..

Mich nervt die Gay Propaganda des Westens……., da stecken vermutlich subversive Interessen dahinter…..z.B gesellschaftliche Wertestrukturen zertören…..

Die sich outen merken nicht das sie von der Politik mißbraucht werden….wir sind ja so tolerant……( von wegen….)

Die Schwulen werden als Feigenblatt mißbraucht….ach wir sind ja so eine tolle Gesellschaft……

Schatten Januar 8, 2014 um 23:47

@gelegentlich

Dein Einwurf erinnert mich an ein gender Seminar, das ich mal besuchte. Die gender Trainerin dort fabulierte bzgl. schwul von “man würde sich seine sexuelle Orientierung aussuchen”. Feigling, der ich bin, habe ich daraufhin nicht nachgefragt, ob damit die Evangelikalen in Amerika, die Schwule therapieren wollen, nicht irgendwie recht haben – wenn man es sich aussuchen kann, nicht?

Und wenn hier schon das Wort der Heteronormativität fällt: Wir klären junge Teenager an den Schulen über Sex auf, was auch einen gewissen Normalsex impliziert. In Ba-Wü sollen jetzt auch die anderen Spielarten an den Schulen explizit gelehrt werden.

Wenn das so ist, dann kann man Mister Hanky-Panky hier, der einem unaufgefordert sein Privatleben darreicht, schon mal näher fragen. Ist ja schließlich offensichtlich jugendfrei, das Thema.

f.luebberding f.luebberding Januar 8, 2014 um 23:47

Nur zu Holger: Seine Telefonnummer ist nicht das Problem. Aber was soll der Quatsch, jetzt mit den Beschimpfungen lostzulegen?

~ The Last Heteroman standing ~ Januar 8, 2014 um 23:49

@hütt
“So ein Kommentar wie der des sogenannten halbgotts erfüllt mehrere Tatbestände der Volksverhetzung.”
—————–

===> … DU erzählst echt mal wieder einen Stuss!! … was soll denn daran “Volksverhetzung” sein??

( …. sicher, soweit würdet @IHR es gerne noch treiben: … den Sterblingen alle Meinungen, die sich von den eurigen schrillen, extremistischen Minderheitenmeinungen unterscheiden … bei Androhung schwerster Strafen zu unterdrücken!. Pfui! … dagegen leiste isch WIDERSTAND! … aus freien Sücken … und weil ich von Gesetz wegen dazu verpfischtet bin … §20GG, Absatz4)

f.luebberding f.luebberding Januar 8, 2014 um 23:56

Nicht jede Meinung, die einem nicht passt, erfüllt irgendwelche Straftatbestände. Man muss sie deshalb nicht teilen; man kann sie sogar für idiotisch halten. Ansonsten hat Hütt recht: Beleidigungen sind Mist.

Doktor D Januar 9, 2014 um 00:01

“Warum derf ma’ “stolz sein ein Schwuler zu sein”(“Pride-Parades”),
aber net “stolz sein, ein Deutser zu sein”??” Ähm, in welchem Tal der Ahnungslosen hast du denn die letzten Fußball-WMs und -EMs, 4-Schanzen-Tourneen (als die deutschen Adler noch flogen), Handball-WMs und diverse andere Sport-Events verbracht? Das ist ja putzig.

gelegentlich Januar 9, 2014 um 00:05

@Schatten
„Und wenn hier schon das Wort der Heteronormativität fällt: Wir klären junge Teenager an den Schulen über Sex auf, was auch einen gewissen Normalsex impliziert. In Ba-Wü sollen jetzt auch die anderen Spielarten an den Schulen explizit gelehrt werden.

Wenn das so ist, dann kann man Mister Hanky-Panky hier, der einem unaufgefordert sein Privatleben darreicht, schon mal näher fragen. Ist ja schließlich offensichtlich jugendfrei, das Thema.“
Dann würde ich doch mal darüber nachdenken, warum es diese Medienfuzzis deutlich weniger interessiert wenn Fussballer Müller erklärt, unaufgefordert, öffentlich, er sei Hetero. Hat ja Beides keinen Nachrichtenwert?
Außerdem ist schwammig was überhaupt explizit gelehrt werden bedeuten soll. Sexualaufklärung klärt auf, beschreibt sexuelle Handlungen und ihre biologische Grundlage. Aber ohne irgendwelche Normen, außer natürlich die Gesetze einzuhalten und nichts ohne die Einwilligung eines Partners zu tun. So etwas wie einen „gewissen Normalsex“ gibt es nun mal nicht. Auch in der Natur nicht. Dass Jemand wie dieser @standing unter sinnvollen Bildungsniveaus hindurch fliegt, damit er in seine früher beschriebene selbstgewählte politische Nachbarschaft paßt, ist nicht verwunderlich. Diese „ja man wird doch wohl noch…“-Haltung, die sich dann noch ängstlich mit Begriffen wie „normal“ in die Sicherheit der behaupteten Mehrheit drängt, ist natürlich auch ein ästhetisches Problem. Aber in bestimmten Winkeln ist man in diesem Land mit Leidenschaft schlecht gelaunt. Da muss ja Niemand hingehen.

Thor Januar 9, 2014 um 00:17

@Holger
ich hätte auf jeden Fall Angst dich anzurufen. Oder schlimmer, gemütlich mit dir ein Bier zu trinken. Wenn man im Laufe eines netten Gespräches irgendein Kindheitstrauma von dir anspricht und plötzlich, unvorhersehbar, man die Fresse dick bekommt ;-)

Zum Thema, ich komme mir echt richtig langweilig vor, ich bin nicht homosexuell, noch gehöre ich sonst irgendeiner propagierten Minderheit an. Ich möchte doch auch mal wichtig sein, ich fordere Gleichberechtigung, ich starte jetzt mal eine Demo und bin erst zufrieden wenn die Meldung “Herr XY” ist völlig Heterosexuell das gleich Medienecho erziehlt…

wowy Januar 9, 2014 um 00:19

@fl
Twitter ist sicher nicht repräsentativ, was Homophobie betrifft, auch wenn das Untereinanderposten von Tweets der neue Journalismus zu sein scheint.
Aber dass SPON inzwischen 5 Artikel zu Hitzlsperger bietet, aber nicht einen zu Europa, obwohl dort am 25. Mai ein Parlament gewählt werden soll, ist nicht nachzuvollziehen.

~ The Last Heteroman standing ~ Januar 9, 2014 um 00:29

@volki
“Mich nervt die Gay Propaganda des Westens……., da stecken vermutlich subversive Interessen dahinter…..z.B gesellschaftliche Wertestrukturen zertören…..”
——————-

===> … nein, es geht längst um viel mehr, als “subversive Interessen”! … es geht längstens schon um … outright’n fascism!!

===>… die selbstauserwählten Oberherrenmenschen vom 13-ner Rat, die im sogenannten “Der Westen” datt Sagen hamn, … wollen uns daran gewöhnen … ihre … TABU-Setzungsmacht(!!) … zu akzeptieren!! … und damit konkludent auch ihre ultimative und uneingeschränkte MACHT zu akzeptieren. Dabei beginnen sie mit eher “harmlosen” und dem massenmedial dressierten Gutmenschen irgendwie “gerechtfertigt” erscheinenden Themen (Schwule wurden unter den Nazis verfolgt, Ausländer müssen mit Willkommenskultur empfangen werden … ihr wißßt scho’ … wg. Auschwitz, usw.) … aber das ist nur der Anfang! … das wird NIE aufhören! … auf jedes durchgesetzte Tabu … folgt sogleich das Nächste! … das ist der trick dabei! … wenn die Gesellschaft es erstmal akzeptiert hat, sich vom 13-ner Rat und seinen Politclowns und Medienheinis … nach belieben … TABUs … DIKTIEREN(!!) … zu lassen … dann sind alle Dämme gebrochen … dann können die Faschisten nach belieben durchregieren … natürlich nur nach ihren ureigensten Interessen!

===> … Es ist wie im Lateinbuch: … DOMINUS SERVUM VOCAT!! …DAS … ist das Ziel! … nicht die subversive Zerstörung von irgendwelchen abstrakten “Wertstrukturen” … die gab es – in Wahrheit – eh nie (bzw. waren es eben die Tabu-Strukturen anderer Machtmafia-Clans …).

===> … ein Gleichnis zum besseren Verständnis:

I) Adolf Hytlar … hat den Schwulen Sex verboten!! … Beschuldigte mußßten einen Rosa Wimpel “SCHWUL!” am Revers tragen!

II) Hans Hütt … will mir den Schwulenwitz, den Ostfriesenwitz und den sexistichen Frauenwitz verbieten! … obendrein will er mir aufzwingen, Schwulen Sex für … “NORMAL” … zu halten. … Beschuldigte müßßen einen Rosa Wimpel “VOLKSVERHETZER!” am Revers tragen!

Wilma Januar 9, 2014 um 00:37

Mir geht das so was auf den Senkel. Ich WILL das gar nicht wissen, was jemand unter der Bettdecke macht.
Und da haben auch die Schulen nichts zu suchen.

Soldat Schwejk Januar 9, 2014 um 00:41

@ ~TLHS~ 22:01

Hm… mit unterhaltsamen bizarren Kommentaren meinte ich nun zwar schräge Abhandlungen über Beckenboden oder Orgonakkumulation, wie sie unlängst hier gesichtet wurden. Nicht aber Dein immer krampfhafter und peinlicher wirkendes Bemühen, lustisch zu sein. Vor 5 Jahren waren es noch geistreiche Parodien auf den Keynesianismus, heuer reicht es nur noch zu sexistischen Altherrenwitzchen, hinter denen ich zumindest bei Leuten mit IQ >80 eigentlich eher eine Kompensationshandlung für irgendwas vermuten würde… aber wir wollen nicht rumpsychologisieren. Doch da ist schon ein atemberaubender Verfall bei Dir zu beobachten. Immerhin hatte ich dagegen schon mal die praktische Ausübung des Bauchtanzes empfohlen, für den Du ja eine gewisse Affinität bekundet hattest.

Aber ich will kein Spielverderber sein und auf Deine Seminarfrage antworten:

—> “Warum derf ma’ “stolz sein ein Schwuler zu sein”(“Pride-Parades”), aber net “stolz sein, ein Deutser zu sein”??”

Also ma derf ja alles. Die Gedanken sind frei. Aber Stolz wegen Zugehörigkeit zu einer Gruppe wegen irgendeines ethnischen oder sexuellen Merkmals scheint mir eh schon seltsam. Ich meine, man kann stolz sein auf irgendwas, was man “errungen” hat, als Individuum oder als Kollektiv. Oder darüber, daß man etwas geschaffen oder getan hat, was für andere Leute weniger Leiden oder mehr Freude bedeutet. Aber stolz darauf sein, irgendetwas einfach nur “zu sein”? Hm…

Nu müssen wir eine Einschränkung machen. Wenn das Merkmal von anderen, von einer Mehrheit zum Grund von Exklusion oder Diskriminierung gemacht wird und die solcherart Eingeordneten deshalb gesellschaftliche Probleme mit ihrer Identität haben, wenn sie in einen Opferstatus hineingeraten, diesen gar noch verinnerlichen und das betreffende Merkmal deshalb zu verstecken suchen… dann ist es eine verständliche und geradezu vernünftige Haltung, sich von dieser Opferperspektive zu befreien und das Merkmal offensiv nach außen zu repräsentieren: Seht her, ich bin schwul und stolz darauf! Nun scheint hierzulande das mit der Homophobie zwar nicht mehr das ganz große Problem zu sein, aber wenn man an die lange Zeit der Diskriminierung und strafrechtlichen Verfolgung denkt… und natürlich auch an Homophobie in manchen migrantischen Milieus… also dann finde ich das mit dem “Gay Pride” durchaus O.K.

Dagegen das mit dem “stolz, ein Deutscher zu sein”… Also O.K., ich hatte viel mit Rußlanddeutschen in RU und UA zu tun, mit alten Leuten, die unter Stalin deportiert worden waren, in die sog. Arbeitsarmee gepreßt worden waren, in Kasachstan in Erdhütten notdürftig überlebt hatten… die bei alledem ihre Sprache und so gewisse kulturelle Symboliken bewahrt hatten und diese dann besonders hochhielten… Also wenn so ein alter Deutscher in Rußland dann sagt: Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein… dann meint das: Ich bin stolz, im Arbeitslager überlebt zu haben, meine Muttersprache bewahrt zu haben, obwohl ich wegen dieses Merkmals zum Staatsfeind erklärt worden war. – Und das ist natürlich unbedingt zu respektieren.

Und… nun gut, nehmen wir den Dir jetzt sicher als Beispiel naheliegenden Fall: Wenn ein “biodeutscher” Schüler in einer Klasse in Neukölln, die, sagen wir zu 80%, aus deutschfeindlichen & gewaltbereiten Migrahigrulern besteht… wenn der als Deutscher gemobbt wird und dann aber offensiv sagt: He, ich bin deutsch und stolz darauf… das ist O.K., denke ich…

Aber wenn Du oder ich, als Angehörige einer ethnokulturellen Mehrheit, die wir nicht in Neukölln zur Schule gehen oder so… wenn wir uns jetzt stolz fühlen würden, qua Geburt “deutsch zu sein”… ich meine, das wäre ziemlich gaga, oder? – Also ma derf es natürlich… aber wenn man glaubt, den Stolz ob dieses Merkmals auch noch lauthals bekunden zu müssen, dann muß man halt damit rechnen, zumindest von aufgeklärten Zeitgenossen für ein bissel verpeilt gehalten zu werden.

Nachtrag #23:11

Ja, ich hab da nur noch einen direkten Kontakt in die entfernte russische Provinz, wo nicht demonstriert wird, wo Putins Partei aber bei den letzten Kommunalwahlen einen ziemlichen Dämpfer gekriegt hat. Aber die betreffenden Leute neigen nicht so zum Politisieren.

Insofern kann ich zu den Demonstrationen in den Metropolen nicht wirklich was sagen. Richtig ist sicher, daß es eine ziemliche Melange ist. Teils wohl so eine gewisse Schickeria, teils “Moskauer Liberale”*, teils wirklich Nazis… aber vermutlich auch viele, die dem Putinismus durchaus mal positiver gegenüberstanden, die jetzt aber enttäuscht sind, weil mehr Autoritarismus offenbar nicht dazu geführt hat, daß mit Korruption und Amtsmißbrauch aufgeräumt wurde. Aber wie gesagt, ich habe da keine Innenansicht.

Zur Ukraine könnte ich mehr sagen, aber vielleicht nicht hier in diesem Thread.

* —> “Moskauer Liberale” – ein in der Provinz anzutreffender pejorativer Ausdruck für vermeintlich weltfremde Moskauer Intellektuelle, die im Paralleluniversum ihrer ideologischen Wunschwelten leben und von den Realitäten in der russischen Gesellschaft keine Ahnung haben

Thor Januar 9, 2014 um 01:03

Mal wieder ein kryptischer Beitrag, am allerwichtigsten finde ich:

1. Michael Schumacher hatte einen Helm auf.
2. Michael Schumacher ist nicht zu schnell gefahren.
3. Michael Schumacher hatte eine guten Grund abseits der Piste zu fahren, er wollte wohl jemanden retten?
4. Habe ich schon erwähnt, er war nicht zu schnell?

Wilma Januar 9, 2014 um 01:20

Und wann outet sich der erste Rennfahrer ? Wo wir gerade beim Thema Schumi sind.

Der kleine Malocher Januar 9, 2014 um 01:31

Es gibt Homosexualität bei Tieren (hatte ich mal verlinkt – müsste ich jetzt wieder raussuchen) und vermutlich bei Göttern (habe im Moment keine Zeit dazu, das rauszusuchen, aber eine Arbeitshypothese, die über die Überwindung von Narzissmus und Einsamkeit führt). Warum sollte das Thema bei Fussballspielern (Halbwesen zwischen Tieren und Göttern) NICHT existieren? Tiere und Götter können allerdings die AfD nicht wählen, weil sie nicht wahlberechtigt sind. Schwule schon.

Morph Januar 9, 2014 um 08:18

@schwejk

Sehr gute Argumente! Wobei ich die Wertung, welche Art Stolz okay ist und welche nicht, nicht so wichtig finde. Entscheidend ist m.E. Dein Hinweis auf die Dialektik von Stolz und Scham.

DAS Kraftzentrum des Politischen.

(und nicht so sehr die Ökonomie und der Kampf um den materiellen Vorteil)

gelegentlich Januar 9, 2014 um 08:43

@Wilma
„Und wann outet sich der erste Rennfahrer ?“
Wenn er in einer Umgebung lebt, in der Klasse und Stil geschätzt werden, und Niemand auf die Idee kommen kann danach zu fragen, ob er es aktiv oder passiv tut. Weil er damit unmöglich machen würde. Wohlgemerkt: es geht um sinnvolle Konventionen, nicht um überzeugt werden. Die Gedanken bleiben frei.

@Der kleine Malocher
„Es gibt Homosexualität bei Tieren“, sogar schon bei Fischen. Klar, habe ich übrigens auch hier schon öfter mal angesprochen. Und ist sogar sehr häufig. Aber wenn das Argument jetzt wieder gebraucht wird in Kurzform:
Der Bonobo (nicht der Schimpanse) scheint Homo sapiens am nächsten zu stehen. Bei Bonobos werden Konflikte nicht durch Hahnenkämpfe um den Rang eines alpha-Männchens gelöst, das dann entscheidet, sondern durch eine Art Konsultation und erotisch-sexuelle Beschwichtigung, hetero- und homoerotisch. Die Häufigkeit homoerotischer Kontakte ist dabei erheblich größer als beim Menschen bekannt/vermutet. Nach unseren Maßstäben wären Bonobos „completely oversexed“. Frans de Waals hat das wohl als Erster beschrieben und opulent bebildert.
Insbesondere in den USA hat das zutiefst schockiert. Weil man bis dahin gerne die eigene Gesellschaft und die eigene Sichtweise darauf als quasi natürlich begründet ausgegeben hat – unter Verweis auf das Beispiel der Schimpansen. Die Libertären scheinen oft auch in diese Richtung zu denken: survival of the fittest. Und jetzt stellt sich heraus dass es falsch ist. Am erfolgreichsten sind Diejenigen, die am besten kommunizieren, sich „vernetzen“, Vergnügen stiften können. Sodom und Gomorrha.

„2.) Isch möschte weiterhin das Meinungsrecht hamn, Hommosexualismus für … “NICHT NORMAL” …. halten zu dürfen“

Ob solch ein Zeug den Tatbestand der Verhetzung erfüllt? Ich glaube eher nicht. Das ist Stammtisch und sollte auch da bleiben. Wenn ich an einer Trinkhalle vorbei gehe und sowas aufschnappe rege ich mich darüber auf. Auch Sätze haben ihre Heimat. Damit ist auch beschrieben wo @~ standing seinen sicheren Heimathafen wiederfinden kann.
Danke, @Soldat Schweijk, für die wunderschöne Erläuterung zu dem, was man darf. Aber solche Leute wie @~ standing sind nicht einfach „bissel verpeilt“. Dahinter steckt politisch eben auch der Wunsch durch Auslösen von angstbegründeten Ressentiments Politik machen zu könne. Da will ich jetzt werten: das ist für mich ein mieser Traditionsstrang von bissigen Kleinbürgern, die ich für konstitutive Feiglinge halte. Ein Element auch deutscher Kultur, auf das ich nicht stolz sein kann.

gelegentlich Januar 9, 2014 um 08:46

Sorry, ich kann den Beitrag leider nicht bearbeiten. Es muss natürlich heißen:
„Wenn ich an einer Trinkhalle vorbei gehe und sowas aufschnappe rege ich mich darüber nicht auf.“

"ruby" Januar 9, 2014 um 09:35

Also, wenn ich dran denke mit was für schwulen Sportkameraden ich das Shampooo unter der Dusche geteilt habe, bestehe ich auf getrennte Sanitäranlagen für Lesben und andere Homos Homo Spapiens.
;-)
Allein schon die Investitionen zur Konjunkturbelebung…
Einfach gigantisch!!!

"ruby" Januar 9, 2014 um 09:49

Danach ging es auf den Garagenhof zum Fußball kicken:
http://www.youtube.com/watch?v=yPVpJlYWTlg
so gegen 18:30 Uhr
und beide Trainingsanzüge (Puma + adidas) haben wir auch verschwitzt…
Einfach anders!!!

"ruby" Januar 9, 2014 um 09:55

Dieses Gefühl, wie der Ball beim Torschuß sanft über den Spann/Schienbeinansatz gleitet und leicht linksdrehend einnetzt…

Schwarzblut Januar 9, 2014 um 10:06

Homosexualität, ein Verbrechen gegen die Naturgesetze!
Es gibt kein einzigen bestätigten Fall in der Natur bezüglich Homosexualität!
Bisexualität ist natürlich, Homosexualität hingegen eine frühe Erscheinung ( selbst in der Antike bis hin zum frühen 20. Jahrhundert gibt es keine Homosexualität ), eine aus gewissen Kreisen inszinierte Bewegung um die Familienstrukturen zu schwächen und zu zerstören.

Gut das Russland das erkannt hat und sich nicht einlullen läst, wie Russland mit diesem Quatsch umgeht ist vollkommen richtig!
Wenn ich hier so sehe das man diesen Schwachsinn auch noch fördert, sogar gleich stellen will, wird mir schlecht!

Der kleine Malocher Januar 9, 2014 um 11:02

@gelegentlich Januar 9, 2014 um 08:43
Ja, Du hast schon recht. Ubiquitär im gesamten “animal kingdom”, ein natürliches Muster also, und diese Basisinformation enthebt bereits die Sonderstellung, die das Thema in der Öffentlichkeit hat. M.E. reicht “gleiches Recht für alle” hier völlig aus, und das sollte von Steuerrecht bis Adoptionsrecht reichen.
Delikat wird es lediglich bei Berufen und Aktivitäten, in denen Körperkontakte entstehen. Von Medizin bis Mannschaftspocht. Weiss nicht, wie man das dann am besten regelt. “Schwul sein” ist nicht “behindert sein”, so dass es hier auf die Frage des “outings” hinausläuft. Ein Patient muss dann selbst entscheiden, ob er oder sie zum schwulesbischen Arzt, Friseur, oder was auch immer geht. Bei Mannschaftsspochtarten sollte die Manschaft, bei der Feuerwehr das Team usw. entscheiden: aufgeklärt sind wir heute genug und die meisten haben nix gegen das Schwulesbische.
Problematisch (im engeren Sinn) sind Bereiche, in denen Menschen “unter Zwang” zusammenleben, da wo also “schwul sein” und die Verletzung von Menschenrechten angrenzen können, von Gefängnissen bis Internatsschulen. Hier sollten Schwule selbst mal mit Vorschlägen rüberkommen u.z. sowohl als potentielle Opfer und potentielle Täter.

Der kleine Malocher Januar 9, 2014 um 11:16

PS: “haben nix gegen das Schwulesbische”, sofern es sich zivilisiert verhält. Rumvögeln in der Öffentlichkeit (egal ob homo, hetero, bi, tri, multi) bleibt Erregung öffentlichen Ärgernisses – Sexualität ist Privatsache.

h.huett Januar 9, 2014 um 11:34

Schweijk

Gute Klarstellung, auch die Dekonstruktion des schrägen Stolzes.

Ich empfehle ansonsten, unabhängig von dem Anlass, den Herr Hitzlsperger gegeben hat, diesen APuZ-Text.

Der kleine Malocher Januar 9, 2014 um 11:36

@HG, Holger, Schwarzblut usw.:
Ich meine, man sollte das Thema nicht zu hochkochen. Der Unterschied zwischen Hetero- und Homosexualität ist doch nur, dass die eine Form auf natürlich-genetischem Wege zu Reproduktionserfolg führen kann und die andere nicht. Wer kennt
schon alle Gründe dafür, dass 90% (oder so) von uns unsere Gene weitergeben wollen und 10% (oder so) eben nicht? Der Bruder meiner
Frau ist schwul und macht mit nem anderen Schwulen einen phantastischen Job als Mediziner – irgendwo in Deutschland. Wenn die beiden z.B. eine Kind adoptieren wollen, ja – weil sie Familie sein wollen – warum nicht? Das Kind wird sowieso aus prekären Zonen
dieses Planeten kommen und hätte vielleicht sonst nicht überlebt. Das Thema “schwul sein” ist leider argumentativ vermischt mit der Idee des maximalen Reproduktionserfolges für das “Eigene”. Die Angst vor dem Reproduktionserfolg anderer – also in der Zwiebelschalendenke – weiter entfernt liegender Menschen teile ich nicht, solange es sich um homo sapiens handelt. Laura Magdalana hat da recht, Mutter Erde kriegt das schon hin. Angst vor “Verdünnung” (cf. dominant vs. rezessiv) können eigentlich nur elitäre “blood lines” haben (cf. “Elohim” vs. “Aryans” vs. …wer uns sonst noch “besucht” hat), aber datt is ja nicht mein Problem als Durchschnittserdenbewohner. Klar, gibt es neben der genetischen auch eine soziale, kulturelle, wirtschaftliche und religiöse Dimension des Problems. Aber Migration hat es immer gegeben und wird es immer auf diesem Planeten geben, incl. Abwehr, Übernahme, Assimilation und Parallelität. Das europäische Problem ist kein Problem einer mangelnden oder übersteigerten Permeabilität von Nationen – es ist in erster Linie ein monetäres Problem, was uns ökonomisch (scheinbar unter der Fascis Brüssels) aufgezwungen wird. Aber da sollte man eher “Schattenanalytik” betreiben, denn ich kann den Verdacht, dass es neben uns auch “andere” gibt, u.z. solche, die ihre Agenda besser kennen als wir die unsrige, inzwischen nicht mehr loswerden.
@Soldat: Es bleibt leider breiig – hab zum Grundsätzlichen noch etwas engestellt im Vorgänger-Thread.

robert j. pearson Januar 9, 2014 um 11:49

ich wollte hier nur mal anmerken, dass die öffentliche wertschätzung des hitzelsperger-outings auch ein licht wirft auf die selbstvergewisserungs-mechanismen unserer gesellschaft. und auch nur aus diesem kontext heraus erklärbar ist.

während wir als gesellschaft nämlich en gros (und empirisch feststellbar) mehr und mehr von der liberalität abrücken (was beispielsweise deviantes verhalten von jugendlichen, toleranz gegenüber rauchern, u.v.a.m. angeht), freuen sich alle fast schon unangenehm laut darüber, dass mit dem outing des einen oder anderen promis dieser schleichende prozess in den den hintergrund rückt.

nach meiner persönlichen ansicht dringt die debatte um die rechte von schwulen auch nur deshalb so gut in die mitte der gesellschaft, weil diese permanent betonen, wie sehr ihre lebensweisen und forderungen dem selbstverständnis der bürgerlichen familie entsprechen. was ich total okay finde, da es das lebensumfeld dieser leute durchaus menschenfreundlicher macht.

ob die vielen glückwünsche aber als indikator gesamtgesellschaftlicher toleranz und offenheit dienen können? ich bin da eher skeptisch.

robert j. pearson Januar 9, 2014 um 11:57

diese peinliche form der pseudotoleranz sieht man übrigens auch an den repräsentanten des schweinesystems, die hitzelsperger zum outing gratulieren. ich mein’ david cameron, WTF?

Frankie Bernankie Januar 9, 2014 um 12:15

@soldat schweijk

“Wie ich sehe, bist Du doch beim alten Nick geblieben… aber jetzt nicht mehr der Herr über den Helikopter…”

Nur nicht so schnell, noch ist der Gebenedeite im Amt.

http://www.youtube.com/watch?v=7aZkPk-doMI

robert j. pearson Januar 9, 2014 um 12:16

und: wenn dieser akt der selbst-offenbarung das eigentlich bewundernswerte darstellt: warum wird er nur bei denjenigen positiv anerkannt, ja geradezu herbeigesehnt, die sich sonst charakterlich nichts haben zu schulden kommen lassen?

in punkto selbstüberwindung sind die fälle hitzelsperger und westerwelle vermutlich ähnlich gelagert, mit dem unterschied, dass westerwelle als ein menschenfeindlicher unsympath erscheint und hitzelsperger eine art hoffnungsträger für die jugend ist.

offensichtlich, und damit komme ich zum kern meines unbehagens, gibt es unterschiedliche arten der öffentlichen bewertung der sexuellen identität von menschen, die davon abhängen, ob jemand auch sonst ein netter typ ist oder eher nicht. kann man sowas “toleranz” nennen?

"ruby" Januar 9, 2014 um 12:40

@ gelegentlich

gib es doch zu – ein schwätzchen mit den homopathologiern an der trinkbude zu halten …
;-)
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/rueckkehr-des-kiosk-klassikers-bonner-budenzauber-12741318.html

Morph Januar 9, 2014 um 12:49

@kleiner Malocher

“Delikat wird es lediglich bei Berufen und Aktivitäten, in denen Körperkontakte entstehen. Von Medizin bis Mannschaftspocht.”

Dann sollten schwule Männer aber auch das Recht auf schwule Krankenpfleger haben. Nach Deiner Logik wäre es ja ziemlich ‘delikat’, würden die von einer Heterokrankenschwester betatscht werden. Und die lesbische Frau, die keine lesbische Frauenärztin findet?

Delikat, delikat!

Hühnerarsch, sei wachsam! (Georg Ringsgwandl)

Weißt du schon, wer nach dir schielt,
weißt du, wie das Leben spielt?
Hühnerarsch, sei wachsam!

Denn paßt du nicht richtig auf,
springt dir hint’ ein Gickerl drauf, drum:
Legehuhn, paß Obacht!
Legehuhn, paß Obacht!

Du kannst schlau sein oder promoviert,
hip oder habilitiert,
das nützt nichts, wenn man doch nicht kapiert
daß hinten schon wer rumhantiert.
Vogeltier, schau Vorsicht!
Vogeltier, schau Vorsicht!

Gackerst fröhlich deine Lieder,
schon greift dir wer ins Gefieder.
Chicken ass, be watchful!
Chicken ass, be watchful!

Es gibt Typen, die hams drauf abgesehn,
dir von hinten ans Gerät zu gehn, drum:
Hühnerpelz, paß Obacht!
Hühnerpelz, paß Obacht!

An jedem Ort, in jedem Jahr,
lauert gerne die Gefahr,
und paßt du nicht auf, Poularde,
rupft dich wer, und das wär scharde.
Hühnerarsch, sei wachsam.

Ich habe einen Tipp für Euch ältere Semester hier im Kommentariat, die Ihr Sorge habt, dass Euch hinten ein Gickerl draufspringt. Alle mal auf’s bellicon! Sturzprophylaxe! Beckenbodentraining! Verdauung! (und natürlich auch für @schwejks Kommentarsammlung):
http://www.youtube.com/watch?v=yWgNVMLASGk
http://www.youtube.com/watch?v=OCdruMRuHpU
http://www.youtube.com/watch?v=oRwAGomfaLc

Morph Januar 9, 2014 um 12:50

mein formidabler Kommentar wartet auf Moderation! :-)

Doktor D Januar 9, 2014 um 13:01

@rjp: Danke für diese interessante Perspektive!
Sowas ähnliches habe ich mir heute morgen gedacht, als ich die Interviews mit Willi Lemke (Werder Bremen Aufsichtsrat und EX-SPD-Bürgermeister) und Heribert Bruchhagen (EIntracht Frankfurt Vorstand AG) im DLF gehört habe. Weder Interviewer noch Interviewten gingen auf die Argumente ein, die Hitzlsperger selbst in seinem Video anspricht: Das nämlich große Sportevents wie die Fußball-WM gerne von Regierungen zur Selbstdarstellung und Legitimierung genutzt werden, die homophob agieren – und das da bisher kein einziger Verband wirklich offensiv gegen vorgeht. Ganz besonders seltsam deswegen, weil Herr Bruchhagen gerade mit seinen Leuten im Trainingslager in Abu Dhabi ist. Dort ist Homosexualität illegal und kann mit Freiheitsstrafe bis zu 14 Jahren bestraft werden – und wenn’s ganz blöd läuft auch mit dem Tode.

BB Januar 9, 2014 um 13:08

Welche Tabus gibt es eigentlich noch, jetzt wo das blonde Schrapnell mit der Stimme so spitz wie ein Rambo IV-Messer VerteidigungsministerIn geworden ist?

- Hitzelsberger Outing und Merkels Presseerklärung dazu, wahrscheinlich um Putin vor Sotchin noch ein bisschen zu ärgern,
- Seehofer Kampagne “Rumänen fressen uns die Haare vom Kopp”,
- Schumis Ski-Unfall, war er zu schnell? …

… sind die Themen zu Beginn des neuen Jahres.

Aber die eigentlich Sensation geht der Medien- und Politik-Mischpoke komplett durch:

!!! Die Zahl der deutschen hat wieder zugenommen, dank der Einwanderer !!!

Hey, die Rente ist sischer! Wir können Kindergeld und Steuervergünstigungen kürzen. Die Panikmache der Versicherungsbranche war kompletter Blödsinn.

Sensation! Keiner merkt es. Hitzelsberger und Seehofer sei Dank. Absicht oder Zufall?

BB Januar 9, 2014 um 13:16

Warum hält es Frau Merkel für nötig, die Sache “Hitzelsberger” in einer Bundespressekonferenz zu erwähnen?

Weil wir nur noch bei solchen Themen so tun können, als hätte wir Russland in Sachen “Freiheitliche Gesellschaft” etwas voraus.

Dagegen kannen wir beim Thema “Rechtsstaatlichkeit”, “Überwachung und Bespitzelung der Bürger”, “Demokratie” gegen Russland mittlerweile nicht mehr punkten.

Was bleibt für unser Überlegenheitsgefühl? Bei uns werden Homosexuelle im Gegensatz zu unseren Feinden im globalen Freihhandleskrieg (Russen, China, islamische Länder) nicht verfolgt!

101 Punkte zu 100 Punkte für Deutschland!

"ruby" Januar 9, 2014 um 13:19

@ Frankie Bernankie

Wo kommt Gerda Hasselfeldt eigentlich wieder her?
Dagegen ist das niedersächsische Schrappnel ja fast kosmopolitisch.
Hat die den ganzen Wasserstoff vom Edmund übernommen?
Welche chemischen Reaktionen dabei entstehen, kann der Morph empirisch untersuchen…
;-)

"ruby" Januar 9, 2014 um 13:24
Andreas Kreuz Januar 9, 2014 um 13:44

Hochinteressant, das Abendland im Untergang.
Aber mehr auch nicht.

robert j. pearson Januar 9, 2014 um 13:48

@drD

jo, die haltung zur homosexualität entzieht sich ja jeder begründbarkeit, sie beruht ausschließlich auf ableitungen religiöser werte oder – wie in unseren kontexten – auf dem fortschritt in der gesellschaftlichen säkularisierung. in russland ist sie ausdruck einer postsowjetischen regression, in der die orthodoxe kirche eine wichtige rolle spielt. im arabischen raum eher religion plus starke patriarchale familienstrukturen.

in allen drei geographischen kontexten ist der sport ausdruck von modernität, nur eben auf unterschiedliche weise. eine fußball-wm in russland wird als zeichen der handlungsfähigkeit des staates gesehen, in katar als symbol der öffnung des regimes zur symbolwelt des westens (neben fluglinie und eigenem fernsehsender), und in deutschland halt als motor der gesellschaftlichen inklusion marginalisierter bevölkerungsgruppen.

es gibt also auf der gesellschaftlichen ebene, in der interpretation dieser ereignisse, keinen common ground abseits vom gegenseitigen besuch der nationenstände auf der fanmeile. es gibt ihn nicht einmal unter den funktionären, sieht man von dem temporären arrangement der WMen als gelddruckmaschine einmal ab.

widersprüche zwischen normativem anspruch und der beobachtbaren realität sind für fußballfunktionäre ein enormes problem, und ihre strategie des weglobens bei gleichzeitigem wunsch nach ruhe wird in solchen augenblicken, in denen dieser widerspruch thematisiert wird, umso deutlicher.

aifran Januar 9, 2014 um 13:57

Wie viele Buchstaben “verdient” das Transatlantische Freihandelsabkommen? Wie viel Buchstaben werden ihm vom Ministerium für Wahrheit und Propaganda zugewiesen/zugestanden??? Wie viele nehme ich mir???

Substitutionstherapie -
Beschäftigungstherapie -
für die Nutzmenschen und Dörfler Ablenkung, Säue durchs Dorf treiben, Purzelbäume schlagend …. (gibt wohl auch extra Hundekekse für all die “Ablenkungskünstler und Sautreiber”)

… unbeachtet können nun die Herren, Nutzmenschenhalter und Regelmacher ihr nächstes großes Ding durchziehen.

TAFTA – die große Unterwerfung
von Lori Wallach
Aufgeregte Politiker von Berlin bis Brüssel sehen durch den NSA-Skandal das Transatlantische Freihandelsabkommen in Gefahr. Über das, was in dem angestrebten Vertrag stehen soll, reden sie nicht so gern. Ein Blick auf die ersten Blaupausen lässt ahnen, was Europas Bürger nicht zu früh erfahren sollen.
Bereits vor fünfzehn Jahren versuchten Großunternehmen bei den Verhandlungen über das Multilaterale Investitionsabkommen (MAI) ihre Macht heimlich still und leise in unvorstellbarem Maße auszuweiten. Damals scheiterte das Projekt am hartnäckigen Widerstand der Öffentlichkeit und der Parlamente. Damit wurde unter anderem verhindert, dass sich einzelne Konzerne denselben Rechtsstatus wie Nationalstaaten verschaffen konnten. Das hätte etwa bedeutet, dass Unternehmen eine Regierung verklagen können, “entgangene Gewinne” aus Steuergeldern auszugleichen.
Jetzt aber kommen diese Pläne erneut auf den Tisch, und zwar in deutlich verschärfter Fassung. Der offizielle Name des neuen Projekts lautet “Transatlantic Trade and Investment Partnership”, abgekürzt TTIP. Dieses transatlantische Handels- und Investitionsabkommen soll, ähnlich wie früher das MAI, die Privilegien von Konzernen und Investoren absichern und sogar noch ausweiten. So wollen die EU und die USA ihre jeweiligen Standards in “nicht handelspolitischen” Bereichen vereinheitlichen. Diese angestrebte “Harmonisierung” orientiert sich erwartungsgemäß an den Interessen der Konzerne und Investoren. Werden deren Standards nicht erfüllt, können zeitlich unbegrenzte Handelssanktionen verhängt werden. Oder es werden gigantische Entschädigungen für die Unternehmen fällig.
Die Verhandlungen über diese Art Staatsstreich in Zeitlupe haben im Juli dieses Jahres in Washington begonnen – mit der erklärten Absicht, in zwei Jahren ein Abkommen zu unterzeichnen, das eine transatlantische Freihandelszone (Transatlantic Free Trade Area, Tafta) begründen wird. Das gesamte TTIP-Tafta-Projekt gleicht dem Monster aus einem Horrorfilm, das durch nichts totzukriegen ist. Denn die Vorteile, die eine solche “Wirtschafts-Nato” den Unternehmen bieten würde, wären bindend, dauerhaft und praktisch irreversibel, weil jede einzelne Bestimmung nur mit Zustimmung sämtlicher Unterzeichnerstaaten geändert werden kann.
Wirtschafts-Nato mit grenzenlosen Befugnissen
Weil die global operierenden US-Konzerne eine ähnliches Partnerschaftsabkommen für den pazifischen Raum (Trans-Pacific Partnership oder TPP) anstreben, würden wir auf ein System zusteuern, das die Herrschaft der mächtigsten Kapitalgruppen über den Großteil der Welt zementiert und juristisch absichert. Denn auch andere Staaten wären gezwungen, bei der TTIP oder der TPP anzudocken. Sie müssten sich also im Handel mit der USA und der EU nach deren Regeln richten.
In den USA reagieren die Wähler, die Präsident Obama sein Versprechen eines “glaubhaften Wandels” abgenommen haben, teils depressiv, teils wütend. Denn was er ihnen als Regelwerk für die Weltwirtschaft auf der Höhe des 21. Jahrhunderts verkaufen will, läuft darauf hinaus, dass die von den sozialen Bewegungen des 20. Jahrhunderts durchgesetzten Fortschritte großenteils wieder rückgängig gemacht werden.
Die Verhandlungen über das TTIP-Tafta-Projekt finden hinter verschlossenen Türen statt. Damit wird gewährleistet, dass jenseits des geschlossenen Zirkels der “Handelspolitiker” niemand beizeiten mitbekommt, was tatsächlich auf dem Spiel steht.(1) Andererseits haben 600 offizielle Berater der Großkonzerne privilegierten Zugang zu den Dokumenten und zu den Entscheidungsträgern. Textentwürfe werden nicht veröffentlicht, die Öffentlichkeit und die Presse werden außen vor gelassen, bis der endgültige Deal unter Dach und Fach ist.
Der im Juni zurückgetretene US-Handelsminister Ron Kirk hatte im Mai 2012 in einem Anfall von Aufrichtigkeit erklärt, warum eine solche Geheimhaltung erforderlich sei: In einem früheren Fall ist der Entwurf für ein umfassendes Handelsabkommen publiziert worden, und deshalb sei es am Ende gescheitert.(2 )Kirk bezog sich auf den ersten Anlauf zum Nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta, dessen Text 2001 auf die Website der Regierung gestellt worden war. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sagte dazu: Ein Papier, das die Öffentlichkeit scheuen müsse, dürfe gar nicht unterzeichnet werden.(3)
Für die Heimlichtuerei gibt es einen einfachen Grund. Ein solches Abkommen würde die nationalen Regierungen bis hinunter zu den Kommunalverwaltungen verpflichten, ihre aktuelle und künftige Innenpolitik dem umfangreichen Regelwerk anzupassen. In diesem Abkommen wären auf diplomatischer Ebene ausgehandelte Gesetzesvorgaben festgeschrieben, die nach dem Wunsch der Unternehmen auch viele nicht handelsbezogene Bereiche beträfen: etwa die Sicherheit und Kennzeichnung von Lebensmitteln, die Grenzwerte chemischer und toxischer Belastung, das Gesundheitswesen und die Arzneimittelpreise, das Recht auf Privatsphäre im Internet, Energieversorgung und kulturelle “Dienstleistungen”, Patente und Urheberrechte, die Nutzung von Land und Rohstoffen, die Rechte und die Arbeitsmöglichkeiten von Immigranten, die öffentliche Auftragsvergabe und vieles andere mehr.
Die Unterzeichnerstaaten müssten gewährleisten, dass “ihre Gesetze, Regelwerke und administrativen Verfahren” die im Abkommen vereinbarten Vorgaben einhalten. Im Zweifel würden sie dazu gezwungen: Bei etwaigen Verstößen gegen den Vertrag müsste sich der jeweilige Staat einem Streitschlichtungsverfahren unterwerfen, wonach das renitente Land mit Handelssanktionen belegt werden kann.
Dass das nicht übertrieben ist, zeigt ein Blick auf andere Handelsabkommen mit dem attraktiven Etikett “Freihandel”: 2012 untersagte die WTO den USA eine Kennzeichnung für Konserven, die den Schutz von Delfinen garantiert oder die Herkunft von Fleischprodukten nachweist. Und die EU unterlag der WTO im Konflikt um genveränderte Lebensmittel. Und sie muss auf WTO-Beschluss zig Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie Wachstumshormone für Schlachttiere verbietet.
Wenn das TTIP-Tafta-Projekt zustände käme, könnte jeder beliebige Investor, der in einem der beteiligten Länder engagiert ist, alle möglichen “nicht handelsbezogenen” Bestimmungen unter Beschuss nehmen – genau so, wie es in dem gescheiterten MAI-Abkommen von 1998 vorgesehen war.
Allein dies macht das TTIP-Projekt zu einer Bedrohung von völlig neuen Dimensionen. Und da jede nachträgliche Vertragsänderung der Zustimmung sämtlicher Signatarstaaten bedarf, wären die reaktionären Inhalte des Abkommens durch demokratische Kontrollmechanismen wie Wahlen, politische Kampagnen und öffentliche Protestaktionen nicht mehr angreifbar.
Politisch brisant ist auch die Rolle des Schiedsgerichts, das es einzelnen Konzern ermöglichen soll, einem Staat gewissermaßen auf Augenhöhe entgegenzutreten. Die dreiköpfigen Kammern wären unter Aufsicht der Weltbank und der UNO organisiert und könnten staatliche Entschädigungszahlungen anordnen, wenn sie befinden, dass die Politik oder bestimmte Maßnahmen einer Regierung die “erwarteten künftigen Profite” eines Unternehmens schmälern. Dieses Schlichtungsregime macht klar, dass die Rechte von Unternehmen höherwertig sein sollen als die Souveränität von Staaten. Es würde Unternehmen ermächtigen, die Regierungen der USA oder eines EU-Staats vor ein außergerichtliches Tribunal zu zerren. Und zwar mit dem schlichten Argument, dass die Gesundheits- oder Finanz- oder Umwelt- oder sonstige Politik dieser Regierung ihre Investorenrechte beeinträchtigt.
Dieses System einer extremen Begünstigung der Unternehmensinteressen, das im Fall des MAI-Abkommens noch gescheitert war, wurde seitdem bereits in mehreren “Freihandelsabkommen” der USA verankert. Dadurch flossen mehr als 400 Millionen Dollar an Steuergeldern an Unternehmen, die gegen Verbote giftiger Substanzen, Lizenzregeln, Gesetze über Wasserschutz oder Waldnutzung und andere “investitionsfeindliche” Regelungen geklagt hatten.(4) Vor diesen Tribunalen sind derzeit Klagen von Unternehmen mit einem Streitwert von 14 Milliarden Dollar anhängig, die sich etwa auf die Arzneimittelzulassung, auf die Haftung für Umweltschäden oder auf Klimaschutz- und Energiegesetze beziehen.
Das TTIP-Tafta-Projekt würde diesem Drohinstrument der Investoren gegenüber dem Staat eine ganz neue Reichweite verschaffen. Denn dann könnten Tausende von Unternehmen, die in den USA wie in der EU Geschäfte machen, alle möglichen staatlichen Gesetze zum Schutz der Gemeinschaftsinteressen aufs Korn nehmen. 3 300 EU-Unternehmen besitzen mehr als 24 000 Tochterunternehmen in den USA, von denen jedes sein Investoreninteresse gegenüber dem Staat einklagen könnte. Umgekehrt könnte auf die EU eine Welle von Investorklagen seitens der 50 800 Tochterfirmen zukommen, die 14 400 US-Unternehmen in den Ländern der Europäischen unterhalten. Insgesamt wären so 75 000 beidseitig registrierte Unternehmen in der Lage, ein politisches System zu untergraben, auf das sich die Bürger bislang verlassen haben.
Das System einer Streitschlichtung zwischen Investoren und Staat (Investor-state dispute settlement, ISDS) wurde angeblich im Hinblick auf Entwicklungsländer ohne verlässliches Justizsystem ersonnen. Das heißt, Investoren sollten im Fall einer Enteignung ihrer Fabriken, Bergwerke oder Plantagen gegenüber dem einheimischen Staat eine Entschädigung durchsetzen können. Nun sind die USA und die EU keineswegs unterentwickelte Regionen. Und sie verfügen über Justizsysteme, die zu den stabilsten der Welt gehören; auch von mangelndem Schutz des Eigentums kann keine Rede sein. Wenn das ISDS-Regime in einem Abkommen zwischen den USA und der EU auftaucht, ist dies ein klares Indiz dafür, dass es nicht um besseren Schutz der Investoren, sondern um die Macht der Unternehmen geht.
Investorenrecht vor nationalen Gesetzen
Die Schlichtungskammern, die sich mit ihren Entscheidungen über Regierungsmaßnahmen und staatliche Gesetze hinwegsetzen können, bestehen aus drei Juristen, die normalerweise für den privaten Sektor arbeiten.5 Viele von ihnen sind in ihrem normalen Berufsleben Anwälte von Unternehmen, die gegen Regierungen klagen. Der exklusive Klub der “Richter” solcher internationalen Schlichtungskammern wird von 15 Rechtsanwaltsbüros dominiert, die mit 55 Prozent aller bisherigen Investitionsklagen gegen Staaten befasst waren. Eine Berufungsmöglichkeit gegen ihre Entscheidungen gibt es nicht.
Die “Investorenrechte”, die ausländische Unternehmen nach dem geplanten TTIP-Tafta-Vertrag gegen staatliche Maßnahmen einklagen können, sind vage und gleichzeitig sehr breit definiert. Die bisherigen Schlichtungskammern haben diese Rechte tendenziell weit großzügiger interpretiert, als sie einheimischen Firmen nach nationalem Recht zugestanden werden. Dabei haben sie etwa das Recht auf einen weit gefassten Vertrauensschutz postuliert, was letztlich bedeutet: Das staatliche Regelwerk darf nach getätigter Investition nicht mehr verändert werden.
Rechtlich abgesichert wurde auch der Anspruch auf Entschädigung für “indirekte Enteignung”: Ein Staat muss demnach zahlen, wenn seine neuen Regelungen den Wert der Investition verringern – selbst dann, wenn diese gleichermaßen für in- und ausländische Firmen gelten. Diese Garantie würde sich auch auf Neuregelungen des Erwerbs von Land, Rohstoffvorkommen, Energiequellen, Fabriken und anderen Investitionsobjekten erstrecken.
Mittels solcher privilegierten Regelungen in den bisherigen Abkommen haben ausländische Investoren schon in den verschiedensten Fällen eine Entschädigung für ihre “indirekte Enteignung” gefordert: im Hinblick auf Gesundheits- und Sicherheitsstandards von Konsumgütern, Gesetze über Umweltschutz und Flächennutzung, Entscheidungen bei der Ausschreibung staatlicher Projekte, Klimaschutz- und energiepolitische Maßnahmen, Gesetze über Wasserschutz oder Einschränkungen des Rohstoffabbaus.
Einige Beispiele: Die Anhebung der ägyptischen Mindestlöhne und ein peruanisches Gesetz zur Kontrolle toxischer Emissionen werden derzeit von Unternehmen der USA wie der EU unter Berufung auf ihre Investorenprivilegien bekämpft.(6 )Andere Firmen klagten unter Berufung auf das Nafta-Abkommen gegen Garantiepreise für die Einspeisung erneuerbarer Energie und gegen ein Fracking-Moratorium. Der Tabakgigant Philip Morris hat ein Schiedsverfahren gegen progressive Antirauchergesetze in Uruguay und Australien angestrengt, nachdem er es nicht geschafft hatte, diese Gesetze vor einheimischen Gerichten zu kippen. Ebenso hat der US-Pharmakonzern Eli Lilly unter Hinweis auf den Nafta-Vertrag dagegen geklagt, dass Kanada die Lizensierung von Arzneimitteln nach eigenen Kriterien wahrnimmt (um möglichst allen Leuten erschwingliche Medikamente zugänglich zu machen). Und der schwedische Energiekonzern Vattenfall will von Deutschland wegen der einschränkenden Bestimmungen für Kohlekraftwerke und der schrittweisen Stilllegung von Atomkraftwerken eine Entschädigung in Milliardenhöhe eintreiben (siehe Artikel Seite 14).
Bei den von der Schiedskammer festgelegten Zahlungen an ausländische Konzerne kann es sich um enorme Summen handeln; in einem der jüngsten Fälle waren es mehr als 2 Milliarden Dollar.(7) Selbst wenn Regierungen gewinnen, müssen sie häufig die Verfahrenskosten tragen, die im Durchschnitt bei 8 Millionen Dollar liegen. Ohnehin werden sie oft allein schon durch eine Beschwerde seitens der Industrie verschreckt. Das zeigt etwa das Verhalten der kanadischen Regierung, die das Verbot eines toxischen Zusatzstoffs für Autobenzin zurückgenommen hat.
Monsanto wittert Morgenluft
Die Zahl der den Schiedsgerichten vorgelegten Fälle ist in den letzten Jahren rasant gestiegen; nach Unctad-Angaben liegt sie heute zehnmal höher als 2000. Und 2012 wurden mehr Klagen angestrengt als je zuvor. Infolgedessen ist ein ganz neue juristische Branche entstanden: Heute sind viele spezialisierte Anwaltsfirmen im Auftrag der Industrie damit beschäftigt, die öffentlichen Kassen mittels solcher Klagen zu plündern.
Diese Wirtschafts-Nato ist seit Langem das erklärte Ziel des Transatlantic Business Dialogue (TABC), der zweimal jährlich im Rahmen des Trans-Atlantic Council stattfindet. Gegründet wurde der TABC 1995 auf Initiative des US-Handelsministeriums und der EU-Kommission; an dem hochoffiziellen Dialog sind außerdem Spitzenunternehmer und Manager aus den USA und Europa beteiligt. Das Forum bietet also den Großkonzernen eine Basis für koordinierte Angriffe auf politische Projekte beiderseits des Atlantiks, die dem Schutz der Konsumenten, der Umwelt, des Weltklimas und anderer öffentlicher Interessen dienen. Sein erklärtes Interesse ist es, “handelspolitische Störfaktoren” (trade irritants) zu beseitigen, damit sie beiderseits des Atlantiks nach denselben Regeln operieren können – und möglichst frei von staatlicher Einmischung. Der euphemistische Schlüsselbegriff “regulatorische Konvergenz” verdeckt dabei das wichtigste Ziel: Man will die Regierungen im Namen der “Äquivalenz” und der “wechselseitigen Anerkennung” vergattern, auch solche Produkte und Dienstleistungen zuzulassen, die den jeweiligen einheimischen Standards nicht genügen.
Die dem öffentlichen Interesse verpflichteten Standards zu “deckeln”, ist ein zweites Ziel des TTIP-Tafta-Projekts. Bei den Verhandlungen will man neue “transatlantische” Standards erarbeiten. So fordern die US-Handelskammer und BusinessEurope, zwei der weltweit größten Unternehmerverbände, die Repräsentanten der Großindustrie müssten gemeinsam mit den Regierungen ein neues Regelwerk für die zentralen Zukunftsentscheidungen entwickeln.
Die Unternehmerseite formuliert ihre Ziele bemerkenswert offen, zum Beispiel beim Streit über die Kennzeichnung “gentechnisch veränderter Organismen” (GMO). Während die Hälfte der US-Bundesstaaten derzeit über eine obligatorische Kennzeichnung genmanipulierter Produkte nachdenkt, die übrigens mehr als 80 Prozent der einheimischen Verbraucher befürworten, drängen die Gentechnik produzierenden und verarbeitenden Unternehmen darauf, die GMO-Kennzeichnung über die TTIP-Tafta-Vereinbarungen wieder abzuschaffen.
Am heftigsten beklagt sich der Verband der Biotechnik-Unternehmen (BIO), zu dem auch der Branchengigant Monsanto gehört, über “die signifikante und weiter wachsende Lücke” zwischen “der Freigabe neuer Biotechnologie-Produkte in den Vereinigten Staaten und der Zulassung dieser Produkte in der EU”.(8) Monsanto und die anderen BIO-Unternehmen hoffen, diesen “Rückstau bei der Zulassung/Verwendung von genveränderten Produkten” im Rahmen einer Transatlantischen Freihandelszone auflösen zu können.(9)
Ein zweites wichtiges Thema ist die Nutzung beziehungsweise der Schutz privater Daten. Eine anonyme Koalition von Internet- und IT-Unternehmen, die sogenannte Digital Trade Coalition, wünscht, dass die EU-Datenschutzregeln nicht den Abfluss von persönlichen Daten in die USA behindern. Diese Lobby der Internetbranche erklärt, die aktuelle Einschätzung der EU, dass die USA keinen angemessenen Schutz der Privatsphäre gewährleisten würden, sei für sie “nicht einsichtig”. Angesichts der immer neuen Enthüllungen über die massive Datenspionage ist eine solche Äußerung besonders aufschlussreich. Auch der mächtige U.S. Council for International Business (USCIB) mahnt an, das Tafta-Abkommen müsse Ausnahmeklauseln im Bereich Sicherheit und Privatsphäre sehr eng fassen, “damit diese nicht als verkappte Handelshindernisse benutzt werden können”.(10) Dazu muss man wissen, dass dem USCIB Unternehmen wie Verizon angehören, die der NSA massenhaft personenbezogene Daten zugeliefert haben.
Ein drittes Angriffsziel ist die Lebensmittelsicherheit. Hier will die US-Fleischindustrie die Verhandlungen nutzen, um das EU-Verbot für mit Chlor und anderen Desinfektionsmitteln behandeltes Hähnchenfleisch zu kippen. Während die strengeren EU-Standards die Gefahr einer Kontaminierung der Produkte während des Schlacht- und Verarbeitungsprozesses reduzieren, begegnen die US-Regeln dem Kontaminierungsrisiko durch ein Desinfektionsbad, das Koli- und andere Bakterien auf den Hähnchenteilen abtöten soll. Also fordert der Mutterkonzern der Restaurantkette Kentucky Fried-Chicken, das Abkommen müsse die EU-Standards für Lebensmittelsicherheit so verändern, dass die Europäer ihre Chlorhähnchen kaufen können.
Noch ein Beispiel: Das amerikanische Fleischinstitut (AMI) empört sich, die Europäische Union bestehe auf ihrem “ungerechtfertigten” Verbot von Fleisch, das unter Einsatz von Wachstumshormonen erzeugt wurde. Diese Mittel, wie etwa Ractopamin, sind wegen der Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier in 160 Staaten – darunter allen EU-Ländern, aber auch Russland und China – verboten oder eingeschränkt. Auch der Verband der US-amerikanischen Schweinefleischproduzenten (NPPC) hat seine Wünsche: “Die US-Schweinefleischproduzenten werden ein Ergebnis nur akzeptieren, wenn es das EU-Verbot für den Einsatz von Ractopoamin im Produktionsprozess beseitigt.”
Auf der anderen Seite des Atlantiks bekämpft BusinessEurope, der größte Unternehmensverband der EU, das US-Gesetz über die Modernisierung der Lebensmittelsicherheit als eines der “zentralen nicht handelsbezogenen Hindernisse für EU-Exporte in die USA”. Dieses bahnbrechende Gesetz von 2011 ermächtigt die US-Kontrollbehörde, die Food and Drug Administration, kontaminierte Nahrungsmittel vom Markt zu nehmen. Dieses Recht wollen die europäischen Unternehmen offenbar mithilfe der TTIP-Tafta-Vereinbarung abschaffen.
Das vierte Ziel ist die Liquidierung der Klimapolitik. Airlines for America, der größte Verband der US-Flugbranche, publiziert eine Liste “unnötiger Vorschriften, die unsere Branche erheblich behindern”- und die man über die transatlantischen Verhandlungen abschaffen will. An der Spitze dieser Liste steht das wichtigste Instrument der Europäer in Sachen Klimawandel, das EU-Emissionshandelssystem. Mittels des Emissionshandels sollen Fluggesellschaften gezwungen werden, für die von ihnen verursachten CO(2)-Emissionen zu zahlen. Airlines for America sieht in diesem System ein “Fortschrittshindernis” und will erreichen, dass die Einbeziehung der Fluggesellschaften von Nicht-EU-Ländern in dieses System, die von der EU derzeit ausgesetzt ist, endgültig vom Tisch kommt.(11)
Fünftens geht es auch um die Rücknahme von Kontrollen und einschränkenden Regeln für den Finanzsektor. Selbst angesichts der globalen Finanzmarktkrise haben sich die Delegationen der USA und der EU auf einen Rahmen für das Kapitel Finanzdienstleistungen geeinigt, der nach wie vor auf Liberalisierung und Deregulierung setzt. Das ausgehandelte Konzept würde nicht nur das Verbot von riskanten Finanzprodukten und -dienstleistungen ausschließen. Es würde sogar die Möglichkeit schaffen, einschränkende Gesetze einzelner Staaten anzufechten, die bestimmte riskante Produkte und Leistungen der Finanzinstitute oder windige rechtliche Konstruktionen untersagen.
Freiheit für Chlorhähnchen und Hormonschweine
Diese Rahmenvereinbarungen würden viele Rezepte ausschließen, mit denen die Politik die Probleme im Finanzsektor in den Griff bekommen könnte. Zu diesen Rezepten gehören Kontrollen und Beschränkungen für Institute, die als “too big to fail” gelten – also als zu groß, um pleitegehen zu können; oder die Konstruktion einer risikomindernden Firewall innerhalb der Großbanken, die das Privatkundengeschäft vor den Risiken des Investmentbanking abschotten soll; oder obligatorische Clearingstellen für den Derivatehandel. Die Vereinbarungen würden also darauf hinauslaufen, dass bestimmte Arten von gesetzlichen Regelungen absolut verboten sind; das heißt, die beteiligten Staaten dürften dann solche Regelungen weder neu einführen noch beibehalten.
Was hinter diesen Plänen steckt, erhellt eine Stellungnahme des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Darin heißt es, bestimmte regulatorische Vorschläge der US-Finanzaufsichtsbehörde hätten in der EU bei offiziellen wie bei privaten Institutionen schwerwiegende Bedenken ausgelöst. Deshalb fordert der Bankenverband in Bezug auf die laufende US-Finanzmarktreform deren Abstimmung mit den Reformen in der EU und weiteren wichtigen Ländern sowie eine größtmögliche Anerkennung der Heimatlandregeln für die am US-Markt tätigen deutschen und europäischen Banken.(12)
Bestimmenden Einfluss im BdB hat die Deutsche Bank, die während der Krise von der US-Notenbank 8 Milliarden Dollar kassiert hat.(13) Der deutsche Finanzriese wendet sich vor allem gegen das Herzstück der im Juli 2012 verabschiedeten US-Finanzmarktreform. Besonders stark kritisiert wird dabei die sogenannte Volcker Rule. Sie beinhaltet gewisse Restriktionen für hochriskante Finanzprodukte, die nach Meinung des BdB eine zu schwere Bürde für in den USA operierende ausländische Banken darstellen.
Das European Services Forum, an dem die Deutsche Bank ebenfalls beteiligt ist, bezeichnet sich selbst als “die Stimme der europäischen Dienstleistungswirtschaft in internationalen Handelsgesprächen”. Diese Stimme erhebt die Forderung, die Tafta solle verhindern, dass die US-Regulierungsinstanzen eine in den USA aktive ausländische Bank als too big to fail einstufen und damit strengeren Anforderungen unterwerfen als denen in ihrem eigenen Land. Die Begründung: Es gehe nicht an, dass ein global operierendes Unternehmen nach ausländischem Recht als “systemisch wichtige Finanzinstitution” (Sifi) definiert wird, während es nach einheimischem Recht nicht als solche gilt.
Ein Gegenstück zu dieser Agenda der Europäer ist die Opposition der USA gegen die Finanztransaktionssteuer, die in Europa als Instrument gegen die Spekulation ins Auge gefasst wird. Dabei wollen die US-amerikanischen Finanzinstitutionen über die TTIP-Tafta-Verhandlungen ein Verbot von gesetzlichen Beschränkungen des freien Kapitalverkehrs erreichen. Inzwischen hat allerdings auch schon der IWF die EU aufgefordert, die Finanztransaktionssteuer so nicht einzuführen. Käme in Europa nur eine abgewandelte, mildere Form dieser Steuer, würde das Thema für die US-Unterhändler wahrscheinlich an Bedeutung verlieren.(14)
Der Dienstleistungssektor umfasst jedoch keineswegs nur die Finanzdienstleister. Unter dem betreffenden Kapitel der transatlantischen Verhandlungen geht es auch um ärztliche Leistungen oder Bildungsangebote bis hin zur Energieversorgung. Dabei besteht das Ziel der Unternehmerseite darin, die regulativen Absichten der Regierungen durch möglichst grob formulierte “Parameter” zurückzustutzen. Die würden sich sowohl auf grenzüberschreitende Dienstleistungen beziehen als auch auf die Behandlung ausländischer Dienstleister, die auf dem Gebiet des betreffenden Staats operieren. Und zwar mit dem Ziel, jeden innenpolitischen Spielraum für die “Regulierung” von Bereichen wie Transportwesen, Gesundheit, Energie- und Wasserversorgung bis hin zu den regionalen oder lokalen Flächennutzungs- und Raumplanungsgesetzen abzuschaffen.
Ein Abkommen, aber kein Aufschwung
In diesen Verhandlungen würde es sogar um die Immigrations- und Visabestimmungen für Personen gehen, die eine Dienstleistung anbieten wollen. Wie immer man zum Grenzregime und zur Immigrationspolitik bestimmter Länder steht: Es ist offensichtlich eine sehr schlechte Idee, die betreffenden Regeln hinter den verschlossenen Türen im Rahmen von Verhandlungen über Handelsabkommen festzulegen. Zumal wenn das Resultat nur noch verändert werden kann, falls alle beteiligten Parteien zustimmen.
Aber warum wird diese Agenda gerade jetzt vorangetrieben? In Washington hört man dazu die Theorie, die europäischen Politiker seien verzweifelt darauf aus, irgendetwas vorzuweisen, was sie als Impulse für das Wirtschaftswachstum ausgeben können. Deshalb demonstrierten sie jetzt eine neue Flexibilität und seien bereit, für dieses Ziel alle wichtigen Instrumente zum Schutz der öffentlichen Interessen aus der Hand zu geben.
Das gängige Argument für Freihandelsabkommen lautet, dass diese die Zollschranken absenken, was wiederum den Handel belebt, so dass alle Leute billigere Importwaren kaufen können. Dieser Vorteil sei größer als der Nachteil für die Leute, die ihren Job verlieren. Allerdings liegen die Zolltarife zwischen den USA und der EU nach Auskunft des Handelsministeriums in Washington “bereits ziemlich niedrig”(.15) Die Politiker beider Seiten, die das Tafta-Projekt betreiben, räumen auch ohne weiteres ein, dass es nicht in erster Linie um Zollsenkungen geht, sondern vielmehr um “die Beseitigung, Reduzierung oder Verhinderung unnötiger, nicht tarifärer Handelshemmnisse”(16) – womit alle Handelsbeschränkungen gemeint sind, die es über Zölle hinaus noch geben mag. Sprich, es geht um beziehungsweise gegen gesetzliche Auflagen für Finanzgeschäfte, gegen Klimaschutzmaßnahmen, gegen Standards der Lebensmittel- und Produktsicherheit.
Das erklärt auch, warum Studien über die wirtschaftlichen Auswirkungen von Zollsenkungen die Erfolge als eher dürftig einschätzen. Eine Studie des Tafta-freundlichen European Centre for International Political Economy kommt zu dem Befund, dass das BIP der USA wie der EU – selbst unter extrem blauäugigen Annahmen – allenfalls um ein paar Promille wachsen würde, und das ab 2029.(17)
Den meisten bisherigen Prognosen liegt die Annahme zugrunde, dass Zollsenkungen stets eine starke Wirtschaftsdynamik auslösen – was empirisch längst widerlegt ist. Verzichtet man auf diese dubiose Annahme, dann – räumen die Autoren der Studie ein- schrumpft der potenzielle BIP-Zuwachs auf statistisch irrelevante 0,06 Prozent.
Diverse andere Studien, mit denen Politiker und Unternehmensverbände hausieren gehen, beschränken sich deshalb auf das zentrale Ziel des transatlantischen Projekts: die Beseitigung der nicht tarifären Handelshemmnisse, wie sie das Zurückstutzen aller möglichen Gesetze und Regelungen zum Schutz des öffentlichen Interesses euphemistisch nennen. Diese Studien basieren samt und sonders auf dem unbewiesenen Mantra, dass die Abschaffung sozialstaatlicher Errungenschaften irgendwie ökonomischen Nutzen für alle bringe. Doch selbst mit derart schrägen Kalkulationen für das Tafta-Projekt kommen sie nur auf eine sehr dürftige ökonomische Bilanz. Wobei sie noch die quantifizierbaren Kosten unterschlagen, die für die Konsumenten wie für die Volkswirtschaft insgesamt anfallen, wenn alle Errungenschaften im öffentlichen Interesse, vom Gesundheitswesen über den Umweltschutz bis zum Sozialstaat im weitesten Sinne, wieder rückgängig gemacht werden.
Aber die gute Nachricht kommt zum Schluss: Alle bisherigen Versuche, internationale Handelsabkommen als trojanisches Pferd zum Abbau des Sozialstaats und die Rückkehr zu einem neoliberalen Nachtwächterstaat zu benutzen, sind jämmerlich gescheitert. Das wird auch dieses Mal so kommen, wenn die Bürger, die Medien und auch einige Politiker endlich aufwachen und die klammheimlichen Versuche, die Demokratie zu untergraben, zum Scheitern bringen.
Fußnoten:
(1) Die Regierungskreise, die darüber Bescheid wissen, sind Befürworter dieser Art Freihandelspolitik. Viele waren schon an den Nafta-Verhandlungen zwischen den USA, Kanada und Mexiko beteiligt.
(2) Die Äußerung bezog sich auf die TPP-Verhandlungen; siehe Reuters, 13. Mai 2012.
(3) Siehe “Huffington Post, 19. Juni 2013.
(4) Eine Liste dieser Fälle in: “Public Citizen, August 2013: http://www.citizen.org.
(5) Andrew Martin, “Treaty Disputes Roiled by Bias Charges”, Bloomberg, 10. Juli 2013.
(6) Siehe “Public Citizen, 28. November 2012.
(7) Betroffen war in dem Fall Ecuador. Siehe Agence France-Presse, 13. Oktober 2012.
(8) Stellungnahme der BIO vom Mai 2013.
(9) ec.europa.cu.
(10) Auf seiner Website führt das USCIB das Motto: “The Power to Shape Policy” und rühmt sich eines “einzigartigen globalen Netzwerks”, das ihm helfe, “die Vision in die Realität umzusetzen”.
(11) Die Erhebung der Abgabe für Flüge von ausländischen Gesellschaften von und in die EU wurde von Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard bis zur Konferenz der internationalen Luftverkehrsgesellschaft ICAO ausgesetzt, die in diesem Monat stattfindet.
(12) bankenverband.de/themen/fachinformationen/internationales/us-finanzmarktregulierung. Siehe auch die (US-amerikanische) Stellungnahme: http://www.federalreserve.gov/SECRS/2013/April/20130426/R-1438/R-1438_042613_111091_571489724316_1.pdf.
(13) Siehe Ulrich Schäfer, “Herrhausens Erbe”, “Süddeutsche Zeitung, 30. Oktober 2013.
(14) Schon 2010 wurde in einem Memorandum der EU-Kommission davor gewarnt, dass die Einführung einer Finanztransaktionssteuer mit Verpflichtungen im Rahmen der WTO kollidieren könnte.
(15) Mitteilung an John Boehner, Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus, 20. März 2013: ec.europa.eu.
(16) “Final Report, High level working group on jobs and growth”, 11. Februar 2013: ec.europa.eu.
(17) “Tafta’s Trade Benefit”, “Public Citizen, 11. Juli 2013.
Aus dem Englischen von Niels Kadritzke
Lori Wallach leitet die weltweit größte Verbraucherschutzorganisation Public Citizen’s Global Trade Watch in Washington, D.C.: http://www.citizen.org.
Le Monde diplomatique Nr. 10255 vom 8.11.2013, 866 Zeilen, Lori Wallach
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/11/08.mondeText1.artikel,a0003.idx,0

schöne Tage allen

"ruby" Januar 9, 2014 um 14:01

Etwas Elementares zur Zukunft der Banken-, Finanz-, EUROkrise
http://www.deutschlandradio.de/audio-archiv.260.de.html?drau:page=1&drau:audio_id=246470&drau:play=1
Essentials nicht vergessen

BB Januar 9, 2014 um 14:04

@rjp

Sport ……. in deutschland halt als motor der gesellschaftlichen inklusion marginalisierter bevölkerungsgruppen.

Jo, diese exkludierten armen Waden-Millionäre, dieser Hoeneß z.B., total marginalisiert!

f.luebberding f.luebberding Januar 9, 2014 um 14:13

Morph

Nicht mehr … .

pearson

Was wir ja feststellen, ist das allmähliche Verschwinden der alten Trennung zwischen Staat und Gesellschaft. Hannah Arendt hatte noch die Idee, dass sie nichts dagegen hätte, wenn Antisemiten in ihren Clubs unter sich (also ohne Juden) bleiben wollten. Sie selbst hätte nämlich auch keine Lust, ihren Urlaub mit Antisemiten zu verbringen. Das entscheidende Kriterium für sie war das Handeln des Staates: Ob er nämlich allen Menschen (also auch Juden) die gleichen Bürgerrechte gewährt. Diese alte liberale Idee ist längst in den Diskurskriegen untergegangen. Mittlerweile geht es zumeist darum, in den Diskursen schon nicht mehr in erster Linie mit Plausibilität etc. zu argumentieren, sondern gleich Diskurse aus dem Diskurs auszuschließen. Es wird dabei nicht nur die Legitimität, sondern auch bisweilen die Legalität bestritten. Der Diskurs ist zum Kriegsschauplatz geworden. So verhalten sich auch alle. Interessanterweise ist aber nach allen objektiven Kriterien (also der Gesetzgebung des Staates) die Diskriminierung von Homosexuellen faktisch nicht mehr gegeben. Das ist aber der entscheidende Unterschied zu Russland, Abu Dhabi und vielen afrikanischen Staaten. Bei uns wird aber das politische Ziel formuliert, etwa die Homophobie als gesellschaftliches und soziales Phänomen zu ächten. Nur ändert das natürlich nichts an dem, was der W-ING formulierte: Jeder darf weiterhin die Homosexualität so beurteilen, wie er lustig ist, solange das nicht zur Leitlinie staatlichen Handelns wird. Nur bedeutet das eben auch, diese Sichtweise so wie etwa gelegentlich zu beurteilen: Als kleinkariert und borniert. Nun haben wir in den vergangenen Jahrzehnten erlebt, wie sich das gesellschaftliche Klima substantiell veränderte. Der frühere homophobe Mainstream ist zur Minderheit geworden, außer in gewissen Einwanderer-Gemeinschaften. Selbst in den früheren konservativen Miliues ist das nicht mehr ein Problem. Dort ist, wie schon immer, die gleiche Anzahl Homosexueller zu finden, wie überall sonst auch. Nur haben selbst dort Homosexuelle nicht mehr den Zwang, sich verstecken zu müssen. Das hat die Sichtweise im Milieu auf Homosexuelle verändert: Die Empirie.

Wir haben einen enormen kulturellen Wandel erlebt, und das innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit. Man muss nur die Situation des Jahres 2014 mit der von 1964 vergleichen. Nur bildet sich das in den Diskursen nicht ab. Im Grunde wird argumentiert als wenn von Praunheim noch immer seinen Film über die Schwulen aus dem Jahr 1970 drehen müsste: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“. Das ist natürlich lächerlich. Tatsächlich müssen jetzt die Homophoben aus der Defensive heraus argumentieren – und die gesellschaftliche Majorität hat schlicht das Problem, sich damit abfinden zu müssen, nicht jeden überzeugen zu können. Wenn also die Homophoben unter sich bleiben wollen? So what? Wer will schon mit dem W-ING Urlaub machen … . Übrigens wird man annehmen müssen, dass dort durchaus Homosexuelle zu finden wären, aber das nur nebenbei … . Was die Leute an der Debatte irritiert, ist also der Ton in der Debatte: Tabubruch etc. Die Majorität schreibt in einem Tonfall als wäre sie immer noch die Minderheit.

Und die Liberalität ist schon längst durch eine Remoralisierung von Lebensentwürfen abgelöst worden. Nämlich sich wechselseitig vorschreiben zu wollen, was man zu denken hat. Aber im Krieg herrscht halt ein gewisse Erbarmungslosigkeit … .

Morph Januar 9, 2014 um 14:30

@fl

“Der frühere homophobe Mainstream ist zur Minderheit geworden, außer in gewissen Einwanderer-Gemeinschaften.”

Sehe ich etwas anders. Zwar setzt sich auf der Ebene der allgemeinen Gesellschaftsbeschreibung die Modernisierung fort, und das bedeutet vor allem, dass die Freiheitsrechte der Person immer schärfer profiliert werden. Das zeigt sich im Gender Mainstreaming, in der moralischen Gleichstellung aller Formen einvernehmlicher Sexualität, in dem Thema ‘Inklusion’ im Bildungssystem, im Thema ‘diversity management’ in Großbetrieben etc. pp. Die Hitzlsperger-Story ist ein Ereignis, das m.E. vor allem in diesem Kontext verständlich wird.

Dieser gesellschaftlich-semantische Emanzipationstrend der Personalität (der vermutlich demnächst auch nichtmenschliche Wesen thematisieren wird, Stw. Tierrechte) bringt sich aber im Gedanken- und Verhaltensspektrum ‘der Leute’ nur situativ bedingt zur Geltung, nämlich immer dann, wenn sie ihre gesamtgesellschaftliche Up-to-Dateness ausstellen müssen. In den Privatverhältnissen bringen sich nach wie vor und ungebrochen die altbekannten Angstsyndrome zur Geltung: Frauenhass, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Behindertenekel usw.

Wir leben mehr und mehr in einer Schizigesellschaft, die nach ihrer hegemonialen Semantik perfekt aufgeklärt, und im Denken der Leute auf immer haltlosere Weise abergläubisch ist.

“Die vollends aufgeklärte Welt erstrahlt im Zeichen triumphalen Unheils” (Adorno)

holger Januar 9, 2014 um 14:47

Luebberding

—>>>Wenn also die Homophoben unter sich bleiben wollen? So what? Wer will schon mit dem W-ING Urlaub machen … .”

Ich würde das machen. Was soll eigentlich der Begriff “Homophobie” ? Nur weil ich es nicht für “normal” erachte, dass XX XX liebt und XY XY muss ich doch nicht “Homophob” sein.

Das heißt ja, das jeder, der ne Familie im Sinn hat, also XX und XY und sogar mit Kind, ein Homophob or whut ever ist.

Kommt ihr eigentlich noch klar?

Meinetwegen könne die Menschen auch Bäume befruchten. Oder einen Mettigel. Das ist mir egal.

Nur lasse ich mir doch von Minderheiten nicht noch ne Krankheit attestieren.

Diese Gesellschaft und auch folgende, werden darauf angewiesen sein, das XX mit XY sich vereinigt. Das scheint Fakt zu sein. Obwohl in diesem Blog bin ich mir nicht sicher, ob das SO gesehen werden kann. Hier muss man ja vorsichtig sein. Sonst beleidigt man ja auch noch irgendeinen Avatar.

Zum Abschluss: Ich akzeptiere Homos und Mettigel. Warum auch nicht. Aber mehr auch nicht. Ich bin ja nicht Gläubig. Aber an “Adam und Eva” ist wohl was dran.

Der kleine Malocher Januar 9, 2014 um 15:00

Morph Januar 9, 2014 um 12:49

Hast schon recht. Unsere holländischen Nachbarn sagen bei Geflügelfleisch ja deshalb auch “Gevogeltes” ;-)

"ruby" Januar 9, 2014 um 15:05
robert j. pearson Januar 9, 2014 um 15:21

schwule werden doch nur deshalb toleriert, weil allgemein anerkannt ist, dass sie mehr und besser arbeiten, gebildet sind, ruhige, zahlungskräftige mieter sind, sich für die kapitalgedeckte altersvorsorge interessieren, irgendwie vage wertkonservativ sind, und in bezug auf ihr lebensarbeitszeitbudget viel freiraum für den konsum haben.

würden schwule dagegen zusätzlich dunkle haut haben und in s-bahnen akkordeon spielen, staatliche transferleistungen beziehen oder öffentlich unser wirtschaftssystem zur disposition stellen, sähe es mit der akzeptanz der mehrheitsgesellschaft vermutlich anders aus.

erinnert mich alles an den tod von mandela. der war allen nur noch als friedfertiger winkender opa in erinnerung, so dass es auch für die ehemals größten freunde der apartheid wenig überwindung kostete, ihn für seine verdienste zu loben. was da alles aus seinen löchern gekrochen kam um aus seiner beerdigung eine verlogene show zu machen, das war ja kaum im kopf auszuhalten.

robert j. pearson Januar 9, 2014 um 15:27

@fl: “Der frühere homophobe Mainstream ist zur Minderheit geworden, außer in gewissen Einwanderer-Gemeinschaften.”

…und auf den klowänden des internets. wobei das eher auf eine form von autoaggression der verrohten mittelschicht schließen lässt, von der @morph spricht.

schon bei der #aufschrei-debatte habe ich mich gefragt, wie viele der männlichen kommentatoren, die auf spiegel online gewalt gegen frauen verharmlosten, mir eigentlich jeden morgen im zugabteil gegenüber saßen. der gedanke macht einen ganz traurig.

gelegentlich Januar 9, 2014 um 15:39

http://www.spiegel.de/schulspiegel/bildungsplan-baden-wuerttemberg-lehrer-hetzt-gegen-sexuelle-vielfalt-a-942653.html

„ Die heterosexuellen Geschlechter von Mann und Frau würden durch den Bildungsplan infrage gestellt. Es wird bemängelt, dass homosexuelle und andere Lebensstile ohne ethische Beurteilung als gleich erstrebenswert dargestellt werden.Die Schüler würden auf diese Weise moralisch-ideologisch umerzogen werden. “
In einem Land, in dem ein beamteter (!) Lehrer so was formulieren kann (dass er auf freiem Fuß ist: ok; dass er noch beamtet ist nicht), war die „Aktion“ Hitzlpergers vielleicht doch nicht so unnötig.
Schule fördert in einem liberalen Land keine ethische Beurteilung jedweder Art, außer die Verfassung und die Beachtung der Gesetze.
Mit dem Rest muss die Gesellschaft fertig werden. Das Geschwür Konkardat heilt hoffentlich irgendwann einmal ab. Wo mit einem Affektziel unterrichtet werden darf, in der Schule, einer öffentlichen Einrichtung!

Schatten Januar 9, 2014 um 15:40

Gender mainstreaming und Aufklärung in einem Atemzug, das geht ja nun garnicht, @Morph!

Nirgendwo wird doch soviel fabuliert, gedichtet und gelogen, wie im gender mainstreaming.

Schatten Januar 9, 2014 um 15:50

@gelegentlich

Interessant wäre mal die Motivation dieses Lehrers und der Unterzeichner!

Teenager sind labil und psychisch instabil – deswegen werden ihnen viele Recht erst sehr spät eingeräumt, Autofahren etwa, Schnaps trinken.

Und will man dieses instabilen Kids quasi dazu ermuntern, mal schwule und lesbische Spielchen zu machen, indem man diese als alternative Normalität darstellt? Warum? Und was ist der Unterschied dazu, wenn man Homos nachdrücklich ermuntert, hetero zu werden – ist ja auch irgendwie normal, das hetero?

Ich denke, das ist die Angst, die dahintersteht.

Der Papst sieht wohl eher einen Rückfall in die vorchristliche Antike, er spricht ja in diesem Zusammenhang von einem anthropologischen Rückschritt.
http://www.rp-online.de/panorama/homo-ehe-ist-fuer-papst-anthropologischer-rueckschritt-aid-1.3921277

egal Januar 9, 2014 um 16:29

@ fl
Ich lese aus deinem letzten Kommentar eine gewisse Antipathie gegen die moralischen Diskurse heraus. Selbstverständlich kann der Halbgott unter gleichgesinnten Schwule abwerten, ohne dass dies jemanden stört. Aber, wann ist man schon unter sich?
Wenn der Halbgott stolz ist, hetero zu sein, ist das lediglich lächerlich.
Wenn er irgendwo homophobe Sprüche reißt, und ein Schwuler hört zu, fühlt der Schwule sich möglicherweise abgewertet. In dieser Herabsetzung eines anderen muss die Freiheit des HG ihre Grenze finden. Schwule leben nicht nur im Staat, sondern auch in der Gesellschaft. An der moralischen Forderung, andere nicht abzuwerten, kann ich nichts unmoralisches entdecken.

Was an den moralischen Diskursen zu kritisieren ist, wurde oben ja schon rausgearbeitet. Selbstgerechte Selbstvergewisserung…

@pearson
Stimmt auch. Siehe die schwulen Neger, die in unsere Sozialsysteme einwandern wollen. Verfolgung wegen der sexuellen Orientierung ist faktisch erst seit 2013 Asylgrund in Deutschland.

holger Januar 9, 2014 um 16:53

egal

—>>>Wenn der Halbgott stolz ist, hetero zu sein, ist das lediglich lächerlich.
Wenn er irgendwo homophobe Sprüche reißt, und ein Schwuler hört zu, fühlt der Schwule sich möglicherweise abgewertet. In dieser Herabsetzung eines anderen muss die Freiheit des HG ihre Grenze finden”

Auf genau diesen Scheixx habe ich gewartet. Dann sperrt doch den HG einfach weg.

Gibts da ein Problem? Sperrt doch einfach alle weg, werft diese den Hunden zum Frass vor.

Ihr habt doch gar kein Problem damit. Was hindert euch denn? Ihr Kim Jungs…

Und genau auf diesem Pfad befindet sich das Internet. Der Überwachungs und Regulierungswahn. Jede andere Meinung muss ausradiert werden.

Jetzt frage ich Dich egal Avatar: Wer ist nun eigentlich der Radikale?

Wer will denn anders denkende Hängen sehen? EGAL? WER?

WER übt Selbstjustiz aus? Wenn nicht das Netz? Wenn das Netz der Richter wird, dann gute Nacht. Und das passiert so oder so schon.

Klinke mich aus.

Mit einer wild fletschenden Avatar Bande, setze ich mich nicht mehr auseinander. Da unterhalte ich mich lieber mit einem Pappkarton.

Lina Januar 9, 2014 um 17:12

@Hans
“die Reversibilität gesellschaftlicher Liberalität”:
mentale flic-flacs mit aufgeschweißter Pickelhaube oder so…..

@Frank
„Tatsächlich müssen jetzt die Homophoben aus der Defensive heraus argumentieren…“
Argumentieren kann man FÜR oder GEGEN eine Sache, wenn man die (rationale) WAHL hat.
Willst Du etwa behaupten, dass Du rational WÄHLEN kannst, ob ein „Männlein“ oder ein „Weiblein“ Dein Blut zur Wallung bringt? Donnerwetter!! :D

@Linus

„Sport, Mannschaftssport war schon immer ein Ersatz-Ritual für Krieg und Kampf, und damit zunächst eine Männerdomäne. (…) Dieses Statement zielt nun überhaupt nicht darauf ab, Munition gegen Homophilie im Sport zu liefern. Aber es wirft schon die Frage auf, inwieweit Rituale komplett (re-)programmierbar und austauschbar sind.“

Ich glaube nicht, dass es darum geht, Kriegs-Rituale komplett zu reprogrammieren. Im Gegenteil. Es geht eher darum, zu zeigen, dass Schwule genauso gut wie gaaaaaaaaaanz normaaaaale Menschen „schießen“ und „morden“ können, ohne sich gleich in den „Feind“ zu verknallen und möglicherweise deswegen zu „desertieren“.

@Morph
Made my day.
:D

Frohes Neues!

egalomanie Januar 9, 2014 um 17:15

“…Es ist den Fans egal, ob nun Fräulein Wiese oder Hitzlsperger sonst was ist….”

ist es das?

http://www.youtube.com/watch?v=jIsNNj20YMY

von damals bis heute.

@ robert j. pearson

“….

schwule werden doch nur deshalb toleriert, weil allgemein anerkannt ist, dass sie mehr und besser arbeiten, gebildet sind, ruhige, zahlungskräftige mieter sind, sich für die kapitalgedeckte altersvorsorge interessieren, irgendwie vage wertkonservativ sind, und in bezug auf ihr lebensarbeitszeitbudget viel freiraum für den konsum haben.

…”

ich kenne nur schwule, die erfahrungen mit intoleranz haben und das nicht nur einmal. ich habe noch nie einen schwulen getroffen oder besser kennen gelernt, der wegen seinem schwulsein keine probleme hat.

egalomanie Januar 9, 2014 um 17:26

@ Schwarzblut

dazu gibt es einiges an studien besonders zu schwarzafrika.

homosexualität wurde akzeptiert und den anti schwulen hass haben evangelikale weiße missionare aus den usa nach schwarz afrika gebracht.

oder indien, wo erst mit der britischen besatzung gesetze und unterdrückung gegen schwule installiert worden sind.

homosexualität ist so natürlich wie bisexualität und heterosexualität. der beste beweis dafür ist seine existenz seit menschheitsgedenken und in allen kulturen und auf allen kontinenten.

Fritz Iversen Januar 9, 2014 um 18:03

@morph Wohl dem Blog-Autor, der solche geschliffenen Kommentare erhält. Inkl. Adorno, der es uns immer noch allen vormacht.
However … “Wir leben mehr und mehr in einer Schizigesellschaft, …” Da ziehen sich bei mir dann doch die Falten der Skepsis auf der Stirn zusammen.
a) Bewusstseinsspaltungen sind Teil jeder normativen Gesellschaft. Kirche, Staat, Wirtschaft – alles Felder, auf denen die Anpassung an aktuelle Bekundungen, moralische Überzeugungen, tatsächliches Handeln und insgeheimes Denken in seltsam verspannten Zuständen miteinander sind. “Mehr und mehr in einer Schizigesellschaft” stimmt daher vermutlich nicht. Man kann nur fragen: Wie sind denn gerade die neuen Tendenzen in der political & moral Correctness?
b) wäre zu bedenken, ob die Bewusstseinsspaltungen nicht notwendigerweise Begleiterscheinungen jedes Normwandels sind? Wie sollen denn Gesellschaft in solchen Stadien völlig synchron laufen?
c) finde ich es viel interessanter, was “Hammer” Hitzelberger selbst für D beobachtet hat, nicht aber in GB, nämlich dass seit rund 6 Jahren die Medien geradezu auf der Suche waren nach dem ersten Profifußballer, der sich outet. Nachdem wir in Politik, TV und Kunst mit den Outings mehr oder minder durch waren, fehlte noch die Pop-Sportart Nr. 1. Das gibt jetzt eine kleine Welle, dann ist das auch abgehakt. Der Rest ist Praxis der gelebten Erfahrung, das dauert schätzungsweise noch 10 bis 20 Jahre, bis die letzten Schizo-Phänomene weitgehend auskuriert sind. Dann ist der Normwandel abgeschlossen, ein Neuer kann beginnen. Und jemand wird dann wieder schreiben, dass die Gesellschaft mehr und mehr schizi sei. Dabei wandelt sie sich bloß. Doch stets noch waren auch die Nachzügler irgendwann “up-to-date”.

egalomanie Januar 9, 2014 um 18:04

@ fl

“… Woher kommt also das öffentliche Interesse am Outing des ehemaligen Nationalspielers? Und warum interessierte sich niemand für die sexuelle Orientierung eines Hans-Olaf Henkel?…”

es soll ja noch ein paar welten ohne gays geben. der profifußball war das bis vor kurzem.

also gibt es jetzt nur noch 2 plätze auf diesem planeten ohne gays: vatikan und mekka.

logisch das die aufmerksamkeit hier, wenn es so weit ist, eben größer ist.

Morph Januar 9, 2014 um 18:41

@Fritz Iversen

Wie gemein, meinen “Schizi”-Vertipper gleich drei Mal zu zitieren! Schizo! Schizo! SCHIZOOOO!!! So. – Und Danke für die Blumen!

“Das gibt jetzt eine kleine Welle, dann ist das auch abgehakt.”

Natürlich. Auf der Ebene der gesellschaftlichen Semantik. Nicht aber auf der Ebene privaten Verhaltens.

Ich denke, dass die Bewusstseitsspaltung, die es in jedem gesellschaftlcihen Wertekontext gibt (ja!) in unserer modernen Welt doch eine besondere Form annimmt, die – ich jedenfalls – bemerkenswert finde.

Um es mal anzudeuten: Früher gab’s den anständgen Bürger, der ins Bordell ging, heute gibt’s den Angestellten, der in einer Freizeitanlage 77 Menschen hinmetzelt. That’s a difference!

gelegentlich Januar 9, 2014 um 18:47

Fritz Iversen

„Doch stets noch waren auch die Nachzügler irgendwann “up-to-date”.“

Ja, aber bis dahin sind sie so laut! Eigentlich dürfte man gar nichts hören, weil solche Äußerungen in den privaten Rahmen gehören. Mit political correctness hat das nichts zu tun, aber mit Geschmack. Und der schlichten Einsicht, dass man im öffentlichen Raum nur begrenzten Zumutungen ausgesetzt sein sollte. Mit Antisemitismus und Xenophobie ist es genauso.

@Schatten
Motive? Wie bei dem ungebildeten anatolischen Bauern, der hier am Band arbeitet und der Panik kriegt, wenn seine Tochter hier kein Kopftuch aufziehen will. Die Selbstvergewisserung ist bedroht, das Gefühl, nicht mehr unbedrängt in die Runde grunzen und zustimmendes Gelächter dafür ernten zu können. Aussperren muss man dafür Niemanden. Aber wer mit plumper Distanzlosigkeit kommt darf doch gerüffelt werden?

Bladnoch1971 Januar 9, 2014 um 18:51

@Holger

So, du klinkst Dich also mal wieder aus. Dürfen wir uns diesesmal berechtigte Hoffnungen machen, dass Du dich auch in Zukunft lieber mit einem Papierkorb unterhältst, als hier das Publikum anzupöbeln? Ich persönlich wage dies ja nicht zu hoffen, da Du diesem Blog ja anscheinend in einer gewissen Hassliebe verbunden bist. Jedoch stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt.
Und zum Thema “einer wild fletschenden Avatar Bande” möchte ich Dich dezent darauf hinweisen, dass in diesem Thread nur Deine Kommentare wegen Beleidigung gelöscht worden sind.
Die waren auch mit Sicherheit übel, da @Lübberding in seinem (mir manchmal unverständlichen Langmut) sogar die Kommentare von W-Ing stehen lässt und die sind Scheiße

Morph Januar 9, 2014 um 18:59

@gelegentlich

“Mit political correctness hat das nichts zu tun, aber mit Geschmack. Und der schlichten Einsicht, dass man im öffentlichen Raum nur begrenzten Zumutungen ausgesetzt sein sollte. Mit Antisemitismus und Xenophobie ist es genauso.”

Ich weiß nicht. Im Zweifelsfall bin ich für: Alles auf den Tisch!

Das Geschmacksurteil sollte man für Fälle reservieren, in denen es um Gegenstände des Geschmacks geht. Das ist beim Antisemitismus nicht der Fall.

Ich habe immer diejenigen Verächter des Antisemitismus besonders problematisch gefunden, die den Antisemitismus ‘degoutant’ finden. – Also praktisch 99% des deutschen Offizialdiskurses.

Morph Januar 9, 2014 um 19:05

denn man muss wissen: Diese Angstsyndrome (Schwulen-, Fremden-, Frauenhass etc.) sind keine Eigenschaften von Personen, sondern: MOTIVE Niemand ist Antisemit. Aber viele Leute werden wie Marionetten durch antisemitische Motive reguliert.

Und wenn man Interesse daran hat, dass das nicht so sein soll, dann sollte man nicht ästhetisch argumentieren (Du zappelst abr blöd!). Man muss die Fäden kappen!

holger Januar 9, 2014 um 19:09

Bladnoch71

—>>>So, du klinkst Dich also mal wieder aus. Dürfen wir uns diesesmal berechtigte Hoffnungen machen, dass Du dich auch in Zukunft lieber mit einem Papierkorb unterhältst, als hier das Publikum anzupöbeln?”

Welches Publikum? Avatare? Applaus Applaus Applaus. :D Wer frötzelt denn hier andauernd rum?

—>>>Die waren auch mit Sicherheit übel, da @Lübberding in seinem (mir manchmal unverständlichen Langmut) sogar die Kommentare von W-Ing stehen lässt und die sind Scheiße”

Ah ja… dann ist das ja iO wenn ein Avatar das meint. Man gut, dass es solche wie dich gibt, wo wären wir denn sonst schon.

Ein Richter mehr…

holger Januar 9, 2014 um 19:13

Morph Januar 9, 2014 um 19:05
denn man muss wissen: Diese Angstsyndrome (Schwulen-, Fremden-, Frauenhass etc.) sind keine Eigenschaften von Personen, sondern: MOTIVE Niemand ist Antisemit. Aber viele Leute werden wie Marionetten durch antisemitische Motive reguliert.”

Was hat das eine denn nun wieder mit dem Antisemitismus zu tun?

Sind denn nun alle Homos Semiten?

Herr schmeiß nur einfach mal ein wenig vom Himmel.

egalomanie Januar 9, 2014 um 19:15

@ Wilma

“….Und wann outet sich der erste Rennfahrer ? Wo wir gerade beim Thema Schumi sind…”

wenn sich schwule sportler outen, dann eher NICHT in teamsportarten. also gute chancen für schwule rennsportler.

der mannschaft / der gesellschaft ist es eben nicht egal, welche sexuelle orientierung ihre mitglieder haben.

in der aktiven profikarriere bitte kein outing, denn das verstößt gegen markt – und profitlogik. der mehrwert reduziert sich sonst und im ranking schneide mann schlechter ab.

hetero ist die norm und kein geouteter gay fußballer wird auch nur ansatzweise so viel gewinn in seiner vermarktung machen, wie sein heterokollege.

regierungssprecher steffen seibert spricht von respekt gegenüber schwulen und das es so schön vorangeht in deutschland in sachen anerkennung hommosexueller. verfassungsfeindlichkeit in sachen schwulendiskriminierung bei der partei mit dem c im namen – ist da was?

die suizidraten unter schwulen jugendlichen sind um ein vielfaches höher und homophobe gewalt wird in deutschland nicht zu den hassverbrachen gezählt.

was ich aber richtig zum lachen finde ist das bild vom weichei. also der offen schwule ist ein weichei und der versteckt schwule ein hartgekochtes.

ps.: schade das hitzlsperger davon spricht, das sich seine sexuelle orientierung im laufe der jahre geändert habe. die sog. homo-heiler können sich jetzt auf ihn berufen. sexuelle orientierung ändert sich? ” gewünschte ” heterosexuelle orientierung ist dann ja wohl machbar, wird sich so manches durchgeknallte elternpaar denken.

holger Januar 9, 2014 um 19:18

http://www.huffingtonpost.de/gunnar-sohn/ueber-die-nasenringdompte_b_4565689.html

G Sohn hat da auch so seine Meinung, und die teile ich

Morph Januar 9, 2014 um 19:22

@Holger

“Was hat das eine denn nun wieder mit dem Antisemitismus zu tun?”

Es gibt halt eine Reihe Hassmotive in dieser Gesellschaft. Antisemitismus ist eines. Frauenhass ein anderes. Fremdenhass. Schwulenhass. Modernismushass.

Man könnte eine Scholastik der Hassmotive schreiben!

Dass in solchen Zusammenhängen immer wieder der Antisemitismus zitiert wird, liegt einfach daran, dass der in der deutschen Geschichte eine ziemlich monströse Rolle gespielt hat.

Und übrigens: Ich fände Dich noch sympathischer, wenn Du mal zeigen könntest, dass Dir andere Leute (anderer Länder, anderer Sitten, anderer Sexinteressen) nicht am Arsch vorbei gehen. Aus Deinen Kommentaren schallt nur: Ich, Ich, Ich!!!

holger Januar 9, 2014 um 19:28

Morph

—>>>Und übrigens: Ich fände Dich noch sympathischer, wenn Du mal zeigen könntest, dass Dir andere Leute (anderer Länder, anderer Sitten, anderer Sexinteressen) nicht am Arsch vorbei gehen. Aus Deinen Kommentaren schallt nur: Ich, Ich, Ich!!!”

Wer denn sonst? DU DU DU?

Hab ich schon mal geschrieben, in den Geboten steht “Du sollst nicht…”

Ich bevorzuge: “Ich habe nicht…”

Kleiner aber feiner Unterschied. Ich schwinge mich nicht als Richter auf. Warum auch.

G Sohn –>>>

“Man spielt Polizei, Geheimdienst, Sittenwächter, Zensor, Staatsanwalt, Richter und Henker in Personalunion. Initiiert werden dabei mittelalterliche Prangermethoden zur Verbannung von vermeintlichen Querulanten. Geheimdienst-Denunziatoren, Big Data-Analysten, Gaming-Anbieter, Netz-Giganten, Betreiber von Social Networks und semantische Hausmeister mutieren dabei zum Staat im Staate unter Missachtung rechtsstaatlicher Regeln. Sie instrumentalisieren Allgemeine Geschäftsbedingungen für Sanktionen, schließen Nutzer willkürlich aus, löschen Inhalte oder erteilen nach Belieben Ermahnungen, gegen die sich keiner so richtig wehren kann. Wer andere in die Isolation treibt, zur persona non grata stempelt, denunziert, im Social Web blockiert oder mit Stereotypen irgendwelchen Verdächtigungen aussetzt, strebt selbst das Amt des unanfechtbaren Hohepriesters an.”

so sieht es aus.

h.huett Januar 9, 2014 um 19:31

holger fühlt sich verfolgt? Ein Geisterfahrer beschwert sich über Gegenverkehr.

Morph Januar 9, 2014 um 19:35

@Holger

“Wer denn sonst? DU DU DU?”

Oh, der Katalog der Personalpronomen bietet da ziemlich viele Möglichkeiten. Wie wäre es mit der ersten Person plural?

holger Januar 9, 2014 um 19:40

Hütt

vielleicht wäre es ja auch mal möglich, wenn du den Kopf nicht nur zum polieren benutzen würdest.

Akzeptiere doch einfach mal, gilt auch für Morph, dass es auch noch andere Meinungen gibt. Ist das so schwer?

Ist das wirklich so schwer? Ich also das Du oder das Wir in mir unterhält sich auch mit den Jehovas Zeugen. Warum denn nicht. Auch wenn mir meine Frau das verboten hat. Denkt doch einfach mal für nur 5 minuten nach.

Ich also das Du oder das Wir in mir, ist toleranter als manch einer hier denkt.

gelegentlich Januar 9, 2014 um 19:41

@Morph
„Das Geschmacksurteil sollte man für Fälle reservieren, in denen es um Gegenstände des Geschmacks geht. Das ist beim Antisemitismus nicht der Fall.“
Das sehe ich nicht so, jedenfalls nicht in Deutschland. Die ingenieurmäßige Behandlung des Tötens von Menschen ist der historische Tiefpunkt überhaupt gewesen. Das, und im Zusammenhang die ungebildete, uninformierte Phantastereien über „den Juden“ verorten Diejenigen, die so etwas öffentlich äußern, ordnen sich nun einmal beim Häßlichen, Verbogenen, Verlogenen, Degoutanten ein.
Affekte, die aus solchen Motiven gespeist sind, werden übrigens blasser, wenn sie nicht immer wieder mal sich durch erneute öffentliche Aufführung regenerieren können. In unserer Verwandtschaft gab es einige solcher Vögel. Bei denen war das so. Als die langsam aber sicher statt zustimmendem Gelächter oder so nur irritiert-fragendes Stirnrunzeln erzeugten hörte das auf.
In anderen Ländern, z.B. in der Türkei, ist Antisemitismus, der öffentlich wahrgenommen werden kann, viel verbreiteter. Aber er äußert sich anders und hat (hatte) auch andere Folgen.

egalomanie Januar 9, 2014 um 19:49

@ volki

“… Privat ist Privat….”

genau – sag das mal bohlen, kahn, matthäus oder becker, wenn die mir mit ihrer sexualität auf den sack gehen.

“….Mich nervt die Gay Propaganda des Westens……., da stecken vermutlich subversive Interessen dahinter…..z.B gesellschaftliche Wertestrukturen zertören…..”

regst du dich auch so auf wenn uns auf allen medienkanälen loddar maddäus neuste flamme präsentiert wird?

gay propaganda? schon mal irgendwo ein hetero outing mitbekommen? höchstens wenn einer für schwul gehalten wird, so wie bei arne friedrich. gay outing an sich ist der beleg für eine schwulen feindliche gesellschaft und nicht für gay propaganda.

geh mal weg, in andere foren und regt dich darüber auf, warum hunderte, tausende spieler mit ihrer heterosexualität gewinnbringend hausieren gehen.

Bladnoch1971 Januar 9, 2014 um 20:12

Ach Holger, jetzt bist Du doch wieder da! Ich wusste es war ein Fehler zu schreiben. Das mit dem Schweigen und dem Philsophen ist schon richtig…….(seufz!)

P.S. Wenn Dich mein Avatar so stört (Was hast Du eigentlich gegen Lowlandwhisky?) darfst Du mich auch mit Marcus anreden!

Tina Januar 9, 2014 um 20:24

@aifran
Vielen dank für den Text zum Handelsabkommen.
Der müsste jedem EU-Bürger in den Briefkasten gesteckt werden.
Aber der EU-Bürger hat ja über so was nicht zu bestimmen.
Soll er doch Chlorhühnchen fressen…

holger Januar 9, 2014 um 20:40

Bladnoch1971

es geht weder um das eine noch um das andere. Deine Avatar kann mich nicht stören, weil du den automatisch von wordpress zugeordnet bekommst.

Mich stört an der ganzen Sache, das Missionieren. Das ist das, was mich stört. Ob es sich um Schwule handelt, Lesben, oder Religionen. Immer nur Missionieren. Weißte, ich habe einen Freund, der ist Analphabet (52). Weißte, wie peinlich ihm das ist? Ich bin eigentlich Legastheniker aber ich kack darauf.

Ich oder das Das DU oder das Wir in mir, kommen immer noch nicht mit “Deutsch” klar. UND? Wie wirst du dann behandelt? Wie ein Underdog. In der “Gesellschaft”…

Ich oder das Das DU oder das Wir in mir, wir akzeptieren jeden Menschen. Auch den Marcus. Wir haben keine Probleme damit. Wir akzeptieren auch die Schwächen und Stärken. Weil wir das erkannt haben, oder das DU oder ICH.

Wir kennen U und S-Bahn Geschwätz. Wir kennen auch Jugend-Sprache “Chilling-Schwuchtel”. Wir, also ICH DU ER SIE ES wissen, es.

Weil wir eben Plagen in dem Alter haben, die sich nicht an das Missionieren halten tun wollen. An der Busse Schule Lehrstelle oder wo auch immer.

Kraftausdrücke Potenz whut ever

Und nun kommt IHR

Nun erkläret mir mal diese Missionierung!

Jackle Januar 9, 2014 um 21:03
egalomanie Januar 9, 2014 um 21:15

@ den letzten / Januar 8, 2014 um 22:01

du jammerst darüber, das du kein stolzer deutscher sein darfst. weiß, männlich, heterosexuell und darum opfer?

wie er hier auch:

https://linksunten.indymedia.org/node/100176

entschuldige, aber dein sprechdurchfall hier und deine verzerrte realität – wie kommt das?

verhältnisse – oder menschen abschaffen?

wenn ich versehentlich in eine der täglichen, diversen skript-reality-shows, voll mit selbstverliebten, provokanten und hysterischen heterosexuellen gerate, habe ich den wunsch derartige shows abzuschaffen, aber niemals diese menschen.

wir haben vielleicht höchstens 10 % nicht heterosexuelle menschen hier. bei der heteronormativen bilderflut tagtäglich ist so was wie jetzt mit hitzlsperger nur ein kurzes, kleines aufflackern.

BB Januar 9, 2014 um 21:19

@Tina

@aifran Vielen dank für den Text zum Handelsabkommen.
Der müsste jedem EU-Bürger in den Briefkasten gesteckt werden.
Aber der EU-Bürger hat ja über so was nicht zu bestimmen.
Soll er doch Chlorhühnchen fressen…

Hier unterschreiben. Heute abend kriegen wir die 300.000 hoffentlich noch voll.

https://www.campact.de/ttip/appell/teilnehmen/

ruby Januar 9, 2014 um 21:21

@Bladnoch1971
Höhenangst?
http://www.auchentoshan.com/products/travel-retail/silveroak.aspx
ab zum Flughafen den 2013 sichern

Morph Januar 9, 2014 um 21:44

@egalomanie

“heteronormative bilderflut”

Yeah, genau! Sexuelle Parität in allen Formaten! Now!

And then we would have world peace?

Sorry, mir gehen die Marginalisiertenagenden so dermaßen auf den Senkel, Du glaubst es nicht!!

Es gab mal eine Zeit, da wurde gefordert, dass Leute ohne Ansehen von Geschlecht, Religion, Hautfarbe, sexueller Orientierung etc. Zugang zu den gesellschaftlichen Institutionen haben sollten.

Heute wird gefordert, dass der Zugang WEGEN irgendwelcher geschlechtlicher, religiöser, ethnischer, sexueller Eigentümlichkeiten PARITÄTISCH reguliert werden soll.

Pretty profound…

Folkher Braun Januar 9, 2014 um 21:58

Dass ich das noch erleben darf! Ich kann einem Kommentar von Morph (von heute 21:44) vollinhaltlich ohne Einschränkung zustimmen.

Bladnoch1971 Januar 9, 2014 um 22:14

@ruby
Danke für den Tip, aber mit Auchentoshan habe ich seit sie 1992 die erste 12-jährige Abfüllung (die eckige Flasche mit dem schwarzen Etikett und dem schwarzen Karton) weitgehend abgeschlossen…….O.K., O.K. den 21-jährigen finde ich schon immer noch sehr elegant!

holger Januar 9, 2014 um 23:02

Und eines noch ihr Köppe

99% meines Lebens habe ich unter “Männern” und an ihren Schultern geheult,verbracht. Ich gehe in die Kneipe. In Männer Domänen. Ja , ich liebe Männer.

Mit Frauen kann ich nix anfangen. Ganz ehrlich. Stören nur. Bekommen ihre Tage und liegen in den Wehen.

Ich bin stolz, und ich werde wohl nach über 20 Jahren EHE auch HOMO.

Von daher, bin ich für die Debatte. ABER, gleich gibts ja wieder einen Aufschrei. Heiraten und Kinder erziehen, würde ich nicht noch mal.

Ich bin HOMO und das ist gut so.

18 20 2 Null WEG RE CONTRA BOCK

Harry mach mal ne Runde ein.

Jackle Januar 9, 2014 um 23:05

Herzlichst,

Ihr
F. J. Wagner

Bruchmüller Januar 9, 2014 um 23:14

Es gibt es das also …sogar bei den Fischen!

Mein Meinungsbildungsprozess ist aber damit nicht abgeschlossen. Eben ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass man vielleicht ein paar Wochen kein …also dass man erstmal darauf verzichtet, schwules Gemüse zu kaufen. Zurück zur vierten Gewalt.

karla Januar 9, 2014 um 23:23

@fl
“Woher kommt also das öffentliche Interesse am Outing des ehemaligen Nationalspielers? Und warum interessierte sich niemand für die sexuelle Orientierung eines Hans-Olaf Henkel?”

Die Frage könnte man auch so formulieren: “Warum interessiert sich die “Vierte Gewalt” für jeden Furz?

gelegentlich Januar 9, 2014 um 23:29

@karla

Weil das Thema sinnlicher ist als Ceta. Irgendwie mehr human interest.

gelegentlich Januar 9, 2014 um 23:31

@Bruchmüller

Zur Meinungsbildung: es gibt eine Fickt-sich-Selbst-Orchidee. Aber die fällt wohl durch das Raster dieser Diskussion.

holger Januar 9, 2014 um 23:40

Ich hab ja so insgeheim das Gefühl schon immer gehabt, dass das Hetero eigentlich nur ein “Seitensprung” ist.

Ich denke die Scheidungsraten geben mir recht. Wenn ich so darüber nachdenke… Ja, ich bin der Meinung, man sollte die Jugend aufklären, was so eine Hetero Ehe kosten wird, oder kann.

Windeln Schule Studium etc pp Scheidung Beste Freundin der Frau
Nerven Ärger

Aber solche Gedanken passen ja dann auch wieder nicht.

petervonkloss Januar 10, 2014 um 00:34

Holger, ich liebe dich!

otto Januar 10, 2014 um 00:59

120 Posts und mehr um eine Privatsache – oder geht es um Diskriminierung?

Ein bisschen Praxis. Ich spiele nur Tennis und da gib es Duschen für Männlein und Weiblein. Ich fühle mich nicht diskriminiert, obwohl ich nicht in die Damendusche darf, eben weil alle anderen mit der Orientierung auf Frauen dort auch nicht rein dürfen.

Ein hoch angesehener Mannschaftskollege ging zuhause duschen – kein Problem auch ohne Outing.

Es gibt natürlich auch gemischte Saunen – wo ist jetzt der Unterschied zum Sportbetrieb? Ich weiß es nicht.

petervonkloss Januar 10, 2014 um 01:53

Ich küsse dich.

Taten statt Lob Januar 10, 2014 um 05:45

@ Morph

Es geht nicht um Privilegien für Minderheiten, sondern um Fairness und Respekt.

http://taz.de/Kolumne-Luft-und-Liebe/!130665/

Ein Kinobesuch in Berlin 2013. Der Ekel und die Ablehnung in diesem Beispiel. Woher kommt das?

Wir sind nicht alle gleich , aber gleichwertig. carolin emcke

Normalo Januar 10, 2014 um 06:41

@ Otto

Das sich Thomas Hitzlsperger geoutet hat, zeigt, das Homosexualität keine Privatsache ist. So sehen das wohl auch die 120 Kommentarschreiber hier, sonst hätten sie das nicht kommentiert.

Das Praxisbeispiel verstehe ich nicht: Weil Frauen sexuelle Übergriffe fürchten, gibt es nach Geschlechtern getrennte Duscheinheiten und weil heterosexuelle Männer fürchten von einem homosexuellen Mann unter der Dusche angebaggert zu werden, duscht der einzige homosexuelle Tennissspieler bei euch zuhause?

http://www.youtube.com/watch?v=zPaF7UWosgk

Normalo Januar 10, 2014 um 13:16

@ Schatten

“Und als ehemaliger Fußball-Fan interessiert es mich schon, ob Hitzelberger nun es nun eher mag, aktiv oder passiv zu sein. Aktiv wäre irgendwie besser, finde ich.”

Der eine berichtet davon, das der einzige Tennisspieler im Verein, von dem bekannt ist, das er schwul ist, zuhause duscht, statt mit den anderen Männern in der Gemeinschaftsdusche, weil Schwule sind eben 24 Stunden am Tag auf Partnersuche und dich interessiert vor allem das Thema Analverkehr bei Schwulen.

Zu deinem Informationsbedürfnis:

„Analsex ist bei gleich- wie bei gegengeschlechtlichem Sex Bestandteil des Repertoires. Analverkehr wird von homo- wie auch heterosexuellen Personen prozentual gesehen im gleichen Ausmaß praktiziert. In absoluten Zahlen ist Analsex damit unter Heterosexuellen wesentlich häufiger. Die Ansicht, Analverkehr werde hauptsächlich zwischen homosexuellen Männern praktiziert, ist daher falsch.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Analverkehr#Verbreitung_und_H.C3.A4ufigkeit

Zu dem Verweis zu Putin und Russland weiter oben: Dieser christliche Realschullehrer aus BaWü soll mittlerweile schon mehr als 80 000 Unterschriften gegen Schwule im Schulunterricht gesammelt haben. Nicht nur in Russland, hier in Deutschland gibt es genug Arbeit.

Als ich gestern Abend bei Maybrit Illner eingeschaltet habe, war interessant zu sehen, wie beim Thema Akzeptanz von Schwulen unter Erwachsenen breiter Beifall aus dem Publikum kam, was dann als es um Kinder und Jugendliche ging, nicht mehr der Fall war.

Denn Schwule werden oftmals nicht nur auf Analverkehr reduziert, gleich danach geht es mit Pädokriminalität weiter.

Normalo Januar 10, 2014 um 14:50

@ volki

Gay Agenda nennt ihr das in euren Kreisen oder?

Jenseits von Glööckler und Profifußballern mit Millionen auf dem Konto, die Geschichte von dem Malocher Mario:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/nachrufe/mirko-geb-1958/8415704.html

Für Schwule braucht niemand Propaganda machen. Entweder man ist schwul oder eben nicht. Was heißt denn Werbung für Schwule machen? Wie sieht das aus? Werbetafeln in Moskauer Bushaltestelle auf denen steht: ” Sei cool – sei schwul” oder was. Was für ein saudummes Gelaber, Schwule würde Werbung für ihre sexuelle Orientierung machen. Klar ich sehe jeden Tag in der Werbung, im Film und auf Messen erigierte Schwänze. Also da gehen die paar Tittengeschwader und halbnackten Mösen auf Motorhauben fast unter. Ja klar. Es gibt keine heimliche Gay Agenda und du selbst betreibst Propaganda auf primitivstem Niveau. Ist es für dich also ok, wenn Schwule diffamiert, gedemütigt und in ihrer Freiheit eingeschränkt werden?

Kein Schwuler redet so über Heten. Tthink about it.

Morph Januar 10, 2014 um 14:58

@taten statt lob

“Es geht nicht um Privilegien für Minderheiten, sondern um Fairness und Respekt.”

Klar. Die Frage ist halt, was daraus praktisch folgt. Man kann institutionalisierte Formen der Rücksichtnahme auf besondere Menschengruppen für ein Gebot der Fairness und des Respekts halten. Oder auch für das Gegenteil.

Es gibt gute Gründe für beide Standpunkte. Aber einen noch besseren Grund dafür, auf die Paradoxien beider Standpunkte zu achten.

Fairness ist nach meinem Verständnis ein Begriff, der auf dem Begriff des Staatsbürgers beruht.

Respekt ist dagegen m.E. ein vor- bzw. nachbürgerlicher Begriff. (Kann man z.B. daran sehen, welche Rolle er in der Gangkultur spielt; er spielt semantisch in das Feld von ‘Ehre’ und ‘Ruhm’).

Die Forderung nach Fairness und Respekt hat einen drohenden Unterton, für den man sich m.E. sensibilisieren sollte.

Jackle Januar 10, 2014 um 15:25

Die FAZ spendiert dem geistig degenerierten Teil ihrer Leserschaft, bzw. dem armen, diskriminierten, heterosexuellen Mann der bürgerlichen deutschen Mittelschicht, auch noch einen Artikel. Die Bekloppten hier im Blog werden das bestimmt ebenso abfeiern.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/coming-out-die-rocky-horror-hitzlsperger-show-12744517.html

holger Januar 10, 2014 um 15:38

Was denn? Kein Aufschrei hier?

Was iss denn los an der Aufschrei Front? Oder seid ihr alle Tolerant geworden?

Ich war schon lange gegen den gemischt Unterricht an Schulen (Hat mir nur meine Noten versaut). Warum haben denn nun die Kirchen davor Angst, dass das Thema an Schulen diskutiert wird?

Der Mann und das Weib an sich ist ein Homo. Und deswegen, ist eine „Tucke/Schwuchtel“ eher mehr das feminine im Mann.

Oder? „Ein Käfig voller Narren“

Man hat sogar einen „Namen“ „Bromance“ für die Homosexualität unter Männern.

Das Problem ist nämlich nicht die Homosexualität, sondern im allgemeinen die damit angebliche verbundene Verweiblichung des X im Y.

Das verbindet man mit Schwuchtel/Tucke. Mit der Homosexualität hat das aber wenig zu tun.

Wenn nun aber jeder „Schwanz“ gesteuerte darüber aufgeklärt werden würde, was nun im Hetero Leben auf ihn zukommen könnte. Dann würde er freiwillig sich einen anderen Lebenspartner aussuchen, als das XX (Lernfähig sind nicht Bobbele und Loddar zB). Denn die Aufklärung auch über Gesetze, Alimente etcpp würden jeden jungen Menschen davon abhalten ein Heteroes Verhältnis einzugehen.

In diesem Fall könnte man von Risiko-Minimierung sprechen.

Wer hat nun ein Interesse an der Sexuellen Aufklärung 2.0 ? Die Kirchen können es nicht haben. Scheidungsanwälte wohl auch nicht. Wie weit darf denn die Aufklärung gehen? Oder beschränkt die sich nur auf die Geschlechtsteile?

Warum prahlt denn ein junger Mann, gegenüber seinen Kumpels: „Die hab ich flach gelegt“ !

Ich würde ihm heute sagen: „Mann bist du doof“ „Alimente?“ Das Hetero bedeutet im Zweifel immer, finanzieller Ruin (steht so im Gesetz).

Also, wenn man die Diskussion führen will, gerne. Aber dann mit allen Facetten. Und nicht nur die, die einem gerade selber passen.

Und nochmal, wir sind am Anfang alle Homos im Kindergarten in der Schule Blau und Rosa als Baby eingefärbt.

Das Hetero ist nur ein dummer Zufall, und dient nur zur Fortpflanzung oder der Reproduktion. Mehr nicht.

Wenn nun die große Aufklärung kommt, dann wird schlagartig die Geburtenraten weiter sinken.

Unabhängig von sexuellen Praktiken und Vorlieben.

wowy Januar 10, 2014 um 15:42

@Jackle
“Mit gewohnter Eilfertigkeit setzen die üblichen Verdächtigen deutscher Gesellschaftspolitik…”
Herr von Altenbockum sieht nicht, dass auch er das ist
Seir 8.1.2014 13 Artikel in der FAZ.
Stefan Niggemeier hat das nötige dazu (bezogen auf den Fall Schumacher) gesagt:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/corinna-schumachers-bitte-um-ruhe-und-die-grenzenlose-ungemeintheit-der-medien/

wowy Januar 10, 2014 um 15:44

Seit

Ansonsten wollen unsere Medien offensichtlich nicht über Homophobie in der Gesellschaft reden, sondern ihre Klatschspalten füllen. Diese Verlogenheit ist widerlich:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/

Normalo Januar 10, 2014 um 16:40

@ Morph

“Die Forderung nach Fairness und Respekt hat einen drohenden Unterton, für den man sich m.E. sensibilisieren sollte.”

Warum hast du diesen Eindruck vom drohenden Unterton? Vielleicht weil du an die Befreiung von der Helmpflicht für Angehörige der Sikhs im Straßenverkehr, an gestattete Nichtteilname von muslimischen Mädchen am Schulschwimmunterricht in Bremen oder die hessische Richterin, die es einem muslimischen Ehemann erlaubte, neben dem BGB auch islamisches Recht anwenden zu dürfen und es ihm gestattete, seine Frau zu schlagen, denkst?

Nein. Wenn ich an Respekt, Fairness und einfach anständig mit einander umgehen denke, sehe ich keinen Zusammenhang z.b. zu Salafisten in Dänemark, die sich auf Achtung und Respekt berufen und darum staatliche Gesetze gegen Karikaturisten fordern, die angeblich ihren Propheten beleidigen.

Frage 10 Elternpaare danach, wie sie sich entscheiden, wenn sie die sexuelle Orientierung ihrer Kinder bestimmen können. Dein Kind kann mit einer homosexuellen oder einer heterosexuellen Orientierung zu Welt kommen. Für welche entscheidest du dich? Jede Wette alle 10 Elternpaare wollen heterosexuelle Kinder. Alle. Warum ist das so?

In dem Beispiel oben geht es um die Reaktionen von Kinobesuchern auf zwei Lesbische Frauen beim Sex. Es geht nicht um Spaß machen oder etwas gefällt nicht, sondern um Ekel, Abartig bis zu das müsste man verbieten? Warum so eine Feindseligkeit? Wo kommt das her? Welche Rollen spielt Religion, Erziehung, Tradition, Kultur, Medien dabei?

In keinen Kommentar hier, spricht einer von political correctness. Wenn ich dich richtig verstehe, willst du keine Sonderrechte für ethnische-, religiöse- oder sexuelle Minderheiten. Will ich auch nicht. Aber gleiche Rechte für alle. Ein anständiges Leben. Das bedeutet , das ich mich nicht mehr verstecken will. Ich habe mich nie anders gefühlt. Meine Umgebung hat mir in einer bestimmten Phase meines Lebens das Anderssein zugeschrieben.

Ich bin 1985 geboren. Es gibt doch diesen berühmten Filmtitel von Praunheim “nicht der Homosexuelle ist pervers sondern die Situation in der er lebt”. Ich hab den nie gesehen. Aber er hat es gut auf den Punkt gebracht.

Nur weil ich für mich Akzeptanz will, folgt daraus doch nicht, das Schwulenwitze verboten sind, massenhaft Planstellen für Schwulenbeauftragte geschaffen werden oder in jeder Stammmannschaft, ein Platz für den Quotenschwule frei gehalten wird. Wenn ich akzeptiert werden will, dann soll daraus folgen, das ich mich nicht verleugnen brauche. Ich will nicht gezwungen werden, anders zu leben, wie mein Herz fühlt.

Wie kann man Menschen die sich lieben hassen? Darum geht es. Wenn man weiß woher dieser Dreck in die Köpfe der Menschen kommt, dann kann man das in Zukunft verhindern und klar ich glaube diese Welt wird eine bessere sein. Keiner wird als Schwulenhasser geboren.

Normalo Januar 10, 2014 um 16:59

@ holger

Hab mal geguckt bei Youtube was ein Käfig voller Narren ist? Kannte ich bis eben nicht. Nicht so mein Humor.

http://www.youtube.com/watch?v=lXntEtswRME

Einmal im Monat: Gayhane im SO36. Tuntentürken, Transen, Araber, Albaner, Machos und alle sind sie schwul:))

Morph Januar 10, 2014 um 17:26

@Normalo

Ich sehe das tatsächlich in dem größeren Zusammenhang der vielen Anspruchsgruppen, die sich auf ‘Respekt’ berufen. Ansonsten stimme ich Dir zu.

Was die Wahrnehmung von Sex-Darstellungen angeht, gibt es da viele interessante Aspekte, die man diskutieren müsste. Du hast recht, dass unsere Medienwelt da sehr merkwürdige ‘Normalitäten’ konstruiert. Wobei ich nicht glaube, dass es da eine ‘vernünftige’, ‘aufgeklärte’ Form geben kann. Im Gegenteil ist das ‘Abartige’ am Sex ja auch ein Teil der Faszination.

Wie geht noch der Woody-Allen-Witz?

Ist Sex eigentlich schmutzig? Wenn man’s richtig macht, schon! :-)

Carlos Manoso Januar 10, 2014 um 17:27

@holger Januar 10, 2014 um 15:38
„Was denn? Kein Aufschrei hier?“

holger, Homosexualität gilt im jüdisch-christlichen Kulturkreis als so was wie eine Todsünde, während im islamischen kulturkreis Männer und Frauen nicht unterschieden werden nach dem „westlichen“ Kriterium „Mann oder Frau“, sondern simpel nach dem physischen Kriterium „kann penetrieren oder kann „nur“ penetriert werden“.

Zum Beispiel weiß jeder Volldepp, daß ein Mann sowohl penetrieren als auch (theoretisch) penetriert werden kann, während eine Frau dagegen -im Unterschied zum Mann- nicht penetrieren, sondern „nur“ penetriert werden kann.

Wenn z.B. ein strenggläugiger Muslim in “geistiger” Liebe zu einem Mann entflammt, führt ihn dies direkt in einen „Dschihad“ gegen sein eigenes Selbst. Der Sieger in diesem „Dschihad“ („penetriert werden oder penetrieren“) gilt als „Liebesmartyrer“.

Für den islamischen Sufi dagegen ist die Liebe –gleich ob zwischen Mann und Frau oder zwischen Männern-, gleichbedeutend mit der Erfahrung der mystischen Annäherung an Gott.

Soldat Schwejk Januar 10, 2014 um 17:40

@ Carlos… yeahyeahyeah!!!… go, @Carlos, go!… genau auf sowas hatte ich gewartet… endlich…

Aber von der Dampfmaschin’ und der erotischen Energie mußte uns jetze auch noch was erzählen, ja?

Normalo Januar 10, 2014 um 18:53

Was derzeit im Südwesten Deutschlands abgeht ist allerdings auch interessant in Hinblick ob Mehrheiten über Minderheiten abstimmen sollten.

Die beiden christlichen Kirchen haben heute erklärt, das sie eine Darstellung von Homos und Heteros als gleichwertig in der Schule ablehnen. Also schwul-lesbischen Beziehungen und Sexualität soll in der Schule nicht als etwas gleichwertiges gelehrt werden. Heteros sind was besseres. FDP-Fraktionschef in BaWü Hans-Ulrich Rülke hat ebenfalls heute erklärt, das Heteros und Homos nicht gleichwertig sind. Nicht gleichwertig ist das selbe wie minderwertig oder? Da tut sich etwas im Ländle. Der Petitionsautor Gabriel Stängle hält Toleranz gegenüber Homosexuellen für gefährlich.
Der Mann ist Lehrer! Pädagoge!

In einem Größeren Zusammenhang, gibt es dann vielleicht auch größere Anspruchsgruppen, wie die beiden großen Kirchen. Das Schwule genau so wertvolle Menschen sind wie alle anderen, das soll nicht den Kindern in der Schule beigebracht werden. Denn die sollen nicht in der Findung ihrer sexuellen Identität manipuliert werden, so die evangelische Kirche heute in Freiburg.

Gefahr klar erkannt: Homo wird man schon, wenn man davon hört, das es so etwas gibt. Mein Vorschlag: @ volki und @ The Last Heteroman standing werfen sich todesmutig dazwischen. Zwischen die in die Schulen eindringenden Rekrutierungskommandos der Gaylobby und die vor diesen zu schützenden Kinder und Jugendlichen.

http://pravdatvcom.files.wordpress.com/2013/02/kirche-nazis-vatikan.jpg?w=640

Wenn sich der Bildungsplan am christlichen Menschenbild zu orientieren habe, was sollen wir uns noch mit Religionsfreiheit oder staatlicher Neutralität aufhalten. Das Gejammere über angebliche Homopropaganda – für ideologische Instrumentalisierung hat immer noch die Kirche ein Monopol oder wie?

Wenn die Familie die “wertvollste Lebensform” sein soll, ist das für kinderlose Heten aber auch ätzend. Wer sich nicht vermehrt, ist nix wert:))

“Es sollte nicht so weit kommen, dass Mut dazu gehört zu sagen”, schreibt Altenbockum: “Ich bin heterosexuell, und das ist gut so.” Georg Diez, Spiegel.de Was für eine Paranoia.

“We are born naked, the rest is drag.” sookeee

Bladnoch1971 Januar 10, 2014 um 18:53

@Schwejk
Grins!!!!

Andreas Kreuz Januar 10, 2014 um 19:18

Ich sehe es schon:

Das Sein bestimmt das Bewußtsein.

Wie sagte unser – RIP – ehrwürdiger Geschichtslehrer zu einem Schüler, der partout nicht lernen wollte?

“Wirst noch auf die Rutschbahn geraten!
Wirst streuen müssen!”

ruby Januar 10, 2014 um 19:18

@ Bladnoch1971 + @ Schwejk + @ CM
etwa Humor geht immer …
Staeck sagte mal, dass die Medien auf Selbstprostition hinauslaufen – vor etwa acht Jahren.
Wird richtig lustig, wenn die NSA-Archive belichtet werden !

gelegentlich Januar 10, 2014 um 19:21

„Die beiden christlichen Kirchen haben heute erklärt, das sie eine Darstellung von Homos und Heteros als gleichwertig in der Schule ablehnen.“
Das gibt dann Grabenkrieg um die Auslegung im Kleingedruckten. Schule hat weltanschaulich/neutral zu sein. Das ist eine Kampfansage dagegen. Schule hat Sexualität nicht zu bewerten. So wie es das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gibt existieren massenhaft unter uns Asexuelle. Was ist mit Denen? Ungleichwertig? Die 2 Jahre alte (?) Auseinandersetzung um den Religionsunterricht an Schulen, der frei bleiben muss (also am Nachmittag für Freiwillige) und Ethik für Alle als Pflichtfach paßt hierhin. Da kann die Diversität des Menschen gezeigt werden. Bewertet wird sie nicht. Und für Alle: piano! Wir wollen doch wohl nicht zu modifizierten „Islamkritikern“ werden.

holger Januar 10, 2014 um 19:57

cm

—>>>Zum Beispiel weiß jeder Volldepp, daß ein Mann sowohl penetrieren als auch (theoretisch) penetriert werden kann, während eine Frau dagegen -im Unterschied zum Mann- nicht penetrieren, sondern „nur“ penetriert werden kann.”

Hmmm… penetrieren ist durchdringen, vordringen, eindringen. Geht körperlich aber auch seelisch. Oder aber auch mit Hilfsmitteln. Ne Banane oder Kerze oder whut ever mit Akku oder ohne.

Man munkelt ja, dass der Buchstabe (i) damit im Zusammenhang steht.

Aber egal, ich find die Diskussion gut. Und je mehr ich überlege, desto mehr Homo werde ich. Frauen geben mir echt keinen Kick mehr. Immer das gleiche Gesülze. Unterhalten kann man sich mit denen in “Augenhöhe” eh nicht. Irgendwas ist immer.

Meistens fehlt es am Geld, um Shopping machen zu können. Wenn ich mal richtig Kohle habe, mach ich eh nen Männerwohnheim auf. Mit Zapfhahn allen drum und dran. Da bin ich dann Homo, da darf ich es sein. Koche auch gerne, kein Problem.

Aber ne Frau würde ich mir unter Garantie nicht mehr denken können. gibt ja Grete Faust oder Beates Sortiment.

holger Januar 10, 2014 um 20:07

Normalo Januar 10, 2014 um 16:59
@ holger

Hab mal geguckt bei Youtube was ein Käfig voller Narren ist? Kannte ich bis eben nicht. Nicht so mein Humor.”

Naja… Klischee? ich weiß es nicht. Aber so wird es gesehen Schwul gleich Tucke in Frauenkleidern. Iss ja nicht auf meinem Mist gewachsen. Irgendwer hat sich dabei schon was gedacht.

holger Januar 10, 2014 um 20:11
Normalo Januar 10, 2014 um 20:36

@ gelegentlich

“Schule hat weltanschaulich/neutral zu sein. Das ist eine Kampfansage dagegen.”

Also auf in die Schlacht:))

Ich zwinge keinem meine Lebensweise auf. Hier versucht aber eine gesellschaftlich nicht unwichtige Gruppe, ihre moralischen Vorstellungen für andere verbindlich zu machen. Sollen sie doch ihr christliches Menschenbild für sich genießen, aber nicht Nicht- und Andersgläubigen aufzwingen.

Was ich zu tun und zu lassen habe, entscheide ich selber. Religioten haben sich da herauszuhalten. Eine Anspruchshaltung heterosexueller Religionsbesoffener, mir diktieren zu wollen, wie ich zu leben habe. Irre.

Sexualschaffner / Jasper von Altenbockum

“Warum lassen sie ihn nicht einfach in Ruhe, die Perversen, warum müssen sie ihn so gnadenlos anschwulen? »Es sollte in Deutschland nicht so weit kommen, dass Mut dazu gehört zu sagen: ›Ich bin heterosexuell, und das ist auch gut so‹«, weinte Altenbockum, und noch weniger dazu, dass eine schwule Ledergestapo vorbeikommt, ihm die Frau stiehlt und ihn dafür mit Hitzlsperger zwangsverheiratet. ”

http://www.neues-deutschland.de/artikel/920440.sexualschaffner.html

niemand Januar 10, 2014 um 20:59

Pflöckeln… :D

Und das ND thront noch immer am Wriezener Bahnhof…

holger Januar 10, 2014 um 21:49

Normalo

—>>> Eine Anspruchshaltung heterosexueller Religionsbesoffener, mir diktieren zu wollen, wie ich zu leben habe. Irre.”

Der Witz ist doch, dass die “Kirche” gar nicht hetero ist. Gott Vater Sohn und Heiliger Geist eben.

Der Papst lebt ja nicht in Rom sondern wohl im Zölibat. Wem ist denn das “Hetero” untersagt? :D

Das ist doch alles Paradox oder nicht? Der richtige Homo Laden ist die “Kirche” LOL :D

holger Januar 10, 2014 um 23:50

Und bevor ihr Hafensänger mal wieder was deuten wollt,

Ich bin ein HOMO sapiens

Thor Januar 11, 2014 um 01:18

Toleranz.
http://www.youtube.com/watch?v=-pJA5mbtkUo

Ich wähle CSU, ihr geht mir alle auf den Sack…

w0dan the dark Januar 11, 2014 um 09:55

homosexualität ist mittlerweile weitestgehend in deutschland akzeptiert. außerdem ist das doch jedermanns privatsache und gehört nicht in die öffentlichkeit. das schreiben einige hier. sicherlich alles keine homosexuellen.

deutschland besteht nicht nur aus berlin und köln und darum ein paar fakten:

– 61 % der deutschen wünschen keinen oder wenig kontakt mit homosexuellen,

und

– die selbsttötungsrate unter homosexuellen jugendlichen ist 3 bis 4 mal so hoch, wie die unter heterosexuellen jugendlichen.

mehr hier http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2064946/Das-ist-doch-voll-schwul!

gelegentlich Januar 11, 2014 um 12:17

@wodan

Gerade weil das so ist und selbst Erwachsene, die ein gewisses Niveau für sich beanspruchen, auf diesem Feld sofort regressiv werden und ins Abschaumige zurückfallen (wie sonst nur noch Debilere bei Zigeunern und Juden, Ausländern und Muslimen) gibt es politisch nur eine Lösung:
Schluß der Debatte! Petition abmerkeln, irgendwie: schlafen legen, sich nicht äußern, vertagen, in einer Kommission oder unter einem Sonderbeauftragen vergraben, „war schon immer unsere Meinung: der Entwurf wird überarbeitet um bald eine noch bessere Lösung zu finden…blabla”, … Die Lösung wird eine biologische sein: Abschaum fault schneller weg.

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