Hoeneß als Stoff für eine Räuberpistole

by f.luebberding on 11. März 2014

Gute Ratschläge sollte man annehmen. Seit der “Focus” am 20. April vergangenen Jahres die erste Meldung über die Selbstanzeige von Uli Hoeneß veröffentlicht hat, war das Hauptmerkmal der späteren Debatte Überraschung gewesen. Man war über die Dimensionen dieses Falles erstaunt, die tatsächlich unvorstellbar gewesen sind. Sie beruhten auf einer Meldung des Stern im Januar 2013, die Hoeneß schließlich zu seiner hektisch verfassten Selbstanzeige veranlasst haben soll. Rechtlich ist das heute von entscheidender Bedeutung, ob der Präsident des FC Bayern München schon über die mögliche Strafverfolgung informiert gewesen ist oder nicht.

Aber jenseits dieser rechtlichen Würdigung fragte man sich schon damals, wie Hoeneß eigentlich diese Summen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro für seine Spekulationen zusammenbekommen haben will. Hoeneß erklärte uns aber über ein Interview in der “Zeit” und die Berichterstattung in der “Süddeutschen Zeitung”, wie er an das Spielgeld für seine Zockerei gekommen sein will. Er schien damit die Stern-Geschichte von einem Konto mit “mehreren hundert Millionen Euro” zu widerlegen. Ein bedauerlicherweise verstorbener Freund namens Robert Louis-Dreyfus habe ihm im Jahr 2000 ein Darlehen in Höhe von 10 bis 15 Millionen € zur Verfügung gestellt. Uli Hoeneß kauft kein Haus in Großburgwedel. Nun ist das alles nicht mehr strafrechtlich relevant – und wird daher nicht in München verhandelt werden. Wie schön für Hoeneß. Von Dreyfus sind auch keine unschönen Indiskretionen mehr zu erwarten. In München platzte aber gestern Vormittag am ersten Prozesstag eine Bombe.

Die Anwälte von Hoeneß nannten jetzt plötzlich eine Summe von 18,5 Millionen € an hinterzogenen Steuern. Frank Plasberg beschäftigte sich mit dem Thema – und ich mit Plasberg in meiner Frühkritik. Aber Uli Hoeneß gilt unser eigentliches Interesse. Warum?

“Dort (in der Frühkritik F.L.) kaust du nämlich auf einem wirklich schmackhaften Knochen mit der Frage: woher kommt eigentlich die Kohle (und die Info hinter all diesen tausenden Transaktionen!!!!), um 18 Millionen an hinterzogenen Steuern produzieren zu können? Der gute Uli ist entweder ein Insider oder ein Finanzgenie von allerhöchsten Gnaden, gegen das diverse Hedgefondsmanager aussehen wie blutige Anfänger. Das ist doch mal wirklich toller Stoff für eine echte Räuberpistole!”

Der Kommentator ist bekanntlich in Fragen des Finanzmarktes ein blutiger Anfänger. Wenigstens im Vergleich zu Herrn Hoeneß, wie es scheint. Also werden wir jetzt dem Gericht in München Antworten auf die Fragen geben, die ansonsten niemand zu stellen wagt.

{ 381 comments }

chabis März 11, 2014 um 11:03
Huuh März 11, 2014 um 11:09

Betrifft:
SELBSTANZEIGE

„Ich habe noch NIE Steuern hinterzogen!“

Richter: „Was wollen Sie dann hier? Was soll das?“

„Ich möchte um ein mildes Urteil bitten.“

The Real Slim Shady März 11, 2014 um 11:30

Fast wie in Amerika: Vom Geldwäscher zum Millionär!

Morph März 11, 2014 um 11:31

Also, ich habe mich ja anfangs sehr gewundert, dass Hoeneß gegen alle Regeln der Compliance seinen Posten beim FC Bayern behalten konnte. Na Logo: Das ist gar kein Fall Hoeneß, sondern ein Fall FC Bayern!

Der Uli übernimmt Verantwortung! Rreeschpeckt!

kurms März 11, 2014 um 11:34

Wenn ich das richtig verstanden habe ist Steuerhinterziehung nach 10 Jahren verjährt. Wieviel der 18,5 Mio. hinterzogener Steuern ist also letztlich strafrechtlich relevant?

The Real Slim Shady März 11, 2014 um 11:35

Wer “FC Bayern” sagt sollte auch “CSU” sagen….

Host mi?

chabis März 11, 2014 um 11:35

Selbstdarstellung aus der Zeit seiner Devisengeschäfte
http://folio.nzz.ch/2005/juli/ich-wollte-nach-oben

The Real Slim Shady März 11, 2014 um 11:37

OK, wir wollen nicht gehässig werden: Er war halt jung und brauchte das Geld…

wowy März 11, 2014 um 11:37

@Huuh
Das trifft es schon irgendwie.
Die Frage ist doch, warum Hoeneß freiwillig auf 18, 5 Mio erhöht hat, wo die Anklage auf 3, 5 Mio lautet.
Eventuelle Strafbefreiung durch Selbsanzeige ist damit weggeschossen. Eine Bewährungsstrafe so wahrscheinlich wie die Verpartnerung des Papstes. Warum also?
Weil, so vermute ich, Hoeneß sonst weitere Klagen fürchten müsste, die weitere Untersuchungen nach sich ziehen.
Die Taktik lautet wohl: Strafklageverbrauch und Einstellungsanreiz.
http://www.sueddeutsche.de/sport/prozess-gegen-uli-hoeness-desaster-im-champions-league-format-1.1909026

Die VT dazu: Wenn die Wahrheit rauskäme, müsste der FCB wegen Lizenzentzug in die 4. Liga und Hoeneß’ Lebenswerk wäre zerstört. Als Patriarch geht man dafür heldenhaft ein paar Jahre ins Gefängnis und wird gleichzeitig noch unsterblich.

Mein Tip

wowy März 11, 2014 um 11:38

5 Jahre

egal März 11, 2014 um 11:39

Der gute Uli ist entweder ein Insider oder ein Finanzgenie von allerhöchsten Gnaden, gegen das diverse Hedgefondsmanager aussehen wie blutige Anfänger.

Nachfrage: Wieso soll das so sein? Es gibt ja noch diese ominösen Verlustvorträge von 118 Millionen.
Die 18,5 Millionen könnten demgegenüber auch eine zu hohe Schätzung sein. Wenn Hoeneß die 70 000 Seiten seiner Bank ebenfalls erst seit zwei Wochen vorlagen, wird er seine Steuerschuld kaum ausgerechnet haben können. Lieber erstmal zu viel gestehen, und dann runtergehen, als noch nachlegen zu müssen.

Das interessanteste ist doch die Frage, wie hoch das Vermögen tatsächlich war und wo es herkommt. Fußball ist eine Branche mit Schwarzgeld. Ich erinnere an Rainer Calmunds Geldkoffer.

The Real Slim Shady März 11, 2014 um 11:40

Vielleicht legen sie beim FC Bayern ja schon einen hübschen Seidenfaden in eine schmucke Geschenksschatulle, um dem Ulli mit solcherart Präsent frischen Mut zu machen…

chabis März 11, 2014 um 11:47

Schäbiger als die Steuerhinterziehung halte ich schon lange das

“Dass die Arbeiter in der Füllerei – einem nassen und kalten Arbeitsplatz – nach NGG-Angaben mit 1380 Euro brutto abgespeist würden, will er nicht bestätigen: „Ich nenne keine Zahlen“. Mit einem Lohn dieser Größenordnung habe er aber für „Ungelernte mit Sprachschwierigkeiten überhaupt kein Problem“. Das sei branchenüblich – und überhaupt trage der Verbraucher die Verantwortung, weil er seine Wurst möglichst billig kaufen wolle. Und der Staat, der ja entsprechende Mindestlöhne einführen könne. Zeitarbeiter stelle man nicht übermäßig ein – es seien bei HoWe nur 80. Und die würden zu den gleichen Konditionen wie Festangestellte beschäftigt.

Die Gewerkschafter indes finden diese Argumentation mehr als zynisch: „Nürnberger Rostbratwürste sind besser geschützt als die Beschäftigten in den Herstellungsbetrieben“, klagte NGG-Geschäftsführerin Regina Schleser.”

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.lokales-hungerloehne-proteste-gegen-bratwurst-millionaer-hoeness.5f49c22e-0891-4a46-b6cc-418078589bdb.html

/dev/null März 11, 2014 um 12:05

Das armseligste, was mir bei dem ganzen Spektakel aufgefallen ist:

Hier wird mit Spielsucht (Opfer, Krank) argumentiert und entschuldigt. Gespaltene Persönlichkeit (zwei Höness, vielleicht sogar drei), Steuerhinterziehung nicht nur ohne Absicht, sondern durch zwanghafte Krankheit. ‘Oh der Arme!’

Das alles sind normalerweise Weltanscheungspunkte aus dem linken/linksliberalen/grüngutmenschen Milleu. Nun ist der Delinquent aber CSUler aus der braunkonservativen Ecke, würde also im Falle, dass ein Anderer damit argumentiert, ‘Kommunistengewäsch!’ rufen. Das passt ja auch zu seinem ‘Ich bin kein Sozialschmarotzer’ (wobei ein sozialschmarotzender Hartz4ler ca vierzehnhundert Jahre leben könnte von den hinterzogenen Steuern).

Verlogenes braunes Pack!

keiner März 11, 2014 um 12:27

Der TRSSSLLRT braucht diesen Fred, um von der allgemeinen Krimratosigkeit mit Ansteckungsgefahr im Baltikum abzulenken und um dumme Kalauer zu NLP-latzieren. Sonst ist dieser Volxsteuergerichtshof doch zu garnix gut. Das bekommt man beim Vetter besser aufgebraten.

Aber wer’s braucht….

keiner März 11, 2014 um 12:29

Herr Lübberdinx, machens doch mal den albernen Schnee da seitlich weg und kramens doch den ollen Krokus in wieder raus…

holger196967 März 11, 2014 um 12:33

So so der FCB,

denke ich nicht. Die „Hurensöhne“ FCB (sorry das macht man so) werden zwar mit knapp 700M Euro taxiert, aber die stecken nicht dazwischen.

Woher kommt das Moss? Nun ja, wenn der Adidas Boss Eigenkapital von 10-15 M hinterlegt, was hoch ist dann der Hebel der Bank für einen Außerbilanziellen Kredit?

Geldwäsche? Huihuihui das wäre zwar nen Ding, warum denn nicht?

Ulrich H. Hat alles selber gemacht? Wirklich? oder nur ne Vollmacht gegeben in seinem Namen Handel betreiben zu können. Was sagen die Scheichs dazu?

Was weiß Manni Breuckmann wirklich?

Bei dem Vater von unserer Steffi, waren es glaube 13,5M D-Mark oder so. 3,5 Jahre.

Sind die angegebenen Summen von 18M etwa, nun Gewinn vor Steuern oder Umsatz?

Boaahhh sooooooo viel Geld… :D LOL klar sind die Leute empört, die nicht weiter als 1000 denken dürfen.

Boahhh 70.000 Belege 50.000 Buchungen Boaaaahhh das macht selbst der Örtliche Bäcker mit links. In 6 Jahren. Keine Buchung ohne Beleg. Gut, HFT hat er vermutlich nicht benutzt. Aber lächerlich. Das die Haus-Mutti überschnappt iss ja klar, hat sie nur 10 Buchungen im Jahr bei Zalando. Die restlichen Buchungen vergisst ja Mutti.

Wie viel Trades kann man an einem Bank-Tag mit Telekom zum Winkel Anschluss denn tätigen? Nebenbei noch Würstel und die „Hurensöhne“ vom FCB betreuen. Und am Tegernsee verweilen. Rottach iss eigentlich schön.

Gezockt hat „er“ also wie ein Wilder „Spielsüchtig“ soso…

Der große Ulrich H. Hat ein Problem, ganz klar, er wurde abgezockt. Mal so richtig abgezockt. Und das kann ein Ulrich H. Vor lauter Eitelkeit nicht zugeben. Eher geht er in Festungshaft und schreibt ein Buch.

Er die wandelnde Moral gleich hinter der Alice, iss reingefallen LOL

Ich hoffe nur, dass der Daum sich nicht vor Freude ne Prise zieht :D

aifran März 11, 2014 um 12:51

Bitte ab nun die Steuerbetrügersau durchs Dorf treiben – die Ukrainische “Demokratie” Sau ist einfach zu groß, zu dreckig und somit für die Nutzmenschenhaltung unbrauchbar geworden.

mfg Ministerium für Wahrheit und Propaganda

carlos manoso März 11, 2014 um 13:02

@wowy März 11, 2014 um 11:37
„Die VT dazu: Wenn die Wahrheit rauskäme, müsste der FCB wegen Lizenzentzug in die 4. Liga und Hoeneß’ Lebenswerk wäre zerstört. Als Patriarch geht man dafür heldenhaft ein paar Jahre ins Gefängnis und wird gleichzeitig noch unsterblich.
Mein Tip„

Wowy, ja, so ungefähr.

Die politische Hegemonie der CSU in Bayern fußt auf der Präsenz der CSU in 10Tausenden von Fußballvereinen in Bayern. Die Fußballvereine sind -auch in Bayern- Trainingslabore mit lokalen Zuschauermassen, in denen sich ambitionierte Jungfußballer öffentlich erproben können. Bekanntermaßen sind Fußballvereine „Vorfeldorganisationen“ zur Rekrutierung und Formund des Politiker- und Unternehmernachwuchses. Trainiert werden z.B. auch die Mittel der öffentlichen Darstellung und deren Massenwirksamkeit. Hoeness hat z.B. in Jahrzehnten seines Aufstiegs im Fußballmilieu gelernt, als was er erscbeinen muß, um zu wirken.

Der FC Bayern ist lebender Beweis, welchen Grad von politischer Hegemonie der CSU in Bayern inzwischen erlangt hat. Ihr weit sichtbarer „Kristall der Macht“ (http://www.allianz-arena.de/de/index.phpk) erscheint jedem Autofahrer, der sich auf der A9 der Hauptstadt der Bewegung von Norden her nähert.

„Wenn die Wahrheit rauskäme“, würde die bisher noch noch kaum sichtbare laufende Erosion der CSU sich schlagartig beschleunigen. Daß die CSU an immer mehr Orten massive Probleme hat, konnte ich in der vergangenen Woche lokal live besichtigen. Lokal ist eine Alternative zur CSU („die Fussballer“) aufgebaut worden, sodaß u.U. schon in diesem Monat-erstmals in der Nachkriegszeit- der lokale Bürgermeister nicht ein CSU-Bürgermeister sein wird.

The Real Slim Shady März 11, 2014 um 13:15

>die Ukrainische “Demokratie” Sau ist einfach zu groß, zu dreckig und somit für die Nutzmenschenhaltung unbrauchbar geworden.

Das nicht, aber Hoeneß ist einfach der bessere Porno.

Insider März 11, 2014 um 13:22

@TSSS
der gute Uli ist entweder ein Insider oder ein Finanzgenie von allerhöchsten Gnaden, gegen das diverse Hedgefondsmanager aussehen wie blutige Anfänger. das ist doch mal wirklich toller Stoff für eine echte Räuberpistole!

Warum zockt jemand in der Schweiz und nicht Deutschland?

Sicherlich nicht aus steuerlichen Gründen. Denn steuerlich(!) ist die Schweiz für Zocker unvorteilhaft.

Fragt TSSS, der kann dies erklären.

Warum dann?

Ein naheliegendes Motiv wäre, dass er über Insider-Informationen verfügt bzw. Insider-Handel betreibt, aber nicht erkannt werden will.

aifran März 11, 2014 um 13:24

Das nicht, aber Hoeneß ist einfach der bessere Porno.

und Aufgabe/Ziel von Wiesaussieht usw. ist es nunmal die besten Pornos zu promoten???
Pornolesende Nutzmenschen der Traum aller Nutzmenschenhalter.

/dev/null März 11, 2014 um 13:26

So ein Höness passt halt mehr ins Alttagsleben.
FCB Fans begegnen einem häufig, Bayern findet man auch überall, aber ich war zB seit viereinhalb Jahren nicht mehr auf der Krim oder auch Uzgorod. Und ich vermute, die Mehrheit der Leser ist ebenso kein Stammreisender in die Ukraine.

Ausserdem:
Spiele und Unterhaltung haben schon immer dazu gedient, das Volk vom Kriegsgeschehen abzulenken.

So gesehen ist zB das Snowdeninterview bzw seine Behauptungen/Enthüllungen im Papierkorb verschwunden.

karla März 11, 2014 um 13:29

chabis März 11, 2014 um 11:47

“Zeitarbeiter stelle man nicht übermäßig ein – es seien bei HoWe nur 80. Und die würden zu den gleichen Konditionen wie Festangestellte beschäftigt.”

Zwei kleine Anmerkungen dazu:
a) Der Mann ist den Gewerkschaften meilenweit voraus. Equal-Pay. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit (gleiche Konditionen).

b)”Dieser Betrieb sichert Arbeitsplätze, niemand wird entlassen, es sei denn, er baut Mist.” (aus chabis obigem link NZZ)
Mit 80 Leiharbeitern bei 150 Stammarbeitern kein Poblem. Leiharbeiter braucht man erst gar nicht kündigen. Die meldet man ab und zurück an den Verleiher.

/dev/null März 11, 2014 um 13:30

Wie zB kann bei stattfindender Totalüberwachung, Dauerlitstrahl und elektronischer Aufzeichnung einfach ein Flugzeug ‘verschwinden’?

Aber klar, es ist wichtig, einer prominenten paternalistischen Persönlichkeit aus dem Süden der Republik Straffreiheit zu erstreiten. tztzztzzzzzzzzz………………

Jackle März 11, 2014 um 13:56

Der nächste Thread über Doppelmoral. Recht monothematisch, Frank.

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 14:09

Die Frage nach dem Verschwinden des Flugzeugs habe ich mir auch gestellt. Dort suchte man auch Ewigkeiten. Über Land findet man Trümmer wohl schneller … .

holger196967 März 11, 2014 um 14:22

Wieso weiß eigentlich der Don Alphonso über die Missetat nicht Bescheid… der wohnt doch auch da.

Sowas spricht sich doch rum oder nicht? :D

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 14:28

In der SZ wird gerade über die 50.000 Transaktionen gesprochen. Hier das Zitat:

“Klaus Höchstetter, Anwalt für Steuerstrafrecht in München, hält es für “absolut nicht realistisch”, dass die am Montag von Hoeneß gestandene Summe von der Selbstanzeige abgedeckt wird. Hoeneß habe in seiner Selbstanzeige die Jahresschlusssalden angegeben, aber ohne etwaige Spekulationsgewinne in den laufenden Jahren zu berücksichtigen. “Das ist ein Anfängerfehler. Dass Hoeneß jetzt diese viel höhere Summe einräumt, könnte höchstens darauf abzielen, ihn als so naiv darzustellen, dass das strafmildernd wirken würde”, sagt Höchstetter. Doch auch dieser Strategie der Anwalt keine großen Erfolgsaussichten: “Hoeneß hat schon vor Monaten ausführliche Interviews gegeben und ihm stand kompetente Beratung zur Verfügung – glaubwürdig ist das nicht.” Die von Hoeneß selbst immer wieder erwähnte Spielsucht könne in geringen Maße strafmildernd wirken, “wenn es wirklich psychologische Einschränkungen gegeben hat”. Die Verteidigung habe bislang kein entsprechendes Gutachten vorgelegt, zu einer Spielsucht gehören feste psychologische Kriterien.” Hinzu kommt, dass der Bundesgerichtshof bereits in einem Urteil entschieden hat, dass die klassische Spielsucht keine Auswirkungen auf die Begehung von Steuerhinterziehung hat und deshalb solche Erwägungen als sachfremd keinen Einfluss auf die Strafzumessung haben dürfen. Höchstetter erklärt weiter, die 50 000 Kontobewegungen seien nicht so viel, wie es auf den ersten Blick erscheine – auf den Zeitraum von zehn Jahren seien das nur etwa 14 Transaktionen pro Tag. “Das macht ein Daytrader in wenigen Stunden.”

Sicher. Das macht ein Daytrader in wenigen Stunden. Der macht auch nichts anderes, wenn es diese Spezies auch noch geben sollte, und die nicht alle schon längst Pleite sind. Aber wir müssen hier noch einmal auf den Artikel im Tagesanzeiger hinweisen, der schon verlinkt worden ist. Hoeness sitzt mit seinem Pager herum, liest dort die aktuellen Kurse und telefoniert dann mit seinem Banker in der Schweiz. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Daytrader so handelt. Und das sind 14 Transaktionen an jedem Tag, inclusive Weihnachten. Der scheint hier auch was erzählen zu wollen. Dass Hoeneß seine Einsätze gehebelt hat, ist klar. Um am Devisenmarkt Geld zu verdienen, muss man bekanntlich enorme Summen bewegen. Ich halte es zwar für realistisch, dass Hoeneß so ein dilettantischer Zocker gewesen ist, aber welchen Zwecken dienten die Konten sonst noch? Wie er den Kredit von Dreyfus zurückgezahlt haben will, dazu habe ich mich schon im April vergangenen Jahres geäußert.

wowy März 11, 2014 um 14:34

23.7 Mio, wer bietet mehr?

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 14:39

Hier noch das von Hoeneß dem Finanzamt angegebene Einkommen. Das ist alles nachvollziehbar. Einkommen aus seiner Manager-Tätigkeit für Bayern und seinen Unternehmensbeteiligungen. Die Steuerfahnderin will jetzt auf Grundlage der von Hoeneß nachgereichten Unterlagen eine Steuerschuld von 23,7 Millionen € ausgerechnet haben. Wie sie das in der kurzen Zeit ausgerechnet haben will, ist mir zwar ein Rätsel. Sie muss nämlich für jedes Steuerjahr die jeweilige Rechtsgrundlage berücksichtigen. Dazu die Gewinne mit den Verlusten saldieren. Denke das wird der Verteidigung gut in den Kram passen. Auf ein paar Millionen kommt es nicht mehr an – und sie haben ein Interesse daran, den Prozess abzuschließen. Damit ist aber das Verfahren noch nicht zu Ende, so dass Hoeneß seine Haftstrafe nicht antreten muss. Und wie in der Frühkritik gesagt: Es ist fast unmöglich, keine Berufungs- oder Revisionsgründe zu produzieren. Angesichts der absehbaren Dauer des Verfahrens ist es daher eher unwahrscheinlich, dass Hoeneß seine Haftstrafe antreten muss. Bekanntlich ist nichts so labil, wie die Gesundheit … .

wowy März 11, 2014 um 14:44

@fl
Der BGH sitzt aber nicht in Bayern ;-)

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 14:52

Echt jetzt: Der Kontostand von Hoeneß soll Ende 2005 155.979.000 Euro gewesen sein. Klar: Das kam alles aus dem Würstchenverkauf und gegen ihn sind die Clowns von Goldman-Sachs Milchbubis. Strobl und ich hätten Hoeneß damals als Co-Autor verpflichten sollen. Der hätte nicht, wie Strobl, die HRE-Bilanz in der Mittagspause, sondern sicher in der Halbzeitpause analysiert.

keiner März 11, 2014 um 14:59

Für die Putinversteher:

…der braucht noch nicht mal München2, der setzt sich noch nicht mal mehr mit jemandem an den Tisch.

chabis März 11, 2014 um 15:16

Die könnten die analytischen Fähigkeiten des HerrnThomas Strobl auch ganz gut gebrauchen oder isser etwa kein Patriot ?
http://kurier.at/politik/inland/hypo-alpe-adria-hypo-braucht-akut-bis-zu-eine-milliarde/55.237.969

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 15:24

Frau Friedrichsen heute zum Prozess. Die Passage mit den Werbungskosten ist zwar putzig, aber sie ist eine hervorragende Journalistin.

Balken März 11, 2014 um 15:28

Ja, diesem Phänomen kann man nur noch mit Satire begegnen. Es ist bereits selbst Satire. Von einer Kassiererin, die einen Zweifuffzich-Pfandbon veruntreut (sic!), hätte sich der FCB sicherlich wegen Verlust der Vertrauensgrundlage gegenüber ihrem Arbeitgeber getrennt.
Hier handelt es sich aber um Gesellschafts-Dimensionen, in denen Steuer eh und sowieso Diebstahl ist. Veruntreuung gegenüber der Gsamtgesellschaft – was soll das sein? Höneß hat im Prozeß erwähnt, wieviele Millionen er so an Steuern gezahlt hat immerhin, bitte sehr! Eine erkleckliche Summe! Frechheit, ihm nicht überhaupt dankbar zu sein. Auch gespendet hat er. Ergo: “Ich bin kein Sozialschmarotzer” .
Das ist jene Denke, die Steuern überhaupt als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und als Gängelung versteht. Kann die Allgemeinheit nicht abwarten, bis man demnächst mal wieder auf einer Charity-Campagnerfete das Trinkgeld, das bei anderen Anlässen die Bedienung bekommt, für wohltätige Zwecke spendet?
Verlustvortrag, so, auch das noch. Bei verschleierten Gewinnen. Hübsch.
Kein Sozialschmarotzer. Dass überhaupt die Möglichkeit solcher Einkünfte aus der Arbeit anderer Menschen (äh nein, wenn einer erstmal Geld übrig hat zum “Anlegen”, arbeitet dieses ja für ihn und erarbeitet ihm das Sozialprodukt, auf das er dann zugreifen kann) besteht, sieht unsere Gesellschaft gleich gar nicht als Sozialschmarotzertum an, bestenfalls (wenn es um russische Oligarchen geht) als zu bewunderndes Raubrittertum.

holger196967 März 11, 2014 um 15:35

das Kilo Weißwurst im Angebot für 5,63 Brutto

http://www.howe-nuernberg.de/assets/files/pdf/HoWe_Angebot_04.2013.pdf

Nehmen wir an, 30% Gewinn, ~ 1,70 €/kg

1985 Gegründet also 20 Jahre.

156.000.000 / 20 = 7.800.000 M / 1,70 €/kg = 4,6 M Kilogramm

4,6 Millionen Kilogramm an Fleisch und Wurstwaren/Anno.

Auf Würste müsste man das wohl mit 100 Gramm/Wurst umrechnen. Also 4.600.000.000 Gramm/100 = 46.000.000 Würste/Jahr. Ohne Verzinsung. Versteht sich.

gehen wir durch Versteuern von 92.000.000 Würstchen aus. Selbst das ist eine kleine Anzahl/anno. Allein auf dem Oktoberfest werden über 6 millionen schon wech geschnabbelt. :D

http://www.dw.de/image/0,,6621199_4,00.jpg

Jeder 3 Stück, dann sind wir bei 18 Millionen Würstchen :D

Wie viel im ICE verschnabuliert werden iss noch ungewiss.

Jedes Jahr werden rund 4.800.000.000 KG Fleisch in DE verzehrt.

Somit hätte Uli einen Marktanteil weit unter 10% :D

P.S. ein bekannter Unternehmer hier, hat mit Bratwurst angefangen. Heute betreibt er Spielhallen :D

holger196967 März 11, 2014 um 15:55

So Herr Frank Lübberding,

nur mal auf die Wurst gerechnet.

Was sind denn 156 Millionen ? in 20 Jahren und länger?

Dass das für Dich unvorstellbar ist, mag ja sein. Aufgefallen durch Protz und Prunk ist der aber ja wohl nicht. Ich mag ihn ja nicht, aber ungewöhnlich ist das auch nicht.

Theo Albrecht hat es seit 1960 auf rund 15 Milliarden Euro gebracht.

Also pro Jahr nach Aldi Nord Gründung bis zu seinem Tod 2010 also 50 Jahre : 300.000.000 Millionen/Anno

Da ist doch der Ulrich H. echt ne kleine Leuchte oder?

Wilma März 11, 2014 um 15:59

Mich interesssiert viel mehr, woher das Geld für die Zockerei kommt. Nur die 5 Mio und die Bürgschaft von Adidas dürften die hohen Summen nicht erklären.

Gregor Keuschnig März 11, 2014 um 16:22

Hoeneß’ Dreyfus-Affäre.

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 16:32

Jetzt haben sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf 27,3 Mio. € verständigt. Dazu komen natürlich noch die Strafzinsen. Die muss er zahlen, auch wenn das Verfahren nicht abgeschlossen ist.

egghat (@egghat) März 11, 2014 um 16:36

@fl:

Die Überlegung mit dem Aufdecken der Fakten für so viele Fakten wie möglich zu sorgen und damit die Basis für eine Revision und Berufung möglichst breit zu machen, finde ich interessant.

Ich glaube allerdings nicht, dass die 23,7 Millionen überhaupt relevant werden. Es zählt doch nur das, was in der Anklageschrift steht.

Oder?

Zu den 155 Mio Vermögen: Kein Problem. Die Firma lief lange und er wird auch heute noch Geld daraus bekommen. Zusätzlich ist er ist lange Manager und Präsident bei Bayern. Und selbst der Watzke der Fußball-Nummer 2 BVB steckt sich 3 Mio/Jahr ein.

Und wenn er die Wurstfirma an seinen Sohn (teil-) verkauft haben sollte, ist das alles überhaupt kein Problem. Mit einem 10fachen Jahresgewinn ist der Laden *locker* 150 Mio wert. Der Tönnies (Schlachthöfe) von Schalke wird auf 600 bis 850 Mio. Euro geschätzt …

BB März 11, 2014 um 16:56

RT NewsHeute Journal mit dem Kleber gestern *kecker,lach*. Pures Hoeneß-Washing. Weißer geht’s gar nicht.

Als erstes natürlich 3 Bayern-Fan’s interviewt. H. hat ja soviel Gutes für die Welt getan. Den kann man doch nicht einsperren!

Dann wurde da ein Prof. Wessing für Strafrecht oder so interviewt und vertrat folgende Standpunkte:

1. Erstklasssige Verteidigungsstrategie. Anders geht’s überhaupt nicht. H. hat alles offengelegt. Wesentlich mehr als die Staatsanwaltschaft gefunden hat.

2. Hoeneß war unzurechnungsfähig. Anders ist sein Verhalten überhaupt nicht erklärbar.

3. Die 1-Mio-Grenze ist sowieso anzuzweifeln. Sowas dürfe man gar nicht anlegen. Es gelte immer die Gesamtschau (der “Person” – nicht der Straftat – wird suggeriert).

Nach Auffassung dieses honorigen Herrn ist H. wohl höchstens ein bisschen schuldig.

Gegenauffassungen im ZDF-Heute-Journal. Komplette Fehlanzeige.

Frankie (f.k.a.B.) März 11, 2014 um 17:07

Ich bin stolz auf Bayern.
Wir sind wieder mal die Grössten, ätsch.
Gegen den Hoeness schauts oid aus , ihr Nordmanntannen! Da schrumpft sogar der Maschmeyer.
155 Mio Kontostand, und das als Platzwart vom örtlichen Fuasboiverein! Das gibts nur in Bayern.

Wahrscheinlich muss jetzt der Länderfinanzausgleich rückwirkend neu berechnet werden, das würde ich euch neidigen Preissn zutrauen.
Aber @holgers Hinweis auf den Daum, der trifft. Wie gut hamma uns da gefühlt, der ehrliche, zornige Uli, gegen den süchtigen Daum.

Ich find , der Hoeness soll 4 Jahre ins Gefängnis. Dann spielt nach 3 Jahren der FC Stadelheim ( so heisst der Münchner Knast ) in der Bundesliga, und nach 4 Jahren in der Champions League.

Ich dachte mal , diese gargantueske Geldverschieberei sei mit Strauss ausgestorben in Bayern, so kann man sich täuschen. Hat sich eigentlich Don Alphonso schon geäussert dazu?

chabis März 11, 2014 um 17:08

Besucher im Gericht sagt: “Wenn die noch ein Jahr mit dem Prozess so weitermachen, ist der Bundeshaushalt wieder gedeckt.”

Frankie (f.k.a.B.) März 11, 2014 um 17:11

@Holger

“Nehmen wir an, 30% Gewinn, ~ 1,70 €/kg”

Die Lebensmittelindustrie ist nicht so deine Branche, oder?

BB März 11, 2014 um 17:19

Wahrscheinlich streiten die sich am Ende des Prozesses nur noch um eine Spesenrechnung von 750 €.

Insider März 11, 2014 um 17:20

FC Bayern: Präsident zu Gast bei Jauch Hoeneß: Wir spielen eine Halbzeit fürs Finanzamt

In der ARD profilierte sich Uli Hoeneß als Wirtschaftsexperte. Er kritisiert die Politiker – und lästert über Lafontaine. Hier lesen Sie seine besten Sprüche. […]

Über seine Definition von Wohlstand: „Das bedeutet aus meiner Sicht, dass man relativ sorgenfrei leben kann. Dass ich eine Arbeit habe und am Monatsende immer genug Geld, um die Familie zu ernähren.“

Über Deutschlands Wirtschaft im internationalen Vergleich:
„Deutschland ist vergleichsweise immer noch ein Paradies, aber die meisten wollen es nicht wahrhaben. Wir gehen langsam auf Vollbeschäftigung zu. Wir sind wieder ein Zuwandererland geworden. Wir haben nicht zu wenig Arbeitsplätze, wir haben zu viele.“

Über die Vermögenssteuer:
„Wir haben eine prosperierende Wirtschaft wie noch nie. Aber der Staat und die Wirtschaft müssen endlich lernen, wie Unternehmen zu arbeiten – und die Ausgaben zu reduzieren. Es kann nicht sein, dass wir immer noch und immer mehr Schulden machen. Die Ausgaben müssen gekürzt werden. Am Ende nutzt die Vermögensteuer doch gar nichts, dann gehen die Unternehmer nach Österreich oder in die die Schweiz. Wir müssen die Unternehmer hier halten.“

Über eine Reichensteuer, beispielsweise für Fußball-Millionäre:
„Unsere Spieler spielen eine Halbzeit fürs Finanzamt. Deshalb spielen sie manchmal auch eine Halbzeit schlecht. Unsere Spieler zahlen 50 Prozent Steuer. Aber wir kommen nicht weiter, wenn wir 60 oder 70 Prozent verlangen. Unsere Spieler, aber auch ein Dr. Winterkorn von Audi tragen viel mehr für das Bruttosozialprodukt bei.“

[..]

Zu Katja Kipping ,Parteivorsitzende Die Linke:
„Sie hatten jahrelang einen Vorsitzenden, der hat im Saarland ein Schloss stehen, dagegen ist mein Haus am Tegernsee sozialer Wohnungsbau. Das ist Wasser predigen und Wein trinken.“

Über Aufstiegschancen im Vergleich zu seinen Anfängen:
„Das Einstiegs-Level ist ja viel höher heute. Den meisten geht es ja viel besser als vor 20 Jahren. Dieses „immer höher – immer weiter“ muss aufhören. Wer sind ja schon recht hoch. Aber der Anspruch der Leute wird immer höher.“

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.fc-bayern-praesident-zu-gast-bei-jauch-hoeness-wir-spielen-eine-halbzeit-fuers-finanzamt.75970bb4-43b8-4b57-8171-715dd31c9572.html

Goodnight März 11, 2014 um 17:46

Gestern war schon klar, dass da was vertuscht werden soll. Diese ganze eingespielte “geht doch der Gaul durch”-Show mit seinem Anwalt, die schockierenden 18,something Mio. etc. Bla Bla Bla.
Jetzt sind es 27,something Mio. und wenn man die vermuteten 700 – 800 Mio Franken in der Schweiz mal als Grundlage nimmt, dann müssen wie am Ende wohl ne Null dransetzten…an diese 27 Mio.
Na, aber das will man ja eigentlich nicht verdecken, zu verdecken
ist die Finanzierung des FC Bayern München. Das ist ja eigentlich der einzig solide finanzierte Welt-Spitzen-Super-Duba- Verein in Europa, der ohne Oligarch oder Mass-impact-Debts auskommt.

Whatever, wie ich diesen Freistaat so einschätze, kommt der Uli mit ner Strafe unter 2 Jahren da raus, er wird bei Bayern Munich gefeuert und dann El Ehrenpräsidente…und bringt ne Bratwurst raus bei der jeweils 10 Cent an die Stiftung für Kindern von mittellosen Steuersündern oder so gestiftet werden. Und die Finanzierung des FC wird natürlich keine Rolle spielen in diesem Prozess…will ja keiner wirklich wissen.
Und in 3 Jahren ist Gras drüber.

Warum? Weil es Bayern ist. Die waren vor 20 Jahren noch Bauernstaat und sind dann etwas zu schnell in die Moderne gerutscht….und da ist das halt so wie es ist:

“You know what the business community thinks of you? They think that a hundred years ago you were living in tents out here in the desert chopping each other’s heads off and that’s where you’ll be in another hundred years, so, yes, on behalf of my firm I accept your money.”
Woodman (Syriana)

Jackle März 11, 2014 um 18:07

Hat jetzt jeder Kleinbürger einmal wutentbrannt auf den Boden gestampft? Ja? Prima!

Carlos Manoso März 11, 2014 um 18:10

@Goodnight März 11, 2014 um 17:46
„Und die Finanzierung des FC wird natürlich keine Rolle spielen in diesem Prozess…will ja keiner wirklich wissen.
Und in 3 Jahren ist Gras drüber.
Warum? Weil es Bayern ist. Die waren vor 20 Jahren noch Bauernstaat und sind dann etwas zu schnell in die Moderne gerutscht….und da ist das halt so wie es ist:“

Goodnight, Bayerns “zu schnell in die Moderne” gerutschte Facharbeiter z.B. bei BMW oder AUDI könnten selbst mit immer tiefer sinkenden Löhnen nur eine gewisse Zeitlang mit den immer besser und billiger werdenden Industrierobotern „konkurrieren“, die auch in Bayern entwickelt werden.

Tja, so is des halt in der „Moderne“.

Eine nachfrageorientierte Ausrichtung Deutschlands nach dem Vorbild der westlichen Konsumgesellschaften der 50er oder 60er Jahre, bei der Deutschlands „Arbeiter“ genügend verdienen würden, um die von Ihnen selbst produzierten Waren auch zu konsumieren – scheitert somit letztendlich an dem hohen Produktivitätsniveau, das die globalisierte Weltwirtschaft inzwischen erreicht hat.

holger196967 März 11, 2014 um 18:16

@Frankie

—>>>Die Lebensmittelindustrie ist nicht so deine Branche, oder?

Wegen den 30% Gewinn? Wer weiß, was der alles so in die Wurst macht? :D

Gut, dann rechne halt mit 10% plus Bauherrenprojekte LOL Beteiligung an Franz Josef etc.pp. noch dazu.

Der Lübberding iss ja nur bestürzt, dass bei einem bescheidenen Leben am Tegernsee soviel Ocken sich auf dem Konto ansammeln können. :D

Manni Breuckmann iss ja auch nur neidisch :D

jmg März 11, 2014 um 18:24

“Die Steuerfahnderin sagte aus, Hoeneß habe einmal mit einem Volumen von 150 Millionen Euro gegen US-Dollar gewettet.”
Naja, Hebel von 100 ist im Devisenhandel üblich. Eingesetzt hat er also “nur” 15 Millionen, das ist nicht mal ein halber Mario Gomes Transfer.

Interessanter schon folgendes: Vontobel Kumpel war ein Investment Banker(!). Dann könnte folgende Methode der Steuergestaltung zum Einsatz gekommen sein:
Uli zu Spezi: “Leg doch mal ein Wetterderivat für mich auf: Ich will gerne wetten, dass im Dezember keine 30 Grad in München erreicht werden.
Spezi: ” Tut mir leid, da find ich keine Gegenpartei”. Uli: “Dann wette ich halt gegen mich selbst in meiner Eigenschaft als deutscher Steuerbürger. Die Verluste kann ich prima für meine Steuererklärung brauchen und mein Gewinn bei euch fällt ja unter das Bankgeheimnis.”
Dann würden auch die 118 Millionen (bewusst herbeigeführten?) steuermindernden Verlustvorträge ins Bild passen.
Oder folgende Frage von Richter Heindl: “„Das ist ihr Geschäft, und da geht es um richtig Geld. Sie haben am 17. Dezember [kurz vor dem Steuerultimo] alleine 18 Mio Miese gemacht.”

Frage an alle: Warum verliest eine deutsche Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift und geht von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern aus und erwähnt mit keinem Sterbenswörtchen das Hoeness kurz vor dem Prozess weitere Unterlagen eingereicht hat, die erst noch gesichtet werden müssen bevor man die endgültige Hinterziehungssumme kennt. Nach Augenzeugenberichten war die Staatsanwaltschaft [und der Richter] total überrascht über die von Hoeneß zusätzlich eingeräumten 18,5 Millionen. In der Pause schicken sie dann eine Gerichtssprecherin vor, um den Vorgang den Medien zu erklären. Reden in Bayern die Staatsanwaltschaften nicht mit der zuständigen Ermittlungsbehörde Steuerfahndung?

Carlos Manoso März 11, 2014 um 18:31

@holger196967 März 11, 2014 um 18:16
Wegen den 30% Gewinn? Wer weiß, was der alles so in die Wurst macht?
Gut, dann rechne halt mit 10% plus Bauherrenprojekte LOL Beteiligung an Franz Josef etc.pp. noch dazu.
Der Lübberding iss ja nur bestürzt, dass bei einem bescheidenen Leben am Tegernsee soviel Ocken sich auf dem Konto ansammeln können.
Manni Breuckmann iss ja auch nur neidisch „

holger196967, rechne mit 2% bis 8% im langenDurchschnitt.

„10% plus Bauherrenprojekte LOL Beteiligung an Franz Josef etc.pp.“ sind Phantasiegebilde, an denen sich süchtige Pokerspieler gern selbst hochziehen (war mal als Hauptzeuge vom OLG München geladen ).

"ruby" März 11, 2014 um 18:41

Frankie (f.k.a.B.) März 11, 2014 um 17:07
;-)
i moag di bajern
Was macht die Klage zum Länderfinanzausgleich ?

g.w. März 11, 2014 um 18:41

Liebe Journalisten, es ist langweilig, wenn Ihr Uli Hoeness immer nur einfach als “Bayern-Präsident” oder als “Hoeness” bezeichnet. Für andere Personen mit Reichweite findet ihr doch auch buntere Bezeichnungen wie “Machthaber”, Populist, umstritten usw.
Deswegen meine Bitte: verwendet für hoeness doch mal andere Begriffe wie (anführungsstriche spar ich mir) Steuerhinterzieher, Finanzbetrüger, Kapitalist, Fleischproduzent, Niedriglohnzahler oder Multimillionär? Für die Regenbogenpresse gäbe es wahlweise noch Skandalpräsident, Finanzkrimineller, Zocker, Wurstfabrikant oder z.b. Massenmetzger. Klingt doch gleich viel dreckiger oder? Und das aufgedunsene Foto von neulich auch mal wieder. Wär nett, dann kauf ich Euch auch mal wieder. Versprochen.

BB März 11, 2014 um 18:46

Futures und dieses ganze sonstige nichtsnutzige Wettzeugs gehört entweder besteuert wie im Spielcasino oder ganz abgeschafft.

Damit jemand seine Ernte gegen Schlechtwetter versichern kann, reichen Optionen an der Eurex.

Alles andere, Optionsscheine, CFD’s, Turbos, Futures, ….. dient den Banken nur dazu, Spielsüchtige abzuziehen.

Börse Stuttgart Euwax und ähnliche Märkte, Emittenspread-Garantie, Handelsüberwachung, alles Betrug. Muss alles geschlossen werden.

Außerdem, es gibt kein seriöses Geschäft, für das man nicht mindestens 24 Std. Zeit hat. Sollte man als Mindestfrist für alle Spekulationsgeschäfte, also auch für Optionen einführen.

Einmal am Tag Kursfeststellung. Mehr braucht die Finanzindustrie nicht.

Carlos Manoso März 11, 2014 um 18:46

@jmg März 11, 2014 um 18:24
„Nach Augenzeugenberichten war die Staatsanwaltschaft [und der Richter] total überrascht über die von Hoeneß zusätzlich eingeräumten 18,5 Millionen. „

jmg, ein Gerichtsprozess unterliegt wie jede Theateraufführung festen dramaturgischen Regeln, die allen Aufführenden bekannt sein sollten.
http://www.amazon.de/alle-spielen-Theater-Selbstdarstellung-Alltag/dp/3492238912

"ruby" März 11, 2014 um 18:49

Zum Freigang im Stadlheimgarten
http://www.youtube.com/watch?v=iJV_k7_ph64

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 18:51

jmg

Ich war nicht vor Ort in München. Dass Hoeness seine Devisenzockerei mit den entsprechenden Hebeln macht, ist anzunehmen. Die einzelnen Positionen sind für das Finanzamt relevant. Politisch ist es aber bedeutsam, ob Hoeness schlüssig sein Vermögen erklären kann.

Insider März 11, 2014 um 18:53

Viel Nebel – wenig Licht.

Niemand scheint ein Interesse daran zu haben, zu fragen und aufzuklären
- woher das Geld kam?
- welche Devisen-Gewinne wann und wie gemacht wurden?
- mit welchen Währungen spekuliert wurde?
- ob die Währungsveränderungen auf politischen Entscheidungen basierten?
- ob es Hinweise oder einen Verdacht auf Insider-Informationen/-Handel gibt?
- von wem ggf. die Insider-Informationen gekommen sein können?
- warum die Kontoinformationen erst jetzt dem Gericht übergeben wurden, obwohl sie schon seit einem Jahr vorhanden waren?
usf.

Sondern es wird so getan, als handele es sich nur um eine Steuersache.

Ohne die Einreichung der Unterlagen durch Hoeneß wussten Gericht und Staatsanwalt „nur“ von 3,5 Mio., die restlichen 20+ Mio. Steuerschuld wurden erst durch die Mitwirkung (Selbstanzeige) von H. bekannt.

Das kann dann als strafmindernd angesehen werden.

Nicht überraschend wäre, wenn längst ein Deal über das Strafmaß abgeschlossen wurde. Das würde auch den Grund für die Kooperation von H. kurz vor Prozessbeginn erklären.

Anders als Chodorkowski werden wir H. wahrscheinlich nicht hinter Gittern sehen.
Deutschland ist nicht Russland, Bayern schon gar nicht.
Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat.

"ruby" März 11, 2014 um 18:53

Monopoly : Stadlheimediton kommt 2015

holger196967 März 11, 2014 um 18:57

Carlos

—>>>holger196967, rechne mit 2% bis 8% im langenDurchschnitt.”

Eine Schweinehälfte (warm) kostet was im Einkauf/kg? 1,78 oder 2,23 so in etwa. TK ist günstiger. Und wie viel Mitarbeiter hat die Vollautomatenwurst? Und wie viel kg werden da jedes Jahr verwurstet?

Wer für 2-8% GEWINN Erzeuger von Wurst iss, der muss ja bei 2-8% Zocken :D

@jmg

—>>>Dann würden auch die 118 Millionen (bewusst herbeigeführten?) steuermindernden Verlustvorträge ins Bild passen.”

Endlich… :D Woher kommen die Verluste \o/

Deswegen ja: Ulrich H. CH und Ulrich H. DE ;) sind nicht zusammen Ulrich H. FCB gewesen.

Cool … :D

Und das hat alles Ulrich H. selbst eingefädelt? HÖ HÖ HÖ

Carlos Manoso März 11, 2014 um 18:59

@g.w. März 11, 2014 um 18:41
„Deswegen meine Bitte: verwendet für hoeness doch mal andere Begriffe wie (anführungsstriche spar ich mir) Steuerhinterzieher, Finanzbetrüger, Kapitalist, Fleischproduzent, Niedriglohnzahler oder Multimillionär? Für die Regenbogenpresse gäbe es wahlweise noch Skandalpräsident, Finanzkrimineller, Zocker, Wurstfabrikant oder z.b. Massenmetzger. Klingt doch gleich viel dreckiger oder? Und das aufgedunsene Foto von neulich auch mal wieder. Wär nett, dann kauf ich Euch auch mal wieder. Versprochen.“

g.w., die Entscheidung darüber, was „Hoeness“ ist, sollte eine zivilisierte Gesellschaft den Subjekten selbst überlassen. Höchstens sollte das aufgedunsene Foto des „Hoeness“ vor jeder TV-Übertragung eines Bundesligaspiels eingeblendet werden, um zu demonstrieren, was die Bundesliga aus Menschen machen kann.

HansLutzOppermann März 11, 2014 um 18:59

Kompliment, ergiebige Diskussion, wow… hinter diesem Schirm stecken kluge Köpfe. Neuer Follower! Gruß an Arnsberg aus dem Süden (FfM)

"ruby" März 11, 2014 um 19:04

Irgenwie bekommt das Wort Sozialschmarotzer ganz neue Dimensionen.
Der Uli darf auf keinen Fall aus der bundesdeutschen Gesellschaft verschwinden.
http://www.youtube.com/watch?v=I2AgwQWSR7A

Carlos Manoso März 11, 2014 um 19:04

@holger196967 März 11, 2014 um 18:57
„Eine Schweinehälfte (warm) kostet was im Einkauf/kg? 1,78 oder 2,23 so in etwa. TK ist günstiger. Und wie viel Mitarbeiter hat die Vollautomatenwurst? Und wie viel kg werden da jedes Jahr verwurstet?“

holger196967, eine Wurstfabrik ist schichtestes Lowtech. Mehr als 2%-8% unterm Strich p.A. sind da nicht drin!

Goodnight März 11, 2014 um 19:08

@Insider

“Anders als Chodorkowski werden wir H. wahrscheinlich nicht hinter Gittern sehen.
Deutschland ist nicht Russland, Bayern schon gar nicht.
Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat.”

Yep. Deshalb nennt man es ja Moderne und nicht Postmoderne. Die Moderne ist noch nicht fertig, die muss sich noch bis München und Moskau durchkämpfen….erst dann können wir Postmodern werden.

“I work my whole life, I don’t apologize, to take care of my family. And I refused to be a fool dancing on the strings held by all of those big shots. That’s my life, I don’t apologize for that.”
Don Corleone (the godfather)

/dev/null März 11, 2014 um 19:17

g.w.

>> Massenmetzger

”Und die Jubelperser im Bayern-Fan-Kleid huldigten unerschüttert dem Massenmetzger barhäuptig der Feme zugewandt das Donnergrollen von Osten ausgeblendet”

Mein Gott, hat er bissl weniger an den Staat abgetreten, als vom Durchschnittsbürger verlangt, dafür hat er Niedrig(tage)löhner in Arbeit und Brot gebracht, Opium im Volk verbreitet und einigen ein paar Krümel zugeworfen, denen er vorher den Boden unter den Füssen weggezogen hat.
Nun hält er seinen Nacken hin, um Allianz, VW etc nicht ins Rampenlicht zu zerren.

Prost

holger196967 März 11, 2014 um 19:20

Carlos

—>>>holger196967, eine Wurstfabrik ist schichtestes Lowtech. Mehr als 2%-8% unterm Strich p.A. sind da nicht drin!”

Also NACH Steuern oder?

Ich rede aber von VOR Steuern!

/dev/null März 11, 2014 um 19:21

… sonst könnte man vielleicht ja die Fragen stellen, die sich darbieten.
Fragen wie Wolfsburg gegen FCB und Interessenskonfilkt.
Das Tragen von Addidas mit intergrierter Allianzlebensversicherungsrettung.

Carlos Manoso März 11, 2014 um 19:24

@Goodnight März 11, 2014 um 19:08
“ Die Moderne ist noch nicht fertig, die muss sich noch bis München und Moskau durchkämpfen….erst dann können wir Postmodern werden.“

Goodnight, nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der danach folgenden globalen Krise ist nicht mehr zu übersehen, dass die globale Defizitkonjunktur die Mehrheit immer weniger erreicht. Die Hohlheit der Bezeichnung „Postmoderne“ verweist darauf, dass die Postmoderne nichts anderes als begriffslos gewordener moderner Kapitalismus in der Spätform seiner Selbstbespiegelung ist. Es gibt kein „danach“ mehr. Danach kommt die „Antimoderne“ !

Stephan März 11, 2014 um 19:32

Naja. Ich denke mal wenn ich @TRSS 15 Mio Startkapital gebe, ihm einen Margin Account 200:1 für FX Trades einrichte mit 10 Mio für Trades und 5 Mio für Margin Calls (zum Starten!) dann kriegt der liebe Thomas so eine Steuerschuld auch hin.

Goodnight März 11, 2014 um 19:34

@lübberding

ich brauche mal ein bisschen Hilfe, ich schau da nicht mehr durch:
Also diese 155, something Mio. sind das jetzt Privatvermögen von Honeß oder ist das die Summe auf seinem Spekulationskonto. Der Uli soll ja bei einem Deal sogar 70 mio. verdient haben und teilweise 150 Mio. gesetzt haben….selbst wenn das unendlich gehebelt war so ist da doch ein ..äh…gewisses Risiko…und margin call und so…und ganz nebenbei schein der Uli so bis 2010 ja als Trader noch begabter gewesen zu sein denn als Fussballspieler. Also 155 Mio. Netto-Gewinn nach 7 Jahren ist schon ne Nummer, der Uli ist damit mindestens unter den top 100 der besten Spekulanten ever. Es ist einfach unglaublich wozu dieses Mannsbild im Stande ist: Fussballer, Manager, Präsident, Politikberater, Unternehmer, Trader, Spender, Gutmensch, … und immer und überall ganz weit vorne…an der Spitze.

“In my younger and more vulnerable years, my father gave me some advice. “Always try to see the best in people,” he would say. As a consequence, I’m inclined to reserve all judgements. But even I have a limit.”
Nick (the great Gatsby)

g.w. März 11, 2014 um 19:35

@dev/null
“Mein Gott, hat er bissl weniger an den Staat abgetreten, als vom Durchschnittsbürger verlangt, dafür hat er Niedrig(tage)löhner in Arbeit und Brot gebracht, Opium im Volk verbreitet und einigen ein paar Krümel zugeworfen, denen er vorher den Boden unter den Füssen weggezogen hat.
Nun hält er seinen Nacken hin, um Allianz, VW etc nicht ins Rampenlicht zu zerren.”

so kann man es natürlich auch sehen, müsste eigentlich einen Orden bekommen der Mann: “Held des Kapitals” oder so ;-)

Carlos Manoso März 11, 2014 um 19:38

@holger196967 März 11, 2014 um 19:20
—>>>holger196967, eine Wurstfabrik ist schichtestes Lowtech. Mehr als 2%-8% unterm Strich p.A. sind da nicht drin!”
Also NACH Steuern oder?
Ich rede aber von VOR Steuern!“

holger196967, der Investmentbanker geht vom “Cash flow aus dem Ergebnis” aus. Daraus errechnet er den „Operativen Cash flow“ (OCF). Der OCF steht zur Verfügung für Investitionen (ICF), für Finanzierung (FCF) und für den Cash flow an/von den Shareholdern (SCF). In Summe ergibt das den Zufluß/Abfluß der liquiden Mittel.

holger196967 März 11, 2014 um 19:42

Stephan März 11, 2014 um 19:32
Naja. Ich denke mal wenn ich @TRSS (…) ”

LOL … :D

Mit seinem I=S und schulden=guthaben und seinen Positionen in Au schafft der das aber nicht. :D

Der hängt da noch voll in der Gold gedeckten Moderne fest ;)

Goodnight März 11, 2014 um 19:42

@Stephan

“Naja. Ich denke mal wenn ich @TRSS 15 Mio Startkapital gebe, ihm einen Margin Account 200:1 für FX Trades einrichte mit 10 Mio für Trades und 5 Mio für Margin Calls (zum Starten!) dann kriegt der liebe Thomas so eine Steuerschuld auch hin.”

=>Naja, ganz bestimmt bekommt er auf jeden Fall so eine “Schuld” hin.

Übrigens: Du hast mal eben 15 Mio liquid? Weiß dies das Finanzamt? ;-)

“Let me tell you something. There’s no nobility in poverty. I’ve been a poor man, and I’ve been a rich man. And I choose rich every f.cking time.”
Jordan (thewolfofthewallstreet)

Stephan März 11, 2014 um 19:44

@Goodnight
Wenn der Uli tatsächlich Forex Handel betrieben hat ist das normale Leverage 100:1 Mit einem 150 Mio Deal wäre der Uli aber eine sehr kleine Nummer? Er hätte gerade mal 1,5 Mio von seinen 15 Mio CEO Adidas Startkapital verwendet?

holger196967 März 11, 2014 um 19:48

Carlos

—>>>holger196967, der Investmentbanker geht vom “Cash flow aus dem Ergebnis” aus. Daraus errechnet er den „Operativen Cash flow“ (OCF). Der OCF steht zur Verfügung für Investitionen (ICF), für Finanzierung (FCF) und für den Cash flow an/von den Shareholdern (SCF). In Summe ergibt das den Zufluß/Abfluß der liquiden Mittel.”

Ja doch… also vor Steuern.

Altbacken

Umsatz
./. Mat.und Waren
./. Leistung Dritter (aus der Vermögensgesellschaft CH oder LIE)
—————————
Rohgewinn
———————-
./. Kosten / Investitionen / Kredite etc.pp.
———————
Gewinn vor Steuern

Schatten März 11, 2014 um 19:48

Wie hieß noch der Deutschbanker, der 55 Millionen DM, also etwa die Steuerschuld vom Uli, als peanuts bezeichnete? Kopper?

Also peanuts!

Einen auf dem Alexanderplatz in Berlin totschlagen, das ist weniger schlimm, aber den Üblichen Verdächtigen Geld entziehen – unverzeihlich!

Merke: Beim nicht entrichteten Tribut hört die Freundschaft auf!

Und was hätte man mit Ulis Geld alles machen können: Integrationskurse, Genderschulungen, Auslandseinsätze der Bundeswehr finanzieren, bunte Revolutionen finanzieren… Ein echter Schuft der Uli!

Carlos Manoso März 11, 2014 um 19:52

@holger196967 März 11, 2014 um 19:42
„Der hängt da noch voll in der Gold gedeckten Moderne fest „

holger196967, die in Gold gedeckte Moderne ging in den 1970er Jahren zu Ende, als in Folge der steigenden US-Verschuldung das Vertrauen in den US-Dollar sich verflüchtigte. So mußte in den Jahren danach ein neues Währungssystem mit dem Euro als nur vorläufigen Schlusspunkt in Europa entstehen

ruby März 11, 2014 um 19:54
Carlos Manoso März 11, 2014 um 19:58

@holger196967 März 11, 2014 um 19:48
>>>holger196967, der Investmentbanker geht vom “Cash flow aus dem Ergebnis” aus. Daraus errechnet er den „Operativen Cash flow“ (OCF). Der OCF steht zur Verfügung für Investitionen (ICF), für Finanzierung (FCF) und für den Cash flow an/von den Shareholdern (SCF). In Summe ergibt das den Zufluß/Abfluß der liquiden Mittel.”
Ja doch… also vor Steuern.“

holger196967, „vor Steuern“ ist für jeden Banker völlig uninteressant. Ihn interessiert einig und allein Cash, über das er ganz allein verfügen kann.

BB März 11, 2014 um 20:01

@CM

“….Danach kommt die „Antimoderne“ ! ….”

Falsch. Danach kommt die “Neomoderne”. Oder nenn es einfach die “endlich aufgeklärte Moderne”, die “Vollendung der Aufklärung” oder so ähnlich.

Es geht hauptsächlich darum, wie “Echter Fortschritt” zu definieren ist, der sich dann unterscheidet von dem “Pseudo-Fortschritt” der Postmoderne.

(*Gähn* , diese Woche kein Bock mehr das weiter auszuarbeiten)

chabis März 11, 2014 um 20:08

Diese Adresse könnte in den nächsten Tagen für den einen oder anderen Hinweis gut sein.

Goodnight März 11, 2014 um 20:11

@Stephan

Das Risiko, das Risiko! Weil nach meiner schmerzhaften Erfahrung ist dieser leverage ja keine Einbahnstraße…und das absichern kosten ja auch…. Aber das wirklich lustige ist ja, dass er das nebenbei gemacht hat, also so aus Langeweile mal eben im Stadion oder vorm Fernseher … und alles per “Pager”. Also ich habe ja mal was von Profis gehört, die mit Mio. Summen Spekulieren für ne Bank oder nen Fond. Und auch von Day-tradern, die 18 Std. am tag gebannt vor Bildschirmen sitzen und mit einigen tausenden € spekulieren. Aber das einer en passend mit Mio. spekuliert und dabei ein Jackpot nach dem anderen Jackpot knackt… das ist einfach so etwas von unglaublich..das es unglaublich ist. Warren Buffet wäre dagegen ein Chorknabe, der bezahlt ganz viele Experten für das, was der Uli mal eben auf dem Klo macht.

Raymond: “I served under him. He was a good man.”
Eleanor: “Well, that’s what the neighbors always say about serial killers.”
(the manchurian candidate)

Carlos Manoso März 11, 2014 um 20:16

@BB März 11, 2014 um 20:01
“….Danach kommt die „Antimoderne“ ! ….”
Falsch. Danach kommt die “Neomoderne”. Oder nenn es einfach die “endlich aufgeklärte Moderne”, die “Vollendung der Aufklärung” oder so ähnlich.
Es geht hauptsächlich darum, wie “Echter Fortschritt” zu definieren ist, der sich dann unterscheidet von dem “Pseudo-Fortschritt” der Postmoderne.
(*Gähn* , diese Woche kein Bock mehr das weiter auszuarbeiten)“

BB, dass die „Antimoderne“ nach der „Moderne“ kommt, sieht man allein schon daran, dass „der Westen“ ein dringendes Bedürfnis hat, „Putin“ als „Antimodernen“ zu malen.

Die entscheidende Frage wäre aber, was eine „emanzipatorische Antimoderne“ sein könnte.

The Real Slim Shady März 11, 2014 um 20:17

>Naja, Hebel von 100 ist im Devisenhandel üblich. Eingesetzt hat er also “nur” 15 Millionen, das ist nicht mal ein halber Mario Gomes Transfer.

Nicht für Leutchens wie Hoeneß. Da ist (normalerweise) bei Hebel 40 Schluss.

Aber das ist sowieso alles B/S: wer schon mal wirklich mit ernstem Geld (sagn wer mal: >250Tsd pro Position) Optionen oder Futures gehandelt hat, der weiß, dass man das nicht mal eben so macht. Man hat dann seine Augen ständig am Schirm, und wenn man unterwegs ist, dann lässt einen die mobile App., die plötzlich wegen Funkloch keine Realtime Kurse mehr zeigt, schier verzweifeln.

Been there, Seen this, done that…

das passt doch gar nicht zu dem Hoeness!

holger196967 März 11, 2014 um 20:20

Carlos

—>>>holger196967, „vor Steuern“ ist für jeden Banker völlig uninteressant. Ihn interessiert einig und allein Cash, über das er ganz allein verfügen kann.”

Jaha… aber 2-8% vor Steuern, da kann ich auch am Tegernsee Mau Mau spielen. OK die Frage ist von Was 2-8%.

Also wenn die Fleisch und Wurstfabrik im Jahr einen Umsatz von 800M macht, dann geht das ja noch auf. Und wenn das so ist, mit den 2-8% dann muss der Uli was machen an Umsatz pro Jahr, um in 20 Jahren auf 155 M zu kommen? Aber das bitt schö NACH Steuern.

Frank Lübberding hat sich halt nur gewundert, warum der Uli 155M Ocken auf seinen Kontoauszug hat. Und konnte sich das nicht erklären, wie ein bescheidener Mann am Tegernsee lebend, eben zu so viel Ocken im Plus sein kann. Heißt ja nun nicht Klatten.

Darum ging es mir. Der haut eben die Kohle nicht so raus, arbeitet und auch ehrlich HART (So wie es die SPD ja immer fordert) nicht beim Posaunenchor und federt eben nicht für da FAZ. Auch sitzt er nicht in Brüssel.

ER ist einfach Unternehmer, was den meisten hier eh nicht Bekannt sein dürfte. Selber Geld inne Hand nehmen und Investieren und Zocken. Selbst den TRSSKKG scheint das ja Fremd zu sein. So als angestellter Schnulli. Bei dem iss ja bestimmt bei 1,2 M/anno Brutto Schluß.

Und der Uli macht eben neben den Job beim “Hurensohn” FCB eben noch ein wenig Kohle und kommt eben auf Summen im Jahr von 7M

Und nochmal Theo Albrecht hat es im Jahr auf 300M gebracht.

Nur der war ja so schlau nicht am Tegernsee beim Don Alphonso seinen ersten Wohnsitz anzumelden.

The Real Slim Shady März 11, 2014 um 20:31

>Naja. Ich denke mal wenn ich @TRSS 15 Mio Startkapital gebe, ihm einen Margin Account 200:1 für FX Trades

nope. Hatte ein einziges Mal ein FX-Tradingkonto bei der (mittlerweile Pleite gegangenen) FX Direct Bank. Habe dort die schnellsten 20000 meines Lebens verzockt. Bin seither geheilt und spiele mit derartigem Zeugs garantiert nie wieder. Mir reichen so Dinge wie der GC Future, da bewegst du mit ~ 2o rund 135000 Dollar und wirst an einem “normalen” Tag nur max 3-5000 ärmer oder reicher. das schont die Nerven kolossal

"ruby" März 11, 2014 um 20:32

Das morgen keiner das Frühstück für den dritten Prozesstag vergisst:
http://www.youtube.com/watch?v=F_vt7klJVBk
und mit ein bischen Glück …

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 20:33

Goodnight

Genau das versuche ich auch herauszufinden: Vermögen oder Wetteinsatz. Kann mir aber auch nicht vorstellen, dass er das alles quasi nebenbei abgewickelt haben will. Wenigstens hat er außer dem Gerede vom “Zocken” nichts zur Klärung beigetragen.

Goodnight März 11, 2014 um 20:33

@TRSS

“das passt doch gar nicht zu dem Hoeness!”

Ja, aber der Uli hat diese Millionen gewinne doch nicht bei völligen Bewusstsein generieren. Der Uli war hochgradig Spielsüchtig, der wusste gar nicht was er tut.
Ergo: Der Uli hat in 7 Jahren 155 Mio € unbewusst mit nem Pager am Spielfeldrand gewon…äh…erwirtschaf…äh…einfach so….man weis es nicht…es kam über ihn.
Es ist ein Wahnsinn, der Uli, der neue Übermensch….

“Ooooh… Once great men lived here… giants… gods… once, but long ago. ”
wizzard (conan)

"ruby" März 11, 2014 um 20:36

Hab ihr die Kosmomoderne von Uli jetzt erkannt ?
;-)

"ruby" März 11, 2014 um 20:42

Der schiebt euch ausgelutschte Darmhäute in den Rachen und ihr hechelt vor Freude den Genußspeichel hinterher…

Goodnight März 11, 2014 um 20:43

@Lübberding

Mein Tipp: FC Bayern.

“The gate will open automatically. Be sure to make a right at the bottom of the drive. If you turn left, the road will take you deeper into the woods and you’ll never be seen again.”
(theghostwriter)

Kecker März 11, 2014 um 20:49

@ BB “Falsch. Danach kommt die “Neomoderne”. Oder nenn es einfach die “endlich aufgeklärte Moderne”, die “Vollendung der Aufklärung” oder so ähnlich. Es geht hauptsächlich darum, wie “Echter Fortschritt” zu definieren ist, der sich dann unterscheidet von dem “Pseudo-Fortschritt” der Postmoderne.”

Es hat keinen Sinn, mit Männern zu streiten – sie haben ja doch immer Unrecht. (Zsa Zsa Gabor)

* kecker, lach*

Goodnight März 11, 2014 um 20:57

Sorry, muss mich korrigieren….habe gerade erfahren, dass der Uli schon in 2005 die 155 Mio. auf seinem konto hatte (Quelle: Spiegel), dh. wenn er ,wie behauptet , 2003 mit dem Zocken angefangen hat, dann hat er diese Summe schon nach 24 Monaten erspielt. Selbst wenn wir angebliche 15 Mio. Starkapital abziehen, so wäre das wohl der Weltrekord im Zocken: Einsatz in 24 Monaten verzehntfacht.
Uli, Du bist der Beste!

“People should love you. They really should, okay? And I want to deliver that for you. It’s the least that I can do. You’re a superhero. Kids should be running up to you, asking for your autograph, people should be cheering you on the streets…”
Ray (hancock)

"ruby" März 11, 2014 um 20:59

@ fl
schaue hart aber fair in der Wiederholung auf tagesschau 24 (+xxx);
der Kameraman, -frau macht doch eine klasse Arbeit, um die Story zu dechiffrieren – keine Beanstandung an die Diskutanten

BB März 11, 2014 um 21:11

@CM

… BB, dass die „Antimoderne“ nach der „Moderne“ kommt, sieht man allein schon daran, dass „der Westen“ ein dringendes Bedürfnis hat, „Putin“ als „Antimodernen“ zu malen. ….

Ich glaub nicht, dass die “Antimoderne”, wenn sie denn käme, tatsächlich so schnell kommen würde. Das ist immer noch die “Postmoderne”.

“…. Die entscheidende Frage wäre aber, was eine „emanzipatorische Antimoderne“ sein könnte. …”

“Antimoderne”, was soll das überhaupt sein? Irgend so’ne “Grenzen des Wachstums”-Philosophie? Das wäre immer noch “Postmoderne”! Meintest Du das mit “emanzipatorischer Antimoderne”?

“Neomoderne” wäre z.B., wenn der Putin die Krim okkupiert, dann daraus seine “eurasich-europäische”-Brücke baut. Dann alle Oligarchen in seinem Lande enteignen und abschaffen würde, die Korruption beseitigen würden, dabei Demokratie bei sich einführen würde und sich am Ende abwählen lässt. Das wäre übrigens Platons Vorstellung von der Philosophen-Diktatur.

Dies ist natürlich eine sehr unwahrscheinliche Variante der “Neomoderne”.

Es wird daran zu arbeiten sein, “wahrscheinliche” Varianten zu entwickeln.

BB März 11, 2014 um 21:23

@kecker

“Ein Mann meint zu wissen, aber eine Frau weiß es besser.”

(Sprichwort)

"ruby" März 11, 2014 um 21:23

Den Titel Bananenrepublik Bundesrepublik Deutschland muss sich Bürger auch verdienen – von nichts kommt nichts .
Bitte weiterarbeiten!

chabis März 11, 2014 um 21:41

Vor vieeelen Jahren bei den fränkischen Loosern

“Apropos zahlungsunfähig: Als Böbel zurückgetreten war, hinterließ er einen Schuldenberg von 22 Millionen. Während der FCN jahrelang gegen den Konkurs ankämpfte, wurde Böbel 1993 verhaftet und 1994 wegen Veruntreuung und Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Vor Gericht beklagte sich der Professor, dass die anderen Herren aus der Vorstandschaft über die Schwarze Kasse Bescheid wussten und er nun zum alleinigen Sündenbock gemacht werde. Musterhäftling Böbel kam 1995 wieder frei.”

Wilma März 11, 2014 um 21:51

Zumindest Frau Hoeneß scheint es besser zu wissen.
Nur noch Haut und Knochen. Um 20 Jahre gealtert in den letzten Monaten.

jmg März 11, 2014 um 22:10

@ f.luebberding

“Politisch ist es aber bedeutsam, ob Hoeness schlüssig sein Vermögen erklären kann.”

Ich denke das ist kein Problem für ihn. Er hat bis er 27 Jahre alt war erfolgreich Fussball gespielt. Hier nochmal eine Kostprobe:
http://www.youtube.com/watch?v=xKSq8e-58O4 (ab ca. 0:45)
Als Fussballweltmeister war er bei Karriereende schon Multi DM Millionär. Dann war er knapp 40 Jahre lang der erfolgreichste Fussballmanager dieser Republik mit Multi-Millionen Einkommen. Was der Betriebsprüfer morgen bestätigen wird (bin mal gespannt ob dem die hohen Verlustvorträgen aufgefallen sind).
Nebenbei hat er eine gut gehende Wurstfabrik aufgebaut. Über den Fussball hatte er nicht nur Zugang zur Münchner Schickeria, sondern zu allen Wirtschaftseliten in sämtlichen Branchen dieser Republik. Mit dem einen oder anderen wird er da auch mal ein legales Geschäft zu beiderseitigem Vorteil abgeschlossen haben.
Zudem ist es ihm gelungen in nur 4 Jahren aus einem Kredit von Robert Louis-Dreyfus in Höhe von 20 Millionen Euro bis Ende 2005 ein Vermögen von 155 Millionen zu machen.
Sowas ist ihm früher vielleicht öfter gelungen und er hat es anschliessend nicht wieder verloren, wie jetzt geschehen. Denn ab 2006 ging es abwärts. Die Steuerbeamtin hat das heute wie folgt auf den Punkt gebracht: “Ende 2010 ist nicht mehr sehr viel von den Gewinnen da, was leider an der Steuer nichts ändert”. Das “leider”soll wohl Empathie ausdrücken, ist da aber fehl am Platz. Bei noch höheren verschwiegenen Gewinnen, wär die Sache noch schlimmer für ihn.
Ist alles schon schlimm genug. Wie sagt der Fussballkommentator im Video beim 4:0: “Jetzt legen sie ihn um. Nein! Er macht sie alle fertig. Na was für eine Leistung” Ich denke das schafft der Uli diesmal nicht. Laut Berichterstattung aus dem Gericht hat man den Staatsanwalt schon “diabolich grinsen” sehen, weil der Prozess so gut für ihn läuft.
Blutgrätsche folgt vorrausichtlich am Donnerstag.

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 22:14

Es handelt sich um Vermögen.

f.luebberding f.luebberding März 11, 2014 um 22:15

jmg

Auf den Betriebsprüfer bin ich auch gespannt.

Stephan März 11, 2014 um 22:28

@FL
Mann … Mann … Der Uli hätte, glaube ich, besser gar keine Selbstanzeige gemacht. Oder ist das der FC Bayern Way um Harakiri zu begehen?

Frankie (f.k.a.B.) März 11, 2014 um 22:58

@ruby

“i moag di bajern
Was macht die Klage zum Länderfinanzausgleich ?”

Wie gesagt, ich erwarte nach den Hoeness’schen Steuer-enthüllungen Gegenklagen der preissischen Krauterländer wegen der Steuermillionen, die der Ausgleichs-Verfügungsmasse vorenthalten wurden – und somit nicht an Niedersachsen und Berlin umverteilt werden konnten.
Anlass der Klage: bayrisches Kraftmeiertum ( “mir kann koaner!” ) in Verbindung mit der bekannt lässlichen Erhebungs- und Prüfungspraxis der bayrischen Finanzverwaltung.

Eine Klage auf entgangene Ausgleichsmillionen. Genial, auf was ich da wieder gekommen bin. Bin halt ein Bayer.

Frankie (f.k.a.B.) März 11, 2014 um 23:17

@Carlos Manoso

“holger196967, eine Wurstfabrik ist schichtestes Lowtech. Mehr als 2%-8% unterm Strich p.A. sind da nicht drin!”

Carlos, was @Holger mit seiner grosszügigen Rechnung zum Ausdruck bringt, ist nichts anderes als die natürliche ( und verständliche ) Ehrfurcht norddeutscher Ex-Werftarbeiter und Stahlschmelzer vor bayrischem Unternehmertum, dem einfach zugetraut wird, es könne Scheisse zu Geld verwandeln.
Und es gibt immer wieder wunderbare Beispiele solcherlei Alchemie, z.B. im Allgäu eine höchst erfolgreiche Molkerei, die ein Abfallprodukt der Milchverarbeitung, die Molke, in teuer bezahlte Lifestyle- und Energydrinks hochveredelt. Der Milch-Müller ist übrigens auch ein hochtalentierter Steuerflüchtling und Subventionsabgreifer: die grösste und modernste Molkerei Europas im sächsischen Leppersdorf wurde praktisch in Gänze ( 600 Mio) von der öffentlichen Hand finanziert.
Kein Wunder, dass Theo Müller ob solch schludrigen Umgang mit Steuergeldern beschloss, diesem Staat so wenig Steuern wie möglich zu überlassen und in die nahe Schweiz auszuwandern.

Frankie (f.k.a.B.) März 11, 2014 um 23:20

@Goodnight

“Warum? Weil es Bayern ist. Die waren vor 20 Jahren noch Bauernstaat und sind dann etwas zu schnell in die Moderne gerutscht….”

Was weisst Du schon von Bayern, Kasper.

Stephan März 11, 2014 um 23:45

@Frankie to @Goodnight>Was weisst Du schon von Bayern, Kasper.

Genau! Nix. Und genau das ist das Problem der Moderne! ;)

karla März 12, 2014 um 00:00

Archaischer Männerchor aus aktuellem Anlass neu aufgelegt:

http://www.youtube.com/watch?v=kQUJfpcSRQ0

g.w. März 12, 2014 um 02:02

@g.w. “dann kaufe ich Euch mal wieder”-sollte eigentlich heissen: dann kaufe ich Eure Zeitung mal wieder

@carlos “Höchstens sollte das aufgedunsene Foto des „Hoeness“ vor jeder TV-Übertragung eines Bundesligaspiels eingeblendet werden, um zu demonstrieren, was die Bundesliga aus Menschen machen kann.”

es ist erstaunlich, wie Leute sich in den Fussball reinsteigern können. Buchtipp für die Damen hier (hab ich mal in der Ratgeber-Ecke des Buchladens gesehen): “Wie gehe ich mit meinem Mann um, wenn champions league ist”

Die Frage, die mich bei Hoeness interessieren würde (wenn ich die Antwort nicht schon wüsste): wie kommt es, dass Leute, die schon mehr als genug haben, den Hals einfach nicht vollkriegen und Verlust der Position, des Ansehens und sogar Haftstrafen riskieren füer Geld, dass sie nie brauchen werden?

Goodnight März 12, 2014 um 06:33

@Lübberding

Wenn die 155, something Mio € Vermögen waren und von denen jetzt nix mehr “wesentliches” übrig ist, dann stellt sich die Frage:

Hat der Uli 155 Mio verspekuliert? Von seinem eigenen Vermögen? D.h. sein komplettes Vermögen? Ist er jetzt mittellos?
Also der gesunde Menschenverstand geht ja eher davon aus, dass man nicht sein gesamten Vermögen riskiert bzw. verballert, insbesondere wenn man Familie hat….und folglich nehmen wir mal an, dass der Uli vielleicht viel mehr als diese 155 Mio. auf der Bank hatte. Unterstellen wir mal, ein “normaler” Mensch würde spätestens bei 50% Verlust seines Vermögens den Stecker ziehen, d.h. der Uli müsste dann im Besitz von ca. 300 Mio gewesen sein…wo hat er die her? Also “netto”, dann müsste er 30 Jahre lang 20 Mio. brutto verdient haben…mal so grob überschlagen und so.

Vielleicht ist der Uli ein Oligarch.

Beim ollen Strauß war ja wohl auch hearsay, dass da ganz viele hunderte Mio. Deutsche Mark auf Konten lagern, die irgendwie nicht mit dem Gehalt eines normalen Ministerpräsidenten erklärbar waren.

Ich sag nur: Bayern.

“Corruption charges! Corruption? Corruption is government intrusion into market efficiencies in the form of regulations. That’s Milton Friedman. He got a goddamn Nobel Prize. We have laws against it precisely so we can get away with it. Corruption is our protection. Corruption keeps us safe and warm. Corruption is why you and I are prancing around in here instead of fighting over scraps of meat out in the streets. Corruption is why we win.”
(Syriana)

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 07:15

Goodnight

Das Schweizer Konto war ein Schattenreich. Seine regulären Einnahmen aus Manager- und Unternehmertätigkeit war auf seinen deutschen Konten. Darüber wird der Betriebsprüfer heute Auskunft geben. Er wird also nicht verarmt sein. Die inclusive Zinsen Minimum 30 Mio. € wird er sicher aufbringen können. Das passt ja zu den regulären Einkommensverhältnissen, die im Prozess öffentlich gemacht worden sind.

ruby März 12, 2014 um 07:50

Weil es so schön ist nachhause zu kommen – die Singleversion
http://www.youtube.com/watch?v=WiG0TsVWaAk

@ Frankie
Die Merde bei Müller ist die Molkereiprodukte aus Leppersdorfs sind sehr lecker. Meistermischer …
http://das-ist-drin.de/glossar/betriebsnummern/milcherzeuger-1/

Goodnight März 12, 2014 um 08:05

@Lübberding

Schattenreich! Die bayrische Justiz führt einen Prozess ohne überhaupt ausreichend ermittelt zu haben. Da informiert der Beschuldigte den Richter über die wahren Ausmaße des Falles am ersten Tag des Prozess, am nächsten Tag verdoppelt die Steuerfahnderin die Summe so ungefähr…und eigentlich kennt man die Summe nicht im ungefährsten. Und alles, was da so erzählt wird ist alles jenseits von Ratio: Herr Honeß soll in zwei Jahren aus 15-20 Mio. DM ungefähr 155 Mio. € (!!!) gemacht haben…mit Forex (!!!!), per pager am Spielfeldrand (!!!!) getrieben durch Spielsucht (!!!!).
Das ist eine Aneinanderreihung aller möglichen Unwahrscheinlichkeiten.
Und Herr Honeß sitzt Abends lachend in der Allianz Arena…..wo doch all die Journalisten zitternd die Möglichkeit einer Haftstrafe kalkulieren.
Man denkt man ist im falschen Film bzw. out of history.

Zunächst ist zu klären welche Konten da in der Schweiz von wem geführt wurden und welche Summe da als Grundlage diente und wo das ganze Geld hingeflossen ist.
Aber das scheint niemanden zu interessieren.

Ich wiederhole mich: Bayern!

“You want an answer? Okay, pappy, think of it as colors. There’s black, and there’s white, and in between is mostly gray. That’s us. Now gray is a tough color, because it’s not as simple as black and white – and for the media, certainly not as interesting. But… it’s what we are.”
John (city hall)

Gregor Keuschnig März 12, 2014 um 08:06

Aus sozusagen eigener Anschauung weiss ich, dass Spielsüchtige nicht zwischen Geld trennen, das man “verballern” kann und dem, was man für die Familie braucht. Das Wesen einer Sucht liegt ja darin, dass man sie nicht domestizieren kann. Da gibt es keine Schattenreiche, weil das ganze Leben ein Schatten ist.

Goodnights Frage ist mehr als berechtigt. Sie würde zum Kern des Falls vorstossen, der womöglich noch vollkommen im Dunklen liegt.

chabis März 12, 2014 um 08:18

Neues aus Zürich ( Finma = Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht )

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 08:29

Goodnight

Einen Punkt muss man schon beachten: Die Selbstanzeige gilt nur als vollständig, wenn sie vollständig ist. Das schließt natürlich nicht aus, dass sie tatsächlich unvollständig war, aber wie soll die Staatsanwaltschaft das wissen? Der Coup der Verteidigung am 1. Verhandlungstag machte ja nur Sinn, wenn sie jede weitere Debatte durch die “große Zahl” unterbinden wollte. Die Steuerfahndung hat noch nachgelegt – und diese neuen Zahlen wurden auch als Grundlage akzeptiert. Frau Friedrichsen rätselt ja immer noch über die Verteidigungsstrategie. Deren Sinn besteht aber darin, das bisherige Narrativ nicht zu durchbrechen. Das konnte man gestern Abend bei Lanz erleben, wo ein Steuerrechtler hanebüchenen Unsinn über Finanzmärkte erzählte. Nach dem Motto: Die von Dir als “Aneinanderreihung aller möglichen Unwahrscheinlichkeiten” geschilderte Story sei absolut plausibel. In dem Moment habe ich ausgestellt. Das wäre wirklich nur zu ertragen, wenn man mich für das Zusehen bezahlte … . Im Prozess haben wir verschiedene Interessen. Die Finanzverwaltung will möglichst viel für den Fiskus herausholen. Dafür braucht sie die Kooperation mit dem Angeklagten. Das Gericht will eine solide Grundlage für ein Urteil. Die Verteidigung einen möglichst kurzen Prozess und ein möglichst langes Verfahren. Außerdem bei Verfahrensende Umstände, die eine mögliche Haftstrafe für den Angeklagten kommod macht. Zudem muss er nach der Zahlung der Steuerschuld (plus Zinsen) keine wesentlichen Wohlstandseinbußen erdulden sollen und seine Restreputation in der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Jetzt also eine Frage:

Wer soll ein Interesse daran haben, Deine Fragen zu beantworten? Sicher nicht die Prozessbeteiligten, was aber keineswegs mit Bayern zu tun hat, sondern mit der Struktur solcher Prozesse. Das politische Interesse hat nur die Öffentlichkeit, weil es zugleich die Legitimation von Herrschaft betrifft. Die ist aber kein Nebenkläger im Prozess.

"ruby" März 12, 2014 um 08:32

jetzt kommt der spezialbooster zum einsatz
http://www.youtube.com/watch?v=LM__Pr2WtZE
spacks ma fest die …

chabis März 12, 2014 um 08:37

Richtig ist: Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)

http://www.finma.ch/d/Seiten/default.aspx.

Jetzt wirds international.

"ruby" März 12, 2014 um 08:43

Wenn man jetzt nochmal reüssiert, mit welcher Vehemenz Schäuble für ein Steuerabkommen mit der Schweiz gekämpft hat und was dieses für Schäden bei den Steuereinnahmen legalisiert hätte, erkennt man die systematische Konnektivty der Elitenclaqueure.

Gregor Keuschnig März 12, 2014 um 08:43

@lübberding
Gestern Kubicki in der phoenix-Runde. Wenn ich das richtig verstanden habe: Eine Selbstanzeige muss drei Dinge beinhalten: Sie muss (1.) VOR evtl. Ermittlungen des Finanzamts vorliegen; sie muss (2.) vollständig sein (wenigstens einigermaßen) und (3.) muss die Steuerschuld bereits beglichen sein. (1.) war wohl um einige Stunden erfüllt (woher weiss man das?), (2.) nicht, da die ominösen 70.000 Seiten eindeutig zu spät eingereicht wurden (man hatte Hoeneß sogar mehrere Male Termine gesetzt, die dieser nicht eingehalten hatte) und (3.) trifft ja wohl auch nicht zu.

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 08:50

Keuschnig

Kubicki sprach auch von möglichen Revisionsgründen. Die müssen bekanntlich rechtliche Grauzonen beinhalten. Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es in diesem Fall alle möglichen Revisionsgründe. Etwa ob zu erwartende Berichterstattung jetzt eine Information sein könnte, die eine Selbstanzeige schon ausschließt.

chabis März 12, 2014 um 08:52
wowy März 12, 2014 um 08:59
f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 09:09

Hütt macht auf Grundlage des chabis Links zu Vontobel auf einen möglichen Kontext zum Libor-Skandal aufmerksam. Damit bekäme die im Kontext mit Dreyfus diskutierte Frage nach Insidergeschäften einen neuen Ansatz.

Ignaz März 12, 2014 um 09:16

Uli weiß jedenfalls wie die Märkte funktionieren:

“Früher waren Sie spekulativer unterwegs, sagten Sie – werden Sie im Alter etwa vorsichtig?
Es ist keine Frage des Alters. Früher waren die Kapitalmärkte sehr viel überschaubarer. Heute gibt es unzählige Hedge-Fonds, die mit dem Geld nur so um sich schmeißen. Sie wollen alle das große Rad drehen – und
manipulieren dabei die Märkte. Da muss man zwangsläufig vorsichtig sein.

Was meinen Sie mit manipulieren?
Die großen Investoren machen sehr oft gemeinsame Sache. Sie konstruieren Trends, die sie dann durchziehen, bis die Märkte ausgequetscht sind.”

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/interview-mit-uli-hoeness-die-grossen-investoren-quetschen-die-maerkte-aus-seite-all/5401518-all.html

Goodnight März 12, 2014 um 09:17

@Lübberding

Naja, die Finanzverwaltung könnte ein Interesse daran haben ob vielleicht irgendwo und irgendwie in einen Nachbarland ein nicht gemeldetes Konto existiert auf der eine nichtgemeldete und nicht unbedeutende 3stellige Mio. Summe, wenn nicht gar einstellige Mrd. Summe, hinterlegt ist, die vielleicht einem großen europäischen Sportverein als Grundlage für eventuelle Transfers dient. So mal rein spekulativ in den Raum geworfen, ohne pager aber vom Spielfeldrand.
Macht halt vielleicht doch einen Unterschied ob man 30+ Mio vom Uli oder 300+ Mio von einem Verein zurück in die Staatskasse bringen könnte. Da könnte man viele Schulen und Altenheime von bauen…

Nun gut, dem steht gegenüber, dass dann vielleicht ein großer europäischer Sportverein in gewisser Weise Schaden nimmt…und dann sind da vielleicht oder eventuell oder im weitesten Sinne ja auch noch gewisse Großkonzerne der Automobil und Versicherungsindustrie involviert, so das das alles vielleicht oder eventuell viel zu groß wird und der eventuelle Schaden für das Land Bayern gar die zu erzielende Summe von hunderten von Mio. € mehr als überschreiten könnte.

Whatever, ich glaube der Uli wird sich vor seinem Verein stellen, das Hemd aufreißen und das Gericht um maximale Strafe auffordern. Äh, eigentlich hat er das ja schon getan, er hat alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Er handelt genauso wie ich es der Regierung bei Oppermann geraten habe: Man muss alle Probleme in eine einzelne Person pressen und diese dann opfern….so schafft man Probleme aus der Welt.
Ergo: Wir betrachten ein maximal aufgeblähtes Drama um eine Person und werden dann weiterhin die FC Bayern siegen sehen.

Außer irgend ein Journalist hört nicht nicht auf, seinen Job zu erledigen!

“Is it newsworthy? Yes. Are we gonna air it? Of course not. Why? Because he’s not telling the truth? No. Because he is telling the truth. That’s why we’re not going to air it. And the more truth he tells, the worse it gets!”
Bergman (the insider)

chabis März 12, 2014 um 09:49

Warten auf Constantin Seibt?

Insider März 12, 2014 um 09:53

@Goodnight März 12, 2014 um 08:05
Schattenreich! Die bayrische Justiz führt einen Prozess ohne überhaupt ausreichend ermittelt zu haben. Da informiert der Beschuldigte den Richter über die wahren Ausmaße des Falles am ersten Tag des Prozess, am nächsten Tag verdoppelt die Steuerfahnderin die Summe so ungefähr…und eigentlich kennt man die Summe nicht im ungefährsten. Und alles, was da so erzählt wird ist alles jenseits von Ratio: Herr Honeß soll in zwei Jahren aus 15-20 Mio. DM ungefähr 155 Mio. € (!!!) gemacht haben…mit Forex (!!!!), per pager am Spielfeldrand (!!!!) getrieben durch Spielsucht (!!!!).
Das ist eine Aneinanderreihung aller möglichen Unwahrscheinlichkeiten.

Eine „Räuberpistole“ (TRSS).

„Räuberpistole“:
Bedeutung: „unglaubliche, haarsträubende Geschichte (die jemand als wahr präsentiert)“

Nehmen wir an, dass
1. Leute mit Macht wollen, dass die Angelegenheit im mysteriösen Nebel bleibt
2. niemand wirklich Aufklärung betreibt, eben weil er sich mit den Mächtigen nicht anlegen oder deren Gunst verlieren möchte
3. über das Strafmass bereits ein Deal ausgehandelt wurde
4. das Gerichtsverfahren daher den Charakter einer Inszenierung für die Medien und Öffentlichkeit bekommen hat,

dann bekommt die Sache (z.B. Prozessverlauf, Verteidigungsstrategie und Verhalten der Medien) doch eine rationale Logik.

H. präsentiert sich als reuiger Sünder; gibt kurz vor Prozessbeginn freiwillig Informationen über 20+ Mio. Steuerschuld, über die Steuerbehörden, Gericht und Staatsanwaltschaft bislang keinerlei Kenntnis hatten , das wird als strafmildernd gewertet …

Dann kommt das Urteil, es wird rechtskräftig, weil niemand Revision einlegt – Thema erledigt. In zwei Wochen ist es Schnee von gestern.

Die Fußballweltmeisterschaft wartet schon …

"ruby" März 12, 2014 um 10:01

Aber, aber die vielen vielen Imponderabilien …
und die Neider überall und nirgends!!!
Drehbuchautoren reloaded
http://www.youtube.com/watch?v=zbKM_VAbd5o
“So tear me open but beware
There’s things inside without a care
And the dirt still stains me
So wash me until I’m clean”

Gregor Keuschnig März 12, 2014 um 10:30

@lübberding
Die Revision ist was ganz anderes. Fast könnte man glauben, es ist ein Spiel. Jetzt gibt es erst einmal eine harte Strafe, deren Vollzug bis zur Revision ausgesetzt werden wird. Dann geht’s ins Eingemachte, die Blätter werden hin- und hergedreht, 27,2 Millionen werden zu Peanuts deklariert und Uli wird aus dem Gerichtssaal auf den Schultern rausgetragen. Danach spendiert U. H. für alle Haftanstalten in Bayern “sky”.

jmg März 12, 2014 um 11:00
jmg März 12, 2014 um 11:11

>>”Wir haben den gestrigen Abend genutzt, um die Daten der Steuerfahnderin selbst noch mal nachzuvollziehen”, sagt Richter Rupert Heindl. Die Prüfung habe ergeben, dass ihre Berechnung korrekt sei. Auch die Verteidigung gab zu Protokoll, dass die “Berechnung sachgerecht” sei. Die 27 Millionen Euro sind nun also die Summe, die für den Fall einer Verurteilung relevant ist.<<

50.000 Seiten an einem Abend. Respekt Herr Richter!

keiner März 12, 2014 um 11:11

Das einzig wirklich interessante an der Geschichte ist doch die endgültige psychiatrische Diagnose von diesem Beckenbauer. Nachdem er letzthin schon mit seiner absoluten Realitätsstörung aufgefallen war (“Keine in Ketten doa auf die Baustellen…”) faselt er jetzt von “Verteidigung”, wo selbst der Verteidiger auf Distanz zum Mandanten geht.

Der 1. FC ist wohl komplett in einer Parallelwelt abgetaucht, aber da treffen sie sicher noch den ein oder anderen “Leistungsträger” dieser Republik….

"ruby" März 12, 2014 um 11:15

@ jmg
Vontobel kann doch geleakt werden …
Zahlen lügen nicht
;-)
gibt genug Spacecowboys
http://www.youtube.com/watch?v=1mgvE55HpcU

chabis März 12, 2014 um 11:30

Falls das übersehen wurde

+++ 16.11 Uhr: Über 1 Mio abgehoben +++

“Richter Heindl interessiert, welche Barabhebungen es von den beiden Vontobel-Bank gab. Hoeneß hatte am Montag dafür die Summe zwischen einer “halben und einer Millionen Euro” genannt. Die Zeugin nennt eine Einzahlung von 13.000 Euro, ansonsten habe es nur Auszahlungen gegeben. Die summierten sich auf mehr als eine Millionen Euro. Die Summen seien in Euro, Schweizer Franken und in US-Dollar abgehoben worden.”

http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_857388.html

ruby März 12, 2014 um 11:35

Der Uli wird wohl bald die Währungsumrechnungen bei seiner Kapitalflussrechnung einsetzen …
;-)
Gut das Vontobel nicht den DRS …

ruby März 12, 2014 um 11:37

Corporate Governance
http://www.corporate-governance-code.de/
Vorbilder statt Sozialschmarotzer ?

ruby März 12, 2014 um 11:43
chabis März 12, 2014 um 11:46

@goodnight 06:33
“Material über die Sitten und Gebräuche der altbayrischen Menschen in jener Epoche findet sich in einer Zeitung, die damals in einem altbayrischen Ort namens Miesbach erschien; dem “Miesbacher Anzeiger”. Diese Zeitung ist in zwei Exemplaren erhalten, das eine befindet sich im Britischen Museum, das andere im Institut zur Erforschung primitiver Kulturformen in Brüssel.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Erfolg_%28Roman%29

ruby März 12, 2014 um 11:48
chabis März 12, 2014 um 12:26

Deckel drauf und gut ist.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/steuerprozess-gegen-uli-hoeness-beobachter-erwarten-rasches-urteil-a-958188.html

Hoeness macht den Winkelried – eine der möglichen Interpretationen. Passt zu diesem Kommentar aus insideparadeplatz.ch von heute mittag:
“und glauben Sie, in Deutschland hat niemand, absolut niemand – vor allem auch nicht die bayerische oder deutsche Regierung – ein irgendwie gelagertes Interesse daran, publik werden zu lassen, woher das riesige Kapital des UH kam!
das hingegen müsste gerade eine korrekte Finanzmarkt-Aufsicht eingehend untersuchen…”

/dev/null März 12, 2014 um 12:30

Goodnight

[i]>> Macht halt vielleicht doch einen Unterschied ob man 30+ Mio vom Uli oder 300+ Mio von einem Verein zurück in die Staatskasse bringen könnte. Da könnte man viele Schulen und Altenheime von bauen…

Nun gut, dem steht gegenüber, dass dann vielleicht ein großer europäischer Sportverein in gewisser Weise Schaden nimmt…und dann sind da vielleicht oder eventuell oder im weitesten Sinne ja auch noch gewisse Großkonzerne der Automobil und Versicherungsindustrie involviert, so das das alles vielleicht oder eventuell viel zu groß wird und der eventuelle Schaden für das Land Bayern gar die zu erzielende Summe von hunderten von Mio. € mehr als überschreiten könnte.[/i]

In dem Fall gibt es einen Rettungsschirm, damit die Steuerschulden durch Steuergelder bezahlt werden können :D

ps: 300+ Mio entspricht in etwa dem, was angeblich der Sozialversicherung pro Jahr durch Schwarzarbeit entgeht (in etwa so, wie die Musikindustrie durch Filesharing Verluste berechnet?)

jmg März 12, 2014 um 12:31

Deal für Hoeneß und “Best case” für Hoeneß
“Was noch im Dunkel ist, soll im Dunkeln bleiben.”
http://www.sueddeutsche.de/sport/prozess-gegen-fc-bayern-praesident-deal-fuer-hoeness-1.1910136

“Das war offenbar die Prozess-Strategie der Verteidigung: Alles, was auch nur vage bekannt ist, einzubeziehen, die Summe der Steuerschuld zu deckeln – und dann ein für allemal Ruhe zu haben vor weiteren Ermittlungen. Was noch im Dunkel ist, soll im Dunkeln bleiben.
Sinnvoller wäre es gewesen, wenn das Gericht das Verfahren ein paar Monate ausgesetzt hätte und in dieser Zeit die Konten penibel hätte auswerten lassen. Dann hätte es die Verhandlung ganz neu ansetzen können, auf der Basis von neuen, stabilen Erkenntnissen. Diese Chance hat das Gericht wohl verpasst.”

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 13:14

Wie gesagt: Für Hoeness sieht es gut aus.

egghat (@egghat) März 12, 2014 um 13:19

Wenn es um “was im Dunklen ist, soll dunkel bleiben” gibt, sollte er aber auch nicht in Berufung gehen …

keiner März 12, 2014 um 13:37

…vielleicht hat der DAS genau dem Richter versprechen müssen, um sein Urteil morgen zu bekommen? ;-)

keiner März 12, 2014 um 13:41

…und die stündlich steigende Steuerschuld, damit vor lauter Entsetzen gar keiner mehr auf die Frage kommt, WOHER KAM DAS ALLES in der Schweiz.

Makrointelligenz März 12, 2014 um 13:52

eine mögliche Erklärung für die hohen Kontostände ist, dass er schlicht Glück hatte bei sehr riskanten Wetten. Wenn mir jemand 15 Mio aufs Konto überweist und ich laufend hohes Risiko eingehe, sollte eine etwa 10%ige Chance bestehen irgendwann 150 Mio zu erreichen,, bevor ich Pleite gehe.
Schlussendlich hat er die Kohle ja wohl auch wieder verzockt, daher ist die Erklärung denke ich recht plausibel. Der ursprüngliche “Kredit” riecht natürlich stark nach Korruption…

Carlos Manoso März 12, 2014 um 13:57

@f.luebberding März 12, 2014 um 13:14
„Wie gesagt: Für Hoeness sieht es gut aus.“

„Schonungslos fertigen die Bayern ihre Gegner ab: … In Spanien wird ein Angstgegner “bestia negra” genannt, schwarze Bestie. So eine Bestie ist der FC Bayern gegenwärtig für jedes Team der Welt.“
http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-der-fc-bayern-agiert-gnadenlos-beim-vfl-wolfsburg-a-957636.html

„Bereits seit April 2013 steht fest, auf welcher Bank Hoeness sein Zocker-Geld deponierte. Es ist die Zürcher Bank Vontobel. Sogar eine Kontonummer ist seither bekannt: 4028BEA….
Für Hoeness hat die Bank Future-Geschäfte getätigt. Wie heute vor Gericht bekannt wurde, verzockte Hoeness so an einem einzigen Tag bis zu 18 Millionen Euro.“…
Recherchen von mehreren deutschen Medien legten offen, dass die Bank ihren Kunden Uli Hoeness warnte, nachdem ein «Stern»-Reporter im Januar nach einem millionenschweren Konto eines «Spitzenmannes aus der Fussball-Bundesliga» fragte.
«Da stellt einer blöde Fragen, nur dass Sie es wissen», soll ein Vontobel-Angestellter laut «Süddeutsche Zeitung» gesagt haben.
Danach hat Hoeness mithilfe von Steuerberatern hastig eine Selbstanzeige zusammengestellt.
Blick.ch hat bei Vontobel nachgefragt, ob die Bank Bestandteil des Gerichtsverfahrens in München ist. Die knappe Antwort zeigt, dass die Bank jede neue Erwähnung vermeiden will:
«Die Bank Vontobel ist im genannten Prozess nicht involviert. Im Übrigen kommentieren wir den Sachverhalt nicht weiter. Danke für ihr Verständnis.»
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/die-rolle-der-bank-vontobel-im-fall-hoeness-id2725593.html
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Hoeness-Es-begann-in-Lenzerheide/story/15332617

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 14:24

egghat

Das wäre ein Argument.

egghat (@egghat) März 12, 2014 um 14:42

(hab ich dich gestern mit meiner Interpretation überhaupt richtig verstanden?

“Interessanter Gedanke von Frank Luebberding. Wirft Hoeneß nur deshalb so viele Fakten in den Prozess, um eine möglichst breite Basis für eine Berufung zu haben? (Oder stimmt der Gedanke nicht und nur die Vorwürfe aus der Anklage kommen zur Geltung?). Sollte der Gedanke stimmen, ist es quasi unmöglich, das Verfahren zu beenden, ohne Basis für eine Revision und Berufung zu legen …”

http://egghat.tumblr.com/post/79153858940/hoene-3-5-mio-steuerhinterziehung-plus-5-5-mio-falscher

Ich glaube inzwischen, du meintest eher: “Viel Fakten in die Diskussion werfen, um vom Ursprung des Geldes abzulenken (schwarze Kassen/Dreyfuß/Adidas?!?)”

Doktor D März 12, 2014 um 14:45

Na, dann wollen wir doch mal hoffen, dass es die @goodnight angerufene Moderne auch wirklich gibt und sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Stern-Rechercheteam an der Nummer dran bleiben.

aifran März 12, 2014 um 14:50

der knallharte Kampf des Staates gegen Steuerhinterzieher und Steuerbetrüger ….
http://www.capital.de/themen/wie-der-staat-unbequeme-steuerfahnder-kaltstellt.html

Goodnight März 12, 2014 um 14:55

Yep.
Der Uli Honeß steigt im zarten Alter von 50 in das Trader-geschäft ein und wird innerhalb von 24 Monaten zum erfolgreichsten Trader den die Welt jemals gesehen hat: Der Uli ist der wahre Wolf der Wall Street. (übrigens sollten jetzt mal alle Investment Buden und Banken ihre Personalpolitik überdenken: Nicht mehr 20 Jährige, nein Grauhaarige, die habens wirklich drauf!)

Die Verteidigung maßregelt ihren mandanten in front of judge und lässt den Mandanten den Offenbarungseid leisten.

Die Staatsanwaltschaft kann 70000 Belege innerhalb von einigen tagen durcharbeiten, übersah aber in monatelanger Vorarbeit 24 Mio. Steuerschulden.

Die Steuerfahndung redet monatelang nicht mit der Staatsanwaltschaft sondern präsentiert am 2. Verhandlungstag völlig andere Zahlen.

Nachdem sich herausgestellt hat, dass alle Parteien keinen blassen Schimmer von der wirklichen Steuerschulden des Herrn Honess haben, einigen sich alle am dritten Tag auf eine der genanten Summe (natürlich die höchste) und stellen klar, dass ihnen die Summen seit Monaten bekannt war.

Angesichts der neuen unendlichen Datenlage und der völlig neuen Informationen verlängert das Gericht natürlich…nicht…das Verfahren, sondern …..kürzt es ab: 90 Minuten müssen am dritten Tag reichen.

Hat irgendjemand Fragen gestellt? Hat irgend ein Journalist da draußen mal nach der Herkunft der Summen gefragt oder geforscht oder all den Bull hinterfragt? Nope, natürlich nicht, sind ja Journalisten, die werden doch nicht für so etwas bezahlt…(und dann wundern sich die Verlage, dass die Leute lieber Blogs lesen…)

Egal, ich stehe vor dem großen Problem, all diese Komplexität wieder aus meinem Hirn zu löschen…und ich habe nur einen einzigen Ausweg…. Die Antwort auf alle Fragen ist:
Bayern!

“My pain is constant and sharp, and I do not hope for a better world for anyone. In fact, I want my pain to be inflicted on others. I want no one to escape. But even after admitting this, there is no catharsis; my punishment continues to elude me, and I gain no deeper knowledge of myself. No new knowledge can be extracted from my telling. This confession has meant nothing.”
patrick (american psycho)

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 15:03

egghat

Es ging mir schon um die Möglichkeiten, einen Haftantritt hinauszuschieben. Das ist nur möglich, wenn man den Instanzenweg nutzt, also das Verfahren nicht beendet ist. Das ist auch völlig legitim – und scheint mir immer noch nicht vom Tisch zu sein. Wenigstens geht die Verteidigung immer noch davon aus, dass die Selbstanzeige rechtzeitig und vollständig gewesen ist, also wirksam war. Das bedeutete einen Freispruch, völlig unabhängig von der Steuerschuld. Es gibt übrigens Indizien, die durchaus für diese Interpretation sprechen. So soll in der Selbstanzeige schon von möglichen zu versteuernden Gewinnen in Höhe von 130 Millionen € die Rede gewesen sein.

Wenn das Gericht aber Morgen eine hohe Freiheitsstrafe verhängen sollte, also alles über 5 Jahre, werden die sicher diese Möglichkeit weiterhin in Betracht ziehen. Trotz Hafterleichterungen und vorzeitiger Entlassung wäre das für Hoeneß sicher ein Katastrophe. Mit einem neuen Verfahren weiterhin Staub aufzuwirbeln, wäre zwar ein Risiko. Aber das müsste man mit den Chancen einer Strafreduzierung abwägen.

Dass Hoeneß kein Interesse an weiteren gerichtlichen Nachforschungen hat, ist klar. Was wir jetzt erleben, ist ein taktisches Geplänkel auf hohem Niveau, um das Gericht zu einem salomonischen Urteil zu bewegen, mit dem die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung leben können. Erstere werden mit Sicherheit weder einen Freispruch, noch eine Bewährungsstrafe akzeptieren können. Die Verteidigung kein Urteil über 5 Jahre. Ein Urteil zwischen 3 und 4 Jahre könnten sicher beide akzeptieren – und damit das Verfahren beenden. Die Verteidigung wird Morgen auch auf die besonderen Umstände des Falles hinweisen, um mildernde Umstände zu erreichen, die eine relativ geringes Strafmaß rechtfertigen. Ob sie selbst den Freispruch fordern werden, ist nicht ausgemacht. Das wissen die wahrscheinlich selbst noch nicht genau. Das machte sich aber gut, wenn es trotzdem eine Haftstrafe im genannten Rahmen geben sollte. So könnte man widerwillig das Urteil am Ende akzeptieren.

Das sind jetzt Spekulationen. Es kommt auf die Präferenzen der Verteidigung an. Die kann man von außen nicht beurteilen. Außerdem mag ja die Räuberpistole von Hoeneß richtig sein … . Dann sollte er aber nichts anderes als einen Freispruch akzeptieren.

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 15:07

Goodnight

Angeblich war die Staatsanwaltschaft nicht völlig überrascht gewesen. So die Aussage deren Sprechers. Es wäre ihr aber durchaus möglich gewesen, im Rahmen der Beweisanträge neue Sachverhalte in das Verfahren einzuführen. Das hatte denen aber die Verteidigung dankenswerterweise abgenommen … .

Ansonsten ist das richtig: Hoeness ist ein Finanzgenie.

Doktor D März 12, 2014 um 15:09

@goodnight: Ich wäre noch nicht so hart mit den Journalisten: Der STERN war schon ziemlich nah an den tatsächlichen Summen dran. Die haben hoffentlich den Ehrgeiz und die Mittel, an der Stelle weiter zu graben, wo sie schon mal erfolgreich waren. Zur Not starten wir für die ein Crowdfunding!

Insider März 12, 2014 um 15:20

Wurde irgendwann der letzte Kontostand der Hoeneß-Konten bei der Vontobel-Bank bekannt?

Haben das Gericht oder die Staatsanwaltschaft überhaupt jemals danach gefragt?

Barabhebungen in Höhe von 1 Mio. soll es gegeben haben, wenn ich mich richtig erinnere.

Gab es Überweisungen?

Fast alles bleibt bei diesem Prozess im Dunklen.

Überall Nebel, Nebel, Nebel …

@Goodnight
Die Antwort auf alle Fragen ist:
Bayern!

Aber diese Antwort ist falsch.

Zutreffend ist:
In Bayern findet der Prozess statt, das Gericht ist ein bayrisches Gericht, die Staatsanwaltschaft ist der Weisungsbefugnis der bayrischen Regierung unterworfen …

Aber was ist mit den Medien?

FAZ, SPIEGEL, STERN …

ARD, ZDF …

Die sind doch nicht bayrisch.

Und deshalb, @ Goodnight, ist die Antwort falsch.

holger196967 März 12, 2014 um 15:25

luebberding egghat

Seid ihr Euch sicher, dass Berufung überhaupt möglich ist in diesem Strafprozess vorm Landgericht?

Normalerweise geht doch nur Revision. Und da wird kein neues Verfahren aufgerollt

—>>> Mit einem neuen Verfahren weiterhin Staub aufzuwirbeln, wäre zwar ein Risiko. Aber das müsste man mit den Chancen einer Strafreduzierung abwägen.”

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 15:29

Holger

Stimmt. Änderte aber nichts an den Folgen, die ein neuer Prozeß hätte … .

keiner März 12, 2014 um 15:35

Tipp: Selbstanzeige war strafbefreiend (jetzige Summe war abgedeckt), der Uli ist morgen ein freier Mann und auch nicht vorbestraft. Weidagehts! Näxte Sau bitte zum durch’s Dorf treiben, nicht drängeln, jeder kommt dran!

Insider März 12, 2014 um 15:36

@f.luebberding März 12, 2014 um 15:03
Was wir jetzt erleben, ist ein taktisches Geplänkel auf hohem Niveau, um das Gericht zu einem salomonischen Urteil zu bewegen, mit dem die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung leben können.

Kann sein, ist aber höchst unwahrscheinlich.

Naheliegender ist, dass ein Deal ausgehandelt wurde und dass das Strafmaß bereits bei Prozessbeginn ausgehandelt war und somit das Urteil schon feststand.

Als Verständigung im Strafverfahren, auch als „deal“ bezeichnet, wird im Strafverfahren eine auf ein Rechtsgespräch folgende Absprache bezeichnet, bei der die Folgen einer Verurteilung zwischen den Beteiligten abgestimmt werden sollen. [...]
In der Praxis kommen solche Absprachen häufig vor …
(Wikipedia)

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 15:38

Insider

Vermutungen alleine reichen am Ende nicht. Der Stern bekam seine Geschichte bis zur Selbstanzeige nicht rund, ansonsten hätten sie den Namen von Hoeneß genannt. Und wie ich damals in meinem ersten Artikel nach der Focus-Veröffentlichung geschrieben habe: Für mich waren die vom Stern genannten Summen schlicht nicht vorstellbar gewesen.

Und wir müssen jetzt schon belegen, warum nicht das Finanzgenie Hoeneß diese wundersame Geldvermehrung zustande gebracht haben soll.

Aber natürlich kann man sein Erstaunen darüber zum Ausdruck bringen … .

h.lutz Oppermann März 12, 2014 um 15:40

Interessante Gedankengänge die hier diskutiert werden, aber manche Spekulationen sind auch schon sehr gewagt, manche Kommentatoren sollten vielleicht hinzufügen, womit sie ihre Expertise begründen. Ich für meinen Teil, bin weder Jurist, noch Journalist und bloß ein Wald-und-Wiesen-Blogger.

Zurück zum Fall: U.H. muss ein Finanzgenie sein. Wer auch immer, muss ihm einen Klebstoff mit in die Wiege gelegt haben! Oder Geld ist Höneßphil. Wie kann eine einzelne Person so viel Reibach machen und so viele Verluste ertragen, ohne abzustürzen. Im Übrigen, er hat sich selbst angezeigt und die Steuerverkürzung gestanden.

Ich bin gespannt auf dass Urteil und nicht überzeugt, dass seine Selbstanzeige unwirklsam war und die Frage ist ja auch, ob eine Verurteilung vor der Revisionsinstanz Bestand hatte.

Bei der Komplexität des ganzen Vorgangs ist die Frage der Vollständigkeit wohl auch eine Frage des Ermessens. ich bin gespannt auf das Urteil des Strafsenats.
So ein Talent sollte für 5 Jahre Sozialstunden ableisten und die Geschäftsführung für eine handvoll maroder Sozialeinrichtungen übernehmen.

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 15:44

Insider

Also erlebten wir nur ein Theater? Das wäre auch interessant: Dann hätte die Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit belogen. Sie war nämlich nach eigenem Bekunden über die Einlassung der Verteidigung am 1. Verhandlungstag überrascht gewesen. Über die in Rede stehenden Summen wohl nicht. Sachstand heute.

Die Frage ist aber, ob es in solchen Fällen regelrechter Absprachen überhaupt bedarf. Oder nicht alle nur den jeweiligen Erwartungen gemäß handeln.

holger196967 März 12, 2014 um 16:35

f.luebberding März 12, 2014 um 15:29
Holger

Stimmt. Änderte aber nichts an den Folgen, die ein neuer Prozeß hätte … .”

Das mag ja sein. Aber das interessiert ja nun nicht mehr. Interessant wird es dann, wenn UH verurteilt wird, und was dann der BGH (Revision) zu der “Selbstanzeige” sagen und urteilen wird.

Denn, wenn über den genannten Zeitraum keine ordentliche “Buchführung” gemacht worden ist, wie soll dann ein reuiger Steuersünder denn in kürzester Zeit den Vorgaben entsprechen?

Da braucht man doch “Jahre” alleine dafür, das aufzuarbeiten. Und das auch noch im Geheimen.

Daher liegt es Nahe, dass der “Selbstanzeige” statt gegeben wird. Gerade was Delikte über 50.000 Ocken betrifft. Weil ab einem bestimmten Datenvolumen eine ordentliche “Selbstanzeige” gar nicht mehr möglich erscheint.

Also entweder akzeptiert das LG die Selbstanzeige, was ja in diesem Verfahren ja auch erörtert worden ist, oder Verurteilt UH (Bewährung beim besten Willen nicht) dann wird der BGH über die “Selbstanzeige” zu befinden haben.

Ignaz März 12, 2014 um 16:48

“Hoeneß hätte massiv vom Steuerabkommen profitiert: Zigtausende Steuerhinterzieher wären auf einen Schlag straffrei geworden. Die Schweizer Banken hätten dafür bei ihren Kunden einen Milliardenbetrag eingesammelt und an den deutschen Staat überwiesen. Das sah der Deal hinter dem gescheiterten Steuerabkommen vor. Für Hoeneß soll die Schweizer Bank Vontobel, über die die geheimen Spekulationsgeschäfte abgewickelt wurden, eine einmalige Zahlung von 6,3 Millionen Euro errechnet haben. Das geht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung aus Ermittlungsunterlagen hervor.”

http://www.sueddeutsche.de/sport/steuerfall-uli-hoeness-gericht-unterbricht-prozess-urteil-wohl-am-donnerstag-1.1910049

Um solche Berchnungen anzustellen, muss es doch umfangreiche Datenaufbereitungen gegeben haben bei Vontobel?

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 17:29

Bastian Brinkmann von der Süddeutschen Zeitung hat es einmal nachgerechnet. Hoeneß muss Morgen bei einer Steuerschuld von 30 Mio. € je nach Urteil mit Ansprüchen des Fiskus zwischen 70 Mio. € (Freispruch) und 48 Mio. € rechnen. Die werden sofort vollstreckt. Folge der zu zahlenden Zinsen. Jetzt die Frage: Ist ein Freispruch 22 Mio. € wert? Nur als Hinweis zum Deal.

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 17:53

Noch eins. Mittlerweile ist die Verteidigung in ihrer Medienpolitik etwas großzügiger geworden. Laut Spon ergeben sich für unser Finanzgenie folgende Gewinne.

“Nach SPIEGEL-Informationen gab Hoeneß seine Verdienstsummen in seiner Selbstanzeige größtenteils korrekt an. Für 2003 deklarierte er einen Gewinn von 51.956.660,72 Euro, für 2005 eine Summe von 78.389.716 Euro. Macht in Gänze 130 Millionen, von denen offenbar 70 Millionen steuerfreier Gewinn waren. Die restlichen 60 Millionen, so sagte es am Dienstag auch die Steuerfahnderin im Zeugenstand, unterlagen dem Spitzensteuersatz. Das entspricht ungefähr dem von der Steuerfahndung errechneten Betrag.”

Er machte also aus dem Kredit von Dreyfus in Höhe von 10 bis 15 Millionen € 130 Millionen €. Er kann Wasser in Wein verwandeln. Auch ansonsten ist der Artikel recht interessant. Dazu später mehr. Ansonsten fallen auch Wolfgang Michal interessante Dinge auf.

Stephan März 12, 2014 um 19:10

Tja @FL Solche Typen soll es geben. Die Wasser in Wein verwandeln. Ich höre jeden Sonntag (wenn Söhnchen Dienst hat) über so einen Freak, der damals die Finanzwelt im Nahen Osten aufgemischt hat.

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 19:16

Und hier jetzt ein Hinweis für Amateure wie Dich. Ist klar: Funktioniert bei Hoeneß Jahre lang. Er hatte neben dem Pager die Bibel liegen.

Stephan März 12, 2014 um 19:24

@FL

Ich nehme an mit “Amateur” war ich gemeint? ~) Die Bibel, so wurde mir seit meiner Kindheit erzählt, soll wahre Wunder bewirken können. Man muss einfach nur dran glauben und dann relativiert sich das Risiko aus deinem Spiegel-Artikel ziemlich schnell. Denn der Glaube kann Berge versetzen. Sagt mein innerer “Uli”.

holger196967 März 12, 2014 um 19:30

guckt mal

§ 398a AO bietet eine Möglichkeit der Strafverfolgung zu entgehen, wenn zwar eine den gesetzlichen Voraussetzungen entsprechende Selbstanzeige abgegeben wurde, die Straffreiheit aber deswegen nicht erreicht wird, weil der Hinterziehungsbetrag 50.000 Euro übersteigt und deshalb der Ausschlussgrund des § 371 Abs. 2 Nr. 3 AO einschlägig ist.

Danach muss von der Strafverfolgung abgesehen werden, wenn der Täter innerhalb einer ihm bestimmten angemessenen Frist die hinterzogenen Steuern entrichtet und zu Gunsten der Staatskasse einen Geldbetrag in Höhe von 5 % des Hinterziehungsbetrages zahlt. Diese Vorschrift ist für die Behörden zwingend. Das Verfahren muss bei Vorliegen der Voraussetzungen eingestellt werden.

http://www.steuerdelikt.de/selbstanzeige/233-absehen-von-strafverfolgung-gem-s-398a-ao

Und nun?

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 19:37

Stephan

Im Vergleich zu Hoeneß ist auch Soros ein Amateur. Ihm fehlt der Glaube.

holger196967 März 12, 2014 um 19:40

(2) Straffreiheit tritt nicht ein, wenn (…)

3. die nach § 370 Absatz 1 verkürzte Steuer oder der für sich oder einen anderen erlangte nicht gerechtfertigte Steuervorteil einen Betrag von 50 000 Euro je Tat übersteigt.”

http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__371.html

Das heißt eine Straffreiheit liegt nach 371 “Selbstanzeige” so oder so nicht vor. Da die Summe ja nun weit über 50.000 liegt.

Stephan März 12, 2014 um 19:55

@FL
“In dubio pro reo” Vielleicht hatte der Uli ja wirklich einen Lauf im FX Markt? Hat ja schon Leute gegeben die mit Streichhölzern sehr reich wurden. Temporär. Ändert aber nichts an der Steuerhinterziehung. Du aber insinuierst hier wieder mal dunkle Machenschaften, obwohl dein Track-Record diesbezüglich (ich sage nur Herr Wulff) ziemlich düster ausschaut.

Huuh März 12, 2014 um 19:55

Ausarbeitung der Marschroute. Morgen dann Ausgabe des Marschbefehls:

Arsch hoch, Freunde, waten wir weiter! (www.)

wowy März 12, 2014 um 20:03

@holger
Die einzig relevante Frage ist, ob die Selbstanzeige wirksam ist. Die Verteidigung sagt ja, die Staatsanwaltschaft sagt nein.
Was wird das Gericht sagen?

Goodnight März 12, 2014 um 20:06

Der Spiegel ist nur noch ne bessere Bild,obwohl, nein, die von der Bild haben immer eine Meinung und dann meist auch einen Ahnung. Der Spiegel hat seine Meinung nach Augstein verloren und seit ca. 5-8 Jahren auch keine Ahnung mehr. Ist für mich schon lange nur noch ein Nachrichtenticker.
Zu Honeß: ich habe eigentlich da gar keine Lust mehr drüber zu schreiben, weil es ist einfach nur erbärmlich mit anzusehen, wie die Bildungselite in diesem Land sich diesen Schwachsinn unkommentiert von den Akteueren vortragen lässt.
Auch wenn ich mal annehme, dass alle Menschen in Deutschland mit Abitur Bayern München Fans sind, heimlich in den Uli verliebt und auch alle Steuersünder sind, so muss trotzdem das Ding zwischen den Ohren einfach laut: Bullshit rufen. Wenn nicht, dann können wir uns die ganze Schulbildung sparen.

Whatever, der Fall Honeß ist ein Fall des deutschen Journalismus und mit Fall meine ich die physikalische Bewegung nach unten.Wenn ich nur noch auf Blogs wie carta das lesen kann, wofür ich früher mal jeden Montag 4 DM von meinem Taschengeld am Kiosk ausgegeben habe, dann … egal.

“Are you a businessman? Or are you a news man?”
Bergmann (the insider)

focion März 12, 2014 um 20:08

@ Stephan

>dunkle Machenschaften

Hm. Also 20 Millionen Spielgeld für Höneß?

Uli ist ja keine Spielerfrau, oder?

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 20:10

Stephan

Ich habe den Rücktritt von Wulff nie in den Kontext möglicher Strafbarkeit gestellt. Ist aber ein anderes Thema. Der Hintergrund der Spekulationsgewinne von Hoeneß ist übrigens nicht relevant für den Prozess. In dubio pro reo spielt hier also keine Rolle.

holger196967 März 12, 2014 um 20:13

wowy März 12, 2014 um 20:03

—>>>Die einzig relevante Frage ist, ob die Selbstanzeige wirksam ist. Die Verteidigung sagt ja, die Staatsanwaltschaft sagt nein.
Was wird das Gericht sagen?”

Ich weiß es nicht, tendiere aber zur Verteidigung. Weil wie oben schon geschrieben, ich weiß nicht, ob der BGH sich mit der Thematik beschäftigen möchte. Revision.

Anscheinend ist ja auch das Finanzamt damit überfordert. Denn deren Aufgabe wäre es ja nun, die angegeben Zahlen/Berichtigungen auf den Cent genau zu ermitteln und die Angaben von Uli H. zu bestätigen/überprüfen. Damit auch Rechtskräftiger Bescheid entsteht.

Denn darauf hat der Ulrich nämlich auch als Sünder einen Rechtsanspruch.

Kurz: Das Finanzamt muss die Angaben auf Heller und Pfennig bestätigen.

Goodnight März 12, 2014 um 20:17

@Stephan

Ja, wahrscheinlich ist der Uli ein schwarzer Schwan.

Obwohl, das “wahrscheinlich” muss man da irgendwie wieder rausbekommen, weil die Wahrscheinlichkeit ist da eher gegen den als Schwan verkleideten Uli. Aber manche Leute glaube an Kostüme und nicht an Wahrscheinlichkeiten. Und das witzige an der Sache ist: In Deinem Job folgst Du ausschließlich der Wahrscheinlichkeit…nur hier beim Uli, da willst Du nicht.

“Raymond Shaw is the kindest, bravest, warmest, most wonderful human being I’ve ever known in my life.”
(the manchurian candidate)

wowy März 12, 2014 um 20:29

@holger
Der Grundsatz ist die Steuerehrlichkeit, also Steuern zahlen, wenn sie fällig werden.
Von diesem Grundsatz gibt es die Ausnahme Selbstanzeige, mit strafbefreiender Wirkung, wenn die Selbstanzeige den gesetzlichen Anforderungen genügt. Wenn sie den Anforderungen nicht genügt, wirkt sie nicht strafbefreiend.
Ob sie das tut, wird uns morgen das Gericht erzählen.

Stephan März 12, 2014 um 20:30

@Goodnight

Ich hab nix dagegen auch nachzuschauen ob der Uli vielleicht auch mit der dunklen Seite der Macht Geschäfte gemacht hat? Alles was ich sage ist: Momentan sieht es so aus, dass der Uli eine Zeit lang einen sehr guten Lauf am FX Markt hatte aber On The Long Run ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt hat.

My name is Jordan Belfort. The year I turned 26 I made $49 million dollars which really pissed me off because it was 3 shy of a million a week. (The Wolf of Wall Street)

Goodnight März 12, 2014 um 20:41

@Stephan

80-90% aller Trader verlieren nur. Trader ist eigentlich der stressigste Job den man sich vorstellen kann. Und mit 50 Jahren arbeitet da eigentlich keiner mehr….weil man das nicht mehr schafft.
etc. etc. Die Unwahrscheinlichkeiten die sich im Falle Honeß alle zusammengefunden haben … Honeß ist die personalisierte Falsifizierung aller Wahrscheinlichkeiten.

Bei Jordan Belfort war das ja auch alles wahrscheinlich…

“Was all this legal? Absolutely not!”
(Jordan (thewolfofthewallstreet)

f.luebberding f.luebberding März 12, 2014 um 20:42

Stephan

Um das beurteilen zu können, müsste man sich die einzelnen Transaktionen ansehen. Es ist bekanntlich sehr schwierig, etwa Insiderhandel nachzuweisen. Und diese Prüfung hat es bei Hoeneß meines Wissens nicht gegeben. Warum auch? Das spielte weder im Verfahren, noch bei der Steuerprüfung eine Rolle. Das Finanzamt prüft bekanntlich nur die Ergebnisse, also ob zu versteuernde Gewinne vorliegen oder nicht. Dass er bei Vontobel einer der großen Kunden gewesen sein, lässt sich in den links von Chabis nachlesen.

Ansonsten hast Du recht. Der Zweifel sollte nicht nur Hoeneß gelten, sondern auch journalistischen Annahmen.

Stephan März 12, 2014 um 20:52

@Goodnight

Wem sagst du das. ~) Ich hab das selbst gemacht. Allerdings zwischen den Stühlen: als Market Maker. Da war ich auch im Alter vom lieben Jordan Belfort. Egal. Erklär mir mal deine und @FL Theorie was der Uli verbrochen haben könnte? Außer Steuerhinterziehung. Insider Trading? Verbotene Cross-Border Deals mit sich selbst? Trading mit Schwarzgeld aus Fussball-Transfers oder -Wetten?

Patrick Denham: Let me give you some legal advice: Shut the fuck up! (The Wolf of Wall Street)

holger196967 März 12, 2014 um 20:53

wowy

—>>> Wenn sie den Anforderungen nicht genügt, wirkt sie nicht strafbefreiend.”

Ja doch, was anderes habe ich auch nicht behauptet.

Also wenn das LG urteilt : hat nicht genügt, dann gehts in die Revision und da wird dann vom BGH festgestellt werden müssen, ob das LG mit der Beurteilung richtig lag. Ob sich das der BGH antuen will, weiß ich nicht. Aber die Telefonieren auch untereinander LG und BGH. Stichwort: “Deal”

Einigt man sich nun, auf “hat genügt” und man setzt das ganze Verfahren gegen eine Zahlung in Höhe von aus, dann muss weder ein Finanzamt noch der BGH sich damit weiter beschäftigen.

Eine Art Vergleich. Somit verlieren keine der Parteien das Gesicht. Denn keiner von uns kann die “Selbstanzeige” beurteilen. Auch die Staatsanwaltschaft nicht, wenn selbst Fachleute vom Finanzamt da nicht durchsteigen.

Deswegen geht es ja auch um die Behauptung, dass Unterlagen zu spät eingereicht worden sind! Und zwar Unterlagen aus der CH und nicht die aus Deutschland. Und das über einen Zeitraum von 10 Jahren. Und die Verteidigung sagt: Nein, die waren alle vollständig vorhanden.

Denn, es müssen ja nur die 10 Jahre, die Einkommenssteuer-Anträge geändert werden, für die Selbstanzeige, und dafür reichen die Jahresabschlüsse der CH Bank. Ob dann die Angaben stimmen aus 70.000 plus X Belegen, darum muss sich das Finanzamt dann kümmern. In einer Prüfung.

mE wenn nicht allzu blöd seine Berater sind, entspricht die Selbstanzeige den Bestimmungen.

wowy März 12, 2014 um 21:02

@holger
Aber dafür haben wir ja Gerichte ;-)
Wenn das Gericht sagt “genügt” und sie einen Revisionsgrund sehen, kann es durchaus sein, dass die Staatsanwaltschaft in Revision geht.
Ich glaube immernoch, dass es morgen eine Verurteilung geben wird, aber wir werden sehen. Die genauen Unterlagen kennen wir alle nicht.

Goodnight März 12, 2014 um 21:13

@Stephan

Meine Theorie? Keine Tradings!
(Wann wurden eigentlich die Belege für die Trades geliefert? Nach einem Jahr?Mussten die noch geschrieben werden?)
Wofür braucht ein Fussball Manager viel Geld? Weshalb brauchen alle anderen Clubs in Europa Oligarchen oder Kredite bis zur Kinnlade? Nur die Bayern nicht?
Warum fragt keiner nach? Vielleicht weil es nicht um das Privatvermögen einer Person geht sondern um das Vermögen eines Fussball-Unternehmens.

Dignam: Maybe. Maybe not. Maybe f.ck yourself.
(departed)

holger196967 März 12, 2014 um 21:16

Also bei Betsafe steht die Quote 1:16 ohne Bewährung
1:2,5 mit Bewährung

Die gehen von einer Verurteilung aus.

Wenn man nun 10 M setzen könnte, habe ich aber nicht, wären 160M Morgen drinne. :D

holger196967 März 12, 2014 um 21:20
holger196967 März 12, 2014 um 21:22

Sorry 1:16 nur bei Freispruch

wowy März 12, 2014 um 21:40
Stephan März 12, 2014 um 21:44

@Goodnight

Das waren über 50.000 Transaktionen in 10 Jahren? Ich kann dir aus eigener Erfahrung mitteilen, das ist für jede Bank ein Big-Headache. Die meisten Leute überschätzen total die EDV-Systeme einer Bank was solche Angelegenheiten betrifft. Wir reden da über die Steinzeit der EDV-Buchhaltung. Und nicht über Algo-Trading.

Aber gut. Du denkst es hat was mit dem FC Bayern zu tun und der ganzen vielen heissen Kohle im Fussball. Ich bin da sehr skeptisch. Der FCB ist eine AG. Da musst du schon richtig viel kriminelle Energie aufbringen um krumme Dinger zu drehen. Bei einer AG schauen dir so viele Leute auf die Finger. Das ist sehr schwer.

“Money laundering is called what it is because that perfectly describes what takes place – illegal, or dirty, money is put through a cycle of transactions, or washed, so that it comes out the other end as legal, or clean, money. In other words, the source of illegally obtained funds is obscured through a succession of transfers and deals in order that those same funds can eventually be made to appear as legitimate income”. (About the origin of the term “money laundering” thanks to Al Capone)

wowy März 12, 2014 um 21:46

@Stephan
deshalb hatten wir auch keine Bankenkrise ;-)

Soldat Schwejk März 12, 2014 um 21:50

@ Holger

Hey, das ist immer schön, auf was alles man hier und da so wetten kann. Schon bei der Wulfferei war das lustig zu beobachten, wie sich je nach Meldung die Quoten verändert haben.

Hab gerade mal bei Betsafe geschaut, die Quoten der Hoeneß-Wette haben sich verändert. Aktuell Gefängnis 1:1,4 – Bewährung 1:2,95 – Freispruch 1:7.

Und besonders schön: Das läuft dort als Wette nicht aus dem Bereich Wirtschaft & Politik, sondern als Fußballwette.

Mit Deinen 160 M würde es aber so oder so nichts, bei Betsafe gilt ein Höchstgewinn je Einzelwette von 12.500.

holger196967 März 12, 2014 um 21:53

Stephan

—>>>Das waren über 50.000 Transaktionen in 10 Jahren? Ich kann dir aus eigener Erfahrung mitteilen, das ist für jede Bank ein Big-Headache.”

Aha… rund 25 Stück / Tag bei 200 Tagen iss also echt zu viel?

Wurden denn noch Überweisungen per Hand ausgestellt? Frag nur…

holger196967 März 12, 2014 um 21:56

Soldat

—>>>Mit Deinen 160 M würde es aber so oder so nichts, bei Betsafe gilt ein Höchstgewinn je Einzelwette von 12.500.”

Ich hatte das ja nur mal als Beispiel gebracht, dass man zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen “Nase” an einem Tag mit einer einzigen Wette aus 10M 160M machen kann.

Nun, jetzt kann man eben aus 10M 70M machen, wenn eben nicht limitiert, aber ich kann ja noch stückeln ;)

Nur mal so für Herrn Lübberding :D gedacht.

Wasser zu Wein und so.

Goodnight März 12, 2014 um 22:00

@Stephan

“Bei einer AG schauen dir so viele Leute auf die Finger. Das ist sehr schwer.”

Yep, aber in diesem Fall wären es nur Bayern die Bayern auf die Finger schauen…abgesehen von so Fällen wie Enron, wo Due Diligence ja ganz vorbildlich und so…

Whatever, vielleicht hat ja auch der Bayrische Staat himself in der Schweiz in seinen Fussballclub investiert …nope…jetzt gehe ich zu weit…völlig abwegig….

Analyst: You are the only financial institution that can’t produce a balance sheet or cash flow statement with their earnings…
Jeffrey Skilling: You, you, you… Well, uh… thank you very much. We appreciate it… asshole.
(Enron-the smartest guys in the room)

Stephan März 12, 2014 um 22:02

Lieber @Holger

Geh mal zu deiner Bank und frag nach Kopien deiner Kontoauszüge von den letzten 10 Jahren. Weil du die für das Finanzamt brauchst. Ich bin gespannt wann du deinem Finanzamt deine Kontoauszüge wirst liefern können.

holger196967 März 12, 2014 um 22:12

Lieber @Stephan

da gebe ich dir vollkommen Recht. Das ist dann schon ne Meisterleistung. Ich hatte es falsch verstanden, was du damit meintest. sorry

Stephan März 12, 2014 um 22:15

LOL @Goodnight

Mit deinem Enron Beispiel habe ich gerechnet. Tja, Shit Happens. ~) Ist aber auch so ein schwarzer Schwan, den du ja gar nicht magst wegen der Wahrscheinlichkeit und so, oder? Ist Bayern anders? Ich weiß es nicht aber ich glaube nicht. Amigo hin oder her.

“It’s still the same old story. A fight for love and glory …” (Casablanca)

The Real Slim Shady März 12, 2014 um 22:52

>80-90% aller Trader verlieren nur.

Yep. So wie ich mit meinem Gold-Short. 2000 $ futdch in less than 72 hours…

The Real Slim Shady März 12, 2014 um 22:54

Aber OK: mit den nächsten 49.999 Transaktionen werde ich das mehr als wettmachen…

Stephan März 12, 2014 um 23:08

Ach Thomas. Lass es gut sein. Verglichen mit dir ist der Uli sowieso ein armer Waisenknabe, dem nur Unrecht widerfährt! Dass du die Welt verarschen willst und kannst wissen wir schon.

ruby März 12, 2014 um 23:40

Das morgen keiner das Frühstück für den vierten und letzten Prozesstag vergisst:
http://www.youtube.com/watch?v=F_vt7klJVBk
und mit ein bischen Glück …
werden wir diesen Sozialschmarotzen nicht mehr hören und sehen oder?

Jackle März 13, 2014 um 00:50

Hach, wenn man noch den Freisler hätte. Der würde den Hoeneß morgen mal richtig zusammen falten. Naja, ist wohl schlecht zu machen. Wäre aber beruhigend. Man muss ja zu dem Eindruck kommen, dass es bei einer Bewährungsstrafe, der Wutbürgervolksmob vor den Toren Berlins steht und die Mistgabeln dabei hat.

Morph März 13, 2014 um 01:29

@Jackle

Verstehe nicht ganz, wie Du zu der Einschätzung kommst. Hält sich doch alles in einem sehr moderaten Rahmen. – In einer Hinsicht hast Du Recht: Es gibt Verfahren, die noch viel knüppeldicker sind und medial nicht gecovert werden, weil keine medienbekannten Akteure involviert sind. Das ist voll unfair ;-)

Morph März 13, 2014 um 01:29

@goodnight

apropos Bayern: gibt ja von Luhmann einen ganz passenden Text zum Thema, “Kausalität im Süden”.
http://www.uni-bielefeld.de/sozsys/leseproben/luhmann.htm
Der ist auch hinsichtlich der Ukraine-Debatte ganz interessant.

Luhmann hat nicht nur vor Moral gewarnt, er würde auch vor zuviel modernistischer Zuversicht gewarnt haben. Fundamentalismus, Berlusconismus, Putinismus, Korruption usw. – das alles sind moderne Phänomene. Zu glauben, diese Phänomene mit ‘Modernisierung’ bekämpfen zu können, ist systemtheoretisch nicht gedeckt.

Morph März 13, 2014 um 01:29

Ich persönlich finde, dass das Leben südlich, sagen wir mal, der Mainlinie schon geiler ist. Und da muss man dann halt die merkwürdige Form der Politik in dieser Region in Kauf nehmen.

http://www.youtube.com/watch?v=s7BQolO2o7o
http://www.youtube.com/watch?v=VmDwetXRoRE

Frankie (f.k.a.B.) März 13, 2014 um 08:41

@Morph , alle Bielefelder und sonstige Bayernversteher

Schön, dass wir Bayern in den Augen der anderen noch so einen sympathisch kauzhaften Ruf haben und vermutet wird, hier wäre es anders.

Aber konkret hat sich der Mythos-Raum Bayern schon lange aufgelöst in viele Neubaugebiete mit den entsprechenden Bausparer-Verhaltensweisen. Siedlungen entstehen heute um praktisch angelegte Kreisverkehre, die den Berufsverkehr effizient einerseits zu den Autobahn-Pendlerschleudern leiten, andrerseits ein möglichst barrieresfreies Parken vor den unvermeidlichen Kreiselgeschäften kik, lidl und aldi schaffen. Die Garagen sind vollgestopft mit Webergrill, Sitzrasenmäher, Kärcher, Häcksler, deren gartengestalterisches Leistungsvermögen in einem bizarren Mißverhältnis zu der bearbeitbaren Gartenfläche steht – was frustrierend ist, und dem begegnet die Baumarkt-Beschickungsindustrie mit immer neuer Quengelware und Gadgets). Seine spirituelle Kraft borgt dieses Bayerntum dann aus Auftrumpf-Veranstaltungen wie FC Bayern, BMW, Oktoberfest oder Länderfinanzausgleichs-Klagen.

Also , Bayern ist schon lange in der Moderne angekommen, auch wenn @goodnight das nicht wahrhaben will, der alte Romantiker.

Jackle März 13, 2014 um 08:57

“Das ist voll unfair.”

Nein, das meine ich nicht. Der Hoeneß kann gerne jetzt soviel Staub fressen, wie er sich vorher durch all die öffentlichen Aussagen gerade bzgl. Politik, Wirtschaft selbst aufgetischt hat.
Nur geifert der Volksmob, in vielem was ich so vernehme, geradezu danach ihm, dem Hoeneß, es mal so richtig zu zeigen. Das Recht als Rache gegen den Rotkopf aus Bayern. Der selbe Volksmob, der fleißig täglich Steuern hinterzieht, und sich bei 30-50 Millionen, ob bei Hoeneß oder bei Tebartz, kaum noch einkriegt, während man aber anscheinend kein großes Problem damit hat, wenn in Südeuropa die Demokratie abgeschafft wird und das nur, weil gigantische Geldvermögen in Billionenhöhe gerettet werden müssen, die sicherlich alle so ehrlich verdient wurden wie Hoeneß seins. Es ist zum Davonlaufen.

Hoeneß – nicht mal Peanuts und vor allem nichts Besonderes. Ein vor Doppelmoral platzender Schreihals und Sozialdarwinist, der selbst sich Millionen zusammen spielt, rafft, erarbeitet. Abziehbild einer ganzen Schicht!

Morph März 13, 2014 um 08:57

@Frankie

“Bayern ist schon lange in der Moderne angekommen”

Überall auf der Welt ist Moderne, da gibt es kein Außen, von dem man aus ‘in der Moderne’ ankommen kann. Aber die modernen Institutionen wirken sich in unterschiedlichen Weltregionen unterschiedlich aus. Und in Bayern ist das ziemlich anders als in anderen Landesteilen Deutschlands. Daraus beziehen Polts Darstellungen ja gerade ihren Witz! In denen geht es ja um nichts anderes als um Garagen, Webergrills, Sitzrasenmäher, Kärcher, Häcksler usw. Warum wohl?

http://www.youtube.com/watch?v=eEbLICnYVNM
http://www.youtube.com/watch?v=3d-2ghFtWoc

chabis März 13, 2014 um 09:15

Gerade fefunden. Ein Fan der Looser aus dem Kohlenpott recherchiert schon länger, wie seriös, kann ich auf die Schnelle nicht beurteilen (muss jetzt arbeiten)
http://derblauweisse.wordpress.com/tag/adidas-loan-haunts-bayern-boss-hoenes/

chabis März 13, 2014 um 09:16

Nein, nicht bei fefe gefunden.

keiner März 13, 2014 um 09:48

@chabis

Bin ich dämlich? Ich kapier’s nicht:

20 Mio Darlehen -> 20 Mio Wette -> 20 Mio Gewinn und davon -> 20 Mio Rückzahlung für Darlehen = NULLSUMMENGESCHÄFT

Da müsste noch ein Hebel drin sein, um aus den 20 Mio Darlehen z.B. 40 Mio Gewinn zu machen, DANN wäre das eine lohnende Transaktion, oder?

holger196967 März 13, 2014 um 10:23

5 Jahre und 6 Monate fordert die Staatsanwaltschaft

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 10:25

Kollege Brinkmann sagte mir gerade, es habe sich bei Hoeneß um “ganz normale Währungswetten” gehandelt. Und erläutert dann, wie diese Wetten funktionieren. Ich habe weder Einblick in die Positionen, die Hoeneß aufgebaut hatte, noch in das Marktumfeld, in dem sie platziert wurden. Aber vielleicht kann hier jemand etwas zu dem Begriff “normal” beitragen. Normal ist für einen Privatanleger eher das, was TRSS hier mitgeteilt hat.

Ignaz März 13, 2014 um 10:47

Ich denke mal mit “normal” ist das klassische Positionstrading gemeint, d.h. Positionen laufen Tage bis Wochen, perfekt für Papa nach der Arbeit. Im SZ-Bsp. wird ja auch eine Haltedauer von 2 Monaten verwendet.
Nur passt das Ganze nicht zur Hoeneßschen Tradefrequenz, da handelte es sich allem Anschein nach um richtiges Intraday-Trading, also Haltedauern von Minuten bis einigen Stunden. WIe das über Jahre nebenbei nur mit Pager und Bauchgefühl funktionieren soll, ist mir ein Rätsel.

Martin Lindner März 13, 2014 um 10:53

der link oben von @chabis sieht für mich als laien interessant aus. über den “lustigen” durchblickertonfall, der in der regel wirre verschwörungstheorien signalisiert, sehe ich mal hinweg, weil er weiter unten recht konkret wird.

er entwirft ein in sich stimmiges szenario, in dem dreyfus/adidas und hoeness pseudo-optionsgeschäfte als mittel verwendet haben könnten, um auf verdeckte weise große geldsummen zu transferieren.

und er bringt das in verbindung mit dem ausfall von geldern aus der kirch-gruppe für den fc bayern aus einem umstrittenen vertrag. das würde die merkwürdige schizophrenie des “zockers” hoeness zumindest teilweise erklären. (fragt sich, was dann mit den späteren verlusten war …)

siehe auch hoeness’ seltsame verteidigungsstrategie: um die “blackbox” (prantl) nur möglichst kurz öffnen zu müssen und ganz schnell wieder endgültig zumachen zu können? dass er dann als wirrer zocker und schmarotzer dasteht, würde er damit billigend in kauf nehmen …

ich persönlich halte von anfang an die story vom unverantwortlichen zocker für eine schutzkonstruktion, aber natürlich weiß man nix, und wird es wohl nie genau wissen. immerhin ein interessanter einblick in die finanzströme in einer gesellschaft nach der festgeld-ära, in der auch fußballvereine plötzlich riesenhafte geldmaschinen sind, die mit fantastillionen operieren.

Insider März 13, 2014 um 10:58

FOCUS: 9.53 Uhr: Richter Heindl schlägt vor, die Verlustvorträge aus der Anklage nicht weiter zu verfolgen. Dabei geht es um 5,5 Millionen Euro, die Hoeneß falsch als Verluste in seiner Steuererklärung deklariert hatte. Alle Beteiligten sind damit einverstanden.

Bedeutet dies nicht, dass die Strafverfolgung eines vorsätzlichen Steuerbetrugs unterbleibt?

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 11:04

Lindner

Ein Ansatz, der zielführend wäre, wenn man ihn denn nach dem Urteil noch nachgehen könnte. Worauf das hinausläuft, zeichnet sich ja ab. Es ist nämlich kein Widerspruch, dass Hoeneß bisweilen halsbrecherische Geschäfte gemacht haben kann – und gleichzeitig seine Vontobel-Konten für andere Zwecke genutzt worden sind. Dafür müsste man sich aber jede einzelne Transaktion genau ansehen. Seine hohen Gewinne, die Hoeneß unmittelbar nach dem Dreyfus-Kredit gemacht hat, sind übrigens ein Thema für sich. Es wäre rationaler gewesen, die intimen Kenntnisse von Dreyfus zu nutzen, als im Devisenhandel Lotterie zu spielen.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 11:20

Insider

Jeder Richter ist dankbar, wenn ihm die Urteilsfindung erleichtert wird. Er muss sich jetzt nicht mehr dazu äußern. Das verstehen Staatsanwälte und Verteidigung. Der Anwalt hat ja keinen Freispruch gefordert, sondern interessanterweise eine Einstellung des Verfahrens oder wegen der eingeräumten Schwierigkeiten bei der Selbstanzeige alternativ eine Bewährungsstrafe. Revision wird es nicht geben.

holger196967 März 13, 2014 um 11:32

f.luebberding

—>>> Der Anwalt hat ja keinen Freispruch gefordert, sondern interessanterweise eine Einstellung des Verfahrens oder wegen der eingeräumten Schwierigkeiten bei der Selbstanzeige alternativ eine Bewährungsstrafe. Revision wird es nicht geben.”

Bei Bewährung oder Einstellung wohl nicht. Bei Verurteilung ja.

holger196967 März 13, 2014 um 11:38

Und dann möchte ich mal sehen, wie der BGH sich dann mit der Selbstanzeige auseinander zu setzen hat, und an welches LG oder OLG der BGH dann den Fall übergibt.

Ich bin echt gespannt.

egal März 13, 2014 um 11:47

Hier mal meine 50 cent zur VT:

Hoeneß will von Dreyfus 5 Mio als Kredit und 15 Mio als Bürgschaft erhalten haben.

Die 5 Mio sind ja plausibel, wenn UH kein Schwarzgeld hatte. Aber wieso brauchte Uli Hoeneß eine Bürgschaft über 15 Millionen?

Und was sagte das FA dazu? Dreyfus zahlt 5 Mio auf Schweizer Konto und kriegt Jahre später 5 Mio wieder. Ohne Erträge, ohne Scheingeschäft?

2013 wurde diskutiert, ob Hoeneß sich von Adidas bestechen ließ. Nike bot angeblich mehr, was aber niemand überprüfen kann. Adidas legte daraufhin nach und kaufte die Anteile der FCB-AG.

Das Schweizer Konto sieht eher nach einer Versicherung aus. Dryfus/Adidas hatten Kompromat. Wofür? Um die Partnerschaft abzusichern? Weil UH ebenfalls Kompromat aus einem Kickbackgeschäft besaß?

Dreyfus hatte damals schon Leukämie, der Tod stand vor der Tür, da verschieben sich die Prioritäten. Ob die Angehörigen gut versorgt sind wird wichtiger als die möglichen Nachteile bei Entdeckung des Kickbackgeschäfts, die ja vielleicht eh nicht mehr erlebt werden. Der FCB kann ja auch heimelig und familiär sein. Da fühlt man sich viel eher unter Freunden als im Vorstand eines Konzerns. Wenn jemand bestochen wurde, dann eher Dreyfus.

Goodnight März 13, 2014 um 11:50

@Lübberding

Um beim Trading zu gewinnen muss man entweder seine Risiken minimieren, aber dann ernährt man sich wie ein Eichhörnchen, oder man hat drei Alternativen:

“There are three ways to make a living in this business: be first, be smarter, or cheat.”

Beeing first fällt bei einem pager am Stadionrand aus (in der Gegenwart ist das sowieso eine andere Dimension, da braucht man so gar nicht mehr anzutreten).

Beeing smarter ist im Bereich des Möglichen, d.h. der Uli wäre ein absolutes, einzigartiges Genie, wenn er es schafft über mehrere Jahre hinweg zwei- dreistelligen Millionengewinne zu erwirtschaften! (Nach neusten Meldungen soll er dann doch 7 Jahre lang Gewinne verbucht haben…????)

Cheating…im Devisenhandel eigentlich für jemanden in Honeß Position ausgeschlossen.

Bleibt nur: Genie. Und das halte ich persönlich auch für ausgeschlossen.

Whatever, die Verteidung stated, dass sie bis zu 70 mio Steuern veranschlagt hat…..hallo? ….. ich denke ich vermute schon in die richtige Richtung und was man dann in den Blogs (blauweißer, Carta) liest so stellen sich einige intelligente Menschen in diesem Land doch einige Fragen. Leider werden die nicht dafür bezahlt wie die Redakteure beim Spiegel, Focus, Zeit, SZ und so, also all die, die diese Fragen nicht stellen. Abgesehen von den Personen im öffentlichen Dienst, die eigentlich auch solche Fragen stellen sollten.
Das Erschreckende an dieser Moderne ist ja nicht, dass da immer wieder einige Personen gegen das Recht verstoßen. Das Erschreckende ist, dass die Institutionen, die für die Kontrolle dieser Personen zuständig sind, irgendwie nicht das machen, wofür ich denke, dass sie bezahlt werden.

“Look at these people. Wandering around with absolutely no idea what’s about to happen.”
Peter (margin call)

holger196967 März 13, 2014 um 11:55

egal

—>>>Und was sagte das FA dazu? Dreyfus zahlt 5 Mio auf Schweizer Konto und kriegt Jahre später 5 Mio wieder. Ohne Erträge, ohne Scheingeschäft?”

Schon mal was von einem Zinslosen Kredit gehört? Die VT entsteht ja hier, nur unter “Kleinbürgern” für die ja schon ne Million nicht vorstellbar ist.

Wenn ich jetzt in die CH fahre, und mit einem Kumpel ein Geschäft machen will, mir da ein Konto eröffne. Und mein Kumpel macht eine stille Beteiligung und gibt mir Startkapital mit möglichen Totalverlust was ist denn dann?

Uli H. war nur zu dämlich da eine AG zu gründen. Mehr nicht. Was sagt eigentlich der CH Fiskus dazu?

holger196967 März 13, 2014 um 12:00

Und keiner weint rum, wenn VW zig Werke (auf Lohnverzicht=Einnahme Verlust Bund +Sozialversicherung) in China baut, und da versteuert, über die China Tochter.

Nichts anderes hat Uli H. auch gemacht.

Nur nicht auf Kosten vom FCB.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 12:15

Brinkmann ist sicher auch an eure Antworten interessiert.

BB März 13, 2014 um 12:15

+++ Putin wartet mit Krim-Annexion bis nach Hoeneß-Urteil +++
+++ EU-Parlament erteilt Sprechverbot für Schröder +++
+++ Die Grüne Harms hat eine an der Waffel +++

(OT: Gestern Anne Will gesehen? Was war denn das? Der Mißfelder machte den Anti-Brok *kecker,lach* und der Dohnany schimpft gegen USA aber mit Oligarschen soll man es nicht so genau nehmen *kecker,lach* Wie flexibel sie auf einmal alle im Wahlkampf werden.)

+++ Weiter im Programm: Richter Gnadenlos, mach vorran! +++

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 12:16

BB

Gut beobachtet, das mit dem Anti-Brok. Es war eine gute Sendung gewesen.

focion März 13, 2014 um 12:19

goodnight

>Leider werden die nicht dafür bezahlt wie die Redakteure beim Spiegel, Focus, Zeit, SZ und so, also all die, die diese Fragen nicht stellen. Abgesehen von den Personen im öffentlichen Dienst, die eigentlich auch solche Fragen stellen sollten.

Mag sein, dass diese Fragen von einigen tatsächlich nicht gestellt werden.

Andererseits hat der ‘Managing Editor’ des Stern L. Wolf-Doettinchem bei twitter Wolfgang Michal gestern darauf hingewiesen, daß

“nicht jede Recherche zu veröffentlichungsfähigen Ergebnissen führt. Es geht um Vorgänge, die mehr als zehn Jahre her sind; in der Schweiz; verstorbene Beteiligte – das ist ne harte Nuss.”

https://twitter.com/WolfgangMichal/status/443791322969669632

Soweit nicht unplausibel, finde ich.

holger196967 März 13, 2014 um 12:24

«Die Tat wird überlagert von einer vollständigen Rückkehr zur Steuerehrlichkeit», sagte Feigen. «Die Stunde Null dieses Verfahrens ist der 17. Januar 2013. Das war die Rückkehr des Herrn Hoeneß zur Steuerehrlichkeit», betonte der Staranwalt. Es gebe bisher keine Urteile, wie mit einer solchen fehlgeschlagenen Selbstanzeige umzugehen sei. Es sei zu prüfen, warum die Selbstanzeige fehlgeschlagen sei. Das sei nicht die Schuld von Hoeneß gewesen, die Selbstanzeige sei von Beratern erstellt worden. Es wäre besser gewesen, wegen diverser Unklarheiten eine Schätzung vorzunehmen.

http://www.fr-online.de/panorama/hoeness-vor-gericht-staatsanwalt-fordert-fuenfeinhalb-jahre-haft-fuer-hoeness,1472782,26540062.html

Fett von mir, nur das ist Maßgebend.

Auch wenn es noch keiner glauben mag, Uli H. wird nicht in den Knast wandern. Wie gesagt, es bleibt spannend, ob diese Frage der Ausführung der Selbstanzeige (gut oder nicht gut) geklärt werden muss, oder nicht.

Weil, dann müsste eben ein anderes Gericht zu einem Grundsatzurteil über die Selbstanzeige kommen. Und das dauert Jahre. Wäre dann auch bindend für weitere Verfahren dieser Ordnung.

Der Verteidiger hat ja auch gleich auf den Bundesfinanzgerichtshof verwiesen, der ja wohl eine Meinung zu Selbstanzeigen hat. Damit wären ja dann, nicht nur der BGH beschäftigt.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 12:31

holger

Wir werden sehen, ob die Verteidigung Revision einlegen wird. Bei einem Urteil ohne Haftstrafe sieht das bekanntlich anders aus. Der BGH hat, wie der Gesetzgeber, bisher immer die Bedingungen für eine Selbstanzeige verschärft. An der Stelle der Verteidigung würde ich das nicht übersehen … . Aber ich ja nicht die Verteidigung.

focion

Der Chefredakteur des Stern ist heute Abend bei Frau Illner. Er wird sich bestimmt zu den Recherchen äußern.

bilbo März 13, 2014 um 12:33

An alle “VTler”:

Hier kann man recht instruktiv nachlesen, wie man mit Derivativgeschäften Geld waschen kann:

Hab mich immer gefragt, wieso das attraktiv ist, wenn man für den Gewinn Steuern bezahlen muss und den Verlust nicht gegenrechnen kann. Wann man natürlich keine Steuern bezahlt …

Weather hedges sollen übrigens in Russland sehr beliebt sein.

jmg März 13, 2014 um 12:35

Richter Heindl:
“Heindl gilt als hart, ein Magazin bezeichnete ihn sogar als “Richter Gnadenlos”. Bei früheren Verhandlungen griff er durchaus rigide durch, wie Prozessbeobachter berichten. Eine 75-Jährige schickte er für drei Jahre ins Gefängnis, weil sie eine Frau um 250 000 Euro betrogen hatte. Einen Unternehmer verurteilte er vor einigen Monaten zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft – wegen Steuerhinterziehung in Höhe von einer Million Euro, Insolvenzverschleppung und vorsätzlichen Bankrotts.”
http://www.sueddeutsche.de/sport/richter-rupert-heindl-in-seiner-hand-liegt-hoeness-zukunft-1.1910460-2

holger196967 März 13, 2014 um 12:37

f.luebberding

—>>> Der BGH hat, wie der Gesetzgeber, bisher immer die Bedingungen für eine Selbstanzeige verschärft.”

Das habe ich ja auch gedacht… Nein, der Bundesfinanzgerichtshof, laut Verteidiger hat das gemacht, macht ja auch Sinn.

Der BGH hat lediglich festgelegt, dass über 1 Millionen Hinterziehung OHNE Selbstanzeige, keine Bewährung mehr möglich ist.

holger196967 März 13, 2014 um 12:43

und Frank

die Selbstanzeige stellt man beim zuständigen Finanzamt. Bei keinem Anderen ist man verpflichtet auch nicht der Staatsanwaltschaft gegenüber. Also hat das Finanzamt das zu prüfen. Wenn aber das FA damit nicht klar kommt, dann ist das zu klären, Warum kommt das FA damit nicht klar?

Der Fall ist dubios.

focion März 13, 2014 um 12:44

fl

Danke für den Hinweis, interessant. Werde ich mir dann nämlich vielleicht sogar ausnahmsweise mal anschauen.

Eine Talkshow ist ja vielleicht genau das richtige Format für den hier zuletzt viel zitierten und eher nicht printbaren B/S.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 12:49

jmg

Ich kenne nicht die Tatumstände dieser Urteile. Aber der beschriebene Fall vom Unternehmer ist mit Hoeneß zwar zu vergleichen, aber nicht unbedingt gleichzusetzen. Hoeneß ist offenkundig kein Betrugsdelikt wie vorsätzlicher Bankrott vorgeworfen worden, sondern eine unwirksame Selbstanzeige führte zu einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Die früheren Urteile sagen nur dann etwas aus, wenn die Tatumstände vergleichbar sind.

keiner März 13, 2014 um 13:01

Was der Richter wohl zum Nachtisch heute hat?

holger196967 März 13, 2014 um 13:11

Eines sieht man aber schon,

an allgemein “bildenden” Schulen fehlt das Fach : Recht

Das sieht man an allen Umfragen in diesem Fall. Naja, das sind ja auch die Meisten, die sich wundern, wenn se wie im Fall zB HRE enteignet werden.

Dieses verflixte Kleingedruckte aber auch. Oder alleine einen Paragraphen ff. deuten zu können.

Wenn Heute ein Urteil fällt, wird das in den Büchern einschlägig und zum Zitat fähig. Kommt es zum Vergleich oder zu einer Einstellung, hat das mit folgenden Verfahren Post-UHö keine Auswirkung.

chabis März 13, 2014 um 13:16

Uli Hoeneß’ Selbstanzeige sei die komplizierteste, die je vor Gericht gelandet ist, sagte der Ex-Steuerfahnder und Buchautor Frank Wehrheim im DLF. Er könne sich vorstellen, dass es trotz der Höhe der Steuerschulden zu einem überraschenden Urteil komme.
http://www.deutschlandfunk.de/prozess-gegen-hoeness-steuerexperte-ueberraschung-moeglich.694.de.html?dram:article_id=279922

focion März 13, 2014 um 13:21

Ergänzend zum tweet von Wolf-Doettinchem (Stern) & zur Zurückhaltung der Medien:

Wolfgang Michal hat bei carta in den Kommentaren gerade folgendes geschrieben:

“Sowohl die AZ als auch der stern stehen in juristischen Auseinandersetzungen wg. ihrer Berichterstattung. Darauf müssen die Redaktionen Rücksicht nehmen.”

http://www.carta.info/70816/ungeklarte-fragen-zur-causa-hoenes/

War mir so nicht bekannt.

holger196967 März 13, 2014 um 13:22

chabis März 13, 2014 um 13:16

das beste was ich bis jetzt, außer mir natürlich :D , dazu gelesen hab.

Doktor D März 13, 2014 um 13:42

@holger: Als ich den heute morgen im Radio hörte, dachte ich: So klingt also der Holger… Du warst das also nicht?

wowy März 13, 2014 um 13:50

Die 50.000 sind geschafft :-)
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_01/_27/Petition_48994.html
Dank an alle Unterstützer und sorry für meine Penetranz, war aber wichtig!

holger196967 März 13, 2014 um 13:57

Doktor D

nein, ich war das nicht :D der im Radio. Aber das, was man nachvollziehen kann, steht rein juristisch logisch in Büchern geschrieben ;) Und mein Dozent in Steuerrecht war ein Steuerfahnder, und in Recht ein Richter. Daher kann ich ja auch ab und zu mal Differenzieren. Und ja, ich geb es zu, am Anfang habe ich mich mit dem Recht sehr schwierig getan. Gerecht scheint es nicht zu sein. Aber was solls, das zählt nun mal nicht, die Gerechtigkeit. :D

holger196967 März 13, 2014 um 14:01

Und ein guter Aspekt via Twitter von @egghat

in etwa: “Warum gibts die Selbstanzeige überhaupt”

Die ist ja schon ein Aufruf zur Steuerhinterziehung bei Straffreiheit.

holger196967 März 13, 2014 um 14:09

Urteil 3 Jahre 6 monate… es geht weiter

holger196967 März 13, 2014 um 14:11

Also Revision… passt, dann wollen die anderen Instanzen ein Grundsatz fällen wollen.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 14:12

Ob es weitergeht, wissen wir noch nicht.

Goodnight März 13, 2014 um 14:14

2 Jahre Freigänger, danach auf Bewährung…

Ich sage nur: Bayern!

Skarssen: What do you want?
Salinger: I want some f.cking justice.
(the international)

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 14:18

Goodnight

Wie schon gestern formuliert: Ein salomonisches Urteil. Man wird sehen, wer noch Interesse an einer Verfahrensverlängerung hat.

chabis März 13, 2014 um 14:24

“Hoeneß hat auch von deutschen Konten aus ähnliche Spekulationsgeschäfte durchgeführt und dort angefallene Gewinne offenbar korrekt versteuert (er hat aber offenbar insgesamt massive Verluste angehäuft, aber steuerpflichtig ist ja jeder einzelne Trade bei Devisengeschäften). Dies entzieht jeder Argumentationslinie die Basis, dass er es nicht hätte besser wissen müssen für seine Trades auf Schweizer Konten.”
Aus einem Kommentar bei G.Wolff
http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/12/28/der-fall-mollath-die-irrwege-der-psychiatrie-3/comment-page-4/#comment-34062

Morph März 13, 2014 um 14:27

@FL

“Wie schon gestern formuliert: Ein salomonisches Urteil”

Ja, Volltreffer, sehr gute Analyse!

“Außerdem mag ja die Räuberpistole von Hoeneß richtig sein … . Dann sollte er aber nichts anderes als einen Freispruch akzeptieren.”

Yep, jetzt wird’s spannend, schau’n mer mal! ;-)

Goodnight März 13, 2014 um 14:28

Hier:

http://www.focus.de/finanzen/steuern/insiderbericht-aus-der-schweiz-dieser-banker-zockte-fuer-hoeness-am-devisenmarkt_id_3684802.html

Die schreiben:
“Mit dem Wegfall von Hoeneß hat der Devisenhandel von Vontobel die wichtigste Einnahmequelle verloren.”

=>Wird immer lustiger, jetzt scheint Herr Honeß nicht nur ein Genie sondern auch der einzige Devisenhändler der Vontobel Bank gewesen zu sein!!!!!!

“All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy…….”
(Shining)

holger196967 März 13, 2014 um 14:32

f.luebberding

wenn es keine Revision geben sollte, dann wäre ich verwundert. Frist läuft ab Urteil eine Woche.

Es gab ja nur 2 Dinge, entweder Straffrei oder ohne Bewährung. Wie man nun mit solchen komplexen Selbstanzeigen umgehen soll, steht noch im Raume.

Das war ein Larifari Prozess. Normalerweise müsste man von dritter Seite “Revision” einlegen. Um eine Klarheit schaffen zu können.

keiner März 13, 2014 um 14:33

Keine Einstellung des Verfahrens? Ich bin entsetzt! Vielleicht kann Putin da was machen, der hat doch auch schon Steuersünder rein äääh raus gehauen….

otto März 13, 2014 um 14:33

Finde ich auch, ein Adidas-Salomonisches Urteil……

Goodnight März 13, 2014 um 14:37

Oder andersherum:

Vontobel hatte gar keinen Devisenhandel…bis Honeß erschien…

“And what we say is the truth is what everybody accepts. Right, Owen? I mean, psychiatry: it’s the latest religion. We decide what’s right and wrong. We decide who’s crazy or not. I’m in trouble here. I’m losing my faith.”
(12 monkeys)

Bladnoch1971 März 13, 2014 um 14:38

@Goodnight

Was hast Du erwartet oder als angemessen angesehen? Das was die Staatsanwaltschaft gefordert hat oder gleich öffentlich anketten an der Mariensäule am Marienplatz mit anschließendem beschießen durch Fußbälle die wahlweise in den Vereinsfarben von 1860 München oder Borussia Dortmund gehalten sind. Das wäre aber dann ziemlich vormodern.
Schließe mich der Meinung von @Luebberding an, in Anbetracht der Umstände ein wirklich salomonisches Urteil.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 14:44

otto

Eine sehr gute Formulierung. Die werde ich mir für heute Nacht merken. Ansonsten wäre ein neues Verfahren sicherlich wünschenswert. Leider werden aber meine Wünsche nur selten berücksichtigt.

keiner März 13, 2014 um 14:48

Meine auch (siehe Krokus)! Soll ich mal mit deiner Frau reden?

Morph März 13, 2014 um 14:49

Dass sich der FC Bayern noch nicht äußern mag und schweigt, spricht sehr laut Klartext, finde ich.

Und wie immer fällt den Herren Verschwörungstheoretikern nichts ein, wenn es einmal nicht um Reptilienorks from Outer Space oder unterirdische Weltregierungen geht, sondern um ein mit Händen zu greifendes Beispiel für den außerrechtlichen Charakter der Geldwirtschaft geht.

Angesichts eines so prominenten Falls könnten auch Marxisten und Debitisten einmal ihre Lehren überprüfen, die ja unrealistischerweise nicht zwischen Geldwirtschaftssystem und Rechtssystem unterscheiden und ihre Entwicklungsprognosen genau auf diesen Schwachpunkt aufbauen. Man muss einfach davon ausgehen, dass neben der offiziellen, rechtmäßigen Geldwirtschaft auch ein Riesenbereich an unrechtmäigen Geschäften läuft und die Nachfrage nach Übersetzungsleistungen unrechtmäßigen Besitzes in rechtmäiges Eigentum enorm ist und parallel zum Wirtschaftswchstum steigt.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 14:49

keiner

Es ist noch Winter.

holger196967 März 13, 2014 um 14:53

Es ist Revision

wowy März 13, 2014 um 14:53

Ich schließe mich der Meinung von Prantl an: Das war ein Deal
Es wird keine Revision geben, weil die
Beteiligten so schnell wie möglich Rechtskraft des Urteils erlangen wollen.
#Strafklageverbrauch

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 14:53

Hoeness geht wohl in Revision. Beziehungsweise: Er lässt das Ankündigen. Ist manchmal ein Unterschied.

jmg März 13, 2014 um 14:54

Bin mal gespannt auf die Erklärung des Bayern Aufsichtsrats. Bekommen Richter Heindl und der Staatsanwalt jetzt Stadionverbot?

keiner März 13, 2014 um 14:54

Ich hab hier gerade Krokus am blühe, willste ein frisches Bild?

holger196967 März 13, 2014 um 14:56

f.luebberding März 13, 2014 um 14:53

sein Anwalt hat eben vor laufender Kameras Revision angekündigt, geseh auf n-tv

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 14:57

keiner

Nein. Hier blühen Ideen.

holger196967 März 13, 2014 um 14:57

Ist überhaupt kein unterschied, das Urteil ist ja salomon oder?

Also lächerlich…

wowy März 13, 2014 um 14:57

Der Verteidiger kündigt Revision an?
Das verstehe wer will.

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 15:00

Holger

Das sage ich ja: Er hat Revision angekündigt. Das ist auch nachvollziehbar, weil es Zeitgewinn bedeutet, etwa um nachzudenken. Ob es irgendwann auch zu einem Revisionsverfahren kommen wird, steht damit aber noch nicht fest.

wowy März 13, 2014 um 15:17

Vielleicht nur Taktik. Man kann den BGH ja auch zur Zurückweisung ermuntern ;-)

Insider März 13, 2014 um 15:23

Der Prozess ist durch.

Die Sache bleibt im Dunkeln.

H. geht für die Hälfte der Strafe in den in den offenen Vollzug, der Rest wird auf Bewährung ausgesetzt.

„Beim offenen Vollzug werden im Gegensatz zum geschlossenen Vollzug keine oder nur verminderte Vorkehrungen gegen Entweichungen getroffen. Dies erfordert vom Insassen die freiwillige Einordnung in ein System der Selbstdisziplin, der Gemeinschaftsfähigkeit und Eigensteuerung und ist die letzte und wichtigste Stufe zur „Einübung der Regeln des freien Lebens“ (Resozialisierung).
Im Idealfall heißt dies konkret: Der Gefangene verlässt morgens die Anstalt und begibt sich zu seinem Arbeitsplatz. Nach Beendigung der Arbeit kehrt er unverzüglich in die Anstalt zurück und bleibt dort bis zum nächsten Morgen, sofern er keinen Ausgang oder Urlaub hat. In der Anstalt kann der Gefangene an den dort angebotenen Freizeit-, Sport- und Behandlungsmaßnahmen teilnehmen, die meisten Wochenenden verbringt er bei seiner Familie.“ (Wikipedia)

Konkret bedeutet dies, dass H. für 21 Monate – abzüglich Urlaub – wochentags in fremden Räumen nächtigen muss.

F. Lübberding (März 12, 2014 um 17:29) wies bereits darauf hin:
Bastian Brinkmann von der Süddeutschen Zeitung hat es einmal nachgerechnet. Hoeneß muss Morgen bei einer Steuerschuld von 30 Mio. € je nach Urteil mit Ansprüchen des Fiskus zwischen 70 Mio. € (Freispruch) und 48 Mio. € rechnen. Die werden sofort vollstreckt. Folge der zu zahlenden Zinsen. Jetzt die Frage: Ist ein Freispruch 22 Mio. € wert?

Mit jedem Monat Auswärts-Schlafen spart unser Uli also über 1 Mio. €.

So kann man Geld im Schlaf verdienen.

BB März 13, 2014 um 15:32

Knast-Wetter-Experte Kachelmann:

“Hoeness wird in der Knasthierarchie ganz oben sein.”

http://www.focus.de/finanzen/steuern/ex-angeklagter-gibt-tipps-kachelmann-hoeness-wird-in-knasthierarchie-oben-sein_id_3682192.html

holger196967 März 13, 2014 um 15:34

f.luebberding März 13, 2014 um 15:00
Holger

Das sage ich ja: Er hat Revision angekündigt. Das ist auch nachvollziehbar, weil es Zeitgewinn bedeutet, etwa um nachzudenken. Ob es irgendwann auch zu einem Revisionsverfahren kommen wird, steht damit aber noch nicht fest.”

Frank…

das Urteil ist nicht Heute rechtsgültig. Deswegen musste man Heute auch keine Revision ankündigen. Das muss man überhaupt nicht. Das ist Bla Bla. Hat auch nix mit Zeitschinden zu tun. Rechtsgültig wird das Urteil mit Zustellung. Entweder stellt man den Antrag auf Revision innerhalb einer Woche oder nicht. Das kann für jeden, auch für die Staatsanwaltschaft offen bleiben. Selbst die könnte noch Revision einlegen, muss sie aber auch nicht ankündigen.

NUR wenn ein so Verteidiger in seiner Stellung ankündigt: Revision, dann kommt das auch so, sonst macht er sich ja zum Kasper.

Vermutlich hat es die Verteidigung darauf sogar angelegt, liegt vielleicht Nahe. Kann man Vermuten.

keiner März 13, 2014 um 15:43

“Nein. Hier blühen Ideen.”

…auf die keiner hört. Also eigentlich eher niemand.

holger196967 März 13, 2014 um 15:45

Und die Urteilsbegründung legt es ja auch nah, dass sogar eine Revision erwünscht ist, damit man die Form der “Selbstanzeige” mal wirklich und richtig definiert.

Habe ich ja schon weiter ganz weiter oben getippselt. Diese Selbstanzeige von UH hätte ja mindestens 1 Jahr gedauert (Bearbeitung). Also wäre der Fakt eine Selbstanzeige in Fällen derer von UH überhaupt gar keine Selbstanzeige möglich.

Das hat ja noch gar keiner geschnallt. Also muss sich der BGH mit der Revision beschäftigen und eine andere Kammer damit, geht überhaupt so eine selbstanzeige!

Wenn, wenn denn alle vor dem Recht gleich sein sollen.

Also die Mutti mit 10 Buchungsbelegen und der UH mit 60 oder 70.000 ?

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 15:51

wowy

Es gibt zwischen der rechtlichen Beurteilung und der Verfahrenslogik, nämlich den Haftantritt des Klienten zu verzögern, halt einen Unterschied.

wowy März 13, 2014 um 15:54

@holger
Formelle Rechtskraft bedeutet Unanfechtbarkeit. Erst wenn die Revision vom Tisch ist, wird das Ding rechtskräftig.
Eine Woche, wenn alle die Frist verstreichen lassen.
Ansonsten http://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__345.html ff.

wowy März 13, 2014 um 15:57

@fl
I agree to agree #nodisagreement

holger196967 März 13, 2014 um 16:00

wowy März 13, 2014 um 15:54
@holger
Formelle Rechtskraft bedeutet Unanfechtbarkeit. Erst wenn die Revision vom Tisch ist, wird das Ding rechtskräftig.
Eine Woche, wenn alle die Frist verstreichen lassen.”

Du schaffst mich, sach ich doch :D

Huuh März 13, 2014 um 16:01

>>> „Beim offenen Vollzug werden im Gegensatz zum geschlossenen Vollzug keine oder nur verminderte Vorkehrungen gegen Entweichungen getroffen.”

Kann man dann nicht auch Kehrungen bzw. Vorkehrungen treffen, wo gar keiner merkt, dass einer entweicht?

holger196967 März 13, 2014 um 16:02

Halten wir also fest, der Uli wird 2014 und 2015 noch das Tripple Quatro … feiern dürfen :D

f.luebberding f.luebberding März 13, 2014 um 16:05

Goodnight

Ist ja nicht so, dass unser Finanzgenie nirgendwo sonst gewürdigt werden würde.

holger196967 März 13, 2014 um 16:30

Fazit:

Entweder wird die Möglichkeit der “Selbstanzeige” gestrichen, und zwar für Alle auch für Lübberding ausnahmslos, oder man wird die “Selbstanzeige” in Art und Ausführung reformieren müssen.

Desweiteren sind hier seitens der Behörden, “Finanz” oder “Staatsanwaltschaft” erheblich Fehler begangen worden (Presse/Öffentlichkeit). Steht aber auf einem anderen Blatt Papier.

Sollte es zur Revision kommen, werden andere Maßstäbe gesetzt werden müssen. Denn die “Unmöglichkeit” einer “Selbstanzeige” kann keinem gerecht werden.

Und da spielt der Faktor Zeit und der Ermessensspielraum eine große Rolle.

Moralisch gesehen, würde ich mich nicht ärgern, wenn der UH mal zur Reflektion kommt, auch wegen seiner Dämlichkeit. Rechtlich gesehen, wenn es schon die Möglichkeit gibt, dann muss sie jedem auch möglich sein.

Von daher hat die “Selbstanzeige” ein Manko in sich selber ruhend. Wie soll man so eine umfangreiche Selbstanzeige machen, ohne das ein dritter davon Wind bekommt.

Vermutlich sollte man das Vorhaben, bei einem Notar beglaubigen lassen.

Wenn ich die Kohle hätte, würde ich jedenfalls nicht mehr in DE verweilen. Und würde es wie die Beckenbauers und die Schumachers oder die Vettels machen.

So gesehen ist UH doppelt bestraft. Nur weil der Tegernsee noch zu Bayern gehört, und Berlin auf die Fertigstellung des BER hofft.

Von daher sind die 3 Jahr und 6 Monate für einseitige Dummheit viel zu wenig. 9 Jahre und 9 Monate hätte ich ihm aufs Fell gebrannt, aber nur wegen Dämlichkeit.

Keynesianer März 13, 2014 um 16:50

Ist eigentlich das Stichwort Sportkorruption in dem Zusammenhang schon gefallen? ;)

Ach nee, der Hoeneß war ein Devisentrader und hat damit die Millionen bewegt. Wer hätte das gedacht? :)

http://www.srf.ch/news/schweiz/session/staenderat-will-die-korruption-im-sport-bekaempfen

holger196967 März 13, 2014 um 16:58

Keynesianer März 13, 2014 um 16:50

Dir würde ich mindestens 12 Jahre aufbrummen :D Wenn VT dann aber bitte richtig. Hoeness ist ein Sohn vom Metzger oder gar Viehhändler? Als Metzgers Sohn hat er garantiert gehackt und durch den Wolf gedreht. Viehhändler zB waren die Goldmänner Sucks und Lehmänner.

Reicht das für ne VT? Natürlich ist der Handel mit Vieh Zinsen (Franzosen und Brandstifter) lukrativ. Kauf dir die BamS da steht so ein Fall drin., wer wie was.

Auch sogar mit Steuerhinterziehung. :D

egal März 13, 2014 um 17:09

Meine 50 cent von oben ziehe ich übrigens zurück. Ich hatte den Dreyfus verwechselt. Wer 700 Millionen für 20% von Adidas ausgeben kann, braucht natürlich keine 5 Millionen.

Interessant ist, dass Dreyfus, als er UH die 5 Millionen gab, schon das Schwarzgeldsystem von Bernhard Tapie bei OM übernommen hatte. In dieses Schwarzgeldsystem waren bei OM alle im Verein eingebunden, ein Teil der Gehälter ging direkt auf Schweizer Konten. Die fünf Millionen waren für Fußballverhältnisse also eine ganz normale Transaktion.

In Marseille gibt es ohnehin die eigentlichen Räuberpistolen:
http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Sohn-des-Sportdirektors-von-Olympique-Marseille-erschossen/story/14913259

carlos manoso März 13, 2014 um 17:24

@holger196967 März 13, 2014 um 16:30
„So gesehen ist UH doppelt bestraft.“

Uli Hoeness zum „Handelsblatt“ 2011 im Interview : „Kurz rein und schnell wieder raus – das entspricht nicht meiner Überzeugung.“
Susi Hoeness zur „Bunten“: „Mein Mann hat jemand gebraucht, der alles zu Hause macht: Büro, Haus, Kinder, Hund.“
ttp://www.bunte.de/panorama/susi-hoeness-bunte-mein-mann-ist-kein-macho-12976.html#sthash.N0iNzF5l.dpuf

holger196967 März 13, 2014 um 17:37

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-03/hoeness-urteil-kommentar

das solche Schmierfinken gar nichts mehr raffen ist ja klar…

Morph März 13, 2014 um 17:51

@Keynesianer

“Ist eigentlich das Stichwort Sportkorruption in dem Zusammenhang schon gefallen? ;)”

Nein, aber danke für den Kommentar, der bilderbuchartig illustriert, wie B-Kommentatoren ticken.

Ich sage nicht mehr VTler, denn die Verschwörungstheorie im buchstäblichen Sinn ist gar nicht das Problem der Bekloppten, sondern: die komplett abwegige Verschwörungsphantasie! (Mit Theorie hat das ja gar nichts zu tun). Also, ich distanziere mich hiermit von allen meinen oberflächlichen Beschimpfungen, die mit der Vokabel ‘Verschwörungstheorie’ hantierten. Und da mittlerweile mein rumpelstielzchenhaftes Herumschimpfen über ‘Bekloppte’ auch etwas ausgenudelt ist, führe ich hiermit die Vokabel des/der ‘B-KommentatorIn’ ein, wobei das B für Birnenquark und/oder Beklopptentum steht. Die Moderne ist bekanntlich flexibel: zwischen A(ufklärung)-Liga und B(ekloppten)-Liga des Kommentariats kann man je nach Tagesform hin- und herwechseln…

Also, “Sportbetrug” ist im Fall Hoeneß noch kein Thema, ebensowenig übrigens, @Keynesianer, wie Kinderpornographie.

Wir spekulieren hier verschwörungstheoretisch mit Ockhams Rasiermesser, und wir sehen, dass die Geschichte, die uns Hoeneß erzählt und die durch das Urteil bestätigt wurde (okay, es geht um Recht, nicht um Wahrheit…), zur Alltagserfahrung überhaupt nicht passt. So, wie uns erzählt wird, kann es nicht gewesen sein.

Z.B. die ‘Sucht’-Geschichte. Die Spiel-Sucht zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man hoch und höher zockt, sondern allein dadurch, DASS man uockt. Und dass einen das immer stärker absorbiert. D.h. die angebliche Spielsucht hätte dadurch auffallen müssen, dass UH in seinem Job nicht merh funktioniert, Termine nicht einhält, er nicht mehr erreichbar ist, das Vorstandskollegium in eine Krise gerät.

Die ‘Sucht’-Geschichte ist psychopathologisch komplett unglaubwürdig, das muss eigentlich jeder einsehen können, der schon einmal den Eindruck hatte, in der Nähe suchtartigen Verhaltens zu operieren. Sucht ist ein anderer Name für Kontrollverlust, und zwar nicht Kontrollverlust über den Suchtgegenstand, sondern über das ÜBRIGE eigene Privat- und Sozial-Leben.

carlos manoso März 13, 2014 um 17:55

@holger196967 März 13, 2014 um 17:37
„das solche Schmierfinken gar nichts mehr raffen ist ja klar…“

holger196967 ,50.000 mal „kurz rein und schnell wieder raus“ . Da wäre auch UB schnell „overtradet“.

Dipfele März 13, 2014 um 18:14

@Holger

> Das hat ja noch keiner geschnallt

Doch, der Richter: UH habe alle Zeit der Welt gehabt, die Unterlagen zu besorgen für eine strafbefreiende Selbstanzeige – wenn er sich denn steuerehrlich machen wollte.

holger196967 März 13, 2014 um 18:20

Dipfele

LOL —>>> Doch, der Richter: UH habe alle Zeit der Welt gehabt, die Unterlagen zu besorgen für eine strafbefreiende Selbstanzeige – wenn er sich denn steuerehrlich machen wollte.”

Klar vom ersten Trade an :D

Stephan März 13, 2014 um 18:28

Da bin ich ganz bei @Morph. Dieses Fantasieren über Sucht … ist Kindergarten-Psychologie. Ich meine wenn das Sucht ist müsste man 99% aller Kapitalisten in die Sucht-Therapie schicken? Und von Kontrollverlust kann auch keine Rede sein. Hoeneß hat doch seine Trades scheinbar diszipliniert und aufmerksam exekutiert? Dieses dringende Bedürfnis bei Hoeneß irgendwo dunkle Machenschaften zu verorten verstehe ich auch nicht? Hoeneß war ein Spekulant. Das ist soweit ich weiß noch nicht verboten. Er hat halt zu seinem Unglück vergessen dafür auch Steuern zu bezahlen. So etwas soll vorkommen. Dafür wird er jetzt bestraft. End of story.

Doktor D März 13, 2014 um 18:34

#VT: @goodnight hatte doch da schon einen ganz viel versprechenden Ansatz: Das sind schwarze Kassen, die im Zusammenhang mit Spielertransfers stehen, und dem FC Bayern die Möglichkeit für Geldgeschäfte außerhab der Bilanz gegeben haben. Vielleicht als Gemeinschaftskonto mit adidas – bei Spielertransfers sind die ja auch immer ganz innig.
Ich bin leider finanzspekulativ viel zu illiterat, um da irgendwas konkret zusammen zu fabulieren, dafür gibt es hier aber ja berufene Kräfte.

holger196967 März 13, 2014 um 18:36

Dipfele

warum gibt es also die Selbstanzeige, wenn se eh nichts taugt? Oder solche Hürden aufweißt (im Fall UH), dass diese eh nicht funktioniert?

hmm?

holger196967 März 13, 2014 um 18:40

Also, wenn Selbstanzeige, dann bitte schön in Bayern, wie der Beichtstuhl. Oder?

Schäuble der du da bist im Himmel, geheiligt werde dein Name…

ich der Sünder gelobe von nun an Steuerehrlichkeit. Ich werde dir all meine Verfehlungen in den nächsten 6 Monaten offenbaren.

So war mir Gott oder eine Hedge Fond Derivat helfe.

wowy März 13, 2014 um 18:49
"ruby" März 13, 2014 um 19:06
g.w. März 13, 2014 um 19:14

@Morph
Hoeness hat mit den Kornkreisen nichts zu tun, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber ausschliessen kann man ja heutzutage kaum noch etwas ;-)

wowy März 13, 2014 um 19:31

Wirklich spannend ist die Frage, ob die Staatsanwaltschaft in die Revision geht (und Herr Bausback ihr bei der Entscheidung freie Hand lässt ;-)

Goodnight März 13, 2014 um 19:52

Hurra, intelligente Menschen bei der Zeit…das es das noch gibt:

http://www.zeit.de/sport/2014-03/uli-hoeness-bayern-muenchen-gefaengnis

wowy März 13, 2014 um 19:56

Die ARD schießt wieder den Vogel ab.
Es wird einen Brennpunkt zu Hoeneß geben.
Im Gegensatz zur NSA-Affäre hat Herr Herres wohl diesmal kein Veto eingelegt.
#unfassbar

holger196967 März 13, 2014 um 20:16

Goodnight

es freut mich, dass die Moderne aus Geifer aus dem Maul besteht. Bestätigt ja alle Vorurteile. Hauptsache Schleim und Schaum vor dem Mund. Chapeau das es zu mehr nicht reicht.

Bruch vom Müller März 13, 2014 um 20:20

@ Morph März 13, 2014 um 17:51

Es wäre vielleicht dankenswert, wenn Du einige Kernsätze formulieren, gern auch detaillierte Ausführungen machen könntest dazu, wie man sich dem Status eines A-Kommentators im Blog „Wiesaussieht“ annähern soll. Ich sage das trotz meiner festen Absicht, die B-Blödelei, die ich hier ab und zu betreibe, weiter einzuschränken; die Absicht festigt sich in dem Maß, wie das Blog sich von meinen eigentlichen Interessen immer weiter entfernt. Die betreffen die Alltagssituation ganz verschiedener Menschen in meinem Umfeld und die Veränderungen, die sich dort abzeichnen oder immer aufs Neue ergeben. Ein hoch spannendes Beobachtungsfeld, wenn man eigene und anderer Leute Reflexionen zusammen führt.

In diesem Zusammenhang füge ich zu Deinen Kategorien noch die K-Kommentatoren hinzu. Die Kommentatoren all des Geschehens in der Kneipe. Die Spanne reicht vom saufenden Harzer über den Schwarzarbeiter bis zum Anwalt und Berufsschullehrer, der Hausmeister und der Hausverwalter sind dabei, ein Kahnverleiher aus dem zentralen Stadtpark, und der Taxifahrer mit der unglaublichen Schnauze, tatsächlich: auch er. Ein Kripobeamter als bekannter Gast und vielleicht, wer weiß es, auch mal einer im Dienst.

Man kennt sich und mag das Milieu. Natürlich ist Fußball ein Thema. Die Familie, die Partnerschaften, und die Arbeitswelt wird sehr transparent. Man glaubt nicht, was für vielfältige Netzwerke es auf dieser Ebene gibt. Und immer wieder frappierend das detaillierte Wissen um Sachverhalte bei Leuten, bei denen man das nie vermutet hätte. Die Primitivpropaganda liegt hier anderen morgens unter dem Kneipenhocker wie ein 5-Cent-Stück, das niemand aufhebt, weil man es der Putzfrau überlässt.

Oxham schon gelöffelt. Noch einmal, @ Morph, wie wird man A-Kommentator?

Stephan März 13, 2014 um 20:21

Das ist also deine “Moderne” @Goodnight? Wenn ein Wall Street Trader loslegt ist das “easy as f*ck” weil halt “Moderne”? Wenn ein Uli Hoeneß genau dasselbe macht ist das PFUI?

Nick Leeson: Despite rumours of secret bank accounts and hidden millions, I did not profit personally from my unlawful trading. To be absolutely honest, sometimes I wish I had. (Rogue Trader)

ruby März 13, 2014 um 20:41

@ Bruch vom Müller

Vielleicht geling/kt es das Thema im Milieu unserer Netzwerke zu transportieren :

Am 13. März 1979 trat das Europäische Währungssystem EWS in Kraft. Es sollte Währungsstabilität schaffen und damit Europas Gewicht in der Weltwirtschaft erhöhen.
http://www.ndr.de/info/audio195709.html

Jeder mit seinen besonderen “Talenten” – gemeinsam ist mehr.
;-)
every kinda people
for
every day people
http://www.youtube.com/watch?v=ndCnOqKq5Xs

egal März 13, 2014 um 20:54

@morph

Ich finde den Hinweis auf Spielmanipulationen gar nicht so abwegig.

Wozu braucht ein Verein Schwarzgeld? Für Spielertransfers und für Spielmanipulationen.

Schwarzgeld kommt bei Transfers ständig zum Einsatz, siehe das aktuelle Neymar-Verfahren. Es kam auch schon bei großen Bundesligaclubs vor, ich erinnere nur an den veruteilten FCK-Vorstand um Friedrich.

Spielmanipulationen durch Vereine aus sportlichen Gründen (also nicht für die Wettmafia) kommen auch häufig vor, auch bei großen Clubs. OM und Juve spielten in der CL-Finalrunde, als sie relegiert wurden. Auch in Deutschland gab es Verdachtsfälle. Rainer Calmund wurde z. B. von Bayer Leverkusen angezeigt.

Prinzipiell sind also beide Verwendungszwecke für Schwarzgeld denkbar. Ich frage mich, warum A-Kommentatoren nur Möglichkeit A vermuten und nur B-Kommentatoren auf Möglichkeit B kommen.

Und: manipuliert wird in Deutschland ja öfters, siehe Wettquoten. Hätten vor Hoyzer nur Lunatiker bestochene Schiedsrichter vermuten dürfen?

ruby März 13, 2014 um 20:56
ruby März 13, 2014 um 20:59

@ egal

das willst du doch garnicht alles wissen, denn dann bräche unsere wunderbare scheinwelt zusammen !

egal März 13, 2014 um 21:05

Und dass gegenüber Spielmanipulationen nicht gerade Null-Toleranz herrscht, hat doch die Reaktion gezeigt, als Piszczek eine Sperre drohte, weil er in Polen an einer Spielmanipulation mitgewirkt hat. Der BVB konnte andere Clubs und die Liga auf seine Seite ziehen. Letztlich wurde die Bestrafung in Polen abgemildert, so dass keine Sperre in Deutschland mehr drohte. Eine gute Figur hat aber keiner der Beteiligten gemacht.

jmg März 13, 2014 um 21:24

Das war doch nur das Hinspiel. Das hat der Uli krachend verloren mit unverständlichen Abwehrfehlern. Mit einem “Katsche” in der Abwehr wär ihm das nicht passiert. Aber: Rückspiel in Karlsruhe und da hat er mit seiner Mannschaft fast immer gewonnen. Kurz gesagt:”Ein Spiel dauert 90 Minuten.”
Sachverhalt ist doch: Steueranzeige ist verunglückt. Hat man wirklich nur einen Schuss und der muss sitzen? Nachbessern wirklich unter allen Umständen nicht erlaubt auch wenn die Unterlagen objektiv nicht fristgerecht beizubringen sind?
Die Fragen wurden meines Wissens höchstrichterlich noch nicht entschieden. Zur Erinnerung: Im WM Endspiel 74 hat der Uli den Johan Cruyff in der 1. Minute auch im Strafraum umgesäbelt und wurde trotzdem noch Weltmeister.
http://www.youtube.com/watch?v=_N2mRJwvBrY
Der Uli wird Gras fressen und bis zur letzten Minute kämpfen, damit ihn der Horst Eckel nicht im Knast besuchen muss.
http://www.horst-eckel.de/?p=1118

egal März 13, 2014 um 21:42

Das Konto bei der Schweizer Vontobel-Bank, um das es geht, habe er seit 1975, sagt Hoeneß vor Gericht.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.prozess-gegen-uli-hoeness-in-den-staub-geworfen.d579c94e-f8b1-479b-bef8-370665227f48.html

sol1 März 13, 2014 um 22:44

@ egal

Prinzipiell sind also beide Verwendungszwecke für Schwarzgeld denkbar. Ich frage mich, warum A-Kommentatoren nur Möglichkeit A vermuten und nur B-Kommentatoren auf Möglichkeit B kommen.

Zumal es Indizien gibt, die auch von A-Kommentatoren ernst genommen werden könnten:

http://www.stern.de/sport/fussball/europapokalspiel-st-petersburg-vs-bayern-uefa-intensiviert-ermittlungen-1570244.html

sol1 März 13, 2014 um 22:53

…lassen sich die Leute um drei schöner Stunden in der Woche Willen an der Nase durch die Arena ziehen, während der achso spendenwütige Uli alias Mutter Teresa ihnen erzählt, dass er ja unter Spielsucht gelitten habe? Während er aus einem Schuldenklub den gesündesten und reichsten Verein der Welt machte, ohne sich von Scheichs, anderen hyperreichen Unternehmern mit Spieltrieb oder Stadtverwaltungen pimpen zu lassen? Der soll also Dr. Jekyll und Mr. Hyde gewesen sein? Tagsüber alles unter Kontrolle: Finanzen, Medien, Spieler, ein bisschen gezielt in der Öffentlichkeit rumpoltern und zu guter Letzt mal die Champions-League gewinnen. Dann, wenn alle Lichtlein aus sind und die Kinderchen alle schön unter ihren Bayernbettdecken liegen, dann macht es plopp! Aus dem Organisationstalent wird der spielsüchtige Herr Zocker, der genau so durch die Gegend zockt, wie die Banker, denen er gerade noch im Fernsehen sein Moralin ins Gesicht pfeffergesprayt hat?

http://neuesaussiberia.wordpress.com/2014/03/13/und-dann-fragte-man-mich-nach-fussball/

sol1 März 13, 2014 um 23:05
petervonkloss März 13, 2014 um 23:12

Das Telefonat

- Der Wortlaut des Telefonats sagt alles. Nachinterpreation unnötig.
Dieser Artkel erscheint wie aus einer anderen Welt: Ja, is ruhige Analyse doch noch möglich? Nach der Lektüre dieses Artikels erscheinen die anderen Artiekl um so schriller und peinlicher. Ja, ehrlich gesagt, trotz des Ernst der Lage, lese ich viele Artikel immer mehr zu meiner Belustigung, es wird so ein Stück DDR Kindheit wieder wach. Insofern bin ich an dieser Stelle sehr positiv überrascht. Was miich allerdings an diesen Artikel gestört hat, ist wie das Telefongespräch Ashton-Paet zu vorsichtig realtiviert wird. Fakt sind doch zwei Dinge: Dessen Authentizität wurde bestätigt. Der Wortlaut und Inhalt wurde NICHT dementiert. Es wurde abgehört, unschön, aber da ist dem Westen für alle Zeiten die Empörungsmasse verschwunden. Wenn also der Wortlaut AUTHENTISCH ist, dann interessiert doch nicht mehr, was die Abgehörten hinter gemeint haben wollen. Fakt ist: Es wurde gesagt, was veröffentlicht wurde, und das ist deutlich genug. Es sollte eigentlich alles ändern, nunja, andere Interessen. –

egal März 13, 2014 um 23:38

Ich schrieb oben, in Deutschland habe es bisher nur Verdachtsfälle von Spielmanipulationen gegeben. Das ist natürlich nicht richtig. Es gab den Bundesligaskandal. In den 70ern machten die Bareinnahmen des Eintrittskartenverkauf bei Heimspielen noch einen bedeutenden Teil des Umsatzes aus und Handgeld wurde auf die Hand ausgezahlt.

Auch wenn die Entwicklung der Umsätze mit der Professionalisierung der Branche nicht Schritt hielt, die leitenden Angestellten der heutigen mittelständischen Fußballunternehmen im Teilbesitz von Investoren sind mit den Amateurfunktionären und Patriachen der 70er überhaupt nicht mehr vergleichbar.

Die Entwicklung wurde von Bosman aufgehalten, als Vereine mit Spielerberatern aus Südamerika und Osteuropa verhandeln mussten, die mit ungesetzlichen Vorschlägen ankamen. Aber die Funktionäre dieser Epoche sind mittlerweile auch abgetreten. Man kann sich auch kaum vorstellen, dass von Spieler der heutigen Internatsgeneration Forderungen nach steuerfreiem Einkommen stellen.

Sowas wie der Bundesligaskandal wäre heute so nicht mehr möglich. Die ganze Branche hat sich verändert. Die ganze Branche? Es gibt einen kleinen Verein im Süden der Republik, dessen Kernpersonal seit den 70ern unverändert ist. Hoeneß, Beckenbauer, Rummenigge. Bis vor kurzem Breitner und Karl Hopfner. Hoeneß Konto stammt von 75. Einfach unvorstellbar, dass da nicht weitere Altlasten rumliegen.

Aber, die wichtigste Ursache für Schwarzgeldbedarf wurde bisher gar nicht genannt: wie wird die Blutzentrifuge bezahlt? Privat von den Spielern?

ruby März 14, 2014 um 00:14
sol1 März 14, 2014 um 00:41

@ egal

Aber, die wichtigste Ursache für Schwarzgeldbedarf wurde bisher gar nicht genannt: wie wird die Blutzentrifuge bezahlt? Privat von den Spielern?

Bei den Summen, die im Spitzenfußball gezahlt werden, sind 50.000 Euro Peanuts:

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/weitere/Mit-dieser-Maschine-wird-gedopt/story/15434668

petervonkloss März 14, 2014 um 01:29

ESSAY
Im Schatten des Sinai
Über Ursprünge und Wandlungen totaler Mitgliedschaft. Von Peter Sloterdijk

1 Das Sinai-Schema: Die integrale Einschwörung

Ich will im Folgenden auf einige Momente der bekannten Sinai-Episode aus der Exodus-Erzählung des Pentateuchs etwas näher eingehen, um sie als Urszene der altjüdischen Anti-Vermischungspolitik zu charakterisieren. Daß es sich bei der Sinai-Erzählung wie bei der gesamten Konstruktion des Exodus-Epos mitsamt seinen Irrfahrten, Rebellionen und Wundern weitgehend um literarische Fiktionen im Modus nachträglicher Prophezeiung handelt, wahrscheinlich zwischen dem 8. und dem 6. vorchristlichen Jahrhundert verfaßt und nach-exilisch überarbeitet, setze ich in aller Ruhe voraus. An Spekulationen über den möglichen Einschluß von Realitätsresten aus älteren Epochen in diesen Geschichten kann ich mich nicht beteiligen; daher ist für den vorliegenden Versuch auch die Frage nach der geographischen Identifizierung des Sinai-Schauplatzes – es soll hierzu 14 verschiedene Hypothesen geben – ohne Belang. Des weiteren ist es im gegebenen Zusammenhang nicht weiter beunruhigend, daß Moses wohl kaum zwei von Gottes Finger beschriebene Steintafeln von der Berghöhe zum Lager des Volks herab gebracht haben kann. Der Münsteraner Alttestamentler Erich Zenger (1939-2010) hat hierzu das Nötige mit einer rührenden Deutlichkeit hingeschrieben: “Hinter den Sinaigeschichten des Buches Exodus wird nicht ein wie immer geartetes einmaliges, empirisch greifbares Ereignis sichtbar: es gab historisch keinen Bundesschluß am Sinai… es gab keine Übergabe von Gesetzestafeln durch Gott an den Mose auf einem Berg Sinai. – Ja… es gab auch keine Anfertigung des Goldenen Kalbs durch die Mose-Leute oder sonstige Sinaibeduinen.”[1] Man darf folgern, es habe mangels eines Goldenen Kalbs auch keine massenhafte Abschlachtung der Tänzer um das Kalb gegeben und keine anderen religiös motivierten Terrorhandlungen der Moses-Partei gegen das eigene Volk. Naturgemäß gab es auch keine Leviten, um sich bei der Niedermetzelung der Abtrünnigen hervorzutun. All die genannten Vorgänge haben ihren wahren Ort ausschließlich in den Erzählungen selbst. Die Erzählungen ihrerseits haben ihren vitalen Ort in den “israelogenen” Riten, das heißt in den volksstabilisierenden Opferhandlungen und Schriftlesungen, die sich zwischen dem 8. und dem 5. vorchristlichen Jahrhundert im Umfeld des Jerusalemer Tempelkults entfalteten – der sagenumwobene salomonische Tempel wurde nach Auskunft jüngerer archäologischer Forschung erst 200 Jahre nach Salomos Tod, also um die Mitte des 8. Jahrhunderts, errichtet und diente bis zu seiner Zerstörung durch die Truppen Nebukadnezars II. um 586 als kultisches Zentrum des Landes. Weil den Sinai-Erzählungen keine historischen Wahrheitsbefunde zugeordnet werden können, ist der Betrachter gehalten, ihre symbolische Bedeutsamkeit bei der Einschwörung des Volks auf seine religiöse Verfassung umso höher zu veranschlagen.

In diesem Zusammenhang kommen wir endlich auf die Frage nach dem Zusammenhang von “Monotheismus” und Gewalt zu sprechen. Es wird sich am Wortlaut einiger kritisch zu beleuchtender Passagen erweisen, warum es nicht sehr sinnvoll ist, das Gewaltproblem weiterhin vorrangig an einem religionstheoretischen Konstrukt namens “Monotheismus” festzumachen, auf dessen ausweichenden Sinn schon hingewiesen wurde. Stattdessen rückt unsere Untersuchung die Funktion des bund-förmigen Singularisierungsprojekts samt seiner psychosozialen und moralischen Kosten in den Vordergrund.[2] Tatsächlich bietet die Erzählung vom Bundesbruch durch das Volk Israel während der Absenz des Moses auf dem Gottesberg, wie sie im Kapitel 32 des Buchs Exodus zu lesen ist, das unüberbietbare Paradigma eines durch den Singularisierungsvertrag motivierten Gewaltakts. Im Bericht hiervon findet sich einer der schlimmsten Sätze der Religionsgeschichte aller Zeiten. Als Moses vom Berg zurückkehrend das Volk unter “Lärmen und Jauchzen” beim Tanz um das Idol findet, stürzt er das Bildwerk um, läßt es verbrennen und zu Pulver zermahlen. Etwas mysteriös bleibt die Anordnung des Religionsführers, den Staub des zerstörten Kalbs in Wasser zu schütten und die Israeliten zu nötigen, davon zu trinken.[3] Darauf beginnt eine beispiellose Schlächterei:

“26 Da stellte sich Moses an das Tor des Lagers und rief: ‘Wer für den Herrn ist, trete her zu mir!’ Da scharten sich alle Leviten um ihn. 27 Er sprach zu ihnen: ‘So spricht der Herr, der Gott Israels: Es gürte ein jeder sein Schwert um die Hüfte! Zieht hin und her im Lager von Tor zu Tor! Es töte ein jeder selbst den Bruder, Freund und Nächsten.’ 28 Die Leviten handelten nach des Moses Befehl. So fielen an jenem Tag vom Volk gegen dreitausend Mann.”[4]

Man hat zu Recht des öfteren bemerkt, daß die dargestellte Gewaltentfesselung, keine “extravertierte”, angriffskriegerische oder imperiale Stoßrichtung aufweist. Es handelt sich, im Gegenteil, um eine Entladung von “Gewalt nach innen” – man könnte nahezu von einem auto-genozidalen Drama sprechen. Hinsichtlich der Zahl 3000, mit der die Summe der Getöteten beziffert wird, ist nicht leicht zu entscheiden, ob es sich um eine pragmatische oder eine symbolische Zahl handelt. In jedem Fall läßt sie eine gewaltige Amputation am Körper des Moses-Volks erahnen. Ja, der Hinweis, daß die Leviten sich um Moses scharten, gibt der Vermutung Raum, es müsse sich – stets auf dem Schauplatz des Imaginären – um eine Vernichtungsaktion der Moses-treuen Minderheit an der Aaron-hörigen Mehrheit gehandelt haben. Tatsächlich spricht der zitierte Passus davon, das Volk – man darf wohl ergänzen, das ganze Volk, die dienstfertigen Leviten vielleicht ausgenommen, habe an dem ägyptisierenden Götzenfest teilgehabt. Nicht ohne Erstaunen nimmt man zur Kenntnis, daß es ausgerechnet Leviten sind, Angehörige einer priesterlichen Gruppe, die sich für die Ausführung des Gottes-Befehls bereit halten. Der Einwand, es könne zu der damaligen Zeit die Leviten noch gar nicht gegeben haben, verfängt aufgrund des fiktionalen Status des Berichts wegen nicht. Denn umso schwerer fällt die Beobachtung ins Gewicht, daß der Erzählung von der Ausmerzung zeitweilig abgefallener Volksmitglieder in Ermangelung des historischen Realgehalts ein herausragender symbolischer Charakter zukommt, um nicht von einer Dimension des Exemplarischen zu reden.[5] Der Gehorsam der Leviten gegen die mosaische Anweisung macht jedoch aus diesen Männern, selbst wenn sie töten, keine Mörder. Zwar verstoßen sie massiv gegen das kurz zuvor förmlich kundgegebene Fünfte Gebot (Exodus 20), doch steht ihr Tötungshandeln unter einem höheren Gesetz, es gehorcht gewissermaßen einem religiösen Notstandsrecht. Es scheint, die schwertführenden Leviten treten in die Nachfolge jener frühzeitlichen Heiligen Henker ein, deren überschriebene Spuren an mehreren Stellen des Alten Testaments in jüngerer Zeit – wie hypothetisch auch immer – entziffert werden konnten.[6]

Den entscheidenden Aufschluß hinsichtlich der autoplastisch-volkspädagogischen Bedeutung des levitischen Gemetzels erhalten wir aus dem Gesamtaufbau der Exodus-Szenen am Sinai. Ihre Form, die den Ablauf der Teilepisoden prägt, entspricht der klassischen narrativen Triade, die regelmäßig die Stationenfolge von Ausgangszustand, Störzwischenfall und Wiederherstellung durchschreitet. Das Gravitationszentrum der Geschichte liegt offenkundig in der durch Moses vermittelten Stiftung des Bundes zwischen Jahwe und Israel, auf dessen Leistungsfähigkeit als Mittel zur Singularisierung des Eigenen in der Kultkonkurrenz der vorderorientalischen Vielvölkersituation soeben hingewiesen wurde. In ihr erscheint Jahwe noch unter den Zügen eines unsichtbaren Stammeshäuptlings, dem Standard früher Aufseher-Gottheiten entsprechend. Die Beziehung seiner Anhänger zu ihm gleichen noch mehr einer feudalrechtlich relevanten Angelobung von Gefolgsleuten an den Lehensherrn als einer spirituell vertieften Korrespondenz zwischen Gott und Volk, geschweige denn zwischen Gott und Einzelseele.

Nachdem die Versuche Israels während der von David inaugurierten Königszeit (1012-597 v. Chr.) gescheitert waren, in das Konzert der regionalen Reichsbildungen zwischen Mesopotamien, Persien und Ägypten mit eigenen Staatsschöpfungen einzugreifen, mußte sich den religiösen Führern des Volkes der verstärkte Rückgriff auf bundestheologische Denkfiguren aufdrängen. Freilich waren diese auch in der älteren prophetischen Literatur durch okkasionelle Interventionen wachgehalten worden.

Infolge der unglücksbedingten Hochkonjunktur der Bundestheologie nach der Katastrophe von 597 mußte das Pathos der Abgrenzung eine enorme Steigerung erfahren – wie eben die Exoduserzählungen es bezeugen. Dies spiegelt sich in der Struktur der Sinai-Erzählung nachdrücklich wieder. In ihr begegnet uns nicht nur der narrative Dreischritt vom Bundesschluß (Exodus 19-24) zum Bundesbruch (Exodus 32) und weiter zur Wiederherstellung des Bundes (Exodus 34), der für die erzählgesetzliche Abwicklung einer guten Geschichte obligat scheint. Die exorbitante Brutalität des Mittelteils, der den Einbruch der Störung abbildet, verrät darüber hinaus, wie sehr die Erzähler des Sinai-Dramas willens waren, sich in das seit jeher virulente, nun aber abgründiger denn je zuvor aufklaffende Problem des Bundesbruchs zu versenken. Der hochstilisierte Bundesbruch am Sinai ist also nicht bloß eine kultgeschichtliche Episode, die der frommen Besinnung zu denken gibt. Er besitzt prototypischen Charakter. Der Gedanke an ihn – und an seine fortwährend drohende Wiederholung – entwickelt sich zu einer Obsession, mehr noch, er wächst zu einer Denkform heran, die ihren Anwendern geradezu verspricht, den Schlüssel zu den dunklen Wechselfällen der Geschichte Israels zu liefern.

Ich nenne das obsessiv wiederkehrende Bundesbruch-Motiv des Tanachs daher das Sinai-Schema. Es macht den Preis der Singularisierung Israels inmitten der intensiven kultischen und militärischen Völkerkonkurrenz fühlbar. In der fiktiven Urszene am Fuß des Gottesberges wurde der Motivzusammenhang zwischen dem Bundesbruch und dem standrechtlich vollzogenen Strafgericht mit archetypischer Wucht exponiert und für Übertragungen in beliebig weit entfernte Kontexte bereitgestellt. Es liefert den Prototypus eines “Tun-Ergehen-Zusammenhangs” – um an den Fachausdruck zu erinnern, mit dem Alttestamentler gern das biblische Lohn- und Strafe-Schema umschreiben.[7] Mit Hilfe des Sinai-Schemas – Bundesbruch zieht Ausrottungsbuße nach sich, mit dem “Rest” geht die Reise weiter – wurde die Geschichte Israels, vor allem wo sie, wie in der babylonischen Exilzeit, als Unglücksgeschichte erlebt oder gedeutet wurde, gleichsam vorwärts wie rückwärts lesbar. Während am Sinai die Ausrottungsstrafe dem manifesten Bundesbruch in Sichtweite und linearer Konsequenz nachfolgt, lassen spätere, zunächst unbegreifliche Miseren des Volks nur indirekt den Rückschluß auf einen latent gebliebenen Bundesbruch zu – den erkennen in der Regel allein die Propheten und Priester, indem sie den Weg vom manifesten Strafleiden zum latenten Vergehen rückwärts abschreiten. Das Konzept der Sünde selbst, das vom Gang der jüdischen, christlichen und islamischen Ideen-, Gefühls- und Kultgeschichte nicht wegzudenken ist, trägt von Anfang an die Färbung der stets akuten Bundesbruchgefahr. Im Grunde ist jede Sünde ein Rückfall in das Leben vor der sinaitischen Konversion. In jeder Einzelsünde wird die Primärsünde des Verrats an der Bundespflicht, ja geradezu des Verrats an Gott, mehr oder weniger ausdrücklich aktualisiert.

Einer der frühen und typischen Anwendungen des Sinai-Schemas begegnet dem Leser der Bibel im 25. Kapitel des Buchs Numeri (Bamidbar). Dort wird berichtet, wie das Volk Israel beim Lager in Schittim (vermutlich im Ostjordanland) mit den “Töchtern Moabs Unzucht zu treiben” begann und an den Opfermahlzeiten der moabitischen “Götzen” teilnahm. Die Konsequenz ist vorhersehbar: “Der Herr sprach zu Moses: Nimm alle Volksverführer, und laß sie zu Ehren des Herrn angesichts der Sonne an Pfählen aufhängen… Moses gebot den Richtern Israels: ‘Es töte ein jeder die seiner Leute, die dem Baal-Peor anhingen!’”[8] Auch hier wird wie am Sinai das generelle Tötungsverbot durch eine überordnete Tötungspflicht ersetzt – eine Exemption, die in den gegebenen Fällen nicht aus der Kriegerethik folgt, sondern sich als unumgängliche Folge des Bundesbruchs aufzwingt. Ferner wird in dem gleichen Zusammenhang berichtet, unter den Israeliten sei eine Seuche ausgebrochen, die 24.000 Menschen das Leben kostete. Die Plage, deren Strafcharakter rückwirkend erkennbar wird, kam erst an ein Ende, als Pinchas, ein Enkel des Priesters Aaron, die Quelle des Übels ausfindig machte, indem er einen Israeliten, der mit einer Midianiterin schlief, mit seinem Speer durchbohrte. “Der Herr redete zu Moses: “Pinchas… hat bewirkt, daß mein Grimm von den Israeliten abließ… Siehe, ich verleihe ihm meinen Heilsbund. Ihm und seinen Nachkommen sei für immerwährende Zeit das Priesteramt vertraglich zugesichert dafür, daß er für seinen Gott geeifert und den Israeliten Sühne verschafft hat.”[9]

Daß die Jahrzehnte des babylonischen Exils von den Priestern Israels als Sühne für einen latenten chronischen Bundesbruch gedeutet wurden, versteht im Licht des Gesagten von selbst. Im übrigen widerspricht die jüngere Forschung den Priestermärchen vom Seufzen des jüdischen Volks unter dem Joch der Gefangenschaft. Eine Vielzahl von Mitgliedern der israelischen Oberschicht fühlte sich an dem bunten Exilort außerordentlich wohl, sie genossen dort Freiheiten aller Art und blühten auf unter dem Charme der antiken Metropole. Nicht ohne Grund blieben sie im Lande, auch nachdem die israelitische Elite durch den König der Perser die Erlaubnis zur Rückkehr erhalten hatten. Sie waren längst so fest verwurzelt, daß sie selbst nach dem Niedergang Babylons in der Region verweilten. Ihre modernen Nachkommen wurden erst infolge des arabisch-israelischen Kriegs von 1948 aus dem danach Irak genannten Gebiet vertrieben.

Vom Gesamtbefund des sinaitischen Schemas ist die kultisch explizit gemachte Pflicht zur Grausamkeit nicht wegzudenken, die bei der Exekution von strengen Gottes- bzw. Führergeboten demonstriert werden soll. So gebietet Moses den Kriegern bei dem Rachefeldzug gegen die verführerischen Midianiter die vollständige Auslöschung dieses Volks. Er erzürnt, als er erfährt, daß das israelitische Heer lediglich alle Männer niedergemacht hatte, Frauen und Kinder jedoch in Gefangenschaft führen wollte. In seinem vom Bundesbewußtsein befeuerten Eifer besteht Moses darauf, auch sämtliche Knaben und alle erwachsenen Frauen zu töten und nur die jungfräulichen Mädchen zu verschonen: die “laßt für euch am Leben!” (4 Moses 31). Bei der folgenden Landnahme Israels werden die jüdischen Heere zur präventiven Ausrottung der ansässigen Bevölkerungen aus Amoritern, Kanaanitern, Perisiten, Hiwitern und Jebusitern angehalten, damit diese das noch labile Bundesvolk erst gar nicht dazu verführen können, “alle Gräuel nachzuahmen, die sie begingen, wenn sie ihren Göttern dienten”[10]. Die Bundesbruchgefahr begleitet in wechselnden Graden von Explizitheit die weitere Geschichte des eiferpflichtigen Programmvolks. Im Umgang mit “Frevlern” und Verführern wird stets an die deuteronomistische Maxime “du sollst sie nicht verschonen”[11] erinnert. Naturgemäß unterstehen auch die Grausamkeiten Yehuda Makkabis, Sohn des Priesters Mattatias, in seinen Vernichtungsaktionen gegen assimiliationsbereite Mitbürger während des Kampfs um jüdische Kultfreiheit im 2. Jahrhundert durchwegs den Grundsätzen der am Sinai kreierten Eiferkultur. Von Yehudas Gewalttaten gegen Volksangehörige berichten die Makkabäerbücher im stolzen Ton. Dies steht in unaufgelöstem Kontrast zu dem sonst vorherrschenden Ethos der Lebensheiligung, durch das sich die heiligen Schriften des Judentums auszeichnen – nicht umsonst war die Ablehnung des Menschenopfers für die Opposition des Judentums gegen die Kulte der Umgebungskulturen konstitutiv.

Summarisch läßt sich sagen, daß die Mahnung zur unbedingten Bund-Bewahrung jederzeit die strikteste Kultpflicht mit sich bringt. Wer es versäumt, das Pessachfest zu feiern (es sei denn, er wäre auf Reisen und der Kultgemeinde fern), “soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden”[12]. “Wer einem anderen Gott als Jahwe ein Schlachtopfer darbringt, an dem soll die Vernichtungsweihe vollstreckt werden.”[13] “Jeder, der am Sabbat eine Arbeit verrichtet, soll des Todes sterben.”[14] Schon das Brennholzsammeln am Sabbat gilt als todeswürdiges Vergehen. Diese Heftigkeiten gegen Frevler und Fremde sind nicht als Relikte titanischer Ungeschliffenheit im Text stehengeblieben. Man muß in ihnen bewußt gesetzte Mahnzeichen sehen. Sie dramatisieren den Zusammenhang zwischen der einfachen Sünde und dem Bundesbruch: Die Gefahr der Apostasie steht immer schon im Raum, wo Kultverletzungen wahrgenommen werdem. Die vielfach reflektierten und sorgfältig redigierten Brutalismen der Heiligen Schrift, die um das Jahr 400 v. Chr. ihre Endgestalt erreicht haben dürfte, sind nur aus ihrer religiösen Grammatik begreiflich zu machen. Hierzu hat man sich die psychopolitische Merkwürdigkeit zu vergegenwärtigen, daß in ihnen keineswegs eine heitere Primäraggression, ein unbefangener Expansionismus, ein naiver Ethnozentrismus zum Ausdruck kommen. Sie sind Derivate des prekären Vorrechts auf Strenge gegen sich selbst, das in positiver Wendung Erwählung heißt.

2 Phobokratie: Zur Proliferation des Prinzips totaler Mitgliedschaft

Im Folgenden möchte ich die mehrfach geäußerte Vermutung wiederaufnehmen, daß die zitierten Gewaltreden zum größten Teil literarischer, performativer und evokativer Natur gewesen seien. Ich halte an der Annahme fest, sie bedeuteten nur heftige Verbalismen, denen in den meisten Fällen keine Realhandlungen entsprochen haben dürften. Religionspraktisch und ethno-pädagogisch gesehen gehören sie zu den Sprechakten der Einschwörung, kraft welcher sich das Volk Israel in seinen langen politischen Bedrängnis- und Versuchungszeiten auf die Grundlagen seiner “Sonderexistenz”[15] zu besinnen versucht. Nicht ohne Grund hat Jan Assmann in seiner Wiener Rede “Monotheismus und die Sprache der Gewalt”[16] auf die linguistischen Bedingungen des neuen, im Gottesbund fundierten modus vivendi hingewiesen. Dessen revolutionäre Neuheit ließ sich allein in einer Sprache der kollektiven Konversion artikulieren. Unter dem singularisierenden Effekt des Sinai-Schemas versucht sich erstmals ein ganzes Volk an der Seinsweise eines Eiferkollektivs bzw. von heilsbesorgten Verwirklichern des Gesetzes. Die Sprachformen dieses Daseinsmodus umfassen auf der einen Seite die Heilsverkündigung, die Segensrede, die Selbstbeglückwünschung und den Dankesspruch – ihnen verdankt die religiöse Weltliteratur einige der höchsten Dokumente theopoetischer Rede. Auf der anderen Seite verdichten sich die Gesten der Unheilsverkündigung, der Selbst- und Fremdverfluchung, der Drohrede und des Reuebekenntnisses (“das (richtige) Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist…”[17]) zu einem Strom stetiger Selbstermahnung, ja Selbsterschreckung. Zu Recht spricht Assmann davon, daß der “exklusive Monotheismus” – ich würde jetzt lieber sagen: die singularisierende Strategie in der Kult- und Völkerkonkurrenz – aus innerer Notwendigkeit einer “Semantik des Bruchs, der Abgrenzung, der Konversion”[18] bedarf.

Bruch, Abgrenzung und Konversion haben gemeinsam, daß sie Aspekte einer neuartigen Kultur der totalen Mitgliedschaft[19] darstellen. Zwar besitzen frühe Stämme und Völker insgesamt für ihre Mitglieder quasi von Natur aus den Charakter totaler Institutionen, außerhalb welcher sich sinnvolles Leben kaum vorstellen ließ – weswegen die Verbannung oft einer psychosozialen Todesstrafe gleichkam. Jedoch waren die alten ethnischen Formationen, wie die jüngere Ethnologie betont, gewöhnlich in viel höherem Maß für Wechselwirkungen mit anderen Völkern, für Absorptionen, Assimilationen und Vermischungen offen, als die romantische Unterstellung substantieller Ethnizitäten glauben wollte. Durch das Sinai-Schema wird – soweit man sieht, zum ersten Mal – ein Volk zu einer programmatischen totalen Institution überhöht, die ihren Angehörigen, zusammen mit dem striktesten Vermischungsverbot, die Pflicht zur integralen Mitgliedschaft an einem erhabenen kultisch-ethischen Projekt auferlegt.

Es ist in erster Linie dieser ethnogenetische Geniestreich, es ist diese singuläre Verwandlung einer zufälligen Ethnie aus bis dahin unauffälligen, “götzendienerischen” Stämmen in ein eiferndes Programmvolk unter dem einen Gott, auf welche das eindrucksvolle Phänomen der “Zeitüberdauer des Judentums”[20] zurückzuführen ist. Was man seit alter Zeit den “Zaun um die Tora” nennt und in jüngeren Tagen den Normenzaun um das jüdische Volk genannt hat, ist nichts anders als das Ergebnis aus der Anwendung des Sinai-Schemas auf das ethnische Substrat des Exodus-Volks, zu dem später – namentlich bei der Versammlung von Sichem[21] – eine Reihe von Nicht-Exodus-Stämmen hinzutraten.[22] Diese historisch imponierenden Effekte der Selbsteinzäunung des Judentums durch Schriftfrömmigkeit und Gesetzesgehorsam sind es, die Heinrich Heine zu der so eleganten wie tiefen Bemerkung inspirierten, für die Juden der Diasporazeit sei die Bibel ein “portatives Vaterland”[23] gewesen.

Die sinaitische Singularisierungsstrategie besteht in der Hauptsache aus einer beachtlichen Anzahl von Selbstinklusionsmaßnahmen, die das Ziel verfolgen, eine möglichst unüberwindliche Innen-Außen-Differenz aufzurichten – eine Differenz, deren reine Durchführung doppelt gefährdet ist, von innen durch das jederzeit aktuelle Risiko des Abfalls, beginnend mit einer schleichenden Gleichgültigkeit gegen die Tradition, von außen durch Assimilationsangebote seitens fremder Mächte. Ein gutteil des Religionsvolkslebens vollzieht sich als Streit am Zaun.

Wo der “Zaun” um das Volk in “Sonderexistenz” nicht nur durch wiederholte Verheißungen, sondern auch mit den Mitteln chronischer Selbstermahnung, ja sogar ständiger Selbstdrohung errichtet wird, wandelt sich die gewöhnliche politische Phobokratie, ohne die sich die Herausbildung größerer hierarchisch strukturierter Herrschaftssysteme von antiken Tagen an nicht vorstellen läßt, zu einer neuen Form von primär nach innen wirkender Furchtsteuerung. Sie erzeugt bei dem betroffenen Volk eine gewissermaßen auto-phobokratische Verfassung. In dieser geht die allgemeinreligiöse Scheu vor dem Numinosen wie vor der Rache der Götter in die Sonderform der Furcht vor dem Bundesbruch und seinen Folgen über. Da in diesem Regime virtuell jedes Vergehen, weil heilige Normen verletzend, vor dem Hintergrund der Bundesbruchdrohung gesehen werden kann, nehmen die Strafen auch in niedrigrangigen Angelegenheiten einen phobokratischen Charakter an. Im Buch Deuteronomium (Devarim) des Pentateuchs wird der Fall eines ungehorsamen und trunksüchtigen Sohns erörtert, mit dem wie folgt verfahren werden soll: Seine Eltern mögen ihn ergreifen und an das Gerichtstor bringen. “Dann sollen alle Männer seiner Heimatstadt ihn zu Tode steinigen. So sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. Ganz Israel soll es vernehmen und sich fürchten.”[24] Im Klima generalisierter Phobokratie dringen die Wirkungen des Sinai-Schemas bis auf die Ebene von Alltagskonflikten vor. Die Spruchliteratur reflektiert dies in der Devise: “Die Furcht des Herrn ist der Beginn der Weisheit.”[25]

Im Wirkungsbereich des streng angewandten Sinai-Schemas gerät die Psyche der Gläubigen unter den Einfluß einer verwirrenden Doppelforderung, die man am besten als phobokratisches Paradoxon beschreibt. Dieses trägt nicht wenig zur Ausbildung jener religiös angespannten Innerlichkeit bei, wie sie aus der ständigen Abarbeitung an unlösbaren Rätseln entspringt.[26] Die Gläubigen sehen sich unter dem Eindruck der sinaitischen Urszene mit der in sich selbst widersprüchlichen Aufforderung konfrontiert, unbedingtes Vertrauen zu Gottes Erbarmen zu fassen, weil andernfalls Gott sie unbarmherzig vernichtet. Hieraus kann nichts anderes als ein Habitus entstehen, in dem die Furcht vor der Furcht das Vertrauen überformt. Die helle Seite des Glaubens läßt sich danach nur durch ein Wegdenken des Bedrohlichen gewinnen. Dieses Muster wirkt noch im Glaubensbegriff des Paulus nach.

Es wäre nun ein gravierender Fehlschluß, wollte man annehmen, die Wirkungen des Sinai-Schemas beschränkten sich auf die Religionsverfassung Israels in vormoderner Zeit. Wenn es tatsächlich gute Gründe gibt, von einer Gruppe eminenter monotheistischer Religionen und ihrem problematischen Verhältnis zur Gewaltfrage zu sprechen, so deswegen, weil die Grundstrukturen der sinaitischen Konstitution wenn auch nicht in allen Hinsichten, so doch in wesentlichen Elementen auf die Nachfolgereligionen des Judentums, namentlich das Christentum und den Islam, übergegangen sind. Die Geschichte des Christentums wie die des Islams ist bis zu einem gewissen Grad als die Wanderung des Sinai-Schemas durch expansive nicht-jüdische Kollektivprojekte zu verstehen. Erst in diesen späteren Re-Inszenierungen kam es zu den bekannten massiven Gewaltfreisetzungen nach innen wie nach außen, die die Religionsgeschichte verdüstern. Daher scheint es sinnvoll, die Dreiergruppe der klassischen Monotheismen mittels ihrer gemeinsamen Prägung durch das Sinai-Schema zu definieren, ungeachtet dessen, daß sich viele Theologen lieber mit dem post-antisemitischen Phantombegriff der “abrahamitischen Religionen” angefreundet haben, dem sie so manche gute Stunde am ökumenischen Kamin verdanken. Tatsächlich verpaßt man beim Rückgang auf Abraham als vorgeblichen Quellpunkt intermonotheistischer Gemeinsamkeiten die entscheidende Pointe: die ethnogenetische Wirkung der religiösen Einschwörung. Der von Jahwe mit Abraham in dessen neunundneunzigstem Lebensjahr geschlossene Bund atmet die Luft des Patriarchenmärchens, ihn umgibt, der dunklen Isaak-Geschichte zum Trotz, noch der Charme des vor-sinaitischen Israel, dem Thomas Mann in seiner Joseph-Tetralogie das großartigste Denkmal gesetzt hat. Der Abraham-Bund ist als Heilszusage an einen frommen Einzelnen formuliert, so sehr auch schon vom Segen einer unabsehbaren Nachkommenschaft die Rede ist. Es fehlt ihm noch das Element der sinaitischen Verschärfung, die mit der Kollektivoffenbarung am Gottesberg und mit der Einberufung eines ganzen Volks in den Gehorsamsvertrag mit Gott wirksam wird.

Was Christentum und Islam mit dem Judentum gemeinsam haben, ist nicht die mythische Herkunft von einem Stammvater, sondern die neuartige ethnogenetische Form, die sie als Programmvölker mit prophetischen Skripten von den übrigen ethnischen Gruppierungen abhebt – und sie auch gegeneinander in Stellung bringt. Das sinaitische Programmvolk Israel findet seine wahren Verwandten und typologischen Nachfolger in dem pneumatischen Programmvolk, das christlich ekklesia heißt, und in dem koranischen Programmvolk, das sich als Ummah Wahidah, sprich als die Eine Gemeinschaft der Muslime konstituiert. Beide Neuvölker haben den Ausbruch aus der ethnischen Klausur des Judentums zur Voraussetzung.

Die drei theogenen Kollektive teilen miteinander den in der sinaitischen Verschärfung zuerst prägnant ausgeformten Zugriff auf das Leben ihrer Angehörigen im Modus der totalen Mitgliedschaft – ob dieser nun hebräisch qana heißt oder griechisch zélos oder arabisch djihad. Dies verrät sich nicht zuletzt in ihrer gemeinsamen tiefen Nervosität angesichts der Gefahr von Apostasie. Er wär leichtsinnig, das Apostasieproblem in den resoluten Programmvölkern vom Muster des Kirchenaustritts in einer modernisierten Gesellschaft her aufzufassen. Tatsächlich betrachten auch die beiden Nachfolgereligionen des Judentums das Verlassen der Heilsgemeinschaft nach wie vor – dem Sinai-Schema folgend – als einen Bundesbruch, auch wenn die Bundespartner nicht mehr Jahwe und Israel sind, sondern der Dreieinige und sein Kirchenvolk oder Allah und seine muslimische Gemeinde. Es verwundert daher nicht, daß die totalen Programmkollektive in den Zeiten ihrer sozialen Vollmacht den “Abtrünnigen” oder Religionsmüden de iure ein Todesurteil hinterherschicken konnten, zumindest einen eschatologischen Fluch und eine von Herzen kommende Verwünschung. Noch der heutige Islam ist vom Problem der Apostasie (ridda) geradezu besessen, wie unter anderem ein fatales Urteil des Fatwa-Ausschusses der Al-Azhar-Universität in Kairo, der angesehensten Institution des sunnitischen Islam, von 1978 bezeugt: Nach diesem sind noch heute Apostaten unter gewissen Umständen als Verräter an Allah zu töten. Zudem wird der Islam in diesen Tagen mehr denn je vom Argwohn gegen reale oder vermeintliche Blasphemien heimgesucht. Als Angehörige eines Eiferkollektivs, dessen Mitglieder die eigenen kulturellen Schwächen mit zunehmender Deutlichkeit verspüren, versäumen manche muslimische Eiferer heute keine Gelegenheit, sich von Ungläubigen beleidigt zu fühlen. Sie antworten auf die zum gutteil eingebildeten oder herbeigewarteten Angriffe mit zelotischen Grenzverstärkungen.

Wer sich für Methoden zur Erzeugung von totaler Mitgliedschaft im frühen 21. Jahrhundert interessiert, braucht sich nur kundig zu machen über das Treiben von Taliban-Schulen in Afghanistan und von wahabitischen Ausbildungszentren in Saudi-Arabien, deren Abgänger vor allem in den Ländern Afrikas und Asiens als Glaubenskämpfer auffällig werden. Daß Ähnliches in manchen Hinterhof-Moscheen Europas geschieht, läßt nicht mit Stillschweigen übergehen. Der Interessent sollte sich allerdings auch Auskünfte über die protestantischen Sekten-Universitäten in den USA verschaffen, über Seminare der Pius-Brüder in der Schweiz, über Engelwerke und marianische Inbrunst-Vereine in Bayern sowie über die Geschäfte einer Unzahl totalitärer Kleinreligionen in aller Welt, die bei all ihren Verschiedenheiten das eine gemeinsam haben, daß sie, scheinbar altmodisch, nach dem “ganzen Dasein” ihrer Mitglieder greifen.

3 Metamorphosen der Mitgliedschaft

Es liegt in der Natur moderner Gesellschaften, daß sie im Verlauf ihrer funktionalen Differenzierung die religiöse Semantik (wie die religiöse Ritualistik) von der Aufgabe der Kollektivsynthese entlasten. Modern sind Gesellschaften, sobald sie ihren Zusammenhang durch säkulare Medien und funktionenteilig verzahnte Subsysteme besorgen, ohne daß sie an irgendeiner Stelle ein wahres Selbst oder eine Kultmitte ausbilden könnten – nicht einmal in den Parlamenten oder den Fachbereichen für Soziologie. Hierdurch befreien sie die Religion insgesamt zu ihrem “Kerngeschäft”: der Deutung des In-der-Welt-Seins als solchem – die sie in unentscheidbarer Konkurrenz mit der Kunst und der Philosophie betreibt -, der Schicksalsbewältigung und der Betreuung der letzten Dinge. Diese Befreiung wird von Gläubigen, die sich nostalgisch an vormoderne Verhältnisse erinnern, als Bedeutungsverlust erlebt. Die große Mehrheit der religiös Betroffenen dürfte die Aufhebung zudringlicher Kollektivierungen im Namen von zwanghafter Kult- und Kirchenmitgliedschaft als Erleichterung begrüßt haben. Das zeigt: Die wirkliche, das heißt die systemische “Reformation” – nicht bloß der Kirche, sondern des religiösen Lebens überhaupt – konnte sich aus strukturellen Gründen noch nicht im Jahrhundert Luthers und Calvins ereignen, da jene Zeit lediglich alternative Formen der religiösen Totalerfassung hervorzubringen imstande war – wie die integristischen Zuspitzungen des Luthertums und des Calvinismus zeigen, die strukturell eher mit den islamischen Reformbewegungen des Wahabismus und Salafismus zu vergleichen wären. Sie vollzog sich der Sache nach erst zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert bei der Ausdifferenzierung der Religion zu einem “Subsystem” mit eigengesetzlichen Funktionen.

Dies ist die Reformation, der sich selbst die römisch-katholische Kirche nach erbittertem antiliberalem Widerstand nicht verweigern konnte. Allerdings zeigen sich in ihr auch nach dem historischen Kompromiss mit dem “Liberalismus”, den das Vaticanum II vollzog, unverkennbare gegenreformatorische Tendenzen in Form von Vorschlägen zu einer erneuten neo-sinaitischen Verschärfung: Nicht zufällig hat Benedikt XVI. die katholische Kirche jüngst an ihre wahre Identität als pneumatisches Volk von Zeugen erinnert und sie zu stärkerer Entweltlichung aufgerufen.[27] Da sie die Rolle einer kollektivbildenden Staatskirche nicht mehr spielen kann, steht für sie auf den Wegen der Entweltlichung nur noch die Selbstgewisserung in einer vom Pneuma und Dogma animierten Parallelgesellschaft offen – spätere Öffnung zur Welt nicht ausgeschlossen.

Im übrigen ist aus systemevolutionärer Sicht gut zu verstehen, warum in der Übergangsphase von traditionellen Gesellschaften mit religioider Einheitssemantik zu modernen Gesellschaften mit diskreten “Grundwerten”[28] zeitweilig – vor allem in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – das Problem der sogenannten Ersatzreligionen auftauchen konnte: Was man den Nationalismus, den Totalitarismus, den Faschismus, den Kommunismus, den Fundamentalismus oder den Integrismus genannt hat, waren und sind in der Sache nichts anderes als mehr oder weniger verzweifelte Versuche, ältere Formen der Kollektivsynthese durch die allzuständige prophetisch geoffenbarte Religion mit neuen, halbwillkürlichen Themen wie Nationalkultur, Vergesellschaftung der Produktionsmittel, Führerkult, Rassendifferenz oder Buchstabengläubigkeit nachzuspielen. Zumal der Katholizismus südeuropäischer Länder begab sich zu dieser Zeit in eine sehr zweideutige Lage, da er sich allzu willig als Zivilreligion autoritärer und faschistischer Regime instrumentalisieren ließ. Auf der anderen Seite übernahm die bürgerliche Kunstreligion trotz fragwürdiger Überspitzungen eine aufs Ganze gesehen produktive Rolle, weil in ihr am Umgang mit ästhetischen Kultobjekten der Übergang von der traditionellen zwangsmitgliedschaftlichen Kultübung zu spontanen dogmenlosen Verehrungen eingeübt werden konnte.

Der Strukturwandel des Religiösen in der Moderne kann die Formen totaler Mitgliedschaft nicht unberührt lassen, die sich nach dem ethnogenetischen Geniestreich im Zeichen des Sinai entwickelt hatten. Er affiziert daher auch die einstige fortlaufende Israelisierung Israels unter dem Ritualgesetz ebenso wie ihre Parallelen in den Programmvölkern der christlichen Kirchen und des Islam, die sich auf jeweils eigene Weise der stetigen Christianisierung der Christen und der vertieften Islamisierung der Muslime verschrieben hatten. Offenkundig hat sich im westlichen Judentum seit dem 18. Jahrhundert eine Emanzipation vollzogen, die über die Gemeinschaftszwänge der Vergangenheit und den chronischen Bundesbruchverdacht hinausführen. Tatsächlich hat gerade das Judentum in seiner spezifischen “Reformation” eine vertiefte Anteilnahme an Aufklärung und Demokratie entwickeln können. Auf dem jüdischen Weg in den ethischen Liberalismus darf die ernstgenommene Demokratie als Fortsetzung des Bundes mit anderen Mitteln gelten.[29]

Im Lauf der Modernisierung werden Konzepte wie Mitgliedschaft oder Zugehörigkeit einer tiefgehenden Revision unterworfen. Es sind im wesentlichen zwei Veränderungen des Sozialsystems und seiner normativen Ausstattung, die dem Phänomen der totalen Mitgliedschaft in Religionsvolksgruppen die Grundlage entziehen – zum einen die eben genannte Freistellung der überlieferten Religion vom Geschäft der Ethnogenese bzw. der Kollektivsynthese – was eine Erledigung mancher Formen der vormals unausweichlichen “politischen Theologe” mit sich bringt[30] – , zum anderen die progressive Erhebung der Individuen zu Trägern unveräußerlicher Grundrechte. Unter denen ragen das Recht auf Freizügigkeit und das Recht auf freie Religionswahl hervor.[31] Wenn es auch übertrieben ist, von einer Sakralisierung der Person in der Moderne zu sprechen, die Souveränisierung der Person ist nicht zu leugnen.[32] Indem die Souveränität der Person ein grundrechtlich verankertes Gegengewicht zur potentiell dämonisch übersteigerbaren Idee der Volkssouveränität bildet, lockert sie eo ipso den Zugriff des Kollektivs auf die Einzelnen und emanzipiert diese von der Zumutung totaler Volksangehörigkeit.[33] Insgesamt wird der Volksbegriff zunehmend problematisch, ja, die Volkstümer selbst erscheinen immer öfter als Anachronismen, zuweilen nur noch als altehrwürdige Sperrgüter in den stofflichen und informatischen Flüssen der Weltgesellschaft. Beobachtungen dieser Tendenz hat Karl Marx in seinen noch immer anstößigen Bemerkungen zur Judenfrage antizipiert, in denen er einer Auflösung des abgesonderten Volks in einer durch Entfesselung der Produktivkräfte emanzipierten Menschheit das Wort redete.

Durch diese Entwicklungen ist virtuell das vom religionsvolkartigen Kollektiv ausgehende Ansinnen totaler Mitgliedschaft suspendiert. Die vielzitierte Trennung von Kirche und Staat ist darum keine beliebige Floskel im Munde von Verfassungsjuristen, sie spricht eine der Grundbedingungen systemischer Modernität aus. Mitgliedschaft wird in der modernen Gesellschaft einerseits prinzipiell optional, andererseits prinzipiell plural verstanden. Auf der Ebene moderner Grundrechtszusagen ist das Recht auf Verlassen einer Nation ebenso unstrittig wie die Aufgabe einer Kultmitgliedschaft: Auswanderung ist kein Landesverrat, Kirchenaustritt keine strafbare Apostasie, auch wenn der letztere mit Exkommunikation und mit dem Verlust des Rechts auf Zahlung von Kirchensteuer geahndet wird. Nur im Kriegsfall, genauer im Fall des Volkskriegs, regredieren moderne Nationalstaaten, sofern sie noch die allgemeine Wehrpflicht anwenden, in den Zustand opferpflichtiger Zwangskollektivität.

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels von Mitgliedschaft wird das Fortbestehen älterer und renovierter Formen totaler Angehörigkeit zu einem Sonderproblem der Moderne. Auf dieses nehmen seit einiger Zeit die meistens begrifflich hilflosen Diskurse über die sogenannten religiösen Fundamentalismen Bezug. Auch die noch hilflosere Frage “Sind Religionen gefährlich?”, mit der sich mancher Theologe seines interessanten Berufs vergewissert, reagiert auf die nicht mehr zu verdrängende Tatsache, daß neben den komplizierten, doch insgesamt erfolgreichen Lebensformen der liberalen Teil- und Mehrfachmitgliedschaft an ethnischen, religiösen, berufsständischen, künstlerischen und sonstigen Kollektiven noch immer – oder schon wieder – Tendenzen zu monolithischen oder mono-mitgliedschaftlichen Lebensformen zu beobachten sind. In denen wird es beispielsweise fraglich, ob man wirklich und ohne Heuchelei Muslim und Bürger eines westlichen Nationalstaats sein könne.

Ich lese die Frage nach der alten oder neuen Gefährlichkeit von Religion als Ausdruck einer typisch modernen Problemlage, die als das Toleranzparadoxon beschrieben werden kann: Während unter der Vorherrschaft des Sinai-Schemas ein striktes Intoleranzgebot in Kraft war – als notwendige Implikation des Vermischungsverbots, des Assimilationsverbots und des Opfergemeinschaftsverbots -, setzt sich in der liberalen Ordnung der Dinge das Toleranzgebot durch, gleich ob mit oder ohne Rekurs auf die Ringparabel.[34] Dies schließt die Toleranz für die Intoleranten ein. Es spricht für die bewundernswerte Stärke des religionsliberalen way of life, daß er fast alle überständigen oder aus Neubildungen erwachsenden Formen des Eiferertums zu dulden willens ist. Allein dessen terroristische Überspitzungen sind von der Duldung ausgenommen. Der ethische Liberalismus erklärt die Vorliebe Einzelner für Lebensweisen unter hohem normativem Selbstzwang zur Privatsache der Zwangliebenden und übt im Umgang ihren Bekundungen weitgehend Neutralität.[35] Zur Ironie der Religionen in der Moderne gehört, daß sie auch das Absolute zu einer Option machen. Dem häretischen Imperativ entgeht auch der um Orthodoxie Ringende nicht, nachdem nun selbst die Rechtgläubigkeit eine Wahl (hairesis) zu ihren Gunsten zur Voraussetzung hat.

Nirgendwo läßt sich die Belastbarkeit des liberalen Arrangements besser beobachten als im respektvollen Verhältnis des 1948 gegründeten Staats Israel zu seinen eifernden Mitbürgern. Obschon er die Religionsfreiheit zugesteht, macht er doch aus seiner besonderen Schutzfunktion für Juden jeglicher Observanz kein Geheimnis. Ja, Israel findet sich bereit, die Ultraorthodoxen als Staatspensionäre aushalten, obwohl manche von ihnen die Legitimität dieses Staats mit religiösen Argumenten bestreiten. Das ist, als hätte das Staatswesen trotz seiner säkularen Orientierung Verständnis dafür, daß das tägliche Beachten von 365 Verboten und 248 Geboten altjüdischer Frömmigkeit ein Vollzeitberuf ist, der weder mit Erwerbstätigkeit noch Wehrdienst noch politischen Ämtern verträglich ist. Nur eine Moderne, die auch ihre Verweigerer alimentiert, ist auf der Höhe ihrer selbst.

Nach dem Gesagten liegt auf der Hand, daß die Hauptarbeit bei der Auflösung von Traditionen totaler Mitgliedschaft durch den systemischen Umbau der modernisierenden Gesellschaft geleistet wurde, als diese im religiösen Bereich von politisch motivierten Konfessionszwang auf freie Kultwahl umstellte. Dem entsprechen auf der politisch-sozialen Ebene der Strukturwandel des “Volks” zur “Bevölkerung” und das Absinken von völkischen Merkmalen zur Folklore. Die zuständigen Begriffe für Menschenverbände “nach den Völkern” lauten Masse, Multitude und schweigende Mehrheit.[36] In bezug auf diese Größen verstummt die Frage nach Gott und Göttern.

Der Umgang mit Intoleranz-Resten, die nach der Wende zur Subsystemisierung von Religion fortbestehen, bleibt eine offene Aufgabe. Diese dürfte mit der Formel “Zivilisierung der Religionen durch Bildung” annähernd richtig umschrieben sein.[37] Ob die neuerdings beliebten Fußballspiele zwischen Imamen und Pfarrern zu den wünschbaren Bildungsprogrammen gehören, ist nicht sicher. Bildungswirksam sind die jüngst vermehrt zu hörenden Polemiken christlicher Theologen gegen den angeblichen postmodernen Polytheismus sicher nicht. Die Verspottung der Erinnerung an den “Kosmotheismus” nicht-monotheistischer Religionen durch habilitierte Christen ist geradezu bildungswidrig. Zuverlässige Zivilisierungsmethoden hingegen haben Religionsdenker zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert vorgeschlagen, von denen einige mehr denn je wegweisend sind.

Fünf Ansätze hierunter verdienen gegenwärtig, wie mir scheint, eine besondere Betonung. An erster Stelle ist die Domestikation des Eiferertums im “Modus Erasmus” anzuführen, mit dem sich bis heute die Erinnerung an eine zivilisierende Synthese von humanistischen und christlichen Motiven verbindet. Nicht zufällig stehen Programme für ein erasmisches Europa im Fokus aktueller Bildungspolitik. Dem folgt das religionskritische Lehrstück des 17. Jahrhunderts im “Modus Spinoza”, bei dem erstmals die Aufhebung der eifersüchtig gehüteten lokalen Besitzstände an speziellen Offenbarungen in universal zugängliche philosophische Erkenntnis offensiv zur Sprache gebracht wird – nicht ohne subtilen Spott über die Kirchturmpolitik der historischen Religionen. An dritter Stelle nenne ich die große religionspsychologisch zivilisierende Intervention im “Modus James”, die sich in den Gifford-Lectures von 1901-1902 zur “Vielfalt religiöser Erfahrungen” präsentierte.[38] In seinem generösen Empirismus bot der Psychologe William James ein Beispiel dafür, wie das undogmatische Interesse an Religion, sei es als “Wille zum Glauben”, sei es als humanisierende Skepsis, dem Eifer der herkömmlichen religiösen Zwangskollektive den Rang abläuft. Von hoher zivilisierender Wirksamkeit könnten sich ferner die Beiträge zur Religionstheorie im “Modus Sholem” erweisen, der zumal im Judentum die Häresie als innerste Triebkraft religiöser Evolution aufdeckte und diese selbst als immerwährendes, unvermeidliches und schöpferisches Ringen zwischen häretischen und orthodoxen Kräften verstand.[39] Diese Optik dürfte sich auch beim Studium nicht-jüdischer Religionssysteme bewähren. An der Wende vom 20. zum 21.Jahrhundert schließlich hat der zivilisierende Religionsdiskurs eine weitere Belebung im “Modus Assmann” erfahren. Durch ihn war zu lernen, wie sich von ägyptischen Anfängen ausgehend ein roter Faden aus Ideen über die Möglichkeit und Wirklichkeit der Doppelreligion durch die europäische Überlieferung hindurch zieht – die exoterische und die esoterische, die volkstümliche und die philosophische, die lokale und die menschheitliche, die äußere und die innere, die politische und die natürliche.[40] Man darf ergänzend anmerken, daß die Logik des Sowohl-als-auch von alters her zu den prägenden Merkmalen der indischen Religionskulturen gehört.

Mit diesen Mentoren zur Seite ist die zerklüftete Landschaft der neuen Religionspolemiken mit etwas höherer Trittsicherheit zu durchqueren. Von ihnen ist zu lernen, daß Religion und Religionen – die man doch endlich besser als mentale und rituelle Übungssysteme begreifen sollte – seit jeher und immer noch wichtige Manifestationen des dichterischen Wohnens von Menschen auf der Erde darstellen, gerade nachdem sie, zum Vorteil aller, von ihren ethnogenen Funktionen weithin entlastet sind. Ich habe an anderer Stelle vorgeschlagen, die herkömmliche Disziplin Theologie aufzutrennen und eine Hälfte von ihr den Theaterwissenschaften bzw. der Poetik, die andere den allgemeinen Trainingswissenschaften zuzuschlagen – diese heißen allgemein, weil in ihnen sämtliche Kulturen und Kultivierungen dem Feld der aktiven und passiven Wiederholungs- und Übungsphänomene zugerechnet werden. Auf diesem Weg ließe sich die historische Mächtigkeit und bis heute spürbare Virulenz theopoetischer Leistungen des Menschengeists um vieles besser würdigen, als es jetzt in den Einzäunungen instituierter Fakultäten geschehen kann.

Zu den bemerkenswertesten Wirkungen der global tätigen Theopoesie gehört nicht zuletzt das Dasein der geschichtlichen Völker und deren wie auch immer gebrochenes Fortleben in der Gegenwart. Friedrich der Große soll in einem Gespräch mit dem Grafen Reventlow gefragt haben: “Können Sie mir einen einzigen unwiderlegten Gottesbeweis nennen?” Darauf soll Reventlow geantwortet haben: “Jawohl, Majestät, die Juden!” Vielleicht wäre ein Gottesbeweis durch ein Volk zu viel verlangt, aber der Volksbeweis durch das Festhalten an einem unverwechselbaren Gott kann als erbracht gelten. Ob Volksbeweise eines Tages gewaltfrei erfolgen können, ja ob sie möglicherweise irgendwann nicht mehr benötigt werden, wird erst eine ferne Zukunft zeigen.

petervonkloss März 14, 2014 um 01:47

-Durch das Sinai-Schema wird – soweit man sieht, zum ersten Mal – ein Volk zu einer programmatischen totalen Institution überhöht, die ihren Angehörigen, zusammen mit dem striktesten Vermischungsverbot, die Pflicht zur integralen Mitgliedschaft an einem erhabenen kultisch-ethischen Projekt auferlegt.

jmg März 14, 2014 um 02:21

@ ruby
“Katsche hat einen Tabakladen.”

Nein, er hatte bis August 2008 einen Schreibwarenladen und beliefert (vermutlich bis heute) regelmässig die Geschäftsstelle von Bayern München in der Säbener Strasse mit Schreibwaren aller Art. Jetzt aber von zu Hause aus.
http://www.merkur-online.de/lokales/regionen/katsche-schwarzenbeck-schliesst-nach-jahren-seinen-schreibwarenladen-405535.html
“”Er hat sich nicht mehr rentiert”, so Katsche. “Schon länger sei der Laden in der Münchner Au aber nicht mehr so gut gelaufen,
berichtet Schwarzenbeck. Die Konkurrenz durch Großhandel und Internet sei zu stark geworden.”
“Jeden Werktag von 6 bis 12 und 13 bis 18 Uhr stand Hans-Georg Schwarzenbeck in seinem Laden “und hoffte, dass was geht.”
“Das war nicht immer lustig.” Sein Glück war, dass er den FC Bayern als Großkunden hatte. “Die Lieferungen haben mich über Wasser gehalten”, sagt er. (Vater Teresa vom Tegernsee sei dank)
“Es war eine schöne Zeit”. Eine Zeit, in der der gelernte Buchdrucker sich von seinen Tanten zeigen ließ, wie man einen Laden führt. Eine Zeit, in der der “etwas mundfaule Fußballspieler”, wie er von sich selbst sagt, lernen musste, sich mit Leuten zu unterhalten. Eine Zeit, in der Kindergartenkinder und Rentner zu ihm kamen, um Hefte, Stifte und Zeitschriften zu kaufen, über Fußball zu reden und zu fragen, ob er nicht etwas gegen Knieschmerzen wüsste.”

Darüber hinaus war er ein exzellenter Verteidiger, der einem nichts vom Pferd erzählt hat und Belege sortieren kann der bis heute.
Unvergesslich ist folgendes:
http://www.youtube.com/watch?v=bcwTmfsbW58
20 Sekunden vor Schluss. Wie haben wir damals gejubelt.

petervonkloss März 14, 2014 um 03:26

- Der Philosoph Jacob Taubes hat einmal zu Beginn seines Nietzsche-Seminars diesen Witz erzählt:

Während der
russischen Revolution soll es ein besonders fanatisches Bataillon der Roten Armee gegeben haben. Seine Mitglieder: alles davongelaufene Schüler eines Moskauer Rabbiners. Wird der Rabbi gefragt: “Wie kann das sein? Du unterrichtest sie jahrelang im Talmud, und jetzt das. -

Goodnight März 14, 2014 um 07:28
Goodnight März 14, 2014 um 07:33
Morph März 14, 2014 um 07:52

@Bruchmüller

“Noch einmal, @ Morph, wie wird man A-Kommentator?” Indem man die Anhänger von Illusionen und Illusionisten kritisiert und an der Aufklärung teilnimmt, zu der es alle erkenntnisfähigen Personen ohnehin zieht, selbst wenn die aufgeklärte Wirklichkeit profaner und verwickelter wirkt als die unaufgeklärte Vorstellung wahr haben wollte und man sich von lieb gewordenen Vorurteilen verabschieden muss (was oft weh tut).

Dein Kneipenbild ist ja ganz nett. Dann ist halt in der Kneipe auch einer dabei, der anderen ungefragt sagt: Ey, red’ nicht so einen Schwachsinn! Bist Du dann derjenige, der sagt: Hör auf, das hier ist eine Schwachsinnigen-Kneipe, hier darf jeder sagen, was ihm durch den Schädel brummt, und sei es noch so wahnhaft!

Die Moderne liebt ja die funktionale Differenzierung. Gut möglich, dass sich dann eben A-Kneipen und B-Kneipen bilden. In welche würdest Du gehen, wenn Du die Wahl hättest? Siehst Du!

wowy März 14, 2014 um 08:39

@Morph
Eine Frage an den Meinungsvorturner: Warum hälst du dich eigentlich für berufen diese Einteilung zu treffen? Hybris?

wowy März 14, 2014 um 08:40

hältst

Morph März 14, 2014 um 09:06

@wowy

“Warum hälst du dich eigentlich für berufen diese Einteilung zu treffen? Hybris?”

Klar, Hybris, was denn sonst?

Beobachte mal ganz ruhig und vorbehaltlos Deine eigenen Stellungnahmen zum Rechtssystem. Entdeckt Du in diesen Stellungnahmen vielleicht auch am Ende ein bißchen – Hybris?

Und jetzt nimm Dir mal Deine Hybris hinsichtlich des Rechtssystems und meine Hybris hinsichtlich des blogs wiesaussieht im Verleich vor. Wer, denkst Du, ist von uns zwei beiden der größere Hybridiot?

Wir könnten uns, ohne das weiter zu vertiefen, auf den Formelkompromiss einigen, dass wir uns da nichts nehmen. Deal?

The Real Slim Shady März 14, 2014 um 09:10

Habe mir ja lange den Kopf zerbrochen, was ein Blog (mit Fokus auf den Kommentarstrang!) eigentlich medientheoretisch genau ist. Komme immer wieder zum Fazit, dass es sich doch eher um eine Art medial vermitteltes Interaktionssystem handelt als irgendeine Evolution von Verbreitungsmedium. Die Leitdifferenz scheint mir in nicht mehr zu bestehen als “reagieren/nicht reagieren”, wobei als Referenz eines entwickelten Threads weniger der Inhalt des ursprünglichen Blogeintrags in Frage kommt, sondern primär die jüngeren Kommentare, zu welchem konkreten Inhalt sich diese auch äußern mögen. Kommentarstränge in Blogs sind aus mehreren Blickwinkeln eine wunderbare Case Study für gesellschaftliche Kommunikation insgesamt, sie differenzieren gelegentlich aus in whatever und sie enden niemals im “Konsens”. Sie laufen weiter, solange irgeindeiner sich findet, der noch was sagen will (im Prinzip egal was) und sich daraufhin einer (oder sogar mehrere, weil die Kommunikation plötzlich reaktualisiert (oder, mit einem Hilfsausdruck: revitalisiert), finden, die das Rad der Debatte eine Runde weiterdrehen. Hübsch zu beobachten auch der zunehmend steigende Anteil von Selbstreferenz im Laufe der Entwicklung des Threads, so nach dem Motto: “Warum didkutieren diskutieren wir darüber eigentlich und wenn ja dann so oder so?”.

Sorry, hat zwar alles nix mit Hoeness zu tun, aber fiel mir spontan bei der Lektüre der letzten Eibtröge so ein…

The Real Slim Shady März 14, 2014 um 09:29

Übrigens ein hübscher Beitrag im FAZ-Feuilleton mit dem (fast richtigen) Titel: “Der Mensch ist fast überflüssig”. Fast richtig, weil “der Mensch” im Kontext von “big data” natürlich nicht “fast” sondern total überflüssig ist. Der Mensch interessiert in diesem Zusammenhang kein bisschen, es interessiert ausschliesslich seine, oder: die von ihm technisch hervorgebrachte Kommunikation. Und dafür mag “Mensch” aktuell noch als Resource (und nur als Resource!) Vorbedingung sein, aber die Frage stellt dich ohnehin: “Wie lange noch?”

Die big profits an der Wallstreet werden offenbar heute schon mittels HFT erzielt, sprich: machine-to-machine Communication. Oder, wie es im Neusprech der FAZ jetzt immer heisst: “Algorithmen”. Das Interessante wird nicht darin bestehen, über die Entwicklung und den Verlust von “Menschlichkeit” zu jammern; sondern zu beobachten, wie Systeme (also gut: auch “Menschen”), das Heranzoomen eines so gearteten Welthorizonts als Umweltveränderung beoachten und zukünftige Differenzen daran anschliessen.

Andreas Kreuz März 14, 2014 um 09:40

The Real Slim Shady März 14, 2014 um 09:29

Kann ich bestätigen.
Ich war gestern auf der CEBIT.

holger196967 März 14, 2014 um 09:45

Zu der Frühkritik von Frank

was mich immer wieder erstaunt, ist das Rechtsverständnis in dieser Gesellschaft, indem man Fälle mit einander vergleicht, die gar nicht vergleichbar sind. Und das daraus resultierende „Hängen sehen wollen“. Das allgemeine Volk kann vermutlich nur moralische Urteile fällen. Das nur mal zur Häme auf vielen Kanälen. Auch die Bestürzung darüber oder über das milde Urteil für UH finde ich persönlich lächerlich, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Es ist ein Präzedenzfall wo keiner richtig Einblick hat. Selbst wenn der BGH zu Gunsten UH entscheidet und Revision zulässt, und eine andere Kammer dann Zeit hat den Fall richtig aufrollen zu können, ist in den Köpfen 3,6 Jahre Knast.

Ob er nun für den FCB was taugt, oder nicht, muss der Verein entscheiden oder UH eben selber. Aber glaubt denn auch nur einer, dass UH nun niemals mehr in der VIP Loge sitzen wird? Wird der Name UH jemals vom FCB zu trennen sein? Quatsch, der wird irgendwann EhrenEhrenEhrenpräsi und wird auch weiterhin im Schatten seine Fäden ziehen. Soll er eben Medienwirksam öffentlich verzichten, und gut ist. Als Ehrengast taugt er noch und wenn er wirklich in die JVA oder offenen Vollzug muss, dann wird er nach Verbüßung Triumphal empfangen werden.

Die große Frage die man sich eigentlich stellen müsste, wieso konnte das überhaupt so kommen, die stellt sich kein Intellektueller. Warum auch, wäre ja mit Denken verbunden.

Es geht hier nicht um die hohen Summen, die ja so empörend sind, nein, es geht um das Steuerrecht an sich. Dieses Steuerrecht personalisiert und dämonisiert im Zweifel. Dabei, und das sage ich immer wieder, geht es nur um die Transaktion von Geld, und nicht, welche Person mit wem, wann und warum.

Das Steuerabkommen mit der CH wäre ja schon mal ein richtiger Schritt gewesen. Aber nein, die rote Pest (Harzer Roller Heute) will ja lieber die CH ausräuchern. In der Moderne ja immer noch das beste Mittel. Nicht wahr?

Hier in dieser Moderne hängt man lieber Personen auf. Anstatt sich lieber an dem Zocken oder Traden zu beteiligen. Davon hätte der Staat viel mehr auf Dauer, als eine einmal Hängung und lächerliche 30 40 50 Millionen. Noch viel lächerlicher finde ich es, wie viel KITA man ja davon bauen könnte. Das zeigt von einer Dummheit, die man schlecht noch toppen kann. Erstmal müssen die Jährlichen Zinsen für das Kunstwerk der SPD BER von rund 1 Milliarde zusammen gekratzt werden.

Da, wo die „richtigen“ Summen das Land verlassen, nämlich bei zB VW und den Werken in China, da kräht keiner. Das muss man sich mal überlegen, hier heulen die Manager rum Wettbewerb, Entlassungen Lohndumping, und machen sich dann selber Wettbewerb im größten Absatzmarkt in Asien, mit dem gesteigerten Gewinn durch den Verzicht der Belegschaft?

Wichtig ist, UH geht in den Knast. Bravo endlich haben wir die Sau am Haken.

Als wenn es keine anderen Sorgen gäben würde.

wowy März 14, 2014 um 09:49

@Morph
No deal, weil Äpfel und Birnen.
Aber um es abzukürzen, und da wiederhole ich mich, du wirst das was du suchst hier nicht finden. Das ist nur ein Blog.

Frankie (formerly known as Bernankie) März 14, 2014 um 09:53

@TRSS

“Die Leitdifferenz scheint mir in nicht mehr zu bestehen als “reagieren/nicht reagieren”, wobei als Referenz eines entwickelten Threads weniger der Inhalt des ursprünglichen Blogeintrags in Frage kommt, sondern primär die jüngeren Kommentare, zu welchem konkreten Inhalt sich diese auch äußern mögen.”

Sehr fein beobachtet, diese Blog-Dynamik.

Übrigens , die Bank of England wurde wahrscheinlich 1977 schleichend und heimlich privatisiert, und keiner thematisiert das:

http://forumnews.wordpress.com/about/bank-of-england-nominees/

Wahnsinn, die stecken alle unter einer Decke!!! Ein Kartell des Verschweigens.

holger196967 März 14, 2014 um 09:56

TRSS

—>>> Der Mensch interessiert in diesem Zusammenhang kein bisschen, es interessiert ausschliesslich seine, oder: die von ihm technisch hervorgebrachte Kommunikation. Und dafür mag “Mensch” aktuell noch als Resource (und nur als Resource!) Vorbedingung sein, aber die Frage stellt dich ohnehin: “Wie lange noch?”

Die Frage kann man grob Beantworten, dann, wenn das Energieversorgungssystem für die Systeme “Save” ist. Also in rund 20 Jahren.

keiner März 14, 2014 um 10:04

“sondern zu beobachten, wie Systeme (also gut: auch “Menschen”), das Heranzoomen eines so gearteten Welthorizonts als Umweltveränderung beoachten und zukünftige Differenzen daran anschliessen.”

…oder auch nicht, Lösungsschema: pull the plug.

Russland-Krim ist nur der Anfang neuer, sehr alter, schlichter Lösungsschemata für komplex Fragestellungen. Der Mensch neigt halt im Zweifelsfall von einem gewissen Punkt der Genervtheit zur Reduktion von Komplexität, koste es was es wolle (Amoklauf). Auf der Basis gesammter Gesellschaften nennt man das dann schlicht “Krieg”/”Revolution”, ob gegen innnere oder gegen äußere “Feinde” spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Doktor D März 14, 2014 um 10:08

Meine Twitter TL sagt mir gerade: Hoeness geht nicht in die Revision.

holger196967 März 14, 2014 um 10:09

Chapeau Herr Lübberding

UH verzichtet auf Revision und nun in den Knast.

Warum? Nun kann VT gemacht werden :D

The Real Slim Shady März 14, 2014 um 10:13

> Lösungsschema: pull the plug.

Wäre eine denkbare Möglichkeit, why not? Allerdings nur dann wahrscheinlich, wenn sich “mensch” als “mensch” von der entwicklung bis dahin tatsächlich “entmenscht” genug fühlt, wonach es für mich nicht wirklich aussieht. Big data ist ja nichts andres als die Kehrseite enorm populärer Umwälzungen a la Facebook, Google, Cloudcomputing, etc. Daher scheint es zumindest zweifelhaft, ob die Entwicklung, wie auxh immer sie jonkret sein mag, drastisch genug als “Bedrohung” wahrgenommen wird, um das bisschen “Mensch”, das dann noch existiert, zu mobilisieren.

wowy März 14, 2014 um 10:13

Alles andere hätte keinen Sinn gemacht. Wie ich gestern schon sagte, Hoeness kann an einer Revision kein Interesse haben.

wowy März 14, 2014 um 10:15

Bedeutet aber wohl auch, dass die Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichten wird.

Durchsage März 14, 2014 um 10:16

So, Revision wird keine eingelegt, U.H. akzeptiert das Urteil und tritt mit sofortiger Wirkung von allen FCB-Ämtern zurück.

Wobei mich dennoch die wohlfeile Kommentiererei durch die Politik nervt. Als ob ein Gerichtsurteil ein Plebiszit wäre. Was muß der U.H. “durch” sein, damit die Politik sich auf’s moralische Roß setzen kann. Bspw. Herr Meister von der CDU, siehe Parteispendenskandal und jüdische Vermächtnisse… da warten wir heute noch. Was ist mit Versicherungssteuer beim ADAC? Aber auf nem Gefallenen rumlatschen geht immer super…

holger196967 März 14, 2014 um 10:18

wowy März 14, 2014 um 10:13
Alles andere hätte keinen Sinn gemacht. Wie ich gestern schon sagte, Hoeness kann an einer Revision kein Interesse haben.”

Wirklich nur der UH? HUIHUIHUI :D Oder vielleicht doch die Allianz? ;)

wowy März 14, 2014 um 10:20

@holger
Ich bin von dem ausgegangen, was wir bisher wissen ;-)

jmg März 14, 2014 um 10:21

Uli Hoeneß geht ins Gefängnis, Rücktritt von allen Ämtern
http://www.spiegel.de/

Jochen Venus März 14, 2014 um 10:24

@wowy

“du wirst das was du suchst hier nicht finden. Das ist nur ein Blog.”

Was suche ich denn, Deiner Meinung nach?

Mich interessiert, in dem Sinn, wie @TRSS es beschrieben hat, was Blogkommunikation ist und wie sie funktioniert.

Und was die Hybris angeht: Du be- und verurteilst doch auch mit großem Selbstbewusstsein die Rechtsauffassungen anderer Leute. Ich kann darin keinen Unterschied zu meiner Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Kommentaren sehen. Der einzige Unterschied zwischen uns ist, dass Deine Urteile bei ihren Adressaten nicht ankommen, meine aber schon.

otto März 14, 2014 um 10:24

@goodnight
12 Punkte

jmg März 14, 2014 um 10:27

Persönlichen Erklärung von Hoeneß:
“Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich.

Außerdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder. Ich möchte damit Schaden von meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben solange ich lebe.

Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung.”

Bladnoch1971 März 14, 2014 um 10:28

@Luebberding
Respekt. Sie haben das Ganze richtig eingeschätzt. Strafrechtlich ist der Deckel drauf und alle weiteren Fragen werden wohl im Dunkel bleiben. Bei Hoeneß selbst wird irgendwann man dann wieder überwiegend seine Erfolge und Wohltaten sehen und diese Affäre als dunkle Episode in seinem Leben abtun.
Jetzt können wir uns ja wieder um die Krim und das Freihandelsabkommen mit den USA kümmern.

wowy März 14, 2014 um 10:32

@Jochen
Wenn ich das tue, belege ich immer warum.
Ansonsten kann ich mich nicht erinnern die KommentatorInnen dieses Blogs in Bekloppte und nicht Bekloppte eingeteilt zu haben.

Stephan März 14, 2014 um 10:48

“Hybridiot”. I like that.

Goodnight März 14, 2014 um 10:59

@TRSS

Der Mensch Uli Honeß wurde bestraft. Und die Blog Karawane marschiert weiter zum nächsten Thema. Niemand interessiert sich jetzt mehr wirklich für die Wahrheit hinter den Mio., Schweizer Konten, trades…
D.h. Der Mensch hat in der Moderne immer noch eine Bedeutung, sei es auch als Mülleimer der Kommunikation.
D.h. die Kommunikation folgt, wie bekannt, nicht der Wahrheit sondern der Information und die Information ist Gegenwart, also diese nicht existierende Einheit von Vergangenheit und Zukunft.Deshalb ist sie so flüchtig, die Information, weil sie gar nicht ist.
Blogs sind deshalb wie Twitter und Nachrichten die Abbildung der Gegenwart, d.h. nur hier ist Gegenwart möglich.
Und dabei stellt sich die Frage wer über die Gegenwart der Gegenwart bestimmt, und wie sich der Mensch zwischen seiner indiviuellen “Gegenwart” (Arbeit, Essen, Schlafen..) und der Gegenwart bewegen kann.
Whatever, viel Stoff für viel Forschung.

Das gleiche Problem besteht beim “Mensch”, weil der existiert auch nicht. Wir haben einen Körper und einen Namen, aber kann hier oder oder irgendwo anders jemand sagen was das ist: ein Mensch.
Die Einheit einer Differenz, d.h. ein Konstrukt.
Die Moderne hat dieses Konstrukt perfektioniert (Individuum) und zugleich ist es dabei es zu zerlegen (Rollen). Dabei kann man davon ausgehen dass beides in einem kausalen Zusammenhang steht, d.h. die Einheit dient der Ermöglichung der Differenzierung.
Wenn man z.B. Stanford beobachtet, dann beobachtet man die Dekonstruktion des Menschen entlang der technischen Möglichkeiten.

http://vhil.stanford.edu/projects/

Zugleich bleibt der Mensch als Adressat z.B. für Konsum unverzichtbar. Fraglich ist nur, ob der Mensch als Einheit der Differenz nicht komplett in die virtuelle Welt ausgelagert wird.
Aber das dauert noch einige hundert Jahre.

Whatever, den Uli hat sein Mensch-sein vor der Wahrheit geschützt, nun ist er auch als Mensch aus der Gegenwart raus. Und wir müssen die neue Gegenwart bestimmen: Kalter Krieg, Flugzeugabstürze, Staatsaffären…

“For someone who was never meant for this world, I must confess I’m suddenly having a hard time leaving it. .. Maybe I’m not leaving… maybe I’m going home.”
Vincent (gattaca)

otto März 14, 2014 um 11:03

Kommt mir in letzter Zeit immer wieder hoch

http://www.youtube.com/watch?v=LdQyQLs2THM

chabis März 14, 2014 um 11:13

Gute Rücktrittserklärung auf den ersten Blick.
So tritt man vorbildlich zurück als “Oligarch” in unserer Zeit.
Oligarchische Züge hatte er schon, der Uli Hoeness, auf dem
Gebiet der Fussballökonomie und Pionier in diesem “Neuland”
in den roaring 80igern. Und er wird abgelöst durch korrektere
und leichter auswechselbare Gestalten, für die er heute den Winkelried macht .
http://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Winkelried

f.luebberding f.luebberding März 14, 2014 um 11:26

Goodnight

Du verkennst ein wenig die Logik der Online-Kommunikation. In einer Konstellation, wie jetzt bei Hoeneß, wäre es früher unmöglich gewesen, die Kalküle der anderen zum Ausgangspunkt des öffentlichen Diskurses zu machen. Alles blieb im Dunkeln. Heute kann ich jedes eigene Kalkül experimentell untersuchen und testen, um Reaktionen zu antizipieren. Im Grunde kann ich ohne das heute auch gar nicht mehr rational handeln. Dieser Blog ist ja eine hervorragende Spielwiese dafür, weil sich auch der Deppenfaktor in Grenzen hält … . Was hier in der Hoeneß-Debatte schön zum Ausdruck kam. Auf wirklich alles sofort reagieren zu können.

Insofern sind Online-Medien aufklärerisch, wenn sie denn nicht puren Nonsens erzählen. Bei Hoeneß kann die andauernde Forderung nach Aufklärung und die Aufdeckung von Widersprüchen ja durchaus dazu geführt haben, das für ein Problem zu halten. Selbst wenn seine Räuberpistole richtig gewesen wäre, blieb das Kommunikationsproblem … .

Dann geht man mit einem milden Urteil doch besser in den Knast.

Goodnight März 14, 2014 um 11:38

@Lübberding

Yep, aber Du verkennst die Macht des Faktischen: Alles was man über Honeß hätte schreiben können, also all die Wahrheit, die hätte man in den letzten Tagen schreiben müssen. Jetzt ist es zu spät.
Honeß war in den letzten Tagen ein Thema, eine Information, hab Deutschland hat mitgelesen, bei der Urteilsverkündung hatte mein netz Probleme SpOn zu erreichen.
Alle Wahrheit die jetzt noch rauskommt wird niemanden mehr erreichen.
Der Faktor Zeit ist bei dem Job, den Du machst, von entscheidender Bedeutung geworden.

Higgins: Hey, Turner! How do you know they’ll print it? You can take a walk. But how far if they don’t print it?
Turner: They’ll print it.
Higgins: How do you know?
( 3 days of the condor)

f.luebberding f.luebberding März 14, 2014 um 11:44

Goodnight

Das ist wirklich ein Problem. Zeit. Alle treten zurück, bevor wir die Wahrheit herausfinden konnten … . Fehlt nur noch, dass Putin zurücktritt.

Goodnight März 14, 2014 um 11:49

@Lübberding

Yep…vielleicht haben sich in der Moderne auch einfach nur die Rücktritte beschleunigt ;-)

Aber merkst Du: Du hast mal ganz nebenbei die neue Gegenwart gekennzeichnet: Putin. Auf zur Jagd, der steht noch….

“You have to think about one shot. One shot is what it’s all about. A deer’s gotta be taken with one shot.”
(the deer hunter)

"ruby" März 14, 2014 um 16:42

@ jmg
Danke für die Richtigstellung.
Kaum einer hat die Fußballstrümpfe (Stutzen) so herrlich schlabberig getragen wie der Spieler mit der 4.
;-)
Als Siggi Reich zum Flankengott wurde …
http://www.youtube.com/watch?v=ouFSc5Dh8LA

focion März 14, 2014 um 16:56

Porn zweiter Ordnung. :-(

"ruby" März 14, 2014 um 18:50

@focion
Sehe wie der Augenthaler(5) von Schwindelgefühlen geplagt dem Ball hinterherschaut und zum Schluss Bayern die Meisterschaft an Werder Bremen verspielt hat.
;-)

karla März 14, 2014 um 20:48

Goodnight März 14, 2014 um 11:49

@Lübberding

“Yep…vielleicht haben sich in der Moderne auch einfach nur die Rücktritte beschleunigt ;-)

Aber merkst Du: Du hast mal ganz nebenbei die neue Gegenwart gekennzeichnet: Putin. Auf zur Jagd, der steht noch….”

Die ukrainische Regierung steht auch noch. Die könnten ja auch zurücktreten und den alten Plan mit vorgezogenen Wahlen wieder rausholen. Sollen wir die jetzt auch jagen?

karla März 15, 2014 um 22:21

Morph März 13, 2014 um 01:29

apropos Bayern: gibt ja von Luhmann einen ganz passenden Text zum Thema, “Kausalität im Süden”.
http://www.uni-bielefeld.de/sozsys/leseproben/luhmann.htm
Der ist auch hinsichtlich der Ukraine-Debatte ganz interessant.

Habe mir mal den link komplett durchgelesen.

Textauszug:
“Tatsächlich haben wir aber erst heute die Chance, die moderne Gesellschaft angemessen zu beschreiben, weil sie erst heute, und zwar in weltweiten Dimensionen, als beobachtbares und beschreibbares Faktum vor Augen liegt.”

Einwand: Mit beobachten und beschreiben kann man ein gesellschaftliches Verhältnis wie die Sklaverei erklären. Sie ist ein pures ökonomisches Zwangsverhältnis.
Ökonomie heute beruht nicht auf Zwang sondern auf einem Vertrag der beiden Vertragspartner Kapital und Arbeit. Beide Seiten haben die Freiheit sie einzugehen oder auch nicht. Der Arbeitnehmer verkauft seine Arbeitskraft. Sie wird damit zum Eigentum des Kapitals (für die Zeit die er vertraglich arbeiten muss). Das Kapital macht das ökonomisch richtige mehr herauszuholen als man hineingesteckt hat). Dies beinhaltet einen Gegensatz der nicht auflösbar ist sondern eine Verlaufsform annimmt (z.B. Gewerkschaften und Unternehmerverbände).
Mit beobachten (Empirie betreiben) kommt man dem Gegensatz nicht bei. Aus der Empirie kommt bestenfalls heraus, dass es wohl nicht ganz gerecht zugeht.

“hinsichtlich der Ukrainedebatte”:
b) “Im übrigen geht man bei der Beschreibung unterentwickelter Regionen von den vorgefundenen Tatbeständen aus. Inzwischen gibt es jedoch Anhaltspunkte genug dafür, daß die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft solche Tatbestände erst produziert. Typisch verstärken die Funktionssysteme der Weltgesellschaft vorgefundene Ungleichheiten, weil es für sie rational ist, Unterschiede zu nutzen. Nur wer zahlungsfähig zu sein scheint, erhält Kredite…….Mehr und mehr scheint die moderne Weltgesellschaft sich mit Problemen zu befassen, die sie selbst erst erzeugt hat.”

Da kann ich Luhmann folgen. Auf die Ukraine angewandt: Warum müssen wir mit der ein Assoziierungsabkommen abschließen? Warum begnügt man sich z.B. nicht damit Schüleraustausch zu betreiben und dafür ein paar Vereinbarungen abzuschließen?

Das angestrebte EU-Abkommen bedeutet erstmal für die Ukrainer den Gürtel enger schnallen um irgendwann in der besten aller Welten anzukommen.
Die, die zu entscheiden haben arbeiten sich peu a peu an kriegsträchtige Zustände heran. Und in der Ukraine kommt auf allen Seiten der Nationalismus wieder zu allen Ehren.

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