Die Geschichtslosigkeit der Deutschen

by f.luebberding on 1. März 2014

Die größte Leistung nach 1989 war den Zusammenbruch der alten Sowjetunion weitgehend friedlich abgewickelt zu haben. Russland verzichtete angesichts des ideologischen und ökonomischen Bankrotts auf den Erhalt des alten bis zur Elbe reichenden Imperiums mit Hilfe brutaler Gewalt. Der Westen befand sich allerdings schon damals in einem gravierenden Irrtum. Denn anstatt Frieden, Rechtsstaat und Demokratie waren alte Konflikte in diesem Riesenreich reaktualisiert worden. Es begann zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach und endete zuletzt 2008 in dem Handeln eines Westentaschen-Mussolini aus Georgien namens Micheil Saakaschwili. Seine Verantwortung für den damaligen Krieg ist heute unumstritten. Nun ist Russland auch heute noch ein Reich mit imperialen Ausmassen – und einem enormen innenpolitischen Konfliktpotential. Ein rationaler Umgang mit Russland ist für die Europäer existentiell. Das bedeutet die Anerkennung der wechselseitigen Interessen durch beide Seiten. Mittlerweile scheinen aber einige Scharfmacher im Westen ihre damalige Naivität durch einen irrationalen Umgang mit Russland ersetzt zu haben. Ein Beispiel ist dieses bemerkenswerte Dokument aus der Welt.

Der Autor Richard Herzinger steht für jene Entwicklung in den vergangenen Jahren, die in einer seltenen Form politischer Dummheit Putin mit Russland verwechselt. Es ist nämlich naiv anzunehmen, es könnte irgendeine Regierung in Moskau geben, die in einer Situation wie jetzt in der Ukraine anders reagieren könnte als der amtierende Autokrat im Kreml. Die Ukraine ist aus historischen, ökonomischen und politischen Gründen für Russland existentiell. Selbst ein Musterdemokrat im Kreml, oder das was ein Herzinger darunter versteht, müsste den Versuch, die Grenzen der EU und Nato bis auf die Krim auszuweiten, als Aggression verstehen. Wohlgemerkt: Die Krim gehört heute nur deshalb zur Ukraine, weil Chruschtschow 1954 aus machtpolitischen Kalkül den Einfluß Russlands in der KPdSU schwächen wollte. Sewastopol und die Krim gehören seit den Zeiten einer Katharina der Großen zu Russland. Die nach der Unabhängigkeit der Ukraine gefundene Regelung zwischen Kiew und Moskau hatte das Ziel, den Zusammenbruch der Sowjetunion nicht durch das Neuziehen von Grenzen zu einem Pulverfaß zu machen. Berg-Karabach war das abschreckende Beispiel gewesen, was passieren konnte, wenn die in der Sowjetunion eingefrorenen nationalen Konflikte wieder ausbrechen sollten.

Jetzt passiert die Reaktualisierung historischer Erfahrung in die aktuelle Politik. Offenkundig sind die Herzingers nicht in der Lage, die elementarsten Sachverhalte zur Kenntnis zu nehmen. Will man jetzt wirklich, dass die Russen auf der Krim (oder in anderen Teilen der Ukraine), sich an solche Fakten wieder erinnern? Wie die Krimtataren, von Stalin später allein wegen des Verdachts der Kollaboration mit den deutschen Invasoren deportiert, in Russland wahrgenommen werden? Was die Krim für Russland bedeutet? Oder die Goldene Horde für Russlands Selbstverständnis? Aber die Kosaken nimmt man wahrscheinlich auch nur noch als folkloristische Kuriosiät wahr. Dabei hat der Bürgerkrieg in Jugoslawien gezeigt, wie schnell aus bis dahin harmlosen Nachbarn ein Tschetnik oder Ustascha werden kann. Es hat Jahre gedauert, um diesen Krieg wirksam einzudämmen. Nur fand dieser Konflikt nicht vor Russlands Haustür statt.

Nun spielt in Deutschland Geschichte keine Rolle mehr, weil mit dem Tod als Meister aus Deutschland die Ignoranz zum allein erträglichen Ton geführt hat. Außenpolitische Wirrköpfe wie die Herzingers (und ihrer naiven Fellow Traveller in der Politik, vor allem bei den unsäglichen Grünen) sind anders als mit Geschichtslosigkeit nicht zu erklären. Weil die deutsche Geschichte zu schmerzhaft ist, meinen sie, das müsse auch für alle anderen so sein. Wie anders ist dieses substanzlose Gerede eines Herzinger zu erklären?

“Das stimmt zweifellos, doch darf man diese Interessen Russlands nicht kurzerhand mit denen Putins verwechseln. Auf Dauer wird Russland sein enormes Potenzial nur wirklich entfalten können, wenn es sich von der Gewaltlogik des Putinismus lossagt und auf Kooperation zum gegenseitigen Vorteil mit seinen Nachbarn statt auf deren Unterwerfung setzt – und wenn es die modernen europäischen Standards von demokratischer Rechtsstaatlichkeit bejaht oder doch zumindest respektiert. Gerade weil er Russland als wichtigen Partner braucht, muss der Westen dies jetzt deutlich sagen – ohne mystische Ehrfurcht vor einer “russischen Eigenart”, die angeblich von Putins reaktionärem Herrschaftsprinzip repräsentiert werde.”

Es geht nicht um die “russische Eigenart”. Man sollte nur endlich zur Kenntnis nehmen, was in der Ukraine und auf der Krim passiert. Und zwar nicht nur auf Live-Tickern, sondern in seiner historischen und geopolitischen Dimension. Die Ignoranz drückt sich nicht nur in solchen Artikel eines Richard Herzinger aus. Der letzte Deutsche, der sich auf der Krim die Zähne ausgebissen hat, hieß übrigens Erich von Manstein. Im Gegensatz zu den Deutschen haben die Russen diesen General sicher nicht vergessen. Um Frieden, Rechtsstaat und Demokratie ging es damals übrigens nicht.

{ 219 comments }

wowy März 1, 2014 um 11:47
chabis März 1, 2014 um 11:47
wowy März 1, 2014 um 12:06

Und um dem Vorwurf der Geschichtslosigkeit zu entgehen, kann man auch das lesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_von_Jalta#Beschl.C3.BCsse
#Krim #Jalta

niemand März 1, 2014 um 12:32

Im Vorgarten Rußlands ein Feuerchen schüren helfen, ein Husarenstück unseres Bundesaußen.

Soldat Schwejk März 1, 2014 um 13:18

Wollte das eigentlich in den Vorgänger-Faden zum Thema hineintun, aber jetzt doch hier, und entschuldigt bitte den ellenlangen Kommentar…

Es ist von außen ja schwer zu einer Einschätzung zu kommen, man kann das alles nicht so richtig verifizieren… In jedem Fall aber interessante Radio-Beiträge von @Karla…

Hab jetzt ‘ne persönliche Rückmeldung aus Kiew: demzufolge hat es nach dem Zusammenbruch der alten Macht etliche Plünderungen von Geschäften gegeben, begangen von Gruppen, die sich selbst als Angehörige der Selbstverteidigung des Maidan ausgegeben haben. Deren Führung hat sich aber davon distanziert, und inzwischen ist zumindest in Kiew sowas wie eine öffentliche Ordnung wiederhergestellt: Überall in Kiew patrouillieren Milizionäre zusammen mit Angehörigen der “Selbstverteidigung”, und das funktioniert wohl einigermaßen; jedenfalls gibt es keinen deutlichen Anstieg von Kriminalität.

Damit ist aber nichts über die Verhältnisse in anderen Regionen gesagt.

Was die Krim angeht (@Schatten)… also im Gegensatz zu Südossetien gibt es unter den Bewohnern der Autonomen Republik Krim wohl nur wenige russische Staatsbürger. Etwas ganz anderes ist Sewastopol. Sewastopol ist aber territorial-administrativ kein Bestandteil der AR Krim, sondern als Stadt eine eigene Region innerhalb der Ukraine, und als solche unmittelbar dem Zentrum unterstellt.

Dort, in Sewastopol, gibt es also den russischen Militärhafen… und die russischen Militärs, aber auch viele Ex-Militärs, die wohnen da nicht kaserniert im Militärhafen, sondern als “Stadtbürger” von Sewastopol eben einfach in der Stadt. Diese sind natürlich russische Staatsbürger, und wenn von russischer Seite jetzt die Sicherheit eigener Bürger betont wird, dann meint das m.E. nicht allgemein ethnische Russen auf der Krim, sondern das russische Flottenpersonal und Ex-Flottenpersonal in Sewastopol.

Und formalrechtlich betrachtet hat die Frage nach dem Autonomiestatut der Krim erst mal nichts zu tun mit Sewastopol und seinem russischen Militärhafen. Es wären zwei voneinander getrennte Fragen: die nach dem Status von Sewastopol und die nach dem der AR Krim. Wobei bei einer hypothetischen Abspaltung der AR Krim gewiß auch Sewastopol kaum im ukrainischen Staat verbleiben würde, aber das ist m.E. eine rein hypothetische Erwägung.

Nach wie vor halte ich einen ernsthaften Konflikt auf der Krim für sehr unwahrscheinlich. Dort leben nur 2 Millionen Menschen, weniger als in Berlin. Ein großer Teil der Halbinsel ist dünn besiedelte Steppe. Die Leute, die auf der Krim im politischen Geschäft sind, sind dies zumeist schon lange, und sie kennen einander sehr gut, sollten füreinander eigentlich berechenbar sein. Es ist alles recht übersichtlich.

In dem RT-Beitrag, den ich vor drei Tagen verlinkt hatte, ist auch die Rede davon, daß selbst bei jener Konfrontation der beiden Demos der krimtatarische Führer Tschubarow auf der Tribüne dem Führer der russischen Bewegung Aksjonow das Mikro übergab und beide ihre Gefolgschaft zur Mäßigung aufriefen. Vorgestern nach der Besetzung der öffentlichen Gebäude durch die bewaffnete Bürgerwehr haben sich die Krimtataren dann ja auch zurückgehalten.

Es gibt bei allem Interessengegensatz doch auch eine stark ausgeprägte Krim-Identität, also ein Bewußtsein der Leute, ‘krymchanie” zu sein, Krim-Bürger. Erinnere mich an eine Umfrage, derzufolge die Krimtataren sich v.a. mit der Region und der eigenen Volksgruppe identifizierten, die Slawen dagegen mit der Region und dem ganzen russischen Sprachraum. Aber die starke Identifikation mit der Krim als Region ist doch etwas, was die Seiten auch wieder verbindet, und von russischen Krim-Bewohnern konnte man durchaus auch hören, sie seien Russen, aber deshalb doch keine Moskowiter (‘moskali’), sondern eben ‚russkie krymchanie’.

Alles in allem denke ich also, die Krim selbst mit ihren Problemen ist alles andere als ein “Pulverfaß”, wie man jetzt gelegentlich hören muß. Würden die Leute sich dort einfach nur untereinander arrangieren müssen, dann könnten sie das nach jahrelanger Übung und Deeskalations-Routine vermutlich irgendwie tun.

Nun gab es in den 90-er Jahren den Verfassungsstreit: Mehrfach hat das Zentrum in Kiew eine auf der Krim angenommene Verfassung für nicht vereinbar mit der ukrainischen Verfassung erklärt und letztlich das Parlament in Simferopol gezwungen, einen ganz und gar verwässerten Verfassungsentwurf mit einem nur schwachen Autonomiestatus zu akzeptieren. Aber damals war die Krim auch ökonomisch nur eine schwache Region. Der alte auf Betriebsbasis organisierte sowjetische Krim-Tourismus war im Zuge der Desintegration zusammengebrochen. Inzwischen boomt es an der Südküste aber wieder, und heute ist die Krim eine der wirtschaftlich starken Regionen in der UA. Die Forderung nach einer Neuverhandlung des Autonomiestatuts scheint legitim, zumal der zentralistische Aufbau des ukrainischen Staates sowieso eher fragwürdig ist. Nicht anderes als eine erweiterte Autonomie und einen Föderationsvertrag mit der Zentrale in Kiew hat das Parlament in Simferopol jetzt m.W. auch nur zum Gegenstand des Referendums am 25. Mai gemacht… also KEINE Abspaltung und schon gar keinen Anschluß an Rußland.

Ich kann nicht sagen, wie weit das mit der Solar- und Windenergie auf der Krim jetzt gediehen ist, würde aber doch mal stark vermuten, die Halbinsel ist nach wie vor abhängig von Stromzulieferungen vom ukrainischen Festland. D.h., aus dieser Perspektive wäre jede Totalabspaltungsbestrebung für die Krim natürlich sehr problematisch. Das weltberühmte Krim-AKW ist seinerzeit ja nicht zu Ende gebaut worden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Krim

Das größte Risiko besteht wohl darin, daß in Kiew jetzt politisch unerfahrene Leute das Sagen haben, die zudem vom Mob auf der Straße vor sich hergetrieben werden. Wahrscheinlich würde es sehr zur Deeskalation der Lage beitragen, wenn die Regierung in Kiew jetzt erklären würde, sie sei zur Verhandlung eines erweiterten Autonomiestatuts der AR Krim bereit, bei Wahrung der territorialen Einheit des ukrainischen Staates. Aber das würde ihr von den Nationalisten vermutlich als Verrat ausgelegt… Wenn Deutschland und die EU da jetzt diplomatisch irgendwo intervenieren sollten, dann vielleicht am ehesten in Kiew, damit die neue Führung dort der Krim Zugeständnisse in Sachen Autonomie macht und nicht lauthals einen Zuständigkeitsstreit über die Ernennung von Bürgermeistern und Polizeichefs anfängt.

Über das Kalkül der Russen kann man viel spekulieren. Es spricht aber wenig dafür, daß die sich da auf ein Abenteuer einlassen wollen, solange es zu keiner Bedrohung des russischen Militärpersonals in Sewastopol kommt, die sie zum Handeln zwingen würde. Nun hatten die ukrainischen Nationalisten ja bereits angekündigt, irgendwelche bewaffnete Krawall-Brigaden da runtersschicken zu wollen. Die könnten natürlich nicht den Militärhafen angreifen, aber doch Streß in der Stadt Sewastopol (s.o.) zu machen versuchen.

Allerdings ist die Krim nur durch eine schmale Landenge, den sogenannten Perekop, mit dem Festland verbunden. Insofern scheint es mir, sofern das aus der Distanz zu beurteilen ist, schon durchaus vernünftig, daß da jetzt offenbar Bürgerwehren, womöglich mit russischer Unterstützung, die Transportwege über den Perekop kontrollieren, um den Zustrom von irgendwelchen Provokateuren zu verhindern. In der Ukraine selbst scheint es derzeit ja keine Kräfte zu geben, die das verhindern könnten.

holger196967 März 1, 2014 um 13:40

Soldat

—>>>Dort, in Sewastopol, gibt es also den russischen Militärhafen… und die russischen Militärs, aber auch viele Ex-Militärs, die wohnen da nicht kaserniert im Militärhafen, sondern als “Stadtbürger” von Sewastopol eben einfach in der Stadt.”

Ähnlich der Situation “Kaliningrad”. Baltische Flotte und hier geht es eben um die Schwarzmeer Flotte. Putin hat wohl versäumt in Sochi noch nen großen Hafen zu bauen.

Wie Du schon sagtest, es geht nicht um die Krim an sich, sondern um den autonomen Militärstützpunkt. Und die damit verbundene Lufthoheit.

ruby März 1, 2014 um 13:40

@ Soldat Schwejk

gibt es ein fruchtigeres Tröpfchen?
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d9/Krimsekt.jpg

ruby März 1, 2014 um 13:45

Kann die Bayerische Landesbank nicht mal die verschwundenen Yachten zur Krim schicken, um eine Karnevalssitzung abzuhalten?
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/1585104_mainz-bleibt-mainz/13350644_mainz-bleibt-mainz-2013-gesamtsendung-

ruby März 1, 2014 um 13:49

Sind wir nicht alle Mainzer?
Na gut, nicht beim Fußball
;-)

ruby März 1, 2014 um 14:02

Achtung : Prinzenpaar ci. 1:56 könnte “volks”zersetzend sein.
Regierungserklärung …

ruby März 1, 2014 um 14:28

Eilmeldung :
Meenzer Mundart soll flächendeckend eingeführt werden:
http://www.familie-baptistella.de/SiggiMeenzerMundart.htm
Europa muss sich endlich gegen sprachliche Konfliktpotenziale festlegen. EU-Kommission arbeitet an einer entsprechenden Richtlinie.

wowy März 1, 2014 um 15:17

“Der Regierungschef der Autonomen Republik Krim, Sergeij Aksenow, habe Putin gebeten, bei der Sicherung des Friedens auf der Halbinsel zu helfen – schreibt die Zeitung “Gazeta.ru”.”
http://live.faz.net/Event/Krise_in_der_Ukraine

wowy März 1, 2014 um 15:23

Kann es sein, dass Putin gerade exakt all die Argumente anführt, die wir sonst von den USA hören?
#Spiegel #Muskelspiele

wowy März 1, 2014 um 15:46

Die Bedeutung Sewastopols für Russland und die Schwarzmeerflotte
http://www.dw.de/marine-experte-krim-ist-russlands-sprungbrett-ins-mittelmeer/a-17463353

~ WKIII-News ~ März 1, 2014 um 16:25

Versinkt die Ukrain’ in Chaos, Not & Wahn …

===> … mach ihr doch den … “MARSHALL-PLAN!

wäwäwä.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=308283

==> … ~ ISCH ~ … hab da ma watt vorbereitet … zwo Schautäfelschen … wo genau … zeigen, watt datt eigentlisch is … ‘nen Marshall-Plan:

http://img3.picload.org/image/olggiar/kopie_mythosmars.jpg

wowy März 1, 2014 um 16:31

Föderationsrat stimmt Militäreinsatz zu
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6derationsrat_%28Russland%29

~ WKIII-News ~ März 1, 2014 um 17:40

@treidel
“Nach wie vor halte ich einen ernsthaften Konflikt auf der Krim für sehr unwahrscheinlich. Dort leben nur 2 Millionen Menschen, weniger als in Berlin. ”

===> … Da Berlin 1948/49 immer noch ein großes Trümmerfeld war und in West-Berlin etwa 2,2 Millionen Menschen lebten … (-> Berlin-Blockade, die )

“… also KEINE Abspaltung und schon gar keinen Anschluß an Rußland.”

===> .. halloooo, Treidel, aufwachen bitte:

1.) die ABSPALTUNG … ist Realität.
2.) der Anchlußß an RU … ist Realität.
3.) die Würfels für Krim… sind gefallen.

===> … dies ist (end)gültig. Jedenfalls solange, wie das RU-Militär dort ist. Und das RU-Militär … wird dort NIE weggehen. Die US-NATO müßßte schon soweit gehen und in Nacht & Nebel-Aktion den gefürschteten NATO-Generalfeldmarschall Frank von Lübbentroppf mit seine zwei Juso-Töschterschnuckels als Begleitstandarte aus U2 mit Fallschürm abwerfen .. mit der Lizenz zum Töten von alle RU-Troops.

===> .. treidel worum geht is auf META-Ebene! … kann US-Faschophatism .. weiterhin … ein Land nach andere durchputschen / plattbomben?? … odda … eben net!

===> … und bei Ukraine hamn se sich jetzt endgültig verfickt! … KRIM is weg für USA, US-EUdSSR und W/R-estukraine. Nächste Fragen:

- watt is mit reiche OST-Ukraine?? Putin wird wohl NICHT einfallen, aber … wollen die sich von US-Faschisten in Kiev regieren laßßen?? … werden die sich überhaupt an 25.Mai-Wahlen beteiligen??

- welchen Rückhalt hamn die us-gesteuerten US-Naziputschisten von Kiev überhaupt landesweit ?

- UA-Wirtschaft wird jetzt endgültig kippen. Grausames Holodomor2.0-Drama voraus! … diesmal nicht von Osten verursacht, sondern von Westen (-> Sozialdemokraten, gechischtsvergeßß’ne die)!!

(… Treidel … wenn deine UA-Bekannten hübsche Töschter hamn (16-26) … kannst du mir vermitteln! … in mein Asyl-Lotterbett sind noch ein paar Plätzchen frei … im Gegensatz zu Hütt/morph/flübber die bis heute kein Lampedusaner / Sinti/Roma bei sisch aufgenommen hamn …. leiste isch eschte ASYL-SOLIDARITÄT !!!)

- wer ernährt arme W/R-estukraine (-> EU-Begrüßßungsgeld, das )?

Goodnight März 1, 2014 um 18:19

Erinnert alles sehr an 1914. Keiner will wirklich Krieg aber alle laufen drauf zu:
Die Ukraine: Von Mutter Russland verstoßen will die eine Hälfte zu Mutter EU und die andere Hälfte zurück zu Russland….aber gleichzeitig will das Land eigenständig und erwachsen sein…was nicht klappt…da keine Erfahrung…und daher schwankt es von einem Extrem ins andere ohne klare Richtung.

Russland: Einst eine kulturelle-, dann militärische und technische Großmacht,dann von der Geschichte besiegt und vom Kapitalismus geplündert. Jetzt sieht es sich auf den Weg zurück zur Großmacht indem es sich auf seine Stärken besinnt: Totalitäre, zentralistische, militärische Herrschaft. Will vom Westen für seine Kultur respektiert werden, was nicht gelingt, daher bleibt nur, vom Westen militärisch gefürchtet zu werden.

EU: Eine Ansammlung alter, eitler Gockel, die sich jeweils für den Mittelpunkt der Zivilisation halten. Schauen nicht nur insgeheim herab auf die geschichts- und damit kulturlose USA und das historisch seit 1917 zurückgebliebene Russland. Wollen Frieden und Liebe überall … aber ohne den Einsatz barbarischer Werkzeuge wie Gewalt, Krieg und so. Dafür gibts ja den Underdog USA.

USA: Einstiger Underdog der durch reine Leistung zum Sieger wurde. Verachtet alles Alte (Kultur, Geschichte, altes Geld etc.) und fordert von jedem jederzeit Wettbewerb. Kann ohne Wettkampf nicht existieren, da dieser seine Identität ausmacht (ewiger Sieger im Wettbewerb). Sucht daher weltweit nach Wettkampf, auch wenn es eigentlich nicht zu gewinnen gibt: Irak, Afghanistan, und jetzt Ukraine.

Was passiert, wenn all diese Kinder auf der Suche nach Liebe und Respekt und Identität in der Ukraine zusammentreffen? Sandkastenschlacht…nur leider nicht mit Schaufeln sondern mit echten Waffen…und ohne EU!

Alexander: You birthed me in a sack of hate! Hate you have for those stronger than you!
Olympias: I taught you my heart! And by Zeus and Dionysus you grew beautiful!
Alexander: Damn your sorceress soul!
Olympias: Your soul is mine, Alexander.
Alexander: No! You’ve taken from me everything I’ve ever loved! You’ve made me you!
Olympias: Stop it! Stop acting like a boy! You’re a king, act like one!
(Alexander)

wowy März 1, 2014 um 19:38
enrico März 1, 2014 um 19:49

@Erich von Luebberding

WTF is Richard Herzinger?
Aha, ein Schorrnalist, so so…
toll, aber ist der in irgend einer Weise relevant für “diiiie Deutschen”?
im Übrigen, geht es hier um die Krim oder bereits um die Insel Mainau?

Die Deutschen sind in diesem Spiel nur zur Dekoration da. Geht wieder ins Bett Michels, das ist etwas für die Großen!

~ WKIII-News ~ März 1, 2014 um 19:57

wowy März 1, 2014 um 19:38
” Bei den Knechten der Rüstungsindustrie tropft schon der Gafer”

===> … 703000.

(… ~ isch ~ … hab doch vor ein Jahr odda so schon den @Sterblingen versprochen: “DA KÖMMT NOCH VIEL MEHR!!” und “Kriech … is datt nächste Groose Ding!” … )

wowy März 1, 2014 um 20:02

Hier gibt es um 20:15 einen Brennpunkt
http://www.phoenix.de/livestream/

BB März 1, 2014 um 21:03

Wenn Putin die Ukraine jetzt annektiert, muss er viele Milliarden Rubel springen lassen.

Nö, da lässt er sich die Renovierung lieber von der EU sponsorn.

Die dürfen jetzt viele Euros reinstecken, um “ihre” Interessen zu wahren. Freihandel und so. Das finden Putins Oligarichies bestimmt auch ganz geil.

Putin investiert bissken militärisches Taschengeld, damit ihm die Krim nicht abhanden kommt und das war’s. Einmarschieren kann man ja immer noch, wenn’s sich nicht vermeiden lässt.

Und Klitschko zieht die Boxhandschuhe an ruft zur Mobilmachung auf *kecker,lach*. Hat dat Schoßhündchen vonne Merkel dat auch brav mit Steinmeier abgesprochen, dat dat dat darf?

xefix März 1, 2014 um 21:05

Während der Olympischen Spiele
surften amerikanische Flotten
das Schwarze Meer und entsorgten
containerweise Kriegsmaterial
für die Abwehr Atomiranischer Interkontis
im Hafen von Constanza (Rumänien)

Sicherlich hätten sie auf dem Rückweg, nach einem iranischen Angriff, alle Sportler des WESTENS mitgenommen.

Nachdem der Iran verzichtet, könnte der WESTEN der Krim zu Hilfe eilen, wo man doch schon vor Ort ist.

Alles ist Zufall

Nixfürungut

gelegentlich März 1, 2014 um 21:06

@enrico
Der Herr ist mit einer wohl schillernden Biographie versehen:
http://ef-magazin.de/2008/09/21/690-libertaere–schoenen-dank-richard-herzinger
Und ein unerschrockener Aufklärer:
http://www.welt.de/kultur/article123905714/Die-Welt-wird-von-Aliens-regiert.html
Also kein Freund von @Natalius, wie man vermuten muss.
Die Welt zieht bei internationalen Konflikten immer wieder sehr unerschrockene Herren ins Scheinwerferlicht: mal Ulf Poschardt, der einen Krieg des Westens gegen den Iran forderte, jetzt also diesen Herrn hier. Wie Rechte halt so sind: es muß gekämpft werden – aber es sind immer die Anderen, die aufs Schlachtfeld sollen. Sie, die Eliteangehörigen, nie. Sie fordern halt…

holger196967 März 1, 2014 um 21:08

W-Ing.

Krieg? mit was denn? und wenn ja, mit wem? Mit Flugzeugträgern durch den Bosporus? LOL :D Wirtschaftssanktionen? LOL Gashahn zu!

Am 30. März soll es ein Referendum auf der Krim geben. bei rund 60% Russen sollte klar sein, wie es ausgeht. Und da jucken auch nicht die paar Allah Tartaren und auch nicht Erdogan der Große.

Die gesamte “EU” Nato kann vielleicht noch ein paar Afrikaner erschrecken, wenn überhaupt. Kein Geld für Feuerwerk.

Wenn die Krim abgespalten ist, dann erst, wird Uncle Black SAM Rock den Rest der Ukraine ausbeuten können. Aber militärisch wäre es für Russland ein Selbstmord die Krim aufgeben zu müssen.

Da bin ich dann doch mal gespannt, wer einen Krieg anfangen möchte. Also beruhige Dich. Hat man nun davon, dass man die Wehrmacht abgeschafft hat. :D

Wenn nun die “Krimer” für eine Abspaltung stimmen, was ja auch die Bajuwaren oder Hessen oder Sachsen könnten, und eine Allianz mit RU eingehen, dann werden die 2 Millionen “Krimer” sehr gut “entlohnt” dafür. Milch und Honig

Und dann will ich mal die “internationale Gemeinschaft” hören. Wenn die Bevölkerung im freien Willen pro Russland stimmt.

Und eines darf man nicht vergessen. Luftabwehrraketen. Aber um deren Sinn zu erkennen, muss man halt das auch verstehen. Und in diesem Zusammenhang hat Russland auch Zugeständnisse gemacht.

Black Rock kann sich alles nehmen, aber bei der Krim muss das Grabbing aufhören. Und genau hier hat der “Westen” den kürzeren gezogen. Oder meint einer rund 40.000 Sicherheitskräfte in Sochi waren für Maria Höfel-Riesch im Einsatz?

chabis März 1, 2014 um 21:12

Zumindest 1 internationale Dauerbaustelle gibt es schon in der UA
http://www.ebrd.com/pages/sector/nuclearsafety/chernobyl.shtml

wowy März 1, 2014 um 21:17

2015 soll es losgehen mit der EAWG.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsgemeinschaft

Wie weit wird der Arm von TTIP reichen?
It`s the economy, stupid!

xefix März 1, 2014 um 21:21
wowy März 1, 2014 um 21:25
xefix März 1, 2014 um 21:51
wowy März 1, 2014 um 22:07

Die “wirtschaftliche und politische Sicherheit zu garantieren” ist ein interpretationsfähiger Begriff
https://de.wikipedia.org/wiki/Budapester_Memorandum

Goodnight März 1, 2014 um 22:08

Die Ukraine ist jetzt de facto geteilt. Wie erwartet.

Wenn das so bleibt und keine russischen Truppen nach Kiew marschieren, dann kann man das ohne Weltkrise abhandeln. Bisschen Schaufel-rasseln und gut ist. Im anderen Fall wird die USA zu erwartenden Gesichtsverlust mit Beißen und Kratzen beantworten.

“They called Hitler crazy. But Hitler was not crazy. He was stupid. You don’t try and fight Russia and America. You get Russia and America to fight each other… and destroy each other.”
Dressler (the sum of all fears)

xefix März 1, 2014 um 22:14

@Frank

Your attitude is awaiting
moderation

you killed your own (inherited) blog, without reason.

Have a good one!

gelegentlich März 1, 2014 um 22:22

@xefix
„Have a good one!“
Auf rumänisch? Oder auf deutsch, was immer das sein mag?

holger196967 März 1, 2014 um 22:24

GN8

—>>>Wenn das so bleibt und keine russischen Truppen nach Kiew marschieren, dann kann man das ohne Weltkrise abhandeln.”

Es werden keine Truppen nach Kiew marschieren, sonst wären sie schon.

wowy März 1, 2014 um 22:27

@Goodnight
Das Referendum über den künftigen Status der autonomen Region Krim, das für den 25. Mai vorgesehen war, wird auf den 30. März vorverlegt.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/krim-krise-ukraine-verzichtet-auf-umstrittenes-sprachengesetz-12826788.html
Dann wird Russland noch so lange mit den Säbeln rasseln, bis der Hafen Sewastopol den Russen zugeschlagen wird. Dafür darf die EU dann die völlig bankrotte Ukraine übernehmen.
#Vermutung

Soldat Schwejk März 1, 2014 um 22:45

@ HG —> ” watt is mit reiche OST-Ukraine?? Putin wird wohl NICHT einfallen, aber … wollen die sich von US-Faschisten in Kiev regieren laßßen?? … werden die sich überhaupt an 25.Mai-Wahlen beteiligen??”

Das ist alles nicht so einfach…

Erstens: Oligarchen. Die wollen vermutlich lieber in schwachem Staat (UA) sein, nicht aber in halbstarkem Staat (RU), oder in Protektorat von halbstarkem Staat. Wenn nun aber UA auf absehbare Zeit nicht nur schwacher Staat, sondern halbgescheiterter Staat, dann könnte sich Kalkül von Oligarchen vielleicht ändern. Aber so weit sind wir noch nicht.

Zweitens: öffentliche Meinung, gesellschaftliche Einflußgruppen, die Stimme der Straße und so… Ist in Ost-UA wohl ganz unüberschaubar… Widersprüchliche Infos. Nur ein Beispiel: Erst haben sich Ultras von Schachtjor Donezk angeblich pro Kiewer Maidan und gegen die alte Macht erklärt. Dann aber soll beim Europapokalspiel gegen Viktoria Pilsen der Fanblock “Berkut! Berkut” gerufen haben.

Die Ostukraine ist nicht einheitlich, es gibt da regionale Interessengruppen, die ihr eigenes Süppchen kochen und ihre eigenen Gefechte untereinander ausfechten… und die sich mit Blick auf den Gesamtstaat wohl durchaus opportunistisch verhalten. Es gibt offenbar dort auch keinen politischen Führer, der über die eigene Region hinaus “die Ostukraine” repräsentieren könnte.

Zu den Wahlen am 25. Mai will ja der Gouverneur vom Gebiet Charkow, Michail Dobkin, als Präsidentschaftskandidat antreten. Wohl ohne reale Chancen. Es wird spekuliert, Dobkin sei ein taktischer Kandidat einiger Oligarchen, ein mögliches Zünglein an der Waage, mit dem wirtschaftliche Zugeständnisse von der neuen Machtkoalition (welcher auch immer) erreicht werden sollen.

Also ich denke, die entscheidende Frage ist hier, wie sich im Gesamtstaat die Verhältnisse entwickeln. Gelingt es der neuen Macht, in den nächsten Wochen eine gewisse Ordnung im Land herzustellen, dann wird in der Ostukraine gewiß keine “kritische Masse” für eine Abspaltung zusammenkommen.

Aber man kann wohl derzeit nicht ausschließen, daß die Ukraine im Chaos versinkt. Heute hat der “Rechte Sektor” seine Gefolgschaft zur Bildung bewaffneter Milizen aufgefordert (einige Waffendepots dürften in der letzten Woche geplündert worden sein)… und in den Videos auf der von @Carlos verlinkten Seite von Thomas Konicz sieht man den bekannten Gangster Saschko Bilyj, wie er, nunmehr als Vertreter des “Rechten Sektors”, im westukrainischen Rowno (Riwne) mit dem Sturmgewehr herumfuchtelt und “Staatsmacht” spielt. Wenn solche Zustände jetzt noch eine Zeit lang anhalten, dann könnte sich das alles in zwei Wochen schon anders darstellen, und möglicherweise werden dann auch in der Ostukraine Stimmungen und Interessenlagen noch einmal andere sein. Aber das läßt sich nicht vorhersehen.

Unsere wirtschaftsimperialistischen Strategen in Berlin haben da ein richtiges Frankensteinsches Monster zusammengenäht, das sie jetzt nicht mehr kontrollieren können. Die Amerikaner dürften damit die wenigsten Probleme haben, am Ende müssen EU-Europäer und Russen dort ihre Ressourcen einsetzen, um einen großen gescheiterten Staat in Europa zu verhindern. Und wenn sie es gar gegeneinander statt koordiniert tun, ja nun, den Amis dürfte es recht sein…

holger196967 März 1, 2014 um 22:46

Und somit hat mal der russische Schachspieler dem Westen die lange Nase gedreht. :D #freutmichja

Gegen ein Referendum auf der Krim darf der doch allzu demokratische Westen nichts haben. oder?

Und wenn der Westen sein Gesicht nicht verlieren will, muss er den Stammesbrüdern um Kiew zur Fahne stehen, wir wollen ja alle Europa. Und die fälligen Gasrechnungen (Kapitalismus der schönsten Art) garantieren.

Dafür kann Klitschko dann die PPP Aktion starten zB Wasserrechte. Win Win Situation. EBEN. Gen-Mais Felder wohin das Auge sieht.

Und das wichtigste ist, die Fäulehonks der deutschen Gazetten können aufatmen.

Am 30. März wissen wir mehr.

Goodnight März 1, 2014 um 22:57

@Soldat

Die EU wird GARNIX machen, die werden nur zuschauen.
Die USA hingegen wird dem Machtkampf nicht aus dem Weg gehen. Das hat schon Obamas Ankündigung gezeigt. Die können nicht anders. So wie Russland nicht anders kann als militärisch reagieren.

“You know who’s going to inherit the Earth? Arms dealers. Because everyone else is too busy killing each other. That’s the secret to survival. Never go to war. Especially with yourself.”
Juri (lord of war)

"ruby" März 1, 2014 um 23:00

fucking bla
http://www.youtube.com/watch?v=RTAqCEPMHEg
freedom of music

someone März 1, 2014 um 23:32

Also ich finde das schon ziemlich krass, was hier Russland abzieht. Diese Appeasementlogik hier im Blog ist auch kaum noch nachzuvollziehen.
Russland besetzt gerade fremdes Territorium, ohne dass es zunächst große Ausschreitungen, eine wirkliche Bedrohung der russischen Bevölkerung oder einen Angriff auf die Militäranlagen gab. Wenn man einseitige militärische Eingriffe aufgrund von irgendwelchen diffusen Angstgefühlen gutheißt, beugt man sich einfach der Macht. Ich finde das nicht tolerabel. Auch die hiesigen Ausflüge in die Geschichte sind doch nichts anderes als die Rationalisierung des Einknickens. Das Baltikum gehörte ebenso lange zur russischen Einflussphäre, soll es deshalb das Recht haben, dort einzumarschieren?
Hier muss man hart reagieren, sonst haben Grenzen in kürzerster Zeit überhaupt keinen Wert mehr.
Schon entlarvend, dass Putin, der die Einmischung in Syriens Angelegenheiten so vehement ablehnt, wenn es ihm nutzt, keine Probleme hat direkt zu intervenieren, wenn ihm die Entwicklungen im Ausland nicht passen.
Dass Russland seine neoimperialen Pläne ad acta legen kann, wenn die Ukraine nicht zu seinen neuen Vasallen gehört, mag bedauerlich sein, aber vielleicht sollte sich Russland durchaus mal die Frage stellen, ob es nicht an seinem eigenen Verhalten liegt, als andauernd mit dem Finger auf den bösen Westen zu zeigen.

Die rücksichtslose Zerschlagung der weißrussischen Kaliindustrie im letzten Herbst dürfte auch in der Ukraine einigen zu denken gegeben haben.

Von dem Gedanken, dass sich Russland ähnlich wie in der späteren Sowjetzeit, zu einem “kommoden” Hegemon mit gewissen Willen zum Ausgleich in seiner Einflussphäre entwickelt, sollte man sich nach den heutigen Ereignissen verabschieden.

wowy März 1, 2014 um 23:38

@someone
“Russland besetzt gerade fremdes Territorium”
Wie kommst du darauf?

wowy März 1, 2014 um 23:45
someone März 1, 2014 um 23:45

Autonome Republik´Krim in der Ukraine ungleich Russland.
Autonome Republik Tschetschenien in Russland gleich Russland.
Und da kann man bei diesem Blutsäufer Kadyrow auch Angst haben, soll man da dann auch mal einmarschieren?

wowy März 1, 2014 um 23:50

15:04 Julian Staib, FAZ
Der Regierungschef der Autonomen Republik Krim, Sergeij Aksenow, habe Putin gebeten, bei der Sicherung des Friedens auf der Halbinsel zu helfen – schreibt die Zeitung “Gazeta.ru”.

someone März 1, 2014 um 23:53

Der Bericht bestätigt doch meine Einschätzung. Die Soldaten der Schwarzmeerflotte haben ihre Kasernen verlassen und kontrollieren jetzt das öffentliche Leben bis nach Simferopol. Dass Teile der Bevölkerung dies begrüßen, ändert ja nichts an der Tatsache, dass Russland ohne Bitten der ukrainischen Regierung einmarschiert ist. In Tschetschenien würden sich bestimmt auch viele freuen, wenn Russland dort nichts mehr zu sagen hätte und dort mit sicherlich mehr Berechtigung.

someone März 1, 2014 um 23:58

Und das ist dann einfach ok, wenn sich irgendein Lokalmatador in einer ominösen Lokalparlamentssitzung, wo noch nicht mal die Hälfte anwesend war, mal ein paar Rechte zusprechen lässt, und dann selbstgefällig meint, über ukrainische Sicherheitskräfte zu verfügen und fremde Truppen ins Land ruft? Ist ja interessant.
Den Aufschrei hätte ich hier im Blog gerne gesehen, wenn der Janzenjuk sich während der Maidandemonstrationen solch ein Verhalten angemaßt hätte.

wowy März 2, 2014 um 00:00

Die Krim ist autonome Republik, ohne die Stadt Sewastopol , die direkt von Kiew aus regiert wird. Für Sewastopol (Schwarzmeerflotte) gibt es einen Vertrag zwischen Kiew und den Russen (30 Jahre). Wem die “nichtmarkierten” Truppen zuzuordnen sind, kann bisher niemand sagen.

someone März 2, 2014 um 00:06

Jo, Jo. Die haben sich total spontan gebildet und organisiert…

wowy März 2, 2014 um 00:11

Am 28. April 2010 hat das ukrainische Parlament beschlossen,
dass die russische Schwarzmeerflotte bis 2042 Sewastopol auf der Halbinsel Krim als Stützpunkt nutzen darf.
Das sind derzeit 16.000 Soldaten mit über 40 Schiffen.

someone März 2, 2014 um 00:16

Ja und? In dem Pachtvertrag war sicherlich nicht vorgesehen, dass sie Flughäfen besetzen und nach Simferopol marschieren. Oder konnte Großbritannien auch einfach mal von Hongkong nach Shenzen einmarschieren?

wowy März 2, 2014 um 00:17

@someone
Dann bring mir dafür doh mal einen Beleg.

someone März 2, 2014 um 00:19

Du willst mir jetzt wirklich erzählen, dass das noch in Ordnung gehen soll? Das ist jetzt hoffentlich nicht dein Ernst.

wowy März 2, 2014 um 00:19

Die Tagesschau shreibt von prorussischen Milizen
http://www.tagesschau.de/ausland/sewastopol-krim100.html

Soldat Schwejk März 2, 2014 um 00:23

@ HG —> “… Treidel … wenn deine UA-Bekannten hübsche Töschter hamn (16-26) … kannst du mir vermitteln! … in mein Asyl-Lotterbett sind noch ein paar Plätzchen frei … im Gegensatz zu Hütt/morph/flübber die bis heute kein Lampedusaner / Sinti/Roma bei sisch aufgenommen hamn …. leiste isch eschte ASYL-SOLIDARITÄT !!!”

An dieser Stelle nun freilich will ich eine Anekdote aus früherem Expat-Dasein erzählen… zur Steigerung des Unterhaltungswertes…

Es begab sich also, daß ich in den Räumlichkeiten einer postsowjetischen NGO mein offizielles Dasein fristete. Und in den Antragsschreiben dieser NGO auf Finanzhilfe etc. gab es so Auflistungen von deren Aktivitäten. Aufgeführt war da u.a. ein “Frauenbegegnungszentrum”. Von dessen Existenz hatte ich nie was mitbekommen, und so sagte ich mir: Nu, das schreiben die da so rein, weil es gut klingt und weil das erwartet wird… und weiter machte ich mir keine Gedanken.

Dann aber begab es sich vorübergehend, daß wegen gewisser organisatorischer Umstände ich am späteren Abend auch in deren Büroräumen noch präsent sein mußte, wenn all das lokale Personal schon gegangen… Und da gab es dann immer so Anrufe von Herren aus D, A und CH… Es stellte sich raus, unter dem Deckmantel des “Frauenbegegnungszentrums” betrieben einige Mitarbeiter der NGO eine Partnervermittlungsagentur… also sie verkauften sozusagen ausreisewillige Ukrainerinnen an paarungswillige Herren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Nun, jenen Anrufern pressierte es mächtig, und sie verlangten zu erfahren, wann denn nun endlich die Ljudmila zu ihnen ins Lotterbett… Gewisse paß- und visarechtliche Unwägbarkeiten standen der Triebabfuhr aber bis auf weiteres im Wege.

Als neugieriger und erkenntnisbeflissener junger Mensch versuchte ich mit jenen Anrufern natürlich ins Gespräch zu kommen und eine Art Feldforschung zu betreiben… dabei langsam und schwerfällig zu sprechen, mithin den Eindruck eines Nicht-Muttersprachlers zu vermitteln…

Und… was soll ich Dir sagen… nach meiner Einschätzung, die sich freilich nicht auf eine große Fallzahl gründete… da handelte es sich bei jenen Herren mit solcherart unspezifisch-ukrainebezogenem Paarungwillen ausnahmslos um entweder grenzdebile oder aber völlig durchgeknallte Zeitgenossen. Einer lobte mich für mein gutes Deutsch, ich sei ja der erste, mit dem er sich richtig verständigen könne… ich müsse wissen, er sei ja Doktor, und er spreche Englisch, Französisch und Italienisch… nur mit dem Russischen sei es schwierig… Und ob denn seine georderte Ljudmila auch so gut deutsch spreche wie ich… Da konnte ich mir dann doch nicht die Frage verkneifen, ob der Doktor mit seinem Paarungsbegehren unter solchen Umständen nicht vielleicht besser in England, Frankreich oder Italien vorstellig werden möge… Ich glaubte in seiner Reaktion immerhin eine gewisse Irritation zu erkennen… naja, auch auf solchen abseitigen Wegen versucht man halt etwas für die Aufklärung zu tun…

Eigentlich wollte ich ich über all diese lustigen Erlebnisse mal einen satirischen Roman schreiben, aber ich war träge und nicht richtig fokussiert darauf… leider eine Charakterschwäche… und dann ging die Zeit darüber hinweg.

Soldat Schwejk März 2, 2014 um 00:30

@ someone —> “Hier muss man hart reagieren, sonst haben Grenzen in kürzerster Zeit überhaupt keinen Wert mehr.”

Sorry, @someone, aber das ist ja schon fast Kriegspropaganda. 1999 hatdie NATO in Jugoslawien weitab vom Schuß Brücken und Kraftwerke zerbombt, um das Kosovo aus Jugoslawien herauszulösen. Hätten Deiner Meinung nach die Russen damals “hart reagieren” sollen, weil “sonst Grenzen in kürzester Zeit überhaupt keinen Wert mehr” gehabt hätten?

ruby März 2, 2014 um 00:32

@ Goodnght

Die Bürger sollten sich darum kümmern, dass sich ihre Politiker um erneuerbare Energien vor Ort kümmern. Dann hören die unsinnigen Verteilungskämpfe endender Energierohstoffprofiteure auf die Agenda zu bestimmen.

Hochmut_kommt_vor_dem_Fall März 2, 2014 um 00:33

Schande über die deutsche Regierung, die sich mit westukrainischen Faschisten wie 1941 verbündet hat. Die Ostukraine ist heute aufgestanden u.a. auch dadurch, dass sie sich der Unterstützung Russlands nun sicher sein kann. Und nein, ich bin kein bezahlter Agent Moskaus.

someone März 2, 2014 um 00:34

Die Atai meint in dem Interview, dass es sich um russische Soldaten handelt.
http://www.tagesschau.de/ausland/russland-krim102.html
Und jetzt mal ehrlich, auch wenn da in der Krim großer Missmut über die Entwicklungen in Kiew herrscht, ist es ziemlich undenkbar, dass seit Donnerstag spontane Milizen eine klare Befehlsstruktur aufgebaut haben und Pläne entworfen haben, um die Krim von Kiew abzuriegeln.

wowy März 2, 2014 um 00:37

Ich wolte nur sagen, dass man mit solchen Aussagen
“Russland besetzt gerade fremdes Territorium”
solange zurückhaltend sein soll, bis die Faktenlage klar ist.

wowy März 2, 2014 um 00:39

Sie sagt: “Soldaten, Paramilitärs ohne Abzeichen”

BB März 2, 2014 um 01:04

Erst einmal “Danke Putin”!

Dafür, dass Du die Entropie auf diesem Planeten, die gerade wegen der bekloppten Angelsachsen und ihrer neuen Circe – Frau Merkel – mit ihrer ziemlich verquasten Vorstellung vom globalen Freihandel, der angeblich unser aller Wohlstand mehren soll, ….. dass Du die Entropie auf dem Planeten gerade wieder etwas reduzierst, indem du der EU zeigst, wo der Hammer hängt wo ihre Grenzen sind.

Entropie braucht Grenzen. Für uns alle werden dadurch die Probleme etwas weniger komplex. Wir können wieder – dank klarer Grenzen – stressfreier wirtschaften.

Danke Putin, seit heute weiß die EU endlich, wo genau ihre Grenze im Osten verläuft. Das war wichtig, weil auch uns Heritage Foundation, Adenauer- und Bertelsmannstiftung kräftig mit ihren Desinformationen auf die Nerven gehen, nicht nur dir in Russland.

Und denen hast du es ja gerade gezeigt, Muhahahah, das alleine war’s wert. Und ganz unblutig! Ganz im Gegensatz zu den Stiftungs-gesponserten Vorgängen in Kiev. Na, vielleicht hattest Du diesbezüglich einfach nur Glück bisher.

Du hast völlig recht! Solche Stiftungen und noch viele andere, die sich in die Politik einmischen, gehören alle sanktioniert wegen “Gemeingefährlichkeit”. Ich finde, ein gutes Mittel gegen politische Stiftungen wäre, wenn sie wegen “Gemeingefährlichkeit” höhere Steuern zahlen müssten. Sollten wir mal gemeinsam angehen, dieses Projekt mit den höheren Steuern für politische Stiftungen wegen “Gemeingefährlichkeit”, du in deiner Eurasischen Union und wir in der Europäischen. Wir könnten da schonmal sinnvoll unsere Steuersysteme harmonisieren.

Ich wünsche dir viel Glück mit deinem Projekt “Eurasische Union”, denn genau das ist es, was die Welt braucht.

Nicht den globalen Freihandel in einer Entropie-erkalteten Welt in einem neoliberalen Kampf “Jeder gegen Jeden” im Namen des Wettbewerbs, sondern überschaubare Strukturen, in denen am Ende der Bürger seine Commons gemeinsam mit seinen nächsten Nachbarn nachhaltig verwaltet und er das sagen hat und nicht die räuberischen Eliten.

Denn das wird auch dir bevorstehen. Da mach dir mal nix vor!

Ihr habt ja noch eure Rohstoffe, aber die sind auch irgendwann alle.

Du bist aber ziemlich korrupt, genauso wie dein Land und da wird sich auch in einer Eurasischen Union noch viel tun müssen, wenn sie nicht noch schneller pleite gehen will, als eine europäische angelsächisch-fremdbestimmte Freihandelsunion, die ganz bestimmt pleite gehen wird, wenn sie so weiter macht, wie Domina Merkel, Heritage Foundation und Neolib-Troika sich das vorstellen.

Da müssen wir uns dann alle anstrengen. Die Eurasische Union, dass sie nicht an Korruption eingeht, wegen eurer vielen Oligarchies und die Europäische Union, dass sie nicht am Freihandel erstickt, weil sie sich damit ja nur marodierenden Weltkonzernen und der Finanzmafia ausliefert.

Ab heute wissen wir, dass unser Heil nicht in grenzenloser funktionaler Ausdifferenzierung liegt, auch Freihandel genannt – du nennst dich ja Präsident und nicht “Leader” – aber Frau Merkel, die wird in GB schon als EU-Queen gefeiert und das ist die Vorstufe von “Führerin”, weil sie den Handel befreit, und das wollen wir alle ja wohl nicht. Kanzlerin reicht völlig, weil: das sollte sie eigentlich im Namen des Volkes sein und nicht im Namen von Mercedes, Monsanto und BASF.

Du solltest deine Oligarchies ruhig komplett in’s Gefängnis stecken. Der Ansatz bisher mit dem Chorodkowski von war schon in die richtige Richtung gedacht nur noch nicht ganz perfekt.

An der Rechtsstaatlichkeit müssen wir beide arbeiten. Es soll ja schließlich nicht am Ende so sein, dass Oligarchies in der EU geschützt sind, weil die angeblich rechtsstaatlich ist, bei dir aber in’s Gefängnis geworfen werden, weil du das bestimmst!

Gefängnis ist schon richtig, aber bitte auf einer soliden (nicht unbedingt positivistischen) gesetzlichen Grundlage.

Ich glaube, heute war gar kein so schlechter Tag für die Weltordnung. Da können wir zufrieden und beruhigt Karneval feiern.

someone März 2, 2014 um 01:09

“Sorry, @someone, aber das ist ja schon fast Kriegspropaganda. 1999 hatdie NATO in Jugoslawien weitab vom Schuß Brücken und Kraftwerke zerbombt, um das Kosovo aus Jugoslawien herauszulösen. Hätten Deiner Meinung nach die Russen damals “hart reagieren” sollen, weil “sonst Grenzen in kürzester Zeit überhaupt keinen Wert mehr” gehabt hätten?”

Juhu, mal wieder Kosovo. Immer und immer wieder.
Ich habe nicht geschrieben: “Bombardiert Moskau!”
Ich habe auch nicht geschrieben: “Marschiert in Tschetschenien ein!”
Nur das muss auch für Russland gelten, auch wenn die dortigen Eliten ihrem verlorenen Reich hinterhetrauern.
Aus dem Kosovo eine Generalabsolution für jegliches Verhalten Russlands herzuleiten, ist vielleicht gut für das arme, geschundene russische Seelchen, aber nicht wirklich ziehlführend.
Wenn ich mich richtig erinnere, beklagtest du den dort eingeführten Rechtsnihilismus in den internationalen Beziehungen. Ich sehe nicht, wie dieser Fehlentwicklung Einhalt geboten werden kann, wenn man jetzt Russland auch mal ein bisschen Imperalismus betreiben lässt.

Soldat Schwejk März 2, 2014 um 01:11

@ someone

Nun, es ist nicht ganz klar. Möglicherweise sind es örtliche Kräfte mit logistischer Unterstützung durch russisches Militär. Wir müssen jetzt nicht dem Nachrichtenticker hinterherhecheln…

Whatever… es ist ja nicht so, daß immerzu die Russen irgendwo einmarschieren. Die halten sich sehr zurück, das ist eine defensive Großmacht, die – wenn überhaupt – dann im postsowjetischen Raum mal als Ordnungsmacht aktiv wird.

Dann kontrastieren wir das mal mit Frankreichs Militäreinsätzen in Afrika, wo sich ja schon keine Sau mehr erinnert, wieviele und wo überall… mit den US-amerikanischen Militärpräsenzen und -interventionen weltweit… Kosovo hatte ich bereits erwähnt, wo ja auch die Bundeswehr mit dabei war…

… also meinst Du, “wir” hätten Anlaß, wegen der Unverletzlichkeit von Territorien die Russen an den Pranger zu stellen, die da jetzt *möglicherweise* mal reagieren, wo es an einer ihrer unmittelbaren Grenzen die akute Gefahr eines Zerfalls der staatlichen Ordnung gibt… also gerade “wir”, die wir uns in unserem Bündnis ggf. globale “Schutzverantwortung” und daraus abgeleitete weltweite militärische Intervention anmaßen?

“Wir” sind leider Teil eines recht aggressiven Militärbündnisses, das auf Grenzen und territoriale Unversehrtheit scheißt, wenn ihm danach ist. Als Schütze Arsch beharre ich darauf, daß der Hauptfeind im Zweifel immer im eigenen Lande steht, und ungern möchte ich mich vor den Karren eigener “Eliten” spannen lassen, um irgendwelchen anderen Mächten samt dortigen “Eliten” in deren Einflußbereich “Härte zu zeigen”.

Als Soldat Schwejk freilich wäre auch die paradoxe Intervention möglich: Sich in den Rollstuhl setzen und “Auf nach Belgrad!” rufen…

Thor März 2, 2014 um 01:48

@Goodnight
Schöne Filmtips.

Der Seewolf: “Hump, mein Fehler war es, dass ich je ein Buch aufgeschlagen habe”.

Soldat Schwejk März 2, 2014 um 02:08

Um das etwas weniger anklagend und dafür distanzierter darzustellen:

Es ist in diesen Dingen nicht die Frage, was für eine Ordnung wir wollen, sondern was für eine Ordnung wir haben. Und wir haben… auch durch eigenes Verschulden nach 1990… eben keine internationale Rechtsordnung, sondern eine internationale Machtordnung. Eine Ordnung, in der Hegemonialmächte in ihrem Hinterhof halt auch mal aufräumen… in der es im besseren Fall aber doch gegenseitigen Respekt vor den jeweiligen engeren Interessen und den Sinn für ein Mächte-Gleichgewicht geben sollte.

Wenn wir das erst mal grundsätzlich akzeptieren, dann kann man, um es im einzelnen zu beurteilen, nur fragen: Ist dieses Aufräumen durch Hegemonialmächte von der Sache her legitim, von den Mitteln her angemessen oder überzogen, kommen unnötig Leute zu Schaden, und was sind die voraussichtlichen weiteren Konsequenzen des Aufräumens? Greift die Hegemonialmacht dabei in Einflußbereiche anderer Mächte aus und zerstört dadurch das der ganzen Ordnung zugrunde liegende Gleichgewicht? Und räumt eine Hegemonialmacht immerzu irgendwo auf, gehört das schon zu ihrem Habitus als Hegemonialmacht… oder ist es die Ultima Ratio im Ausnahmefall?

Wenn wir diese Fragen durchgehen, dann wird m.E. schnell klar, daß wir in Rußland keinesfalls eine besonders expansive, gewalttätige oder unberechenbare Hegemonialmacht sehen können. Im Gegenteil. Man muß kein Freund der inneren Staatsordnung in Rußland sein, aber man kann anerkennen, daß die Russen sich im Sinne einer solchen multipolaren Ordnung bzw. eines solchen Mächtegleichgewichts weit kooperativer, berechenbarer und zurückhaltender benehmen, als daß für etliche andere Groß- und Mittelmächte der Fall ist.

"ruby" März 2, 2014 um 09:03

@ Soldat
Legitimität ohne Rechtsordnung
stattdessen
Respekt der Machtordnung
Warum konnte das seit 1989 nicht umgesetzt / transformiert werden?
Wieder die Fragen von Paul Kennedy
http://www.amazon.com/The-Rise-Fall-Great-Powers/dp/0679720197
look inside for the answers
;-)

BB März 2, 2014 um 09:59

Schöner Theorie-geschichtlicher Abriss

http://le-bohemien.net/2014/03/02/als-der-markt-naturgesetz-wurde/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=als-der-markt-naturgesetz-wurde

Was lernen wir daraus für die Ukraine? Und überhaupt so, wir geschichtslosen Deutschen?

holger196967 März 2, 2014 um 10:28

Zur Info:

Russland hat seit Wochen seine beiden größten und kampfkräftigsten Einheiten im Mittelmeer südlich der Türkei postiert. Der nuklear angetriebene Kreuzer „Pyotr Velikiy“ und der Flugzeugträger „Admiral Kuznetsov“ sind mit mehr als zehn Begleitschiffen im Mittelmeer. Zusätzlich sind mehrere Landungsschiffe in den vergangenen Wochen durch den Bosporus ins Schwarze Meer geschickt worden. Versorgungshafen für die russischen Einheiten ist Limassol auf Zypern.

Im Mittelmeer ist am Donnerstag der amerikanische Flugzeugträger „George H.W. Bush“ mit drei Zerstörern und dem Kreuzer „Philippine Sea“ eingetroffen. An Bord der „Bush“ ist das aus rund 100 Flugzeugen und Hubschraubern bestehende Trägergeschwader „Carrier Air Wing 8“. Insgesamt umfasst der Verband rund 5000 Soldaten, die für bis zum Herbst in den Einsatzbereichen der 6. Flotte (Neapel) und der 5. Flotte (Bahrain) operieren sollen. Ein zweiter US-Verband mit dem Hubschrauberträger „Bataan“ und zwei Landungsschiffen und 4000 US-Soldaten ist ebenfalls auf dem Weg ins Mittelmeer. Die „Bataan“ hat am Donnerstag zu einem Besuch in Lissabon festgemacht. Der Verband wird nach dem Besuch vermutlich seine Reise ins Mittelmeer fortsetzen.

http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Aus-dem-Land/Krim-Krise-im-Schwarzen-Meer-Putin-will-Truppen-entsenden

BB März 2, 2014 um 11:24
ruby März 2, 2014 um 11:33

Armenhaus?
Teuschland muss die Weltkonjunktur retten :
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/ukraine-eskalation-oekonomen-fuerchten-konjunktur-rueckschlag/9557528.html
Schuldenabbau – kein Thema mehr

Bundesrechnungshof rügt Haushaltspolitik der Koalition

“Der Bundesrechnungshof kritisiert die geplanten Mehrausgaben der großen Koalition von 23 Milliarden Euro bis zum Ende der Legislaturperiode 2017. Die Bundesregierung beraube sich der Chance, endlich einmal Schulden abzubauen, sagte Rechnungshof-Präsident Engels der “Wirtschaftswoche”. Dies wäre ein Signal an die junge Generation gewesen, dass die Politik ihre Belange ernst nehme. Engels verlangte, den Haushalt rigoros nach Einsparmöglichkeiten zu durchforsten. Weiter forderte er Regierung und Parlament auf, für jedes neue Gesetz künftig überprüfbare Ziele zu definieren, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums erreicht werden müssten. Andernfalls könne das Gesetz wieder gestrichen werden.”
Seit 30 Jahren nix neues – aber neue Supergeilemarionetten!

BB März 2, 2014 um 11:37

@ruby

Ich lese grundsätzlich keine Artikel mehr die beginnen mit:

“Führende Ökonomen in Deutschland warnen …”

Goodnight März 2, 2014 um 11:43

Mögliche Strategie gewisser think tanks des Westens: Wir ziehen Putin in einen Konflikt den er nicht gewinnen kann, den er aber führen muss und dessen Konsequenzen Russland spüren wird, da er direkt vor der Haustür liegt.
d.h. einen Bürgerkrieg in der Ukraine. Ein solcher Konflikt würde Russland auf Jahre schwächen. Insbesondere wenn Russland nicht innerhalb kurzer Zeit die Oberhand gewinnen würde (was bei der Größe der Ukraine unwahrscheinlich ist). Denn dann würden an vielen anderen Orten rund ums russische Vaterland ganz viele Separatisten ihre Chance sehen. Russlands Schwäche ist seine territoriale Größe.
Putin geht mit der Ukraine ein hohes Risiko, in das er vielleicht hineingedrängt wurde. Und sein einziger Ausweg ist, wahrscheinlich, die EU und die USA mit reinzuziehen, damit auch diese ein Interesse an einer kurzfristigen Lösung haben.

“I fear all we have done is to awaken a sleeping giant.”
Yamamoto (Pearl Habor)

ruby März 2, 2014 um 11:46
BB März 2, 2014 um 11:58

Man schaue sich mal die Leserbriefe unter diesem – ähhhh formulieren wir mal vorsichtig – “tendenziösen” Artikel der CIA-Agentenpostille “Die Zeit” an:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-03/putin-ukraine-russland-krim-krieg-gruende-luegen

Wenn mich nicht alles täuscht, dann gibt es da einen riesigen Unterschied zwischen dem gewünschten Spin unserer angelsächischen transatlantischen Eliten, welche unsere Medien dominieren und dem normalen deutschen Bürger.

ruby März 2, 2014 um 12:01

zu Lande
zu Wasser
und in der Luft

http://www.youtube.com/watch?v=AzXIHQak0Ic

Keynesianer März 2, 2014 um 12:06

Putin sollte halt endlich mit der Zeit gehen und einige Millionen Euro in einige deutsche Oppositionsgruppen investieren, die dann jeden Tag das Regierungsviertel und den Reichstag in Berlin belagern und den sofortigen Rücktritt des Merkelregimes fordern und die Bildung einer neuen Regierung mit Angehörigen der Opposition in den wichtigsten Positionen. ;)

Lieber Putin, das kostet Dich gar nicht viel Geld und ist politisch sehr wirkungsvoll, wenn jeden Tag die Weltpresse von Unruhen in Berlin meldet und die blutenden Opfer der Repression durch das Merkelregime auf Youtube in aller Welt zu sehen sind, bis eines Tages angloamerikanische Hubschrauber die letzten Mitglieder und Anhänger ihres BesatzungsRegimes Deutschland (BRD) von der Kuppel des Reichstags auf ein US-Trägerschiff in der Nordsee evakuieren.

Also mach schon, bevor die das in Moskau umgekehrt mit Dir praktizieren. :)

Goodnight März 2, 2014 um 12:08

Übrigens :

Putin is ab sofort persona non grata für die EU, .d.h. sollte es jemals eine Annäherung zwischen EU und Russland zu Lasten der Westbindung (USA) gegeben haben, so ist dies jetzt beendet. Da kann die USA noch so oft “fuck the EU” sagen, sie sind wieder die besten Freunde. Keiner im Westen traut mehr diesem Putin, der nun die schlimmsten Ängste des kalten Kriegs wiederbelebt hat. Somit steht es zu Zeit 1:0 für die USA: Russland ist für Jahre isoliert! Ein hoher Preis für ein bisschen Krim.

Hoffen wir, dass die Russen die Nerven bewahren und nicht noch völlig Amok laufen bevor sie dann untergehen.

Joseph: “You’re the guys that scare me. You’re the people that make big wars.”
Edward: “No, we make sure the wars are small ones.”
(the good shepherd)

ruby März 2, 2014 um 12:11

Wer hört die Hotline zwischen White House und Kreml ab?

90 Min das letzte Gespräch – was ist da so geheim dran?

gelegentlich März 2, 2014 um 12:23

@BB
Bezogen auf den Link – im Nahen Osten urteilt man über solche Spin-ner kurz und trocken: „Stricher“. In diesem Fall aber sehr schlampig. Schließlich läßt sich doch der Zug, einen neu eingesetzten Präsidenten auf der Krim Russland um Hilfe bitten zu lassen, schlicht als einfache Erwiderung auf den gleichen Zug des Westens in Kiew betrachten. Hält die Maidan-Allianz denn jetzt die Verabredungen ein, Soldat Schweijk?

ruby März 2, 2014 um 12:23

Großer Kanzler Schröder erzähle von der Staatskunst !
http://www.youtube.com/watch?v=b3teLzA8VC0
Geschichtslosigkeit?

ruby März 2, 2014 um 12:32

http://www.youtube.com/watch?v=spairXXMlls
ein muppet kann alles sein
ab ins muppetlabor
genial famos …
;-)

gasthörer März 2, 2014 um 12:42

Die Situation kam ja nun nicht wirklich überraschend und die Russen scheinen mir von allen Parteien am Besten vorbereitet.

Ich finde nirgendwo Information über die Standpunkte innerhalb des ukrainischen Militärs. Ist das eher ein Nachfolgeorganisation der Roten Armee, haben nationalistische Kräfte dort die Oberhand oder driften die Meinungen innerhalb der Streitkräfte ähnlich ausseinander wie in der Zivilgesellschaft ?

chabis März 2, 2014 um 12:48

@Goodnight
Da ist noch ein Big Player etwas weiter östlich, der in Ihren
Überlegungen bisher nicht vorkommt, und was Separatismus
und Minderheiten betrifft, nicht ganz unempfindlich ist.
Nur zuschauen wird der nicht.

Frankie (formerly known as Bernankie) März 2, 2014 um 13:10

@goodnight
“Erinnert alles sehr an 1914. Keiner will wirklich Krieg aber alle laufen drauf zu:”

Das nenne ich mal geschichtsvergessen. Nichts ist falscher als diese Aussage.
1914 wollten ALLE Krieg, deshalb gab es ihn auch. Kriege entstehen nicht aus Zufall.

Frankie (formerly known as Bernankie) März 2, 2014 um 13:12

@BB

“Ich lese grundsätzlich keine Artikel mehr die beginnen mit:
“Führende Ökonomen in Deutschland warnen …”

Ha, guter Tip!

ruby März 2, 2014 um 13:27

@ FfkaB
Wer ist Dein Bild, Deine Büste?

Schatten März 2, 2014 um 13:42

Immerhin haben die Russen in den Gebieten, die sie “beschützen”, eigene Leute – eben Russen.

An BRD-Bürger in Afghanistan, oder Amis im Irak kann ich mich nicht erinnern.

Denn wir erinnern uns: die Nato ist in Afghanistan nicht als Interventionsmacht, sondern auf Bitten der afghanischen “Regierung” und die Amis hielten den Irak fast 10 Jahre auf “Bitten” der irakischen “Regierung” besetzt.

Im Übrigen erinnere ich an mein Posting vom 14. Februar:

“Zu Russland: Das Schlimme ist ja vielleicht, wie gerade mit der Ukraine Schindluder getrieben wird. Wem nützt denn das Eindreschen des polit-medialen Komplexes der BRD auf Russland? Na den Amis! Ein D, das sich von Russland abwendet, ist wahrscheinlich viel eher geneigt, mit den Amis Freihandel zu treiben.

Aus deutscher Sicht ist der westslawische Raum aber kein Nebenschauplatz, den man in turmoil bringt, um anderswo zu punkten – Nein, das sind unsere Nachbarn!”
http://www.wiesaussieht.de/2014/02/12/was-fehlte-bei-frau-maischberger-die-giraffe-marius/#comment-83004

Die Hetze des polit-medialen Komplexes der BRD bleibt ebenso unvergessen, wie die Rolle des tiefen BRD-Staates beim Anfachen der Krawalle in der Ukraine.

karla März 2, 2014 um 13:42

someone März 2, 2014 um 00:06
“Jo, Jo. Die haben sich total spontan gebildet und organisiert…”

Dass die “nichtmarkierten” militärischen Gruppen nicht einfach spontan entstanden sind ist wohl anzunehmen. Die monatelangen Vorgänge auf dem Maidan sind aber auch keine nur spontane Entwicklung. Um das so lange durchzuführen bedarf es einer logistischen Unterfütterung. Die genauso zu hinterfragen ist.

someone März 1, 2014 um 23:32

“Also ich finde das schon ziemlich krass, was hier Russland abzieht. Diese Appeasementlogik hier im Blog ist auch kaum noch nachzuvollziehen……..Hier muss man hart reagieren, sonst haben Grenzen in kürzerster Zeit überhaupt keinen Wert mehr.”
Wenn Staatsbürger ihre Herrschaften auffordern “hart zu reagieren” dann hören diese das gerne aber was sie zu tun gedenken dazu werden sie keine Volksbefragung abhalten. Weder in Rußland noch in der EU.
Zwei Beispiele:
a) Der Kompromiss von vor zwei Wochen (vorgezogene Wahlen) ist gescheitert? Eine regionale Großmacht (Rußland) hat nicht legitimierbare Konsequenzen daraus gezogen.
Was für gute Gründe gibt es plötzlich für mitteleuropäische Demokraten parteilich zu werden?

b) Wie war das denn mit Papandreou in Griechenland 2011:
“Der griechische Premier will sein Volk über den Euro-Rettungsplan für sein Land abstimmen lassen.”

Großmächte wie die USA, Rußland und die EU betreiben Großmachtpolitik. Mal mit Militär, mal ohne. Das hängt von den aktuellen Gegebenheiten ab und von sonst nichts.
Meine Meinung: Das ist kritisch zu hinterfragen ohne parteilich zu werden.

enrico März 2, 2014 um 13:56

USA und Russland sind sich einig: Die Ukraine wird aufgeteilt. Jetzt geht es nur noch um Details der Grenzziehung. Um die neue Außengrenze des zukünftigen Eurasischen Reiches.

"ruby" März 2, 2014 um 14:06

Sind sie nicht schön speichelleckerisch unsere EU-,/Natomarios
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-03/krim-ukraine-russland-liveblog
Große Klappe sowie Lady Ashton und haben noch nie selber einen Menschen gekillt, aber wollen, dass Volk dies für sie tut…

http://www.youtube.com/watch?v=GKB63Z7CbOM

enrico März 2, 2014 um 14:07

Die Teilung der Ukraine wird findet bereits statt. Was noch kommen wird, ist eine “freiwillige” Zwangsumsiedlung als “ethnische Säuberung”. Vom Westen sind da kaum Widerstände zu erwarten, denn das würde seine Beute gefährden. Alles wird gut.

Goodnight März 2, 2014 um 14:47

@Frankie

“1914 wollten ALLE Krieg, deshalb gab es ihn auch. Kriege entstehen nicht aus Zufall.”

Nicht wirklich, keiner wollte einen solchen Krieg. Und kein Historiker kann einen RATIONALEN Grund für 1914 erbringen. Weil es keinen gab. Folglich kann man nicht behaupten, dass “jemand” (vulgo: ein denkender Mensch) den Krieg wollte.
Es lief auf Krieg hinaus und alle sind in diese Richtung gelaufen. Aber das lag wohl an grundlegenden “Strukturen” die die Menschen in die merde führte.

Man kann dies gerade ebenso im Fall der Ukraine beobachten:
Jeder erwartete, dass Putin in der Woche nach den Olympischen Winterspielen aktiv werden würde und zwar militärisch.
Putins Verhalten war folglich völlig vorhersehbar und berechenbar.
Wenn man jetzt aber versucht für Putins Verhalten rationale Gründe zu finden so scheitert man. Weil es in der Moderne keine wirklichen Gründe mehr für militärische Interventionen geben kann. Beim Irak und in Afghanistan-Einsatz haben die Experten jahrelang versucht vernünftige Gründe zu finden…ohne Ergebnis. Die Kriege waren letztendlich selbstbezüglich, ebenso wie Vietnam und alle anderen Konflikte vorher.
Also: Was kann Putin in der Ukraine gewinnen? Zugang zum schwarzen Meer hat er schon, die Ukraine ist nicht wirklich reich, Rohstoffe gibts da auch nicht viel, vom geopolitischen Standpunkt ist der ganze Aufwand nicht wirklich sinnvoll. Vielmehr kann er nur verlieren.
Letztendlich bleiben nur irrationale Gründe und dann ist man im Sandkasten: Machtdemonstration, Wettkampf, Ehre, Stolz, zuviel Testo, etc. Also: stone age. …wie 1914.
Oder einmal anders gefragt: Wann gab es das letzte mal einen “intelligenten” Krieg/Konflikt?

“In my humble opinion, in the nuclear world, the true enemy is war itself.”
Hunter (crimson tide)

~ WKIII-News ~ März 2, 2014 um 15:06

Es geht nicht nur um das, was Russland tut,…

verfasst von plancom, 02.03.2014, 13:09
(editiert von Rechtschreibkorrektur, 02.03.2014, 13:23)

… sondern vielmehr um die Reaktionen des Westens, seiner Führer, seiner Medien und der opportunistischen Haltung seiner Bürger (nämlich uns). Verstärkend wirkt der Irrsinn der ukrainischen “Regierung”.

Da ist alles selbstverstärkend und führt zu einem Krieg.

===> … RISCHTISCH! … aber …. EXAKT!!

Goldkäferhochzeit März 2, 2014 um 15:07

Wenn das jeder erwartet hat, was passiert denn dann nach den Paralympics, O erhabene Pythia?

gasthörer März 2, 2014 um 15:11

Goodnight März 2, 2014 um 14:47

Oder einmal anders gefragt: Wann gab es das letzte mal einen “intelligenten” Krieg/Konflikt?
——————————————————-

Möglicherweise wird diese Krimintervention ja ein Paradebeispiel. Wenn Russland dadurch verhindert, dass es in Sewastopol zu Schießerei wie auf dem Maidan kommt, geht das Kalkül doch auf.

Bei einer anderen Weltmacht wird derlei Gehabe unter “Monroe Doktrin” subsumiert und war aus Sicht der Großmacht zumindest in der eigenen Hemissphere meist sehr erfolgreich, vielleicht mit Ausnahme der Schweinebucht.

ruby März 2, 2014 um 16:13

http://en.wikipedia.org/wiki/Shepard_tone
übrigens, so schliessen die Ukraine Kabalen

Frankie (formerly known as Bernankie) März 2, 2014 um 16:28

@Luebberding

“Außenpolitische Wirrköpfe wie die Herzingers (und ihrer naiven Fellow Traveller in der Politik, vor allem bei den unsäglichen Grünen) sind anders als mit Geschichtslosigkeit nicht zu erklären. ”

Bevor hier mit dickem Finger auf andere gezeigt wird: war nicht der fabelhafte Mr. Steinmeier einer der drei Aussenminister, die die olympiabedingte Zwangs-Zahmheit Putins wunderbar zu nutzen wussten in der Ukraine?

ruby März 2, 2014 um 16:36

@ CM

Sollte dem nicht erstmal die eigene Pisse serviert werden, bevor den Nachahmern Vorhaltungen gemacht werden, um die anstehenden Wertberichtigungen zu rechtfertigen?
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/risiken-fuer-weltwirtschaft-englands-notenbankchef-warnt-vor-chinas-schattenbanken/9558488.html
Anything new :
http://www.deutschlandfunk.de/wirtschaft-you-are-not-a-loan.1247.de.html?dram:article_id=277504
Die Geschichtslosigkeit der Notenbanker?

Frankie (formerly known as Bernankie) März 2, 2014 um 16:41

@Goodnight

“Folglich kann man nicht behaupten, dass “jemand” (vulgo: ein denkender Mensch) den Krieg wollte.Es lief auf Krieg hinaus und alle sind in diese Richtung gelaufen. Aber das lag wohl an grundlegenden “Strukturen” die die Menschen in die merde führte.”

Nun, wie gesagt, da bin ich anderer Meinung. Die “Strukturen” , auch die von 1914, haben alles hergegeben: Friede, Freude, Eierkuchen genauso wie “reinigendes” Stahlgewitter. Aber es gab einen unbedingten Willen zur körperlichen Auseinandersetzung.

“Oder einmal anders gefragt: Wann gab es das letzte mal einen “intelligenten” Krieg/Konflikt? ”

Merkwürdige Frage. Wenn man sich als Machthaber versteht, dann ist jede Aktion, die Macht sichert, eine intelligente Aktion, und sei es Krieg.

Frankie (formerly known as Bernankie) März 2, 2014 um 16:50

@ruby

“Wer ist Dein Bild, Deine Büste?”

Dabei handelt es sich um Solon, einen nicht uninteressanten Staatenlenker, der in einer grossen Krise Athens die Schulden streichen liess, Partizipationsmöglichkeiten der Bürgerschaft schuf, Obergrenzen für Landbesitz einführte. Nachdem er die Reformen durchgeführt hatte , ging er längere Zeit auf Reisen.

someone März 2, 2014 um 17:03

“Whatever… es ist ja nicht so, daß immerzu die Russen irgendwo einmarschieren. Die halten sich sehr zurück, das ist eine defensive Großmacht, die – wenn überhaupt – dann im postsowjetischen Raum mal als Ordnungsmacht aktiv wird.”

Sie intervenieren nicht, weil sie schwach sind, nicht weil sie ein defensives Selbstverständnis haben. Und dass sie eine Ordnungsmacht seien, ist auch eine ziemlich steile These. Bis auf Obstruktion haben sie bisher eigentlich nicht wirklich viel zustande gebracht. Auch wenn es dir schwerfällt das einzusehen, es ist nicht mehr die multinationale Großmacht Sowjetunion, sondern ein Russland mit Phantomschmerzen, das so gut wie keine Stahlkraft nach außen mehr hat. Es kann einschüchtern, sabotieren und in Nibelungentreue zu gescheiterten Diktatoren wie Assad, der nur noch Warlord ist, stehen. Darüber hinaus will keiner etwas mit denen zu tun haben: Weder Aserbaidschan, noch Georgien, noch die Ukraine. Janukowitsch selbst betrachtete Russland bis zu den Maidaneregnissen als feindliche Großmacht.
Auch Timoschenko wurde offiziell verklagt, dass sie die Ukraine an Russland ausgeliefert und verraten hätte.

“Dann kontrastieren wir das mal mit Frankreichs Militäreinsätzen in Afrika, wo sich ja schon keine Sau mehr erinnert, wieviele und wo überall… mit den US-amerikanischen Militärpräsenzen und -interventionen weltweit… Kosovo hatte ich bereits erwähnt, wo ja auch die Bundeswehr mit dabei war…”

Frankreich wurde immerhin von den jeweiligen Regierungen gerufen oder hatte ein UN-Mandat. Die USA sind ein Thema für sich, wobei ich die Hegemonie der USA ggü. einer des heutigen Russlands vorziehe.

“… also meinst Du, “wir” hätten Anlaß, wegen der Unverletzlichkeit von Territorien die Russen an den Pranger zu stellen, die da jetzt *möglicherweise* mal reagieren, wo es an einer ihrer unmittelbaren Grenzen die akute Gefahr eines Zerfalls der staatlichen Ordnung gibt… also gerade “wir”, die wir uns in unserem Bündnis ggf. globale “Schutzverantwortung” und daraus abgeleitete weltweite militärische Intervention anmaßen?”

Russland betreibt aktiv den Zerfall der Ukraine, indem es Teile des Territoriums besetzt. Natürlich sollte das West-/Mitteleuropa interessieren, weil es genauso vor seiner Haustür liegt. Und Russland hat nicht die Ressourcen und den Willen dort Ordnung zu schaffen, sondern kann nur destruktiv tätig werden. Schau dir solche Gebilde wie Transnistrien, Abchasien, Südossetien an. Ein vollkommen wirrer Flickenteppich mit nicht überlebensfähigen Staaten, die auf Moskaus Zuwendungen angewiesen sind. Kann man toll finden, ändert aber nichts daran, dass die Ukraine für dieses Motto des divide et impera zu groß ist und Russland zuviel kosten würde. Wobei man hier auch noch den Willen Moskaus infrage stellen kann, ob es lebensfähige Gebilde anstrebt, da dieser postkommunistische Nationalismus vollkommen russlandfixiert ist und es keine übergeordnete Ideologie mehr gibt, die für einen Ausgleich sorgen kann.

““Wir” sind leider Teil eines recht aggressiven Militärbündnisses”

Da scheinst du die letzten zehn Jahre ein wenig verschlafen zu haben, die NATO ist schwach wie selten. Seit dem Bruch in der Irakfrage gab es keinen NATO-Einsatz mehr. Die macht nur noch Resteverwaltung.

” eben keine internationale Rechtsordnung, sondern eine internationale Machtordnung.
Wenn wir das erst mal grundsätzlich akzeptieren, dann kann man, um es im einzelnen zu beurteilen, nur fragen: Ist dieses Aufräumen durch Hegemonialmächte von der Sache her legitim, von den Mitteln her angemessen oder überzogen, kommen unnötig Leute zu Schaden, und was sind die voraussichtlichen weiteren Konsequenzen des Aufräumens? ”

Schön, dass du keinen legalistischen Punkt vertrittst. Ich kann mit dieser überhöhten legalistischen Betrachtungsweise auch nicht soviel anfangen. Diese von dir gestellten Fragen würde ich allesamt mit Nein beantworten und auch die Konsequenzen des Einmarsches werden nicht zu einer Befriedung oder Wiederherstellung der Ordnung führen, sondern zu einem Zerbrechen der Ukraine, wenn man Russland gewähren lässt.

"ruby" März 2, 2014 um 17:25

@ FfkaB
Danke, erinnere mich an Solons Verfassungsreform im dtv-Atlas der Weltgeschichte Bd 1 – gucke gleich nach.
;-)

Schatten März 2, 2014 um 17:30

@someone

Finde ich ganz bezeichnend, wie Du hier die Interessen des Westens darstellst – und aus deutscher Sicht ist die Deinige die einzig verbleibende:

Denn die kinderlose Mutti hat Deutschland von Russland isoliert (Sie ist sozusagen ein Anti-Bismarck!) und nunmehr komplett den Amis ausgeliefert. In Europa nämlich, das schwant einigen, ist Deutschland auch ziemlich ohne Freunde.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article119692653/Deutschland-in-Europa-uebermaechtig-und-isoliert.html

Wenn wir hier im Thread schon bei “Geschichtsvergessenheit” sind, dann war genau diese Situation der Anfang vom Ende – nicht dem Ende Russlands, sondern Deutschlands!

Frankie (formerly known as Bernankie) März 2, 2014 um 17:40

@goodnight

Nochmal zu den Strukturen, bei denen ich meine, dass sie immer alles hergeben: welche Strukturen hatten wir bei der Zeitenwende 1989?
Waffenstarrende Konkurrenzsysteme, und im Osten zudem erfahrene Diktaturen mit elaboriertem Unterdrückungsapparat, und Nomenklaturen , die bei einer Änderung der Verhältnisse eigentlich nur verlieren konnten. Alles Strukturen, die den vergleichsweise friedlichen Wechsel nicht erwaten liessen.

Und auch 1914 gabs starke Strukturen, die genau den folgenden Weltenbrand auch nicht erwarten liessen: die Protagonisten der Auseinandersetzung kannten sich nicht gut, sondern waren meist sogar noch miteinander verwandt; Willem Zwo war noch 1914 bei einer Hochzeit oder Taufe oder so mehrere Tage in Windsor bei der Verwandschaft, wo wahrscheinlich auch die gesamte europäische Adelsmischpoke dort war und aufs Harmonischte miteinander feierten; Willem II und der Zar pflegten intensivsten Briefverkehr bis kurz vor Ausbruch des Krieges ( “Lieber Willy – Lieber Nicky” ), alle späteren Kriegsfeinde haben wahrscheinlich intensiver miteinander kommuniziert als jemals Ost und West später – das waren alles eigentlich sehr feste Strukturen, die auf Friedenserhalt hoffen liessen.

Aber wenn die Akteure Krieg wollen…

f.luebberding f.luebberding März 2, 2014 um 18:12

W-ING

Auf einige Debatten, wie in dem letzten Kommentar angedeutet, habe ich keine Lust. Bisher ist die Diskussion ja recht sachlich gewesen.

chabis März 2, 2014 um 18:37

Aktuelles Interview mit Boris Kagarlitsky im Tagesanzeiger
I:
“Die russischen Truppen stehen doch bereits auf der Krim. Das Parlament in Moskau hat Putin die Vollmachten gegeben, einzuschreiten.”?
B.K.
“Aber das ist bereits alles. Vor Ort geschieht eigentlich nichts. Auf der russischen Regierung lastet ein enormer Druck, auf der Krim zu handeln. Was die Regierung hier tut, ist das absolute Minimum, ohne das würden die Russen das Ganze als kompletten Betrug an den russischen Interessen ansehen. Moskau macht einfach ein bisschen Lärm, das ist alles. ”
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Putin-ist-gezwungen-zu-handeln/story/10369769

Goodnight März 2, 2014 um 19:06

@Frankie

Das Problem ist Zurechnung auf Individuen als Handlungsträger.
Individuen handeln letztlich immer nach sozialen Vorgaben. So ist in der Politik das Streben nach Macht handlungsleitend, d.h. alles muss der Erlangung und Verteidigung von Macht dienen. So werden auch die Akteure um 1914 als wesentliches Ziel Macht angestrebt haben. Und gemäß ihrer Strukturen, d.h. Erziehung, Wissen und Erfahrung war ein kleiner Krieg bzw. Feldzug, d.h. Gewalt immer der Weg zu Macht. Dementsprechend nutzttn sie all ihr Militär um die Machtfrage zu klären, d.h. Politisch zu agieren, so wie sie es nicht besser wussten.
Nur, leider hatte sich die Welt verändert, der technische Fortschritt hat neue Massenvernichtungswaffen entwickelt, die aus einem kurzen Feldzug einen totalen Stellungskrieg mit Massenvernichtung generierten. Das war das Problem. keiner wollte dieses Massaker, alle dachten, sie könnten mal eben vor die Tür gehen und die Sache unter Gentlemen klären.
Der zweite Weltkrieg war dann der Versuch, einen altmodischen Krieg in einer modernen Welt der Massenvernichtungswaffen zu realisieren. Was auch gelang, dank der Erfindung des Blitzkriegs. Nur endete der Blitzkrieg im russischen Winter.
Ergo: Erst durch zwei Weltkriege lernte die Menschheit, dass Kriege kein adäquates Mittel der Politik in der modernen Welt sind. Obwohl, man erst die Atombombe erfinden und anwenden musste, damit die Menschen dies lernten. Und letztlich versuchen sie es doch immer wieder, d.h. das in Jahrtausenden angesammelte Wissen lässt sich nicht so einfach abwerfen.
Whatever, Putin führte Russland zurück zu Sicherheit, Selbstwertgefühl und Stabilität indem er Strukturen der Sowjetunion wiederbelebte. Dazu gehört das Vertrauen in militärische Stärke. Das ist für die Volksseele als Theateraufführung eine schöne Sache, nur gilt weiterhin die Regel in der Moderne, dass Krieg kein sinnvolles Mittel der Politik darstellt.
Denn was kann Putin auf der Krim mit all seinen Soldaten gewinnen, was er nicht durch all die Fernsehbilder wieder verliert. In der modernen Welt glaubt doch keiner mehr an die Macht eines Straßenschlägers, das lernt man schon in jeder modernen Schule.
Wen will Putin damit noch ansprechen? Irgendwelche Bauern? Ist das seine Machtbasis? Er agiert wie der betrunkene Kneipenschläger, den alle fürchten aber auch zugleich bemitleiden, weil er aus der Zeit gefallen ist. Er steht im Raum und schwingt die Fäuste, aber keiner will mehr mit ihm kämpfen.

Geh nach Hause, Wladimir. Such Dir ne Frau, trink weniger Wodka und mach was aus Deinem Leben.

“You don’t understand. I coulda had class. I coulda been a contender. I coulda been somebody, instead of a bum, which is what I am, let’s face it.”
Terry (on the waterfront)

f.luebberding f.luebberding März 2, 2014 um 19:15

Ich fürchte, Goodnight irrt.

Soldat Schwejk März 2, 2014 um 19:29

@ someone —> “Und Russland hat nicht die Ressourcen und den Willen dort Ordnung zu schaffen, sondern kann nur destruktiv tätig werden. Schau dir solche Gebilde wie Transnistrien, Abchasien, Südossetien an. Ein vollkommen wirrer Flickenteppich mit nicht überlebensfähigen Staaten…”

Ja, wie sind die zustande gekommen?

—> Transnistrien: 1992 chauvinistisches Sprachengesetz der Führung in Chisinau, demzufolge im mehrsprachigen Moldawien Rumänisch einzige Amtssprache werden sollte. Daraufhin blutiger Sezessionskonflikt in den mehrheitlich slawisch besiedelten Gebieten. Bei 40°C lagen tagelang die Leichen auf den Straßen. Zum Glück war die 14. russische Armee unter General Lebed dort noch stationiert und hat die Metzeleien beendet. Inzwischen gibt es dort zwar eine Art Mafiastaat, das soll nicht beschönigt werden. Aber es ist seither nicht mehr gemetzelt worden, und es gibt einen Ausgleich zwischen den Volksgruppen; sowohl das Ukrainische als auch das Russische und das Rumänische sind dort Amtssprachen.

—> Abchasien, Südossetien: blutige postsowjetische Sezessionskonflikte Anfang der 90-er Jahre. Dann erst mal Frieden, aber ein brüchiger Frieden, an den Grenzen ist immer mal geschossen worden. Die Eskalation mit dem Einmarsch der russischen Armee 2008 wurde dadurch ausgelöst, daß Krawattenkauer Saakaschwili die schlafende südossetische Hauptstadt Zchinwali mit Granatwerfern beschießen lassen hat. Die russische Armee hat dem schnell ein Ende gemacht, es gab weit weniger Opfer als bei den Sezessionskriegen der frühen 90-er, deren Wiederholung ohne das russische Eingreifen gedroht hätte. Seither sind die Verhältnisse dort stabiler, man lebt zweifellos sicherer in Südossetien und Abchasien, und meines Wissens wird auch an den Grenzen nicht mehr geschossen wie vor 2008.

Transnistrien haben die Russen seinerzeit übrigens nicht als Staat anerkannt. Abchasien und Südossetien 2008 dann schon, da sind sie einfach dem Exempel gefolgt, das “der Westen” im Kosovo statuiert hatte.

Also was will man Rußland da eigentlich vorwerfen?

Und daß das jetzt alles keine Musterstaaten sind… ja nun… es ist halt nicht so einfach, als äußere Schutzmacht einen Staat aufzubauen. Wie man sieht, gelingt das auch der EU in Bosnien nicht (wo ich das damalige militärische Eingreifen im Gegensatz zum Kosovo übrigens für gerechtfertigt halte.)

—> “in Nibelungentreue zu gescheiterten Diktatoren wie Assad, der nur noch Warlord ist”

Das muß man nicht gut finden. Aber Warlord Assad kämpft dort gegen andere, extremistische sunnitische Warlords, die aus Saudi-Arabien und Katar finanziert werden. Genau diese sunnitischen Islamisten führen auch einen unerklärten Krieg gegen Rußland. Hierzulande wird immer die Gefahr islamistischen Terrors beschworen. In Rußland ist sie real. Und der Feind des Feindes ist dann halt der Freund.

Zur Ukraine später vielleicht noch was…

Goodnight März 2, 2014 um 19:59

@Lübberding

Goodnight irrt selten, sehr selten.

@Soldat

Putin hat Russland stabilisiert. Und auch ich hoffte, wie ich auch bei Erdogan hoffte, dass er intelligent genug sei, zu unterscheiden , zwischen dem, was das Volk will und dem, was das beste für das Volk wäre….so undemokratisch sich das jetzt auch anhört. Und wäre es so gewesen, dann wären Erdogan und Putin als politische Titanen in die Geschichtsbücher eingegangen. Nur leider ist der Herr Erdogan vielleicht doch nur ein korrupter Radikaler und Herr Putin doch nur ein größenwahnsinniger KGB-Spion.
Ich wünschte es wäre anders, doch die aktuellen Entwicklungen sprechen dagegen.

“My momma always said, “Life was like a box of chocolates. You never know what you’re gonna get.”
Forrest (Forrest Gump)

wowy März 2, 2014 um 20:14

@Soldat Schweijk
Die Krimtataren sind auch Sunniten.

ruby März 2, 2014 um 20:16

@ Goodnight

wurde der Herr …
statt
“ist”

Systeme und Strukturen verändern – gilt auch für Obama und andere

Wie können Schutzmechanismen in Organisationen eingesetzt werden?

enrico März 2, 2014 um 20:25

souveräne Krim. Ein interessanter Vorschlag.

http://www.heise.de/tp/news/Die-Loesung-der-Krimkrise-2127955.html

Bruchmüller März 2, 2014 um 20:40

f.luebberding März 2, 2014 um 19:15

>>> Ich fürchte, Goodnight irrt.

Das fürchte ich auch. Nicht, dass ich dafür ein Experte wäre, aber ein entwickeltes Bauchgefühl ist da schon.
Ich glaube, dem @ Goodnight ist beim Schreiben des Beitrags einfach der Text entglitten; geht mir fast jedes Mal so und ich denke, auch Journalisten ist das nicht ganz fremd.

“Diese Tasse stand schon gestern hier herum. Sie gehört zurück in den Schrank!” Marion, beim Zugriff auf die Morgenmarmelade..

Soldat Schwejk März 2, 2014 um 20:56

@ Goodnight

Bin kein Bewunderer Putins mehr, und meine Bekannten dort sind das auch nicht mehr. Ich hätte gehofft, daß die Putinisten dort eine ähnliche Rolle spielen würden wie die Kemalisten in der Türkei nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches, also so als politische Träger einer forcierten Modernisierung. Der frühe Putin schien solche Hoffnungen noch zu rechtfertigen, der jetzige nicht mehr.

Aber man sollte da m.E. Inneres und Äußeres trennen. Nach innen ist der Putinismus in eine recht unerfreuliche Richtung hin abgeglitten. Als Außenpolitiker ist Putin dagegen ein durchaus berechenbarer Akteur.

In die Ostukraine wird er nach der sich heute dort andeutenden Stabilisierung gewiß nicht einmarschieren lassen. Wie Du ja vermutlich richtig einschätzt, der Brocken würde ihm im Hals steckenbleiben. Aber auf der Krim haben die Russen mit kleinem unblutigem Aufwand zunächst mal das Maximum rausgeholt, so als Verhandlungsmasse. Wie bei ZN aus einer krimtatarischen Quelle zu lesen war, ist für morgen ein Treffen der neuen Krim-Führung mit Führern der tatarischen Medschlis geplant. Da soll es um eine Repräsentation der Tataren in den neuen Machtstrukturen gehen, außerdem soll einiges zur Verbesserung der materiellen Lage der Krimtataren unternommen werden. Dann wird es irgendwie darum gehen, einen neuen Status der Krim auszuhandeln… was mag rauskommen? Idealerweise weitgehende Autonomie der Krim bei formalem Verbleib im ukrainischen Staat, wobei Rußland vielleicht Garantiemacht der Krim-Autonomie sein könnte.

In der Ostukraine dagegen sind einige Oligarchen jetzt aus dem Schatten getreten, Igor Kolomoiskij etwa hat sich von der Führung in Kiew einbinden lassen als Chef der Gebietsadministration von Dnepropetrowsk. Rinat Achmetow hat – ohne Schuldzuweisungen an irgendeine Seite – zugunsten des Erhalts der territorialen Einheit der Ukraine appelliert. Dmitrii Firtasch hat sich in einem offenen Brief an das Big Business in Rußland gewandt mit dem Aufruf, zusammen auf beiden Seiten für Deeskalation zu sorgen. Es könnte darauf hinauslaufen, daß Rußland in der Ostukraine die Wahrung seiner Wirtschaftsinteressen zugesichert wird und die Oligarchen das sozusagen informell garantieren. Und, wie gesagt, ein militärischer Einmarsch etwa in Donezk oder Charkow ergäbe für die Russen wohl kaum einen Sinn, solange dort nicht das totale Chaos ausbricht, aber danach sieht es nicht aus.

Man kann spekulieren, ob das sehr starke Mandat, das Putin sich von der Duma geben lassen hat, nicht vielleicht auch dazu diente, daß die Russen mal probeweise verfolgen wollten, wie unter den jetzigen Bedingungen in der Ukraine die Kiewer Führung eigentlich eine Mobilisierung ihres Militärs hinkriegt. Also Putin ist in der Hinsicht vielleicht doch eher das Cleverle als der Kneipenschläger. Ich meine, das alles ist ja bisher Sitzkrieg statt Blitzkrieg.

ruby März 2, 2014 um 21:04

So sieht ein realer Menschentöter aus
http://www.phoenix.de/fm/86/file_photo_of_senator_kerry_testifying_during_his_senate_foreign_relations_commi%2C%2013-200760%2C%28reuters%2CSIN100%2CU29.01.2013%29.99180_bxg.jpg
unser Steinmeier dagegen …
Nur damit jeder sich eigene Gedanken macht.
Und mit Snowden wird nicht gespielt, das ist fucking real !

holger196967 März 2, 2014 um 21:25

—>>>Der zweite Weltkrieg war dann der Versuch, einen altmodischen Krieg in einer modernen Welt der Massenvernichtungswaffen zu realisieren. Was auch gelang, dank der Erfindung des Blitzkriegs. Nur endete der Blitzkrieg im russischen Winter.”

Militärtaktisch biste ne Hohlfrucht… geh Luhmann weiter beten…

holger196967 März 2, 2014 um 21:28

oder lese mal Churchill

“meine Mutter hat gesagt du wirst Idioten finden, und ich fand welche”

Buch der Leviten Vers 7-9 Kapitel 13

"ruby" März 2, 2014 um 21:28
Andreas Kreuz März 2, 2014 um 21:56

Was haben da manche nicht gelesen,
dass sie Putin und Russland so falsch einschätzen?

wowy März 2, 2014 um 22:24

Dieser Jauch ist eine solche Flachpfeife

ruby März 2, 2014 um 22:29

In der Ukraine selbst geht die Post ab.
sagte gerade der russische Journalist bei Jauch.
Warum haben die Zuständigen in EU und USA das nicht realistisch genug berichtet und aufgenommen?
Welche Strukturen und Personen korrigieren das?

Thor März 2, 2014 um 22:34

@Goodnight
ich habe in einem Forum die perfekte Erklärung gefunden.
http://www.mikrocontroller.net/topic/325819#3553665

Scheiße, ich glaube wir sind alle Trolle…

Goodnight März 2, 2014 um 22:42

@Soldat

Was hat Putin denn gewonnen? Ein Stück Land. Ohne Blutvergießen und recht schnell. Was nicht so schwierig war, da er nur die Krim besetzt hat, die eigentlich sowieso zurück zu Russland wollte. Das alles hätte er in einigen Wochen auch ohne Einsatz von vermummten Soldaten bekommen, ohne diese ganze Show, ohne Machtdemonstration. Die Krim wäre freiwillig zu Russland gewechselt, Putin hätte nur abwarten müssen.
Ergo: Er wollte die Machtdemonstration. Er wollte der Welt, insbesondere seinen eigenen Leuten die Stärke und Bedeutung Russlands beweisen. Das ist ihm gelungen. Jetzt wissen alle, das Russland brutal, rücksichtslos, rechtswidrig und sofort mit Gewalt handelt.
Das mag ja alles ganz doll sein…für die Menschen die noch im Steinzeitalter leben. Ich kenne die nicht. Und ich habe in den letzten 20 Jahren auch keinen getroffen. Ich weiss nicht wer durch solche Aktionen beeindruckt wird. Wo sind diese Menschen? Auf welcher Ebene operieren wir hier? Orientiert sich Politik jetzt an den Gewaltphantasien von pubertierenden Bauernlümmeln?
Die Mittel- und Oberschicht lehnt so etwas ab. Grundsätzlich. Und diese Schichten bestimmen die Moderne. Ohne diese Schichten kann es keine Moderne geben. Und Putin müsste dies wissen, wie einer seiner letzten Vorträge belegt. Nur warum er jetzt Politik für Primaten macht ist mir dann völlig unverständlich. Denn er hat die Moderne damit für sich auf ewig verloren. Und ganz nebenbei: Akademiker sind es, die die Geschichtsbücher schreiben, nicht pubertierende Bauernlümmel.

“But you dream Crateros… Your simplicity long ended, when you took Persian mistresses and children, … do you not see… and you, as well as I, know, that as the year decline and the memories stale and all your great victories fade it will always be remembered, you left your king in Asia”
Alexander (Alexander)

Balken März 2, 2014 um 22:59

Ach Goodnightchen,
weißt du wie Gewaltphantasien von pubertierenden Bauernlümmeln und Kuhjungen, auf deutsch Cowboys, ausgelebt werden, nicht nur, aber vor allem auf dem Gebiet, dass die US-amerikanischen Machthaber als ihren Hinterhof betrachten, in Guatemala, Honduras, Panama, Nicaragua, Kuba, Chile, usw. usf.?
“Die Mittel- und Oberschicht lehnt so etwas ab.”
Geh wieder schlafen,
und good night. Vielleicht wachst du ja sogar mal in deiner Moderne wieder auf. Zur Zeit ist dein vereinfachtes Hier-da-Weltbild gerade noch steinzeittauglich.

Goodnight März 2, 2014 um 23:06

Noch einmal etwas Grundsätzliches:

Conditio sine qua non der modernen Welt ist die Abwesenheit von Gewalt.
Denn Gewalt bedroht das Fundament, auf der Spezialisierung aufbaut.
D.h. Physiker, Mediziner, Programmierer, Mathematiker, Lehrer, etc. können nur existieren, wenn sie in ihrem ganzen Leben keine realen bzw. der Bedrohung von Gewalt ausgesetzt sind. Ansonsten müsste sie aufhören mit ihrer Spezialisierung und sich darum kümmern ihre Familien zu verteidigen.
Und wenn dies eintritt, dann gibt es keine medizinische Versorgung , keine Strom, keine Nahrung, keine klares Leitungswasser, keine Bildung und, für Bauernlümmel, auch keine Computerspiele mehr.
Ops…und das ist nur die halbe grausame Wahrheit. Die andere ist: Wenn all die Nerds anfangen ihr Intelligenz für die Entwicklung von Waffen zu nutzen, dann, helfen keine Muskel mehr, nope, dann wäre auch die große dolle russische Armee ganz schnell rote, tote Masse.
Ergo: Seien wir froh dass die Nerds bei Google Apps für Liebe und Romantik entwickeln und keine Waffen. Und bitte lieber Putin, bring die nicht auf die Idee ihre Berufung zu wechseln…denn dann werden wir wirklich modern warfare kennen lernen.

“The 600 series had rubber skin. We spotted them easy, but these are new. They look human… sweat, bad breath, everything. Very hard to spot. I had to wait till he moved on you before I could zero him.”
Kyle (terminator)

Balken März 2, 2014 um 23:07

Ach, so’n besonders putziges Ding zur Erheiterung der Mittel- und Oberschicht war ja auch noch diese Grenada-Invasion, urgent fury, wow.
Aber da waren die Vorzeichen halt umgekehrt, da musste natürlich sofort eingegriffen werden, urgent, goodnight.

Goodnight März 2, 2014 um 23:19

Balken..30 jahre ist das alt, Grenada. Kommt jetzt noch der Vietnam Krieg?

Thor März 2, 2014 um 23:22

“Physiker, Mediziner, Programmierer, Mathematiker, Lehrer”

Die nicht, aber BWler, Politiker, Banker, Wirtschaftswissenschaftler, Promiexperten usw.
Denen kauft doch keiner mehr ihr “Spezialwissen” ab….

Doktor D März 2, 2014 um 23:49

@goodnight: für jemanden, der gerne und nicht unkompetent House of Cards etc. zitiert, ist deine Sicht auf den zusammenhang zwischen Gewalt und Moderne … rührend.

Soldat Schwejk März 3, 2014 um 00:02

@ Goodnight —> “Das alles hätte er in einigen Wochen auch ohne Einsatz von vermummten Soldaten bekommen, ohne diese ganze Show, ohne Machtdemonstration. Die Krim wäre freiwillig zu Russland gewechselt, Putin hätte nur abwarten müssen.
Ergo: Er wollte die Machtdemonstration.”

Nein. M.E. eine völlige Fehleinschätzung. In ein paar Wochen hätte er vielleicht wirklich gewaltsam intervenieren müssen, und es hätte vorher und nachher auf verschiedenen Seiten Tote und Leichensäcke gegeben. Jetzt scheint es ohne all das abzugehen… naja, man soll den Abend nicht vor dem nächsten Tag loben oder so…

—> “Jetzt wissen alle, das Russland brutal, rücksichtslos, rechtswidrig und sofort mit Gewalt handelt.
Das mag ja alles ganz doll sein…für die Menschen die noch im Steinzeitalter leben. [...] Auf welcher Ebene operieren wir hier? Orientiert sich Politik jetzt an den Gewaltphantasien von pubertierenden Bauernlümmeln?”

Äh… was? Was für Nachrichten siehst, hörst und rauchst Du? Dir wäre zuzustimmen, wenn russische Einheiten von Sewastopol aus ukrainische Einheiten auf der Krim angegriffen hätten, und wenn Bilder von Leichensäcken durch die Medien gehen würden. Das ist nicht der Fall. Es ist überhaupt kein Schuß auf der Krim gefallen. Offensichtlich sind die russischen Militärs angewiesen, äußerst vorsichtig vorzugehen, die Kiew unterstellten Truppen nicht zu provozieren, ihnen ihre Waffen zu lassen… Ich meine, diese Kiew unterstellten Militärs dort, das sind Leute, die da auf der Krim wohnen, die keinen Streß für sich und ihre Familien wollen. Die andererseits, wenn es doch wieder anders kommt, auch vor kein ukrainisches Kriegsgericht gestellt werden wollen. Die russischen Kräfte scheinen das offenbar zu respektieren und nicht die Konfrontation zu suchen. Du hast doch auch mal Russisch gelernt und kannst was verstehen… es gibt hier unten auch ein Video vom TV Kertsch, wo man sehen kann, wie die “Konfrontation” dort konkret so aussieht… Ich meine, die Leute sind im gleichen Alter, wahrscheinlich in ähnlicher sozialer Lage, sie haben die gleiche Sprache, ein ähnliches militärisches Ethos… da heißt es dann: “Die haben eben ihre Aufgabe und wir unsere”.

http://zn.ua/UKRAINE/v-kerchi-voinskuyu-chast-ocepili-rossiyskie-voennye-140182_.html

Wenn es dabei bleibt, und wenn nicht geschossen wird, dann sollten diese einfachen Militärs auf der Krim, von beiden Seiten, sozusagen im Kollektiv den Friedensnobelpreis kriegen… naja, wenn der nicht durch einige vormalige Laureaten so entsetzlich kontaminiert wäre…

Wo ist Dein brutales, rechtswidriges Gewalthandeln? Putin hat vorübergehend eine Halbinsel erobert, ohne daß seine Leute einen Schuß abgeben mußten. Ohne daß sie andere Leute physisch angegriffen und erniedrigt haben. Das ist nicht brutal, das ist nicht Steinzeit, das ist äußerst smart. Welch ein Kontrast zu den Ereignissen in Kiew! Und Putin wird hoffentlich smart genug sein zu verstehen, daß er die Halbinsel nicht ganz für sich behalten kann, sondern sich arrangieren muß.

someone März 3, 2014 um 00:13

Womit wir bei uder Uraine genau dabei sind, Russlaund zerstört sie aus russischen Interesssen, ohne Rücksicht!

someone März 3, 2014 um 00:25

Schade, dass dieses Forum von Verschwörungstheoretikern übernommen wurde, echt schade.

wowy März 3, 2014 um 00:39

Das Forum braucht in erster Linie Leute mit Hirn und Verstand, die das Wort Deeskalation schon einmal gehört haben.

niemand März 3, 2014 um 00:40

>”Putin hätte nur abwarten müssen.”

Putin hat das Ende der Olympischen abgewartet, aber wer zu spät kommt… erinnerst dich? Jetzt können die Paralympischen kommen…

>”Balken..30 jahre ist das alt, Grenada.”

Mitten in der Moderne…

>”… ist deine Sicht auf den zusammenhang zwischen Gewalt und Moderne … rührend.”

Jedem schlägt einmal die Stunde, schon vielen hier, Dir noch nicht bisher. Insgesamt war aber früher alles besser. Origineller.

niemand März 3, 2014 um 00:44

>”Schade, dass dieses Forum von Verschwörungstheoretikern übernommen wurde, echt schade.”

Lübberding schreibt doch hier seit Tag 1…

Und seinen Spott über Live-Ticker könnte er im Plusquamperfekt verfaßt haben – ich müßte ihm beipflichten.

niemand März 3, 2014 um 00:47

>”Nein. M.E. eine völlige Fehleinschätzung. In ein paar Wochen…”

Gorbatschow soll seinen unsterblichen Satz ja auf Russisch gemurmelt haben…

niemand März 3, 2014 um 00:59

>”Und Putin wird hoffentlich smart genug sein zu verstehen, daß er die Halbinsel nicht ganz für sich behalten kann, sondern sich arrangieren muß.”

Solange Krim im Status Quo Teil der Ukraine bleibt, kann letztere nicht ohne völkerrechtlichen Verzicht Teil der EU werden, sofern das einmal zur Debatte stünde.

Was ich allerdings gerne wüßte, ist, ob die westliche Überraschung echt oder inszeniert ist.

someone März 3, 2014 um 01:59

Der Admiral der ukrainischen Flotte hat in der russischen Flottenbasis seine Loyalität der russischen Flotte bekundet. Verräter!!! Das ist ähnlich der Übernahme der Tschesoslowakei!

someone März 3, 2014 um 02:02

Und das auf Grund der russischen Flottenbasis, nicht aufgrund ukrainaischer Flottenbesitzjungen.

someone März 3, 2014 um 02:04

Drecksack..

someone März 3, 2014 um 02:06

oportunistsches Aschloch … Scheint seinen Schwur vergessen zu haben.

someone März 3, 2014 um 02:13

edit: Arschoch.
Tjo sowas kann man in Russland nicht schreiben, aber schreibt mal liebe Russlandversteher.

Goodnight März 3, 2014 um 05:37

@Soldat

Noch einmal:
Hier hat sich ein Land sich Teile eines anderen Landes angeeignet, indem es bewaffnete Truppen in dieses Land sendete, d.h. de facto besetzte. Und nur weil das besetzte Land keinen Widerstand geleistet hat, so bedeutet dies nicht, dass es nicht besetzt wurde und dass Russland nicht internationales Völkerrecht, internationale Verträge, internationale Absprachen etc. gebrochen hat.

Russland hat sich das Recht herausgenommen, kein einziges Recht auf dieser Welt zu respektieren. Es nimmt für sich in Anspruch überall wo es hinwill einfach einem vermummten, nicht bezeichneten und schwer bewaffneten Elite-Soldaten hinzustellen. Vor jede Haustür…wenn es will.

Das ist die Message. Und jeder moderne Mensch, der gelernt hat, welche Bedeutung Recht bzw. Verträge bzw. grundsätzlich eine funktionale Differenzierung für eine moderne Welt hat, der versteht dies genau so: Ein klarer Angriff auf die Moderne.

Nur wer in Kategorie der Vor-Moderne, d.h. Hierarchie, denkt, der sieht vielleicht absolute Macht und Kraft und Herrlichkeit.

Der eigentliche Witz ist, dass Leute wie Putin vergessen, das auch die Moderne Welt Waffen bauen und sie einsetzen kann. Das hat sie schon vor langer Zeit bewiesen. Was also meint er nun erreichen zu wollen? Das wir nachgeben? Das wir Angst haben vor seinen Waffen.
Dumm. Er sollte nicht Angst in uns wecken. Denn wenn wir dieser folgen, dann wird sich die westliche Welt nicht mehr Google sondern Waffen produzieren. Und diese Schlacht kann Russland nicht gewinnen, sie kann höchstens mit uns untergehen.
All das haben wir schon vor 30 Jahren beendet…dachten wir.
Dabei ist mir klar, dass es noch lange dauert bis auch der letzte Vor-Moderne dieser Welt in der Moderne ankommt. Nur von Moskau habe ich mehr erwartet. Wenn Moskau nicht aus dem kalten Krieg gelernt, was soll ich dann von dem Rest Osteuropas erwarten. Vielleicht sollte man den Vorhang wieder zuziehen.

“Gentlemen of the court, there are times when I’m ashamed to be a member of the human race and this is one such occasion.”
Dax (paths of glory)

f.luebberding f.luebberding März 3, 2014 um 07:39

someone

Man kann alles schreiben, muss es aber nicht. Beleidigungen sind kein Argument, wen auch immer man meint, beleidigen zu müssen.

Andreas Kreuz März 3, 2014 um 07:40

@Goodnight März 2, 2014 um 23:06

Weder Dein Grundsätzliches als auch das Drumherum deckt sich nicht mit dem,
was ich hier wahrnehmen kann.

Da bin ich ganz bei @Balken und @Schwejk.

Bogus März 3, 2014 um 07:57

Goodnight März 3, 2014 um 05:37

“Dumm. Er [Putin] sollte nicht Angst in uns wecken. Denn wenn wir dieser folgen, dann wird sich die westliche Welt nicht mehr Google sondern Waffen produzieren. ”

Oh je, Nachtwächter, da hättste dich mal besser schon etwas früher schlafen gelegt.

Aber interessant zu sehen, wie banales Lagerdenken auch diese Diskussion beherrscht. Der Augstein brachte das neulich schön zum Ausdruck, gegenüber dem Blome:
“Warum muss ich eigentlich hier diese komische realpolitische Position vertreten?”

Vielleicht, weil die Irakbomer und Afghanistaneinmarschierer über Nacht zu Friedensengeln mutiert sind? Schwerter zu Suchseiten? Weil Leute wie unser Nachtwächter die letzen 25 Jahre geostrategischer Entwicklungen verpennt zu haben scheinen?

Auf der anderen Seite wird die teilweise Besetzung eines Landes durch russische Militärs als “aüßerst smart” gewürdigt. Sind denn alle verrückt geworden?

Bogus März 3, 2014 um 08:00

äußerst, sorry Schwejk

keiner März 3, 2014 um 08:52

Schreibt Steinmeier schon die Tischvorlagen für MünchenII?

Von woher wohl der nächste Hilfeschrei eines Brudervolks kommt? Oder wird Gleiwitz-Bergkarabach als nächstes von Tartaren gestürmt? Fragen über Frage….

Sven März 3, 2014 um 08:52

Nachdem sich hier größtenteils gegenseitig die interessengeleitete Doppelmoral der einzelnen Konfliktparteien vorgeworfen wird: Was tun?
Ich unterstelle mal, das die amtierende ukrainische Führung eine unabhängige Ukraine in den aktuellen Grenzen erhalten will. Das geht nur unter Gesichswahrung für einen treibenden aber auch getriebenen Putin bzw. der russischen Führung.

Ich hätte 2 Vorschläge: 1. Vertrauensbildende Maßnahmen. Putin müsste sein Gesicht wahren können, wenn die Ukraine russische Bedenken eine gewisse Logik zugesteht, sich russisches Militär verbittet, aber x russische Polizisten für gemeinsame Streifen einlädt. Es wäre kein Militär, Putin könnte Aktionen vorweisen, beide Seiten sich gegenseitig kontrollieren.
2. Vermittler ohne regionale Interessen in der Ukraine. Also keiner aus einem NATO-Land oder mit offensichtlicher amerikanischer Fernsteuerung. Idealerweise China, aber da haben die Russen sicher in Fernost Magenschmerzen. Aber was wäre mit Indonesien? Gemäßigter islamischer Staat, keine eigenen Interessen inder Region selbst um 10 Ecken herbeihalluzinierbar.

gelegentlich März 3, 2014 um 09:09

@Sven
Gute Idee!
@Goodnight
Spontan dachte ich: aha, das von Rumsfeld verspottete alte Europa. Aber warum dieses extrem einseitige Lagerdenken? Seher irritierend. Die Situation in Kiew ist doch eben auch Resultat massiver externer Eingriffe.
@Bogus: den Begriff „smart“ habe ich in diesem Kontext eher als Vergleich empfunden, in Relation zu dem, was der Westen im Irak und in Syrien tut.

niemand März 3, 2014 um 09:10

>”Russland hat sich das Recht herausgenommen, kein einziges Recht auf dieser Welt zu respektieren. Es nimmt für sich in Anspruch überall wo es hinwill einfach einem vermummten, nicht bezeichneten und schwer bewaffneten Elite-Soldaten hinzustellen. Vor jede Haustür…wenn es will.”

Deine Augen sind ja ganz rot. Darf ich dir ein Tempo reichen, oder muß es ein Kleenex sein?

Du & der Iwan, der Iwan & du.

>”Nur wer in Kategorie der Vor-Moderne, d.h. Hierarchie, denkt, der sieht vielleicht absolute Macht und Kraft und Herrlichkeit.”

Oder doch Satire?

Vereinigte Papierwerke Nürnberg 1929. Tempo, und der Krieg kann kommen.

Bladnoch1971 März 3, 2014 um 09:13

@Lübberding
Geschichtslosigkeit beim eigenen Blatt?
http://www.faz.net/aktuell/politik/der-kreml-und-der-westen-putins-wahres-gesicht-12828491.html
Warum keine Kritik von Ihnen?

keiner März 3, 2014 um 09:14
Andreas Kreuz März 3, 2014 um 09:18

@Sven März 3, 2014 um 08:52

Schöner Vorschlag.
Aber wie soll man Millionen Menschen über den Tisch ziehen,
wenn Du ihnen die Tischkante so deutlich zeigst?

f.luebberding f.luebberding März 3, 2014 um 09:40

Bladnoch1971

Es wäre nun völlig absurd anzunehmen, in der FAZ müssten alle einer Meinung sein. Aber Kohler ist gar nicht so weit von meiner Sichtweise weg. Er geht nämlich auch nicht davon aus, dass der Putinismus in Russland ernsthaft vor dem Kollaps stünde. Der Westen, so Kohler, hat sich also dazu zu verhalten – und sieht recht wenig Handlungsmöglichkeiten.

niemand März 3, 2014 um 10:09

>”Putinismus — Kollaps”

Wie kommt man überhaupt auf so eine Idee?

keiner März 3, 2014 um 10:20

…wishful thinking

karla März 3, 2014 um 10:30

f.luebberding März 3, 2014 um 09:40

…” Aber Kohler ist gar nicht so weit von meiner Sichtweise weg. Er geht nämlich auch nicht davon aus, dass der Putinismus in Russland ernsthaft vor dem Kollaps stünde. Der Westen, so Kohler, hat sich also dazu zu verhalten – und sieht recht wenig Handlungsmöglichkeiten.”

Der Versuch des Westens die Ukraine aus der Anbindung an Rußland herauszulösen und der EU sowie der Nato einzugliedern sind seit Jahren reale Handlungen.
Der Zerfall der UdSSR und ihre völkischen Hinterlassenschaften (Russen zuhauf in allen ehemaligen Repupliken, die Krim ist nur ein kleiner Ausschnitt davon) interessiert den Westen wenig wenn es um die Durchsetzung ihrer Interessen geht.
Warum wird hier im Forum der Kompromißvorschlag für vorgezogene Wahlen nicht mal mehr der Rede wert gehalten. An Rußland ist das nicht gescheitert. Die demokratische Opposition in Kiew hat es platzen lassen.
Statt des Spatzen in der Hand wollte man die Taube auf dem Dach. Jetzt hat man einen Falken im Hühnerhof.

Bladnoch1971 März 3, 2014 um 10:35

@Lübberding
Kohler ist definitiv Realist. Allerdings frage ich mich was er mit seinen Aussage ….solange die Flagge des Putinismus über dem Kreml weht…. bezwecken will. Hoffen auf bessere Zeiten nach Putin oder nicht doch eine stärkere Positionierung gegenüber Russland. Das hätte natürlich genau die Konsequenzen die Sie schon einmal beschrieben haben: Neuaufstellung von Panzerdivisionen und Verringerung der russischen Gas- und Erölimporte. Das erstere will mit Sicherheit keiner und das zweitere wird wohl auf absehbare Zeit nicht möglich sein.
Ich habe aber die Befürchtung das mit derartigen Kommentaren wie auch mit dem (nicht so realistischen) in der SZ,
http://www.sueddeutsche.de/politik/russland-und-die-ukraine-der-westen-muss-putin-grenzen-setzen-1.1902404
schon mal die geistig-moralische Wende für eine härtere Positionierung gegenüber Russland vorbereitet werden soll.
Die Dynamik gefällt mir nicht.

P.S. Meines Wissens gelang es von Manstein Sewastopol im Juni oder Juli 1942 einzunehmen. Hat zwar deutlich länger gedauert als geplant, aber unter Zähne ausbeißen verstehe ich was anderes. Würde eher sagen, sie saßen hinterher halt etwas locker.

Doktor D März 3, 2014 um 10:42

Was Putin sicherlich schon mal erreicht hat: Alle Staaten an der EU-Peripherie wissen jetzt, dass man sich das Verhandeln mit der EU lieber sparen sollte. Erst manövrieren sie einen in die Merde und dann lassen sie einen drinnen sitzen.
Aber vielleicht hat die Ukraine ja Glück: Wenn ich Herrn Junker und den ukrainischen Botschafter heute morgen richtig verstanden habe, übernehmen jetzt die Erwachsenen.

keiner März 3, 2014 um 10:55

Neuaufstellung von Panzerdivisionen und Verringerung der russischen Gas- und Erölimporte. Das erstere will mit Sicherheit keiner und das zweitere wird wohl auf absehbare Zeit nicht möglich sein.

Darum: MünchenII

Frag mal Polen, was sie von Hilfeversprechen von westlichen Aliierten halten, die im Zweifelsfall keinen Pfifferling wert sind. Genau darein hat sich die Ukraine manövriert. Wenn er übermütig wird, rührt der Zar das Baltikum auf, Euro, EU Nato in heller Aufregung, aber keiner wird einen Finger krumm machen…

München III…

Natalius März 3, 2014 um 11:04

Hier eine ganz interessante “Nebenperspektive” zum Thema. Jetzt bräuchte man einen Rhetorikexperten….
http://www.rationalgalerie.de/home/die-ard-faelscht-den-trend.html_1393820416

gelegentlich März 3, 2014 um 11:32

@Natalius
Herzlichen Dank für diesen Link! Manchmal verstehe ich solche Leute aber wirklich nicht. Damit das für das Internet produktiv wird wäre doch das Mindeste, in solch einen Artikel Links einzubauen, hier z.B.
- zu dem Brief von Hubert Burda
- zu einer schriftlichen Fassung der Position von Willy Wimmer (und in diesem Kontext passenderweise noch zu jenem Brief damals an Schröder über die Positionen der USA vor dem Kosovo-Konflikt!)
Ok, suchen kann ich selber. Aber so kommt man nicht beim Aufbau von Gegeninformationen voran.

robert j. pearson März 3, 2014 um 11:56

und hier noch einmal eine zusammenfassung der lage von kai ehlers:
http://kai-ehlers.de/texte/artikel-zur-lage/2014-03-02-russisch-ukrainische-optionen

Carlos Manoso März 3, 2014 um 12:14

@F.LUEBBERDING on 1. MÄRZ 2014
„Außenpolitische Wirrköpfe wie die Herzingers (und ihrer naiven Fellow Traveller in der Politik, vor allem bei den unsäglichen Grünen) sind anders als mit Geschichtslosigkeit nicht zu erklären. „

Luebberding, der von der NATO inszenierte Staatsstreich in der Ukraine im Februar 2014 hat die Hirndeckel der deutschen Medienhuren (u.a FAZ und Süddeutsche) endlich aufgeklappt. Tief versteckt unter ihren Schädeldecken wird jetzt etwas sehr Hohles sichtbar.

Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin ist dabei, „den Westen“ sehr klug mit dessen eigenen Waffen zu schlagen !

Das Führungsland der NATO, die USA (mit aktuell über 40 Millionen Menschen, die Lebensmittelkarten beziehen), hat in Irak, Afghanistan, Lybien und Syrien sein wahres Gesicht enthüllt und hat jetzt in der Ukraine die ROTE LINIE überschritten ! Im nächsten Schritt wird die Bevölkerung der Krim mit einer VOLKSABSTIMMUNG über ihre eigene Zukunft entscheiden.

Für jeden US-Amerikaner immer sichtbarer hat der Zentralstaat der USA mit seinen über 16.000 USD Staatsschulden 2014 keine nachhaltige Zukunft mehr. Logischerweise wird der Druck auf die 52 Einzelstaaten der USA zunehmen, sich durch Abspaltung vom Zentralstaat USA per VOLKSABSTIMMUNG zu befreien !

Carlos Manoso März 3, 2014 um 12:31

@Bladnoch1971 März 3, 2014 um 10:35
Ich habe aber die Befürchtung das mit derartigen Kommentaren wie auch mit dem (nicht so realistischen) in der SZ,
http://www.sueddeutsche.de/politik/russland-und-die-ukraine-der-westen-muss-putin-grenzen-setzen-1.1902404
schon mal die geistig-moralische Wende für eine härtere Positionierung gegenüber Russland vorbereitet werden soll.
Die Dynamik gefällt mir nicht.
P.S. Meines Wissens gelang es von Manstein Sewastopol im Juni oder Juli 1942 einzunehmen. Hat zwar deutlich länger gedauert als geplant, aber unter Zähne ausbeißen verstehe ich was anderes. Würde eher sagen, sie saßen hinterher halt etwas locker.“

Bladnoch1971, der Fall der Festung Sewastopol, der damals am stärksten befestigten Festung der UdSSR, war nur der Auftakt zur totalen Niederlage der Nazis in der clausewitzschen Entscheidungsschlacht des Weltkrieges in Stalingrad, nur wenige Monate später Anfang 1943.

egal März 3, 2014 um 12:35

@WK I
Vor der Julikrise gab es die sehr ähnliche Krimkrise. Das Gleichgewicht der Mächte war nicht durch den Aufstieg einer Großmacht (Deutschland) gestört, sondern durch den Abstieg einer anderen (Osmanisches Reich). Ideologisch gab es Überzeugungen, die prinzipiell noch viel aggressiver waren als der Nationalismus 1914: Rußland wollte die Slawen von der Fremdherschaft befreien, der fortschrittlichere Teil Europas den russischen Bauern von der Selbstherschaft. Imane riefen den Dschihad und Orthodoxe Geistliche den Heiligen Krieg aus. Der Anlass war noch bescheuerter als Sarajewo. Es ging um einen Turm an der Grabeskirche in Jerusalem. Die professionelle Diplomatie konnte sich gegen die Scharfmacher nicht durchsetzen.

Bündnisverpflichtungen wurden eingefordert. Eigentlich hätte der erste Weltkrieg schon in den 1850ern ausbrechen können. Aber: nach anfänglichem Zögern entschieden sich wichtige Akteure im Bund, in Preußen und in Österreich gegen einen Krieg im Westen. Rußland war enttäuscht, der Krieg fand aber nicht in Mitteleuropa statt.

Die Staaten, die den Krimkrieg führen wollten, führten ihn. Die Staaten, die keinen Krieg wollten, führten keinen Krieg. 1914 gab es andere Kalküle, die Akteure hätten aber einen vergleichbaren Spielraum gehabt.

egal März 3, 2014 um 12:51

Daniel Brösler, der in der SZ fordert, der Westen müsse Putin Grenzen setzen, schrieb vor zwei Wochen: “Von Seiten der Europäischen Union ist zuletzt immer wieder vornehm bekräftigt worden, sie sehe sich nicht in einem geopolitischen Wettstreit mit Russland. Ebenso gut könnte sie Zweifel anmelden, dass es nächsten Winter wieder kalt wird.”

http://www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnewstt_news=42683&tx_ttnewscat=25&cHash=b392135374

Vermutlich auch einer von den Journalisten der Süddeutschen, die die NATO embedded hat. Wirtschaftssanktionen gegen Rußland! Wo Wirtschaftssanktionen die letzten 25 Jahre immer dazu dienten, einen Krieg vorzubereiten.

ruby März 3, 2014 um 12:54

@ karla

Teltschick und Stützle (heute im dRadio zuhören) kommen unter dem geöffneten Hirndeckel zum Vorschein.
Wahlen und Volksabstimmungen, die friedliche Disintegration strukturieren schnellstmöglich .

Wolfgang Leonhardt ist Wahlbeobachterexperte für Ukraine …

http://www.youtube.com/watch?v=ggP5YDziMSY

“…Now that I know that I’m breaking to pieces
I’ll pull out my heart
And I’ll feed it to anyone
Crying for sympathy
Crocodiles cry for the love of the crowd
And the three cheers from everyone
Dropping through sky
Through the glass of the roof
Through the roof of your mouth
Through the mouth of your eye
Through the eye of the needle
It’s easier for me to get closer to heaven
Than ever feel whole again…”

keiner März 3, 2014 um 12:57

Wer hat denn während der Putin-Spiele die Ukraine-Krise geschürt, in der Hoffnung, die Russen müssen stillhalten? Und sich dabei um ein paar Tage verzockt? Wer will denn die Europäer ein ums andere Mal in irgendwelche Militärabenteuer locken? Die transatlantischen “Bündnispartner”…

Barroso droht mit ernsten Konsequenzen, ich kann Putin bis hierher lachen hören. “Wieviele Legionen hat Barroso”?

kurms März 3, 2014 um 12:58

Carlos Manoso: “Im nächsten Schritt wird die Bevölkerung der Krim mit einer VOLKSABSTIMMUNG über ihre eigene Zukunft entscheiden. ”

Angenommem das besetzte Volk spricht sich für die Besatzung aus. Wie werden die Gegner der Besatzung das wohl darstellen?

keiner März 3, 2014 um 13:00

Gäg am Rande:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/dmitrij-medwedjew-saebelrasseln-auf-facebook-12829281.html

…der Beitrag hiess bis vor 5 Minuten:

“Medwedjew: Krieg schüren auf Facebook”

f.luebberding f.luebberding März 3, 2014 um 13:09

keiner

Jeder ist lernfähig.

ruby März 3, 2014 um 13:30

Zeit den hohlen aufgblähten Apparat der Madame Ashton und eine verfehlte Abhängigkeitspolitik der EU zu zerschlagen.
Einsparpotenziale und Subsidiarität statt Kasperletheater von Möchtegernmilitaristen der NATO.
World Economic Forum und Münchener Konferenz sind völlig im Nirvana ihrer Finanzinteressen gescheitert. Abwicklung ist gefordert. Die Kosten werden zu Wertberichtigungen, Abschreibungen der gefühlten Überlegenheit führen.
Nüchterne Realpolitiken sind kurzfristig zu kommunzieren.
Heute ist Pappnasentag !

keiner März 3, 2014 um 13:31

Aus welcher Ecke werden denn solche Umtitelungswünsche an Autoren herangetragen?

Bladnoch1971 März 3, 2014 um 13:40

Seufz, ich werde es einfach nie verstehen, warum solche Leute wie @Carlos Manoso immer Stalingrad als die Entscheidungsschlacht ansehen müssen an der sich der ganze WK II entschieden hat.
Diese mörderischen Kämpfe stellen mit Sicherheit eine große Wendemarke dar, aber doch nicht die alleinige Entscheidung. Wenn man sieht was 1943 und 1944 an der Ostfront los war (Charkow, Kursk, die goßen sowjetischen Gegenoffensiven ab August 1943), mit diesen enormen Verlusten an Truppen auf beiden Seiten die ein x-faches von Stalingrad ausmachten, dann begann eigentlich da die Vernichtung des Naziregimes und nicht mit der einen Schlacht bei Stalingrad. Der Krieg war schon vor Stalingrad nicht mehr gewinnbar (Welch ein Glück aber auch!) und selbst wenn in Stalingrad die Wehrmacht den Sieg davon getragen hätte dies m.E. die ganze Scheiße nur verlängert. Sollte Stalin nach einer derartigen Niederlage wirklich verhandlungsbereit gewesen sein, wäre dies an dem Irrsinn unseres Gröfaz gescheitert, der ja bekanntlich das Sowjetsystem komplett vernichten und die Lebensraumwichsereien seiner Ideologie verwirklichen wollte.

niemand März 3, 2014 um 13:57

>”Jeder ist lernfähig.”

Was der FAZ-Nachwuchsreporter da als “ausgeplaudert” verschlagwortet, hätte er besser als Warnung verstanden.

Aber so verlockende Gelegenheiten, sich mit voller Rückendeckung erhaben zu fühlen, sind wohl rar.

NKB März 3, 2014 um 14:24

Ich finde es interessant, dass hier zwar einige Kommentatoren vom imperialen Zug Pution gesprochen haben, aber das Wort von den Sicherheitsinteressen Russlands nicht gefallen ist.
Sieht man sich das Szenario jedoch einmal unter dem Aspekt der Sicherheit von Russland an, so ist klar, dass wenn die Ukraine an die NATO fällt (und darum geht es ja eigentlich), sich Russlands Sicherheit etwas anders anfühlt. In dieser Hinsicht ist in den letzten Jahren sehr viel gegen Russland gelaufen (siehe NATO-Osterweiterung; Raketenschild etc.). Man kann nicht eine einseitige Sicherheitskultur etablieren und annehmen, dass die in diese nicht integrierten Länder, die neuen Realitäten auch prima finden. Absurd so etwas.
Leider ist der Westen kein verlässlicher Partner mehr für die Russen; zu viele Vereinbarungen wurden in den letzten Jahren nicht gehalten – die letzte erst vorige Woche. Und so haben die Russen halt so reagiert, wie eine noch relative Großmacht reagiert, wenn sie ihre Sicherheitsinteressen bedroht fühlt: geradlinig und sich natürlich nicht um so etwas wie Völkerrecht etc. scherend. Das ist Geopolitik, leider, denn die ist oft genug zynisch.

Dass die deutschen Medien dies nicht begreifen, wundert mich nicht; Macht- und Geopolitik sind für die meisten Journalisten Fremdwörter; sie sind eher moralisch aufgerüstet. Damit versteht man natürlich nichts sondern schürt nur Ressentiments.
Die Deutschen müssten erst einmal verstehen, dass eine gemeinsame Sicherheitskultur in ganz Europa im europäischen Interesse liegt und dass dies nicht unbedingt kongruent zu den Sicherheitsauffassungen der gesamten NATO (siehe Amerika) ist. Gelingt es Europa, sich mit Russland zu verständigen, dann ist die Ukraine und Georgien kein Thema mehr. So könnte eine Befriedung aber auch eine Emanzipation von ganz Europa aussehen. Dazu bräuchte Europa jedoch Staatsmänner vom Schlage eines Bismarks und die Deutschen mehr Scholl-Latours, Schmidts und vielleicht sogar Kohls, um europäisch handeln zu lernen.

Doktor D März 3, 2014 um 14:33

@NKB:
Soldat Schweijk hat hier einige kluge und informierte Dinge zu Russlands berechtigten Sicherheitsinteressen geschrieben. EInfach mal scrollen.

Balken März 3, 2014 um 14:42

Danke, @ karla, @ Doktor D.

Was mich an der hiesigen “Nachrichenlage” und an den Einlassungen eines Kerry und westeuropäischen Gefolges so ärgert, ist, dass man von denen offenbar für vollständig blöd gehalten wird.
Natürlich dürfen die der Meinung sein, dass ihre, also “unsere” Völkerrechtsverletzungen der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit richtig und notwendig waren, die momentane Völkerrechtsverletzung, die angeblich gerade Russland auf der Krim begeht, aber ganz schlecht, weil eben nicht “unsere” Völkerrechtsverletzung, also nicht im Interesse der westlichen Führungsmacht. Das zu sagen bliebe dem Herrn Kerry und der geballten Journaille ja unbekommen. Nur: Dann sollen sie das auch so sagen!
Aber einfach sich bloß hinzustellen wie unsere treuherzige Merkel : “Das ist eine Völkerrechtsverletzung und nicht hinnehmbar”, verhöhnt meinen Verstand,von dem ich noch einen Rest meine behalten zu haben. Oder- ich habe die Äußerungen der Dame jetzt nicht wörtlich im Kopf – hat sie vielleicht gesagt, oder jedenfalls gemeint: Diese Völkerrechtsverletzung ist nicht hinnehmbar (unsere schon)? Das würde ja denn passen.
Und wer mich jetzt fragt, welche “unsere” Völkerrechtsverletzungen ich jetzt meine, der darf sich wirklich so blöd schätzen, wie unsere Politiker und unsere Presse ihn einschätzen.
Völkerrecht als Argument ist angesichts der Handlungen des Westens – lächerlich. Leider, übrigens. Aber es ist halt so. Man muss jetzt schon noch sagen, warum wer nach “unserer” Meinung wo völkerrechtswidrigen Einfluss nehmen darf, und wer wo warum nicht.

gelegentlich März 3, 2014 um 14:51

@Balken

Das war doch wohl schon immer so. Mit Völkerrecht und Menschenrechten kann man dann politisch argumentieren, wenn man sich vorher gemeinsam darauf geeinigt hat, dass sie allseitig und umfassend überall gelten müssen. Hat man aber nicht.

Das Medienecho entsetzt mich auch. Schade, @Natalius, wenn dann ähnlich Gestimmte so geizig mit Links sind.

Schatten März 3, 2014 um 15:03

Schade, dass die Finanzsituation der Ukraine so komplett aus den Medien verschwunden ist – man hofft wohl, Putin marschiert wirklich ein, damit man diese Sorge los ist.

Wird er natürlich nicht machen!

Zu Kerry: Ich glaube, der meint das wirklich! Also, dass Putin unter einem fadenscheinigen Vorwand Soldaten auf die Krim geschickt hat, was ganz im Gegensatz zum amerikanischen Verhalten im Irak oder sonstwo (die Liste ist ja lang) steht.

Weil, die Amis sind ja die Guten, die dürfen das, weil Gott und die Zukunft auf ihrer Seite sind.

So rauscht es durch die Illuminaten-Birne…

BTW Öl und Gas steigen jetzt natürlich im Preis, stärker als Gold, das Russland natürlich auch hat.

chabis März 3, 2014 um 15:08

Politisch bedächtigere und nicht polarisierende Stimmen kommen derzeit noch aus der Schweiz
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Guldimann-bringt-Schweizer-UkrainePlan-voran/story/24073758

Carlos Manoso März 3, 2014 um 15:32

@Bladnoch1971 März 3, 2014 um 13:40
„Seufz, ich werde es einfach nie verstehen, warum solche Leute wie @Carlos Manoso immer Stalingrad als die Entscheidungsschlacht ansehen müssen an der sich der ganze WK II entschieden hat.
Diese mörderischen Kämpfe stellen mit Sicherheit eine große Wendemarke dar, aber doch nicht die alleinige Entscheidung. „

Bladnoch1971, seufz, seufz, Stalingrad „entschied“ nicht den „ganzen WK II“, sondern markierte den Kulminationspunkt in einer Kette von Ereignissen. Nach Clausewitz Buch “Vom Kriege” kann der Verteidiger ab dem Kulminationspunkt in die Offensive übergehen, um den Krieg siegreich zu beenden.

Nazi-Deutschland hatte bereits direkt nach dem Angriff den Krieg gegen die UdSSR als “Weltanschauungs” und “Vernichtungskrieg” definiert, sodaß spätestens zum Kulminationspunkt Stalingrad die Eskalation zum “totalen Krieg” zwingend praktiziert werden mußte, weshalb “WK 2″ ab Stalingrad nur noch mit der bedingungslosen Kapitulation” Deutschlands zu beenden war.

Bladnoch1971 März 3, 2014 um 16:03

@Carlos Manoso
Danke, aber ich weiß was ein Kulminationspunkt ist, musste leider auch den Clausewitz lesen. Ist immer wieder schön für was sein Buch alles so herhalten muss, dass meines Wissens erst seine Witwe irgendwann in den 1830er herausgegeben hat.
Und wenn wir schon beim Fachsimpeln sind, nicht wenige Militärhistoriker, darunter auch der wirklich lesenswerte David Glantz halten die Kesselschlacht von Smolensk für den Kulminationspunkt.
Das alles wird allerdings die momentane Krise in der Ukraine nicht wirklich lösen und außerdem was sollte den z.B. ein von der Zentralregierung abgespaltenes Idaho alleine in Welt?

"ruby" März 3, 2014 um 16:31

http://derstandard.at/1392686840484/Lehrstueck-der-Realpolitik
Hat jemand aus dem Zeit live-ticker empfohlen.
Die Finanzierung der Ukraine wird auch Putin bei steigenden Preisen garantiert in die Verhandlungen einbringen.
Wer von den Europäern dann “hier” schreit wird sich zeigen.
Merkel hat bei Kohl gelernt und hat im Zweifel ja immer den Bürger versteckt lohnen lassen.
Die Kreativität der Vermögensschützer wird kommen und Sozialdemokraten stimmen schon den Begleitchorgesang ein oder?
Friede, Frieden Eierkuchen – wir sind die stützenden Heilsbringer.
Bis zu den Europawahlen wird Russland noch schön Schlittenfahren – Sotchi lässt grüßen.
;-)
Wer rechnet die Energiewende neu und aktuell im langfristigen Wirtschaftlichkeitsvergleich und schreit dann am lautesten nach Öl, Gas, Kohle und Kernkraft statt sich auf lokale erneuerbare Energien zu konzentrieren?

Andreas Kreuz März 3, 2014 um 17:05

@Bladnoch1971 März 3, 2014 um 16:03

In Ergänzung der militärhistorischen Studien empfehle ich wärmstens:

http://www.amazon.de/Befreiung-6-DVDs-Fritz-Diez/dp/B0041GKEG4/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1393862595&sr=8-1&keywords=befreiung+dvd

ruby März 3, 2014 um 17:17

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/03/03/dlf_20140303_1705_1185658f.mp3
zur Finanzierung der Ukraine
und Pressekonferenz der Bundesregierung:

“Drittens. Für Deutschland und seine Partner ist es jetzt darüber hinaus außerordentlich wichtig, der Ukraine dabei zu helfen, ihre unmittelbaren praktischen und finanziellen Probleme zu überwinden. Auch darüber hat die Bundeskanzlerin ausführlich mit Ministerpräsident Jazenjuk gesprochen. Finanzminister Schäuble und seine G7-Kollegen haben dazu ebenfalls eine Erklärung abgegeben. Die Ukraine steht jetzt vor der großen Chance marktorientierter Reformen, die das wirtschaftliche Potenzial des Landes freisetzen und gerechter verteilten Wohlstand schaffen können. Der Partner, der die Ukraine auf diesem Weg am besten begleitet, ist der IWF mit seinen langjährigen internationalen Erfahrungen auf diesem Gebiet. Eine Zusammenarbeit mit dem IWF wird auch weitere Unterstützung ? etwa durch die Weltbank, andere Finanzinstitutionen und auch durch die EU ? ermöglichen. Konkret wird es noch im März um die Begleichung einer Rechnung der Ukraine gegenüber Gazprom gehen. Dabei sind Hilfen durch den IWF und die EU möglich. Erste Gespräche mit der ukrainischen Regierung werden dazu schon in dieser Woche stattfinden. Noch einmal: Deutschland und seine Partner stehen bereit, um der Ukraine auf diesem Reformweg zu helfen, der schwierig werden wird, der aber auch große Chancen für das Land eröffnet.”

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2014/03/2014-03-03-seibert-ukraine.html;jsessionid=33823962506B10BBFCF445863CE690DC.s3t1

Deutschland und seine Partner stehen bereit die Oligarchen weiter zu füttern.

petervonkloss März 3, 2014 um 17:22

f.luebberding März 2, 2014 um 19:15
„Ich fürchte, Goodnight irrt.“

Sehr geehrter, ihr Essay bezüglich der Geschichtslosigkeit der Deutschen und der Herzingers und insbesondere
der antideutschen Grünen, hat mir sehr gefallen.

Die jetzigen Grünen/Piraten entstammen allesamt einer durch und durch verweichlichten Wohlstandsgeneration,
die das äußerst Fragile geschichtlicher Abläufe überhaupt nicht versteht. Die auch gar keine Lust verspürt, sich
in komplizierte geschichliche, philosophische und politische Sachverhalte auch nur annähernd einzuarbeiten.

Der Grundstock hierzu ist allerdings durch die 68iger Linken an den Unis gelegt worden, wonach alles mit einfachen Parametern erklärt werden könnte. (mit äußerst komplizierten Sprachspielen) Auch glaubt sie an die Maßlosigkeit des Machbaren, denen keine Grenzen mehr gesetzt sind.
Das ist dann der überstrapazierte Begriff des Modernen (@Goodnight), der wie eine Monstranzvokabel im seriellen eines Rosenkranz so vielfach benannt wird, so daß man bemüht scheint, den Priester oder Analytiker zu bestellen.
(@Goodnight:…. „weil es in der Moderne keine wirklichen Gründe mehr für militärische Interventionen geben
kann.“).

.So wie bei den ungefähr 300 000 Lockenwickler-Orthodoxen, die neu-
lich in Israel für ihr Nichtstun in jeder Hinsicht mit Sozialhilfe demonstrierten. Bei dieser geballten Ansammlung von hochbekloppten
Männern, dachte ich spontan an die wilden Berggorillas, die so zärtlich und umsichtig auf eine Gruppe von Wissen-
schaftlern reagiert, wie ichs mir von Menschen auch umgekehrt wünschte. Meine Präferenz hinsichtlich der Höher-
wertigkeit ist zumindest ressentimentgeladen. (Warum suchen sie keine wirklich monastische Lebensform?).

Ich bin mir sicher, die „Menschheit“ ist schwer krank.

Die deutsche Besiegtengeistigkeit ist durchdrungen und bestimmt, bis in die Bereiche der Politik, was Nietzsche
lächelnd und mit unendlicher Ironie als Marasmus Femininus des Letzten Menschen bezeichnet hat; den Erfindern des Glücks und der Gleichheit.

petervonkloss März 3, 2014 um 17:35

Und die Stone-Ager so runterzumachen ist unfair.

wowy März 3, 2014 um 17:40
Carlos Manoso März 3, 2014 um 17:45

@”ruby” März 3, 2014 um 16:31
Wer rechnet die Energiewende neu und aktuell im langfristigen Wirtschaftlichkeitsvergleich und schreit dann am lautesten nach Öl, Gas, Kohle und Kernkraft statt sich auf lokale erneuerbare Energien zu konzentrieren?

„ruby“, für eine „Energiewende“ in Deutschland ist es meines Erachtens bereits zu spät. Das „System des Weltkapitals“ ist m.E. überhaupt nicht mehr in der Verfassung, die erforderlichen

Bogus März 3, 2014 um 17:53

Ups – hat ihn jetzt der Verfassungsschutz einkassiert?

g.w. März 3, 2014 um 18:13

LaRouche am 5.Feb:
Wir sind am 1.März an der Schwelle zum 3.WK durch Provokation Russlands

https://www.youtube.com/watch?v=dexmAVA2bS4
(Dauer 4Min)

Bogus März 3, 2014 um 18:42

Vielleicht ist er aber auch nur über einen seiner – dem Marx’schen Kapital entliehenen – Textbausteine gestolpert. “Abstrakte Arbeit” oder so. Ein paar blaue Flecken und morgen erklärt er uns wieder die Welt…

Bladnoch1971 März 3, 2014 um 18:46

@ Andreas Kreuz,

danke. Die Serie war allerdings schon mal Gegenstand einer Vortragsreihe die der Freundeskreis der Historischen Fakultät der LMU München organisiert hat mit ein bißchen Begleitung von einem russischen Militärhistoriker. War interessant mal die Dinge aus der Perspektive der Sovjets zu sehen.
Eine Kollege hat mir erzählt, dass der zu seinen Schulzeiten in der DDR ein absolutes Muss war…….

Morph März 3, 2014 um 18:51

Tja, historische Bildung, persönliche Kenntnisse, alles gut und schön. – Wenn einer, der aus dem persönlichen Erleben heraus urteilen kann und den ich für zurechnungsfähiger und klüger als mich selbst halte, nämlich @Schwejk, nichts Klügeres einfällt als dass die Frau Timoschenko doch die beste Option für die Ukraine wäre, dann ziehe ich den Schluss: Abwarten. Offenbar ist die Lage so, dass man keine klurgen Urteile mitteilen kann.

So aus dem Elfenbeinturm geurteilt, würde ich sagen, dass da den westlichen Playern offenbar die Mittel einer verlässlichen Risikoanalyse fehlen, und dass deshalb alle auf der semantischen Gleitschiene “Gefahr!” kommunizieren.

Daher: Könnte gut sein, dass das alles komplett substanzlos ist, wie damals bei diesem Vulkan Eierfeierjökull, oder wie der hieß…

Bladnoch1971 März 3, 2014 um 18:56

@Morph
Deine Worte in Gottes Ohr! Wäre sicherlich am Besten für alle, wenn es sich in der Nachschau, als viel Lärm um Nichts entpuppen würde.

@Goodnight
Du weißt doch sicher ein passendes Filmzitat zu Morphs Ausführungen!

Andreas Kreuz März 3, 2014 um 19:00

@Morph März 3, 2014 um 18:51

Aber es muss doch rauszukriegen sein,
wer unter dem neuen Eierfeierjökull sein Süppchen kocht?

Schrödingers Katze wird’s ja wohl nicht sein?

Carlos Manoso März 3, 2014 um 19:14

@Bogus März 3, 2014 um 17:53
„Ups – hat ihn jetzt der Verfassungsschutz einkassiert?“

Bogus, die Ukraine bekommt jetzt die historische Chance verpasst, eine perverse SONDERBEHANDLUNG a la „Troika „ zu bekommen und zum Minus-Griechenland des Ostens (ohne Sonne) zu werden.

Das BSP die Ukraine schrumpfte in den 1990er Jahren zweistellig. Das „System des Weltkapitals erlebte erstmals den sozialökonomischen Zusammenbruch eines kompletten zentrumsnahen Landes und -im Unterschied zu Rußland- inkl. massivem Deindustrialisierungsschub.

Das ukrainische Doppeldefizit (Leistungsbilanzdefizit von über 8% des Bruttosozialprodukts, Haushaltsdefizit von ca. 6,5% des Bruttosozialprodukts) konnte am Ende nur noch durch externe Finanzierunsquellen bewältigt werden, weshalb sich die Ukraine entweder für den Geldesel im Westen oder einen im Osten oder für beide Esel zugleich entscheiden muss.

Fakt ist aber, dass beide Geldesel den Crash nicht mehr sehr lange aufschieben können. Und letztendlich ist es nur ein einziger.

Goodnight März 3, 2014 um 19:16

@petervonkloss

Yep, ich bin ein totales Weichei. Ich habe Angst vor Gewalt. Sollte man haben, wenn man sie kennt.

Whatever:
Angriff auf die Moderne.
Nicht mehr und nicht weniger muss man zu Putins Aktion sagen.
Muss man nicht verstehen, könnte aber helfen.

“Y’know what I think? Don’t really matter what I think. Once that first bullet goes past your head, politics and all that shit just goes right out the window.
(Black Hawk Down)

Carlos Manoso März 3, 2014 um 19:23

@Goodnight März 3, 2014 um 19:16
„Yep, ich bin ein totales Weichei. …Angriff auf die Moderne.
Nicht mehr und nicht weniger muss man zu Putins Aktion sagen.
Muss man nicht verstehen, könnte aber helfen.“

Goodnight, checks doc h endlich: die Moderne ist an ihrem finalen Ende angelangt ! Auch ohne Mister Putin !

Carlos Manoso März 3, 2014 um 19:38

@Bogus März 3, 2014 um 18:42
„Vielleicht ist er aber auch nur über einen seiner – dem Marx’schen Kapital entliehenen – Textbausteine gestolpert. “Abstrakte Arbeit” oder so. Ein paar blaue Flecken und morgen erklärt er uns wieder die Welt…

Bogus, Tomasz Konicz machte das bereits heute:

„Bei einer – nicht gerade unwahrscheinlichen – Spaltung der Ukraine würde die EU eben diese westliche innere Peripherie der Ukraine ihrem Einflussbereich einverleiben können, dessen sozioökonomische Stabilisierung sicherlich nicht billig werden dürfte. Dies dürfte auch die Vehemenz erklären, mit der im Westen vor einer eventuellen Spaltung des zerrissenen Landes gewarnt wird. Das in der Westukraine dominante Streben nach europäischer Einbringung weist somit eine wirtschaftliche Dimension auf. Motiviert wird der Wunsch nach enger EU-Integration in diesen ökonomischen Zusammenbruchsregionen somit nicht nur durch den starken antirussischen Nationalismus, sondern auch durch die weitverbreitete Hoffnung, mittels Arbeitsmigration in die EU oder westeuropäischer Investitionen das eigene Elend lindern zu können.
Die verzweifelte wirtschaftliche Lage im Westen ließ auch optimale Rahmenbedingungen für das Erstarken des ukrainischen Rechtsextremismus aufkommen, der sich nun zu einer dominanten politischen Kraft in der Ukraine entwickelt.

Ein Mitglied der Nazipartei “Swoboda” wird ukrainischer Generalstaatsanwalt. Dmitri Jarosch, der Führer der Nazischlägerbande “Rechter Sektor”, soll stellvertretender Regierungschef werden, während die Leugnung von Naziverbrechen laut einer aktuellen Gesetzesinitiative künftig nicht mehr unter Strafe stehen soll.

Die vor Polizistenmord nicht zurückschreckenden rechten Schlägerbanden und Milizen, die derzeit die Straßen und Verwaltungseinrichtungen der Ukraine mitunter bewaffnet unsicher machen, fanden in den vielen arbeits- und perspektivlosen jungen Männern in dem verarmten Land ein weites Rekrutierungsfeld vor. Juden, Kommunisten und Russen werden von diesen fanatischen Nazis für die Auswirkungen der kapitalistischen Systemkrise verantwortlich macht, unter der diese periphere Region besonders schwer zu leiden hat.

Denn selbstverständlich spiegelt sich in der nun anbahnenden ukrainischen Tragödie die objektive Systemkrise des kapitalistischen Weltsystems, das aufgrund permanent voranschreitender Produktivitätssprünge an eine innere Schranke seiner Reproduktionsfähigkeit stößt und eine “überflüssige Menschheit” auf globaler Ebene produziert.
Die Deindustrialisierung der Ukraine, ihr permanent anwachsender Kreditbedarf, das Dahinsiechen der nicht konkurrenzfähigen ostukrainischen Restindustrie illustrieren diese eskalierenden kapitalistischen Widersprüche genauso, wie die nun das Land unsicher machenden Nazibanden, die – sollte die Ukraine nicht mehr ökonomisch stabilisiert werden können – eine ähnliche anomische Terrorherrschaft errichten dürften, wie sie etwa salafistische Milizen in Failed States wie Syrien, Libyen oder Irak praktizieren.

Die zunehmende Milizbildung in den russischsprachigen Teilen der Ostukraine spiegelt nicht nur rein optisch diese Barbarisierungstendenzen zur Etablierung offener Bandenherrschaft, sie wird auch durch die gleichen ökonomischen Krisenkräfte gefördert: Ökonomisch “überflüssige” junge Männer schließen sich in der West- wie der Ostukraine in lokalen Kampfverbänden zusammen, wie es ihre Altersgenossen in weiten Teilen des arabischen Raums, des subsaharischen Afrikas oder Mittelamerikas ebenfalls tun, um so eine wahre Plünderungswirtschaft zu betreiben, die sich in Ansätzen in der Ukraine bereitsabzeichnet.“

Morph März 3, 2014 um 19:44

@CM

“Goodnight, checks doc h endlich: die Moderne ist an ihrem finalen Ende angelangt !”

Gottchen, Sesselfurzers Apokalypse, schon recht! Wir Leute in charge, die für Sicherheit, Gesundheit und Bildung verantworlich sind, können uns halt so ein Altmännergeseier noch nicht leisten.

Siehst Du, das ist Moderne: Wir putzen Euch den Arsch, obwohl wir Euch verachten!

Natalius März 3, 2014 um 19:52

From “The True Voice of the World’s Clandestine Community” ;-)
Sachen gibts… http://www.veteranstoday.com/2014/03/03/the-ukrainian-uprising-and-neo-bolshevik-sex-orgy/

sogar mit ganz vielen links (!)

Soldat Schwejk März 3, 2014 um 20:12

@ Morph, März 3, 2014 um 18:51

Vielen Dank für die Blumen. Sowas les ich hier immer gern. Vielleicht sind keine klugen Urteile möglich, und man kann nur Dummheiten zu vermeiden versuchen.

@ Goodnight —> “Angriff auf die Moderne. Nicht mehr und nicht weniger muss man zu Putins Aktion sagen.”

“North Corea, South Corea, Marilyn Monroe”
(Billy Joel: “We Didn’t Start the Fire”)

enrico März 3, 2014 um 20:23

ich bin am Ende der 50er Jahre geboren. Bezüglich Russland bin ich während meiner (durch Schlendrian verlängerte) Schulzeit tatsächlich in Geschichts(-Kenntnis)losigkeit gehalten worden. Anscheinend ging das Herzinger ähnlich.

Goodnight März 3, 2014 um 20:35

@Soldat

Niemand hat jemals behauptet, dass die USA intelligenter oder netter oder rücksichtsvoller als Russland agiert. dass ist nicht die Frage, die hier wichtig ist. Der wichtige, wesentliche Unterschied und damit zu benenne Markierung bei diesem Konflikt ist:
Die USA hat niemals den Respekt vor der Moderne verloren, sie hat niemals die Welt herausgefordert. sie suchte sich immer kleine Stone Age Staaten als Opfer.
Russland hingegen hat hier die dünne rote Linie überschritten, sie attackiert hier nicht ein kleines Land sondern es ist eine machtdemonstration die sich gegen die moderne westliche Welt richtet.
Vielleicht bin ich auch nur der einzige im Westen, der Putins Nachricht richtig verstanden hat…

“War is young men dying and old men talking. You know this. Ignore the politics.”
Odysseus(Troja)

ruby März 3, 2014 um 20:45

@ Soldat Schwejk

zum Rosenmontag und für die Nomenklaturisten
http://www.youtube.com/watch?v=dkz_w1kLBYs
Prost!

enrico März 3, 2014 um 20:46

@?????????????

“War is young men dying and old men talking. You know this. Ignore the politics.”
Odysseus(Troja)

wie viele Menschen haben russische Soldaten diese Tage auf der Krim getötet? Wie viele Menschen sind in der Zwischenzeit durch westliche Gewalt getötet worden?

Nein, die russische Intervention auf der Krim war überraschend gewaltfrei!

kurms März 3, 2014 um 20:50

Goodnight: “…es ist eine machtdemonstration die sich gegen die moderne westliche Welt richtet.”

Zählt China eigentlich auch zur modernen westlichen Welt?

ruby März 3, 2014 um 21:14

Mutti Merkel,
Green RebeccaHarms
und
Lady Ashton
oder
Pussy Riots 3.0+1
werden mit Wladimir Wladimirowitsch Putin
ein Friedenssong auf der Krim einspielen :
http://www.youtube.com/watch?v=RkZC7sqImaM
;-)

enrico März 3, 2014 um 21:40

@Jetzgudnacht

Russland hingegen hat hier die dünne rote Linie überschritten, sie attackiert hier nicht ein kleines Land sondern es ist eine machtdemonstration die sich gegen die moderne westliche Welt richtet.

“moderne westliche Welt” …oha

Mindtrap März 4, 2014 um 15:10

Nur mal so gefragt: Bei der ganzen Five-Eyes-Rundumschlag-Abhörerei müssen sich doch Entwicklungen wie der Sturz von J. oder die Krim-Krise abgezeichnet haben. Lässt man Russland genussvoll vor die Wand laufen und Otto Normalukrainer hat als Mittel zum Zweck einfach nur Standortpech?

PS: Moderne heisst doch soviel wie Bruch mit den Traditionen. Also was das Recht des Stärkeren betrifft, sind wir schon noch sehr traditionell unterwegs.

Pipi Langstrumpf März 4, 2014 um 18:12

@goodnight

Colin Campbell, 1. Baron Clyde:

“There is no retreat from here, men!”
(“The Thin Red Line”).

Ossiblock März 8, 2014 um 10:11

Zur Überschrift – sollte es nicht besser:

“Die Gesichtslosigkeit der Deutschen”

heißen?

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