Besser als Abhören: Ein langes Telegramm

by f.luebberding on 25. März 2014

In der deutschen Politik tobt eine Gespensterdebatte über die Fehler der NATO bei der Osterweiterung. Russland habe die Krim wegen der damals gebrochenen Versprechen annektiert. Nichts ist absurder als diese These. Die Ukraine ist weder in der NATO, noch in der EU. Es geht somit lediglich um die Frage, ob die Ostgrenze der NATO auf die Krim hätte ausgeweitet werden sollen. Putin nutzte eine machtpolitische Gelegenheit nach dem Sturz der Regierung in Kiew. Die frühere Osterweiterung spielte keine Rolle. Die Befürworter einer NATO-Osterweiterung sollten sich aber eine andere Frage stellen: Wären die anderen NATO-Mitglieder ernsthaft bereit gewesen, das NATO-Mitglied Ukraine in einer solchen innenpolitischen Situation militärisch zu verteidigen? Angesichts der unsinnigen Debatte über die Äußerungen von Frau von der Leyen sind Fragen nach der Glaubwürdigkeit der NATO erlaubt. Eigentlich darf es keinen Zweifel daran geben, die Bündnisverpflichtungen gegenüber NATO-Mitglieder einzuhalten, selbst wenn niemand einen Angriff erwartet. Nichts anderes hat die Bundesverteidigungsministerin formuliert. Die NATO will mit guten Gründen Entschlossenheit demonstrieren und kommuniziert das Gegenteil. Theo Sommer formulierte heute Morgen das Problem:

“Die Einverleibung Transnistriens – eine denkbare Retourkutsche – würde den Westen ein weiteres Mal in die Rolle des ohnmächtigen Zuschauers zwingen.”

Der Westen zerstört die eigene Glaubwürdigkeit, wenn er Zweifel an seiner Entschlossenheit zulässt. Das passiert gerade – und dafür muss man noch nicht einmal Frau Timoschenko abhören. Besser wäre das Schreiben eines “langen Telegramms”.

Bis heute ist keineswegs geklärt, was nach 1945 den Kalten Krieg ausgelöst hat. Letztlich schwankte die westliche Intepretation immer um zwei Erklärungsmuster. Sowjetischer Expansionismus in Richtung West- und Südeuropa oder das Interesse Stalins an einer Konsolidierung der neugewonnenen Einflußzonen im späteren “Warschauer Pakt”. Es musste allerdings erst 1946 werden, damit der Westen überhaupt begriffen hatte, der Westen zu sein – und die Sowjetunion als seinen Gegner zu betrachten. Bis dahin dominierte die Sichtweise auf eine globale Weltordnung, die den Fehler nach dem 1. Weltkrieg vermieden hatte. Nämlich den Völkerbund als ein untaugliches Instrument kollektiver Sicherheit zu installieren. Das war der Grund, warum sich die USA entgegen ihre außenpolitischen Tradition an der UN beteiligt hatten. Ökonomisch fand diese Politik nach Bretton Woods im IWF und der Weltbank ihre Fortsetzung. Es ging ursprünglich um die Integration der Sowjetunion in dieses System. Das sollte sich aber 1946 mit dem “langen Telegramm” von George Kennan ändern.

Kennan arbeitete damals an der US-Botschaft in Moskau. In diesem Telegramm beschrieb er die weltpolitische Ausgangslage nach 1945 und erfand die Politik der Eindämmung. Es war der Abschied von der Illusion eines Systems der kollektiven Sicherheit und der Beginn der Blockbildung, wie sie das internationale System bis 1989 dominieren sollte. Kennan traf damit in Washington (und in Westeuropa) einen wunden Punkt. So kurz nach dem Ende des Krieges war die spätere Struktur keineswegs klar gewesen. Niemand wusste bis dahin, wie es mit Deutschland weitergehen sollte, und was diese Unklarheit für die Zukunft Europas bedeuten wird. Kennans Telegramm sollte das ändern. Es beruhte auf drei Erkenntnissen:

  1. Die Sowjetunion ist schwach – und entsprechend unfähig zur Kooperation in einem System kollektiver Sicherheit.
  2. Deshalb kann die Sowjetunion nicht als Partner, sondern nur als Gegner des Westens betrachtet werden.
  3. Eine Politik der Eindämmung setzt die politische, ökonomische und soziale Stabilisierung West- und Südeuropas voraus.

Vor allem in Washington veränderte das Telegramm augenblicklich das politische Klima. Es sorgte für das bis dahin fehlende Kategoriensystem, um die Nachkriegswelt zu verstehen. Erst auf dieser Grundlage sollte die spätere Nachkriegsordnung Konturen annehmen. Die USA blieben in Westeuropa und das sollte entsprechende Konsequenzen haben. Innenpolitisch bemühten sich die USA um die Eindämmung der großen kommunistischen Parteien in Italien oder Frankreich. Sie engagierten sich im Bürgerkrieg in Griechenland auf Seiten des Königs (und gegen die Kommunisten). In der Deutschland-Politik ist der Wiederaufbau der westdeutschen Ökonomie nicht mehr als Bedrohung, sondern als Voraussetzung für die Stabilisierung Westeuropas betrachtet worden. Die spätere Westintegration war ohne Kennans Telegramm nicht zu denken. Auf der anderen Seite des “Eisernen Vorhangs” führte das zur Machtübernahme der Kommunisten in Prag. Es gab nur wenige Fälle, wo sich Staaten dieser Blockbildung entziehen konnten. In Österreich etwa mit dem Abzug der Besatzungstruppen und der Neutralitätserklärung von 1955. Finnland wurde schon erwähnt. Kennan zog 1946 diese Schlussfolgerung aus seiner Analyse des stalinistischen Russland:

In summary, we have here a political force committed fanatically to the belief that with US there can be no permanent modus vivendi, that it is desirable and necessary that the internal harmony of our society be disrupted, our traditional way of life be destroyed, the international authority of our state be broken, if Soviet power is to be secure. This political force has complete power of disposition over energies of one of world’s greatest peoples and resources of world’s richest national territory, and is borne along by deep and powerful currents of Russian nationalism. In addition, it has an elaborate and far-flung apparatus for exertion of its influence in other countries, an apparatus of amazing flexibility and versatility, managed by people whose experience and skill in underground methods are presumably without parallel in history.”

Kennan beklagte später allerdings die Reduzierung der Eindämmungspolitik auf die militärische Logik des Wettrüstens. Auslöser waren vor allem der Verlust Chinas an Mao und der Ausbruch des Koreakrieges 1950. Kennan konnte das 1946 noch nicht wissen und damit auch nicht ahnen, welche Dynamik die Eindämmungspolitik entwickeln sollte. Er machte aber schon damals deutlich, warum es gerade nicht um in erster Linie militärische Antworten gehen konnte.

“Finally, it is seemingly inaccessible to considerations of reality in its basic reactions. For it, the vast fund of objective fact about human society is not, as with us, the measure against which outlook is constantly being tested and re-formed, but a grab bag from which individual items are selected arbitrarily and tendenciously to bolster an outlook already preconceived. This is admittedly not a pleasant picture. Problem of how to cope with this force [is] undoubtedly greatest task our diplomacy has ever faced and probably greatest it will ever have to face. It should be point of departure from which our political general staff work at present juncture should proceed. It should be approached with same thoroughness and care as solution of major strategic problem in war and, if necessary, with no smaller outlay in planning effort. I cannot attempt to suggest all answers here. But I would like to record my conviction that problem is within our power to solve — and that without recourse to any general military conflict. And in support of this conviction there are certain observations for a more encouraging nature I should like to make.”

Kennan war jene seltene Mischung aus nüchterner Analyse und fehlender ideologischer Voreingenommenheit. Er geriet nie in das Fahrwasser der Kalten Krieger, obwohl diese ohne ihn wohl noch nicht einmal verstanden hätten, auf welchem Wasser sie sich überhaupt befanden. Kein Wunder also, wenn ihm der “Spiegel” schon 1951 eine Titelgeschichte widmete. “Diplomatie der Dilettanten”, so der Titel, und sie dokumentierte jene Unbefangenheit, die Augstein in seinem Umgang mit den Verbündeten schon kurze Zeit nach dem Krieg an den Tag legte. Wer diese Titelgeschichte über Kennan liest, kann nicht anders als die Treffsicherheit seiner Analyse zu bewundern. Tatsächlich sollte der “Amerikanismus” der Sowjetunion 1989 den Todesstoß versetzen. Kennans These, die Gefahr eines Annexionskrieges durch die Sowjetunion sei gering, entsprach auch nicht dem damaligen Zeitgeist, der vom Krieg in Korea geprägt worden war. Nun betrachtete Augstein als Jens Daniel seinen “Spiegel” immer als Fortsetzung der Politik mit journalistischen Mitteln. Über Kindereien wie Kapuzenpullis hätte er sich nur gewundert. Er plagte sich eher mit Roosevelts Forderung nach der “bedingungslosen Kapitulation” Deutschlands, die er für einen Fehler gehalten hatte. Trotzdem ist die Zusammenfassung von Kennans damaligen Erkenntnissen lesenswert.

“Da er aber eine solche Reform der amerikanischen Demokratie selbst für undurchführbar hält, bleibt nach Kennan als einziges, die amerikanische Öffentlichkeit über die Gegebenheiten internationaler Beziehungen aufzuklären. Zwei der wichtigsten Lehrsätze:

* Das Konzept der bedingungslosen Kapitulation ist immer falsch*).

* Moralisch und juristisch abgeleitete Ansprüche zwischen den Nationen funktionieren nicht so wie zwischen zwei Individuen.

Was in Mitteleuropa gerettet worden wäre, wenn die Amerikaner hier nach diesem Rezept Kennans verfahren hätten, liegt auf der Hand Kennan war es, der als einziger hoher Beamter vor dem Marsch auf den Jalu gewarnt hat, weil er Rotchina unweigerlich auf den Plan rufen müsse. Es ist seine ständige Warnung, daß der Argwohn der Sowjets gegen die übrige Welt echt und tiefverwurzelt sei und daß der Kreml auf jede militärische Drohung überempfindlich reagiere. Einen solchen Mann nicht nur als Botschafter, sondern mehr noch als Berichterstatter in Moskau zu wissen, ist tröstlich, auch wenn ihm zu gewissen Zeiten nichts anderes einfallen sollte, als, statt einen Weltkrieg zu führen, in den Worten Walter Lippmann”s “auf das Beste zu hoffen”.

Die Konturen einer Welt nach dem Sieg des “Amerikanismus” zeigen sich in diesen Tagen. Die ursprünglichen Erwartungen, die mit dem Namen Globalisierung verbunden waren, haben offensichtlich getrogen. Desintegration bestimmt die Agenda seit dem Ausbruch der Krise um die Ukraine. Es erinnert durchaus an die Ablösung der Idee einer kollektiven Sicherheit, die mit der Gründung der UN verbunden gewesen war – und mit Kennans Telegramm durch die Politik der Eindämmung abgelöst worden war. Sie war das Ergebnis einer Desillusionierung.

Nur ist die Welt von heute nicht mehr die von 1946. Verblüffenderweise wird diese Welt aber in den Kategorien Kennans wahrgenommen. Die Eindämmung des russischen Expansionismus steht auf der Tagesordnung, obwohl Russlands Truppen weder in Berlin stehen, noch ernsthaft mit dem Überrennen Westeuropas zu rechnen ist. Gleichzeitig fehlt aber der Weitblick, der Kennan auszeichnete. Vielleicht brauchen wir ein neues Telegramm. Eines hätte sich übrigens nicht geändert. Stalin hatte es vom NKWD mitlesen lassen.

update 12:23 Uhr

Gerade auf Twitter diesen link auf die New York Times gefunden. Und Frau Timoschenko hatte sich interessanterweise auch mit Kennan beschäftigt. Ihre Wortwahl hat dann bis heute doch gelitten.

{ 186 comments }

Jackle März 25, 2014 um 12:19

Tja, das ist alles schon wirklich tragisch. Ich mein, was zur Hölle soll die Politik machen ohne die deutsche Wirtschaft zu schaden? Vielleicht mal bei Timoshenko anrufen, ob H&K ihr etwas liefern soll, bevor sie sich aufmacht den russischen Bären zu erlegen.
Apropos: Warum hat Timoshenko eigentlich nicht – genau wie ihr Gesprächspartner – behauptet, dass das Gespräch nie stattgefunden hat? Am Ende glaubt sie als Politikerin noch, dass ihr so eine Nummer am Ende etwaige Stimmvorteile einbringt.
Zumindest kann es nicht um eine „militärische Konfliktlösung“ gehen, meint Kanzlerin und ihre Uschi. Dennoch gut, dass es im Raume stehen bleibt. Hach, macht schon Spaß diese Diplomatie.

Wieviel dritter Weltkrieg können wir wagen?

Fuck Putin, fuck Timoshenko and fuck the EU!

Linus März 25, 2014 um 13:08

“Angesichts der unsinnigen Debatte über die Äußerungen von Frau von der Leyen sind Fragen nach der Glaubwürdigkeit der NATO erlaubt. Eigentlich darf es keinen Zweifel daran geben, die Bündnisverpflichtungen gegenüber NATO-Mitglieder einzuhalten, selbst wenn niemand einen Angriff erwartet.”
Haben die Russen jetzt schon alle anderen Kommunikationswege unterbrochen, sodass vdL auf die öffentlichen Medien zurückgreifen muss?
“Es beruhte auf drei Erkenntnissen:
1. Die Sowjetunion ist schwach – und entsprechend unfähig zur Kooperation in einem System kollektiver Sicherheit.
2. Deshalb kann die Sowjetunion nicht als Partner, sondern nur als Gegner des Westens betrachtet werden. [...] ”

Das sollen Erkenntnisse sein? Das war schon damals Bullshit!
Und das du das JETZT als “Erkenntnisse” rauskramst, ist Geschichtsfälschung. Blockbildung, weil die Sowjetunion schwach war – geht’s noch?

niemand März 25, 2014 um 13:18

>”Gerade auf Twitter diesen link auf die New York Times gefunden.”

In der Tat sollte man diese aktuellere (1998) Äußerung Deines Kronzeugen Kennan vor Deinem eigenen Text lesen.

“”I think it is the beginning of a new cold war,” said Mr. Kennan from his Princeton home.

[...]

As he said goodbye to me on the phone, Mr. Kennan added just one more thing: ”This has been my life, and it pains me to see it so screwed up in the end.””

http://www.nytimes.com/1998/05/02/opinion/foreign-affairs-now-a-word-from-x.html

Soldat Schwejk März 25, 2014 um 13:22

Naja, die späten 40-er und frühen 50-er taugen m.E. kaum zum Vergleich. Warum nicht? Damals war die Sowjetunion eine Weltmacht mit einer Staatsideologie, die den universellen Geltungsanspruch des eigenen Modells der Moderne behauptete. Bis 1943 hatte es auch noch die Komintern gegeben, sozusagen ein von Moskau gesteuertes Netz von NGOs :-) mit dem Ziel der inneren Destabilisierung anderer Staatsordnungen und der Durchsetzung dieses Geltungsanspruchs.

Das heutige Rußland ähnelt überhaupt nicht der Sowjetunion zu Kennans Zeiten. Es ist eine Hegemonialmacht im russischsprachigen Raum, mehr nicht. Es gibt “im Westen” heute keine moskautreuen Parteien, die etwa Europa ein Moskauer Modell der Moderne aufzwingen wollen. Oder glaubt jemand, daß Gregor Gysi den Putinismus in Deutschland einführen will? :-)

All das Nachdenken über “Eindämmung” in der Tradition der 50-er Jahre kann man sich deshalb sparen, das führt gedanklich m.E. komplett in die Irre.

holger196967 März 25, 2014 um 13:26

—>>>Bis heute ist keineswegs geklärt, was nach 1945 den Kalten Krieg ausgelöst hat.”

Verstehe ich nicht, schreibst Du doch 4 Buchstaben weiter. Bretton Woods. Gemacht vom russischen “Spion” Harry Dexter White. Dem Bretton Woods hat sich die UdSSR nicht angeschlossen und viel hinne runner. Guck doch mal unter Bretton Woods nach, wer davon profitiert hat. Die USA in “West-Europa” vor dem eisernen Vorhang. Und dann machen die Hohlköpfe den gleichen Fehler, und führen Bretton Woods in der EU mit dem Euro ein. (Wechselkurse fehlen).

Deswegen könnte auch Russland nicht der EU und dem Euro beitreten. Das machen nur Holzköpfe mit Suizid Gedanken. Kurzfristig gehts auf, Kredite und langfristig bedeutet das bluten.

Der Kalte Krieg ist und war ein System Krieg der Währungen. Selbst als BW 1971-1973 sich verabschiedete war der Unterschied zum Ostblock so eklatant, dass der Ostblock bis dato das nicht aufgeholt hat. Wie denn auch? Infrastruktur dauert Zeit.

Die wenigen Devisen die die Russen hatten, mussten in das Militär gesteckt werden, um ja nicht auch da den Anschluss zu verlieren. Streitkräfte nach 45 und die Heimat-Bevölkerung hatte eben nichts zu lachen. Die Wehrmacht war halt bis nach Stalingrad gekommen, und eben nicht nach New York.

Der Ostblock unter den Russen hatte doch ganz andere Probleme als Uncle Sam. Dort war Land-Krieg, aber doch nicht in den USA. Oder in England.

Bei der Krim geht es bestimmt noch um ein wenig “Nationalstolz” der Russen und natürlich der militärisch, strategischen Wichtigkeit. Aber, und das vergisst man mal wieder, der Eurotz ist im Sinn Bretton Woods Europe. Und das West-Europa nun mal wirtschaftlich viel Stärker sind, als die Gazprom Russen sollte klar sein.

Der Währungskrieg ist die Waffe des Westens. Der Schuss geht aber nach hinten los. Der Kalte Krieg war überhaupt nicht beendet, im Gegenteil mit dem Euro hat man den Krieg erneuert. Nur das Russland heute mehr Devisenreserven hat, als 1945 und militär technisch konventionell sich erholt hat. MIG Radar Atom etc.pp.

Und ich bleibe dabei, die BRICS werden eine entscheiden Rolle in Zukunft spielen werden. Da droht ein richtig kalter Krieg, zwischen 3 großen Währungssystemen USD/ Bretton Witz Euro /und BRICS-Taler.

Und ich bleibe auch dabei, wir, die wir hier in Deutschland leben, haben mal wieder die Arschkarte gezogen. Im Grunde genommen hat die EU die Arschkarte gezogen. Weil wir nie nie nie in einer Sprache sprechen werden. Weder wirtschaftlich noch lingual. Der Bretton Witz Euro hat sein übriges dazu getan.

Die Amis können sich in Ruhe einen juckeln. Die machen eh weiter wie se möchten zu Hause. Den Russen kann das Geschwätz mittlerweile nach Absonderung der Satelliten Penner auch am Arsch vorbei gehen. Die Chinesen spielen ihren eigenen Kontrabass. Nur “Europa” ist ein aufgescheuchtes Huhn.

Soldat Schwejk März 25, 2014 um 13:44

Apropos Irre…

Julia Timoschenko spricht mit ihrem Vertrauten da ja sinnigerweise Russisch… sie ist teils nicht ganz gut zu verstehen, weil sehr schnell… Aber wenn man’s mehrmals hört… Sie macht da ja keine einzige Aussage, die irgendeinen Realitätsbezug hat. Das sind ausschließlich irgendwelche wahnsinnigen Gewalt- und Allmachtsphantasien, also das wirkt schwer psychisch gestört. Ihr Gesprächspartner scheint an einigen Stellen auch etwas irritiert zu sein.

Erinnert mich irgendwie an den Film “Der Untergang”, an die zunehmend irrsinnigen Monologe des Führers und die ratlosen, irritiert-verschämten Reaktionen seiner Umgebung.

Doktor D März 25, 2014 um 14:03

@Soldat Schweijk: War das nicht der Punkt von Frank, dass sich div. Herrschaften gerade so benehmen, als wäre das Telegramm grade abgeschickt worden – und dass das völlig bescheuert ist (meine Worte, so würde das der Frank natürlich nie schreiben in seiner staatsmännischen Zurückhaltung ;-).
Zu Timoschenkos Rant: Also nach den Jahren im Knast gestehe ich ihr die eine oder andere Rachephantasie zu. Aber warum am Telefon?! Dafür hat die Menschheit Tagebücher und World of Warcraft erfunden.

BB März 25, 2014 um 14:24

Ey, @holgi, Top Analyse! Reschspekt!

Soldat Schwejk März 25, 2014 um 14:48

@ Dr. D —> “War das nicht der Punkt von Frank, dass sich div. Herrschaften gerade so benehmen, als wäre das Telegramm grade abgeschickt worden”

Hm… dann geht’s ihm jetzt so wie mir mit meinem Gastbeitrag. Wenn man zu ausführlich einen bestimmten Autor zitiert, dann wird man ohne es zu wollen mit dessen Weltsicht identifiziert… :-)

—> “Zu Timoschenkos Rant: Also nach den Jahren im Knast gestehe ich ihr die eine oder andere Rachephantasie zu.”

Aber sie ist ja nicht auf Betreiben von Putin in den Knast gesteckt worden, sondern es war eine Justizintrige der eigenen Oligarchen-Konkurrenten, wo es im Kern um die Kontrolle über den Erdgas-Zwischenhandel ging. Zum Vorwurf gemacht worden ist ihr ja u.a. ein angeblich für die Ukraine unvorteilhafter Gasvertrag mit Rußland, der unvorteilhaft aber v.a. für die von Dmitrii Firtasch kontrollierte Firma RosUkrEnergo war.

http://de.wikipedia.org/wiki/RosUkrEnergo

Wenn sie den Firtasch und den Janukowitsch deshalb gern lynchen würde, na O.K. … aber was können Putin und die ukrainischen Russen dafür?

Carlos Manoso März 25, 2014 um 14:52

@F.LUEBBERDING on 25. MÄRZ 2014
„Putin nutzte eine machtpolitische Gelegenheit nach dem Sturz der Regierung in Kiew.“

Luebberding, mehr war –oberflächlich gesehen- nich.

„Die Konturen einer Welt nach dem Sieg des “Amerikanismus” zeigen sich in diesen Tagen. Die ursprünglichen Erwartungen, die mit dem Namen Globalisierung verbunden waren, haben offensichtlich getrogen. Desintegration bestimmt die Agenda seit dem Ausbruch der Krise um die Ukraine. … Es erinnert durchaus an die Ablösung der Idee einer kollektiven Sicherheit, die mit der Gründung der UN verbunden gewesen war – und mit Kennans Telegramm durch die Politik der Eindämmung abgelöst worden war. Sie war das Ergebnis einer Desillusionierung… Nur ist die Welt von heute nicht mehr die von 1946. Verblüffenderweise wird diese Welt aber in den Kategorien Kennans wahrgenommen. Die Eindämmung des russischen Expansionismus steht auf der Tagesordnung, obwohl Russlands Truppen weder in Berlin stehen, noch ernsthaft mit dem Überrennen Westeuropas zu rechnen ist. Gleichzeitig fehlt aber der Weitblick, der Kennan auszeichnete. „

Luebberding, George Kennan war ein Ideologe aus dem fernen Mittelalter. Als erste wirkliche Weltmacht konnten die USA nach WW2 gar keine territoriale „Ausdehnungsmacht“ im alten nationalimperialen Sinne mehr sein. Das galt eine Etage tiefer erst recht für die besiegte nationalimperiale „Ausdehnungsmacht“ Nazideutschland (der die braunen Hoden amputiert worden waren) und die abgetakelten europäischen Kolonialsmächte England und Frankreich. Der NS-Ideologe Karl Haushofer gest. 1946) hatte sich noch in „Macht und Erde“ aufgemantelt: „Großmächte sind Ausdehnungsstaaten. Zum Begriff einer Großmacht gehören ein kleinerer oder größerer Anhang von Einflussgebieten wie der Schweif zum Kometen“. NS-Ideologe Carl Schmitt kommentierte das 1939 passend in seinem Buch „Völkerrechtliche Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte“. All das war mit der Amputation der braunen Hoden 1945 unendlich Oldstyle geworden !

Denn der Widerspruch zwischen der Existenz der USA als „hegemoniale Großmacht“ und als „ideeller Gesamtimperialist“ des sich entwickelnden Systems des Weltkapitals stand 1945 ff erst am Beginn seiner Entfaltung. Es ging zunehmend nicht mehr in erster Linie um die Ausdehnung des vom „nationalen US-Imperialismus“ definierten „Großraums“, sondern um die immer globalere Erhaltung und Ausdehnung des „kapitalistischen Prinzips“. Die“ Supermacht neuen Typs“ konnte so mutieren zum globalen Propagandisten und konnte somit einem fast schon religiösen Sendungsbewußsein aufgeladen werden, sich transformieren zum Missionar der privat- und konkurrenzkapitalistischen Produktions- und Lebensweise („American way of live) einschließich ihrer kulturellen Komponenten („Hollywood“) .

Der innerkapitalistische ideologische Gegensatz von nationalimperialen, interventionistischen Interessenpolitikern und antiinterventionistischen „Idealisten“ fällt aber im Zuge der sich vertiefenden Weltkrise endgültig in sich zusammen. Gnadenloser Systemerhalt, kapitalistische Selbstbehauptung um jeden Preis und demokratisch-idealistische Phrasen werden im „Weltpolizeidenken“ gegen die scheinbar aus den Abgründen der Geschichte auftauchenden Ausgeburten der Krise unmittelbar identisch.

Sven März 25, 2014 um 14:56

@Luftwaffenbodenpersonal “Weil wir nie nie nie in einer Sprache sprechen werden.” – Das ist für mich der Witz selbst bei postdemokratischen Strukturen. Es regiert das Mittelmaß. Keine positiven Gipfelstürmereien, aber auch keine negativen wie eine Diktatur. Gibt sicher ne Menge Russen, die gerne so sehr am Arsch wären wie wir.

@FL Schöner Artikel. Bleibt die rethorische Frage, wer profitierte vom Kalten Krieg und wer von der russenfreien Festung Europa? Ohne Profiteure wäre das Telegramm doch in die Ablage gewandert.

Doktor D März 25, 2014 um 15:01

Stimmt, Soldat Schweijk! Jetzt fall ich schon selbst auf die ganze Putin-Fixierung rein. Wie auch immer: Mit so einem Auftritt schiesst man sich natürlich aus der Gesellschaft ernstzunehmender Kandidaten für die neue Regierung raus. Für Frau Merkel auch nicht so prickelnd.

BB März 25, 2014 um 15:02

@fl
“….Ökonomisch fand diese Politik nach Bretton Woods im IWF und der Weltbank ihre Fortsetzung. Es ging ursprünglich um die Integration der Sowjetunion in dieses System…..

Unser blondes Schrapnell mit der Stimme wie ein RamboIV-Messer drückte es bei Jauch ungefähr so aus: “Heute müsse man “kooperieren”. Die Welt würde sich immer weiter “vernetzen” und da könne man sich nicht verweigern ….” so mit dem Spin, Putin käme von hinterm Mond.

Die Frage ist natürlich immer, was mit “Kooperation” und “Vernetzung” gemeint ist, denn das klingt ja erstmal total supi!

Aber leider gibt es da topographische Zusammenhänge, die unsere Schlossherrin mit dem Mutterkreuz natürlich nicht dazu sagt.

Kooperieren heißt heute: den Markt für den Wettbewerb öffnen und den Freihandel realisieren.

Und wer sich diesem Diktat von “USA-IWF, USA-Weltbank, EU-EZB und EU-Kommission” nicht beugt, der wird verrrrnächtet oder wie es die neue umjubelte Hoffnung unserer europäischen Konservativen vornehm ausdrückt: “Man soll die verdammten russischen Hunde erschießen”.

Kooperation natürlich nur solange, bis am Ende jeder gegen jeden global aufgestellt ist, also um den totalen Krieg Wettbewerb.

Was das am Ende mit Kooperation zu tun haben soll, das muss unsere gefühlte zukünftige Kanzlöse erstmal erklären, tut sie aber nicht.

Natürlich führt diese Art von Zwang “Kooperation” unter den Bedingungen des Freihandels zu einer Gesellschaft, die sich mit mathematischer Gesetzmäßigkeit zu einem Scale-free-Netzwerk (Vernetzung) organisiert, also einer topologischen Struktur, in der die Regel gilt: “rich get richer”.

Ich glaube, genau das ist es, was die Eliten unter “Kooperation” und “globaler Vernetzung” heute verstehen. “Kooperation” ist eine Drohung und “Vernetzung” das Biotop, in dem sie selbst immer fetter zu werden gedenken.

aifran März 25, 2014 um 15:02

ja ja – die Neutralität des Geldes und Schuldgeld die Peitsche der Nutzmenschenhalter :-)

Bretton Woods – der Jahrhundertbetrug

US-Delegation in Bretton Woods
Heute stellt der US-Dollar mit großem Abstand die wichtigste Währung der Welt dar. Er dominiert den internationalen Handel mit Öl, Metallen, Rohstoffen, Nahrungsmitteln etc. ebenso wie die weltweiten Zentralbankreserven, die zu rund 65 Prozent in US-Dollar gehalten werden. Die Entwicklung des US-Dollars zur Weltleitwährung festigte die Position der USA als Supermacht und hat die Welt in einer Weise geprägt wie nur wenige historische Ereignisse. Seine Sonderrolle erhielt der US-Dollar im Jahr 1944 durch die Konferenz von Bretton Woods, einem Kurort im US-Bundesstaat New Hampshire. Allerdings gestaltete sich diese Konferenz nicht etwa so, wie häufig angenommen: Denn keineswegs hatten sich die dort vertretenen 44 Nationen nach sachlichen Debatten auf den US-Dollar als Weltleitwährung geeinigt. Der Vertrag ist vielmehr das Ergebnis eines beispiellosen Betrugsmanövers. (Georg Zoche) ……..

http://hinter-den-schlagzeilen.de/2010/12/13/bretton-woods-%E2%80%93-der-jahrhundertbetrug/#more-3564

USA – Erlassjahr 2015? Washingtons erodierende Vorherrschaft und der Kreuzzug zum Erhalt der Dollarhegemonie

Teil I: Aufbau und Konsolidierung der US-Hegemonialordnung
“Es ist unsere Währung, aber euer Problem.”
John Connally, Finanzminister unter Richard Nixon

“Schuldest du der Bank $100, ist das dein Problem. Schuldest du der Bank $100 Millionen, ist es das Problem der Bank”
J. Paul Getty, US-Industrieller (1892-1976)

“Der ökonomische Imperialismus brachte manche seltsamen und teils fast unverständlichen Phänomene hervor. Aber niemals zuvor hat es eine bankrotte Nation gewagt, darauf zu bestehen, dass ihre Insolvenz zum Fundament der Weltökonomie wird.”
Michael Hudson, ehemaliger Analyst der Chase Manhattan Bank
USA – Pleite aber mächtig
Die USA sind ein Koloss auf tönernen Füßen, dessen weltweite Vormachtstellung zunehmend brüchig wird. Diese Feststellung speist sich nicht nur aus dem militärischen Debakel im Irak, sondern vor allem aus der Erkenntnis, dass die ökonomischen Grundlagen für Washingtons Hegemonialposition erodieren.[1] ……..

http://www.imi-online.de/download/JW-Dollarhegemonie-I.pdf

Teil II: Imperialer Niedergang und die US-Kriege zum Erhalt des Öl-Dollar-
Mechanismus
„Der Wunsch, zu bewahren, was man besitzt, solange man selbst noch im Vorteil ist, hat
unsichere und im Niedergang befindliche Mächte dazu gebracht, sich in große Kriege
zu stürzen“
- Robert Gilpin, US-Politikwissenschaftler
„Es gibt einen Grund für die Verwundbarkeit von Imperien. Sie gegen Widerstände aufrecht
zu erhalten erfordert Kriege – dauerhafte, unerbittliche und endlose Kriege.“
- James K. Galbraith, Ökonomieprofessor an der Universität von Texas
„Wir erreichen ein neues amerikanisches Jahrhundert, in dem … es die de facto Auf-
gabe der US-Streitkräfte sein wird, die Welt für unsere Ökonomie und unseren kulturel-
len Sturmangriff sicher zu machen. Für diese Zwecke werden wir eine erhebliche Anzahl an
Morden begehen.“
- Ralph Peters, ehemaliger US-Geheimdienstoffizier
((http://www)).imi-online.de/download/JW-ErlassjahrII.pdf

Der Euro als Wahrung EINES Staates mit dem Namen Europa würde wie jede andere Währung funktionieren! Aber so … warum nur haben so viele der Euro-Kritiker lange vor Einführung des Euros in der EU vor dieser Idiotie gewarnt? War die Euro Einführung möglicherweise Beihilfe die Dollarhegemonie zu sichern und somit Beihilfe zum Mord an einem aufstrebenden Europa?

Doktor D März 25, 2014 um 15:11

@Soldat Schweijk: Firtasch soll doch die UDAR unterstützen, oder? Und ist doch letztens in Österreich, zum großen Erstaunen unseres Stephans, verhaftet worden? Auf ANtrag der USA? Ist das der?

Baliken März 25, 2014 um 15:32

“Vielleicht brauchen wir ein neues Telegramm. Eines hätte sich übrigens nicht geändert. Stalin hatte es vom NKWD mitlesen lassen.”
Klar, das macht was her. Toller, als wenn Lübberding geschrieben hätte, Putin FSB. Oder wie der Geheimdienst da jetzt heißt. Oder Obama, NSA. Die sollen ja auch schon mal was mitgelesen haben.

Was wollte Lübberding sagen, wenn überhaupt? Bleibt unklar. Klar ist aber eines: Mit dem Schlussblümchen zeigt er brav seine Einordnung bei uns, den Guten.

Der Artikel reizt an vielen Stellen zum Widerspruch, hält also jede Menge Stöckchen hin, zum Apportieren; Linus, Schwejk, BB, unnachahmlich Holger, sind schon feste dabei.
Na, wenn denn dabei ein nützliches virtuelles Gespräch herauskommt …

Welchen Inhalts sollte denn ein solches “langes Telegramm” heute sein? Ich schlage vor: Mischung aus Carlos und Holgers Kommentar.

Soldat Schwejk März 25, 2014 um 15:38

@ Dr. D

Jaja, dieser Firtasch…

http://wien.orf.at/news/stories/2637985/

Er gilt als Finanzier von Klitschkos UDAR-Partei, ja. Ob’s stimmt, kann ich als Schütze Arsch natürlich nicht verifizieren, jedenfalls ist’s aber eine Info aus nicht nur einer Quelle. Firtasch soll gleichzeitig auch so 30-40 Abgeordnete der Partei der Regionen unmittelbar kontrolliert haben, also er hatte wohl Einsätze auf beiden Seiten.

holger196967 März 25, 2014 um 15:51

Sven

—>>> Gibt sicher ne Menge Russen, die gerne so sehr am Arsch wären wie wir.”

Dazu müsste man die mal Fragen. Betrifft nicht nur die Russen, sondern auch rund 40M “Amis”, die von Lebensmittelkarten ihr Überleben sichern müssen. Oder Millionen von Armutsbürgern hier zu Lande im ach so tollen Europa. So toll iss das alles nicht am Edge. Dazu, um das zu begreifen, sollte man halt mal durch das grandiose Euro-Europa reisen. Selbst unter den alten Währungen gab es nicht so viel potentielles Elend wie dato. Das alte Geschäftsmodell ist nicht mehr tragfähig. Um Strukturen im System zu ändern ist es intern zu spät. Dieses Strukturänderungen können nur von Externerseite her kommen.

Auf gut Deutsch der “Westen” ist betriebsblind. Und das führt unweigerlich in die Stagnation. Wir können das ja gerne in Wellen aufmalen. Der Westen hatte seinen inneren Höhepunkt kurz vor 1989 danach kam der Größenwahn. Und Größenwahn, das sollten wenigstens die Historiker begriffen haben, geht niemals gut aus. Es gibt nicht eine Großmacht die überlebt hat, und es wird auch keine geben die überleben wird. Irgendwann tritt, und das wurde hier ja schon gesagt, eine Sättigung ein. Ich rede nicht von Dekadenz. Sondern von Sättigung und Stagnation.

Das merkt man daran, dass die Diskussionen immer länger werden, und die Entscheidungen vertagt werden müssen. Das politische und gesetzgeberische System ist zu langsam für die Welt. Staaten wie Deutschland leben noch von einer Grundsubstanz aus anderen Zeiten. Wo es noch notwendig war, in kürzester Zeit eine Infrastruktur zu schaffen. Diese Zeiten sind vorbei, und es ist auch kein Wunder, das BER nicht funktioniert. Er ist folge Dessen, was kommen muss. Kein aufstrebendes Land könnte sich so etwas leisten. Deutschland ist kein aufstrebendes Land mehr. Wir haben es nicht notwendig. Genau das, hat auch in der EURO-EU Einzug gehalten.

Im Gegensatz zu den USA und China haben wir kein “Silicon” Valley. Weil wir nicht mehr dazu in der Lage sind.

Euro-EU ist ein technokratisches Monster geworden, was auf der Schlachtbank liegt. Das lähmt eben selbst den militärischen Apparatus NATO.

Das ist der Unterschied, den Herr Lübberding und viele andere auch gerne unter den Tisch fallen lassen. Uns geht es ja gut. :D

Uns geht es im Großen gar nicht gut. Nur im Hinblick auf andere, vielleicht ein wenig noch besser. Aber unter Gut verstehe ich was anderes.

BB März 25, 2014 um 15:53

“….Wie der CDU-Politiker Werner Jostmeier vor gut zwei Jahren berichtete, war Klitschko “von der Konrad-Adenauer-Stiftung damit beauftragt” worden, “in der Ukraine eine christlich-konservative Partei (…) zu etablieren”.[1] Die Gründung von UDAR (“Ukrainian Democratic Alliance for Reforms”) erfolgte am 24. April 2010. Unmittelbar danach setzten Aufbauhilfen durch die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) ein. Über einen dreitägigen Berlin-Besuch im Januar 2011 erklärte Klitschko, die Gespräche seien für seine “im Aufbauprozess befindliche(…) Partei eine große Hilfe gewesen”: “Wir hatten viele Fragen und haben hier die Antworten gefunden.” Im Herbst folgte ein von der Stiftung organisierter Arbeitsaufenthalt in Thüringen, bei dem sich der Box-Champion über Praktiken der Kommunalpolitik informieren konnte. Nach weiteren Hilfsmaßnahmen bedankte sich Klitschko im März 2012 “ganz ausdrücklich für die Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der CDU” für den Aufbau seiner Partei.[2]….”

http://kulturstudio.wordpress.com/2013/12/11/witali-klitschko-im-auftrag-der-adenauer-stiftung/

So, so da haben wir schon zwei: Den Oligarchen und die deutsche gemeingefährliche Stiftung. Gemeingefährlich deshalb, weil, der deutsche Steuerzahler ist beteiligt.

f.luebberding f.luebberding März 25, 2014 um 15:54

Balken

Interessant. “Einordnung bei den Guten.” Die kommt allerdings von Dir. Stalin hatte tatsächlich den Text des Telegramms schon vor der Veröffentlichung in Foreign Affairs gekannt. Abhören und Mitlesen scheint es auch früher gegeben zu haben, wenn solche Dinge auch nicht im Internet zu lesen oder hören waren. Ansonsten dürfen sich Dechiffrierungsexperten jetzt diesen Text einmal vornehmen. Nicht nur in der russischen Botschaft in Berlin liest man bekanntlich die FAZ, sondern auch in Moskau. Man muss nicht immer von “gewöhnlich gut informierten Kreisen” sprechen, um den ebenso gut informierten Kreisen auf der anderen Seite des Vorhangs Botschaften zu vermitteln.

Was das “lange Telegramm” von heute betrifft. Es hat noch keiner geschrieben.

f.luebberding f.luebberding März 25, 2014 um 16:06

Sven

Wer davon profitierte? Unter anderem ich selbst. Mir ist die DDR erspart worden. Dafür nehme ich auch gerne die Profite der Konzerne, die steigenden Löhne und das sonstige Wirtschaftswunder in Kauf. Aber ernsthaft: Die USA hatten ein ökonomisches Interesse an der “open door” Politik, also an der Integration in den kapitalistischen Weltmarkt. Nur das gab es schon 1918 – und doch scheiterte im US-Senat der Beitritt zum Völkerbund. Das Faszinierende an Kennans Telegramm sind die Zeitumstände, die es erst diese Bedeutung verliehen hat. Als Historiker erzählt man immer eine schlüssige Geschichte, warum es so kommen musste, wie es gekommen ist. Nur ist das den Akteuren selbst gar nicht so klar. Sie operieren im Nebel. Und das finde ich an Kennan faszinierend, wie er diese Situation nutzte.

Balken März 25, 2014 um 16:06

@ Carlos
“mehr war –oberflächlich gesehen- nich.”

Eben. Russland hat die Steilvorlage des Westens genutzt, die Krim, die nach dem Ende der Sowjetuinion quasi versehentlich Ausland geworden war, heimzuholen. Die Steilvorlage des Westens bestand/besteht darin, in Kiew tatkräftig einen Putsch unterstützt/initiiert zu haben, der nationalfachistische Kräfte hochgespült hat, die nichts anderes zu tun hatten, als das fragile Zusammenspiel der Regionen und Ethnien in der Ukraine zu zerstören.
Wenn der Westen jetzt sich bemüßigt sieht, schmallippig diesen Kräften harmlose Vorhaltungen zu machen, tut er selbst das noch nur genötigterweise, um dem Putin keinen (weiteren) Vorwand zu liefern. Tatsächlich ist die Gefahr, dass die Restukraine im Bürgerkrieg versinkt, durch die Ausgliederung der Krim deutlich geringer geworden: Die nationalisitschen Scharfmacher hätten sich in der Gesamtukraine einschließlich Krim viel unbeschwerter ausgetobt. Nun sehen sie sich abgekühlt und werden sich hoffentlich bequemen, in der Restukraine die Sprach- und Minderheitengesetze der alten Regierung wiederzubeleben.

Der Westn mss jetzt halt begreifen, dass er das Spiel überreizt hat. Nun wird halt Cape Bondsteel II in Sewastopol STATT des russischen Flottenstützpunkts errichtet werden, sondern ein paar Kilometer NEBEN dem weiterbestehenden russischen, etwa in Odessa. Man muss doch auch mal einsehen, dass nicht ALLE Blütenträume reifen können! Oder hat gerade dieses “neben” anstelle von “statt” für den Westen an dieser Stelle einen so hohen Symbolwert? Weil das westliche System eben nicht “neben”, neben etwas anderem, existeiren kann, sondern nur allein oder gar nicht funktionert?
So mag es sein. Es darf nichts geben, was die Dollarhegemonie in Frage stellt (und sie ist bekanntlich in letzter Instanz allein militärisch gesichert und zu sichern). Russland tanzt als BRIC-Teilmacht aus der Rolle. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit ist eine große Gefahr. Die Eurasische Union wäre vollends des Teufels.
Deshalb, Lübberding, ja, ein neues langes Telegramm muss her. Obama und die NSA müssen es nicht mitlesen. Stalin und der KGB können nicht mehrmitlesen.

Balken März 25, 2014 um 16:12

… nicht in Sewastopol.

Bearbeitungsmöglichkeit von abgesandten posts gibt’s hier leider nicht, oder?

f.luebberding f.luebberding März 25, 2014 um 16:15

BB

Klitschko war beauftragt worden? Oder hat er Unterstützung für ein solches Projekt bekommen? Ein eben semantischer Unterschied. Diese Arbeit der Stiftungen ist nicht ungewöhnlich. Siehe etwa die Rolle der Friedrich-Ebert-Stiftung beim Übergang zur Demokratie in Spanien und Portugal. Oder die Hilfe, die die DC in Italien von der CIA (und der Mafia) bekam. Die KPI Togliattis war allerdings zu dieser Zeit noch keine Bastion des Eurokommunismus. Oder die KPF der 1950er Jahre. Eine russische Stiftung kann auch heute bei uns Parteien in ihrer Arbeit unterstützen. Etwa mit Seminaren. Wäre sicherlich ein interessantes Projekt. Die SED hatte das bekanntlich ausgiebig praktiziert, nicht nur mit Seminaren. Genutzt hat es ihr aber recht wenig, wie es scheint.

holger196967 März 25, 2014 um 16:44

leubberding frank

—>>>Wer davon profitierte? Unter anderem ich selbst. Mir ist die DDR erspart worden. Dafür nehme ich auch gerne die Profite der Konzerne, die steigenden Löhne und das sonstige Wirtschaftswunder in Kauf. Aber ernsthaft:(…)”

Gut, zu Nummer 1: klar ist dieser Kelch an uns vorbei gegangen, aber ich als Malocher Bengel musste tatsächlich mich bewerben, um ne prekariats Ausbildung der bildungsfernen Betriebschlosser absolvieren zu können. Voll im Wettbewerb also.

Zu Nummer 2 Profit der Konzerne: Das müsste dir auch einleuchten, dass das nur der Bonität der kaufenden Kunden geschuldet ist.

Zu nummer 3 steigende Löhne: Die haben nichts mit der Kaufkraft zu tun. Du bist verheiratet ja? Dann frag mal deine Frau dazu, was die dazu so für eine Meinung hat.

Es ist seit langem bewiesen, dass die Reallöhne eben negativ sind.

Zu Nummer 4 Wirtschaftswunder: Das muss den vormalig ausgebombten auch so vor gekommen sein. Steht sogar im Marshall-Plan so drin. Wie, wieso weshalb. Siehe Differenzen und Streit über Morgenthau-Plan.

Ich verzichte hiermit auf Verlinkung.

Andererseits könne wir wirklich froh sein, dass wir beiden Hübschen nicht so wie mein Obba mit 16-17 am Rheinufer ne Wurst gegrillt haben, nicht die LPG Hochschule besucht. Von daher ist es immer eine Perspektive aus welchem Schlammloch man wieder aufstehen muss. Deswegen haben weniger privilegierte vermutlich auch eine andere Sicht der Dinge.

anders: Es kann keiner was dazu, wann und wo und wie und worein er geboren wurden ist.

aifran März 25, 2014 um 16:50

Hallo lieber Frank L. …… heute schon richtig fest Schulden gemacht – – je mehr Schulden umso besser – ohne Schuldenwachstum ist nämlich den geliebtes System Mausetot!!! Wachstumszwang – kein Wachstum Krriiiiisseeeee – für den Anfang also mal nur Wirtschaftskrieg – mal schauen ob härtere Methoden notwendig werden …. Ach wie schön doch dieses Schuldgeldsystem ist lieber Frank L. :-)

es gibt zwei Wege eine Nation zu erobern und zu versklaven. Entweder durch das Schwert oder durch Schulden. (John Adams 1735-1826)

Wachstumszwang – … ist es Tatsächlich Mut/Intelligenz in einem Auto zu fahren welches bei einem Nachlassen der durch die Beschleunigung Auftretenden “G” Kräfte auseinander fällt da es weder geschraubt oder geschweißt, sondern nur zusammengesteckt wurde und nur durch diese “G” Kräfte zusammengehalten wird (eine Höchstleistung Perverser Ingenieurskunst) Schwer unter Kontrolle zu halten so ein “Superrenner” (F.Aigner)

soviel für heute – und weiter viel Spaß beim diskutieren der Symptome und dem Verschweigen der Ursachen

f.luebberding f.luebberding März 25, 2014 um 17:35

holger

Es bezog sich auf das “goldene Zeitalter des Keynesianismus” nach dem Krieg – also bis 1975.

Ansonsten noch dieses Interview mit dem großartigen Fritz Stern.

f.luebberding f.luebberding März 25, 2014 um 17:45
NKB März 25, 2014 um 18:10

@fl
Was Du als so hübsch als „Geisterdebatte“ über die Fehler des Westens in Bezug auf Russland bezeichnest, ist in meinen Augen die anstehende Trauerarbeit Europas, Russland als strategischen Partner verloren zu haben und die Diskussion darüber, wer sich, bitte schön, dafür als Schuldiger zu fühlen habe. Vielleicht geht ja doch einigen Leuten auf, welche Chance eine sinnvolle politische Kooperation mit Russland für Europa gehabt hätte und dass in diesem Kontext sich die Probleme Ukraine, Georgien usw. überhaupt nicht stellen würden.
Schön ist der Bezug zum Telegramm von Kennan. Nicht von der Richtigkeit Deiner Interpretation sondern vom zeitlichen her. Wenn die Entscheidung Russlands, kein Vertrauen zum Westen mehr zu haben, also auf ihn nicht mehr zu setzen, Bestand haben sollte, dann steht uns eine relativ, spannungsvolle Zukunft bevor, die jetzt erst zu erahnen ist – ähnlich zum Zeitpunkt des Telegramms von Kennan, wo noch weite Teile der Weltbevölkerung gar nicht ahnte, was an Spannungen noch auf sie zurollen würde. Gerade wenn man denkt, dass im Moment zu Russland China und Indien stehen…
Im Übrigen ist es, so denke ich, immer recht hilfreich, sich die Interessenlagen der USA und Europas in Bezug auf Russland zu vergegenwärtigen. Eigentlich sind die diametral. Schon mal aufgefallen?
Und noch ein Ding zum Nachdenken: geh‘ doch mal in die Geschichte und schau Dir die Zänkereien z.B. um Belgien an. Die Verletzung der belgischen Neutralität durch Frankreich oder Deutschland war England im 19. Jahrhundert immer eine Kriegsdrohung wert. Und die Verletzung der Neutralität Belgiens durch Deutschland im 1. Weltkrieg bildete erst die Grundlage dafür, dass Großbritannien überhaupt in denselben eintrat. Das war damals Weltpolitik. Nur viel hat sich seitdem nicht verändert; strategisch oder wegen mir spieltheoretisch. Leider ist das Niveau der derzeit handelnden Akteure des Westens(von der Leyen, Schulz, Clinton usw.) teilweise auf dem von politischen Kindergartenkindern…

keiner März 25, 2014 um 18:28

@FLübberginds: Der Egon Bahr ist dein Schwiegervadder, oder?

Der Herr Stern und die “Heim in’s Reich”-Bewegung, interessant…

Carlos Manoso März 25, 2014 um 18:33

@f.luebberding März 25, 2014 um 17:45
„Obamas Telegramm.“

Luebberding, Obamas Formulierung: „Russland sei nicht die größte Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten, sondern eine „Regionalmacht“, die aus Schwäche, nicht aus Stärke handle,“ beschreibt nüchtern die Wirklichkeit der Kämpfe eines „Weltpolizisten“ und seiner europäischen „Hilfssherriffs“ im Stile eines Don Quichotte gegen Windmühlenflügel.

Im Roman putzt der Ritter seine rostzerfressene Rüstung, die sich von seinen Ahnen noch erhalten hat, baut seine Haube mit Pappe und Metall zum Helm um und zieht auf Abenteuer aus, während ihn Sancho Panza auf die Diskrepanz zwischen dessen Einbildung und Wirklichkeit hinweist. In Kafkas Prosastück „Die Wahrheit über Sancho Pansa“ werden diese Rollen (Subjekt-Objekt) vertauscht und Sancho Pansa hat einen teuflischen Begleiter, den er Don Quixote nennt

BB März 25, 2014 um 18:41

@NKB

“…..Vielleicht geht ja doch einigen Leuten auf, welche Chance eine sinnvolle politische Kooperation mit Russland für Europa gehabt hätte und dass in diesem Kontext sich die Probleme Ukraine, Georgien usw. überhaupt nicht stellen würden……”

Im Grunde muss man sogar feststellen, dass unsere Murksel für die ganze Chose fast allein verantwortlich ist.

Im Maischberger-Talk hat der Teltschik das sehr gut formuliert:

Frau Merkel habe zwar mit den Russen irgendwie immer geredet, aber wenn’s drauf ankam, habe sie “nach außen” keine Gelegenheit ausgelassen, sie bzw. Putin zu demütigen. Z.B. wegen “Pussy Riot” oder sie hat irgendwelche deutsch-russischen Gedenktage vergessen (ich leider jetzt auch).

Ja klar. Sie hat stattdessen – im Gegensatz zu Gerhard Schröder – die Amis hofiert. Und der Putin saß dann bei G8 treffen tatsächlich für alle Kameras sichtbar missmutig allein am Katzentisch, während die Merkel, Obama, Hollande, etc. die Köpfe zusammengesteckt haben. Und wie so eine kleine intrigante Party-Tussi schielt die Merkel dabei auch noch zu Putins Katzentisch rüber. Hab ich selbst gesehen!

Der Gysi – dieser kleine Opportunist – ist dem Teltschik leider sofort in’s Wort gefallen und hat dann gaaaanz wichtig daher geredet, dass Frau Merkel aber im Moment einen gaaaanz tollen Job macht und gaaaaanz viel mit Putin redet.

Tscha, aber das ist halt der übliche Merkel-Stil: “Auf Sicht” fahren! Aber strategisch ist sie ein unglaublicher Vollpfosten.

Und wenn man dann noch diese wadenbeißerischen Aktivitäten der Konrad Adenauer-Stiftung in der Ukraine dazunimmt, dann hat sie und ihresgleichen das Schiff mit Karacho an die Ufermauer gesteuert und zwar hauptsächlich sie und ihre CDU-Krieger.

Das wäre dem Schröder nämlich nicht passiert. Aber unsere transatlantischen Medien zollen natürlich ihr Beifall und mobben dafür Schröder wegen Gazprom. (Die Abneigung von Schröder gegen den Busch war echt! Dafür jedenfalls hat er heute noch bei mir ein paar Pluspunkte).

Das Versagen von Merkel ist ein Aspekt, der in den Medien so gut wie nicht vorkommt. Stattdessen machen die alle auf Merkels Schoßhund.

@fl: Es ist völlig egal, ob das üblich ist, das Verhalten von Partei-Stiftungen wie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dann sollen sie aber bitteschön ihre Spenden und Mitgliedsbeiträge dafür verheizen, aber nicht unsere Steuergelder. Wer macht die Verfassungklage?

ruby März 25, 2014 um 18:41

@NKB

Hillary Clinton?
Wer hat Dir das Drehbuch für die nächste US-Präsidentschaft zu lesen gegeben?
Nach Kindergarten kommt?

Carlos Manoso März 25, 2014 um 18:43

@NKB März 25, 2014 um 18:10
„Wenn die Entscheidung Russlands, kein Vertrauen zum Westen mehr zu haben, also auf ihn nicht mehr zu setzen, Bestand haben sollte, dann steht uns eine relativ, spannungsvolle Zukunft bevor, die jetzt erst zu erahnen ist – ähnlich zum Zeitpunkt des Telegramms von Kennan, wo noch weite Teile der Weltbevölkerung gar nicht ahnte, was an Spannungen noch auf sie zurollen würde. Gerade wenn man denkt, dass im Moment zu Russland China und Indien stehen… Leider ist das Niveau der derzeit handelnden Akteure des Westens(von der Leyen, Schulz, Clinton usw.) teilweise auf dem von politischen Kindergartenkindern…“

NKB, ich wiederhole mich jetzt mal: Es geht jetzt auf Biegen und Brechen um den Erhalt des einheitlichen Weltsystems des Kapitals.“

holger196967 März 25, 2014 um 18:46

f.luebberding März 25, 2014 um 17:35
holger

—>>>Es bezog sich auf das “goldene Zeitalter des Keynesianismus” nach dem Krieg – also bis 1975.”

Tja, das musste mir wirklich mal erklären, aber du hast es ja vorsorglich in “” gestellt. Man spricht ja immer gerne Hayek vs. Keynes. Aber nicht über White vs. Keynes.

Warum soll man dann über dinge sprechen, die eben nicht Keynes gewesen sind? Verstehe ich nicht.

Zu dem Interview: Ich höre mir solche Meinungen nicht lange an. Besonders nicht, wenn sie in Teilen anders rüber kommen, indem man zB “he´s a desaster” übersetzt (im Zusammenhang Putin) und der Interviewte aber sagt: “It´s a desaster” Es kann natürlich sein, dass ich was an den Ohren habe. Bin ja auch nicht mehr der jüngste.

Weißte, mein Obba und ich, waren sehr oft nicht der gleichen Meinung. Das machte aber nix aus. Und eines Tages verfiel er dem Alters-Starsinn. Weil die Dinge um ihn herum so schnell voran gingen, dass er damit nicht mehr mitkam. Er wusste aber alles und das immer besser. Ob das sein Handy war, oder der neue Flachbildschirm. “Ja ja weiß ich” Ab einem gewissen Lebensabschnitt lege ich auf die Meinung und der Weisheit dieser Leute keinen Wert mehr. Weil ihre Denkweise gefestigt ist, und das ist kein Vorwurf. Das ist wohl unter 90% der Spezies Mensch so. Und je höher die Lebenserwartung ist, desto verkrusteter wird die Kruste. Zum Schluss konnte ich meinem Obba nicht mehr zu hören, und ihn auch nicht mehr ernst nehmen.

Kurz um: Mich beeindrucken solche Interviews in keinster Weise. Auch nicht die Auftritte eines Genschers oder oder oder.

Wir Frank müssen uns mit dem Erbe entweder arrangieren, führen es fort, oder wir schlagen dieses Erbe eines Tages aus. Vermutlich müssen wir es ausschlagen und ablehnen. Wenn nicht wir, dann nachfolgende Generationen, die unseren Stuss vermutlich sich auch nicht mehr antun wollen oder können. Wenn wir mal richtig alte Säcke sind.

Der Hitler Putin vergleich hinkt insofern nicht. Hitler war 43-44 bei der Machtübernahme, und Putin im Jahre 2000 Lenze 48 und er musste eben auch ein Reich zerfallen sehen. Da war der gerade mal 37 sollte man nicht vergessen, Hitler war 1918 im zarten Alter von 29 um 1923 einen Putsch mit ca. 34 zu veranstalten. Also vom Alter her kann man da schon Parallelen ziehen.

Und nun guck dich mal hier um, wer in diesem Alter zum Machtpolitiker taugt? So Mitte-Ende 40 ! fällt dir auch nur einer ein? Drängt sich einer auf?

Söder? LOL Lindner ? LOL Karl-Theodor? LOL …

Ich denke mir schon die ganze Zeit, wie soll dass eigentlich in 10-15 Jahren aussehen, wenn ganz viele auf einmal unter der Erde liegen. Da helfen mir deine alten Knochen mit ihren elder states Meinungen nicht sehr viel. Wie mein Obba. hin iss hin.

Putin wird vermutlich der letzte große Dino der Russen sein. Was soll er auch machen? Danach kommen die Pussy Riots.

So gesehen, können wir ja Froh über Think Tanks sein, die für uns das Denken übernommen haben. Aber deine Nostalgie von Politik ist wie der Dino HSV am Aussterben.

Ich wollte jetzt eigentlich noch Uwe Seeler verlinken, das spare ich mir aber lieber.

ruby März 25, 2014 um 18:52

@ Holger
wie Rom die ewige Stadt ist der Hamburger Sportverein unabsteigbar ;-)

f.luebberding f.luebberding März 25, 2014 um 19:02

holger

Wenn ich richtig gehört habe, sagt er tatsächlich, dass es ein Desaster ist – und nicht Putin das Desaster.

Carlos Manoso März 25, 2014 um 19:10

@holger196967 , ich las mal vor Jahren in einem französischen Magazin eine brilliante Psychoanalyse von Putins Erwachsenwerden in seiner Pubertätszeit in einer St. Petersburger Jugendlichengang. Putin hat damals instinktiv und gelernt, wie die Gesetze der Macht auf der Straße praktisch funktionieren.

Verbeamtete “bürgerliche” Weicheier von der EU werden das niemals checken.

holger196967 März 25, 2014 um 19:10

f.luebberding März 25, 2014 um 19:02
holger

Wenn ich richtig gehört habe, sagt er tatsächlich, dass es ein Desaster ist – und nicht Putin das Desaster.”

Dann bin ich ja froh, dass ich nicht was an den Ohren machen muss :D Es ist aber auch ein Krampf mit den Simultan-Übersetzern.

f.luebberding f.luebberding März 25, 2014 um 19:13

NKB

Obama und Merkel/Steinmeier handeln auf dem Niveau von Kindergartenkindern … ? Ich bin davon nicht überzeugt. Es war beim besten Willen nicht zu erwarten, und Putin wird es sicher nicht erwartet haben, dass man die Annexion der Krim durch Russland einfach hinnimmt. Man kann mit Gysis Position keine aktive Politik machen, gerade weil er nicht völlig falsch liegt. Das zu ignorieren, ist das gute Recht (und bisweilen Aufgabe) der Opposition. Eine andere Frage ist allerdings, wie man in das “Desaster” geriet. Die lange Geschichte bis zu Putins Coup. Die “Schweinebucht” vor der Kubakrise war bekanntlich aber auch eine peinliche Sache für Kennedy. In der Krise hat Kennedy später mit großer Umsicht agiert.

Der Aufstand März 25, 2014 um 19:14

@holger, ich denke nicht das die Pussies nach dem Nichtfriedensnobelpreisträger kommen, die Pussies sind an der religiösen Mentalität gescheitert nicht an Putin.
Der hat das ganze nur praktisch umgesetzt, nicht zuletzt weil er auch einen Nutzen davon hatte.

holger196967 März 25, 2014 um 19:16

ruby März 25, 2014 um 18:52
@ Holger
wie Rom die ewige Stadt ist der Hamburger Sportverein unabsteigbar”

:D ich sach nur: demnächst Erzgebirge Aue LOL

ruby März 25, 2014 um 19:18

“…who is … is a desaster …”?

holger196967 März 25, 2014 um 19:18

Der Aufstand März 25, 2014 um 19:14
@holger, ich denke nicht das die Pussies nach(…) ”

na irgendwer wird schon kommen…

holger196967 März 25, 2014 um 19:22

carlos

—>>> Putin hat damals instinktiv und gelernt, wie die Gesetze der Macht auf der Straße praktisch funktionieren.

Verbeamtete “bürgerliche” Weicheier von der EU werden das niemals checken.”

Tja, die Straße… zu den Weicheiern: die lernen eh Advokat oder Para-Diplom-Pädagoge sowie Soziologe.

ruby März 25, 2014 um 19:24

morgen zum ohrendoktor bitte !
http://www.youtube.com/watch?v=-6XSkOwaF6o

BB März 25, 2014 um 19:26

In der Ukraine gibt’s bald Bürgerkrieg,

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-kiews-regierung-ist-zum-scheitern-verurteilt-a-960461.html

sagt eine Stiftung!

Na, dann muss es wahr sein.

Andreas Kreuz März 25, 2014 um 19:30

Hauptsache, es gibt einen Schuldigen.
Verantwortliche gibt es ja schon lange nicht mehr.

Carlos Manoso März 25, 2014 um 19:37

@f.luebberding März 25, 2014 um 19:13
„Obama und Merkel/Steinmeier handeln auf dem Niveau von Kindergartenkindern … ? Ich bin davon nicht überzeugt. Es war beim besten Willen nicht zu erwarten, und Putin wird es sicher nicht erwartet haben, dass man die Annexion der Krim durch Russland einfach hinnimmt. Man kann mit Gysis Position keine aktive Politik machen, gerade weil er nicht völlig falsch liegt. Das zu ignorieren, ist das gute Recht (und bisweilen Aufgabe) der Opposition. Eine andere Frage ist allerdings, wie man in das “Desaster” geriet“
Luebberding, es war für mich schlicht nicht vorstellbar, dass Putin den Staatsstreich auf dem Maidan mittels Scharfschützen aus diversen Diensten einfach so hätte hinnehmen können, dass hartgesottenen Profis wie Putin nicht die günstige Gelegenheit, die ihm der „Westen“ bot, entschlossen zum harten Gegenschlag nutzen würde und die NATO mit den eigenen Waffen des „demokratischen„ Westens (97% Zustimmung zu Russland bei freien Volkswahlen auf der Krim) schlagen würde, zumal dem „Westen“ außer „Sanktionen“ (viel Dollars/Euros) keinerlei spürbare Machtinstrumente zu Gebote stehen, die an hartgesottenen Profis wie Putin natürlich völlig wirkungslos abperlen müssen.

So gesehen handelten Obama und Merkel/Steinmeier tatsächlich auf dem Niveau von Kindergartenkindern.

aifran März 25, 2014 um 19:38

hallo Ruby – Das Haus am Eaton Place hat Dir doch sicher gut gefalllen …… wurde klipp und klar gezeigt wem welche Position in der Gesellschaft zusteht ….. :-)

schöne Tage

Soldat Schwejk März 25, 2014 um 19:41

@ Holger

Also man hört ja nur den Schluß des Satzes, und ich vermeine zu hören: “…who, I think, is a disaster”… was sich auf Putin bezieht. Allerdings verstehe ich den Interviewer nicht, der da nicht nachfragt, warum der Putin denn angeblich so eine Katastrophe ist.

Und ansonsten ist es natürlich für jede Mannschaft eine Ehre, ins Lößnitztal reisen zu dürfen. Die Eintracht hatte ja schon diese Ehre, und auch dem HSV wird es nicht schaden…

@ Frank L. —> “Es musste allerdings erst 1946 werden, damit der Westen überhaupt begriffen hatte, der Westen zu sein – und die Sowjetunion als seinen Gegner zu betrachten.”

O.K., also warum gibt es “den Westen” denn nun nach dem Zerfall der SU heute überhaupt noch? In dieser Logik scheint es ja so, als müsse “der Westen”, um überhaupt noch eine “Identität” zu haben, sich einen finsteren Osten als Gegenstück zurecht konstruieren.

Was macht unabhängig vom östlichen Feindbild “den Westen” denn heute noch aus? Auf die Moderne haben Amerika & Europa erkennbar nicht mehr das Monopol. Ist es also letztlich nicht nur noch eine gewisse überproportionale transatlantische Verflechtung der jeweiligen “Eliten”, v.a. über Kapitalbeteiligungen? Und ein ideologisches Konstrukt in den Köpfen?

Ich meine, es gibt ja, wenn wir noch weiter zurückgehen zu Bismarcks “cauchemar des coalitions”, also zu den deutschen Einkreisungsängsten, durchaus einen Grund, an einem dauerhaften Bündnis mit den Amerikanern festzuhalten. Ich hab hier bekanntlich nie so einen antiamerikanischen Antiimperialismus vertreten. Doch dann sollte eine klarsichtige politische Führung in D den Amerikanern auch klar die Reichweite dieses Bündnisses kommunizieren, etwa in Form eines “langen Telegramms” der Art: Ja, wir wollen mit euch kooperieren. Aber wir wollen auch mit Rußland kooperieren, wir respektieren die russischen Interessen. Wir werden an der Westbindung festhalten, aber nur solange ihr uns nicht in eine Konfrontation mit Rußland hineintreiben wollt, die erkennbar nicht in unserem Interesse liegt.

Das müßte doch verstanden werden, oder?

wowy März 25, 2014 um 19:41

Vielleicht kommt es ganz anders und sie werden Putin noch brauchen, um einen Bürgerkrieg zu verhindern
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-kiews-regierung-ist-zum-scheitern-verurteilt-a-960461.html

ruby März 25, 2014 um 19:45

@ aifran
in der küche dort war es sehr interessant … ;-)
gruß von “mister” ruby
http://www.youtube.com/watch?v=VvUfHATVzbg

Insider März 25, 2014 um 19:45

@carlos manoso März 25, 2014 um 11:30 (im Nebenthread)
Wo die große Masse der „Hände“ kapitalistisch „unbrauchbar“ geworden ist, kann die Aneignung von Territorien und ihren Bevölkerungen nicht einmal mehr den gierigsten Träumen eine Option zusätzlicher Akkumulationschancen eröffnen.
Territoriale Annexionen machen in der Logik des Systems des Weltkapitals endgültig keinerlei Sinn mehr und können von vornherein nur noch eine Last statt ein Gewinn sein.

Es sei denn, es geht um Bodenschätze, Öl, Geostrategie …

Raubökonomie existiert durchaus noch, aber es geht nicht mehr – wie bei den Nazis – um Versklavungskriege.

@Carlos Manoso März 25, 2014 um 14:52
Als erste wirkliche Weltmacht konnten die USA nach WW2 gar keine territoriale „Ausdehnungsmacht“ im alten nationalimperialen Sinne mehr sein. … Es ging zunehmend nicht mehr in erster Linie um die Ausdehnung des vom „nationalen US-Imperialismus“ definierten „Großraums“, sondern um die immer globalere Erhaltung und Ausdehnung des „kapitalistischen Prinzips“. Die“ Supermacht neuen Typs“ konnte so mutieren zum globalen Propagandisten und konnte somit einem fast schon religiösen Sendungsbewußsein aufgeladen werden, sich transformieren zum Missionar der privat- und konkurrenzkapitalistischen Produktions- und Lebensweise („American way of live) einschließich ihrer kulturellen Komponenten („Hollywood“) .
Der innerkapitalistische ideologische Gegensatz von nationalimperialen, interventionistischen Interessenpolitikern und antiinterventionistischen „Idealisten“ fällt aber im Zuge der sich vertiefenden Weltkrise endgültig in sich zusammen. Gnadenloser Systemerhalt, kapitalistische Selbstbehauptung um jeden Preis und demokratisch-idealistische Phrasen werden im „Weltpolizeidenken“ gegen die scheinbar aus den Abgründen der Geschichte auftauchenden Ausgeburten der Krise unmittelbar identisch.

Richtig, der „alte“ Imperialismus funktionierte als Kolonialsystem. Länder wurden besetzt, bekamen eine Verwaltung durch Kolonialbeamte und als Regenten einen Gouverneur. So funktionierte das britische Empire. So ist in Kanada und Australien nach wie vor das Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II. vertreten in Kanada durch Generalgouverneur David Johnston und in Australien vertreten durch Generalgouverneurin Quentin Bryce.

Der moderne Imperialismus US-amerikanischer Provienz arbeitet mit Marionettenregierungen, sei es scheindemokratisch oder diktatorisch installiert.

Militärisch aktiv wird der Welt„polizist“/-imperialist dann, wenn – wie in Chile 1973 – Regierungen sich US-imperialer Herrschaft und Ausbeutung entziehen wollen oder nicht im Sinne der „Staatengemeinschaft“ (=Empire) „kooperieren“ wollen, so wie damals Milosovic.

Deshalb wird jetzt gegen Putins Russland ein „Kalter Krieg“ geführt.
Nicht weil irgendjemand befürchtet, dass Putin beabsichtigt, sich weitere Gebiete anzueignen, sondern dass Marionettenregimes in Europa (Griechenland bis Ukraine) instabil werden könnten.

Carlos Manoso März 25, 2014 um 19:53

@holger196967 März 25, 2014 um 19:22
„—>>> Putin hat damals instinktiv und gelernt, wie die Gesetze der Macht auf der Straße praktisch funktionieren.
Verbeamtete “bürgerliche” Weicheier von der EU werden das niemals checken.”
Tja, die Straße… zu den Weicheiern: die lernen eh Advokat oder Para-Diplom-Pädagoge sowie Soziologe.“

holger196967, Wladimir Putin hat in seiner Petersburger Straßengang auch gelernt, dass „Advokaten“ –wenns ganz hart kommt- unverzichtbar sind, weshalb Putin sich als Bad Guy einen Good Guy wie Dmitri Anatoljewitsch Medwedew als Präsidenten installierte.

Carlos Manoso März 25, 2014 um 19:58

@wowy März 25, 2014 um 19:41
„Vielleicht kommt es ganz anders und sie werden Putin noch brauchen, um einen Bürgerkrieg zu verhindern“

wowy, ich erwähnte schon, dass Putin als Retter der strauchelnen Ukraine die Lösung als dialektische Synthese aus dem Hut zaubern wird: neutrale Bundesrepublik Ukraine, finanziert wie Griechenland von einer sehr spendablen EU.

ruby März 25, 2014 um 20:03

@ cm
dimitri hat michael sergeiwitsch verraten sagt györgy dalos
http://www.deutschlandfunk.de/hoerspiel-der-berater.688.de.html?dram:article_id=45595

niemand März 25, 2014 um 20:09

>”Militärisch aktiv wird der Welt„polizist“/-imperialist dann, wenn – wie in Chile 1973 – Regierungen sich US-imperialer Herrschaft und Ausbeutung entziehen wollen oder nicht im Sinne der „Staatengemeinschaft“ (=Empire) „kooperieren“ wollen, so wie damals …”

Vielleicht ist es Steinmeier in seinen Oppositionsjahren mal kalt den Rücken hinuntergelaufen?

NKB März 25, 2014 um 20:12

@fl
Ich habe Merkel/Steinmeier/Obama nicht als politische Kindergartenkinder bezeichnet sondern bemerkt, dass unsere Eliten teilweise (z.B. von der Leyen, Clinton, Schulz) diese Niveau haben.
Was Obama angeht, so führt er eine folgerichtige Politik. Es läuft alles nicht schlecht für Amerika. Russland ist beschäftigt. Europa kann sich nicht mit Russland verbinden, ist also auf Amerika angewiesen; zu Haufen mögliche Stellvertreterkriege in Sicht. Im Hintergrund die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen auf Dollar-Basis. Europa bleibt mittelfristig Vasall.
Steinmeier hat seine Vertrauensbasis erst mal teilweise eingebüßt, indem er vom Maidan-Abkommen abrückte. Ihm und noch mehr Frau Merkel ist jedoch vor allem vorzuwerfen, dass sie die letzten zehn Jahre zu wenig getan haben, was eine politische (und kulturelle) Integration von Europa vorangebracht hätte. Von einer sinnvollen gesamteuropäischen Strategie gegenüber Russland ganz zu schweigen (Freihandelszone?priviligierte Partnerschaft?) Insofern sind beide unfähig und nicht unbedingt staatsmännisch, aber sie haben sich nicht auf das kindische Niveau von von Frau Clintons Hitler-Putin Vergleiche begeben. Das nur zur Klarstellung.

BB März 25, 2014 um 20:16

@Schwejk

“… Ist es also letztlich nicht nur noch eine gewisse überproportionale transatlantische Verflechtung der jeweiligen “Eliten”, v.a. über Kapitalbeteiligungen? Und ein ideologisches Konstrukt in den Köpfen? …… Ich hab hier bekanntlich nie so einen antiamerikanischen Antiimperialismus vertreten. Doch dann sollte eine klarsichtige politische Führung in D den Amerikanern auch klar die Reichweite dieses Bündnisses kommunizieren, etwa in Form eines “langen Telegramms” der Art: Ja, wir wollen mit euch kooperieren. Aber wir wollen auch mit Rußland kooperieren, wir respektieren die russischen Interessen. …”

Ich bin auch ein ausgewiesener Amerika-Freund. Aber was zu weit geht, geht zu weit.

Wie ich oben schon versucht habe deutlich zu machen, verstehen die Eliten unter “Kooperation” die Unterwerfung unter die Prinzipien des Freihandels und wenn man sich hier den dritten Artikel anschaut in der Schirri-Reihe “Digital-Life-Style” dann wird deutlich, wo das Problem unserer Eliten tatsächlich liegt. Ich nehme damit mein ursprüngliches Urteil über diese Reihe zurück und sage jetzt: Der Schirri hat da ein geniales Projekt gestartet. Die Auswahl der Autoren ist geradezu idealtypisch für Vertreter unserer Eliten. Sie führen sich quasi selbst vor:

- Der Enzenzberger als im Grund an Politik (und Digital) völlig desinteressierter typischer Kulturvertreter hat nur die eigenen biederen bürgerlichen Befindlichkeit als Thema und empfiehlt aus seiner arrivierten Perspektive: “Schmeißt euere Handy wech”

- Nächster Artikel eine Göbbelsschnauze (Kommunikationswissenschaftler), der uns die Notwendigkeit von Beweisen ausreden möchte. Wir sollen voll auf Propaganda (neugierig) abkiffen. Absolut typisch für breite akademische Kreise.

- Und zuletzt eine 72-Jahre alte EU-Kommissarin, die sich so eine Überwachungswatch ans Handgelenk getackert hat und uns damit signalisieren will, wie modern sie ist. Meiner Meinung nach sollten Politiker spätestens mit 60 sich aus dem politischen Leben verabschieden, weil: Nicht unbedingt, weil sie tattrig werden, das ist das geringere Problem, sondern weil sie über gefährliche Netzwerke verfügen, die sie ab diesem Alter nur noch destruktiv einsetzen und die zerschlagen gehören. Gut, das ist ein anderes Thema.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/europas-it-projekt/die-eu-und-die-digitale-revolution-ich-bin-nicht-naiv-und-europa-darf-es-auch-nicht-sein-12860365.html

Aber was in dem Artikel deutlich wird, ist die Angst dieser Kommissarin davor, dass andere Länder in irgendeinem Bereich bald die Nase vorn haben könnten. Der Artikel ist voll von Formulierungen, wie:

- “….Europa hat weder Wirtschaft mit niedrigen Kosten noch Kultur mit hoher Risikobereitschaft. So sind wir denn ängstlich und verwundbar angesichts gigantischer amerikanischer Innovatoren und unermüdlicher asiatischer Fabriken. ….”
- “… sichern sie Wettbewerbsfähigkeit …”
- “… unsere Weltmarktführung auf Gebieten wie Photonik, Elektronik, Automobiltechnik, intelligenten Systemen und Robotik sichern …”
- “… wir zum ersten Mal in einem echten globalen Wettbewerb mit Dutzenden von Volkswirtschaften stehen, die sich von den Beschränkungen des Kommunismus, des Kolonialismus und des Handelsprotektionismus befreit haben. …”
- “… dafür sorgen, dass Europa weltweit nicht in die zweite Liga abrutscht …”

Hui, haben die Angst. Dass die überhaupt noch schlafen können.

Dementsprechend strunzt der Artikel nur so von neoliberalen Vorschlägen, wie man noch “wettbewerbsfähiger” wird.

Das ist das Problem dieser Eliten. Sie akzeptieren Kooperation nur als Unterwerfung. Sie befinden sich unermüdlich in einem (Wettbewerbs-)Krieg mit allen anderen Ländern der Welt, ja sogar mit Amerika.

Wir – die wir nicht zu den Eliten gehören – aber nicht. Wir müssen nicht permanent nach Exzellenz streben, uns optimieren und verbessern (ein wenig in Maßen reicht beim heutigen Stand der Technologie) und haben dann zu sonst nix mehr Zeit. Es gibt viel Wichtigeres!

Es hilft nix. Wir müssen diese Typen abschaffen. Die ticken einfach falsch. Wir kommen garantiert besser ohne die aus nicht nur mit den Russen.

Fragen wir den Enzenzberger einfach nicht mehr, schaffen wir die Göbbelsschnauen (Kommunikationslehrstühle) ab, wir lassen die wieder was richtiges studieren, z.B. Literatur oder so und entledigen wir uns solch destruktiver und gefährlicher Strukturen wie diese EU-Kommission. Ich habe von denen in den letzten Jahren keinen einzigen vernünftigen Satz mehr gelesen oder gehört. Die laufen im Moment nur noch Amok und das Ergebnis ist, dass wir überall in Europa auf 50% Arbeitslosigkeit zusteuern (auch bei uns, nur da ein bisschen später).

wowy März 25, 2014 um 20:45

@CM
Das mit der neutralen (nach Schweizer Vorbild), föderalen Ukraine hatte ich hier schon mehrfach gesagt.

wowy März 25, 2014 um 21:12

Hier fehlen noch knapp 48.000 Stimmen:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_13/Petition_50705.html
Auf geht`s.
#spreadthenews

wowy März 25, 2014 um 21:14

@BB
Wenn Schirrmacher aufklären wollte, würde er andere Themen wählen.

Insider März 25, 2014 um 21:22

@Carlos Manoso März 25, 2014 um 19:58
ich erwähnte schon, dass Putin als Retter der strauchelnen Ukraine die Lösung als dialektische Synthese aus dem Hut zaubern wird: neutrale Bundesrepublik Ukraine, finanziert wie Griechenland von einer sehr spendablen EU.

Das ist völlig unwahrscheinlich und daher Wunschdenken, denn dies wäre eine offenkundige Niederlage für die USA und NATO.

Wahrscheinlicher ist, dass der Westen ein Exempel statuiert, so wie beim Jugoslawienkrieg. Damals war die klare Botschaft: Die Zeiten völkerrechtlich garantierter nationaler Souveränität ist vorbei, eine Blockfreiheit gibt es nicht mehr, jetzt entscheidet die „Staatengemeinschaft“ und wer sich dieser nicht freiwillig unterwirft, wird bekriegt.

Die Zeichen stehen auf Krieg, zunächst als „Kalter Krieg“, da wird gepokert bis an den Rand eines heißen Krieges, welcher dann immer wahrscheinlicher werden wird.

„Playing chicken“ ist ein typisch amerikanisches Phänomen, eine Form des illegalen Autorennens, was viel über die in den USA herrschende Mentalität aussagt:
Playing chicken is when two cars race toward each other; the first to pull to the side is the chicken (coward).

Das war auch der psychologische Kern jener erfolgreichen US-Strategie, mittels der die Sowjetunion – damals unter Führung von Gorbatschow – zur Kapitulation gebracht wurde.

Insofern ist Krieg durchaus nicht unwahrscheinlich, insbesondere, wenn die USA glauben, dass das Kriegsgeschehen regional auf Europa begrenzt bleibt.

„Fuck the EU“ bringt zum Ausdruck, was das US-Establishment von Europa hält.

holger196967 März 25, 2014 um 21:22

Soldat Schwejk März 25, 2014 um 19:41
@ Holger

Also man hört ja nur den Schluß des Satzes, und ich vermeine zu hören: “…who, I think, is a disaster””

hatte ich auch erst so vernommen. Er sagt aber “who… i think is a” dann Pause und mit anderer Betonung “is a disaster” wobei hier eindeutig das “he” fehlt. Aber egal, ich verstehe halt den Satz/ausschnitt anders. Muss ja nicht richtig sein, Ich verlange halt von Gebildeten, vermutlich eine zu genaue Aussage. Was und wen sie denn nun meinen.

ruby März 25, 2014 um 21:34

@ Holger + fl
“who i think is a desaster ”
nicht
which, what
trotz denkpause
so it seems correctly translated

ruby März 25, 2014 um 21:44

@ holger + Susi Schwejk

In Hamburg gibt es den Michel und der wird seine schützendeWirkung über den HSV ausbreiten – da könnt ihr soviel philosophieren as you like…
;-)
Niemals Bundesligaspiel in der Lößnitz es sei denn Wismut steigt in die erste Liga auf.

Hans Hütt März 25, 2014 um 22:26

Warum ist Kennan heute noch eine Quelle, auf die sich Außenpolitiker berufen könnten? Was hat sich seither geändert? Was nicht?

Wer in dieser Situation zu einer Rhetorik greift, die Vorneverteidigung für den Fall des Bündnisfalls betreibt, gräbt sich selbst eine Falle, vorneweg die neue Verteidigungsministerin. Überhaupt kann man in den letzten Tagen mehr und mehr den Eindruck gewinnen, dass die politische Rhetorik sich von den mutmaßlichen politischen Interessen und ihrer Rationalität verabschiedet und auf eine widersinnige Weise verselbständigt. Das ist die Parallele zu 1914, eine schlafwandlerische Kettenreaktion einer sich verselbständigenden rhetorischen Eskalationsspirale, die gegen die Rationalität der gegebenen Interessen namentlich Europas handelt.

Man könnte sich für die 60er Jahre, noch bevor Brandt/Bahr übernahmen daran erinnern, dass der deutsche Vorläuferkonzern von Vodafone (kennt noch einer Mannesmann?) maßgeblichen Anteil an einer wirtschaftlichen Verflechtung mit der damaligen UdSSR hatte (nebenbei ein Grund für die Amerikaner, genau das immer zu kritisieren). Die Entspannungspolitik folgte den wirtschaftlichen Interessen und dynamisierte sie.

Heute fährt die Politik einen gegenläufigen Kurs und es sieht so aus, als habe sie sich selbst von der Leine genommen und aus den Augen verloren, welche Interessen sie tatsächlich verfolgt.

"ruby" März 25, 2014 um 22:29

Nicht vergessen:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20140318_2bvr139012.html
Die TZ 199 beendet für die Bundesrepublik die Eurozulässigkeit, wenn auch bei Erweiterung und fehlenden Stimmrecht so angewandt.

“Käme es zu einer Aussetzung der Stimmrechte der Bundesrepublik Deutschland nach Art. 4 Abs. 8 Satz 1 ESMV, liefe die innerstaatlich vorgesehene Beteiligung des Bundestages an den Entscheidungen der ESM-Organe für die Dauer der Stimmrechtsaussetzung leer. Damit entfiele aus deutscher Sicht zugleich die demokratische Legitimation und Kontrolle der in diesem Zeitraum getroffenen Entscheidungen, und zwar unabhängig davon, welche Abstimmungsregeln der Vertrag für die konkret zu treffenden Entscheidungen vorsieht. ”

Das bedeutet zwingende EU-Vertragsänderung.

wowy März 25, 2014 um 22:53

@Hanshuett
Das passt sehr gut dazu:
http://lostineu.eu/sind-alle-verrueckt-geworden/

BB März 25, 2014 um 23:02

*kecker,lach* dieses Kleber-Heute-Journal, was für eine Propaganda-Show

Da behauptet der Kleber, die Ukraine könne sich nur entscheiden für die eine oder andere Seite. Ganz affirmativ.

Neutralität gibt’s also gar nicht mehr als Option, wird den ZDF-Zuschauern suggeriert.

Überhaupt der ganze Plot: Startet mit halb-nacktem Putin auf einem Panzer (Titelbild Economist), die sind ja schlimmer als RT.

Ich schalte um auf ARD Monitor-Mainz glaube ich und da laufen die Harms, der Scholz und noch ein Hinterbänkler vonne SPD Sturm gegen den Schröder, war aber auch wieder nur ein übler Plot. Nur noch Rumpöllen, mehr machen die sich gar keine Mühe mehr.

Ich suche mein Glück bei der Phönix-Runde, da sitzt dann dieser echaufierte Typ vom Aspen-Institut und noch irgendeine Senior Transatlantic Fellow German Fund blabla-Stiftungs-USA-Biene (sieht ziemlich heiß aus, sagt aber nix) und so eine vom Stern hat mal ne Magisterarbeit über den Krim-Krieg geschrieben, alles ausgewiesene zuverlässige Putin-Feinde, der Moderator sowieso und ein recht vernünftiger Journalist von Ria Novosti

Ich geb’s auf. In den Mainstream-Medien nur noch Propaganda

BB März 25, 2014 um 23:06
BB März 25, 2014 um 23:08
BB März 25, 2014 um 23:09
BB März 25, 2014 um 23:15
"ruby" März 25, 2014 um 23:26

@ HH
Zur Versachlichung mal die Kettensäge von Toni Iommi starten, der unglaubliche Sounds aus dem Brett zaubert

http://www.youtube.com/watch?v=oerXkZ5bUWE

Long ago I wandered through my mind, in the land of fairy tales and stories. Lost in happiness I had no fears, innocence and love was all I knew.
Was it illusion?
Soon the days were passing into years, happiness just didn’t come so easy. Life was more than fairy tales and daydreams. Innocence was just another word.
Was it illusion?

Lost in the wheels of confusion, running through valleys of tears.
Eyes full of angry delusion, hiding in everyday fears.

So I found that life is just a game. But you know there’s never been a winner. Try your hardest, you’ll still be a loser. The world will still be turning when you’ve gone… yeah, when you’ve gone.”

Wheels of Confusion
oder
Birmingham Baracks Blues

"ruby" März 25, 2014 um 23:31

@ BB
http://www.youtube.com/watch?v=g5rnoI9lgC8
wer wird denn gleich in die luft gehen?

Otto März 25, 2014 um 23:33

@Huett
“Heute fährt die Politik einen gegenläufigen Kurs und es sieht so aus, als habe sie sich selbst von der Leine genommen und aus den Augen verloren, welche Interessen sie tatsächlich verfolgt.”

Volle Zustimmung zum ganzen Post, aber mit Verlaub würde ich “wessen” Interessen präziser finden.

BB März 25, 2014 um 23:58

N-TV Bremer: Verheugen gegen Pöttering

Verheugen redet Tacheles. Erstklassig. Und informativ, weil Verheugen dort Dinge auf den Punkt bringt, von denen man noch gar nichts wusste.

http://www.n-tvnow.de/das-duell-bei-n-tv/das-duell-bei-n-tv.php?film_id=149077&player=1&season=0

"ruby" März 26, 2014 um 00:02

Was ist aus den Perspektiven des Endes des Kalten Krieges geworden?
http://www.youtube.com/watch?v=ZFiq1mxcl7Y
Müssen wir alle erst die Stirnbänder und Gitarren hervorholen?

"ruby" März 26, 2014 um 00:46
"ruby" März 26, 2014 um 00:50
"ruby" März 26, 2014 um 01:09

Wieso trägt der ein blaues Hemd er gehört doch zu den white collar prisoners !
http://news.de.msn.com/politik/neuer-%C3%A4rger-mit-regierungsflieger-steinmeier-h%C3%A4ngt-in-afrika-fest-1

Habt keine Angst vor der Rabbit Invasion
http://www.nick.de/shows/1640-rabbids-invasion
;-)

egal März 26, 2014 um 01:34

Es musste wohl erst 1946 werden, bis der Westen sich als Westen begriff. Aber, musste es nicht erst 1948 werden, bis der Ostblock ausgebildet war? 1947 gab es in allen (?) osteuropäischen Ländern freie Wahlen. Die Installierung von Einheitsparteien in Satellitenstaat war nach meinen Informationen in Moskau noch keineswegs beschlossen.

1945 war die Zukunft Europas offen. Den Siegermächten gelang es aber nicht, eine stabile Friedensordnung zu bilden. Die folgenden fünfundvierzig Jahre waren fünfundvierzig verlorene Jahre für den Kontinent. Auf beiden Seiten des Vorhangs.

ruby März 26, 2014 um 02:19

@ aifran
Hast mich mi
EATON PLACE freudianisch erwischt…
Unterbewustsein getroffen.
Daaanke

wowy März 26, 2014 um 08:16
BB März 26, 2014 um 08:20

Hier in diesem Video ab Minute 1:01 kommt die entscheidende Grafik.

http://www.nakedcapitalism.com/2014/03/anglo-american-capitalism-run-strategies.html

Die reale Nettoproduktivität steigt seit 1945.
Die realen Stundenlöhne steigen proportional bis 1973.
Ab 1973 steigt die Nettoproduktivität weiter ausschließlich zugunsten der Eliten.

Sie haben 1973 offensichtlich den kritischen Vernetzungsgrad erreicht, um diese Änderung zu bewirken.

Die realen Stundenlöhne steigen seitdem nicht mehr sondern werden auf dem Niveau von 1973 eingefroren.

Das ist der größte Raubzug des Jahrhunderts.

Weiß jemand, wo man den Chart direkt verlinken kann? Der kursierte früher schon mal, war dann aber nie mehr zu sehen. Ich dachte schon, weil vielleicht die Zahlen falsch sind und der Chart deshalb zurückgezogen wurde. Aber der ist so prägnant und eindrucksvoll.

Den Chart den Leuten immer wieder unter die Nase reiben muss, dann sie kapieren würden.

BB März 26, 2014 um 08:59

Ein scale-free power-law Netzwerk kann man knacken:

http://www.sciencemag.org/content/286/5439/509

Jede Revolution braucht eine Theorie:

http://www.ag-nbi.de/lehre/0809/S_NETZ/folien/geheime-netzwerke.pdf

Wer macht den ultimativen Gesellschafts-Hack?

(Ich wette, da kommt am Ende irgendwas mit “intelligentem Protektionismus, locker vernetzten multipolaren Wirtschaftsräumen, dezentralen weitgehend autonomen Wirtschaftskreisläufen bei raus, aber auf keinen Fall (!) Freihandel!)

BB März 26, 2014 um 09:07

Der nächste Che Guevara ist Mathematiker (und versteht was von Entropie):

http://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/images/fakultaetwirtschaftswissenschaft/db-481.pdf

Aber obacht! Die Konterrevolution hat die Königs(macher)methode auch schon entdeckt:

http://www.rat-fte.at/tl_files/uploads/Studien/Broschuere_Exzellente%20Netzwerke_DE.pdf

Und die publizieren ihr Gift gleich in der Hochglanz-Version.

BB März 26, 2014 um 09:19

Aber unsere Göbbelsschnauzen (Kommunikationswissenschaftler) *kecker,lach*, die zählen Twitter-links und malen socialige Facebook-Graphen muhahahahahah!

Frankie (formerly known as Bernankie) März 26, 2014 um 10:02

@Hans Huett

“Man könnte sich für die 60er Jahre, noch bevor Brandt/Bahr übernahmen daran erinnern, dass der deutsche Vorläuferkonzern von Vodafone (kennt noch einer Mannesmann?) maßgeblichen Anteil an einer wirtschaftlichen Verflechtung mit der damaligen UdSSR hatte”

Die berühmten Mannesmann-Röhren, das war doch tief in den Siebzigern. Da war doch schon lange Wandel durch Annäherung.

Hans Hütt März 26, 2014 um 10:09

Frankie

Sachte, sachte. Man könnte auch auf die Idee kommen, dass Brandts/Bahrs Formel vom “Wandel durch Annäherung” der Leitdevise des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft zu verdanken war: “Wandel durch Handel” – und das schon zu Zeiten der Hallstein-Doktrin.

Insider März 26, 2014 um 10:17

@BB März 25, 2014 um 23:58
N-TV Bremer: Verheugen gegen Pöttering
Verheugen redet Tacheles. Erstklassig. Und informativ, weil Verheugen dort Dinge auf den Punkt bringt, von denen man noch gar nichts wusste.

Sollte sich jeder anschauen.

Denn durch Verheugen wird deutlich, wie koordiniert („gleichgeschaltet“) und manipulativ die Medien informieren. Offensichtlich wird, dass hinter der Medienpropaganda eine Eskalationsstrategie gegen Russland steckt. Mediale Kriegsvorbereitung.

~ Dr. Hannibal Halbgott ~ März 26, 2014 um 12:29

“Eigentlich darf es keinen Zweifel daran geben, die Bündnisverpflichtungen gegenüber NATO-Mitglieder einzuhalten, selbst wenn niemand einen Angriff erwartet. Nichts anderes hat die Bundesverteidigungsministerin formuliert.”

===> … die AUFLÖSUNG der … neokolonialistischen US-NATO …. ist überfälligstmöglichst überfällig!

CETERUM CENSEO … US-NATO … esse in totam delendam!

petervonkloss März 26, 2014 um 13:45

h. huett

Leicht leuchtende Politiker

Wandel durch Annäherung klingt zunächst symphatisch; nur wer soll sich wandeln?
Denn die deutsche Wirtschft könnte „vernünftig“ sein; aber das Wertgefüge lag vordem
brach…..die Westbindung, die Nato, die EU; alles vordem ohne Glanz;
Jetzt plötzlich scheinen die Augen als hätten sie ein lichtiges Ziel in einer letzten Simulation des Zieles entfacht:
exproprierte Expropriateure der flachgemachten Erde, vorpythagoräisch.———.

BB März 26, 2014 um 14:39

*kecker,lach*

NeelieKreisEU hat ein Luxusproblem:

https://twitter.com/NeelieKroesEU/status/448778958700806144

(gefunden via Fefe).

Und da gibt’s dann so’ne Journalistenblase drumrum, die auf soo’n Scheiß sofort reagiert.

Das ist übrigens auch so ein typisches Scale-Free-Power-Law-Network-Phänomen. Reiner Eliten-Funk. Geht dem Normalvolk völlig am Arsch vorbei – genauso wie die Politik dieser Polit-Oma.

Der durchschnittliche Twitter-Benutzer hat nur einen Follower.

Und andere Probleme als WiFi am DüsselAirport haben normale Leute auch. 6 Euro sind zu teuer? Normale Leute haben Alternativen zu WiFi.

Unglaublich populistisch, diese Anbiederung an das “gefühlte” Proletariat!

Außerdem schreibt da wahrscheinlich irgendso ein PR-A(s)si für die Dame die Tweets wetten.

BB März 26, 2014 um 15:21

Schaut mal, was der Peter Altmeier glaubt (auch so’n elitärer Netzwerk-Hub):

https://twitter.com/peteraltmaier/status/430100048844967936

“Twitter ist heute die schärfste Waffe der Demokratie!”

Na, dann ist es ja um die Demokratie sehr schlecht bestellt, wenn dieser Elitenfunk die schärfste Waffe ist.

(gefunden via Sascha Lobo (ebenfalls soo’n Eliten-Hub) in seinem aktuellen gewohnt schlechten Beitrag zur Netzdemokratie)

Carlos Manoso März 26, 2014 um 15:55

@Insider März 25, 2014 um 21:22
„@Carlos Manoso März 25, 2014 um 19:58, ich erwähnte schon, dass Putin als Retter der strauchelnen Ukraine die Lösung als dialektische Synthese aus dem Hut zaubern wird: neutrale Bundesrepublik Ukraine, finanziert wie Griechenland von einer sehr spendablen EU.
Das ist völlig unwahrscheinlich und daher Wunschdenken, denn dies wäre eine offenkundige Niederlage für die USA und NATO.
Wahrscheinlicher ist, dass der Westen ein Exempel statuiert, so wie beim Jugoslawienkrieg. Damals war die klare Botschaft: Die Zeiten völkerrechtlich garantierter nationaler Souveränität ist vorbei, eine Blockfreiheit gibt es nicht mehr, jetzt entscheidet die „Staatengemeinschaft“ und wer sich dieser nicht freiwillig unterwirft, wird bekriegt.“

Insider, Europa hat in Bezug auf Russland riesige historische Chancen vertan, wie sie es nur einmal in Jahrzehnten gibt ! Verheugen sprach –völlig richtig!- von „SÜNDENFALL“ in Bezug auf die EU-Vorgeschichte des Staatsstreichs am „Maidan“.

Das Problem ist und bleibt, dass sich der Militärapparat der NATO wie die globale Notstandspolitik der USA und des ganzen „ideellen Gesamtimperialismus“ (um es mal treffend mit Marx auszudrücken), sich in den alten Hirnen und in deren alter Propaganda noch auf das alte „ territoriale System der Souveränität“ bezieht. Dieses alte System beginnt sich aber unter den Augen und mit unfreiwilliger Hilfe der demokratisch-kapitalistischen Apparate aufzulösen. Das Dilemma des „weltimperialen Ausnahmezustands“ und seiner Akteure verschärft sich fast schon von Monat zu Monat.

Einerseits hat z.B. der weltdemokratische Sicherheits- und Ausgrenzungsimperialismus mit dem offiziell postulierten „Krieg gegen den Terrorismus“ selber ein postsouveränes und postpolitisches Paradigma angenommen, nicht aus freien Stücken, sondern unter dem Druck der Weltkrise und ihrer Ereignisse.

Andererseits ist aber sein geistiger Horizont, seine institionelle Ausrichtung und vor allem aber seine Machtmittel vollkommen auf seine alte Welt von „Souveränität“, „Territorialität“ und „Politik“ beschränkt. Sagen wir es mal so: Ein Panzernashorn mag noch so furchterregend sein, aber es kann nicht mit seinen Hörnern gegen seine eigenen wuchernden Darmviren kämpfen und gewinnen !

Insider März 26, 2014 um 16:42

@Carlos Manoso März 26, 2014 um 15:55
Europa hat in Bezug auf Russland riesige historische Chancen vertan, wie sie es nur einmal in Jahrzehnten gibt ! Verheugen sprach –völlig richtig!- von „SÜNDENFALL“ in Bezug auf die EU-Vorgeschichte des Staatsstreichs am „Maidan“.

Europas Interessen in Bezug auf Russland sind nicht identisch mit jenen der USA, sondern stehen in Konflikt mit diesen, und zwar auf verschiednen Ebenen.

Wirtschaftlich ist Russland für Europa ein Kooperationspartner, von dieser Kooperation profitieren beide Seiten, insbesondere auch Deutschland.
Konflikteskalation oder gar Krieg liegen nicht im Interesse Europas.

Die USA sind eine Gesellschaft voller sozialer Spannungen und deshalb benötigen die USA für den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus sozialpsychologischen Gründen ein äußeres Bedrohungsszenario. Die USA sind daher psychologisch permanent im Krieg und im „Survival Modus“ des Ausnahmezustandes.

Auch wirtschaftlich bringt der Konflikt mit Russland den USA Vorteile.

Ein Konflikt mit Russland schwächt Europa auch politisch im Verhältnis zu den USA. Denn dadurch wird die Hegemonie der USA gestärkt. Politisch dominieren in Europa die „Atlantiker“, also PolitikerInnen, die primär die Interessen der USA vertreten. Wobei diese politischen “Marionetten” (PolitikerInnen, JournalistInnen, WissenschaftlerInnen …) natürlich auch selbst davon profitieren, weil deren Karriere gefördert wird. Das ist die typische Konstellation in „Bananenrepubliken“ bzw. „Vassallenstaaten“.

keiner März 26, 2014 um 16:46

Viren wuchern nicht.

Carlos Manoso März 26, 2014 um 17:29

@Hans Hütt März 25, 2014 um 22:26
„Überhaupt kann man in den letzten Tagen mehr und mehr den Eindruck gewinnen, dass die politische Rhetorik sich von den mutmaßlichen politischen Interessen und ihrer Rationalität verabschiedet und auf eine widersinnige Weise verselbständigt. Das ist die Parallele zu 1914, eine schlafwandlerische Kettenreaktion einer sich verselbständigenden rhetorischen Eskalationsspirale, die gegen die Rationalität der gegebenen Interessen namentlich Europas handelt.
… Die Entspannungspolitik folgte den wirtschaftlichen Interessen und dynamisierte sie.
Heute fährt die Politik einen gegenläufigen Kurs und es sieht so aus, als habe sie sich selbst von der Leine genommen und aus den Augen verloren, welche Interessen sie tatsächlich verfolgt.

Hans Hütt, den Vektor von Willy Brandt („Wandel durch Annäherung“) hatte ich (als Jugendlicher) als Aufforderung verstanden, im einfachen Vertrauen auf die Stärke meiner eigenen Welt mit meiner eigenen Öffnung zu beginnen. Also aufhören mit einer Art zu Denken, die nur Sieg oder Niederlage kennt. Große Veränderungen entsprängen keinem einmaligen schnellen Gr0ßsprung, sondern dafür bräuchte es viele langwierige kleine Erfolge.

Daß Entspannungspolitik den (wirtschaftlichen) Interessen folgen und sie dynamisieren muß, folgt –glaub ich- gesundem einfachsten Menschenverstand.

Warum heute „ die Politik“ einen gegenläufigen Kurs einschlägt und es so aussieht, „als habe sie sich selbst von der Leine genommen und aus den Augen verloren, welche Interessen sie tatsächlich verfolgt“, wirft allerdings die beängstigende Frage nach der ganzen Irrationalität des politischen Vorgehens und nach dem möglichen Ende von „alternativloser“ Politik auf. Der überfällige Absturz der letzten Weltmacht ist also in den Bereich des akut Möglichen gerückt.

Carlos Manoso März 26, 2014 um 17:38

@keiner März 26, 2014 um 16:46
„Viren wuchern nicht.“

Keiner, das ist fast falsch…

„Das Virus ist für sogenannte Feigwarzen verantwortlich, die klassischen Genitalwarzen. Sie siedeln sich an Schamlippen, Scheide, Gebärmutterhals, Penis, Harnröhren, Analkanal und Enddarm an. Auch Condylomata plana verursachen Warzeninfektionen in diesen Körperregionen.
Buschke-Löwenstein-Tumore nehmen vergleichsweise schwere Verlaufsformen an. Sie wuchern mitunter in riesenhaftem Ausmaß“
http://www.slk-kliniken.de/Human-Papilloma-Virus.3114.0.html

Balken März 26, 2014 um 18:01

“Heute fährt die Politik einen gegenläufigen Kurs und es sieht so aus, als habe sie sich selbst von der Leine genommen und aus den Augen verloren, welche Interessen sie tatsächlich verfolgt.”

Hübscher Satz, der mit kritischem Tonfall daherkommt und was, bitte, sagt? Alles und nichts, oder das, was jeder, seiner Facon nach, herauszuhören beliebt. Nichtssagender Entrüstungsmodus ist am Ende auch bloß – affirmativ.

Balken März 26, 2014 um 18:13

Solange die kulturelle Hegemonie im “Westen” in hearts and minds verankert ist, vergleichbar wie die religiösen Gewohnheiten im Herzen eines von Kindheit an in einer bestimmten Religion Sozialisierten verankert sind; solange wir noch deren Musik von früh bis spät in allen Musikkonserven-Sendern dudeln; solange wir noch deren Städte uns zu kennen rühmen, während für uns wie selbstverständlicn östlich der Elbe terra incognita beginnt, über die wir nichts wissen, umso überzeugter jedoch mitreden können; solange wir noch feuchte Augen bekommen, wenn wir die Kitschgala der Akademie-Award-Verleihung sehen und die als Blockbuster verordneten Blockbuster, solange ist unser Urteil noch gefestigt und die Hegemonie des Hegemons nicht in Gefahr.

Balken März 26, 2014 um 18:24

Divide et impera – nun gut, es ist ja nicht unbekannt, dass das überall in der Welt eingesetzt wird, weil, wenn zwei sich streiten …

Wenn das aber mitten im eigenen Hause, Gorbatschow, der freundliche naive, sprach einmal vom “Europäischen Haus”, geschieht, und sich unsere Politk so bereitwillig den Vorgaben des Hegemons beugt (lieber gefracktes Gas aus den USA mit Flüssiggastanker als Gas aus dem Osten, weil, wie hieß das noch früher: Kauft nicht bei …), dann tut einem das schon noch mehr weh, als wenn, frei nach Goethe, “hinten, weit in der Türkei die Völker aufeinander schlagen” .
Aher, hey, vielleicht sind diese EU-Sanktionen ja mehr Theaterdonner, der den Hegemon beruhigen soll und zeigen, wie man doch auf Linie sei …

Carlos Manoso März 26, 2014 um 18:27

@Insider März 26, 2014 um 16:42
„Politisch dominieren in Europa die „Atlantiker“, also PolitikerInnen, die primär die Interessen der USA vertreten. Wobei diese politischen “Marionetten” (PolitikerInnen, JournalistInnen, WissenschaftlerInnen …) natürlich auch selbst davon profitieren, weil deren Karriere gefördert wird. Das ist die typische Konstellation in „Bananenrepubliken“ bzw. „Vassallenstaaten“.“

Insider, die USA sind spätestens seit 1945 kein ein „imperialer Nationalstaat“ mehr, sondern die USA wurden zu einer „Weltmacht neuen Typs“. Zwar verwenden die USA bis heute für ihr globales Vorgehen als „Weltpolizist“ geradezu naiv und unschuldig den Begriff des „nationalen Interesses“ und sie nutzen ihre Weltmachtposition, d.h. die Rolle des US-Dollars als Weltgeld etc., natürlich weidlich für sich selbst aus, wo es nur möglich ist.

Trotzdem waren der im Verlaufe des Kalten Krieges erlittene Verlust jener am Ende von WWII erreichten absoluten ökonomischen Übermacht, einschließlich der exorbitanten Innen- und Außenverschuldung, zu großen Teilen auf die kapitalistisch unproduktive Last des politisch-militärischen „Weltmachtkonsums“ der „Weltmacht neuen Typs“ zurückzuführen.

Kurzum, der missionarische Drang der „Weltmacht neuen Typs“ mußte darin bestehen, den „imperialen Nationalstaat“ USA als globale Schutzmacht des Kapitals überhaupt auszubauen. Zum Beispiel, indem die „Weltmacht neuen Typs“ 1949 die NATO als Ordnungsrahmen gründete, um die bis 1945 dritt- und viertrangig gemachten europäischen Nationalstaaten direkt in die strategischen Operationen der weltkapitalistischen US-„Schutzmacht“ einzubinden und sie als „Flugzeugträger“ der US-Army zu benutzen.

Die Qualifikation als „Vasallenstaaten“ könnte allerdings die demokratische Massemeute dazu verleiten, völlig sinn- und machtlos im irreversibel zerfallenen nationalen Sinne umgepolt weiterzuheulen, was natürlich wahnsinniger Selbstmord wäre. Es lässt sich allerdings nicht auf Dauer verleugnen, dass USA und NATO abtrünnige Territorien samt ihrer Bevölkerungsmassen letztlich nicht mehr befrieden könnten, je mehr es werden, um so weniger.

ruby März 26, 2014 um 18:46

@ aifran

Britische Antwort gefunden – puh schon etwas länger her das Konzert im Capitol/Hannover in Germany 1986,
um dem Kalten Krieg Komfort zu entkommen…

http://www.youtube.com/watch?v=vyBbgXcnQ3s

There’s a clash of tunnel vision
Work and play, live and die in corridors
People are turning subterranean
Are we digging in, digging in for the fall

There’s a flag arms to call a nation
Make the break from school to dole queue
People are turning radioactive
Beep beep the sensor beeps it out.
Come on
Let’s escape this cold world comfort
Make the break, I’ll meet you on the surface
Let’s escape this cold world comfort
Make the break, I’ll meet you on the surface
Way on up

There’s a mood but no legislation
No guarantee it’s a tabloid reality
People are making good connections
Write, write, write it up for us all
Come on
Let’s escape this cold war comfort
Make the break, I’ll meet you on the surface
Let’s escape this cold war comfort
Make the break, I’ll meet you on the surface
Way, way on up
Way on up

No more cold subterranean
No more cold at all
Lock the door

Let’s escape this cold war comfort
Make the break, I’ll meet you on the surface
Let’s escape this cold war comfort
Make the break, I’ll meet you on the surface
Way, way on up

;-)

aifran März 26, 2014 um 19:06

von Amerika lernen heißt Siegen lernen …. die Politische Elite der EU hat das Problem erkannt und wird in den nächsten Tagen die Lösung vorstellen.

Europa verfügt für das benötigte Inovationspotential nicht über ausreichend Tellerwäscher. Daher tritt in den nächsten Tagen die Tellerwäschrichtlinie in Kraft. Die Verwendung von Geschirrspülmaschinen ist ab xx.xx.xx ausnahmslos Verboten. Dieses Verbot stellt die für ein neues Wirtschaftswunder nötige Zahl an Tellerwäschern in der EU sicher. Wir brauchen Tellerwäscher und wir schaffen Tellerwäscher. es geht Aufwärts – vom Tellerwäscher zum Millionär. ….

"ruby" März 26, 2014 um 19:17

Es ist wunderbar zu beobachten wie die infiltrierten MassenMainstreamMedien mit den WeltweitSchulungseliten dekonstruiert werden und die vorgefassten Parolen herauskläffen.
Deshalb wirkt der Günthi auch dermaßen authentisch :
die Julia mit ihren Klunkern, die mehr Wert als sein gesamtes Einkommen hätten nur köstlich !
Weiter im Programm
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/823442
der Selbstbelustigung, die Lachen bereits über eigene Konstruktionen …
Barry und Angie – ein Traumduo des Völkerrechts.
Soviel Späßle hatte WW Putin nicht erwartet .

"ruby" März 26, 2014 um 19:32

Wer dachte das wäre es, wird hiermit belohnt :
http://daserste.ndr.de/annewill/
Roetgen reloaded, weil er doch unersetzlich ist .
Hat der Spreng nicht einen Auftrag der Kanzlerin verdient?

BB März 26, 2014 um 20:01

Gegen linke TatenlosigkeitHeideggerei

http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/03/25/linke-heideggerei-und-talmi-widerspruche/

Und hier kann ein postmoderner Stenz “Theorie tanzen”:

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/man-kann-theorie-tanzen. Kernaussage:

“…..Meine Methode ist der Selbstversuch: Wie viel Machtbehauptung, oder auf Deutsch, wie viel Arschlochhaftigkeit halte ich aus? Ich mache mich selbst zum Exempel und versuche die Widersprüche zwischen Denken und Handeln aufzuspüren und sichtbar zu machen. Dabei entsteht meist auch das Amüsante. Trotzdem ist alles, was ich tue, komplett ironiefrei!…..”

Wie kriegt man diesen allgegenwärtigen Unfug blos wieder aus der Welt?

ruby März 26, 2014 um 20:05
Keynesianer März 26, 2014 um 20:59

@BB März 26, 2014 um 08:20

Den Chart findest Du hier:

http://rwer.wordpress.com/2014/01/06/the-40-year-disconnect-usa-chart/#more-14659

Ab 1973 wurde mit Hochzinspolitik die Massenarbeitslosigkeit bewirkt, verstärkt natürlich seit 1980. Seitdem sind die Löhne nicht mehr gestiegen, sondern nur noch die Profite.

Aber die meisten Linken wollten lieber die Wertform analysieren, wofür die Neoliberalen ab 1968 ihren Neomarxismus aufgezogen haben. ;)

holger196967 März 26, 2014 um 21:01

Keynesianer

—>>>Ab 1973 wurde mit Hochzinspolitik die Massenarbeitslosigkeit bewirkt, verstärkt natürlich seit 1980.”

Das mit dem Zins auf Hypo Real Estate haste noch nicht kapiert wa?

holger196967 März 26, 2014 um 21:03

Hatte ich hier aber schon mal erklärt, was “Hochzins” und “Niedrigzins” bedeuten. Und warum keiner mehr die Zinsen anheben kann.

holger196967 März 26, 2014 um 21:04

Und das vor 3 oder 4 Jahren schon… Dann kamen die Aufkaufprogramme. Der “Zentralbanken”. Ich erkläre es aber nicht noch mal.

BB März 26, 2014 um 21:32

@Keynesianer

Danke für den Link!

Und am 11. Dezember 1972, dem ultimativen Ende der “Moderne”, setzten mit Eugene Cernan und Harrison Schmitt zum letzten Mal Menschen ihre Füße auf den Mond.

Danach gab es für so etwas nie mehr Geld.

Keynesianer März 26, 2014 um 21:54

@BB

Nach den Erfahrungen mit der VWL glaube ich auch nicht mehr an die Mondlandung. Die lügen doch alle! ;)

Der Trick bestand darin, dass die von der Geldpolitik erzeugte Arbeitslosigkeit als Beweis für überhöhte Löhne galt. Was korrupte Professoren der sogenannten Wirtschaftswissenschaft seitdem Tag für Tag den Studenten und dem Publikum predigten.

Dabei sind die einfachen Löhne seit vierzig Jahren nicht mehr gestiegen, konnten also auch keine Gefahr für die Preisstabilität bedeuten:

http://keynesianer.blogspot.de/2014/01/was-bleibt-von-der-grenzproduktivitat.html

Trotzdem fabuliert die VWL immer noch von Inflationsgefahren von Seiten der Löhne und predigt eine natürliche Arbeitslosigkeit zum Schutz vor Inflation und die Taylor-Regel.

Bogus März 26, 2014 um 22:01

Verrückte Zeiten! Wer hätte gedacht, dass der kleine Bogus mal einem Kapitalistenschwein Vorstandsvorsitzenden von Siemens Beifall klatschen würde, wenn er dem Claus Kleber süffisant grinsend Paroli bietet?
Hatte soeben richtig Spaß beim Heute Journal – mit “kurzfristigen Turbulenzen”…

BB März 26, 2014 um 22:10

@Keynesianer,

bei dem Chart braucht man den Leuten eigentlich gar nicht viel über Geldpolitik und so erklären. Man muss den einfach unter die Nase halten und sie werden sofort begreifen, dass sie seit 1973 beklaut werden. Deswegen ist mir schleierhaft, warum genau dieser Chart so selten auftaucht.

Andreas Kreuz März 26, 2014 um 22:25

@BB März 26, 2014 um 22:10

Das halte ich für einen Irrtum.
Nach dem Durchlättern von 60 Seiten Sonderangeboten am Wochenende haben die meisten die Grundrechenarten vergessen.

BB März 26, 2014 um 22:53

@AK

Wir brauchen nicht nur mehr Theorie, wir brauchen auch mehr Agitation :-)

Und wenn unsere Grenzen intelligent gegen Sozialdumping geschützt würden, dann würden die gar nicht merken, dass die Sonderangebote am Wochenende weniger werden, z.B. wenn sie dann die Jeans für 40 € automatisiert in Griechenland auf einer deutschen Textilmaschine gefertigt im C&A-Regal finden würden und nicht mehr die unter asozialen Bedingungen in Handarbeit gefertigte aus Bangladesh für 30 €. Über die 10 € Unterschied und wie die die durch Preisvergleiche noch sparen könnten würden die gar nicht mehr nachdenken.

Andreas Kreuz März 26, 2014 um 22:57

Die halten aber solche Agitation für kommunistische Propaganda.
Außerdem war ich Mitglied in der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft. Mitgliedsbeitrag 20 Pfennig Ost/Monat.

BB März 27, 2014 um 07:43

@AK

Jetzt kommen aber nur noch Totschlagargumente, gelle?

KL März 27, 2014 um 09:16

Drei Bären haben einen Dachs umstellt. Sagt der eine Bär: der wird uns gleich zur Konfrontation zwingen, wartet nur.

Huuh März 27, 2014 um 09:29

Frühkritik

Köstlich: Die Moderne persönlich entstieg dem Vergessen und giftete wie eh und je wild drauflos. Ich liebe Gespensterfernsehen. Juuh-Huuh!

Insider März 27, 2014 um 10:12

@Carlos Manoso März 26, 2014 um 18:27
die USA sind spätestens seit 1945 kein ein „imperialer Nationalstaat“ mehr, sondern die USA wurden zu einer „Weltmacht neuen Typs“. Zwar verwenden die USA bis heute für ihr globales Vorgehen als „Weltpolizist“ geradezu naiv und unschuldig den Begriff des „nationalen Interesses“ und sie nutzen ihre Weltmachtposition, d.h. die Rolle des US-Dollars als Weltgeld etc., natürlich weidlich für sich selbst aus, wo es nur möglich ist. …

„Imperialer Nationalstaat“ ist eine typisch deutsche Vorstellung. Wie finden diese beim Liberalen Friedrich Naumann mit seinem „nationalen Sozialismus“ (1896), dann bei der Sozialdemokratie und später beim Nationalsozialismus.

Besonders in der rückständigen deutschen Ideologie mit der deutschtümelnden Volksgemeinschafts- und Herrenmenschenattitüde („am deutschen Wesen soll die Welt genesen …) wird unter Imperialismus die Herrschaft von „imperialen Nationalstaaten“ verstanden.

Doch bereits der britische Imperialismus war kein „imperialer Nationalstaat“.

Tatsächlich ging es immer um Klassenherrschaft. Die britische Arbeitsbevölkerung profitierte genauso wenig vom britischen Imperialismus wie heute die amerikanische vom US-Imperialismus.

So geht im Vergleich der deutschen Arbeitsbevölkerung besser als der US-amerikanischen oder der britischen.

Die Konfliktkonstellation wie jetzt in der Ukraine ist also nicht US-Interesse vs. EU-Interesse, sondern hier treten Interessen von Plutokraten und Oligarchen miteinander in Konflikt. Diese sind Eigentümer von profitorientierten Unternehmen, also von Finanz-, Handels-, Produktions- und Dienstleistungskapital.

Es geht um die Konkurrenz der Interessen dieser superreichen und mächtigen Privateigentümer. Sei es beim Abschluss von Freihandelsabkommen, wie TTIP, oder bei der SWIFT- Überwachung, sei es bei der Eskalation des Konflikts mit Putin und Russland, sei es bei Entscheidung, Kriege zu führen. Usf.
Alles dreht sich nur um Geschäft und Profit, aber nicht um Konkurrenz von Nationen, wie dies der in nationalen Kontexten denkende Durchschnittsbürger meint.

Kurzum, der missionarische Drang der „Weltmacht neuen Typs“ mußte darin bestehen, den „imperialen Nationalstaat“ USA als globale Schutzmacht des Kapitals überhaupt auszubauen. Zum Beispiel, indem die „Weltmacht neuen Typs“ 1949 die NATO als Ordnungsrahmen gründete, um die bis 1945 dritt- und viertrangig gemachten europäischen Nationalstaaten direkt in die strategischen Operationen der weltkapitalistischen US-„Schutzmacht“ einzubinden und sie als „Flugzeugträger“ der US-Army zu benutzen.

Die USA repräsentieren so etwas wie den „realen Gesamtkapitalisten“ mit dem USD als der Weltwährung, mit ihrer allen anderen Staaten weit überlegenden Militärmacht, mit ihrer Überwachung der Welt durch ihre Geheimdienste und – last not least – mit ihrer medialen Informationsmacht und kulturellen Dominanz über die kapitalistische Welt.
Die USA bestimmen im globalisierten Kapitalismus den „Way of Life“, was „modern“ ist bzw. zu gelten hat und was die Menschen denken.

Die Qualifikation als „Vasallenstaaten“ könnte allerdings die demokratische Massemeute dazu verleiten, völlig sinn- und machtlos im irreversibel zerfallenen nationalen Sinne umgepolt weiterzuheulen, was natürlich wahnsinniger Selbstmord wäre.

Anders als die Kapitalistenklasse verfügt die „demokratische Massemeute“ über keine transnationalen (globalen) Organisationsstrukturen, in welche sie ihren politischen Willen einbringen könnte. Die Massen sind organisatorisch und kognitiv in ihren Nationalstaaten gefangen. Mehr als reaktionär-nationalistische Vorstellungen kann die „demokratische Massemeute“ nicht entwickeln.

Keynesianer März 27, 2014 um 11:05

@Insider

Die Massen sind organisatorisch und kognitiv in ihren Nationalstaaten gefangen. Mehr als reaktionär-nationalistische Vorstellungen kann die „demokratische Massemeute“ nicht entwickeln.

Es ist doch ganz logisch, dass die Völker eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zuerst Schritt für Schritt im jeweils eigenen Land anstreben.

Nur die marxistischen Kollaborateure der globalen “Elite” möchten mit der Weltrevolution beginnen und diffamieren jede konkrete und schrittweise Verbesserung in einem einzelnen Land als reaktionär und borniert nationalistisch oder gar als Systemstabilisierung.

Alles, was nicht gleich die Weltrevolution wäre, ist unseren Marxisten reaktionär und völkisch und somit völlig unakzeptabel. Und die Weltrevolution aus dem Stand wird es halt nie geben, was einige Schäflein nie kapieren, die Förderer der “marxistischen Internationale” aber sehr gut wissen. ;)

Keynesianer März 27, 2014 um 11:18

Ganz aktuell hat einer von den Brüdern gerade wieder gegen die Beschäftigung mit der Geldpolitik polemisiert:

Angesichts der bestehenden Zerstörungen und vielfältigen Krisen häufen sich Vorstellungen, die die Übel nicht in der kapitalistischen Produktionsweise, sondern in den geldlichen Eigenschaften der Marktwirtschaft sehen.
http://www.trend.infopartisan.net/trd0314/t110314.html

Solcherart Marxismus ist sogar an den Universitäten gern gesehen, hilft er doch der VWL, die monetären Ursachen der Krisen den Studenten zu verheimlichen:

Wenn im Gelde die Krisenursachen liegen, reichen Geldreformen zur Stabilisierung der Wirtschaft aus und die Warenproduktion, die Lohnarbeit und die Ausbeutung können erhalten bleiben.
Schon zu Marxzeiten waren die systemstabilisierenden Gedanken der Monetärökonomen weit verbreitet.

Hört, hört: Die “systemstabilisierenden Gedanken” der Keynesianer!

Da sollen die Krisen doch lieber weiter die Menschen zu Millionen ins Elend treiben, die Marxisten erwarten derweil die Weltrevolution und lassen sich dafür honorieren, von den wahren Ursachen der Krisen mit ihrer Wertformanalyse abzulenken. :)

Andreas Kreuz März 27, 2014 um 11:21

Kaum gibt es ein wenig Konsens,
schon kömmt wieder einer und macht einen Knoten.
So wird das freilich nix!

The Real Slim Shady März 27, 2014 um 12:51

Sitze hier in Kuwait und habe gerade angefangen, eine arabische Tageszeitung durchzublättern. Verstehe zwar kein Wort, aber ist trotzdem deutlich unterhaltsamer, als durch diesen Thread zu scrollen….

BB März 27, 2014 um 13:26

Es ist Mittag, Zeit für eine kleine Fingerübung. Dekonstruieren wir mal diesen Unsinn heute in der Grünen-Postille “Die TAZ”.

Die Grünen kamen ja nicht zufällig etwa um 1973 groß raus. Sie sind “die postmoderne Partei” schlechthin. Zumal sie streckenweise von Göbbelsschnauzen (Kowi-Fröschen) regiert wurden.

Und hier liegen ihre verquasten Wurzeln:

http://www.taz.de/Kybernetiker-ueber-Klimawandel/!135472/

So, so, der Herr Lutterer, der hier interviewt wird, bezieht sich auf Baetson, einen wirren Alles-Durcheinander-Schmeißer Kybernetiker, den der Luhmann – natürlich – genau studiert hat.

Nun schauen wir mal, was der Herr Lutterer mit dem anfängt.

Also es geht um Klimawandel, wie man sich gegen “falsche” Theorien von Lobbyisten wehrt …… Hoppla, da kommt schon der erste Nonsens:

“….Wahrheit als solches kann es eigentlich nicht geben. „Wahrheit“ ist die Erfindung eines Lügners, das beobachtet bereits der berühmte Kybernetiker Heinz von Foerster. ….”

Sorry! Wenn der Foester das gesagt hat, dann hat er halt mal ganz großen Quatsch erzählt. “Wahrheit” sei die Erfindung eines Lügners? Wer sowas als Tatsache behauptet, der handelt verantwortungslos. Der setzt nämlich zehntausenden von akademischen Followern nur Flausen in den Kopf, z.B. dem Herrn Lutterer, der offensichtlich gerne alles wörtlich nimmt, was solche Autoritäten mal gesagt haben. Wer so daher redet, der landet am Ende bei den Solipsisten. Es gab ja einige Postmoderne, die dort verendet sind.

Dann dieses Beispiel, hahnebüchend:

“….Ein Beispiel: 2?+?2?=?4. Das ist eine einfache mathematische „Tatsache“. Wenn aber vier Menschen miteinander kooperieren, dann entsteht etwas anderes und die ganze Mathematik hilft nicht mehr weiter. Was also ist „wahr“? ….”

Was soll das jetzt belegen, dass Wahrheit Lüge ist? Neee, es ist einfach eine Binse. dass 2+2= 4 ist und 4 Menschen, die zusammenstehen haben in bezug auf “vier” nichts weiter gemein, als dass man 4 durch 2 teilen kann. Oder 1+1+1+1=4 oder…..

MannoFrauo! Woher nimmt der Mann am Ende sich das Recht auf die diese Suggestion in Form der Frage “Was also (! “also” = Schlussfolgerung simulierend) ist ‘wahr’”?

Das ist logischer Dadaimus.

Ok, geben wir dem Artikel noch eine Chance. Was sollte überhaupt mitgeteilt werden?

Es geht irgendwie um Klimamodelle, die sich widersprechen, die einen von den Skeptikern, die anderen von den Lobbyisten. Wie soll man da erkennen, woran man sich zu orientieren hat?

Hab ich doch richtig verstanden, die Fragestellung?

Da wird dann was von Wahrscheinlichkeiten geredet und dass “Wahrscheinlichkeit” nie bedeutet “mit absoluter Sicherheit”. Ja klar, das würde jeder Rationalist und Empirist genauso sehen (weil: ist einfach mathematisch so, aber nix “ontologisches Phänomen”) und dass man lieber auf Nummer sicher gehen sollte ….. ich drücke das jetzt mal in meinen Worten aus, denn im Artikel kommt das nur verquast rüber …. weil die Folgen der Klimakatastrophe für uns so desaströs und existenziell wären, dass auch schon ein kleines Risiko Gegenmaßnahmen rechtfertigt.

Das wollte der Herr Lutterer doch sagen? Warum bezieht er sich dann auf diese ganzen postmodernen Wirrköpfe von Baetson bis Luhmann?

Dieses Kalkül hat mit denen gar nichts zu tun. Das ist einfach gesunder Menschenverstand. Dafür brauche ich keine wissenschaftlichen Autoritäten. Das hätte auch schon ein mittel intelligenter Bürger der Stadt Athen zur Zeit von Platon so postuliert.

Ne, ne, ne. Solange die postmodernen Grünen sich so das Hirn vernebeln lassen, haben sie natürlich keine “richtige” (wahre) Vorstellung von den Problemen unserer Zeit und genau deshalb irrlichtern sie gerade so orientierungslos (theorielos) herum, z.B. in der Außenpolitik oder in Gerechtigkeitsfragen und in der Umweltpolitik, da haben sie sowieso kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Da gräbt ihnen ja gerade der Gabriel ganz enorm das Wasser ab mit seiner Energiewende.

Manches, was der da so macht, finde ich übrigens vom Argument her durchaus rational! Auf den ersten Blick! Aber man muss da auf die Feinheiten schauen. Und da haben ja bekanntlich die Lobbyisten immer ihre Finger drin. Deshalb ganz gründlich rational analysieren. Dann legt man denen auch das Handwerk, genauso wie bei den Klimamodellen.

BB März 27, 2014 um 13:29

@TRSS

Schau weiter in deine arabische Zeitung. Schweigen ist Gold.

Bladnoch1971 März 27, 2014 um 13:39

Lieber BB,

auch für Dich gilt: Si tacuisses, philosophus mansisses.

Für mich natürlich selbstredend auch.

BB März 27, 2014 um 13:43

@Bladnoch1971

Wer bist du denn überhaupt?

BB März 27, 2014 um 13:45

Ok, @Bladnoch1971 komm aus deinem Loch

Si tacuisses, philopsophus manisses. Wo hätte ich jetzt schweigen sollen? Konkret! Hosen runter. Wo hab ich was dummes gesagt? Wo genau!

(Immer diese Typen, die sich über was ärgern und meinen, mit so’nem Spruch oder Zitat contern zu können)

BB März 27, 2014 um 13:46

Was ist @Bladnoch, kannst du auch argumentieren?

Bogus März 27, 2014 um 13:54

Hihi, dem Strobl hamse den Flug gestrichen, deshalb hockt er da in Kuwait und langweilt sich.
Möge der Streik noch lange dauern!

BB März 27, 2014 um 14:17

Ich hörte wohl Pfeifen im Walde ….

Keynesianer März 27, 2014 um 14:40

@BB

Anhänger des Klimaschwindels, wie dieser Wolfram Lutterer, sind jetzt dabei angelangt, über die Wahrheit zu philosophieren.

Also darüber, dass es die Wahrheit ja doch nicht geben würde, und dass wir nichts genaues wissen können und so weiter.

Die Wissenschaft findet demnach keine Tatsachen – sie erfindet sie. Stimmt das?

Und wenn das so ist, dann ist doch auch die Klimapanikmache weiter nicht schlimm. Auch wenn sie dazu führt, ökonomische Potenziale zu verschwenden und Milliarden Menschen wegen dem hinterhältigen Blödsinn womöglich unnötig in Armut und Elend leben, hungern und frieren werden, weil wir doch das CO2 sparen müssen wegen dieser zusammengelogenen Klimakatastrophe.

Aber die Ökobewegten glauben alles, wenn es ihnen irgendwie als Kritik am Kapitalismus serviert wird, da fahren die gleich alle drauf ab. Und merken nicht, dass hier die gezielte Verarmung der Massen betrieben wird von der “Elite” unserer globalen “Investoren”. ;)

Frankie (f.k.a.B.) März 27, 2014 um 14:47

@TRSS

“Sitze hier in Kuwait und habe gerade angefangen, eine arabische Tageszeitung durchzublättern. Verstehe zwar kein Wort, aber ist trotzdem deutlich unterhaltsamer, als durch diesen Thread zu scrollen….”

Nun, man kann nicht sagen, dass er durch diesen Beitrag interessanter geworden wäre…

Insider März 27, 2014 um 14:54

@Keynesianer März 27, 2014 um 11:05
Es ist doch ganz logisch, dass die Völker eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zuerst Schritt für Schritt im jeweils eigenen Land anstreben.

Logisch wäre es, wenn eine konkrete Strategie vorhanden wäre, anhand derer rational begründet werden könnte, wie man Schritt für Schritt zu tatsächlichen Verbesserungen der Lebensbedingungen kommt.

In der Realität verhält es sich jedoch genau umgekehrt, denn es kommt für die Massen kontinuierlich zur Verschlechterung, und es gibt keine rational begründete Strategie der Veränderung zum Besseren.

Insofern ist der Hinweis von @Carlos Manoso wichtig, dass es sich beiden USA nicht um einen „imperialen Nationalstaat“ handelt, so wie die USA in der reaktionär-nationalistischen Propaganda eines rechten pseudo-antikapitalistischen Antiamerikanismus dargestellt wird.

Tatsächlich sehen die Befürworter und Liebhaber des Kapitalismus die USA vor allem als Garanten der herrschenden Ordnung und Kultur, also als Schutzmacht.

Daher überlassen sie den USA die Rolle des Führers und Schutzherrn, akzeptieren deren militärische Dominanz, die Überwachung der Welt durch ihre Geheimdienste, ihre mediale Informationsmacht sowie deren kulturelle Hegemonie.

Die USA werden idealisiert als die Gesellschaft, welche die MODERNE repräsentiert.

Und die Anhänger dieser Moderne finden alles so toll, was diese so mit sich bringt: schnelles Geld, Enttraditionalisierung, Deregulierung, Konsum, Amüsement und Unterhaltung durch Musik, TV und Video, Sex, Gendermainstreaming, Multikulti, Homosexualisierung, Esoterik …

Damit gehen einher die Auflösung der zivilisatorischen Matrix, Opportunismus, Verantwortungslosigkeit, Korruption etc., was jedoch die Freunde dieser Moderne nicht stört, solange sie selbst zu den Profiteueren und Konsumenten gehören und nicht zu den Losern und Opfern.

Festzuhalten ist daher, dass es hinsichtlich des Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell sowie der Kultur nach wie vor einen eindeutigen Proamerikanismus in dieser Gesellschaft gibt, auch wenn es in bestimmten Bereichen unterschiedliche Interessen gibt.

Nach wie vor gilt: There is no alternative im Bewusstsein der Bevölkerung hinsichtlich des Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells sowie der Kultur.

Deshalb ist das Gerede von der Krise des Kapitalismus unzutreffend.

The Real Slim Shady März 27, 2014 um 15:23

Lustig, dass hier Bateson und Luhmann jetzt auch noch für eine Ausdeutung der Weltrisikolagen à la Ulrich Beck Pate stehen müssen…

holger196967 März 27, 2014 um 15:32

TRSS

wen du net alles so kennen tust… :D

BB März 27, 2014 um 15:32

@Keynesianer

“….Anhänger des Klimaschwindels, wie dieser Wolfram Lutterer, ….

Nun ja, so hart würde ich das nicht sehen. Ich persönlich finde, dass an der Theorie der Erderwärmung schon was dran ist. Kann gar nicht anders sein, wenn die Menschenmassen so auf dem Globus rumwimmeln wie Ameisen.

Wie tolerant unsere Erde damit umgehen kann, ist tatsächlich ungeklärt. Aber …. und diese Strategie ist sicher sehr rational …. bis wir genaueres wissen, sollten wir die Erwärmung schon mal irgendwie hinauszögern.

“…..Aber die Ökobewegten glauben alles, wenn es ihnen irgendwie als Kritik am Kapitalismus serviert wird, da fahren die gleich alle drauf ab. …..”

Das sehe ich ganz anders. Die Ökobewegten generieren ja eben keine(!) Kritik am Kapitalismus.

Denn genau dort haben sie ihr Brett vor’m Kopp und deswegen lieben sie Baetson und Luhmann, weil die ihnen helfen, ihre Lebenslügen zu erhalten und sich darum herumzudrücken, in der Gerechtigkeitsfrage Stellung zu beziehen.

Denn in letzter Konsequenz sind Umweltfragen auch Gerechtigkeitsfragen.

- Der Regenwald wird abgeholzt, weil die “neoliberalen” Ausbeutungssysteme in den betreffenden Ländern die wachsende Bevölkerung unterhalb des Existenzminimums zwingen.

- Wer Nahverkehrsmittel finanzieren will, braucht ordentlich Steuern (Trittin war da schon auf dem richtigen weg).

- Wer regional angepasste nachbaubare Pflanzen einsetzen möchte und nicht die hybriden Sorten, der muss die 5 Monopol-Konzerne in Koalition mit den Linken zusammen zerschlagen.

Und um solche im Grunde “logisch” zugängliche Konsequenzen drücken sich die Grünen mit ihrer postmodernen WischiWaschi-Philosophie einfach herum. Auf die Weise können sie ihre biederen ängstlichen konservativen Zielgruppen bedienen. Die Lösung von Gerechtigkeitsfragen erfordert aber “klare (logische) Kante”.

BB März 27, 2014 um 15:33

@holger ;-)

holger196967 März 27, 2014 um 15:34

Start-Up in Kuwait bei de Scheicks auch net schlecht… und ein wenig Gold physisch eingesteckt wa?

Du bist mir echt so einer.

Morph März 27, 2014 um 15:37

@BB

“Wo hab ich was dummes gesagt?”

Du schwadronierst halt so vor Dich hin.

Was denkst Du eigentlich? Das alle, die Deinen Kommentar lesen, denken: Uiuiui, der @BB findet also Bateson und Luhmann doof! Möööönsch!!!

Ich meine, wer weiß, vielleicht fallen jetzt tatsächlich überall im Land die Bateson- und Luhmannfans tod vom Stühlchen.

Kann es sein, dass Du Deine Autorität etwas überschätzt? ;-)

Ich finde das wirklich amüsant: Du ahnst da irgendwie diffus, dass man Entropie, Sozialität und Systemtheorie in einen Zusammenhang bringen könnte, drischst argumentfrei auf theoretische Positionen ein, die Du aus ungenannten Gründen ablehnst, und bist ansonsten sehr von Deinem Checkertum überzeugt. Das könnte EXAKT die Attitüde eines postmodernen ‘Theoretikers’ sein.

Dass Du das nicht siehst!

Naja, gehört wohl zum Störungsbild…

holger196967 März 27, 2014 um 15:39

Vermutlich auch noch den kleinen TRSS in Rosenwasser baden lassen wa?

GEB ES ZU :D

topi März 27, 2014 um 15:56

“Mir ist die DDR erspart worden”

jenau, die hatten nich mal Internet.

BB März 27, 2014 um 15:57

@Morph

Geschenkt. Ich habe gar nicht Baetson und Luhmann kritisiert, sondern die Argumentation im TAZ-Artikel.

Wenn du anderer Meinung bist, klär mich mal auf. Wo stellt der Herr Lutterer tatsächlich den Bezug zu Baetson und Luhmann “argumentativ” her, außer dass er sie als Autoritäten anführt?

Neben diesem WischiWaschi “Wahrheit ist Lüge, blabla” kann ich im Artikel keinen Bezug zur Klimafrage erkennen geschweige denn irgendeine stringente Argumentation.

Reine Textanalyse. Muss man nicht Luhmann-Kenner für sein. Reicht humanistische Gymnasialbildung für (zugegeben, ich war gut in Deutsch).

“….Kann es sein, dass Du Deine Autorität etwas überschätzt….”

Nöööö, ich hab nur meinen Spaß. Wie Stenze und Bildungsgedünkte hier argumentationsarm wie Schildkröten ihre Köpfchen einziehen, wenn sie mal statt Bewunderung Kontra kriegen und nach gefühlten 100 Kommentaren ihre Köpfchen wieder rausholen, um dann wieder eins auf die Nase zu kriegen.

BB März 27, 2014 um 16:09

@Insider

“…..Festzuhalten ist daher, dass es hinsichtlich des Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell sowie der Kultur nach wie vor einen eindeutigen Proamerikanismus in dieser Gesellschaft gibt, auch wenn es in bestimmten Bereichen unterschiedliche Interessen gibt……Deshalb ist das Gerede von der Krise des Kapitalismus unzutreffend.”

Das ist sicher der Fall. Wobei das allerdings hauptsächlich für die Eliten gilt.

Allerdings scheint mir im gemeinen Volk da ein Umdenken stattzufinden. Ich z.B. – als jemand aus dem Volk – ich früher gerne MickyMaus und Fix&Foxy gelesen und fand Amerika super. Nichtmal der Vietnamkrieg – war damals noch zu jung – hatte da meine Meinung sonderlich geändert.

Aber Busch, Irakkrieg, NSA usw. haben ihren Preis. Und dass die USA ihre wirtschaftliche Krise überwunden haben, dass wollen uns auch nur unsere proamerikanischen Eliten einreden. Die “globaleren” Zahlen sprechen eine andere Sprache (z.B. “Entwicklung Anzahl Lebensmittelkarten”.

Und die Abneigung wächst weiter bis weit in konservative Kreise hinein.

Morph März 27, 2014 um 16:24

@BB

“Geschenkt. Ich habe gar nicht Baetson und Luhmann kritisiert,”

doch, hast Du (aber weder B. noch L gelesen, stimmt’s? Wie gesagt: Du schwadronierst, laberst, spreizt Dich peinlich-narzisstisch. Na wenn’s Deiner Stimmung förderlich ist, nur zu!)

“sondern die Argumentation im TAZ-Artikel.”

ja, auf eine ziemlich wirre, kaum nachvollziehbare Weise.

“zugegeben, ich war gut in Deutsch”

Echt? Hattu gute Noten in Lesen und Schreiben ‘habt? TOLL!!! Wie Helmut Kohl, der gut in Hölderlin war?

Oh je, oh je.

Schatten März 27, 2014 um 16:27

Es gibt einen interessanten Artikel auf telepolis, der nicht nur hinterfragt, was ein “Putin-Versteher” (@Morph) ist, sondern sich gerade an die Freunde der Moderne wendet (also @TRSS und @goodnight).

Empfehlenswert:

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41351/1.html

Carlos Manoso März 27, 2014 um 18:14

@Insider März 27, 2014 um 14:54
„Tatsächlich sehen die Befürworter und Liebhaber des Kapitalismus die USA vor allem als Garanten der herrschenden Ordnung und Kultur, also als Schutzmacht.
Daher überlassen sie den USA die Rolle des Führers und Schutzherrn, akzeptieren deren militärische Dominanz, die Überwachung der Welt durch ihre Geheimdienste, ihre mediale Informationsmacht sowie deren kulturelle Hegemonie.
Die USA werden idealisiert als die Gesellschaft, welche die MODERNE repräsentiert.
Und die Anhänger dieser Moderne finden alles so toll, was diese so mit sich bringt: schnelles Geld, Enttraditionalisierung, Deregulierung, Konsum, Amüsement und Unterhaltung durch Musik, TV und Video, Sex, Gendermainstreaming, Multikulti, Homosexualisierung, Esoterik …
Damit gehen einher die Auflösung der zivilisatorischen Matrix, Opportunismus, Verantwortungslosigkeit, Korruption etc., was jedoch die Freunde dieser Moderne nicht stört, solange sie selbst zu den Profiteueren und Konsumenten gehören und nicht zu den Losern und Opfern.“

Insider , das ist der Punkt: „Die USA werden idealisiert als die Gesellschaft, welche die MODERNE repräsentiert. Und die Anhänger dieser Moderne finden alles so toll, was diese so mit sich bringt: schnelles Geld, Enttraditionalisierung, Deregulierung, Konsum, Amüsement und Unterhaltung durch Musik, TV und Video, Sex, Gendermainstreaming, Multikulti, Homosexualisierung, Esoterik.“ Dies sind exakt die Anforderungen an eine „Weltmacht neuen Typs“ und macht das macht exakt ihre globale Hegemoniefähigkeit aus, denn JEDER von uns allen ist in diesem totalitären globalen System an irgendeiner Stelle Profiteur und Opfer zugleich.

„Festzuhalten ist daher, dass es hinsichtlich des Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell sowie der Kultur nach wie vor einen eindeutigen Proamerikanismus in dieser Gesellschaft gibt, auch wenn es in bestimmten Bereichen unterschiedliche Interessen gibt.
Nach wie vor gilt: There is no alternative im Bewusstsein der Bevölkerung hinsichtlich des Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells sowie der Kultur.
Deshalb ist das Gerede von der Krise des Kapitalismus unzutreffend.“

Insider, selbstverständlich muß die Substanz der Moderne – je nach dem Intelligenzgrad ihrer Insassen- aus „ Proamerikanismus“ bestehen. “There is no alternative” muß als unendlich entspannendes Mantra in jede Faser der totalitären Welt jedes einzelnden Moleküls dieser „Schutzmacht des Kapitals“ eingebrannt sein.
„Deshalb ist das Gerede von der Krise des Kapitalismus unzutreffend“ muß nach jedem hirnlosen Drücken der Repeat-Taste spielen.

Die Ironie der Geschichte besteht aber heute gerade darin, dass das „System des Weltkapitals“, wenn es von seiner „Schutzmacht“ global gnadenlos durchgesetzt worden ist, durch den global extrem intensivierten Konkurrenzkampf der transnationalen Einzelkapitale der gerade erst angelaufenen 3. technologische Revolution zum finalen Durchbruch verhilft, die die Substanz des „Systems des Weltkapitals“ (lebendige Arbeitsenergie), immer schneller Richtung Null bringt.

kecker März 27, 2014 um 18:17

@ BB “Nöööö, ich hab nur meinen Spaß.”

Dummheit ist eine natürliche Begabung. (Wilhelm Busch)

*kecker,lach*

BB März 27, 2014 um 19:07

“…..Insider, selbstverständlich muß die Substanz der Moderne – je nach dem Intelligenzgrad ihrer Insassen- aus „ Proamerikanismus“ bestehen. “There is no alternative” muß als unendlich entspannendes Mantra in jede Faser der totalitären Welt jedes einzelnden Moleküls dieser „Schutzmacht des Kapitals“ eingebrannt sein…..”

Ich wäre für einen methodischen theoriegestützten Antiamerikanismus.

(den würde knapp die Hälfte der Amis noch nicht einmal persönlich nehmen, wahrscheinlich eher die vonne Ostküste)

Soldat Schwejk März 27, 2014 um 19:12

So, ich hatte zwar schon mal die russische Hymne verlinkt, als ein bissel antirussische Hetze hier durchschwappte. Aber jetzt muß mal ein anderes Lied erklingen… Da hier nun gelegentlich so ein seltsamer Kulturalismus anklingt… also bevor das hier noch entgleist in eine Jürgen-Elsässer-Richtung hin, und bevor die reaktionäre Seite des Putinismus gar noch abgefeiert wird als Bollwerk gegen die “Enttraditionalisierung”… da soll mal wieder die nichttraditionelle baschkirische Sirene ertönen…

http://www.youtube.com/watch?v=Rq-aZtT28KI

Als die Krim-Krise mit der Propaganda auf allen Seiten losging, da hatte Zemfira alles Material von ihrer Webseite runtergenommen und demonstrativ nur noch dieses Video stehen lassen, wo sie in Kiew ein Lied einer ukrainischsprachigen Band covert. Ohne Kommentar, aber es ist natürlich als Zeichen gegen den russischen Hurra-Patriotismus verstanden worden. Irgendwie scheint sie dadurch fast zur ukrainischen Nationalheldin geworden zu sein.

Also natürlich besteht hierzulande die Gefahr, daß die ganze Sache zu einem Geländegewinn der reaktionärsten “Atlantiker” führt, die mit Rußland als Feindbild eine antidemokratische Agenda verfolgen, also etwa eine Konzernherrschaft mithilfe transatlantischer Freihandelsabkommen, einen tiefen Staat der transatlantisch vernetzten Dienste etc. … bis hin zu so Sachen wie der Durchsetzung des ungeliebten Fracking in Europa, weil Putins Gas jetzt böse ist…

Aber das ist ja nicht nur eingleisig. In Rußland besteht genauso die Gefahr, daß von einem neuen Kalten Krieg die reaktionärsten Kräfte profitieren, also diejenigen, die von einem separaten, von einem illiberalen und klerikalen eurasischen “Kulturraum” oder so phantasieren. Diese werden die Konfrontation mit “dem Westen” zu nutzen versuchen, um dem Putinismus vollends ihren Stempel aufzudrücken. Leute wie Zemfira sehen das natürlich und können eine solche Entwicklung verständlicherweise nicht wollen.

Und so sehr man sich hierzulande gegen die antirussische Propaganda stellen muß, so klar sollte auch sein, daß man als Anhänger des Fortschritts nicht mit den reaktionären “Eurasiern” unter den Putin-Fans fraternisieren darf… auch nicht in der Sprache, derer man sich bedient… sondern daß man im Gegenteil in den Zemfira-Fans die Verbündeten sehen muß…

Und für uns ist es keine große Sache, hier einen Dissens zur Haltung unserer Regierung zu verkünden. Für Zemfira ist die bewußte Geste schon ein heiklerer Schritt gewesen, da sie damit rechnen muß, einen patriotisch gesinnten Teil ihrer Anhänger zu verlieren und als Vaterlandsverräterin dazustehen.

Also: Respekt für die nichttraditionelle baschkirische Sirene!

(Übrigens, u.a. im Video gegen 3:20, das ist echt verblüffend, wie sie während des Singens raucht und dazu noch den ukrainischen Text vom Blatt abliest.)

Kecker März 27, 2014 um 19:14

@ BB “Ich wäre für einen methodischen theoriegestützten Antiamerikanismus.”

Langsam möhts du rejistriert hann,
wat für’n Fijur du he affjiss,
dat du suwiesu nix dunn kanns,
wat dir donoh nit peinlich ess. (Wolfgang Niedecken)

* kecker,lach*

BB März 27, 2014 um 19:25

@Schwejk

Also ich seh hier in der gesamten Diskussion weder Antideutsche Motive, noch irgendwelche Ähnlichkeiten zu “Volks”-Initiativen gegen das Finanzkapital.

Gegen den “postmodernen” Imperialismus des Finanzkapitals kann man auch als Internationalist sein. Höchstens wird hier mit der Forderung nach einem Stopp der EU-Erweiterung von der Politik verlangt, stärker an einer “Europäischen Identität” zu arbeiten und von daher die “Vernetzung” mit anderen (mulitpolaren) Wirtschaftsräumen (der Begriff stammt glaube ich von dir) zu lockern, statt die totale Integration voranzutreiben.

Was die Sangerin da so für’ne vorbildliche Rolle spielt, dazu reichen meine Ukrainisch-Kenntnisse nicht.

BB März 27, 2014 um 19:27

@kecker

mir is he tatsächlisch nix peinlich und dat is jut so! :-)

Soldat Schwejk März 27, 2014 um 20:17

@ BB

Na, der Liedtext tut da nichts zur Sache, versteh ich auch nicht so richtig, ist aber ganz unpolitisch. Es war nur so, daß man beim Aufrufen ihrer Seite direkt zu dem ukrainischen Lied kam und nirgendwohin sonst, was als Aussage in der Krim-Krise gewertet wurde.

Wie zu lesen war, will sie mit jener ukrainischen Band “Okean Elsy”, deren Lied sie da vorgetragen hat, jetzt zusammen in Simferopol spielen, so als russisch-ukrainische Völkerverständigung…

Ansonsten war ich gestern im Netz auf einen Artikel gestoßen von einem putinkritischen Russen, der etwas verzweifelt klang. Er meinte, daß man als liberaler Putin-Kritiker immer so als prowestlich galt, und daß das auch irgendwie O.K. war, man hatte immerhin die Verheißungen einer westlichen Liberalität auf seiner Seite.

Aber der irrationale antirussische Diskurs ‘im Westen’ im Zusammenhang mit der Krim-Krise mitsamt den Sanktionsdrohungen führe in Rußland selbst nur zu einer Marginalisierung der gesellschaftspolitisch liberalen, ‘pro-westlichen’ Positionen im russischen Establishment. Der größte Fehler, den ‘der Westen’ machen könne, sei es, dem Personal einer möglichen zukünftigen liberalen Führung in Moskau immerfort mit der Krim-Frage vor der Nase rumzuwedeln. Keine russische Führung, auch keine ‘pro-westliche’, könne sich einfach so von der Krim zurückziehen. Das müsse man begreifen und das Krim-Thema ganz tief hängen… sonst würde man nur erreichen, daß sich in Moskau die ‘anti-westlichen’ Hardliner dauerhaft an der Macht etablieren.

Mir ging es nur darum, daß man zwar die vernünftigen Stimmen von dort nicht als Beleg für die Richtigkeit der eigenen ‘westlichen’ Unvernunft anführen soll. Aber daß man umgekehrt sich von der vernünftigen eigenen Kritik an einem wildgewordenen politischen ‘Atlantikertum’ auch nicht dazu verleiten läßt, plötzlich kulturell zu argumentieren und Deutungsmuster eines ‘traditionalistischen’ Eurasiertums aufzufahren, wonach die westliche Moderne so schlimm und entfremdend ist.

Beides wäre m.E. in der Sache ein Verrat an den progressiven Leuten dort, in Rußland.

Übrigens (OT), lange war mir nicht ganz klar, worauf Deine Privatfehde mit @kecker beruht. Aber offenbar ist das so ‘ne Köln-Düsseldorf-Sache, ja?

Insider März 27, 2014 um 20:22

@BB März 27, 2014 um 16:09
Allerdings scheint mir im gemeinen Volk da ein Umdenken stattzufinden. Ich z.B. – als jemand aus dem Volk – ich früher gerne MickyMaus und Fix&Foxy gelesen und fand Amerika super.

M. E. ist es sinnvoll zwischen „Amerikabegeisterung“ und „Proamerikanismus“ zu unterscheiden.

Als „Proamerikanismus“ bezeichne ich die Systemloyalität zum US-Empire, also die Loyalität zum US-geprägten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem einschließlich der Kultur sowie die Akzeptanz der USA als Führungs- und Schutzmacht.

US-Begeisterung fand sich in Westdeutschland nach meiner Erfahrung nur bei einer Minderheit, bei nicht wenigen Ossis war dies nach der Wende anderes. Die kamen dann mit Jeans und Cowboystiefeln sowie mit US-Flagge auf den T-Shirt.

In Hochschulkreisen habe ich die US-Begeisterung immer nur als gering erlebt, allerdings mag dies bei den Geldgeiern in der WiWi-Fakultät sowie bei den Dotcom-Fans anders gewesen sein.

@Carlos Manoso März 27, 2014 um 18:14
„Deshalb ist das Gerede von der Krise des Kapitalismus unzutreffend“ muß nach jedem hirnlosen Drücken der Repeat-Taste spielen.

Eine „Krise des Kapitalismus“ ist nach meinem Verständnis erst dann gegeben, wenn die Systemloyalität zusammenbricht und die Menschen ein neues System wollen.

Wiederholte Kapitalverwertungskrisen kennzeichnen die Geschichte des Kapitalismus. Selbstverständlich entsteht durch den Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen (mikroelektronische Revolution) eine innere Schranke der Kapitalverwertung.

Aber man kann den Kapitalismus als die Fortsetzung feudaler Herrschaft und Ausbeutung mit anderen Mitteln begreifen, wobei die grundlegende Struktur, nämlich die Privateigentumsordnung erhalten bleibt.

Denkbar ist daher, dass sich an den Kapitalismus ein Neo-Feudalismus anschließt, bei dem das arbeitsfreie Einkommen durch Vermietung und Verpachtung, durch Bezahlung von „Access“ (vgl. Rifkin), durch Patente, Lizenzen etc. generiert wird.

Die Plutokraten haben sich bereits den Großteil dieser Welt als Privateigentum angeeignet.

Es ist ja nicht so, dass in Zukunft die menschliche Arbeit in toto verschwinden wird – und deshalb werden trotz dritter Industrieller Revolution auch in Zukunft Arbeitssklaven gebraucht, und sei es „nur“ als Hauspersonal, Sexarbeiter etc.

BB März 27, 2014 um 20:23

@Morph

Was du – glaube ich – in der Schule nicht gelernt hast, ist, welche Funktion Polemik in der Diskussion hat.

Es gibt gute und es gibt schlechte Polemik.

Schlechte Polemik ist, wenn man überzieht, nur um rechtzubehalten.

Gute Polemik ist, wenn man seinen Standpunkt pointiert und auffällig in der Diskussion platziert, bei seinen Grundaussagen sich aber immer in einem validen System bewegt. D.h. man kann sich bei Reaktionen auf die eigene Polemik immer wieder auf sein eigenes Weltbild zurückziehen und damit seriös argumentieren.

In der Diskussion setzt man sein Weltbild bewusst Angriffen von außen aus, denn man ist selbst (!) daran interessiert, ob es Angriffen standhält.

Und je besser das funktioniert, umso valider ist das eigene Weltbild (Modell von der Welt).

Es geht dabei nicht unbedingt um das “Überzeugen” des anderen. Der andere profitiert davon aber auch, weil er sein Bild von der Welt ebenfalls überprüfen kann.

Jeder bastelt quasi an der eigenen Landkarte und meist hat jeder eine andere im Kopf. Daran ist nichts zu ändern.

Diese Form der Validierung geht nur im Diskurs. Nur so entwickeln wir uns weiter.

Ich bin kein Postmoderner. War Popper ein Postmoderner? Was seine wissenschaftliche Erkenntnistheorie betrifft, glaube ich nicht. Den Teil finde ich gut.

Vielleicht war er ein Postmoderner, was seine Auffassungen über die öffentliche Meinung, Problemlösungstechniken in der Politik, usw. betrifft, aber das wäre dann der Teil seiner Theorie, der mich nicht interessiert.

Ich such mir halt aus, was ich brauchen kann und bau das in mein Weltbild ein. Und dann teste ich es in der Diskussion.

Mein Weltbild ist zwar nicht besonders populär, das gebe ich zu. Aber es hält jedenfalls bisher den meisten Angriffen stand.

Aber du kannst mir gern das Gegenteil beweisen ;-)

Allerdings musst da dann vorher textanalytisch lernen, wie man sich in der Antwort auf die Kernaussage eines Arguments bezieht und darfst dich nicht am Polemik-Teil aufhängen und den für bare Münze nehmen.

BB März 27, 2014 um 20:49

@Schwejk

“…. Mir ging es nur darum, daß man zwar die vernünftigen Stimmen von dort nicht als Beleg für die Richtigkeit der eigenen ‘westlichen’ Unvernunft anführen soll. Aber daß man umgekehrt sich von der vernünftigen eigenen Kritik an einem wildgewordenen politischen ‘Atlantikertum’ auch nicht dazu verleiten läßt, plötzlich kulturell zu argumentieren und Deutungsmuster eines ‘traditionalistischen’ Eurasiertums aufzufahren, wonach die westliche Moderne so schlimm und entfremdend ist. ….”

Klar wollen wir mit Eurasien nicht irgendwelche Ansammlungen von sinistren Diktaturen sondern einen Wirtschaftsraum, der möglichst demokratisch regiert wird, natürlich sehr gerne auch mit kulturellen Besonderheiten – wir wollen ja keine globale Einheitskultur – , aber die Basis für jede Demokratie sind humanistisch oder internationalistisch. Die Grundstruktur dafür müsste überall auf der Welt die Gleiche sein und sowohl Russland als auch China und auch wir und andere werden sich langfristig hoffentlich dahin bewegen.

Meine persönliche Auffassung: Ohne äußeren Druck geht’s vielleicht etwas langsamer, aber es kommt was besseres dabei raus.

Und natürlich sollten wir uns von dem “wildgewordenen politischen ‘Atlantikertum’” nicht umgekehrt zu tumbem Antiamerikanismus verleiten lassen.

Deswegen sprach ich ja von einem theoriegestützten, also gerade einem nicht chauvinistischen Antiamerikanismus, den wir entwickeln und zumindest eine Zeitlang taktisch pflegen sollten. Ist doch gute Idee, odda?

Und was Kecker betrifft, womit ich die oder den verdient habe, weiß ich auch nicht. Ich habe jedenfalls nicht angefangen!

Aber es ist immer interessant, sich hinter so jemanden einen oder eine vorzustellen. Ist es eine Oma? Ich tippe ja auf weiblich. Kann aber auch sein, dass es sich um einen männlichen Falschparker-Aufschreiber handelt.

Sehr lustig, darüber zu spekulieren, wer das wohl sein könnte. Aber ….. Pseudonyme sind mir heilig! Ich verlange da auf gar keinen Fall Aufdeckung. Ehrlich gesagt, ich will es gar nicht wissen!!!!

BB März 27, 2014 um 20:56

@Insider

“……Systemloyalität zum US-Empire, also die Loyalität zum US-geprägten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem einschließlich der Kultur sowie die Akzeptanz der USA als Führungs- und Schutzmacht. …..”

Finde ich sehr richtig, diesen Interpretationsansatz.

Kecker März 27, 2014 um 21:28

@ BB “Ist es eine Oma?”

Eine Großmutter hat immer Zeit für dich,
wenn der Rest der Welt beschäftigt ist. (Daniel Sanders)

*kecker,lach*

Morph März 28, 2014 um 01:50

@BB

Mal ganz unpolemisch: Ich finde Deine Kommentare mit Abstand die uninformativsten und unsympathischsten, die hier gepostet werden.

Keynesianer März 28, 2014 um 07:18

@Morph

@BB

Mal ganz unpolemisch: Ich finde Deine Kommentare mit Abstand die uninformativsten und unsympathischsten, die hier gepostet werden.

Abgesehen von meinen Kommentaren natürlich, das will ich doch hoffen! :)

Aber es ist lustig, wie sich hier die Opportunisten unentwegt für die herrschenden Verhältnisse prostituieren und leider viele andere mehr Angst als Verstand haben.

Noch immer traut sich überhaupt gar niemand, meine Argumente zu Marx und zur Geldpolitik aufzunehmen. Wenn wir da nochmal dreißig Jahre darauf warten müssen, werden Eure Nachkommen alle heulend und zähneklappernd in den Gossen liegen. Die Sklaven der kriminellen Oligarchen auf alle Ewigkeit.

"ruby" März 28, 2014 um 07:31

@ Insider

“Privateigentum”
http://www.youtube.com/watch?v=BGHlFIJCoMU

ruby März 28, 2014 um 08:14

@ holger

“Der” Chinese wird den Deutschen heute einen Einlauf in Sachen Währungs- und Wettbewerbspolitik in die Analen verpassen.
Der Eintritt in die Aktive Weltpolitik.
Jetzt wird es asiatisch und die EU wird dem Wladi noch die Füße lecken …

ruby März 28, 2014 um 08:28
kecker März 28, 2014 um 09:18

@ keinsinnianer “Noch immer traut sich überhaupt gar niemand, meine Argumente zu Marx und zur Geldpolitik aufzunehmen.”

Was beim Trunke geschwatzt wird, soll man nüchtern vergessen. (Deutsches Sprichwort)

Insider März 28, 2014 um 10:18

@ Carlos Manoso

Noch eine ergänzende Anmerkung zum „Finalstadium des Kapitalismus“.

Robert Kurz war der große Krisen- und Zusammenbruchsprophet.
Als solcher stand er in der Tradition der marxistischen Zusammenbruchsdiskussion, die Ende der 20-er Jahre Konjunktur hatte (cf. Henryk Grossmann, Paul Mattik).
Allerdings trat der von Robert Kurz bereits in den 80-er Jahren prognostizierte ökonomische Kollaps bislang nicht ein.

Ein Grundfehler vieler Anhänger der Zusammenbruchstheorie ist, dass sie nicht zwischen Zusammenbruch des Kapitalverwertungsprozesses, Zusammenbruch der Eigentumsordnung und Zusammenbruch der Ökonomie unterscheiden.

Mit dem Zusammenbruch der Kapitalverwertung bricht keineswegs die auf Privateigentum gegründete Eigentumsordnung und das damit verbundene Herrschafts- und Ausbeutungssystem zusammen. Und auch keineswegs zwangsläufig die Ökonomie.

Das historische Beispiel des deutschen Faschismus zeigt, dass der Zusammenbruch der bürgerlich-liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung nicht zum Zusammenbruch der Ökonomie führte, sondern die Ökonomie wurde im NS-System in Form einer staatlich-zentralwirtschaftlich gesteuerten Ökonomie (cf. „Kriegsökonomie“) weitergeführt.

Die auf Privateigentum basierende Eigentumsordnung wurde von den Nazis aufrechterhalten. In diesem System konnten weiterhin Profite von den Privateigentümern und Privatunternehmen gemacht werden und die an Macht gekommenen NS-Verbrecher nutzten es zum Zwecke ihrer Selbstbereicherung.

Zwar ist es durchaus logisch, dass die von Kurz et al. aufgezeigte „innere Schranke“ der Kapitalverwertung zum Zusammenbruch von bisherigen Formen der Kapitalverwertung führt, was jedoch nicht zwangsläufig den Zusammenbruch der Privateigentumsordnung und der damit verbunden Herrschaft und Ausbeutung zur Folge hat.

Selbstverständlich ist der Zusammenbruch der Kapitalverwertung mit einer Neuorganisation von Ökonomie verbunden, aber diese führt keineswegs zwangsläufig („historisch gesetzmäßig“) zur Überwindung der Privateigentumsordnung und in eine sozialistische Ökonomie, wie viele Marxisten glaub(t)en.

"ruby" März 28, 2014 um 10:59

ehrliche Arbeit so weit zu kommen
https://www.youtube.com/watch?v=DmixsamP5Jo
just from within

Carlos Manoso März 28, 2014 um 18:03

Insider März 28, 2014 um 10:18
„Mit dem Zusammenbruch der Kapitalverwertung bricht keineswegs die auf Privateigentum gegründete Eigentumsordnung und das damit verbundene Herrschafts- und Ausbeutungssystem zusammen. Und auch keineswegs zwangsläufig die Ökonomie.
Das historische Beispiel des deutschen Faschismus zeigt, dass der Zusammenbruch der bürgerlich-liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung nicht zum Zusammenbruch der Ökonomie führte, sondern die Ökonomie wurde im NS-System in Form einer staatlich-zentralwirtschaftlich gesteuerten Ökonomie (cf. „Kriegsökonomie“) weitergeführt.
Die auf Privateigentum basierende Eigentumsordnung wurde von den Nazis aufrechterhalten. In diesem System konnten weiterhin Profite von den Privateigentümern und Privatunternehmen gemacht werden und die an Macht gekommenen NS-Verbrecher nutzten es zum Zwecke ihrer Selbstbereicherung.“

Insider, „Zusammenbrüche der Kapitalverwertung“ werden heute für jedermann sichtbar in immer mehr „Zusammenbruchsregionen“ sichtbar. Solche „Schneisen der Deindustrialisierung“ sind heute ebenso in US-Regionen wie Detroit zu sehen wie auch in der „Peripherie“ in vielen Regionen der Ukraine nach dem Zusammenbruch der ehemaligen UdSSR.

Ich schätze mal, dass Russland die Gelegenheit nutzt, um die „Zusammenbruchszone Ukraine“ wie Blei dem IWF, der EU und den USA um den Hals zu hängen. Ihrerseits nutzen die USA die Gelegenheit, die EU einzubinden, um die Nordpipeline und die Südpipeline (um die Ukraine herum) nicht zum Fließen zu bringen und Europa zu zwingen, mehr Öl und Gas aus dem Nahen und mittleren Osten zu kaufen Beispielsweise will „Katar“ (persicher Golf) eine Erdgaspipeline bauen, um Europa mit Erdgas zu beliefern (woran es aber Syrien hindert), das von Russland gestützt wird.

Das „Great Game“ kennt also sehr viele Spieler und Ebenen.

Zu deinem Stichwort „die auf Privateigentum gegründete Eigentumsordnung“. Die Institution „Recht“ ist eine abhängige Variable. Ebenso wie auch das Rechtsinstitut „Eigentum“. Entscheidend ist (für das Kapital), dass „Kapitalverwertung“ überhaupt stattfinden kann, deshalb wird im Laufe des Spiels alles abgeräumt, bis cf. „Kriegsökonomie“ übrig bleibt.

“Selbstverständlich ist der Zusammenbruch der Kapitalverwertung mit einer Neuorganisation von Ökonomie verbunden, aber diese führt keineswegs zwangsläufig („historisch gesetzmäßig“) zur Überwindung der Privateigentumsordnung und in eine sozialistische Ökonomie, wie viele Marxisten glaub(t)en.”

Insider, “Marxisten”, die dergleichen Gschmarr “glaub(t)en”, glauben auch an den Weihnachtsmann.

Insider März 28, 2014 um 18:48

@Carlos Manoso
„Zusammenbrüche der Kapitalverwertung“ werden heute für jedermann sichtbar in immer mehr „Zusammenbruchsregionen“ sichtbar. Solche „Schneisen der Deindustrialisierung“ sind heute ebenso in US-Regionen wie Detroit zu sehen wie auch in der „Peripherie“ in vielen Regionen der Ukraine nach dem Zusammenbruch der ehemaligen UdSSR. …
Das „Great Game“ kennt also sehr viele Spieler und Ebenen.

Zustimmung.

Selbst wenn das „Finalstadium des Kapitalismus“ nicht zum völligen Zusammenbruch der Realökonomie führt, so hat diese Niedergangsphase des Kapitalismus gravierende Folgen für die betroffenen Länder. Denn der Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen führt zur zunehmenden Entwertung der Lohnarbeit und zum Überflüssigwerden von immer mehr lohnarbeitenden Menschen.

Die Folgen lassen sich in Südeuropa beobachten: Ständig steigende Massenarbeitslosigkeit und damit verbundene Verarmung und Prekarisierung. Zudem schrumpfen die Mittelklassen.

Um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, bedarf es des Ausbaus des Überwachungs- und Repressionsstaates. Daher verwandeln sich diese Gesellschaften immer mehr in Diktaturen.

Da es sich um ein strukturelles Phänomen – bedingt durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt – handelt, wird diese Entwicklung alle kapitalistischen Länder erfassen, was jedoch – je nach politischer und wirtschaftlicher Situation – mehr oder minder zeitversetzt der Fall sein wird.

Erstaunlich ist das Ausmaß der Verdrängung und Realitätsverleugnung in den kapitalistischen Gesellschaften. Die Fixierung auf TINA und die Unfähigkeit, progressive Zukunftsszenarien zu entwickeln, hat schon den Charakter einer kollektiven Psychose.

BB März 28, 2014 um 19:00

@CM

Es gibt aber zwei Eigentumsformen, die von ganz besonderer Bedeutung sind für die “Kapitalverwertung”:
- Land, Grundstücke m.E. Immobilien
- Patente, Rechtstitel und deartiges.

Beide Eigentumsformen überleben Kriege und würden sogar nach einen Meteoriteneinschlag die Besitz-Eliten nicht wesentlich beeinträchtigen.

Patente, Rechtstitel, etc. sind derzeit in der Diskussion. Theoretisch kann die Gesellschaft die Macht dieser Titel einschränken, z.B. durch starke Kürzung der Patentablauffristen oder einfach durch “höheres Interesse” für ungültig erklären (bestimmte Medikamente in Indien). Das kann man natürlich stark ausweiten. Wie gesagt, werden diese Fragen ja im Rahmen von “Netzpolitik”, etc. diskutiert.

Was man aber ebenfalls analog dringend als aktuelles Problem angehen muss, ist das Problem des Landgrabbing, das wir sogar hier bei uns kennen (Ostdeutschland). Wir sollten sämtliche kritischen Vorgänge genau dokumentieren um dann bei günstiger Gelegenheit derartige Besitztitel wieder an die rechtmäßigen Eigentümer zurückübertragen (eventuell als Commons). Man kann natürlich auch radikale Landreformen in Erwägung ziehen.

Denn bei diesen beiden Eigentumsformen wird nichts “von allein” zusammenbrechen. Selbst wenn die Kapitalisten mangels “Kapitalverwertungsmöglichkeiten” auf ihr Land keine Maschinen mehr setzen können, sich einzäunen, ein paar Rinder halten für dicke Steaks zum selber essen und sich einen schönen Lenz auf ihrem Ranch Besitz machen können sie sich allemal.

Insider März 28, 2014 um 20:07

@BB
Es gibt aber zwei Eigentumsformen, die von ganz besonderer Bedeutung sind für die “Kapitalverwertung”:
- Land, Grundstücke m.E. Immobilien
- Patente, Rechtstitel und deartiges.
Beide Eigentumsformen überleben Kriege …

Keineswegs, im Gegenteil. Ein zentrales Ziel von Kriegen und Revolutionen ist es, „Eigentumstransfers“ vorzunehmen.

Das könnte man mit unzähligen Beispielen aus der Geschichte belegen, wie:
- Enteignung jüdischen Privateigentums.
- Aneignung von Land, Grundstücken und Immobilien deutscher Privateigentümer durch Polen nach 1945.
- Transfer von Privateigentum in Volkseigentum in der DDR – und zurück nach der Revolution von 1989. Das erste und einzige Beispiel in der Menschheitsgeschichte, wo das Volk eine antisozialistische Konterrevolution machte und sich selbst enteignete. Das gab es bislang nur in Deutschland. :lol:
- Die Aneignung von Staats- bzw. Volkseigentum nach Auflösung des Ostblocks.

Und was sind die neoliberalen „Privatisierungen“ anderes als Transfer von Volkseigentum in Privateigentum?

Recht ist eine Machtfrage. Wer über die gesetzgebende Gewalt verfügt, bestimmt die Eigentumsordnung und die Rechtstitel. Und nur die Schweiz verfügt über eine direkte Demokratie, nur dort ist das Volk wirklich der Souverän.

Keynesianer März 29, 2014 um 08:13

Der Marxismus als 5. Kolonne des Neoliberalismus:

Denn der Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen führt zur zunehmenden Entwertung der Lohnarbeit und zum Überflüssigwerden von immer mehr lohnarbeitenden Menschen.

Die Folgen lassen sich in Südeuropa beobachten: Ständig steigende Massenarbeitslosigkeit und damit verbundene Verarmung und Prekarisierung. Zudem schrumpfen die Mittelklassen.

Laut der marxistischen Darstellung hat nicht die neoliberale Agendapolitik von SPD und GRÜNEN durch das Lohndumping in Deutschland den Euro in die Krise gebracht und nicht die neoliberale Austeritätspolitik ist die Ursache der Massenarbeitslosigkeit in den Krisenstaaten.

Nein: Es seien die bösen Maschinen, die Automatisierung, der technische Fortschritt schuld! :)

Die Marxisten sind die Kollaborateure der Neoliberalen und sollten seit 1968 nie etwas anderes sein.

Und nicht vergessen: Jede Revolution beginnt damit, mir den Lügen der Herrschenden Schluss zu machen. ;)

Kecker März 29, 2014 um 08:28

@keinsinnianer “Und nicht vergessen: Jede Revolution beginnt damit, mir den Lügen der Herrschenden Schluss zu machen. ”

Jeder Narr kann die Wahrheit sagen, aber nur ein verhältnismäßig intelligenter kann gut lügen. (Samuel Butler

BB März 29, 2014 um 09:43

@Insider

“…..Und was sind die neoliberalen „Privatisierungen“ anderes als Transfer von Volkseigentum in Privateigentum….

Ja klar. Bei solchen Gelegenheiten (Krieg, Deutsche Einheit, …) fließt “Besitz”aber von der Tendenz her immer nur in eine Richtung, nie in die andere.

BB März 29, 2014 um 09:44

Hier noch eine schöne Theorie über die Motive der Amerikaner in der Ukraine

http://www.freitag.de/autoren/soenke-paulsen/die-ukraine-ist-der-black-swan

(Von dem Sönke Paulsen hab ich schon mehrere ziemlich gute Beiträge gelesen beim Freitag)

BB März 29, 2014 um 09:51

In diesem Video kann man schön in der Kontrastbetrachtung sehen, dass die Grünen mit ihrem Maidan-Populismus nur eine urbane gutbezahlte Mittelschicht unterstützen (Journalisten, Künstler, mittlere Angestellte von Export- oder Importfirmen, ….), die zwar “Demokratie” im Munde führen, tatsächlich aber “hedonistisch” orientiert sind und offensichtlich zu den wenigen gehören, die sich eine Erhöhung des Gaspreises um 50% leisten können.

BB März 29, 2014 um 09:52
rundertischdgf März 29, 2014 um 18:22

Und die CSU schlägt noch Frau Timoschenko zum Friedensnobelpreis vor. Peinlicher geht es kaum noch!

http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/03/29/csu-fordert-friedensnobelpreis-fur-timoschenko/

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