“Das kann alles doch nicht wahr sein”. Ein Interview mit dem Deutschlandfunk

by f.luebberding on 17. April 2014

In der Debatte über die Ukraine geht es wild durcheinander. Aus der Berichterstattung über die Ereignisse ist mittlerweile eine Berichterstattung über die Kritik an der Berichterstattung geworden. Das führt selbstredend zu einer Kritik der Kritiker. Letztere kommt von Journalisten an ihre kritischen Leser, Hörer und Zuschauer. Diese Journalisten fahnden dann etwa nach historischen Spuren eines antwestlichen Ressentiments bei ihren Kritikern. Was allerdings dabei auf der Strecke bleibt? Die Analyse. Ein gutes Beispiel erlebte man gestern Abend im Medienmagazin Zapp des NDR. Es interviewte den Ressortleiter “Zeitfunk” beim Deuschlandfunk, Friedbert Meurer, zur Empörung von Hörern seines Senders über die Ukraine-Berichterstattung (das vollständige Interview ist hier zu finden). Dort fiel der enzige wichtige Satz, den man sich in der Debatte über die Ukraine merken muss. Den Rest kann man getrost ignorieren.

Meurer sagte in Zapp (ab Minute 10) folgendes:

“Meine Haupterklärung für dieses Phänomen ist, dass viele sich sagen, sollen wir tatsächlich, nach dem wir Bulgarien und Rumänien in die EU aufgenommen haben, auch noch die Hungerleider aus der Ukraine aufnehmen, die nur ein Kostgänger der EU sein werden? So ungefähr das Urteil, und uns dafür auch noch mit Russland anlegen. Das kann ja wohl alles nicht wahr sein.”

Sehr gut formuliert. Die EU und die NATO haben bis heute kein einziges stichhaltiges Argument geliefert, warum das wahr sein könnte. Nämlich die Ukraine in die EU und die NATO aufnehmen zu müssen. Sie haben aber trotzdem in Kiew diesen Eindruck entstehen lassen – und damit erst die Eskalationsspirale ausgelöst, die uns jetzt seit Wochen beschäftigt.

Realpolitisch ist die Lage noch trostloser. Der Westen ist nicht bereit, für die territoriale Integrität der Ukraine in den Krieg zu ziehen. Putin musste kein genialer Machtpolitiker sein, um daraus die logischen Schlussfolgerungen zu ziehen. Es reichte schon nicht so dumm wie der Westen zu sein. Putin nutzte die inneren Widersprüche in der Ukraine zu seinen Gunsten. Die Annexion der Krim (es war natürlich eine. Alles andere ist Propaganda) war nur möglich geworden, weil erst der Westen selbst das Tor zur Krim geöffnet hatte. Dazu wirkte die Übergangsregierung in Kiew als eine trostlose Veranstaltung von Dilettanten zu Putins Gunsten. Der Bruch des von den drei EU-Außenministern ausgehandelten Freitagsabkommens zwischen der damaligen Regierung in Kiew und der Opposition auf dem Maidan war der Wendepunkt gewesen. Man kann nicht eine Revolution veranstalten, um sich anschließend über deren Dynamik in anderen Landesteilen zu wundern. Die Folgen erleben wir jetzt auch in der Ostukraine. Wenn der Westen auf seine Sichtweise beharrt, die Ukraine als Teil seiner Einflußsphäre zu betrachten, wird er eine bankrotte Restukraine mit Hilfe der Kiewer Dilettantentruppe verwalten dürfen. Das Verhältnis zu Rußland wäre darüber hinaus heillos zerrüttet. Schließlich müsste man sich irgendwann trotzdem mit Moskau arrangieren. Frieren für Kiew? Für die Öffentlichkeit auf Dauer kein überzeugendes Argument. Der Imageverlust wäre aber gewaltig. Der Westen wäre ohne Not als Tiger gestartet, um schließlich als Bettvorleger Putins zu landen.

Der Westen hat sich aus schlichter Unfähigkeit in einen Konflikt hineinziehen lassen, den er machtpolitisch nicht gewinnen konnte. Das hätte man aber vorher wissen müssen. Die Empörung über Putin hat vor allem damit zu tun. Das Gerede über das Völkerrecht, die bisweilen irrwitzigen historischen Analogien, dienen nur einem Zweck: den Anschein einer Niederlage zu verdecken. Das ist auch nötig. Es wurde schon genug realpolitisches Porzellan zerschlagen. In einer solchen Konstellation bliebe dem Westen bei einer Annexion der Ostukraine gar nichts anderes übrig als die verabredeten Sanktionen umzusetzen. Er handelt in der Ukraine aus einer Position der Schwäche. Aber Putin sollte sein Blatt nicht überreizen. Die Bereitschaft des Westens, gerade deswegen sein immer noch vorhandenes weltpolitisches Gewicht in den Konfikt einzubringen, überfordert die Möglichkeiten Russlands. Die Logik des Konfliktes läuft mittlerweile auf die Bereitschaft hinaus, fast jeden ökonomischen Preis zu zahlen, um den Anschein der Schwäche oder der Niederlage zu verhindern. Darin liegt die Dramatik.

Das ist der realistische Kern, den viele Zuschauer, Hörer und Leser spüren. Alles andere kann ignoriert werden. Was man jetzt den Medien vorwerfen kann? Das nicht offen zu diskutieren, sondern lieber die Propagandafloskeln westlicher Akteure nachzuplappern. Es wie Meurer für einen Ausdruck von Ignoranz zu halten, diese gut begründete Sichtweise überhaupt ins Gespräch zu bringen. Dabei kommt dort lediglich die Ignoranz des Westens zum Ausdruck, die er gegenüber der Ukraine und Russland bewiesen hatte. Welches Interesse hat der Westen an der Ukraine – und was sollte er tatsächlich verteidigen oder auch nicht? Das muss endlich offen diskutiert werden, und nicht nur in den schummrigen Hinterzimmern von Staatskanzleien. Die meisten Deutschen beurteilten ein Übergreifen Russlands auf das Baltikum oder Polen übrigens völlig anders als die heutigen Ereignisse in der Ukraine. Der eigentliche Skandal ist die Unterstellung, das könnte anders sein. Dafür gibt es aber keine Hinweise. Nur ist die Ukraine weder Mitglied der NATO, noch der EU. Das wissen alle. Allein der Westen erzeugt immer noch den gegenteiligen Eindruck. Das ist sein Problem -  und das vieler Zuschauer, Hörer und Leser mit den Medien.

Und das kann wirklich nicht wahr sein.

{ 249 comments }

Gregor Keuschnig April 17, 2014 um 12:29

Gut, dass Sie den wichtigsten Satz des Gesprächs noch herausgearbeitet haben. Ich war nach ca. 8 Minuten eingeschlafen.

aifran April 17, 2014 um 12:36

. grosser dank den lieben Ukrainischein Nazis und Faschisten denen es mit Hilfe von 5Milliarden (und mehr) westlicher Finananzierung gelang diese wunderbare Sau aufzublasen die wir jetzt voller Freude durchs Dorf treiben können. Eure dankbaren Nutzmenschenhalter —- es ist gelungen

Keiner redet mehr über die durch Bilanzregeländerung vorgetäuschte Bipsteigerung ….
Keiner redet mehr über die enorme Zahl an Arbeitslosen ….
Kaum einer redet mehr über nicht zum Leben reichende Löhne ….
Keiner redet mehr über die an Sklavenenhaltung grenzenden Arbeitsbedingungen ….
Kaum einer redet mehr über die an die Grenze der “Verkaufbarkeit an die Nutzmenschen” ,,gelangte Verschuldung des Sytems ….
usw. usw. usw.

Die Nutzmenschenhalter brauchten, brauchen dringenst fette dicke Säue um damit die Nutzmenschen im Dorf von der System Krise abzulenken.

schone Tage -

Wilma April 17, 2014 um 12:39

Der Spiegel weiß, wer die Kritiker sind:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-spam-bei-deutschen-medien-unter-namen-anonymous-a-964869.html
P.S. Kommentarfunktion zu diesem Artikel geschlossen

Bruchmüller April 17, 2014 um 12:51

Ich meine, Frank Lübberding hat hier wirklich etwas herausgearbeitet. Was es ist, sollte in den nachfolgenden Kommentaren herausgearbeitet werden. Zu klären ist aber zunächst, wie etwas aus etwas herausgearbeitet wird.

Dass man nach 8 Minuten einschläft, das geht überhaupt nicht!

wowy April 17, 2014 um 13:04

@fl
Das ist eine Satire, oder?

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 13:09

So weit, so gut – aber alle ‘russophilen Kommentare’, die derzeit schwallartig die Kommentarspalten befüllen, ohne weitere Differenzierung als einen Willensausdruck unserer ‘Bevölkerung’ zu interpretieren, das greift dann auch zu kurz. Zwischen den Threads und den Meinungsumfragen klafft ein gewaltiges Loch.

In meinen Augen läuft da parallel eine Monsterwelle an Astroturfing ab, die zugegebenermaßen keineswegs nur aus Putins Reich stammt. Da mischen noch ganz andere mit: Unsere ‘Rechtspopulisten’, die ‘Esos’ und ‘Bilderberger’, die kompasslosen ‘Linken’, auch jene komische Veranstaltung, die sich ‘Montagsdemos’ nennt … Das dann wiederum, wie der ‘Spiegel’ es tut, NUR auf diese Verrannten zurückzuführen, ist hingegen auch falsch. Eine Grundstimmung und Stimmungsmacher ergänzen sich hier mal.

Fakt ist: Der Westen hat so gut wie keine Handlungsoptionen außer dem erhobenen Zeigefinger, die neue Ukrainer Regierung hat noch keine Legitimation, und Russland bedient sich genüsslich im großen Tohuwabohu, wirft Nebelbömbchen und lügt dabei, dass sich die Balken biegen. Ganz nonchalant hat Putin just heute zugegeben, dass der Einmarsch russischer Truppen auf der Krim doch so stattgefunden habe, wie er es stets abgestritten hat.

konrad April 17, 2014 um 13:15

@fl
Auch wenn die Wiederholung nervt: Hat “der Westen” das Kosovo nicht auch annektiert?

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 13:18

Jarchow

Exakt das passiert alles. Nur um so wichtiger ist es, den Kern des Problems deutlich zu machen. Die Medien jagen in ihrer Seltbstreferentialität dem Unsinn hinterher. Aktuell geht es um eine Frage Snowdens an Putin in seiner Pressekonferenz als Endlosschleife. Mich interessiert weder Snowdens Frage, noch Putins Antwort.

QuestionMark April 17, 2014 um 13:19

@Autor
Kein guter Artikel. Man sollte wohl lieber den Zapp-Beitrag komplett anschauen um sich ein Bild von halbwegs brauchbarem Journalismus machen zu können.
Ach ja, eins noch zu ihrer These “Der Westen ist nicht bereit, für die territoriale Integrität der Ukraine in den Krieg zu ziehen.”. Die (mindestens psychologische) Kriegführung läuft doch bereits seit langer Zeit. Auch gerade über die Massenmedien. Und dann noch: Schon mal was von Wirtschaftskrieg gehört?

Mensch Luebberding! So blöd sind wir doch eigentlich garnicht! Bitte Scheuklappen abnehmen und Hirn einschalten und erst dann etwas schreiben. Der Krieg läuft doch schon auf einigen Ebenen. Wieder mal verpennt?

Daneben geht es überhaupt nicht um die “territoriale Integrität” der Ukraine. Russland kann den westlichen Imperialismus (ob er nun als EU-Erweiterung oder NATO-Erweiterung oder sonstwas auftritt) nicht mehr hinnehmen und hat die außenpolitischen Konsequenzen daraus gezogen.

Ulf April 17, 2014 um 13:23

Welches Interesse hat der Westen an der Ukraine

Den Westen gibt es bei dieser Angelegenheit nicht. Man muss hier schon unterscheiden zwischen USA, Westeuropa und osteuropäische EU.

Das offensichtliche Interesse der Regierung der USA ist es gewesen, die EU Staaten von Russland zu entfernen und nach Snowden wieder besser an sich zu binden. Außerdem wollten sie Russland schwächen. Damit haben sie bisher alles erreicht – und was jetzt noch kommt, ändert daran nicht mehr viel.

Die osteuropäischen Regierungen haben historisch bedingt ein anderes Interesse gegenüber Russland als die westeuropäischen. Vor allem den baltischen Staaten kommt es sehr darauf an, dass NATO und speziell USA ihre Grenzen und ihre Unabhängigkeit gegenüber Russland garantiert. Dazu müssen sie Russland als Gegner darstellen. Sie haben auch ziemlich alles erreicht was möglich ist.

Die westeuropäischen Regierungen dagegen haben voll versagt. Der gemeinsame Handel mit Russland steht vor Sanktionen. Die von den großen westeuropäischen Staaten finanzierte EU wirft in der Ukraine mit Milliarden um sich, die direkt weiter nach Russland überwiesen werden (müssen) oder in die Hände der Oligarchen versickern, währenddessen in Griechenland die Menschen mangels Gesundheitsversorgung krepieren und in Spanien Menschen aus dem Fenster springen, weil sie ihre Wohnungen nicht mehr abzahlen können.

Hier zeigt sich doch für jedermann, dass insbesondere die deutsche Regierung nicht souverän handelt – geschweige denn im Sinne der Bevölkerung. Und auch bei den Medien weiß man von vielen Alphajournalisten, die über Atlantikbrücke u.ä. verdammt eng an die USA und deren Interessen angebunden sind.

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 13:24

QuestionMark

Es gibt keinen Krieg. Aber ich kann es gerne veranlassen, dass Du im Ernstfall einen Einberufungsbescheid bekommst … . Und den Zapp-Beitrag sollte man sich tatsächlich ansehen.

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 13:25

@ konrad: Haben Bonnie und Clyde nicht auch eine Bank überfallen?

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 13:27

Ulf

Die Bundesregierung muss mit dieser Situation umgehen. Und das bedeutet unter anderem, keinen Zweifel am westlichen Bündnis aufkommen zu lassen. Nur falls das jemand unter Souveränität versteht.

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 13:29

@ f.luebberding: Das Eröffnen von Nebenschauplätzen – wie bspw. Snowden – ist die probateste Art, nicht zum Thema reden zu müssen: Verhalte dich wie ein Stück Seife in der Badewanne … Rhetorik-Handbuch, Kapitel 1.

wowy April 17, 2014 um 13:31

@fl
Man könnte zumindestmal fragen, was Brennan unter falschem Namen in Kiew gemacht hat und warum danach die Truppen aus Kiew in der Ostukraine aufgetaucht sind.
Zur Frage der Annexion ist der Artikel von Reinhart Merkel lesenswert
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464.html
Auch die Frage wirtschaftlicher Interessen sind nicht uninteressant und da schauen wir mal über den deutschen Tellerrand
http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/apr/10/us-fracking-companies-climate-change-crisis-shock-doctrine

Jarchow und Ulf haben insofern recht, als die Sache doch etwas heterogener ist.

konrad April 17, 2014 um 13:33

Die Sache ist einfach: Es geht um die Deutungshochheit!
Diese fängt an zu bröckeln. Durch die alternative Informationsmöglichkeit ist es immer schwerer diese Deutungshochheit aufrecht zu erhalten.
Dazu kommt noch dass viele es satt haben, für dumm verkauft zu verden.
Ein kleiner Ausflug auf die Seite von Daniele Ganser lohnt sich. Der ist Dr. und seine Dissertation war über Gladio (konnte nicht abschreiben, da kaum jemand darüber was geschrieben hatte! :-) )

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 13:34

Jarchow

Auch nett.

Teilzeitsarkast April 17, 2014 um 13:36

Es ist bemerkenswert, dass Meurer eine Viertelstunde darüber sinniert, woher wohl die tiefsitzende Skepsis weiter Teile der Bevölkerung gegenüber der Ukraine-Berichterstattung in den deutschen Medien kommt, ohne ein einziges Mal die NSA-Affäre zu nennen. Stattdessen wundert er sich darüber, dass viele Hörer faktisch die deutsche Westbindung in Frage stellen.
Auch zur Frage, wer den höchsten Preis im Falle von harten Wirtschaftssanktionen zu zahlen hätte: Kein Wort!

Meines erachtens zahlt der Westen hier den politischen Preis für die Abhörpraxis und die offenkundige Unwilligkeit oder Unfähigkeit, “demokratische Werte” nach innen durchzusetzten, indem die Praktiken der Geheimdienste an die Kette gelegt werden.
Angesichts solcher Doppelstandards wundert es nicht, dass das Publikum bockig wird. Besonders realpolitisch ist das zwar nicht, aber menschlich extrem verständlich.

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 13:37

wowy

Den Artikel von Merkel kenne ich. Das ändert nichts daran, dass diese völkerrechtliche Debatte wegen ihre Instrumentalisierung durch alle Seiten schon längst nutzlos geworden ist. Sie ist zum Instrument der Realpolitik geworden. Und dort kann der Westen nicht die Annexion der Krim anerkennen. Das weiß auch Putin.

wowy April 17, 2014 um 13:39

@fl
Nein, sie ist nicht nutzlos. Zu ihr zurückzukehren ist die einzige Chance einen Bürgerkrieg/Krieg zu verhindern.

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 13:41

@ fl: Oha – der Jakob Augstein und der Bernd Lucke bspw., das wären also US-Agenten? Dascha ‘n dolles Ding, das! Jaja, unsere Linke, stets über dem begrenzten Horizont des allgemeinen Denkpöbels meterhoch im Himmelblauen kreisend, dort, wo die wahre Wahrheit wohnt.

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 13:44

@ wowy: Wie sähe eine solche ‘Rückkehr zum Völkerrecht’ denn konkret aus? Müsste Russland dann jetzt sofort die Krim wieder de-annektieren?

karla April 17, 2014 um 13:47

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 13:25

“@ konrad: Haben Bonnie und Clyde nicht auch eine Bank überfallen?”

Einen banalen Bankraub von Individuen mit Außenpolitik vergleichen???

wowy April 17, 2014 um 13:56

@Jarchow
Den Artikel von Merkel gelesen?
Ansonsten ist der status quo natürlich eine Frage diplomatischer Verhandlungen. Für alles -von jetzt an- muss die Rückkehr zum Völkerrecht gelten, sonst werden wir im Kriegsrecht enden, wenn überhaupt (also Kriegs r e c h t).

#volksaufstand1706 April 17, 2014 um 13:58

So, @Frank. Jetzt ist es langsam so weit.

===> Der allgemeine … #volksaufstand1706 … unfolded sisch jetzart!!

===> … die Einschläge kommen näher & näher …

https://www.youtube.com/watch?v=82pfWSgBeXg

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ukraine-dehm-von-die-linke-sieht-medien-von-us-geheimdiensten-gesteuert-a-965010.html

===> … weil du’n alter Freund & Kupferstescher von mir bisch … wäre es nett relativ clever, wenn du wenigstens Frau + Kinder jetzt noch schnell aus implodierende US-BRDDR … raus schaffst? … nach Nord-Skaagerrak zum Beispiel … odda … besser nach sonniges Süd-Feuerland. Und auch die werte Frau Mama, sofern noch unter den Lebenden.

( … wenn erst der rasend-schäumende Wutpimmeltsunami der Entrechteten, Ausgeplünderten und von Hütt & Consorten au noch obendrein Verhöhnten* dursch die Straasen und Gäßßchen strömt … geht sischerlisch nix mehr … @Hütt, hattu wenigstens schon Türkette gekauft? … mit Türkette … von Obi odda so … bisch sischerlisch … safe …)

===> … Zeit, daßß sisch watt drehen tuen tut!!! … let there be rock!!

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 13:59

wowy

Die einzige Chance ist ein Interessenausgleich. Den kann es nur informell geben (und bedeutet zugleich keineswegs die Leugnung des Völkerrechts, sondern die Akzeptanz von Meinungsunterschieden in der Interpretation). Aber es kann natürlich auch sein, dass sich alle Akteure an den Richterspruch von wowy halten … .

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 14:01

W-ING

Das wird schon wieder nichts. Mit Deiner Voraussage eines Volksaufstandes.

QuestionMark April 17, 2014 um 14:13

@f.luebberding
Den Einberufungsbescheid können sie ja an Herrn Jarchow weitergeben. Der opfert sich sicherlich gerne für das Imperium. Immerhin könnte er dann auch gegen die bösen bolschewistischen Russen ins Feld ziehen. :-)

Es gibt also ihrer Meinung nach keinen Krieg. Na dann gibt es auch so etwas wie psychologische Kriegführung nicht oder so etwas wie Wirtschaftskrieg nicht usw. usf. ?
Wirklich sehr interessante Thesen. Tatsächlich läuft die Propagandaschlacht doch auf allen Kanälen.
Ist ihre Darstellung eigentlich nur noch naiv? Scherzen sie? Oder lügen sie uns bewusst an?
Ich gehe aktuell davon aus, das sie ihre Thesen nicht ganz ernst meinen. Dann ist es typisches Journalistenniveau. Hauptsache die Leute sind unterhalten. Na gut.

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 14:29

QuestionMark

Die bisherigen Sanktionen der EU würde ich nicht gerade als Wirtschaftskrieg bezeichnen. Und natürlich gibt es eine Propagandaschlacht. Der Artikel ist allerdings als Aufforderung zu verstehen, sich gerade nicht daran zu beteiligen. Und deshalb ist es für eine realistische Debatte nicht förderlich, sich daran mit eigener Kriegsrhetorik zu beteiligen.

#volksaufstand1706 April 17, 2014 um 14:33

“Das wird schon wieder nichts. Mit Deiner Voraussage eines Volksaufstandes.”
———-

… abba … Frank.

===> … Du weißßt doch, daßß ~ isch ~ speciell au wegen meiner ~ halbgöttlischen ~ … SEHER-FÄHISCHKEITEN … von den Millionen Zuschauerinnen & Zuschauerers an den Internetzempfanxendgräten … so argstark-sehr geschätzt werde ( und von den @Faschisten … gehaßßt + gefürschtet werde …) … nur ein paar Beispiele:

o … schon 2008 … habe isch angekündigt, daßß es … einen outrighten FASCHISMUS geben wird … in US-BRDDR, US-EUDSSR und USA sowieso. q.e.d.!

o … schon viele Jahre vor der AfD … hat der ~ Übermensch ~ hier … “Die Blauen” … angekündigt … q.e.d.!

o … am Tage als die ersten bulligen Maskenmänschen in RU-Krim rumgeturnt sind, hat RU+Ukraine-Experte @Treidelstein … gesagt, daßß es “KEINEN ANSCHLUßß der Krim geben wird”. Aber der ~ Halbgott ~ hat da bereits – dank Seherfähischkeit – das Gegenteil … GEWUßßT(!!) … und hier verkündigt … q.e.d.!!

===> … ~ ISCH ~ … bin … ein … ~ SEHER ~ … q.e.d. … :-)

Weitere ~ halbgöttlische ~ Ansagen, die ZUKUNFT betreffend:
==========================================

1.) … der völlisch durschgeknallte + satanich-entartete US-Faschopathismus (mitsamt sein widerlicher Socialdemokratismus & GrünKhmerismus) … wird aus Deutschland und Europa vertrieben werden.

2.) … was letztlisch – anstatthalber – kömmen wird in freies D + freies Europa: ~ ESCHTE DEMOKRATIE JETZT!! ~

3.) … USA goes Regionalmacht … pronto !!! … AMEN!!!

PS: … Dauer? … hab .. ~ isch ~ … schon x-mal durschgekabelt:

“7 bis 77 Jähr’schen!!!”

( … übrigens, @Sterblinge: … je schneller @ihr … JETZT(!!!) … durschgreift, desto weniger Leischen wird es insgesamt geben … bedenkt das bitte. ~ Isch ~ … will ja nur helfen …)

wowy April 17, 2014 um 14:36

@fl
Wir unterscheiden uns in unsererer Aussage nicht wesentlich.
Ansonsten hilft manchmal Holz hacken oder Joggen gegen gegen Unwohlsein ;-)

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 14:44

@ Questionmark: Wat denn fürn Imperium? Etwa der zerstrittene Hühnerhaufen, der sich Nato, EU oder ‘der Westen’ nennt?

Wenn schon Imperium, dann doch lieber mal Alexander Dugin lesen, der das geneigte Ohr des Herrn Putin besitzt. Der Herr Elsässer findet den auch ganz toll …

QuestionMark April 17, 2014 um 15:10

@f.luebberding
An einer seriösen Debatte besteht natürlich Interesse. Aber unterschwellig kommt bei ihnen immer wieder das proamerikanische Propagandageschwurbel durch.
Dazu eine ihrer Thesen (als Bsp): Russland hätte bereits gewonnen; der “Westen” befindet sich in einer Verlierersituation.
Das ist doch faktisch falsch: Der “Westen” hat mit dem erfolgreichen Putsch bereits gewonnen und es geht jetzt nur noch darum das “neueroberte Gebiet” abzusichern. Anschließend wird dann geerntet. Die Ausbeutung der Ukraine ist doch bereits in der Vorbereitung. Profiteur dieser Entwicklung werden die großen westlichen Konzerne sein. Die Kosten dafür werden (wie immer) auf die kleinen Leute umgelegt. Und die Russen? Tatsächlich sind die Russen in der Defensive. Die versuchen aktuell verzweifelt die davonschwimmenden Felle wieder einzufangen während gleichzeitig der “Westen” die Schlinge um Russland enger zieht.
Das ist eigentlich alles ziemlich offensichtlich. Also warum die ganze Desinformation?
Da braucht man sich über grassierende Verschwörungstheorien nicht mehr zu beschweren oder zu wundern.
Auch die Erklärung “Die deutschen Journalisten sind einfach nur saudumme Rindvieher. Das ist alles nur systemische Eigendynamik respektive Herdentrieb etc.” reicht da nicht mehr aus.

QuestionMark April 17, 2014 um 15:12

@Klaus Jarchow
War nur ein Späßle.

Wirtschaftswurm April 17, 2014 um 15:15

Dem Artikel stimme ich voll zu. Und die Einseitigkeit vieler Berichte erzürnt die Leute. Es ist ja richtig, kritisch über Putin, Russland und russische Aktionen zu berichten, z.B. auch zu hinterfragen, wer hinter den Aktionen in der Ostukraine steckt. Aber wo bleibt die kritische Haltung der Medien, wenn es um die Aktionen der EU und der USA geht? Ganz offenkundig wurde und wird da in Kiew viel Bockmist verzapft. Wer recherchiert die Hintergründe und Zusammenhänge?

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 15:36

Jarchow

Nur zum ersten Kommentar mit dem Hinweis auf diesen Facebook-Mist.

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 15:47

QuestionMark

Das finde ich interessant. Meine Argumentation von der Schwäche des Westens als “proamerikanisches Propagandageschwurbel” zu interpretieren. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Aber nur als Hinweis. Es gab auch bisher schon keine Investitionsbeschränkungen für westliche Konzerne in der Ukraine. Dafür brauchte man die neue Regierung nicht. Und die Ukraine als Markt ist ein Witz. Es fehlt dort schlicht an Einkommen. Und wenn schon, dann ist Rusland nun wirklich von wesentlich größerem Interesse. Das ist ja das Problem der deutschen Industrie. Nicht jedes Interesse ist primär in der Ökonomie zu finden.

holger196967 April 17, 2014 um 16:27

Hahaha

ich merke schon, hier ist viel, weniges Fachpersonal des Militärs unterwegens. Das Ende der Geschichte ist:

Die NATO musste mal die Unnerbux runner lassen, was sie überhaupt an Potenz noch so besitzt ohne da O Bamas Action Heros. Das sind ungefähr 15 einsetzbare Jets, drei Drohnen, 2 Flugabwehrraketengeschwader, 66 ½ Zwillen und mächtig viel Lärm um Nichts.

Die NATO ist quasi Handlungsunfähig. Das bedeutet Machtverlust, so wie da Springer Swingerclub gegenüber Kuugel.

Man kann es ja so sehen, Adolf Vladimir Vlad Irrwitsch wollte mal sehen, wie und was denn nun die NATO so alles machen tut. Und das Ergebnis ist nahe NULL.

Weil, wie wollen denn die Amerikanskis denn mit der USS Obama denn an Moskau ran? Pazifik? Ostsee ? Schwarzes Meer? Sogar mit Erdogan dem Großen?

Da bekommen die doch sofort so einen vor den Bug und Latz geknallt, dass da gleich 3 Flugzeugträger aus Anteilnahme mit untergehen. Kenne mer ja… 2 Hochhäuser sprengen, 3 verwandeln sich zu Staub. Alte Regel.

Die NATO hat auch keinen „Rommel“ mehr, der mit Panzerdivisionen tief sonst wo eindringen kann. Die NATO besteht nur noch aus Geschwätz, und nicht einsatzfähigen Material geschweige denn Personal, das ist nur zum Posieren in Uniform da. Noch nicht mal, um mit Haubitzen Brunnen bohren zu können.

Die NATO kann zwar noch über Burkina Faso große Schnauze haben oder ein paar Neger-Stämme, aber dann war es das. Das hat man nun davon und mit Abrüstung und Fehlplanung.

Fakt ist, die NATO ist nicht in der Lage einen Krieg führen zu können. Nicht die Franzacken, nicht die Kanisterköppe vonner Queen, kein Belgier, kein Niederländer, kein gar keiner.

Deswegen muss die NATO samt EU incl. Journalismus dummes Zeuchs Quasseln. Und das ist Propaganda Krieg. Mit dem Wissen unfähig zu sein.

Und wenn der Böse IVAN Adolf Vlad der Erste mal ernst machen würde, dann ist das Bündnis noch nicht mal zur Verteidigung in der Lage.

Und das weiß der KGB IVAN Adolf Vlad der Erste. Weil die NATO jeden Tag den Klarstand der Waffensysteme meldet. Bei meinem Geschwader der Marineflieger, waren das bei rund 2000 Mann Besatzung teilweise gerade mal 4 !!! VIER einsatzfähige Tornados gewesen.

Was ich dann im Waffensystem HAWK (gibt’s nicht mehr Flugabwehrraketen) NATO Verband erlebt habe, über 2 Jahre, da hab ich mir schon gedacht: Huihuihui wie soll denn ein Krieg funktionieren? Das ist ja Lebensgefährlich.

Was hat denn die NATO für einen Kutter geschickt? Dem geht doch wegen Ersatzteile Mangels und kein Geld für Sprit der Saft aus.

Hört mir bloß auf, das was die NATO samt politischer Verwaltung aufführt, so wird sie auch vorgeführt.
Das ist das, was der Westen aus dieser Krim-Ukraine lernen muss. Sein Militärapparat ist ohne die USA ein Luftnummer, die nur noch Verwaltungstechnisch auf dem Papier steht. Gegen die Russen gewinnt man nicht mit ein paar AWACS.

Und das ganze weiß auch KGB Adolf Vlad der Erste.

So manch einer der hier große Schnauze hat, sollte mal ganz in Ruhe darüber nachdenken, wie es um unsere Verteidigungsfähigkeit steht. Und wenn er dann, mit der Recherche fertig ist, dann wird er merken, dass die große Schnauze fehl am Platz ist.

Aber Russland ist ja in die Zange genommen worden… VON WEM DENN?

QuestionMark April 17, 2014 um 16:28

@f.luebberding
Nein, das läuft nicht so wie sie das interpretiert haben. Sondern so: Einführung einer Freihandelszone; Überschwemmung der ukrainischen Wirtschaft mit subventionierter Massenware aus dem Westen; Aufkaufen der dadurch pleitegegangenen ukrainischen Betriebe; entsprechender Aufkauf der landwirtschaftlichen Fläche aufgrund pleitegegangener Landwirte; Einführung der Personenfreizügigkeit (und damit der weitere Ausbau eines Überangebots an Arbeitskräften in der EU; Lohndumping inklusive). Produktion von Billigware für den reichen Westen in der Ukraine nachdem Rechtssicherheit (sprich: Die “Reichen” geben vor was zu passieren hat) hergestellt worden ist. Die Kosten für die ganze Sache werden dem Volk aufgebürdet. Die Gewinne aus der ganzen Geschichte werden privatisiert.
Dasselbe beschissene Spielchen wie immer. Politik für die “Reichen”.

holger196967 April 17, 2014 um 16:44

So, Fragezeichen,

mag ja richtig sein. Vielleicht war ja auch die Krim unter Oligarchen (PPP Hedge-Fonds) auch schon verhökert?

Oder Odessa, oder der Zugang zum Schwarzen Meer?

Und was weiß Snowden darüber?

Die alte Ukraine war unter Garantie schon verhökert. Der Bär erledigt das Fell geteilt. Wie einst die GDR.

Tja… und nun? Liegt alles erstmal auf Eis. :D

aifran April 17, 2014 um 16:47

und morgen die ganze Welt …..

Der stille Putsch: Wie eine geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt – Jürgen Roth

Pressestimmen “Er beeindruckt durch enormen Detailreichtum und harte Fakten.” (Wirtschaftswoche Online)

“Warum EU-Bürger dieses Buch lesen sollten? Es wäre ein fataler Irrtum zu glauben, die Ränkespiele der Mächtigen hätten nichts mit ihnen zu tun”. (Austria Presse Agentur (APA))

Über den Autor und weitere Mitwirkende Jürgen Roth, geboren 1945, ist einer der bekanntesten investigativen Journalisten in Deutschland. Seit 1971 veröffentlicht er brisante TV-Dokumentationen und aufsehenerregende Bücher über Korruption und organisierte Kriminalität. Zuletzt erschienen von ihm “Gangsterwirtschaft”, “Gazprom – Das unheimliche Imperium” und “Spinnennetz der Macht”, die allesamt Bestseller waren.

wowy April 17, 2014 um 16:48

Und wieder ein schönes Beispiel für Ncherzählungsjournalismus
http://taz.de/Rueckenwind-fuer-Handelsabkommen-TTIP/!136982/
Klären uns die Qualitätsmedien also auf?
Die Entstaalichung schreitet unaufhörlich voran.

QuestionMark April 17, 2014 um 16:52

@holger196967
Ja, aber die Oligarchen sind “böse Russen” bzw “böse Ukrainer”. Es sollen aber “böse Wessis” sein. Alles klar?

wowy April 17, 2014 um 16:56

Diese Petition wird mit Erfolg scheitern
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_13/Petition_50705.nc.$$$.a.u.html
Obwohl ich das nicht so rechtverstehe, wo uns die Qualitätspresse allumfassend informiert hat.

aifran April 17, 2014 um 17:24

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp7411.html

warum wohl gehen derartige Kommentare so gut wie nie vor 23Uhr über die Sender? Etwa weil zu dieser Zeit der mallochende Nutzmensch schon brav im Bett ist ……

Soldat Schwejk April 17, 2014 um 17:31

Der Artikel von R. Merkel in der FAZ ist zwar lesenswert, aber das mit der “Rückkehr zum Völkerrecht” halte ich auch für eine Leerformel. Das internationale Recht ist faktisch die Klugheit der Selbstbeschränkung, im Zweifel dann aber das Recht der größeren Wumme. Besser wäre es von einer Rückkehr der vorausschauenden Realpolitik zu reden, ohne rhetorisches Tamtam, das man in der Realität nicht einholen kann. Also ein informeller Ausgleich (@FL). Und da muß man sich erst mal fragen: Was sind denn bei der jetzigen Lage die realistischen Optionen?

Offensichtlich ist die Ukraine dabei, zu so einer Art gescheitertem Staat zu werden. Mit einer Doppelherrschaft in manchen Landesteilen. Wenn dieser Zustand auf längere Dauer gestellt wird, was m.E. nicht unrealistisch ist, dann heißt das zwar nicht zwingend, daß ständig geschossen wird. Aber es ist Anlaß für ständige Spannungen, auch zwischen der EU und Rußland. Das kann nicht in unserem Interesse liegen, und diesmal meine ich wirklich “unserem” im doppelten Sinne. Was für sonstige Optionen gibt es?

M.E. wäre eine Umsetzung des Lawrow-Planes immer noch eine gute Variante. Sprachlich hat sich Kiew da ja im Schützengraben verbuddelt: Föderalisierung ist böse, geht gar nicht… Vielleicht findet sich aber eine Variante, das Land faktisch zu einer Föderation umzubauen, ohne das Kind so zu nennen. Mittlerweile würde das wohl in der Tat darauf hinauslaufen, daß die ostukrainischen Regionen große Eigenständigkeit erlangen und Rußland dort großen Einfluß, daß auf dem Papier der ukrainische Staat minus Krim aber erhalten bleibt. – Warum sollten “wir” so etwas nicht akzeptieren können?

Interessant zu sehen, wie sich etwa Rinat Achmetow als einer der wichtigen Mitspieler verhalten wird. Der hat sich zwar klar für den Erhalt der ukrainischen Staatlichkeit und gegen Unruhen erklärt, gleichzeitig aber auch gegen den Einsatz bewaffneter Kräfte durch Kiew.

@ FL —> “Sie [die Völkerrechtsrhetorik] ist zum Instrument der Realpolitik geworden. Und dort kann der Westen nicht die Annexion der Krim anerkennen.”

Natürlich kann er. Zwar noch nicht de jure, aber de facto.

—> “Und das bedeutet unter anderem, keinen Zweifel am westlichen Bündnis aufkommen zu lassen.”

Versteh ich jetzt nicht. Ukraine ist kein Bündnisfall. Wodurch kämen Zweifel am “westlichen Bündnis” auf, und wodurch würden sie Deiner Ansicht nach ausgeräumt? Die “Westliche-Bündnis”-Rhetorik ist m.E. genauso eine beliebig instrumentalisierbare Leerformel wie die Völkerrechtsrhetorik.

@ ~HG

Tatsächlich, zwei meiner Prognosen sind nicht eingetroffen. Weder haben die Russen den Status der Krim länger offengehalten, noch ist es Kiewer Zentralregierung & Oligarchen gelungen, in der Ostukraine den Deckel draufzuhalten. Als selbstkritischer Beobachter fragt man sich da natürlich, welche Faktoren man falsch eingeschätzt hat. Dazu aber frühestens heute am späten Abend noch was…

NKB April 17, 2014 um 17:34

Es ist schon ziemlich abenteuerlich zu behaupten: “Der Westen hat sich aus schlichter Unfähigkeit in einen Konflikt hineinziehen lassen, den er machtpolitisch nicht gewinnen konnte.”
Diese Aussage ist doch nicht Dein Ernst, oder? Hat der Westen nicht genau diesen Konflikt gesucht und gehofft, Russland würde vor dem fait accompli, dass man ihnen ihr letztes Vorfeld nehmen würde, kapitulieren???

“Die EU und die NATO haben bis heute kein einziges stichhaltiges Argument geliefert, warum das wahr sein könnte. Nämlich die Ukraine in die EU und die NATO aufnehmen zu müssen. ”
Du wirst es nie lernen, @fl, die Interessen der NATO und der EU zu unterscheiden. Die NATO (USA) haben natürlich ein Interesse an der Ukraine (siehe Brzezinski); die EU eigentlich nur, wenn die Ukraine der Türöffner zu Russland darstellt. Im Übrigen hat Russland doch nichts gegen eine eigene oder auch ukrainische Partnerschaft mit der EU: die Kopplung mit der NATO ist das Problem.

Daher haben auch Lawrow und Kelly miteinander geredet. Und nicht etwa Steinmeyer und Lawrow. Es geht um militärstrategische Dinge; für Russland um die eigene Sicherheit. Deshalb handeln sie ja auch so vermeintlich irrational.
Das mag man noch keinen Krieg nennen, aber in der Vergangenheit sind aus ähnlichen Gründen (Verletzung des status quo) schon einige Kriege entstanden – schau mal ins 19. Jahrhundert, das ist voll von solchen Kriegen.

Wenn schon, dann hätte ich Deinen Satz wie folgt umformuliert:
Die EU und die NATO haben bis heute kein einziges stichhaltiges Argument geliefert, warum sie Russland so herausfordern und sogar einen Krieg riskieren, wenn es doch so viel einfacher wäre, Handel zu treiben.
Dies kann kein normaler Mensch einsehen und dementsprechend zieht sich dieses Unverwständnis durch die Kommentare der offiziellen Presse. Schwer erklärbar ist das nicht.

gasthörer April 17, 2014 um 17:40

Soldat Schwejk :
“Mittlerweile würde das wohl in der Tat darauf hinauslaufen, daß die ostukrainischen Regionen große Eigenständigkeit erlangen und Rußland dort großen Einfluß, daß auf dem Papier der ukrainische Staat minus Krim aber erhalten bleibt. – Warum sollten “wir” so etwas nicht akzeptieren können?”

Gerade darum wird mir beim Lesen des deutschen Blätterwaldes so übel: Es scheint medial alles in die Waagschale geworfen zu werden, um das Publikum davon zu überzeugen, dass “wir” so etwas auf keinen Fall akzeptieren können.

QuestionMark April 17, 2014 um 17:45

@aifran
So ist das. Für mich Alibijournalismus. So nach dem Motto: “Aber wir haben doch auf Seite 351 damals etwas Kritisches gesagt.”. Dort, wo die Reichweite da ist, also bei den Hauptnachrichten und den fetten Schlagzeilen wird (teilweise sehr subtil) Propaganda transportiert. Mittlerweilen auch in wirklich beeindruckender gleichgeschalteter Art und Weise. Auch der im Artikel erwähnte Zapp-Beitrag hat darauf hingewiesen das die Presse über TAZ bis zur FAZ hinweg den gleichen tendenziösen Shit geschrieben hat.
Na ja, immerhin werden viele der verantwortlichen “Journalisten” ihren Job verlieren. Die Auflagenzahlen gehen ohnehin zurück und wer will schon für Propaganda Geld ausgeben? Das tröstet etwas über diesen ganzen Mist hinweg.

Auch ein interessantes Beispiel um die Propaganda der Massenmedien zu untersuchen sind die jüngsten Meldungen zu Griechenland. Da wurde einem die Lüge untergeschoben das es in Griechenland wieder super laufen würde. Wenn man sich die tatsächlichen volkswirtschaftlichen Zahlen organisiert, dann sieht sogar ein Laie dass das exakte Gegenteil der Fall ist. Lug und Trug wo man auch hinschaut. Aber natürlich sind das ALLES NUR ZUFÄLLE.

holger196967 April 17, 2014 um 18:46

Soldat

—>>>Versteh ich jetzt nicht. Ukraine ist kein Bündnisfall.”

Aber klar doch… Ein Bündnisfall der Monetären Interessen des Westens. :D

Und hier stellt sich gerade was auf den Kopf, während Rom erst Truppen schickte, und dann die Sesterze eingeführt hat, versuchen die es in der Modernen anders rum. Wobei nicht immer, siehe baltische Staaten.

Und nun ganz einfach: Erst die Krim mit “Referendum” und mit Truppen, dann der Rubel rollt. Und schon werden die Rentenzahlungen verdoppelt. :D und im Winter bleibts warm.

Lustig daran ist ja, dass die Israelis ihr Maul halten. Irgendwie alles verworren.

Tja, diese Breztschinskiys Kowalowskis Soros (györgy Schwartz) und wie se alle nciht heißen, werden auch net jünger :D

Ich sachs gerne nochmal, die alten Strippenzieher störben wech. WECH. Einfach wech. :D

The New World Order, iss hin. Sie hatten ihre Zeit, nun übernimmt Kuugel.

Konstantin April 17, 2014 um 19:21

Ich denke, ein Hauptproblem der derzeitigen Debatte besteht darin, dass wir eine Rückkehr zu Denkmustern aus der Zeit des Kalten Krieges erleben und dass die Ereignisse in der Ukraine zunehmend nach diesen Denkmustern bewertet werden.
Das fängt schon damit an, dass die sehr ähnlichen Entwicklungen in der Westukraine im Januar / Februar dieses Jahres und die aktuellen Ereignisse in der Ostukraine in den deutschen Medien völlig unterschiedlich dargestellt werden. In beiden Fällen gab es Protestdemonstrationen, in beiden Fällen gab es Besetzungen von Verwaltungsgebäuden, in beiden Fällen gab es die Erstürmung von Polizeistationen. Für die wichtigsten deutschen Medien waren die Akteure in der Westukraine Freiheitskämpfer, die für Freiheit und Demokratie kämpfen, die Akteure in der Ostukraine dagegen sind russische Agenten.

Ich habe mich mittlerweile mit Leuten unterhalten, die in der Ostukraine waren, und sie berichten, dass es in der Ostukraine tatsächlich einen großen Drang nach Russland gibt, der allerdings nicht nationalistisch, sondern eher sozial begründet ist. Die Menschen in Russland genießen eben einen sehr viel höheren Lebensstandard als in der Ukraine, das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in der Ukraine beträgt eben nur 7000 Dollar, Tendenz stark fallend, während es in Russland bei 19000 Dollar liegt. Die Menschen sehen auch, was auf der Krim passiert. Die Rentner erhalten doppelte Renten, die ukrainischen Soldaten, die zur russischen Armee übergelaufen sind, erhalten den doppelten Sold, die Staatsbediensteten erhalten das dreifache Gehalt. Gleichzeitig werden die Rechte der Ukrainer und der Krimtataren garantiert. Aus Kiew kommen dagegen nur Ankündigungen von sozialen Einschnitten. Da ist es kein Wunder, dass viele Bürger nach Russland überwechseln wollen, und dass selbst die Staatsmacht keinerlei Loyalität gegenüber der Regierung in Kiew zeigt.

Das Problem ist eher, dass die russische Regierung nicht recht weiß, wie sie mit dieser Dynamik umgehen soll. Einerseits kann sie die Ukrainer nicht enttäuschen, andererseits würde eine Angliederung der Ostukraine an Russland die finanziellen Möglichkeiten des Landes übersteigen.

Für mich folgt aus dieser Gemengelage, dass das Problem Ukraine nur durch eine enge Absatimmung zwischen der EU und Russland gelöst werden kann. Das Problem ist nur, dass die antirussische Stimmungsmache der wichtigsten deutschen Medien dazu führt, dass eine solche Lösung kaum durchsetzbar erscheint und dass stattdessen eine völlig kontraproduktive Eskalationsdynamik in Gang gesetzt wird.

QuestionMark April 17, 2014 um 19:39

@Konstantin
Das ganze Thema hat sich wohl erledigt. Russland fällt anscheinend den russischsprachigen Ukrainern in den Rücken. (Spiegel-Schlagzeile eben “Russland stimmt Entwaffnung von Separatisten zu”). Vielleicht (wieder mal) nur Propaganda. Aber so wie der Kerry auf dem Foto grinst hat man die Russen ziemlich kräftig über den Tisch gezogen.
Dann werden die Ukrainer demnächst wirtschaftlich richtig geschlachtet werden. Da haben sich die Maidan-Aktionen doch gelohnt. Zumindest für den Westen.
Und unsere Bordelle werden wieder viele hübsche willige billige Ukrainerinen bekommen. Immerhin hat die Sache somit echte Vorzüge. Es lebe die Ausbeutung! Zumindest solange andere die Ausgebeuteten sind.

f.luebberding f.luebberding April 17, 2014 um 19:47

Erst lesen, dann urteilen. Vor allem die Dinge, die dort nicht zu lesen sind … .

QuestionMark April 17, 2014 um 19:52

@f.luebberding
Helfen sie mir bitte auf die Sprünge. Was ist dort nicht zu lesen?

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 19:57

@ Konstantin: Ein Durchschnittseinkommen von 19.000 Dollar bedeutet nicht, dass die Masse auf diese 19.000 Dollar kommt. Das ist dir schon klar – oder? Die russische Durchschnittsrente bspw. liegt bei 262 Euro, die Mindestrente bei 60 Euro – bei einer rapide wachsenden Zahl von Rentnern. In der Ukraine sogar nur bei der Hälfte. Die derzeitige Inflation dürfte das Elend in beiden Ländern noch vergrößern.

@ f.luebberding: Zu deinem Hinweis auf den FAZ-Artikel – wenn ein solcher Bockmist auf die Redaktionen niedergeht, dass sich die Journalisten dort nur noch mit dem Finger an die Stirn tippen, dann dürfen sich die Bilderberger und Querfrontler auch nicht wundern, wenn so über sie berichtet wird, wie sie es verdienen. Ich meine: Öffentlich zum Spammen aufrufen, und sich dann empören, wenn die andere Seite auch mal was dazu sagt …
;-)

Klaus Jarchow April 17, 2014 um 19:59

@ QuestionMark: Dass bspw. gar nicht mehr von der Krim die Rede ist, meint er …

BB April 17, 2014 um 20:59

“Das kann alles doch nicht wahr sein”

McCain war mit dem EU-Vollpfosten Baroso in Moldavien zwecks Anbahnung Assozierungsabkommen.

http://lostineu.eu/mccain-moldova-next/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope%29

Ich bin ja bekanntlich für einen “nicht chauvinistischen theoriegestützten Antiamerikanismus” und zwar genau deshalb

Nix da Assoziierungsabkommen Moldavien. Amis raus aus der EU, aber Pronto!

QuestionMark April 17, 2014 um 22:39

@Klaus Jarchow
Ach so, aber die Krim war doch nur Bestandteil des Pokerspiels. Die Amis hatten Angst, das der orchestrierte Putsch auffliegt und die Russen das nicht akzeptieren, einmarschieren und sich die komplette Ukraine holen. Was übrigens mMn das einzig Richtige gewesen wäre. So haben die dämlichen Russen ein Krümelchen abbekommen (also die Krim) und die Amis das ganz große Stück vom Kuchen. Immerhin hatten die Russen einen Plan für einen solchen Fall (siehe Krim). Das macht Hoffnung.
Herzlichen Glückwunsch an den “Westen”. You are the winner. Und jetzt viel Spaß beim Schlachten und Zerlegen der Beute!

Auch noch lustig an der ganzen Geschichte: Putin versucht man jetzt als Gewinner darzustellen. Damit sein Gesicht gewahrt bleibt. Absolut lächerlich diese Shit-Propaganda. Widerlich, wirklich widerlich durch und durch.

bleistift April 17, 2014 um 23:35

Es ist doch nun wirklich kein Geheimnis, dass die Ukraine ein gespaltenes Land sind.

“…. und die Russen das nicht akzeptieren, einmarschieren und sich die komplette Ukraine holen. ”

Das zeugt wohl schlicht von Unkenntnis oder Ignoranz (?). Angenommen in Berlin leben eines Tages 70 Prozent Türken und die gehen auf die Barrikaden und stimmen für einen Anschluss Berlins an die Türkei. Trotzdem wäre es höchst unklug wenn Erdogan deshalb auch noch gleich in Bayern einmarschieren würde.
Oder meinen Sie nicht?
Ich denke Putin schätzt die Lage schon ganz realistisch ein. Er kann sich nicht die ganze Unkraine holen. Jedenfalls nicht ohne einen hübschen (Bürger-)krieg.

Klaus Jarchow April 18, 2014 um 00:57

@ QuestionMark: Ich verstehe, die Russen haben in deinen Augen also verloren, weil sie bloß das ‘Krümelchen’ der Krim bekommen haben, und der böse Westen mal wieder … viel Spaß noch in deiner Traumwelt.

Soldat Schwejk April 18, 2014 um 01:09

Upps… eigentlich wollte ich ~HG~ noch was zu meinen falschen Prognosen schreiben… aber erst mal dies vorgezogen…

@ Konstantin

Einer der besten Kommentare hier zum Thema. Ein paar Anmerkungen…

—> “dass es in der Ostukraine tatsächlich einen großen Drang nach Russland gibt, der allerdings nicht nationalistisch, sondern eher sozial begründet ist.”

Ja, gewiß. Aus ostukrainischer Sicht ist das benachbarte Rußland reicher und institutionell besser geordnet, die Westukraine im gleichen Staat aber ärmer und schlechter geordnet. Der ostukrainische Separatismus speist sich sicher aus ähnlichen sozialen Motiven wie die westukrainische Pro-Europa-Stimmung. Dazu kommt, daß viele Ostukrainer ihre Brötchen als Gastarbeiter in Rußland verdienen, ebenso wie Westukrainer das in den benachbarten ostmitteleuropäischen EU-Staaten tun. Und daß sowohl die einen wie auch die anderen mit der jeweiligen Pro-EU- oder Pro-RU-Haltung eine Hoffnung auf Verbesserung des eigenen Status im benachbarten Ausland verbinden.

—> “das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in der Ukraine beträgt eben nur 7000 Dollar, Tendenz stark fallend, während es in Russland bei 19000 Dollar liegt.”

Naja, der Durchschnitt ist so eine Sache, der Median wäre aussagekräftiger. Und dieses Gefälle ist so gewiß nicht an der RU-UA-Grenze vorhanden. In der UA sind die meisten der an RU angrenzenden Regionen wohlhabender als der Rest des Landes. In RU dürften die an die UA angrenzenden Regionen dagegen eher unter dem Schnitt des Gesamtstaates liegen. Insgesamt gibt es das Gefälle da, aber es ist vermutlich deutlich geringer, als es das Zahlenverhältnis 19:7 aussagt.

—> “Das Problem ist eher, dass die russische Regierung nicht recht weiß, wie sie mit dieser Dynamik umgehen soll. Einerseits kann sie die Ukrainer nicht enttäuschen, andererseits würde eine Angliederung der Ostukraine an Russland die finanziellen Möglichkeiten des Landes übersteigen.”

Wichtiger Punkt. Die russische Führung hat gewiß nicht das Ziel, die Ost-UA in den russischen Staatsverband aufzunehmen wie die Krim. Deshalb werden sie irgendeinen günstigen informellen Status herbeizuführen versuchen.

http://rt.com/news/geneva-document-ukraine-deescalation-224/

—> ” Lavrov said the document does not give any guidelines on the future political system of Ukraine. “We did not use any terms… There are federations where the rights of the regions are limited, and there are unitary states in name only where the regions have broad authority,” he explained.”

Man weiß ja nicht, was hinter den Kulissen in Genf über die zukünftige innere Verfaßtheit der UA ausgehandelt wurde. Und wie belastbar das ist.

Wirtschaftswurm April 18, 2014 um 02:23

Ja, es wurde oben schon mal verlinkt, aber damit es nicht untergeht: https://www.youtube.com/watch?v=7WD-1bZQUpg&list=PLXxjl_JtyqdYFkP8r0yFTId21ajjbFGKp

Systemfrager April 18, 2014 um 08:56

FL will den Eindruck vermiteln, er sei selbstkritisch, ausgewogen und neutral. Zum Lachen! (Wenn es nicht so traurig wäre.) Es ist nur eine ein bisschen nette Sichtweise eines der in den Mauern der westlichen Propaganda gefesellt ist.

Es reichte schon nicht so dumm wie der Westen zu sein.

Der Westen ist alles andere als dumm. Er ist nach immer neuen bösen Taten ertappt, erwischt. Er ist ein notorischer Lügner und Dieb. Er ist einfach in der Welt aufgeflogen. Nur noch innerhalb der Mauern der westlichen Gehirnwäsche hat sich das noch nicht durchgesprochen. “Halte den Dieb” – kann man dort immer noch ernst und naiv verkaufen.

mit Hilfe der Kiewer Dilettantentruppe

Das sind keine Diletanten. Das ist eine bestens bezahlte und trainierte Fünfte Kollone des Westens und die ukrainischen Nazis. Und sie alle haben ständig zum Besuch auf Maidan hochrangige westliche Politiker empfangen. Stellen wir uns vor, Medwedew würde jetzt “Separatisten” besuchen und dort Reden halten und sich feiern lassen.

Aber Putin sollte sein Blatt nicht überreizen. Die Bereitschaft des Westens, gerade deswegen sein immer noch vorhandenes weltpolitisches Gewicht in den Konfikt einzubringen, überfordert die Möglichkeiten Russlands.

Ach was! Warum bombardiert das Westen Serbien (mit allen international verbotenen Bomben, etwa 40.000 mehr Krebsfälle gibts es in den Gebiieten, wo die uranbereichte Bomben fielen), Irak, Lybien … und Nordkorea nicht? Der “Diktator” sagt: “In Ordnung. Ich lasse mich auslöschen, aber der Preis wird für sie schrecklich sein. Dann schmeiße ich alle meine Bomben auf den USA-Vasalen Südkorea. Nur damit ihr es wisst.” Und das werden auch Russen tun. Wer hat in den letzten Jahrhudnerten immer wieder wen überfallen und zerstört. War das nicht der humane, freiheitleibende und hochzivilierte Westen? Der sich in Russland schliemmer benommen als Wandalen und Hunen! Oder ich irre mich? Nein, liebe westliche Übermenschen, das wird mit Russland nicht mehr geschehen. Auch Putin dank, deshalb genießt er die Popularität, über die westliche Politiker nur träumen können.

Welches Interesse hat der Westen an der Ukraine – und was sollte er tatsächlich verteidigen oder auch nicht?

Meine Güte! So veil Naivität darf es doch nicht sien! In Ukraine gibs 1/3 des fruchtbasten Bodens unseres Planeten. Und im Osten alle möglichen Bodenschätze. Und das alles hat aber Gott dem Westen versprochen. Nicht wahr?

Systemfrager April 18, 2014 um 09:04

Das Wissen um Recht und Unrecht ist ein Herrschaftsinstrument, und Amerika besitz es nun nicht mehr. … Im Gegensatz zu den Amerikanern gibt es in den Köpfen der Russen keine von vornherein vorhandene Grenzlinie, welche die vollwertigen Menschn von den anderen, den Indianern, den Schwarzen oder Arabern, trennt. Als Beispiel ließe sich anführen, dasss die Russen während der Eroberung Sibireins ab dem 17. Jahrhudnert ihre Indianer – Baschkiren, Ostiaken, Mari, Samojeden, Burjaten, Tungusen, Jakuten, Jukagieren und Tschukschen -, die zur heutigen komplizierten Bevölkerungstruktur Russland beitragen, anders als die Amerikaner eben nicht ausgerottet haben.

Emanuel Todd, Weltmach USA, Ein Nachruf, Piper 2003, S. 195

Inquisition, das “Kulturgut” des Westens
Kreuzzüge, das “Kulturgut” des Westens
Moderne Sklaverei, das “Kulturgut” des Westens
Apartheid, das “Kulturgut” des Westens
Genozid, das “Kulturgut” des Westens

Und das hat sich in der Welt durchgesprochen. Der Westen ist aufgeflogen. Hoffetlich macht er nicht, wie bisher immer wieder, die größten Dummheiten. Dann wird die Welt die Geduld für immer verlieren. Das tun, was der Westen mit der Welt gemacht hat.

QuestionMark April 18, 2014 um 09:19

@Wirtschaftswurm
Krone-Schmalz war schon immer relativ gut. Wer allerdings erst dieses Interview braucht um zu erkennen das wir es hierzulande mit unverschämter Propaganda bei den Informationen über das Auslands/Wirtschaftsthemen etc zu tun haben, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

Im Gegensatz zu vielen anderen zeigt die Frau Rückgrat.
Ansonsten gibt es da noch die ganzen Mitläufer aus dem ehemals linken Umfeld die mittlerweilen ganz brav und obrigkeitshörig gewordern sind und auf die rechte Seite (auf die “Gewinnerseite”) rübergemacht haben. Diese Leute unterstützen lieber bedingungslos die amerikanischen Mörder bevor sie einen Karriereknick riskieren. Das ist alles sicherlich verständlich aber trotzdem letztlich erbärmlich.

ruby April 18, 2014 um 09:33

Zum Einstieg des Teutschen Wesens aus der Historie des Ostens:
http://www.welt.de/kultur/article4541402/Neue-Studie-belegt-duestere-Wehrmachtsgeschichte.html
Frohe Ostern!

ruby April 18, 2014 um 09:36

@
?
Gabriele für Gabriel
?

Klaus Jarchow April 18, 2014 um 09:45

@ QuestionMark: Du musst dich mal entscheiden, ob ‘der Westen’ nun eher blöd oder raffiniert sein soll …

wowy April 18, 2014 um 09:50

@Wirtschaftswurm
Danke! War mir tatsächlich durch die Lappen gegangen.
Eine Stimme der Vernunft!

@Schwejk
Völkerrecht als Leerformel, Realpolitik….
Das ist mir alles zu oberflächlich. ich würde es begrüßen, wenn man sich inhaltlich mit den Argumenten Merkels befassen würde.
Krone-Schmalz spricht es auch an.
Territoriale Integrität (Unverletzlichkeit der Grenzen)
und Selbstbestimmungsrecht der Völker. Damit müssen wir uns auseinandersetzen.
Ich hatte das hier schon mehrfach verlinkt:
http://www.un-documents.net/a25r2625.htm

Ich bin erstaunt, wie selbstverständlich alle das Treffen zwischen Kerry und Lavrov hinnehmen. Es wird so getan, als befände sich die Ukraine im Besatzerstatus, was aber dem Narrativ der freien Ukraine, also außer im Ostteil, wo der Russe sein Unwesen treibt, widerspricht. Warum Brennan dort war, hat bisher auch noch niemand diskutiert.

Den Vorschlag, die Ukraine föderalistisch zu strukturieren (hatte ich übrigens zuerst formuliert ;-)), kann man nur ernst nehmen, wenn es in der Ukraine 1. Freie Wahlen gibt und 2. Ein frei gewähltes Parlament beschließt seine Verfassung zu ändern.
Voraussetzung dafür ist die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine (Völkerrecht).

Das Problem ist, und das zeigt Krone-Schmalz auf, dass die ganzen Argumente nicht zusammen passen, sondern sich immer das rausgepickt wird, was gerade opportun ist.
Zu stabilen Verhältnissen wird das nicht führen.
Kann es vielleicht sein, dass es nicht (nur) Russland ist, das an instabilen Verhältnissen in der Ukraine ein Interesse hat?

BB April 18, 2014 um 10:03

@Konstantin, @Schwejk

“…..—> “dass es in der Ostukraine tatsächlich einen großen Drang nach Russland gibt, der allerdings nicht nationalistisch, sondern eher sozial begründet ist.”

Ja, gewiß. Aus ostukrainischer Sicht ist das benachbarte Rußland reicher und institutionell besser geordnet, die Westukraine im gleichen Staat aber ärmer und schlechter geordnet. Der ostukrainische Separatismus speist sich sicher aus ähnlichen sozialen Motiven wie die westukrainische Pro-Europa-Stimmung.

Die von den jeweiligen Gruppen “projezierte” eigene wirtschaftliche Lage ist sicherlich ein starkes Moment in der ganzen Geschichte. Denn da wird auf allen Seiten eben viel “projeziert”.

Und der eigentliche Riss geht nur insofern durch Ost- u. West-Ukraine, als es in der Ost-Ukraine mehr “Arbeitertypen” und in der West-Ukraine mehr “urbane Boheme” in den Zentren vor allem in Kiew gibt.

Tatsächlich gibt es diese habituelle Grenze in beiden Landesteilen. Das kann man sehr schön auf solchen Bildern erkennen:

http://www.spiegel.de/fotostrecke/demo-in-donezk-ukrainer-fordern-einheit-ihres-landes-fotostrecke-113626-7.html

Die Leute, die dort für den Erhalt der Ukraine demonstrieren, haben keine Schwielen an den Händen. Und wenn es auf den Folgebildern ein paar mit Schwielen gibt, dann sind das die Eltern einer kleinen “prowestlichen” gut ausgebildeten gesellschaftlichen Gruppe, die vielleicht tatsächlich gute berufliche Chancen haben, wenn sich die Ukraine nach Westen orientiert.

Aber wenn überhaupt, dann eben auch nur die, also wenige. Das Beispiel Griechenland mit seinem hohen Prozentsatz akademisch ausgebildeter mehrsprachiger junger Leute zeigt, dass auch für diese Gruppe in der EU die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Im Gegenteil.

Und es sind natürlich diese habituell abrenzbaren Gruppen, die für die Propaganda von Stiftungen und Medien als Alibi-Argument für “Modernität” und “westliche Werte” vor den Kameras posen dürfen.

Und sie agieren damit wunderbar “willig” im Sinne der offenbar immer noch gültigen US-Doktrin der “Domino-Theorie” von Bush-Junior, Wolfowitz, Rumsgate, Halliburton-Cheney, etc. , wie der depperte Besuch von McCain und Barroso in Moldavien beweist. Revolutions-Marketing halt, also die Ausbeutung im Grunde berechtigter Anliegen einer Bewegung zum Nutzen von sinistren Interessengruppen (Oligarchen, Finanzindustrie, USA-Impies, Verleger = immer häuifger auch in der EU Oligarchen), wie ich schonmal so ähnlich schrub.

Interessant in dem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Putin habituell wohl auch ein gesellschaftlicher Underdog ist, also besser mit den Bergarbeitern der Ost-Ukraine kann, als mit US-Patrizier-Familien-Politikern und den abgehobenen EU-Eliten, denen das Volk nichts mehr ist, freieste Märkte nach dumpfester neoliberaler Ideologie aber alles.

Ich stelle mir gerade Putin im Gespräch mit unserer 72-jährigen Innovation-Komissars-Oma Neelie Kroes vor mit ihrem Biometrischen Google-Armbändchen am Handgelenk *kecker, lach*. Also wenn ich die sehe, da wird mir jemand mit ungehobelten aber relativ gradlinigen Manieren wie Putin, der ab und zu mal einen Tiger krault, direkt sympathisch (es besteht zumindest die Gefahr).

Systemfrager April 18, 2014 um 10:13

Der Westen ohne Maske:

Die materiellen Auswirkungen der deutschen Besatzung im Osten, des sowjetischen Vormarsches und der Partisanenkämpfe waren also von einer ganz anderen Dimension als der Kriegsalltag im Westen. In der Sowjetunion wurden im Kriegsverlauf 70000 Dörfer und 1700 Städte zerstört, 32000 Fabriken und 60 ooo Kilometer Schienen. In Griechenland gingen zwei Drittel der Handelsflotte verloren, ein Drittel des Waldbestands und i ooo Dörfer wurden zerstört. Gleichzeitig führten die den Griechen auferlegten Besatzungskosten zu einer Hyperinflation. Jugoslawien verlor 25 Prozent seiner Weinberge, 50 Prozent des Viehbestands, 60 Prozent der Straßen, 75 Prozent aller Pflüge und Eisenbahnbrücken, ein Fünftel des Wohnraumbestands und ein Drittel seines begrenzten industriellen Reichtums – sowie 10 Prozent der Vorkriegsbevölkerung. In Polen war das Schienennetz zu drei Vierteln zerstört und jeder sechste Bauernhof außer Betrieb. Die meisten Städte konnten kaum funktionieren, wenngleich nur Warschau völlig zerstört war.
Doch selbst diese Zahlen vermitteln bei aller Dramatik nur einen Teil des Bildes, nämlich den schrecklichen physischen Hintergrund. Verglichen mit dem Verlust an Menschenleben, waren die materiellen Schäden unbedeutend. Schätzungen zufolge sollen zwischen 1939 und 1945 36,5 Millionen Europäer an kriegsbedingten Ursachen gestorben sein (das entspricht der gesamten Bevölkerung Frankreichs bei Kriegsausbruch) – eine Zahl, in der weder die natürlichen Todesfälle enthalten sind noch die Kinder, die kriegsbedingt nicht geboren oder gezeugt wurden.

Die Gesamtbilanz ist niederschmetternd (japanische, amerikanische oder an¬dere nichteuropäische Verluste sind in diesen Zahlen nicht enthalten). Im Vergleich dazu nimmt sich die Zahl der Kriegstoten von 1914 bis 1918, so schrecklich sie auch war, eher bescheiden aus. In keinem anderen historischen Konflikt fanden so viele Menschen in so kurzer Zeit den Tod. Bemerkenswert ist aber vor allem der Anteil der Zivilbevölkerung an den Kriegstoten: mindestens 19 Millionen, mehr als die Hälfte. In der UdSSR, in Ungarn, Polen, Jugoslawien, Griechenland, Frankreich, den Niederladen, Belgien und Norwegen starben mehr Zivilisten als Soldaten. Nur in Großbritannien und Deutschland lag die Zahl der militärischen Verluste deutlich über derjenigen der Zivilbevölkerung.
Schätzungen der zivilen Opfer auf sowjetischem Territorium fallen sehr unterschiedlich aus, aber realistischerweise wird man mehr als 16 Millionen Tote vermuten können (etwa das Doppelte der militärischen Verluste – davon allein 78000 in der Schlacht um Berlin). In den Grenzen von Vorkriegspolen fanden annähernd 5 Millionen den Tod, in Jugoslawien 1,4 Millionen, in Griechenland 430 ooo, in Frankreich 350 ooo, in Ungarn 270 ooo, in den Niederlanden 204 ooo, in Rumänien 200 ooo. In diesen Zahlen enthalten, vor allem bei den Angaben für Polen, die Niederlande und Ungarn, sind rund 5,7 Millionen Juden sowie 221 ooo Zigeuner (Roma).
Todesursachen im Fall der Zivilbevölkerung waren: Massen Vernichtung in Todeslagern, Massaker, Krankheiten, Mangelernährung und Hunger (gezielt oder anderweitig verursacht), Geiseltötungen durch Wehrmacht, Rote Armee und Partisanen aller Art, Vergeltungsmaßnahmen, Luftbombardements, Artillerie-beschuß und Kampfhandlungen, an der Ostfront während des ganzen Krieges, an der Westfront von Juni 1944 (Invasion in der Normandie) bis zum Tod Hitlers im Mai 1945, gezielte Fliegerangriffe auf Flüchtlingstrecks und schonungslose Ausbeutung von Zwangsarbeitern in Rüstungsbetrieben und Gefangenenlagern.
Die größten militärischen Verluste erlitt die Sowjetunion mit schätzungsweise 8,6 Millionen Soldaten. In Deutschland waren es 4 Millionen Gefallene, in Ita¬lien 400000 und in Rumänien etwa 300000 Soldaten, die auf Seite der Achsenmächte an der Ostfront fielen. Gemessen an der Gesamtzahl der Bevölkerung verzeichneten Österreicher, Ungarn, Albaner und Jugoslawen die größten Ver-
35 – luste. Insgesamt (Zivilisten und Soldaten zusammengerechnet) waren Polen, Jugoslawien, die Sowjetunion und Griechenland am schlimmsten betroffen. Polen verlor ein Fünftel der Vorkriegsbevölkerung, darunter einen sehr hohen Anteil der gebildeten Schichten, die von den Nazis gezielt zur Vernichtung ausersehen wurden.1 Jugoslawien verlor ein Achtel der Vorkriegsbevölkerung, die Sowjet¬union ein Elftel, Griechenland ein Vierzehntel. Dagegen lag die Verlustquote in Deutschland bei 1/15, in Frankreich bei 1/77 und in Großbritannien bei 1/125.
Ein großer Anteil besonders bei den sowjetischen Verlusten sind Kriegsgefangene. Die Deutschen nahmen während des Krieges etwa 5,5 Millionen sowjetische Soldaten gefangen, drei Viertel allein in den ersten 7 Monaten nach dem Überfall auf die Sowjetunion, im Juni 1941. Von diesen starben 3,3 Millionen an Unterernährung, Erfrieren und Mißhandlung in deutschen Lagern – in den Jahren 1941 bis 1945 starben mehr Russen in deutschen Kriegsgefangenenlagern als im gesamten Ersten Weltkrieg. Von den 750000 sowjetischen Soldaten, die bei der Eroberung von Kiew im September 1941 gefangengenommen wurden, lebten bei Kriegsende nur noch 22000. Die Sowjets ihrerseits hatten 3,5 Millionen Kriegsgefangene (überwiegend Deutsche, Österreicher, Rumänen und Ungarn), von denen die meisten nach Kriegsende heimkehrten.

Tony Judt, Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart, Carl Hanser Verlag, München, 2006, S 33 – 34

Soldat Schwejk April 18, 2014 um 10:14

So, also meine Annahme vor 6 Wochen war, Rußland würde den Status der Krim offen halten, um Verhandlungsmasse gegenüber Kiew und „dem Westen“ in bezug auf die übrige Ukraine zu haben. Was könnte daran falsch gewesen sein und warum?

Zum einen hab ich wohl die rohstoffwirtschaftliche Seite der Sache unterschätzt.

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41298/1.html

http://www.tagesschau.de/ausland/pipelines110.html

Mit der Aufnahme der Krim ins eigene Staatsgebiet zeigt Rußland allen privatwirtschaftlichen Mitspielern, daß es da nun klare Verhältnisse gibt (und von russischer Seite her zumindest relative Rechtssicherheit).

Zum anderen, was nicht wundern sollte, konnte die russische Führung das Kräfteverhältnis in der Ostukraine offenbar besser einschätzen als Schütze Arsch. Ich war ja der Meinung, daß die ostukrainischen Wirtschafts“eliten“ da die Lage mehr oder weniger beherrschen würden. Aber das war offensichtlich nicht der Fall, und Kiew & „der Westen“ brauchen Rußland auch so zur Konfliktregulierung, ohne daß noch etwas zur Krim zu verhandeln wäre. Dann ist die Logik natürlich eine andere: Auf der Krim gleich den Status festzurren, um sie aus einem zukünftige Aushandlungspaket von vornherein rauszunehmen.

Wobei m.E. die Kiewer Führung in bezug auf den Osten des Landes auch vermeidbare Fehler gemacht hat. U.a. diese Aufstellung einer Nationalgarde aus „Maidan-Kämpfern“ und so. Vermutlich haben sie das auch gemacht, um die militanten Rechten irgendwie von der Straße weg zu haben und in die staatlichen Strukturen einzugliedern. Aber im Osten des Landes mußte das ja zwangsläufig so verstanden werden, daß Kiew jetzt mithilfe der Faschisten dort seine Vorstellung von Ordnung durchsetzen will.

Soldat Schwejk April 18, 2014 um 10:28

@ BB

Ach naja, das mit dem “Habituellen” stimmt m.E. nur zum Teil. Richtig ist sicher, daß Leute, die an der Uni Fremdsprachen oder so studieren, sich von einer EU-Orientierung des Landes bessere Karrierechancen und einen besseren sozialen Status versprechen. Aber ich habe auch smarte junge Leute mit Uni-Abschluß kennengelernt, die ziemlich auf Rußland orientiert waren und z.B. überhaupt nix mit der NATO zu tun haben wollten.

Auf der anderen Seite wirst Du in der Westukraine auch genug Leute mit Schwielen an den Händen finden, nur daß die sich die Schwielen nicht im eigenen Land holen, sondern z.B. auf Baustellen in Polen.

BB April 18, 2014 um 10:35

“…..Kiew & „der Westen“ brauchen Rußland auch so zur Konfliktregulierung, ohne daß noch etwas zur Krim zu verhandeln wäre. …..”

Ja klar. Wobei da noch eine Differenzierung fehlt.

“Der Westen” sind USA und EU (in dem Fall hier). Und der EU dämmert es offensichtlich langsam, dass sie demnächst der Ukraine das russische Gas finanzieren darf. Das wird teuer, wenn die Russen die Bedingungen diktieren können und das können sie.

Aber der USA ist das völlig egal. Die ist bei ihrem Spiel von vorne herein davon ausgegangen, dass die EU den Zahlemann macht. Das hatten die in ihrem zynischen Kalkül drin.

Und genau da haben sie sich vielleicht getäuscht. Denn beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Deshalb rödelt der Steinmeier auch so, unbedingt die Russen wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen. Wer genau hinschaut, der sieht die Verärgerung deshalb in den Gesichtern der USA-Verhandler.

Aber unsere EU-Eliten, die depperten Kommissare und Teile des Parlaments (vor allem der faschistoiden EVP-Mehrheit), die laufen fleißig weiter an der Hundeleine der USA und pinkeln an die Hosenbeine der EU-Bürger.

BB April 18, 2014 um 10:36

@Schwejk

“…..Aber ich habe auch smarte junge Leute mit Uni-Abschluß kennengelernt, die ziemlich auf Rußland orientiert waren und z.B. überhaupt nix mit der NATO zu tun haben wollten…..”

Du kennst die? Dann gib ZDF und ARD mal ‘nen Tipp für Interviews mit denen.

Systemfrager April 18, 2014 um 10:47

Dann gib ZDF und ARD mal ‘nen Tipp für Interviews mit denen.

Tja, noch ein Michel, der daran galubt, die westlichen Medien hätten die Aufgabe objektive Wehrheit zu suchen.

BB April 18, 2014 um 10:50

Apropos

Im Grunde geht auch bei uns der Riss in der Ukraine-Frage entlang dieser “habituellen” Grenze. Wäre mal eine Untersuchung durch “handfeste” Soziologen (also Thinker erster Ordnung, nicht zweiter und dritter, wie z.B. ……. na lassen wir mal die Sotissen) wert.

BB April 18, 2014 um 10:52

@Systemfrager

Meinst du jetzt mich mit “Michel” oder bist du nur einfach Ironie-resitent?

Systemfrager April 18, 2014 um 10:58

@BB
ich wunderte mich, aber man weiß nie
sagen wir: Ironie hoch 2

BB April 18, 2014 um 11:07

@Schwejk

Na hoffentlich gibt es solche Gruppen smarter junger Leute mit Uniabschluss, die sich lieber an Russland orientieren. Ich weiß ja jetzt nicht, wo die sich politisch verorten. Wäre interessant, das von dir zu erfahren. Nationalistisch?

Ich persönlich fände “Nationalistisch” übrigens nicht schlimm. Ich selber bin keiner, jedenfalls nicht Deutschnational. Aber ich finde, dass die EU durchaus etwas mehr “Identität” brauchen kann, z.B. genau in dem Sinne, wie es Putin für sein weitläufiges Russland oder seine Eurasische Vielvölker-Union vorschwebt. Dafür braucht sie auch klare Grenzen und davon kann aufgrund der US-Impis-Abhängigkeit gerade ja wohl keine Rede sein. Selbstverständlich bin ich für mehr EU-Nationalismus (im Sinne der EU-Außengrenzen) nur, wenn die Demokratie dabei gestärkt wird.

Das wäre sicher mal interessant, genauer zu analysieren, was die von dir genannte Gruppe smarter junger Leute genau will.

Etwa dieses wirre Heidegger-Gedöns, auf das PvK mal verwiesen hat? Von wegen russischer Sonderweg? Müsste man denen aber schnell ausreden.

Systemfrager April 18, 2014 um 11:21

Russischer Sonderweg?
(man kann sich gut vorstellen, was für einen Unsinn da im Sinne kommen kann)
Also: Es gibt zwei Formen der Orndung mit dem freien Markt:
1: die Hobbessche Form: Gesellschaft bzw. Politik steht über Markt bzw. Reichen
2: die marktkradikale Form: Markt bzw. Reichen stehen über Gesellschaft bzw. Politik
Nur die erste Form war erfolgreich. Das war die Zeit des Keynesianismus, und jetzt ist dies das erfolgreiche chinesische Modell, das Russen nacheifern.
Die zweite Form, der oligarchische Kapitalismus, führte immer in die Hölle, heute auch.

Systemfrager April 18, 2014 um 11:36

Spricht ein Amerikaner und ein Russe. Der Russe sagt:
Bei uns, in den Medien und in der Öffentlichkeit wird Putin beschimpft und als Diktator bezeichnet, ohne das dies bestraft wird.
Der Amerikaner dazu:
Na und! Bei uns, in den Medien und in der Öffentlichkeit wird Putin ständig beschimpft und als Diktator und Tyrann bezeichnet, ohne das man etwas befürchten müsste.

f.luebberding f.luebberding April 18, 2014 um 11:37

Nur zum Hintergrund. Seit meinen ersten Artikel zur Krise in der Ukraine habe ich einen Ansatz vertreten: deren bündnispolitische Neutralisierung zwischen dem Westen und Russland, weil das Land nur auf dieser Grundlage eine realistische Chance haben kann, nicht im geopolitischen Sog zwischen Russland und dem Westen unterzugehen. Es gibt in der Ukraine auch keine relevanten westlichen Interessen, die einer Finnlandisierung der Ukraine entgegenstehen. Ich will sehen, wie die anderen Ost- und Südeuropäer reagieren, wenn etwa eine Mitgliedschaft der Ukraine in die EU tatsächlich umgesetzt werden soll. Das sprengt nicht nur den Agrarfonds, sondern auch die Strukturfonds der Brüsseler Kommission. Weil weder Polen, noch die Bulgaren oder die Südeuropäer, einen einzigen Cent an Fördermitteln abgeben wollen, müssten die Kosten von Berlin übernommen werden. Und deren Weigerung verschafft Deutschland eine Art Veto-Position. Die Position der Europäisierung der Ukraine, die Leute wie Brok oder Harms vertreten haben, war reine Ideologie gewesen. Sie spielt heute auch keine Rolle mehr bei den politisch relevanten Akteuren. Die Bundesregierung hat in dieser Krise nach dem Freitagsabkommen vom 21.02 alles in allem sehr umsichtig gehandelt.

Wie deren Handeln vorher zu beurteilen ist, wäre eine andere Frage. Vor allem die Kanzlerin hat sich für die Ukraine kaum interessiert, und das Thema zuerst den Brüsseler Bürokraten (und Aktivisten wie Brok und Harms) überlassen, und mit Beginn der Maidan-Demonstrationen dem damaligen Außenminister Westerwelle. Das Problem der Europäer war nicht deren finsterer Plan, sondern bei den relevanten Akteuren (also Frau Merkel) deren Planlosigkeit aus schlichter Gleichgültigkeit. Sie haben die Dynamik dieser Krise nicht vorhergesehen. Das traf zugleich auf eine Stimmung in den westlichen Medien, die Russland zunehmend nur noch als Ausdruck von Rückständigkeit betrachtete. Pussy Riot, Chodorkowski, Homosexuellen-Gesetzgebung, Sotchi nur als Stichworte. Wer die Medien wegen ihrer Russland-Berichterstattung kritisieren will, sollte vor allem hier anfangen. Nämlich die Darstellung als tumper Riese, den man politisch ignorieren könnte. Diese Konstellation aus politischem Desinteresse und medialer Stimmungsmache war letztlich der Motor für die Reaktion auf die sich entfaltende Krise. Nämlich die Überraschung über Russlands Handeln als eigenständiger geopolitischer Akteur, der seine Interessen nach allen Regeln der Kunst durchzusetzen beabsichtigt. Putin hatte gestern in einem Punkt recht, wenn er die Vermutung äußerte, dass Russland letztlich nach dem Umsturz in Kiew aus dem Schwarzen Meer vertrieben worden wäre. Wenigstens konnte er das nicht ausschließen, weil die neue Regierung in Kiew ihren Sieg als Plädoyer für den Anschluss an die EU und die NATO betrachtete. Das hätte keine Regierung in Moskau hinnehmen können. Russland musste die Entwicklung also als einen geopolitischen Wendepunkt interpretieren. Das setzte die Ereignisse in der Krim in Gang. Und das wäre nicht passiert, wenn der Westen schlicht vorher begriffen hätte, wo Russland seine existentiellen Interessen bedroht sieht – und wo er gleichzeitig keine geeigneten politischen Instrumentarien hat, um deren Durchsetzung effektiv zu verhindern. Der Westen lief also in die selbst gestellte Falle. Niemand kann mir erklären, hier handele es sich um planvolles Handeln oder gar große Staatskunst, wenn Putin die Gelegenheit bekommt, die Krim zu annektieren.

Seitdem kann es nur noch darum gehen, einen neuen Status Quo zu schaffen, der letztlich der vor der Krise sein muss. Die Finnlandisierung ist das einzige Modell, mit dem alle Seiten leben können. Was die Ukrainer daraus machen, ist deren Sache.

Systemfrager April 18, 2014 um 11:40

J. Fleischhauer lauschte ihnen und fügte hinzu:
Ich schreibe im SPIEGEL, dass Putin Holocaust leugnet, und bin ich immer einer der prominentesten und bestbbezahlten deutschen Journalisten.
Hut ab Herr Fleischhauer

Soldat Schwejk April 18, 2014 um 11:45

@ BB —> “Du kennst die?”

Naja, das ist jetzt über 10 Jahre her. Mit einem hab ich noch gelegentlich Kontakt. Interessanterweise ist der wiederum ziemlich gegen “Föderalisierung”. Ich glaube, manche in der UA denken bei einer Föderation zuallererst nicht an sowas wie Deutschland, sondern an sowas wie die Russische Föderation zu Jelzins Zeiten, als korrupte Regionaleliten ihre Regionen sozusagen zu privatisieren versuchten.

—> “was die von dir genannte Gruppe smarter junger Leute genau will.”

Das ist keine Gruppe, sondern eine Erinnerung an verschiedene Unterhaltungen mit verschiedenen Leuten, und die hatten jetzt kein so festgefügtes Weltbild oder politische Agenda.

Zum Beispiel wurde darauf verwiesen, daß Russisch eine Hochsprache der Weltliteratur sei und selbst ukrainische Nationaldichter wie Taras Schewtschenko überwiegend in Russisch geschrieben hätten. Das Ukrainische dagegen sei nicht mehr als eine Ansammlung galizischer und sonstiger ländlicher Dialekte, was noch nicht einmal zu einer Hochsprache vereinheitlicht sei. Und der offizielle ukrainische Sprachnationalismus führe nur dahin, daß mancherorts die ganz jungen Leute überhaupt keine Sprache mehr sauber beherrschten, sondern sich so eine Mischsprache (Surschik) aneigneten.

Ich kann das selbst von der sprachlichen Seite her nicht wirklich beurteilen, aber bilinguale Ukrainer, die ich da für objektiv hielt, haben mir gesagt, daß das alles schon so ungefähr stimme.

—> “Im Grunde geht auch bei uns der Riss in der Ukraine-Frage entlang dieser “habituellen” Grenze.”

Findest Du? Ich für mein Teil bin ein pro-russischer sensibler Dichter. :-) (Und wenn ich Leute wie Jürgen Elsässer etc. höre, dann wünsche ich mir einen Spamfilter dereinst für die Maschine mit meinem gescannten Gehirn.)

Bin dann erst mal weg.

Systemfrager April 18, 2014 um 11:48

In Ukraine wurde vorgesehen, maximal eine Wahlwiederholung, wenn das erste Mal nicht die absolute Mehrheit bringt. Janukowitsch, weil es Westen so verlangte, musste zum dritten Mal siegen, dass man ihn anerkannt.
Nun zum NATO-Beitritt. Man weiß wie das laufen würde. Wenn eine ukrainische Regierung dies nich wollte, würde ihr der Westen Maidan-Söldner schicken.
Und vielleicht würde man Volk entscheiden lassen. Aber dann wird die Entscheidung so lange wiederholen, bis das Volk ja sagt. Und das wird dann der “wahre Wille des Volkes” sein.
So viel Bösheit kann nur aus Westen kommen.

f.luebberding f.luebberding April 18, 2014 um 11:56

Über diesen Status der Ukraine wird man sich nicht in einem völkerrechtlichen Vertrag, sondern erst einmal nur informell verständigen können. Das geschieht zumeist durch Nicht-Thematisierung, wenn man über Meinungsunterschiede (etwa den völkerrechtlichen Status der Krim) keinen Kompromiss erzielen kann. Und ich kann nicht erkennen, wie der Westen, die Ukraine oder Russland hier Zugeständnisse machen sollen. Das ist ausgeschlossen. Also muss man das Thema auf Eis legen. In der Genfer Erklärung ist ein erster Schritt in diese Richtung gemacht worden. Wie ich es aber auch schon im oben verlinkten ersten Artikel formuliert habe: es ist ein Fehler, die innenpolitischen Akteure in der Ukraine nur als Handlanger des Westens oder Moskaus zu betrachten. Diese Sichtweise verhindert es übrigens auch, jede Aktion in der Ukraine den involvierten auswärtigen Mächten zuzurechnen … .

gasthörer April 18, 2014 um 12:03

Es fehlt mir die Vorstellungskraft wie das Rauschen im deutschen Blätterwald die Akteure in der Ukraine und in Russland beeinflussen soll. Die deutschen Medien habe Einfluss auf die deutsche öffentliche Meinung, nicht auf die ukrainische und nicht auf die russische.

Ein Konflikt in der Ukraine ist weder im Interesse der EU noch Russlands. Als Antwort auf die beliebte Frage “Cui bono?” bleibt eigentlich nur die “Fuck the EU”-Fraktion, der es sehr gelegen kommen dürfte, wenn die Ukraine als Spaltpilz zwischen der EU und Russland funktioniert.

Dass Russland die Maidanunruhen geschürt hat, habe ich nicht mitbekommen, der Westen war da sehr viel aktiver.

Linus April 18, 2014 um 12:04

“Und das wäre nicht passiert, wenn der Westen schlicht vorher begriffen hätte, wo Russland seine existentiellen Interessen bedroht sieht.”

Sich mit der “eigenen Blödheit” reinwaschen? Wer soll dir denn das abkaufen?

holger196967 April 18, 2014 um 12:04

luebberding frank

—>>> Die Finnlandisierung ist das einzige Modell, mit dem alle Seiten leben können.”

Nein. Das geht schon gar nicht aus geostrategischen Gründen. Es wird eine Teilung geben müssen, mit klarer Grenze “West-Ost”. So wie GER und GDR auch einst.

Da muss man sich nur die Gaz Diskussion anschauen. Ich wüsste nicht, das Finnland das Problem besitzen würde.

Und natürlich wird Berlin zahlen. Wie immer… Berlin zahlt, das ist historisch Fakt seit Versaille. Weil die anderen können nicht zahlen. Dann wird eben der Soli für den Aufbau der Westukraine genommen. Wir werden nicht nur hier für Gaz und Strom zahlen, wir zahlen auch für die Ukrainer ihre Nebenkostenabrechnung. Jahr für Jahr.

Dafür werden dann hier die Uli H. gejagt, und jeder Mittelständler ausgeraubt. Damit wir Zahlen können. Und wenn das alles rum ist, wird der Gauckler ein Mahnmal eröffnen und das Zahlen begründen.

Und nun wiederhole ich das, auch an die Adresse von Hannibal Halb Gott. in 15-20 Jahren wird es erst den Aufstand geben.

Dann, wenn die dümmsten der sogenannten Politiker, der Nachkriegszeit und Kapitalisten eines natürlichen Todes frostfrei liegen.

Dann mein lieber Frank, kannste eine Frühkritik nach der anderen Pinseln. Erst dann rauchts. Und dann ist auch Schluss mit Zahlen Zahlen Zahlen.

Die Politik hat keine Chance mehr. Die “starken” haben nur eine schwache Nachbrut heran gezogen. Ganz in ihrem Sinne. Ganz schwache Politiker. werden wir bekommen. Die das globale Spiel gar nicht spielen können. Und da hilft die Jugendabteilung von den Transantlantikern auch nichts. Der nächste ver-rückte Bush soll ja in den USA schon in Stellung gebracht werden Halleluja sag ich da nur.

holger196967 April 18, 2014 um 12:10

und das

—>>>Was die Ukrainer daraus machen, ist deren Sache.”

Ist ja ein Witz oder? Souveräner Staat? :D Dann sollen se schon mal Holz hacken, wer von Energie-lieferung abhängig ist, kann niemals ein souveräner Staat sein, noch werden. Souverän ist nur derjenige der sich autark selbst versorgen kann. Und das können die Ukrainer in Gänze nicht.

BB April 18, 2014 um 12:11

@Schwejk

“……“habituellen” Grenze.” Findest Du? Ich für mein Teil bin ein pro-russischer sensibler Dichter. ….”

Und dass du mit Aktien für deine Altersvorsorge spekulierst, passt auch nicht so recht in’s Schema *kecker,lach*

Aber Frau Gabriele Krone-Schmalz passt habituell auch nicht als Putin-Versteherin (“…. Das ist mir zu primitiv ….”)

Also Ausnahmen bestätigen die Regel :-)

holger196967 April 18, 2014 um 12:12

Den Ukrainer bleibt nur die Wahl zwischen Pest (Eurotz) und Cholera (Rubel)

Dazwischen gibt es nichts. Wo ist eigentlich die Klitschkuh?

Gregor Keuschnig April 18, 2014 um 12:14

Russland hat sich eine komfortable Position erarbeitet. Diplomatisch hat man einem sogenannten “Deeskalations-Papier” zugestimmt (bereits das Wort “Deeskalation” soll Neutralität erzeugen; von “Frieden” mag niemand reden, da dies einen Krieg implizieren würde). Damit hat man anerkannt, dass die bewaffneten Milizen in der Ostukraine auf russischem Befehl hören könnten. Was sie natürlich jetzt nicht mehr tun. Russland kann sich nun dahingehend rausreden, dass sich sie Sache verselbständigt habe. Damit dürfte es zunächst schwer werden, weitere Sanktionen zu verhängen.

Vor Ort liest man keine diplomatischen Papiere. Und auch dieses Blog samt Kommentaren nicht. Ein Jammer, aber nicht zu ändern.

BB April 18, 2014 um 12:18

@fl

Ich kann deiner Bewertung wirklich Satz für Satz zustimmen.

Nur was du bewusst bei deiner Argumentation auslässt, nämlich die intrigante Rolle der USA in der Angelegenheit, die du vermutlich als Verschwörungstheorie abtust, zeigt, dass deine Wahrheit eben nur die halbe Wahrheit ist.

Dabei hat Frau Krone-Schmalz am Ende des Interviews bravourös aufgezeigt, wie gut begründet ein “gepflegter” Anti-Amerikanismus heute sein kann.

Das fiese Spiel der Großmächte darf und muss heute auch nach moralischen Maßstäben bewertet werden, auch wenn das in der Postmoderne unmodern geworden ist. Dabei darf man ruhig “Absichten” unterstellen.

holger196967 April 18, 2014 um 12:23

Keuschnig

auf Diplomatie im Sinne von politischer Diplomatie kann man nicht setze. Das hat der Großmeister Amschel Bauer, seinerzeit, eindeutig und unmissverständlich erklärt.

“Geb mir die Macht über die Ocken, und mir ist es egal wer regiert”

Das ist die einzige Regel die zählt. Der Rest ist Stickstoff, um den Rest mit Entertainment zu füllen. Dass dabei ganze Populationen verrecken können, interessiert diese Regel nicht.

Und das ändern auch nicht Kurhessische Soldaten, die nach den späteren USA verschifft worden waren.

Die Regel zählt. Plus die militärische Komponente, die diese Regel beschützt.

Und nur unter diesen Gesichtspunkten kann man die Lage in der Ukraine beäugen.

BB April 18, 2014 um 12:35

@Schwejk

“…….Ich glaube, manche in der UA denken bei einer Föderation zuallererst nicht an sowas wie Deutschland, sondern an sowas wie die Russische Föderation zu Jelzins Zeiten, als korrupte Regionaleliten ihre Regionen sozusagen zu privatisieren versuchten…….”

Das wird noch ein Riesenproblem werden, denn leider denkt auch Putin an so etwas. Er hat ja neulich seine Sympathie für eine Timoschenko oder diesen Schokoladen-Oligarchen wieder bekundet. Die wären ihm als Präsidenten gerade recht.

Allerdings wäre “der Westen” da keinen Deut besser, denn auch der hat schon peinlich deutlich bekundet, wie gut er mit denen könnte.

Mit denen und natürlich mit ukrainischen korrupten Regionaleliten könnte man das russische System der Symbiose aus staatlicher und oligarchischer Korruption wunderbar weiterführen.

Ist Putin also deswegen an so einer Lösung interessiert, weil dieses korrupte System “sein” Machtsystem ist und er darin wie ein Fisch im Wasser schwimmt?

Oder geht es ihm hauptsächlich darum, die Ukraine damit zu destablisieren, um dort seinen Einfluss zu behalten?

Langfristig wird das sein gr0ßer Fehler sein, denn das Ausmaß an Korruption und Gesetzlosigkeit sowohl in Russland als auch in der Ukraine wird ihn irgendwann hinwegfegen.

egal April 18, 2014 um 12:53

SPON Link von Lübberding:

In einem Interview mit dem staatlichen russischen Auslandsradio “The Voice of Russia” zum Ukraine-Konflikt hat Dehm behauptet, Teile der deutschen Medien würden von US-Geheimdiensten kontrolliert.

Und:

uf der englischsprachigen Website des Senders ist der Artikel zu dem Dehm-Interview so übertitelt: “Teile der deutschen Medien komplett in der Hand von US-Geheimdiensten – deutscher Bundestagsabgeordneter”.

Tatsächlicher steht auf Voice of R Seite, Abruf heute, aber:

Some German media influenced by US secret services – German MP

egal April 18, 2014 um 12:56

Korrektur.
Den Fehler hat wohl Voice of Russia gemacht, nicht SPON.
http://www.taz.de/!137006/

g.w. April 18, 2014 um 12:59

@Systemfrager
“Inquisition, das “Kulturgut” des Westens
Kreuzzüge, das “Kulturgut” des Westens
Moderne Sklaverei, das “Kulturgut” des Westens
Apartheid, das “Kulturgut” des Westens
Genozid, das “Kulturgut” des Westens”

Haben die USA eigentlich schon mal öffentlich ihrer vielen Völkermorde gedacht?

@Holger
den Aufstand in Deutschland wird es erst dann geben, wenn die Leute ihr Brot nicht mehr bezahlen können oder wenn es keins mehr gibt.

Systemfrager April 18, 2014 um 13:07

Petition: Mehr als 16.500 Menschen wollen TV-Sender Russia Today auf Deutsch
So eine Frechheit – nicht wahr? Das darf man nie erlauben. Die Kiew-Nazis machen es vor. Keine russische Sendung in der Westukraine erlaubt. Also geht es!
>>>

g.w. April 18, 2014 um 13:08

“In einem Interview mit dem staatlichen russischen Auslandsradio “The Voice of Russia” zum Ukraine-Konflikt hat Dehm behauptet, Teile der deutschen Medien würden von US-Geheimdiensten kontrolliert. ”

das schreiben einige hier schon seit Jahren, damals hiess es noch VT lol

ruby April 18, 2014 um 13:12

@ Gregor Keuschnig

Unterschätze unsere Kontakte und Reichweiten nicht so sehr ;-)

Balken April 18, 2014 um 13:15

Ziemlich heftiges propagandistisches Sperrfeuer, das da zur intensiven Beschäftigung des gewöhnlichen Volkes als Kommentariat veranstaltet wird. Verdeckt vom Nebel solchen begleitjournalistischen Pulverdampfs orientieren sich die bislang “westlichen” Oligarchen still und leise um. Go far East ist gelaufen. Warum in die Ferne schweifen … Go eastern Europe. Die im Zuge der “ursprünglichen kapitalistischen Akkumulation” gerade erst zu Reichtum gekommenen, also noch etwas ungefestigten und noch etwas unappetitlichen Al-Capone-Oligarchen der Ukraine sind unschlüssig, wie sie sich verhalten sollen. Behaupten sie sich eher mit West- als mit Ostorientierung? Ist die freundliche Umarmung aus dem Westen nicht bloß der Anfang einer feindlichen Übernahme?
Für den gewöhnlichen Mitteleuropäer, der zum Überleben seine Haut, nicht sein Geld zu Märkte trägt, bedeutet die Umorientierung seiner Oligarchen in jedem Fall nichts gutes. Hat er schon durch die “StandortKonkurrenz” mit Fernost seine Lohnstandards nach unten korrigieren lassen müssen, wird dies durch die Anpassung an osteuropäische Proleten-Ersatzheere, wenns nach unseren Oligarchen geht gern unter Einschluss Russlands, in derselben Richtung weitergehen.
Nationalstaaten helfen gegen das von nationalen Rücksichten befreite globalisierte Kapital nicht mehr und können ihre Bevölkerungen nicht mehr schützen.

holger196967 April 18, 2014 um 13:19

g.w.

—>>>@Holger
den Aufstand in Deutschland wird es erst dann geben, wenn die Leute ihr Brot nicht mehr bezahlen können oder wenn es keins mehr gibt.”

Die Deflation in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

Und in 15-20 Jahren wird ein Zustand erreicht sein, wo ein Bäcker nur noch Brot bäckt, wenn du ihm die Flinte unter die Nase reibst. Gewinn kann er dann nicht mehr machen. Weil die Masse kein Geld für Gewinn mehr in der Tasche hat.

Das gleiche trifft auch auf die Eurotz-Ukraine zu. Sollte der Eurotz nicht kommen und die Anbindung an “Go-West”, wird man in der Ukraine das sehen, was hier im goldenen Westen dann später auch kommt. Ein Experiment.

Die West-Ukraine ist jetzt schon zum Störben verurteilt. Besser gesagt die Insassen. Nur merken die es nicht. Weder können die sich auf die EU verlassen, noch auf die NATO. noch sind sie selber in der Lage militärisch was zu bewegen.

Hier zeigt es sich ganz deutlich, in welchem Dilemma die “West-Ukraine” steckt. Und wie das System arbeitet.

ruby April 18, 2014 um 13:19

Osterliche Töne
http://www.youtube.com/watch?v=N-QOIiQlacQ

@ holger
2:3
das war der Knüppel aus dem Sack ;-)

holger196967 April 18, 2014 um 13:26

ruby

immer feste druff :D immer feste druff auf die Nuss. DANKE :D

ruby April 18, 2014 um 13:31

The best is still to come :

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/glenn-greenwald-ueber-edward-snowden-die-nsa-und-neue-enthuellungen-12892691.html

“Es gibt Vereinbarungen mit Snowden, die wir einhalten müssen, wir müssen sehr vorsichtig abwägen, welche Wirkung die Veröffentlichung hat und dass sie niemanden gefährdet.”

Das Spiel wird noch viel Geschick und Vergnügen bereiten .

Stay on course you guys …

Andreas Kreuz April 18, 2014 um 13:45

Es ist schon traurig.
Nicht nur bei der ‘Rentenreform’ kollabieren die Weltbilder…

ruby April 18, 2014 um 13:46
Andreas Kreuz April 18, 2014 um 14:07
wowy April 18, 2014 um 14:21

@Andreas Kreuz
Den taz-Artikel dazu hatte ich schon gestern verlinkt.
Es interessiert die Leute offensichtlich nicht.

Zur Ukraine
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-separatisten-in-der-ostukraine-was-taugt-der-genfer-beschluss-a-965182.html

ruby April 18, 2014 um 15:14

Damit niemandem entfällt wie War Pigs agieren
http://www.youtube.com/watch?v=Nt5RZ6ukbNc
never forget
http://www.youtube.com/watch?v=gHwic5kU7oA

konrad April 18, 2014 um 15:30

@fl
Gestern gab es doch ein gutes Beispiel warum die Leute so reagieren wie sie reagieren.
Kannst du uns erklären warum ALLE deutsche Medien die Meldung brachten: “In Genf haben sich Russland, die Ukraine und der Westen auf eine Entwaffnung der Separatisten geeinigt”.
Es war in der ersten Meldungen mit keinem Wort von “alle illegal bewafnete” die Rede.
Erkläre uns bitte diesen Umstand. Ich binn sehr gespannt!

g.w. April 18, 2014 um 16:03

@Holger
“Und in 15-20 Jahren wird ein Zustand erreicht sein, wo ein Bäcker nur noch Brot bäckt, wenn du ihm die Flinte unter die Nase reibst. Gewinn kann er dann nicht mehr machen. Weil die Masse kein Geld für Gewinn mehr in der Tasche hat.”

das sagt Carlos jetzt ja schon, dass man mit Produktion keine Gewinne mehr machen kann.
Der Bäcker (unternehmer) macht vielleicht keine Gewinne, aber er macht erst recht Verluste, wenn er alle Anlagen still stehen lässt, dann kann er seine Abgaben und Kredite nicht mehr bezahlen, ist jetzt aber off topic.
Was in 20 Jahren ist weiss nicht mal “Gott” ;-)

noch´n Link:
http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2014/04/nach-scheinangriff-schiffsbesatzung.html

Dipfele April 18, 2014 um 16:32

Das kann alles doch nicht wahr sein. Frank Lübberding hat seine bedenkenswerte Analyse an diesem Satz aufgehängt. Das Problem bei Journalisten wie Meurer ist aber auch die Distanzlosigkeit zu ihren eigenen Moralvorstellungen, dass sie ihre “innersten Werte” (Bernd Ulrich) auf der Zunge tragen:
http://www.deutschlandfunk.de/ermittlungen-gegen-edathy-bilder-von-nackten-jungs-darf.694.de.html?dram:article_id=277382

Das beantwortet vielleicht auch die Beobachtung von @Konrd.

ruby April 18, 2014 um 16:33

Sergej Viktorovi? Lavrov
so sehen “Sieger” aus
http://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow

ruby April 18, 2014 um 16:43
Systemfrager April 18, 2014 um 17:07

Und wenn es scheint, die Heuchelei und Dreißtheit der westlichen Machteliten und ihrer Söldner und Handlänger hat das Maximum erreicht, muss man eines Besseren belehrt werden:

Die Genfer Vereinbarungen über eine Deeskalation in der Ukraine gelten laut dem ukrainischen Außenminister Andrej Deschtschiza nicht für die Aktivisten des so genannten Euro-Maidan, die seit November im Zentrum von Kiew campieren.
„Wenn Sie diese Vereinbarungen aufmerksam durchlesen, ist dort die Rede von der Befreiung von Straßen und Plätzen, die illegal von Protestteilnehmern besetzt sind. Soweit ich weiß, halten sich die Aktivisten auf dem Maidan legal auf“, sagte der Minister am Freitag. Seit dem Beginn der Proteste gegen die frühere Regierung im November befinden sich im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt immer noch Euro-Maidan-Demonstranten und Barrikaden.

Das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hält das von der Ukraine verhängte Einreiseverbot für Männer aus Russland für legitim.

ruby April 18, 2014 um 17:17

Stellt euch vor der EU-Ministerrat singt zur Wahl am 25.Mai auf dem Maidan die hohen progressiven Lieder des Westens
http://www.youtube.com/watch?v=y2IR35vtY-8
ganz ohne Strom…

ruby April 18, 2014 um 17:22

Das kann doch alles nicht wahr sein
http://www.youtube.com/watch?v=Dv1HuqJsyro
;-)

ruby April 18, 2014 um 17:28
ruby April 18, 2014 um 17:30
ruby April 18, 2014 um 17:41

@ alle Kriegstreiber und Prostitutes weltweit
http://www.youtube.com/watch?v=IvyX2-aGMak
was wollt ihr noch …

ruby April 18, 2014 um 17:50

Nach dem Krieg verdiente er zunächst als Landarbeiter im Harz den Lebensunterhalt für seine Familie, kehrte dann aber auf Anraten des Intendanten des Opernhauses Hannover an die Opernbühne und in den Konzertsaal zurück.

Hannover ist Musik
;-)

ruby April 18, 2014 um 18:01
Andreas Kreuz April 18, 2014 um 18:07

Kann mir mal jemand sagen, was solche Schulzen einnehmen, rauchen, schlucken, spritzen?

Zitat des Tages
“Nur eine Gegenstimme gab es in der Duma zur Annexion der Krim. Das ist wie 1914, als Karl Liebknecht der einzige war, der gegen die Kriegskredite des Kaisers gestimmt hat.”

Der Grünen-Europaabgeordnete Werner Schulz im Deutschlandfunk

junge welt 18.04.2014

Langsam reift in mir der Entschluss,
den Eurowahlzettel ungültig abzugeben…

ruby April 18, 2014 um 18:12
BB April 18, 2014 um 18:16

Hahahahaha

hier küchenpsychologisiert einer, dass sich die Balken biegen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ukraine-und-russland-anti-amerikanismus-in-deutschland-a-965217.html

konrad April 18, 2014 um 18:33

@Klaus Jarchow

Bonnie und Clyde wurden gestellt und für ihre Taten bestraft. Auch wenn auf die typisch amerikanische Art :-).
Kann mich nicht erinnern das dies “dem Westen” geschehen ist.

aifran April 18, 2014 um 18:53

die Musik wird schriller

http://m.youtube.com/watch?v=KWcIKtI3QSg

konrad April 18, 2014 um 19:01

Es geht um zweierlei Maß.
Die Kritik am Vorgehen Russlands auf der Krim.
Die verfechter der Moderne hier mögen sich bitte auch über das Auffahren der Panzer gegen die eigene Bevölkerung in der Ukraine äußern.
Die offiziele Seite findet das iO.
Wieso hat man dann Gaddafi zerbombt und Assad demonisiert?

Und nun ein Vergleich Kosovo – Krim. (Es wurde behauptet man könne diese nicht vergleichen. Und ob…)
Nehmen wir die Tatsachen:
1. Beide Regionen Teil eines souveränes Landes.
Kosovo = Krim
2. Beide ohne Zustimmung des Mutterlandes abgespaltet.
Kosovo = Krim
3. In beiden Fällen war das Militär der “Annektierenden” vor Ort.
Kosovo = Krim
4. Beide hätten keine Chance eigenständig (unabhängig) zu bestehen
Kosovo = Krim
5. In beiden Provinzen wurde die Währung der “Annektierenden” eingeführt.
Kosovo = Krim
6. In beiden Provinzen wurde (wird) die militärische Präsenz ausgebaut.
Kosovo = Krim
…….
Es gibt auch Differenzen:
-Es wurden nicht in beiden Fällen Referenden abgehalten.
-Die serbische minderheit durfte sich wiederum nicht abspalten, die Tataren haben das noch nicht geäußert.

Wen interessiern schon noch heutzutage die Fakten.

Bruchmüller April 18, 2014 um 19:11

GASTBEITRAG

„Wie siehst du denn aus?“ fragte jemand im Vorübergehen. Ich wollte nach Hause und ging nicht darauf ein.

„Du siehst ja ganz grün aus!“ rief mir jemand aus dem Nachbarhaus zu.

„Sie sehen aus, als ob…“ meinte einer, der seine Garage abschloss. „Habs eilig“, log ich und ließ ihn stehen. Ich wollte, ja was wollte ich… vielleicht noch ein wenig bei WIESAUSSIEHT rein gucken?

„Wie du aussiehst!“ empfing mich Marion.

Machte allein die Aussicht auf zehn Minuten WIESAUSSIEHT krank? Allein der Gedanke? Machte der mich vielleicht schon grün im Gesicht?

Es waren weniger das Gesicht als vielmehr der Hemdkragen, das rechte Ohr sowie Kinn und Hals in sattem Grün. Ich war bei Tochter und Enkel gewesen und die beiden oder wir alle zusammen hatten mich mit Eierfarbe beschmiert.

Seltsam nur, die Frage ist noch da. Sie scheint mir noch nicht in beruhigender Weise beantwortet: Macht WIESAUSSIEHT krank?

Klaus Jarchow April 18, 2014 um 20:15

@ konrad: Was ich damit sagen wollte, ist ja nur, dass aus einem (möglichen) Unrecht nicht die Legitimation für alle anderen herrührt, gleichfalls Unrecht zu begehen. Wenn wir das einführen, dann wird die Welt zur Sandkiste: ‘Der Dieter hat mich aber zuerst mit der Sandschaufel beschmissen!’ – Stimmt gar nicht, das war der Thomas!’.

Was war denn vor dem Kosovo? Der russische Einmarsch in Afghanistan vielleicht? Und davor die kubanischen Truppen in Angola? Und davor die Amerikaner in Vietnam? Und was war mit den Engländern und Argentiniern auf Falkland? Und so ad infinitum … alles völkerrechtlich ganz und gar nicht einwandfrei. Trotzdem kein Grund das Völkerrecht deswegen über Bord zu schmeißen. Sonst leben wir nämlich wieder zu Bismarcks Zeiten in der Ära der ‘Realpolitik’.

Systemfrager April 18, 2014 um 20:25

@Klaus Jarchow
Danke für ein tolles Veranschaulichung Beispeil der westlicher Heuchelei, Dreißtigkeit und Rechtsverdrehung
Also. Was geschah vor der “Anexion” von Krim. Lass mich raten.
Ein in drei Anläufen demokratisch gewählter Präsindent wurde von der westlichen Fünften Kollone und den ukrainischen Neonazis weggeputscht. Die Putschisten haben zehlreiche westliche Politiker als Mutmacher empfangen. Und sieh mal da: Auf einmal sind die Putschisten eine legale und legitime Regierung in Ukraina.

Balken April 18, 2014 um 21:24

O.k, es mag ja sein, dass die Unruhen in der Ukraine für diejenige westliche Oligarchenfraktion, die ihr Standbein überwiegend (noch) in den USA hat, ein tatsächlich nicht unbedingt vorgesehener Kollateralschaden der Aktion ihres Politischen Arms (US-Administration, Geheimdienste, Non-Governement-Organisations) in der Ukraine sind. Man hätte es sicherlich ebenso gern gehabt, wenn sich die Krim nicht abgespalten hätte, wenn nicht, verstärkt durch die faschistoid-ethnozentrisch-nationalistische Politik der Kiewer Putschistenregierung, bürgerkriegsähnliche Zustände in Teilen der Ukraine aufgekommen wären.
Nun die Dinge aber so gelaufen sind, fährt man einen konsequent antirussischen Propagandaspin und wirft Russland einen Einfluss auf die Ereignisse in der Ukraine vor (wie an ihn zuvor selbst tatsächlich ausgeübt hat (und wovon man tunlichst schweigt). Die transatlantisch orientierten deutschen Medien tun heftig mit. Zweck der propagandistischen Sanktionen-Übung: Die europäische, insbesondere die deutsche Oligarchen-Wirtschaft soll durch die Sanktionen gestraft werden für ihren Vorsprung beim “go eastern Erope” . Dieser Vorsprung soll im Interesse der mehr (noch) auf die USA gestützten Oligarchen gebremst werden. Eine journalistische Lichtgestalt der ARD maßregelte bekanntlich auf erheiternde Weise Joe Kaeser, weil der sich nicht ausbremsen lassen wollte.
Teures dreckiges durch Transport in verflüssigter Form nochmals teureres US-amerikanisches Gas z.B. soll in Eropa importiert werden statt desjenigen von nebenan. Eurasien uss verhindert werden. Dazu muss der eiserne Vorhang wieder her. Hinter dem kann die USA-Oligarchie dann ihre wirtschaftlichen Interessen im pazifisch-asiatischen Raum, zu dem bekanntlich Russland wesentlich gehört, von der anderen Seite her, ungstört von zu viel europäischer Konkurrenz voranztreiben.
Neue Art von Kontinentalsperre.
Im nicht souveränen Deutschland regt sich kaum Widerspruch, wirtschaftliche eventuell (Kaeser z.B.), politischer gar nicht. Die wie ferngesteuert wirkende deutsche Journaillie ist ohnehin voll auf Linie. Frau Krone-Schmalz spricht diese (für mich wie die Verlaurtbarungen des DDR-Politbüros wirkende) Einmütigkeit rein innerjournalistisch argumentierend an – und leistet schon dadurch fast selbstmörderisches.

Andreas Kreuz April 18, 2014 um 21:33

@Balken

Es ist ja nur Selbstmord aus Angst vor dem Tod. ;-)

wowy April 18, 2014 um 21:47

Hat heute schon jemand Hitler oder Antiamerikanismus gesagt? Scheint eine Form von Tourette zu sein.

wowy April 18, 2014 um 22:03
wowy April 18, 2014 um 22:09

auf der

Andreas Kreuz April 18, 2014 um 22:56
"ruby" April 18, 2014 um 22:57

MainstreamMedien werden offensiv angegangen und von unabhängigen eingekreist :
remember little big horn
and
sitting bull
http://www.youtube.com/watch?v=RnPnWg-B2QY

Klaus Jarchow April 18, 2014 um 23:57

Yo – ich stelle fest: Der Irrsinn grassiert.

Klaus Jarchow April 19, 2014 um 00:02

@ Sytemfrager: Der ukrainische Präsident wurde von fast Dreiviertel der Abgeordneten eines legitim gewählten Parlaments abgesetzt. Frag mal Google … und bitte nicht ‘Russia Today’.

Wilma April 19, 2014 um 00:11

Der Präsident wurde mit 72,88 % abgewählt. Die Verfassung schreibt aber 75 % vor.

Wilma April 19, 2014 um 01:07

Heute ein Artikel in der ZEIT von Andreas Umland.
“Wie Putin den Westen austrickste”
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-04/krim-annexion-akzeptanz-genfer-erklaerung

Andreas Umland 2011:
“Für eine neue Osteuropa-Politik
Europas Weg nach Moskau führt über Kiew”
01.07.2011 | von Andreas Umland
“Auch elementare Bedürfnisse nach langfristiger Sicherheit und vertrauensbildender Zusammenarbeit im euroasiatischen Raum wird die EU nicht befriedigen können, ohne die Ukraine „unter ihre Fittiche“ zu nehmen. ”
https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/ip-die-zeitschrift/archiv/jahrgang-2011/juli-august/f%C3%BCr-eine-neue-osteuropa-politik

petervonkloss April 19, 2014 um 06:28

“22. Februar 2014

Ein “Osteuropa-Experte” von der Uni Köln äußert im Fernseh, dass die wünschenswerte Verwestlichung der Ukraine gewiss auch die pro-westlichen Kräfte in Russland bestärken werde, womit der spät- bzw. restdeutsche Staatsmythos vom “langen Weg nach Westen” bzw. ins Heil seine längst fällige Osterweiterung erlebt, nachdem die Ostverschiebung deutscher Ideale 1941 ff. ja eher unglücklich verlief. Was aber bedeutet Verwestlichung für die Länder, die von diesem Phänomen beglückt bzw. heimgesucht werden?
Sie würden in den nächsten Jahrzehnten:
>> fast alle nationalen Hoheitsrechte einbüßen;
>> mehr westliche Waren importieren (dürfen bzw. müssen);
>> weniger Kinder zur Welt bringen;
>> mehr Zuwanderer aus Afrika und dem Orient aufnehmen (müssen), die das mit den Geburten dann schon ausgleichen;
>> als Folge daraus einen rapiden Zuwachs an Kriminalität und inländerfeindlicher Gewalt sowie die Invadierung von Teilen des Staatsgebietes durch kulturell und ethnisch Fremde hinzunehmen haben;
>> ihre Kultur und Sprache sukzessive verlieren;
>> die Landesverteidigung aufgeben und sich sogenannten kollektiven Sicherheitssystemen unterwerfen;
>> ihre Armee wenigstens teilweise in eine unter fremdem Kommando operierende Polizeitruppe verwandeln;
>> ihr Staatsgebiet womöglich als ein Territorium zu deklarieren haben, auf dem für jeden Menschen der Erde dieselben unveräußerlichen Rechte gelten;
>> tradionelle Familienstrukturen einer indendierten und staatlich geförderten Erosion anheimzustellen haben;
>> ihre Religion(en) und Sitten dem Spott subventionierter Intellektueller aussetzen;
>> die Männlichkeit und die Weiblichkeit als soziale Konstrukte verachten und sukzessive beseitigen lernen;
>> ein permanentes Wachsen der Staatsausgaben und der Steuern hinnehmen müssen;
>> sich ebenso permanent schuldig zu bekennen haben u.a. des Rassimus, Sexismus, der Dritteweltausbeutung sowie der Unterdrückung im Zweifelsfall rasch aufzutreibender Minderheiten;
>> aber auch Toleranzpreise ausloben und Lehrstühle für Gender Studies einrichten dürfen;
>> sukzessive als Volk bzw. Nation zu existieren aufhören, um, bestenfalls, als heterogenes, unsicheres, tribalisiertes Wirtschaftsgebiet zu überleben, aus dem sich die Wirtschaft bei allzugroßer Unsicherheit jederzeit verabschieden mag.

Als Belohnung dürfen sie zuletzt, vielleicht nach der Türkei, Syrien und dem Irak, Mitglieder der EUdSSR werden. Warum um alles in der Welt sollte so ein vernünftiges, aufgeklärtes und leidgeprüftes Land wie Russland das ablehnen?” Michael Klonovsky

Systemfrager April 19, 2014 um 06:39

@Klaus Jarchow
Auch Goebbels war zeitlang sehr erfolgreich mit seiner Strategie:
Lügen sie unglaublich wie möglich, desto besser werden sie euch glauben.
Auch der Westen war zeitlang mit seiner Goebbels Strategie erfolgreich. Aber alles hat sein Ende. In Syrien und Ukraine wurde der westliche Raubzug gestoppt. Für immer. Der Westen sollte in der Zukunft glücklich sein, dass der “Rest der Welt” mit ihm nicht so bestial und verlogen umgeht, wie er in den letzten Jahrhundert mit der Welt umgegangen ist.
Was geschah in der Ukraine?
Die Ukrainer haben schon erfahren, wie es dem Volk in den exkommunsitischen, von dem Westen kollonisierten Ländern geht, und vergleichen wie es dem Volk in Russland (oder auch Weißrussland) geht. Gerade noch die westlichen katholischen Ukrainer, die sich in dem WK2 mit Hitler und SS identifiziert haben, würden noch gern eine westliche Kollonie sein, der Rest hat die Nase voll vom Westen. Wie 90% der Menschen in exkomm. Ländern. Nur die Alternative fehlt.

Systemfrager April 19, 2014 um 06:52

@petervonkloss
Die Realitätsblindheit der westlichen “Experten” und “Intellektuellen” erreicht Züge der totalen Wahnsinns.
Man erinnert sich an Heidegger, ein typischer westlicher Denker-Psychopat:
Er ruft im Jahre 1933 mit all seinem Prestige als Denker und als Rektor der Universität die Freiburger Studenten auf: „Nicht Lehrsätze und Ideen seien die Regeln eures Seins. Der Führer selbst und allein ist die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz.“
War Max Weber nicht ein Kriegstreiber!
Warum rüstet die Welt? Weil der kollabierende Westen, wie gewöhnlich, seine Probleme durch Krieg zu lösen versuchen wird.

Systemfrager April 19, 2014 um 07:09

Die sog. westlichen “Experten” und “Intelligenzija”:

Der größte innere Widerspruch der basisdemokratischen Bewegung ist deren Abhängigkeit von reichen Sponsoren. Wenn sich die Elite von heute zu Wort meldet, dann überwiegend in eigener Sache und praktisch immer mit extrem einseitigen Anschauungen. Fast alle in den letzten dreißig Jahren eröffneten Institute und Denkfabriken sind pure Ideologieschmieden. Ihre Existenz verdanken viele einer konservativen Gegenbewegung gegen das von CFR und Brookings verkörperte Establishment, das der amerikanischen Rechten während der Sechziger und Siebziger zu liberal geworden war. … Mit wenigen Ausnahmen wählen die Privatinstitute ihr Personal nicht nach wissenschaftlicher Leistung, sondern nach der Gesinnung aus. Wer dort forscht, weiß im voraus, zu welchen Ergebnissen er zu gelangen hat. Auch wenn man den Jungakademikern keine konkreten Anweisungen erteilt, begreifen sie schnell, daß sie nicht für kreatives Denken bezahlt werden. „Wir sind hier kein Promotionssauschuß, vor dem jeder Doktorand in Ruhe seine Thesen ausbreiten darf, gibt Burton Pines, Forschungsdirektor bei der Heritage Foundation, unumwunden zu. „Unser Auftrag lautet, konservative Politiker mit Argumenten einzudecken.” Leider eignen sich abgestandene Ideologien nur bedingt zur Lösung aktueller Probleme. Mithin perpetuieren solche Liebesdienste eher die alte Polemik, als daß sie brauchbare Erkenntnisse liefern.

Zakaria, Fareed, Die Ende der Freiheit, Frankfurter Allgemeine Buch, FaM 2005, S. 199 und 222

petervonkloss April 19, 2014 um 08:06

Systemfrager April 19, 2014 um 06:52
Mit Heidegger solltest du es einfach seinlassen, denn der liegt zunächst nicht im Bereich dei-
ner Möglichkeiten.
Max Weber war zwar auch ein Rechter,…..im Allgemeinen sollten „Systemfrager“ aufhören
sich „Gedanken“ zu machen, da sie solche nicht eigentlich bilden können. Gruppenarbeit wäre
die Lösung, (Auch Dienst an der Waffe).

petervonkloss April 19, 2014 um 08:14

Holger wird dir das schon beibringen und gelegentlich befehlen.

Systemfrager April 19, 2014 um 08:15

Nicht zu glauben. Dumm, dümmer, Jarchow:

Der ukrainische Präsident wurde von fast Dreiviertel der Abgeordneten eines legitim gewählten Parlaments abgesetzt.

1: In Ukrfaine wird der Präsident vom Volk gewählt, die Regeirung wird von dem Parlament auch nciht gewählt, sondern nur bestätigt. (Nichts Besonderes, fast überall ist es so. Ob man davon keine Ahnung hat, oder ob jemand ein mieser Betrüger ist.)
2: Die Parlamentarier, die nicht flüchten mussten oder wollten, haben in Ukraine Messer unter dem Hals. Tja, die alte SS-Garde, die Banderisten haben ihre Kunst nicht verlernt. Und die Brüder Blackwater standen bekanntlich mit Rat und Tat an der Seite.
PS
Herr Jarchow. Eine einfache Frage: Welche nichtwestliche Sprache sprechen sie? Ich bewältige ziemlich alle (mehrere sehr gut) Sprachen zwischen Oder-Neiße und Kamtschatka.

Klaus Jarchow April 19, 2014 um 08:16

@ Systemfrager: Wenn du einen Wahnsinnigen im Goebbelschen Format kennen lernen willst, dann lies doch mal Putins Mastermind, den Alexander Dugin. Ein echter Lesetipp von mir, denn bei dem findest du das ganze Drehbuch, das derzeit unter großer Anteilnahme der Weltgemeinschaft verfilmt wird …

petervonkloss April 19, 2014 um 08:24

Prof. Dugin:

Die „bunten Revolutionen“ sind eine neue Form des Krieges gegen souveräne Staaten. Die Angriffe wirken auf allen Ebenen der Gesellschaft. In diesem neuen Krieg kämpft man nicht mit Kanonen, sondern mit Propaganda, Geld und weit verzweigten Netzwerken, mit denen man versucht, die Entscheidungszentren des Gegners lahm zu legen. Eine der wichtigsten Waffen dieses neuen Krieges ist der Begriff der „Menschenrechte“.

petervonkloss April 19, 2014 um 08:26
Klaus Jarchow April 19, 2014 um 08:31
Klaus Jarchow April 19, 2014 um 08:39

@ systemfrager: Erstens hat Janukowitsch selbst, bevor er türmte, noch die Rückkehr zur alten Verfassung unterschrieben. Zweitens wurde bisher nur die Regierung abgewählt und ausgewechselt, das vornehmste Recht jeden Parlaments. Es gibt derzeit nur einen ‘Interims-Präsidenten’, um die Position nicht verwaist zu lassen. Drittens wäre ein ‘Präsident ohne Land’ nirgends auf der Welt noch Präsident, denn den korrupten Janukowitsch würde das Volk ja selbst im Donezk-Becken nicht mehr wählen. Viertens könnte eine neue Präsidentenwahl am 25. Mai ja definitiv zeigen, ob er vielleicht doch wiedergewählt werden würde …

Da diese Wahl auf gar keinen Fall stattfinden darf, ist die ganze Situation so, wie sie ist.

Systemfrager April 19, 2014 um 08:40

@peter
Ja, einer dieser modernen westlichen Konquistador war auch John Perkins. Dann konnte er nicht mehr. Schreib ein Buch über diesen westlichen Raubzug und Verbrechen. Die Maske des Westens ist gefallen.
http://books.google.rs/books/about/Confessions_of_an_Economic_Hit_Man.html?id=b6a4EhZrRi8C&redir_esc=y

Systemfrager April 19, 2014 um 08:41
Systemfrager April 19, 2014 um 08:44
petervonkloss April 19, 2014 um 08:48

Man sollte sich schon mal fragen, wer sind eigentlich die Zurichter des Wikipedia-Wissens!

Systemfrager April 19, 2014 um 08:54

So ein (typisch wetlicher) bis zum Himmer schreidner Zynismus

Erstens hat Janukowitsch selbst, bevor er türmte …

Janukowitsch wusste, was Allende geschehen ist
Und der Osten wird ihn nicht wählen, weill er sich den Banditen von Maidan nicht widersetzte und als Held sterben wollte. Er hat nur ungeschickt und dumm balanciert. Ja, er ist ein Verräter für den Osten. Und für die Russen ist er ein Stümper und Dummkopf wie Gorbatschow

Klaus Jarchow April 19, 2014 um 09:01

Miauoww – der Kleptokraten-Janukowitsch und Allende in einem Satz. Man fasst es ja nicht. Wenn’s wenigstens Gaddafi und Janukowitsch wären. Wisst ihr was – das, was ihr hier vertretet, das ist “der Antiimperialismus der konservativen Reaktion …” ich könnte es selbst nicht besser ausdrücken.

Systemfrager April 19, 2014 um 09:07

@Jarchow
Wenn dir Gaddafi lieber ist, bitte
Hast du mir aber nicht beantwortet, welche ncihtwestliche Sprache du (zumindest) verstehst
Lass mich raten: Keine. Die “Information” beziehst du aus den westlichen NGOs und Thin-Tanks, die von dem internationalen Kapital finanziert werden.
Na bitte, ich wusste es
;-)

g.w. April 19, 2014 um 09:09

@Bruchmüller: “Macht WIESAUSSIEHT krank?”

Zu sehen, was in der Welt geschieht und wie die Zusammenhänge sind, stimmt nicht unbedingt froh und heiter.

Klaus Jarchow April 19, 2014 um 09:20

Hmm, lass mich mal sehen: Latein, Französisch, Englisch, Deutsch, Plattdeutsch, C++ – nö, das ist keine nichtwestliche Sprache dabei.

Oha, und die NGOs sind jetzt auch schon ganz schlimme Finger? Was du nicht alles weißt …

ruby April 19, 2014 um 10:09

Hat schon jemand die Titel für die Gesangsstunde des EU-Rates in Czernowitz zu den Wahlen parat?
http://www.youtube.com/watch?v=TsqRv-hMuQs

ruby April 19, 2014 um 10:11
petervonkloss April 19, 2014 um 11:39

“Aktualität ist der Gipfel des Unbedeutenden.” (Gómez Dávila)
Ach, daß hier gelegentlich dummdreiste Linke rumkrakelen, müsste man eigentlich dem VS melden.
Zunächst müsste aber Lüberding (pädagogisch) eingreifen!
Nachdem ihm klar geworden ist, dass die Postachtundsechziger in ziemlich jeder Hinsicht abgewirtschaftet und versagt haben.
Beruhigt euch also mal alle wieder und begreift euer grundsätzliches Nichtwissen!
Eigentliches Wissen war und ist immer elitär!
Aufklärung gibt es nur bei höchster geistiger Konzentration und langwierigem Wissen und niemals
Ad hoc (in der Regel).
Insofern ist Emanzipation, so sie als Informationsegalität aufgefasst wird, der größte Bullshit der protestantisch-jüdischen Aufklärung.
“Aktualität ist der Gipfel des Unbedeutenden.” (Gómez Dávila)

Guten Morgen Deutschland. Hallo Ruby Starshine, leg uns die RUBY-Show ins Herz.

Systemfrager April 19, 2014 um 11:51

Eigentliches Wissen war und ist immer elitär!

Tja, kannst du mir große Namen der Wissenschaft und Kultur nenen, die aus der Klasse der herrschenden Elite stammen, dh aus dem Löchchen der Damen der reichen und mächtigen Männern.
petervonklotz lassen wir gleich weg, weil was es verzapft ist kein Wissen, sonder Ausgüsse der Dummheit.
Seine inquisitorischen Neigungen lassen sich aber nicht übersehen. Ein Klotz ist ein Klotz und kein Gehirn.
Nimm es nicht persönlich, du kannst nichts dafür.

Systemfrager April 19, 2014 um 11:55

In der Tat, die Generation der 68er hat abgewirtschaftet.

Diese Dummköpfe ließen sich von den Schurken und Scharlatanen wie Hayek und Friedman beraten .

konrad April 19, 2014 um 12:01

@Klaus Jarchow
Soll ich dir noch ein Beispiel von verschobener Wahrnehmung geben?

Vergleiche mal die Geschehnisse vor einigen Jahren aus Rumänien mit denen in der Ukraine. Und bitte komm mir nicht dass dies nicht zu vergleichen wäre nur weil Rumänien in der EU ist. Warum fand die EU es garnicht lustig Basescu abzusetzen, und beim Janukowitsch war alles OK?
Kannst du das erklären?
Ich habe noch immer keine Antwort auf die Frage warum die ersten Meldungen in unseren Medien vorgestern nach dem Genf-Beschluss so waren wie sie waren! Hallo?!!

petervonkloss April 19, 2014 um 12:06
gelegentlich April 19, 2014 um 12:17

@pvk
Jetzt lese ich soo lange hier mit. Zeigen Sie doch bitte ein einziges Mal ein Autogramm, das Sie von einem Mitglied der wissenden Elite erhalten konnten! Damit man glauben kann dass diese Elite auch ein Herz für Epigonen und Fans hat. Wer soll denn überhaupt dazu zählen zu dieser „Elite“?

petervonkloss April 19, 2014 um 12:30

Ich besuchte bisweilen D. Bowie; Hendrix und Jagger sind mir auch begegnet.

Heidegger und Nietzsche habe ich mit der Muttermilch eingesogen.

petervonkloss April 19, 2014 um 12:34
Klaus Jarchow April 19, 2014 um 12:45

@ konrad: Weil Informationen im Kopf zu suchen sind – und nicht irgendwo ‘draußen’. Von außen kannst du nur Reize oder ‘Perturbationen’ erzeugen, die dann auf ein ‘immer schon vorinformiertes Gehirn’ treffen. Jeder Mensch, so deppert er auch sein mag, denkt, er wisse doch eh schon alles – ob es Gott gibt, wer die Strippen zieht, wie’s im Finanzsystem zugeht usw. Das dürftigste Weltbild dünkt sich trotz seiner Fadenscheinigkeit immer komplett. Beispiele finden sich hier im Thread zuhauf …

Im Falle Rumäniens weiß ich nicht, worauf du hinauswillst? Meinst du die Ermordung Ceaucescus durch seine Securitate-Kameraden? Ansonsten geht’s seither dort eher zu wie zwischen Mafia und Camorra, Parteien sind Machtgewinnungsunternehmen, politische Ziele sind Mangelware und ‘das Volk’ ist im Grunde allen sch..ßegal. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass Rumänien als Folge der Trianon-Verträge sein Territorium fast verdoppeln konnte, zumeist auf Kosten Ungarns, weshalb die Nationalismus-Karte in beiden Ländern immer noch so erfolgreich sticht. Überdies ist Rumänien in der EU – und die Ukraine auf absehbare Zeit nicht. Systemintern und systemextern macht nämlich schon einen gewissen Unterschied. Stelle dir mal vor, ein Putin würde innerhalb der EU so herumrandalieren …

Warum sie die Genf-Ergebnisse, welche faktisch Russland die Krim überreichten, so interpretierten, wie sie dies taten? Vielleicht weil sie nicht sonderlich schlau sind? Die Medien und die westlichen Diplomaten, meine ich.

Klaus Jarchow April 19, 2014 um 12:48

@ Systemfrager: Die ‘Generation der 68er’ hat nicht abgewirtschaftet, die mümmelt an der Rente.

ruby April 19, 2014 um 13:04

Ein letzter Song zu Ostern
http://www.youtube.com/watch?v=ZxIJannbyz8
;-)
Dank an Komponisten und Künstler!
Immer auf Kurs bleiben.

konrad April 19, 2014 um 13:06

@Klaus Jarchow

1984 war und bleibt ein geniales Buch. Du kennst Basescu nicht und was vor 2-3 Jahren in Rumänien passiert ist weisst du auch nicht.
Und jetzt erkläre mir, warum die Proteste in Kiev und in Caracas dir bekannter sind als in Bukarest, Sofia oder Athen, Madrid, Lissabon, Paris, Frankfurt :-) sind?
Hast du eine Erklärung dafür und für die Berichterstattung (von vergestern) und dem Unmut, worum es eigentlich im Artikel geht?

Klaus Jarchow April 19, 2014 um 13:20

Vielleicht, weil mich die internen Auseinandersetzungen der Mafia nicht sonderlich interessieren? Im Groben bin ich schon orientiert, aber sowohl Basescu wie auch Ponta von den Post-Kommunisten sind doch durch rassistische Sprüche schon dumm aufgefallen. Da kann ich nur schwer Sympathien entwickeln, da geht’s eher ewig um Ahmetov gegen Janukowitsch – und für das Volk um die Wahl zwischen Kacke und Sch…ße oder zwischen Schlachter und Fleischer – und darum, wer am erfolgreichsten auf die Sinti und Roma und auf ‘die Ungarn’ verbal einprügelt, um diese Wähler zwecks Machtgewinns an die Urnen zu locken. Es sind Sündenbock-Politiker durch die Bank, die im Knast besser aufgehoben wären. Das zumindest ist meine Meinung.

Im Übrigen hat die EU Basescus formal fragwürdige Absetzung – meiner Erinnerung nach, sehr wohl ziemlich harsch kritisiert.

konrad April 19, 2014 um 13:34

@Klaus Jarchow
“Im Übrigen hat die EU Basescus formal fragwürdige Absetzung – meiner Erinnerung nach, sehr wohl ziemlich harsch kritisiert.”

Genau das war meine Frage!
Warum fand sie die Absetzung Janukowitschs OK und Basescus nicht?
Die Vorgänge kann man sehr gut vergleichen (jetzt wo du etwas nachgelesen hast :-) )

g.w. April 19, 2014 um 13:35

@pvk
es wäre noch zwischen absoluter und relativer Erkenntnis zu unterscheiden, man kann aus dem Relativen keine absoluten Erkenntnisse ableiten ausser vielleicht der, dass es einen unbeweglichen absoluten Hintergrund geben muss, vor dem das bewegliche relative erscheint.

@konrad
die welt ist ja sowas von kompliziert, da blickt natürlich niemand durch, das system ist schuld-wahrscheinlich

Klaus Jarchow April 19, 2014 um 14:26

Nun, das steht da doch – weil es allen in Bezug auf Rumänien längst allen ziemlich egal ist, ob dort gerade Toto Riina oder Antonio Iovine regiert.

Es ging in der Ukraine zunächst auch gar nicht um die Absetzung des Kleptokraten Janukowitsch, sondern um die Verhinderung eines Bürgerkriegs. Schließlich hat Janukowitschs Berkut, beginnend im November 2013 – ziemlich hart bei friedlichen Studenten dazwischengeknüppelt, was prompt die Gegenseite mobilisierte und auch militarisierte. So läuft halt die Dynamik revolutionärer Prozesse. Und die EU-Bürokratie war vermutlich auch beleidigt, weil sie annähernd zehn Jahre mit wenig Begeisterung an einem Assoziierungsabkommen vergebens herumverhandelt hatte. Eine Verschwörung des Westens ist aber weit und breit nicht zu entdecken – vor diesen Ereignissen ging allen die Ukraine als korrupt und uninteressant eher am A…h vorbei.

Als der Ratzfatz-Milliardär türmte, hat die EU das dann einfach hingenommen – das ist wahr. Vielleicht haben sie auch gedacht ‘Gott sei Dank’. Und sollte Ungarn mal nach Bessarabien oder Siebenbürgen greifen, dürften die Reaktionen ähnlich oder noch entschiedener sein. Die haben nämlich keine Atomwaffen …

Soldat Schwejk April 19, 2014 um 14:36

Aha. Wieder mal Dugin-Festspiele auf der Spielwiese. Dieser Scherzkeks, der da in Moskau für adoleszente Uni-Studenten ein Kostümfest aufführt und den bärtigen Slawophilen mimt.

Als ich noch jung und naiv war und eines der ersten Male in Rußland, da sagte ich einem Bekannten, ich würde ja gern mal einen richtigen Slawophilen kennenlernen. Da sagte er, das läßt sich machen. Am nächsten Tag stellte er mir einen bärtigen Kumpel vor, der hielt mir einen schönen Vortrag über die Verkommenheit der westlichen Zivilisation, die unter ihrem Werteverfall und ihrer Verweltlichung zusammenbrechen werde. Die europäische Geisteselite werde sich dagegen um Moskau als das Dritte Rom scharen. Am Ende holte er eine kleine Holzarbeit hervor, eine Art Miniaturikone mit der Heiligen Muttergottes. “30 Dollar” sagte er, und das klang wie ein Befehl, jetzt gefälligst das Eintrittsgeld für das slawophile Kostümfest zu bezahlen. War zum damaligen Umtauschkurs einiges in Rubeln. Habe ich aber gern gezahlt, war eine Win-Win-Situation.

Der Bärtige hat sich mit seinen Kumpels hinterher bestimmt köstlich amüsiert darüber, wie blöd doch die Deutschen sind. Und ich hatte im Schnellverfahren einiges über die russische Postmoderne gelernt. Das kleine Holzmedaillon habe ich heute noch zum Andenken.

Und in Prekärpreußen isses endlich warm, ich geh raus auf die realweltliche Spielwiese.

konrad April 19, 2014 um 14:46

@Klaus Jarchow
“Im Groben bin ich schon orientiert” – Wer “orientiert” ist, der schaut nur noch in eine Richtung :-) .

“Nun, das steht da doch – weil es allen in Bezug auf Rumänien längst allen ziemlich egal ist, ob dort gerade Toto Riina oder Antonio Iovine regiert. ” – War es aber nicht! DU hast es vorhin erwähnt!

Also, wenn man keine Argumente hat, kann man ja zugeben dass dies logisch nicht zu erklären ist. Ganz einfach zugeben: die Vorgänge sind ähnlich gewesen (von der rechtlichen Seite gesehen – die Moderne hier guckt auf soetwas, das ist denen sehr wichtig :-) ), warum unterschiedlich bewertet wurde, kann ich nicht erklären. Könnte man sagen. Warum muss man als ideologischer Anwalt für die eine oder andere Seite agieren? Einfach Fakten vergleichen und zugeben dass “wir” auch Dreck am Stecken haben und nicht berufen sind anderen den Moralapostel zu spielen.

Systemfrager April 19, 2014 um 16:35

@Soldat Schwejk

Dugin-Festspiele, Spielwiese, Scherzkeks, adoleszente Uni-Studenten, Kostümfest, bärtige Slawophilen … und WEßE MÄUSE

Ja, ich kann mir es gut vorstellen, wie schwierig ist es, vielleicht unmöglich … den Söhnen und Enkeln der SS-Übermenschen (und Gasspezialisten) dem slawischen Untermenschen zu verzeihen, das er gesiegt hat.
Vorläufig hilft nur eins bei dir: Die kleinen weißen runden Dinge, die dir der Onkel in Weiß vorgeschrieben hat, regelmäßig, jeden Morgen, Mittag und Abend, schlucken.

Leselotte April 19, 2014 um 16:56

Aufgeschriebenes Interview mit Gabriele Krone-Schmalz:

http://schrottpresse.wordpress.com/2014/04/18/ein-weiterer-grosartiger-sieg/

gelegentlich April 19, 2014 um 18:52

@Leselotte
Herzlichen Dank! Danach hatte ich lange gesucht. Und das ist es auch, was solch einen Blog lesenswert macht. Ich selber interessiere mich nicht fur Bowie und Jagger und wüßte auch nicht, was diese für diesen Kontext hergäben.

g.w. April 19, 2014 um 19:36

och, ich fand, dass es bei allen Kommentaren interessante Aspekte gab, und die Krone-Schmalz ist mal erfrischend unvoreingenommen, aber auf die Frage nach dem Warum der einseitigen Berichterstattung ist ihr auch nicht viel eingefallen. Altes ost-west-Denken ist ja wohl dürftig als Antwort, wo doch schon Abgeordnete von den CIA-gesteuerten Medien reden.

chabis April 19, 2014 um 20:26

Ein weiterer Fall von einseitiger Berichterstattung über eine nicht
genehme Regierung, hier kritisiert und korrigiert von einem
ehemaligen Botschafter:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Der-Chavismus-hat-eine-gewaltige-historische-Leistung-vollbracht/story/25456856

Der Schweizer Ex-Botschafter in Caracas, Walter Suter, und TA-Korrespondent Sandro Benini streiten sich über Chávez, die venezolanische Opposition und die Demonstrationen gegen die Regierung.

Walter Suter ärgert sich schon seit langem über die Berichterstattung des Tages-Anzeigers zu Venezuela, weil sie ihm unfair und einseitig erscheint. Während eines Aufenthaltes in Mexiko hat er sich in Mexiko-Stadt mit dem Korrespondenten der Zeitung zu einem Streitgespräch getroffen.

Walter Suter ärgert sich schon seit langem über die Berichterstattung des Tages-Anzeigers zu Venezuela, weil sie ihm unfair und einseitig erscheint. Während eines Aufenthaltes in Mexiko hat er sich in Mexiko-Stadt mit dem Korrespondenten der Zeitung zu einem Streitgespräch getroffen.

Sandro Benini: Laut einem kürzlich erschienen Report von Amnesty International greifen die Ordnungskräfte in Venezuela zu unverhältnismässiger Gewalt. Zahlreiche willkürlich verhaftete Demonstranten berichten von Folter. Eine Gruppe unabhängiger Menschenrechtsexperten haben sich in einem Bericht zuhanden der Uno besorgt über die Zustände geäussert, und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den inhaftierten Oppositionspolitiker Leopoldo López als politischen Gefangenen bezeichnet. Wie kommen Sie als Linker dazu, ein solches Regime zu verteidigen?
Walter Suter: Man muss die Berichte dieser Menschenorganisationen schon etwas genauer betrachten. Ich habe während meiner vierjährigen Amtszeit in Caracas immer wieder festgestellt, dass gewisse Menschenrechtler auf der Seite der Opposition stehen. Festzuhalten ist ausserdem, dass Mitgliedern der Ordnungskräfte, die in Einzelfällen tatsächlich Übergriffe begangen haben, der Prozess gemacht wird. Venezuela ist ein Rechtsstaat unter der Führung einer legitimen Regierung, nicht eines so genannten Regimes. Den Inhaftierten werden strafrechtlich relevante Vergehen vorgeworfen. Dass es viele politische Gefangene gibt, wie in internationalen Medien immer wieder behauptet wird, ist im übrigen falsch.

Würden Sie einen Bericht von Amnesty International auch so nonchalant abtun, wenn sich seine Kritik gegen eine rechte Regierung richtete? Was Studenten über das Vorgehen der Polizei erzählen, ist haarsträubend: Schläge, Demütigungen, Vergewaltigungen, Drohungen, stundenlanges Stehen oder Knien. Es ist kaltschnäuzig, diese Aussagen einfach so abzutun. Folter ist inakzeptabel, auch wenn sie bolivarianische Sozialisten ausüben.
Falls die Berichte zutreffen, ist das selbstverständlich zu verurteilen. Aber wie gesagt, die Staatsanwaltschaft hat Übergriffe angeprangert, und es sind deswegen Prozesse gegen Polizisten eingeleitet worden, wie es sich für einen Rechtsstaat gehört. Gewalttätig sind im übrigen vor allem viele Aktionen protestierender Studenten, was durch Bilder und Viedeoaufnahmen mehrfach belegt ist. Vermummte, die öffentliche Gebäude sowie Gesundheitszentren angreifen, Tausende von Bäumen fällen, um Barrikaden zu errichten und den öffentlichen Verkehr zu stören; all das hat nichts mit friedlichen demokratischen Protesten zu tun. Die Glaubwürdigkeit der Aussagen von Leuten, die solche Vandalenakte begehen, darf man getrost anzweifeln. Schliesslich haben Oppositionelle auch Bilder von angeblichen Gewalttätigkeiten der Polizei veröffentlicht, bei denen sich später herausstellte, dass sie gar nicht in Venezuela aufgenommen wurden.

Bei jeder Kundgebung und innerhalb jeder Protestbewegung gibt es kleine gewaltbereite Gruppen. Das war bei den Studentenprotesten in Chile so und letztes Jahr bei den Massenkundgebungen in Brasilien. Und bei einer 1. Mai-Demo in Zürich ist es auch nicht anders. Deswegen eine soziale Bewegung, die für berechtigte Anliegen auf die Strasse geht, kollektiv als gewalttätig abzustempeln, ist verfehlt. Aber es liefert der autoritären venezolanischen Regierung einen willkommenen Vorwand für den Einsatz von Tränengas, Gummischrot und Folter.
Angesichts der Gewaltakte von kleinen gewaltbereiten Gruppen zu sprechen, kommt einer groben Verniedlichung gleich. Die venezolanische Verfassung garantiert das Recht auf friedliche – ich betone: friedliche Proteste, was die Regierung auch respektiert.

Amnesty International und fast die ganze internationale Presse sehen es anders. Eine weitere Ungerechtigkeit des Regimes besteht darin, die oppositionellen Politiker Leopoldo López und María Corina Machado direkt für die Errichtung von Barrikaden, für Ausschreitungen und Todesopfer verantwortlich zu machen. Das ist etwa so, wie wenn man nach einer gewalttätigen 1. Mai-Nachdemo in Zürich den SP-Parteipräsidenten juristisch zur Verantwortung zöge.
Hören Sie bitte auf, Leute wie Machado und López zu glorifizieren. Diese Oppositionellen weigern sich nach wie vor, das Resultat der letzten Präsidentschaftswahl zu akzeptieren, was völlig irrational ist. Sie wollen einen demokratisch gewählten Präsidenten durch Demonstrationen zum Rücktritt zwingen. Ihr Ton und ihre Wortwahl sind Aufforderungen zur Gewalt, und selbstverständlich wissen die Anhänger, wie das gemeint ist. Ausserdem haben López und Machado 2002 den Putsch gegen Chávez unterstützt, genauso wie der spätere zweifache Präsidentschaftskandidat und heutige Oppositionsführer Henrique Capriles. Wenn der Staatstreich damals geglückt wäre, hätten wir heute in Venezuela eine illegitime Putsch-Regierung. Die Haltung dieser drei Oppositionsführer ist undemokratisch.

Ich wundere mich immer wieder, mit welcher Vehemenz die Chávez-Anhänger den oppositionellen Putsch des Jahres 2002 verurteilen, wo doch Chávez als junger Offizier zehn Jahre zuvor ebenfalls geputscht hatte.
Chávez hat seinen Putschversuch wegen der extremen sozialen Missstände und der grossen Unzufriedenheit mit der damaligen Regierung unternommen. Als er scheiterte, hat er den Putsch abgebrochen, die Verantwortung getragen und ist zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Unterschied zu den rechten Putschisten, von denen keiner hinter Gittern sass. Später wurde Chávez begnadigt und hat die Macht auf demokratische Weise errungen, womit die Sache mit dem Putsch erledigt war.

Wenn die damaligen sozialen Missstände zu einem Putsch führten, dann sind die heutigen Demonstrationen allemal gerechtfertigt. In Venezuela herrscht seit fünfzehn Jahren der so genannte Sozialismus des 21. Jahrhunderts, und das Land ist in einem erbärmlichen Zustand. Die Inflation beträgt nahezu 60 Prozent, jedes vierte Konsumgut ist knapp, die Mordrate ist die zweithöchste der Welt, die Landeswährung hat gegenüber dem Dollar binnen weniger Monate um mehrere hundert Prozent an Wert verloren. Und obwohl Venezuela weltweit am meisten Erdölreserven besitzt und sich der Erdölpreis seit Chávez’ Amtsantritt verzehnfacht hat, beträgt das Haushaltsdefizit 18 Prozent. Griechenland zu seinen schlimmsten Zeiten war dagegen ein fiskalpolitischer Musterschüler. Venezuelas Regierung besteht aus kompletten Versagern.
Das ist eine mehr als gewagte Aussage, die einen eklatanten Mangel an Einfühlungsvermögen für Fragen sozialer Gerechtigkeit verrät. Für die heutige Lage trägt auch die Opposition eine Mitverantwortung, weil sie sich der konstruktiven Zusammenarbeit verweigert hat. Allein mit dem desaströsen sechswöchigen Unternehmerstreik haben ihre Vertreter 2002 einen Verlust von über 10 Milliarden Dollar verursacht. Die Angehörigen der Oberschicht haben mit dem Sieg von Chávez im Jahre 1998 alle ihre Privilegien verloren, auf die sie ein natürliches Anrecht zu besitzen glaubten. Zum Beispiel das Recht, keine Steuern zu bezahlen. Ich habe selber erlebt, wie rassistisch, klassistisch und unsäglich arrogant ein grosser Teil dieser Leute ist. Weil ich Europäer bin, dachten sie, ich stehe automatisch auf ihrer Seite und haben deshalb ihrem Hass und ihrer Verachtung für die Armen freien Lauf gelassen. Bevor ich diese Arroganz erlebte, hätte ich nicht geglaubt, dass sie überhaupt möglich ist. Angehörige der ärmeren Schichten haben diese Leute als Abschaum bezeichnet und Chávez als vom Baum gekletterten Affen diffamiert.

Von wem sprechen Sie konkret?
Namen nenne ich keine. Es waren Einheimische aus der Oberschicht, darunter auch Intellektuelle und eingewanderte, wohlhabende Europäer. Ohne deren abgrundtiefen rassistischen Hass aus eigener Anschauung zu kennen, kann man die heutige Lage Venezuelas nicht verstehen. Und das sind dieselben Leute, die innerhalb der Opposition noch immer tonangebend sind. Dieser Hintergrund wird in den internationalen Medien systematisch ausgeblendet.

Dass die Zustände in Venezuela schon vor Chávez unhaltbar waren, bestreite ich nicht. Ebenso wenig, dass die Opposition während der letzten fünfzehn Jahre grosse Fehler begangen hat. Aber die Studenten, die heute demonstrieren, hatten nichts mit dem Putsch gegen Chávez zu tun.
Die Studenten nicht, aber ihre Anführer sehr wohl.

Ich bin überzeugt, dass die Regierungsgegner etwas gelernt haben. Vielleicht nicht einmal aus edlem Humanismus, sondern aus Eigennutz: Sollten sie jemals wieder an die Macht kommen, werden sie sich hüten, die Armen mit derselben Arroganz zu behandeln wie früher. Sonst müssen sie damit rechnen, dass ihnen erneut ein linkspopulistischer Caudillo entgegentritt, wie es Chávez einer war. Aus historischer Perspektive wird dies das einzige positive Erbe des Chavismus sein.
Ich hoffe, die Opposition hat etwas gelernt, aber ich sehe zurzeit leider kaum Anzeichen dafür.

Capriles hat zum Beispiel im letzten Wahlkampf versprochen, die Sozialprogramme sogar noch auszubauen.
Das war kurz vor den Wahlen. Weil seine Aussichten auf einen Sieg am Schwinden waren, hoffte er, auf diese Weise auch Chávez-Anhaenger auf seine Seite zu ziehen. Vorher hat er die Sozialprogramme stets als populistisch abgetan. Bei den letzten Parlamentswahlen hat die Opposition 40 Prozent der Stimmen erhalten. Das ist ein bedeutender Anteil, der es ihr erlaubt hätte, konstruktiv mitzuarbeiten. Sie hat es nicht getan, und deshalb bezweifle ich, dass ein Umdenken und ein Lernprozess stattgefunden haben. Den Angehörigen der Oberschicht fehlt es an politischem Bewusstsein, weil sie jahrzehntelang gewohnt waren, den Erdölreichtum unter sich aufzuteilen und die Erträge ausser Landes zu schaffen.

Verantwortlich für den heutigen desaströsen Zustand des Landes ist die Regierung, und nicht die Opposition – schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass Chávez immer wieder monatelang mit Sonderdekreten regiert hat, ohne dass das Parlament auch nur das Geringste zu sagen hatte. Maduro tut dies im Moment auch, wider jedes demokratische Prinzip. Es ist zynisch, der Opposition mangelnde Kooperationsbereitschaft vorzuwerfen, wenn der Präsident dank Sonderdekreten ohnehin macht, was er will. Die Regierung hat durch Verstaatlichungen und Preiskontrollen die einheimische Industrie derart geschwächt, dass das Land heute fast alles importieren muss. Und diese Importe werden wegen Devisenmangels immer spärlicher und wegen des Währungszerfalls immer teurer. Laut der UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik hat Venezuela innerhalb Lateinamerikas gemessen am Bruttoinlandprodukt nach Ecuador den zweitgeringsten Anteil an ausländischen Direktinvestitionen. Was auch kein Wunder ist: Würden Sie ein Unternehmen gründen, wenn ständig Gefahr besteht, dass Sie der Präsident während einer seiner dadaistischen Fernsehmonologe aus einer Laune heraus enteignet?
Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Venezuelas bestreite ich nicht. Aber im letzten Regierungsprogramm von Chávez wurden die Schwierigkeiten erkannt, und es wurden Massnahmen angekündigt, um die ökonomischen Fragen und die Sicherheitsprobleme zu lösen. Das Regieren mit Sonderdekreten ist im übrigen nicht undemokratisch, sondern verfassungsmässig garantiert und durch eine legitime parlamentarische Mehrheit beschlossen. Das Instrument gibt es bekanntlich auch in andern Staaten. Chávez hatte die Vollmachten gerade wegen der permanenten Obstruktionspolitik der Opposition erhalten.

Nein, Chávez hat sich die Vollmachten von einem willfährigen Parlament übertragen lassen, um ungehindert und ohne jede Kontrolle regieren zu können wie ein Diktator. Und Maduro hat auch diese Unsitte von seinem verehrten Übervater kopiert. In keinem anderen Land Lateinamerikas hat in jüngster Zeit ein Präsident so lange und umfassend mit Sonderdekreten regiert, da diese eigentlich für Notsituationen gedacht sind. Dass sie formal betrachtet parlamentarisch abgesegnet wurden, macht die Sache nicht viel besser. Ein autoritäres Regime definiert sich primär durch seine Praxis und erst in zweiter Linie dadurch, wie es zustande gekommen ist. Es gibt zahlreiche historische Beispiele für Sondervollmachten und Ermächtigungsgesetze, denen ein demokratisches Feigenblatt verliehen wurde.
Das ist eine stets wiederholte und verzerrende Darstellung der Realität, die Ihrer Leserschaft das falsche Bild einer venezolanischen Diktatur eintrichtern soll. Zu den Verstaatlichungen ist festzuhalten, dass sie in strategischen Produktionsbereichen erfolgten, die gemäss Verfassung staatlicher Kontrolle unterliegen.

Das Problem ist weniger die staatliche Kontrolle als die Korruption und Vetternwirtschaft der Chavisten. Seit sie etwa über den Erdölkonzern PDVSA herrschen, hat sich die Belegschaft verdoppelt, während die Erdölproduktion um 25 Prozent eingebrochen ist. Währungszerfall, Dollarschwarzmarkt und Versorgungskrisen hat es früher auch in den sozialistischen Ländern Osteuropas gegeben. Dieses Desaster ist systemimmanent und lässt sich nicht durch einzelne Massnahmen, sondern nur durch eine politische und ökonomische Neuausrichtung lösen. Dazu ist die venezolanische Regierung unter Maduro nicht imstande.
Die venezolanische Regierung unter Maduro ist erst seit einem knappen Jahr im Amt und muss sich gegen Sabotage- und Gewaltakte verteidigen. Zu behaupten, sie sei unfähig, die wirtschaftlichen Probleme in den verbleibenden fünf Jahren zu lösen, ist unseriös. Und der Vergleich mit den ehemaligen sozialistischen Staaten Osteuropas ist weit hergeholt. Denn anders als diese ist Venezuela wie bereits erwähnt ein Rechtsstaat mit partizipativer Demokratie. Das anerkennt auch das Staatenbündnis Unasur explizit. Mehr noch, es verteidigt und unterstützt die Legitimität von Maduros Regierung. Das Wirtschaftssystem funktioniert bisher grundsätzlich nach wie vor nach kapitalistischen Regeln, weil mit Ausnahme strategischer Sektoren private Firmen operieren. Bevor Chávez an die Macht kam, betrug die Inflation übrigens nicht knapp 60 Prozent wie heute, sondern über 100 Prozent. Weshalb sollen dieselben Leute, die damals derart versagt haben, es heute besser machen? Dazu müssten sie erst einmal ein konstruktives, vernünftiges Wahlprogramm ausarbeiten und geeint auftreten. Dann hätten Sie die Chance, die nächsten Parlamentswahlen zu gewinnen, oder Maduro im Jahre 2016 per Abwahlreferendum zu besiegen. Stattdessen ziehen sie es vor, wochenlang Radau zu machen und durch Strassenblockaden in den Reichenvierteln selbst Regierungsgegner zu verärgern. Ausserdem sind die Armen von der Wirtschaftskrise und der Kriminalität viel stärker betroffen als die Reichen. Warum sind es dann vorwiegend Studenten aus der Mittelschicht, die demonstrieren? Den Protestierenden geht es nicht um das Wohl des Landes, sondern um ihre Privilegien.

Der Volksaufstand hat sich bisher nicht auf die Elendsviertel ausgeweitet, da haben Sie Recht.
Und warum wohl ? Weil es eben gar kein Volksaufstand ist!

Viele Arme glauben den Drohungen der Regierung, wonach die Sozialprogramme nach einem Regierungswechsel abgeschafft würden. Meiner Meinung nach ist das reine Propaganda. Man darf auch nicht übersehen, dass die Sozialprogramme ein System der Hörigkeit und Abhängigkeit vom Staat geschaffen haben. Viele sind erpressbar geworden. Umfragen zufolge ist mittlerweile dennoch eine klare Mehrheit der Bevölkerung der Meinung, das Land befinde sich auf dem falschen Kurs. Die Regierung verliert allmählich auch den Rückhalt der Unterschicht. Und sie ist wegen ihrer ökonomischen Inkompetenz dabei, die eigenen sozialen Errungenschaften zu zerstören.
Anderen Umfragen zufolge lehnen 70 Prozent die gewaltsamen Proteste ab. Massgebend sind ohnehin die Wahlresultate, und die sprechen eine klare Sprache.

Dazu müssten die Wahlen sauber und fair ablaufen, und das ist schon lange nicht mehr der Fall.
Das ist vollkommener Unsinn. Ich war von 2005 bis 2013 Wahlbeobachter in Venezuela und kenne das computerisierte Wahlsystem in- und auswendig. In sämtlichen 39‘000 Wahllokalen sind Vertreter der Opposition anwesend. Es wird kontrolliert, nachgezählt, überprüft und nochmals kontrolliert. Sämtliche internationale Wahlbeobachter haben die unter dem Chavismus durchgeführten Wahlen als absolut einwandfrei bezeichnet.

Moment, Moment ….
Nein, daran gibt es wirklich nichts zu rütteln. Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich das venezolanische Wahlsystem aus eigener Anschauung.

Dass bei der Auszählung der Stimmen am Wahltag nicht betrogen wird, mag ja sein. Aber bei den Wahlen im Oktober 2012 durfte der Herausforderer Henrique Capriles am Fernsehen täglich drei Minuten Werbung machen, während Chávez oft stundenlang geredet hat. Während des Wahlkampfes zwischen Capriles und Maduro im Frühjahr 2013 berichtete der staatliche Kanal Venezolana de Televisión insgesamt 23 Minuten über Capriles’ Kampagne, über die Auftritte Maduros hingegen 65 Stunden. Vor den Parlamentswahlen 2010 verteilte Chávez 300’000 aus China importierte elektronische Haushaltsgeräte ans Volk. Ich kann Ihnen versichern, die hat er nicht selber bezahlt, sondern aus der Staatskasse. Und beim Abwahlreferendum 2004 erschien im Internet die berühmte Liste Tascón: Eine Aufstellung mit den Namen der drei Millionen Bürger, die dem Begehren per Unterschrift zugestimmt hatten. Ich kenne persönlich mehrere Leute, die auf der Liste standen und deshalb ihre Stelle verloren. Zu einer fairen und demokratischen Wahl gehört nicht nur die korrekte Auszählung der Stimmen, sondern auch, dass die Kontrahenten gleiche Ausgangsbedingungen haben.
Was die Liste Tascón betrifft, habe ich seinerzeit auch von Entlassungen gehört, weil Angestellte privater, oppositioneller Unternehmen gerade nicht auf dem öffentlich einsehbaren Dokument verzeichnet waren. Dass die Regierungspartei bei Wahlen in der Regel einen Vorteil hat, ist in ganz Lateinamerika und auch anderswo zu beobachten. Ausserdem verfügt die Opposition nach wie vor über hervorragende Möglichkeiten, Wahlkampf zu betreiben, weil sich die Medien noch immer mehrheitlich in ihren Händen befinden. Und deren Besitzer sind weitgehend identisch mit der wirtschaftlichen Elite und Unternehmern, die den oppositionellen Wahlkampf finanziell unterstützen. Auch Capriles konnte seine Wahlkampfpropaganda aufziehen.

Aber seine Medienpräsenz war verglichen mit jener von Chávez und Maduro verschwindend gering. Und eine Regierung, die eine Liste Tascón erstellen lässt, missachtet das Wahlgeheimnis und die Privatsphäre der Bürger. Das sind Zustände wie in einer Bananenrepublik.
Das ist eine Unterstellung, denn die Liste hatte nicht die Regierung, sondern allein Tascón erstellt.

Luis Tascón war ein sozialistischer Abgeordneter. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass er seine Liste ohne Einwilligung von oben publiziert hat? Abgesehen davon hätte er im angeblichen Rechtsstaat Venezuela mit dem angeblich besten Wahlsystem der Welt gar nicht an die Daten herankommen, geschweige denn sie auf seine private Homepage setzen dürfen.
Was Sie offensichtlich nicht wahrhaben wollen, ist Folgendes: Der Chavismus gewinnt seit fünfzehn Jahren die Wahlen, weil es nach fünf Jahrhunderten Ausbeutung durch den Kolonialismus und durch eine gewissenlose, autoritäre einheimische Oligarchie endlich einmal eine Regierung in Lateinamerika gewagt hat, für die Armen und Unterdrückten einzustehen. Der Chavismus hat die Erdölmilliarden genutzt, um den Ausgeschlossenen Hoffnung und Würde zu geben. Er hat die Armut auf die Hälfte gesenkt und eineinhalb Millionen Menschen alphabetisiert, was auch die Unesco anerkannt hat. Er hat in den Armenvierteln kostenlose medizinische Versorgung und Bildungsmöglichkeiten geschaffen. Und schliesslich hat er die verfassungsmässige partizipative Demokratie mit der Einführung der nachbarschaftlichen Gemeinderäte umgesetzt, wo den bisher weitgehend Rechtlosen volles Mitspracherecht eingeräumt wurde. Das ist eine gewaltige historische Leistung, die alle Probleme überstrahlt und die man nicht aus der Welt schaffen kann.

(Tages-Anzeiger)
(Erstellt: 19.04.2014, 16:17 Uhr)
Stichworte

Nicolás Maduro

«Diese Oppositionellen weigern sich nach wie vor, das Resultat der letzten Präsidentschaftswahl zu akzeptieren, was völlig irrational ist»: Walter Suter.

«Venezuelas Regierung besteht aus kompletten Versagern»: Sandro Benini.
Bildstrecke
Hugo Chávez – die Karriere eines Revolutionärs

Hugo Chávez – die Karriere eines Revolutionärs Die wichtigsten Stationen des venezolanischen Ex-Präsidenten.
Artikel zum Thema
Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist gescheitert

Ein Jahr nach dem Tod von Hugo Chávez steht Venezuela vor einem Umbruch. Die Massenproteste dauern an und gefährden die Macht von Präsident Maduro. Mehr…

Von Sandro Benini 10.03.2014
Maduro bekommt Sondervollmachten dank der 99. Stimme

Venezuelas Parlament ermächtigt seinen Präsidenten Nicolás Maduro zum Erlass von Dekreten mit Gesetzeskraft. Dazu brauchte es eine Dreifünftelmehrheit, welche nur mit einem Trick zustande kam. Mehr…

15.11.2013
Infobox

Walter Suter war von 2003 bis zu seiner Pensionierung im August 2007 Schweizer Botschafter in Venezuela. Zuvor hatte er die Schweizer Vertretung im Libanon und in Paraguay geleitet. Er ist Mitglied der SP sowie der Organisation ALBA Suiza, die sich mit dem von Hugo Chávez gegründeten linken lateinamerikanischen Staatenbündnis solidarisert.

Sandro Benini ist seit 2007 Lateinamerika-Korrespondent des TA. Er lebt in Mexiko.
Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.
Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Marktplatz

41 Kommentare
3

Verbleibende Anzahl Zeichen: 800
Beliebtester

Simplex Simplizissimus vor 3 Std.

Man kann nur den Kopf schütteln über die Dummheit und den ideologischen Starrsinn dieses Ex-Botschafters. Peinlich und skandalös, was da mit Steuergelder finanziert wird. Aber wer wundert sich bei Madame Calmis Ansichten? Der ganze Botschafter-Misthaufen gehört ausgemistet.

Empfehlen (101) Melden Über Facebook Teilen Antworten
Mehr Kommentare laden

Meist geteilt International
1. «Die Menschen essen Gras und kleine Nagetiere»
2. «García Márquez hat ‹Hundert Jahre Einsamkeit› gehasst»
3. Chinas Raumfahrt wird militärisch
4. «Die Russen lieben es, zu expandieren»
5. Wenn Oma Geld im Geschenkpapier schmuggelt
6. «Der Chavismus hat eine gewaltige historische Leistung vollbracht»
7. Putin warnt vor Bürgerkrieg
8. «Diese Fähre hatte keine Rettungsboote»
9. Untergetauchter Berlusconi-Vertrauter im Libanon verhaftet
10. USA setzen Russland unter Druck
Google-Anzeigen
Warum Sarrazin recht hat

jungefreiheit.de
Island und Färöer Inseln

http://www.smyrilline.de
Mehr zum Thema
Entspannung in Venezuela

Regierung und Opposition wollen verhandeln. Die Erfolgschancen sind jedoch zweifelhaft. Mehr…

Von Sandro Benini 09.04.2014
Gewalt gegen Demonstranten

Nach wochenlangen Protesten in Venezuela hat Luisa Ortega Ermittlungen gegen die Polizei eingeleitet. Mehr…

23.03.2014
Motorisierte Soldaten stürmen Protestlager

Der venezolanische Präsident geht hart gegen regierungskritische Demonstranten vor. Mehr…

17.03.2014

Das Neuste International
«Hören Sie bitte auf, diese Putschisten zu glorifizieren»

Ein Schweizer Ex-Botschafter und ein TA-Korrespondent streiten sich über Venezuela. Mehr…

Von Sandro Benini. 18:56
«García hat ‹Hundert Jahre Einsamkeit› gehasst»

Interview Südamerika-Korrespondent Sandro Benini sagt, welche Bedeutung der politische Mensch García Márquez hatte. Mehr…

18.04.2014
Die Freunde der freien Unsinnsverbreitung

Wer in Ohio wissentlich Lügen über amtierende oder angehende Politiker streut, macht sich strafbar. Mehr…

Von David Hesse Washington. 16.04.2014

Meist gelesen International
1. Wenn Oma Geld im Geschenkpapier schmuggelt
2. Schicksalstage für Saab
3. USA wollen Bodentruppen nach Polen entsenden
4. «Die Russen lieben es, zu expandieren»
5. «Der Chavismus hat eine gewaltige historische Leistung vollbracht»
6. «Bin nicht bereit, meine Prinzipien für Privilegien zu verkaufen»
Die Welt in Bildern

Der Mars ist aufgegangen: Eine Mehrfachbelichtung zeigt die verschiedenen Phasen der Mondfinsternis, wie sie am 15. April auch in Canyon, Minnesota, beobachtet werden konnte.
(Bild: Brian Mark Peterson) Mehr…

chabis April 19, 2014 um 20:30

Tut mir leid, mir ist zuviel Text in den Kommentar geraten,
bitte Text ab dem 3.Absatz löschen, Rest steht ja im Link.

Soldat Schwejk April 19, 2014 um 21:41

@ Systemfrager

Ah, ich sehe, Du stehst auf das Kostümfest. Da bist Du hier nicht allein. Der @pvk mag auch die Kostüme, der kauft auch eurasische Filzstiefel, wenn die Marketingabteilung es noch rechtzeitig geschafft hat, ein Schild mit der Aufschrift “Heidegger Boots” dranzukleben. Der @Klaus Jarchow wiederum gruselt sich vor den alten Uniformkostümen.

Also, Freunde der postmodernen Trash-Geisterbahn! Da Ihr hier gerade so zahlreich (wenn auch nicht einträchtig) versammelt seid… da darf doch dieses Schmankerl nicht fehlen:

http://www.youtube.com/watch?v=PG7jsMBPbpQ

Bruchmüller April 19, 2014 um 21:49

@ chabis

Meine Frage war (gestern April 18, 2014 um 19:11): Macht “Wiesaussieht” krank? Danke für die ausführliche Antwort.

holger196967 April 19, 2014 um 23:30

Bruchmüller

so sei es… :D

Folkher Braun April 20, 2014 um 01:22

Wo Herr Joffe in der “Zeit” kürzlich noch bedauert hat, dass die NATO derzeit nicht zu einem Erstschlag gegen den Putin in der Lage ist – was Holgers Einschätzung bestätigt – stellt sich die Frage, ob die EU oder Herr Soros oder sonstwer die 34 Milliarden nicht beglichener Gasrechnungen der Ukraine zu zahlen gedenken. Ich nehme mal an, dass die anwesenden Sozialdemokraten hierfür eine Lösung wissen.

Systemfrager April 20, 2014 um 08:30

Nur als Information:

Ak sa dozvedia, že som Slovák, tak Ukrajinci menia tón na srde?ný, povedal pre Pravdu ?ubomír Kopaj, ?len misie OBSE na Ukrajine a bývalý koordinátor projektov organizácie v Kyjeve.

>>>
Ein Slowake, der ein Mitglied der OBSE in Ostukraine ist:

Wenn sie erfahren, dass ich Slowake bin, dann ändern die Ukrainer den Ton auf herzlich …

Von der Gehirnwäsche völlig verblödete Westler können sich keine Vorstellung davon machen, wie der Westen, mit seinem langen “Jahrmarkt des Zynismus” in dem “Rest” der Welt schon verachtet und verabscheut ist

ruby April 20, 2014 um 10:30

Vor mehr als vier Jahren hat ein musikalischer Flügelschlag bei unseren Brüdern und Schwestern eine Revolution ausgelöst!
Hätte nicht an derartige Auswirkungen gedacht…
Epigonentum der schmalzigsten Vollendung
http://www.ynoutube.com/watch?v=0COfkFFn-DE
wegen des Verschwindens in Himmeln…

Tommy a real Berliner
;-)

mach der Stein…den Gerd siehe faz und pinkelt der Uschi an die Wade
http://www.youtube.com/watch?v=mPC0wBy-Pf0

get the feeling

ruby April 20, 2014 um 10:39

Alles wird gut gut gut
(unbedingt mitpfeiffen)
so so gut gut gut

ruby April 20, 2014 um 10:48

Fäuste ballen, auf Schulterhöhe bringen und im Rithmus der Musik boxen – Du wirst richtig locker
;-)
Entspannung kann so einfach sein – auch ohne Waffen
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/ukraine-krise-sagen-sie-merkel-wir-wollen-eure-panzer-nicht-12902398.html

ruby April 20, 2014 um 12:12

@ all, die denken etwas von morgen zu wissen
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/essay-gefaehrliche-zahlenspiele-seite-all/9530792-all.html
sorry hatte sich ein “n” reingehackt – Schweinpuckel eben …
http://www.youtube.com/watch?v=0COfkFFn-DE

Klaus Jarchow April 20, 2014 um 12:12

@ Systemfrager: Bei einem der erschossenen Mitglieder des Rechten Sektors dort in der Ostukraine soll es sich um Leo Trotzki handeln …

ruby April 20, 2014 um 12:56

@ holger

Es ist nicht sehr, sehr gut so lange zu warten bis die Michelverblödergeneration natürlich verschwindet.

Die haben es verdient, mitzubekommen, wie super doof sie doch sind.
Also, was liegt an, mit den neuen jungen Blödianern besseres zu präsentieren?

Sonst kriegen wir später den Rüffel, nur dummgeschwätzt zu haben statt aktiv zu sein …

Nun denn – - – - -

Systemfrager April 20, 2014 um 13:09

@Jarchow
Was geschah in Slawjansk?
Die verbarikardierten Terroristen, Separatisten und Kommunisten, sind mit ihren Barikaden auf prowestliche, demokratischbessinte, unschuldige und friedliche (bis auf Zähne bewafnete – aber das lassen wir weg) Demonstranten gestoßen. Nun weil die hinter der Barikade so dumm sind, haben sie auf einmal sich gegnseitig umgebracht.
Herr Jarchow kann es jedem, der so dumm ist es nicht zu begreifen, ausführlich erklären, argumentieren und belegen

Systemfrager April 20, 2014 um 13:27

Es wäre an der Zeit, diesen Titel und Kommentareblock zu schließen, zumidnest tue ich es. Mit soz. einem Schlusswort.
Spöttisch schreibt sogar SPON von den Deutschen als Putin-Versteher. Tja.
So persilrein-kopfgewaschen sind die Deutschen, es scheint sogar ein sehr beträchtlicher Teil von ihnen, doch nicht. Das kling gut. Sehr gut. Ich kenne die Deutschen gut. Auch sie sind ganz normale Menschen (was nicht unbedingt ein Kompliment sein muss). Also kein Wunder, dass es auch “Putin-Versteher” gibt. Ein Teil von ihnen versteht eigentlich mehr von der Sache als angeblich den Putin. Worum geht es?
Würde die westliche rrr-Elite* die Macht über die ganze Welt errungen, dann wird sie nichts mehr hindern, auch von eigener Bevölkerung auch den letzten Tropfen von Schweiß und Blut auzupressen. Wer würde sie nämlich dann hindern? Solange es Putin gibt, der auch aus Angst jedes Jahr das Leben der Russen Jahr ein Jahr aus verbessert – so wie Lukaschenko und Chinesen, und auch noch einige “Diktatoren” -, muss auch die westlichen rrr-Eliten das eigene Bevölkerung geweissermaßen schonen.
Das ist eben das, was die Putin-Versteher verstehen oder ahnen – zumindest ein Teil von ihen. Hut ab gen Deutschland.
;-)
_ _ _ _ _ _
rrr – raffgierig, rücksichtslos und räuberisch

ruby April 20, 2014 um 14:22

20.04.2014
14:00Uhr

Augenblick für das Zeitfenster der Ewigkeit
Jetzt ist die friedvolle Zeit für die Welt, am deutschen Wesen genesen zu können.
Wir alle dürfen nach den Untaten unserer Vorfahren zusammen mit unseren Nachkommen Wohltaten vorleben.
Begreift IHR die unglaubliche Chance des Moments?
Keine Lügen
Keine Heimlichkeiten
Klare Verlässlichkeiten
Klare Kommunikationen

ganz einfach zu vertreten …
wer will, soll sich auf Gottes Hilfe berufen und stützen
und wenn Dienstag der Alltag weitergeht wird unsere, eure, deren Welt nicht wie vorher sein …
Wir können uns in alle vier Himmelsrichtungen wenden
Norden, Süden, Osten, Westen
;-)
http://media2.giga.de/2013/11/kompas_kanat_karta.jpg

ruby April 20, 2014 um 18:31

Sonntag, 20. April 2014 11:30 Uhr
Philosoph Brock: Putin hat den Westen mit dessen eigenen Argumenten geschlagen

Putin hat das Verhalten des Westen in der Krim-Krise konterkariert.

Dieser Auffassung ist der Philosoph und Künstler Bazon Brock. Er sagte der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, der russische Präsident entgehe dem Vorwurf, ein Diktator zu sein, indem er sich westlicher Argumente bediene – nämlich demokratische Legitimation, Wiedervereinigung oder Selbstbestimmungsrecht. Das Zynische daran sei, dass der Westen durch Putin erkenne, wie haltlos das eigene Verhalten sei. Putin hätte nicht so vorgehen können, wie er es tat, wenn nicht auch die Europäische Union mit den gleichen Mitteln versucht hätte, die Ukraine – Zitat – “in ihr Bett zu ziehen”, betonte der Philosoph.

aus DRadio

Mensch Bazon …
http://www.bazonbrock.de/werke/detail/?id=3018
Das alles ist doch mal zu diskutieren !!!

holger196967 April 20, 2014 um 18:32

ruby

—>>>Sonst kriegen wir später den Rüffel, nur dummgeschwätzt zu haben statt aktiv zu sein …”

wir bekommen unsere Zeit schon noch

ruby April 20, 2014 um 18:43
"ruby" April 20, 2014 um 20:04

Ein Zeitalter geht zu Ende
http://programm.tagesschau24.de/tv/Tradition-trifft-Zukunft—Die-neue-Tagesschau/2014-04-20/eid_2872112147356887?day=

Während des Studiums wurden wir von einer Kommilitonin in das Tagesschaustudio eingeführt, die Dienst als Nachrichtenassistentin hatte und durften im alten Studio eine Nachttagesschau mitverfolgen. Dabei stand ich neben Jan Hofer, der very cool Smalltalk vor seinem Auftritt hielt.
War alles so klein, eng und direkt…
Geht heute alles in Ruhestand – Death of an analog – history from now on.
Gruß an Maike
;-)

holger196967 April 20, 2014 um 21:27
ruby April 20, 2014 um 21:55
ruby April 20, 2014 um 22:20

Don`t Go
https://www.youtube.com/watch?v=xiaS4PEC4MM
Das kann alles nicht wahr sein – doch
;-)

Balken April 20, 2014 um 22:30

Dank an ruby April 20, 2014 um 10:48 für den Link.

Der Journalist in der “Welt”, der von dieser Episode berichtet, tut es immerhin. Muss es aber offenbar auf eine Weise tun, die eine Distanzierung zeigt, wohlweislich, pflichtschuldigst. Den er möchte ja, das dieser Artikel erscheint. Und dass er auch morgen noch schreiben kann, in der “Welt”. Deshalb ironisiert er den Ort, dendemer sich befindet, und das Geschehnis, die Einlassungen der alten Frau, als “aus der Zeit gefallen”. Die Attitüde des Besser-Westeuropäers darf nicht fehlen. Egal, wieviel Elend gerade in Spanien, Griechenland, name it, zu berichten wäre.
Die Leserkommentare wissen damit umzugehen. Wer oder was also ist nun aus der Zeit gefallen?
Tja, vielleicht ist es doch der Weltherrschaftsanspruch der “einzig verbliebenen Supermacht”, der aus der Zeit gefallen ist: Seine Zeit sit abgelaufen. Wir bekommen eine multipolare Welt.
Europa könnte eines der Zentren sein. Ob Westeuropa (das sich jetzt auf Befehl der USA mit Sanktionen ins eigene Fleisch schneiden soll) ein nibelungentreuer Vasall bleibt, und sich einen eisernen Vorhang vor seine osteuropäischen Nachbarregionen hängen lässt?
Entfernung Kiew -Berlin: 1.202 km
Entfernung Kiew – Ufa (Ural): 1.760 km. Auch das ist Europa.

Balken April 20, 2014 um 22:32

Bitte eine Bearbeitungsfunktion. Ich sehe ärgerliche Tippfehler immer NACH dem Absenden.

Balken April 20, 2014 um 23:13

Luftlinie Kiew – Washington 7.800 km.
Eine neue Spielart der Monroe-Doktrin wäre anzuraten: Bleibt auf eurem eigenen Hinterhof.
Das Interesse der USA an Osteuropa, ausgedrückt u.a. in Milliarden für bunte Revolutionen, nehmen wir als gegeben hin. Es verdiente eigentlich doch ein wenig Verwundern. Statt dessen nehmen wir es als Sebstverständliches, Gegebenes, das keiner Begründung, Erklärung, bedarf. Das Interesse Russlands an der (Südost)ukraine nebenan, das wir unterstellen, hingegen, nehmen wir als Ding der Unmöglichkeit. Ein Nicht-sein-Dürfendes.
Irgerndwie unausgewogen, oder? Irgendwie ist das aber auch ein typisch menschliches Verhalten: Die politischen Machtverhältnisse, in denen man sozialisiert worden ist, erscheinen als die natürlichen, gegebenen. Da kommt noch nicht einmal die Idee auf, dass es da etwas zu begründen, zu hinterfragen geben könnte. Während alles Fremde als seltsam, abwegig, erscheint. Gegen eine solche vormoderne Haltung scheint gerade bei Zeitgenossen, die sich modern wähnen, ihre “Moderne” wenig auszurichten. Das geht soweit, das Schurkenstaaten, wenn sie denn dem eigenen Lager zuzuordnen sind, keine Schurkenstaaten sind.

gelegentlich April 21, 2014 um 09:49

@Balken
„Gegen eine solche vormoderne Haltung scheint gerade bei Zeitgenossen, die sich modern wähnen, ihre “Moderne” wenig auszurichten.“
Wenig ausrichten reicht als Bewertung wohl nicht. Das muss man wohl eher als Glaubwürdigkeitsfiasko dieser Modernisten betrachten. Zerschellt, auf den Begriff gebracht, totalentwertet. Der lausige Entlastungsangriff namens „Putinversteher“ reißt da auch nichts mehr raus.
Dazu äußert sich Paul Schreyer gerade hier:
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41546/1.html

ruby April 21, 2014 um 10:31

Wunderlich hat auch was …ganz eigenes
http://www.youtube.com/watch?v=ccPScZkUvGc
;-)
Niemand wird vergessen!

ruby April 21, 2014 um 12:16

wegen 150 jahren heute
http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/sendungen/glaubenssachen/weber255.html
einiges biographische für systemische
wo kann weber angegriffen werden?

ruby April 21, 2014 um 13:21

Nur nicht enthumorisieren :
http://www.youtube.com/watch?v=mPC0wBy-Pf0
Das wird sogar noch viel guuuter !!!

"ruby" April 21, 2014 um 22:08

So langsam wird es Zeit diese MuppetMonsterShow in den Medien zu beenden:
http://www.handelsblatt.com/images/krisengipfel-ukraine/9786966/2-format27.jpg
Packt eure Geheimdienste ein und zieht Leine – Normalos sollen nur zahlen, zahlen und nochmals zahlen – Scheixxe hoch 3!!!
Echt.

Balken April 21, 2014 um 23:23

… hmm, es geht nicht nur auf dem lateinamerikanischen Monroedoktrinhinterhof, es geht in aller Welt, es geht auch in Europa (es ging in Serbien) – geht es auch in der Ukraine?
Ein ganzes Stück weit ist man ja schon gekommen dort.
- Es ist eine “Übergangsregierung” , aka ungewählte Putschregierung, mit dem von Washington gewünschten Mann an der Spitze, installiert.
- Aus faschistoiden Schlägertruppen ist eine “Nationalgarde”, so eine Art SA, isntalliert.
- Für Spaltung und bürgerkriegsähnliche Unruhen hat die Übergangsrsegierung bereits mtitels antijüdischer und antirussicher Aktivitäten gesorgt.
Der Boden ist bereitet für eine Befriedungsaktion. Pax Amaricana.
Warum soll das nicht auch in der Ukraine gehen? Bloß weil nebenan Russland ist? Aber hallo! Gerade deshalb! Unsere öffentlich-rechtlichen Nachrichten berichten treuherzig, Obama stünde in den USA bereits unter Druck, endlich an- oder sonstwie militärisch einzugreifen. Begründung: In der Nähe der Ukraine stehen in Russland russische Soldaten. Na sowas!

Balken April 21, 2014 um 23:25

Ich sag’ ja, Bearbeitungsfunktion!

Klaus Jarchow April 22, 2014 um 08:32

@ Tscha, Balken, nur sind die ‘Faschisten’ nicht die, von denen du das glaubst.

Eagon April 22, 2014 um 10:01

Hat irgendjemand an die armen Spanier, Griechen, usw von den Journalisten gedacht.

Und die Ursache für den Wirtschaftsimperialismus der Deutschen.

Viele Deutschen haben das Gefühl, dass es so nicht weiter gehen kann.

Mit Willy Brandt wäre das nicht passiert.

Balken April 22, 2014 um 11:12

Russland mit seinen Ideen von einer eurasischen Union, Anstifter einer Shanghai-Gruppe, ist eine echte Bedrohung. Das kann man nicht zulassen. Jeder, der es unternimmt die freiheitlich-demokratische Ordnung, sprich: den Dollarimperialismus, die singuläre Möglichkeit der USA, sich überall Inder Welt in seiner eigenen Währung zu verschulden, in Frage stellt, muss beseitigt werden.

Leselotte April 22, 2014 um 12:24
Andreas Kreuz April 22, 2014 um 13:45

Keine Sorge,
das Gute hat reale Chancen, sich durchzusetzen:

http://www.n-tv.de/politik/Neuer-Wasserwerfer-haelt-Eiern-nicht-stand-article12696546.html

karla April 22, 2014 um 14:52

@Eagon, @Balken

Eagon April 22, 2014 um 10:01

” Hat irgendjemand an die armen Spanier, Griechen, usw von den Journalisten gedacht.”

Keine Sorge Eagon, die werden nach der Europawahl von den Journalisten auch wieder entdeckt werden. So oder so?

” Mit Willy Brandt wäre das nicht passiert.”
Na, immerhin hat die Ostpolitik den Ostblock zwar langsam aber sicher destabilisiert. Man denke an die Kredite an diverse Oststaaten und ihre Auswirkungen auf den RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe.) Allerdings haben die das alles freiwillig mitgemacht. Erpresst wurden die nicht. Oder als Schlußstrich die Auflösung des Warschauer Paktes. Bei uns funktioniert das alles noch wie eh und je.

Balken April 22, 2014 um 11:12

“Jeder, der es unternimmt die freiheitlich-demokratische Ordnung, sprich: den Dollarimperialismus, die singuläre Möglichkeit der USA, sich überall Inder Welt in seiner eigenen Währung zu verschulden, in Frage stellt, muss beseitigt werden.”

Also die EU mit ihrem Euro, ist schon eine ernst zu nehmende Konkurrenz für den Dollar. Nur, was haben die Europäer (stinknomale Griechen, Spanier und deutsche und französische Malocher) davon? Damit wären wir wieder bei Eagons Frage. (Habe diese nur etwas ausgeweitet. Denn es geht ja nicht nur um die Südeuropäer).

holger196967 April 22, 2014 um 18:19

karla

—>>>Also die EU mit ihrem Euro, ist schon eine ernst zu nehmende Konkurrenz für den Dollar.”

:D just kidding ROFL

In Frankfurt Main gibt es so ein “Goethe-Haus”, da ist ein Buch unter einer Glasvitrine auf der richtigen Seite aufgeschlagen. Es geht um Währungen. Aber nicht um den jetzt aufgelegten “Goethe-Bond” in Renminbi :D

Das steht in altdeutscher Schrift geschrieben, und ja, die Alte vom Duden hatte ihre Griffel noch nicht dazwischen, daher schlächte Rechtschreybung wie Währungen funktionieren. Goethe hat es auf zwei Seiten geschafft, Vor und Nachteile zu beschreyben. Dieses Buch haben gewiss die Ostküsten Künstler und Viehhändler ala Marcus Goldman und Lehmann auch gelesen. Weil, ja weil sie eben lesen konnten.

Es verwundert auch nicht, das zu FFM Mayer Amschel Bauer (geb. 1744) und Goethe (geb. 1749) beide zu FFM sich wohl kannten.

Das Verhältnis Dolar (USD) zu Taler (EUR) scheint wohl nicht bewusst.

Das Fed verfügt mit USD und EUR über zwei Währungen, die manche ja auch fehlerhaft als Geld bezeichnen. Genau das hat Goethe beschrieben. Dazu muss man sich nur anschauen, woher die Abgesandten kommen.

Deswegen ist den Machern, und ich bin ja Fan von Goethe, es relativ egal, welche Currency gerade mal hoch und runner geht.

Inner BILD und inner FAZ wird man davon freilich nichts lesen. Es steht aber in einem Buch von Goethe im Goethe-Haus beschrieben. Offen dargelegt unter einer Glasvitrine, exakt die richtige Seite aufgeschlagen. Man müsste halt nur die Schrift lesen können.

"ruby" April 22, 2014 um 18:41

@ holger
mach doch ein foto und stell es als jpg online
;-)
oder die jungs und mädels vonner faz geben mal was zum verlinken
oder das dradio
oder …

holger196967 April 22, 2014 um 18:48

ruby

ich war mit einem Zeugen da und habe es ihm vorgelesen :D Dabei habe ich auch nicht geschummelt. Wenn ich mal wieder da bin, mach ich ein Foto. Stell ich dann bei G+ und Twitter rein. So inert von 14 Tagen sollte das gehen.

NKB April 22, 2014 um 18:48

@fl
“Seit meinen ersten Artikel zur Krise in der Ukraine habe ich einen Ansatz vertreten: deren bündnispolitische Neutralisierung zwischen dem Westen und Russland, weil das Land nur auf dieser Grundlage eine realistische Chance haben kann, nicht im geopolitischen Sog zwischen Russland und dem Westen unterzugehen”. Eine sehr vernünftige Haltung, die ja auch z.B. Kissinger vertritt. Frage: Warum wird diese Lösung nicht angestrebt???

Im vom Westen vorgelegten Assozierungsabkommen ist (laut Krone-Schmalz) im Paragraph 7 von militärischer Zusammenarbeit mit Konvergenz als Ziel die Rede.
Du vertritt’s ja auch die These, dass der Westen so ganz unvorbereitet in diese Auseinandersetzung gerutscht ist. Ist dies angesichts dieser Tatsache wriklich glaubhaft?
Weitere Frage: Wenn eine Neutralität der Ukraine vorliegt, ist dann eine militärische Zusammenarbeit mit der Nato bis hin zur Konvergenz möglich? Wohl kaum.
Wenn also Neutralität der Ukraine, dann fällt die militärische Zusammenarbeit flach – es bleibt die wirtschaftliche und politische . Dagegen hat Russland nichts. Problem gelöst.
Das Dumme ist nur, dass Russland auch vor Herbst 2013 nichts gegen eine neutrale Einbindung der Ukraine in den Westen (EU) hatte. Warum also das Ganze? Es geht um die militärische Komponente, um irgendeine Einbindung der Ukraine in die Nato. Wenn dies durch die Neutralität der Ukraine unmöglich gemacht wird, dann hatte der Zinnober keinen Sinn. Sieg Russlands auf der ganzen Linie.

Kurz gesagt: Deine Hoffnungen in allen Ehren – und ich würde mich sehr freuen, wenn sie realisert würden – aber sie beruhen auf falschen Grundlagen. Der Westen (Nato) will keine neutrale Staaten an der Grenze zu Russland. Insofern sind Deine Hoffnungen Makulatur. Wenns auch schade ist.

"ruby" April 22, 2014 um 20:17

Was geht erst ab, wenn die ganzen guten ausgebildeten Mainstreambeschäftigten merken was für eine Inszenierung sie uns aufsetzen sollen ! Schlechte Zeiten für Bertelsmann und Co.
Biden in der Ukraine, das war doch einfach nur ganz ganz schlechtes MuppetsTheater – no €-Cent for this bad actors !
Bis zu den Wahlen am 25. Mai wird noch jede Menge dekonstruiert werden ;-)
Wir sind ja jetzt im Digitalzeitalter angekommen
http://www.youtube.com/watch?v=rUw6OZSOszs
Militärisch mal wieder an die Neutronenbombentechnologie erinnern, dann wäre nur das fleischliche degenerierte Gedankengut vernichtet . Schluss mit dem oberflächlichen Kriegsgeschwätz für Bekloppte. Hardtalk for Softpears.

Andreas Kreuz April 22, 2014 um 20:40

Weil gerade von ‘Geld’ die Rede war:

http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/140421_Tagesschau.jpg

Ob noch etwas für die Schlaglöcher übrig geblieben ist?

Man kömmt ja vor Lachen über diese Gestalten kaum in den Schlaf! :-)

karla April 22, 2014 um 21:12

holger196967 April 22, 2014 um 18:19

“Das Verhältnis Dolar (USD) zu Taler (EUR) scheint wohl nicht bewusst.”
Kannst du das mal etwas genauer ausführen. So wird mir nichts bewußt.

“Das Fed verfügt mit USD und EUR über zwei Währungen, die manche ja auch fehlerhaft als Geld bezeichnen. Genau das hat Goethe beschrieben. Dazu muss man sich nur anschauen, woher die Abgesandten kommen.”
Wenn es andere Währungen geschafft haben als relatives Weltgeld sich durchzusetzen verfügen Zentralbanken selbstverständlich nicht nur über Dollars. Es kommt darauf an sich als konkurrierendes Weltgeld durchzusetzen, anerkannt zu werden. (In Euro werden derzeit wohl ungefähr 25 % des Welthandels abgerechnet. In DM waren es vor ca. 15 Jahren halb so viel. In Dollar heute ca. 60%).

“Deswegen ist den Machern, und ich bin ja Fan von Goethe, es relativ egal, welche Currency gerade mal hoch und runner geht.”

Momentaufnahmen der “Currency” sind den Machern gleichgültig. Langfristige Entwicklungen nicht.

Um mal wieder auf die Ukraine und das Geld zurückzukommen.
Zitat: US-Vizepräsident Joe Biden sicherte der ukrainischen Führung unter Übergangspräsident Alexander Turtschinow und Regierungschef Arseni Jazenjuk weitere 50 Millionen US-Dollar (gut 36 Millionen Euro) für Reformen zu. Unter anderem soll das Geld der Ex-Sowjetrepublik helfen, unabhängiger von russischen Energielieferungen zu werden.” Nach einem Geschenk hört sich das nicht an.
http://www.deutschlandradiokultur.de/konflikt-usa-pumpen-geld-in-die-ukraine.1895.de.html?dram:article_id=283332

Und, wer wen im Moment in der Ukraine über den Haufen schießt das halten nur ein paar Aufrechte in irgendwelchen blogs für maßgeblich.

wowy April 22, 2014 um 21:38

Zur Berichterstattung über die Kritik an der Berichterstattung:
http://www.bildblog.de/56629/zum-schaemen/

holger196967 April 22, 2014 um 22:34

karla April 22, 2014 um 21:12
holger196967 April 22, 2014 um 18:19

“Das Verhältnis Dolar (USD) zu Taler (EUR) scheint wohl nicht bewusst.”
Kannst du das mal etwas genauer ausführen. So wird mir nichts bewußt.”

karla… die USA sind ein “Europäisches” Einwanderprodukt. Die jetzige USA würde es ohne “Europäer” auch aus dem Osten nicht geben. Dadurch entsteht eine Verbindung.

Das vereinigte Europa findest Du in den USA vor. Deswegen sind USD und EUR seit WK II Verwandte. Erst über die DM dann Eurone und nicht Lira oder Peseta.

Und deswegen, weil Russland viel viel Älter ist als die USA, gibt es immer Spannungen. Die meisten “West-Europäer” haben die USA gebildet. Die wenigsten konnten aus Mitteleuropa (Ukraine) das machen. Osteuropa Russen Katharina die Große hatten ihr eigenes Terrain.

Das Pfund musste abgelöst werden. Kanada und USA.

Goethe hat das System der Währungen beschrieben. Je mehr desto Flexibler die Auf und Abwertung, je weniger das Gegenteil. Deswegen sitzen wir auch in einer Starre. Die nur einen Gewinner kennt. Die Weltleitwährung USD.

Setze USD mit EUR gleich und rechne zusammen. Dann haste das reale Ergebnis.

holger196967 April 22, 2014 um 22:41

Und Karla

guck dir doch die cv der einzelnen mächtigen Akteure an. WOHER kommen die denn? Was ist die Vergangenheit dieser? Das alles spricht Bände.

Die Meisten haben die Wurzeln im Mitteleuropäischen Raum. “Slawen” eben. Und nun die Master-Frage!!! Warum ist Benz nicht nach Amerika gegangen?

ruby April 22, 2014 um 23:33

Weil Mannheimer
-;)

Manfred Peters April 23, 2014 um 00:00

Joe Biden wird zum Brandstifter
Diese Erkenntnis ist nicht von mir, sondern aus einer unverdächtigen Quelle.
Was nicht im Beitrag steht, Biden hat auch „Unterstützung“ der USA für die Präsidentschaftswahlen angedroht. Das ist natürlich ein Euphemismus für die Manipulation der Wahlen im Sinne der USA nach dem zweifach erfolgreichen Wahlfälschungsmodell des G. W. Bush. :-(

aifran April 23, 2014 um 14:05

mit dem Wachstum klappt es nicht mehr so recht (da helfen auch keine Statistikbetrügereien mehr) …. was tun, was tun, was tun – na vielleicht mal ein bisschen Krieg da, ein bisschen Krieg dort und da auch noch …. also für den Anfang sozusagen als Start-up erstmal ein kleiner Putsch in Kiew – und nicht vergessen, die da im Iran müssen uns UNSER Öl auch noch zurückgeben …..
Rollen erstmal Räder für den Sieg klappts auch wieder mit dem Wachstum – (und dem Machterhalt)

Ist Wachstumszwang nicht etwas schöoönes – danke liebes Schuldgeldsystem

holger196967 April 23, 2014 um 17:21

Ruby Karla etwas ausführlicher… ;)

nehmen wir mal an, wir würden vor die Wahl gestellt auswandern zu müssen (nicht innerhalb West-Europas). Warum auch immer. Dann würde ich wetten, dass rund 60% zu Uncle Sam gehen würden 10% nach Väterchen Frost und 30% suchen sich was anderes aus. Zum Beispiel Südamerika und Asien (Thailand Korea China …) Australien kann sich ein jeder mal selber überlegen.

Ich persönlich würde in die USA gehen oder nach Australien. Aber nur dahin, wo es ein mildes Klima gibt :D es wird ja in der jetzigen Zeit über Antiamerikanismus gesabbelt. Ich halte das nach wie vor für lächerlich. Sprachlich sind wir in den Genen immer noch mehr auf „englisch“ eingestellt, als auf „russisch“.

Guck mal: Die Russland-Deutschen die Katharina „einbürgern“ wollte, sind im Osten nie richtig glücklich geworden und viele nach der Revolution wieder abgehauen. Es gibt da so eine bestimmte imaginäre Grenze in der Rübe die bis dato Bestand hat.

http://www.hoeckmann.de/download/phatlas/europa_karte_0900.htm

Dort siehst du, wo der Osten Mental anfängt. :D „Deutschland“ ist historisch gesehen schon immer in Ost und West aufgeteilt. Unabhängig mal von den jetzigen Grenzen. Wir sind zwar jetzt rund 1100 Jahre weiter, aber es gibt so bestimmte Dinge, die man eben per Gesetz nicht so auslöschen kann.

Deswegen ist die Ost-Erweiterung und somit das aufdrücken einer Mentalität, eine Farce Unter Napoleon unter Hitler und unter der EU. Die Masse der Ukrainer werden niemals in den „Westen“ mental assimiliert werden können.

Anders ist das eben in den USA. Die Entstand aus Briten incl. Iren Schotten und West-Deutschen im Größten Anteil. Die wenigsten kamen eben aus den Östlichen Gebieten. Ernsthaft kann man die USA ja so oder so erst seit ca. 130 Jahren nehmen oder spätestens nach Eintritt zu WWI. Das ist in der Geschichte ja nun gar nichts.

Also die Russen als ältere Völkergemeinschaft, haben nun andere Vorstellungen, als die junge West-Europäisch-Afrikanische plus Mechiko USA. Das vergisst man immer in den Betrachtungen. Ost-Europa hat eine viel ältere Geschichte.

Nun sprechen einige von Anti-Amerika… das ist so nicht richtig. Die Geschichte hat gezeigt, dass wenn immer eine Expansion nach Osten geführt worden ist, ging das in die Hose selbst nach Einladung zur Ansiedlung. Auch Europa zu einigen, oder zu unterwerfen, ging immer in die Hose. Rom verschwand, das heilige römische Reich detscher Nation ebenfalls. Das detsche 1000 jährige nach 12 Jahren auch. Es soll eben nicht sein. Warum auch immer.

Von daher ist dieser Konflikt ein Ur-Europäischer Konflikt. Nur, dass es in den USA eben auch ein „West-Europa“ gibt. West gegen Ost ist so alt wie Europa selber. Klimatisch, wirtschaftlich, mental.

Nun sprechen weise Menschen von „Finnlandisierung“ der Ukraine WTF was hat denn Skandinavien damit zu tun? Die können das, Aufgrund der Mentalität. Haben in WKII die Russen mächtig vermöbelt und die Finnische Luftwaffe trug schon 1918 ein blaues Swastika auf weißen Grund. Ist ja nicht so, das alles Adolf erfunden hat. http://de.wikipedia.org/wiki/Luftstreitkr%C3%A4fte_Finnlands

Und nun kommt der West-Popel inklusive MSM und will mal wie ein Hirsch röhren. Vermutlich inner Brunft. Man weiß es ja nicht.

Nee, ich halte mich da lieber an die europäischen Grenzen aus dem Jahre 900. Die beschreiben genau, wo der Westen aufhört, und der Osten anfängt. Ich muss ja nur 30 km weiter Richtung Osten, und schon kringeln sich meine Hufnägel.

Wer auch immer meint, er müsse nach Osten Expandieren, fällt früher oder später eh auf die Schnauze. Ein Mental-Wessi wird im Osten nicht glücklich. Dazu muss man wohl geboren sein.

Guckt euch die Karte von 900 an. Da seht ihr die wirtschaftlich stärksten Regionen. Der Rest muss sich zwangsläufig dem unterordnen. Das, was wir hier haben, fällt nun mal nicht vom Himmel. Es ist in über 1000 Jahren entstanden.

Ich hab da nur eine Meinung zu den West-Europäern (incl.USA) lasst den Osten Osten sein. Hört auf zu Missionieren. Und „verteidigt“ nicht Grenzen, die nicht zu eurer Mentalität gehören. Das Beste wäre gewesen, die Ex-Sovjet Staaten incl. DDR sowie Baltikum hätten sich zu einem Wirtschaftsverbund geeinigt mit eigener Währung. West-Mittel-Ost.

Eines dürfte aber wohl klar sein, Russland bleibt Russland incl. Krim. Egal wie viel Säbel gerasselt werden. Ob das den West-Europäern nun passt oder nicht.

Und ich bleibe auch dabei, die Deutsche „Wiedervereinigung“ war ein Fehler, ist aber auf westlichen Druck hin geschehen, und Gorbi brauchte USD. Auch das wird wohl wieder einen Sinn haben.

Jedenfalls ist die NATO am Ende. Der Peak schon lange überschritten. Die jetzige EU wird kollabieren müssen. Sie ist ein Experiment des Größenwahns, was immer zum Scheitern verurteilt ist. Das ist immer das Problem, wenn man sich nicht auf seine Kernkompetenz beschränkt.

Das betrifft auch die EU selbst. Es heißt Anti-Europäisch, Anti-Amerikanisch. Ich denke eher, dass das Personen sind, die den Größenwahn nicht für gut heißen. Das sind dann logischer Weise ja auch Nationale. Deswegen war ja für mich Adolf auch nicht ein Nationaler-Sozialist sondern ein Internationaler-Sozialist. Der Internationale-Sozialist leidet immer an Größenwahn. Muss immer andere unter das Joch zerren.

Nationale Sozialisten können nur die sein, die sich auf ein eingeschränktes Gebiet beschränken. Alle anderen, die die Welt erobern (sorry befreien) wollen, sind Internationale-Sozialisten.

Deswegen wäre es der USA zu raten, wieder zu wirklicher Nationalität zurück zu kehren. Back to the Roots. Wenn die das machen würden, sich wirklich auf die USA zu konzentrieren, dann wäre es wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Das Vakuum was dann militärisch entstehen würde, müssten dann andere auffüllen. Wenn sie denn dazu in der Lage wären.

Schatten April 23, 2014 um 18:28

@Holger

Mensch, Du machst da ja ganz schön viele Fässer auf! Weiß ich nicht!

Nur eines: Hast Du schon einmal von der Korngrenze gehört? Die stimmt so ziemlich mit Deiner Karte überein und beschreibt folgendes: Westlich und südlich der Korngrenze wird der Alkohol vornehmlich schwach-alkoholisch, also mittels Bier, Wein, Äppelwoi, Cidre usw. konsumiert; östlich und nördlich eben mit Hochprozentigem.

Ist also soetwas wie der Weißwurstäquator für Alkohol. Leider finde ich auf die Schnelle nix im Internet.

Grunz April 23, 2014 um 19:17

@holger

Dann würde ich wetten, dass rund 60% zu Uncle Sam gehen würden 10% nach Väterchen Frost und 30% suchen sich was anderes aus. Zum Beispiel Südamerika und Asien (Thailand Korea China …) Australien kann sich ein jeder mal selber überlegen.

Tss,tss, so kann man sich irren:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157450/umfrage/hauptziellaender-der-auswanderer-aus-deutschland-2009/

holger196967 April 23, 2014 um 20:05

Schatten

—>>>Nur eines: Hast Du schon einmal von der Korngrenze gehört?”

Yep, bin ja Alkoholiker :D Heute ist Tag des Bieres! Hängt mit dem Grain (Gerstenkorn) (Malt Whiskey) ältester Währung der Welt, zusammen. Guck mal unter Geschichte des Bieres nach. Da wirste bestimmt fündig. Selbst auf n-tv als Doku.

ruby April 24, 2014 um 00:06

@ holger
kumpel war in mannheim-sandhofe von wo zwangsarbeiter nach benz im waldhof geschickt wurden
http://media.daimler.com/dcmedia/0-921-614822-49-1079835-1-0-0-1080202-0-1-11702-614318-0-1-0-0-0-0-0.html?TS=1398290171794
können ja mal ein eichbaumbier im arbeiterviertel dort trinken gehen, nach einem spiel des svw07
“Im Jahre 1921 kam es zu einer Affäre um den Jungnationalspieler Sepp Herberger. Herberger hatte das Interesse der Mannheimer Konkurrenz geweckt und bereits 10.000 Reichsmark für einen Wechsel zu Phönix Mannheim erhalten, als er sich für den als bürgerlich angesehenen Rivalen VfR Mannheim entschied. Dieser hatte ihm für einen Wechsel mietfreies Wohnen und eine Stelle bei der Dresdner Bank angeboten. Dadurch zog Herberger sowohl den Unmut der Waldhöfer auf sich, die ihn als „Verräter“ beschimpften, als auch eine Sperre durch den Süddeutschen Fußball-Verband wegen Verstößen gegen den Amateurparagraphen. Nachdem er das Geld zurückgezahlt hatte wurde die Sperre aufgehoben und Herberger Spieler des VfR. 1923 wurde dem SVW ein Platz im Wäldchen an den Schießständen von der Stadt zur Verfügung gestellt, wo der Verein seither seine Heimat hat. Bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte der SVW sich noch einige Male für die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft qualifizieren, allerdings keinen Meistertitel gewinnen.”
;-)
der hammer
http://www.1000getraenke.de/biertest/eichbaum-rotes-raeuberbier,697.html

karla April 24, 2014 um 15:36

holger196967 April 22, 2014 um 22:34

karla April 22, 2014 um 21:12
holger196967 April 22, 2014 um 18:19

” “Das Verhältnis Dolar (USD) zu Taler (EUR) scheint wohl nicht bewusst.”
Kannst du das mal etwas genauer ausführen. So wird mir nichts bewußt.”

karla… die USA sind ein “Europäisches” Einwanderprodukt. Die jetzige USA würde es ohne “Europäer” auch aus dem Osten nicht geben. Dadurch entsteht eine Verbindung.

Das vereinigte Europa findest Du in den USA vor. Deswegen sind USD und EUR seit WK II Verwandte. Erst über die DM dann Eurone und nicht Lira oder Peseta.””

Du beschreibst eine geschichtliche Entwicklung. Was soll das aber mit den heutigen Gründen der KONKURRENZ des Euro zum Dollar als als WELTGELD zu tun haben? Das neue Konkurrenzweltgeld ist ja erst 12 Jahre alt.

Comments on this entry are closed.

{ 2 trackbacks }

Previous post:

Next post: