Vorstellungen über Russland. Ein Gastbeitrag von Soldat Schwejk

by f.luebberding on 7. März 2014

Der Konflikt um die Ukraine artikuliert vielfältige Geschichtsbilder. Das ist auch unvermeidlich, weil uns die Geschichte eine Einordnung von aktuellen Entwicklungen ermöglicht. Unser Denken lebt vom Vergleich. Die Vergleiche mit dem Nationalsozialismus sind dabei keine Ausnahme, sondern dort fällt uns das nur auf. Der Fehler wird an einer anderen Stelle gemacht. Vergleichen bedeutet gerade nicht nach Analogien zu suchen, sondern das Gegenteil: Nach Differenzen. Wir leben eben nicht mehr im Jahr 1914, sondern 100 Jahre später. Aber wo kommen eigentlich unsere Vorstellungen über Russland her? Sie entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern sind häufig das Ergebnis der Arbeit von Theoretikern, die sich mit Russland beschäftigt hatten. Das gilt sogar dann, wenn wir deren Namen noch nie gehört haben sollten.

Soldat Schwejk ist den Lesern dieses Blogs ein Begriff. Ich brauche ihn nicht mehr vorzustellen. Er untersucht unsere heutigen Vorstellungen über Russland auf ihren theoretischen Hintergrund. Eine Warnung: Das ist anstrengend. Es sollte uns die Mühe wert sein. Denn nichts ist fataler als wenn man Urteile auf Grundlage falscher Theorien fällt. Hier also der Text von Schwejk. Auf einen Lesebefehl verzichte ich. Das passte nun wirklich nicht zu seinem Namen.

Rudolf und der Wolf. Wie wir Räume träumen.

Ein Gastbeitrag von Soldat Schwejk

Die amerikanischen Rodlerin Kate Hansen stellte während der Olympischen Winterspiele in Sotschi ein Video ins Netz, angeblich beim Blick aus der Tür ihres Zimmers dort gemacht. Sofort entspann sich ein leidenschaftlicher Disput um die Identität des schnuffigen Korridorwanderers, und viel zoologischer Durchblick wurde zur Schau gestellt. Ein Wolf, sagten die einen. Ein Hund, die anderen. Ein Wolf-Hund-Mix, sagten die dritten. Einer wollte gar einen russischen Windhund, einen Barsoi erkannt haben. Ein Schelm, wer jetzt Vergleiche mit manchen Unterhaltungen anderswo im Netz anstellt … .  Einige Tage später kam die Auflösung in der Sendung des amerikanischen Fernseh-Entertainers Jimmy Kimmel. Es handelte sich um ein Fake, gedreht in einem kalifornischen Studio, in dem die Räumlichkeiten der Unterkunft in Sotschi genau nachgebaut worden waren.  Das Tier hört übrigens auf den Namen „Rugby“ und ist nach Auskunft der Halter zu 80-90% ein Wolf, ein bisschen Hund steckt auch mit drin, so genau weiß das keine Sau. Immerhin erkannten auch die Ordnungskräfte von Sotschi genug Wolf in dem Tier, um irritiert Nachforschungen über die Möglichkeit seines Vordringens in die Athletenunterkunft und über seinen weiteren Verbleib anzustellen.

Woher kommen unsere Vorstellungen von Russland?

Dies soll dem zoologisch interessierten Publikum zur Erbauung, ansonsten aber auch als Einleitung dienen zu einer Betrachtung der Frage, woher unter anderem so unsere Vorstellungen vom weiten russischen Reich herrühren. Damit seien jetzt nicht die Klischees von Holzhäusern, Wodkagelagen und scharfen Frauen gemeint, sondern unsere Vorstellungen von Russland und der europäischen Modernisierung, Russland in der europäischen Modernisierung, als ihr Teil oder ihr Widerpart. Und die – den Kommunikateuren dieser Vorstellungen oft wenig bewussten – jeweils zeit- und umständebedingten akademischen Ursprünge jener Russland-Bilder. Anspruch auf Vollständigkeit wird freilich nicht erhoben. Um einige wenige prägnante wirtschafts- und sozialgeschichtliche Darstellungen soll es gehen, die vor allem im Lager der politischen Linken im weitesten Sinne eine Rolle gespielt haben und dies noch tun.

„Hydraulische Gesellschaft“

Beginnen wir mit dem Wirtschaftshistoriker Karl August Wittfogel, der heutzutage zwar weitgehend vergessen ist, dessen Ideen aber als eine Art ideologische Tiefenströmung zweifellos eine Fortdauer erfahren. Wittfogel war als Akademiker vor allem der Theoretiker der asiatischen Produktionsweise, oder, wie es so schön und fantasieanregend heißt: der „hydraulischen Gesellschaft“. Er beschreibt damit ein Wirtschafts- und Zivilisationsmodell, das sich schon früh, zur Zeit der neolithischen Revolution, ganz grundlegend vom „europäischen“ Entwicklungsweg getrennt habe. Im Kern geht es um unterschiedliche Formen des Ackerbaus und darauf gründende unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Organisation. Der Regenfeldbau, wie für Europa typisch, brachte kleinteilige Landwirtschaft und lokale Feudalbeziehungen hervor, er bedurfte nicht zwingend des großen leviathanischen Überbaus. Anders die Bewässerungs-Landwirtschaft etwa im alten Ägypten oder in China. Hier waren ggf. Massenmobilisierungen von Arbeitskraft vonnöten, um die großräumigen Bewässerungssysteme zu errichten und zu erhalten. Diese Mobilisierungsfähigkeit der Gesellschaft wurde gewährleistet durch sogenannte orientalische Despotien, große, pyramidenförmig-hierarchisch aufgebaute Staatsgebilde. Der ägyptische Pharaonenstaat zum Beispiel, oder das chinesische Kaiserreich.

So weit, so gut, aber was hat das mit Russland zu tun? Großräumige Bewässerungswirtschaft gab es dort nicht, die Art der Landwirtschaft unterscheidet sich nicht so sehr von der europäischen. Hier kommen nun die besonderen Zeitläufe ins Spiel, in denen Wittfogel seine Theorien entwickelte. Wittfogel war zunächst Marxist und Kommunist, als in der Sowjetunion die Stalinsche Modernisierungsdiktatur mit dem Anspruch antrat, auf der Grundlage der Marxschen Lehre die Speerspitze des Weltenfortschritts im allgemeinen und des wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts im besonderen zu verkörpern. Stalin aber missfiel die hydraulische Theorie, und der deutsche Gelehrte Wittfogel wiederum war nicht bereit, den Deutungsanspruch des georgischen Genossen Stalin zu akzeptieren. Zum akademischen Geltungsanspruch traten biografische und politische Umstände. Vor seinem Exil war Wittfogel als Kommunist 1933 von den Nazis für einige Monate ins Konzentrationslager gesteckt worden, und entsprechend entsetzt reagierte er 1939 auf den Hitler-Stalin-Pakt. Seiner Abkehr vom Kommunismus folgte ein Schwenk um 180 Grad; in der McCarthy-Zeit der 50-er Jahre galt Wittfogel in den USA dann als ein besonders eifriger Hexenjäger. In diese Zeit fallen auch seine ersten Versuche, die russische und sowjetische Geschichte mit dem hydraulischen Modell zu erklären.

Prägungen heutiger Grüner

Die altrussische Sozialstruktur sei durch das 250 Jahre währende mongolische Joch dergestalt asiatisch überformt worden, dass auch ohne Bewässerungswirtschaft die weitere Entwicklung Russlands ins Gleisbett der orientalischen Despotie geraten sei. Also einer Massenmobilisierungs-Gesellschaft mit wenig ausdifferenzierten Bauerngemeinden unten und einem streng hierarchischen Staatsüberbau darüber, top-down organisiert und ohne autonome Sozialbeziehungen von Zwischenschichten. Die sowjetische Industrialisierung erscheint vor diesem Hintergrund als eine asiatische Form der Modernisierung, die ganz grundsätzlich inkompatibel mit der Entwicklung der westlichen Moderne und ihr sozusagen entgegengesetzt ist. In der akademischen Welt wurden Wittfogels Thesen kontrovers diskutiert. Während die Theorie der hydraulischen Gesellschaft für die alten Bewässerungs-Agrarökonomien größere Verbreitung fand, blieb die weniger überzeugende Anwendung des Konstrukts auf Russland wohl weitgehend auf den außerwissenschaftlichen Kampf der Ideologien des Kalten Krieges begrenzt.

In der politischen Linken war Wittfogel wegen seines kompromittierenden Verhaltens in der McCarthy-Zeit lange wenig populär. Das änderte sich in Deutschland in den 70-er Jahren, als sich aus allen möglichen politischen Strömungskämpfen allmählich das herauskristallisierte, was wenige Jahre später dann zur Grünen Partei werden sollte. Die hydraulische Theorie wurde nun unter anderem von Rudi Dutschke aufgegriffen, und sie diente zur Abgrenzung gegenüber dem leninistischen Marxismus einiger K-Gruppen. Ein damaliger Teilnehmer jener Diskussionen beschreibt dies im Rückblick so:

„Für meine Haltung zu diesem Thema war die Debatte zwischen Dutschke, Bahro und Wittfogel von großer Bedeutung. […] Im Grund ging es bei der Diskussion darum, dass der Sozialismus á la Sowjetunion, aber auch á la Rotchina ohnehin ein Ergebnis der so genannten “asiatischen Produktionsweise” und deshalb auf den europäischen Kultur- und Wirtschaftskreis nicht übertragbar ist. In diesem Punkt waren sich die drei auf dem Podium einig. Und das obwohl alle drei sich als Personen beschrieben, die den Sozialismus anstrebten. […] Wittfogel hatte dagegen in seinen Werken immer wieder von der “Orientalischen Despotie” und deren Wirken im russischen und chinesischen Kommunismus gesprochen. Seine These war – sehr verkürzt dargestellt – dass durch die Spezifika des asiatischen Kulturkreises demokratische Elemente im Sozialismus nicht möglich wären, die westlichen Sozialisten und Kommunisten sich also nicht daran orientieren sollten.“

Neben dem einen Rudolf (Dutschke) ist hier auch schon der andere Rudolf genannt, der die Wittfogelsche Hydraulik wiederbeleben half. Rudolf Bahro war einer der bedeutendsten DDR-Dissidenten, der 1978 für sein im Westen veröffentlichtes Buch „Die Alternative“ ein Jahr im Gefängnis verbrachte und dann in den Westen abgeschoben wurde. Bahros Buch ist im Kern ein Plädoyer für eine Demokratisierung des „real-existierenden“ Sozialismus, von strukturell und kulturell bestimmten Räumen ist bei ihm im Gegensatz zu anderen Protagonisten kaum die Rede. Allerdings übernimmt Bahro ausdrücklich die Wittfogelsche Idee vom sowjetischen Modell als industrieller Umwälzung der asiatischen Produktionsweise; sie dient ihm als Vehikel, den Geltungsanspruch des offiziellen Ost-Marxismus zwar von einem emanzipatorischen Standpunkt her zu attackieren, ohne die Vorstellung von einer Zielgerichtetheit gesellschaftlicher Entwicklung dabei aufgeben zu müssen.

Später dann, nachdem er auch mit den Grünen gebrochen hatte, versuchte sich Rudolf Bahro an einer öko-fundamentalistischen Synthese aus Marx, Heidegger, Bhagwan und dem Drogenpapst Timothy Leary. Das hatte in Esoterikerkreisen zwar einen hohen Unterhaltungswert, hat mit dem hier verhandelten Thema aber nicht mehr viel zu tun. Außer vielleicht, dass Bahro eine Zeit lang, aus welchem Grund auch immer, ausgerechnet in Michail Gorbatschow den von ihm herbeigesehnten „Fürsten der ökologischen Wende“ sehen wollte. Heute würde er ihn vielleicht in Alexander Dugin sehen, wer weiß, den ideologischen Schrägfronten sind keine Grenzen gesetzt.

Jedenfalls kann man festhalten, dass ein spezifisches Denkmodell, das Russland sehr weit von Europa weg nach Asien hineindefiniert, in der politischen Bewusstseinsbildung eines Teils der deutschen Linken, insbesondere der Grünen, eine Rolle gespielt hat. In der heutigen vehement antirussischen Haltung einiger grüner Protagonisten im Ukraine-Konflikt, wie etwa Rebecca Harms und Marieluise Beck, lässt sich ein halbbewusstes Nachwirken solcher zeitbedingter Erklärungsmodelle vermuten, wie sie hierzulande in einem bestimmten ideologischen Formierungs- und Abgrenzungsprozess politischer Milieus der 70-er und frühen 80-er Jahre popularisiert worden sind.

Es entbehrt nicht einer gewissen, sagen wir, Ironie der Ideologiegeschichte. Gerade in jenen politischen Milieus, wo in anderen Zusammenhängen sehr schnell der Vorwurf eines „kulturellen Rassismus“ erhoben wird, da sind in Bezug auf Russland Vorstellungen virulent, deren Ursprünge nach dem Verständnis der dort angesiedelten Akteure eigentlich einer durchaus kultur-rassistischen Denkungsart zugeordnet werden könnten.

Der “karolingische” Westen

Eine andere wirkungsmächtige akademische Konstruktion von Räumen führt uns einige hundert Kilometer weiter nach Südosten und einige Jahre näher an die Gegenwart heran. Ungarn galt trotz der bekanntlich hohen Selbstmordrate als die lustigste Baracke im Ostblock, genaugenommen müssten wir aber von der ironischsten Baracke reden. In den 80-er Jahren erlebte Ungarn eine außerordentliche kulturelle und intellektuelle Produktivität, unter anderem der definitiv beste Film aller Zeiten wurde dort gedreht, Gábor Bódys postmodernes Geniestück „Nachtlied des Hundes“. Des Hundes wohlgemerkt, nicht des Wolfes, dieser Einwurf und diese Hommage muss hier gestattet sein. Aber sie soll uns nicht weit vom Thema wegführen, eigentlich geht es um Jenö Szücs.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, sei gleich gesagt, dass es sich bei Szücs um einen großen Historiker in der Tradition der französischen Annales-Schule handelte. Mit Wien zum Greifen nahe vor der Haustür und der sowjetischen Armee im Hof campierend, stellte er im Jahre 1983 folgende Überlegung an:

„Jene scharfe wirtschafts- und gesellschaftsstrukturelle Demarkationslinie, die Europa ab etwa 1500 teilte und die zumeist großräumigere östliche Hälfte zum Gebiet der „zweiten Leibeigenschaft“ bestimmte, reproduzierte sich mit erstaunlicher Genauigkeit entlang der Elbe-Leitha-Grenze aus dem Jahr 800. Mehr noch: Ein halbes Jahrtausend später ist Europa heute beinahe genau entlang dieser Linie (mit einer Abweichung bei Thüringen) extremer als je zuvor in zwei “Lager“ geteilt. Als hätten Stalin, Churchill und Roosevelt peinlich genau den Status quo der Epoche Karls des Großen am 1130. Todestag des Kaisers studiert.“

(Jenö Szücs: Die drei historischen Regionen Europas, FfM. 1990, S. 15, ungarischeOrinalausgabe 1983)

Wir sehen, es geht um das Wechselspiel sozialstruktureller und politischer Grenzen. Jenö Szücs’ Antwort ist eine beeindruckende 100-seitige Tour de force durch die europäische Strukturengeschichte, die hier nur kurz angerissen werden kann.

Kennzeichnend für den „karolingischen“ Westen ist die vorhergehende vollkommene Desintegration der (weströmischen) Zentralmacht, die eine Neukonstitution von unten, von „der Gesellschaft“ her notwendig und möglich machte. Die entscheidende Institution dabei ist das Lehnswesen, eine privatrechtliche feudale Vertragsbeziehung statt einer streng hierarchischen Beziehung. Dies ermöglichte die Herausbildung eines von neuen Zentralmächten relativ unabhängigen Adels, in der Folge auch von mehr oder weniger unabhängigen Städten, und somit das für den „Westen“ charakteristische innere Gleichgewicht von Akteuren, in dem der Staat keine alles dominierende Funktion beanspruchen kann. Die besondere Dynamik dieses westlichen Europa, von den Innovationen im Agrarsektor, in der Architektur bis hin zu städtischem Frühkapitalismus, ist also als eine Folge des vorherigen Totalzerfalls der alten Ordnung zu verstehen.

Im östlichen Europa konnte eine solche Entwicklung nicht unmittelbar einsetzen, weil Ostrom zunächst Bestand hatte. Allerdings habe vor dem Jahr 1200 dann der Nordosten, also der Staat der Kiewer Rus mit der bedeutenden Handelsstadt Nowgorod, an der Schwelle zu einer dem Westen vergleichbaren kleinteilig-feudalistischen und städtischen Umwälzung gestanden. Diese Entwicklung wurde durch die mongolische Nomadeninvasion aber jäh gestoppt, der „osteuropäische Archetyp des Feudalismus erstarrte somit in diesem Gebiet“.

Zweieinhalb Jahrhunderte später, als die mongolische Goldene Horde sich auflöste bzw. abzog und die osteuropäischen Territorien nunmehr von Moskau aus eingesammelt wurden, geschah dies bereits auf einem völlig anderen Entwicklungspfad. Der alte, autonomere Adel wurde von einem staatlichen Dienstadel abgelöst, ein unter Iwan dem Schrecklichen besonders gewaltsamer Vorgang, bis unter Peter dem Großen schließlich der Adel vollends zu einem Amtsadel mit Rangtabelle zusammengefasst wurde. Auch die Städte brachten trotz ihrer gelegentlichen Größe weniger wirtschaftliches Eigengewicht und Dynamik auf, so dass die Entwicklung insgesamt in ein hierarchischeres Gesellschaftsmodell mit dem Zentralstaat als dominantem Akteur einmündete.

Zu beachten ist dabei, dass bei Jenö Szücs ganz im Gegensatz zu Wittfogel von Asien nicht die Rede ist; Russland verkörpert hier ein auch-europäisches, eben ost-europäisches Entwicklungsmodell. „Varieties of European Modernization“ könnte man in Anlehnung an ein viel jüngeres Thema sagen. Russland ist für Szücs im strukturellen Sinne gleichbedeutend mit Osteuropa, das sich mit der Zeit bis an den Pazifik ausdehnte.

Als Ungar interessierte sich Szücs natürlich besonders für die dazwischen liegende Region, „Ostmitteleuropa“ in einem Sprachgebrauch, der sich später etablierte. Ostmitteleuropa ist zwischen den beiden starken, sich autonom entwickelnden Regionen im Osten und Westen eine schwache, immer periphere Region. Seine westliche Grenze ist die erwähnte Elbe-Leitha-Linie, also die alte karolingische Ostgrenze, die sich über 1000 Jahre später als Grenze der beiden großen Blöcke wieder auf der Landkarte fand. Seine östliche Grenze hingegen skizziert Szücs wie folgt:

 „Zwischen den beiden Ausstrahlungsbereichen zeichnete sich – besonders nach dem großen Schisma (1054) – eine weitere, östlicher gelegene, nicht weniger markante und im großen und ganzen parallel zur vorhergehenden verlaufende Grenzlinie ab: Ausgehend vom Unterlauf der Donau zu den östlichen Karpaten, weiter in den Norden und entlang der Wälder, die West- und Ostslawen und die polnischen und russischen Böden teilten, erreichte sie im 13. Jahrhundert das Baltikum. Der Raum westlich dieser Linie wurde bereits in der Epoche selbst zwischen 1100 und 1200 umfassend Europa occidentalis genannt, wobei anscheinend jene alte Grenze entlang von Leitha und Elbe vergessen wurde…“

(Szücs, S.14)

Im Hochmittelalter, auch mit der Christianisierung durch die römische Westkirche, begannen sich also fränkisch-westliche Strukturmerkmale wie das privatrechtliche feudale Lehensverhältnis und damit eine weitgehend autonome Adelsschicht in jenem Zwischenraum zu etablieren. Allerdings, wie Szücs mehrfach betont, in einer „hybriden, verstümmelten oder aber überdehnten“ Gestalt. Im späten Mittelalter, als der europäische Osten von der Mongoleninvasion überformt wurde, erfuhr der Zwischenraum eine teilweise „Verwestlichung“. Aber er bildete ganz eigene Formen aus, etwa einen zahlenmäßig viel größeren Adel. In Polen als Extremfall gehörten 7-8% der Bevölkerung dem Adel an, in Ungarn immerhin noch 4-5% (gegenüber 1% weiter westlich). Das hemmte die Entwicklung der Städte und des Bauerntums einerseits, es verhinderte aber in Polen und Ungarn auch den Aufstieg einer starken staatlichen Zentralmacht. (Preußen ist in dem Zwischenraum ein bemerkenswerter Sonderfall.)

Mit der Krise der europäischen Feudalgesellschaft am Ausgang des Mittelalters kehrten sich die Verhältnisse um. Die östliche Strukturgrenze trat wieder in den Hintergrund, und die westliche dafür stärker hervor. Kennzeichnend dafür war vor allem die sogenannte zweite Leibeigenschaft ab 1500, eine erneute Entrechtung der Bauern in jenem Zwischenraum, die ihn strukturell wieder näher an den Osten heranrückte.

Allerdings, und das ist in gewisser Weise der Clou von Szücs’ Argumentation, gehorchten die ostmitteleuropäische und die östliche Entwicklung dabei völlig unterschiedlichen Dynamiken. Ostmitteleuropa sei in jener Zeit erstmals in die vom Westen her gestaltete Weltwirtschaft eingebunden worden; und seine Rückständigkeit erkläre sich aus seiner peripheren Lage innerhalb der sich formierenden Weltwirtschaft. Die Durchsetzung der zweiten Leibeigenschaft in Polen etwa läßt sich mit den zunehmenden Weizenexporten nach Westen erklären, wodurch die mit unfreier Arbeit betriebenen Agrarwirtschaften der polnischen Magnaten ins großräumige arbeitsteilige Geschäft kamen. – Osteuropa dagegen, sprich Russland, sei bis ins 19. Jahrhundert nicht wirklich in die sogenannte Weltwirtschaft eingebunden gewesen, es habe vielmehr mit seiner langsamen Ausdehnung nach Osten und Süden eine eigene Weltwirtschaft ausgeprägt.

So weit, so gut. Nun atmen wir durch, denken kurz an schnuffige Caniden und vergegenwärtigen uns folgendes: Jenö Szücs’ grandiose Studie läßt sich wunderbar mit einem aktuell-politischen Subtext jener Zeit versehen. Lieferte sie nicht eine subtile historische Begründung für eine weitere politische Zugehörigkeit des Zwischenraumes, sprich Ostmitteleuropas, zum östlichen Block (an der damals eh nichts vorbei zu führen schien) – aber bei gleichzeitig ökonomisch-institutioneller Zugehörigkeit zum Westen? Mithin für eine Art Finnlandisierung Ungarns etc.?

Auf Deutsch erschien das Buch wie gesagt erst 1990. Nun war der politische Rahmen inzwischen ein völlig anderer. Szücs’ Buch ist natürlich nicht die einzige komparatistische Studie dieser Art, aber in ihrer Kompaktheit und ihrem großen Wurf war sie gewiss prägend für eine Reihe von Autoren und auch für die historischen Fakultäten, sofern dort mit dem Fall des Eisernen Vorhangs plötzlich der Osten Europas aus einer Nischenangelegenheit zu einem Modethema der 90-er Jahre geworden war. Scharen von Jungakademikern strömten auf der Mitteleuropa-Welle in den 90-ern nach Krakau, Hermannstadt und Lemberg, im Kopf Strukturgrenzen und soziokulturelle Demarkationslinien.

Wittfogels Hydraulik dürfte bei einer älteren politischen Generation im Umfeld vor allem der Grünen gedanklich nachwirken. Das Denken in durch historische Strukturgrenzen geprägten europäischen Teilräumen (wie hier anhand von Jenö Szücs dargestellt) hat dagegen vermutlich eine jüngere, in den 90-ern akademisch sozialisierte Generation stark beeinflusst. Nicht unbedingt nur in der Politik, sondern Leute mit einem im weitesten Sinne „progressiven“, d.h. in diesem Fall nicht machtpolitischen, sondern sozialstrukturellen Erkläranspruch und mit Fokus auf den europäischen Osten. Sei es in den Medien, sei es in Organisationen aller Art.

Bollwerk gegen die Ausbreitung einer globalisierten Geldwirtschaft

Kommen wir nun zu einem dritten Bild von Russland im Kontext der europäischen Moderne, das aus einer gänzlich anderen Perspektive her entworfen wird und innerhalb der politischen Linken doch in dieser oder jener Spielart nicht unpopulär zu sein scheint. Als ein prägnanter Protagonist dieses Bildes sei Kai Ehlers genannt.

Ebenso wie Jenö Szücs ein lesenswerter Historiker ist, so ist Kai Ehlers ein lesenswerter Publizist und Russland-Kenner. Und es ist überaus erstaunlich, welch eine Erzählung die nun bereits vorgestellten Begriffe und Denkfiguren bei Ehlers ergeben, so als würden einzelne für sich jeweils bekannte Puzzleteile anders zusammengesetzt plötzlich ein anderes Bild sichtbar werden lassen.

„Wovor fürchtet sich die EU – obwohl doch im Besitz der höchsten zivilisatorischen Werte? Wovor fürchtet sich sogar China – obwohl doch in einem scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg? Die Antwort ist  umwerfend einfach, dabei jedoch, wie es scheint, ebenso schwer zu verstehen wie sie einfach ist: Sie liegt – wenn man sich nicht nur an der Person Wladimir Putins aufhalten will – in Russlands Möglichkeit zur Autarkie. Russlands potentielle [Autarkie] speist sich aus zwei Quellen, aus den natürlichen Ressourcen, aber auch aus den – zumeist übersehenen – sozio-ökonomischen: die natürlichen – das sind Gas, Öl, Erze, Wald, Tiere usw., die sozio-ökonomischen resultieren aus der Fähigkeit der russischen Bevölkerung zur Eigenversorgung auf der Grundlage der ins Land eingewachsenen kulturgeografischen Strukturen. […] Sie haben eine Kultur gemeineigentümlich wirtschaftender Dörfer unter einheitlicher zentralistischer Führung hervorgebracht. In dieser Kultur hat sich im Unterschied zur westlichen, in welcher die frühere Gemeinwirtschaft durch eine private Eigentumsordnung abgelöst wurde, kein Privateigentum an Produktionsmitteln herausgebildet. […] Im Ergebnis hat man es im alten Russland mit einer Organisation des Lebens zu tun, die Karl Marx und Friedrich Engels seinerzeit im Gegensatz zur europäischen Entwicklung als „asiatische Produktionsweise“ bzw. auch als „agrarische Despotie“ charakterisierten. Autarkie und Autokratie sind darin untrennbar miteinander verbunden. Die Moskauer Zaren waren Beschützer und Ausbeuter der sich selbst versorgenden Dörfer, deren Selbstverwaltung zugleich Basis der Verwaltung des Zaren wurde. Es entstand die Struktur: Zar – Dorf, Schatzbildung in Moskau, autonome Versorgung im Lande, die sich tief in die geo-soziologische Struktur des Landes und in die Mentalität seiner Bewohner/innen eingrub. Es entstand kein Lehen, sondern ein jederzeit kündbarer Dienstadel, kein individuelles Eigentum, sondern Kollektivbesitz, keine vermögende, handlungsfähige Mittelschicht, keine Urbanität, kurz, was nicht oft genug wiederholt werden kann: keine Dynamik eines sich selbst verwertenden Kapitals.“

Und zur sowjetischen und nachsowjetischen Zeit:

„Im Kern stellten sich die Strukturen der Zarenzeit auf neuem Niveau wieder her: keine Selbstverwertungsdynamik privaten Kapitals, Herrschaft nicht durch Geld, sondern durch zentral vorgegebene Ziele – bei gleichzeitiger technischer Modernisierung der Gesellschaft. Für den Ablauf russischer Modernisierungsschübe heißt dies alles: Es gelten offensichtlich Regeln, die sich nach drei Phasen gliedern: Phase eins: eine lang andauernde Stabilität endet in Stagnation. Phase zwei: Chaos tritt ein, eine „verwirrte Zeit“, russisch: Smuta, Zerfall der herrschenden bürokratischen Schicht. Phase drei: Wiederherstellung des Konsenses dieser Schicht auf neuem technisch-zivilisatorischem Niveau. Die Grundstruktur: Zentrum – Peripherie bleibt erhalten. […] Jede Verdrängung und Zerstörung der traditionellen Selbst- und Eigenversorgungsstrukturen durch forcierte Fremdversorgung und „Monetarisierung“ im Lande selbst schwächen und tendenziell zerstören [seine Identität].“

Das muss man erst mal sacken lassen. „Kulturgeografische Strukturen“, „geo-soziologische Strukturen“, „Identität“… .  Beim Kalten Krieger Wittfogel erscheint Russland als etwas Europa völlig Fremdes und Bedrohliches. Bei Szücs ist es ein durch strukturelle Grenzen relativ klar von West- und Ostmitteleuropa abgetrennter europäischer Teilraum, aber eben doch ein Teilraum Europas. Bei Ehlers finden sich Gedanken beider, aber nun wird Russland gedeutet als ein zur Autarkie befähigtes Bollwerk gegen die Ausbreitung einer globalisierten Geldwirtschaft. Der Argumentation mit dem russischen Dorf könnte man zwar sofort entgegenhalten, dass das heutige Russland kein dörfliches Russland ist, sondern ein städtisches: Es weist einen weit höheren Urbanisierungsgrad auf als viele weiter westlich gelegene Länder. Aber Ehlers verweist an anderer Stelle darauf, dass die teilweise landwirtschaftliche Selbstversorgung durch die vor der Stadt gelegene Datscha auch für viele städtische Haushalte heute von großer Bedeutung ist. Ein Buch von ihm trägt den Titel „Kartoffeln haben wir immer“.

Nun ist das zweifellos eine richtige Beobachtung. In der Krise der 90-er Jahre, als durch Hyperinflation und anschließende Deflation die Gesellschaft teilweise ent-monetarisiert war, da war es in der Tat eben jene Datscha-Subsistenzwirtschaft, die den Leuten zu überleben half, zumindest ohne Hunger zu leiden. Im Mai kann das öffentliche Leben in einer Großstadt vorübergehend spürbar gedämpft wirken, weil alle auf der Datscha sind, um Kartoffeln zu pflanzen. Allerdings sollen an dieser Stelle doch gewisse Zweifel gesät werden, ob die in der Übergangszeit einer schweren, auch monetären Krise wichtige Kartoffel-Autarkie so zur Begründung eines zeitlosen „kulturgeografischen“ Merkmals herangezogen werden kann, wie Ehlers das aus einem spezifischen global-ideologischen Blickwinkel tut.

Ehlers’ Darstellung scheint deshalb interessant, weil sie den nach eigenem Selbstverständnis anti-imperialistischen Milieus einen Anschluss von einem auf Amerika fixierten Denken in machtpolitischen Einflussräumen hin zu einer sozialstrukturellen Betrachtungsweise liefert, wie sie der klassischen Linken eigentlich näher liegt. Und sie lässt sich, obwohl das Ehlers vermutlich widerstreben würde, durchaus auch anschlussfähig machen zu der hierzulande in den letzten Jahren eigentümlich populär gewordenen geopolitischen Mythologie des kolonialbritischen Landkartenkolorateurs Sir Halford Mackinder.

Vorstellungen für aktuelles Akteurshandeln

Nun sind wir fast am Ende des kurzen Exkurses durch die weite Welt der Russlandkunde angelangt. Es ließen sich natürlich auch andere Darstellungen anführen, die mehr im allgemeinen Kontext nachholender Modernisierung bzw. eines peripheren Kapitalismus argumentieren und weniger mit der Konstruktion von Raumbildern befasst sind. Aber gerade die hier angeführten Beispiele scheinen doch von Interesse, weil sie jeweils vor einem aktuellen macht- und weltpolitischen Hintergrund sozialstrukturelle und wirtschaftshistorische Argumentation in mehr oder weniger suggestiver Weise zu Bildern von Räumen und räumlichen Dynamiken verdichten. Sie liefern Vorstellungen, die für aktuelles Akteurshandeln mitentscheidend sein können.

Um zu unserem eingangs gezeigten rätselhaften Schnuffi auf dem Hotelflur zurückzukehren. Wir fragen uns, ob es ein Hund oder ein Wolf ist, der da vor unserer Tür über den Korridor läuft. Wie viel Hund im Wolf, wie viel Wolf im Hund steckt. Oder ist es gar alles ein Fake? Sind nicht universitäre und publizistische Denkfabriken letztlich nichts anderes als kalifornische Filmstudios, in denen zottige Tiere von Entertainern über nachgebaute Hotelflure getrieben werden?

{ 392 comments }

"ruby" März 7, 2014 um 21:35

Zeit den Vollspackos der EU-Nomenklatura richtig vor den Koffer zu scheixxen :
http://www.3sat.de/page/?source=/boerse/magazin/175386/index.html&cx=12
Rebirth of History and Economy
so what?

Stephan März 7, 2014 um 21:45

Respekt! Danke! Das ist ein toller historischer Parforceritt. Neue Namen gelernt. Wobei über die angebliche Hyperinflation in den 90ern müssten wir nochmal reden.

bleistift März 7, 2014 um 22:09

Wann kommt Hütt wieder?
Bitte, Herr! Lass Hütt wiederkommen!

bleistift März 7, 2014 um 22:11

“Auf einen Lesebefehl verzichte ich. Das passte nun wirklich nicht zu seinem Namen.”

Wie wahr…!
Demnächst schreibt Halbgott hier auch noch Artikel…!

Stephan März 7, 2014 um 22:18

Das ist echt eine Krux. Nicht jeder Bleistift ist spitz?

Gregor Keuschnig März 7, 2014 um 22:23
gelegentlich März 7, 2014 um 22:35

@Soldast
Gratuliere! Besonders wichtig erscheint mir die beiden Schlußsätze:
„Oder ist es gar alles ein Fake? Sind nicht universitäre und publizistische Denkfabriken letztlich nichts anderes als kalifornische Filmstudios, in denen zottige Tiere von Entertainern über nachgebaute Hotelflure getrieben werden?“
Damit haben wir ja täglich zu tun. Da fallen mir doch ein paar Herren ein, die sich damit eindeutig unerbewertet fühlen dürften.
Man kann nur hoffen, dass u.a. auch durch Deinen Beitrag diese Russlandhysterie auch mal wieder abebbt. Im Rückblick eigentlich erstaunlich, zu welch simplen mechanistizistischen Denkbildern die Krone unserer Intellektullelen sich nicht zu schade war.

Stephan März 7, 2014 um 22:36

@Gregor
Keine Frage. Dramatisch. Aber mit dem Begriff “Hyperinflation” verbinde ich die genau gegenteilige Dynamik.

Morph März 7, 2014 um 22:45

Ein sehr erhellender Tiefenblick in die akademische Diskursökonomie der Konstruktion ‘Russlands’. Vielen Dank! Dass eine Rebecca Harms das auf der Pfanne hat, glaube ich allerdings nicht. Da sind, glaube ich, sehr viel simplere Vorstellungen von zivilgesellschaftlichem ‘Fortschritt’ am Werk, die je nach Tagesaktualität auf Afghanistan oder die Ukraine projiziert werden.

Ganz naiv gefragt, da ich da wirklich Null Ahnung habe: Aber wo bleibt da die Selbstbeschreibung dieses ‘Raums’. Ich würde mal vermuten, dass da die russische Literatur ungleich viel mehr impact gehabt hat als die gelehrten Abhandlungen. Mir scheint es, auf den ersten Blick, nicht so plausibel, dass ein einzelner Wittfogel da so eine entscheidende Deutungsmacht gehabt haben soll.

gelegentlich März 7, 2014 um 22:55

@Morph

Witttfogel hatte diese Deutungsmacht vor Allem hier. Das sind ja Projektion von hier über „die“. Selbstbeschreibungen von dort sind in den erwähnten Diskusionen hier kaum vorgenommen. Aber Wittfogel war Standardlektüre bei jeder Schulung.
Datschen-Autarkie gab es aber auch zuhauf in der DDR.

"ruby" März 7, 2014 um 23:02

Leute Leute,
wer die heute-show im ZDF gesehen hat wird verstehen, warum die MSM die Krimkampagnen-Panikberichterstattungen einstellen …
Das beste, was uns droht ist der JC Juncker mit Mutti und Timoschenko gegrokot von Schulz, Gabriel und Co.
Dabei ist der Karneval doch vorbei !
Achtung Satire

Morph März 7, 2014 um 23:04

@gelegentlich

“Aber Wittfogel war Standardlektüre bei jeder Schulung.”

War mir nicht bewusst. Kannst Du da ein paar Sätze mehr zu schreiben?

Schatten März 7, 2014 um 23:07

Danke für den Beitrag! Ich wusste nicht, dass in der Wissenschaft Russland so “fremd” war/ist. Interessant wäre, ob sich da, als die Fremdheit denn anfing, die Überheblichkeit zu Bürgern gewordener Schweinehirten aus der Zeit der europäischen Industrialisierung ausdrückt.

Und mal was bio-geographisches: Der “Norden in all seiner Mystik korreliert ja weltweit – Kanada, Skandinavien, Russland mit einem abgemilderten Kapitalismus, mit mehr Sozialstaatlichkeit, vom schwedischen “Folkhemmet”, dem Volksheim, zur russischen “Sobernost”, der Gleichheit. Der Norden macht es für Individualisten mit all seinen Risiken aber auch recht schwer!

Zum Urbanisierungsgrad in Russland hätte ich Zweifel anzumelden:

Ist es nicht eher so, dass sich die Dörfer in Städte verwandelt haben, also Großdörfer in Kleinstädte?

Und wie jeder vom Lande weiß: So groß ist der Unterschied dann doch nicht!

bleistift März 7, 2014 um 23:28

@ Stephan

“Das ist echt eine Krux. Nicht jeder Bleistift ist spitz?”

Ach weißt du! Ich bin ein jüngerer Jahrgang. Als die Mauer fiel war ich noch ein kleines Kind.
Irgendwann habe ich dann das Internet entdeckt. Ich besuche gerne Seiten gemacht von Leuten die völlig anders ticken als ich.
Ich besuche also islamistische Seiten. Dort fällt mir auf, dass es versuchte “Zusammenarbeiten” gibt zwischen Islamisten und Kommunisten/Sozialisten.
Die Logik dahinter habe ich nie verstanden. Bis grade eben!
Der Artikel erklärt sehr schön wie Kopftuch und Scharia zusammen gehen sollen mit klassenloser Gesellschaft und Fortschritt.
Ich teile diese Logik überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich finde sie haarsträubend.
Solche Artikel (wie diesen) findet man tatsächlich aber auch (womöglich sogar recht wortgetreu) auch in islamistischen Foren.
Als kleiner Tip: http://www.muslim-markt-forum.de/t622f2-Hat-Deutschland-ein-Selbstverteidigungsrecht.html
Dieser Artikel ist nur eine Kostprobe. Die anderen Artikel sind tendenziell qualitativ nicht besser als dieser Artikel hier.
Ich will Hütt wieder haben!

bleistift März 7, 2014 um 23:42

Der Artikel von Soldat Schwejk sagt übrigens wenig darüber aus wie Russland sich selbst sieht.
Er sagt aber eine Menge darüber aus wie die (Alt)linken Russland gerne sehen möchten.
Obwohl Russland heute faktisch ein zutiefst reaktionäres und konservatives Land ist, klammert man sich verzweifelt an extrem weit hergeholten Definitonen.
Das moderne Russland orientiert sich faktisch am Zarentum. Das will die deutsche (Alt)linke aber nicht akzeptieren. Deshalb konstruiert sie sich eine Schein- und Märchenwelt. Damit soll der “Zar” Putin als Fortschrittsfreund hingestellt werden.
Man fragt sich wann die Linke in Deutschland endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen will?!?

ruby März 7, 2014 um 23:50

Leute Leute,
das einzige, was einen Finanzjunkie interessiert sind die Sicherung seiner Bestände / Stocks und Cashflows / Zahlungströme.
Haften und garantieren sollen die Bürger, was bisher auch bestens funktionierte.
Österreich plant schon eine gute Badbank für die Bankenrettung – Groko for runaways …
Keine Assoziierung, kein Rettungsmechanismus, keine Oligarchenfütterung für die Ukraine. TTIP ist abgesagt .
Konsumentenrente statt Produzentenrente!

gelegentlich März 7, 2014 um 23:53

@bleistift
Wir wollen Alles – und kriegen es bei Woolworth! Kauf ihn Dir!

@Morph
Ein großer Teil der Leute, die 68 und danach politisch aktiv waren (eine winzigkleine Minderheit der Kohorte, wirklich), setzte sich in irgendwelchen Schulungszirkeln mit dem Marxismus auseinander. Da war Wittfogel Standardlektüre, jedenfalls in Auszügen. Arthur Koestler, der ewige Renegat, aber nicht. Den lesen zu wollen und darüber offen zu sprechen wäre wie HIV zu haben gewesen. Von Russland und China hatte man da klare schematische Vorstellungen. Bißchen sektenähnlich. Und die Hippies brachten von ihren Indientrips meist ähnlich schematische Vorstellungen über Indien mit. Wie in den Satiren über Massentourismus: man jagt seinen eigenen Vorurteilen und Phantasien dort nach. Um die aufzubauen eignen sich Großdenker a la Wittfogel, die generös über das wimmelnd-undurchsichtige Konkrete hinweggehen.

Wie dem auch sei: ich bin skeptisch geworden wenn die „russische Seele“ jetzt beschworen wird in den Medien. Auch mit der Vereinfachung „despotische Gesellschaften“. Wer hier arbeitet weil er leben möchte und das etwa bei McDonalds tut muss diese lächerliche Firmenuniform anziehen, bei UPS auch. Das finde ich despotisch. Und wer dann in diesem Umfeld was von freiheitlich murmelt wird ähnlich behandelt wie irgendein Dissident oder Nonkonformist in Russland, vermute ich zumindest.

gelegentlich März 7, 2014 um 23:56

@bleistift
Junger Mann:
„Er sagt aber eine Menge darüber aus wie die (Alt)linken Russland gerne sehen möchten.“
Gesehen hatten – soviel Leseverständnis muss sein.
„ Obwohl Russland heute faktisch ein zutiefst reaktionäres und konservatives Land ist, klammert man sich verzweifelt an extrem weit hergeholten Definitonen.“
Mal in Antalya die zahlreichen russischen Touristen anzusehen, gerne auch die Damen, belehrt Dich eines Besseren.

Bruchmüller März 7, 2014 um 23:57

Danke!

Wie entsteht ein solches Interesse an der Geschichte der anderen Räume?

Wo oder wie bekommt man den definitiv besten Film aller Zeiten, das postmoderne Geniestück „Nachtlied des Hundes“ zu sehen?

bleistift März 8, 2014 um 00:00

@ gelegentlich

“Wir wollen Alles – und kriegen es bei Woolworth! Kauf ihn Dir!”

Lies Dostojewski!
Der erzählt dir mehr über die russische Seele als dieser seelenlose Quatsch hier!

bleistift März 8, 2014 um 00:04

“„ Obwohl Russland heute faktisch ein zutiefst reaktionäres und konservatives Land ist, klammert man sich verzweifelt an extrem weit hergeholten Definitonen.“

Mal in Antalya die zahlreichen russischen Touristen anzusehen, gerne auch die Damen, belehrt Dich eines Besseren.”

Frage: Wie definierst du “reaktionär”?
Ein kurzer Minirock == fortschrittlich?
Sorry –> ich will Hütt wieder haben!
HILFE!!!

gelegentlich März 8, 2014 um 00:10

@bleistift
„Lies Dostojewski!“ – Habe ich doch oben angesprochen. Die Massentouristen, die ihre Voruteile vor Ort wiederfinden. Dagegen hilft: neugierige Empirie. Dann rutscht man nicht so aus: „ ,,,faktisch ein zutiefst reaktionäres und konservatives Land ist,…”
Ich definiere da gar nichts. Einfach mal mit den Leuten reden. Nassforsch ist eben auch nass – von nass gemacht worden.

bleistift März 8, 2014 um 00:22

@ gelegentlich

Mir ging es auch nicht um Massentouristen wie dich!
Mir ging es um altersschwache Linke die ihr eingeübtes Weltbild mit allen Mitteln verteidigen möchten.
Mir ging es um die Leute die nicht kapieren wollen, dass das heutige Russland bevölkert ist von Neureichen und Oligarchen.
Und von “Zaren” wie Putin.
Mir ging es um die Leute die sich aus Zeiten der Sowjetunion ihr romantisches Bild vom “fortschrittlichen” Russland bewahrt haben.
Der Autor dieses Artikels gehört dazu.
DAS habe ich kritisiert!
Dass das heutige Russland völlig anders aussieht war meine Meinung!
Gute Nacht und schlafen Sie gut!

Wilma März 8, 2014 um 01:30

bleistift
Putin war es, der sich das von Oligarchen unter Jelzin angeraffte Vermögen wieder für die Bevölkerung zurückholte.

JHM März 8, 2014 um 04:23

“Wilma März 8, 2014 um 01:30
bleistift
“Putin war es, der sich das von Oligarchen unter Jelzin angeraffte Vermögen wieder für die Bevölkerung zurückholte.”

Ich sehe förmlich den Weihrauch wabern, vor dem Putinbild im Ikonenrahmen mit der echt russischen Stabkerze davor. Und im Hintergrund säuseln leise Rachmaninows Vespern.

Ich krieg hier demnächst nen Hau. Hatte ich schonmal gesagt.

Der wildromantische Wolkenkuckucksheim-Debattierzirkel, in dem hier so einige Leute mit glänzenden Äuglein verträumt sitzen ist ja meinetwegen eine nette Abwechslung zur unschönen Realität, aber bitte, kann man in der Chefetage schnell dafür sorgen, daß einem solche “Gastbeiträge” wie das da oben nicht allzu oft zugemutet werden, damit dieser Blog zukünftig, irgendwann, irgendwie wieder ernst genommen werden kann, ja? Danke!

Goodnight März 8, 2014 um 06:52

Yep, schön dass dann doch die Unterscheidung von westlicher Moderne und “östlicher” Moderne hier aufgegriffen wurde.

Whatever, wir müssen leider schon weiter gehen, d.h. die Welt ist schon eine Schritt weiter.

Es geht nicht mehr um verstehen sondern um handeln, d.h. wir müssen jetzt überlegen, wie wir mit Putin in die Schlacht ziehen.

Er wird ja nicht aufhören, mit seinen Soldaten, die nicht mehr als Soldaten sondern als vermummte Verbrecherbanden in der Ukraine auftreten. Ohne Abzeichen ohne Flagge und ohne Gesicht. So agieren Banditen. Das ist eine neue Enwicklings-Stufe, dass große Nationen jetzt nicht einmal ihr Gesicht, d.h. Verantwortung tragen. Vor was hat Putin Angst?
Na, er hat Angst vor der Waffe des 21. Jhd: Dem Internet. Das Internet bringt die Wahrheit in allen Ecken der Welt in Millisekunden. Und deshalb muss Putin seine Truppe verstecken, damit er sie im Notfall verleugnen kann. Das ist etwas erbärmlich. Nicht nur von Putin sondern auch von den Soldaten, dass sie ihre Nationalflagge verstecken. Schämen die sich für Russland?

Egal, Putins Strategie ist es, den ehemaligen Mitgliedsländern des Warschauers Pakts zu demonstrieren, dass Russland weiterhin die einzige Schutzmacht auf dem Kontinent ist.
Militärisch ist das nicht zu bezweifeln. Und unmoderne Beobachter werden nur die Uniformen und die Waffen beobachten und vor Ehrfurcht erstarren, wie einige Soldaten hier.
Moderne Beobachter werden beobachten, wie Putin sich vor dem schützt, vor dem er wirklich Angst hat: Dem Internet.

Das Internet ist die Waffe der Moderne. Wir müssen da keine Soldaten hinschicken, sondern nur Informationen. Massen an Informationen.
Putin hat das verstanden. Er hat schon begonnen, die Reputation des Internets zu dekonstruieren, indem er massiv Falschmeldungen verschickt.

Trotzdem wird er verlieren. Weil seine grundlegende Strategie in sich völlig sinnlos ist. Wer im 21. Jhd. noch in Kategorien der territorialen Raumgewinnung denkt, der wir nichts außer das Ende seiner Zeit gewinnen. Russland ist schon in sich viel zu groß. Was will es jetzt noch mit der Ukraine, Rumänien und vielleicht Polen. Und Polen ist schon zu modern, spätestens da ist Ende Gelände. Sollte Putin eigentlich wissen.
Zudem sind vermummte nicht gekennzeichnete Soldaten nicht unbedingt Zeichen von Stärke und Souveränität sondern vielmehr von Gewalt und Feigheit. Eine Schutzmacht stelle ich mir anders vor.

Conclusio:
Putin sich austoben lassen und dann…schicken wir Youtube, Facebook, Google…..drücken wir Russland die Moderne von vorne und von hinten rein, wir pumpen das Land voll mit Moderne, mit Freiheit, Reichtum, Sex, …..dekonstruieren wir all deren Werte mit unseren Informationen. So wie in der Türkei, Ägypten, Tunesien, Libyen, China, Iran, …. modern warfare!

“What is the most resilient parasite? Bacteria? A virus? An intestinal worm? ………..An idea. ……..Resilient… highly contagious. Once an idea has taken hold of the brain it’s almost impossible to eradicate. An idea that is fully formed – fully understood – that sticks; right in there somewhere.”
Cobb (inception)

petervonkloss März 8, 2014 um 07:37

Morph März 7, 2014 um 23:04
@gelegentlich

“Aber Wittfogel war Standardlektüre bei jeder Schulung.”

„War mir nicht bewusst. Kannst Du da ein paar Sätze mehr zu schreiben?“

Also Wittfogel war wesentlicher Bestandteil der Diss. von R. Dutschke.

Das @ gel. daran (Schulungen) teilgenommen hat, bezweifle ich mit Nachdruck!

Außerdem müsste ich ihm irgendwo begegnet sein; ….. er soll mir die Orte nennen.
Ich bin heute 64 Jahre alt und war damals überdurchschnittlich jung und klug.

Ansonsten soll man ihn teeren und federn.

gelegentlich März 8, 2014 um 07:46

@bleistift
„Mir ging es um altersschwache Linke die ihr eingeübtes Weltbild mit allen Mitteln verteidigen möchten.“
„Mir ging es um die Leute die sich aus Zeiten der Sowjetunion ihr romantisches Bild vom “fortschrittlichen” Russland bewahrt haben.
Der Autor dieses Artikels gehört dazu.“
Sich nicht hinreichend rechtzeitig zu informieren passiert Jedem von uns. Jeden Tag. Kein Problem. Man muss nur aufpassen, dann nicht öffentlich unreife und uninformierte Positionen wie eine Fanfare abzulassen. Dann ist man blamiert. Das ist Dir hier passiert.
Der Autor ist einer der ganz Wenigen, der aus eigener Erfahrung vor Ort die Lebensverhältnisse dort kennt, die Sprache spricht und wohl auch noch jetzt Kontakte dorthin hat. Ob man seine Meinung teilt oder nicht: er ist informiert, Du nicht. Ob er links ist weiß ich nicht. Zu den von Dir genannten Leuten gehört er nicht. Du hast also lediglich Dein eigenes dämliches verkrüppeltes Zerrbild ausgestellt. Gegenüber einem der brillantesten Beiträge zum Thema in den Medien. Ich kann nur raten: nutze die Fastenzeit. Man kann sie auch ein wenig „ganzheitlich“ auffassen und betreiben. Mens sana in corpore sano. Nur in Deinem Fall bitte in der umgekehrten Reihenfolge. Erst das Werkzeug, dann das Ziel.
Könnte man auch irgendwie wohl auf Russisch sagen. Das kann ich nicht, @Soldast Schweijk vermutlich schon.

Bogus März 8, 2014 um 08:07

Lübberding macht in seiner Einleitung zu Schwejks lesenswertem Artikel einen kleinen Fehler:

“Vergleichen bedeutet gerade nicht nach Analogien zu suchen, sondern das Gegenteil: Nach Differenzen. ”

Das ist natürlich Unsinn, denn Vergleichen beinhaltet beides. Der Fehler erscheint mir aber symptomatisch für das Denken hier und anderswo: Entweder/oder, schwarz/weiß, links/rechts, pro- oder antirussisch.

Aus einer gewissen Distanz ist es dann mitunter durchaus amüsant zu beobachten, welche intellektuellen Klimmzüge gemacht werden, um dieses simple, dumme Schubladendenken vor sich selber und dem Rest der Welt zu verbergen. Das Gefasel eines lunatischen Nachtwächters von der “Moderne” ist ein schönes Beispiel, im anderen Extrem wird zu nächtlicher Stunde auch gerne mal die russische Nationalhymne intoniert.

Zum Thema: Russland lag 1914 näher an Europa dran als 2014, der Bruch kam danach. So ganz überzeugen mich die Ausführungen Schwejks daher nicht. Bugus mag’s mal wieder einfach: Der kalte Krieg sitzt in unseren Köpfen drin, die Medien – auf beiden Seiten! – sorgen dafür, dass er da so schnell nicht wieder rauskommt.

gelegentlich März 8, 2014 um 08:08

@pvk
„Das @ gel. daran (Schulungen) teilgenommen hat, bezweifle ich mit Nachdruck!
Außerdem müsste ich ihm irgendwo begegnet sein; ….. er soll mir die Orte nennen.
Ich bin heute 64 Jahre alt und war damals überdurchschnittlich jung und klug.“
Ist Ihr Problem. Ich nenne hier keine Orte. Vom Alter her könnt es passen, ich bin einen Tick älter. Aber im April, wenn @fl Lust hat, kann ich Ihnen gerne außerhalb dieses Blogs Name und Adresse, Mailadresse, geben. Kann schon sein dass wir uns mal begegnet sind. Leute, die „…damals überdurchschnittlich jung und klug…“ waren gab es wie Sand am Meer. In eine K-Gruppe bin ich damals nicht eingetreten, weil sich bei den Kontaktgesprächen herausgestellt hatte, dass mein „bürgerlicher Skeptizismus“ einfach zu groß und in deren Rahmen nicht passend war. Dennoch war und blieb mein Freundeskreis dort. Deren Biographien liefen in alle Himmelsrichtungen, die Meisten sind sich als Menschen treu geblieben. Führungsfiguren wie Joscha Schmierer, deren Biographie wirklich auf das jenseitige Flußufer führte, beschreiben heute im geschmeidigen Rückblick das als ihre „Bohemienphase“ (in der sie die Biographie unzähliger Mitstreiter freilich in den Abgrund geführt hattten, Berufsverbot usw.) . Solche Gestalten habe ich damals verachtet und tue es auch heute noch. Egal was für einen Mist im Kopf war: die mußten immer jeweils „führend“ sein oder sich dort selber untereinander so vestehen können. Meine Ablehnung aller Elitisten rührt daher. Wenn ehemalige Linke heute von Besiegtengeistigkeit faseln bestätigt sich mein Urteil. Wer zu schnell zu hoch hinaus will verbringt den überweiegenden Teil seiner Existenz halt im Straßengraben.
Der Klasseninstinkt der Arbeiter, die solchen Leuten, die vor der Frühschicht vorm Tor Flugblätter verteilten, durchaus nicht trauten, war richtig.

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 08:39

In dem Artikel geht es um die Klärung einer einzigen Frage: Warum ist Russland nicht der Westen? Aus welchen ökonomischen, soziologischen und historischen Gründen konnte sich das westliche Modell des entwickelten Kapitalismus in Russland nicht durchsetzen? Das war natürlich ohne Lenin und die Bolschewiki gar nicht zu denken. Zwischen Februar und Oktober 1917 hat Russland bekanntlich gleich eine ganze historische Entwicklungsphase überspringen. Eine Phase an der sich im Westen, sprich Deutschland, die Luxemburg, Kautsky und Bernstein abgearbeitet hatten. Spätestens mit der Entstalinisierung ab Mitte der 1950er Jahre wurde auch deutlich, dass dieses bolschewistische Entwicklungsmodell gescheitert war. Man musste also eine Debatte wieder aufnehmen, die in Russland selbst eine Rolle spielte, etwa bei den Menschewiki vor der Spaltung der Partei durch Lenin. In diesen Kontext muss man Wittfogel einordnen. Die prägende Wirkung auf heutige Akteure ist kaum zu unterschätzen. Man kann nämlich politisch daraus völlig unterschiedliche Rückschlüsse ziehen. Etwa eine Ostpolitik zu machen oder zum Kalten Krieger zu werden. Nur ist das heute natürlich keine politische Frage der Linken mehr, weil Putin kein Linker ist – oder in diesem Kontext argumentiert. Die Zeiten, wo die Bolschewiki im Namen des Marxismus ihre asiatische Despotie durchsetzen wollten, sind bekanntlich vorbei. Natürlich hatte niemand Lust, sich von einem georgischen Klosterschüler und einem ukrainischen Bauern den Marxismus erklären zu lassen, wenn man einmal von den Kommunisten absieht … . Insofern können Sozialdemokraten heute Putin ganz entspannt sehen … . Und eine theoretische Herausforderung kommt aus Russland auch nicht mehr. Ob die Sozialdemokratie als wichtigste Fraktion in der Linken diese Herausforderung noch annehmen könnte, ist eine andere Frage. Peter Glotz wäre in diesen Tagen 75 Jahre alt geworden – und hätte das natürlich diskutiert. Übrigens gerne mit jemanden wie Goodnight.

Das also nur als Hinweis an die jüngeren Leser, denen diese Debatte tatsächlich etwas antiquiert vorkommen muss. Das ist immer so, wenn man etwas nicht kennt. Aber wir haben hier einen Bildungsauftrag … .

Der Hinweis auf die Muslim-Brüder ist nicht schlecht. Wer den Ehlers-Text liest, wird tatsächlich bemerken, wie Putins Russland als ein reaktionäres Gesellschaftsmodell im Kampf gegen die Moderne gesehen werden kann. Erdogan wird das aufmerksam verfolgen. Und nicht jeder interpretiert seinen Robert Kurz so, wie Carlos Manoso. Man kann ihn auch anders lesen, nämlich als Plädoyer für die Idiotie des Landlebens (in Russland die Idylle der “Mir”). Dann fehlt nur noch eine Prise Tolstoi.

Es kann also jetzt nur darum gehen, den etwas naiven Modernisierungstheoretikern (wie Soros. Ja nicht aus Zufall auch ein Ungar … ) etwas Substantielles entgegenzusetzen. Aber diese Einschätzung über den Entwicklungspfad Russlands (oder auch Chinas) wird enorme politische und geopolitische Konsequenzen haben. Deshalb ist dieser Artikel von Schwejk wichtig: Er rekonstruiert intellektuelle Traditionen.

gelegentlich März 8, 2014 um 08:41

@Goodnight
Endlich kommt mal ein wenig Klarheit auf den Tisch.

„Er wird ja nicht aufhören, mit seinen Soldaten, die nicht mehr als Soldaten sondern als vermummte Verbrecherbanden in der Ukraine auftreten. Ohne Abzeichen ohne Flagge und ohne Gesicht. So agieren Banditen.“

Genau. Das ist das Gleiche, was man vor (!) dem Ausbruch des Bürgerkriegs in den großen Städten der Türkei und vermutlich auch im Libanon und in Jordanien sehen konnte. Die Hotels voll mit schrägen Ausländern. Keine Monteure, keine Ingenieure, keine Geschäftsleute. Söldnerausbilder, „Spezialisten“, darunter auch einige NGO-Vertreter. Also: Banditen, nicht wahr? Aber nicht die von Putin. Darf ich sagen: Anti-Putinisten? Oder eher: modern warfare? Modernisten, die keine vormodernen Skrupel gegenüber der Anwendung von Giftgas haben, wenn es darum geht ein passendes politisches Manöve zu inszenieren?

„Das Internet bringt die Wahrheit in allen Ecken der Welt in Millisekunden.“
Das müssen Sie bei Freund @Morph aber noch viel Übezeugungsarbeit leisten, meiner Treu.Ich stimme Ihnen aber zu. Was anläßlich des gescheiterten Putsches von Anhängern der Moderne gegen Chavez zu sehen war bestätigt das. Wie immer waren die Medien hier schon mit offenbar vorformulierten „Artikeln“ über Venezuela gespickt gewesen, die u.a. auch von der taz dann gedruckt wurden. Bis einige subversive Hansel aus Veneuzuela in real time per Internet Mails schickten, in denen beschrieben wurde,was dort wirklich ablief. Ab diesem Moment hatte man sehr hastig nur noch damit zu tun die Trümmer der eigenen Reputation nicht noch weiter zu beschädigen und darauf zu achten, dass die öffentliche Meinung dieses Fiasko nicht weiter zur Kenntnis nimmt.Die Antwort der Mächtigen kennen wir. NSA und so.
Dass sie aus den USA kommt stellt Ihr ganzes Weltbild, Ihr Credo, Alles, was Sie so beitragen, ins Klo. Dass Leute wie Putin, die chinesische Führung, Erdogan genauso denken ändert daran nichts.

„wir pumpen das Land voll mit Moderne, mit Freiheit, Reichtum, Sex, …..dekonstruieren wir all deren Werte mit unseren Informationen. So wie in der Türkei, Ägypten, Tunesien, Libyen, China, Iran, …. modern warfare!“
Endlich mal ein offenes Wort, Sie Freund der Freiheit und der Moderne. Alle Anhänger der Moderne, Ihres Credos, die dort leben, werden Sie dafür steinigen. Weil „der Westen“, die „Moderne“, die Nicht-Bekloppten, die Zeitgeistigen dort immer nur die angeblich die Steinzeit verkörpernden Figuren, Diktaturen, Institutionen unterstützt haben – gegen die „Modernisten“ in diesen Ländern.

Conclusio:
Ihr Bild der Moderne ist ein pseudoreligiöser Quatsch, zur Erzeugung und Vernebelung von Bekloppten. Dagegen hilft ein Blick wie der von Machiavelli, kritischer Empirismus, darauf schauen, was die Mächtigen wirklich tun. Politik wie eine Erfahrungswissenschaft.

(Mit Putin habe ich wirklich nichts am Hut; mir geht bloß diese durchsichtige antirussische Hysterie auf die Nerven)

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 08:55

Bogus

“Russland lag 1914 näher an Europa dran als 2014, der Bruch kam danach.”

Richtig. Der bolschewistische Putsch vom Oktober war auch der Auslöser gewesen. Die Bolschewiki mussten nämlich politisch mit den traditionellen Instrumentarien des russischen Zentralstaates handeln, um den Zerfall des Riesenreiches aufzuhalten. Von Iwan den Schrecklichen bis Peter der Große. Das prägte auch Putin, wenn er den Zusammenbruch der Sowjetunion als die “größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts” nennt. Die Legitimation dafür war nicht nur die Rolle des Kaiserreichs, sondern auch die Intervention der Westmächte auf Seiten der “Weißen”. Die Bolschewiki gerieten sehr schnell in die Logik des alten Zarismus. Lenin wusste das übrigens: Deshalb war ja auch seine Hoffnung die Revolution im Westen (und damit vor allem in Deutschland) gewesen, um den Druck auf die Bolschewiki zu reduzieren.

Bogus März 8, 2014 um 09:12

“In dem Artikel geht es um die Klärung einer einzigen Frage: Warum ist Russland nicht der Westen?”

Hab ich wohl falsch verstanden – ich dachte, es ginge um unsere Sicht auf Russland.

Eh egal, denn bald kommt die Revolution auch zu uns (ab 3:25):

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/2105912/Bayerische-Gepflogenheiten

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 09:16

Zu Glotz nur dieser Hinweis.

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 09:25

Bogus

Das ist unsere Sicht auf Russland. Das ist auch das Schöne an Schwejks Text. Er nimmt ja auch die ungarische (und mittelbar die polnische) Debatte vor 1989 auf, die mit dem Mitteleuropa-Begriff versuchte, sich Autonomie gegenüber der östlichen Vormacht zu erkämpfen. Die schnelle Osterweiterung wäre ohne diese Vorarbeiten gar nicht durchsetzbar gewesen. Im Westen sorgte vor allem ein Brite für die nötige Aufmerksamkeit: Timothy Garton Ash. Alle, die wie Schäuble, Lamers und Glotz (um nur einige zu nennen), zuerst die Vertiefung der EU um ihren karolingischen Kern befürworteten, hatten dann kein Argument mehr. Die Frage, was unter Europa politisch zu verstehen ist, war quasi im Hauruck-Verfahren entschieden worden. Damit haben wir uns auch die Probleme eingehandelt, um die es heute geht. Nämlich Europa auf der Krim zu verteidigen.

ruby März 8, 2014 um 09:34

Seite 133 dtv-Atlas Weltgeschichte Band 1 bringt etwas handfestes ;-)
zum eigenen Einschätzen – herrlich das Format, zum blättern mit den Händen – jeder Millimeter genutzt.

http://heuteshow.zdf.de/heute-show/heute-show-5989212.html

Wie kann das ZDF so etwas nur zulassen?

gelegentlich März 8, 2014 um 09:34

@Soldat Schweijk
Du hast hier die Elbe-Leitha-Grenze angesprochen. Und sozialstrukturelle Hintergründe unseres Russland-Bildes. Tut man das löst sich dieses Bild freilich auf.
In den sogenannten ostelbischen (zu ungenau!) Dörfern auf deutschem Boden hatte man ein Rittergut und eine Reihe von Landarbeiter-Katen. Die hatten bis 1945 oft nicht mal einen Holzboden in der Küche. Festgestampfter Erdboden, zu mehr reichte es nicht. Sonst war da nichts. Die Mentalität der Leute gegenüber der Herrschaft, dem Staat, der Kirche war ziemlich sicher genauso wie die allen Russen unterstellte.
Dafür war keineswegs die Elbe die Grenze. Das reichte weit bis nach Thüringen hinein, wie ich aus der Geschichte meiner Familie weiß.

Wenn man dieses Faß aufmacht wird es wirklich spannend. Aber dieser Blick ins Konkrete hat zuallerst die Folge, dass der Gegenstand, „Unser Bild über Russland“, sich auflöst. Diese emotional heftigen Debatten dieses Moments haben keine Grundlage mehr, werden zu allgemeinplätzigem und hohlem Wertegeschwafel mit giftigen tagespolitischen Zuspitzungen. Solch ein Russland hatten und haben wir eben auch hier.

Goodnight März 8, 2014 um 09:37

@gelegentlich

“Ihr Bild der Moderne ist ein pseudoreligiöser Quatsch, zur Erzeugung und Vernebelung von Bekloppten. ”

Gottchen…. dieser Blog ist ein bisschen zum Seniorentreff getroffen, wo sich alte Männer an der kontinuierlichen Reproduktion ihrer
sog. Weisheiten erfreuen. Ein bisschen wie ARD und ZDF hier. Etwas out of time. Naja, vielleicht kann man das hier doch noch ein bisschen jünger gestalten.

Zum Thema:
Bitte etwas mehr Differenzierung, d.h. die Zivilisten in den Hotels tragen keine Uniform. “Uniform” bedeutet per definitionem Einheitlichkeit. Wenn man aber Einheitlichkeit erzeugt, dann aber nicht zu erkennen gibt welches die Einheit der Einheitlichkeit ist, dass ist das ein Widerspruch. Und das ist schon bemerkenswert.
Also, für einen logisch denken Mensch.

Das Internet ist der Buchdruck des 21. Jhd. Es bringt alle Informationen dorthin, wo die Mächtigen sie nicht haben möchten. Natürlich versuchen die Mächtigen dann eigenständig das Internet zu nutzen, was aber nicht gelingt solange sie das Internet selbst nicht kontrollieren. D.h. sie können ihre eigene Wahrheit erzählen, sie können die Wahrheit der anderen hinterfragen und diskreditieren, aber sie können die Wahrheit nicht verhindern.
Und die einzige wirklich wichtige Wahrheit des Internets ist:
Das Leben in der westlichen Moderne ist für alle Menschen einfach viel besser. In jeglicher Hinsicht. Weil es die Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt. Und jeder Mensch, der das einmal erfahren hat, der will das auch haben. Man kann niemanden verführen, der kein dementsprechendes Bedürfnis empfindet. Das Internet kommt nicht mit einer Waffe und in Uniform. Das Internet bietet sich einfach nur an….und alle lieben es.

Und noch einmal für alle:
Ja, die USA sind auch nicht unschuldig. Ja, die haben auch böse Sachen gemacht. Ja, böse, böse, böse. Und auch die haben ihre Lektion gelernt im Irak und Afghanistan.
Aber es geht hier nicht um Moral.

Es geht hier um die Frage auf welcher Seite man steht. Auf der Seite unserer Moderne oder auf der Seite der anderen Gesellschaftsform.

Und ja, ich weiss dass viele Menschen sich nicht entscheiden wollen, weil dann muss man ja eine Meinung haben und diese muss man dann vertreten und muss man argumentieren und so. Ist blöd. Rückgrat zeigen und solche Sachen sind anstrengend. Da sitzt man lieber in der westlichen Moderne und darf alle Annehmlichkeiten genießen und den Mund aufreißen. Aber nicht dafür kämpfen und so. Ach nö….ist doch einfacher sich im Netz als Soldat zu bezeichnen und sich alle Seiten offen zu lassen: man kritisiert die Amis, die Russen die Kanzlerin, die linken, die Rechten, einfach alle, weil man ist ja auf einer Position die außerhalb oder überhalb schwebt, von der man aus alles bewerten kann ohne sich entscheiden zu müssen.
Gottchen das ist alles so ….

Egal. Ist halt etwas schwierig mit Personen zu kommunizieren die keine Entscheidungen treffen, die keineMeinung haben, außer die, dass die ganze Welt irgendwie böse ist. Darüber brauch man nicht in einem Blog zu diskutieren.

“I expect and demand your very best. Anything less, you should have joined the Air Force.”
Ramsey (crimson tide)

ruby März 8, 2014 um 09:41

wenn die uns morgen des gashahn zudrehen, kacken wir wieder vom baum …

deshalb erneuerbare energien mit lokaler autarkie und günstigen preisen

da lässt mensch sich doch nicht aufstacheln und in sinnlose konflikte verführen !!!

haben doch das internet wie goodnight gerade einfordert als instrument des modernismus

ruby März 8, 2014 um 09:44

@ gelegentlich
blätter mal im dtv-Atlas zur deutschen Ostbesiedelung und den regionalen Rechtssystemen dort …

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 09:46

Goodnight

Es geht allerdings nicht nur um die Moderne, wo die Digitalisierung der entscheidende Hebel ist, sondern darum, wer sie politisch kontrolliert. Das ist ein Machtkampf – und die Ukraine und die Krim nur ein Nebenkriegsschauplatz.

Goodnight März 8, 2014 um 09:50

@Lübberding

Es stellt sich doch einfach die Frage, was die ganze Historie und Kultur und Tradition von Russland den Reizen der westlichen Moderne entgegenzusetzen hat?
Freie Liebe. Absoluter Schutz auch vor den Beschützern. Wohlstand. Gerechtigkeit. Meinungsfreiheit…. Was davon hat Russland zu bieten und was davon wollen Menschen nicht haben?
Man muss es ihnen nur zeigen. Die Russen, die schon mal im Westen waren, die wollen eigentlich alle unsere Welt. Und die restlichen Russen, die sich keine Reise leisten können, die brauchen Internet.

Die Schlacht ist schon entschieden bevor sie angefangen hat.

Katsumoto: “What happened to the warriors at Thermopylae?”
Algren: “Dead to the last man.”
(the last samurai)

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 09:54

Goodnight

Schon den Leitartikel von Schirrmacher heute gelesen … ? Du liest Dich gerade wie ein Apologet des Silicon Valley. Es geht nicht um Putin, der agiert im Kontext der alten russischen Logik, nämlich das Riesenreich zusammenzuhalten.

Es geht wie immer um Deutschland.

Goodnight März 8, 2014 um 09:54

@Lübberding

Wer das internet kontrolliert? Ja, wer hat den Buchdruck kontrolliert?
Keiner!
Das ist ja gerade die Erkenntnis der Politik. Das Internet ist wie eine zweite Welt und diese muss jetzt besetzt werden. Aber wie will das die Politik machen? Sie kann ja keine Soldaten hinschicken….

Cobb: “Inception. Now, before you bother telling me it’s impossible”
Eames: “No, it’s perfectly possible. It’s just bloody difficult.”
(inception)

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 09:59

Goodnight

Der Vergleich mit dem Buchdruck hinkt. Die Digitalisierung wird die gesamte Industrieproduktion verändern und ist zugleich ein Instrument der Bewusstseinsbildung. Das ist das Revolutionäre an diesem Prozess. Und die Kontrolle darüber wird politisch entschieden, nämlich wer kontrolliert die Infrastruktur. Dem können sich zwar ein paar Intellektuelle entziehen, wie wir hier im Blog, aber das Schlachtfeld über die Kontrolle der Köpfe ist eben nicht hier zu finden.

holger196967 März 8, 2014 um 10:00

Tja, lustig der Soldat, interessant über die Bewässerung was zu lesen. Warum aber Russland so Russland ist, und nicht die Niederlande, liegt wohl eher auch an den Klimatischen Verhältnissen und an der Elektrifizierung sowie an der Entfernung zu der „Moderne“. Sprich Infrastruktur. Auch ist eben ein Teil Russlands mehr „Mongolisch“ als „Europäisch“.

Es gibt also viele Faktoren warum eben Russland Russland ist.

Genau das, haben wir ja auch in der leidigen „Europa“ Debatte. Warum ist der Grieche ein Grieche und kein „Deutscher“ und warum sind die Bajuwaren eben keine Griechen. Tja, und so kann man das weiter spinnen weiter und immer weiter.

Jede Region hat eben aufgrund der Lebensumstände seine Eigenschaften. Vielleicht sollte man das mal einfach nur akzeptieren. Man könnte natürlich sich auch Fragen: Warum der Tidenhub in Griechenland oder in Vladivostok ein anderer ist, als im Wattenmeer bei Norderney.

Was mich immer so aufregt, ist: Warum muss man anderen Kulturen eine andere Kultur aufdrängen? Warum immer die Missionierung. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit. Wenn zB Allah ein Nordischer Gott wäre, dann würden wir hier die Wurzeln Allahs haben. Ham wir aber nich. Allah zB ist ein Gott aus warmen Gefilden. Hier obbe hätte er sich den Arsch abgefriert. Der Gute Mohammed wäre als zitternd hier verreckt. Also passt eben Allah nicht hier obbe in die Civilisaticion. So einfach iss das. Hier hat man Thor und nen Hammer.

Der Russe muss also Russe sein, weil er sonst kein Russe wäre, Moderne Faxen hin oder her. Versteht aber so ein Männchen Hampel von Goodnights Gnaden nich.

So lange der Russe meint und das Gefühl hat, so sein Dasein fristen zu wollen, soll er das doch machen. Hauptsache der Kommunismus und der Allahismus wollen nicht die Weltherrschaft. Aber davon können die beiden ja auch nicht ab.

Das Problem liegt immer darin, dass man selbst den Eskimos nen Kühlschrank verkaufen will, und den Thai ne Zentralheizung. Das iss das Balla Balla dieser Modernen.

Also Lebbe und Lebbe lasse. Das fällt aber zu 99,99999Perido% dem Primaten nicht ein. Ein Gorilla würde nie auf die Idee kommen, einen Schimpansen zu sagen: Werde ein Gorilla.

Man könnte ja mal den Russen fragen: Hey Alter, wo fühlste dich da Heim. So… und dann legt man die Grenzen fest, und gut iss. Und dann kann man den Musel Tataren Fragen: Hey Alter wo biste zu Hause? Und Gott sah es ging um Mengenlehre. Immer da wo das Schnittmenge auftaucht, gibt’s Stunk. Und da wo es Stunk gibt, setzt sich der fitteste durch. Egal ob Allah nun Akbar iss oder nicht.

Man sollte sich die Welt eben nur wie einen Organismus vorstellen. Oder wie einen Körper.

Warum muss ich dem Bein denn eintrichtern, dass das Bein nun ein Kopf sein soll? Oder der kleine Zeh nun ein Ohr?

Vielleicht ist der Primat Mensch eben noch nicht soweit, es zu akzeptieren, dass es eine Artenvielfalt gibt.

Im Tierreich schafft er es ja.

Nur stellt sich die Frage, warum es am „Nordpol“ Eisbären hat aber keine Pinguine. Und umgedreht am „Südpol“ Pinguine aber keine Eisbären.

ruby März 8, 2014 um 10:04

@ goodnight

Die Einheit ist das Guthaben auf dem Konto (M0,M1, M2 …), wie die City in England durch ihren bürgerlichen Neid ausgelöst es staturiert / vom Staat erkämpft hat;
hinzu kommt noch das persönliche Eigentumsrecht, wie es den Arbeitenden in den Rechtsgesellschaften/Staaten jeweils eingeräumt ist.
Politisch, demokratisch, militärisch – volksabstimmlerisch?

gelegentlich März 8, 2014 um 10:04

@Goodnight

„… Naja, vielleicht kann man das hier doch noch ein bisschen jünger gestalten.“
Steht für sich. Kann alleine abfaulen. Die Gratulation, dass Sie das Niveau einer Julia Schramm erklommen haben (Privacy ist doch so was von 80s…), will ich nicht vergessen.
„Bitte etwas mehr Differenzierung, d.h. die Zivilisten in den Hotels tragen keine Uniform. “
Ist das Ihr Ernst – in diesem Kontext? In dem ja auch neben „modern warfare“ ab und zu der Begriff Völkerrecht erwähnt wird. Die Leute, mit denen ich dort gesprochen habe, wollen ganz einfach bei sich keinen Krieg. Und hören dann von Einem wie Ihnen: Ihr Dummerchen! Zum Wohle der Moderne muss das sein. Die Chance, die Achse Teheran-Damaskus zu zerschlagen, darf man sich doch nicht entgehen lassen. Oder wollt Ihr lieber in einem Teheraner Internet-Cafe sitzen ? Nebenbei: da gibt es noch nicht mal Pornos und nur eine sehr eingeschränkte Auswahl zum Gamen…

„Egal. Ist halt etwas schwierig mit Personen zu kommunizieren die keine Entscheidungen treffen, die keineMeinung haben, außer die, dass die ganze Welt irgendwie böse ist. Darüber brauch man nicht in einem Blog zu diskutieren.“

Sind Sie, mit Verlaub, verrückt? Die Leute, mit denen Sie hier kommunzieren, haben ihre Entscheidungen getroffen, haben eine Meinung, die sich nicht darin erschöpft dass die ganze Welt irgendwie böse ist. Sie mögen die reale Moderne, aber nicht den Popanz, den Sie daraus machen.

Und die konkret Ihre 1001fach verbrämten Deutungen, nach denen Putin böse und unmodern ist und die Gegenseite eben nicht, als pseudoreligiösen Quatsch und politische interessengeleitete Propaganda zurückweisen.

petervonkloss März 8, 2014 um 10:11

gelegentlich März 8, 2014 um 08:08

„Leute, die „…damals überdurchschnittlich jung und klug…“ waren gab es wie Sand am Meer“

Aber nicht im Republikanischen Club in der Wielandstr. 27. …….. Da gab es auch keine K-Gruppen.
Da liefen Krippendorf, Semmler, Dutschke, Mahler, Rabehl, Schily, etc. durch die Gegend, und wir waren jung.

Der RC wäre doch ein echter Anhaltspunkt!?
Frage: Wie konnte man rein räumlich in den RC eintreten?

ruby März 8, 2014 um 10:11
Ossiblock März 8, 2014 um 10:14

“Woher kommen unsere Vorstellungen von Russland?”

Meine kommen aus eigener Erfahrung. Seit 1982 immer mal wieder dort gewesen. Ziemlich regelmäßig.

Und selbst?

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 10:20

Ossiblock

Ich war in Dänemark. Aber wir sind jetzt ganz gespannt, welche Erkenntnisse sich aus diesen Besuchen in Russland ergeben.

Ossiblock März 8, 2014 um 10:24

Die Frage ging aber doch an den Gastautor.
Denn dieser Schütze A… stellte sie uns….

Dänemark ist auch schön. ;-)

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 10:25

Der Gastautor kennt Russland.

ruby März 8, 2014 um 10:26

@ fl

habe keine papierausgabe oder ein download abo
;-)
dafür geduld

Ossiblock März 8, 2014 um 10:26

Dann laß ihn doch antworten. Oder?

holger196967 März 8, 2014 um 10:33

Sizilien ist aber auch schön… SO :P

Ossiblock März 8, 2014 um 10:47

@Gatsautor

Sehr amüsante Geschichte. Leider für Rußlandkenner ungeeignet.
Es ist meistens so, daß ein Text, je länger er gerät, nicht besser ist, als ein kurzer.

Die Ausflüge in die Geschichte sind schon hinnehmbar. Aber insgesamt geht alles daran vorbei, den Dänemark-Urlaubern Rußland zu erklären. ( Sorry Frank! ;-))

Vorstellungen über Rußland. Mensch Soldat….
Vielleicht bekommst Du Fans im westlichen Lager. Aber bei Rußland-Auskennern erntest Du ein Schulterzucken oder Kopfschütteln.

BB März 8, 2014 um 10:48

@Bogus

“…..Lübberding macht in seiner Einleitung zu Schwejks lesenswertem Artikel einen kleinen Fehler: “Vergleichen bedeutet gerade nicht nach Analogien zu suchen, sondern das Gegenteil: Nach Differenzen. ” Das ist natürlich Unsinn, denn Vergleichen beinhaltet beides. ….”

Das war mir auch aufgefallen :-) Aber das ist genau der Grund, warum der Blog hier funktioniert. An solchen im Grunde hanebüchenden Unschärfen kann man sich herrrrrlisch reiben!

f.luebberding f.luebberding März 8, 2014 um 10:51

Ossiblock

Für Ossiblock ist der Text ungeeignet. Das haben wir jetzt verstanden.

Ossiblock März 8, 2014 um 10:55

Nö Frank.
Vielleicht auch für andere.

Der Punkt ist folgender: Der Text erklärt euch Dänemark-Urlaubern gar nichts.

Das ist meine Kritik. Ich hoffe, Du stufst das als sachlich ein. Denn so ist es gemeint.

Es geht doch nicht um mich – es geht um die Zukunft unserer Kinder. Denn was momentan passiert, macht mir Angst.

Ossiblock März 8, 2014 um 10:57

P.S.

Und da wären bessere Erklärungen hilfreicher.
Ich bin dann weg. Entschuldige meine Kommentare oder lösche sie.

BB März 8, 2014 um 10:58

@Schwejk

Guter Artikel. Vor allem das letzte Kapitel gefällt mir. Der Hinweis auf “Russland” als Bollwerk gegen die Globalisierung. Aber auch der Hinweise auf die historisch gewachsenen sozio-kulturellen Räume ist richtig.

Allerdings teile ich in Bezug auf die Grünen seltsamerweise die Auffassung von Morph, wobei der natürlich wie immer keine präzise Begründung liefert, muss wahrscheinlich auch gleich einkaufen wie ich.

Mag sein, dass bei den Grünen noch Diskurse von Bahro und Dutschke nachwirken. Aber nach Ockhams Rasiermesser scheinen mir folgende Gründe für die aktuelle Hetze der Grünen zu sein:

- die Sympathie für Graswurzelbewegungen. Auch die Kernkraftgegner haben mal so angefangen, wie die Kiewer Protestbewegung. Damit aber verbunden bei den Grünen ein völliges Negieren der Tatsache, dass bei einem Erfolg dieser Graswurzelbewegung in der Ukraine die Amis dort ganz dick mit im Boot sind und wir in Europa aufgrund dessen und weiterer Gründe keine Chance mehr auf so etwas wie Basisdemokratie bekommen würden, allein schon aufgrund des miltiärischen Konflikts, der sich dann ergibt. Die Grünen sind also ganz klar auf einem wichtigen Auge blind. Man könnte es so zuspitzen: Wenn die Kiewer bürgerliche Protestbewegung erfolgreich ist, haben wir in Resteuropa auf lange Sicht keine Chance mehr auf Partizipation, weil letztere plattgemacht werden muss aufgrund transatlantischer Sicherheitsaspekte (und natürlich der damit verbunden Wirtschaftsphilosophie: angelsächischer Kapitalismus).

- Klassische Klientelpolitik. So solidarisierte sich heute Trittin in einem Spiegelinterview (glaube ich) mit den aufstrebenden Mittelschichten. In einer solchen Haltung kommt fehlende Empathie für das untere Drittel einer Gesellschaft zum Ausdruck, da man die eigene Klientel in einer saturierten urbanisierten Mittelschicht verortet und gerade mal so mühsam noch den erfolgreichen Biobauern im Gehänge hat.

- Auf einer ganz tief liegenden unterbewussten Schicht mögen dort auch noch Ängste vor dem mongolischen Asiaten schlummern. Allerdings würde ich sagen, dass das dann nicht unbedingt nur ein Problem der Grünen ist.

gelegentlich März 8, 2014 um 11:05

@BB

Die Graswurzeln sind längst verdorrt:
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41177/1.html
Dass die Grünen nicht wissen mit wem sie da in einem Boot sitzen und wer dessen Kurs bestimmt glaube ich nicht.

gelegentlich März 8, 2014 um 11:07

@pvk

Dann sind wir uns in Berlin sicher nicht begegnet. Ich bin ein paar Jahre älter als Sie. Aber für diese wichtige Phase des RC wäre ich bei Weitem zu jung gewesen. Mehr als ein paar Autogramme hätte ein Knirps, der Sie damals gewesen sein müssen, gar nicht mitbekommen können. Vergessen wir das also.

petervonkloss März 8, 2014 um 11:18

gelegentlich März 8, 2014 um 11:05
@BB

„Die Graswurzeln sind längst verdorrt:“

Und du bist überführt. Leider noch nicht geteert.

"ruby" März 8, 2014 um 11:24

@ BB
konnte den Trittin bebachten, wie er bei Peek & Cloopenburg in Hannover sein erstes Sakko zur Regierungsintronisation aussuchte und kaufte.
Ende der Subkultur ;-)
Und wie läuft der jetzt herum?
http://www.peek-und-cloppenburg.de/de/trendmagazin/trends-news/2014/mailand/maennerzeit/

gelegentlich März 8, 2014 um 11:25

@pvk
„Überführt“? Von wem? Wie? Mit welchen Argumenten? Bitte nicht so maulfaul. Berlin war damals initial, aber nicht hegemonial! ;-)

Schatten März 8, 2014 um 11:27

@goodnight

>”Banditen” vs “Moderne”

Vielleicht weniger Filme gucken und mal eine Doku oder ein Buch lesen? Ich empfehle Jeremy Scahill!
> http://en.wikipedia.org/wiki/Jeremy_Scahill#Dirty_Wars

Denn der Punkt ist, dass Putins special forces eben auf amerikanischem Niveau angekommen sind! Wenn das nicht modern ist!

petervonkloss März 8, 2014 um 11:35

Denn der Ausgangspunkt war:
Morph März 7, 2014 um 23:04
@gelegentlich

“Aber Wittfogel war Standardlektüre bei jeder Schulung.”

gelegentlich März 8, 2014 um 11:39

@pvk
Genauigkeit auch bei Details. Ja, Wittfogel war Standard bei diesen Schulungen 1969-72 im Rhein-Main-Großraum, Bonn/Köln, als Teil der dort üblichen Schulungen. „…bei jeder Schulung…“ wäre dann ein lokalpatriotische Euphemismus, meinetwegen. Vielleicht war man in der Provinz weiter als in der Metropole? Auf jeden Fall hat die Wittfolgel-Lektüre eine Art unangenehmer Assoziationskette gegenüber asiatischer Despotie aufgebaut.

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 11:39

Der Reihe nach…

@ F. Lübberding

Wichtiger Hinweis auf Timothy Garton Ash! Der hat in den frühen 90-ern so den etwas disparaten ostmitteleuropäischen Diskurs in eine Art zielgerichtete Politikberatung des Westens, speziell Deutschlands, übersetzt. Hat, glaube ich, einen ziemlichen Impact gehabt, auch wegen seines sehr geschmeidigen und charmanten Auftretens.

holger196967 März 8, 2014 um 11:42

https://www.youtube.com/watch?v=h1h6axX-IRg

Das schöne iss, UNS muss man nicht Missionieren, und wir missionieren auch nicht. Entweder man IST oder eben nicht… :D

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 11:43

@ Bruchmüller

Woher das Interesse kommt? Nun, wie du Dir denken kannst, hab ich sowas mal studiert. Der mittlere Teil über Jenö Szücs beschreibt so ein bissel auch die eigene, naja, sagen wir: akademische Sozialisation. Das ist jetzt aber über ein Jahrzehnt her, und inzwischen hab ich die entsprechende Distanz dazu, zumal ich heute nix mit der Uni zu tun habe.

Um ein anderes Bild zu bemühen, das die Absicht für einige, die den Beitrag erstaunlich mißverstehen, vielleicht verständlicher macht.

Es gab vor Jahren auf der Berlinale mal eine russische Filmgroteske namens “Mars”. Der Name bezieht sich auf eine fiktive südrussische Stadt namens “Marx”, also in der kyrillischen Buchstabenfolge “Marks”. In der postsowjetischen Unordnung ist aus der großen Aufschrift über dem Bahnhof ein Buchstabe rausgefallen, so daß jetzt “Mars” zu lesen ist, und irgendwie beginnt die Stadt sich den neuen Namen anzueignen.

So ist es auch mit den Beschreibungsversuchen. Irgendwann stand zum Beispiel “Marx” drauf, das war der Sinnzusammenhang. Dann geriet alles in Unordnung, ein Buchstabe fiel raus, und nun kann man “Mars” lesen. Manche freilich, wie Rebecca Harms, lesen “Marsch”, und wieder andere lesen noch ganz was anderes…

Das gilt aber ebenso für unsere westlichen Sinnzusammenhänge, nur daß wir uns mit dem herausgefallenen Buchstaben noch nicht so arrangiert haben wie die Stadt Mars. Weshalb auch Aufklärung nurmehr mit einer Mimik und Gestik betrieben werden kann, wie sie hier der Sänger der ungarischen Band “Einstein-Komitee” vorführt; dieses Lied über die Liebe ist übrigens Teil jenes Films vom Nachtlied des Hundes, welcher hoffentlich auch im Fan-Einzugsbereich der TSG Cossebaude ab und zu gezeigt wird.

http://www.youtube.com/watch?v=n0Hty2PcNdI

wowy März 8, 2014 um 11:45

Internet, Moderne, Wahrheit?
Wie wäre es mit Konsum, Konsum, Konsum.
Der Westen braucht Märkte für die heimische Wirtschaft.
Google, Facebook, Monsanto,… etc.
Moderne heißt die Probleme nicht zu lösen, sondern sie zu exportieren. Dabei neu geschaffene Probleme werden mit Waffengewalt (Söldnertruppen allerorten) und Chaos gelöst, was praktischerweise gleichzeitig der heimischen Rüstungsindustrie hilft.
It`s the economy, stupid!

Die Bevölkerungen denken, ganz unmodern, in nationalstaatlichen Kategorien, weil sich ihr tägliches Leben, außer dem Internet, noch in diesen Kategorien abspielt.
Wir brauchen politische Lösungen.
Der Lobbyismus ist die Seuche des 21. Jahrhunderts.
Anstatt Lösungen für Gemeinschaften in denen das Individuum einen freien Raum findet, werden Lösungen für Individuen geschaffen, in denen die Gemeinschaft nicht mehr vorkommt.

holger196967 März 8, 2014 um 11:48

Un jetzt könnt ihr Euch mal vorstelle, warum die EINTRACHT DIE EINTRACHT ISS.

Geht gerade auch an die Kommunikations Intellektuellen… ALLES geht die EINTRACHT bleibt. IHR Russen-Versteher… :D

wowy März 8, 2014 um 11:51

@holger
Die bleibt zukünftig nur, wenn ein reicher Individualist Spass an ihr hat.

holger196967 März 8, 2014 um 11:59

wowy

macht ja nix… :D Es geht ja um die Frage warum ein Russ ein Russ iss. LOL Weil er es eben kann !

holger196967 März 8, 2014 um 12:01

Ich kann ja auch net nie ein Kinese sein. Akzeptiere ich aber auch.

Goodnight März 8, 2014 um 12:11

@lübberding

“Der Vergleich mit dem Buchdruck hinkt. Die Digitalisierung wird die gesamte Industrieproduktion verändern und ist zugleich ein Instrument der Bewusstseinsbildung. Das ist das Revolutionäre an diesem Prozess.”

=>Äh, war der Buchdruck nicht revolutionär? Vom Prinzip war er noch revolutionärer, denn vorher konnte man Wissen nicht speichern.
Das revolutionär am Internet ist hingegen die Geschwindigkeit…und die technische Möglichkeiten, da man im Internet nicht nur lesen sondern auch kommunizieren und ganz viel mehr kann.

“Und die Kontrolle darüber wird politisch entschieden, nämlich wer kontrolliert die Infrastruktur. Dem können sich zwar ein paar Intellektuelle entziehen, wie wir hier im Blog, aber das Schlachtfeld über die Kontrolle der Köpfe ist eben nicht hier zu finden.”

=>naja, in der modernen (westlichen) Welt hat das Rechtssystem ein wirklich gewichtiges Wort mit anzuführen. Und wie will die Politik in Infrastruktur kontrollieren? Jede Regierung die heute damit anfangen würde “Bücher zu verbrennen” , die würde selbst bald nur noch in (geschichts-)Büchern existieren. Nope, der Kampf findet auf dem Schlachtfeld Internet statt, die Politik kann nur versuchen die Nachrichten zu lenken…aber auch das ist ausweglos. Eine aktuell zu beobachtende Möglichkeit ist Desinformation, d.h. man lässt so viele gefakte Youtube-Videos laufen bis keiner mehr wirklich weis, was noch Wahrheit ist. D.h. man nutz die Stärke des Internets um es zu bekämpfen: jeder kann alles sofort mitteilen. Abe auch da wird das Internet eine Antwort finden.

@gelegentlich

“Die Leute, mit denen Sie hier kommunzieren, haben ihre Entscheidungen getroffen, haben eine Meinung, die sich nicht darin erschöpft dass die ganze Welt irgendwie böse ist”

O.K. Eine einfache Frage:
Ist die militärische Besetzung eines anderen, souveränen Staates, wie im Falle der Ukraine durch Russland, moralisch und rechtlich zu verurteilen oder nicht?

” What have you done really? Gotten yourself filmed in one demonstration or another in Trafalgar square? You even made the evening news when you sat on a road in front of a bus and read aloud from Che Guevara. Tell us what you’ve done besides talk. Not a thing.”
Joseph (the little drummer girl)

karla März 8, 2014 um 12:12

Ossiblock März 8, 2014 um 10:47

@Gatsautor

” Sehr amüsante Geschichte. Leider für Rußlandkenner ungeeignet.
Es ist meistens so, daß ein Text, je länger er gerät, nicht besser ist, als ein kurzer.

Die Ausflüge in die Geschichte sind schon hinnehmbar. Aber insgesamt geht alles daran vorbei, den Dänemark-Urlaubern Rußland zu erklären. ( Sorry Frank! ;-))”

Ossiblock, kürzere Beiträge und inhaltlich reichhaltig wäre gut. Aber du stellst hier den Dänemark-Urlaubern 6 Kurzbeiträge rein ohne ein Wort zu Rußland??

Aber vielleicht kommt ja noch etwas nach.

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 12:17

@ Schatten —> “Ist es nicht eher so, dass sich die Dörfer in Städte verwandelt haben, also Großdörfer in Kleinstädte?”

Ja, die Frage ist ja, ab wann eine Stadt funktional was ganz anderes wird als ein Dorf. Die vergleichende Geschichtsschreibung geht davon aus, daß in Rußland die Städte tatsächlich von ihrer Funktion her weit länger “große Dörfer” geblieben sind als im Westen. Das mag für die frühe Neuzeit alles so zutreffen, aber was sagt uns das über die Funktionalität von Städten in der Moderne des 21. Jahrhunderts? Das ist wieder so eine Sache wie mit “Marx” und “Mars”… mit kaum einem Begriff wird m.E. heute so viel ideologisches Schindluder getrieben wie mit dem Begriff der “Urbanität”… aber den zu dekonstruieren wäre ein anderes Thema…

holger196967 März 8, 2014 um 12:19

wowy

warum ich das mit der Eintracht bringe? Ganz einfach, der Trainer Veh geht, und nun stell dir mal vor, der Böse Oligarch will uns den Loddar Maddäus aufs Auge drücken, dann brennt aber die Geschäftsstelle nieder. Weil das geht nun mal gar nich.

:D

wowy März 8, 2014 um 12:24

@holger
Der “Böse Oligarch” weiß aber wo du wohnst, weil er mit seinen Söldnertrupps das ganze Stadion überwacht und auf Knopfdruck weiß, wie er dir wehtun kann ;-)

holger196967 März 8, 2014 um 12:25

Un nu kommen die Missionare ala Goodnight un wollen de Welt beherrschen… da gibts aber gleich den Popo weich geklopft. Soll er zu Hause bleiben der Moderne, oder es gibt was uff de Fress.

Putin macht nämlich da nen Strich… Ein Putin lässt sich nämlich nich Missionieren, ich werde ja auch kein Supporter vom FCB (ausgeschlossen) eher störb ich. :D

wowy März 8, 2014 um 12:26

@holger
Der Denkfehler liegt darin, die Entstaatlichung für unproblematisch zu halten, sich aber gleichzeitig in der Sicherheit des Rechtsstaats zu wiegen.

holger196967 März 8, 2014 um 12:29

wowy März 8, 2014 um 12:24
@holger
Der “Böse Oligarch” weiß aber wo du wohnst, weil er mit seinen Söldnertrupps das ganze Stadion überwacht und auf Knopfdruck weiß, wie er dir wehtun kann”

Und? soll er doch… ;) Soll er sich einen sonst was. :D

Guck mal hier uff den Text: Auszug aus der offiziellen Webseite:

Die Westtribüne (Blöcke 31 – 41) ist der Heimfanbereich von Eintracht Frankfurt. Wir möchten nachdrücklich darauf hinweisen, dass es in diesem Bereich zu Problemen führen kann, falls dort Farben der Gastmannschaft getragen werden.
Unser Ordnungsdienst ist angewiesen, entsprechend zu reagieren. Um derartigen Problemen vorzubeugen, möchten wir Sie bitten, sollten Sie kein Eintracht-Fan sein, sich an den Vorverkauf des Gastvereins zu wenden und dort die entsprechenden Tickets für den Gastbereich zu erwerben.
Außerdem besteht in diesen ausgewiesenen Bereichen unter Umständen Sichtbehinderung durch das Schwenken von Fahnen oder durch stehende Fans. Reklamationen oder Ersatzansprüche aufgrund dieser Einschränkungen sind ausgeschlossen.

:D

BB März 8, 2014 um 12:31

@gelegntlich

“…Dass die Grünen nicht wissen mit wem sie da in einem Boot sitzen und wer dessen Kurs bestimmt glaube ich nicht….”

Ja, denn so dumm, dass die nicht sehen, was da passiert, kann eigentlich niemand sein.

Das Problem der Grünen ist, dass sie eine reine postmoderne Lifestyle-Partei geworden sind (wenn sie denn je etwas anderes waren). Sie haben jede “rationale” Basis für ihre Politik ausgeblendet, d.h. historische oder auch ökonomische Analysen interessieren sie nicht.

Auch das Thema “Partizipation” ist ihnen egal. Solange sie ihre doofen grünen Plakate mit der Sonnenblume auf Demos in irgendwelche Kameras halten können, reicht ihnen das. Marketing ist halt alles in der heutigen postmodernen Gesellschaft.

In gewissem Sinne ist die Auffassung von Frau Harms konsequent, dass sie auch für einen Sturz Putins plädiert. Dann wäre ja der Weg frei für eine globale Gentrifizierung, für die die Grünen stehen, mit Prozac- NLP-happy amerikanischem Lifestyle für eine kleine urbane Funktionselite mit iPhone (USA), Facebook (USA) und Google (USA), in der die Partizipationsmöglichkeiten auf das hektische Klicken von “Likeit”-Buttons reduziert wurden.

Denn wenn sie tatsächlich mehr wollten, dann handeln sie gerade ziemlich unrational !!!!!!!

Das ist es eigentlich, was in der Analyse von Schwejk noch fehlt. Der soziokulturelle Einfluss der amerikanischen Variante des Feudalismus (Finanzoligarchie), die zur Zeit das Geschehen bestimmt.

Viele haben nämlich im Moment – und zwar zu Recht – mehr Angst vor den Horden des Wild-West-Kapitalismus als vor den asiatischen.

(Unwählbar bei den EU-Wahlen: Grüne wegen Harms und Co. und EVP wegen Brok und Co. Alles Kriegshetzer)

ruby März 8, 2014 um 12:37

zu Schottland
ab 16:45 Min bis 26:45
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42152
England wird die Offshoreressourcen nicht aufgeben
what`s so ever …

Ossiblock März 8, 2014 um 12:41

karla März 8, 2014 um 12:12

Gerne. aber erst, nachdem unser Gastautor auf meine Frage geantwortet hat. Bisher hüllt er sich in Schweigen.

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 12:44

@ Morph —> “Aber wo bleibt da die Selbstbeschreibung dieses ‘Raums’. Ich würde mal vermuten, dass da die russische Literatur ungleich viel mehr impact gehabt hat als die gelehrten Abhandlungen.”

Hm… aber die Literatur, die Du meinst, die ist mehr als 100 Jahre alt. Jüngere Selbstbeschreibungen dieses ‘Raumes’, auch kinematographische, popkulturelle, sind hierzulande doch eine absolute Nischenangelegenheit. Was umso erstaunlicher ist, da es doch eine große russischsprachige Bevölkerungsgruppe gibt.

Und die russische Geschichtsschreibung wird hierzulande ja praktisch gar nicht wahrgenommen. Wassili Kljutschewski etwa ist ein großer russischer Historiker der vorrevolutionären Zeit, der für das russische geschichtliche Selbstbild auch heute sehr wichtig ist. Hierzulande an den einschlägigen Fakultäten kaum rezipiert, der bescheidene Wikipedia-Eintrag ist da bezeichnend.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wassili_Ossipowitsch_Kljutschewski

Gilt umgekehrt aber ähnlich; die russische Geschichtsschreibung ist, soweit mir das die oberflächlichen Einblicke gestatten, eine ziemlich autochthone, selbstbezügliche Angelegenheit.

Weshalb ich übrigens auch nicht an Deine Weltgesellschaft glaube. (Ich weiß nicht, wie’s in der Hinsicht etwa in der Türkei oder Japan aussieht. Zu Brasilien hast Du ja wahrscheinlich ‘nen gewissen Einblick.)

ruby März 8, 2014 um 12:45

@ BB

mal den Ursprung der Gentry (englischer Landadel) nachforschen
http://de.wikipedia.org/wiki/Gentry

“Die Gentry spielte im Vorfeld der Industrialisierung eine wichtige Rolle, indem sie mit Einhegungen (Enclosures) die der Öffentlichkeit gehörenden Weiden (Allmenden) in ihren Besitz brachte und somit verkleinerte. Dies kann als ein Mitfaktor gesehen werden für die im 19. Jahrhundert massiv erfolgende Abwanderung der einfachen Landbevölkerung (Landflucht) in die Städte, wo sie dann das Proletariat bildete.”

holger196967 März 8, 2014 um 12:45

und wowy

falls mich einer sucht, ich sitze immer in 31H ganz obbe. :D

http://www.eintracht.de/media/stadion/stadionplan/stadionplan.jpg

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 12:49

@ Ossiblock

Versuch mal drei Sätze geradeaus zu schreiben und eine sachliche Kritik zu formulieren. Dann können wir drüber reden. Vielleicht, wenn ich Lust habe mit Dir zu spielen.

ruby März 8, 2014 um 12:51
ruby März 8, 2014 um 12:57

übrigens bei der CeBIT ist überwiegen geiles Wetter angesagt
http://www.cebit.de/
welcome the world and be decent

gelegentlich März 8, 2014 um 12:59

@Goodnight

„O.K. Eine einfache Frage:
Ist die militärische Besetzung eines anderen, souveränen Staates, wie im Falle der Ukraine durch Russland, moralisch und rechtlich zu verurteilen oder nicht?“
Ohne jede Einschränkung: natürlich ist das zu verurteilen. Genauso, also nicht stärker, wie die putschistische und paramilitärische Übernahme eines anderen souveränen Staates, in diesem Fall der Ukraine, unter Bruch der Verfassung dieses Landes. Und wie immer bei solchen Konflikten steht am Anfang die Frage: wer hat mit diesen angefangen, nicht wahr?

Und wenn man diese vollständigere Sicht auf das Problem vermeidet und nur schlicht „Putin ist unmodern“ sagt, und das in dieser unerfreulich gefährlichen Situation, dann ergreift man Partei für eine Seite, die ich z.B. geschwächt und nicht gestärkt sehen möchte. Wenn auf ukrainischen Schwarzerdeböden kein Weizen für Chlorhühnchen wächst ist das besser für die Welt, die von heute, die von morgen. Obwohl Chlorhühnchen natürlich modern und funktional ausdifferenzierter sind als Hühnchen ohne Chlor.

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 13:00

So schön sich der Text auch liest (und dafür ein ganz großes Kompliment!), mir ist nicht ganz klar, was er zur Erhellung der aktuellen Merde beiträgt. Russland ist entweder mehr Europa oder mehr Asien, je nachdem,wie es das für sich und vor allem seine Beziehung zur Ukraine halten möchte, oder, wie das Brzezinski so schön formuliert hat: “Der springende Punkt ist, und das darf man nicht vergessen: Ohne die Ukraine kann Russland nicht zu Europa gehören, wohingegen die Ukraine ohne Russland durchaus Teil von Europa sein kann.”

Und deshalb – und darin liegt des Pudels Kern einzig und allein, und damit gebe ich Morph et al. die auf die Wirkmächtigkeit russischer Selbstbeschreibung abstellen 99 von 100 möglichen Punkten – ist vor allem die Frage zu klären, was Russland tatsächlich sich selbst antwortet, wenn die Fragen aufkommen: “Wer sind wir?” und “Wohin wollen wir?”. Bestehen die Antworten auf beide Fragen auf einer Bejahung der europäischen Identität, dann liegt es letztendlich in seinem eigenen ureigensten Interesse, dass die Ukraine integraler Teil eines erweiterten Europa wird. Tun sie das nicht, dann gibt es für ein überalterndes und demografisch ohnehin zunehmend “asiatischer” werdendes Russland in Wahrheit keine Hoffnung, und die Moderne wird seine Protagonisten, genau so wie Goodnight es skizziert, unter Facebook-Posts und Youtube-Clips begraben.

niemand März 8, 2014 um 13:01

>”Moderne heißt die Probleme nicht zu lösen, sondern sie zu exportieren.”

Nun, dann sie haben den Grünen Punkt und gehen zurück.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Prisoner_population_rate_world_2012_map.png

wowy März 8, 2014 um 13:07

@niemand
Was will er damit sagen?

BB März 8, 2014 um 13:08

Ich finde, man muss auch diskutieren, inwieweit die Angst vor den “asiatischen Horden” künstlich von den Eliten, die uns aggressiv den amerikansichen “Way of life” verkaufen wollen, induziert wird.

Es gibt nämlich eine enorme Diskrepanz zwischen der Bewertung der Vorgänge durch die sich aktiv Informierenden wie sie beispielsweise in vielen Kommentaren auch Russland-feindlicher Artikel der Mainstream-Presse oder ganz bezeichnend in dieser enttarnten Zensur unserer Propaganda-Medien zum Ausdruck kommt ….:

http://netzfrauen.org/2014/03/07/offener-brief-wir-fordern-die-lueckenlose-aufklaerung-dieser-zensur/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+netzfrauen+%28netzfrauen%29

….. und dieser Umfrage eines anderen Propaganda-Mediums bei welcher “aktiv” und “passiv” Informierte – also auch die Mehrheit der leicht propagandistisch Beeinflußbaren – befragt wurden:

http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend2174.html

Es zeigt sich ein Bias, der zeigt, wie künstlich die Angst vor “asiatischen Horden” tatsächlich ist und wie wenig realer Gehalt tatsächlich dahintersteckt.

BB März 8, 2014 um 13:14

@TRSS

“…..Und deshalb – und darin liegt des Pudels Kern einzig und allein, und damit gebe ich Morph et al. die auf die Wirkmächtigkeit russischer Selbstbeschreibung abstellen 99 von 100 möglichen Punkten – ist vor allem die Frage zu klären, was Russland tatsächlich sich selbst antwortet, wenn die Fragen aufkommen: “Wer sind wir?” und “Wohin wollen wir?”. …..”

Im Moment ist Putin bei der Mehrheit der Held! Wenn gewählt würde meinetwegen in einer Wahl, die von einer deutschen Wahlkommision organisiert würde, er wäre er wieder Präsident!

Selbst, wenn er seine Opposition nicht unterdrücken würde! +

Allerdings auf eines müsste auch eine deutsche Wahlkommission achten, dass nämlich Konrad Adenauer, Soros und Co. dort dann nicht ihr Unwesen treiben. Es soll ja fair zugehen.

Also, was willst Du denn jetzt eigentlich uns überhaupt neues mitteilen?

BB März 8, 2014 um 13:17

@ruby

Gentry: Guter Hinweis auf Wikipedia!

ruby März 8, 2014 um 13:19

Wie lauten die Konten und Zahlungsströme für Begleichung der anfallenden Kosten und Leistungen?
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-03/timoschenko-ukraine-berlin-charite
http://www.charite.de/charite/organisation/

Bogus März 8, 2014 um 13:21

TRSS

“europäischen Identität”, was ist das eigentlich? Gibt’s die noch? Du scheinst diese ja auch mit US-Identität (“unter Facebook-Posts und Youtube-Clips begraben”) gleichzusetzen.

Off topic, aber interessiert den kleinen Bogus: Was hat eigentlich so’n Business-Fuzzi mit Eminem am Hut?

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 13:23

>Also, was willst Du denn jetzt eigentlich uns überhaupt neues mitteilen?

Nix. Wollte eigentlich nur mal sehen, ob sich irgendein zwanghafter Schwätzer findet, der selbst auf mein banales Dahingeschreibsel noch irgendwas draufsetzen muss.

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 13:31

>“europäischen Identität”, was ist das eigentlich? Gibt’s die noch?

Natürlich gibt’s die und Leutchens wie ich sehen sie, ohne die ganz, ganz gr0ße Schwallerei von den “gemeinsamen Werten” zu bemühen, vor allem pragmatisch: Kann ich zB nach’m Aussteigen ausm Flieger direkt zum Taxistand durchmarschieren oder gibt’s da sowas wie Passkontrollen? Oder kann ich in Portugal mit demselben Schein zahlen wie in Frankreich? Oder kann ich in England genauso mein Facebook-Konto checken wie in den Niederlanden?

>US-Identität (“unter Facebook-Posts und Youtube-Clips begraben”)

Papperlappap. Schau dir mal die Kinder an, die 10-jährigen: Facebook, Twitter, Whatsapp, Skype, gemeinsame Minecraft- und Zelda-Sessions mit Gleichgesinnten über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Erzähl denen mal was von “US Identität”, die lachen dich noch nicht mal mehr aus, die beachten dich schlicht gar nicht.

BB März 8, 2014 um 13:32

@TRSS

“…Wollte eigentlich nur mal sehen, ob sich irgendein zwanghafter Schwätzer findet, der selbst auf mein banales Dahingeschreibsel noch irgendwas draufsetzen muss…..”

Na, dann wissen wir ja jetzt, was wir von deinen Beiträgen zu halten haben.

Das ist leider das Problem in der Diskussion mit Morph, Goodnight und TRSS. Wenn sie Contra bekommen haben, dann gehen sie eine Weile in Deckung und verweigern die Antwort (möglich wäre ja z.B. “Da muss ich dir rechtgeben” oder “1 zu 0 für dich” – nicht unbedingt mir -) und bei nächster Gelegenheit kommt derselbe argumentative Stuss wieder wie so ein Springteufel aus der Kiste.

Hab übrigens auch eine Eminem-CD im Regal

(Allerdings nur einmal zur Hälfte gehört)

BB März 8, 2014 um 13:35

“….kann ich in England genauso mein Facebook-Konto checken wie in den Niederlanden….”

*Kecker, lach* Du solltest nicht von denen Problemen auf die aller Menschen schließen.

holger196967 März 8, 2014 um 13:38

—>>>Papperlappap. Schau dir mal die Kinder an, die 10-jährigen: Facebook, Twitter, Whatsapp, Skype, gemeinsame Minecraft- und Zelda-Sessions mit Gleichgesinnten über Ländergrenzen und Kontinente hinweg.”

Yep… Meine Söhne sind zwar nicht mehr 10 sondern 17 und 21 aber Hey, die sprechen “Englisch” :D Was min Skype Kumpel Aussie nich kann LOL

Gibt keine Welt-Kriege mehr, warum denn auch?

Das Fell Erde iss verteilt.

holger196967 März 8, 2014 um 13:40

Wie geht man nun damit um, dass es keine Weltkriege mehr geben tut?

STAGNATION :D

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 13:41

@ TRSS

Naja, ich glaube nicht, daß Nachdenken über “Identität”, sei es europäische oder asiatische, da viel weiterhilft. Das ist doch ein Teil der Merde. Ich hab ja mit offenbar unzureichenden Mitteln versucht, genau solche Erklärzusammenhänge in Frage zu stellen.

Das Selbstbild… nun, zunächst mal gibt es m.E. sowas wie eine gemeinsame Alltagskultur, auch Popkultur des ganzen russischsprachigen Raumes, zumindest in der Generation 40+, also so etwas wie eine postsowjetische Gesellschaft mit eigenen ‘urban legends’ und so. Also ganz ohne mythische Überhöhungen (die es freilich auch gibt, die aber m.E. nicht repräsentativ sind).

Zugehörigkeit zu Europa… nun, konkret etwa gibt es den schönen Ausdruck “Evroremont’, was eine Neuausstattung des Wohnung mit importierter Haushaltstechnik meint. ‘Evroremont’ war ab Anfang der nuller Jahre für den individuellen Haushalt so ein Symbol dafür, aus dem Gröbsten raus zu sein, ein kleines privates Wirtschaftswunder, ein kleines privates Europäertum. Aber die Leute haben sich deshalb keine Gedanken über Strukturgrenzen gemacht. ‘Evroremont’ gab es zwischen Wolga und Ural durchschnittlich gewiß früher als irgendwo in der Zentralukraine.

Ansonsten sollte man den ganzen Komplex “Macht” und so von diesen Moderne-Betrachtungen abtrennen. Amerikaner unterhalten in einem rechtsfreien Raum auf Kuba ein Miltärgefängnis. Amerikaner und Briten foltern in einem Militärgefängnis im Irak Gefangene. Russen fahren ohne Rangabzeichen auf der Krim herum, immerhin internieren und foltern sie niemanden. Das alles ist Macht in der Moderne, und die russische Moderne auf der Krim ist in der Hinsicht bisher ziemlich cool. Und wenn alles gut geht, dann kriegen die Tataren jetzt auch ‘Evroremont’…

holger196967 März 8, 2014 um 13:42

Iss doch interessant, da gehen die O Samen Bin Laden aus, schon kommt der pöse Russe um die Egge.

Irgendwas iss ja immer LOL man gut, dass es den HSV gibt :D

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 13:48

@BB

>*Kecker, lach* Du solltest nicht von denen Problemen auf die aller Menschen schließen.

Du kannst übrigens auch im tiefsten China dein Facebook-Konto checken, problemlos und staatlich nicht nur geduldet sondern sogar gefördert, wenn du in einem Hotel der Regierung eincheckst und dir standardmäßig die Option “VPN” beim WLAN angeboten wird. In Shanghai, Beijing oder jeder anderen Großstadt so gut wie kein Intelligenzia-Haushalt, der keinen VPN-Zugang (und damit unzensiertes Internet) hätte.

Sogar die Chinamänner haben also längst begriffen, woher der Wind weht. Dass sie ihn nur behutsam nach und nach auf ihre Leutchens blasen lassen wollen, sei ihnen gestattet; dass sie nicht so blöd sind, ihn aufhalten zu wollen, sei ihnen angesichts post-imperialer UdSSR-Nostalgiker andernorts hoch angerechnet.

BB März 8, 2014 um 13:51
gelegentlich März 8, 2014 um 13:56

@Schweijk
„Das alles ist Macht in der Moderne, und die russische Moderne auf der Krim ist in der Hinsicht bisher ziemlich cool.“
Jaaa! So ist das für Moderne anschaulich. Kommt viel cooler rüber als das Giftgas in Syrien oder die geräteunterstützte Truppenunterhaltung im Irak. Und cool kann einfach nicht unmodern sein.
@BB
Herzlichen Dank für den Link zu den Netzfrauen! Ist ja fast so wie damals bei Guttenberg, als BILD hastig die Notbremse ziehen mußte. Der Kommentar macht auch anschaulich, was eine Ukraine in der EU beim jetzigen Stand der Dinge für uns bedeuten würde:
„Maria Gabriel
Antworten
… Danke liebe Netzfrauen für Eure Aufklärungsarbeit und dafür,
dass Ihr die Dinge hier so konzentriert ans Licht der Öffentlichkeit bringt.
Jetzt verstehe ich auch, warum die EU unbedingt die Ukraine (in den nicht legitimen Verbund) zwingen will – so öffnet sie Monsanto Tür und Tor und bringt uns alle hier um unsere natürlichen LEBENsgrundlagen.“

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 13:58

@ Holger —> “Irgendwas iss ja immer LOL man gut, dass es den HSV gibt”

Ja, da gab’s doch mal diesen Vereinschef mit der bemerkenswerten Physiognomie, hinter der man sich auch eine ganz andere Fahne vorstellen konnte. Wo wir schon bei solchen Bildern und Vergleichen sind…

http://www.ksta.de/image/view/2001/10/27/14390632,10078859,dmData,HSVMitgliederversammlung%2B%2525281006514783403%252529.jpg

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 14:01

@Schweijk

>Ich hab ja mit offenbar unzureichenden Mitteln versucht, genau solche Erklärzusammenhänge in Frage zu stellen.

Nochmal: nichts gegen deinen Beitrag als solches. Ich habe schon lange keinen so ausführlichen Text im Web gelesen, deinen aber mit großem und während der Lektüre wachsendem Interesse. Wusste nichts von alldem (was aber nicht verwundert, denn ich weissgarnix).

>‘Evroremont’ war ab Anfang der nuller Jahre für den individuellen Haushalt so ein Symbol dafür, aus dem Gröbsten raus zu sein, ein kleines privates Wirtschaftswunder, ein kleines privates Europäertum. Aber die Leute haben sich deshalb keine Gedanken über Strukturgrenzen gemacht.

Natürlich nicht. Machen ja wir genauso wenig. Ich wüsste im Moment mitnichten zu sagen, wo jetzt im Moment die räumlichen Grenzen von Europa verlaufen, und welcher Balkanese mit seinem Staat bereits Mitglied der EU oder gar des Euro ist. Es ist mir, in der Reflexion des Begriffs “Europa”, nämlich ziemlich egal. Wenn ich mich allerdings durch diese Länder bzw Kulturen bewege, dann merke ich natürlich sehr praktisch, ob ich mich in einem “europäischen” Land (oder vielleicht besser: dem “Westen”) bewege oder nicht.

Umgekehrt kann ich unmöglich in Shanghai am Bund entlang oder durch French Concession laufen und glauben, dass ich mich in “China” befinde.

>Amerikaner unterhalten in einem rechtsfreien Raum auf Kuba ein Miltärgefängnis.

Genau. Und zwar deshalb, weil ihnen die Moderne bei ihnen zuhause derartiges schlichtweg nicht gestatten würde (Recht, Medien, NGOs, …). Eine Art “archaisches Refugium”.

>Das alles ist Macht in der Moderne,

Nope, es ist das genaue Gegenteil: es ist das Eingeständnis der Ohnmacht vor der Moderne.

Goodnight März 8, 2014 um 14:09

@TRSS

Die Moderne wird alle Kulturen auffressen. Eine nach der anderen…eigentlich kann Russland keine eigene Moderne mehr definieren. Das Ding ist durch.
Abgesehen stellt sich ja wie oben die Frage, was das ist, diese russische Seele, Kultur oder Identität. Schauen wir mal nach Süden, so sehen wir: Türkei, Ägypten, Libyen, Sudan, Iran, Syrien, Libanon etc. …all diese Länder haben keine eigen Kultur. Das einzige was die als Identitätsbildend kennen, das ist der Koran. Und da sind wir dann direkt einige Jahrhunderte rückwärts unterwegs. Nun ja, der Glaube ist eine enorm starke Kraft, aber die Diskrepanz zur aktuellen (modernen) Welt ist so gewaltig, dass man doch bezweifeln muss, ob ein großer Teil der Menschheit wirklich zum Hand-, Kopf- und was weis ich nicht alles -abhacken zurückkehren möchte.

Was haben wir in Russland? Religion? Ja, aber nicht sehr ausgeprägt und tendenziell offen für westliche, moderne Einflüsse, da völlig Staatsfern. (säkularisiert…). Und sonst? Man sieht ja an der zwar ausführlichen aber doch letztlich inhaltsleeren Analyse vom Soldaten, dass da wahrscheinlich auch wirklich nix ist, an Kultur und Identität und so. Da konnte der Soldat auch nix finden. Russland war in den letzten hundert Jahren nix als ne Militärdiktatur… davor ein Zarenreich….und davor ein Bauernhof. Folglich haben die nie eine Mittelschicht entwickelt und folglich wenig Kultur.
Wir haben es also mit einem Arbeiter- und Bauernstaat zu tun, der dementsprechend einen gewissen Hang zu Gewalt in sich trägt…und das war’ s. Yep, jetzt kann man mich beschimpfen…aber wer Russland beobachtet, der kann nicht viel anderes beobachten…

Whatever, so ein Land ist natürlich sehr empfänglich für Sex, Drugs und schnelles Geld, d.h. es ist wie geschaffen für die Moderne. Nur leider ist da dieser Hang zu Gewalt noch größer ausgeprägt. Und das gefährliche an der russischen Gewalt ist, dass sie die Selbstzerstörung immer mit sich führt. Die Russen nennen das Tragik. …..das ist letztlich ihre Kultur.

Deshalb machen Kriege mit denen auch keinen Sinn, weil die mal eben ihre Hauptstadt verbrennen, in Scharen unbewaffnet ins Speerfeuer rennen und auch mal eben das halbe Land verhungern lassen oder ins Todeslager schicken….die gehen immer gerne mit in den Tod…die haben da keine natürliche Sperre.

Was soll man mit so einem Land machen? Außer es mit Sex, Drugs und Geld ruhigstellen…

“As a general rule, people, even the wicked, are much more naive and simple-hearted than we supposed. And we ourselves are, too.”
(the brothers karamazov)

Stephan März 8, 2014 um 14:09

@Bleistift > “Ich will Hütt wieder haben!”

Wo liegt das Problem? So weit ich weiß hat Hans noch sein Blog? Oder gehörst du zu diesen Querulanten, die beim Spiegel anrufen und sich beschweren “Ich will meinen Matussek wieder haben!” weil die WELT kann ich mir leider nicht leisten?

Ossiblock März 8, 2014 um 14:15

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 12:49
Versuch mal drei Sätze geradeaus zu schreiben und eine sachliche Kritik zu formulieren. Dann können wir drüber reden. Vielleicht, wenn ich Lust habe mit Dir zu spielen.

Es reicht leider nur zu zwei Sätzen. Nicht jedem ist diese göttliche Gabe gegeben.

wowy März 8, 2014 um 14:20

@BB
Danke für den Link.
Er sagt das Richtige: Wir brauchen Politik!
Die Lobbyisten, NGO Fuzzies müssen jetzt mal die Klappe halten, sonst becommen wir “something worse”. Schluss mit Kindergarten.

Goodnight März 8, 2014 um 14:21

@Soldat

“Das alles ist Macht in der Moderne, und die russische Moderne auf der Krim ist in der Hinsicht bisher ziemlich cool.“

Yep, der Russe findet Gewalt cool…was soll man dazu noch sagen….

“Ryan, some things in here don’t react well to bullets.”
“Yeah, like me. I don’t react well to bullets.”
(the hunt for red october)

"ruby" März 8, 2014 um 14:22

@ holger

jetzt reicht es
beim fußball hört die freundschaft auf
mirco und der hsv wird die eintracht heute so richtig zerlegen
das sage ich dir als einzig wahrer bundesligaschattentrainer
und halte nun bloss die klappe und stell den appplewoin warm…
;-)

gelegentlich März 8, 2014 um 14:23

@Goodnight

Goodnight März 8, 2014 um 14:09

„Abgesehen stellt sich ja wie oben die Frage, was das ist, diese russische Seele, Kultur oder Identität. Schauen wir mal nach Süden, so sehen wir: Türkei, Ägypten, Libyen, Sudan, Iran, Syrien, Libanon etc. …all diese Länder haben keine eigen Kultur. Das einzige was die als Identitätsbildend kennen, das ist der Koran. “
Träumen wir hier? Kann das wahr sein? Solch einen oberflächlichen unkultivierten Quatsch habe ich hier noch nie gelesen, von reinen Rülpsern abgesehen. Wenn Alien- und Kornkreisfreunde hier als bekloppt bezeichnet werden – welche Vokabel fällt Freund @Morph zu diesem dummdreisten Quatsch ein? Was kann man mit so Einem machen? Außer ihn neben dem Hausmeister als Textbausteinkleber einstellen? Oder ist das die neue deutsche Spießigkeit aus Berlin?

Stephan März 8, 2014 um 14:24

LOL. Erstaunlich was diese “Moderne” laut @Goodnight @TRSS und @Morph so alles kann? Ich bin schwer beeindruckt. Hat die “Moderne” auch Atombomben oder schießt die nur mit Beschwerden via Facebook und Twitter zurück?

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 14:38

@ Goodnight —> “dass da wahrscheinlich auch wirklich nix ist, an Kultur und Identität und so. Da konnte der Soldat auch nix finden”

Nun, der Soldat hat es wie gesagt nicht so sehr mit “Identität”. Deshalb hat er danach auch gar nicht erst gesucht. Hätte er gesucht, dann hätte er vielleicht was gefunden, aber das wäre dann natürlich ein Zerrbild in seinem eigenen Kopf gewesen.

Du scheinst dagegen ja sehr auf der Suche nach “Identitäten” zu sein, weshalb Du auf die Feststellung hin, es gebe keine, dann plötzlich doch eine zusammenbaust, mithilfe der Bausteine “Diktatur”, “Bauernhof”, “keine Mittelschicht”, “Gewalt”, “Tragik”, “gern in den Tod gehen”.

Aber um diese Bausteine irgendwo aufzulesen, da muß man nicht Rußland beobachten, da reicht es, die oberflächlichsten westlichen Beschreibungen von Rußland zu beobachten…

Soldat Schwejk März 8, 2014 um 14:48

Aber nu bin ich erst mal weg. Schach spielen, nicht mit ‘nem Russen, sondern mit ‘nem Bayern.

Pipi Langstrumpf März 8, 2014 um 14:48

@Stephan

Dein blinder Fleck ist ziemlich groß.
http://www.youtube.com/watch?v=ELArZG1iJ4g

wowy März 8, 2014 um 15:01

@Pipi
Alles schön und gut, aber Macht fällt ja nicht weg. Vor allem die Macht das Netz zu regulieren (NSA anyone?) Und PR , PR, PR.

Ossiblock März 8, 2014 um 15:01

@karla März 8, 2014 um 12:12

Guckst du bei mir – hier ist es mir nicht geheuer.
Viel Spaß noch!

wowy März 8, 2014 um 15:02

@Pipi
Der Monopolist Guugel hat aus seiner Übersicht schon länger die Blogs rausgenommen. Soviel zu Vielfalt.

Bogus März 8, 2014 um 15:06

” schießt die nur mit Beschwerden via Facebook und Twitter zurück?”

Hihi, “seit 5 Uhr 45 wird zurückgetwittert!”

Nein, besser noch die deutsche Übersetzung: “…zurückgezwitschert!”

Das gefällt dem kleinen Bogus, seines Zeichens Pappkameradengeballerverweigerer.

Aber mehr isses ja auch nicht, was Merkel und Co. momentan gegen den bösen Russen einfällt.

Gott sei’s gedankt!

Goodnight März 8, 2014 um 15:17

@gelegentlich, Soldat…

grundlegende Dinge:
Analyse ist immer Unterscheidung und damit Komplexitätserhöhung.
Diese Prozess ist unendlich und , wie man am hier zugrundeliegenden Beitrag sehen kann, ist dann die letztendliche Information: Die Welt ist bunt.

Nun kann das Gehirn leider nicht viel anfangen mit dieser Aussage. Es hätte gerne eine Einheit an der es anschließen kann, d.h. eine Einheit all der vorherigen Unterscheidungen. Folglich besteht dann der schwierige Teil darin, all die Komplexität wieder einzufangen und dann eine Einheit zu generieren. Und diesen schwierigeren Teil, den habe ich geleistet. Und ja, die Reduktion all der Euch erschütternden Komplexität auf die einfache Formel: “Der Russe an sich ist Tragiker.” mag weitere Erschütterungen in Euch auslösen. Und auch wenn Ihr all die Schritte, die mich zu dieser erhellenden Erkenntnis führten nicht nachvollziehen könnt, so bin ich so oder so einen Schritt voraus, da ich eine Meinung habe. Und Ihr nicht. Ihr verliert euch in der Analyse. Und damit habt Ihr eigentlich nicht viel mitzuteilen.

“Did I adequately answer your condescending question?”
Zuckerberg (the social network)

ruby März 8, 2014 um 15:24

@ pipi

dann sind wir aber ganz schön jung hier – so rechts und links mit gauß

wowy März 8, 2014 um 15:25

OT
” – unter Ausschaltung jeder politischen Willensbildung.”
Ich will nicht bestreiten, dass Schirrmacher recht hat, aber er kommt mindestens 10 Jahre zu spät mit seiner Erkenntnis.
Ansonsten wiederholt er sich eigentlich nur noch.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/frank-schirrmacher-ueber-den-digitalen-wandel-und-die-offene-gesellschaft-12836746.html

Wie wäre es mal mit einem aktuellen Bezug?

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 15:27

>“Der Russe an sich ist Tragiker.”

Auch eine Form der Identitätsstiftung…

gelegentlich März 8, 2014 um 15:30

@Goodnight

„Folglich besteht dann der schwierige Teil darin, all die Komplexität wieder einzufangen und dann eine Einheit zu generieren. “
Ja, aber eine Bananenschale, weil da halt verdammt leicht verdammt subjektive Momente einfließen. Davor kann man sich nur schützen indem man dem Leser diese Anteile, speziell die Voreingenommenheiten, mitteilt. Das ist nicht geschehen.

„Und diesen schwierigeren Teil, den habe ich geleistet. Und ja, die Reduktion all der Euch erschütternden Komplexität…“
Erschüttert? Eher verdutzt. Das was jetzt dann kommt ist ein so uralter Hut dass man nicht glauben mag, dass Jemand das 2014 sich zu schreiben traut, wenn er eine gesunde Resteitelkeit hat.

„… auf die einfache Formel: “Der Russe an sich ist Tragiker.” mag weitere Erschütterungen in Euch auslösen. “
Keine Erschütterung. Irrsinnige sophistische Sprachtiraden, um eine unansehnliche Maus zu gebären, und in diesem konkreten Kontext in der deutschen politischen Debattte serviler bellizistischer Quatsch. Nach meiner Wertung. Was ich noch nicht begreife ist die ausbleibende Explosion von @Morph. Soviel Milch mit Honig gibt es gar nicht, dass der bei solch einem Beitrag nicht salzsauren Magensaft hier ausgießen muss.
Für die Mitleser: wer „Identitätsfragen“ in einen Kontext, bei dem es um politische Schlußfolgerungen gehen soll, einwebt evoziert nur drallen nationalistischen Irrsinn. Dass das Luhmann’sche Besteck offenbar so leicht an die AfD anschlußfähig ist war mir vorher nicht bekannt.

Huuh März 8, 2014 um 15:34

Fest steht wohl, die Moderne muss was mit Internet sein. Man muss erkennen, dass man ohnmächtig ist ( zu sein hat). Und noch was: Der Russe, weiter hinten hat er demografische Probleme!

niemand März 8, 2014 um 15:41

>”serviler bellizistischer Quatsch”

Man mag es eigentlich gar nicht glauben und reibt sich die Augen.

Wo sind die
Differenzen hin,
wo sind sie geblieben…

:)

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 15:46

Aber weil wir schon dabei sind: Leidet der arme Putin womöglich gar nur unter Rollenstress?

:-)

wowy März 8, 2014 um 15:49

Zur Verschiebung der Probleme:
Wo hat die Welt in den letzten Jahrzehnten produzieren lassen?
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/china-luftverschmutzung-in-73-staedten-ueber-dem-limit-a-957592.html

gelegentlich März 8, 2014 um 15:51

@niemand
Einfach. Wenn Differenzen erörtert werden sollen scheidet man als Ersten diese Art von servilem bellizistischen Quatsch aus. Auf der Basis macht es ja wohl keinen Sinn, das ist kommunizierbar. Kein Schüler könnte sich trauen so etwas abzuliefern. Außer eben als Gag. Oder wollen wir auf der Basis Politik machen, dass der Deutsche zur Verzweiflung neigt?
Wenn man danach (!) meint die russische Besetzung der Krim sei falsch kommt man nicht umhin, mal die andere Seite und ihre Standpunkte zur Kenntnis zu nehmen. Dass ein Land ein Recht dazu hat sich gegen geopolitische Sehnsüchte a la Brzenzinski zu wehren setzen wir mal voraus. Dass es deutschen und Europäern nicht nützen kann Russland in dieser Form zu schwächen wird im nächsten Schritt deutlich. An die innenpolitischen Folgen einer EU-Angliederung der Ukraine mag ich nicht denken.

Goodnight März 8, 2014 um 15:58

@gelegentlich

“Davor kann man sich nur schützen indem man dem Leser diese Anteile, speziell die Voreingenommenheiten, mitteilt. Das ist nicht geschehen.”

=> Falsch! ich habe alle Schritte ausführlich dargestellt:
Russland hatte nie eine Mittelschicht…folglich keine moderne Kultur…folglich bleibt nur eine alte Kultur..und da wären Religion..die durch die Diktaturen abgetötet wurde…und dann noch die Kultur jeder Bauern- und Arbeiterklasse, nämliche ewige Gewalt gegen alles inklusive sich selbst.
Das ist so etwas von schlüssig..die Kunst an der Sache ist halt, die wirklich wichtigen Unterscheidungen durchzuführen….und sich nicht in irgendwelche Hydraulischen Analogien zu verlieren.

“Das was jetzt dann kommt ist ein so uralter Hut dass man nicht glauben mag, ”

=>Nun, wenn es ein ALTER Hut ist, dann hätte er ja von Dir kommen müssen…sorry, kleiner Scherz. Wie auch immer, Alt ist kein Kriterium. Richtig oder Falsch oder so, das wäre mal ne Einschätzung, ne Meinung ;-)

“wer „Identitätsfragen“ in einen Kontext, bei dem es um politische Schlußfolgerungen gehen soll, einwebt evoziert nur drallen nationalistischen Irrsinn”

=>Äh, das verstehe ich jetzt leider nicht. Der Putin sagt doch, er will in der Ukraine die Russen beschützen. D.h. der setzt als Grundlage seiner politischen Schlussfolgerungen die Identität der Ukrainer als Teil der russischen Nation….Ah, jetzt verstehe ich, da hast Du recht: Indem er dies tut, evoziert er drallen nationalistischen Irrsinn. Yep, da sind wir einer Meinung.

“We have finally learned, at far too great a cost, that if the most powerful weapons ever created are ever unleashed, they will be fired not in anger… but fear.”
Fowler (the sum of all fears)

karla März 8, 2014 um 16:12

Ossiblock März 8, 2014 um 15:01

@karla März 8, 2014 um 12:12

Guckst du bei mir – hier ist es mir nicht geheuer.
Viel Spaß noch!

Hab mal nachgeschaut unter: http://ossiblock.wordpress.com/

In deinem heutigen Beitrag: Die Rußlanderklärer steht nichts über Rußland.
Habe ich da etwa etwas übersehen? Oder muss man da ganz weit zurückscrollen? Bin etwas verwundert.

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 16:17

>Dass ein Land ein Recht dazu hat sich gegen geopolitische Sehnsüchte a la Brzenzinski zu wehren setzen wir mal voraus.

Papperlapap. Die Ukraine ist ein unabhängiger Staat seit Anfang der Neunziger Jahre. Als solcher können die Ukrainer machen was sie lustig sind, sich der Nato anschließen, der EU beitreten oder was auch immer sonst. Die Russkis können gerne in ihrem Sinne darauf reagieren, ihren Protest äußern, den UN-Sicherheitsrat anrufen, das Gas abdrehen oder was weiß ich. Aber sie können nicht dort einmarschieren. Das heißt: können tun sie es natürlich schon, aber damit bewegen sie sich weit out of territory. Und sie geraten selbstredend in eine echte Identitätskrise, verstanden als eine Infragestellung dessen, was als Erwartungen vernünftigerweise noch an sie gerichtet werden kann.

>Dass ein Land ein Recht dazu hat sich gegen geopolitische Sehnsüchte a la Brzenzinski zu wehren setzen wir mal voraus.

Man sollte halt Brzezinski tatsächlich gelesen haben, bevor man so einen Unsinn schreibt. Der Mann hat keine Sehnsüchte geäußert, sondern die Problematik eines zerfallenden Weltreiches sehr facettenreich analysiert und auf ein paar griffige Formeln verdichtet. Dass ein souveräner Staat “Ukraine” auf die nostalgischen Wehwehchen einer sich als ex-UdSSR gebärenden Zentralmacht pfeifen darf, kann auch ein Brzezinski mit Fug und Recht zu Papier bringen. Zumal wenn dies nicht hoppladihopp und unter Zuhilfenahme atlantisch-europäischer Chauvinismen geschieht, was bei der Ukraine ja nun wirklich nicht behauptet werden kann.

Aber wenn du meinst, die Russen seien “im Recht” und das sogar meinst “voraussetzen” zu können, dann zeig uns doch mal die Quelle, aus der sich deine Überzeugung speist.

>An die innenpolitischen Folgen einer EU-Angliederung der Ukraine mag ich nicht denken.

Ist ein Problem der Ukrainer. Können sie Wahlen und Volksentscheide oder was auch immer drüber abhalten, geht uns aber nicht wirklich was an.

"ruby" März 8, 2014 um 16:27

http://vimeo.com/13373529
zur untermalung

gelegentlich März 8, 2014 um 16:28

@Goodnight
„Der Putin sagt doch, er will in der Ukraine die Russen beschützen. D.h. der setzt als Grundlage seiner politischen Schlussfolgerungen die Identität der Ukrainer als Teil der russischen Nation….Ah, jetzt verstehe ich, da hast Du recht: Indem er dies tut, evoziert er drallen nationalistischen Irrsinn.“
Klar, Demagogie for domestic consumption. Machen „wir“ in der Ukraine in viel extremerer Form aber auch. Oder habe ich überlesen dass das viele Geld, das dorthin fließt, zum Ergreifen und Bändigen der Nationalisten eingesetzt wird?
Im Übrigen hatte das Osmanische Reich eine opulente, diverse Mittelschicht, bis diese dann im Irrsinn der damaligen Moderne, dem Nationalismus, unterging.
„…..die Kunst an der Sache ist halt, die wirklich wichtigen Unterscheidungen durchzuführen….“ – ersetzt ein Schwarzes Loch durch ein anders benanntes. Wer soll denn die Instanz sein, welche die wichtigen von den unwichtigen trennt?
Meine Instanz ist: ob Einschätzungen zum Beobachteten passen oder gar Vorhersagen gestatten, was ich am Beispiel Syriens getan habe. Die trafen auch zu. Ob nun Autobomben kommen würden oder Giftgas konnte Niemand vorhersagen.
„Der Russe neigt zur Tragik“. Paßt das zum Beobachteten? Welche Vorhersage/Hypothese leitet sich daraus ab?

Ossiblock März 8, 2014 um 16:28

karla März 8, 2014 um 16:12

Bei mir wirst Du nichts über Rußland finden. Du bist hier richtig.

gelegentlich März 8, 2014 um 16:37

@TRSS
„Aber wenn du meinst, die Russen seien “im Recht” – der regime change war nicht „okay“. Die Russen sind aus meiner Sicht nicht im Recht, sondern beide Seiten im Unrecht. Eine Situation, in der man besser verhandelt als auftrumpft.
„Man sollte halt Brzezinski tatsächlich gelesen haben, bevor man so einen Unsinn schreibt.“
Bißchen flach als Erwiderung nur zu unterstellen. Das ist offenkundig meine Interpretation seiner Analysen. Seine Haltung bewerte ich als geostrategischen Chauvinismus. Kein folgenloser Essayist, sondern sehr einflußreicher Politikberater.
„Ist ein Problem der Ukrainer. Können sie Wahlen und Volksentscheide oder was auch immer drüber abhalten, geht uns aber nicht wirklich was an.“
Zustimmung. Die legitime Regierung der Ukraine kann das.

thomram März 8, 2014 um 16:39

In meinen Ohren ist der Artikel ein Versuch, klug und weiss wie gebildet klingend nichts zu sagen.
Kann sein, dass ich zu dumm bin, um einen Inhalt zu erkennen.

niemand März 8, 2014 um 16:44

>”Auf der Basis macht es ja wohl keinen Sinn, das ist kommunizierbar.”

Dir ist mein Zwinkern entgangen, im Sinne der Anspielung, daß praktisch jede seiner Äußerungen bis und mit Januar 2014 nicht ohne die Wortfamilie “Differenz” auskam.

Die Jahre seit 2001 waren insbesondere für uns Insassen des Westens stressig, und da hat natürlich mancher seinen welteinigenden Pangloss gefunden. Dort muß natürlich die Moderne schon gewonnen haben, auf alle Fälle aber wird sie gewinnen: Russen und Araber (also die ganze komische Halbinsel da unten) haben keine Kultur, etc. …

Wer sich auf einfache Botschaften verlegt, ist oftmals aller sachgerechten Argumente verlustig.

Also: Machtergreifung der Differenz letztens in der Ukraine, bald auch in Rußland.

Die Tagesschau hat übrigens mittlerweile das Wort “Machtergreifung” für die “Regierung” in Kiew benutzt, und Sergej Lawrow das Wort “nukleare Abrüstungskontrollen”.

niemand März 8, 2014 um 16:47

>”Bin etwas verwundert.”

Beggars-thy-Clicks…

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 16:54

>der regime change war nicht „okay“

Ein Problem der Ukrainer. Sollen sie lösen so oder so, geht uns aber nix an und die Russen auch nicht.

>Das ist offenkundig meine Interpretation seiner Analysen.

Und ich sage dir auf den Kopf zu, dass du das Buch offenkundig nicht gelesen hast, sondern nur schwätzt, was man halt darüber so schwätzt.

> Seine Haltung bewerte ich als geostrategischen Chauvinismus.

OK, dann hast du nicht nur das Buch nicht gelesen, sondern das, was du darüber zu wissen glaubst, offenkundig auch nicht verstanden.

>Die legitime Regierung der Ukraine kann das.

Also? Was hindert dann Putin daran, die für Mai terminierten Wahlen wie geplant ablaufen zu lassen und sich mit dem Ergebnis abzufinden?

Goodnight März 8, 2014 um 17:00

@gelegentlich

“Im Übrigen hatte das Osmanische Reich eine opulente, diverse Mittelschicht, bis diese dann im Irrsinn der damaligen Moderne, dem Nationalismus, unterging.”

=> Naja, die aufstrebende Mittelschicht des osmanischen Reich ist schon ca. im 14 Jhd. in der Systembeherrschenden Korruption stecken geblieben. Danach war da nicht mehr viel.

“Wer soll denn die Instanz sein, welche die wichtigen von den unwichtigen trennt?”

=> Die Theorie der Gesellschaft.

“„Der Russe neigt zur Tragik“. Paßt das zum Beobachteten? Welche Vorhersage/Hypothese leitet sich daraus ab?”

=>Passt. Keinen Krieg mit Russland. Einfach in Ruhe lassen und übers Internet langsam aber sicher ausschalten.

“Now, children, come on over here. I’m going to tell you a bedtime story. Are you sitting comfortably? Then I’ll begin. Once upon a time, there lived a magnificent race of animals that dominated the world through age after age. They ran, they swam, and they fought and they flew, until suddenly, quite recently, they disappeared. Nature just gave up and started again. We weren’t even apes then. We were just these smart little rodents hiding in the rocks. And when we go, nature will start over. With the bees, probably. Nature knows when to give up, David.”
Falken (wargame)

niemand März 8, 2014 um 17:02

>”Zumal wenn dies nicht hoppladihopp und unter Zuhilfenahme atlantisch-europäischer Chauvinismen geschieht, was bei der Ukraine ja nun wirklich nicht behauptet werden kann.”

Was anderes als ein atlantisch-europäischer Chauvinismus sind denn deine und Goodnights tatsachenferne Einpeitsche und was anderes als ein atlantisch-europäischer Chauvinismus ist eine Parteistiftung die mithilfe des Auswärtigen Amtes und der EU für souveräne Staaten mit legitimer, demokratischer Regierung Ersatzpräsidenten aufbaut und Radikalenregierungen installiert?

Derart widerliche politische Statements wie sie in der letzten Woche Mode geworden sind, sind mir lange nicht untergekommen.

>”Ist ein Problem der Ukrainer. Können sie Wahlen und Volksentscheide oder was auch immer drüber abhalten, geht uns aber nicht wirklich was an.”

Den letzten Satzteil bitte grell anstreichen.

karla März 8, 2014 um 17:09

Goodnight März 8, 2014 um 09:37

“Es geht hier um die Frage auf welcher Seite man steht. Auf der Seite unserer Moderne oder auf der Seite der anderen Gesellschaftsform. ”

Entweder oder?
Ja oder nein?
Erinnert mich ein wenig an eine Markus Lanz-Diskussion. Der gehört ja auch zu unserer Moderne.

Goodnight März 8, 2014 um 14:09

Wir haben es also mit einem Arbeiter- und Bauernstaat zu tun, der dementsprechend einen gewissen Hang zu Gewalt in sich trägt…und das war’ s. Yep, jetzt kann man mich beschimpfen…

Da habe ich mich gefragt hat der Staat den “Hang zur Gewalt” oder sinds die Arbeiter und Bauern oder ist es die fehlende Mittelschicht?
Das hast du inzwischen beantwortet. Siehe hier:
Goodnight März 8, 2014 um 15:58

“=> Falsch! ich habe alle Schritte ausführlich dargestellt:
Russland hatte nie eine Mittelschicht…folglich keine moderne Kultur…folglich bleibt nur eine alte Kultur..und da wären Religion..die durch die Diktaturen abgetötet wurde…und dann noch die Kultur jeder Bauern- und Arbeiterklasse, nämliche ewige Gewalt gegen alles inklusive sich selbst.”

Frage: Gab es denn in Deutschland vor 33 keine Mittelschicht? Wenn nicht, gabs dann auch keine Kultur? Ich frag ja nur?

Goodnight März 8, 2014 um 17:09

@niemand

“Russen und Araber (also die ganze komische Halbinsel da unten) haben keine Kultur, etc. …
Wer sich auf einfache Botschaften verlegt, ist oftmals aller sachgerechten Argumente verlustig.”

=>haben wir uns einmal gefragt, warum die arabischen Länder ihre Politik und ihr Recht nach dem Koran ausrichten? Na, haben wir das? Und haben wir darauf eine Antwort? Na? Nicht?
Der Goodnight hat da aber schon drüber nachgedacht. Und er hat eine Antwort.

“It’s never necessary to tell me that you think I’m right. We’ll just… assume it.”
Tall (the thin red line)

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 17:11

>Was anderes als ein atlantisch-europäischer Chauvinismus sind denn deine und Goodnights tatsachenferne Einpeitsche

Komisches Argument. Ich bin kein player in der Ukraine und Goodnight meines Wissens auch nicht. Wir haben eine Meinung, sonst nichts.

>was anderes als ein atlantisch-europäischer Chauvinismus ist eine Parteistiftung die mithilfe des Auswärtigen Amtes und der EU für souveräne Staaten mit legitimer, demokratischer Regierung Ersatzpräsidenten aufbaut und Radikalenregierungen installiert?

Die einen Ukrainer können die EU, die NATO, den Wolf of Wallstreet oder von mir aus auch die Fantastischen Vier für ihre internen Belange instrumentalisieren, genauso wie andere Ukrainer die Chinesen, die Nordkoreaner oder Hänsel und Gretel dafür instrumentalisieren können. Einer setzt sich durch oder auch nicht, dann der andere, vielleicht morgen schon irgendein neuer. Und? Was haben wir für ein Problem damit? Und was sollten die Russen damit für ein Problem haben?

"ruby" März 8, 2014 um 17:19

@ holger
appeasement beim fußball all over the fields
prost

gelegentlich März 8, 2014 um 17:19

@Goodnight
„==>haben wir uns einmal gefragt, warum die arabischen Länder ihre Politik und ihr Recht nach dem Koran ausrichten? Na, haben wir das? Und haben wir darauf eine Antwort? Na? Nicht?
Der Goodnight hat da aber schon drüber nachgedacht. Und er hat eine Antwort.“
Wie bitte? Die richten ihre Politik danach aus? Und obwohl wir Modernen jeden Unsinn unmoderner Regime als kulturfern brandmarken glauben wir ausgerechnet diesen?
@TRSS
„OK, dann hast du nicht nur das Buch nicht gelesen, sondern das, was du darüber zu wissen glaubst, offenkundig auch nicht verstanden.“
Das kann Niemand ausschließlen, nicht einmal Du selber.
„Also? Was hindert dann Putin daran, die für Mai terminierten Wahlen wie geplant ablaufen zu lassen und sich mit dem Ergebnis abzufinden?“
Ganz einfach. Die Tatsache dass es zur Zeit keine legitime Regierung der Ukraine gibt. Externer regime change mag modern warfare sein. Aber dann kann man nicht heulen dass der Gegner sich dann auf weniger moderne Art sein Faustpfand für Verhandlungen verschafft. Risikogesellschaft halt, unsere Moderne.

wowy März 8, 2014 um 17:25

@gelegentlich
Don`t feed the trolls.

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 17:33

>Ganz einfach. Die Tatsache dass es zur Zeit keine legitime Regierung der Ukraine gibt.

B/S, mein lieber. Und zwar totaler B/S…

>Externer regime change mag modern warfare sein.

Wieso extern? Standen da Deutsche, Franzosen und Amis auf dem Maidan, oder waren das Ukrainer?

>Risikogesellschaft halt, unsere Moderne.

Nope. Bei so Leutchens wie dir lese ich noch immer eine Art Evola raus, die im Namen eines transzendenten “Höheren” alles Mögliche rechtfertigen, solange es nur der bösen, bösen Moderne (read: dem materialistischen “Haben”, dem Kapitalismus und damit letztlich den USA) entgegenwirkt. Bewegte mich auch eine Zeit lang, aber schließlich wurde ich dann irgendwann mal erwachsen…

"ruby" März 8, 2014 um 17:36
Goodnight März 8, 2014 um 17:41

@Karla

“Frage: Gab es denn in Deutschland vor 33 keine Mittelschicht? Wenn nicht, gabs dann auch keine Kultur? Ich frag ja nur?”

=> Deutsche Land war in Europa eines der Länder welche erst sehr sehr spät auf den Zug der Moderne aufgesprungen ist. Es war bis weit ins 20. Jhd. geprägt von einer Arbeiter- und Landbevölkerung. Das Bildungsbürgertum umfasste nur einen geringen Teil der Bevölkerung, dasWirtschaftsbürgertum entwickelt sich Anfang bzw. Mitte des 19 Jhd., konnte aber nie an politischen Prozessen wie in anderen Europäischen Ländern partizipieren. Erst ab dem Wirtschaftsboom Mitte des 20 Jhd. haben wir so etwas wie ein Mittelschicht.
Ergo: Der durchschnittliche Deutsche vor 33 hatte keine Kultur und wollte auf Fresse….was er dann ja auch bekam.

Blumentritt: “Everyone knows you have never lost a battle.”
von Runstedt: “I’m still young, give me time.”
(a bridge too far)

"ruby" März 8, 2014 um 17:41
Schatten März 8, 2014 um 17:43

@all

Romantik! Was ist mit der Romantik?

Schon auf andere Schübe der “Moderne” reagierte der Deutsche als solcher mit Romantik! Schlegel, Tieck, Brentano – auch Schiller…

Und wer schon Rousseau, das geistige Vorbild für die Grünen und Marie-Antoinette, für das Dorf idealisierend hält, der weiß bestimmt auch vom Glück der Datscha!

Kurzum: Die von @goodnight apologetisch verehrte Moderne, also Gender, Homo, Multicult, Neoliberalismus; die ist nur eine weitere angelsächsische Verirrung – vielleicht.

Und der Norden, der stößt dergleichen öfter mal ab!

Nun war Hytler mit seinen henchmen auch Romantiker – aber vielleicht durchsuchen deshalb deutsche Rentner die Mülltonnen nach Pfandflaschen, eben weil Hytler die ganze Moderne rechtfertigt als gelebten Antifaschismus.

BTW Gestern auf liveleak ein Video gesehen: Demo in Lugansk/ Ost-Ukraine. Sprecher: Wir sind keine Nazis, wir sind russisch!

niemand März 8, 2014 um 17:46

>”Der Goodnight hat da aber schon drüber nachgedacht. Und er hat eine Antwort.”

Aber ja – notwendige Voraussetzung des von dir favorisierten Interventionismus, ein Überschuß an Problembewußtsein für die Probleme anderer Leute.

Dem EU-Interventionismus in der Ukraine liegt ja eine gewisse Marktlogik inne, auf dem Politikmarkt des Landes mit Großbildleinwänden eine Ersatzregierung anzubieten. Don’t lap it up? Dann legen wir noch 11 Mia drauf. Immer noch nicht? Fototermin mit Rasmussen!

So, yep, condescending.

gelegentlich März 8, 2014 um 17:49

@TRSS
Der Auftritt politischer Prominenz des Westens dort war bemerkenswert. Einfach das Gleiche mal hierhier projizieren.
„Wieso extern? Standen da Deutsche, Franzosen und Amis auf dem Maidan, oder waren das Ukrainer? “ – Die Leichen einiger erschossener Sniper wurden nicht untersucht, ihre Identität nicht von neutralen Instanzen überprüft. Die gegenwärtige Regieung will das nicht zulassen. Vermutlich wissen die warum.
Wer hat gesagt dass man modern warfare naiv macht? Im Irak und Afghanistan: sind das nur US-Soldaten oder gar, wie man hört, Söldner? Killer? An die Burschen, die ohne Visum in Syrien sind, möchte man gar nicht erst denken. Die sind, ohne @Goodnight einen Herzkasper zugefügt zu haben, nicht mal uniformiert!

Was Du raushörst, tja, ist dann wohl so. Kann wenig damit anfangen. Schließlich kenne ich mich selber nicht gut genug.

In diesem Kontext aber will ich keinen Krieg, möglichst kein Blutvergießen und einen Stop dieses hysterischen bellizistischen Unsinns hier. Interessenausgleich mit Russland. Monsanto usw. möglichst nicht in der Ukraine. Wenn es ums Wollen geht. ;-)
Ich denke durchaus nicht transzendent. Zur Moderne habe ich kein schlechtes Verhältnis. Sie wird unsere spannende Zukunft. Aber ich mag nicht hinnehmen dass unter ideologischen Verbrämungen im Namen einer angeblich ausweglosen, in Wirklichkeit aber gestaltbaren Moderne von interessegeleieteten Propagandisten Dinge auf uns hernieder gehen wie das von Schirrmacher zitierte Amazon-Beispiel. Das gibt es ja noch nicht mal in Nordkorea.

holger196967 März 8, 2014 um 17:50

STROBL

—>>>Aber sie können nicht dort einmarschieren. ”

Sind se doch gar nicht, 60% sind und waren schon immer DAHAAAA

Könnte man das mal zur Kenntnis nehmen? Auch die Existenz der SCHWARZMEERFLOTTE?

GEHET DAS in die Synapsen TOOLS rein?

Oder muss da Mudda erst ne App schreiben? :D

niemand März 8, 2014 um 17:52

>”Was haben wir für ein Problem damit?”

Da müßtest du Merkel fragen, welches Problem sie mit dem Präsidenten hatte, den sich die Ukrainer unter penibler Aufsicht der OSZE gewählt hatten.

karla März 8, 2014 um 17:52

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 17:11

….” Ich bin kein player in der Ukraine und Goodnight meines Wissens auch nicht. Wir haben eine Meinung, sonst nichts…….
Die einen Ukrainer können die EU, die NATO, den Wolf of Wallstreet oder von mir aus auch die Fantastischen Vier für ihre internen Belange instrumentalisieren, genauso wie andere Ukrainer die Chinesen, die Nordkoreaner oder Hänsel und Gretel dafür instrumentalisieren können. Einer setzt sich durch oder auch nicht, dann der andere, vielleicht morgen schon irgendein neuer.”

Bis dahin kann ich zustimmen.

“Und? Was haben wir für ein Problem damit?”

Dem nicht mehr. Wir sind Staatsbürger eines Landes das direkt in die Vorgänge involviert ist. Was unsere Herrschaften betreiben ist mir nicht gleichgültig.

holger196967 März 8, 2014 um 17:53

Und warum ham die Wiener net die Türken rein gelassen? Als diese vor Wien standen?

Was sagt Gauck dazu?

Goodnight März 8, 2014 um 17:54

@wowy

“@gelegentlich
Don`t feed the trolls.”

=> Ich hoffe Du meinst hier nicht TRSS. Der hat hier nämlich die Mutter dieses Blogs geschaffen und diese kleine Welt hier erst möglich gemacht. Er ist sozusagen “mother”.

Also, noch einmal an alle: Erst denken ….dann schreiben.

“Do you know what our code name is for you… it’s “Mother”. Yes, they said you were the quiet type. But your silence speaks volumes, what is the saying? “Your silence is deafening,” yes that is it. You will be a great advesary Mother, hopefully for many years.”
Ulysses (the good sheperd))

BB März 8, 2014 um 17:55

@gelegentlich

“…..„Also? Was hindert dann Putin daran, die für Mai terminierten Wahlen wie geplant ablaufen zu lassen und sich mit dem Ergebnis abzufinden?“
Ganz einfach. Die Tatsache dass es zur Zeit keine legitime Regierung der Ukraine gibt……”

Wie häufig hast du jetzt diese argumentative Schleife schon mit TRSS diskutiert? Die können es einfach nicht ….. einfache Logik.

(Diese Stenze *kecker, lach*)

wowy ;-)

BB März 8, 2014 um 18:03

@TRSS

…..Wieso extern? Standen da Deutsche, Franzosen und Amis auf dem Maidan, oder waren das Ukrainer? …..

Gute Ukrainer, schlimme ukrainische Faschisten, jede Menge Amerikaner, Deutsche, …..

Die guten Ukrainer alleine hätte höchsten eine Demo von der Relevanz von Occupy abgegeben. Gut, im Gegensatz zu Occupy hatten sie mehr Durchhaltevermögen bei Kälte. Aber legitimiert sie das? Wenn sie Wähler damit beeindruckt hätten, dann ja, aber haben sie nicht, denn es ist zu keiner Wahl gekommen.

(Jetzt füttere ich schon wieder ,,,)

gelegentlich März 8, 2014 um 18:04

@BB

Weiß ich nicht. Ich glaube übrigens dass es viel schlimmer ist. Die wollen es nicht! ;-)
An dieser Stelle würde ich jetzt normalerweise nach der Lebenssituation Derjenigen fragen, die solche Statements abgeben. Welche Interessen darin verborgen sein mögen, in der Art. Das geht hier aber nicht und ich respektiere das.
Egal, ist muss jetzt schon etwas neu Entwickeltes einsetzen um meinen Neurotransmitterhaushalt in die von mir gewünschte Richtung schieben zu können. Das macht einfach schlechte Laune!

Goodnight März 8, 2014 um 18:05

@BB/gelegentlich
“Ganz einfach. Die Tatsache dass es zur Zeit keine legitime Regierung der Ukraine gibt……”

Seit wann darf ein Staat darüber entscheiden, ob die Regierung eines anderen Staates legitim ist? Schon mal die Definition von “Staat” gelesen und begriffen? Anscheinend nicht. Also bitte erstmal die Grundlagen der Politik lernen, falls das in der Unterstufe verpasst wurde.

“All due respect Mr. Costello, school is out.”
Billy (departed)

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 18:09

>Und warum ham die Wiener net die Türken rein gelassen? Als diese vor Wien standen?

Weil sie uns das Rezept für unseren Gurkensalat stehlen wollten…

wowy März 8, 2014 um 18:10

@Goodnight
Alte Sockenpuppe. Du hast dich zurecht angesprochen gefühlt.
Du ziehst hier eine Riesenshow ab.
Eine Frage nur:
Sind eigentlich alle Sektenmitglieder der luhmannschen Moderne kommunikationsgestört?
Ich weiß, dass TRRS Strobl ist.

“Polizeiarbeit ist nicht nur Tatütata” (Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

BB März 8, 2014 um 18:11

@Schwejk

…..Ansonsten sollte man den ganzen Komplex “Macht” und so von diesen Moderne-Betrachtungen abtrennen. …..

….Naja, ich glaube nicht, daß Nachdenken über “Identität”, sei es europäische oder asiatische, da viel weiterhilft. ….

Konkret, was wäre denn dein Abgrenzungskriterium!

gelegentlich März 8, 2014 um 18:12

@Goodnight
Wenn hinreichend relevante Gruppen in der betreffenden Gesellschaft und eine ansehnliche Zahl anderer Staaten sie anerkennen. Ich wiederhole mich: modern warfare ist nicht so einfach…

Pipi Langstrumpf März 8, 2014 um 18:18

Systemtheoretisch hat Putin schon richtig gehandelt. Im Chaos ist stringente und geradezu diktatorische Führung nötig, um ein System zu stabilisieren. Ort und Zeitpunkt passen nur leider nicht. Also 2:1 gegen Putin.

Schatten März 8, 2014 um 18:19

@Apologeten der Moderne

An und für sich, so eigentlich, ist es voll peinlich, sich als Funktionselite und Dienstadel der Moderne auszugeben!

Warum?

Ihr macht pleite! “It’s the economy, stupid!”

Ah! Ça ira…

BB März 8, 2014 um 18:20

@goodnight

…..Seit wann darf ein Staat darüber entscheiden, ob die Regierung eines anderen Staates legitim ist? …..

Das fordert der Putin auch immer in der Syrienfrage.

Es gibt mittlerweile valide juristische Bewertungen – ist mir zu mühsam, da jetzt nochmal die Links zu machen, weil hier schon tausendmal verlinkt – die von “Staatsstreich” bzw. “Umsturz” reden. Auch schon tausendmal diskutiert hier und wird eigentlich von klar denkenden Menschen nicht mehr hinterfragt.

Aber selbst wenn man von der Kraft des Faktischen redet, steht es dann immer noch 1:1. Nämlich “Staatsstreich” gegen “Krimbesetzung”.

Also sprechen wir lieber hier über das von Schwejk aufgemachte Thema, nämlich was die “Ordnungskriterien” für eine Lösung sein sollten. So hab ich ihn jedenfalls verstanden.

niemand März 8, 2014 um 18:20

>”Seit wann darf ein Staat darüber entscheiden, ob die Regierung eines anderen Staates legitim ist?”

Ja! Du hast es! Willkommen in der Realität!

niemand März 8, 2014 um 18:25

>”die von “Staatsstreich” bzw. “Umsturz” reden.”

Das ist das interessante daran: Wollte die EU bloß die existierenden Ämter der existierenden ukr. Verfassung durch ihr genehme Personen besetzt wissen, oder wollte sie eine neue Verfassung für die Ukraine. Und was wollte Dermaidan.

niemand März 8, 2014 um 18:26

Ämter… Organe.

holger196967 März 8, 2014 um 18:27

—>>>Weil sie uns das Rezept für unseren Gurkensalat stehlen wollten…”

Hahaha :D Darum dreht sich also alles :D ich hätt es ja wissen müssen ;)

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 18:31

@BB

>Es gibt mittlerweile valide juristische Bewertungen – ist mir zu mühsam, da jetzt nochmal die Links zu machen, weil hier schon tausendmal verlinkt – die von “Staatsstreich” bzw. “Umsturz” reden.

Das konzediere ich sofort! Natürlich ist die aktuelle “Regierung” der Ukraine durch Usurpation an die Staatsgewalt gekommen – das steht meiner Ansicht nach völlig außer Frage.

Aber: SO WHAT??????

Staatsgewalt hat, wer die Staatsgewalt hat. Ende der Geschichte. Und wenn er sich dann, weil er das der engagierten Öffentlichkeit, den friedensbewegten Menschen in Deutschland, und allen anderen transatlantischen-oder-auch-nicht Bündnispartnern zusagen muss, ex post factum durch Neuwahlen etc legitimieren lässt, dann bleibt mir wirklich nur eins zu fragen: WHAT’s NEW, PUSSYCAT?

Da ist wirklich nix, aber gar nix Neues, das ist so bereits x-mal passiert. Und wenn die neuen dann tatsächlich legitimiert werden, dann Hurra, der König ist tot, lange lebe der König! Und falls nicht, dann too bad für die Jungs, die sich da jetzt den Premier-Hut aufsetzen und diverse andere Insignien anstecken haben lassen, weil für die wird’s dann eventuell ziemlich ungemütlich.

Auf weiter Flur nach wie vor nichts, was Putins Handeln rechtfertigen könnte.

BB März 8, 2014 um 18:35

@gelegentlich

ich hab den TRSS ja mal in irgendeinem Video (oder war’s sogar ‘ne TV-Sendung?) gesehen, da hat der sich zu irgendwas geäußert, ich weiß nicht mehr was. Sah aus wie so’n gepflegter ziemlich eitler Business-Typ. Aber was er sagte war total eloquent und harmlos.

Hier im Blog erkennt man erst, was der für’ne dunkle Seite hat. Sollte man nicht glauben, wenn man den so persönlich anguckt.

Goodnight März 8, 2014 um 18:37

@BB

“Es gibt mittlerweile valide juristische Bewertungen – ist mir zu mühsam, da jetzt nochmal die Links zu machen, weil hier schon tausendmal verlinkt – die von “Staatsstreich” bzw. “Umsturz” reden. Auch schon tausendmal diskutiert hier und wird eigentlich von klar denkenden Menschen nicht mehr hinterfragt.”

=>Na klar: Valide juristische Bewertungen…tausendmal diskutiert…nicht mehr hinterfragt. Whatever, es existieren eigentlich nur zwei diskutable Fälle:
Haben wir hier eine Situation die eine humanitäre Intervention erlaubt? Oder präventive Selbstverteidigung? D.h. wurde ein Angriff auf Russland geplant bzw. sind erhebliche Menschenrechtsverletzungen dokumentiert?
Und jetzt bitte nicht die Scharfschützen Geschichte, bitte nicht. Weil um die Scharfschützen hat sich Russland nun mal gar nicht gekümmert.
Ergo: Weder ein Angriffsplan noch Menschenrechtsverletzungen der neuen Regierung, ergo keine rechtliche Grundlage für eine Intervention.

“The mental facility to detect conspiracies and betrayal are the same qualities most likely to corrode natural judgment. Everything that seems clear is bent. And everything that seems bent is clear. Trapped in reflections, you must learn to recognize when a lie masquerades as the truth, and then deal with it efficiently, dispassionately.”
Fredericks (the good shepherd)

holger196967 März 8, 2014 um 18:39

—>>>Auf weiter Flur nach wie vor nichts, was Putins Handeln rechtfertigen könnte.”

Verwundert mich, ohne diesen Akt mein Lieber, würdest Du ja hier nicht diese Kommunikation tätigen… Oder? Also? Hat Putin für oder gegen dich gehandelt?

Würd mich ja mal interessieren. Morgen iss übrigens Uli H. vom FCB die Rampensau.

Du wirfst ihm was vor, was die Medien gerne übernehmen. Gibts was besseres?

Bei Onkel Adolf, warst Du Dir ja sicher.

Pipi Langstrumpf März 8, 2014 um 18:39

@wowy
Facebook, Twitter und Co., das ist alles wie in der 1. Klasse der Grundschule. Die üben alle noch. Die Schreiben gerade AUTO und ihren Namen oder malen lustige Tiere. Kleine witzige Vernetzungsübungen mit Außenaktivitäten wie Flashmobs. Gymnasium kommt später und dann wechselt auch die Macht.

BB März 8, 2014 um 18:43

@Goodnight, @TRSS

Ich sagte es schon. Selbst wenn man euren Standpunkt teilt, steht es 1:1 Kiew gegen Krim.

“Staatsgewalt hat, wer die Staatsgewalt hat. Ende der Geschichte. ” (TRSS)

Was nun?

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 18:44

> Sah aus wie so’n gepflegter ziemlich eitler Business-Typ.

Ja, ich werde oft mit George Clooney verwechselt…

Goodnight März 8, 2014 um 18:47

@TRSS

“Ja, ich werde oft mit George Clooney verwechselt…”

=> Äh. sorry,…aber Clooney hat deutlich mehr Haare…

” I know I’m devastatingly good looking but you gotta stop staring at me.”
Matt (gravity)

BB März 8, 2014 um 18:48

@TRSS

Ich wusste, dass du das als Kompliment auffasst.

holger196967 März 8, 2014 um 18:49

—>>>Ja, ich werde oft mit George Clooney verwechselt…”

:D _____O_______

The Real Slim Shady März 8, 2014 um 18:50

>Was nun?

Das was immer passiert: alle ziehen den Schwanz ein Stück weit ein, treffen sich in irgendeinem 5-Sterne-Hotel zum Dinner und verkündigen dann einen wie auch immer gearteten Kompromiss, bei dem alle das Gesicht wahren. In der Ukraine wird gewählt, dieses komische Referendum da wird bis dahin verschoben oder aus irgendwelchen “technischen” Gründen nicht umgesetzt, die Flotten- und Militärstützpunkte der Russkis bleiben exterritorial, usw usw

Und der Goldpreis wird fallen, und deshalb habe ich damit begonnen, meine Long-Positionen aufzulösen und den April-Future zu shorten. Und hey: das ist ja nun wirklich ein untrügliches Zeichen!

Easy as… aber OK, das hatten wir schon.

Goodnight März 8, 2014 um 18:52

Yep, eigentlich hat Holger hier am meisten Ähnlichkeit mit Clooney….

Ryan :” You know that moment when you look into somebody’s eyes and you can feel them staring into your soul and the whole world goes quiet just for a second?”
Natalie: “Yes.”
Ryan: “Right. Well, I don’t.”
(up in the air)

holger196967 März 8, 2014 um 18:58

—>>>Und der Goldpreis wird fallen, und deshalb habe ich damit begonnen, meine Long-Positionen aufzulösen und den April-Future zu shorten”

Endlich mal was mit Substanz :D

—>>>Yep, eigentlich hat Holger hier am meisten Ähnlichkeit mit Clooney….”

Nö, irgendwas muss ich mir ja verbitten. :D Ich war jetzt 3 mal die Woche on Stage. Un ich bin immer noch ich. Nehme ich mal so an.

Was ich nur weiß, du hast Ähnlichkeit mit einem Quadrat-Schädel :D

Schatten März 8, 2014 um 19:06

Eben so einen BRD-Völkerechtler gelesen: Der meinte, dass dieses Referendum auf der Krim ungültig sein werde, weil sich dort russische Truppen befinden…

God dammit: Wir haben noch nie eine gültige Wahl in der BRD gehabt, denn noch nie haben sich die amerikanischen und britischen Besatzungs-Truppen anlässlich einer Wahl zurückgezogen!

Rammstein, die Sonne scheint…

wowy März 8, 2014 um 19:06

@Pipi
Das ist das, was Leute die sowas nutzen, glauben sollen. Die Wahrheit ist, die Macht war nie bei ihnen, sie wurden nur “angefüttert”.

Goodnight März 8, 2014 um 19:07

@TRSS

“Und der Goldpreis wird fallen, und des..”

Gottchen, wo soll der denn noch hin fallen?
Whatever, wir sind bei Politik: Ich denke, Putin wird den Sch..nicht so schnell einziehen, er hat ihn schon zuweit..egal.
Eigentlich ist er in einer hoffnungslosen Situation, d.h. er kann von jetzt an nur verlieren. Nimmt er sich die Krim, so steckt er mitten in der Ukraine und deren Probleme, geht er weiter, dann steckt er im Weltkrieg und zieht er sich zurück so wird es schwer sein Gesicht zu wahren, d.h. er wird sich die Option sichern jederzeit in die Ukrainer einzumarschieren. D.h. die Ukraine bleibt für lange Zeit ein weltpolitischer Konfliktherd.
Also doch eher Gold long…

“The surveyors told us we were now on the boarders of where Europe and Asia meet. In fact, we were totally lost.”
Ptolomy (Alexander)

Thor März 8, 2014 um 19:07

Was bedeutet eigentlich “autonome Republik”.? Hat die Krim nicht sogar das Recht selber zu entscheiden zu wem sie gehören will?

gelegentlich März 8, 2014 um 19:11

@Goodnight
„Yep, eigentlich hat Holger hier am meisten Ähnlichkeit mit Clooney….“
Klar. Aber das Thema heißt ja nicht Vorstellungen zu Holger Clooney sondern “über Russland“. @TRSS: „Staatsgewalt hat, wer die Staatsgewalt hat. Ende der Geschichte. “ Eben. Wenn man es so sieht – worüber reden wir dann hier? Kiew hat recht, Putin hat recht. Bleibt bitte sitzen. Deine These warum Putin unrecht haben sollte ist plump, zieht nicht, weil er das Gleiche tut wie „Staatsgewalt hat, wer die Staatsgewalt hat“. Deine These könnte also nur ziehen wenn ihre Verfecher erfolgreicher gewalttätig wären als ihre Gegner.
Irre ist aber doch, wie klebrig, wie unveränderbar solche gleichsam archaischen Phantasien über Russland geblieben zu sein scheinen, trotz ihrer Dekonstruktion hier durch @Soldat, egal wie simplizistisch, mechanistisch, propagandistisch und durchschaubar sie sind. Trotz Wissenschaft, trotz Moderne gibt es wieder „den Russen“ usw. Wenn die Verfechter der Moderne jetzt in gleicher Weise mit „dem Juden“ kämen hätten sie aber Ärger. Weil wir funktional so stark ausdifferenziert sind?
Woran liegt das? Sicher einfach am Personal. Wir haben nicht genügend gute Leute. Die rezenten haben sich auf der Suche nach dem Niveau von Karl Kraus wohl im Wald verlaufen.
Ich sehe einfach zu wenig Lust am Verstand. Wenn schon „der Russe” einen Hang zu Tragischen zu haben scheint – was müssen wir tun, damit wir nicht dort enden?

"ruby" März 8, 2014 um 19:20

Den besten Gurkensalat hat meine Tante Cily zubereitet – basta!
http://www.chefkoch.de/rs/s0/gurkensalat/Rezepte.html

"ruby" März 8, 2014 um 19:26

Also, wo stehen denn nun die Gurkentruppen?

Bogus März 8, 2014 um 19:33

TRSS, ca. 13:00

Bogus weiß ja, dass der Strobl garnixweiss. Vielleicht kennt er noch nicht mal seinen Namensvetter? Kleine Nachhilfe:

White America!
http://www.youtube.com/watch?v=2-a5zmIQKrQ

Übrigens, ist der echte Slim Shady nicht in Detroit aufgewachsen? Ich erinnere mich dunkel an den Film, 8 Mile oder so (Goodnight hätte sicher ein Zitat parat). Dreckige Vorstadt, düstere Industrieruinen, Straßengangs…

Und das war noch vor der Finanzkrise. Inzwischen ist die Stadt pleite, Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, Drogentote, noch mehr Straßengangs…

DIE MODERNE!
Zumindest ein Teilaspekt davon.

Ist es das, was der Strobl sich vorstellt, wenn er von der europäischen Integration Russlands spricht? Crack statt Krimsekt?

Nö, der bloggende Manager aus dem ach so modernen Westen hat andere Sorgen: Wird der Goldpreis fallen? Werde ich mich im chinesischen Hotel bei Facebook einloggen können?

Inzwischen vielleicht auch: Wird mich der griechische Taxifahrer rausschmeißen, wenn er merkt, dass ich Deutscher bin?

Ein Hoch auf die Europäische Integration!

Okay, der Strobl is’n Ösi, hat aber trotzdem gerade schön gepasst.

wowy März 8, 2014 um 19:42

@Thor
Da ich kein russisch kann, habe ich die Verfassung der autonomen Republik Krim mal in die Übersetzungsmaschine geworfen:

Artikel 9

Republik Krim ist Teil der Ukraine und der Staat bestimmt sie ihre Beziehungen auf der Grundlage von Verträgen und Vereinbarungen.
KAPITEL 4 . Beziehungen der Republik Krim mit anderen Staaten
Artikel 10

Republik Krim allein tritt in Beziehungen zu anderen Staaten und Organisationen , führt mit ihnen auf der Grundlage der Verträge und Abkommen gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit in Wirtschaft , Kultur, Gesundheit , Bildung, Wissenschaft und anderen Bereichen , auf der Grundlage der Gleichberechtigung , der Achtung der Souveränität, der territorialen Integrität bauen ihre Beziehungen zu ihnen und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten , die Beilegung von Streitigkeiten mit friedlichen Mitteln , die gewissenhafte Erfüllung der gegenseitigen Verpflichtungen .

BB März 8, 2014 um 19:43

Was hier noch gelernt werden muss ist, dass die Moderne eigentlich die Postmoderne ist. Weil Moderne ist Fortschritt, Postmoderne nicht (jedenfalls kein echter). Aber das kriegen wir auch noch.

wowy März 8, 2014 um 19:44

@Thor

…Sewastopol ist davon ausgenommen. Sie ist eine Sonderstatusstadt und wird von Kiew direkt verwaltet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsgliederung_der_Ukraine

"ruby" März 8, 2014 um 19:59

Wer hat denen denn die Karnevalsuniformen abgegeben?
http://www.tagesschau.de/ausland/krim236.html
OSZE … ham die was zu melden oder läuft deren Mandat am 12.03. nicht aus?

Thor März 8, 2014 um 20:00

@wowy
Danke, aber wie darf ich das interpretieren? Ich bin kein Staatsrechtler. Hat die Krim nun das Recht selber zu entscheiden?

Das wäre doch der Witz der Moderne, wenn auf einmal Putin als der lupenreine Demokrat dastehen würde.

Thor März 8, 2014 um 20:03

….Sewastopol ist davon ausgenommen.

Da fliegen dann wahrscheinlich bald die Rosinenbomber…..

"ruby" März 8, 2014 um 20:11
wowy März 8, 2014 um 20:18

@Thor
Das ist in der Tat nicht so einfach. Ich würde das im Moment so interpretieren:
Die Ukraine ist zentralstaatlich organisiert. Nur die Krim bildet eine Ausnahme, die ich mit einem deutschen Bundesland vergleichen würde, da sie über gewisse Dinge eigene Staatsverträge abschließen kann. Die föderalistische Ausnahme sozusagen.
Im Grundgesetz (z.B. Art 29 ) sind Regelungen zum Verhältnis Bund/Länder getroffen.
Man müsste schauen, ob in der Ukrainischen Verfassung etwas dazu gesagt ist. Aber ukrainisch kann ich leider gleich gar nicht.

JHM März 8, 2014 um 20:34

Thor,

Die Krim hat nicht das Recht, frei über Ihre Staatszugehörigkeit zu entscheiden. Zumindest nicht nach der aktuell gültigen ukrainischen Verfassung. Und Sewastopol, wie weiter oben schon bemerkt wurde, hat einen Sonderstatus und wird von Kyjiw direkt verwaltet.

Man braucht darüber auch gar nicht mehr großartig diskutieren, der russische Dorfrüpel aus Moskau hat da grad seine aufgeputschten Schlägerbanden und seine Soldateska ohne Fahne und Abzeichen stehen und die werden schon alle dafür sorgen, daß auch nur die Idee von Widerstand gegen diese widerliche Nummer, die er da grad abzieht von vorneherein unterbleibt und er sich dreist grinsend die Krim stehlen kann, die ihm nach dem Völkerrecht schlicht und einfach nicht gehört. Aber, weil der Westen so bös war zu ihm, vorher, da auf dem Maidan, deshalb darf der das jetzt ja.

Keynesianer März 8, 2014 um 20:37

@BB März 8, 2014 um 10:58

Mag sein, dass bei den Grünen noch Diskurse von Bahro und Dutschke nachwirken. Aber nach Ockhams Rasiermesser scheinen mir folgende Gründe für die aktuelle Hetze der Grünen zu sein:

- die Sympathie für Graswurzelbewegungen. Auch die Kernkraftgegner haben mal so angefangen, wie die Kiewer Protestbewegung.

Sogenannte Graswurzelbewegungen sind immer inszeniert, wie es ja auch auf die GRÜNEN selbst zutrifft. Die hätten da also keine Sympathien, sondern würden nur ihren alten Auftraggebern folgen.

Angebliche Graswurzelbewegungen gab es bereits im 19. Jahrhundert in den USA, um das Publikum zu täuschen:

As soon as McKinley was safely elected, the Morgan-Rockefeller forces began to organize a “reform” movement to cure the “inelasticity” of money in the existing gold standard and to move slowly toward the establishment of a central bank. To do so, they decided to use the techniques they had successfully employed in establishing a pro-gold standard movement during 1895 and 1896. The crucial point was to avoid the public suspicion of Wall Street and banker control by acquiring the patina of a broad-based grassroots movement. To do so, the movement was deliberately focused in the Middle West, the heartland of America, and organizations developed that included not only bankers, but also businessmen, economists, and other academics, who supplied respectability, persuasiveness, and technical expertise to the reform cause.
http://mises.org/daily/5609/

Man kann die Brüder schon an ihrer Handschrift erkennen, wenn sie uns wieder erzählen wollen, dass da die einfachen Leute von der Straße für oder gegen irgendwen oder irgendwas sich engagieren täten. Ob eine Bewegung für Sound Money in den USA oder gegen Kernkraftwerke in Deutschland oder für Anschluss an die NATO in Kiew. ;)

Ein sehr interessanter und gut geschriebener Beitrag von Schwejk, dessen Diskussion leider durch die üblichen Soldfedern der herrschenden Interessen mit ihrem bekannten Geschwurbel versaut wurde.

Setzt bitte in solchen Fällen einfach Goodnight, Morph und TRSS auf ignore. :)

holger196967 März 8, 2014 um 20:41

JHM

—>>> der russische Dorfrüpel aus Moskau hat da grad seine aufgeputschten Schlägerbanden und seine Soldateska ohne Fahne und Abzeichen stehen ”

Black Water? Schon mal bei Aktionen gewesen, wo da Bundespolizei vermummt und ohne Abzeichen handelt?

Ach geh fort und bumms das Mettbrötchen

holger196967 März 8, 2014 um 20:41

Mit Zwöbbel natürlich sorry vergesse ….

Kecker März 8, 2014 um 20:42

@ BB “Was hier noch gelernt werden muss ist, dass die Moderne eigentlich die Postmoderne ist. Weil Moderne ist Fortschritt, Postmoderne nicht (jedenfalls kein echter). Aber das kriegen wir auch noch.”

Trümmer über Trümmer, Niederlage auf Niederlage, und die Wirrnis wird immer wirrer. (John Milton)

* kecker , lach*

Thor März 8, 2014 um 20:45

@JHM
“Die Krim hat nicht das Recht, frei über Ihre Staatszugehörigkeit zu entscheiden. Zumindest nicht nach der aktuell gültigen ukrainischen Verfassung.”

Dann kannst du mir doch auch sicher den entsprechenden Paragraphen in der UKR Verfassung nennen?

wowy März 8, 2014 um 20:46

@Thor
Also in der Verfassung der Ukraine habe ich nichts gefunden, aber es gibt wohl ein
“Gesetz über den autonomen Status der Republik Krim” das vom Ukrainischen Parlament beschlossen wurde.
Hier gibt es einen Auszug aus einem Buch, das allerdings von 2003 ist!!! Die derzeit wieder gültige Verfassung ist von 2004.
http://books.google.de/books?id=ENxusebIsa8C&pg=PA348&dq=Autonome+Republik&hl=de&sa=X&ei=MHIbU7GjNsrbtAbml4GgAg&ved=0CD8Q6AEwAw#v=onepage&q=Autonome%20Republik&f=false

Das Gesetz konnte ich nicht finden.

JHM März 8, 2014 um 20:54

Thor, wenn ich mich im Netz belesen kann, dann können Sie das wohl auch. Ich muß hier keine Bildungslücken zu aktuellen weltpolitischen Themen stopfen.

Holger, wann war denn die Bundespolizei zum letzten Mal ohne Abzeichen und ohne Fahne in Elsaß-Lothringen oder in Schlesien und Masuren im Einsatz, um dort die deutsche Bevölkerung zur Abspaltung von Frankreich oder Polen “zu bewegen”?

"ruby" März 8, 2014 um 20:55

am fünften tag gingen den europäern die bomben aus

wowy März 8, 2014 um 21:01

Der amtierende (?) ukrainische Präsident Turchynov hat eine Verordnung herausgegeben.

Dekret des Präsidenten der Ukraine Nummer 261/2014
Bei Beendigung der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim auf 6. März 2014 ? 1702-6/14 ” Über der Krim- Durchschnitt Volksabstimmung ”

Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim , 6. März 2014 die Resolution ? 1702-6/14 ” Über der Krim- Durchschnitt Volksabstimmung . ”

Benannt Parlaments ARC beschlossen, die Russische Föderation als Subjekt der Russischen Föderation beitreten und halten 16. März 2014 all- Referendum (einschließlich der Stadt Sewastopol ), die alternative Fragen zu machen : ” 1) Sie für die Wiedervereinigung der Krim mit Russland die Rechte des Subjekts “” 2 ) Sie sind die Wiederherstellung der Verfassung der Republik Krim im Jahr 1992 und der Status der Krim als Teil der Ukraine ? ” . Auflösung der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim genehmigt auch den Text der Abstimmung Referendum über die gesamt 16. März 2014 und die Übergangsbestimmungen auf all- Volksabstimmung hat die Kommission der Autonomen Republik Krim Krim durchschnittliche Abhaltung eines Referendums .

Diese Bestimmungen der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim am 6. März 2014 ? 1702-6/14 nicht mit der Verfassung der Ukraine einzuhalten, insbesondere :

Artikel 2 der Verfassung der Ukraine , die die Souveränität der Ukraine stellt sich in seinem gesamten Gebiet ist das Gebiet der Ukraine in ihren heutigen Grenze unteilbar und unantastbar ;

Artikel 134 der Verfassung der Ukraine , nach der ARC ist ein integraler Teil der Ukraine und innerhalb der von der Verfassung der Ukraine festgelegten Befugnissen , lösen die in ihre Zuständigkeit ;

Artikel 133 der Verfassung der Ukraine, nach der der Autonomen Republik Krim und Sewastopol Stadt sind Teil der Ukraine, als auch andere Verwaltungseinheiten , die die Verwaltungs-und Gebietsstruktur der Ukraine zu machen;

Artikel 132 der Verfassung der Ukraine, die die Prinzipien der Einheit und territoriale Integrität definiert , auf dem die territoriale Struktur der Ukraine , die garantiert , insbesondere die Bestimmungen von Artikel 157 der Verfassung der Ukraine, die es nicht erlaubt , auch die Änderung der Verfassung der Ukraine, wenn sie das Ziel, die territoriale Integrität der Ukraine verletzt ,

Artikel 73 und Absatz 2 von Artikel 85 der Verfassung der Ukraine, nach denen die Frage der Änderung des Territoriums der Ukraine entschieden, nur landesweite Volksabstimmung von der Werchowna Rada der Ukraine genannt ;

Absätze 13 und 20 des Artikels 92 der Verfassung der Ukraine, die die Definition der territorialen Struktur der Ukraine, die Organisation und Durchführung von Volksabstimmungen auf exklusive Regulierung durch die Gesetze der Ukraine zählen , und daher Artikel 75 Absatz 3 von Artikel 85 , Artikel 91 der Verfassung der Ukraine, nach der die Annahme von Gesetze gehört ausschließlich in die Zuständigkeit des Parlaments – die Werchowna Rada der Ukraine als einzige gesetzgebende Organ in der Ukraine ;

Artikel 137 der Verfassung der Ukraine, die die Bereiche, in denen ARC bietet Verordnung definiert , weder beinhaltet die Autonome Republik Krim Rechtsverordnung über die Organisation und Durchführung von Volksabstimmungen ;

Artikel 138 der Verfassung der Ukraine, die die Zuständigkeit der Autonomen Republik Krim nur die Organisation und Durchführung der lokalen Volksabstimmungen , sondern als Bestimmung der Reihenfolge der Organisation und Durchführung verweist.

Diese Bestimmungen der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim am 6. März 2014 ? 1702-6/14 nicht entsprechen und Verfassung der Autonomen Republik Krim , genehmigt Ukraine das Gesetz vom 23. Dezember 1998 ? 350 -XIV des Gesetzes der Ukraine “über der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim ” für die ARC ist ein integraler Teil der Ukraine und innerhalb der in der Verfassung der Ukraine vorgesehenen Befugnisse , lösen die in ihre Zuständigkeit , Zuständigkeit der Autonomen Republik Krim unterliegt unter anderem die Bestellung und Durchführung von nationalen (lokalen) Volksabstimmungen über Fragen zugeschrieben die Zuständigkeit der Autonomen Republik Krim , ist der Oberste Rat der Autonomen Republik Krim das Vertretungsorgan der Autonomen Republik Krim , bietet Repräsentation, Regelsetzung , Kontrolle Aufgaben und Befugnisse im Rahmen ihrer Zuständigkeit (und damit führt die folgenden Aufgaben und Befugnisse der Stadt Sewastopol ) und beschließt, nur Fragen durch die Verfassung und die Gesetze der Ukraine, der Verfassung der Autonomen Republik Krim , in die Zuständigkeit der Autonomen Republik Krim ( zugeordnet Teile eins und drei von Artikel 1 Absatz 7 von Artikel 18, Artikel 26 der Verfassung der Autonomen Republik Krim , die Artikel 9 und 10 des Gesetzes der Ukraine “über der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim “).

Daher ist die die Auflösung der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim und verstößt gegen die Anforderungen der Artikel 135 und 136 der Verfassung der Ukraine, von Artikel 1 der Verfassung der Autonomen Republik Krim und die Artikel 1 und 10 des Gesetzes der Ukraine “über der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim ” , nach der Rechtsakte der Werchowna Rat der Autonomen Republik Krim nicht widersprechen der Verfassung und den Gesetzen der Ukraine, in Übereinstimmung mit ihnen angenommen , und deren Umsetzung, und der Oberste Rat der Autonomen Republik Krim hat ihre Befugnisse im Rahmen der Verfassung und der Gesetze der Ukraine, die Verfassung der Autonomen Republik Krim , Beschlüsse und Entscheidungen innerhalb ausüben ihre Autorität .

Vor diesem Hintergrund und in Übereinstimmung mit dem zweiten Absatz von Artikel 137, Artikel 112 der Verfassung der Ukraine, zu beheben:

1 . Stellen Sie den Betrieb der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim am 6. März 2014 ? 1702-6/14 ” Über der Krim- Durchschnitt Referendum ” als solche , nicht mit der Verfassung und den Gesetzen der Ukraine.

2 . Diese Verordnung tritt am Tag der Veröffentlichung in Kraft.

Amtierender Präsident der Ukraine
Vorsitzenden der Werchowna Rada der Ukraine, Oleksandr Turchynov

7. März 2014

Thor März 8, 2014 um 21:01

@JHM
Thor, wenn ich mich im Netz belesen kann, dann können Sie das wohl auch. Ich muß hier keine Bildungslücken zu aktuellen weltpolitischen Themen stopfen.

Ach JHM, bitte bitte, mit viel Zucker obendrauf. Gib mir doch einen Link, wäre echt nett.

Marlowe März 8, 2014 um 21:06

“Ein sehr interessanter und gut geschriebener Beitrag von Schwejk, ”

Yep, da möchte ich mich anschließen und noch nachhaken, wie es denn mit dem orthodoxen Glauben so bei den Russen ausschaut – wäre ja auch noch eine Erklärung für die “Grenzen”.

Ach so, Autonomie war noch ein Thema, da irgendwo in
Libyen, da, wo die Franzosen das Völkerrecht in die eigene Hand
genommen haben:

Ministerpräsident Ali Seidan drohte am Samstag damit, einen unter nordkoreanischer Flagge fahrenden Tanker zu bombardieren,

http://derstandard.at/1392687598426/Libyen-droht-nordkoreanischen-Tanker-zu-versenken

Gruß

M.

niemand März 8, 2014 um 21:13

>”der russische Dorfrüpel aus Moskau”

Klingt aufgeputscht. Wenn du diese Überschußenergie glaubhaft nutzbar machen willst, hätte Blackwater vielleicht gerade wieder Stellen zu besetzen. Soldatesken geraten zu leicht “out of commission”.

Oder du schreibst deinem Bundeskanzler, daß dein Arzt dir völkerrechtswidrige Interventionen der Bundesregierung verbietet, weil sonst Äderchen platzen.

Huuh März 8, 2014 um 21:16

Ich gebs zu, ich habe noch mal gescrollt, weil…

Das kannst du nicht machen, sagt das andere Ich. Damit gibst du zu… Doch. Ich schneide mir das Wort ab.

Ich musste noch mal scrollen, um zu sehen, ob die Moderne noch mehr geliefert hat. Man kommt nicht richtig ran; vielleicht wissen sie selbst nicht, was in den Kisten ist. Sie packen aus, aber es hat keine Struktur. Komplexes steht neben Reduziertem, dazwischen die Differenzen. Dieser Slim shortet derweil April-Futures. Der weiß wiesaussieht doch mehr. In der Vormoderne shortete man im April seine Hosen. Jedenfalls fing man damit an.

niemand März 8, 2014 um 21:22

>”am fünften tag gingen den europäern die bomben aus”

Das dürfte länger dauern. Allein der Vergleich von Größe wie auch Struktur der Militärs Rußlands einerseits und der NATO andererseits wirft deutliche Zweifel am Verteidigungscharakter der NATO auf.

wowy März 8, 2014 um 21:23

@Thor
So, jetzt habe ich die entscheidenden Passagen in der Ukrainischen Verfassung gefunden :

Abschnitt IX
GebietssystemUKRAINE

Artikel 132 . Die territoriale Struktur der Ukraine basiert auf den Prinzipien der Einheit und der territorialen Integrität, der Kombination von Zentralisierung und Dezentralisierung in der Ausübung der Staatsgewalt , ausgewogene sozioökonomische Entwicklung der Regionen ihrer historischen , wirtschaftlichen, ökologischen , geographischen und demographischen Merkmalen , ethnischen und kulturellen Hintergründen .

Artikel 133 . Die administrativ-territoriale Struktur der Ukraine wird der Autonomen Republik Krim zusammen , Regionen, Städte , Stadtteile in Städten, Gemeinden und Dörfern.

{ Offizielle Auslegung von Artikel 133 cm . Verfassungsgerichts vom 13.07.2001 ? 11-rp/2001 }

Ukraine wird von der Autonomen Republik Krim, Winnyzja , Wolhynien, Dnipropetrovsk , Donetsk, Shitomir , Transkarpatien , Saporoschje , Iwano-Frankiwsk , Kiew, Kirowograd , Luhansk , Lviv, Nikolaev , Odessa , Poltava , Rivne , Sumy , Ternopil , Kharkiv , Kherson zusammen Chmelnyzkyj , Tscherkassy , Czernowitz, Tschernigow oblast, Kiew und Sewastopol.

Städte Kiew und Sewastopol haben Sonderstellung , die durch die Gesetze der Ukraine bestimmt wird.

{ Offizielle Auslegung der Bestimmungen des Artikels 133 cm. Verfassungsgericht 21-rp/2003 Anzahl der 25.12.2003 , ? 9-rp/2005 am 13.10.2005 }

Kapitel X
Autonomen Republik Krim

Artikel 134 . ARC ist ein integraler Teil der Ukraine und innerhalb der von der Verfassung der Ukraine festgelegten Befugnissen , lösen die in ihre Zuständigkeit .

Artikel 135 . ARC ist die Verfassung der Autonomen Republik Krim, die von der Obersten Rada der Autonomen Republik Krim geführt und von der Obersten Rada der Ukraine von mindestens der Hälfte der Werchowna Rada der Ukraine genehmigt.

Normative Rechtsakte der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim und die Entscheidung des Ministerrates der Autonomen Republik Krim nicht widersprechen der Verfassung und den Gesetzen der Ukraine und in Übereinstimmung mit der Verfassung der Ukraine und den Gesetzen der Ukraine, Handlungen des Präsidenten der Ukraine und dem Ministerkabinett der Ukraine und deren Umsetzung beschlossen.

Artikel 136 . Vertretung der Autonomen Republik Krim ist der Oberste Rat der Autonomen Republik Krim , sind Abgeordnete in allgemeinen , gleichen und direkten Wahlrechts in geheimer Abstimmung gewählt . Die Amtszeit der von der Autonomen Republik Krim, die Abgeordneten bei der nächsten Wahl auf fünf Jahre gewählt . Kündigung der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim ergibt sich die Beendigung der Tätigkeit der Mitglieder.

{ Teil eins des Artikels 136 in der Ausgabe der Gesetze ? 2952 -VI der 01.02.2011 , ? 742- VII auf 2014.02.21 }

Wahlen zur Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim statt am letzten Sonntag im Oktober in das fünfte Jahr in der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim , bei der nächsten Wahl gewählt.

{ Artikel 136 geändert durch das Hinzufügen einer neuen Teilenummer durch die Gesetze 2952 -VI der 01.02.2011 , ? 742- VII am 21.02.2014 }

{ Offizielle Auslegung der Bestimmungen des Artikels 136 cm. Verfassungsgericht 2013.05.29 ? 2-rp/2013 }

Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim nimmt Entscheidungen und Beschlüsse , die in der ARC verbindlich sind.

Regierung der Autonomen Republik Krim ist der Ministerrat der Autonomen Republik Krim . Vorsitzender des Ministerrates der Autonomen Republik Krim wird eingerichtet und mit Zustimmung des Präsidenten der Ukraine von der Obersten Rada der Autonomen Republik Krim entlassen.

Mächte , die Bildung und den Betrieb von der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim und des Ministerrates der Autonomen Republik Krim sind in der Verfassung der Ukraine und der Gesetze der Ukraine, Rechtsakte der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim in Fragen der seine Kompetenz zugeschrieben bestimmt.

Gerechtigkeit in der Autonomen Republik Krim durch die Gerichte , die einem einzelnen Gerichtssystem der Ukraine gehören.

Artikel 137 . ARC bietet Regelung für:

1) Land-und Forstwirtschaft ;

2) Rückgewinnung und Bergbau ;

3) öffentliche Arbeiten, Gewerbe und Handwerk , die Liebe ;

4) Städtebau und Wohnen ;

5) Tourismus, Hotellerie , Messen ;

6) Museen, Bibliotheken , Theater und andere Kultureinrichtungen , historischen und kulturellen Konserven;

7 ) Öffentliche Verkehrsmittel , Straßen, Wasserversorgung;

8) Jagd und Fischerei ;

9) Sanitär-und Krankenhausdienstleistungen .

Mit der Motivation von Nicht- Rechtsakten der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim mit der Verfassung und den Gesetzen der Ukraine, kann der Präsident der Ukraine , diese normative Rechtsakte der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim mit einer gleichzeitigen Appell an das Verfassungsgericht der Ukraine in Bezug auf ihre Verfassungsmäßigkeit zu suspendieren.

Artikel 138 . Die Zuständigkeit des ARC sind:

1) Bestellung der Wahl der Abgeordneten der Werchowna Rada der Autonomen Republik Krim , der Zustimmung der Wahlkommission ARC ;

2) Organisation und Durchführung von lokalen Referenden ;

3) Verwaltung von Immobilien an die Autonome Republik Krim gehört;

4) die Entwicklung, Zulassung und Ausführung des Haushaltsplans der Autonomen Republik Krim auf der Basis einer einzigen Steuer-und Haushaltspolitik der Ukraine ;

5) zu entwickeln , zu genehmigen und Umsetzung von Programmen der Autonomen Republik Krim für die sozioökonomische und kulturelle Entwicklung , Umweltmanagement , Umweltschutz – in Übereinstimmung mit der nationalen Programme ;

6 ) die Anerkennung des Status als Ortschaften Resorts, Gründung Zonen der sanitären Schutz von Resorts ;

7) Beteiligung an den Rechten und Freiheiten der Bürger , nationale Harmonie, die Strafverfolgung und öffentliche Sicherheit zu fördern;

8 ) das Funktionieren und die Entwicklung der staatlichen und nationalen Sprachen und Kulturen in der Autonomen Republik Krim, Schutz und Nutzung der historischen Denkmäler ;

9) Die Teilnahme an der Entwicklung und Umsetzung der staatlichen Programme für die Rückkehr der deportierten Völker ;

10) die Einleitung eines Ausnahmezustand und die Einrichtung von Zonen der ökologischen Not auf der Krim oder in seiner bestimmten Bereichen .

Gesetze der Ukraine Krim kann auf andere Behörden übertragen werden.

Artikel 139 . In ARC Handlungen des Präsidenten der Ukraine , deren Status wird durch das Gesetz der Ukraine bestimmt.

holger196967 März 8, 2014 um 21:29

—>>>Holger, wann war denn die Bundespolizei zum letzten Mal ohne Abzeichen und ohne Fahne in Elsaß-Lothringen oder in Schlesien und Masuren im Einsatz”

Eintracht gegen Stuttgart LOL :D

Hafensänger elender

holger196967 März 8, 2014 um 21:32

Oder im ICE Basel Hamburg oder Berlin :D

"ruby" März 8, 2014 um 21:53

@ niemand

traue den europäern zu, dass sie die karten verkehrt herum lesen und die krim mit rügen verwechseln …
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b3/Ruegen_-_Uebersichtskarte.png/588px-Ruegen_-_Uebersichtskarte.png

holger196967 März 8, 2014 um 22:18

STROBL

sing mit MIR :D immer lächelnd

https://www.youtube.com/watch?v=AZRGPg5laDU

"ruby" März 8, 2014 um 22:42

Sind der Barry und der Wladi nicht ziemlich beste Freunde?
https://www.youtube.com/watch?v=Q3PuxiuQIFk

niemand März 8, 2014 um 22:51

>”traue den europäern zu, dass sie die karten verkehrt herum lesen und die krim mit rügen verwechseln …”

Das erste Gespräch mit einem General wird heilsam und mäßigend wirken. Ich meine, es macht sich bereits bemerkbar.

“Mit dem Angriff Steiners wird das alles in Ordnung kommen.” (Downfall)

bleistift März 8, 2014 um 23:34

@ weißgarnix

Jo, du bist der große Chef.
Du bist super reich!
Du siehst super gut aus!
Du bist super gesund!
Du bist – einfach ein Gewinner!
Ich bin nur ein kleiner Wicht!
Ich bin Staub zu deinen Füßen!
Leider —– bist du genauso sterblich wie ich!
Blöd oder?
Selbst so ein großer Chef wie du wird elendig verrecken!
Heute in 200 Jahren wird es möglicherweise anders aussehen.
Das wird speziell DIR aber auch nicht helfen.
Du wirst da liegen! Du wirst röcheln! Du wirst ANGST haben!
DU wirst STERBEN!
In Zukunft werden Typen wie Du vielleicht ein längeres Leben haben als Typen wie ich.
Heute aber verreckst du genauso elendig wie ich verrecke!
Das tröstet mich!
Lieber Walter White!
Da kannst du soviel Blue Meth kochen wie du willst!

Balken März 8, 2014 um 23:50

Im Schwejk-Text ist in einem Ehlers-Zitat von der Furcht vor der Möglichkeit von Russlands Autarkie die Rede. Eine bedenkenswerte Denkfigur. ( Ehlers’ Analysen sind auch zur aktuellen Lage um die Ukraine höchst lesenswert! http://kai-ehlers.de/ )
Furcht vor der Möglichkeit von Autarkie ist die Furcht vor der Möglichkeit, jemand käme ohne uns aus!
Mir erscheint dies sehr erhellend! Kann man sagen, wir im Westen leben in einem System, das als allerletztes die Autarkie von irgendetwas und irgendwem ertragen könnte? Es kann nicht anders, es muss sich alles unterwerfen. In Stereotypen gesprochen: McDonalds, Yankee-Jauche (Cola), Fratzenbuch oder ‘Tod? Modern sind die, die das alles verinnerlicht haben und deren höchstes Lebensgefühl und -angst ist, dass und ob sie in Shanghai am Bund ihr Fratzenbuchaccout checken können? Offenbar haben wir die Tatsache, dass alle unsere Lebensäußerungen von irgendwem verwertet werden, dass wir Ware sind auch und gerade da, wo der Account “nichts kostet”, dass alles was wir konsumieren auf irgendjemandes Mühlen Wasser leitet (und dies der eigentliche Zweck der Veranstaltung ist), soweit verinnerlicht, dass wir unsere viefältigen Mitbestimmungsmöglichkeiten, auf welche Art wir uns verwerten lassen wollen, für Demokratie halten. Wir denken und fühlen, in einer 0,1%-Gesellschaft (Krysmanski) mit unseren Milliardären. Wir können eine Gesellschaft, in der nicht alles und jeder Ware ist, nicht einmal mehr denken. Wir haben als Alternative nur die Schreckensvorstellung einer zentralverwalteten Mangelwirtschaft, und wir lassen uns diese Vorstellung auch nicht durch 5 Millionen Unterm-Existenzminimum-Billiglöhner in Deutschland oder 40 Millionen Essenmarkenempfänger in den USA ankratzen.
Angst vor Russlands Autarkie? Das wäre eine Erklärung dafür, weshalb, als hätte es den Zusammenbruch der Sowjetunion und einen nachfolgenden lupenreinen Al-Capone-Kapitalismus dort nie gegeben, die Angst vor diesem Land weitergeht: Es geht nicht um Kommunismus oder Freiheit. Es ging nie darum. Das war Gerede fürs Volk. Da ist immer noch ein Land, das nicht unterworfen ist.
Das noch frei ist. Dessen Ausverkauf unter Jelzin schon fast geklappt hätte. Darum geht es. Deshalb auch jetzt der Schaum vor den Mäulern, weil wieder einmal der schon geschnappte Happen doch noch den Zähnen zu entgleiten droht http://www.wiesaussieht.de/2014/03/06/wie-hilflos-ist-der-westen/#comment-85532

karla März 9, 2014 um 00:04

Weiß jetzt nicht ob das schon mal verlinkt wurde:

http://www.youtube.com/watch?v=RQuJxq8N1Dc&list=PLuQE_zb4awhUSl8pBoLZVLYDBHpBPTiR4

Falls doch – doppelt hält besser.

gelegentlich März 9, 2014 um 00:05

Aha, der legitime (?) Macher der Ukraine. Sozusagen der Bauherr der Chlorhühnchen-Ställe:

http://www.0815-info.com/News-file-article-sid-11357.html
und gerade bei fefe. Ein Lob der Moderne! So schnell ging das Aufzeigen solcher Verbindungen ohne Internet nicht. Wer so investiert ist wird sich vom Schicksal eines Chodorkowski nicht inspirieren lassen wollen.
Sorry, Modernisten: um mir solche Gestalten als alternativlose Zukunft vorstellen zu lassen braucht man keine Blogs. Dafür kann man auch irgendeine Zeitung an der Ecke kaufen.

"ruby" März 9, 2014 um 03:40

@ all spacecowboys oder als die 68er die Hammondorgel und die eigene Ideologien überwanden
http://www.youtube.com/watch?v=vRRygHCaU9I
voices in the net
;-)

ruby März 9, 2014 um 05:18

Wie weit will Europa sinken, wenn unsere lupenreinen Demokraten Milliarden für zwielichte Oligarchen verbürgen wollen?
Haben die nicht mehr den geringsten Anstand und restliche Würde aufrecht zu ursprünglichen Werten zu stehen?
Und jetzt will auch noch ein notorischer Lügner (habe ihn im O-Textinterview gehört) EU-Kommissionspräsident werden …
Goodbye and Goodnight Frühaufsteher !

g.w. März 9, 2014 um 06:42

danke, @Schwejk für den sehr aufschlussreichen Artikel

@goodnight
“Ergo: Weder ein Angriffsplan noch Menschenrechtsverletzungen der neuen Regierung, ergo keine rechtliche Grundlage für eine Intervention. ”

Mag sein, trotzdem hat die russische Aktion eindeutig einen Charakter von Selbstverteidigung gegenüber einem äusserst agressiven Westen. Man denke an die Abwehrraketen an der polnischen Grenze, mit der die USA ihre Erstschlagfähigkeit erreichen wollen. Zudem waren die Russen schon in dem Land stationiert. Dass den US-skulls alles zuzutrauen ist, haben sie ja ansonsten zur Genüge bewiesen.

übrigens finde ich die Äusserungen bezüglich des Alters von Kommentatoren langsam diskriminierend. Entweder hat man Argumente oder man hat sie nicht.

Will: Woher wissen Sie, Herr Brok, dass die Sniper von Janukowski beauftragt waren?
Brok: Ich habe sie gesehen.

Keynesianer März 9, 2014 um 08:32

Klartext:

Soros Hires Scientologist to Conquer Ukraine Print
by Tom McGregor

Billionaire oil tycoon George Soros, a financier of the Democrat Party, has deployed Arseniy Yatsenyuk, a leader of the Fatherland Party, to ignite a regime change revolution against the government of Ukraine in Kiev. Mr. Yatsenyuk is a leading member of the Scientology cult and a big fan of the Hollywood film star Tom Cruise.
http://www.dallasblog.com/201402181010101/dallas-blog/soros-hires-scientologist-to-conquer-ukraine.html

Das ist mal etwas anderes, als alles Geschwurbel über die Moderne.

In dem Zusammenhang wäre auch zu fragen, auf welche Kräfte sich Putin stützt. Auf irgendwie noch vernünftig gebliebene Zirkel aus dem KGB oder dem Militär? Oder stützt sich Putin nur auf eine mit den anderen Brüdern im internen Streit liegende Sekte der üblichen Oligarchen?

Womöglich gar …

Lasst uns zur Sache kommen!

Mich würde auch Literatur interessieren, aber nicht in russisch, was sich da unter Gorbi und dem Säufer Jelzin abgespielt hat.

Unter deren Herrschaft und ihren Folgen soll die Lebenserwartung in Russland dramatisch abgesackt sein. Manche behaupten sogar, die hätten mehr Russen mit ihrer Politik umgebracht als Stalin, umgerechnet auf die Zahl der Jahre ihrer Herrschaft und die folgende Zeit mit berücksichtigt.

Wie konnte es passieren, dass da in Moskau unter Gorbi und Jelzin Leute von Wallstreet und CIA Russland an kriminelle Oligarchen verscherbelt haben und die Bevölkerung ins Elend stürzten?

Warum wurde die Marktwirtschaft nicht von unten eingeführt? Also wieder freie Bauern und kleine Handwerker und Händler und jeder kann sich privat sein Eigenheim bauen und nur die Großbetriebe vorerst weiter in Staatshand.

Wer hat ganz gezielt stattdessen den Gangsterkapitalismus schlimmster Ausprägung in Russland eingeführt? Und wie weit konnte Putin das korrigieren bzw. will er das überhaupt?

Gibt es darüber Literatur oder müssen wir die erst noch schreiben, so wie die Bücher über die geldpolitische Verursachung von Wirtschaftskrisen?

ruby März 9, 2014 um 08:37

Müssen wir hier alles vordenken und kundtun bis aktive Poltiker das aufnehmen?

“Swoboda: EU-Beitrittsperspektive für Ukraine derzeit unverantwortlich

Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, Swoboda, hält eine EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Dies sei angesichts der schwierigen Situation unverantwortlich, sagte Swoboda im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Mit Blick auf den Beschluss der konservativen EVP in Dublin meinte der SPD-Politiker, man dürfe den Menschen in der Ukraine nicht die Karotte vor den Mund halten. Zunächst müsse die Ukraine selbst die Voraussetzungen für einen EU-Beitritt schaffen. Dazu zählten neben der Modernisierung der Wirtschaft auch die Bekämpfung der Korruption. Mit Blick auf die in Aussicht gestellten EU-Finanzhilfen sagte Swoboda, er wisse nicht woher die elf Milliarden Euro kommen sollten.”
im Interview der Woche des Deutschlandfunk
09.03.2014 11:05 Uhr
Hannes Swoboda, Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament.

http://www.trendaffe.de/images/produkte/i47/4769-678-stopper-karotte-2-1.jpg

gelegentlich März 9, 2014 um 08:53

@g.w.

Passiert ja nicht so oft dass ich einem Beitrag von Ihnen voll zustimme. Das hier ist so einer, danke!

Dir, @Soldat, darf ich herzlich für einen der spannendsten Beiträge der letzten Zeit danken! Man ist überwältigt davon, auf welchen primitiven mechanistischen Vorstellungen das Verständnis Russlands bei hiesigen Akteuren immer noch basiert, dem ganzen eigenen Dünkel von Wissenschaft, mittelschichtiger Bildung zum Trotz. „Der Russe neigt zur Tragik“ – sorry, @Goodnight, das ist für mich eben die Kapitulation des Anspruchs Bildungsbürger sein zu wollen. Dass sich ein Hohmann genauso ausgedrückt hat weißt Du?

Dein Gegenargument zu meinem bezüglich der Mittelschicht im osmanischen Reich (Korruption schon ab dem 14. Jhdt.) klingt gut, ist es aber nicht. Das muss man aber anhand einzelner Fälle untersuchen, was hier aber nicht geht, weil es den Rahmen sprengt. Ich habe ein schönes regionales Fallbeispiel aus dem 19. Jhdt., bei dem das eben nicht so ist sondern, ähm, komplexer. Unzureichende Vereinfachung, wieder mal. Korruption als Element politischer Willensbildung ist auch in unserer Moderne wohl nicht unwichtig. Dass es ein untergeordnetes Moment sein soll wird Niemand im Ernst behaupten.

„übrigens finde ich die Äusserungen bezüglich des Alters von Kommentatoren langsam diskriminierend. Entweder hat man Argumente oder man hat sie nicht.“
Kann man als alter Rechthaber aber auch anders betrachten: dass sich ein @Goodnight auf das Niveau einer Julia Schramm begibt heißt was? Ok, ein Argument für die Tribüne.

In der Vormoderne war ja nicht Alles schlecht. Es gab eine Art lakonischen Humor, der den Pimpfen der Moderne abgeht:
„ Huuh März 8, 2014 um 21:16
In der Vormoderne shortete man im April seine Hosen. Jedenfalls fing man damit an.“
Köstlich, danke!

wowy März 9, 2014 um 10:53
wowy März 9, 2014 um 10:59
The Real Slim Shady März 9, 2014 um 11:13

>Ist es das, was der Strobl sich vorstellt, wenn er von der europäischen Integration Russlands spricht? Crack statt Krimsekt?

Natürlich. Im Gegensatz zu den stets Aufrechten und Weltbewegten akzeptiere ich nämlich, dass jede Medaille auch eine Kehrseite hat. Wer mag kann gerne auch diese zum Gegenstand seines alleinigen Diskurses machen, fine by me, aber er wird darüber vermutlich seine Lebensfreude verlieren und so griesgrämig werden wie du und andere Schnuffis hier. Und für die gilt halt allzuoft: no sex, no drugs, no rock n’ roll. Und mal ganz im Ernst: Was hätte das Leben sonst noch zu bieten?

It’s a sad and wonderful world.

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 11:18

>Swoboda: EU-Beitrittsperspektive ……

Also, wenn jetzt schon irgendwelche Ösi-Hinterbänkler auf einen nennenswerten Share-of-Voice kommen, dann kann die Chose wirklich nicht so schlimm sein…

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 11:47

>Was hier noch gelernt werden muss ist, dass die Moderne eigentlich die Postmoderne ist. Weil Moderne ist Fortschritt, Postmoderne nicht (jedenfalls kein echter). Aber das kriegen wir auch noch.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lässt sich beim Fallen des Begriffs “Postmoderne” vorhersagen, dass der Urheber seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringen will, dass die Moderne eben so und nur so verstanden werden kann, wie goodnight und ich sie skizzieren, oder auch ganz anders, nämlich kontingent und keinesfalls “natürlich”, bar jedes metarécits oder gar eines transzendenten “Höheren”, dem irgendwas oder irgendwer zustrebt.
In einem so verstandenen Sinne ist die Moderne halt nicht so modern, wie sie es selbst und ihre PR-Berater gerne gehabt hätten, was insoferne nicht verwundert, weil ja auch die Moderne nur durch die Moderne beobachtet und beschrieben werden kann und durch sonst niemanden, weshalb es selbstredend schon morgen nicht mehr modern sein kann, das als modern zu bezeichnen, was gestern als modern bezeichnet wurde. Das coole an so peoples wie goodnight und mir ist aber jetzt, dass wir das von vornherein zum zentralen Faden der Betrachtung machen und damit der Moderne die Fähigkeit absprechen, in ihrer eigenen Selbstbeschreibung als modern stets modern zu sein und zu bleiben. Das ist eben so, Jungens, let’s face it. Wer also obgrund seiner enttäuschten Erwartungen an die Moderne jetzt landauf landab die Postmoderne predigt, muss sich von so Bengels wie goodnight und mit vorwerfen lassen, dass er sie nur schlicht nie verstanden hat.

"ruby" März 9, 2014 um 11:49

Sitzt der Fraktionsvorsitzende nicht in der ersten von 12 Reihen des Parlaments?
http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/content/modul_02/abb_EPSitz2010.html

“Wir wollen eine Ukraine ohne die Banditen da oben.”
Ein Bürger auf dem Maidan vor den Todesschüssen.
Zeit Oligarchen loszuwerden.
Wird noch eine lustige Veranstaltungsorgie ;-)

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 11:51

Wenn der Mann wirklich was zu sagen hätte, dann hätte man ihn nicht ins EU Parlament abgeschoben.

gelegentlich März 9, 2014 um 11:53

@TRSS
„Im Gegensatz zu den stets Aufrechten und Weltbewegten akzeptiere ich nämlich, dass jede Medaille auch eine Kehrseite hat.“
Ok, das unterscheidet uns nicht. Und klar ist auch, dass das Betrachten der Kehrseite meist schlechte Laune macht.
„Wer mag kann gerne auch diese zum Gegenstand seines alleinigen Diskurses machen, …er wird darüber vermutlich seine Lebensfreude verlieren und so griesgrämig werden wie du und andere Schnuffis hier.“
Das mit alleinigem Diskurs kannst Du nicht wissen. Ein völlig anderes Motiv aber müßte Dir doch einleuchten. Was in der Welt passiert erfahren wir meist nur über irgendwelche Medien, indirekt also. Deren Meldungen sind meist gar nicht zu interpretieren, weil die Hintergründe fehlen. Man muss sich also selber drum kümmern.
Und da will man eben nicht verarscht werden.
Ist da so nachvollziehbar?
Also nicht Anderen die Welt erklären, trotz eigenem geringen Einfluß sagen was zu tun wäre – einfach nur nicht verarscht werden, sich nicht mit einfältigen Sprüchen („Der Russe hat einen Hang zum Tragischen“) widerstandslos vor den Karren anderer Interessen spannen lassen? Das ist doch kein schlechtgelauntes Motiv. Man mißgönnt ja noch nicht einmal solchen Ideologieproduzenten ihren Kaviar.

"ruby" März 9, 2014 um 11:56

Ist doch keine Frage des verstehens …
http://www.youtube.com/watch?v=2WbnjOYJoZU

"ruby" März 9, 2014 um 12:03

Wer denkt, Wladimir Wladimirowitsch spielt nur ohne militärischen Einsatz, der irrt sich mächtig gewaltig – no way out .
;-)

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 12:09

>Was in der Welt passiert erfahren wir meist nur über irgendwelche Medien, indirekt also.

Jo, der Satz könnte glatt von mir (oder morph oder goodnight) sein.

>Und da will man eben nicht verarscht werden.

Dein Unbehagen (aka “Motivverdacht”) ist berechtigt aber letztlich nicht auflösbar. Als Medienkonsument beobachtest du Beobachter beim Beobachten. Als Resultat siehst du deren Unterscheidung, aber nicht die andere Seite deren Unterscheidung. Du weißt nie und wirst nie wissen, warum sie dir gerade jetzt etwas so und nicht anders berichten. Weshalb du sie verdächtigst, so wie die Frau ihren Mann verdächtigt, der ihr plötzlich eines Abends völlig unerwartet Blumen mitbringt. Hat er ein schlechtes Gewissen? hat er sie gar betrogen? tja, wer weiss

gelegentlich März 9, 2014 um 12:10

@TRSS
„Das coole an so peoples wie goodnight und mir ist aber jetzt, dass wir das von vornherein zum zentralen Faden der Betrachtung machen und damit der Moderne die Fähigkeit absprechen, in ihrer eigenen Selbstbeschreibung als modern stets modern zu sein und zu bleiben. Das ist eben so, Jungens, let’s face it.“
Ja, also: als Zuschauer finde ich Euch bei diesem Thema ziemlich uncool, unperformant, um nicht zu sagen trashig. Wie der Putin das mit der Krim bisher macht, das ist einfach cool und locker. Ganz anders als die Anderen das in Syrien, im Irak und in Afghanistan handeln. Das kommt so scheiße rüber…

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 12:17

Uups, war zu schnell.

also: daher ist das, worauf Morph hier immer pocht, nämlich Medienvielfalt, so wichtig. Der Motivverdacht lässt sich damit zwar auch nie zur Gänze ausräumen, weil schließlich stecken ja “die Medien alle unter einer Decke”, nicht wahr? Aber dennoch: mehr ist da nicht zu machen.

und wer meint, dass er darob Zuflucht bei obskuren Foren und bewegenden Vorort-Twitterposts suchen muss, dem sei gesagt, dass er sich damit nur auf ein noch viel komplexeres Feld begibt, mit einem deutlich geringeren Grad an gesellschaftlicher Ordnung, soll heißen, die Medien sind bei ihrer Selektion zumindest gewissen Standards verpflichtet, die Twitteraner da und dort aber gar keinen.

Bogus März 9, 2014 um 12:17

Strobl,

wenn ich hier griesgrämig rüberkomme, muss ich unbedingt noch an meiner Schreibe arbeiten. Danke für den Hinweis.

ROCK ‘N ROLL!
http://www.youtube.com/watch?v=nZJWUq232ho

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 12:21

>Wie der Putin das mit der Krim bisher macht, das ist einfach cool und locker.

Klar. Was gibt’s schließlich cooleres für einen Staatsmann, als sich alle relevanten Peers zum Feind zu machen?

gelegentlich März 9, 2014 um 12:22

@TRSS
„Als Resultat siehst du deren Unterscheidung, aber nicht die andere Seite deren Unterscheidung. Du weißt nie und wirst nie wissen, warum sie dir gerade jetzt etwas so und nicht anders berichten.“
Das ist sicher in den meisten Fällen so. Schon aus Gründen der Alltagsorganisation und der Zeit, die man hat.
Damit sich die Welt aber für das Subjekt nicht in einen komplett undurchsichtigen Nebel verwandelt nutzt man eben die Gelegenheiten, die sich natürlich immer auch bieten, näher ran zu gehen, Behauptetes auch aus der Perspektive von Anderen zu studieren, oder gar sich aus eigener Anschauung vor Ort zu informieren. Manchmal hilft trotz Allem dann nur noch Geduld. Dann sortiert sich die Relativität der Medien schnell selber zu einer Art Relativitätshierarchie. Und wenn man dann zwei und zwei zusammen zählen kann wird man ziemlich sicher wissen, in welche Himmelsrichtung man die nächsten 5 Schritte in diesem Nebel tut.
Es ist also überhaupt nicht hoffnungslos. Man kann mehr tun als Nebel mit nebelhaften „Begriffen“ beschreiben. Und wenn man es klug anstellt wird man nicht mal schlechtgelaunt. So einen Adrenalinstoß wie gestern bekommt man auch nicht jeden Tag ab.

Keynesianer März 9, 2014 um 12:27

@wowy März 9, 2014 um 10:53

Danke für die Fake-Warnung.

Was davon stimmt, kann ich nicht nachprüfen und ist nicht wichtig in Bezug auf meine anderen Fragen zum Thema.

Aber hier geht es leider mit dem Geschwurbel um die Moderne weiter. Wirklich schade. Russland und die Hintergründe von Putin wären ein so wichtiges und interessantes Thema.

Balken März 9, 2014 um 12:31

Der Moderne an sich ist … so ein cooler Typ wie goodnight und trss? Gottlob, nein. Der Typ, den diese Avatare hier geben, ist der vormodernde Fuchs im Hühnerstall. Hey, face it. Eigentlich noch Steinzeitprogramm. Heydrich und Himmler sollen privat recht nett gewesen sein. Bürgerlich – intellektuell sowieso.

Balken März 9, 2014 um 12:38

Alle relevanten peers?
Wichtiges Schlüsselwort. Wer ist wann wielange relevant? Wen eigentlich führen “Sanktionen” in die Isolierung? Es wird langsam unübersichtlich. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist Autarkie irgend jemandes das Letzte, was “wir” ertragen könnten. Die USA sind das einzige Land, das sich im Ausland in eigener Währung Verschulden kann. Fällt die Dollarhegemonie, fällt …

Kecker März 9, 2014 um 12:47

@ keynesaner “Gibt es darüber Literatur oder müssen wir die erst noch schreiben, so wie die Bücher über die geldpolitische Verursachung von Wirtschaftskrisen?”

Ist es wirklich wegweisend, das Volk der Dichter und Denker zu einem Volk von Müllsortierern umzuerziehen? (Deutsches Sprichwort)

Carlos Manoso März 9, 2014 um 12:53

@petervonkloss März 8, 2014 um 07:37
„Also Wittfogel war wesentlicher Bestandteil der Diss. von R. Dutschke.“

Petervonkloss, als Erstsemester -1968 war schon länger als vier Jahre vorbei-, begegnete mir Rudi Dutschke bei seinem Vortrag über Solschenizyns Hauptwerk „Archipel Gulag“. Zum Schluß seiner Rede über Solschenizn rief Dutschke zur Gründung einer „Gruppe undogmatischer Marxisten“ auf und nannte einen Termin für ein Gründungstreffen in einen Vorlesungsraum im Henry Ford-Bau. Als ich als 19Jähriger den Raum 104 betrat, waren die Zuhörerränge voll und das Rednerpult leer. Von der anwesenden „Elite der Undogmatischen Linken“ wagte niemand, laut zu diskutieren.

Nach einer halben Stunde bemerkte ich, dass ein schon etwas älterer grauhaariger Typ in der Reihe vor mir Platz nahm, den ich sofort als Rudi Dutschke erkannte. Rudi Dutschke stand auf und hielt eine wirklich brilliante Rede, deren Singsang mich –offenbar als einzigem- völlig in den Bann zog. Die Zuhörer begannen jedenfalls untereinander zu reden, was Dutschke offenbar unbekannt war. Dutschke schlug vor, ein Medienorgan zu gründen, das erstmals völlig freie Kommunikation ermöglicht. Jeder der Anwesenden sollte zum Start in Woche mit seinem schriftlichen Beitrag (getippt) in den Räumen der alten K2 erscheinen, wo aus den getippten Seiten in kürzester Zeit eine völlig unzensierte freie Zeitung gemacht werden könnte. Als Rudi Dutschke seinen Aufruf beendet hatte, stand in einer der ersten Reihen ein junger Student auf, der sich in tiefstem Berlinerisch an alle Anwesenden völlig trocken wandte: „Wer is`n dette? Icke hab von dem keen Wort vastanden ?“

Kurz und gut. Ich tauchte eine Woche später am vorgeschlagenen Ort auf, wo wir in wenigen Stunden eine völlig unzensierte freie Zeitung machten, um sie drucken zu lassen, abzuholen und zwei Tage später vor der Mensa zu verkaufen. Nach einigen Treffen tauchten Gestalten auf, die „terroristische Artikel“ abgaben, die wir wg. „völlig unzensierte freie Zeitung“ völlig unzensiert in den Druck gaben Als ich nach 6 Wochen wieder auftauchte, war –wie man so schön sagt- vor unserem Treffpunkt „die Strasse blau“ und voller unauffälliger Herren, die Personalausweise notierten.

g.w. März 9, 2014 um 12:54

@TRSS
“Natürlich. Im Gegensatz zu den stets Aufrechten und Weltbewegten akzeptiere ich nämlich, dass jede Medaille auch eine Kehrseite hat.”

ich möchte mal sehen, wie Du hier jammern würdest, wenn Du nicht die Kohle hättest ;-)
wer so verarscht wird, hat auch das Recht zu jammern, das ist halt der Preis ;-)

Frager: Schmerz oder Leid ist unakzeptabel
Nisargadatta: Haben Sie es jemals versucht? Versuchen Sie es, und Sie werden im Leid eine Erfüllung finden, wie Sie Ihnen Freude niemals geben kann, denn die Akzeptanz von Leid führt Sie viel tiefer als es Freude je vermag.

Orange März 9, 2014 um 12:55

Da hatten die Balten ja nochmal Glück, dass die Russen grade unschlüssig waren, als sie in die NATO schlüpften.

ruby März 9, 2014 um 13:03

Ich weise in Nüchtern-und Sachlichkeit auf die abschliesende militärische Grenze hin, die PSL klar und zeitnah persönlich dokumentiert – gerade auch heute wieder im Dialog bei Phönix.
Erstschlagfähigkeit durch Ostgrenzenverschiebung der Nato ist nicht akzeptabel für ein eurasischesRussland – what`s so ever.
Airforce regiert keine Region, das praktizieren die USA auch wenn die Navy in Basis unterstützt. Die Atomraketen sind auf den Basen und U-Booten.
Und jetzt ist es Zeit, diese Flitzpiepen von Rasmussen und was sonst noch “beauftragt” werden soll mal einzunorden.
“Fuck the EU!”
Merkel kann heute mit Cameron gleich fortsetzen; schliesslich sind “wir” auch Trohnfolger fürs Empire … ;-)
Ansonsten wird der MP in die Kutsche von Georg (Schorsch) IV gesetzt und nachhause geschickt.
Familienmitglieder werden nicht abgeschnorchelt.

http://www.sn-online.de/Nachrichten/Hannover/Uebersicht/Das-ist-am-Montag-in-Hannover-wichtig4

ruby März 9, 2014 um 13:12

@ Orange
Sowjets damals und Du kannst ja mal die Geschichte mit dem Atomkoffercode recherchieren ;-)
http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/erinnerung-ende-sowjetunion-jahren-1542037.html

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 13:17

Goodnight März 8, 2014 um 15:17
—> “Analyse ist immer Unterscheidung und damit Komplexitätserhöhung. Diese Prozess ist unendlich und , wie man am hier zugrundeliegenden Beitrag sehen kann, ist dann die letztendliche Information: Die Welt ist bunt. Nun kann das Gehirn leider nicht viel anfangen mit dieser Aussage. Es hätte gerne eine Einheit an der es anschließen kann, d.h. eine Einheit all der vorherigen Unterscheidungen. Folglich besteht dann der schwierige Teil darin, all die Komplexität wieder einzufangen und dann eine Einheit zu generieren. Und diesen schwierigeren Teil, den habe ich geleistet. Und ja, die Reduktion all der Euch erschütternden Komplexität auf die einfache Formel: “Der Russe an sich ist Tragiker.” mag weitere Erschütterungen in Euch auslösen. Und auch wenn Ihr all die Schritte, die mich zu dieser erhellenden Erkenntnis führten nicht nachvollziehen könnt, so bin ich so oder so einen Schritt voraus, da ich eine Meinung habe.”

Nu frage ich mich, ob Deine Moderne einen Fortschritt kennt. Bei Dir isses ja irgendwie so ein Kreislauf: Komplexitätserhöhung, das Gehirn ist überfordert, die Handlungsfähigkeit sinkt. Wie viele Unterscheidungen man doch treffen kann, wie man die Glaskugel doch drehen kann! Die Sonne geht unter, man wird müd, man will wieder eine einfache Unterscheidung: Die anderen sind fremd und bedrohlich, also hauen wir sie auf die Mütze. Weil: Draw a distinction! So geht die Ultramoderne bei Sonnenuntergang wieder in die Vorvormoderne über, und der Wolf heult.

So als Gedankenspielerei auf der Spielwiese finde ich das durchaus originell und unterhaltsam, aber man muß schon eine ordentliche Ironiebefähigung mitbringen, welche nach @Morph ja genetisch bedingt ist. Ansonsten sind die Fußballfans bis hin zu den Hools da aber doch die zivilisierteren Ironiker. Die wollen auch ihre klare Distinction und Komplexitätsreduktion, aber die können zwischen Spiel und Realität trennen; die brauchen dazu nicht den Russen, sondern es reicht der HSV… Da sag noch einer was gegen Fußball.

Eine komplexitätsreduzierende Meinung hab ich als Schütze Arsch ansonsten natürlich auch, wenn ich mich nicht gerade bemühen muß, das Zustandekommen von Geschichtsbildern zu rekonstruieren. Und diese Meinung geht so: Im Zweifel steht der Hauptfeind im eigenen Land. Easy as f.ck. Deshalb poste ich situationsbedingt dann auch schon mal die russische Hymne, und ich werde es gern wieder tun.

ruby März 9, 2014 um 13:18

nur geklaut

“Neben den USA verfügte auch die Supermacht “Sowjetunion” über eine solche Aktentasche. Im Gegensatz zu den USA wurde dieses Mittel bewusst zur Abschreckung eingesetzt, besonders Nikita Chruschtschow und Leonid Breschnew wußten damit umzugehen. Dagegen fand Michail S. Gorbatschow den Militär mit dem Koffer lästig, so musste seine Frau Raissa immer in einem Wagen hinter ihm fahren, da der Platz in seiner Limosine von den Offizier und den Koffer vorgesehen war. (Bei einem Staatsbesuch in der BR Deutschland versuchte sie in den Wagen ihres Mannes zu steigen, musste jedoch, nachdem das Protokoll die Losfahrt nicht freigab, den Platz doch wieder mit dem Koffermann tauschen.)
Auch im Nachfolgestaat der Sowjetunion wurde die Aktentasche beibhalten. In Russland verfügen sogar 3 Personen über diese Atomkoffer: Der Staatschef, der Verteidigungsminister und der Generalstabschef. Durch einen 10-stelligen Zahlencode, konnten 6500 strategische und 18 000 bis 20 000 taktische Atomsprengköpfe der Russischen Förderation gestartet werden. Beruhigend ist jedoch, dass Boris Jelzin die Zieldaten der Raketen, die auf die Nato-Staaten und Japan gerichtet waren, herausnehmen ließ. “

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 13:45

@ TRSS —> “Was gibt’s schließlich cooleres für einen Staatsmann, als sich alle relevanten Peers zum Feind zu machen?”

Ach, es gibt ein bissel Aufregung “im Westen”. Den asiatischen und südamerikanischen mittelgroßen Spielern geht’s komplett am Arsch vorbei, ob auf dem Alten Kontinent eine Halbinsel mit 2 Millionen Einwohnern so oder anders verfaßt ist. Der Unterstützung Chinas hat sich Rußland offenbar schon versichert. Bald schon wollen alle wieder Geschäfte machen, und Du meinst ja auch, man sollte Gold shorten…

Wobei ich daran zweifle, ob es längerfristig klug wäre, wenn Putin jetzt wirklich die Krim ans russische Staatsgebiet anschließen wollte. Ich hatte ja damit gerechnet, daß es darauf hinausläuft, die Krim werde faktisch unabhängig, aber formal im ukrainischen Staat verbleiben, mit Rußland so als stillschweigend akzeptierter informeller Schutzmacht. Damit könnten sollten alle irgendwie leben können.

Vielleicht kommt es auch noch so, und alles andere dient erst mal nur dazu, Druck und Verhandlungsmasse aufzubauen. Allerdings werden die Abstimmungsbulletins schon gedruckt, und da gibt es eben die beiden Optionen: Verbleib in der UA als Autonomie mit deutlich ausgeweiteter eigener Staatlichkeit. Oder Anschluß an Rußland als ein Subjekt der Föderation. Irgendwann können sie hinter die offensiv kommunizierte Anschlußoption vielleicht nicht mehr zurück, selbst wenn sie wollten.

Ich bezweifle aber, daß Putin dadurch im Vergleich zur ersten Option groß was gewinnen kann. Nicht weil gerade mal “der Westen” heult. Aber erstens wird mit jeder Grenzverschiebung die Büchse der Pandora ein Stück weiter aufgemacht, und das könnte auch Rußland selbst treffen. Zweitens wird es jeder denkbaren zukünftigen Führung in Kiew dadurch erschwert, sich mit Moskau in den anderen Fragen irgendwie zu arrangieren. Drittens kriegt Rußland eine weitere sunnitische Minderheit mit gewissem wahhabitischen Einfluß im eigenen Staatsgebiet, da fragt man sich, wozu brauchen die das?

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 14:10

@ Marlowe

Das mit den Kirchen in der Ukraine ist ein großen Kuddelmuddel. Es gibt allein 4 orthodoxe Kirchen, eine des Kiewer Patriarchats, eine des Moskauer Patriarchats, eine ist direkt Konstantinopel unterstellt (ja, auch das gibt’s), und bei der vierten ist es alles noch komplizierter. Dann gibt es noch die sogenannte Griechisch-Katholische Kirche (orthodoxer Ritus, aber dem Papst unterstellt), und außerdem die Katholiken. Unter den Krimdeutschen (ja, auch die gibt’s, warum interviewt die eigentlich keiner?)… also unter denen gibt’s auch Lutheraner.

Und das sind nur die traditionellen Kirchen, dazu gibt’s durch Missionstätigkeit seit 1990 in größerer Anzahl auch noch alle möglichen Zeugen Jehovas, Baptisten und so weiter. Wie gesagt, ein großes Kuddelmuddel, da blickt keine Sau durch, da muß jetzt der @Goodnight kommen und Komplexität reduzieren.

Aber mit Ausnahme der Anhänger der neuen sektenartigen Kirchen sind die Leute in der Ukraine nach meinem Eindruck nicht besonders religiös… also ich würde zum Zwecke der kleinen Komplexitätsreduktion dazu neigen, in dem Zusammenhang nicht allzu viel über den Faktor “Religion” zu spekulieren.

Auch in Rußland nicht, da hat die orthodoxe Kirche zwar in der jüngeren Generation wohl wieder ein bißchen mehr Zulauf, nachdem in den 90-ern dort nur alte Omas waren. Aber es gibt im heutigen Rußland mitnichten eine Volksreligiosität, die etwa der im katholischen Polen vergleichbar wäre.

Natalius März 9, 2014 um 14:22

@Soldat Schweijk,
zu Wittfogel, Dutschke, Bahro, Szücs und Ehlers und ihrer Sicht auf Russland kann ich nicht viel sagen, da verlasse ich mich auf Deine Interpretation. Meine persönliche Sicht ist geprägt durch sehr positive und menschlich weiterbringende Erfahrungen, die ich hier schlecht berichten kann.
Kurz: Ob ich beim Gold zur Zeit short gehen (@trrs) würde, tja, das würde ich mir in der Tat noch mal überlegen. Intelligence news (von der anderen Seite) sind natürlich ebenso wie MSM-News ein mix aus Info und Desinfo – aber wenn der Kern richtig ist, (1) dass bereits 800.000 Ukrainer nach Russland geflüchtet sind, (2) dass die russische Luftwaffe die grösste “Übung” in ihrer Geschichte begonnen hat, dann ist kurz bis mittelfristig “nichts” vorhersagbar, denn die Geister, die Soros rief, sind wie die Djinns aus ihren Flaschen befreit…

Stets mit Vorsicht zu lesen, aber LESEN!
http://www.whatdoesitmean.com/index1749.htm

"ruby" März 9, 2014 um 14:55

Eine endlos lange Straße herunterfahren
Freunde mitnehmen oder allein unterwegs sein
Unterwegs der Genuss auf dem Festplatz

Es sind immer Freunde, die einem gut tun
Lass es uns wiedergutmachen, wie es all die guten Männer tun sollten
Unterwegs der Genuss auf dem Festplatz

Gehe umher, sei frei und streune umher
Es gibt immer jemanden, der etwas allein verlässt
Unterwegs der Genuss auf dem Festplatz

Und ich liebe den Gedanken, zu dir nach Hause zu kommen
Sogar wenn ich weiß, dass wir es nicht tun können
Ich liebe den Gedanken, dir Hoffnung zu geben
Nur ein kleiner Lichtstrahl scheint durch

Liebe kann sich krümmen und den Atem einsam machen
Bis das Ende dir ein Zuhause auftreibt
Kümmere dich nicht darum, was die Leute sagen mögen

Es sind immer Freunde die einem gut tun
Lass es uns wiedergutmachen, wie es all die guten Männer tun sollten
Unterwegs der Genuss auf dem Festplatz

Und ich liebe den Gedanken, zu dir nach Hause zu kommen
Sogar wenn ich weiß, dass wir es nicht tun können
Ich liebe den Gedanken, dir Hoffnung zu geben
Nur ein kleiner Lichtstrahl scheint durch

http://www.youtube.com/watch?v=WiG0TsVWaAk

Number ONE in UK-Charts

Geistervertreibung ist eine der besten Aufgaben ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=TbvlEGUVrUM

BB März 9, 2014 um 15:22

@TRSS

“…..Das coole an so peoples wie goodnight und mir ist aber jetzt, dass wir …..”

Zäpfchenschädels Glück?

BB März 9, 2014 um 15:24
gelegentlich März 9, 2014 um 15:45

@ Carlos Manoso März 9, 2014 um 12:53

1972 war in der Linken ja dieses Sektenfieber sehr hoch, 68 längst vorbei. Ob sich die undogmatischen Linken in Berlin damals mit Wittfogel beschäftigten weiß ich nicht. In dem von mir genannten Raum war das so. Ist auch nicht so wichtig. Weil überall das Bild vom asiatischen Russland in den Köpfen war. Dafür war ein Wittfogel gar nicht nötig. Und, welche grandiose Überraschung, offenbar immer noch ist.
Weiß hier Jemand welchen Rückhalt, welches Echo Kai Ehlers heute hierzulande wo findet? Abgesehen davon, dass ihn @Soldat erwähnt hat.

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 15:45

@ Natalius

Also der Sache mit den Flüchtlingen versuchte ich mal nachzugehen. Nach Angaben des russischen Grenzdienstes sind seit Jahresanfang ca. 700.000 Ukrainer nach Rußland eingereist, was deutlich mehr ist als normal. Wobei das jetzt aber wohl keine Flüchtlinge im eigentlichen Sinn sind, sondern teils Leute, die auf der anderen Seite der Grenze Verwandte haben und wegen der Unsicherheit in UA erst mal rüberfahren und abwarten, wie es sich weiter entwickelt. Man kann sich vorstellen, daß es auch viele alte Leute sind, die zu ihren Kindern fahren oder so. Außerdem gibt es natürlich auch eine beständige Arbeitsmigration von Ost- und Nord-UA nach Rußland, also so Pendler.

Die Zahl ist natürlich beeindruckend, aber es gibt offenbar kein erkennbares “Flüchtlingsproblem” hinter der Grenze. Um den Flüchtlingsstatus in RU haben nach Angaben der dortigen Migrationsbehörde ganze 82 Ukrainer nachgesucht.

Man muß bei solchen Berichten m.E. immer sehr vorsichtig sein. Egal ob da nun von eingeschüchterten Krimtataren berichtet wird, oder umgekehrt von Massenflucht aus der Ostukraine. Wie Du schon sagst, es gibt hier Propaganda, aber dort natürlich auch.

@BB

Hab ich vor einiger Zeit mal was Positives über Julia Timoschenko geschrieben? Oh shit… Aber das Gefängnis hat da wohl seine Spuren hinterlassen…

karla März 9, 2014 um 15:57

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 12:21

>Wie der Putin das mit der Krim bisher macht, das ist einfach cool und locker.

” Klar. Was gibt’s schließlich cooleres für einen Staatsmann, als sich alle relevanten Peers zum Feind zu machen?”

Die Atommacht Rußland wurde nach dem Zerfall der UdSSR und auch seit Putin nie als neutraler Staat betrachtet und behandelt. Das war schon immer eine Feindschaftserklärung.
Das soll erst jetzt wegen der Krim so sein? Dazwischen war Friede , Freude, Eierkuchen? Echt cool diese Beobachtung.

"ruby" März 9, 2014 um 16:01

@ Natalius

Ein sehr einfaches Mittel die Geister zurück in die Flasche zu bekommen ist die maroden Banken in nationalstaatliche Insolvenz gehen zu lassen ohne Bankenunion mit derzeitigen Rechtssystemen.
Haftung wieder Geltung zu verschaffen und den moral hazard durch nobailout zu beenden. Dazu braucht es keiner Stresstests oder sonstiger Schönrechnereien ;-)
Die BIZ mit ihren Regelungsspielen wurde hier bereits behandelt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bruesseler-krisenmanagement-truegerische-ruhe-im-euroraum-12836778.html
Wer kennt die Liste der zu schliessenden Institute?
Wer verkündet das Ranking?
Nationen zeigt eure zentralen Abwicklungssysteme – just for free.
Und es bleibt ein funtionierendes Finanzintermediärwesen .

ruby März 9, 2014 um 16:22

Österreich kann gleich starten :
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/krisenbank-nowotny-will-keine-bad-bank-fuer-hypo-alpe-adria/9591594.html
Und Seehofer die 2,3 Milliarden Wertberichtigungen der Bayern LB im Wahlkampf verkaufen/abschreiben .

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 16:37
Adms74 März 9, 2014 um 16:47

@weissgarnix
da Du wieder soviel schreibst hoffe ich das Du bald wieder hier anheuerst :)

Grüsse aus East London ZA

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 17:05

nööö. habe mittlerweile oft genug zuhause Kindergeburtstag, da muss ich mir das nicht auch noch im Web antun…

gelegentlich März 9, 2014 um 17:10

@TRSS
Das hat er vor rund 3 Tagen in den USA schon publiziert und entspricht im Tenor so ziemlich dem, was die unmodernen Putin-Versteher hier so vorwärts bringen wollten. „Modernismus“ ist dafür also ganz unnötig.

Goodnight März 9, 2014 um 17:11

“Natürlich ist das, was auf der Krim geschieht, ein Verstoß gegen das Völkerrecht”,

sagt…na?…der olle Schröder…der beste Kumpel vom Wladimir!

Quelle:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/krim-krise-ex-kanzler-gerhard-schroeder-kritisiert-eu-a-957728.html

Yep, und dann sagt der Schröder natürlich noch:

“Dennoch wolle er seinen Freund, den russischen Präsidenten Wladimir Putin, nicht verurteilen. Er selbst habe als Kanzler beim Jugoslawien-Konflikt ebenfalls gegen das Völkerrecht verstoßen. “Da haben wir unsere Flugzeuge (…) nach Serbien geschickt, und die haben zusammen mit der Nato einen souveränen Staat gebombt – ohne dass es einen Sicherheitsratsbeschluss gegeben hätte.” Insofern sei er mit dem erhobenen Zeigefinger vorsichtig, betonte Schröder.”

=>Naja, ich habe oben schon mal erwähnt, dass es im Völkerrecht nur humanitäre Interventionen und präventive Selbstverteidigung als Ausnahmeregelung zulässig sein könnten. Ersteres war in Serbien gegeben, folglich war eine Intervention rechtlich begründbar. Auf der Krim kann ich solches jedoch nicht beobachten. Das sollte Schröder eigentlich wissen, als elder statesman…eigentlich… aber eigentlich ist Schröder eine tragische Figur. Vielleicht treibt es ihn deshalb nach Russland…

“For eighty years, I’ve tried to live… a decent life. I’ve given a billion dollars to charity. If this comes to trial… none of that will be remembered. I’ll just go out… the joke of the world.”
Walter (absolute power)

wowy März 9, 2014 um 17:15

“=>Naja, ich habe oben schon mal erwähnt, dass es im Völkerrecht nur humanitäre Interventionen und präventive Selbstverteidigung als Ausnahmeregelung zulässig sein könnten.”

Die R2P ist kein anerkanntes Völkerrecht, noch nicht einmal Völkergewohnheitsrecht.

gelegentlich März 9, 2014 um 17:17

@Goodnight
Das ist doch auch hier im Forum ziemlich unstrittig. Die Frage ist aber, wie man den Putsch in Kiew bewertet und was man als Reaktion darauf für zulässig hält.

Goodnight März 9, 2014 um 17:22

@Wowy

es ist sich entwickelndes Recht….denn auch das Recht ist nicht statisch sondern es bewegt sich vorwärts. Und nebenbei von fast allen Staaten anerkannt….ergo: Demokratisch legitimiert oder so.

Wilson: “What is U.S. strategy?”
Avrakotos: “Well, strictly speaking, we don’t have one. But we’re working hard on that.”
(Charlie Wilsons war)

wowy März 9, 2014 um 17:23

“es ist sich entwickelndes Recht….denn auch das Recht ist nicht statisch sondern es bewegt sich vorwärts. Und nebenbei von fast allen Staaten anerkannt….ergo: Demokratisch legitimiert oder so. ”

Sorry, aber Schwachfug

Goodnight März 9, 2014 um 17:32

@gelegentlich

“Das ist doch auch hier im Forum ziemlich unstrittig. Die Frage ist aber, wie man den Putsch in Kiew bewertet und was man als Reaktion darauf für zulässig hält.”

Sorry, aber wie kann man den Verstoß gegen das Völkerrecht bewerten? Der Terminus beinhaltet schon die Bewertung: Ein Verstoß gegen Recht kann nur als unzulässig bewertet werden.
Und nicht als “cool”. “Cool” ist so etwas in der Regel nur für Personen die sich selber außerhalb des Rechts bewegen bzw. bewegen wollen.
Und als Reaktion auf einen Rechtsbruch ist eine Verfolgung und Bestrafung des Täters zulässig!

Eigentlich ziemlich unstrittig….in der modernen westlichen Welt.

“Our standards have to be higher than anyone else because we are the standard of everyone else.”
Helen (the insider)

Goodnight März 9, 2014 um 17:37

@wowy

“Sorry, aber Schwachfug”

Na, das kannst Du gerne mal den Damen und Herren von der UNO sagen. Ich bin da die falsche Adresse.

Alice : You lied to me.
Nick : I didn’t lie to you. I just didn’t tell the whole truth.
Alice: You’re such a lawyer.
(Richochet)

Adms74 März 9, 2014 um 17:38

@WGNX
… ein Kindergeburtstag mehr … das krigst Du schon hin! (E.A.F.)
Whatever hat jedenfalls Spass gemacht wieder was von Dir zu lesen.
Vielen Dank auch an Goodnight & Morph,immer wiederlehrreich!!!
Ansonsten denke ich dass sich beide Parteien in eine ungute Situation manövriert haben (wurde auch weiter oben schon mal thematisiert) mal sehen ob sie es schaffen da wieder rauszukommen.

gelegentlich März 9, 2014 um 17:41

@Goodnight
Einfach. Der Verstoß ist die coole und relativ relaxte (die Anderen wurden u.U. zu Mördern dabei, s. Sniper-Problem) Reaktion auf andere Verstöße mindestens gleichen Gewichts (Putsch usw.). Easy as f.ck… und damit ist Deine einseitige Schuldzuweisung an Putin halt im Eimer, sachlich und faktisch. Es wird nicht möglich sein auf dieser Basis Politik zu machen. Kissinger sieht das ganz richtig.
Und wir verwirrten Normalos starren staunend immer noch auf diesen Modernismus. Denn in diesem Fall ist und war er unnötig wie ein Kropf. Ob Du daraus den Schluß ziehst dieses Besteck wegzuwerfen mußt Du entscheiden.

wowy März 9, 2014 um 17:44

@Goodnight
Mit easy as f*** und Filmtiteln kommt man vielleicht bei deiner Moderne weiter. Das Völkerrecht ist doch etwas komplizierter.

BB März 9, 2014 um 17:44

Eingreifen des Westens gerechtfertigt, weil Humanitäre Intervention? So’ne krude Rechtfertigung für den Staatsstreich (= ist offiziell, ist juristisch valide) hab ich ja noch nirgends gelesen.

Wir , die Russlandversteher, sollten uns nicht mehr an dieser albernen Legitimitätsdiskussion beteiligen. Die ist ausdiskutiert und zumindest so ausgegangen, dass der Westen keinen Deut besser ist als Russland. Und das wollte Schröder wohl auch nur sagen.

Es ist außerdem zu begrüßen, dass der Westen bisher jedenfalls nur laue Sanktionsbereitschaft zeigt. Es wird sich zeigen, ob Scharfmacher von der Oligarchen-Partisanin Timoschenko bis zu irgendwelchen Kalten-Kriegern von Kissinger über Brzezi?ski bis irgendwelche Welt.de-Dummschwätzer es durch Hetze schaffen, hier die Lage weiter eskalieren zu lassen. Wobei, wenn man genau liest, Kissinger und Brzezi?ski bei weitem nicht so mutig werden, wie mancher Schreiberling von Süddeutsche bis zum Zentralorgan der deutschen Tea-Party-Bewegung “Die-Welt”.

Für mich als Russenversteher stellen sich ganz andere interessante Fragen.

Z.B. stimmt es, wenn die sehr geschätzte Frau Golineh Atai behauptet, Putin würde in Russland propagandistisch eine Vorstellung über den Westen aufbauen nach dem Prinzip, Der Westen ist böse, Russland ist gut, mal abstrahiert von der üblichen aktuellen Kriegspropaganda ?

Könnte es sein, dass Russland/Putin – auch wenn es/er behauptet, die Meinung des Westens sei ihm egal, nicht eher wie ein trotziges Kind reagiert, weil es im Grund nur möchte, vom Westen auf “Augenhöhe” ernstgenommen zu werden?

Wie gefährlich für den Westen wäre es, diesem Wunsch Russland nach Anerkennung entgegenzukommen?

Wäre es nicht sogar besser für die Demokratie-Entwicklung in Ländern wie Russland und Ukraine, wenn man den außenpolitischen Druck komplett wegnehmen würde?

Z.B. indem man (Vorschlag Kissinger, glaube ich) die Ukraine niemals in die Nato aufnimmt.

Z.B. indem man konstruktiv Russland beim Aufbau einer eurasischen Union mit starker Kooperation zur EU unterstützen würde.

Wird nicht gerade letzteres durch den destruktiven, eigen-und nichtsnutzigen beinharten Stil der Amerikaner unterminiert?

Müssen wir uns nicht, um die Krise zu bewältigen, deutlich von den USA abgrenzen und deren Interessenpolitik in Europa nicht massiv blockieren (s. auch TTIP, Genmais, etc.)?

Von unseren USA-hörigen Eliten können wir letztere Schlussfolgerungen wohl nicht erwarten.

Wie müssen wir – die Russlandversteher – uns demnach organisieren, um den EU-USA-Eliten (ich werde hier noch zum Halbgott) kräftig diesbezüglich in den Arsch zu treten?

Dipfele März 9, 2014 um 17:57
holger196967 März 9, 2014 um 18:00

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 17:05
nööö. habe mittlerweile oft genug zuhause Kindergeburtstag, da muss ich mir das nicht auch noch im Web antun…”

Wie? jeden Tag? LOL RESPEKT 365 Nachschuldner schafft net jeder …

holger196967 März 9, 2014 um 18:07

Klar, jetzt iss auch Putin noch Schuld, dass bei den Paralympics Behinderte starten.

karla März 9, 2014 um 18:36

Goodnight März 9, 2014 um 17:11

“=>Naja, ich habe oben schon mal erwähnt, dass es im Völkerrecht nur humanitäre Interventionen und präventive Selbstverteidigung als Ausnahmeregelung zulässig sein könnten. Ersteres war in Serbien gegeben, folglich war eine Intervention rechtlich begründbar.”

Die Gemetzel auf dem Balkan die von allen beteiligten Seiten begangen wurden ernötigte die Bombardierung Belgrads aus humanitären Gründen? Mit der Begründung hätte man auch Zagreb bombardieren können.

” Das sollte Schröder eigentlich wissen, als elder statesman…eigentlich… aber eigentlich ist Schröder eine tragische Figur. Vielleicht treibt es ihn deshalb nach Russland…

Ach diese Russen und dieser Halbrusse. Echt tragisch.
Tragisch auch, jetzt gibt es noch einen Schröderversteher.

Goodnight März 9, 2014 um 18:37

@wowy

Yep, und deshalb solle man wissen wie Recht entsteht.

“What’s the difference between a lawyer and a hooker? A hooker’ll stop screwing you when you’re dead.”
Rudy (the rainmaker)

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 18:48

>Sorry, aber wie kann man den Verstoß gegen das Völkerrecht bewerten? Der Terminus beinhaltet schon die Bewertung: Ein Verstoß gegen Recht kann nur als unzulässig bewertet werden.

Wir schliessen messerscharf: Goodnight hat keine Ahnung von Kindergeburtstag. Vermutlich hat er also keine Kinder….

BB März 9, 2014 um 18:48

….deshalb sollte man wissen, wie Recht entsteht …

man zahlt 5 Mrd. Dollar, dann issa legal der Staatsstreich …

https://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/5-milliarden-dollar-fuer-den-staatsstreich

Goodnight März 9, 2014 um 18:55

@gelegentlich

Bitte, Du operierst hier mit absurden Gerüchten als grundlage Deiner Argumentation.
Die Scharfschützen auf dem Maidan haben primär Demonstranten erschossen. Das ist fakt. Folglich ist davon auszugehen, dass sie im Auftrag der zu diesem Moment agierenden Regierung ihr Werk vollstreckten. Und diese Regierung wurde von Putin unterstützt.
Alles andere ist Hörensagen und Verschwörung.
Ein “Putsch” von unbewaffneten bzw. mit Knüppel bewaffneten Demonstranten gegen eine von schwerbewaffneten Soldaten geschützten Regierung finde ich auch irgendwie nicht, weil ein Putsch per definitionem von einem Staatsorgan ausgeht und in der Regel gewalttätig erfolgt. Demonstranten sind kein Staatsorgan, und mit Knüppeln kann man keine Arme besiegen. Period.

Und Kissingers vier Punkte Programm sieht ja nichts anderes vor, als den Status quo vor Putins Einmarsch wieder herzustellen.

“Gentlemen, need I remind you you’re in a court of law?”
Rayford (and justice for all)

Goodnight März 9, 2014 um 18:57

@TRSS

“Wir schliessen messerscharf: Goodnight hat keine Ahnung von Kindergeburtstag. Vermutlich hat er also keine Kinder….”

=>Ich habe so viel Kinder wie Du Haare auf dem Kopf ;–)

“I felt like, “This guy’s really hurting me.” And it hurt.”
Hansel (Zoolander)

holger196967 März 9, 2014 um 19:07

Ich schließe messerscharf,

wer viel sabbelt und Moderne kommuniziert, hat nicht wirklich was mit dem Lebbe zu tun. :D

wowy März 9, 2014 um 19:08

@BB
:-)

"ruby" März 9, 2014 um 19:10

@ Goodnight
http://www.youtube.com/watch?v=3AVQ2U3711c
für den übergang analog digital

Goodnight März 9, 2014 um 19:15

@BB

“Wir , die Russlandversteher, sollten uns nicht mehr an dieser albernen Legitimitätsdiskussion beteiligen. Die ist ausdiskutiert und zumindest so ausgegangen, dass der Westen keinen Deut besser ist als Russland. ”

=>Genau, dass ist der Maßstab: “keinen Deut besser”…danach bewerten wir jetzt die Welt, ob jemand besser oder schlechter ist. Wer braucht schon so etwas kompliziertes wie Recht, wenn er doch einfach auf Moral, Bauchgefühl oder so setzen kann.

Rudy Baylor: What’s wrong with ethics?
Deck Shiffler: Nothing… I guess.
(rainmaker)

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 19:18

@ Rußland-Dämonisierer

Upps, Völkerrecht und der Kosovo-Vergleich…

Also übertragen wir mal so hypothetisch das Kosovo-Szenario auf den Krim-Konflikt. Dann wäre es so abgelaufen:

Auf der Krim bilden sich russische Milizen, finanziert von einer europaweit operierenden Krim-Mafia. Diese Milizen verüben Angriffe und Anschläge auf ukrainisches Militär. Das Militär schlägt zurück, es gibt Tote auf beiden Seiten. In dieser Situation stellt Rußland der ukrainischen Regierung ein Ultimatum. Das Ultimatum verlangt von der Ukraine, die militärische Kontrolle über die Krim an Rußland abzugeben, und nicht nur das: es verlangt völlige Bewegungsfreiheit für russisches Militär nicht nur auf der Krim, sondern auf dem gesamten Territorium der Ukraine. Die Ukraine als souveräner Staat kann nicht anders als das Ultimatum ablehnen. Daraufhin bombardiert die russische Luftwaffe Kiew und Lemberg, Kraftwerke und Verkehrsverbindungen überall in der Ukraine. Auf der Krim bildet sich ein Mafiastaat, wo Rußland eine riesige Militärbasis einrichtet.

Das in etwa wäre das Kosovo-Szenario für die Krim.

Also, liebe Rußland-Dämonisierer… Ihr könnt nun noch eine Weile das internationale Recht hin und her interpretieren, aber mir scheint, mit dem Vergleich könnt Ihr wahrlich keinen Punkt machen.

"ruby" März 9, 2014 um 19:27
Eagon März 9, 2014 um 19:49

Sanktionen.

Es war der jetzige deutsche Aussenminister der maßgeblich half die deutsche Binnenwirtschaft zu ruinieren.

Es ist eine absurde deutsche Vorstellung Sanktionen als Mittel der Aussenpolitik wären noch möglich.

Also verzichten wir doch gleich ganz auf die Demokratie.

Ostap März 9, 2014 um 19:57

@Schweijk : Die Putin-Statue in Sewastopol hast du in deinem Szenario vergessen.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bill_Clinton_statue,_Pri%C5%A1tina.jpg

Goodnight März 9, 2014 um 19:59

@Soldat

Humanitäre Interventionen richten sich ja nicht nach Gut und Böse sondern danach ob man die massenweise Vernichtung von Menschenleben (Völkermord, ethnische Säuberungen) verhindern kann. Period. Also bitte immer das Kleingedruckte lesen.

Es geht hier bei der Krim auch nicht darum ob Putin Böse und der Westen der Gute ist. Es geht hier um Recht. Weil Recht die Regeln unseres Zusammenlebens bestimmen….in der Moderne.
Und deswegen rede ich ja andauernd von der Moderne. Weil es hier nicht um Moral geht. Moral war vor der Moderne.

“It’s not what you know, it’s what you can prove.”
Alonzo (training day)

Thor März 9, 2014 um 19:59

@Goodnight
“Wer braucht schon so etwas kompliziertes wie Recht, wenn er doch einfach auf Moral, Bauchgefühl oder so setzen kann.”

Was ist Recht denn anderes, als Moral in einem konstitutionellen Rahmen gegossen?

gelegentlich März 9, 2014 um 20:01

@Goodnight
Gerüchte? Die jetzige Regierung wird Gründe haben warum die Identität der Sniper nicht untersucht werden kann. Bei einer false-flag-Operation ist doch klar, dass auch (!) Demonstranten erschossen werden, aber nicht nur (Zeugnis Paets). Die Art der Absetzung Janukowitschs war illegal (Putsch). Nicht mein Freund der Mann, aber egal.
Maidan: beachtliche Massenbewegung mit dem Ziel die Oligarchen (alle!) loszuwerden. Wie etwa „Enteignet Springer!“. Der Putsch. Am nächsten Morgen wird Kai Dieckmann Chef des Revolutionskomitees. Das ist der Stand im Moment. Habe den Überblick verloren wer im Moment diese Putschregierung anerkennt. Wichtige Player aber tun es eben nicht.
Und mit diesem 1:1 im Illegitimen bricht Deine Argumentation zusammen. Für mich sieht es so aus: der Instrumentenkasten des Modernismus bringt keine Analyse/Einsicht, whatever, zustande welche über das hierzulande übliche servile bellizistische Geschrei hinausgeht. An stumpfen Werkzeugen habe ich kein Interesse. Ein Kissinger offenbar auch nicht.
@Soldat danke ich nochmals dafür, dass er enthüllt hat, auf welchen “Grundlagen“ sich das Russlandbild der angeblich Gebildeten gebildet hat. Die haben ein Niveau wie die Physik Ende des 19. Jahrhunderts – die Welt war erklärt, nicht wahr?

Goodnight März 9, 2014 um 20:03

@Thor

“Was ist Recht denn anderes, als Moral in einem konstitutionellen Rahmen gegossen?”

=>Yep, aber der Witz ist: Es ist fest, es ist einheitlich…und man kann danach nicht einfach seine eigene Moral ins Spiel bringen. Man muss sich am Recht orientieren, d.h. das Recht schließt jegliche andere Moral aus!

“I say what I mean, and I do what I say.”
Vincent (heat)

BB März 9, 2014 um 20:13

@Goodnight

…..Die Scharfschützen auf dem Maidan haben primär Demonstranten erschossen. Das ist fakt. Folglich ist davon auszugehen, dass sie im Auftrag der zu diesem Moment agierenden Regierung ihr Werk vollstreckten…..

Das ist Fakt?

Um dich auf den aktuellen Stand der Erkenntnisse zu bringen (Zusammenfassung der dem Internet entnehmbaren Fakten nach Ausfilterung der Propaganda):

- Zumindest ein Demonstrant ist wohl aus dem Hotel Ukraine heraus erschossen worden, über das zu dem Zeitpunkt rechtsradikale Kommandos die Kontrolle hatten.

- Die sogenannten (super-ausgerüsteten und deshalb klar verantwortlichen sagt ZDF) Spezialeinheiten haben die ganze Zeit defensiv agiert. Das belegen verschiedene Videos (sogar das Video vom ZDF). Das die jemanden getötet haben, wird nirgends belegt. Es kann aber sein, dass sie Demonstranten verletzt haben (z.B. durch Knieschüsse).

- Es gab Sniper, die von einem Regierungsgebäude aus (ein Turm eines Ministeriums) und noch von einem anderen Ort auf Demonstranten geschossen haben.

Nur der letzte Punkt könnte auf eine Regierungsbeteiligung hindeuten. Allerdings ist eine außer Kontrolle geratene russische oder ukrainische Spezialeinheit sehr wahrscheinlich (sogenannte “dritte Kraft”) oder sogar eine Gruppe der Opposition möglich.

Damit ist es relativ wenig wahrscheinlich (aber durchaus möglich), dass Janukowitsch oder seine Regierung verantwortlich waren.

Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit haben Kommandos des rechten Sektors auf eigene Leute geschossen aber nicht nur die.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit hat außerdem eine (unkontrollierte?) Spezialeinheit auf Demonstranten geschossen.

Mit geringer Wahrscheinlichkeit hat Janukowitsch den Befehl gegeben, da unlogisch und das Verhalten der Spezialeinheiten dagegen spricht.

Im übrigen sind tödliche Schüsse z.B. zum Schutz von Regierungsgebäuden sogar durch den europäischen Lissabon-Vertrag gerechtfertigt (leider).

Man hätte also die Vorgänge der Staatsanwaltschaft übergeben müssen. Sie rechtfertigen keinesfalls einen Umsturz.

Logisch abgeleitet nach dem Stand der uns – die wir keine Geheimdienste sind – verfügbaren Informationen.

Die Aussage “Das ist Fakt” ist somit Unsinn.

BB März 9, 2014 um 20:16

@Goodnight

….Humanitäre Interventionen richten sich ja nicht nach Gut und Böse sondern danach ob man die massenweise Vernichtung von Menschenleben (Völkermord, ethnische Säuberungen) verhindern kann. ….

Genau! In Ruanda wären sie gerechtfertigt gewesen. Aber nicht in der Ukraine, wo im Vorfeld, wenn überhaupt, höchstens mal ein paar Demonstranten für einige Tage hinter Gitter eingesperrt wurden. Auch da immer noch die Frage: Demo genehmigt oder nicht.

Verhältnismäßigkeit war also nicht gegeben!

Goodnight März 9, 2014 um 20:18

@gelegentlich

“Gerüchte? Die jetzige Regierung wird Gründe haben warum die Identität der Sniper nicht untersucht werden kann. Bei einer false-flag-Operation ist doch klar, dass auch (!) Demonstranten erschossen werden, aber nicht nur (Zeugnis Paets). ”

=>Was soll das sein? Ein Beweis für die Gerüchte oder eher ein Beweis, dass es sich um Gerüchte handelt? Weil, da ist kein Beweis sondern nur ein Gerücht. Das ist das selbe Niveau wie beim Kennedy Attentat. Nicht das alles möglich wäre, aber man kann in der Kommunikation nicht auf Gerüchten anschließen, weil man dann grundsätzlich nicht mehr anschließen kann.

“Die Art der Absetzung Janukowitschs war illegal (Putsch). Nicht mein Freund der Mann, aber egal.”

=> Naja, also nach meinen Informationen hat Janukowitschs einfach erst seine Position und das Land verlassen. ..weil er keine Mehrheit mehr hatte, die ihn unterstützte….weder im Volk noch beim Militär noch bei der Polizei. Folglich hat ihn das gesamte Volk gestürzt. Und so etwas nennt man nicht Putsch….so etwas nennt man Revolution.

“It’s all for nothing if you don’t have freedom.”
Wallance (braveheart)

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 20:19

Wieder ein hübsches Beispiel für die Hinterfotzigkeit der Moderne: “Wächter oder Hetzer – Abschied von Kardinal Meisner”, verkündet der Tagesshow-Sprecher. Ja watt denn nu? Oder gar beides?

Bruchmüller März 9, 2014 um 20:19

Während der Slim immerhin zeigt, wie gut er inzwischen mit Provokation, Verächtlichkeit und Arroganz zu hantieren versteht, scrolle ich über den anderen Modernisierer nur noch hinweg. Von dessen Rampe fällt doch im Grunde nichts mehr als die längst geleerten Kartons.

…drei Felder zurück…vielleicht passt Oppermann nicht auf und lässt noch mal an sich rütteln.

Thor März 9, 2014 um 20:26

Goodnight

“es ist sich entwickelndes Recht….denn auch das Recht ist nicht statisch sondern es bewegt sich vorwärts. Und nebenbei von fast allen Staaten anerkannt….ergo: Demokratisch legitimiert oder so.”

So statisch dann wohl doch nicht.

“….Man muss sich am Recht orientieren, d.h. das Recht schließt jegliche andere Moral aus!…”

Das wird ja immer besser, vielleicht meinst du dass nicht so wie ich denke dass du es meinst. Ich denke ich habe schon das Recht, aufgrund meiner Moral, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Die Konsequenzen muss ich natürlich in kauf nehmen. Aber das Recht will mir die Moderne doch nicht absprechen, oder?

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 20:30

@ Goodnight

Also selbst wenn Du mit R2P (Schutzverantwortung) argumentierst, dann wird der Kosovo-Krieg dadurch kein bißchen legaler, egal wie man sich die Ausgangslage zurecht interpretieren will.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzverantwortung

—> “Auf dem 2005 World Summit der Vereinten Nationen in New York wurde sie von fast allen Staaten der Erde allgemein anerkannt[1] und in Resolution 1674 des Sicherheitsrats erstmals in einem völkerrechtlich verbindlichen Dokument erwähnt.”

2005. Kosovo war 1999. Wo also ist Dein Recht?

@ gelegentlich

Also um nicht mißverstanden zu werden. Den Jenö Szücs schätze ich durchaus. Er ist ein guter Geschichtenerzähler, und das ist es ja, was Historiker sind: Geschichtenerzähler. Ich wollte nur selbst eine Geschichte darüber erzählen, wie und warum gerade diese Art von Erzählung zu einer gewissen Zeit so wirkungsmächtig geworden ist. Wenn ich eine Schlußfolgerung nahelegen wollte, dann nicht die, daß Szücs’ Ideen irgendwie zurückgeblieben wären oder daß die Geschichtsschreibung insgesamt doof ist…

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 20:32

> Während der Slim immerhin zeigt, wie gut er inzwischen …

Netter Versuch, Freunde, aber ich muss Euch leider enttäuschen: Die Fanpostkarten sind mir längst ausgegangen. Hatte sie nur in 100.000er Auflage drucken lassen, jetzt ist echt nix mehr da …

JHM März 9, 2014 um 20:33

Um es mal etwas saftiger auszudrücken: Putin gibt einen Dreck auf irgendein Völkerrecht. Noch genauer: Er scheißt aufs Völkerrecht. Und propagandiert sich und seinem Volk das alles so zurecht, wie es ihm grad in den Kram paßt.

Man kann nur hoffen, daß der Mann, wie alle seiner Sorte in der bisherigen Geschichte auch, da nicht aufhört, sondern exakt so weitermacht. Damit die werten Damen und Herren hier aus ihrem so eloquent verschwurbelten Wolkenkuckucksheim erwachen und, anstatt sinnfrei über “Moral”, “russische Seele” und die westliche Weltverschwörung auf dem Maidan zu blubbern, die wenig erbauliche Realität sehen. Das wird dann zwar nicht besonders schön, aber hoffentlich heilsam sein.

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 20:33

Außerdem… lieber RIP (Rest in Peace) als R2P (Rest in 2 Pieces)…

JHM März 9, 2014 um 20:41

Thor,

“Ich denke ich habe schon das Recht, aufgrund meiner Moral, gegen geltendes Recht zu verstoßen.”

Dazu fällt mir nichts mehr ein. Aber bitte! Kaufen wir uns doch alle ne Knarre und tun, was wir für moralisch richtig halten. Und nehmen dann die Konsequenz dafür in Kauf.

Guter Mann, werdense Islamist, gehnse nach Syrien.

gelegentlich März 9, 2014 um 20:48

@Bruchmüller @Goodnight
Ich selber muss hier aufhören. Morgen geht es sehr früh in die Tropen, freilich zum Arbeiten. Daumen drücke ich dafür dass da nichts anbrennt.
Vom Modernismus bin ich enttäuscht, obwohl ich nicht viel erwartet habe. Scheint letztendlich eher so eine Art rhetorischer Fabulierkunst zu sein, eine Art subkulturspezifischer Set von Umgangsformen und Ausdruckseisen, als irgendein brauchbares analytisches Instrumentarium. Wie @TRSS auftritt kenne ich von einem zweiten Beruf, der mit Kunsthandel zu tun hat. Da ist es wesentlich, sich auf top informiert gebenden Bluff zu verstehen, immer im ironischen (also nicht festlegbaren) Gestus und am Ende stets witzisch. Kann man eine Zeitlang mögen. Ich brauche jetzt Urlaub davon.

Dennoch: ich gönne es Euch ja. A sucker is born any second. Es wird weiter Kunden dafür geben.

The Real Slim Shady März 9, 2014 um 20:51

Der Tatort-Tschirner, der würde es dem Putin schon zeigen… mein lieber Scholli. Jetzt ist Schluss mit lustig!

Thor März 9, 2014 um 20:51

@JHM

schockierend, nicht wahr! Bitte jetzt keine Schnappatmung, ich habe sogar früher mal nen Joint geraucht. Und jetzt festhalten, sogar mal absichtlich ne rote Ampel überfahren, weil ich nachts um 2 Uhr mir ziemlich blöde vorkam, Gesslers Hut und so..

"ruby" März 9, 2014 um 20:57

MAGNUM-ON A STORYTELLERS NIGHT
http://www.youtube.com/watch?v=huUKdGxS4oQ

Dipfele März 9, 2014 um 21:08

#Ukraine: Jagd auf Linke: #Ukraine: Demonstrationen gegen neue Machthaber unmöglich. Kommunisten angegriffen u… http://t.co/3n4UbawMfU

Ist sicher nur linke Propaganda. hat ein Experte namens Umland gerade im Weltspiegel auch gesagt: Die paar Faschisten sollte man nicht überbewerten. .

"ruby" März 9, 2014 um 21:09

@ JHM

Realität sind die Zahlungsströme und Konten, wo die Gelder enden.
Oligarchen sitzen auf beiden Seiten und vertellen die Stories.
Donnerstag ist wieder Märchenstunde im Bundestag zur Absegnung der Kostenübernahme durch Blödmichel reloaded …
It is Time to Turn
http://www.youtube.com/watch?v=Ki1oTy0e4Bk
TtT

JHM März 9, 2014 um 21:19

@ ruby

Wahnsinn! Machtpolitik kann zuweilen auch ein dreckskorrupte Veranstaltung sein! Oligarchen, Schmiergeld, Propaganda, Abzocke! Und die Deutschen mittendrin!

Ich bin dann mal eine halbe Sekunde lang total fassungslos …

"ruby" März 9, 2014 um 21:28

@ JHM
dann schicken wir den Eurasiern ein paar schwarze Perlen ins schwarze Meer der Macht
http://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/1695540972/1.2839211/width610x580/all-american-girls-siegerinnen-in-der-4×400-meter-staffel.jpg
;-)

Balken März 9, 2014 um 21:53

@ Soldat Schwejk

Ja, es gibt offenbar Dummfrechheit, die sich als “Moderne” spreizt.

Dass jedenfalls @Morph seinen – wie es andernorts schien – Geistesbrüdern, die sich hier und erstaunlicherweise just an diesem Thema so echauffieren, nicht beispringt, spricht für ihn.

keiner März 9, 2014 um 21:54

“wie Putins Russland als ein reaktionäres Gesellschaftsmodell im Kampf gegen die Moderne gesehen werden kann.”

OMG! Lübberding, das kann nicht dein Ernst sein, dass du da erst heute drauf kommst?!

Hast du den Kohlschen Schwachsinn von der “Unumkehrbarkeit” jemals geglaubt? So viel Naivität musst bestraft werden. ODER: Nur wer sich täuscht, ist am Ende dann ent-täuscht….

Schlimme Jahre ahead, believe me!

Regimekritiker März 9, 2014 um 22:00

Liebe Rußlandversteher!
Ist es denn noch keinem in den Sinn gekommen, dass die Sache mit Russland nur ein Nebenkriegsschauplatz ist?

Die Hauptstoßrichtung in der gegenwärtigen Offensive zielt gegegen China. China wird quasi ein Mehrfronten-Wirtschaftskrieg aufgezwungen. Erinnert sei hier an das Konstrukt der gezielten Spannung zu den Senkaku Inseln, die Destabilisierung in Thailand, das aktuelle Problem mit MH370. Über Afghanistan, Pakistan, Irak, Georgien und diverse andere Riots bezieht hier ja kaum einer mehr eine Position.

Der Janukowitsch war ja eigentlich gar nicht der Bösewicht in seiner Ukraine. Da ist der Jatzeniuk doch ein anderes Kaliber, der macht den Ukraine-Schlussverkauf und damit den Jelzin.

Erst macht Janukowitsch im November 2013 einen Shale Gas Deal mit Chevron über 10 Mrd. Dollares, dann dealt er mit Russland in Sachen Erdölraffinerien.
14 Tage später schließt er mit den Chinesen einen Deal über Dutzende von Mrd. Dollar und 5 Mrd. $ in Renminbi als Klimpergeld für seine Zentralbank. Inklusive wären gewesen – 15 Mrd. $ für Wohnungsbau, 13 Mrd. $ für Tiefseehafen + Weizenverschiffungsanlage + Industriepark auf der Krim, außerdem Bau einer Gasraffinerie + landwirtschaftliche Investitionen. Ach ja, Waffengeschäfte gehörten auch dazu.
Erwähnt seien auch der 50jährige Pachtvertrag mit einer chinesischen Kolchose über die Nutzung von 3 Millionen Hektar echter Ukrainischer Schwarzerde für Weizen und Maisanbau.

Mais und nicht Genmais 1507! Und ein EU-Kommissar hat nichts dabei zu sagen, keine deutsche Bank verdient daran.

Wenn man das weiß, werden gewisse Blut und Boden Parteiprogramme plötzlich verständlich und die intellektuelle Verwirrung läßt langsam nach.

@JHM
Speziell für Funktionäre Agit/Prop hier schön nachzulesen:
http://www.wsws.org/de/articles/2014/03/08/chuk-m08.html
http://www.owc.de/2013/09/10/ukraine-und-china-wollen-zusammenarbeit-ausbauen/
Chevron Deal:
http://www.reuters.com/article/2013/11/05/us-ukraine-chevron-idUSBRE9A40ML20131105

BB März 9, 2014 um 22:08

@Balken

….Dass jedenfalls @Morph seinen – wie es andernorts schien – Geistesbrüdern, die sich hier und erstaunlicherweise just an diesem Thema so echauffieren, nicht beispringt, spricht für ihn…..

Morph muss auch mal ‘ne Pause machen.

Balken März 9, 2014 um 22:27

Ehlers über die Freunde unserer “Modernen” – und offenbar auch des “Westens” hier im Forum:
“Seit die neue Macht aus prowestlichen Neoliberalen, „Nationalrevolutionären“ und Kämpfern der offen faschistischen Rechten die Macht in der Ukraine an sich gerissen hat, frisst der Impuls des nationalistischen Furors sich in ständig wiederholenden fraktalen Wellen von der Landesebene in die Regionen, von den Regionen noch einmal in deren lokale Besonderheiten hinein. Er ist das Produkt der wahllosen Bündnispolitik der Oppositions-Troika Jazenjuk, Klitschko und Tiagnibog mit der offenen Rechten, das Produkt der Annullierung des Gesetzes, das sprachlichen Minderheiten das Recht auf eine zweite Amtssprache gab, wo die Bevölkerung einer Region zu mehr als 10% nicht Ukrainisch spricht, das Produkt der Annullierung des Verbotes faschistischer Propaganda, der Übergabe von entscheidenden Ministerposten (Sicherheit, Generalstaatsanwaltschaft, Agrarsektor, Bildung,) in der neuen Regierung an führende Gestalten des offen faschistischen „rechten Sektors“ . Wenn dieser Bewegung, von wem auch immer, nicht Einhalt geboten wird, droht sie das Land selbst zu zerreißen und auch zur Gefahr für seine Nachbarn zu werden.
Russland ist hier, anders als die Europäische Union, erst recht anders als die weiteren „global Player“, also, die weit von der Ukraine entfernte USA auf der einen und China auf der anderen Seite, durch seine enge geschichtliche, sprachliche und wirtschaftliche Beziehung zur Ukraine in unmittelbare Mitleidenschaft und Verantwortung gezogen. Das betrifft vor allem die russischsprachigen Regionen der Ukraine im Osten und im Süden, die durch die Annullierung des Sprachgesetzes in Aufruhr geraten sind. Das trifft in ganz besonderem Maße die Krim als, man könnte beinahe sagen, russische Enklave. Sie war 1964, als Chruschtschow sie aus einer Laune der Ukraine zuschlug, ein Sonderfall im Staatskörper der Ukrainischen Sowjetrepublik und blieb dies auch nach deren Unabhängigkeitserklärung 1991. Heute hat sie nicht nur den Status einer autonomen russischsprachigen Region, sie ist zugleich Heimat einer von ihrer Deportation unter Stalin traumatisierten tatarischen Minderheit.”

(Ausführlicher siehe in der o.a. Quelle).
Von diesen demokratischen(?) Neuerungen dieser “unserer” sauberen Freunde erfährt man in unseren Medien – nichts. Es scheint der westlichen Führungsmacht wieder einmal gleichgültig zu sein, dass sie mit dem Teufel tanzt, wie in Afghansitan, Syrien, Kosovo, name it. Maxime: Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

BB März 9, 2014 um 22:30

“Halliburton frackt schon fleißig”

http://www.taz.de/Sanktionsdrohungen-gegen-Russland/!134508/

Damit wir Europäer kein russisches Gas mehr kaufen müssen.

*kecker,lach*

ja ja, so sind sie die Amis.

aifran März 9, 2014 um 22:31

Scheinheiligkeit dieser Größenordnung verdient Respekt!

William Blum

……. Die Vereinigten Staaten von Amerika streben nach der Weltherrschaft, Hegemonie wo immer nur möglich, das ist ihre Hauptbeschäftigung seit über einem Jahrhundert, das ist es, wovon sie leben. Die Vereinigten Staaten von Amerika, NATO und die Europäische Union bilden das Heilige Triumvirat. Das Heilige Triumvirat hat Tochterorganisationen, in erster Linie den Internationalen Währungsfonds (IMF), die Weltbank (WB), die Welthandelsorganisation (WTO) und den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) … sie alle tragen dazu bei, die Regierungen auf Linie zu bringen, denen das Gütesiegel des Heiligen Triumvirats fehlt: IMF, WB und WTO drücken ihnen fundamentalistische Marktstrukturen auf Auge, während politische Führer aus Ländern, die zu unabhängig handeln, damit bedroht werden, dass sie zwecks harter Bestrafung vor den ICC gezerrt werden, während die ……..

http://antikrieg.com/aktuell/2014_03_09_scheinheiligkeit.htm

Soldat Schwejk März 9, 2014 um 22:32

@ Dipfele —> “hat ein Experte namens Umland gerade im Weltspiegel auch gesagt”

Andreas Umland…

http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Umland

… ehemals u.a. NATO Fellow an der Hoover Institution…

http://de.wikipedia.org/wiki/Hoover_Institution

… derzeit Dozent für Politikwissenschaft in Kiew…

… schreibt seit einiger Zeit ziemlich scharfmacherische Artikel für die ukrainische Zeitung “Zerkalo nedeli”, in denen er Brüssel und Berlin dazu aufruft, den EU-Einflußbereich entschlossen nach Osten auszudehnen und die Konfrontation mit Moskau zu suchen. Leider wird er dort möglicherweise als eine wichtige deutsche Stimme wahrgenommen.

BB März 9, 2014 um 22:43

In Donbass sind Russen mit Bussen aus Russland angekarrt worden, schreibt die NZZ.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/gefaehrliche-zuspitzung-im-donbass-1.18259288

Habt ihr vielleicht Fotos oder Filmchen. Das sind diese kleinen kompakten Dinger, die die Leute heute fast immer dabei haben.

bleistift März 10, 2014 um 00:50

@ Stephan

“Wo liegt das Problem? So weit ich weiß hat Hans noch sein Blog? Oder gehörst du zu diesen Querulanten, die beim Spiegel anrufen und sich beschweren “Ich will meinen Matussek wieder haben!” weil die WELT kann ich mir leider nicht leisten?”

Weiß ich! Nur leider schreibt Hütt zu wenige Artikel.
Ich wollte einfach nur zum Ausdruck bringen, dass ich eine “europäische Linke”
mehr schätzen würde als das hier!
Was Matussek mit Hütt zu tun hat, bleibt dein kleines Geheimnis!

wowy März 10, 2014 um 00:55

Nochml in der Zusammenfassung:
Ein Staatsstreich ist keine Revolution.
https://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/5-milliarden-dollar-fuer-den-staatsstreich

Die jetzige Ukrainische Regierung ist nicht legitimiert
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-faktencheck-putin-und-der-legitime-praesident-a-957238.html

Falls die “nichtmarkierten” Truppen russische Soldaten sind, liegt ein Völkerrechtsbruch vor.

Die Regionalregierung der Autonomen Republik Krim ARC hat nicht die Befugnis für eine Entscheidung über den Anschluss an Russland

wowy März 10, 2014 um 00:58

….
denn die Vefassung von 2004, die inzwischen wieder gilt, spricht dagegen
http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/671354/publicationFile/190052/140221_Agreement.pdf

Einzige Lösung: Die Ukraine muss neutral bleiben (Vorbild Schweiz), kann dann Abkommen mit der EU und Russland schließen. Die Russen müssen sich, soweit es nicht die 25.000 vertraglich genehmigten Soldaten der Schwarzmeerflotte in Sewastopol betrifft, zurückziehen.

egal März 10, 2014 um 02:08

Eine kurze Bemerkung zu deutschen Rußlandbilder.
Die deutsche Reaktion war sehr russlandfreundlich. Gemeinsamkeiten gab es nicht nur bei den politischen Ordnungsvorstellungen. Neben dem westeuropäischen Liberalismus ging es den aufstreben Staaten auch gegen die Dominanz der etablierten Mächte. Spiegelbildlich die Lage bei den Gegnern der Reaktion: Abneigung gegen Rußland war die einigende Vorstellung von Liberalen und Frühsozialisten, kaum ein revolutionäres Programm ohne den Plan eines Befreiungskrieges für den russischen Bauern.
Als die Fronten sich im deutschen Modell auflösten, blieb Rußland Projektionsfläche für den Nationalismus. Die deutsche und russische Seele gliche sich z. B. in ihrer Tiefe, ihrem religiösen Empfinden… im Gegensatz zu dem westeuropäische Materialismus und Rationalismus.

Die Oktoberrevolution brachte dann die Umkehrung. Die revolutionäre Linke und Recht wurde russlandfreundlich, was in die Sozialdemokratie und die gemößigte Recht ausstrahlte. Während die Strömungen in der Linken bekannt sein dürften, was zur Rechten. Die v. a. nationale Rechte sah Rußland als natürlichen Verbündeten gegen Versailles, die v. a. antisemitische Recht sah Rußland als natürlichen Verbündeten im Kampf gegen die Verjudung, von der die SU ja recht frei war: Massenkonsum und Vermaktung, Parlamentarismus, Finanzkapitalismus. Die v. a. antibolschewistsiche Rechte erwartete von Russen und Rußland den finalen Schlag gegen den Kommunismus. Und die völkische Bewegung war extrem slawophil. Alfred Rosenberg z. B. behielt seinen rusischen Pass, solange er durfte.

Erst die militärischen Zwänge des Zweiten Weltkriegs brachten auf der rechten die ideologische Kehrtwende. In den 50/60ern war die Ideologie vom slawischen Untermenschen getarnt als Antikommunismus dominant.
Ab 89 bestimmt die Frage nach der Westmacht Amerika wieder die Postion zu Russland.

Mit scheint, für die nationale und politische Identität Deutschlands war Rußland nach den Juden zweitwichtigste Prjektionsfläche. Das „deutsche“ Verhältnis zu den Juden krankt zwar oft noch an shoainduzierten Idiotien, es gibt auch noch antisemitische Atavismen, im Wesentlichen sind Anti- und Philosemitismus aber aufgearbeitet und damit verschwunden.

Die Ideologie vom slawischen Untermenschen wurde aber nie vergleichbar aufgearbeitet.
Der Russe bildet zwar keine nationale Identität mehr, aber – je nach Gesinnung – eine vergleichbare.

Russland war in den letzten hundert Jahren nix als ne Militärdiktatur… davor ein Zarenreich….und davor ein Bauernhof. Folglich haben die nie eine Mittelschicht entwickelt und folglich wenig Kultur.
Wir haben es also mit einem Arbeiter- und Bauernstaat zu tun, der dementsprechend einen gewissen Hang zu Gewalt in sich trägt…und das war’ s. Yep, jetzt kann man mich beschimpfen…aber wer Russland beobachtet, der kann nicht viel anderes beobachten…
Whatever, so ein Land ist natürlich sehr empfänglich für Sex, Drugs und schnelles Geld, d.h. es ist wie geschaffen für die Moderne. Nur leider ist da dieser Hang zu Gewalt noch größer ausgeprägt. Und das gefährliche an der russischen Gewalt ist, dass sie die Selbstzerstörung immer mit sich führt. Die Russen nennen das Tragik. …..das ist letztlich ihre Kultur.
Deshalb machen Kriege mit denen auch keinen Sinn, weil die mal eben ihre Hauptstadt verbrennen, in Scharen unbewaffnet ins Speerfeuer rennen und auch mal eben das halbe Land verhungern lassen oder ins Todeslager schicken….die gehen immer gerne mit in den Tod…die haben da keine natürliche Sperre.

Es geht nicht mehr um verstehen sondern um handeln, d.h. wir müssen jetzt überlegen, wie wir mit Putin in die Schlacht ziehen.
Er wird ja nicht aufhören, mit seinen Soldaten, die nicht mehr als Soldaten sondern als vermummte Verbrecherbanden in der Ukraine auftreten. Ohne Abzeichen ohne Flagge und ohne Gesicht. So agieren Banditen. Das ist eine neue Enwicklings-Stufe, dass große Nationen jetzt nicht einmal ihr Gesicht zeigen… Zudem sind vermummte nicht gekennzeichnete Soldaten nicht unbedingt Zeichen von Stärke und Souveränität sondern vielmehr von Gewalt und Feigheit. Gesicht, d.h. Verantwortung tragen.

Kulturloses Volk = Untermenschen

Dem russischen Soldat fehlt der Überlebensinstikt = verbreitete Vorstellung in der Wehrmacht, weil sowjetische Soldaten wussten, wie sie als Gefangene behandelt würden.

Gewalt, Feigheit, ohne Abzeichen und Flagge = von der Roten Roten Armee ist eine Beachtung des Kriegsvölkerrechts nicht zu erwarten. Ideologem des zweiten Weltkriegs. Zu den psychologischen Ursachen ganz offensichtlich:

Bei der in Osteuropa herrschenden Auffassung
vom Wert des Menschenlebens können deutsche Soldaten Zeugen
von Vorgängen werden (Massenhinrichtungen, Ermordung von
Zivilgefangenen, Juden u.a.m), die sie im Augenblick nicht
verhindern können, die aber zutiefst gegen das deutsche
Ehrgefühl verstoßen.Es ist eine Selbstverständlichkeit für jeden gesund empfindenden Menschen, dass von solchen abscheulichen Ausschreitungen keine fotografischen Aufnahmen angefertigt werden oder über sie in Briefen an die Heimat berichtet wird.

Oder vgl. den Ton des Kommisarbefehls:

Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten des Feindes
nach den Grundsätzen der Menschlichkeit oder des Völkerrechts nicht
zu rechnen. Insbesondere ist von den politischen Kommissaren aller
Art als den eigentlichen Trägern des Widerstandes eine haßerfüllte,
grausame und unmenschliche Behandlung unserer Gefangenen zu erwarten.

Die Truppe muß sich bewußt sein:

1. In diesem Kampf ist Schonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme diesen
Elementen gegenüber falsch. Sie sind eine Gefahr für die eigene
Sicherheit und die schnelle Befriedung der eroberten Gebiete.
2. Die Urheber barbarisch asiatischer Kampfmethoden sind die politischen
Kommissare. Gegen diese muß daher sofort und ohne weiteres mit aller
Schärfe vorgegangen werden.

Sie sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich
sofort mit der Waffe zu erledigen.

Der Kampf gegen den Feind hinter der Front wird noch
nicht ernst genug genommen. Immer noch werden heimtücki-
sche grausame Partisanen und entartete Weiber zu Kriegs-
gefangenen gemacht, immer noch werden halbuniformierte
oder in Zivil gekleidete Heckenschützen und Herumtreiber
wie anständige Soldaten behandelt und in die Gefangenen-
lager abgeführt.

Goodnight März 10, 2014 um 07:22

Bitte lesen.

"ruby" März 10, 2014 um 08:17

@ Goodnight

Zum tragischen Melancholiker geworden?

"ruby" März 10, 2014 um 08:23

@ Goodnight

Das baut wieder auf :
http://www.deutschlandfunk.de/krim-krise-brok-verteidigt-eu-diplomatie.694.de.html?dram:article_id=279609
Der weiss alles, der kennt alles, der kann alles.
Ist halt
http://www.youtube.com/watch?v=jxVcgDMBU94
Du bist s…

"ruby" März 10, 2014 um 08:46

Für die transatlantische Erstschlägsfähigkeit kommuniziert eine Weltpower sehr vielfältig:
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/krise-in-der-ukraine-amerika-schickt-kampfflugzeuge-und-soldaten-nach-polen-12839415.html
Was Putin mit Obama verabredet diese Woche?
Da interessieren die ukrainischen Demokratienaivlinge nothing.
Türkei ist Natomitglied und EU-Mitglied?.
TTIP ja sicher.
Be real and honest.
Geschäfte, Business that is what counts oder ?
Personal Persuit of our Happiness
n’est-ce pas ?

"ruby" März 10, 2014 um 09:00

Mutiert SuperGaspromGerd jetzt zum FrackingKing?
http://www.deutschlandfunk.de/krim-krise-usa-pruefen-weitere-sanktionen-gegen-russland.1773.de.html?dram:article_id=279610
Oder kratzt EEGSiggi ein paar Milliarden zusammen um subventionierten kurzfristigen Energieträgern das überleben zu sichern?
Öl, Gas …?
Wer ist Technikspitzenreiter und bleibt es ?
operativ
taktisch
strategisch

karla März 10, 2014 um 09:13

“ruby” März 10, 2014 um 08:46

“Was Putin mit Obama verabredet diese Woche?
Da interessieren die ukrainischen Demokratienaivlinge nothing.
Türkei ist Natomitglied und EU-Mitglied?.”

Mal was zum reflektieren wie man mit Rechtsbrechern in der Nato umgeht:

“Zypern… Die Insel ist seit 1974 de facto geteilt. Der Süden wird von der Republik Zypern beherrscht, die völkerrechtlich weiterhin die ganze Insel umfasst (außer den britischen Militärbasen). Der Nordteil steht jedoch unter Kontrolle der Türkischen Republik Nordzypern, welche nur von der Türkei anerkannt wird, die den Norden 1974 militärisch besetzte…..Die Republik Zypern ist seit dem 1. Mai 2004 Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU), und zwar mit ihrem völkerrechtlich anerkannten Territorium. De jure bedeutet das, dass auch der türkische Norden der Insel Unionsgebiet darstellt, auf dem der zyprische Staat sein Recht jedoch nicht ausüben kann.”

http://de.wikipedia.org/wiki/Zypern

Die Türkei ist Mitglied der Nato seit 1952

Dipfele März 10, 2014 um 10:11

@Soldat

Danke! Dachte ich mir schon nach dem Statement, dass er just nach dem Filmbeitrag über den Rechten Sektor im We ltspiegel abgesondert hat. Die ARD muss halt für Ausgewogenheit sorgen. ;-)

"ruby" März 10, 2014 um 10:24

@ karla
;-)
Zypern Europa …
http://www.youtube.com/watch?v=Pedf_OQmcmI
Die junge türkische Generation wird eine friedliche Lösung für Zypern realisieren – way beyond Erdogan …

wowy März 10, 2014 um 10:52

Jetzt sind es schon über 19.000, aber wir brauchen bis 13.3. (wurde verlängert, wohl wegen des Serverabsturzes) 50.000 Stimmen
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_01/_27/Petition_48994.html
#spreadthenews

Soldat Schwejk März 10, 2014 um 10:58

@ Goodnight

Nun, die Dame aus Iwano-Frankowsk hat ein für jenen Ort nicht untypisches Geschichtsbild, in dem offensichtlich Metzeleien von vor Jahrhunderten zentral sind. Ohne weiteres ließe sich irgendwo weiter östlich auch das diametral entgegengesetzte Geschichtsbild auftreiben und genauso mit jungem, sympathischem Erscheinungsbild vortragen lassen… nur daß das natürlich nicht die FAZ macht.

Und was die Aktionen der russischen Satiriker und so angeht, von denen im Kasten unten die Rede ist: Das was der in Vologda gemacht hat, das ist natürlich eine gute Aktion. In Rußland könnte man eher auf der Seite derjenigen stehen, denen der Putinismus samt seiner großrussischen Claqueure gewaltig auf die Nerven geht. Aber wir sind keine Russen.

Und es ist, verdammt noch mal, unredlich, die vernünftigen und kritischen Stimmen der Gegenseite anzuführen als Beleg für die Richtigkeit der Einseitigkeiten und der Unvernunft auf der eigenen Seite. Vernünftige Leute sollten im (vorübergehenden) Kalten Krieg die Scharfmacher auf der jeweils eigenen Seite lächerlich machen und sich nicht an der Dämonisierung der anderen Seite beteiligen, oder?

wowy März 10, 2014 um 11:01

“Und es ist, verdammt noch mal, unredlich, die vernünftigen und kritischen Stimmen der Gegenseite anzuführen als Beleg für die Richtigkeit der Einseitigkeiten und der Unvernunft auf der eigenen Seite. Vernünftige Leute sollten im (vorübergehenden) Kalten Krieg die Scharfmacher auf der jeweils eigenen Seite lächerlich machen und sich nicht an der Dämonisierung der anderen Seite beteiligen, oder?”

Yep.
Und ein Staatsstreich ist auch ein Völkerrechtsbruch.

"ruby" März 10, 2014 um 11:19

Während Deutschland langsam aufwacht …
http://www.youtube.com/watch?v=F_vt7klJVBk
dauerts bei den anderen noch etwas ?

f.luebberding f.luebberding März 10, 2014 um 11:31

Schwejk, Goodnight

In dem FAZ-Artikel war die Reaktualisierung ihrer eigenen Familienerfahrungen interessant. Das zeigt den Sprengstoff, mit dem hier hantiert wird. Niemand käme bei uns aktuell auf die Idee, die eigenen Familienerfahrungen wieder zu repolitisieren. Wir sind modern genug, um das zu lassen.

Doktor D März 10, 2014 um 11:39

Herzlichen Dank für den Text, @Soldat Schweijk! Das war sehr interessant und lehrreich.

Bogus März 10, 2014 um 11:42

Lübberding

Wer ist “wir”? Die auf Gold oder Rubel short gehen?

Stephan März 10, 2014 um 11:45

Also @wowy: du denkst schon in die richtige Richtung! Ich würde vorschlagen die Krim wird “Österreich”. Ein kleiner neutraler Staat in dem alle, aber auch wirklich alle, Oligarchen der Welt ihre Hütten-Gaudi veranstalten dürfen. Sozusagen ein sonniges Riesen-Kitzbühel ohne Schnee am Meer.

egal März 10, 2014 um 11:51

Der Prozess der Bildung ethnisch und kulturell homogener Nationalstaaten war in Westeuropa kein Prozess, den wir heute als mit den Menschenrechten vereinbar ansehen würde. Minderheiten wurden diskriminiert und assimiliert.

In Osteuropa verlief der Prozess schneller. Tony Judt gibt in Postwar folgende Zahlen an: 1939 hatte nur ein Drittel der Bewohner Polens polnisch als alleinige Muttersprache. 1947 waren es 98 Prozent. Osteuropa ist bis heute homogen. Etwa zehn Prozent der Bewohner Deutschlands haben keinen deutschen Pass. In der Schweiz sogar fast ein Viertel. In Polen 0,25 Prozent.

Das Problem der zentralasiatischen Republiken ist vom Standpunkt des Nationalismuses aus, dass Hitler und Stalin dort nicht genug durchgriffen. Maljartschuk aus der FAZ wird möglicherweise einen modernen Nationalismus vertreten, der diversity zulässt. Mehrheitsfähig dürfte der in der Ukraine nicht sein, ich habe meine Zweifel, dass er konzeptionell überhaupt möglich ist.

Der Nationalismus war die Ideologie des liberalen Zeitalters. Er hat folglich die selben Idiotien. Der Liberalismus geht von autonomen, autistischen Individuen aus. Für die Beziehungen der Individuen zueinander ist er blind. Der Nationalismus schaut autistisch auf sein Selbstbestimmungsrecht, dafür, dass sich Nationalstaaten in eine bestehende Staatenordnung einfügen müssen, ist er blind. Die Unabhängigkeit der Ukraine und aller anderen Nationalstaaten ist eine Chimäre, weil die Ukraine immer darauf angewiesen sein wird, die Interessen ihrer Nachbarn zu berücksichtigen.

Maljartschuk ist einfach nur dumm und böse. Ihre Idee einer unabhängigen Ukraine darf sich niemals durchsetzen. Die russischen Panzer verteidigen auf der Krim die Zivilisation.

jmg März 10, 2014 um 11:53

“ruby”
ja der ulli ist schon ein frühaufsteher. Er hat dem FA laut Anklage 33,5 Millionen Einkünfte verschwiegen, hat aber nur 3,5 Millionen an Steuern hinterzogen.
Steursatz bei ca. 10 Prozent, wer hat das schon.

"ruby" März 10, 2014 um 11:59
sol1 März 10, 2014 um 12:09

Die russischen Panzer verteidigen auf der Krim die Zivilisation.

“Führer Putin schützt das Recht.”

ruby März 10, 2014 um 12:39

@ jmg
ulli meldet vor gericht weitere 15,5 Mio hinterzogenes an …
sein anwalt muss ihn im verhandlungssaal …

wowy März 10, 2014 um 12:41

@Stephan
Ichhatte, wegen Österreichs Zugehörigkeit zur EU bewusst die Schweiz gewählt.
http://de.m.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Neutralit%C3%A4t

ruby März 10, 2014 um 12:46

!!! Eilmeldung !!!
Experten prüfen die Einrichtung eines Büros in JVAen – Champignonleagueweit
Motto “Heimarbeit für Spitzenvereine”

egal März 10, 2014 um 13:05

“Führer Putin schützt das Recht.”

Gegen die Rechtsfigur an sich ist nichts zu sagen.

Der ukrainische Nationalismus hat die Rechtsordnung verlassen, jetzt findet er die Auseinandersetzung auf einem anderen Feld.

Es geht mir übrigens auch gar nicht darum, den russischen Nationalismus gegen den ukrainischen zu verteidigen. Maljartschuk sagt von sich, sie sei eine fanatische Rußlandhasserin gewesen. Dieser Fanatismus wird in der FAZ als Liebe zu Rußland rhetorisch kaschiert. Die russischen Panzer stehen wenigstens für maßvolle rationale Interessens- und Ordnungspolitik. Maljartschuk für Irrsinn.

JHM März 10, 2014 um 14:08

egal

“Die russischen Panzer stehen wenigstens für maßvolle rationale Interessens- und Ordnungspolitik.”

Wenn die dann in Ihrem Vorgarten stehen, sozusagen, also die netten, lieben, guten reußischen Panzer, dann möchte ich Sie bitte unbedingt nochmal von “rationaler Interessens- Und Ordnungspolitik” schwafeln hören.

"ruby" März 10, 2014 um 16:05

Etwas Kopfschütteln

http://www.youtube.com/watch?v=_W7wqQwa-TU

Sprich deine Gebete, Kleines
vergesse nicht, mein Sohn
jeden einzubeziehen

deck dich zu, schön warm
mach dich frei von Sünde
bis der Sandmann kommt

Schlafe mit einem offenen Auge
halte dein Kopfkissen fest
Ausgang: Licht
Eingang: Nacht
nimm meine Hand
Wir sind weg vom Niemalsland

Etwas stimmt nicht, lösche das Licht
schwere Gedanken heute Nacht
Und sie sind nicht aus weißem Schnee

Träume von Krieg, Träume von Lügnern
Träume von Drachenfeuer
und von Dingen die beißen werden

Schlafe mit einem offenen Auge
halte dein Kopfkissen fest
Ausgang: Licht
Eingang: Nacht
nimm meine Hand
Wir sind weg vom Niemalsland

Jetzt lege ich mich hin zum Schlafen
Bete zum Herrn meine Seele zu behalten
sollte ich sterben bevor ich erwache
Bete zum Herrn meine Seele zu nehmen

sei ruhig kleines Baby, sag kein Wort
und mach dir keine Gedanken über das Geräusch. das du gehört hast
es ist nur das Biest unter deinem Bett
in deiner Schrankwand, in deinem Kopf

Ausgang: Licht
Eingang: Nacht
Sandkorn
Ausgang: Licht
Eingang: Nacht
nimm meine Hand
Wir sind weg vom Niemalsland

"ruby" März 10, 2014 um 16:53

Wenn der Stoiber sich mit Finanzen beschäftigt

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/oesterreichs-krisenbank-hypo-alpe-adria-benoetigt-weitere-staatshilfen/9595262.html

statt mit dem Ulli zu telefonieren.

Die können/wollen noch nicht einmal zwei Monate financial reporting planen können?

Konstantin März 10, 2014 um 18:37

Ich will noch einen Artikel von Richard Herzinger aus der Welt vom Samstag verlinken, weil er gut zum Thema passt.

http://www.welt.de/kultur/article125578688/Das-schwaermerische-Russland-Bild-der-Deutschen.html

Zu diesem Artikel kann ich auch eine persönliche Episode einflechten: Richard Herzinger war Anfang der neunziger Jahre Dozent für Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin, und ich habe ihn damals als Student bei mehreren Seminaren kennengelernt. Bemerkenswert ist nun, dass er all die Thesen, die er in seinem aktuellen Beitrag vertritt, auch schon 1994 vertreten hat.

Der Ausgangspunkt seiner Überlewgungen bestand darin, dass es in Deutschland eine tiefverwurzelte antiliberale und antiwestliche Tradition gäbe. Die USA hätten dann nach 1945 Deutschland mit Gewaltmaßnahmen dazu gezwungen, in eine liberale und prowestliche Tradition einzuschwenken. Allerdings wären die antiliberalen und antiwestlichen Traditionen in Deutschland nach wie vor virulent vorhanden, er versuchte diese anhand von Werken von Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser, Christa Wolf etc. nachzuweisen. Seine Konsequenz aus diesem Befund bestand nun darin, dass nur durch eine enge Anbindung an die USA die in seinen Augen negativen deutschen Traditionen in Schach gehalten werden könnten. Eine Annäherung an Russland hätte dagegen zur Folge, dass sich die Beziehungen zu den USA lockern würden und dass die (seiner Meinung nach) antiwestlichen deutschen Traditionen (dazu zählte Herzinger allerdings auch den Sozialstaatsgedanken) an Boden gewinnen würden. Daher war er auch damals schon – 1994 – ein vehementer Gegner einer Annäherung an Russland

Lina März 10, 2014 um 20:40

@Soldat Schwejk

Danke!

“Das Auge hätte die Sonne nie gesehen, wenn es nicht selber von sonnenhafter Natur wäre.”

Plotin

Lina März 10, 2014 um 20:42

@goodnight

modern vs. unmodern = reich vs. arm

easy as f.ck

Soldat Schwejk März 10, 2014 um 23:06

@ ruby

Das Lied gibt’s auch in dieser Version einer ukrainischen Künstlerin. Paßt übrigens gut zu @JHMs vorhergehenden Kommentar. :-)

http://www.youtube.com/watch?v=OE68YN–pdk

@ Lina —> “modern vs. unmodern = reich vs. arm”

Sehr schön. Nach fast 400 Kommentaren eine Zusammenfassung, die eigentlich 80% der Sache erklärt und auf dabei die ganze Kulturdeuterei verzichtet.

abc@hamburg.de März 14, 2014 um 21:26

@schweijk

“In Bauerngemeinden unten und einem streng hierarchischen Staatsüberbau darüber, top-down organisiert und ohne autonome Sozialbeziehungen von Zwischenschichten. ”

In ihrer Betrachtung der anderen Völker, sehen sich die Gelehrten wie beispielsweise Wittvogel, symptomatisch für die deutsche Sinologie, nur selbst. Wie hätte es Wittvogel entgehen können, dass wir in unserer modernen Welt ängstlich und scheu uns begegnen. Stromlinienförmig uns anpassen und allen eckigen und spontanen entledigten, um nicht anzuecken. Es entzieht sich meiner Kenntnis wo sich bei uns autonome Sozialbeziehungen hätten bilden können. Dass wir die asiatische Gesellschaft für gleichförmig halten, lässt doch eher auf unsere Unfähigkeit differenzierter Wahrnehmung schliessen, finde ich. Wie denn auch, wenn wir größtenteils noch gar nicht da waren und unser Wissen sich größtenteils aus Büchern von Autoren erschließt, die auch niemals, wie wir, in Asien waren. Prost!

~ WE ARE ALL RUSSIANS NOW! ~ März 14, 2014 um 21:37

@goodnight

“Er wird ja nicht aufhören, mit seinen Soldaten, die nicht mehr als Soldaten sondern als vermummte Verbrecherbanden in der Ukraine auftreten. Ohne Abzeichen ohne Flagge und ohne Gesicht. So agieren Banditen.”

===> Du … meinst, weil das von der Hamburger Reeperbahn angereiste Ami-Flittschen in Boxershorts sein tribal-basekäppi nich aufgezogen hat … auf US-Maidan??

( … wer waren denn die SNIPERS? … Blackwater? Killteam6? Gladio? Mossad? …)

” … Vor was hat Putin Angst?”

===> … da hat endlich einer den Mumm in den Knochen, sich dem Groosen NWO-Satan mit volle Wucht entgegenzustellen … und damit … zusammen mit ~ Halbgott ~ seine ZAPPATISTISCHE WELTVÖLKERBEFREIUNGSPHALANX … den globalen Freischärler-Resistanzaufstand der Völker der Welt zu entfachen … und Klein-Goodnight fällt nix anneres ein als von … “PUTINS ANGST” … zu faseln??? –> Das ist … hüttesk! … read my lips … HÜTTESK!!!

===> … die Botschaft, nicht in RU-Uniformen auf zu marschieren , richtet sich nicht an gucci-goodnight und den Rest von verfaulter, spätrömisch-dekadenter “Der Westen”. DIE Botschaft an euch … ist die Unmissverständlichkeit durch die TAT an sich. Die Botschaft des dezenten Auftritts in underdressed … richtet sich vielmehr an die Bewohner der Krim, der Ost-Ukraine, der Süd-Ukraine und sogar die dutzende Mio. ukrainischen Zweifler in IWF-gekaperter Restukraine die mit dem völkerrechtswidrigen US-Putsch durch die Faschisten in Kiev ja gar nix zu tun hatten und hamn wollen. Die Botschaft an diese lautet: wir sind da. Wir sind auch für euch da, wenn ihr uns braucht. Und … WIR sind KEINE BESATZER – ganz im Gegensatz zu den NWO-Troops des sogenannten “Der Westen” …

“Moderne Beobachter werden beobachten, wie Putin sich vor dem schützt, vor dem er wirklich Angst hat: Dem Internet.”
—-

===> RISCHTISCH! … se halfgoods have developed ä täcknology called se INTERNET …. to feed ‘n beat se orwellian bernayens of da NATO-MiniWahr … with their own shit-agitpropstuff !!

===> … und jetzart, goodnight, wirf doch ma’nen Blick in die diversen Kommentarbereische der MSM! … die Botschaft des HG-Internets ist eindeutig:


=========================
~ WE ARE ALL RUSSIANS NOW! ~
=========================
~ WE ARE ALL … PUTIN … now! ~
=========================

( #putin4eu-president.eu )

Stephan März 14, 2014 um 23:43

Ich sage nur: Total Hüttesk!

Lina März 19, 2014 um 19:31

Soldat Schwejk März 10, 2014 um 23:06

Komplexitätsreduktion für Sumpfkäuze
Und manchmal auch für “jodelnde Sumpfblüten” ;)

P.S.:
Man könnte, wenn man (ziemlich) böse wäre auch die Urgermanentherorie näher betrachten. Aber lassen wir das. Die Karawane ist schon weitergezogen :D

P.P.S. und OT:
“Es gab vor Jahren auf der Berlinale mal eine russische Filmgroteske namens “Mars”. Der Name bezieht sich auf eine fiktive südrussische Stadt namens “Marx”, also in der kyrillischen Buchstabenfolge “Marks”. In der postsowjetischen Unordnung ist aus der großen Aufschrift über dem Bahnhof ein Buchstabe rausgefallen, so daß jetzt “Mars” zu lesen ist, und irgendwie beginnt die Stadt sich den neuen Namen anzueignen.

So ist es auch mit den Beschreibungsversuchen. Irgendwann stand zum Beispiel “Marx” drauf, das war der Sinnzusammenhang. Dann geriet alles in Unordnung, ein Buchstabe fiel raus, und nun kann man “Mars” lesen. Manche freilich, wie Rebecca Harms, lesen “Marsch”, und wieder andere lesen noch ganz was anderes…”

Und jetzt stell Dir mal vor, was aus der Antike gemacht wurde….

Dass z.B. die mehrheitliche Einstellung zu Päderastie – und auch zur Homophilie – anders als heute gewesen sein soll…..
Ich kann zwar alles belegen nur fehlt mir Lust und Muße dazu.

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