Wladimir Putin, ethnischer Nationalist? Ein Gastbeitrag von Pavel Lokshin

by f.luebberding on 31. März 2014

Um Nachrichten-Matsch geht es in diesem Blog nicht, weil hier keine Nachrichten zu finden sind. Eher um den manchmal geglückten Versuch, sich Gedanken über die Frage zu machen, was Nachrichten eigentlich bedeuten. Ein gutes Beispiel war der Artikel von Soldat Schwejk über Vorstellungen über Russland. Natürlich gibt es das auch in Tageszeitungen, wie heute Morgen. Kerstin Holm, FAZ-Korrespondentin in Moskau, betrachtet die Debatte über die Krim und die Ukraine aus der Perspektive des 2008 verstorbenen Alexander Solschenyzin. Man könnte aber auch Lew Kopelew nennen oder Andrei Sacharow, um nur zwei weitere bedeutende russische Intellektuelle aus dem vergangenen Jahrhundert zu nennen. Kopelew fasste das russische Lebensgefühl in seiner Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1981 so zusammen:

“Das russische Wort »rodina« ist unübersetzbar, es kann nur erklärt werden: Das Land, wo man geboren ist. Meistens übersetzt man rodina mit dem trauten deutschen Wort »Heimat«. Heimat kann auch Wahlheimat sein. Deutschland war für mich seit Kindheit zur Heimat meiner Träume, meines geistigen Strebens geworden. Jetzt fand ich hier Zuflucht und Arbeitsstätte, die Möglichkeit, frei zu sprechen und zu schreiben. Rossija – moja rodina, Rußland ist meine Heimat; Deutschland ist meine Wahlheimat. Und darin ist kein Widerspruch, sondern eine kontrapunktisch harmonische Einheit.”

Was versteht nun Wladimir Putin unter Heimat? Und wer ist dort eigentlich “beheimatet”? Mit dieser Frage beschäftigt sich Pavel Lokshin in seinem Gastbeitrag: “Wladimir Putin, ethnischer Nationalist?” Putin, so Lokshin, definiere Russland als eine “kulturelle Identität”, nämlich ob “sich Gruppen … mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen.” Was das jetzt für den Konflikt um die Ukraine und die Einschätzung der zukünftigen russischen Außenpolitik bedeutet, lohnt die Debatte. So scheint bei Frau Timonschenko diese Bereitschaft zur Unterordnung nicht vorhanden zu sein. 

Unser Gastautor Pavel Lokshin ist im vormaligen Leningrad/UdSSR geboren, studierte Soziologie und Geschichte in Deutschland und Dänemark. Er arbeitet als freier Journalist und Übersetzer. Hier geht es zu seinem Gastbeitrag.

Wladimir Putin, ethnischer Nationalist?

Ein Gastbeitrag von Pavel Lokshin

In Analysen und Kommentaren zum Krim-Konflikt taucht hin und wieder ein Wort auf, das für deutsche Ohren einen verbotenen Klang hat: “völkisch.” Moritz Schuller spricht im Tagesspiegel von Putins “völkischen Argumenten” bei der Besatzung der Krim. Julian Hans sieht in der “Süddeutschen” nach Putins jüngster Rede gar ein “völkisches Russland” aufkommen, das bedrohten Landsleuten Schutz biete, “wo sie auch leben mögen” – und die amerikanische Politikwissenschaftlerin Kimberley Marten meint in der Washington Post, Putin könnte Slobodan Milosevics Weg beschreiten. Der Boulevard formuliert prägnanter: “Putin ist Hitler.”

Als Beleg dafür, dass Putin doch irgendwie Nazi ist, dient Putins Rede vom 18. März. Die Rede sei ein bedeutender Einschnitt, so Kimberly Marten sinngemäß. Jetzt sei Putin kein bloßer Etatist mehr, sondern ein ethnischer russischer Nationalist.

Tatsächlich benutzt Wladimir Putin in seiner Rede auffällig oft das Wort “russisch” – in Absetzung von “russländisch”, der üblichen postsowjetischen Vokabel, die im Zusammenhang mit Identität und Staatsangehörigkeit benutzt wird (in der englischen Übersetzung geht diese Differenzierung leider verloren). Putin spricht von den Gräbern “russischer” Soldaten, vom “russischen” Kriegsruhm, von der “russischen” Schwarzmeerflotte.

Im Absatz darauf schwärmt er allerdings von der “einzigartigen Verschmelzung von Kulturen und Traditionen unterschiedlicher Völker”. Diese Verschmelzung verbinde Krim mit Russland. Der vorgebliche Ethnonationalist Wladimir Putin scheint keine Berührungsängste vor Multi-Kulti-Rhetorik zu haben: Alles schön bunt hier, genau wie bei uns in Russland. Wer die Vokabel “russisch” benutzt, ist nicht notwendigerweise ein Nationalist – so sehen das jedenfalls die selbsterklärten russischen Nationalisten.

Nach dem Krim-Referendum war Jegor Proswirnins Begeisterung jedenfalls etwas gedämpft. Der junge Publizist, der in seinem Online-Magazin „Sputnik i Pogrom“ gegen das multiethnische Russland anschreibt, kann Putin jedenfalls nicht zujubeln. Proswirnin glaubt nicht, dass der Präsident sich plötzlich in einen russischen Nationalisten verwandelt haben könnte – nachdem er vierzehn Jahre lang nicht müde wurde, die multiethnische russische Identität zu preisen.

Konstantin Krylow, der Vorsitzende der Nationaldemokratischen Partei, kann die Begeisterung vieler seiner Landsleute für den Anschluss der Krim ohnehin nicht teilen. Russische Herrschaft auf der Krim werde nichts an der Tatsache ändern, dass ethnische Russen in ihrer Heimat unterdrückt würden.

Für Krylow hat diese Unterdrückung viele Formen: etwa die Subventionierung der kaukasischen Teilrepubliken auf Kosten wirtschaftlich unterentwickelter russischer Regionen. Oder Verfolgung von Nationalisten nach dem „Extremismusgesetz“, die selbst von vielen Liberalen beklatscht wird. Schließlich sei da noch die parteiische Justiz bei Gewaltverbrechen, die von “Kaukasiern” an “Russen” verübt werden.

Aus Putins Sicht ergeben solche Klagen keinen Sinn. Wenn Putin von “Russen” spricht, meint er etwas völlig anderes als Krylow und Proswirnin. Für Putin ist das “russische Volk” kein Selbstzweck, sondern eine Art Kaste von Staatsdienern, das integrierende Element der territorialen russischen Staatlichkeit, das Personal des Imperiums.

Russland, schrieb Putin 2012 in seinem Gastbeitrag in der Nezavisimaia gazeta, sei historisch weder ein ethnischer Staat noch ein “melting pot”, sondern ein multinationaler Staat, in dem viele Völker koexistierten.

Alle Versuche, in Russland einen monoethnischen Staat aufzubauen, führten daher zwangsläufig zu Staatszerfall. Der Prozess der nationalen Selbstbestimmung des russischen Volkes, den Nationalisten anmahnen, sei bereits vollzogen – das russische Volk sei eine einzigartige “polyethnische Zivilisation, zusammengehalten vom russischen Kulturkern”. Seine “historische Mission” liege darin, “zu einen und zu verbinden“. Putin verschiebt also die Grenzen des „Russischen“ über das Ethnische hinaus.

Wenn man Putins hochtrabende Sonderwegsrhetorik ausklammert: “Russisch sein” ist eine kulturelle Identität. Gemeint sind damit weniger die Besitzer der gesammelten Werke von Dostojewskij, sondern Gruppen, die sich mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen – wie die Bewohner der Krim. Welchem “Volk” sie dabei angehören, ist für Putin unerheblich.

{ 118 comments }

Wirtschaftswurm März 31, 2014 um 12:09

Man könnte es auch noch etwas positiver formulieren: Russland, das sind verschiedene Ethnien, die durch eine gemeinsame Geschichte miteinander verbunden sind.
Da Putins Rede in dieser Hinsicht eigentlich keine Zweifel aufkommen lässt, finde ich aber vor allem interessant, wie in deutschen Medien überhaupt die völlig verzerrende Vorstellung von Putin als “ethnischen Nationalist” (was übrigens ein “weißer Schimmel” ist) Eingang finden konnte.

holger196967 März 31, 2014 um 12:09

—>>> Gemeint sind damit weniger die Besitzer der gesammelten Werke von Dostojewskij, sondern Gruppen, die sich mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen – wie die Bewohner der Krim. Welchem “Volk” sie dabei angehören, ist für Putin unerheblich.”

LOL es gibt so wenig die “Russen”, so wie es auch nicht die “Deutschen” gibt oder die “Europäer”. :D

Ersetze Moskau durch Berlin oder Brüssel und Putin durch Juncker alles ist gesagt. Zu Brüssel und dem Gurkenkrümmungsgrad hat uns keiner gefragt, also immer hübsch den Zeigefinger inner Tasche lassen.

Zu Hause nichts gebacken kriegen, aber immer über andere wettern. Darauf kann man echt STOLZ sein. Mir ist schon klar, warum das Haus der Welfen (Three Lions) aus Hannover, nicht den Mist mitmachen, was die EUdSSR so verzapft. Aber was solls, wenn die Elite meint, dass das alles so richtig ist, sollte man se auch nicht daran hindern, Gottes Werk zu vollrichten.

Bladnoch1971 März 31, 2014 um 12:14

Sehr interessanter Gastbeitrag. Wenn man der Argumentation folgt, brauchen die Balten und die Westukrainer sich eher keine Sorgen machen, da sie sich mit Sicherheit nicht “mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen” werden. (Das die baltischen Staaten Mitglied der NATO sind, lassen wir jetzt mal außen vor!) Allerdings kann sich der allseits geschätzte Alexander Grigorjewitsch Lukaschenko wohl langsam mal nach einem neuen Job umsehen. Der des weißrussischen Diktators wird dann der geopolitischen Restrukturierung zum Opfer fallen; denke mal das sich die weißrussische Bevölkerung ganz gerne widerstandslos von Moskau regieren lassen würde. Das dürfte für die eher eine Verbesserung darstellen.

f.luebberding f.luebberding März 31, 2014 um 12:48

Bladnoch

Deshalb ist es auch fraglich, ob Putin jetzt expansionistisch agieren wird. Man kann sich auch Probleme ins Haus holen, die man besser vor der Tür liegen lässt. Joschka Fischer ist übrigens ein Scherzkeks. Man braucht nun wirklich keine Konfrontation mit Putin, um den europäischen Staatenbildungsprozeß voranzubringen. Das Zeitalter der Einigungskriege ist vorbei. Interessanter als Fischer ist John Kornblum.

Balken März 31, 2014 um 12:53

“So scheint bei Frau Timonschenko diese Bereitschaft zur Unterordnung nicht vorhanden zu sein.”

Ist gut, Lübberding. Es ist hinlänglich deutlich geworden, worunter deine Bereitschaft zur Unterordnung vorhanden zu sein scheint.

Timoschenko hier noch herauszustellen ist irgendwie out of time, oder geht es nur noch um Unterordnung unter die Regionalmacht, unter der man halt so lebt und untr der man als als Journalist überleben will? Nach dem Motto: Unser Schurke – gut, deren Schurke -schlecht?

Auch ein hübscher Gastbeitrag, den man ja hier per Link zum Gast machen kann: http://feynsinn.org/

Ja, die Welt ist einfach. Es gibt klare Alternativen. Man muss halt wissen, worunter man sich, gerade als Journalist, unterordnen will/muss. Schon klar.

holger196967 März 31, 2014 um 12:54

—>>>Man braucht nun wirklich keine Konfrontation mit Putin, um den europäischen Staatenbildungsprozeß voranzubringen.”

Was issen das? Der “Staatenbildungsprozess” ? Gibts die noch net? oder wie darf ich das verstehen?

holger196967 März 31, 2014 um 12:58

Was ist zur fucking Hell ein “europäischer Staatenbildungsprozeß” ? Und was bitte schön sind Einigungskriege? Man haut sich so lange auf die Nuss bis man einer Meinung iss?

Ich sehe es schon kommen, minne Fruh haut mir mit dem Nudelholz solange auf die Fratze bis se platzt, und zwingt mich danach zum Sex. Naja, irgendwas iss ja immer…

Doktor D März 31, 2014 um 13:04

Ich sekundiere @holger in Bezug auf “europäische Staatenbildung”. Was meinst du denn damit @fl? EU auf dem Weg zum Föderationsstaat? Oder aus den ganzen Satrapien und Failed States, die sich in der EU-Peripherie finden (diesseits und jenseits der AUßengrenzen), macht die EU Schritt für Schritt stabile und funktionierende Staaten nach “unserer Werteordnung”?
Bin etwas verwirrt.
Danke für die interessante neue Stimme!

f.luebberding f.luebberding März 31, 2014 um 13:12

Staatenbildung bedeutet nichts anderes als einen weiteren Integrationsschub in der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik. Das ist die Intention von Fischers Artikel. Die Ukraine-Politik als Motor für diese Entwicklung. Ich glaube aber nicht, dass man dafür die Konfrontation mit Putin braucht – und zwar als Annahme, die Annexion der Ostukraine sei das nächste Ziel der russischen Außenpolitik. Das steht nämlich keineswegs fest.

Doktor D März 31, 2014 um 13:16

Danke! @fl
Wie kommen die eigentlich alle darauf, dass Putin et al. die Annexion der Ostukraine plant / anstrebt? Gibt’s da irgendwelche Argumente?
NATO-Versteher an die Front!

holger196967 März 31, 2014 um 13:19

—>>>Staatenbildung bedeutet nichts anderes als einen weiteren Integrationsschub in der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.”

Die Staaten sind aber schon gebildet. Also kann es sich nicht um Staatenbildung handeln. Es gibt diese Staaten, mal mehr oder weniger. Nächstes Wort: “Integrationsschub”

Das heißt nichts anderes, als vertragliche Annexion. Vom IWF und Troika gesteuert.

So, und um nochmal darauf zu kommen, wenn in Zwo Jahren der Yuan oder eine Währung von den “BRICS” weltweit zu handeln ist, entfällt die Europäische Assimilation. Dann läuft der “Integrationsschub” aber mal in eine ganz andere Richtung.

holger196967 März 31, 2014 um 13:33

Das Problem, was der “Westen” hat ist: Er denkt, er würde Gottes Werk verrichten und nur der “Westen” hätte das Recht alles und jeden zu beherrschen und zu Kreuzigen. Das ist aber ohne Konfuzius gerechnet worden.

Anderer Seits kann man neben Helmut Schmidt auch Deschner ua lesen. Vielleicht bekommt man dann ein wenig Überblick über das “Christliche-Jehova” Abendland. Warum? Das liest man auch bei Albert Pike.

Wer schlau ist, legt sich nicht mit dem “Westen” an. Sondern wartet, bis sich dieser “Westen” selbst zerledert hat. Die “Macher” des “Westen” habe bis dato immer ihre Zöglinge im Stich gelassen. 40 Millionen Food-Stamp Bezieher in den USA können nicht lügen. Millionen von frustierten Süd-Europäern auch nicht.

Und dann holt man sich das abgefuckte Boot UKRAINE noch dazu? :D

Und wer kam mit 1914? Die Leute sind doch nicht mehr ganz Wasserdicht. Warum erreicht denn die FN in Fronkraisch Homeland from the great Hutt soviel Zulauf?

Wir sind in der EUdSSR und die macht gerade die Grätsche.

Frankie (formerly known as Bernankie) März 31, 2014 um 13:42
f.luebberding f.luebberding März 31, 2014 um 14:01

Der Artikel von Kornelius passt hervorragend in diesen Kontext. Die Politik sollte zwar Interessen nicht von der Industrie definieren lassen, aber deren Interessen in die Entscheidungsfindung einfliessen lassen. Auf jeden Fall besser als – wie Kornelius – seinen Klischees über Russland zum Opfer fallen. Denke der Gastbeitag setzt einen Kontrapunkt zu Kornelius.

holger196967 März 31, 2014 um 14:31

Frankie

das steht ja auch alles schon drin… “Boarder” nämlich “Grenzen” und die ist abgeschlossen. Und was versucht nun die “EU” ? Grenzüberschreitend ihre wichtigen Max zu machen. Und das über eine Währung. Der ! “freiwillige” Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ist ein Witz dagegen.

Soviel nochmal zum Völkerrecht. Vertraglich kann man jeden und alles überfallen. Das ist ja auch der Witz. Man kann auch ner 90 Jährigen auch noch einen Bausparvertrag unter die Nase reiben, oder auch 20 jährige Staatsanleihen.

Was mir auf die Pelle geht, ist diese dämlich Heuchelei, die an den Tag kommt, und dass die Penner das Heucheln auch noch durch spitzer Feder erklären zu versuchen.

Bladnoch1971 März 31, 2014 um 14:32

@Luebberding
Keine Ahnung was manche Teile der Grünen und insbesondere Joschka Fischer bei diesem Thema derzeit reitet. Sicherlich macht ein gemeinsamer Gegner manche Verhandlung einfacher, aber ob sich die EU zu einem echten Staat weiterentwickeln wird oder nicht, da wird dieser Konflikt keine entscheidende Rolle spielen. Dafür haben wir zuviele Baustellen innerhalb der EU.
Der Artikel von Kornblum ist mit Sicherheit verbindlicher, allerdings kann es meines Erachtens dahingestellt bleiben, ob die Fehler in der Vergangenheit gegenüber Russland nun böse Absicht waren oder Nachlässigkeit. Derzeit müssen wir mit den Folgen leben.
@Frankie
Nette grafische Spielerei. Spätestens seit dem Zerfall von Yugoslawien wissen wir das Grenzen in Europa auch am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht in Stein gemeißelt sind. Hatte nur irgendwie gehofft wir wären inzwischen soweit das anders zu regeln.

Balken März 31, 2014 um 14:39

“Staatenbildung bedeutet nichts anderes als einen weiteren Integrationsschub in der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik. Das ist die Intention von Fischers Artikel. Die Ukraine-Politik als Motor für diese Entwicklung.”

Jo, standhaft! Staatenbildung – ist wenn die USA sich um ein einzurichtendes Cape Bondsteel einen Staat von ihren Gnaden aus einem anderen herausbrechen. Staatenbildung ist nicht, wenn ein anderer unter ganz anderen historischen Voraussetzungen, undplebiszitär unterfüttert, ein altangestammtes Gebiet, das in eine Schütterzone zu geraten droht, quasi heimholt. Wenn zwei das gleiche tun ist das nicht dasselbe.
Zum von Lübberding erwähnten Fischer-Artikel gibt es hier recht sarkastische treffsichere Anmerkungen.
Überhaupt, da gerade vomFischer die Rede ist, das Jubliäum des Überfalls auf Serbien durch die Nato ist hier wie anderswo – kein Thema.
Oder, ganz was anderes, in Russland sind Fratzbuch und DuTube gesperrt worden. Großes Bohai in allen Medien von Welt bis Lübberding. Ach nein, es war ja das Nato-Land Türkei. Schmallippige Erwähnung bis Schweigen. Der Grund der Abschaltung, ein geleaktes Gespräch über zu konstruierende Kriegsvorwände – kein Thema. Philosophieren wir mal wieder über die russische Seele oder machen den Putinversteher, sein Seelenleben betreffend.

holger196967 März 31, 2014 um 14:42

Und Frankie

es gibt nur 2 Wege zum Eigentumsrecht:

Entweder ich murks dich ungestraft ab (Indianer) nehme dein Eigentum in Besitz, oder ich verschulde dich (Indianer,Sklave) über einen Währung. So raffiniert, das du Bolzen sogar bei SAP aaaaabeiten gehen musst. Um dein Eigentum, welcher mit Schuld ja du nur Besitzer bist, sichern zu wollen.

Dann jage ich dir die Pest auf den Hals über die Währung, so, dass du noch net mal mehr die Luft zum Atmen hast. Dh ich versau dir deine SAP Netto-Lohn Kaufkraft.

Dann schicke ich dir die Troika RTL Peter Zwegat van Elster IWF ins Haus, und erzähle Dir, dass du ein erbärmliches Würstchen mit Schulden bist, währen der Dietmar Hoppst… Lusche :D Du bist nämlich auch nur eine erbärmliche Lusche, im Auftrag vorm Herrn. LOL

Und nun Frankie, zeige mir die SAP Karte!

f.luebberding f.luebberding März 31, 2014 um 14:44

Passt auch hier rein.

carlos manoso März 31, 2014 um 14:48

@F.LUEBBERDING on 31. MÄRZ 2014
„Für Putin ist das “russische Volk” kein Selbstzweck, sondern eine Art Kaste von Staatsdienern, das integrierende Element der territorialen russischen Staatlichkeit, das Personal des Imperiums.
Russland, schrieb Putin 2012 in seinem Gastbeitrag in der Nowaja Gaseta, sei historisch weder ein ethnischer Staat noch ein “melting pot”, sondern ein multinationaler Staat, in dem viele Völker koexistierten.
Alle Versuche, in Russland einen monoethnischen Staat aufzubauen, führten daher zwangsläufig zu Staatszerfall. Der Prozess der nationalen Selbstbestimmung des russischen Volkes, den Nationalisten anmahnen, sei bereits vollzogen – das russische Volk sei eine einzigartige “polyethnische Zivilisation, zusammengehalten vom russischen Kulturkern”. Seine “historische Mission” liege darin, “zu einen und zu verbinden“. Putin verschiebt also die Grenzen des „Russischen“ über das Ethnische hinaus.“

Pavel Lokshin wirft hier verschiedene Ebenen wirr und wild so durcheinander, bis sie für die irre Propaganda der „westlichen“ Medien- und Politikermeute „anschlussfähig“ werden.

Luebberding; die Tatsachen:
Ethnische Russen machen heute ca. 81 % der Bevölkerung Russlands mit seinen rund 144 Millionen Einwohnern im größten Flächenland der Welt aus. 19% der Bevölkerung Russlands setzen sich aus vielen hunderten kleinerer Völker mit eigener Sprache und Kultur zusammen.

Die Bevölkerung der Krim wählte per „Referendum“ am 16. März in freien Wahlen zu 97,5% 2014 als größtenteils ethnische Russen für eine Wiedervereinigung der Krim mit Russland aus, mit den Rechten eines „ Subjekts der Russischen Föderation“. Wer dieses historische Ereignis mit dem Satz beschreibt:„Putin verschiebt also die Grenzen des „Russischen“ über das Ethnische hinaus“ zu beschreiben“, sollte an sich selbst einige sehr grundsätzliche Fragen richten !!!

„Wikipedia“ heult im „westlichen“ Propadandasound gleichgeschaltet mit: „Dass China sich auf die Seite Russlands gestellt hatte, führten westliche Diplomaten auf den Verstoß des Referendums auf der Krim gegen die von China im UN-Sicherheitsrat vertretenen Grundprinzipien der territorialen Integrität und der Nichteinmischung zurück.“

Dass der gleichgeschaltete „freie Westen“ die Falle „Nistrien „ aufgestellt hat und dafür betet, dass das Böse (Putin) so blöd ist, in sie hineinzutappen, würde für das NATO-Militär endlich den Weg finalen freimachen für den Einsatz „taktischer Mininukes“. Ansonsten liebe nur noch das modifizierte US-Konzept aus Irakzeiten: „Ethno-Zoo“ für die Ukraine, sprich NEUTRALE BUNDESREPUBLIK UKRAINE.

Soldat Schwejk März 31, 2014 um 14:55

Interessanter Gastbeitrag, da bedauere ich ja, ab morgen für einige Tage offline zu sein und der weiteren Diskussion nicht zeitnah folgen zu können.

Vielen Dank auch für die Verlinkung des bemerkenswerten Putin-Essays (aber nicht in der ‘Novaia’, sondern der ‘Nezavisimaia gazeta’). Der sollte eigentlich mal komplett ins Deutsche übersetzt werden; ich glaube bei Lektüre dieses Essays einiges doch besser verstanden zu haben. Also den doch letztlich klugen und weitsichtigen Ansatz des Putinschen Staats- und Politikverständnisses, aber auch dessen Anfälligkeit für fragwürdige und rückwärtsgewandte Deutungen.

—> “Gruppen, die sich mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen…”

Naja, aus dem Blickwinkel einer reinen Machtrationalität könnte man das vielleicht so deuten. Aber ich denke nicht, daß man das darauf reduzieren kann. Es geht ja um eine vernünftige Ordnung, um institutionelle und soziale Kohäsion in einem heterogenen Raum, in dem Desintegration, wie die Geschichte gezeigt hat, äußerst gewaltförmig ablaufen kann. Putins Antwort ist da weit moderner als etwa der blindwütige ukrainische Nationalismus und einseitige Geschichtsfanatismus eines Großteils des Kiewer Establishments.

Wenn man das vor dem Hintergrund früherer Unterhaltungen in diesem Forum darstellen will, dann könnte man sagen: Putin identifiziert das russische Staatsvolk (Demos) nicht mit irgendeinem Ethnos, sondern mit einer durch die russische Sprache und Alltagskultur zusammengehaltenen Gesellschaft. (Wörtlich: “Wir sind eine multinationale Gesellschaft, aber wir sind ein Volk.”) – Und er bezieht sich da ausdrücklich nicht nur auf sogenannte Hochkultur, sondern auf das einigende Band einer russischsprachigen Populär- und Massenkultur.

Also gemeinsame Symboliken, gemeinsame Geschichten, die weitererzählt und verstanden werden. Eine Sache, die sich mit meinen Beobachtungen deckt: Es ist z.B. für den Nichtrußländer erstaunlich, wie Zitate und Dialoge aus einzelnen Kinofilmen der sowjetischen Zeit (exemplarisch “Brillantovaia Ruka”) so Eingang in Alltagskonversation finden, wie bestimmte emotionale Inhalte damit transportiert werden – jeder versteht es, auch jüngere Leute, nur dem Nichtrußländer muß es ggf. umständlich erklärt werden.

Ähnlich die sehr starke, wenig anglisierte Tradition der russischsprachigen Popmusik, die allerdings etwa im Gegensatz zur französischen und italienischen kaum über den russischsprachigen Raum hinaus Verbreitung gefunden hat.

Also so verstehe ich Putin auch, daß diese elementare soziale Kohäsion auf der Grundlage der russischen Sprache es überhaupt
erst möglich macht, daß der Raum politisch-institutionell geordnet werden und eine moderne Entwicklung nehmen kann. Daß er nicht in ethnisch-konfessionellen Konflikten versinkt, die ihn ins europäische 17. Jahrhundert zurückwerfen würden.

Das Problem bei einer solchen Sicht, was bei Putin leider auch anklingt, besteht darin, daß eben jene Alltags- und Populärkultur dann als Instrument einer staatlichen Politik betrachtet werden kann, daß sie als vom Staat lenkbar angesehen wird und ihre Kraft und integrative Wirkung gerade dadurch verlieren muß.

Ich hoffe, der Autor des Gastbeitrages beteiligt sich auch an der Diskussion, ich würde ihn nämlich in dem Zusammenhang gern etwas fragen:

Ab und zu hatte ich hier ja zu Youtube-Videos der baschkirischen Rocksängerin Zemfira verlinkt. Die ist als Superstar ein Teil dieser starken russischsprachigen Populärkultur, auch ihre Liedtexte gehören offenbar schon so zum Kanon einer übergreifenden Symbolik des russischsprachigen Kulturraumes. Nun ist sie offensichtlich überhaupt keine Anhängerin des Putinismus, und gerade im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise hat sie aus ihrer Ablehnung der offiziellen russischen Politik kein Hehl gemacht.

Wie wird das Ihrer Meinung nach in Rußland heute so wahrgenommen? Also gerade in den popkulturell interessierten Milieus? Gibt es da so eine Spaltung, oder geht das irgendwie zusammen? Also kann man ein Fan sein z.B. von Zemfira und gleichzeitig ein rußländischer Staatspatriot und Anhänger von Putin? Wird da zwischen politischem und kulturellem Verständnis getrennt? Oder geht das gar nicht zusammen? Wird so etwas irgendwo kontrovers diskutiert?

Insider März 31, 2014 um 14:59

Journalisten sind Söldner an der Meinungs- und Deutungsfront im Dienste von Plutokratie und Oligarchen.

aifran März 31, 2014 um 15:06

Sondermeldung Sondermeldung Sondermeldung

…. das Ministerium für Wahrheit und Propaganda (Abteilung für Putindiffamierung) sucht zusätzliche erfahrene Kampfschreiber – für die Produktivsten Kampfschreiber besteht auch möglichkeit einer späteren Fixanstellung.
…. Die Hundekeksauslieferung an unsere an vordesten Ant-Putin-Schreibfront kämpfenden Kameraden der 6.Armee erfolgt spätestens Morgen durch unser Luftwaffelbrigade
…. das Ministerium für Wahrheit und Propaganda (Abteilung für Putindiffamierung) untersagt jeden Hinweis auf eine möglicherweise verdrängte und durch extrem Männliches agieren kaschierte Homosexualität Putins. (Widerspricht unserer Propaganda!!!)
mfg. Ministerium für Propaganda und Wahrheit – Heil Hundekeks

carlos manoso März 31, 2014 um 16:09

@Insider März 31, 2014 um 14:59
„Journalisten sind Söldner an der Meinungs- und Deutungsfront im Dienste von Plutokratie und Oligarchen.“

Insider, bei gewissen Söldnern verstärken unprogrammierte schnelle und unerwartet effiziente Schläge eines eingebildeten Gegners vom Schlage PUTIN ihre eigene paranoide berufliche Deformation.

Das „Referendum“ der Krimbevölkerung mit 87,5% Ja-Stimmen könnte von gewissen parnanoiden Söldnern so gedeutet werden, dass ERSTMALS ein früher unter der Knute „Moskaus“ leidendes Volk mit freiem Willen sich FÜR „Moskau“ und die “Knechtschaft” entschieden hat. Gewisse Söldner könnten dann paranoid halluzinieren, daß ab jetzt „das Pendel zurückschwingen könnte“ .

Das 87,5% Pro-Rußland Referendum könnte (z.B. wie der Fall der Berliner ) eine unaufhaltbare Kettenreaktion auslösen, nur diesmal andersrum rum. Zum Beispiel könnten Einwohner von NATO-Staaten wie Griechenland, Italien, Spanien, Portugal etc. –paranoid gedacht- der Entscheidung der Krimbevölkerung folgen und den gleichen Weg einschlagen, zum Bleispiel sich mehrheitlich in Richtung Anti-Westen/Anti-NATO davonmachen.

Soldat Schwejk März 31, 2014 um 16:28

@ Carlos —> “Zum Beispiel könnten Einwohner von NATO-Staaten wie Griechenland, Italien, Spanien, Portugal etc. –paranoid gedacht- der Entscheidung der Krimbevölkerung folgen und den gleichen Weg einschlagen, zum Beispiel sich mehrheitlich in Richtung Anti-Westen/Anti-NATO davonmachen.”

Lesenswerter Artikel, auch sonst:

http://www.zeitschrift-luxemburg.de/ein-mediterraner-block-suedeuropa-auf-der-suche-nach-einem-ausweg/

—> “Nur wenn einige Grundpfeiler dessen, was wir als »atlantisches Projekt« [...] bezeichnen, in Frage gestellt werden, besteht die Möglichkeit eines alternativen Produktionsmodells. In den PGS [Portugal, Griechenland, Spanien], nicht aber im Rest der EU-Staaten, verlieren die Parteien des atlantischen Konsenses zurzeit massiv an Unterstützung. Diese Parallelität der Entwicklung im Süden ermöglicht ein gemeinsames politisches Handeln. Die nach den Wahlen im Februar 2013 in Italien geschaffene Situation deutet ebenfalls in diese Richtung.
6 | Abgesehen von der strategischen Bedeutung des Mittelmeerraums können die PGS ihre privilegierten Beziehungen nach Lateinamerika (Portugal und Spanien) und zur arabischen Welt und Russland (Griechenland) als Faustpfand einsetzen. Auch dies kann aber nur in Absprache untereinander gelingen.”

carlos manoso März 31, 2014 um 16:42

@Soldat Schwejk März 31, 2014 um 16:28

Soldat Schwejk , als Schwejk würdest du vielleicht Igor Nikolajewitsch Panarin von der Diplomatischen Akademie des Ministeriums für äußere Angelegenheiten der Russischen Föderation vorziehen:
„Seiner Aussage nach würde ein Bürgerkrieg, der über einige Zeit zum kompletten Kollabieren der Union der amerikanischen Staaten führen würde, ähnlich wie die Welt dies mit der Sowjetunion undJugoslawien mitverfolgen durfte, folgen. Der Bürgerkrieg soll durch mehrere Brandherde, die unmittelbar kaum etwas miteinander zu tun haben, verteilt über die USA entfachen und durch diese über die Jahre hinweg genährt werden. Ethnische, vor allem wegen des in den USA vorherrschenden latenten Rassismus, durch die stark zunehmende Umverteilungsproblematik zwischen reichen und ärmeren Staaten auch ökonomisch und letztlich religiös motivierte Spannungen, würden den ohnehin bestehenden Werteverfall der Bürger und damit den Niedergang des Einheitsstaates USA katalysieren. Dabei sollen sich sechs Nachfolgestaaten bilden.
Das Auseinanderbrechen wird durch die Einflussnahme anderer größer und mächtiger gewordener Staaten zu einem späteren Zeitpunkt kontrolliert fortgesetzt werden, ähnlich dem Einfluss, welchen die USA heute auf andere Länder zur Machterweiterung anwenden, z.B. zuletzt in Serbien. So werden Russland und Kanada um Alaska wetteifern, Kanada würde sich der nördlichen Staaten bemächtigen, während die Hispanics, weitgehend autonom aber gestützt von ihren unterschiedlichen Herkunftsländern Mittel- und Südamerikas, mit den englischsprachigen Afroamerikanern um Einfluss in den klimatisch ihrer Lebensart entsprechenden Regionen streiten. Neben diesen wird die neu begründete Republik Texas in Abhängigkeit von Mexiko geraten. An der Ostküste würde ein Atlantisches Amerikaentstehen, das eventuell Mitglied der EU werden könnte. Die neu entstandene Republik Kalifornien würde in die wirtschaftliche Abhängigkeit von China geraten, während das von den USA im 19. Jahrhundert annektierte Hawaii Japan oder China in die Hände fallen würde.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Igor_Nikolajewitsch_Panarin

Insider März 31, 2014 um 16:51

@Pavel Lokshin:
In Analysen und Kommentaren zum Krim-Konflikt taucht hin und wieder ein Wort auf, das für deutsche Ohren einen verbotenen Klang hat: “völkisch.”

Die meiste Deutschen denken nach wie vor „völkisch“ im „rassistischen“ bzw. „tribalistischen“ Sinne: Volk ist für sie vor allem Abstammungsgemeinschaft. So basierte das traditionelle deutsche Staatsbürgerrecht auf dem „Blut-und-Boden-Prinzip“.

Die Deutschen denken den Staat „vormodern“, weil sie niemals eine bürgerliche Gesellschaft waren und ihnen daher der Gedanke einer „Willensnation“ bzw. eines bürgerlichen Verfassungsstaates (s. „Gesellschaftsvertrag“) fremd ist.

Sie reden vom „Vater Staat“, so als handele es sich um einen väterlichen und gütigen Herrscher wie ein volksliebender König aus der Feudalzeit, und sie indoktrinieren ihre Kinder mit Aussagen wie: „Der Staat sind wir!

Die Deutschen erleben sich einerseits als „Volksgemeinschaft“ (cf. „Wir sind ein Volk!“), andererseits als „Europäer“.

Aber Europäer zu sein, ist keine Volkszugehörigkeit, sondern sollte aus Europa jemals ein freiheitlicher und demokratischer Staat werden, dann wäre Europa wie die Schweiz ein Vielvölkerstaat und eine Willensnation, basierend auf einer freiheitlich-demokratischen Verfassung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Willensnation#Willensnation_Schweiz

Die völkische Ideologie ist nach wie vor in Deutschland stark, allerdings in modifizierter Form. Man spricht nicht mehr von Volksgemeinschaft, handelt aber so, als gäbe es diese.

Tatsächlich ist Deutschland wie alle kapitalistischen Gesellschaften eine Klassengesellschaft. Darüber zu reden und zu schreiben, ist ein Tabu, obwohl und weil diese Klassengesellschaft und Klassenspaltung sich zunehmend verschärft.

Man spricht nicht mehr von „Volksgemeinschaft“, sondern von Sozialpartnerschaft und malt ein Bild einer korporatistischen Gesellschaft, wo „alle in einem Boot sitzen“.
http://de.wikipedia.org/wiki/Korporatismus#Autorit.C3.A4rer_Korporatismus

Die nationale Rechte spricht es offen aus: Sie versteht die Nation als Solidar- und Schutzgemeinschaft.

Nun ja, mit der Solidarität zwischen den Deutschen ist in der gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht mehr weit her.

Umso wichtiger wird es, eine korporatistische Identität über Bedrohungsszenarien herzustellen, damit der Klassenstaat, das US-Empire, die NATO als „Schutzherren“ erlebt werden. Und dazu braucht man einen äußeren Feind. Wenn dieser nicht real existiert, dann muss man ihn inszenieren.

Daher das Bedrohungsszenario mit dem „bösen Putin“ verbunden mit dem entsprechenden Auftrag an Journalisten und Moderatoren.

f.luebberding f.luebberding März 31, 2014 um 17:00

Schwejk

Danke für den Hinweis. Den Fehler habe ich nach Rücksprache mit dem Autor korrigiert. Hoffentlich auch richtig … .

holger196967 März 31, 2014 um 17:02

Tja, wir erleben gerade den Beginn des Zusammenbruchs des “Westens” samt USD und kaum keiner merkt es. Oder will es wahr haben. Weil keiner eine ne Perspektive hat, wie es weiter gehen soll oder kann.

Der Welt-Hegemon Jesus-Jehova USA hat fertich… Erster Ordnung Zweiter Ordnung oder Dritter Ordnung vollkommen egal.

Und davor hat selbst das Sauerland Schiss und Köttel inner Hose.

aber egal, ich geh Morgen schön was Fressen mit Kinesen und Koreaners… viel Spass noch :D

holger196967 März 31, 2014 um 17:03

Insider

—>>>Die meiste Deutschen denken nach wie vor „völkisch“ im „rassistischen“ bzw. „tribalistischen“ Sinne: Volk ist für sie vor allem Abstammungsgemeinschaft. So basierte das traditionelle deutsche Staatsbürgerrecht auf dem „Blut-und-Boden-Prinzip“.”

Das ist humbug… das schaffen noch nicht mal die Borussen …

holger196967 März 31, 2014 um 17:12

Deswegen mein Tip… geht ins Fußballstadion da ist Staat Staatsgrenze und auch Staatsvolk anwesend. Konzentriert. Gröhlend.

Heulend wie beim VFB oder HSV demnächst. Vielleicht kauft ja auch Uli H. die beiden Vereine auf? Incl. BVB

Und dann? Tja… Leute… Alles hat ein Ende, auch die USA sowie EU-RIP-A

egal März 31, 2014 um 17:32

“Ethnischer Nationalist” ist nur aus eurozentrischer Perspektive ein Pleonasmus. Rassisch und sprachlich homogene Staatsvölker bildeten sich nur im West- und Mitteleuropa des 19. Jahrhunderts heraus. Daran vor allem scheiterten die zahlreichen Versuche des Exports der nationalistischen Ideologie in Länder, die über diese Vorraussetzungen nicht verfügten, z. B. in den Nahen Osten.
Es gibt ja schon seit einigen Jahren im Westen das Gerede von China als Zivilisationstaat, z. B. hier: http://martinjacques.com/mj_art_ess/China_SZ.pdf. Irgendwas wird da dran sein. Der Putinismus scheint so eine Art eurasische Ideologiesynthese zu schaffen. Für die Freiheit im westlichen Sinn bleibt da eher kein Raum, denn die existiert ja immer eher gegen den Staat.

Noch eine Bitte an die geschätzten Mitkommentatoren. Der dottore ist wieder da, inside the blog. Ich persönlich habe keine Lust, wieder beefs zu überscrollen.

Schatten März 31, 2014 um 18:30

Russland ist ein Imperium – und erfolgreiche Imperien sind tolerant! Seit jeher!

Huuh März 31, 2014 um 19:55

Kann mir jemand erklären, warum ich, Huuh, das Gespenst, im Mai noch mal in einen homosapiensischen Körper zurückkehren will? Zum ersten Mal seit der Großen Beerdigung in den nullnuller Jahren verlasse ich die Grabmale und klettere über die Friedhofsmauer.

Es ist unfaasssbar. Ich werde wählen gehen.

Balken März 31, 2014 um 21:35

Kein Wunder, dass die Journaillisten vermehrt austicken und in Publikumsbeschimpfung verfallen.
Allenthalben schlägt die geneigte Leserschaft ihnen nämlich ihre devotest und submissest abgesonderten Eduard-von-Schnitzleriaden um die Ohren. Wie subtil sie auch inzwischen ihren klaren systemaffirmativen Standpunkt, darin besser als ihr großes Vorbild, durch scheinbare objektivierende Diversifizierung zu verschleiern wissen. In der gegewärigen Lage ist ihnen allerdings ihre Camouflierungskompetenz weitgehend abhanden gekommen. Das “Wir – die -Schema” des Denkens scheint durch alle textformalen Webfäden. Die Propaganda wird offen ad personam diffamierend. “Putin-Versteher” geht als Kampfbegriff durch. Auf zum letzten Gefecht. Das Pulver ist verschossen.

Der Aufstand März 31, 2014 um 21:38

@holger, ich vergleiche das immer ein wenig mit der ägyptischen Geschichte, zum Schluß war alles nur noch Inzucht und völlig verblödet. Auch wenn das nicht einszueins anzuwenden ist, aber die Reaktionen unserer Medien lassen für mich keinen anderen Schluß zu.

Balken März 31, 2014 um 21:59

“… die Freiheit im westlichen Sinn bleibt da eher kein Raum, denn die existiert ja immer eher gegen den Staat.” Echt jetzt. Schon mal versucht, ich meine, so gegen den Staat? Mach mal. Die Freiheit im westlichen Sinne macht’s dir ja möglich. Aber keine Vermummung mit Sonnenbrille gegen Wasserwerfer in Stuttgart, das wäre unfair. Gegenüber dem Staat muss freiheitlich-westliche Waffengleichheit herrschen.

"ruby" März 31, 2014 um 23:53

Erinnert an einen herrlichen Herrenkaffeenachmittag mit den grausamen Erzählungen der Alten Herren unserer schönen Nachbarinnen ;-)
http://media0.faz.net/ppmedia/aktuell/154254807/1.2857096/width610x580/karikatur-greser-und-lenz-nach-der-krim-annexion-deutschland-macht-mobil.jpg

"ruby" April 1, 2014 um 00:19

Grüße an Heike und Steffi, die coolsten Doko-Spielerinnen mit denen Allianzen bis zum letzten Stich offen blieben, um dann mit Karlchen Müller einen Fuchs im letzten Stich zu fangen – very smarte Girls halt.
Strateginnen :
http://www.taz.de/!117588/
;-)

petervonkloss April 1, 2014 um 05:31

Herrschaft des Rechts.

(Joschka Fischer)

„Russland bleibt schon allein wegen seines riesigen Modernisierungsdefizits auf Europa angewiesen“.

Ja wer bliebe denn da nicht auf Europa ………ad infinitum, angewiesen?

Da haben wir schon wieder das Moderne-Problem.

—————————————————————————————————————————————————–
Angesichts der schon lange geschehenden Katastrophe der Überbevölkerung, unabhängig von Klimaveränderungen,
geschieht den im Laufe der Zeit der Kritischen Theorie in den Schatten gestellten nationalen Daseinsformen eine gesunde Wesentlichkeit, so daß gesagt werden kann, es gibt aus zwingenden Gründen solche Länder wie Russland, Deutschland, England und Frankreich, daneben die Kleineren wie z. B. Dänemark – Holland etc. etc…

Wer dies in relativistischer Manier verneint, ist einfach nur ein Dummkopf.

Die Überkopfkonsekration der EU als defiziente Verlaufsform heglianischer Linearität einer endlichen Rechtsform,
ist menschlich kaum zu überbieten, so daß hier unerbittlich ein homeostatisch, entropischer Endzustand des Guten
(Rechts) angestrebt scheint.

f.luebberding März 31, 2014 um 13:12

„Staatenbildung bedeutet nichts anderes als einen weiteren Integrationsschub in der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik“———————–
(Sehr geehrter, wenn dies dein Satz ist, dann bist du ein intellektuelles Glühwürmchen sondergleichen)

hat Habermas im Verlauf der KRITISCHEN THEORIE in den Kopf nicht nur von J. Fischer salbadert, so daß er über den Umweg des Außenministeriums glaubt, ein Intellektueller zu sein.

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=19028

petervonkloss April 1, 2014 um 05:59

Soldat Schwejk März 31, 2014 um 14:55

Gastbeitrag:

„—–aber auch dessen Anfälligkeit für fragwürdige und rückwärtsgewandte Deutungen.“

vorwärts immer, rückwärts nimmer (Honecker).

Morph April 1, 2014 um 08:26

@pvk

“Angesichts der schon lange geschehenden Katastrophe der Überbevölkerung, unabhängig von Klimaveränderungen”

Das Problem des Bevölkerungswachstums lässt sich überhaupt nur sinnvoll in Relation zur Energie-, Ressourcen- und Klimafrage diskutieren. Unabhängig von diesen Relata gibt es kein Wachstumsproblem, geschweige denn eine ‘Katastrophe’. Die Erde ist, rein räumlich betrachtet, dünn besiedelt, und sie wird es noch sehr, sehr lange bleiben.

Eine vernünftige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen würde das friedliche Zusammenleben von, sagen wir, 15 Mrd. Leuten locker erlauben. Das Problem liegt in der Hartnäckigkeit der wirtschaftlichen Unvernunft und den praktischen Grenzen rationaler Steuerung großer Gemeinwesen.

Es ist ein intellektuelles Elend sondergleichen, dass beim Thema Demographie offenbar nur zwei Optionen existieren: fortschrittsselige Ignoranz oder katastrophengeile Mythologie. Und solange katastrophengeile Mythologen wie Dein national-sozialistischer Heidegger und seine Epigonen in den Humanities bis hinab zu Dir als veritable Zeitgeistinterpreten durchgehen, hat die fortschrittsselige Ignoranz leichtes Spiel, die Sensibilität für globale Umweltprobleme als Apokalyptik zu denunzieren.

Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es da einen funktionalen Zusammenhang gibt, nach dem die heideggerisierenden Apokalyptiker zum Immunsystem der laufenden Katastrophenprogramme gehören.

"ruby" April 1, 2014 um 09:15

“Crimea is most likely permanently lost until there is a change in government in Russia. To buy time for Ukraine and to allow time for diplomatic measures to be effective, a military solution is called for. A purely defensive deployment of F-22 fighters (along with supporting aircraft) is just one possible solution. To be diplomatically effective these forces would have to come with an American promise to defend Ukrainian skies from attack.”
aus
http://nationalinterest.org/commentary/americas-secret-weapon-stop-russia-10154

So sehen das die Believer der militärischen Powers des Weltpolizisten.
Werden sie diese Eskalationsstufe beschreiten?
Logistik und Geographie als realistische Planungsgrundlage .
Und wir ertragen den Sabbel Steinmeier mit Weimarsülze…

Pavel Lokshin April 1, 2014 um 09:25

Lieber Schwejk,

danke für den Hinweis mit der „Gaseta“, Sie haben natürlich recht.

Recht haben Sie auch mit dem Hinweis auf die Bedeutung der (post)sowjetischen Popkultur. Sie verbindet bis heute alle Menschen im postsowjetischen Raum, die mit der russischen Sprache sozialisiert wurden – ob als Muttersprache oder (fast gleichwertige) Zweitsprache. Das habe ich z.B. in Kirgisien erlebt, selbst bei sehr jungen Menschen. Aus meiner Sicht sind viele Kirgisen, gerade die aus dem russifizierten Norden, nicht weniger „russisch“ als ich. Ich hab nicht überprüft, ob sie Zitate aus klassischen Gaidai-Komödien präsent haben… Aber vermutlich tun sie das.

Vielleicht hätten sie (im Gegensatz zu ihrer Regierung) auch nichts dagegen, von Putin „befreit“ zu werden, läge nicht Kasachstan dazwischen… Meiner Erfahrung nach sprechen selbst viele nicht-russische Letten passables Russisch und können sich mühelos in der russischen Alltagskultur bewegen, auch die Jungen. Sind sie deswegen „Russen“? Gute Frage.

Zurück zu Putins Essay: Er bezieht sich allerdings nicht explizit auf die Popkultur, er schwimmt eher in der Suppe der „russischen Zivilisation“. Er argumentiert ja historisch, mit sehr langen Zeiträumen, in die er natürlich die (gefühlte) Kontinuität der russischen Staatlichkeit einordnet. Ob man jenseits von Putins Visionen überhaupt davon sprechen kann, ganz andere Frage.

Was die integrierende Funktion der Popkultur anbetrifft: Mein Eindruck ist, dass man die „Estrada“ und die Prominentenwelt gewähren lässt, wenn sie nicht zu krasse anti-Establishment-Positionen vertritt. Da kann auch jemand wie Boris Moisejew einfach offen schwul sein… Was passiert, wenn man mit unvorsichtig mit patriotischer Rhetorik hantiert, hat Oleg Gasmanow erlebt (heute einer der öffentlichen Unterstützer des Krim-Anschlusses). Vor zwölf Jahren hat er ein Lied über Korruption geschrieben, und das Musikvideo dazu durfte einfach nicht ins Fernsehen: https://www.youtube.com/watch?v=yBU_Y3hCOwg Ansonsten ist er ein klassischer Pop-Patriot genau wie die Telnjaschka-Fettwänste von Ljube.

Aber selbst nicht explizit patriotische Künstler lassen sich nicht lange bitten, wenn am „Tag des Milizionärs“ o.Ä. wieder einmal im Kreml gesungen werden soll.

Russische Rockmusik ist historisch ein Underground-Phänomen, insofern ist es nicht ungewöhnlich, dass Semfira nichts von Putin hält. Gilt ja auch z.B. für Juri Schewtschuk. Ich wundere mich eher über Leute wie Konstantin Kintschew, die jetzt über die Krim-Annexion jubeln.

holger196967 April 1, 2014 um 09:58

Ha, Morph

die Begriffe „National-Sozialismus“ ff. also alles was damit zusammenhängt, inklusive der Titel „Hitler des Jahres“ sind abgelutscht. Zieht nicht mehr.

Sehen wir ja jetzt, wer und was nicht alles Adolf Hitler ist oder sein kann. Die Griechen haben erkannt Merkel ist der Adolf, die Deutschen haben erkannt der Putin ist Hitler, ein paar Türken meinen Erdogan ist Hitler. Ab und zu ist Obama auch noch Hitler, in Nordkorea ist auch ein Hitler, das Kommentariat hier ist Hitler, weil ja Putin auch Hitler ist. Muhhamad al el Ghadaffi war auch Adolf. Im Iran hockt auch einer.

So gesehen ist die ganze Welt irgendwie ein wenig Hitler.

Du solltest diesem Mann eigentlich dankbar sein, sonst gingen dir in weniger als einer 10telsekunde die Argumente aus. :D

Morph April 1, 2014 um 10:09

@Holger

Mein Kommentar ging nicht an Dich, sondern an @pvk, der exakt diese Vokabel benutzt hat. Warum hast Du bei ihm nicht interveniert? ;-)

Du reagierst schon immer stereotyp schlussstrichwütend auf alle kritischen NS-Referenzen. Du hast da offenbar ein persönliches Problem. Geht ja auch aus Deinem notorischen Ostküsten-VT-Gequatsche hervor.

Musst Du mit klarkommen, nicht ich.

holger196967 April 1, 2014 um 10:25

morph

—>>>Warum hast Du bei ihm nicht interveniert?”

warum sollte ich? (Gegenfrage) :D

—>>>Du reagierst schon immer stereotyp schlussstrichwütend auf alle kritischen NS-Referenzen.”

Ja? Wütend? :D nö… das meinst nur Du in Erster Ordnung zu erkennen zu meinen. Ich finde es nur lustig, dass rund 80% der Welt-Population anscheinend ohne Hitler keine Perspektive/Argumente hätten.

—>>> Du hast da offenbar ein persönliches Problem. ”

Mehrerere

—>>>Geht ja auch aus Deinem notorischen Ostküsten-VT-Gequatsche hervor.”

Ist keine VT mehr, der Mensch ist so blöd. Man muss halt nur seine ewige Blödheit ausnutzen können. Steht sogar im alten Testament drin.

Ich glaube schon lange an eine VT nicht mehr. Warum sollte man sich Verschwören, wenn die dümmsten Spacken unfreiwillig Aaaaabeiten gehen, um ihr Häuschen halten zu können, oder gar Miete bezahlen evtl sogar im Winter die Bude gegen Geld heizen?

Da steckt keine VT dahinter. Es ist der Mensch, der es so will. Es gibt halt nur ein paar wenige, die Illuminiert genug sind, diese Menschen-Situation zu nutzen. Das ist aber keine VT, das weiß jeder Versicherungsverkäufer.

Also weitermachen mit Adolf Hitler…

Außerdem der Award “Hitler des Jahres 2014″ ist noch nicht vergeben. Wer wird es denn?

Morph April 1, 2014 um 10:43

@Holger

“warum sollte ich? (Gegenfrage)”

Weil Du mich ja auch ständig damit belaberst.

“Außerdem der Award “Hitler des Jahres 2014? ist noch nicht vergeben. Wer wird es denn?”

Du natürlich, wer sonst? :-)

Ansonsten: Werte mal die hier geposteten Kommentare aus! Wer schwadroniert wohl am häufigsten von Deinem Lieblingsthema ewiger NS? Ganz genau: @Du und @pvk. Deshalb hat er Dich ja auch so lieb! – Bei mir dagegen kommt das Thema NS nur sehr am Rande vor. Ich vermute im unmittelbaren Vergleich wäre die Quote 1 x Morph / 15 x Holger.

Ein Psychologe würden in Deinem Fall von Projektion reden. Geh’ halt zum Arzt und lass’ es Dir wegmachen. Sieht ja doof aus!

NKB April 1, 2014 um 10:46

Interessanter Beitrag von Fischer, finde ich. Selten habe ich eine so kurze, prägnante Beschreibung des politisch, geistigen Horizontes eines ehemaligen Akteurs des Welttheaters gelesen. Interessant vor allem, da sich Fischers Beschränktheit zeigt, Europa nur im Zusammenhang mit Amerika denken zu können. Dabei ist es wohl evident, dass Europa, will es einmal eigenständiger außenpolitischer Akteur werden, dies in Emanzipation zu Amerika tun muss. Praktisch bedeutet dies zum einen: die Beeinflussung von (gerade ost-) europäischen Regierungen durch die USA muss begrenzt, und zum anderen: ein Ausgleich mit Russland gefunden werden. Fischer begreift nicht, dass ein wirklicher außenpolitischer Zusammenschluss Europas von Amerika verhindert werden muss und wird. Träumer! Und doch vermittelt Fischer wenigstens den Ansatz von Real- sprich geostrategischer Machtpolitik. Eine Wohltat nach all den wirr psychologischen Erklärungsversuchen der letzten Tage und Wochen.

Russlands Handeln aus sicherheitspolitischen Erwägungen heraus zu verstehen, heißt zwar nicht, dies gut zu heißen, aber bringt zumindest Erklärungsklarheit und erlaubt Prognosen. Russland hatte in den letzten zwei Jahrhunderten drei Invasionen, und jedes mal stand der Feind in oder vor Moskau. Wenn das kein Trauma ist.
Im Übrigen findet man in der amerikanischen Presse genügend Hinweise, wie man in Amerika Russland sieht: als Feind – schon allein deshalb, weil es Amerika auslöschen kann. Und dementsprechend handelt Amerika und jetzt auch Russland. Ich brauche daher keine völkische Betrachtungen, um Russlands Taten nachzuvollziehen. Psychologische Betrachtungen lenken den Fokus auf den einen Beteiligten und verhindern dabei zu verstehen, dass hier zwei Akteure am Handeln sind; und dass wie immer in der Geschichte alle Hände schmutzig und das Denken zynisch ist.

Wie tief Europa eigentlich steht, zeigt sich jetzt wieder bei den Verhandlungen: Europa darf nicht mal mehr am Katzentisch Platz nehmen. Obwohl es ein europäisches Problem ist. Dies nicht ändern zu wollen, darin liegt Fischers und der derzeitig aktiven Politiker Beschränktheit.

holger196967 April 1, 2014 um 10:52

Morph

—>>> Deshalb hat er Dich ja auch so lieb! – Bei mir dagegen kommt das Thema NS nur sehr am Rande vor. Ich vermute im unmittelbaren Vergleich wäre die Quote 1 x Morph / 15 x Holger.”

ich würde sogar behaupten 1 zu 130.000.000 :D

—>>>Ein Psychologe würden in Deinem Fall von Projektion reden. Geh’ halt zum Arzt und lass’ es Dir wegmachen. Sieht ja doof aus!”

War ich schon, der sitzt seitdem in der Geschlossenen und strickt Erdöl. LOL Ich hab ihn in eine Endlosschleife geschickt. :D Da kommt der nicht mehr raus.

Also:

Schäuble meint Putin wäre Adolf
Kaiserin Merkel meint Putin ist nicht Adolf
Die Griechen meinen Merkel ist Adolf

Die Griechen haben wohl recht? :D

Obwohl Merkel nur Kaiserin ist. Auch von Finnland? oder den Sudeten-Deutschen?

Und nun sach mir mal, wer blickt da denn noch durch?

holger196967 April 1, 2014 um 11:06

Wir haben nun von 1914-1945 alles durch…

Finnlandisierung LOL was der Witz in Tüten ist/war, hat nun nicht geklappt, die Hyper-Inflation war auch noch nicht, um zum guten Schluss beim Onkel Adolf und den Sudeten-Deutschen anzuklopfen um ne gescheite, plausibele Erklärung zu bekommen.

Der Beobachter erster Ordnung lacht sich schlapp, was nicht so alles getippselt wird. erinnert mich eher an Tetzel… :D

Der Böse Russe Adolf Vladimir Putin nimmt sich ein Stück Heimat zurück, und der Westen geht unter. :D

Während dessen, wird der Flughafen BER gesprengt. :D und in 80 Jahren neu gebaut…

Man braucht nicht den 1.4 um Gaga zu werden…

Frankie (f.k.a.B.) April 1, 2014 um 11:20

@Morph

“Und solange katastrophengeile Mythologen wie Dein national-sozialistischer Heidegger und seine Epigonen in den Humanities bis hinab zu Dir als veritable Zeitgeistinterpreten durchgehen, hat die fortschrittsselige Ignoranz leichtes Spiel, die Sensibilität für globale Umweltprobleme als Apokalyptik zu denunzieren.”

Cool! Sehr gut beschrieben. Werd ich mir merken für die nächsten, unabwendbaren Auseinandersetzungen mit den Wachstumsverneinern à la Niko Paech.

Balken April 1, 2014 um 11:27

:-P

“Am Rande des Zusammentreffens wurde auch die Situation in der Türkei angesprochen. Obama und Merkel waren sich dabei einig, dass die Bündnisverpflichtungen der NATO-Partner gegenüber der Türkei ausgesetzt werden sollten, solange die Gefahr besteht, dass die Erdogan-Regierung eine türkische Militärintervention in Syrien provoziert, die Bündnisverpflichtungen auslösen könnte.”

http://www.nachdenkseiten.de/?p=21268#more-21268

Balken April 1, 2014 um 12:02

Schäuble, leider kein Aprilscherz

http://www.nachdenkseiten.de/?p=21266#more-21266

Umleitung des Kerry-Ketschup-Oligarchen nach Paris wegen Putins Einladung zu einem Gespräch Lawrow/Kerry in Paris, glücklicherweise kein Aprilscherz

http://german.ruvr.ru/2014_03_31/Ukraine-Russland-und-USA-im-Dialog-9331/

Hier nur mal erwähnt für alle Obamaversteher.

Balken April 1, 2014 um 12:07

Dies ist allerdings leider tatsächlich ein Aprilscherz

“Am Rande des Zusammentreffens wurde auch die Situation in der Türkei angesprochen. Obama und Merkel waren sich dabei einig, dass die Bündnisverpflichtungen der NATO-Partner gegenüber der Türkei ausgesetzt werden sollten, solange die Gefahr besteht, dass die Erdogan-Regierung eine türkische Militärintervention in Syrien provoziert, die Bündnisverpflichtungen auslösen könnte. ”

http://www.nachdenkseiten.de/?p=21268#more-21268

Balken April 1, 2014 um 12:08

So, und jetzt weitermachen über Putin und die russische Sele.

Insider April 1, 2014 um 12:35

Ist Wladimir Putin ein ethnischer Nationalist?

Was ist ein ethnischer Nationalist?
Ein Nationalist, welcher nationale Identität auf Abstammung gründet.
Also ein Rassist.

Nun kann niemand ernsthaft Putin „Rassismus“ unterstellen. Eher finden sich unter Putins Feinden Rassisten.

Pavel Lokshin schreibt:
Wenn man Putins hochtrabende Sonderwegsrhetorik ausklammert: “Russisch sein” ist eine kulturelle Identität.

Was ist damit gemeint? Dazu Lokshin:

Gemeint sind damit weniger die Besitzer der gesammelten Werke von Dostojewskij, sondern Gruppen, die sich mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen – wie die Bewohner der Krim. Welchem “Volk” sie dabei angehören, ist für Putin unerheblich.

Für die Bevölkerungen des ehemaligen Sowjetsystems geht es um die Alternative, ob sie sich von Washington oder von Moskau regieren lassen.

Bei Boris Jelzin war es klar. Er war bereit, Russland dem US-Empire zu unterwerfen.

Die EU bietet hierbei keine Alternative, denn die EU ist kein souveränes Staatensystem. Vorstellungen von einem souveränen “europäischen Haus” sind illusionär, weil nicht realisierbar.

Denn tatsächlich stehen die Regierungen der EU-Staaten unter der Hegemonie des US-Empire. Sie holen sich ihre Direktiven aus Washington. Als Dank für treue Gefolgschaft können sie US-Verdienstorden bekommen. Wie Merkel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel#Staatliche_Orden

Putin jedoch unterwirft sich und sein Land nicht dem US-Empire, sondern handelt im nationalen Interesse der Russen.
Das unterscheidet ihn von den EU-Regierungen und daher die Angriffe auf Putin.

ruby April 1, 2014 um 13:44

Lieber Barack Obama, wenn Du als Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger diesen Berichtsteil liest :

“Ausgewertet wurden dafür Dutzende Fälle von CIA-Häftlingen. Sie zeigen demnach, dass Geheimdienstmitarbeiter illegale Verhörmethoden anwendeten, die niemals vom Justizministerium freigegeben worden seien, unter ihnen das Eintauchen Gefangener in Eiswasser in einem Gefängnis in Afghanistan.”

dann zeige der Welt, dass die moralischen Werte auf die sich Amerika gründet erneuert werden können.
Wir sind bereit in Ost und West gemeinsam Vorbilder zu sein.

30 Jahre her:
http://www.youtube.com/watch?v=gHShzslJvHQ
Das moderne Amerika kommt aus Europa.
Ambition is still our strongest weapon.

aifran April 1, 2014 um 13:46

“Putsch! Zur Geschichte des amerikanischen Imperialismus“ von Stephen Kinzer
… klappt wohl in Russland nicht so recht

carlos manoso April 1, 2014 um 14:13

@Morph April 1, 2014 um 08:26
„nur zwei Optionen …: fortschrittsselige Ignoranz oder katastrophengeile Mythologie. … solange katastrophengeile Mythologen wie Dein national-sozialistischer Heidegger und seine Epigonen in den Humanities bis hinab zu Dir als veritable Zeitgeistinterpreten durchgehen, hat die fortschrittsselige Ignoranz leichtes Spiel, die Sensibilität für globale Umweltprobleme als Apokalyptik zu denunzieren. …
Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es da einen funktionalen Zusammenhang gibt, nach dem die heideggerisierenden Apokalyptiker zum Immunsystem der laufenden Katastrophenprogramme gehören.“

Morph, es geht um begründungslose Selbstbegründung, die Ereignislosigkeit zur Ereignisphilosophie (a la Heidegger) auf- bzw. hochmantelt (wie der Exhibitionist im Stadtpark). Der Mainstream im pvk träumt halt gern die Gespenster abgestorbener Welten von Vorvorgestern. Deshalb wird die immer realere Globalisierung entweder verleugnet, ignoriert oder verteufelt. Unter diesen Bedingungen entsteht auf diese Weise eine Konvergenz von „linken“ und „ rechten“ Positionen.

carlos manoso April 1, 2014 um 14:37

@Insider April 1, 2014 um 12:35
„Bei Boris Jelzin war es klar. Er war bereit, Russland dem US-Empire zu unterwerfen.
Die EU bietet hierbei keine Alternative, denn die EU ist kein souveränes Staatensystem. Vorstellungen von einem souveränen “europäischen Haus” sind illusionär, weil nicht realisierbar.“

Insider, das Putin-Regime in Russland ist zwar ein bedeutender Sprung nach vorn gegenüber dem Jeltzin-Regime in Russland. Aber Russland ist nur die Ruine einer zum Scheitern gebrachten ehemaligen Weltmacht mit „nachholender Modernisierung“.

Nüchtern betrachtet handelt es bei Putins Russland um
“zum Staat gewordene Geheimdienste“ und bei Obamas USA gleichfalls um „zum Staat gewordene Geheimdienste“.

ruby April 1, 2014 um 14:59

Illusion
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/neues-buch-der-nsa-komplex-so-kann-es-nicht-weitergehen-12873112.html

In a forest known as heartbreak
In a clearin’ in the wood
‘Cross a pathway called confusion
Toward the garden of delight

You’ll reach the river of desire
And meekly try and cross it
While the valley of love
Keeps avoiding you

Because it’s only an illusion
Only an illusion

Upon the hill of high ideals
You begin to wonder if it’s real
You are reaching sleep’s oasis
You begin to wonder how you feel

But it happens so quickly
It doesn’t fit into your squemes
Tossin’ and turnin’
The star of so many scenes

It’s only an illusion
It’s only an illusion
It’s only an illusion

http://www.youtube.com/watch?v=Ih6TnfmYT84
@CM
Minkmar zieht die richtige Konsequenzen zu NSA und Snowden, auf die Hans Hütt bereits hingewiesen hatte.

“Ohne seine Aktion würden wir weiter in jenen Illusionen leben, die die Dienste so sorgsam für uns inszenieren, so wie jene treudoofen Nutzer der auf den großen Gipfeln der Politik errichteten Internetcafés, in denen man kostenlos mailen und surfen konnte, während kleine Programme jede Tasteneingabe unmittelbar an die Sammler von der NSA und ihre britischen Kollegen weitergaben. Dieses Buch zerstört solche Illusionen und lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Und es wird klar, dass es so nicht weitergehen kann.”

Desillusion

carlos manoso April 1, 2014 um 15:03

@Insider April 1, 2014 um 12:35
„tatsächlich stehen die Regierungen der EU-Staaten unter der Hegemonie des US-Empire. Sie holen sich ihre Direktiven aus Washington. Als Dank für treue Gefolgschaft können sie US-Verdienstorden bekommen. Wie Merkel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel#Staatliche_Orden
Putin jedoch unterwirft sich und sein Land nicht dem US-Empire, sondern handelt im nationalen Interesse der Russen.
Das unterscheidet ihn von den EU-Regierungen und daher die Angriffe auf Putin.“

Insider, die landläufige Vorstellung, die Regimes der EU seien willenlose Befehlsempfänger des „Herrn“, während das Putin-Regime sich renitent gegenüber dem „Herrn“ gebärde, sind sehr, sehr schlichte „Images“. Diese Images können zwar „kommunikative Anschlussfähigkeit“ besorgen (Differenz von Ingroup und Outgroup, Freund-Feind-Schema etc.).

Tatsache ist allerdings, dass Russland (wie übrigens auch die USA) eine ganz spezielle Ausprägung von ganz besonders speziellem Kapitalismus hervorgebracht hat.

Balken April 1, 2014 um 15:10

“Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es da einen funktionalen Zusammenhang gibt, nach dem die heideggerisierenden Apokalyptiker zum Immunsystem der laufenden Katastrophenprogramme gehören.“

Im Sinne unseres @Keynesianer würde man sogar soweit gehen können, aus der von @Morph dargestellten Korrelation eine geradezu ursächliche Beziehung zu machen: Die fortschrittsselige Ignoranz fördert die katastrophengeile Mythologie wie der preußische Innenminister den Marx, um Kritiker auf unschädliche, nicht ernstzunehmende Fährten zu führen ;-) .
Denn immerhin, wenn es so nützliche Idioten wie virtuell @pvk und real die NPD nicht gäbe, die ihren Katastrophismus auch noch nationalistisch aufladen, es hätte sie glatt jemand erfunden, so nützliche Idioten sind sie halt, auf die nicht verzichtet werden kann. Denn zwar setzen die Oligarchen nirgendwo auf der Welt mehr auf die nationale Karte. Nicht im geografischen, ganz bestimmt nicht in irgendeinem “völkischen” Sinne. Wenn aber, warum nicht ein und demselben Oligarchen, in seinen verschiedenen geografischen Aktionsräumen eifrige Nationalisten die Hasen aus nationalen Erwägungen in die Küche treiben, und wenn unterschiedliche Fähnchen schwenkende Hasen sich auch noch untereinander streiten, welche Hasen mit welchen Fähnchen bevorzugt in seine Küche streben dürfen, ist das doch angenehm. Das sollte man doch unterstützen, als international aufgestellter Player.

Die mit leichter Hand zu diskreditierende nationalistisch aufgeladene Katastrophismus bewahrt vor dem Aufkommen einer ernster zu nehmenden Kritik an den tatsächlichen katastrophalen Folgen des oligarchischen Kapitalismus. Die Auseinandersetzung mit der NPD als Watschenrechte lenkt den Blick weg vom gewöhnlichen Faschismus, mit dem der oligarchische Kapitalismus in Troikistan und anderswo längst regiert.

Insider April 1, 2014 um 15:13

Wenn Schäuble, H. Clinton und Teile der Medien Putins Krim-Politik mit Hitler vergleichen, so stellt sich die Frage, was sie bewirken wollen und was sie damit tatsächlich bewirken?
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-schaeuble-vergleicht-putins-krim-plaene-mit-hitlers-politik-a-961680.html

Natürlich hält jeder Russe – auch ein Putin-Kritiker – diesen Vergleich für das, was er ist, nämlich idiotisch und ekelhaft.

Denn es gibt keinen Russen, der nicht wüsste, dass Hitler Russland überfallen hat – und nicht umgekehrt. Es gibt kaum eine russische Familie, welche nicht durch Hitler-Deutschland Verluste von Familienangehörigen zu beklagen hat.

27 Millionen Sowjetbürger starben als Opfer des deutschen Krieges zwischen 1941 und 1945. Sie waren Opfer des imperialistischen Nazi-Deutschland, dessen Ziel eine Raub- und Versklavungsökonomie war.
Man lese hierzu diesen ZEIT-Artikel:
http://www.zeit.de/2007/25/27-Millionen-Tote

Abscheu und Ekel ruft der Putin-Hitler-Vergleich aber auch bei jenen Deutschen hervor, die über gewisse historische Kenntnisse verfügen und nicht völlig hirngewaschen sind.

Insgesamt kann man feststellen, dass seit Merkels Kanzlerschaft das meiste, was an Vertrauen sowie an positivem Bild von den Deutschen in jahrzehntelanger Arbeit in der Nachkriegsära aufgebaut wurde, zerstört wurde.

Die Deutschen mögen zwar ihre imperialistische und mörderische Geschichte verdrängt haben, die betroffenen Völker haben es jedoch nicht.

Das gilt nicht nur für die Deutschen, sondern auch für die imperialistische Vergangenheit Europas überhaupt.
So sind beispielsweise die Chinesen im Gegensatz zu den europäischen Touristen sich sehr bewusst, was ihnen durch den europäischen Imperialismus in der Vergangenheit angetan wurde.

petervonkloss April 1, 2014 um 15:20

Lieber Morph!

Es ist ja schön, daß Du mich auf den Begriff bringen möchtest, sozusagen auf Dein ureigenstes Wesen.
Als „Ziviltheologe“ der Vernunft und der Nachfahren der Kritischen Theorie, scheinst Du dazu wie geboren um Heidegger mißzuverstehen.

„Die Juden seien «weltlos», «wurzellos», ihr Denken sei ausschliesslich «rechenhaft», das «Weltjudentum» gehöre wie der Nationalsozialismus und der Bolschewismus zu den «planetarischen Hauptverbrechern», und die Juden lebten «am längsten schon nach dem Rasseprinzip» (1936—1938),—— schreibt Heidegger in seinem schwer verständlichen, dunklen Stil, dessen Verständnis stets intensiver Auseinandersetzung bedarf.“

Peter Trawny spricht von «seinsgeschichtlichem Antisemitismus» Darüber müsse man nun diskutieren.

Wahrscheinlich ist es Dir nicht zumutbar,

Um aber meinen National – Sozialismus als expressis verbis – Äußerung zu sehen, fehlt Dir Einiges?1

Für die einfach Gestrickten bedeutet dies, ich habe nichts mit dem NS zu tun!

Ich möchte behaupten, so wie es links gibt, gibt es auch rechts. D.H. das Rechte und das Linke sind zusammenführend in der Kreislinie, die Deiner Vernunftlinie widerspricht.

Martin Heidegger:
——Auf den Bolschewismus aber und seine durch Lenin verbürgte Verbindung mit Technik und Zahl kommt er immer wieder zu sprechen, weil er ihn auf dem Hintergrund des “Russentums” sieht. Früh schon habe er sich diesem zugewandt, seiner Einfachheit und weiten Erde. Ihm traut er Wesentliches zu: die Erwartung eines Gottes. Deutsches und russisches Geschick könnten sich verbinden. –

Was ist diese unveräußerliche Herrschaft des Rechts die fortschrittlich eingezäunt wird ( so daß die wirklichen Wesen der Unschuld als Fremdkörper zu uns hereindrängen.)

Die Menschheit ist sowas von überflüssig wie der Begriff Anthropozentrik.

Ich sah einen Raben, der sich über 10 Meter mit drei Abkehrungen zu meinem Klo bewegte, um ein bischen Wasser zu trinken.
Ich sah eine Maus, die sich in meinem Schuh einnisten wollte (Ich wohne im 2. OG.mit Loggia); inzwischen kann ich mich mit Vögeln unterhalten; die Maus hatte schon im Schuh zarte Ästchen und Flußen von Vögeln eingebettet;
leider konnte ich nicht ausweichen. Es tut mir heute noch leid. Sie ist wohl über den Wein nach unten geklettert.
Ich könnte mit ähnlichen Beispielen fortfahren.

Mich interessieren nicht die demnächst 15 Milliarden Menschen…….sie sind mir vollkommen gleichgültig.
Wahrscheinlich (hoffentlich) werden sie einer Seuche erliegen.

Den kleinen philosophischen Teil werde ich gelegentlich nachreichen.

Balken April 1, 2014 um 15:34

Klar, gibt immer Nazis, die behaupten keine zu sein. Eichmann konnte auch keiner Maus etwas zu leide tun. War kein Nazi, nach eigenem Bezeugen.

Insider April 1, 2014 um 15:59

@carlos manoso April 1, 2014 um 14:37
das Putin-Regime in Russland ist zwar ein bedeutender Sprung nach vorn gegenüber dem Jeltzin-Regime in Russland. Aber Russland ist nur die Ruine einer zum Scheitern gebrachten ehemaligen Weltmacht mit „nachholender Modernisierung“.

Russland ist nach wie vor eine Diktatur und auch in vielen Bereichen rückständig.

@carlos manoso April 1, 2014 um 15:03
die landläufige Vorstellung, die Regimes der EU seien willenlose Befehlsempfänger des „Herrn“, während das Putin-Regime sich renitent gegenüber dem „Herrn“ gebärde, sind sehr, sehr schlichte „Images“. Diese Images können zwar „kommunikative Anschlussfähigkeit“ besorgen (Differenz von Ingroup und Outgroup, Freund-Feind-Schema etc.).

Das wurde bereits im anderen Thread diskutiert. Das US-Empire ist kein „nationaler Imperialismus“, sondern ein transnationales (globales) System, in dem die USA die Rolle als akzeptierte Führungs- und Schutzmacht innehaben.

Dieses System ist Ausdruck von transnational organisierter(!) Klassenherrschaft der Plutokraten und Oligarchen. Selbstverständliche findet eine Kollusion zwischen den Reichen und Mächtigen in den verschiedenen Staaten statt, sie operieren als „globale Klasse“ und führen den Klassenkampf global.

Auch die Sowjetunion war eine Klassengesellschaft und Russland ist es auch. China selbstverständlich auch. In technisch entwickelten Gesellschaften gibt es auf der ganzen Welt keine Gesellschaft, die keine Klassengesellschaft ist. Und solange die Teilung der Arbeit zur Bildung von Hierarchien führt, wird es Klassengesellschaften geben.

Auch wenn eine klassenlose Gesellschaft eine Utopie bleibt, so gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen einer systemisch bedingt antagonistischen Klassengesellschaft, wie im Kapitalismus, und einer synergistischen, wie in sozialistischen Systemen.

Man kann sich fragen, ob der Konflikt mit Putin und Russland nur eine abgekartete Inszenierung ist?
Weil von einem Bedrohungsszenario sowohl das US-Empire wie auch Putins Diktatur profitieren, beide benötigen den äußeren Feind, um in der Gesellschaft inneren Zusammenhalt zu schaffen.

carlos manoso April 1, 2014 um 16:06

@petervonkloss April 1, 2014 um 15:20
„Die Menschheit ist sowas von überflüssig wie der Begriff Anthropozentrik. …
Mich interessieren nicht die demnächst 15 Milliarden Menschen…….sie sind mir vollkommen gleichgültig.
Wahrscheinlich (hoffentlich) werden sie einer Seuche erliegen.
Den kleinen philosophischen Teil werde ich gelegentlich nachreichen.“

„Die Posener Reden waren zwei Geheimreden, die der Reichsführer-SS Heinrich Himmleram 4. und 6. Oktober 1943 im Rathaus der damals ins Deutsche Reich „eingemeindeten“polnischen Stadt Posen (Pozna?) hielt. Ihre Aufzeichnungen sind die ersten bekannten Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus, in denen ein hochrangiges Regierungsmitglied die damals stattfindenden Massenmorde an Juden vor ausgewähltem Publikum in aller Offenheit aussprach und sogar glorifizierte. Sie belegen, dass das NS-Regime den Holocaust gewollt, geplant und durchgeführt hat.„“

„Ein Grundsatz muss für den SS-Mann absolut gelten: ehrlich, anständig, treu und kameradschaftlich haben wir zu Angehörigen unseres eigenen Blutes zu sein und sonst zu niemandem. Wie es den Russen geht, wie es den Tschechen geht, ist mir total gleichgültig. Das, was in den Völkern an gutem Blut unserer Art vorhanden ist, werden wir uns holen, indem wir ihnen, wenn notwendig, die Kinder rauben und sie bei uns großziehen. Ob die anderen Völker in Wohlstand leben oder ob sie verrecken vor Hunger, das interessiert mich nur soweit, als wir sie als Sklaven für unsere Kultur brauchen, anders interessiert mich das nicht. Ob bei dem Bau eines Panzergrabens 10.000 russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, interessiert mich nur insoweit, als der Panzergraben für Deutschland fertig wird. …
Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes. Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – ‚Das jüdische Volk wird ausgerottet’, sagt ein jeder Parteigenosse‚ ‘ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir.’ […] Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte“
http://de.wikipedia.org/wiki/Posener_Reden#cite_note-16

Morph April 1, 2014 um 16:26

@pvk

“ich habe nichts mit dem NS zu tun!”

Sicher, das wünschst Du Dir. Genauso wie Heidegger sich mit seinen antisemitischen Privatspekulationen erhaben wähnte über dem praktischen Antisemitismus. Nicht, das wir uns falsch verstehen: Ich finde dieses Denken nicht empörend, sondern lächerlich. Und die Bosheit dieses Denkens besteht nicht darin, an Untaten teilzuhaben, sondern darin, über Untaten achselzuckend hinweg zu gehen, und damit ein öffentliches Beispiel der Ignoranz zu geben. Das wahre Versagen Heideggers findet nach dem Krieg statt.

Dem Heidegger der 1930er Jahre kann man als mildernden Umstand das Milieu zugute halten, in dem er aufgewachsen ist, denken und schreiben gelernt hat. Und Du bist auf ähnliche Weise durch Deine Lebensumstände exkulpiert.

Deprimierend ist nur, bei wie vielen, die es besser wissen können und müssen, der Großirrtum der Heidegger’schen Philosophie immer noch naiv mitvollzogen wird.

BB April 1, 2014 um 18:11

“….Wenn man Putins hochtrabende Sonderwegsrhetorik ausklammert: “Russisch sein” ist eine kulturelle Identität. Gemeint sind damit weniger die Besitzer der gesammelten Werke von Dostojewskij, sondern Gruppen, die sich mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen – wie die Bewohner der Krim. Welchem “Volk” sie dabei angehören, ist für Putin unerheblich. …”

Ich sach jetzt mal:

“….Wenn man Merkels/Junkers/Scholzes hochtrabende Friedensrhetorik ausklammert: “Eropäisch sein” ist eine kulturelle Identität. Gemeint sind damit weniger die Besitzer einer Ausgabe von Russels “Philosophie des Abendlandes”, sondern Gruppen, die sich mehr oder weniger widerstandslos von Brüssel/USA regieren lassen – wie die Bewohner Zyperns. Welchem “Volk” sie dabei angehören, ist für Merkels/Junker/Scholz unerheblich. …”</i

*kecker,lach*

Welche Fragen stellen sich denn mir da so?

Putin ist ethnischer Nationalist? Ist das was Schlimmes?

EU auch ethnisch aber europäische Identität nix zu finden sondern nur freier Markt.

Liebe russischen Separatisten, Herzlich Willkommen in der EU.

BB April 1, 2014 um 18:32

Dieser Schäferund Rasmussen geht mir zunehmend auf den Sack. Wer hat den losgelassen? Wer fängt den wieder ein?

"ruby" April 1, 2014 um 18:57

Die Vertuschung ist vorüber.
http://www.youtube.com/watch?v=c0xPjyZwTdY
Did they expect us to treat them with any respect?

aifran April 1, 2014 um 21:01

Rüstungsindustrie… ein Feind, ein böser Feind ist alles was du brauchst auf der Welt —- Hey wo ist der Schampus, mehr Schampus -lasst die Korken knallen … Na hat ja wieder mal bestens geklappt Jungs …. wo sind die bestellten Weiber???

karla April 1, 2014 um 21:12

Balken April 1, 2014 um 12:02

” Schäuble, leider kein Aprilscherz

http://www.nachdenkseiten.de/?p=21266#more-21266

Neben dem Schäuble-Scherz gibt es noch einen besonders interessanten Hinweis unter:
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/140327_fazfd1201403274231865.pdf
(Artikel aus der FAZ vom 27.03.2014)

Im Text heißt es:
“Bereit für die Nato”.
“Die PR-Leute des transatlantischen Bündnisses erarbeiteten sie (gemeint ist eine 80-seitige Natobroschüre) mit einem ukrainischen Team für die Zielgruppe Schullehrer, die Schüler von den Vorteilen eines Nato-Beitritts der Ukraine überzeugen sollen.”

Teltschick, Genscher usw. haben doch in den letzten Wochen immer erklärt, dass so etwas nie geplant war.

"ruby" April 1, 2014 um 21:40
Dirk April 1, 2014 um 23:36

@Frankie (f.k.a.B.) April 1, 2014 um 11:20

:???: Muss ich das verstehen? Wo ist DA der Zusammenhang zu Paech?

ruby April 2, 2014 um 06:28

US Justizministerium hat Anfragen (dreimal) zur illegalen Ausspähung der Bundeskanzlerin bisher unbeantwortet gelassen.

“Der US-Kongress hat Finanzhilfen für die Ukraine gebilligt. Nach der Zustimmung des Senats in der vergangenen Woche votierte auch das Repräsentantenhaus in Washington mit großer Mehrheit für Kreditgarantien im Umfang von umgerechnet rund 725 Millionen Euro. Der Beschluss muss noch von Präsident Obama unterzeichnet werden. ”

Mit den Informationen aus der Arte-Dokumentation, wissen wir jetzt, das es nur um die Bedienung der Oligarchenverbindlichkeiten geht (zirka 65 Milliarden 12 Monate). Die Gaspreiserhöhungen durch Russland und Vertragspartner schöpfen die verlängerten Zahlungsfähigkeiten ab, für die der normale Steuerzahler einstehen soll.
Ohne EU, Euro, Nato – …
show the transactions of cashflows

http://www.youtube.com/watch?v=qEbRFc8O0QA

but do not join the fracking fraction of neoliberals
or
the coal alliance of yesterday

sunshine sunshine reggae
http://www.youtube.com/watch?v=l0v6mHGI1tU

BB April 2, 2014 um 09:09

Stenze aller Länder, vereinigt euch.

ruby April 2, 2014 um 10:25

Junkies und Dealern den Selbstbedienungsgeldhahn demontieren
http://www.dw.de/was-sind-kapitalverkehrskontrollen/a-16688215
ist kein Spaß sondern rationale Notwendigkeit gegen Kriminalität.

Insider April 2, 2014 um 10:30

Das Russland Stalins war ein Terrorregime und das poststalinistische Russland eine erstarrte und reformunfähige Parteidiktatur, in der Günstlingswirtschaft und Korruption herrschten.

Das Russland in der Jelzin-Ära war gekennzeichnet durch Verbrecherherrschaft, wo ehemalige Funktionäre des „Apparates“ das Land ausplünderten und als sog. „Oligarchen“ zu riesigem Reichtum kamen.

Medizinsoziologen berichteten, dass im Zeitraum der der Jelzin-Ära (1991 – 1999) durch Armut, Elend, Tuberkuloseerkrankungen sowie Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung die durchschnittliche Lebenserwartung in Russland um 10 Jahre gesunken sei.

Putin und die mit ihm verbundenen Kräfte stoppten den Niedergang Russlands und verhinderten, dass sich in Russland durch Ausplünderung und Verlendung Verhältnisse bilden, wie diese uns aus Südamerika und Afrika bekannt sind.

Wird 1990 = 100% gesetzt, so fiel das BIP Russlands von 1989 bis 1999 von 103,1% auf 61,2%. In der Putin-Ära stiegt es auf 107,3% (2010).
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesamtwirtschaftliche_Entwicklung_Russlands

Niedergang in der Jelzin-Ära und Aufschwung/Wachstum in der Putin-Ära zeigt die folgende Grafik (1992 – 2013):
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Russian_economy_since_fall_of_Soviet_Union.PNG

Putin wurde daher als „Retter Russlands“ angesehen. 80 – 90% der Bevölkerung würden dies so sehen, wurde mir in der Zeit nach der Jahrtausendwende berichtet.

Heute ist die Jelzin-Ära 15 Jahre vorbei. Die Sozial- und Klassenstruktur Russlands hat sich verändert und damit auch die Zahl derer, welche mit den herrschenden Verhältnissen unzufriedenen sind und daher zu Kritikern und Gegnern von Putin werden. Wobei es ein scheinbares Paradox darstellt, dass auch Aufsteiger und Gewinner der Putin-Ära dazu gehören.

Nach wie vor ist Russland durch Diktatur, bürokratische und oligarchische Machtkonzentration, Korruption und fehlende Rechtsstaatlichkeit gekennzeichnet.

Angesichts der realen Machtverhältnisse und des Standes der zivilisatorischen Entwicklung stellt sich die Frage, ob es in Russland jenseits von „Jelzinismus“ und „Putinismus“ überhaupt eine realistische Perspektive gibt?

Vielleicht können Pavel Lokshin oder „Soldat Schweijk“ zu dieser Frage Stellung nehmen.

Putin – so erscheint es bei kritischer Betrachtung – wird vom kapitalistischen Westen deshalb als Feind angesehen und deklariert, weil er als Patriot – anders als Jelzin – der Ausbeutung und Ausplünderung Russlands durch westliches Kapital Widerstand entgegensetzt.
Putin ist zu wirtschaftlicher Kooperation mit dem Westen bereit, sofern diese dem nationalen Interesse Russlands entspricht.

Vom Politikertyp entspricht Putin – so der Eindruck – am ehesten einem Staatsmann wie Charles de Gaulle oder Helmut Schmidt.

ruby April 2, 2014 um 10:39

John Kornblum hat im TV die klare Ansage ausgegeben, das ein Cold War in Economics nur von USA gewonnen werden wird.
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/clearstream-neue-ermittlungen-in-amerika-gegen-deutsche-boerse-tochter-12876137.html
Putin kann als Geheimdienstler vieles richtig einordnen, auch wenn er weiterhin mit dem BKA telefonieren muß – Grrrr…
Das wird eine sehr interessante Monopolyrunde!
;-)

ruby April 2, 2014 um 10:47

Perspektiven jenseits …
Wir sind doch keine Spekulanten sondern beinharte Rocker :
http://www.youtube.com/watch?v=Ic1kvKSgmDE
als Snüffelstück setzen
;-)

ruby April 2, 2014 um 10:59
ruby April 2, 2014 um 13:43
Insider April 2, 2014 um 13:59

Werden die Eskalation und Kriegstreiberei weiter vorangetrieben werden?

Dazu die Position eines Militärexperten. Jürgen Rose war Oberstleutnant der Bundeswehr und ist Mitglied im Vorstand des »„Darmstädter Signals“, des Forums für kritische StaatsbürgerInnen in Uniform.

Wie und wohin der Konflikt um Krim und Ukraine weitertreiben wird, ist derzeit unabsehbar. Folgt man der geostrategischen Denkschule eines Zbigniew Brzezinskis, dessen Name lediglich pars pro toto für die wohl einflußreichste Fraktion in der US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik steht, dann ist mit dem Putsch in Kiew der Job ja längst noch nicht erledigt – auf dem längerfristigen Programm steht nämlich der regimewechseltechnische Dreisprung Kiew–Minsk–Moskau. Konkret heißt das: der „Scherge“ in Minsk sowie der „Verrückte“ in Moskau muß weg und Frieden gibt’s erst, wenn schlußendlich auch im Kreml kollaborationswillige Marionetten Washingtons residieren.

Die Eskalationsgefahr einer derartigen Konfliktentwicklung ist selbstredend enorm, nicht zuletzt angesichts des Umstandes, daß die USA, wie im Jahre 2006 die sicherheitspolitischen Experten Keir A. Lieber und Daryl G. Press in ihrem Beitrag »„The End of MAD? The Nuclear Dimension of U.S. Primacy“(pdf, 240kb), erschienen in der Fachzeitschrift „International Security”, seit Jahren über die Fähigkeit zu einem nuklearen Enthauptungsschlag verfügen, mit dem sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das zusammengeschrumpfte russische Atomwaffenpotential komplett vernichten und zugleich die Gefahr eines nuklearen Gegenschlages ausschalten könnten. Daraus resultiert die Erkenntnis, daß das ehemals stabile System gegenseitiger nuklearer Abschreckung mittlerweile extrem instabil geworden ist und ganz erhebliche Anreize für den Ersteinsatz von Atomwaffen existieren – nichts geringeres als ein sowohl militärstrategischer als auch friedenspolitischer Alptraum!

Abschließend seien all jenen gehirngewaschenen Transatlantikern, die immer noch mit ihrem in den US-amerikanischen Nationalfarben angestrichenem Brett vor dem Kopf durch die Welt torkeln, folgende Erkenntnisse des bereits eingangs zitierten Zbigniew Brzezinskis ins politische Kleinhirn gehämmert:
„Kurz, eurasische Geostrategie bedeutet für die Vereinigten Staaten den taktisch klugen und entschlossenen Umgang mit geostrategisch dynamischen Staaten und den behutsamen Umgang mit geopolitisch katalytischen Staaten entsprechend dem Doppelinteresse Amerikas an einer kurzfristigen Bewahrung seiner einzigartigen globalen Machtposition und an deren langfristiger Umwandlung in eine zunehmend institutionalisierte weltweite Zusammenarbeit. Bedient man sich einer Terminologie, die an das brutalere Zeitalter der alten Weltreiche gemahnt, so lauten die drei großen Imperative imperialer Geostrategie: Absprachen zwischen den Vasallen zu verhindern und ihre Abhängigkeit in Fragen der Sicherheit zu bewahren, die tributpflichtigen Staaten fügsam zu halten und zu schützen und dafür zu sorgen, daß die »Barbaren«völker sich nicht zusammenschließen.“

http://www.0815-info.com/News-file-article-sid-11365.html

Wikipediaeintrag zu Jürgen Rose:
http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Rose_%28Publizist%29

carlos manoso April 2, 2014 um 14:23

@Insider April 2, 2014 um 10:30
„Putin ist zu wirtschaftlicher Kooperation mit dem Westen bereit, sofern diese dem nationalen Interesse Russlands entspricht.
Vom Politikertyp entspricht Putin – so der Eindruck – am ehesten einem Staatsmann wie Charles de Gaulle oder Helmut Schmidt.“

Insider, Politiker wie „Charles de Gaulle oder Helmut Schmidt“ waren zu einer Zeit „Staatsmänner“, als es noch „souveräne Nationalstaaten“ (mit gewissen historisch bedingten Einschränkungen) gab. „Helmut Schmidt“ etwa durfte bis zur „1. Wende“ noch als sog. „Sozialdemokrat“ den „noch keynesianischen Vorstandsv0rsitzenden der Deutschland AG“ spielen und sich selbst als „Weltökonomen“ vor den beschränkten Deutschen etwas aufbretzeln. . Die „Helmut Schmidt“- Welt existiert real aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr (ideologisch aber immer noch) und die „Deutschland AG“ wurde (mit tätiger Beihilfe von Schmidts sozialdemokratischen neoliberalen Nachfolgers als Bundeskanzler“ als „nationalökonomischer Funktionstypus“ komplett „abgewickelt“.

Der Begriff des „nationalen Interesses“ ist etwas bezogen, was es mangels Subjekt real gar nicht mehr gibt. Daß Putin den Begriff des „nationalen Interesses“ ideologisch noch bruchlos verwendet, hat m.E. mit dem Phänomen der „ungleichzeitigen und kombinierten Entwicklung“ zu tun. Putin hat allerdings real nach meiner Überzeugung viel schneller als der Rest der „Staatsmänner“ erfaßt (vielleicht von Merkel abgesehen), dass die sog. „Globalisierung“ nichts anderes bedeutet, als dass sich real (d.h. unmittelbar, direkt) ein globales (planetarisches) „System des Weltkapitals“ durchgesetzt hat. In diesem „System des Weltkapitals“ macht sich das „automatische Subjekt“ (das Verwertungsinteresse des Kapitals) (nicht mehr gefiltert durch nationale Staatssubjekte) direkt geltend, gefiltert nur noch durch die Konkurrenzkämpfe transnationaler Kapitale). Der normale Funktionsmodus wird der permanente „Ausnahmezustand“.

Die „Krimkrise“ ist in diesem Zusammenhang m.E. nur eine kleine Störung in der Entfaltung der Systemkrise. „Russland“ wird in dieser kleinen Störung (dank Putin) –zur Überraschung bzw. Enttäuschung des „Westens“- viel effizienter, zielstrebiger, „skrupelloser“ vorgehen, als es die meisten von Putins „Kollegen“ im „Westen“ es für möglich gehalten hätten. Während der „Westen“ mit der maroden Ukraine die arschteure „Arschkarte“ zieht, macht Putin die traumhaft südlich-sonnige Krim in wenigen Jahren zu einer steuerlich begünstigten Sonderwirtschaftszone , von der die transnationale Kapitale ohne Anschluß der schönen Krim an Russland nie träumen gewagt hätten.

Wie es SPON“ dämmert: „Im Angesicht eines angenommenen Feindes lernen wir gerade den Unterschied zwischen einem freien und einem unfreien Pressewesen: In Russland werden die Medien von der Regierung gleichgeschaltet, bei uns übernehmen sie das gerne auch mal selbst. Für den Journalismus wird die Krim-Krise damit zur Sinn-Krise.“
http://www.spiegel.de/politik/ausland/augstein-zur-krim-krise-deutsche-journalisten-berichten-einseitig-a-961623.html

Insider April 2, 2014 um 16:24

@carlos manoso April 2, 2014 um 14:23
Insider, Politiker wie „Charles de Gaulle oder Helmut Schmidt“ waren zu einer Zeit „Staatsmänner“, als es noch „souveräne Nationalstaaten“ (mit gewissen historisch bedingten Einschränkungen) gab. „Helmut Schmidt“ etwa durfte bis zur „1. Wende“ noch als sog. „Sozialdemokrat“ den „noch keynesianischen Vorstandsv0rsitzenden der Deutschland AG“ spielen und sich selbst als „Weltökonomen“ vor den beschränkten Deutschen etwas aufbretzeln. . Die „Helmut Schmidt“- Welt existiert real aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr (ideologisch aber immer noch) und die „Deutschland AG“ wurde (mit tätiger Beihilfe von Schmidts sozialdemokratischen neoliberalen Nachfolgers als Bundeskanzler“ als „nationalökonomischer Funktionstypus“ komplett „abgewickelt“.

In Russland und China sehe ich noch den staatlichen Institutionenrahmen. Es sind nicht die Plutokraten bzw. deren Unternehmen, welche die Gesetzgebung sowie die Rahmenbedingungen und Ziele der Ökonomie bestimmen. Ein erheblicher Teil der Wirtschaft befindet sich noch in Staatseigentum. Usf.

Im transnationalen („neoliberalen“) Stadium des Kapitalismus bestimmen die Plutokraten vermittels ihrer Unternehmen, Manager, Medien, Think Tanks, Anwaltskanzleien etc. Siehe z.B. Goldman Sachs.

Der Begriff des „nationalen Interesses“ ist etwas bezogen, was es mangels Subjekt real gar nicht mehr gibt. …
In diesem „System des Weltkapitals“ macht sich das „automatische Subjekt“ (das Verwertungsinteresse des Kapitals) (nicht mehr gefiltert durch nationale Staatssubjekte) direkt geltend, gefiltert nur noch durch die Konkurrenzkämpfe transnationaler Kapitale).

Das „automatische Subjekt“ halte ich für ein marxistisches Glaubenskonstrukt.

Je mehr der Kapitalismus zum Kasinokapitalismus wird, umso weniger findet realwirtschaftliche Kapitalverwertung statt. Kapitalverwertung wird primär zu einem virtuellen Vorgang bestehend aus Bits and Bytes auf den Computerkonten.

Natürlich wollen die vom Geldfetisch beherrschten Individuen ihr Kapital verwerten. So erscheint es, als ob ein „automatische Subjekt“ herrsche. Aber dies ist nur System-Fetisch-Denken von Marxisten.

Wachstum im Sinne materieller Wohlstandvermehrung findet im Finalstadium des Kapitalismus aufs globale Ganze betrachtet in der Realwirtschaft nicht mehr statt, Ausnahmen bilden jene Länder mit wachsender realwirtschaftlicher Produktion, wie China.

Beim „Exportweltmeister“ Deutschland hingegen arbeitet sich die Arbeitsbevölkerung arm.

Das Geld – als Träger von Tauschwert – wird zwangsläufig entwertet, da dem Geldvolumen keine entsprechenden realen Güter gegenüberstehen. Früher nannte man dieses Phänomen Inflation.

Irgendwann haben sich die Plutokraten und Oligarchen auch noch den Rest der Welt angeeignet, abgesehen von jenen Ländern, die sich dem „freien Markt“ entziehen.

Und befindet sich dieser Rest der Welt im Eigentum von Plutokraten und Oligarchen, dann verliert die Kapitalverwertung = Geldvermehrung (G -> G´) vollends ihre materielle Basis, weil es nichts mehr an materiellen Gütern anzueignen gibt.

Insider April 2, 2014 um 16:26

Sorry, nach “ als ob ” sollte der Fettdruck ausgeschaltet werden.

carlos manoso April 2, 2014 um 18:06

@Insider April 2, 2014 um 16:24
„Wachstum im Sinne materieller Wohlstandvermehrung findet im Finalstadium des Kapitalismus aufs globale Ganze betrachtet in der Realwirtschaft nicht mehr statt, Ausnahmen bilden jene Länder mit wachsender realwirtschaftlicher Produktion, wie China. Beim „Exportweltmeister“ Deutschland hingegen arbeitet sich die Arbeitsbevölkerung arm.“

Insider, wenn du von „materieller Wohlstandvermehrung“ sprichst, macht es einen gewaltigen Unterschied, ob du „materielle Wohlstandsvermehrung“ (aufs globale Ganze betrachtet) meinst im Sinne von „mehr Wertvolumen“, von „mehr Geldvolumen“ oder von „mehr Gütervolumen !

Deine These „Wachstum im Sinne materieller Wohlstandvermehrung(= gesellschaftlicher Reichtum) findet im Finalstadium des Kapitalismus aufs globale Ganze betrachtet in der Realwirtschaft nicht mehr statt“ wäre nur dann richtig, wenn du darunter verstehen würdest „mehr Geldvolumen“ und „mehr Gütervolumen“. Aus marxistischem Verständnis nimmt -„aufs globale Ganze betrachtet“- nur das „Gütervolumen“ wie auch das „Geldvolumen“ immer schneller zu, während das „Wertvolumen“ immer schneller abnimmt (= Entwertung).

China macht da keine Ausnahme, da China ein integraler Teil des „Systems des Weltkapital“ ist, was man schon daran sieht, dass Chinas „wachsende realwirtschaftliche Produktion“ zu weiten Teilen aktuell den Konsum der USA befriedigt, während China auf der Importseite (noch) auf die verarmende Arbeitsbevölkerung des „Exportweltmeisters“ Deutschland angewiesen ist.

"ruby" April 2, 2014 um 20:46
"ruby" April 2, 2014 um 22:15

Utta Seidenspinner macht das praktisch gut …
;-)

"ruby" April 3, 2014 um 00:46

Achtung, akute Slapstickgefährdung
http://www.youtube.com/watch?v=atJoSnLle_o
do not try too hard

"ruby" April 3, 2014 um 00:51
wowy April 3, 2014 um 08:35
chabis April 3, 2014 um 09:19

Einige Informationen zu den ukrainischen Oligarchen
http://www.woz.ch/1414/die-wirklich-reichen/die-geachteten

karla April 3, 2014 um 13:58

Insider April 2, 2014 um 16:24

“Je mehr der Kapitalismus zum Kasinokapitalismus wird, umso weniger findet realwirtschaftliche Kapitalverwertung statt. Kapitalverwertung wird primär zu einem virtuellen Vorgang bestehend aus Bits and Bytes auf den Computerkonten.”

Kapitalverwertung ist ein Vorgang in der realen Produktion und kein “virtueller Vorgang”.

Der sogenannte “Kasinokapitalismus” (Kreditwesen, Finanzkapital) ist ein Rechtsanspruch auf zukünftige gelungene Kapitalverwertung. Gelingt sie nicht bleibt im besten Fall noch der Rechtsanspruch auf schon realisiertes Kapital, z.B. bei Insolvenz auf die Konkursmasse.

“Wachstum im Sinne materieller Wohlstandvermehrung findet im Finalstadium des Kapitalismus aufs globale Ganze betrachtet in der Realwirtschaft nicht mehr statt,”

Kapitalverwertung hat nicht den Zweck Wohlstand in Form von Bedürfnisbefriedigung zu mehren. Zweck ist nur die Kapitalvermehrung. Und dass das Kapital sich schon im finalen Stadium befinde widerlegst du schon alleine durch deinen Hinweis auf China etc. (Aber auch dort vermehrt sich nicht nur chinesisches Kapital).

“Und befindet sich dieser Rest der Welt im Eigentum von Plutokraten und Oligarchen, dann verliert die Kapitalverwertung = Geldvermehrung (G -> G´) vollends ihre materielle Basis,”

Die Form der Verfügung über Kapital (Eigentum) ist kein Außerkraftsetzen der Kapitalverwertung. (Z.B. die Oligarchen der Stahlfabriken im Osten der Ukraine schauen nach wie vor darauf, dass sich ihr eingesetztes Kapital in der Stahlbranche verwertet).

Natalius April 3, 2014 um 15:12

Vielleicht ist folgende Einblendung der russischen Seite über Sorcha Faal noch nicht ganz bestätigt, aber wenn sie stimmt, hat Putin angeordnet, russische commodities zukünftig in goldgedeckter Form zu bezahlen:

“In one of its most shocking reports since the beginning of the Ukrainian Crisis, the Ministry of Foreign Affairs (MoFA) is warning today that President Putin has ordered the immediate implementation of “Project Double Eagle,” which when fully realized will cause all global energy supplies to be purchased in gold thus, in effect, ending the US Dollar reign as the global reverse currency and collapsing both the United States and European Union economies.
“Project Double Eagle,” this report says, calls for The Central Bank of the Russian Federation (CBR) to begin production of 5 Ruble Gold Coins containing .1244 Troy Ounces of .900 Pure Gold, with a diameter of 18mm, emblazoned with a shielded and crowned double eagle, and which will become the worlds alternative to both the US Dollar and Euro in purchasing energy supplies.”
http://www.whatdoesitmean.com/index1759.htm

Wir erinnern uns, dass ein ähnlicher Plan bereits von Gaddafi vorgelegt wurde: “Along with the uprising in Libya, international news channels on August/September 2011 brought several stories about Muammar Gaddafi’s introduction of golden dinar[6] within his “gold-for-oil plan” [7] to possibly trade Libya oil on international markets.[8]” (aus Wikipedia “Modern Gold Dinar”)

Wenn sich die “Frühwarnung” bestätigt, ist zu befürchten, dass der Realwert von fiat money in “nullter Approximation” seinem Brennwert in kcal/kg entspricht. Lustig ist das aber nicht….

ruby April 3, 2014 um 15:22

@ Natalius

Geld ist Vertrauen in die zukünftige Erfüllung einer Zahlungsverpflichtung. Dieses haben Dollar und Euro zunehmend verloren. Also wird sich eine verlässlichers Medium finden. Auch China ist auf dem Weg.
Nothing special in the history of Virtual Wealth!

carlos manoso April 3, 2014 um 16:07

@karla April 3, 2014 um 13:58
„Kapitalverwertung ist ein Vorgang in der realen Produktion und kein “virtueller Vorgang”.
Der sogenannte “Kasinokapitalismus” (Kreditwesen, Finanzkapital) ist ein Rechtsanspruch auf zukünftige gelungene Kapitalverwertung. Gelingt sie nicht bleibt im besten Fall noch der Rechtsanspruch auf schon realisiertes Kapital, z.B. bei Insolvenz auf die Konkursmasse.“

Karla, ein Großes Jein: Kapitalverwertung ist ein Vorgang in der „realen Produktion“, der in einem Endstadium aber durch einen virtuellen Vorgang ergänzt und über eine sehr beschränkte Zeitspanne sogar weitgehend ersetzt werden kann.

Ein kurzes Beispiel: Die Apple Inc. hat bei einem aktuellen Börsenkurs (3.4.2014) von 542,55 USD eine Marktkapitalisierung von 582,68 Mrd USD. Wenn man nicht das „normale“ Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nimmt, sondern ein „Durchschnitts-KGV“ (bei dem der aktuelle Börsenkurs durch die durchschnittlichen Gewinne der Vorjahre dividiert wird) dann hat Apple „nur“ ein Durchschnitts-KGV von rd. 51 (was verglichen mit Amazon (162) oder Facebook (256) sehr wenig scheint. Wenn man dann bedenkt, dass das KGV im historischen Durchschnitt bei 30 großen deutschen Dax-Aktienwerten bei 14,6. liegt, sollten wir alle ins ganz, ganz große Grübeln kommen.

Kurz gesagt verlägert das „System des Weltkapitals“ sein limitiertes Leben inzwischen immer mehr durch „virtuelle“ Vorgriffe auf eine „reale“ Zukunft, die niemals jemals eintreten KANN.

Schatten April 3, 2014 um 20:49

@Carlos Manoso

>”„virtuelle“ Vorgriffe auf eine „reale“ Zukunft, die niemals jemals eintreten KANN.”

Oh, Du Kleingläubiger! ;-)

Was ich viel interessanter finde: Unternehmen wie Facebook sind dazu verdammt, das Internet in die letzte sibirische Einöde und die letzte afrikanische Savanne zu tragen, um die Nutzer zu generieren, die ihren Börsenkurs rechtfertigen!

Ist das nicht cool?

karla April 3, 2014 um 21:20

carlos manoso April 3, 2014 um 16:07

“Karla, ein Großes Jein: ……..
Ein kurzes Beispiel: Die Apple Inc. hat bei einem aktuellen Börsenkurs (3.4.2014) von 542,55 USD eine Marktkapitalisierung von 582,68 Mrd USD. Wenn man nicht das „normale“ Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nimmt, sondern ein „Durchschnitts-KGV“ (bei dem der aktuelle Börsenkurs durch die durchschnittlichen Gewinne der Vorjahre dividiert wird) dann hat Apple „nur“ ein Durchschnitts-KGV von rd. 51 (was verglichen mit Amazon (162) oder Facebook (256) sehr wenig scheint. Wenn man dann bedenkt, dass das KGV im historischen Durchschnitt bei 30 großen deutschen Dax-Aktienwerten bei 14,6. liegt, sollten wir alle ins ganz, ganz große Grübeln kommen.”

Was soll Marktkapitalisierung (Börsenwert, Kursschwankungen) mit der Verwertung von Kapital zu tun haben? Bei derlei Tätigkeiten wird kein bißchen mehr Kapital erzeugt.
Kreditfinanzierung ist natürlich enorm ausgeweitet worden, aber das finale Endstadium sehe ich nach wie vor nicht. Den Crash 2007/2008 hat die Politik ruhig gestellt mit der Erlaubnis die Miesen aus der Bilanz herauszunehmen und in die Bad Banks auszulagern. Und die Arbeiter sorgen weiter unverdrossen für das Funtionieren der Kapitalverwertung. So ist ein Ende nicht abzusehen. Höchstens ein Schrecken ohne Ende.

Carlos Manoso April 4, 2014 um 17:35

@karla April 3, 2014 um 21:20
„Was soll Marktkapitalisierung (Börsenwert, Kursschwankungen) mit der Verwertung von Kapital zu tun haben? Bei derlei Tätigkeiten wird kein bißchen mehr Kapital erzeugt.
Kreditfinanzierung ist natürlich enorm ausgeweitet worden, aber das finale Endstadium sehe ich nach wie vor nicht. Den Crash 2007/2008 hat die Politik ruhig gestellt mit der Erlaubnis die Miesen aus der Bilanz herauszunehmen und in die Bad Banks auszulagern. Und die Arbeiter sorgen weiter unverdrossen für das Funtionieren der Kapitalverwertung. So ist ein Ende nicht abzusehen. Höchstens ein Schrecken ohne Ende.“

Karla, „Marktkapitalisierung“ gibt an, wie hoch „die Finanzmärkte“ ein Unternehmen in der Rechtsform AG bewerten. Man kann die Unternehmensbewertung einer AG auch als das Vielfache des letzten Jahresgewinns (KGV) ausdrücken. Wenn z.B. das Unternehmen „Facebook“ eine Marktkapitalisierung von 256 ausweist, heißt das, dass der aktuelle Unternehmenswert von Facebook das 256fache des durchschnittlichen Marktwerts seiner gesamten Aktien beträgt. Anders ausgedrückt müsste der aktuelle Käufer einer Facebook-Aktie 256 Jahre warten, und der ausgezahlte Gewinn von Facebook musste 256 Jahre lang konstant auf dem aktuellen Stand bleiben wenn der Facebook.Aktienkäufer sein investiertes Geld wiedersehen will. Eine Facebook-Aktie ist mithin so was wie ein Lottoschein, bei dem die Ziehung der Lottozahlen erst in 256 Jahren passiert.

Folglich braucht das System „Gläubige“ (wie in diesem Forum z.b. der User „eflation“) mit allergrößter Glaubensstärke, die unverdrossen im tiefsten Glauben an „das Funtionieren der Kapitalverwertung“ weitertrommeln

"ruby" April 4, 2014 um 18:22
"ruby" April 5, 2014 um 03:03
petervonkloss April 5, 2014 um 11:26

Kollabierende Weltbilder

Morph April 1, 2014 um 08:26
@pvk

„Und solange katastrophengeile Mythologen wie Dein national-sozialistischer Heidegger und seine Epigonen in den Humanities bis hinab zu Dir als veritable Zeitgeistinterpreten durchgehen, hat die fortschrittsselige Ignoranz leichtes Spiel, die Sensibilität für globale Umweltprobleme als Apokalyptik zu denunzieren.”

Vergiß nicht @ C. Manoso mit dem „automatischen Subjekt“ und seiner jüdisch-marxistisch gearteten Hoffnungsapokalyptik!

„———-Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es da einen funktionalen Zusammenhang gibt, nach dem die heideggerisierenden Apokalyptiker zum Immunsystem der laufenden Katastrophenprogramme gehören.“

1. gibt es nicht so viel heideggerisierende Apokalyptiker;
2. sind sie meist jüdischer Herkunft (einschließlich Adorno).

Der Starke ist nur stark allein. Dies betonte Nietzsche;
sowie die alleinige Vernunft der technischen Verifizierung der Welt, die der archimedische Angelpunkt des toten Gottes bleibt (das Wesen der Technik ist nichts Technisches. M. Heidegger ) ;

ja wohin will sie denn die zukünftig allerorten verwahrlosten „Subjekte“ mit ihren Wohlstandstechniken weltweit fortzeugen und einigen?

Mein Vorschlag war, ähnlich dem von Holger, eine jeweils souveräne Assoziation von Deutschland, Russland und
China, wobei Deutschland ein wechselseitiger Transmissionsriemen zur restlichen EU und USA wäre.

Eines steht fest, Deutschland muß sich aus seiner Besiegtengeistigkeit, die sie in falscher Weise als Moderne asso-
ziiert, emanzipieren!

Dies ist natürlich – und utopischer Weise nur mit einer Koalition aus AfD und der Linken zu realisieren;
diese habe ich eine national – sozialistische genannt! So What.

Wäre doch schön, wenn die restlichen drei Parteien zum ersten mal Chimären wären!

Ich und also das einigermaßen gefalltete All, gehen davon aus, daß 15 Milliarden Menschen kaum einem Gesell-
schaftsvertrag verbunden sind.

Die „Katastrophe“, die Du also verneinst, wäre das Problem „……….einer vernünftigen Bewirtschaftung der natür-
lichen Ressourcen“, und ginge „locker“ und „friedlich“ für 15 Milliarden Menschen durch.

Einerseits gäbe es die Vernunft (die das alles steuern könnte), andererseits die Grenzen praktischer, rationaler Steuerung.

Ich glaube Du bist ein bischen zu viel bei Trost! So daß Dir die Konsequenzen Deiner Logik verborgen bleiben.

Was ist diese Herrschaft des westlichen Rechts? Die fortschrittlich die Welt in ihrer Metaphysiknachfolge einzäunt,
so daß die eigentliche Coincidentia Oppositorum, zu einem entropische Prozesse beschleunigenden Movens
einer weltweiten Asozialität wird.

Ich wiederum kann nur davon ausgehen, was „systemtheoretische Wissenschaften“ vielleicht als blinden Fleck er-
fahren; darüberhinaus gehe ich von Heideggers ????? (téchne), aus, der meinen obsessivsten Gedanken verbirgt,
nämlich in dem das Mittelmaß alles ins Vernünftige bringt.

carlos manoso April 8, 2014 um 13:31

@petervonkloss April 5, 2014 um 11:26
„Kollabierende Weltbilder …
Vergiß nicht @ C. Manoso mit dem „automatischen Subjekt“ und seiner jüdisch-marxistisch gearteten Hoffnungsapokalyptik! …
1. gibt es nicht so viel heideggerisierende Apokalyptiker;
2. sind sie meist jüdischer Herkunft (einschließlich Adorno).…
Eines steht fest, Deutschland muß sich aus seiner Besiegtengeistigkeit, die sie in falscher Weise als Moderne assoziiert, emanzipieren!
Dies ist natürlich – und utopischer Weise nur mit einer Koalition aus AfD und der Linken zu realisieren;
diese habe ich eine national – sozialistische genannt! So What.“

Pvk, die Logik des Antisemitismus und der Todes- und Vernichtungstrieb „des Westens“ liegen sehr eng nebeneinander. Irrationaler Trieb nach Weltvernichtung drückte sich normalerweise bei Nazis und Antisemiten als Vernichtungswunsch gegen Juden aus

Im Kern steckt im Vernichtungswillen gegen Juden aber nichts anders als der Wille zur Selbstvernichtung, ein Selbstmordprogramm

"ruby" April 9, 2014 um 01:05
Soldat Schwejk April 10, 2014 um 01:37

@ Insider April 2, 2014 um 10:30
—> “ob es in Russland jenseits von „Jelzinismus“ und „Putinismus“ überhaupt eine realistische Perspektive gibt? [...] Vielleicht können Pavel Lokshin oder „Soldat Schwejk“ zu dieser Frage Stellung nehmen.”

Naja, ich halte gesellschaftliche Entwicklung für ergebnisoffen, und insofern: ja, warum nicht? Die Frage hinter den ~ismen ist ja, ob eine liberalere Ordnung möglich ist, die aber dabei immer noch Ordnung und nicht Unordnung ist. In der besonderen Situation des Jahres 2000 war eine liberale ORDNUNG sicher kaum denkbar. Aber warum nicht 2020?

Meine Bekannten dort scheinen es jedenfalls so zu sehen. Die sind nun zwar eher antipolitisch und halten sämtliche politische Eliten eh für Gauner, eine wohl recht verbreitete Haltung dort. Aber sie machen doch Unterschiede zwischen dem größeren und dem kleineren Übel. Jelzin und dessen Gefolgsleute haben sie verabscheut. Putin haben sie anfangs ziemlich positiv gesehen, obwohl er auch ein Abkömmling der “Partei der Macht” war. Aber jünger, augenscheinlich intelligenter, mit recht klaren Vorstellungen und mehr Weitblick, darüber hinaus kein Trinker. Und die Sache mit der “Machtvertikale” beinhaltete ja auch so ein Versprechen, von oben her mit Korruption und Amtsmißbrauch auf den unteren Verwaltungsebenen aufzuräumen.

Nun läßt sich die Stabilisierung unter Putin sicher nicht trennen von dem deutlichen Anstieg der Öl- und Gaspreise zur gleichen Zeit. Wobei vom Rohstoffboom zumindest bis 2008 über ihre Schwarzmetallurgie auch die Ukraine wirtschaftlich profitiert hat, ohne daß es dort aber zu einer politischen Stabilisierung gekommen wäre. Vielleicht kann man sagen, daß der Rohstoffboom eine notwendige Bedingung für die Stabilisierung war, aber keine hinreichende. Die Differenz zwischen beidem wäre dann sozusagen das historische Verdienst des Putinismus.

Inzwischen hat der Putinismus aber doch einige Erwartungen enttäuscht, vor allem eben weil sich nicht sooo viel an der korrupten und klientelistischen Ordnung geändert hat, in der staatliche Behörden und Verwaltungen oft mit privaten Interessengruppen verflochten sind und dem einfachen Bürger gegenüber als ‘Obrigkeit’ ohne Rechenschaftspflicht auftreten. Ich habe ja keine unmittelbare Anschauung mehr, Pawel Lokhtin könnte da sicher mehr sagen. Aber das ist jedenfalls die Einschätzung von Leuten aus dem Gebiet Jekaterinburg, zu denen ich noch gelegentlichen Kontakt habe. Die waren auch ziemlich erfreut über den Wahlerfolg von Jewgenij Roisman in ihrer Gebietshauptstadt…

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17901

Das war da so ein Zeichen, daß die “Partei der Macht” nicht allmächtig ist, und daß sich auch situativ Mehrheiten gegen sie finden lassen. Also jedenfalls bei meinen Bekannten habe ich nicht den Eindruck, daß sie das alles so fatalistisch sehen…

Die jüngste Entwicklung hat den Putinismus aber sicherlich wieder gestärkt. Nicht so sehr wegen der Heimholung der Krim, sondern wegen des Chaos in der Ukraine. Auch die mit Putin unzufriedenen Russen wollen ja bei sich einen funktionierenden Staat und gewiß nicht solche Zustände wie derzeit in der Ukraine.

Ansonsten denke ich auch, daß Putin die “westlichen” Kampagnen gegen ihn vor allem dadurch hervorgerufen hat, daß er den großen transnationalen Kapitalgesellschaften nicht die Ausbeutung der russischen Rohstoffvorkommen überlassen hat. Hätte er das getan und Rußland so zu einer Bananenrepublik gemacht, dann wäre es “dem Westen” herzlich egal, was für eine Ordnung er sonst so im Inneren durchsetzt.

petervonkloss April 11, 2014 um 05:27

Manoso verlinkte neulich das russische Pendant zu Huntingten:

http://www.de.wikipedia.org/wiki/Igor_Nikolajewitsch_Panarin

Ich hätte eine noch prospektivere Variante, Prof. Dugin, Cheftheoretiker der “Eurasischen Bewegung”.

„Ein wichtiger Schlüssel

für die Überwindung der Moderne liegt

hier in Freiburg.“ Es sei Heideggers Begriff

vom „Dasein“, erklärte Dugin.

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/heideggers-russische-sendung-1.12675975

- Vor ihm warnen westliche „Rußlandexperten“:

Prof. Alexander Dugin gilt als einer der bekanntesten –

und gleichzeitig umstrittensten – russischen Politologen

Es ist genau 30 Jahre her, daß US-Präsident

Ronald Reagan am 8. März

1983 in Orlando in Florida das Rednerpult

betrat, um zu Angehörigen der

christlich-konservativen „National Association

of Evangelicals“ zu sprechen.

Sein Redenschreiber, der US-amerikanische

Pulitzer-Preisträger Anthony

R. Dolan hatte sozusagen sein Meisterstück

abgeliefert. Der gerademal 32jährige

Journalist Dolan wußte, wie man

Reagan richtig inszeniert. Die Rede in

Orlando sollte einschlagen wie eine

Bombe. Der US-Präsident polterte vor

den konservativen Christen gegen die

Sowjetunion. Doch diesmal bezeichnete

er die UdSSR nicht etwa nur als

eine „kommunistische Diktatur“ oder

„Bedrohung der Freiheit“ – diesmal

nannte er sie das „Reich des Bösen“. Das

war die pathetische Sprache, die beim

religiösen Publikum ankam. Minutenlang

klatschten die Zuhörer, gaben stehende

Ovationen. Es ging nicht nur

darum, einen geopolitischen und ideologischen

Konkurrenten in Schach zu

halten, es war der klassische Kampf

„Gut gegen Böse“. Und aus den Western,

in denen auch Reagan früher mitgespielt

hatte, wußten die Amerikaner:

Am Ende gewinnen immer die Guten.

Die Sowjetunion gibt es schon lange

nicht mehr, die Russische Föderation

steht jetzt an ihrem Platz. Rußland ist

nicht mehr kommunistisch, es schart

nicht mehr sozialistische

Satellitenstaaten

um sich und verschifft auch keine

Atomraketen mehr nach Kuba. Und

heute fl iehen keine sowjetischen Intellektuellen

mehr unter abenteuerlichen

Umständen in den Westen, sondern

Schauspieler wie der Franzose Gérard

Depardieu siedeln ganz legal und erster

Klasse nach Rußland über. Denn dort

locken vor allem eine niedrige Einheitssteuer

und ein gutes Leben mit dem

Promibonus.

Und trotzdem: In der westlichen Berichterstattung

hat Rußland längst wieder

zur Rolle des alten Bösewichts zurückgefunden.

Der russische Präsident

Wladimir Putin sei eine Art Diktator,

der eine fi nstere, autoritäre Großmachtpolitik

betreibe. Im UN-Sicherheitsrat

spielt Rußland in den Augen vieler

westlicher Beobachter wieder den notorischen

Nein-Sager, den man schon

aus den Zeiten des Kalten Krieges kennt.

Und die anarchistischen Kirchenschänderinnen

von „Pussy Riot“ werden heute

im Westen gefeiert wie einstmals der

russische Dissident Alexander Solschenizyn.

Prof. Alexander Dugin gehört zu den

bekanntesten intellektuellen Köpfen jenes

neuen Rußland, das den Westen

wieder beunruhigt. Und als solcher hat

Dugin in den etablierten Medien in der

Bundesrepublik Deutschland keinen

leichten Stand. Vor allem die linksalternative

taz erblickt in dem hochgewachsenen

Mann mit langem Vollbart

gar etwas Bedrohliches. Dugin,

schreibt die taz, sei „Chefideologe“ und

nenne „sich zwar ,Philosoph‘, doch am

ehesten wird seinem Auftreten der Begriff

Sektenführer gerecht“. Aus den

Schriften Dugins lesen die taz-Schreiber

gar eine „faschistische Rhetorik“ heraus.

Der deutsche Historiker Andreas

Umland, der an der Katholischen Universität

Eichstätt-Ingolstadt Mittel- und

Osteuropäische Geschichte lehrt, warnte

im Jahr 2008, Alexander Dugins Einfl-

uß in der russischen Politik könnte gar

zu einem „zweiten Kalten Krieg zwischen

Moskau und dem Westen“ führen.

30 Jahre nach Reagans Rede warnen

westliche Journalisten, Wissenschaftler

und Politiker wieder vor einem

Rußland, welches gar unter dem finsteren

Einfluß eines „Sektenführers“ steht.

Das „Reich des Bösen“ scheint wieder

zurückgekehrt.

Alexander Dugin schmunzelt, wenn

er das alles über sich hört. Er kennt diese

Angriffe, sie scheinen ihm nichts auszumachen.

In Freiburg im Breisgau

steht er vor dem Haus des Philosophen

Martin Heidegger, während sein Sohn

Arthur das Stativ seiner Kamera aufbaut.

Der Himmel ist dunkelgrau, es

weht ein kalter Wind. Der Wetterbericht

hat Regen vorausgesagt, doch bislang ist

es trocken. Durch die Bäume ziehen

Nebelschwaden. Alexander Dugin hat

die Hände in den Taschen seines Mantels

vergraben, sein Blick geht zum

Himmel. „Das Wetter ist perfekt“, sagt

er zufrieden. Mit seinem Sohn dreht er

eine Videodokumentation über Martin

Heidegger. Um das Heidegger-Haus zu

finden, muß man die Adresse genau

kennen. Kein Schild weist den Weg,

kaum ein touristischer Reiseführer

macht darauf aufmerksam. Freiburg ist

nicht stolz auf „seinen“ Philosophen –

im Gegenteil. Eher etwas verschämt

wird er versteckt. Denn Martin Heidegger

sei ein „Nazi-Philosoph“ gewesen.

Und in einer grünregierten Universitätsstadt

ist man zwar stolz auf die

verkehrsberuhigten Zonen und auf die

hohe Dichte an „Fair Trade“-Geschäften,

nicht aber auf einen weltweit berühmten

Philosophen. Dugin schüttelt den

Kopf. Fast scheint es so, als habe er

etwas Mitleid mit uns Deutschen. „Martin

Heidegger war der bedeutendste

Philosoph des 20. Jahrhunderts“, doziert

Dugin und streicht sich kurz über

seinen Bart. „Doch hier in Freiburg

muß man lange suchen, um in einer

Buchhandlung seine Werke zu finden.“

Es ist Alexander Dugins erster leibhaftiger

Kontakt mit der deutschen

Vergangenheitsbewältigung, sein erster

Besuch in Deutschland. In Rußland, erzählt

Dugin, stehe Martin Heidegger

hoch im Kurs. An der Moskauer Universität,

an der auch Dugin lehrt, spiele

der deutsche Philosoph eine wichtige

Rolle. Daß die Deutschen mit ihren eigenen

Söhnen nichts mehr anzufangen

wissen, ist auch für den russischen Professor

nur schwer zu verstehen. Der erklärte

Freund und Bewunderer der

Deutschen findet sich in einem Niemandsland

wieder, das mit sich selbst

hadert. Die Kamera ist endlich in

Position, Dugin schreitet am Heidegger-

Haus vorüber.

Heidegger kennt der 1962 in Moskau

geborene Dugin bereits aus der Sowjetzeit.

Vor dem Zusammenbruch der

Sowjetunion organisierte er Lesezirkel

und Gruppen, die mit wenig Rücksicht

auf die akademischen Gepflogenheiten

unter der Herrschaft der KPdSU

auch Werke lasen und diskutierten,

die in den sowjetischen Unis allenfalls

im „Giftschrank“ zu finden waren.

Während Michail Gorbatschow das

letzte Kapitel der UdSSR mit Glasnost

und Perestroika einläutete, saß Alexander

Dugin mit Gleichgesinnten zusammen

und kostete die – noch – verbotenen

Früchte: Neben Martin

Heidegger wurden auch der italienische Philosoph

Julius Evola oder der Franzose

René Guénon gelesen und debattiert.

Als nach dem Auseinanderfallen der

Sowjetunion Boris Jelzin in Moskau

regierte, schlug die große Stunde der

Propheten des „freien Marktes“ in

Rußland. Binnen weniger Jahre bildete

sich eine superreiche Oligarchenkaste.

Unter dem trinkfreudigen Boris Jelzin

wurden die Ressourcen des Landes geplündert

und unter wenigen „Businessmen“,

oftmals ehemaligen Funktionären

der 1991 aufgelösten kommunistischen

Jugendorganisation Komsomol,

aufgeteilt.

In dem politischen Vakuum dieses

vollkommenen Zusammenbruchs war

es unter anderem Alexander Dugin, der

nicht hinnehmen wollte, daß Rußland

nun ähnlich wie die osteuropäischen

Staaten einfach der westlich-liberalen

Sphäre angeschlossen wird. 1992 – im

gleichen Jahr, in dem der US-amerikanische

Politikwissenschaftler Francis

Fukuyama vom „Ende der Geschichte“

schwärmte – gründete Dugin gemeinsam

mit dem bekannten russischen

Schriftsteller Eduard Limonow die „Nationalbolschewistische

Partei Rußlands“.

Limonow war populär, Dugin

steuerte große Teile des Programms bei.

Zum ersten Mal nahm man im Westen

Notiz von Alexander Dugin – und war

schockiert. Denn die neue Partei setzte

sofort auf maximale Aufmerksamkeit:

Die Parteifahne war knallrot mit weißem

Kreis, darin in Schwarz Hammer

und Sichel. Limonow sorgte für regelmäßige

Skandale, schnell schlossen sich

vor allem junge Russen, darunter auch

viele Künstler, dieser ganz anderen politischen

Gruppierung an, die gegen Boris

Jelzin und gegen „das antihumane

System der Troika, die aus dem Liberalismus,

der Demokratie und dem Kapitalismus

besteht“, kämpfte. Bei Wahlen

war die neue Partei nie wirklich erfolgreich,

dafür sorgte sie mit ihren zahlreichen

Aufmärschen für Furore.

Alexander Dugin erinnert sich gerne

an diese kämpferischen Jahre zurück.

„Wir haben erkannt, daß man nach

dem Zusammenbruch der Sowjetunion

gegen die westlichen Hegemonialbestrebungen

kämpfen muß. Die Regierung

unter Boris Jelzin hat alle Schleusen

für die westlich-liberale Invasion

geöffnet. Wir wollten das verhindern.“

Damals verkündeten die Nationalbolschewisten,

sie wollten „die radikalsten

Formen des nationalen Widerstandes

mit den radikalsten Formen des sozialen

Widerstandes verbinden“.

Vor dem Freiburger Münster durchstöbert

Dugin einen Stand mit antiquarischen

Büchern. Er nimmt das eine

oder andere Buch in die Hand, blättert

darin ein wenig – und legt es wieder zurück.

Mittlerweile hat es doch noch angefangen

zu regnen. Dugin stört das

nicht. Nach wie vor scheint er das trübe

Wetter eher zu genießen und wühlt sich

weiter durch das Bücherangebot. Alexander

Dugin beherrscht neun Sprachen

– darunter auch Deutsch. Er ist ein begnadeter

Autodidakt, er bringt sich

Fremdsprachen selber bei.

Sein Sohn Arthur, Mitte 20 und Philosophiestudent,

verrät die Lerntechnik

seines Vaters, der gerade jene Bücher

stapelt, die er kaufen möchte. „Er geht

systematisch an die Sache ran, zunächst

lernt er die Syntax einer Sprache – die

Struktur also –, dann füllt er diese sozusagen

mit dem Vokabular auf.“ Zufrieden

läßt sich Alexander Dugin derweil

die von ihm erstandenen Bücher vom

Verkäufer in eine Tüte packen.

Die wilden 1990er Jahre sind lange

vorüber. 1998 endete die Zusammenarbeit

zwischen Limonow und Dugin.

Während der Literat Limonow heute

die Anti-Putin-Protestbewegung unterstützt,

steht sein ehemaliger Kampfgenosse

Dugin auf der anderen Seite der

Barrikade. Dugin leitet heute das soziologische

Institut der Universität Moskau

und berät auch Außenpolitiker

des Kreml. Bei westlichen Beobachtern

schrillen daher die Alarmglocken. Denn

Dugin denkt gar nicht daran, sich von

seiner Vergangenheit zu „distanzieren“,

wie man es vor allem aus der Bundesrepublik

Deutschland kennt.

Und als Professor erfreut sich der

charismatische Russe zudem großer Beliebtheit

bei seinen Studenten. Wenn

Dugin spricht, ist gewaltiger Andrang

garantiert. Nicht selten bettet er seine

Reden in bombastische Videoinstallationen

ein. Während Dugin zu seinen

Zuhörern spricht, schießen hinter ihm

auf einer Leinwand die Flammen in die

Höhe, oder es werden Explosionen gezeigt.

Jedenfalls weiß er, wie man sein

Publikum fesselt. Längst wurden seine

Veranstaltungen zum avantgardistischen

Geheimtipp in Moskau.

„Ästhetik ist uns wichtig“, sagt er ruhig,

und steuert auf ein kleines Café zu.

Dugin hängt seinen Mantel an die Gar-

derobe, unter seinem

schwarzen Sakko trägt er ein

quergestreiftes

Hemd, das an die

typischen Unterhemden

der russischen

Armee erinnert.

Und wie

steht es um den

Nationalbolschewismus?

„Es war

eine Phase in den

1990er Jahren“,

erklärt er, „doch

man muß sich

weiterentwickeln“ -

. Dabei fährt

er sich wieder mit

der Hand durch

seinen Bart. Bevor

er seinen Kaffee

trinkt, bekreuzigt sich der gläubige orthodoxe

Christ.

In Moskau betreiben Dugin und sein

Kreis junger Wissenschaftler mittlerweile

eine eigene umtriebige Denkfabrik.

Die stramm traditionalistischen

Inhalte werden dabei modern aufbereitet.

„Ästhetik ist uns wichtig“, wiederholt

Dugin und schwenkt seine Kaffeetasse

ein wenig hin und her.

Das Konzept, für das Dugin und seine

Mitstreiter – meist junge Intellektuelle

und Studenten – stehen, bezieht

sich auf die Eurasien-Idee: ein euroasiatischer

Kontinentalblock als machtvolles

Gegengewicht zum transatlantischen

Bündnis. „Das ist notwendig und

dafür kämpfen wir“, sagt Dugin entschlossen.

Wo sieht er die Rolle Deutschlands

in einer solchen Ordnung?

„Deutschland ist das Zentrum Europas,

ein Deutschland, das sich selber wiederfin-

det, wird einer unserer wichtigsten

Partner.“ Das sind Worte, bei denen einem

schnell klar wird, warum das politische

Berlin Dugins Thesen meidet wie

der Teufel das Weihwasser.

Dugin scheut sich auch nicht davor,

den in der Bundesrepublik Deutschland

tabuisierten Begriff der Geopolitik zu

benutzen. Der deutsche Geograph und

Militär Karl Haushofer gilt als einer der

Begründer der Wissenschaft, die seit

1945 in Deutschland nicht mehr gelehrt

wird. Die alliierten Siegermächte machten

Haushofers Lehre als Gefahrenquelle

aus und sorgten dafür, daß sie nicht

mehr in den Lehrplänen vorkommt.

Während heute kaum ein Student in

Deutschland mit Haushofers Werken in

Berührung kommt, bezieht sich Alexander

Dugin in seinen Vorlesungen und

Büchern wie selbstverständlich auf den

deutschen Wissenschaftler. „Es geht

aber vor allem auch darum, Haushofers

Ideen nicht einfach zu konservieren,

sondern sie weiterzuentwickeln.“ Die

modifizierte Eurasien-Idee ist eine solche

Weiterentwicklung.

Hauptfeind dieser Idee ist – wie bereits

in den 1990er Jahren – der westlich-

liberale Hegemonialanspruch. „Die

Globalisierung verlangt, daß sich die

ganze Welt dem westlich-liberalen Wertesystem,

das keine Traditionen, keine

Völker und keine Kulturen mehr kennt,

unterwirft“, doziert Dugin und beugt

sich über den Tisch. Mit seiner Hand

deutet er auf dem Tisch den westlichen

Machtblock an, der teils über sogenannte

NGOs oder eben mit Kriegen an

seiner Peripherie darum bemüht ist,

sein Gebiet auszubreiten. Der Konflikt

werde immer wieder sichtbar – etwa im

Pussy Riot-Skandal, der massiv von

westlichen NGOs, Medien und Politikern

mit angeheizt wurde, oder eben

auch in heißen Kriegen, wie derzeit im

Syrienkonflikt. Der Westen verfechte

das Konzept einer „unipolaren Welt“, so

Dugin. Dem setzt er eine multipolare

Weltordnung entgegen – mit einem

starken eurasischen Raum als eines der

politischen Zentren. Dem russischen

Präsidenten Wladimir Putin bescheinigt

Dugin – zumindest in der Außenpolitik

– die richtige Richtung.

Wenn die Grenze zwischen dem

westlichen Hegemonialanspruch und

Eurasien brennt, scheut sich Dugin

auch nicht davor, selber dorthin zu

gehen, wo scharf geschossen wird. Während

des Georgienkrieges im Jahr 2008

besuchte er die russische Armee. „Unsere

Truppen sollen die georgische

Hauptstadt Tifl is besetzen, das ganze

Land, und am besten gleich die Ukraine

noch dazu mit der Halbinsel Krim, die

ohnehin historisch zu Rußland gehört“,

zitierte ihn der Spiegel. Er sei der „rauschebärtige

Chefideologe des wiedererwachten

Großrussentums“, wetterte

das linke Hamburger Nachrichtenmagazin

gegen Dugin. Dem wiederum

huscht ein kurzes Lächeln über den

Mund, und anstatt sich darüber aufzuregen,

zeigt er einige Fotos von seinem

Truppenbesuch an der Georgienfront:

Eines zeigt ihn, wie er eine russische

Panzerbüchse hält, auf einem

anderen Bild steht er mit einer Kalaschnikow

vor einem russischen Panzer. An

diesem Mann ist wirklich nichts, rein

gar nichts politisch korrekt.

„Doch der Kampf gegen die westlich-

liberalen Hegemonialbestrebungen

findet vor allem in den Köpfen

statt“, sagt Dugin leise,

während er die

Georgien-Bilder wieder

zusammenpackt.

„Während an den

westlichen Universitäten

so getan wird,

als seien der Liberalismus

und der Individualismus

der Gipfel

menschlicher Entwicklung,

geht es uns

darum, eine Alternative

zu entwickeln.“

Kommunismus, Faschismus und

Liberalismus seien die drei großen politischen

Theorien des 20. Jahrhunderts

gewesen. Politisch machtvoll sei heute

nur noch der Liberalismus, den Dugin

als „totalitäre Ideologie mit Universalanspruch“

bezeichnet. Der Liberalismus

habe Faschismus und Kommunismus

bereits überwunden und sozusagen

verdaut. „Der heutige Liberalismus

hat in seinen Herrschaftssphären nicht

einmal mehr richtige Feinde.“ Dort regiere

die politische Langeweile. Dugin

wählt seine Worte bewußt scharf. „Die

Welt muß sich selbst vom Joch des Liberalismus

befreien.“ Doch wie? Dugin

spricht über die „Vierte Politische

Theorie“, die er vor kurzem als Buch

veröffentlichte. „Ein wichtiger Schlüssel

für die Überwindung der Moderne liegt

hier in Freiburg.“ Es sei Heideggers Begriff

vom „Dasein“, erklärt Dugin. Und

es gäbe eben nicht nur ein einziges „Dasein“,

sondern viele verschiedene. Also

gäbe es nicht nur eine einzige „Vierte

Politische Theorie“ sondern eine ganze

weltweite Familie von antimodernen

„Daseinssphären“, die allesamt eines gemeinsam

hätten: ihre Gegnerschaft

zum westlichen Hegemonialanspruch.

„Wir müssen wieder zu unseren Wur-

zeln finden, zu unseren Mythen und

Traditionen.“

Wer mit dem russischen Philosophen

spricht, braucht nicht lange, um

zu verstehen, weshalb westliche Journalisten

in ihm eine Bedrohung sehen:

Er weiß, wie man seine Zuhörer fesselt.

Auch wenn er nur in einem Café sitzt

und keine bombastischen Projektionen

seinen Vortrag unterstützen.

Müssen auch wir Deutschen wieder

lernen, Deutsche zu sein? Dugin lacht.

Das erste Mal an diesem Tag. Nach einer

kurzen Pause antwortet er ruhig: „Wenn

die Deutschen sich über ihr eigenes Dasein

bewußt werden und sich aus dem

transatlantischen Albtraum verabschieden,

rückt ,Eurasien‘ bedeutend näher.

Denn ohne die Deutschen kann das westlich-

liberale Projekt EU nicht existieren.“

Feiern wir dann zusammen in Berlin

oder Moskau? Dugins blaue Augen blitzen

auf. „Warum nicht in Königsberg?“

Eines scheint aber sicher: Wer auch

immer an jenem Tag US-amerikanischer

Präsident sein wird, wird abermals

vor seine Anhänger treten und von

der Wiederauferstehung des „Reichs des

Bösen“ sprechen. -

ruby April 11, 2014 um 05:38

;-)
http://prorev.com/reagan.htm
“Wer wird den gleich in die Luft gehen?”

ruby April 11, 2014 um 05:50

Knuckle down,
Love his skin,
It doesn’t matter what colour skin he’s locked in,
Knuckle down,
Knuckle down and love that skin.

Knuckle down,
Love his race,
It doesn’t matter if you win or lose a little face,
Knuckle down and love that race.

One bright morning the world might end with a big bang,
And you’ll never get yourself another chance.
Put aside the hoodoo and some of the voodoo,
‘Bout people being different,
They’re not so different.

Take them by the arm and run to the street,
Take a little drum to supply the beat,
Soon the whole world will be up on it’s feet and dancing.

For my sake,
Won’t you put your knuckles down, boys?
For my sake,
Won’t you put you knuckles down?

Love her skin,
It doesn’t matter what colour skin she’s locked in,
Knuckle down,
Knuckle down and love that skin.

Knuckle down,
Love her race,
It doesn’t matter if you win or lose a little face,
Knuckle down and love that race.

One bright morning you just might wake when the coin drops,
Even though you think that love is such a corny thing.
You can burst the bubble full up with trouble,
Says that people always got to be fighting
(not right!)

Take them by the arm and run to the fields,
Blow on your horn until Jericho yields,
Soon the whole world will lay down swords and shield for singing.

For my sake,
Won’t you put your knuckles down, boys?
For my sake,
Won’t you put you knuckles down?

http://www.youtube.com/watch?v=g9zZ0hefFok

petervonkloss April 11, 2014 um 06:01

„Der Präzeptor“

In Martin Heidegger erkennt Dugin den weltweit einzigen Präzeptor, aus dessen Denken sich eine derartige Philosophie entwickeln liesse. Zwei Gründe für dieses erstaunliche Ansinnen werden namhaft gemacht: Erstens habe Heidegger – Dugin bezieht sich vorab auf die nachgelassenen «Beiträge zur Philosophie», auf die «Geschichte des Seyns», auf die Schrift «Über den Anfang» – die europäische Philosophie von Anaximander bis Nietzsche vollumfänglich aufgearbeitet, habe sie gleichsam auf den Punkt gebracht und so endgültig vergegenwärtigt, dass sie als erledigt gelten und somit einen ganz «anderen Anfang» eröffnen könne; zweitens biete er mit seiner Daseinsphilosophie ein Modell, das besser als jedes andre geeignet sei, für ein neues, eigensinniges und eigendynamisches russisches Denken vorbildlich zu werden.

Um diese Übertragung zu bewerkstelligen, schlägt Dugin mit zahlreichen Argumenten und lebenspraktischen Beispielen eine Modifikation des Heideggerschen Modells vor, dessen primäre Orientierung an der Zeitlichkeit er durch räumliche Perspektiven ersetzt sehen möchte. Das «Dasein» soll demzufolge auf das «Da» fokussiert werden, auf den Natur- und Lebensraum, auf Heim und Heimat, auf das spezifisch russische «In-der-Welt-Sein». Was Heidegger metaphorisch als «Geviert» oder «Lichtung», als «Feld-» oder «Holzweg» ausweist, sieht Dugin im «Design» der realen russischen Lebenswelt konkretisiert – der Gleichklang von «Design» und «Dasein» soll diese eigenwillige Übertragung auch auf der Wortebene beglaubigen. Doch der Gleichklang markiert auch eine fundamentale Differenz, die durch die Übertragung erst eigentlich erkennbar wird: Nach Dugin ist das russische «Design» nämlich «prinzipiell und wesentlich chaotisch, steht also auch in einem prinzipiell andern Verhältnis zum Sein als das europäische Dasein». Das reale russische «Da» soll im Verein mit der system- und fortschrittsfeindlichen russischen «Dummheit» einen andern (nämlich

erstmals den eigenen) Anfang russischen Philosophierens ermöglichen: Solches Philosophieren wird notwendigerweise chaotisch sein, denn das Russentum selbst ist «das Chaos», und das Da-Sein, ist «das Sein der Erde, ist eine Erde für alle, ist die Russische Erde, und wir sind die Träger der Philosophie dieser Erde».“

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/heideggers-russische-sendung-1.12675975

petervonkloss April 11, 2014 um 12:37

carlos manoso April 8, 2014 um 13:31
„Pvk, die Logik des Antisemitismus und der Todes- und Vernichtungstrieb „des Westens“ liegen sehr eng nebeneinander. Irrationaler Trieb nach Weltvernichtung drückte sich normalerweise bei Nazis und Antisemiten als Vernichtungswunsch gegen Juden aus
Im Kern steckt im Vernichtungswillen gegen Juden aber nichts anders als der Wille zur Selbstvernichtung, ein Selbstmordprogramm
Ach, für mich gibt es keine Juden mehr, denn sie sind gebrannte Mandeln.
Süß-bittere Konklafe der Hypermoral, die sich elegant des MOSSAD bedient.

karla April 16, 2014 um 20:08

Wladimir Putin, ethnischer Nationalist?

Ein Gastbeitrag von Pavel Lokshin

“Wenn man Putins hochtrabende Sonderwegsrhetorik ausklammert: “Russisch sein” ist eine kulturelle Identität. Gemeint sind damit weniger die Besitzer der gesammelten Werke von Dostojewskij, sondern Gruppen, die sich mehr oder weniger widerstandslos von Moskau regieren lassen – wie die Bewohner der Krim.”

Man ist ja selbst nicht vor Ort. Nur, soll man lt. Pavel Logshin den Anschluss der Krim wirklich nur “mehr oder weniger widerstandslos” also auf jeden Fall mit Widerstand erzwungen beurteilen?

Damit wäre der Fortgang in der Ostukraine auch wieder aktuell zu behandeln:

Balken schreibt unter:
http://www.wiesaussieht.de/2014/04/14/macht-die-gew-schwul-ein-gastbeitrag-von-stefan-sasse/#comment-89734

Balken April 16, 2014 um 17:14

“Jaaa, baden-württembergische Heterophobie ist ein gaaanz wichtiges Thema, hält sich hier lange on the top…..In Sachen Ukraine geht es schmallippig zu in den Medien, wenn überhaupt die Rede davon ist, – ganz anders als bei den westlichen Politikerbesuchen auf dem Maidan – dann geht der Spin so: Putin himself ist schuld, schließlich redet er von der Gefahr eines Bürgerkrieges. War Steinmeier ähh Lawrow denn schon zur Unterstützung der Aufständischen in Donezk?…….Schön satirisch auf den Punkt bringt der es mal wieder: “Assad meldet die Rückeroberung von Donezk”

Man muss ja nicht gleich auf Assad zurückgreifen. Wie wärs denn damit:
Rußland kreist die EU ein.
Russische Truppen an der Grenze zu Natomitgliedsländern und potentiellen neuen Mitgliedsanwärtern.

Aber so WIESAUSSIEHT wen interessiert das heute noch?

"ruby" April 16, 2014 um 20:21

Is the seekers journey finished after the
Trilogy (At the White Magic Gardens)/The White Winds?
http://www.youtube.com/watch?v=fz-rVWDZGS0

"ruby" April 16, 2014 um 20:58

geht halt nichts über ehrlichkeit
18 Trucks that we found …
http://www.youtube.com/watch?v=IHdDYvVn8P8

medienmacht?
http://www.faz.net/aktuell/politik/in-der-ukraine-laufen-soldaten-ueber-12899022-p2.html

who talks and shows?

ruby April 16, 2014 um 21:13

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