Meinungsschlacht um die Krim: Manipulation in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie?

by f.luebberding on 27. März 2014

“Sie besorgen die Bilder, ich den Krieg.” Mit diesen Worten hat der “Erfinder der Sensationspresse”, William Randolph Hearst, der Intervention der USA auf Kuba 1898 das publizistische Geleitfeuer verschafft. Die Rolle der Massenmedien in politischen Krisen ist keineswegs neu. Man kann auch andere Beispiele finden, das erspare ich mir jetzt. Neu ist dagegen etwas anderes: Nämlich die Rolle der Mediennutzer. Im Gegensatz zu früher gelten sie heute nicht mehr als die bloßen Objekte von Propaganda und Gegenpropaganda, um politische Unterstützung zu mobilisieren. Sie sind selber zu Akteuren geworden. Jeder kann heute einen Blog betreiben, sich einen You Tube Kanal zulegen, oder einen Account auf Twitter oder Facebook. Es reicht schließlich sogar ein Kommentar unter einem Artikel. Das alte Modell der Massenmedien als strikte Trennung zwischen Sender und Empfänger ist obsolet geworden, wo die einzige Möglichkeit des Mitredens der Leserbrief gewesen war. Die interessante Frage ist unter heutigen Verhältnissen anders zu formulieren: Wieso ist der Manipulationsvorwurf trotzdem zum beliebtesten Argument der Mediennutzer als Medienakteure geworden? Diese Frage stellt Julian Staib. Bevor jetzt alle wieder die Antwort wissen. Ich weiß sie nicht.

Daher beschränke ich mich auf ein paar Beobachtungen. Damit meine ich nicht die alte Debatte, ob der Autor dieser Zeilen für den japanischen Geheimdienst arbeitet. Das kann man sich schenken. Wesentlich wichtiger ist etwas anderes: Offenkundig existiert in diesem Manipulationsargument ein Medienmodell aus den Zeiten von Hearst, als Mediennutzer keine Chance hatten, effektiv auf die Berichterstattung einzuzwirken, außer durch ihre Kaufentscheidungen als Konsument. Der in langen Jahrzehnten mit guten Gründen eingeübte kritische Blick auf die Massenmedien hat somit überlebt, obwohl die Voraussetzungen dieses Modells schon längst entfallen sind. Das hat sogar paradoxe Effekte. Erst ein möglichst viele Mediennutzer empörender Artikel (“Putin ist Hitler”) sorgt für die größte Reichweite. Wer heute auf Putin eindrischt, wird mit Sicherheit die entsprechende Aufmerksamkeit bekommen. Nach der Logik der Onlineökonomie ist der Inhalt eines Artikels völlig egal, solange er sich im Wettbewerb durchetzen kann. Relevant ist die Reichweite des einzelnen Artikels und nicht mehr, wie früher, etwa die Vertriebserlöse des Gesamtprodukts Zeitung. Das Misstrauen gegen die Massenmedien befördert somit heute vor allem deren schon immer vorhandene Skandalisierungsneigung. Abgewogene Artikel, oder solche, die sich auf Berichterstattung und Einordnung beschränken, werden nicht in gleicher Weise gelesen. Es werden somit für jeden Onliner Anreize gesetzt, sich entsprechend empörend zu verhalten. Er kann mit der Resonanz der Leserschaft rechnen, die solche Anreize braucht, um Artikel überhaupt noch wahzunehmen. Insofern werden die Massenmedien jetzt so, wie sie es zu Hearst-Zeiten schon waren. Nur welche Funktion hat dann noch das Manipulationsargument? Hearst konnte seine politische Agenda durchsetzen. Nur widerspricht das der Logik der Onlineökonomie: Dort wird jede Einseitigkeit eine Gegenreaktion erzeugen. Putin-Kritiker sind genauso ein Medienmarkt wie Putin-Versteher. Entsprechend hat jeder Anbieter ein ökonomisches Interesse an einen gewissen Pluralismus in der Berichterstattung. Staib hat das für die FAZ dokumentiert. Der Grund ist nachvollziehbar: Man kann innerhalb von Sekunden auf Alternativangebote ausweichen. Wer sich umfassend informieren will, kann das sofort tun. Zum Thema Ukraine etwa auf russische oder ukrainische deutschsprachige Medienangebote. Trotzdem behandelt man diese Wettbewerbsintensiven Medienmärkte wie Monopolmärkte. Citizen Kane lässt grüßen.

Diese Logik der Aufmerksamkeitsökonomie wäre ein kapitalismuskritisches Argument. Man könnte dort, etwa in der Tradition der kritischen Theorie, die Zersetzung politischer Diskurse durch den permanenten Empörungsmodus oder die völlige Beliebigkeit jeden Diskurses deutlich machen. Ob Putin-Versteher oder Putin-Kritiker: es geht immer um Klicks. Nur widerspricht das dem medienkritischen Argument der Manipulationstheoretiker. Deren Argument funktioniert nur unter den Bedingungen monopolisierter Märkte, wo sich Medienunternehmen eine politische Agenda sprichwörtlich leisten können müssen. Eine endgültige Antwort habe ich darauf nicht. Unter anderem wegen dem Phänomen journalistischer Herdentrieb, das es zweifellos gibt. Bisweilen schreibt man schneller als man denkt – und alle schreiben dann von allen anderen ab. Das ist aber etwas anderes als die Hearst-Propaganda, damit die USA endlich auf Kuba einmarschieren.

Der FAZ-Artikel “Meinungsschlacht um die Krim” hat vier Stunden nach der Veröffentlichung 280 Kommentare. Online hat er damit bald sein Verfallsdatum erreicht. Er müsste durch einen neuen Artikel ersetzt werden. Die Süddeutsche hatte das Thema übrigens auch schon. Eine Möglichkeit gibt es noch: Den Artikel von Staib wie den von Hannah Beitzer als Ergebnis journalistischen Interesses zu betrachten. Das droht allerdings zunehmend zwischen Manipulierungsthesen und der Aufmerksamkeitsökonomie zerrieben zu werden. Daran sollten alle Mediennutzer denken, wenn sie selbst zu Medienakteuren werden. Wenn diese Kritik am Leser erlaubt sein sollte.

{ 190 comments }

Schatten März 27, 2014 um 18:43

Aufmerksamkeitsökonomie?

Die Auflage der FAZ soll ja schrumpfen… – I rest my case!

Scherz!

Nur stimmt es eben nicht, dass es eine zitierfähige Zeitung gibt, die regelmäßig und insbesondere im Falle Ukraine in ihren Kommentaren eine Meinung vertritt, die dann mit der Kommentariats übereinstimmt – eigentlich eine Marktlücke, die in der Realität aber von den Ken Jebsens gefüllt zu werden versucht wird.

Eben habe ich auf youtube ein Video vom ZDF “Kleber vs Siemens-Kaeser” gesehen: Dort gibt sich der “Journalist” als Großinquisitor der Westlichen Welt und nicht etwa wenigstens “fair + balanced” (Fox News).
http://www.youtube.com/watch?v=b-zengmiUTw

Das stinkt doch!

lh März 27, 2014 um 18:45

Schröders “brauche nur “Bild, BamS und Glotze” für erfolgreiches Regierungshandeln” ist noch nicht so lange her. Ich nehme nicht an, dass er (wenn er das denn so wirklich gesagt hat) dabei völlig im Irrtum war. Sollten die von Staib beobachteten Phänomene eine Veränderung dieses Zustands beschreiben, was ich für möglich halte, schließlich waren all die Träume von der Befreiungswirkung des Internets nicht nur Schäume, dann könnte man doch das Risiko eingehen, so eine Veränderung ganz naiv einfach gut zu finden?

Trotzdem stellst Du gute Fragen. Die Dynamik der Internetreaktionen führt wahrscheinlich zu einer speziellen Dialektik. Wenn man bereit ist, sich durch viel Quatsch zu lesen bis man es findet, dann ist etwas auf provozierende Weise total falsches ins Internet zu schreiben, eine zuverlässige Methode irgendwo unter den Reaktionen das perfekt “richtige” geliefert zu bekommen. Für die Propaganda ist das natürlich ein riesen Problem. Je massiver die Meinung der Publikation auftritt, umso gewisser wird das Publikum in seiner Ablehnung. Ich gehe davon aus, dass alle Beteiligten noch kein Verständnis und keine Strategien für diese Veränderung haben . Man weiß nicht einmal, wie weit sie fortgeschritten ist. Es wäre ein Fehler, in so einem Umbruch den Akteuren ein cleveres und konsistentes Verhalten zu unterstellen oder es von Ihnen zu erwarten.

Dipfele März 27, 2014 um 18:48

@fl

Monopolisierte Märkte aufgelöst! Gibt’s für Deine These empirische Befunde oder ist das vlt nur der “Betriebsblindheit” eines Internet-Junkies geschuldet? Es soll ja noch Leute geben, die nur Tagesschau und eine oder zwei Zeitungen lesen, aber kein Blog , Twitter USW. betreiben bzw. zu Rate ziehen.

holger196967 März 27, 2014 um 19:19

Ach Frank

—>>> (“Putin ist Hitler”)

das musste ja kommen :D Sagt doch alles aus, Erdogan ist Hitler wenns sein muss, Merkel ist Hitler wenns sein muss, ich bin Hitler wenns sein muss, Jeder ist Hitler wenns sein muss, irgendwann iss das auch abgelutscht.

Deswegen habe ich ja meine beiden Söhne auch nicht Adolf und Adolf genannt, sondern Ernst-Wessel und Hermann-Horst.

Auf Adolf hätten die Doch nie gehört, und was sollen denn die Nachbarn denken?

Gregor Keuschnig März 27, 2014 um 19:29

Ich frage mich, ob das mit der Aufmerksamkeitsökonomie wirklich so neu ist. Das glaube ich nämlich nicht. Zu allen Zeiten bestimmte die griffige, vielleicht unbedingt 100% richtige Schlagzeilen den Meinungsraum. Die Manipulationen in den Pressemedien sind legendär – angefangen vom Ersten Weltkrieg bis zum NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Dieser hatte übrigens durchaus online erhebliche Gegenstimmen – die nicht nur vom jugoslawischen Geheimdienst gesponsert gewesen sein dürften. 1999 hatte das Netz aber noch nicht die Bedeutung und vor allem Ausdehnung wie heute.

Die immer virulenter werdende Skepsis des Publikums dem Meinungsmainstream der Journalisten gegenüber speist sich vor allem auf Erfahrung. Damit meine ich nicht die Viertnamkrieg-Berichterstattung des Dinos Peter Scholl-Latour. Die meisten Onlineaktivisten waren damals noch nicht geboren. Aber die kriegerischen Konflikte, die in den letzten 25 Jahren durch die Medien gejagt wurden, boten allesamt nachträglich differenziertere Bilder als das, was anfangs schien.

Von der Brutkastenlüge 1990, die effektvoll die damals durch die UNO gestützte Koalition gegen die irakische Invasion Kuwaits emotional vorbereitete, über den “Hufeisenplan”, der ein neues Auschwitz im Kosovo 1999 entstehen lassen wollte (er war gefälscht), den “Beweisen” Colin Powells im Sicherheitsrat über die Chemiewaffentauglichkeit Saddam Husseins bis zur angeblichen russischen Aggression 2008 in Georgien (die Wahrheit war komplizierter) – wen wundert es, dann in Anbetracht dieses Lügenkatalogs, denen sich Medien immer gerne und zupackend bedient haben (bevor sie dann auf Distanz gingen), niemand mehr dem glaubt, was er scheinbar sieht bzw. zu sehen bekommt?

Staibs Artikel macht das, was es auch schon immer gab. Er entwickelt en passant auch die Möglichkeit einer Verschwörungstheorie, die er dann gönnerhaft ausschliesst. Subkutan wird so der Zweifel am Zweifel injiziert. Da niemand einer Manipulation aufsitzen möchte, hat der Artikel damit seinen Zweck erfüllt.

aifran März 27, 2014 um 19:36

und auch heute wurden gut und gerne 80millionen Selfies gepostet. Die Meinungsschlacht der Selfiesten rund um ihre Postings überlastet die Netz. Nichts Informiert besser als Selfies gucken. Noch nie war die Masse der Nutzmenschen besser Informiert finden die lachenden Nutzmenschenhalter. …..

Doktor D März 27, 2014 um 19:43

Das klingt plausibel als Diagnose, aber auch @Dipfele hat einen Punkt: Wenn ich mich so in meiner Umgebung umhöre (und ich mache was mit Medien!), dann bin ich immer erstaunt, wie Old School der Medienkonsum ist. Da gibt es das Internet als Infoquelle nicht. Die haben max. zwei, drei mono-Titel- Apps, die sie konsultieren (SPON meist) und das war es. Da will man sich mit denen gemeinsam aufregen und dann merkt man: Oh, im Internet ist ein Sack Reis umgefallen …
Anyway, was ich sehe, ist das zunehmende Verschwinden einer positiven Vorstellung, was Journalismus sein könnte. Selbst die “Medienkritiker” haben keine mehr – und sind in den meisten Fällen auch keine Medienkritiker, sondern Kritiker einer bestimmten Meinung in den Medien. Die wenigsten verhalten sich ja irgendwie reflektiert zum medium (OnlineKommentar) selbst. Das wollen doch alles die besseren Leitartikler sein. Und weil die “echten” Leitartikler dem, außer (noch) ihre Platz im Print, nix qualitativ anderes als Meinung entgegensetzen können, geht die Organisation des Journalismus, wie wir ihn kennen, gerade den Weg alles Irdischen. Die jetzigen Clickbait-Schlachten werden sich auch nicht lange halten (s. Upworthy und Buzzfeed – die verlieren ja auch wieder). Zurück zum Mäzenatentum, nur jetzt halt vermittelt durchs Netz – so wird’s vielleicht weitergehen.

rundertischdgf März 27, 2014 um 19:50

Jeder kann von uns selbst recherchieren. Ob er nun auf tatsächliche Fakten stößt und diese selbst richtig verwendet, das steht auf einem ganz anderen Papier. Aber das Beispiel der Oligarchen zeigt, daß sie ihr eigenes Land, hier die Ukraine, plündern, einer aus der Westukraine soll allein mit 17 Milliarden in der EU und Schweiz sitzen, ein weiterer auch aus der Westukraine kauft mal so nebenbei die Filetstücke von RWE mit 5,3 Milliarden Euro. Das läßt sich weiter so fortsetzen. Sanktioniert werden aber vom Westen nur unwichtige und untergeordnete Politiker Russlands. An diese Milliardengauner traut sich scheinbar keiner ran, dafür soll mit Milliarden die Ukraine vom IWF und der EU (sprich wahrscheinlich Deutschland) finanziell gerettet werden. Möglicherweise begreifen das mehr Bürger als es der Propaganda lieb ist. Auch das Geschrei, daß jetzt auf den Barrikaden des Maidans sogar NPDler rumturnen sollen, ist unglaubwürdig. Will sagen, wer zu dick aufträgt, der wird durchschaut. Da macht sich dann schnell jemand die Mühe und schaut bei den deutschen “Rechten” nach und findet dort genau die gegenteiligen Erklärung, viel Verständnis für die russische Haltung und keines für die jetzíge Führung der Ukraine. So kann man heute jede Information kritisch hinterfragen, Gott sei Dank. Deshalb ist der selbständige Mensch auch so gefährlich, weil er zunächst das Gegenteil von dem annimmt was ihm der Medienbetrieb liefert.

https://rundertischdgf.wordpress.com/2014/03/25/videos-zur-wirklichkeit-jenseits-der-verbreiteten-lugen/

"ruby" März 27, 2014 um 19:50

Achtung Suchtgefahr
http://www.youtube.com/watch?v=sCEZOWhE6u0

“We’re all fine in the back of your mind
If we do what you like
Then we could be with you tonight”

Got the meaning?
Really?

Doktor D März 27, 2014 um 19:52
rundertischdgf März 27, 2014 um 19:52

Noch eine kleine Ergänzung zum Thema Oligarchen, die einfach in der Hektik der Berichterstattung untergeht.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/02/28/eu-besser-der-deutsche-steuerzahler-soll-milliarden-zur-rettung-der-ukraine-berappen/

"ruby" März 27, 2014 um 19:59

“Möglicherweise begreifen das mehr Bürger als es der Propaganda lieb ist.”

Schreit es heraus, lauter, öfter – ehrlich …

"ruby" März 27, 2014 um 20:17

Halsstarrigkeit kann gelöst werden
http://www.youtube.com/watch?v=9fYfkXUCSOw
as you like it

f.luebberding f.luebberding März 27, 2014 um 20:18

Dipfele

Das ist ein guter Punkt: Die Reichweite der Onlinemedien und die Nutzung klassischer Medien. Nur muss man sich dabei schon die Alterskohorten ansehen. In der Generation bis 35 ist das anders als bei den Alten über 50. Nur kritisch wird das Argument ja von den Manipulationstheoretikern verwendet. Nach dem Motto. Nutztiere und Nutztierhalter. Aifran ist nun wirklich der Prototyp für diese Sichtweise. Die Manipulierten sind ahnungslos, ansonsten würden sie anders wählen oder eine Revolution oder was weiß ich machen.

Keuschnigs Argument begründet ja die Skepsis gegen Massenmedien. Nur funktioniert das heute ja viel schlechter als 1898, 1990 oder selbst 2008. Rundertischdgf hat auf die Möglichkeit der Recherche hingewiesen. Nur die Grenzen zwischen Manipulation, PR-Spin oder auch schlicht eigener Meinung sind nicht so klar, wie es scheint. Den Begriff Manipulation würde ich nur bei einer bewussten Lüge, wie damals der Brutkastengeschichte, verwenden. PR ist das legitime Interesse aller Akteure. Angesichts dessen muss man sich also fragen, was jetzt das größere Problem ist. Die Manipulierung des rationalen Diskurses oder dessen Zerstörung durch die Aufmerksamkeitsökonomie? Das gilt natürlich vor allem dann, wenn dieser Diskurs Einfluß auf politische Entscheidungen hat.

Wie gesagt: Ich habe keine Antwort darauf.

"ruby" März 27, 2014 um 20:55
"ruby" März 27, 2014 um 20:59

Wer hat die Sniper beauftragt zu morden?
Das bleibt ein zu klärender Sachverhalt, der Motive und Akteure erklären wird.
Die Öffentlichkeit wartet.

"ruby" März 27, 2014 um 21:48

Heuchler
Heuchelei
Heuchlertum


Hey you, Whitehouse,
Ha ha charade you are.
You house proud town mouse,
Ha ha charade you are
You’re trying to keep our feelings off the street.
You’re nearly a real treat,
All tight lips and cold feet
And do you feel abused?
…..! …..! …..! …..!
You gotta stem the evil tide,
And keep it all on the inside.
Mary you’re nearly a treat,
Mary you’re nearly a treat
But you’re really a cry.

http://www.youtube.com/watch?v=gOqblSqx_VI

Geht nicht mehr durch, zu offensichtlich offenbar offenkundig öffentlich.
Wird alles auf die Nutzer zurückschlagen – for sure .

wowy März 27, 2014 um 22:04

” Neu ist dagegen etwas anderes: Nämlich die Rolle der Mediennutzer. Im Gegensatz zu früher gelten sie heute nicht mehr als die bloßen Objekte von Propaganda und Gegenpropaganda, um politische Unterstützung zu mobilisieren. Sie sind selber zu Akteuren geworden. Jeder kann heute einen Blog betreiben, sich einen You Tube Kanal zulegen, oder einen Account auf Twitter oder Facebook. Es reicht schließlich sogar ein Kommentar unter einem Artikel. Das alte Modell der Massenmedien als strikte Trennung zwischen Sender und Empfänger ist obsolet geworden, wo die einzige Möglichkeit des Mitredens der Leserbrief gewesen war”
Sorry, @fl, aber wieviel Jahre soll das noch erzählt werden? Das wurde schon genau so in den 2010er Jahren geschrieben.

Und dann möchte ich bitte ein Blog genannt bekommen, das nicht nur Meinung, sondern das journalistische Komplettprogramm bietet (Nachricht, Reportage, Recherchestücke, etc.).

All jene, die “das personifizierte Internet” waren, sind relativ schnell bei den etablierten (Online) Medien gelandet und bei sonstigen etablierten Wirtschaftsunternehmen als Vortragsreisende.
Bücher werden bei Bertelsmann, nicht im Eigenverlag verlegt, weil das höchste Glück ein Zweizeiler von Schirrmacher auf dem Cover ist.
Die Augenhöhe zwischen etablierten Medien und Bloggern ist eine schöngefärbte Illusion, die schon allein finanziell völlig schräg ist.
Wir haben das Internet, aber was die Informationslage betrifft, ist vieles beim Alten. Wer hat schon die Zeit sich alle Informationen (zum Tagesgeschehen) aus dem Netz zusammenzusuchen, auch wenn theoretisch dort viel zu finden ist?

Viele Artikel, wie auch dieser Post, greifen Themen der etablierten Medien auf.
Und die informieren nicht angemessen.
Beispiele:
Vor der Bundestagswahl war das Thema Europa tot.
Vor der Europawahl ist das Thema Europa tot.
TTIP/CETA ?
5 Talkshows im gebührenfinanzierten Fernsehen zu Höneß, 1 zu Europa? Nur eine?
…..
Von der bewusst eskalationsbereiten Diktion im Krimkonflikt/Ukraine gar nicht zu reden.
Für alles andere gibt es die NSA. Wo war die politische!!! (ich rede nicht von der technischen) Diskussion zu NSA? Konsequenzen?

wowy März 27, 2014 um 22:25

Und sagte ich nicht schon vor 2 Monaten, dass sich der Rücktritt vom Rücktritt des Rücktritts zur Atomkraft anbahnt?
http://www.faz.net/aktuell/politik/reaktion-auf-krim-krise-merkel-will-gesamte-energiepolitik-ueberpruefen-12867585.html

Es geht nur noch um Profit. Alles, aber auch alles wird dem untergeordnet, einschließlich der Meinungsbildung.

wowy März 27, 2014 um 22:37
f.luebberding f.luebberding März 27, 2014 um 22:44

wowy

Was das unklar gewesen sein sollte. Es geht in dem Artikel um etwas anderes: Um die Logik der Massenmedien und wie sie auf die veränderten Umweltbedingungen reagieren. Massenmedien allerdings mit journalistischem Anspruch. Tatsächlich gibt es mittlerweile Massenmedien ohne diesen Anspruch, die schon längst den Markt dominieren. Der Journalismus selbst ist Online zu einem Nischenprodukt geworden. Es geht also nicht um diese winzigen Blogs, die sich als Alternative (oder Ergänzung) zu journalistischen Angeboten betrachten, oder von der Kritik am Journalismus leben. Diese Kritik am Mainstream hat mich schon immer gelangweilt.

wowy März 27, 2014 um 22:58

@fl
“Massenmedien allerdings mit journalistischem Anspruch.”
“Der Journalismus selbst ist Online zu einem Nischenprodukt geworden. ”

Vielleicht müssen wir dann erstmal klären, wen oder was du unter Journalismus verstehst.

f.luebberding f.luebberding März 27, 2014 um 23:19

wowy

Du musst Dir einfach nur das Nutzerverhalten der User ansehen. Online sind journalistische Angebote eine Nische. Aber falls es eine Trost sein sollte: Trivialromane hatten auch immer wesentlich höhere Auflagen als Weltliteratur. Und selbst in den besten Zeiten des Monopols des öffentlich-rechtlichen Fernsehens war die Klage über das schlechte Unterhaltungsprogramm das gängige Lamento. Wer wollte schon Monitor sehen, wenn er es nicht musste?

Die Frage ist halt nur, ob jetzt auch die Restbestände des Journalismus so werden. Ich habe dabei kein Problem mit Unterhaltung. Das Problem beginnt erst dann, wenn alles zur Unterhaltung wird. Aber man kann natürlich jetzt gelangweilt sagen: Das kennen wir schon. Postman.

wowy März 27, 2014 um 23:28

@fl
Irgendwie reden wir gerade aneinander vorbei.
Nochmal die Frage: Was meinst du mit Journalismus/journalistischen Angeboten?

Orange März 28, 2014 um 00:44

@wowy “TTIP/CETA ”

war auf der örtlichen Lokalzeitung ( die alte Leute Zeitung mit den Geflügelzüchtern9 schon dreimal auf dem Titelblatt. Totgeschwiegen ist was anderes.

"ruby" März 28, 2014 um 04:43

online ist schneller und ohne wertung der redaktion
individuell statt kollektiv
bringt es die Heilung oder nur Heiler?
http://www.youtube.com/watch?v=IJniaSjtCFs

ruby März 28, 2014 um 05:24

Es gab eine Zeit da wurden aus Kostensenkungsgründen die Fernsehansagerinnen abgeschafft sowie die Politmagazine in den öffentlichen Sendern bis auf eines reduziert …
as times go by
http://www.youtube.com/watch?v=d22CiKMPpaY

ruby März 28, 2014 um 05:34

Power and the Glory
http://www.youtube.com/watch?v=lOcRut2UM9g
is this your attitude – people?

ruby März 28, 2014 um 05:44

aufwachen
http://www.youtube.com/watch?v=GyxLGSMtqtM
spielt mal wieder luftgitarre vor der nächsten luftbuchung / luftnummer
;-)

ruby März 28, 2014 um 05:55

@ cm und Insider

Die WELT ist doch dazu da Liebenswertes zu erleben ?
http://www.youtube.com/watch?v=yJzNHfoMJ74
put your legs in the air …

ruby März 28, 2014 um 06:08

Stellt euch vor aus jedem Gotteshaus, jedem Regierungspalast und jeder Konzernzentrale klingt dieses Intro
http://www.youtube.com/watch?v=tGoF51thz4A
Es ist Platz für jeden auf dieser Erde.

ruby März 28, 2014 um 06:36

@ natalius
der putin hat in sachen währung und verschuldung noch einiges im werkzeugkasten, da werden sich die ökonomen wundern .
der vorgezeichnete pfad der massensteuerung durch verschuldungsabhängigkeit
http://www.handelsblatt.com/politik/international/masterplan-fuer-die-ukraine-griechenland-dient-als-lehrstueck/9676606.html
goes under …
die westlichen think tanks haben keine prognosegarantie, wie sie sich selbst und uns vormachen wollen !
und der edward hilft die verknüpfungen zu verdeutlichen .
shit happens
;-)

ruby März 28, 2014 um 06:45

mann o man
die alten lieder sind längst gesungen
http://www.zeit.de/2014/14/ukraine-internationaler-waehrungsfonds
den gorbi nicht verarbeitet oder was ?

ruby März 28, 2014 um 07:05
aifran März 28, 2014 um 08:07

und nun wieder zu ganz anderem

seit das böse im Osten im Nichts versank besteht für die Gewinnemacher kein Grund mehr ein Propaganda Schaufenster voll mit “glücklichen und zufriedenen” Nutz-Menschen für die geknechteten Ost Menschen zu produzieren. Neue Zeiten!

Und damit nun ja ein jeder weiss wo Gott wohnt – Hartz4 vom Genossen der Bosse
…. der Rest – immer weniger Brot, immer mehr Spiele

und die Medien dienen ihren Herren wie eh und je ….. helfen sogar bei der Suche nach verschwunden Flugzeugen, verbreiten deren gute Ratschläge. …. Wenn Du willst dann schaffst Du es, wenn nicht bist selber Schuld. usw. usw. usw.

schon eine Lederhose und Dirnd gekauft um so gekleidet des Abends den Sonnenuntergang zu bewundern? Die blaue Blume der Romantik war immer schon ein gutes Mittel sich unter schwingenden Peitsche weg zu Ducken …..

holger196967 März 28, 2014 um 08:17

Immer dieses Gejammere über Journaille oder auch nicht. Wen juckt das überhaupt, hier mal was aus der realen Welt.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fruehaufsteher/xi-jinping-in-deutschland-was-china-von-uns-will-12868185.html?

und viel besser das: :D

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/chinas-waehrung-frankfurt-wird-zur-drehscheibe-fuer-handel-mit-yuan-12866762.html

Das Abkommen, das am Rande des Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping am Freitag besiegelt werden soll, gilt als Meilenstein für den Finanzplatz Frankfurt. Bislang gibt es außerhalb Asiens keine Abwicklungszentren für den Zahlungsverkehr in Yuan. Doch auch wenn die Hessen als erstes den Zuschlag erhalten sollten, ist die Kooperation nicht exklusiv. London steht auch in den Startlöchern. Ein Abkommen mit China ist unterschriftsreif und soll am Montag unterzeichnet werden. Die Bundesbank wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Der Yuan ist bislang nicht frei handelbar.

“Meinungsschlacht um die Krim (…)

Pahh wen juckt das denn noch?

Huuh März 28, 2014 um 08:18

Diese Präsenz ist derzeit nicht verfügbar…

????????????????????????

holger196967 März 28, 2014 um 08:25

Meine Lieben…

Der Yuan wird bald frei gegeben… :D Dann übernimmt der Kineser Europa. Geld regiert die Welt und nicht irgendwelche Affen, die sich vor 40 Jahren gebrüstet haben Politiker zu sein und heute noch vor die Aktuelle Kamera in Rollstühlen gezogen werden.

Mag zwar wieder mal den ein oder anderen Kecker nicht passen, kömmt aber. Nur noch eine Frage der Zeit, bis die “Logistik” steht. Dann platzt wie gesagt der USD… und Milliarden von Anlagen des detschen Rentnärs. LOL

aifran März 28, 2014 um 08:27

Währungskriege Rohstoffkriege

Petrodollar-Alarm: Putin bereitet einen Super-Gasdeal mit China vor

Gegen Russland verhängte Wirtschaftssanktionen würden vor allem der Bundesrepublik Deutschland und den USA schaden, weil die russischen Erdgas- und Ölkonzerne auch China beliefern könnten und dafür keine Dollars akzeptieren müssten.

Von Tyler Durden Zero Hedge.com, 21.03.14

Wenn es die Absicht des Westens war, Russland – eine an Bodenschätzen reiche, aber unter Korruption leidende Supermacht – und China – eine über reichlich Kapital und Arbeitskraft verfügende, aber durch Kreditblasen gefährdete Wirtschaftsmacht – einander näherzubringen, dann ist das gelungen; und wenn man den Dollar schwächen und den Rubel und den Renminbi als Zahlungsmittel im bilateralen Handel der beiden fördern wollte, dann ist alles nach Plan gelaufen. ……

hier gehts weiter:
http://principiis-obsta.blogspot.se/2014/03/petrodollar-alarm-putin-bereitet-einen.html

Keynesianer März 28, 2014 um 08:33

Wir haben die Freiheit und müssen nicht wie angeblich in Nordkorea alle den Haarschnitt von Kim Jong tragen:

https://news.google.com/news?ncl=dHU_2wQpa_gkfXMZBanR6SV3Ma7gM&q=kim+haarschnitt&lr=German&hl=de&sa=X&ei=-TU0U6LEHsGO7QaapoCABw&ved=0CDoQqgIwAA

:)

Keynesianer März 28, 2014 um 08:38

Alles Sabotage durch Johurnalisten, die den täglichen Irrsinn selber nicht mehr länger aushalten:

Dieselben Medien informieren hierzulande auch über Russland, die Ukraine, Steuerverbrechen und Staatspolitik, über Krieg und Frieden und alles zwischendrin.
http://www.politplatschquatsch.com/2014/03/kims-haarschnitt-medien-zu-besuch-im.html

Keynesianer März 28, 2014 um 08:42

@aifran

Wenn es die Absicht des Westens war, Russland – eine an Bodenschätzen reiche, aber unter Korruption leidende Supermacht – und China – eine über reichlich Kapital und Arbeitskraft verfügende, aber durch Kreditblasen gefährdete Wirtschaftsmacht – einander näherzubringen, dann ist das gelungen …

Leider müssen wir tatsächlich davon ausgehen, dass das die Absicht gewisser US-Freunde war, um Europa und Russland zu trennen und Russland den Chinesern in die Arme zu treiben, während Europa damit den angloamerikanischen Einflüssen ausgeliefert bleibt.

holger196967 März 28, 2014 um 08:43

aifran März 28, 2014 um 08:27

das läuft doch schon seit 3-4 Jahren die Umstellung. :D Vielleicht bekommt man hier immer nur was mit, oder will es hören, wenn es schon in de Brunnen gefallen ist. ;)

Das ist das Problem am Mainstream Journalismus… der darf ja gar nicht von 12 bis Mittach schreiben geschweige denn Denken. Dafür iss der ja gar nicht da. “We love to entertain you”

Meinste denn, du kannst Otto Normal zu mehr als zwei Synapsen-Sprüngen zwingen? der ist doch schon überfordert die Uhr am Sonntag umzustellen :D

aifran März 28, 2014 um 08:53

… und da ist ein riesiges die Welt umspannendes, Stacheldraht bewehrtes Lager. Und über dem Tor dieses Lager ist in großen Lettern zu lesen “GELD MACHT FREI”

schön ist es ein Giralgeldschöpfer zu sein (etwa 95 bis 99% des Geldvolumens bestehen aus Giralgeld)

schone Tage

Frankie (formerly known as Bernankie) März 28, 2014 um 08:54

Onlineökonomie:

Die Medien stöhnen ja unter der “Gratis-Philosophie” des Internets, und dass sie es nicht schaffen, Erlöse aus den Online-Angeboten zu erwirtschaften.
Dein Artikel bringt mich auf den Gedanken, dass man vielleicht mal versuchen sollte, die Kommentaristen für ihre Kommentare bezahlen zu lassen.
Man hat ja immer so viel beizutragen und zu sagen und zu komentieren, und die Plattformen ermöglichen es, dass man dies auch ganz einfach machen. Aufmerksamkeitsökonomisch gedacht wäre es nur logisch, dass der Kommentarist für die Aufmerksamkeit, die er nun beansprucht , auch bezahlt.

Einen Versuch wärs wert , für die gebeutelte Medienindustrie!

holger196967 März 28, 2014 um 08:56

Ach Keyn…

—>>>Leider müssen wir tatsächlich davon ausgehen, dass das die Absicht gewisser US-Freunde war, um Europa und Russland zu trennen und Russland den Chinesern in die Arme zu treiben, während Europa damit den angloamerikanischen Einflüssen ausgeliefert bleibt.”

Die könne eben net denken. Pass mal uff GS und Black Rock sind multi flexible… :D Die bauen schon in Singapoor ihre Zelte uff.

Meinste denn, die sind auf das lächerliche US-Volk angewiesen? Wenn es Zeit ist, wechseln die aber schneller die Seite, wegen den Boni als du gucken kannst. :D

Die Viehhändler waren nicht mit DE verheiratet und sind auch nicht mit den USA verheiratet. Die sind mit denen verheiratet wo da Rendite stömmt. Und wenn die Weltmacht USA versiegt. Sind die eben im “Neuen” Markt angesiedelt. Und der liegt in Asia.

wowy März 28, 2014 um 08:59

@Orange
Die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Keynesianer März 28, 2014 um 09:03

Ach @holger:

Das sag ich doch, dass die jetzt in Richtung China ziehen und dafür noch die russischen Rohstoffe brauchen.

Und die Amis brauchen noch Abnehmer für ihr überteuertes Fracking-Gas, dafür haben sie ja unser Klima-Merkel, damit wir das dann abnehmen und zahlen müssen. Ein Spiegel-Leser-Kommentar:

Fast bin ich geneigt, die Krim-Krise so zu deuten: Europa braucht Gas. Dies bezieht es von Russland. Nordamerika verfügt über Gas und ist auf der Suche nach Kundschaft. Also destabilisiert man die Geschäftsbeziehung zwischen Europa und Russland und bietet sich als Ersatzlieferant an. Mission erfüllt!
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krim-krise-merkel-stellt-bisherige-energiepolitik-infrage-a-961144.html

Das ist wohl des Rätsels Lösung: Die Chinesen kriegen die billigen Rohstoffe und das Öl und Gas aus Russland und die EU wird in den Ruin getrieben und unser Klima-Merkel ganz eifrig vorne dran.

holger196967 März 28, 2014 um 09:04

Frankie

—>>>Dein Artikel bringt mich auf den Gedanken, dass man vielleicht mal versuchen sollte, die Kommentaristen für ihre Kommentare bezahlen zu lassen.”

:D könnte man denken… aber überleg doch noch mal bitte… wozu gibt es wohl ein schwarzes Brett in der Industrie, wo Mitarbeiter ihre Ideen aufschreiben dürfen für umme?

Ich bin enttäuscht Du bei SAP? Und du zahlst auch noch für eine Erneuerung des Handbuchs? :D

holger196967 März 28, 2014 um 09:06

Übrigens Frankie

bei der “BILD” hat man es ja schon versucht und gemacht… haste denn ein Abo?

Ekel Alfred März 28, 2014 um 09:14

Freier Journalismus und Aufmerksamkeitsökonomie:
Die Regierung des NATO-Mitglieds und EU-Anwärters Türkei plant einen Angriffskrieg gegen Syrien, der durch eine false flag-Aktion des türkischen Geheimdienstes eingeleitet werden soll (Giftgasangriffe mit Kinderleichen sind jetzt nicht mehr das Mittel der Wahl, es soll mit den nationalen Gefühlen der Türken gespielt werden). Gestern im Heute-Journal wirkt sogar Atlantiker Kleber etwas betroffen. Es wird der Inhalt des abgehörten Gesprächs zitiert und darauf hingewiesen, dass es kein Dementi gibt.
Meine heutige Morgenlektüre:
SPON “Die verschwundene Boing” Kein Wort zur geplanten false flag-Aktion.
FAZ-Online: Kein Bericht, null Information zu dieser unglaublichen Verabredung, auch nicht zum von der Türkei wegen angeblicher Luftraumverletzung abgeschossenen syrischen Flugzeug.
SZ: Die Themen werden zufällig ebenso wie in den Morgennachrichten des DLF aufgemacht.
Erst die neuen Regeln zur Selbstanzeige, das wichtigste Thema dieser Republik. Weit hinten versteckt folgende “Info” (Zitat):
“Das ist eine Kriegserklärung an die türkische Republik…
Und zum Youtube-Verbot: “Offenbar soll die Verbreitung eines abgehörten Gesprächs von Regierungsvertretern über eine Militäraktion in verhindert werden.”
Der flüchtige Leser erfährt kein Wort zum Inhalt des geplanten Verbrechens.” Militäraktion” und “Kriegserklärung” eines unbekannten Feindes ist Neusprech für die Verabredung der Spitzen eines NATO-Partners zum Angriffskrieg!? Ich hätte nicht gedacht, dass selbst Kleber in seiner vorgestern beim Kaeser-Verhör noch peinlich bewiesenen Nibelungentreue zur NATO übertroffen werden könnte. Vielleicht liest hier ja doch noch der eine oder andere Journalist mit und findet wieder den Mut, westliche Bellizisten klar als solche zu benennen und die Bürger über false-flag-Aktionen des Westens aufzuklären.

ruby März 28, 2014 um 09:14

Synapsen-Sprünge
KS Sequenced
http://www.youtube.com/watch?v=1i_tmHD6yYI
nur 3Stunden39Minuten56Sekunden reissued

aifran März 28, 2014 um 09:15

und um wieder zu einem Ende zu kommen.
… Krimis lesen, Krimis gucken – da werden die bösen Schurken von denn guten Polizisten aus dem Verkehr gezogen … also ab in die heile Welt der blauen Blume die sich in Modernen Zeiten im Krimi versteckt …..
schöne Tage allen

Gregor Keuschnig März 28, 2014 um 09:17

Ich weiss nicht, warum die Skespsis gegen Massenmedien weniger begründet sein soll als 1898 oder 2008. Vor allem wenn man als Massenmedien nicht alleine die klassischen Medien (Zeitung, Fernsehen) nimmt. (Rundfunk ist inzwischen was Journalismus angeht zu einem Nischenmedium geworden; die Dudelsender sind praktisch entpolitisiert, die wenigen Hotspots bieten dann noch etwas.)

Massenmedien sind doch heute u. a. auch die zahlreichen Internetportale. Der massenmediale Krieg um Syrien findet auf Youtube statt – das Fernsehen kann nur noch die Videos übernehmen und auf den Veröffentlicher hinweisen. Informationswert: Null.

Vielleicht ist es ja so, dass die Gegenöffentlichkeit des Internet die Massenmedien vor sich hertreibt. Inzwischen glaubt man doch paradoxerweise der Korrespondentin auf der Krim weniger als dem Analytiker (nicht Analysten) eines politischen Thinktank. Den FAZ-Artikel habe ich jedenfalls so verstanden.

Keynesianer März 28, 2014 um 09:24

Immerhin hat es die Nachricht ins heute-journal geschafft:

Für ZDF-Korrespondent Luc Walpot weist der Mitschnitt aus der Türkei in eine neue Dimension. Es sei ein Beleg dafür, dass ein NATO-Land versucht, “im Bürgerkrieg in Syrien zu zündeln”. (27.03.2014)
http://www.heute.de/tuerkische-regierung-laesst-auch-youtube-sperren-32519308.html

"ruby" März 28, 2014 um 09:49

@ aifran

jetzt wird deutlich wer griechenland rettet

http://www.youtube.com/watch?v=nOoLOpUQPbQ

;-)

Keynesianer März 28, 2014 um 10:17

Man stelle sich einmal vor, die Massenmedien bestünden in Zukunft nur noch aus den Leserkommentaren:

Ausschließlich amerikanische Geostrategie war der Grund für die Eskalation hin zu einem Staatsstreich. Wirtschaftliche Verbindungen zwischen Rußland und Europa sollen zu gunsten US-amerikanischer und kanadischer Firmen geschwächt oder zerstört werden. Den ökologischen Wahnsinn der Einfuhr von Öl und Gas über den Atlantik mittels Schiffen, statt durch bestehende Pipelines aus Osteuropa und Westasien, kann wohl niemand rechtfertigen- zumal wenn man sich die gigantischen Umweltzerstörungen der kanadischen Ölsandgewinnung ansieht. Die Bundeskanzlerin vertritt keine deutschen Interessen. Sie wirkt zum Schaden des deutschen Volkes.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krim-krise-merkel-stellt-bisherige-energiepolitik-infrage-a-961144.html#js-article-comments-box-pager

Das wäre Volksaufklärung pur! :)

Ekel Alfred März 28, 2014 um 11:08

@keynesianer
Vorsichtig! Aus Begriffen wie “Volksaufklärung” wir heute auf rechtes Gedankengut geschlossen. Dabei stimmt es wirklich, dass zuweilen die Kommentare der interessierten Leser informierter sind als die Kommentare der Qualitätsjournalisten. Gestern hat sich die FAZ diesem Thema gewidmet. Ich bin kein Medienhistoriker, aber diese Art der Auseinandersetzung mit der eigenen Leserschaft dürfte ziemlich neuartig sein.
Übrigens ist nicht nur mir die gleichgeschaltete “Berichterstattung” zum Hintergrund der Youtube-Sperre aufgefallen.
http://konjunktion.info/2014/03/tuerkei-youtube-sperre-und-der-von-den-msm-vergessene-grund/

Bei den Nachdenkseiten, die sonst so verdienstvoll Kampagnen entlarven, gibt es zu diesem Thema leider nur einen link zu einem Handelsblattartikel. Wo bleiben nur die Sozialdemokraten? Wir haben deutsche Soldaten und Patriot-Raketen an dieser Friedensgrenze. Interessiert das den wirklich niemanden?

Dipfele März 28, 2014 um 11:31

@inespohl: gute beobachtung von @fr_schirrmacher heute in der faz zu den möglichen auswüchsen des “echtzeit-journalismus” http://t.co/lV7MEvHRka

http://www.nachdenkseiten.de/?p=21224#h02
Siehe dazu Unterpunkt a.

ruby März 28, 2014 um 12:26

Was für ökonomische Vollspackos generieren sich da in den Medien?
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/preisverfall-spanien-rutscht-ueberraschend-in-die-deflation/9682878.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/realloehne-in-deutschland-sinken-erstmals-seit-2009-12868351.html
heute abend ist die Pohl im Wortwechsel zu hören …
Thema:
Beziehungen auf dem Prüfstand Obama in Europa
Ein starker US-Präsident an der Spitze einer engen transatlantischen Partnerschaft?

Da könns mal die Wirtschaftsinteressen und Kapitalabflüsse besprechen.
Übrigens bereitet die Bankenlobby die nächste Badbanklösung vor. Wird schon fleissig gesammelt, um der Europäern neues negatives Eigenkapital zukommen zu lassen.
;-)

ruby März 28, 2014 um 13:46

Hatten uns letztes Wochenende über das Preisniveau spanischer Weine unterhalten. Es stehen goldene Zeiten für Alkoholiker bevor…
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/deflation-in-spanien-sinken-die-preise-12868469.html
deshalb Vorbilder suchen:
http://www.handelsblatt.com/panorama/lifestyle/beruehmte-winzer-die-promis-und-ihre-weine/6052476.html?slp=false&p=15&a=false#image
Wer wird denn da nach Krimsekt greifen?

ruby März 28, 2014 um 14:09

Der Joe Kaeser war ja echt klasse im Gespräch, wie der über den Klaus Kleber geschmunzelt hat zeigt, dass es ihm richtig Freude bereitete einem Journalisten, der doppelt soviel Kohle nach Hause schiebt after Putin Rede und Antwort zu stehen !
http://www.faz.net/aktuell/politik/fraktur/fraktur-die-sprachglosse-primat-der-politik-12868593.html
Umschwung ?

Frankie (formerly known as Bernankie) März 28, 2014 um 14:27

@ruby

“Joe Kaeser – Wahrscheinlich wäre es wohl wirklich das Beste, wie legten unser Schicksal in die Hände von Siemens.”

schreibt der Schreiberling von der FAZ. Naja, aber in die Hände von Joe Kaeser legen wir das besser nicht, weil dann schafft er uns ab. Joe Kaeser ist einer der begnadeten Abschaffer in der deutsche Wirtschaft, ein kapitalistischer Bürokrat aus der Controlling-Ecke , wie er im Buche steht, der wahrscheinlich auch noch Siemens abschaffen wird, weil das ein einziger Kostenfaktor ist, und wenn man nur in Kosten denken kann, dann ist so ein Unternehmen einfach der Horror.

Sorry , personal incident bei Joe Kaeser, weil der war mal mein Chef – jetzt nicht direkt , aber vom Unternehmensbereich bei dem ich war ( mobile phones ). Der natürlich abgeschafft wurde – viiiieeel zu kompliziert. Siemens macht ja seit einiger Zeit eigentlich nur noch Tiefbau, Strom und Wasser – alles Bereiche aus dem 2. Kondratieff , in dem Siemens ja gross wurde.

Dipfele März 28, 2014 um 14:46
ruby März 28, 2014 um 15:05

@ Frankie

Als Quasicontroller habe ich die Kostenlehre und -denke gelernt und lineare Programmiering zur Entscheidungsfindung mit all ihren Implikationen gerne gerechnet ;-)
http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/lineare-programmierung/lineare-programmierung.htm
Dank an Uwe Szyszka
http://www.pressebox.de/pressemitteilung/fachhochschule-flensburg/Schoen-anders-studieren-Flensburg-meets-India/boxid/646679

Frankie (formerly known as Bernankie) März 28, 2014 um 15:14

@ruby

“Als Quasicontroller habe ich die Kostenlehre und -denke gelernt und lineare Programmiering zur Entscheidungsfindung mit all ihren Implikationen gerne gerechnet”

Sehr gut. Muss ja auch sein.
Als Unternehmenslenker sind Controller aber eher nix.

ruby März 28, 2014 um 16:15

Klassiker von der Polydor
http://www.youtube.com/watch?v=Wja1n6_bAVY

Natalius März 28, 2014 um 18:19

Zur Interpretation des Faz-Lesers (@Keynesianer):

“Fast bin ich geneigt, die Krim-Krise so zu deuten: Europa braucht Gas. Dies bezieht es von Russland. Nordamerika verfügt über Gas und ist auf der Suche nach Kundschaft. Also destabilisiert man die Geschäftsbeziehung zwischen Europa und Russland und bietet sich als Ersatzlieferant an. Mission erfüllt!
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krim-krise-merkel-stellt-bisherige-energiepolitik-infrage-a-961144.html

…gibt es – nicht ganz taufrische aber ausreichend aktuelle – “Zusatzinformationen aus der Schattenwelt”:
http://www.whatdoesitmean.com/index1757.htm

lh März 28, 2014 um 19:51

Auch der heutige Schirrmacher-Artikel ist schön. Aber geht es wirklich um ein Problem des Auftretens der Medien und ihrer Dynamik (und nicht einen offensichtlich unzureichenden Inhalt und eine dumme Meinung)? Warum muss Schirrmacher die Dummheit dieser Meinung als Produkt fehlgeleiteter Mediendynamik beschreiben, anstatt rundheraus zu sagen, dass sie eine dumme Geopolitik stützt? Und wenn es wirklich nur um Medienkritik gehen sollte, warum gibt es im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung in der FAZ keinen Text, der sich angemessen kritisch mit der Russlandpolitik des Nato-Westens auseinander setzt?

Natalius März 28, 2014 um 19:53

@ruby März 28, 2014 um 06:36
“@ natalius
der putin hat in sachen währung und verschuldung noch einiges im werkzeugkasten, da werden sich die ökonomen wundern .
der vorgezeichnete pfad der massensteuerung durch verschuldungsabhängigkeit goes under”
Ich erinnere mich an den YT-Vortrag eines russischen Ökonomen zum Unterschied zwischen der russischen und den westlichen Zentralbanken bzgl. QE und Luftgeld – in Russland scheint Monetäres eher mit “Realwerten” verknüpft zu sein. Deswegen glaube ich auch, dass an der Sache mit Exxon Mobil, Rosneft und Tillerson (s.o.) etwas dran ist.

"ruby" März 28, 2014 um 20:57

zum Wochenende
Cy`s wunderbare Stimme
http://www.youtube.com/watch?v=EM32y0Bsycc
mitsingen empfohlen aber heftig
;-)
plus saxsolo …

"ruby" März 28, 2014 um 21:15

“Even worse, MoFA experts in this report say, with Ukraine’s external debt now on the order of $140 billion, the US-EU-IMF aid package (said to be on the order of $15 billion) doesn’t even approach this troubled nations outstanding short-term debt which is $65 billion, more than four times the amount promised by these Westerners.”
Was waren denn da für Experten vom IWF vor Ort?
Mutti Merkel bitte melden …

wowy März 28, 2014 um 21:37

@lh
Hatte die gleichen Gedanken, als ich den Artikel las.
Warum immer Metaebene, warum nicht konkret?
Davon abgesehen, dass der Artikel, der über Medienaufregung referierte, selbst recht aufgeregt daher kam.

wowy März 28, 2014 um 22:07

Ich weiß ja, das ist anfangs immer etwas zäh, aber etwas anstrengen ging doch auch
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_13/Petition_50705.nc.$$$.a.u.html
#CETA
#spreadthenews

Morph März 29, 2014 um 05:26

“Das alte Modell der Massenmedien als strikte Trennung zwischen Sender und Empfänger ist obsolet geworden”

Das stimmt, wenn man vom Einzelnen und seiner Meinung ausgeht. Jeder einzelne kann sich heute vielseitiger informieren und seine Meinung in unzählbar vielen öffentlichen Foren zur Geltung bringen.

Die moderne Gesellschaft funktioniert aber, systemtheoretisch gesehen, im Modus der Beobachtung 2. Ordnung. Im Kontext der Massenmedien bedeutet das, dass nicht entscheidend ist, was die Leute in Massenmedien sehen, hören und lesen können (Beobachtung 1. Ordnung), entscheidend ist vielmehr, was die Leute in den Massenmedien darüber erfahren, was die Leute in den Massenmedien sehen, hören und lesen können (Beobachtung 2. Ordnung).

Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz simpel. Ich gehe mal von mir persönlich aus. In diesem Blog “wiesaussieht” kann ich lesen, was ein gewisser Frank Lübberding für eine Meinung hat. Das kann ich persönlich interessant und aufschlussreich finden. Überdies kann ich vielleicht noch die Reaktionen anonymer Mitkommentatoren überraschend finden usw. Für meine Vorstellung davon, in was für einer Gesellschaft wir leben, ist das aber alles so irrelevant wie des Zufallsgespräch im Zug. Bestenfalls werde ich stimuliert, meine Meinung in Frage zu stellen. Eine eindeutige Orientierung ergibt sich aus dem Kommunikationschaos namens Internet nicht.

Etwas ganz anderes ist es, wenn ich die BILD lese. Die BILD zu lesen heißt Texte zu lesen, die von Millionen von Leuten gelesen werden, und zwar in eben dem Bewusstsein, DASS sie von Millionen von Leuten gelesen werden. Vollkommen unabhängig davon, wie ich die Informationen der BILD interpretiere und hinsichtlich ihrer sachlichen Richtigkeit und moralischen Integrität bewerte, eines ist ABSOLUT gewiss: Diese Informationen prägen den Informationsstand von Millionen. Und genau DAS ist die eigentliche Informationsleistung der BILD (statt BILD kann man natürlich auch andere reichweitenstarken Kanäle einsetzen wie ZDF, SPON etc.).

Diese massenmediale Informationsleistung (2. Ordnung) ist das gesellschaftlich Relevante und diese Informationsleistung kann von Einzelpersonen im Internet nicht erbracht werden.

Die Produktion und Reproduktion reichweitenstarker Massenmedien funktioniert im Wesentlichen aufmerksamkeitsökonomisch, das zeigt schon ein oberflächlicher Blick auf die thematische und formale Struktur reichweitenstarker Medien. Aber das schließt Manipulation nicht aus, sondern im Gegenteil, ermöglicht sie überhaupt erst. Aufmerksamkeitsökonomie und Manipulationsverdacht schließen sich ja nicht aus.

Gerade die Berichterstattung der BILD über die Maidan-Demonstrationen und die Krim-Krise war und ist Kampagnenjournalismus pur mit ganz unzweideutig manipulativen Absichten.

Und es reicht nicht, dass jeder von uns persönlich in der Lage ist, das zu durchschauen, indem wir die BILD-Informationen durch die Lektüre weniger reichweitestarken Medien falsifizieren. Erst wenn sich eine differenziertere Auffassung und die Kritik an der einseitigen Darstellung ähnlich reichweitenstark artikuliert und damit massenmedial zur GELTUNG gebracht hat, ist dies Teil der öffentlichkeitswirksamen gesellschaftlichen Selbstbeschreibung.

Daher ist Schirrmachers Artikel so wichtig und durch keinen noch so cleveren Blogbeitrag zu ersetzen. Nicht weil Schirrmacher persönlich die Lage reflektierter sieht und ein Bewusstsein vom problematischen Eigensinn der massenmedialen Skandalmaschine hat, ist der Artikel eine so dankbar begrüßte Offenbarung (vgl. das kollektive Aufseufzen in den Kommentaren), sondern weil Schirrmacher dieses Bewusstsein in der FAZ, d.h. MASSENMEDIAL zur Geltung bringt und damit in die öffentlichkeitswirksame gesellschaftliche Selbstbeschreibung sozusagen einpflegt.

Vor Schirrmachers Artikel hatten wir, jeder für sich, die Meinung, dass wir über die massenmediale Skandalmaschine ungefähr so denken sollten wie er es in seinem Artikel formuliert.

Seit Schirrmachers Artikel wissen wir, dass WIR ALLE so denken KÖNNEN. Das ist ein Unterschied ums Ganze, der so nur und ausschließlich in klassischen Massenmedien vollzogen werden kann. Das Kommunikationschaos des Internet ist dazu prinzipiell nicht in der Lage.

ruby März 29, 2014 um 07:30

@ Morph

Deshalb :

Wladimir Wladimirowitsch (genannt der Wikinger) ist ein echter russischer Fux, rettet die Welt mit einem Telefonat zum Wochenende.
;-)
Der spielt auf der Klaviatur !
http://www.biomusik.net/Musik/Klaviatur.jpg
und alle springen an.

switch yourself
http://www.youtube.com/watch?v=IiP5-zT1-OA

ruby März 29, 2014 um 07:43

@ Morph

Wegen Deinem “Daher…” und “…erst…” sind “WIR ALLE” doch aktiv hier auch wenn nur als 3te oder vierte Ordnung .
Und diese wird / ist das klassische Brain Storming Medium, nur eben in Echtzeit und ohne Filterung.

ruby März 29, 2014 um 07:45

and do not forget the connectivity
check the knots …

lh März 29, 2014 um 07:49

@Morph: Das ist der klassische Wirkmechanismus, klar. Aber das Interessante am aktuellen Fall ist, dass die Schreiberlinge der Massenmedien vor dem Kommentariat kapitulieren. Sie mussten merken, dass die Masse eben nicht so denkt. Das zeigt sich wohl auch in Meinungsumfragen, die nicht nur die kleine Blase der “stalinistischem Kohorten aus dem Internet” untersucht. Staib und Schirrmacher versuchen im Grunde diese offensichtlich gewordene Differenz zwischen dem, was die Masse denken soll und was sie tatsächlich denkt, wieder zu schließen und so den Gesichtsverlust der Massenmedien zu vermeiden.
Wenn man vergleicht, wie in den letzten 15 Jahren kriegerische Konflikte von den Massenmedien und dem Publikum behandelt wurden, dann lässt sich schon eine erhebliche Veränderung oder Entwicklung diagnostizieren. Die Macht der Massenmedien schwindet, weil es immer mehr alternative Kanäle gibt, aus denen man die Meinung der Herde ermitteln kann.

ruby März 29, 2014 um 07:59

Schirrmachers “Automatismus” wird durch wowy regelmäßig wiederkehrende Hinweise auf eine in naher Zukunft liegende Abstimmung/Bürgerbefragung aufgelöst…

“stalinistischem Kohorten aus dem Internet”
Unverschämtheit oder Bewunderung?
;-)

niemand März 29, 2014 um 08:33

>”Auch der heutige Schirrmacher-Artikel ist schön.”

Schön, aber spät. Durch irgendetwas dürfte sich Kleber ja zu seinem Budenzauber ermutigt gefühlt haben. Blome über Schmidt gestern oder vorgestern war ähnlich herablassend.

petervonkloss März 29, 2014 um 08:42

@ BB,
@ carlos,
@ gelegentlich,
@ Insider, und noch einige (in der Wolle gefärbten) Quasimarxisten —
@ Soldat————sehr geehrter, daß du nicht selbst einsichtsfähig bist, ist Ausdruck einer grundreligiösen Haltung;
„……daß man als Anhänger des Fortschritts……..“ argumentiert;
bei aller sensiblen Intelligenz, die du (Soldat) hier nahezu als einer der wenigen Linken zum Ausdruck bringst, stoße ich mich doch an deiner ideologischen Blogbildung der Anhänger des Fortschritts und der allgemeinen Progressivität.

Ich sage euch nicht zum letzten mal, es wird nirgendwo irgendwo eine internationale sozialistische Revolution statt-
finden!!!

Ich habe eher den Eindruck, daß in Zukunft es nicht um Fortschrittlichkeit im Übergreifenden des Internationalismus
geht, sondern um step by step Stabilisierungen nationaler Sozialhaushalte.

Expropriation der Expropriateure (Otto Bauer)

„Sie kann und soll sich nicht vollziehen in der Form einer brutalen Konfiskation des kapitalistischen und grundherrlichen Eigentums; denn in dieser Form könnte sie sich nicht anders vollziehen als um den Preis einer gewaltigen Verwüstung der Produktionsmittel, die die Volksmassen selbst verelenden, die Quellen des Volkseinkommens verschütten würde. Die Expropriation der Expropriateure soll sich vielmehr in geordneter, geregelter Weise vollziehen; so vollziehen, daß der Produktionsapparat der Gesellschaft nicht zerstört, der Betrieb der Industrie und Landwirtschaft nicht gehemmt wird. Zu dem wichtigsten Mittel einer solchen geregelten Expropriation können die Steuern werden.“

und diese wirken sich wiederum negativ auf begabte Ethnien aus.

Wer dies nicht begriffen hat, ist ein Dummschwätzer spätmarxistischer Provinienz, der an die Gleichheit der Ethnien glaubt.
Sie ist das religiös anmutende Tabu der Gegenwart in allen Bereichen. Man glaubt im nihilistischen Sinn an Gleichheit und versteckt sie hinter KZ-ähnlichen Räumen, hinter Stacheldraht;– In Israel werden tausende Afrikaner (zur Abschiebung) in diesen Räumen eingesperrt. In den MSM wurde sehr knapp und kurz einmal darüber berichtet. Ansonsten nie wieder; Denn wie würde sich dies auf die politische Unfähigkeit und Dauerkrise der politische Szene Berlins auswirken?, miot i9hren, (Kreuzberg) deren grüne Bürgermeisterin (Herrmann) die Dummdreistigkeit des linken und linksliberalen Millieus überspitzt.

Wie gesagt,… ich hielte eine Koalition aus Rot – Rot – Grün für die absolute Katastrophe für ein überlebenwollen-
des Deutschland.

(Daher meine Präferenz für eine Koalition aus AfD und Linke)

Denn ihr könnt nicht das Ungeheuerliche, daß euren Glauben befeuert, ausschließlich mit dem Verstand begreifen;

Denn da sind euch die Wölfe und Raben weit überlegen.

LH März 29, 2014 um 08:58

@ruby: “stalinistische Kohorten aus dem Internet” war vor ein paar Jahren die Beschreibung eines mir leider entfallenen Redakteurs für das Kommentariat. So einfach lasse ich mich nicht beleidigen.

"ruby" März 29, 2014 um 09:13

@ LH
Die beleidigende Bewunderung, das edelste, was einem Kommentariat widerfahren kann, reizt und aktiviert zur Gegenwehr ;-)
Vielleicht kommt etwas geniales in die Sinne.
http://www.allposters.de/-sp/The-Five-Senses-Poster_i9968018_.htm

"ruby" März 29, 2014 um 09:17

Achtung : Zeit zur NATO-Pause – 15 Minuten -
Kaffee und sonstige Drogen frei …

"ruby" März 29, 2014 um 09:23

@ PVK

Ist da nicht eher nationales und sozialistisches statt liberales und globales Denken ?

Steuern sollten doch jede Einheit gleich behandeln oder?

wowy März 29, 2014 um 09:26

Die #TTIP Petition haben wir geschafft

Bei #CETA fehlen noch viele Stimmen
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_13/Petition_50705.nc.$$$.a.u.html

Und #TISA (»Trade in Services Agreement« oder auch »Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen«) ist der neueste heiße Scheiss
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_13/Petition_50750.nc.html

Trotzdem dran bleiben!!!
#spreadthenews

Privat von SehrPrivat März 29, 2014 um 09:26

Der Manipulationsvorwurf ist verwunderlich? Mitglieder der Atlantikbrücke sind: Claus Kleber (ZDF), Joffe (ZEIT), Dieckmann (Springer), Tamara Anthony (ARD), Klaus Scherer (ARD), Kornelius (SZ), Frankenberger (FAZ), etc. pp.
Wenn Journalisten Mitglied einer Lobbyvereinigung sind, wie werden sie dann wohl jene bewerten, die deren Interessen nicht die gebührende Achtung erweisen? Wenn Journalisten schon Mitglied einer Lobbyvereinigung sind (ist halt karriereförderlich), dann sollten sie wenigstens den Anstand besitzen, das unter ihren Artikeln und in ihrer Zeitung kenntlich zu machen, oder nicht?

Ich zumindest möchte gern wissen, ob ein Journalist etwa über Waffenexporte schreibt oder ein Lobbyist der Waffenindustrie. Zuviel verlangt in der heutigen Medienlandschaft.

Nebenbei: Begriffe wie “Putin-Versteher” werden ins Feld geführt von jenen, die lieber den Dialog und das Bemühen ums gegenseitige Verstehen gar nicht wollen, die schlicht auf Konfrontation setzen.

petervonkloss März 29, 2014 um 09:44

Natürlich bin ich eher für gesundes und national – sozialistisches
Denken der elitären Formen;

“Globales Denken” ist seinsnichtigendes Denken des Überflüssi-
gen, deren Schicksal schon lange vorgeschrieben wurde.

Morph März 29, 2014 um 09:47

@lh

“Staib und Schirrmacher versuchen im Grunde diese offensichtlich gewordene Differenz zwischen dem, was die Masse denken soll und was sie tatsächlich denkt, wieder zu schließen und so den Gesichtsverlust der Massenmedien zu vermeiden.”

Das wäre der Fall, wenn sie einen Kommentar zur Lage in der Ukraine schreiben würden, der einen anderen Meinungstenor hätte als wir ihn bis dato präsentiert bekommen haben. Dann könnte man sagen, ha, die knicken vor der Macht ‘unserer’ Mehrheitsmeinung ein. Aber das ist nicht der Fall, wenn man genau liest. Beide beobachten 2. Ordnung. Beide beobachten Beobachter. Und zwar explizit! Staib beobachtet das Kommentariat und Schirrmacher beobachtet Claus Kleber. Und was die Sache besonders bemerkenswert und dann wirklich zur Beobachtung 2. Ordnung macht: Sie beobachten ihre jeweiligen beobachtenden Gegenstände (‘das’ Kommentariat und ‘den’ Kleber) EXEMPLARISCH. Sie sagen, schaut mal: So wird heute beobachtet, in den klassischen Massenmedien und in den angeschlossenen Spielwiesen des Internet. Und zwar in dem doppelten Sinn, dass sie das Versagen der klassischen Massenmedien ausstellen, sachgerecht zu informieren, und ZUGLEICH markieren dass NUR in massenmedialen Kanälen, d.h. auf reichweitestarken Öffentlichkeitsbühnen wie z.B. der FAZ, dies mit gesellschaftsweiter Wirkung beobachtet werden kann.

Im Grunde ist das vom Textgenre her schon gar kein Journalismus mehr, sondern Medientheorie. Sehr interessant.

Es drängt sich eine hegelianische Lesart dieses Vorgangs auf: Wenn die klassischen Massenmedien die These sind, und wenn das Internet die Antithese ist, dann wäre die massenmediale Beobachtung aufmerksamkeitsökonomischer Absurditäten, wie sie Schirrmacher mit seinem Artikel vollzieht, die Synthese.

ruby März 29, 2014 um 09:48

@ PVK

in unserer Nachbarstadt ist ein Wolf gesichtet worden, wird sich aus “dem” Osten rübergeschlichen haben …

ruby März 29, 2014 um 09:51

Morph auf dialektischen Pfaden?

Jeeves März 29, 2014 um 10:08

Mal etwas mehr technisches: “einen Blog” (ganz oben)
Ist das Trotz gegen die Regel “DAS Blog”, oder doch nur ein kleiner Vertipper?

BB März 29, 2014 um 10:15

@lh März 28, 2014 um 19:51
@lh März 29, 2014 um 07:49

;-)

Vor allem der zweite Kommentar bringt es auf den Punkt.

ruby März 29, 2014 um 10:21

Kann, soll, darf Sarah (Politik) umsetzen, was Oskar (Theorie) vertellt?
http://weltnetz.tv/video/526

Dipfele März 29, 2014 um 10:22

@niemand März 29, 2014 um 08:33
>Schön, aber spät. Durch irgendetwas dürfte sich Kleber ja zu seinem Budenzauber ermutigt gefühlt haben.

Ja natürlich, der liest die sog. Glossen von Kohler in der FAZ.

wowy März 29, 2014 um 10:24

@Morph
Die Massenmedien haben 2 Probleme:
1. Der Bedeutungsverlust
2. Die Konkurrenz um den Rest in Wimpernschlaggeschwindigkeit
Vielleicht wollte Frank Schirrmacher auch seinen Hoodie-Moment :-)

Wenn ich Zeitungsmensch wäre, würde ich mir die besten Investigativen sichern. Dahin wird es nämlich kippen. Die Besten auf der eigenen Seite versammeln, das ist die Zukunft. Der Journalist als Marke wird die Zeitung aufwerten, nicht mehr umgekehrt.

BB März 29, 2014 um 10:25

Und @fl März 27, 2014 um 20:18 entgegnet schonmal prophylakitsch dem von Schirrmacher weggelassenen Argument, dass die ganze Diskussion eben gerade viel(!) mit PR, nämlich mit der PR der Transatlantiker, zu tun hat.

“…. Nur die Grenzen zwischen Manipulation, PR-Spin oder auch schlicht eigener Meinung sind nicht so klar, wie es scheint. Den Begriff Manipulation würde ich nur bei einer bewussten Lüge, wie damals der Brutkastengeschichte, verwenden. PR ist das legitime Interesse aller Akteure. Angesichts dessen muss man sich also fragen, was jetzt das größere Problem ist. Die Manipulierung des rationalen Diskurses oder dessen Zerstörung durch die Aufmerksamkeitsökonomie? Das gilt natürlich vor allem dann, wenn dieser Diskurs Einfluß auf politische Entscheidungen hat. Wie gesagt: Ich habe keine Antwort darauf. ….”

Manipulation nur bei einer bewussten Lüge verwenden? Neee. Manipulation kann schon die Setzung von falschen Schwerpunkten, irgendwelche “False Dilemma” (z.B. das Klebersche: Ukraine habe nur die Wahl zwischen Russland und EU), das ganze Repertoire der Eristik sein ….. Und das wird in dem bestehenden Konflikt massiv genutzt.

BB März 29, 2014 um 10:28

Schirrmacher liegt völlig falsch, wenn er sagt, das “Medien-Problem” bestünde nur (!) in dem hektischen Gieren nach Klicks und der Beschleunigung.

Sein wirkliches Verdienst ist – und das ist der Grund, warum er leider mal wieder Lob bei den Linken bekommt – ….. ist, dass er mit seinem Artikel dem Kleber – zu Recht – in den Arsch getreten hat. Das ist sein einziges Verdienst. Intellektuell ist der Artikel eher mäßig.

BB März 29, 2014 um 10:31

@wowy

…..Wenn ich Zeitungsmensch wäre, würde ich mir die besten Investigativen sichern. Dahin wird es nämlich kippen. Die Besten auf der eigenen Seite versammeln, das ist die Zukunft. Der Journalist als Marke wird die Zeitung aufwerten, nicht mehr umgekehrt…..

Das wird den Kohl auch nicht fett machen. Dieser Problemlösungvorschlag hat ungefähr die Wirkung, also würdest du, wenn dein Keller vollgelaufen ist, einen Teelöffel benutzen, um ihn wieder trockenzuschöpfen.

wowy März 29, 2014 um 10:42

@BB
Sehe ich nicht so. Es gibt in einer extrem komplexen Welt in meinen Augen ein großes Bedürfnis nach Orientierung, also nach vertrauensvollen Profis.

ruby März 29, 2014 um 10:44

Die in der Diskussion aufgeworfenen inhaltlichen Fragestellungen und Lösungen werden vor den Europawahlen nicht mehr versteckt werden können.
http://weltnetz.tv/video/526
Stellt euch, wir stehen an der crossroad…
http://www.clipfish.de/musikvideos/video/3579209/robert-johnson-robert-johnsons-cross-road-blues/

wowy März 29, 2014 um 10:47

@BB
…von den Massenmedien weiß man, dass sie die ganze Politikbeeinflussungs- und PR-Beeinflussungsmaschine mitmachen. Deshalb verlieren in meinen Augen die Massenmedien als Marken. Der vertrauenswürdige einzelne/Gruppe von Personen, mit hoher Kompetenz ist gefragt.
Der Mann, der Greenwald und Scahill engagiert hat, hat das verstanden.

BB März 29, 2014 um 10:47

ABer @wowy, du hast wohl diesen Greenwald vor Augen, der die Dokumente von Snowden beim Guardian veröffentlicht hat?

Der arbeitet jetzt beim eBay-Gründer Pierre Omidyar, der “die besten Investigativen” sammeln will

http://www.ndr.de/ratgeber/netzwelt/firstlookmedia101.html

Investigativer Qualitätsjournalismus als Projekt unserer globalen Oligarchen.

Das ist die Zukunft. Wenn du das gemeint haben solltest?

BB März 29, 2014 um 10:48

@wowy: Hihi, du meintest es also :-)

wowy März 29, 2014 um 10:49

@BB
Was sind denn die jetzigen Massenmedien anderes als Produkte von Oligarchen?
Was ist denn Springer?

wowy März 29, 2014 um 10:49

…Burda
…Bertelsmann/Mohn

niemand März 29, 2014 um 10:51

>”Ja natürlich, der liest die sog. Glossen von Kohler in der FAZ.”

Bürgertumsironie. Fehlt ein bißchen der Schmiß…

niemand März 29, 2014 um 10:52

>”Was ist denn Springer?”

Eine freundliche ältere Dame…

BB März 29, 2014 um 10:56

@wowy

“…..Was sind denn die jetzigen Massenmedien anderes als Produkte von Oligarchen?…..”

Ja genau!

Morph März 29, 2014 um 11:00

@wowy

“Die Massenmedien haben 2 Probleme:
1. Der Bedeutungsverlust
2. Die Konkurrenz um den Rest in Wimpernschlaggeschwindigkeit”

Das wäre richtig, wenn der Begriffsumfang der Massenmedien identisch wäre mit dem des organisierten Presse-, Hör- und Fernsehfunkwesens. Das ist der Kenntnisstand von, sagen wir, 1970. Und der war schon damals veraltet, indem er die massenmediale Relevanz der Populärkultur nicht angemessen modellieren konnte.

Heute können wir wissen, dass man die Formen und Funktionen massenmedialen Kommunikation nicht mit dem Laswell’schen Gesprächsparadigma (Wer sagt was zu wem etc.) analysieren kann, sondern eher von einer theatralen Problematik ausgehen muss: Wie konstituieren sich die reichweitestarken Bühnen der Gesellschaft?

Leute wie Schirrmacher und Sloterdijk wissen das und sprechen konsequenterweise von ‘Bühnen’, wenn sie massenkommunikative Geltungssphären beschreiben. Und sie sind damit intellektuell weiter als der Großteil der akademisch organisierten Massenmedienforschung. Weiter als das Internet-Kommentariat sind sie ohnehin. Das vielleicht Interessanteste am Internet ist ja das dramatische Missverhältnis von technischer Avanciertheit und intellektueller Zurückgebliebenheit. Man könnte das an der Piratenparteil und ihrer naiven Programmatik und pennälerhaften Kommunikationskultur sehr gut zeigen.

ruby März 29, 2014 um 11:00

@ niemand
Wikinger
Wölfe
Waffen
Wahlen
Wohlfahrt
————-
Wunder
Wilhem Busch
Wahnfried
http://www.youtube.com/watch?v=29C_t_c4sGI

wowy März 29, 2014 um 11:07

@Morph
Hatte mich darauf bezogen
Morph März 29, 2014 um 05:26
Da hattest du auf diese Differenzierung verzichtet :-)
Ich weiß, dass dein Hobby die Provokation ist, aber es ist noch nie intellektuell gewesen Dinge künstlich zu verkomplzieren, die man auch verständlich ausdrücken kann.
Zu viel Adorno gelesen, was? ;-)

holger196967 März 29, 2014 um 11:16

Ach das Problem ist, dass die aus der zweiten oder dritten oder vierten Reihe immer der ersten Reihe in den Arsch kriechen müssen und das schon in huldiger Religion übergeht. Ist bei jedem Empfang so und bleibt auch so.

Anders kann man manche Kommentare gar nicht mehr deuten. Jeder braucht eben eine Gottheit an der sich ehrfurchtsvoll aufrichten und anlehnen kann. Der Weg zum Erfolg funktioniert immer noch so, wie vor 2 oder 3000 Jahren.

Ob das dann nun erster Ordnung ist oder zweiter Ordnung, völlig pille palle.

holger196967 März 29, 2014 um 11:18

Aber die Kunst Bäume auszureißen wo gar keine sind, dass beherrschen wir wohl alle.

lh März 29, 2014 um 11:26

@Morph: Über das Ausweichen in die Medientheorie hatte ich mich ja schon weiter oben beschwert. Gleichwohl scheint durch beide Texte zumindest die Akzeptanz der Existenz der anderen Meinung durch, die nicht mehr einfach als abwegig oder irrelevant verdammt werden kann. Staib versucht es zwar noch mit der Verschwörungstheorie von der Finanzierung durch Putin, weiß aber selber um die Lächerlichkeit einer solchen These, die er deshalb nicht nachdrücklich vertreten kann. In Sinne Deiner Dialektik versuchen beide eine Flucht in eine Synthese Medienkritik. Aber sie gelingt nicht, weil das nicht die passende Synthese ist. Die “stalinistischen Kohorten” des Kommentariats müssen sich darauf nicht einlassen, sie sollten es auch nicht tun, sondern weiter auf die bedingungslose Kapitulation hinarbeiten, welche die “Vertreter der These” nicht mehr aus eigener Kraft abwenden können.

Jens Jessen in der Zeit ist hier schon weiter: http://www.zeit.de/2014/14/ukraine-unabhaengigkeit/komplettansicht

Morph März 29, 2014 um 11:49

@wowy

“Die Besten auf der eigenen Seite versammeln, das ist die Zukunft. Der Journalist als Marke wird die Zeitung aufwerten, nicht mehr umgekehrt.”

Zukunft? Das war doch schon immer der Weg. Qualität und Image einer Publikation fallen ja nicht vom Himmel und sie übertragen sich auch nicht auf die Schreibenden, unabhängig davon, was für Texte die liefern.

Das eigentliche Problem liegt ganz woanders: Nicht das Internet und die Onlinekommunikation von vergreisenden Senioren und sechszehntelsgebildeten Heißspornen setzt die massenmedialen Organisationen unter Druck, sondern die Entmaterialisierung der Information im digitalen Zeitalter. Das stellt die gesamte Infrastruktur der (Massen-)Kommunikation auf eine neue Basis und untergräbt die etablierten Geschäftsmodelle.

@lh

“sondern weiter auf die bedingungslose Kapitulation hinarbeiten”

:-) Dann mach’ mal schön! Ich für meinen Teil fand die westliche Presseberichterstattung über die Vorgämge in der Ukraine von Anfang an grottig. Das hat mich aber nicht motivieren können, Putins Politikstil für legitim zu halten. Wäre Janukowitsch nicht aus dem Amt gejagt worden, hätte Putin nicht die Krim annektiert. Putins Regierung arbeitet genau wie die westlichen Regierungen auch mit den Leuten zusammen, die den eigenen Interessen dienen.

Und dass es unter Putins Regierung mit der Pressefreiheit in Russland schlechter bestellt ist als bei uns, ist den formidablen MSM-Kritikern im Kommentariat erstaunlicherweise ziemlich schnuppe.

Leute, die an ihrer persönlichen Ohnmacht leiden, haben eine Schwäche für Autokraten, wenn deren Entscheidungen sie nicht negativ tangieren. Putins Annexion der Krim ist ganz unverkennbar für viele Kommentatoren hier und für Otto Normalrusse zumal, eine symbolische Ersatzhandlung für die fehlende Selbstwirksamkeit in der komplizierten modernen Gesellschaft.

Bruchmüller März 29, 2014 um 11:57

Wenn ich mit einem Verblödeten diskutiere, noch dazu mit einem, den ich selbst verblödet habe, dann muss ich doch erschrecken (dürfen), wenn ich merke, dass der zu blöde war, von mir verblödet worden zu sein.

lh März 29, 2014 um 11:58

@Morph: Die Formulierung war natürlich bewusst und lustvoll im Bild übertrieben.

Aber es geht ja gar nicht darum, Putins Interessen zu vertreten. Wie ich mit dem Link zu Jessen darzustellen versucht habe, ist die Gegenthese des Kommentariats (die Jessen meiner Ansicht nach zu treffen versucht) darauf gerichtet, Verständnis und Respekt für die Perspektive und die Interessen der fremden Macht zu entwickeln. Nicht, weil das die eigenen Interessen wären. Sondern weil das die einzige Möglichkeit ist des Konflikts Herr zu werden ohne wieder irgendwann im gefrorenen Schlamm vor Moskau zu verrecken. Das ist nämlich tatsächlich das Interesse der Masse.

wowy März 29, 2014 um 12:02

“Nicht das Internet und die Onlinekommunikation von vergreisenden Senioren und sechszehntelsgebildeten Heißspornen setzt die massenmedialen Organisationen unter Druck, sondern die Entmaterialisierung der Information im digitalen Zeitalter. ”

Gehörst du jetzt zu den vergreisenden Senioren oder zu den sechszehntelsgebildeten Heißspornen, wenn du hier schreibst? :-D

wowy März 29, 2014 um 12:04

@Ih hat recht. Das Gut/Böse Schema ist Mumpitz.

holger196967 März 29, 2014 um 12:04

—>>>Das hat mich aber nicht motivieren können, Putins Politikstil für legitim zu halten. ”

Und? juckt das Vladimir?

Gerade du UHU müsstest das wohl anders kommunizieren können. Weil Du ein Teil des westlichen Wetterbildes bist. Du und dein Busenfreund Schirrmacher, ihr seid es, die Ohnmächtig sind. Und deswegen vermutlich nur vermeintlichen intellektuellen Krams von euch geben.

Die ganzen westlichen MSM sind Machtlos gegenüber Vladimir. Das ist es doch, was euch Zecken stört.

Und jetzt fragt ihr Euch, wie konnte das nur passieren? Wir, die aus dem heiligen Gral der Weisheit besoffen, immer nur fein differenzieren.

Da kommt einer und sagt: mach mer, wir nehmen die Krim zurück, und da guckt das Auge des Waschbäres blöd. Legitim hin oder net. Ihr guckt einfach nur noch bescheuert aus der Wäsche. Und versucht alles mögliche an Zauberkunst aus der Feder zu zaubern, um eure eigene Dämlichkeit zu vertuschen.

Es geht nicht um Putin, es geht darum Euch den Spiegel mal vor die Augen zu halten, was von euch Kretins zu halten ist. Nämlich NULL KOMMA NIX.

Wenn es darauf ankommt Taten walten zu lassen, dann versagt ihr Kreaturen des Bildungs-Wortes. So einfach ist das.

Da war ja der “Stürmer” gescheiter.

"ruby" März 29, 2014 um 12:06

Demnächst 40ig jähriges Jubileum

Du hast es alles

http://lyrics-und-ubersetzungen.com/lied/zeigen/788189/john-miles/songtext-und-ubersetzung-you-have-it-all/

Your money buys you people,
But it will not buy you friends.
Your life is an illusion,
So live it day by day
Just draw your own conclusion,
It’s gonna happen anyway

Dein Geld kauft dir Menschen,
aber es wird dir keine Freunde kaufen.
Dein Leben ist eine Vorstellung,
so lebe es von Tag zu Tag.
Jetzt ziehe deine eigenen Schlußfolgerungen,
Es wird ohnehin geschehen.

"ruby" März 29, 2014 um 12:11

@ Bruchmüller

so statt zu ?

Morph März 29, 2014 um 12:18

@wowy

“Gehörst du jetzt zu den vergreisenden Senioren oder zu den sechszehntelsgebildeten Heißspornen, wenn du hier schreibst?”

Hast heute morgen einen Logiker gefrühstückt, was? ;-)

Ich habe kürzlich einen Kreter getroffen, der sich als Nachfahre jenes brühmten Philosophenverwirrers ausgab, der weiland die Rede von der kretischen Unzuverlässigkeit in Wahrheitsdingen in die Welt gesetzt hat. Der meinte, dass es doch eigentlich schade sei, dass wohlmeinende Warnungen vor der Praxis von meinesgleichen aus logischen Gründen nicht ernst genug genommen würden, obwohl es doch keine größere Expertise gäbe als das Meinesgleichentum. Und dass darin tatsächlich die fundamentale Schwäche der Logik und die Urschuld der Erkenntnis liege.

BB März 29, 2014 um 12:55

@lh

“sondern weiter auf die bedingungslose Kapitulation hinarbeiten”

Genial! Genau darum geht es!

Wenn Morph naserümpfend dem “Kommentariat” vorwirft, es hätte keine Relevanz, dann liegt das daran, dass sein eigene “Kommunikationstheorie”, die auf eklektische Weise nicht so ganz falsch ist, wie alles postmoderne, einfach “unvollständig” ist.

Modelltheoretisch könnte man sagen, sie ist halt nicht valide. Oder besser vielleicht: Sie ist nicht mehr valide, falls sie es mal war. Denn valide wäre es, wenn sie Tests an der Wirklichkeit immer und immer auf alle Ewigkeit bestehen würde. Tut sie aber offensichtlich nicht mehr und ist damit obsolet.

Denn was er vergessen hat, ist der Mechanismus, wie “neue” Sichtweisen auf die Welt entstehen.

Kann sogar sein, dass einige Postmoderne diesen Mechanismus genauso beschreiben würden, aber Morph hat das trotz seines vollen Bücherschranks offensichtlich übersehen.

Das ist nämlich systemtheoretisch eine Frage der Interdependenzen zwischen Umwelt und Elementen (Individuen).

Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, dann entsteht der gleiche “richtige” Gedanke – der letzendlich nichs anderes ist als eine Reaktion auf die Unzulänglichkeit der aktuellen Verhältnisse – halt nicht nur bei irgendeinem einzigen “Kommentaristen” dieses Blogs, sondern gleichzeitig bei vielen in vielen anderen Kontexten.

Deshalb – und das streitet unser Morph ja ab – ist die einzelne Meinung zu äußern nicht lächerlich, sondern wichtig!

Weil nämlich nur dann die vielen (!) ähnlichen Meinungen aus einzelnen (!) Meinungen überhaupt wahrgenommen werden können. Ist doch logisch. Wenn keiner was sagt, merkt auch keiner was.

Diese Art von Bewusstwerdung nennt man Emergenz. Aber davon hält Morph – für mich unverständlicherweise – ja nicht viel.

Man kann nur dazu auffordern, dass jeder, der irgendwie merkt, dass sich da was neues anbahnt und dazu eine elaborierte Meinung hat, sich äußern muss. Und wenn es nur in der Familie oder mit den Nachbarn oder als Kommentator in einem konfusen Blog wie diesem hier ist. Zusammen ergeben sie eine Bewegung.

Im Moment hat diese Bewegung noch keine Relevanz. Das ZDF z.B. ist im Moment einfach noch zu stur und zu bockig und will seinen Fehler einfach nicht einsehen und macht umso penetranter weiter transatlantische Propaganda. Aber das kann sich morgen ändern.

Und der ziemlich eloquente weil sehr wirtschaftsfreundliche Artikel des Herrn Schirrmacher wird dann dafür keine Rolle gespielt haben. Höchsten hat er dann sein Fähnchen schnell mal opportunistisch soweit nach dem Winde gedreht, wie er gerade musste (s. @lh).

Und noch was. Morph hat ja da letztens mal so einen Seminaristentext von dem Luhmann verlinkt. Da hat der Luhmann was erzählt davon, dass nicht der Wahrheitsgehalt einer Information zählt, sondern der “Neuigkeitsgehalt”.

(Sollte wohl heißen, ich würde hier mit dieser Technik hier arbeiten, um Aufmerksamkeit zu erheischen, oder hab ich das falsch verstanden, *kecker,lach* Morph hält ja mich für einen Postmodernen Muhahahahaha)

Da (an dem Neuigkeitsaspekt) ist durchaus was dran, aber das ist leider nicht der vollständige Zusammenhang.

In einer Medienlandschaft, in der die Dummschwätzer dominieren, fallen nämlich häufig “gute” Gedanken auf, auch wenn sie zunächst auf die Masse keine Wirkung haben.

Sie fallen mit etwas Glück dem einen oder anderen “Hub” im “Scale Free Power Law Netzwerk” der Medien auf. Jeder “Hub” in diesem System giert nämlich wie jeder andere Mensch auch nach “Neuigkeit” und wenn dieser “Hub” intelligent ist, dann weiß er die “gute Idee” zu schätzen. Er kann als Hub dann vielleicht mehr bewirken, als die Quelle des Gedankens.

Auch wenn der Emittent des guten Gedankens ein Noname ist, der Gedanke selbst findet seinen Weg mit etwas Glück und wer erstmal einen neuen guten Gedanken zur eigenen Anregung aufgenommen hat (in sein eigenes Weltbild eingebaut hat, oder sich zumindest hat erschüttern lassen), kann gar nicht anders systemisch. Er ist danach ein anderer Mensch.

Schlechte langweilige Ideen und Gedanken erster, zweiter oder dritter Ordnung werden, weil schon tausendmal gehört und deshalb nicht neu, zwar leider nicht als Störung empfunden, weil man sich dran gewöhnt hat – sowas wird sogar manchmal bewundernd irgendwie mit Bildung gleichsetzt -, sondern sie sind nichts anderes als ein “endloses Gemurmel im Wabern der Diskurse” und haben tatsächlich keine Relevanz.

ruby März 29, 2014 um 12:55

Heute schon gekotzt?
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/dax-ausblick-draghi-macht-dax-anleger-froh/9685084.html
Jetzt sollen die Arbeitenden europäischen Anleger weiter die zockenden amerikanischen Anleger subventionieren …
wachsende Wettbewerbsfähigkeit (Produktexporte statt Binnenwachstum) mit steigenden Kapitalabflüssen (Eigenkapitalverzinsungen der Globalen).

Kecker März 29, 2014 um 13:19

@ BB “Wenn keiner was sagt, merkt auch keiner was.”

Zwei Jahre braucht der Mensch, um das Sprechen, ein Leben lang, um das Schweigen zu lernen. (Ernest Hemingway)

lh März 29, 2014 um 13:39

@BB: Das Herz möchte vielem zustimmen. Aber gerade in der konkreten politischen Frage entspricht die oben von mir aufgestellte Forderung nach der Verhandlungslösung eigentlich nur der altbekannten westdeutschen Außenpolitik. Dass Helmut Schmidt als einer der ersten “Großen” protestierte war ja kein Wunder. Die Neuigkeit sehe ich da nicht, eher die Ablehnung der Veränderung zu einem EU-Imperialismus.

Aber wo wir gerade dabei sind: Mein “Problem” mit @Morph und den Systemtheoretikern ist, dass sie meiner Meinung nach gerne verkennen, dass die Systemtheorie eine alleine reflexive Perspektive ist, die zudem ihren besonderen Erkenntniswert aus der bewussten Ignoranz des handelnden Subjekts zieht. Den Erkenntniswert will ich gar nicht bestreiten, aber er findet im intellektuellen Elfbeinturm statt (dessen Wert ich auch nicht bestreiten will). Ich meine, das Verständnis der abstrakten Systemperspektive erlöst einen in keinster Weise von der demokratischen Pflicht, die eigene relative Irrelevanz in der Masse anzunehmen und dem Absurden zu huldigen, indem man trotzdem politisch agiert (also mindestens nachdenkt und seine Meinung äußert). Systemtheorie gibt keine Antwort auf die Frage “Was tun?”, weil das nicht Gegenstand ihrer Betrachtung ist. Aber davon verschwindet die Frage nicht.

"ruby" März 29, 2014 um 13:53
BB März 29, 2014 um 14:18

@lh

Deine Sicht auf die Systemtheorie teile ich voll und ganz.

Das mit der Verhandlungslösung oben mag vielleicht nicht direkt “neu” sein, ist aber zumindest im Medien-Mainstream eine Minderheiten-Meinung.

Was ich an deiner Argumentation “neu” finde, ist, dass Du forderst, “auf die bedingungslose Kapitulation hinarbeiten”. Ich zitiere dich noch einmal ausführlich:

“…..Die “stalinistischen Kohorten” des Kommentariats müssen sich darauf nicht einlassen, sie sollten es auch nicht tun, sondern weiter auf die bedingungslose Kapitulation hinarbeiten, welche die “Vertreter der These” nicht mehr aus eigener Kraft abwenden können……”

Diese Position hat mich überrascht! Weil ich sie so affirmativ und konsequent noch nie gehört habe. Sie ist für mich neu! Und da ich selbst aufgrund wahrscheinlich ähnlich empfundener Problemlagen gerade für so einen Gedanken empfänglich bin, hinterlässt er jedenfalls bei mir eine Wirkung.

Wer traut sich schon, zu sagen, dass das Kommentariat auf die bedingungslose Kapitulation des Mainstream hinarbeiten soll. Das ist neu. Du traust dich was! … (Ich hoffe, ich habe dich wenigstens ungefähr verstanden).

Die Logik dahinter könnte folgende sein (weiß ich nicht genau, ob du das ganz genauso siehst, ich entwickle das aber jetzt für mich weiter, passt nämlich zu meinem Weltbild).

Diese “Kapitulation” erreicht man nur mit “gnadenloser” Rationalität, was im vorliegenden Fall sogar relativ einfach ist, weil z.B. die Heuchelei bei den Putin-Nichtverstehen-Wollern so sichtbar ist.

Ist diese klare rationale Position von vielen einmal herausgearbeitet, wird sie ihre Wirkung bestimmt langfristig entfalten, auch wenn sie im Moment von den Eliten noch blockiert ist. Mehrheitsfähig wäre sie ja schon fast, das zeigen ja die Reaktionen zumindest der sich aktiv Informierenden in den Kommentaren.

Ich (und offensichtlich auch du, denn sonst hättest du als “Demokrat” nicht dieses Engagement) bin/sind ja kein(e) Kulturpessimist(en) wie Schirrmacher und sein Kalfaktor Morph.

"ruby" März 29, 2014 um 14:19
"ruby" März 29, 2014 um 14:46
"ruby" März 29, 2014 um 15:02

Erst, wenn die Sniper und Mordauftraggeber vor dem Menschenrechtsgerichtshof (Den Haag !!!) verurteilt sind …

lh März 29, 2014 um 15:12

@BB: Grundsätzlich habe ich nichts gegen eine Funktion der Massenmedien als Orte öffentlichen politischen Diskurses. Die Alternativen würden nur zu mehr Filterblasenproblemen und einer Zersplitterung der Masse (deren einzige Macht in der Menge liegt) führen. Aber wenn die Massenmedien diese für die demokratische Machtordnung wichtige Funktion in guter Weise erfüllen sollen, dann werden die politischen Bürger sie dazu zwingen müssen, diese Funktion pflichtbewusst und ordentlich zu erfüllen und nicht ein Indoktrinationsinstrument der Mächtigen zu sein. Neben der Ausnutzung der ökonomischen Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie (Strafe durch Nichtbeachtung) kommt dafür auch der Eintritt in das gute alte politische Streitgespräch in Frage. Wie @Morph dargelegt hat, ist die Macht der Massenmedien, die auf der Illusion basiert, die Masse wiederzugeben, an der Stelle sehr verwundbar.

"ruby" März 29, 2014 um 15:44

@ Energiewandler

Wer denkt über die Massenmedien die Gasflussrichtung einfach nur umzudrehen von Ost nach West über Leitungen in West nach Ost über Tanker, um damit Amerika statt Russland zu stärken, der versucht die richtige Alternative (…) zu unterbinden.
;-)
Das wird nicht funktionieren!
Merkel und Gabriel ihr habt verloren …
http://www.youtube.com/watch?v=MCr4WoovspA

End of Odyssey
ELOY

BB März 29, 2014 um 15:55

@lh

Jetzt bin ich aber erstaunt. Morph hat vieles gesagt, dem man als Halbsatz in den Raum gestellt zustimmen könnte. Aber dass die Macht der Massenmedien z.B. durch Wiedereinführung des Streitgesprächs sehr verwundbar seien, da muss ich aber was überhört haben. Soviel ich weiß, hält er nix vom “klassischen” Diskurs. Höchsten was von einem Diskurs ab 2., 3 oder noch besser 7. Ordnung, also einem Diskurs über den Diskurs über den Diskurs usw. Gut, lassen wir die Sotissen.

Dass die Bürger die Medien zwingen müssen, ihre Aufgaben”pflichtbewusst” zu erfüllen, da stimme ich dir absolut zu. Nur wie?

Du machst zwei Vorschläge:

- das gute alte Streitgespräch, da bin ich völlig d’accord, nur frage ich jetzt mal konkret, wie willst Du das umsetzen? Webplattform? Abschaffung von Talkshows und mehr philosphische Quartetts, so a la Sloterdijk ?

- Ausnutzung der ökonomischen Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie, konkret: Strafe durch Nichtbeachtung? Na viel Glück, deine Mitmenschen davon zu überzeugen. Nur mit Gutmenschentum (Nichtbeachtung nach dem Motto: “Kaufen sie kein billiges Geflügelfleisch, kaufen sie nur Produkte mit Fair-Trade), wird man keine nachhaltige Wirkung erzielen.

Ich schlage dir was anderes vor. Der Ansatz von Punkt 2 ist schon ganz gut “Ausnutzung der ökonomischen Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie”.

Ich hätte auch 2 Vorschläge auf dem gleichen Konkretisierungsniveau, wie deine Vorschläge:

- Spielt nicht mehr nach den Regeln der Eliten und

- offene Subversion durch gnadenlose Rationalität

Und wenn du deine Vorschläge konkretisierst, dann versuch ich auch meine zu konkretisieren, da muss ich aber erst etwas drüber nachdenken. Ob ich das in diesem Threat noch schaffe, weiß ich nicht. Ich hoffe ja, dass du dich hier öfter beteiligst. Du bist ja “neu” hier.

Morph März 29, 2014 um 16:08

@BB

“Morph hält ja mich für einen Postmodernen”

Nein, tue ich nicht. Ich behaupte vielmehr, dass Du keinen blassen Schimmer davon hast, was geistesgeschichtlich unter Postmoderne zu verstehen ist. Und ich behaupte, dass die Meinungen, die Du hier äußerst, sehr viel näher an einigen postmodernen Denkfiguren sind, als Du ahnst.

Insbesondere Dein so selbstbewusstes wie kenntnisfreies Drauflosdenken, Deine vollmundige Behauptung, eine Mathematik des Sozialen begründen zu können (wenn Du Dir nur die Zeit dafür nehmen würdest, soziale Entropie zu formalisieren – *oh mein Gott, Du heilig-bekloppte Einfalt!!* -), Deine Überzeugung, etwas Neues zu denken, und dann mit so einer erwartbaren Schnarchvokabel wie ‘radikaler Humanismus’ zu kommen, diese Haltung ist typisch für das postmoderne Affentheater, das Du, ich sage es noch einmal, zu wenig kennst um ihm zu entgehen.

Auf Deine Anmerkungen zu Validität, Emergenz und das Neue gehe ich nicht weiter ein, denn mein Eindruck ist, dass Du kein guter Gesprächspartner für die dabei anstehenden Begriffsklärungen wärest. Schon Dein Anspruch, dass eine Theorie in der Lage sein müsse, gesellschaftspolitische Programme zu rechtfertigen, ist dermaßen abwegig, dass es meine Bereitschaft, mich mit Dir inhaltlich auszutauschen, von vornherein auf Null sinken lässt.

BB März 29, 2014 um 16:30

@Morph

du bist für mich als Gesprächspartner auch völlig uninteressant. Aber als Anschauungsbeispiel eignest du dich schon. Deshalb diskutiere ich deine Ansichten gelegentlich gerne aus der Perspektive zweiter Ordnung :-)

BB März 29, 2014 um 16:39

“…..Insbesondere Dein so selbstbewusstes wie kenntnisfreies Drauflosdenken, Deine vollmundige Behauptung, eine Mathematik des Sozialen begründen zu können (wenn Du Dir nur die Zeit dafür nehmen würdest, soziale Entropie zu formalisieren – *oh mein Gott, Du heilig-bekloppte Einfalt!!* -), …..”

Du hast nicht ansatzweise verstanden, was damit gemeint war. Ist grundsätzlich nicht schlimm. Normalerweise fragt man nach oder verfolgt die Diskussion einfach nicht weiter. Einfacher geht’s nicht.

ruby März 29, 2014 um 16:56

@ Morph

Sag doch bitte mal in Worten (sozial), was eine vierte Ableitung in der Mathematik bedeuten soll.

ruby März 29, 2014 um 17:07

hier die Mathematik
http://www.onlinemathe.de/forum/Kurvendiskussion-Ganzrationale-Funktion-4Grades
und jetzt Deine Worte des sozialen…

Morph März 29, 2014 um 17:11

@ruby

Ich verstehe Deine Bitte nicht.

@BB

“Du hast nicht ansatzweise verstanden, was damit gemeint war.”

Stimmt. War auch objektiv unverständlich, was Du in der Hinsicht geschrieben hast.

“Normalerweise fragt man nach”

Wer sich so aus dem Fenster hängt wie Du (Luhmann und Bateson sind wirre Spinner) und dann als ‘vernünftige’ Anwendung der Systemtheorie auf Gesellschaft nichts anderes zu bieten hat als undurchdachte Anspielungen ohne jede Verbindlichkeit, der hat keine Nachfrage verdient. So einfach ist das.

ruby März 29, 2014 um 17:25

@ Morph

Das ist schade.
;-)

"ruby" März 29, 2014 um 17:37

Wer war die bessere Journalistin?
Wer hatte die besseren Inhalte?
Melinda Crane oder Ines Pohl?
Auf einer 100 Punkteskala.

BB März 29, 2014 um 17:38

@lh

Mein 3. Vorschlag wäre – fällt mir gerade noch ein – ist deine geniale ursprüngliche Idee:

Auf die bedingungslose Kapitulation hinarbeiten

;-)

Also ruhig mal krachen lassen.

"ruby" März 29, 2014 um 17:41
"ruby" März 29, 2014 um 18:01
Michael März 29, 2014 um 19:22

@aifran März 28, 2014 um 08:53

… und da ist ein riesiges die Welt umspannendes, Stacheldraht bewehrtes Lager. Und über dem Tor dieses Lager ist in großen Lettern zu lesen “GELD MACHT FREI”

Im Lager sitzen die Zinszahler. Wenn sie nicht gewillt sind noch mehr verzinste Schulden zu machen, übernimmt das ihre “Regierung” für sie. Wenn die nicht will, die “europäischen Brudervölker”. Wenn die auch nicht wollen, wird eben die Ukraine “gerettet”.

Frei sind nur die, die die Zinsen kassieren, sofern die Schuldner sich nicht weigern ihr Joch zu tragen, wie diverse südwesteuropäische Länder zur Zeit und die USA seit Abschaffung des Goldstandards. Seitdem zahlen sie mit selbst Buntbedrucktem. Wer das nicht akzeptiert, kommt auf die Achse der Bösen.

Der gemeine Prolet kauft sich morgens die Blöd und ist nach dem Frühstück genug “gebildet” (das ist REALITÄT). Über die Qualität der Medien braucht man nicht diskutieren. Wer nicht zu faul ist die Ergebnisse seines Taschenrechners oder seiner Tabellenkalkulation mit dem, was ihm serviert wird zu vergleichen, kann auf die Qualitätsmedien als Sprachrohre der Politdarsteller im Dienste der Zinskassierer verzichten.

@Holger
Die Kinetiker sind inzwischen auf dem fallenden Abschnitt der Parabel. Ihre Zahlenwerke stehen hinter westlichen Arbeitsmarktstatistiken und Inflationsmessungen nicht zurück. Wenn sich derzeit laufende Entwicklungen fortsetzen, sind die Währungen, die vergangenes Jahr zusammengeknüppelt wurden (und Gold) für geraume Zeit unter Schwankungen attraktiver. Auch in der Eurozone soll “jetzt endlich die Investitionsfreude” durch Anrechnung von Rüstungsausgaben gesteigert werden. Die Schattenwirtschaft beflügelt schon das BIP diverser Südstaaten, Deutschland schließt sich ab September an. Die Mädels vom horizontalen Gewerbe werden dann “viel gerechter” als bisher in die Steigerung des BIP eingerechnet. Das senkt die Schulden pro BIP, aber nicht nominal. Pleite bleibt pleite. Man kann Schulden natürlich auch senken, indem man sie in andere Bilanztöpfe verschiebt.

Waffenhändler Schneider wurde vor ein paar Tagen 80. Du weißt schon, das ist der, der Schäuble rotzfrech einen Geldumschlag in die Jackentasche schob.
http://www.youtube.com/watch?v=KW_hUi_ahh8

ruby März 29, 2014 um 20:06

Darauf ein Winter Bock
;-)
Öööhhh …

ruby März 29, 2014 um 20:11
ruby März 29, 2014 um 20:14

Erhöhe auf Bürgerentscheid !!!!

ruby März 29, 2014 um 20:21

Senkung der deutschen Garantie von Kontenguthaben ab 2018.
Zahltag für Bankkrotteure.
Als Feiertag in den Kalender eintragen
;-)

aifran März 29, 2014 um 20:45

Verschwendung ist Nachhaltigkeit

… glaubt Ihr nicht? guckt mal hier:

Intelligente Verschwendung: The Upcycle: Auf dem Weg in eine neue Überflussgesellschaft Michael Braungart (Autor), William McDonough (Autor)

die System Retter werfen ihre besten Köpfe in die Schlacht. Jetzt gilt es noch Kredit würdige Konsumenten zu finden…. (nachdem diese rasch ihre durch gewollten (EZB FED) Wertverlust gefährdeten Sparguthaben verkonsumiert haben Ja ja – die Nutzmenschenhalter und ihre Regelmacher. … wir ändern da rasch mal die Bilanzierungsregeln – erlauben doppelte Verrechnung – und schon flutscht es wieder mit dem BIP-Wachstum. …..

holger196967 März 29, 2014 um 20:47

Hi Michael

über den “Goldstandard” unterhalte ich mich nicht mehr… ich gehe davon aus, (manche ja nicht) dass die Erde sich auch ohne das Zeugs drehen würde.

Bin ehrlich, sobald ein Spacko Gold ins Spiel bringt, lach ich nur noch.

Gleiches gilt für Silber.

Am Schluss zählt nur das, was man selber kann. Kann man es, dann ist es gut, kann man es nicht mehr, wird man exkludiert. So einfach iss das. Mit oder ohne EM.

dritter zwoter oder vierter Hack-Ordnung.

holger196967 März 29, 2014 um 21:42

HAHAHA

Morph die alte Sau schreibt sogar im Eintracht Forum :D der muss sich nicht wundern, wenn er mal den Rohrstock auf seinem Allerwertesten spürt. Erster Ordnung LOL :D ;) *scherz* :D

Bruch vom Müller März 29, 2014 um 21:50

Hat jetzt nichts mit 1. und 2. Ordnung zu tun, sondern ist ein Vorschlag zur Errichtung einer Sonderwirtschafts…

…äh, Sonderkommentarzone. Gedacht ist an folgende …äh, …äh …Ordnung:

1. Beiträge des Blogbetreibers.
2. Kommentare gemein, allgemein, beliebig, missliebig usw.
3. Kommentare von @ ruby.

(2. und 3. evtl. in der Reihenfolge austauschbar im Sinne von Echtzeitwirkung und Aufmerksamkeitsökonomie. Zu überdenken: Tausch von 3. mit 1.)

Michael März 29, 2014 um 22:24

@holger196967 März 29, 2014 um 20:47
Hi Holger,
ist nicht weiter wild, seitdem die Schweizer die Deutschen beim Sauerkraut-Essen überrundet haben. Erst nur Minarette. Jetzt noch Ausländer. Putin hat als Schurke aufgeholt. Erst steckte er nur diverse Schwuchteln in den Knast. Von wegen in einer Kirche eine “Messen” zelebrieren. Wir hätten die im Puff BIP steigern können. Jetzt hat er die Unverfrorenheit die durch die anhaltinische Killerzarin Katharina von den Osmanen eroberte Krim schon wieder zu annektieren. Das geht gar nicht.

Können ? Machen wir Beraterverträge mit Briefkastenfirmen? Der Ertrag ist koscher gewaschen … . Die Schattenbanken schlitzäugiger Mitmenschen sind von hier aus nicht bewertbar. Russisches Roulette.

Erst seitdem wir die Quotenweiber kriegen bin ich zum Anhänger des Goldstandards mutiert. Ihre Quote hinter dem Kochtopf wird 100% betragen. Das steigert die Lebensqualität erheblich. :roll:

Die Deutschen sollen wohl aus Frust über die fürchterlichen Nachrichten der Meinungsverbreiter die Konsumtempel stürmen? Es ist ja scheußlich (weit weg), wenn dieser Pitler (um nicht Mrs. Clintons Meinung umständlich wiederholen zu müssen) die Krim mit umgerechnet 75% Zustimmung der Bevölkerung russifiziert. Selbstverständlich unter Androhung fürchterlichster Repressionen seitens des brutalen Soldateska, die die Krimbürger an die Wahlurnen trieb. Einfach skandalös.

Ich kann übrigens türkischen Rotwein empfehlen. So ungefähr nach dem 3. Gläschen flutschen die Formulierungen nur so aus der Tastatur. Bei den Türken sitzen die Frauen hinterm Kochtopf, bei den Slaven müssen sie rackern, während die Kerle beim Fusel politisieren. Was ist gesünder ? :-)

"ruby" März 29, 2014 um 23:45

@ Bruch vom Müller
Bei der Diplomklausur Rechtswissenschaften (fünf Stunden) zeichnet mein bester/liebster Mitstudent in das gespickte BGB ein künstlerisch höchst zweifelhaftes Sackgesicht – die alte Sau ;-)
steht heute im Bücherregal !
http://www.stupidedia.org/stupi/Sackgesicht
Gruß von einem Enschen…

Soldat Schwejk März 30, 2014 um 01:17

@ pvk —> “daß du nicht selbst einsichtsfähig bist, ist Ausdruck einer grundreligiösen Haltung; „……daß man als Anhänger des Fortschritts……..“ argumentiert”

Oh nein, es ist Ausdruck einer bewußten Entscheidung und Begriffswahl. Wie @Goodnight sagen würde: “Draw a distinction”…

Aber gut, vermutlich sind manche Religiöse so auch zu ihrem Bekenntnis gekommen.

"ruby" März 30, 2014 um 01:34

Mystisches

Es gibt Vermutungen, im Schrank des Schrankgespenstes hause ebenfalls ein Schrankgespenst, womit dieses Gespenst ein Schrankschrankgespenst wäre. Diese Theorie fällt unter das Wirkliche-Matrix-hinter-der-Matrix-Prinzip. Da auch die Matrix aus einem Schrank stammt, ist genaugenommen auch sie schon ein Schrankgespenst. Schrankgespenster werden tagsüber von heftigen Alpträumen heimgesucht. Wissenschaftler sind sich bisweilen uneinig darüber, woher diese stammen. Man tendiert allerdings stark zu dem oben genannten Prinzip als Erklärung.

aus :
http://www.stupidedia.org/stupi/Schrankgespenst

"ruby" März 30, 2014 um 01:43
Morph März 30, 2014 um 07:55

@Holger

Du brauchst Zuspruch? Kein Problem:

http://www.youtube.com/watch?v=Vz6YBRVjRXg

Ich interessiere mich natürlich nicht für irgendwelche bekloppten Balltreteprofis. Vorschlag: Dreh doch Deine Obsession ins Positive und verlagere sie auf, sagen wir, @pvk. Der könnte es total gut brauchen and we would have world peace.

ruby März 30, 2014 um 09:38

Versuch Psychogram Putin
Premierminister 1999, 2000 und 2008-2012
Präsident 2000-2008 und seit 2012 3. Amtszeit
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/03/30/dlf_20140330_0738_44cffb57.mp3
Gerhard Simon

Ursprünge der Wikinger
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/die_wikinger_%282_3%29/819738?datum=2014-03-30
Schiffe und Flotten – Geschichte hart am Wind
;-)

wowy März 30, 2014 um 10:21
Insider März 30, 2014 um 12:47

@ F.L.
Die interessante Frage ist unter heutigen Verhältnissen anders zu formulieren: Wieso ist der Manipulationsvorwurf trotzdem zum beliebtesten Argument der Mediennutzer als Medienakteure geworden? Diese Frage stellt Julian Staib. Bevor jetzt alle wieder die Antwort wissen. Ich weiß sie nicht.

Inzwischen wurden über 700 Lesermeinungen als Antwort gepostet. Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, aber einen Teil. Dort wird der Manipulationsvorwurf rational und mit sachlicher und faktengestützer Argumentation begründet.

Für den FAZ-Jornalisten ist die Kernfrage, wie aus dem Link ersichtlich: Was geht bloß in diesen Köpfen vor?
http://www.faz.net/aktuell/politik/krim-krise-in-deutschen-medien-was-geht-bloss-in-diesen-koepfen-vor-12865042.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Es ist evident, dass ein erheblicher Teil der FAZ-Leser nicht die Meinungen und Deutungsmuster der FAZ-Macher übernimmt.

Damit stellt sich die Frage nach dem Warum?

F.L. schreibt: Ich weiß sie [die Antwort] nicht.

Wenn ihn die Antwort wirklich interessieren sollte, müsste er nur die Lesermeinungen systematisch auswerten.

Das wird wahrscheinlich nicht geschehen.
Welcher Journalist setzt sich mit seiner Rolle, seiner Abhängigkeit und Fremdbestimmung kritisch auseinander?

Denn wie @wowy (März 29, 2014 um 10:49) treffend schreibt:
Was sind denn die jetzigen Massenmedien anderes als Produkte von Oligarchen?

„Wer zahlt, befielt!“ heißt es in der Schweiz. Die Schweizer sehen diesen Zusammenhang nüchtern und realistisch, anderes als die biedermeierischen Deutschen mit ihrer Tendenz zu Euphemismen und zum Idealisieren.

So wie Söldner im Dienste der Plutokratie an militärischen Fronten tätig sind, so sind es Journalisten und Mediatoren an den Meinungs- und Deutungsfronten.

Insider März 30, 2014 um 14:14

„Wer zahlt, befiehlt!“

holger196967 März 30, 2014 um 15:35

michael

—>>>Was ist gesünder ? ”

LOL kosmische Frage… DER TOD? :D

holger196967 März 30, 2014 um 15:36

Morph

—>>>Du brauchst Zuspruch? Kein Problem:”

Nö… hab ich genügend… nur das solche Holzköpfe wie Du überall ihren Mist absondern, erstaunt mich doch. ;)

Soldat Schwejk März 30, 2014 um 18:42

An @Insiders Link zur FAZ angeschlossen ist ja noch ein Link zu einem interessanten Artikel von Sergei Markov in der „Moscow Times“. Markov ist wohl ein recht einflußreicher Medien-Multiplikator, der im englischsprachigen Ausland als wichtige russische Stimme wahrgenommen wird und sich innerhalb des russischen Establishments nicht so ganz einfach einordnen läßt.

http://www.themoscowtimes.com/opinion/article/russia-must-stop-us-expansion-in-ukraine/496137.html

V.a. diese Passagen sind bemerkenswert:

—> “This conflict has the potential of sparking a new Cold War — something I never thought could happen in modern times since I believed it would have to be rooted in ideological differences. Instead, Moscow and Washington have billions of dollars of economic interests at stake, making this a geopolitical rather than an ideological Cold War. […] If a geopolitical Cold War erupts, it very well may morph into an ideological one since a Western attack would force Putin to rely heavily on conservative forces in the country’s so-called “moral majority” in order to bolster his support. Additionally, Moscow will attempt to relieve pressure and find support abroad by stepping up its information campaign among the hundreds of millions of EU residents who sympathize not only with Putin’s stance against Washington, but also his support of the traditional values that have been rejected by the EU elite.”

Also zum einen… ich hatte es schon mal angemerkt… stärken die jetzige Entwicklung und die Dummheiten speziell des deutschen Establishments gegenüber Rußland dort natürlich die reaktionären, illiberalen Kräfte. Markov hält es aber darüber hinaus für möglich, daß Moskau sozusagen zu einer symmetrischen Antwort Zuflucht nimmt und geopolitische Motive ideologisch einkleidet. Also ähnlich wie „der Westen“ ökonomische und machtpolitische Motive als imperialen Liberalismus verkauft, so könnte Moskau sich als ideologische Schutzmacht der versprengten konservativen Ultras in Europa inszenieren. Womit wir irgendwie wieder im 19. Jahrhundert wären.

Naja, diesmal halt als Farce… Ich halte ja @Morphs frühere Einschätzung für durchaus zutreffend, daß es sich bei dem konservativen Herumgejammer etwa gegen die reale Gleichberechtigung, wie es auch hier immer mal in skurriler Form durch die Kommentarspalten wabert… also daß es sich da um nicht viel mehr handelt als um unfreiwillig komische Rückzugsgefechte eines verschrobenen Altmännertums, die in den jungen Generationen partout nicht mehr anschlußfähig sind… egal ob im machtpolitischen Kalten Krieg jetzt die eine oder andere ideologische Karte gespielt wird…

Aber verblüffend ist es schon, was für ideologische Querverbindungen zwischen verschiedenen Diskursen, zwischen Gesellschaftspolitik und Außenpolitik, sich da so andeuten. Ich finde das alles natürlich total absurd, aber trotzdem irgendwie unerfreulich. Man muß als liberaler und progressiver Gegner eines ‚westlichen’ Expansionismus sich dann nach zwei Seiten hin abgrenzen: Gegen den liberalen Imperialismus, mit dem v.a. US-amerikanische Machtpolitik ideologisch eingekleidet wird. Aber auch gegen die obsessive Antimoderne, für die Putins Rußland irgendwie so eine machtpolitische Chiffre zu werden scheint für die eigenen rückwärtsgewandten Ressentiments. (Beides steht in einem komischen Kontrast zu der realen Modernität der russischen Gesellschaft.)

Zuallererst sollte man sich angewöhnen, Inneres und Äußeres, Gesellschaftspolitik und Machtpolitik, getrennt voneinander zu betrachten. Und was die Lösung der Ukraine-Krise angeht, so scheint mir die von Markov kommunizierte russische Sicht die bei weitem konstruktivste Variante zu sein. (Dann bliebe einem auch die oben skizzierte Scheiße erspart.)

—> “The way to end this standoff is clear: Ukraine must become a neutral state with a democratic government. It must grant full equality to both its Ukrainian and Russian-speaking citizens, adopt the policy of federalism and make both Ukrainian and Russian official state languages.”

Soldat Schwejk März 30, 2014 um 18:51

Das letzte Zitat entspricht ja so ungefähr dem Inhalt des Lawrow-Vorschlages. Die maßgeblichen europäischen Akteure haben es völlig verdient, daß die Russen sich mit ihnen nicht weiter groß aufhalten und sich gleich mit Washington zu verständigen versuchen. Trotzdem hätten die ‘Europäer’ jetzt für kurze Zeit die Möglichkeit, nicht die beleidigte Leberwurst zu spielen, sondern ganz im eigenen Interesse zugunsten einer Entspannung zu wirken, indem sie offen den Lawrow-Vorschlag unterstützen. – Obwohl man sich da sicher nicht allzu viel Hoffnung machen muß.

ruby März 30, 2014 um 22:26
ruby März 30, 2014 um 22:41

Nachtrag zur Einlagensicherung, Seite 18 im Geschäftsbericht pdf
https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2014/2014_03_19_fortschritte_bankenunion.html?startpageId=Startseite-DE&startpageAreaId=Teaserbereich&startpageLinkName=2014_03_19_fortschritte_bankenunion+169982
“Auf der Basis der bereits bestehenden harmonisierten Deckungssumme in Höhe von 100000 € pro Einleger, zielt die
laufende Überarbeitung unter anderem darauf ab, die bisher allein national verankerten Finanzierungsgrundlagen der Sicherungssysteme stärker europaweit zu harmonisieren und
die Auszahlung von Geldern im Rahmen der
Einlegerentschädigung zu beschleunigen. Finanzstabilität und Verbraucherschutz sollen so unter Wahrung gleicher Wettbewerbsbedingungen in den EU-Ländern gestärkt werden.
Die Verhandlungen zur Reform der EU-Einlagensicherungsrichtlinie stehen vor dem Abschluss. Nach ihrer Verabschiedung ist sie in nationales Recht umzusetzen.”
Wunschlose Reise
http://www.youtube.com/watch?v=x5sIvkS_kps

ruby März 30, 2014 um 22:54

Grundlagen
http://ec.europa.eu/internal_market/bank/guarantee/index_de.htm
Stiftung Warentest dazu:
“Sobald die Banken­aufsicht den Entschädigungs­fall bei einer Bank fest­gestellt hat, sollen Sparer voraus­sicht­lich ab 2015 inner­halb von sieben Werk­tagen anstatt wie bisher binnen 20 Werk­tagen entschädigt werden. Zudem sollen Sparer inner­halb von fünf Tagen eine Notauszahlung zur Deckung von Lebens­haltungs­kosten erhalten können.”
http://www.sven-giegold.de/2014/einlagensicherungsrichtlinie-feedback-des-dt-sparkassen-und-giroverbandes/
;-)

ruby März 30, 2014 um 22:58

Rückhalt :

“Vielleicht gelingt es ja, wenn sich die Institutssicherungssysteme auch in der Zukunft bewähren, die finanzielle Ungleichbehandlung zur klassischen Einlagensicherung zu bereinigen. Aufmerksam werden wir auch die weitere Umsetzung der Richtlinie über delegierte Akte der Kommission und guidelines der EBA begleiten müssen, damit der Geist des gefundenen Kompromisses nicht auf diesem Wege beeinträchtigt wird.

Der nun vorliegende Erfolg konnte nur dadurch erreicht werden, dass Sie sich in den Diskussionen und Verhandlungen immer wieder für die Belange der Institutssicherungssysteme stark gemacht haben. Hierfür möchte ich Ihnen – im Namen des Präsidenten des DSGV aber auch stellvertretend für Sparkassen vor Ort, ganz herzlich danken. Wir haben mit Freude den großen politischen Rückhalt und die Wertschätzung der Sparkassen-Finanzgruppe wahrgenommen und werden auch in Zukunft daran arbeiten, dass uns dieser erhalten bleibt.”

ruby März 30, 2014 um 23:02
ruby März 30, 2014 um 23:08

Black Swan Strategy :

“NATO-Oberkommandeur bricht USA-Besuch wegen Ukraine-Krise ab

Der Oberkommandierende der NATO, US-General Breedlove, hat einen Besuch in Washington vorzeitig abgebrochen und ist nach Europa zurückgekehrt. Grund seien die wachsenden Unsicherheiten in der Ukraine, erklärte das amerikanische Verteidigungsministerium. Das Pentagon verwies auf eine mangelnde Transparenz der Führung in Moskau über Militärbewegungen an der russisch-ukrainischen Grenze. – In Paris werden unterdessen weitere Gespräche über die Krim-Krise geführt. Dort erörtern der russische Außenminister Lawrow und sein US-Amtskollege Kerry die Lage.”

Wird jetzt ein lokaler begrenzter Atomangriff gecheckt?

ruby März 30, 2014 um 23:18

Bei dem Beat gerät jeder Viertakter auf dem Landcruise aus dem Rythmus
http://www.youtube.com/watch?v=Fx5sTRDhDFE
;-)
Never mind the bullocks

ruby März 30, 2014 um 23:36

Sonderentsorgungszone Ukraine …
@ Bruch vom Müller
Fucking EU will pay ?

ruby März 30, 2014 um 23:54

12Incher für HH
http://www.youtube.com/watch?v=huavJMGUbiI
and for running away

ruby März 31, 2014 um 00:04

und jetzt kehrt alle in eure Seelen ein …

Stephan März 31, 2014 um 00:14

Interessante Diskussion. Aber von wegen “Manipulation in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie?” Wir sollten mal über HITLER reden!

Lexi März 31, 2014 um 08:23

@ Soldat Schwejk
Gute Einordnung, muss ich mal ein großes Danke aussprechen.

niemand März 31, 2014 um 08:58

>”(Beides steht in einem komischen Kontrast zu der realen Modernität der russischen Gesellschaft.)”

Vielleicht erlebt die russische Gesellschaft gerade durch die extensive mediale Bespiegelung unserer Gegenwart, quasi in der vielzitierten Echtzeit, gleichzeitig bewußt die Licht- und Schattenseiten ihrer eigenen Modernisierung — Sieh, dort geht’s hin! — während sie gleichzeitig ein Spätstadium dieser Entwicklung im Vielvölkerstaat EU beobachtet, der sich statt Tartaren Griechen als Prügelknaben für die eigenen, ungelösten Probleme hergenommen hat. Und muß entscheiden, ob dieses Stadium ein zwingender Endzustand, oder durch politische Einflußnahme abwendbar ist.

Zwei Herzen.

Sehnsucht — Ekel.

wowy März 31, 2014 um 10:51
ruby März 31, 2014 um 20:10

@ Bruch vom Müller

Deine subtile fundamentale Inhalts- und Formkritik
wühlt noch immer auf – auch wenn bereits einige Konklusionen eingehaucht sind.
;-)
rückmelde vielleicht später

ruby April 2, 2014 um 21:34

positive Fortententwicklung
http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/redezeit/medien161.html
früher gab es nur Telefonzellen
aufmerksame Zeitzonen

ruby April 3, 2014 um 01:39

man o man
europa kann froh sein, dass der Vladi hier mitliest und ein paar Schwejks sich auf seinen Humor verlassen können …
http://www.youtube.com/watch?v=XKXQzs6Y5BY
es kommt immer ein danach – bei Schostakowitsch after Stalin

ruby April 3, 2014 um 10:19
ruby April 3, 2014 um 13:03

Alarm !!!
Staatsstreich 26. und letzte Episode
http://www.youtube.com/watch?v=eDVFQ91Vack
genial köstlich seherisch
Jedes Word ein Juwel…
“Leutnant Rotteck, ich habe einen Auftrag für Ihn.”

Liebe Diplomaten, liebe Völker …”

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