Oligarchen wie Rinat Achmetow

by f.luebberding on 20. Mai 2014

Aus Büchern machte er sich nichts, so lesen wir; die Genüsse des Lebens verschmähte er. Seine einzige Leidenschaft war Geld. Er war geldgierig, unternehmend, roh und herrschsüchtig. Von den wirklichen Einzelheiten seiner Jugend ist wenig bekannt, außer dem, was von Schriftstellern, die ihn verherrlichen, geschrieben wurde. Zudem ist noch von der “rücksichtslosen Vernichtung der Konkurrenten” und “Beamtenbestechung” die Rede. Seine “erste Million war in der Hauptsache das Ergebnis von Erpressung, Betrug und Diebstahl”. Sicher denkt bei dieser Beschreibung heute jeder an Rinat Achmetow, der in der Ukraine gerade den politischen Prozeß zur Lösung der Krise in Gang setzt. Aber es handelt sich nicht um den Oligarchen Achmetow, sondern um die Lebensbeschreibung eines der frühen Helden des amerikanischen Kapitalismus: Cornelius Vanderbilt. Von Achmetow ist auch nicht bekannt geworden, er könnte die “Genüsse des Lebens” verschmähen. Das ökonomische und politische System der Ukraine ist durchaus mit dem der USA vergleichbar, aber dem im 19. Jahrhundert. Der Biograph Vanderbilts, Gustavus Myers, schrieb sein Buch 1916.

Achmetows Reichtum ist noch nicht alt genug, damit die kriminellen Umstände ihres Entstehens wie bei Vanderbilt vergessen sein könnten. Aber in seiner Person, und das gilt für alle Oligarchen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, wird das Problem deutlich, das dort der Transformationsprozeß vom Staatskapitalismus zum Kapitalismus hinterlassen hat. Zwischen den  Oligarchen und ihren amerikanischen Vorgängern gibt es zwar in der Skrupellosigkeit keine Unterschiede, aber in ihrer Funktion in kapitalistischen Ökonomien. Letztere haben zweifellos wie Vanderbilt, oder der Stahlbaron Andrew Carnegie und der Ölmagnat John D. Rockefeller, ihren Beitrag zur Entwicklung der USA als führende Industrienation des ausgehenden 19. Jahrhunderts geleistet. Die Achmetows und die anderen Oligarchen haben dagegen das nach dem Zusammenbruch herrenlos gewordene Volksvermögen usurpiert, ohne einen signifikanten Beitrag zur Produktivitätssteigerung zu leisten. Es sind somit Unternehmer ohne Unternehmerfunktion, was man bekanntlich Eric Schmidt von Google nicht vorwerfen kann. Die Sicherung der erst kürzlich gewonnenen Machtposition ist das erste Ziel ihrer Aktivitäten.

Nun hat sich Achmetow scheinbar entschlossen, seine Schaukelpolitik zwischen der provisorischen Regierung in Kiew, dem Kreml und den Separatisten in der Ostukraine aufzugeben. Letztere mussten schon das Scheitern ihres sogenannten Referendums verdauen, das in Moskau mit höflichen Worten ignoriert worden ist. Sie schmoren seitdem im eigenen Saft und haben ihre Funktion erfüllt, um rechtzeitig abserviert zu werden. Nämlich der Regierung in Kiew vor den Präsidentenwahlen am kommenden Sonntag ihre Grenzen aufzuzeigen. Achmetow schickt jetzt seine Arbeiter auf die Straße, nachdem er seinen Abgeordneten im Parlament in Kiew früher schon das provisorische Einsetzen der Regierung gestattet hatte. In bewegenden Worten wendet er sich laut FAZ an die lieben Mitbürger. Schade eigentlich, dass es von Vanderbilt keine putzigen You-Tube Videos gibt:

„Mit Maschinenpistolen durch die Städte des Donbass zu laufen – sollen so die Rechte der Donezker vor der Zentralregierung gewahrt werden? In den Städten marodieren und friedliche Bürger verschleppen – ist das ein Kampf für das Wohlergehen unserer Region?“ … . Nein! Das ist ein Kampf gegen die Einwohner unserer Region. Das ist ein Kampf gegen den Donbass. Das ist Völkermord am Donbass.“ Die Menschen seien es leid in Angst zu leben, in den Städten herrschten „Banditen und Marodeure“, sagte Achmetow, der als einer der reichsten Unternehmer der früheren Sowjetrepublik gilt und zu einem Warnstreik in dem Gebiet aufrief.”

Nun könnte man zwar bei “Bandit” auch an andere Akteure als an die Komiker neugegründeter Volksrepubliken denken, aber solche Assoziationen wollte Achmetow sicherlich nicht auslösen. Originell ist er dafür zweifellos. Vom Vorwurf des “Völkermordes” war in dieser Krise noch nicht die Rede gewesen. Aber immerhin: Es ist kaum anzunehmen, dass der Oligarch auf eigene Rechnung handelt. Schließlich hat Achmetow kein Interesse daran, es sich mit mit wichtigen Akteuren zu verscherzen. Ob nun mit dem Kreml oder dem Westen. Ob das auch für die Regierung in Kiew gilt, ist allerdings nicht so ausgemacht. Dafür müsste er den Stellvertreter von Julia Timoschenko im Amt des Ministerpräsidenten für relevant halten.

Der wahrscheinliche Sieger der Präsidentenwahlen in der Ukraine, selber ein Oligarch aus der Süßwarenbranche, bekommt so das Haus besenrein übergeben. Die Oligarchen werden den Umsturz in Kiew in gleicher Weise okkupieren, wie sie es schon 2004 gemacht haben. Unter den heutigen Bedingungen ist wohl auch kein anderer Kompromiss möglich, der den endgültigen Kollaps der Ukraine als Territorialstaat und damit einen Bürgerkrieg verhindern könnte. Das ist zwar Zynismus, aber immerhin orientieren sich die Oligarchen an der Besitzstandswahrung. Es könnte der letzte Rest Rationalität sein, der in der Ukraine noch zu finden ist. Bis nach Finnland ist es noch ein weiter Weg. Die kamen übrigens ohne Oligarchen aus.

Allerdings fragt man sich nach den Ereignissen der vergangenen Monate schon, wer eigentlich auf die Idee gekommen ist, die Ukraine möglichst schnell in die EU oder die NATO aufzunehmen. Cornelius Vanderbilt war es nicht.

{ 92 comments }

Stefan Sasse Mai 20, 2014 um 19:44

Interessante Sicht.

Ich schlage dir übrigens eine Herausforderung vor: einen Artikel schreiben, ohne am Ende einen Satz mit der “übrigens”-Konstruktion zu schreiben :)

Schatten Mai 20, 2014 um 19:46

Vanderbilt hat gebaut – so groß, dass man es aus dem Weltall sehen kann – heute noch!

Der ehemalige Hütchenspieler Achmetov ist nur ein Geier.

Aber dass er sich politisch positioniert, gibt Anlass zur Hoffnung. Putin räumt mit dergleichen Gelichter bekanntermaßen auf.

Aber warten wir auf die Pleite der Ukraine.

———————————————–

Mal anders: Griechenland soll/will jetzt in fünfzig Jahren seine Schulden zurückzahlen. Wer heute in Griechenland ins Erwerbsleben eintritt – wenn überhaupt, wird während dessen Dauer seinen “zinsknechtschaftlichen” (Hytler) Bankensoli zu leisten haben – das ist der Plan.

Dass dies nicht geht und schuldvernichtende Jubeljahre alle sieben, so sagen die einen, alle 49 Jahre, so sagen die anderen, vorgesehen sind, stört niemanden.

Wann wird Griechenlands also aus dieser unsäglichen Knechtschaft entlassen? Wenn die Goldene Morgendämmerung stärkste Partei wird und die Commies zweitstärkste – und dann also nur noch ein Militärputsch Griechenland ‘retten’ kann?

Fragen über Fragen!

————————————————–

Und nun soll die Ukraine auch gleich in die Knechtschaft abgeführt werden!

Es wird nicht gutgehen!

f.luebberding f.luebberding Mai 20, 2014 um 20:02

Stefan Sasse

Das übrigens habe ich mir übrigens patentieren lassen … .

Andreas Kreuz Mai 20, 2014 um 20:21

siehe Antwort Küppersbusch hier (Zitat):

http://www.taz.de/Die-Woche/!138721/

Wie gehen Sie mit Schulden um? Wünschen Sie sich nicht auch manchmal einen Schnitt?

Wir durften es ja einmal ohne Schnitt ausprobieren, da folgte Hitler; und einmal mit, da folgte Wirtschaftswunder.

NKB Mai 20, 2014 um 20:28

Es ist schon richtig: die Ukraine wird dem Westen übergeben.
Die Frage ist eigentlich nur: zu welchen politischen Bedingungen?

Wenn man sich umsieht – Nordafrika; die Ukraine; Venezuela kippt gerade, obwohl Südamerika noch undurchsichtig bleibt – kann man nicht umhin festzustellen, dass die Amerikaner erfolgreiche Politik betreiben. “So macht man das!” bin ich fast geneigt, den Töpeln in Brüssel zuzurufen. Unsere Freunde in Übersee werden es wohl denken. Eine Lehrstunde von Großmachtpolitik im 21. Jahrhundert.

Dipfele Mai 20, 2014 um 20:39

@fl

>Allerdings fragt man sich nach den Ereignissen der vergangenen Monate schon, wer eigentlich auf die Idee gekommen ist, die Ukraine möglichst schnell in die EU oder die NATO aufzunehmen. Cornelius Vanderbilt war es nicht.

Vielleicht steht hier die Antwort:
http://www.claritypress.com/LendmanIII.html

Verlinkt von Paul Craig Roberts
http://www.paulcraigroberts.org/2014/05/19/militarist-bunkum-paul-craig-roberts/

Schatten Mai 20, 2014 um 21:10

@NKB

Ich frage mich immer, wovon solche Länder wie Marokko leben. Die einzige Antwort: Davon, dass sich der migrantische Musel-Europäer noch was abspart.

Warten wir auf nächsten Sonntag!

BB Mai 20, 2014 um 21:48

Solange die Keynesianer der Arbeiterklasse immer wieder in den Rücken fallen …..:

http://www.nakedcapitalism.com/2014/05/philip-pilkington-thomas-piketty-wrong-inflation-interest-rates.html

….., ist es völlig egal, ob Schuldenschnitt oder nicht.

Ich sag ja immer: Der bester Freund des Banksters in der Not ist der Keynesianer.

Negative Zinsen sind längst beschlossen. Sie wissen nur noch nicht, wie sie uns das verkaufen sollen. Ganz schwieriger Job für die Spin-Doctors.

Aber genau zu dem Zweck, genau für diese Situation, haben die Bankster die Keynesianer erfunden. Die werden uns schon mit genügend Opium für’s gläubige Volk versorgen. Und wehe den Abweichlern von der reinen Lehre (s. Artikel).

Ob Oligarschies die Ukraine regieren oder nicht, das System ist am Ende. Die Frage ist nur noch, ob die Panik Party auf der Titanic für Bankster und Kollaborateure noch 3, 10 oder 50 Jahre weitergeht.

f.luebberding f.luebberding Mai 20, 2014 um 22:41
rundertischdgf Mai 20, 2014 um 23:09

Von diesen Typen gibt es weniger bekannte, wohl aber ähnlich skrupelos, vor allen auch in der Westukraine.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/02/28/eu-besser-der-deutsche-steuerzahler-soll-milliarden-zur-rettung-der-ukraine-berappen/

Folkher Braun Mai 20, 2014 um 23:23

Typischer Artikel für einen sozialdemokratischen Germanski, der nur großartige Großindustrielle kennt. Obwohl es bei den meisten von denen keine Arbeitsdirektoren für Sozialdemokraten gegeben hat. Vielleicht erforscht FL mal die Geschäfte von
- Cyrus Hall Mc Cormick,
- John Deere,
- Clessie Cummins,
- Best und Holt (Caterpillar),
- Familie Böing aus Westfalen,
- Daniel Sechler (Trailmobile),
- Julius Heil, Heil Tankers,
- George Westinghouse,
- Frederic Jones (Thermo King),
um festzustellen, dass die Veranstaltungen der Öl- und Eisenbahnbarone für die US-Ökonomie seinerzeit relativ marginal waren. Die hatten einen blühenden Maschinenbau, teilweise bis heute noch. Und als erste Erklärung bekommt der Kunde heute, das Geschäft sei immer noch “family owned in x.th generation.” Der Niedergang der US-Ökonomie begann, als jede Provinzbank solche Unternehmen an die Börse bringen wollte und die “quarterly earnings” entscheidend wurden für den Fortbestand des Unternehmens.

aifran Mai 21, 2014 um 09:00

… nein meine Gewinne geb ich nicht, Ich Klage sie einfach ein … Nutzmenschenhaltung muss sich schliesslich auch lohnen ….sagen die Oligarchen und die Konzerne

Eine sehr kluge Studie von Ulrike Herrmann über das Freihandelsabkommen TTIP

http://www.misik.at/sonstige/eine-sehr-kluge-studie-von-ulrike-herrmann-uber-das-freihandelsabkommen-ttip.php?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+misik+%28www.misik.at%29

Eric B. Mai 21, 2014 um 09:13

Die Ukraine soll wählen, heißt es in Berlin und Brüssel. Aber vorher haben Merkel und Steinmeier mit allen Oligarchen gemauschelt, die dann nicht nur zur Wahl stehen, sondern zugleich auch für Sicherheit und Ordnung im Land sorgen sollen. Das sind Verhältnisse nicht wie im 19., sondern wie im 15. Jahrhundert. Von einer demokratischen Wahl kann unter diesen Umständen, die durch russische Drohgebärden erschwert werden, keine Rede sein. Die Ukraine wird nur zu einer lupenreinen Oligarchie – mit massiver westlicher Hilfe. War es das, was der Maidan wollte? http://lostineu.eu/oligarchen-wahl-ii/

Bogus Mai 21, 2014 um 09:22

Eric B.

Der Steinmeier? Mit Oligarchen gemauschelt? Nee, das glaub’ ich nicht. Wenn der in der Position wäre, irgendwas zu mauscheln, dann wäre ihm eine Blamage wie die vom 22. Februar nicht passiert.

Das Mauscheln besorgen Andere. Fuck the EU.

Frankie (formerly known as Bernankie) Mai 21, 2014 um 09:23

@Folkher Braun

“Der Niedergang der US-Ökonomie begann, als jede Provinzbank solche Unternehmen an die Börse bringen wollte und die “quarterly earnings” entscheidend wurden für den Fortbestand des Unternehmens.”

Welcher Niedergang?

Systemfrager Mai 21, 2014 um 09:46

Die Ukraine soll wählen, heißt es in Berlin und Brüssel.
Ja, die hat schon Janukowitsch gewählt, ich galube sogar 4 Mal, weil der Westen unzufrieden war, obwohl das gegen die ukrainische Verfassung war.
Weil die Ukrainer damals nicht richtig gewählt haben, hat man ihnen Soldner, Faschisten, Banditen, Cowboys und andere Halabschneider geschickt, Janukowisch wegzuputschen
Auch jetzt wird es so sein:
A: Wird einer ausgewählt, der dem Westen A+ leckt, war das eine vorbildliche demokratische Wahl
B: Sonst war es nur eine Wahlfälschung, die Putin persönlich sabotiert hat, die man so lange wiederholen muss, bis man das Ergebnis A bekommt
Tja, das sind die sogenannte
WESTLICHE WERTE

Systemfrager Mai 21, 2014 um 10:21

Noch was zu den sogenannten
WESTLICHEN WERTEN
wie etwa der freie Journalismus
Russlands Oberhaus fordert von Kiew Freilassung russischer Journalisten
http://de.ria.ru/politics/20140521/268544346.html
Für den Westen ist das egal
Ist der Ruf erst ruiniert lebt es sich ganz ungeniert

Systemfrager Mai 21, 2014 um 10:32

Oligarch Rinat Achmetow hat sich an die Spitze des Widerstands gegen die Separatisten im Donezk-Becken gesetzt: Im Osten der Ukraine beteiligten sich Zehntausende an einer Protestaktion, zu der der Milliardär aufgerufen hatte.

Tja, der westliceh Qualitätsjournalismus. Der Oligarch würde alleine die “Separatisten” zum Teufel jagen. Bravo Herr Oligarch!

Die Wahrheit ist aber:

Reakcia „národa“, v mene ktorého oligarcha hovoril, však bola rozpa?itá. Napríklad do nieko?kotisícového športového stánku Donbas Aréna prišlo pod?a ukrajinských médií približne 400 mladých ?lenov klubu Šachtar a na záberoch portálu Hromadske TV bolo vidie?, ako sa presne na poludnie zišli na viacerých pracoviskách desiatky robotníkov, aby podporili svojho chlebodarcu.

http://spravy.pravda.sk/svet/clanok/318325-ukrajinsky-oligarcha-achmetov-vylozil-karty-kope-za-seba/
Google kann übersetzen. Also in Donbas-Arena etwa 400, auf einigen Arbeitsstellen haben sich einige Dutzent seine Tagelöhner versammelt
Tja, der westliche Qualitätsjournalismus

Balken Mai 21, 2014 um 14:34

@ Systemfrager
Danke! Sehr erhellend! Ich hatte mich schon gestern darüber amüsiert , dass unsere freien Medien ™ einen Aufruf (!) zu oppositionellen Demonstrationen verbreiten. Das haben sie in den Maidantagen emsig getan. Nach dem Putsch war dann jede Opposition “Prorussischer Mob” oder dergleichen. Nun, da es um Opposition gegen die Opposition (in der Ostukraine) geht, erzählen unsere Medien also wieder, wer aufgerufen habe, sich wie wann wo zu versammeln. Köstlich.
Dass dabei jetzt ein Oligarch für unsere Qualitätsmedien auch mal zur Lichtgestalt werden kann, ist besonders hübsch. Man macht sich kaum noch die Mühe zur Schönfärberei, nicht mehr die Mühe, zu verstecken, wie wenig demokratisch solche Art Demokratie dort und anderswo ist. Es schimmert die Webart durch : Oligarchen kaufen sich Abgeordnete, gründen ihre eigene Partei, schicken ihre abhängig Tätigen ihrer Firmenkonglomerate zur Demo, auch mal zum “Streik”. Unsere Medien finden nichts dabei, solange es sich um einen Oligarchen mit der richtigen politischen Einstellung handelt? Ja, warum sollten sie etwas dabei finden. Es ist im Westen, im Mutterland der westlichen Demokratie zumal, nicht anders. Was ist eine Wahl in den USA anderes als eine spätrömische Akklamation eines Cäsaren, der die durchschlagkräftigsten Legionen befehligt und die beste Wahlkasse hat? Demokratie im Übergang zur Plutokratie? Einziger Unterschied: In Osteuropa befindet sich der Kapitalismus in einer nachholenden Phase der ursprünglichen Akkumulation. Das wirkt roh, das hat der Westen längst hinter sich. Im Westen heißen die Ochlogarchen längst vornehm Investoren und jene aus vergangenen Zeiten werden längst nur noch als Mäzene in der öffentlichen Erinnerung gepflegt, und Hallen und Museen heißen nach ihnen. Soweit sind halt die osteuropäischen noch nicht. Das kommt schon noch. In der Erinnerung sind das dann irgendwann auch edle Gründer. Kommt darauf an, wer sich durchsetzt und die Siegergeschichte schreibt. Und da liegt das Problem. Prognosen sind schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Ist man, so als Oligarch, auf der Seite der Sieger, wenn man auf der Seite der USA ist? Nichts genaues weiß man nicht. Eines weiß man aber genau, die USA haben es gerade eben und allzuoft vorgeführt: man wird sehr schnell abgestraft, wenn man in Ungnade fällt, Oligarch hin oder her. Kontensperrung ist das mindeste. Wenn nicht gleich das Weiterleben gesperrt wird.
Darum: Der Westen soll sich seiner neuen Oligarchenfreunde nicht so sicher sein. Die können prima auf zwei Schultern tragen. Und was macht Obama, wenn sie ihm einen Brief schreiben? http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/73/Repin_Cossacks.jpg

Insider Mai 21, 2014 um 15:08

Wie in vielen anderen Staaten des zusammengebrochenen Ostblocks hat sich auch in der Ukraine eine Form von Verbrecherherrschaft etabliert. Eine Diktatur von Oligarchen, ein Staat ohne Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Die Frage ist, was die USA und die EU mit einer Integration dieser Ukraine beabsichtigen?

Das fragt auch Frank Lübberding:
Allerdings fragt man sich nach den Ereignissen der vergangenen Monate schon, wer eigentlich auf die Idee gekommen ist, die Ukraine möglichst schnell in die EU oder die NATO aufzunehmen.

Offensichtlich ist, dass die Ukraine ins US-imperialistische, NATO- und EU-System integriert werden soll und ihre „Blockfreiheit“ verliert.

Dadurch wird sie zu einer Art „Bananenrepublik“ und gerät in neo-koloniale Abhängigkeit und Ausbeutung. Zu erwarten sind „afrikanische“ bzw. „griechische Verhältnisse“.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Kernländer der EU, wie z. B. Deutschland, auch bei sich diese Strukturen „importiert“ haben:
Eine gespaltene Gesellschaft mit kleiner Schicht von Reichen und Super-Reichen, ein schmaler werdender Mittelstand, eine breite Lohnarbeiterschicht mit Niedriglöhnen und ein zunehmender Anteil von Exkludierten, die in Armut und Elend leben.

The american way of life.

Um diese Zusammenhänge zu verstehen, bedarf es allerdings eines tiefergehenden politökonomischen Verständnisses.

Insider Mai 21, 2014 um 15:48

@Balken Mai 21, 2014 um 14:34
In Osteuropa befindet sich der Kapitalismus in einer nachholenden Phase der ursprünglichen Akkumulation. Das wirkt roh, das hat der Westen längst hinter sich. Im Westen heißen die Ochlogarchen längst vornehm Investoren und jene aus vergangenen Zeiten werden längst nur noch als Mäzene in der öffentlichen Erinnerung gepflegt, und Hallen und Museen heißen nach ihnen. Soweit sind halt die osteuropäischen noch nicht. Das kommt schon noch. In der Erinnerung sind das dann irgendwann auch edle Gründer.

Die These, dass sich in Osteuropa „der Kapitalismus in einer nachholenden Phase der ursprünglichen Akkumulation“ befindet, halte ich für eine Fehleinschätzung.

„Ursprüngliche Akkunmulation“ bedeutete die Enteignung und Zerstörung der Lebensgrundlagen der sich subsistenzökonomisch reproduzierenden Bevölkerung, um sie dann als eigentumslose und rechtlose Lohnarbeiter in die Fabriken und industrialisierte Landwirtschaft zu treiben, um dort ihre Arbeitskraft profitabel zu verwerten.

Aber heutzutage wird die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft immer geringer, weil diese durch Maschinen ersetzt wird. Immer größer wird daher das Heer der nicht profitabel verwertbaren Arbeitskräfte, die Zahl der arbeitslosen und damit aus kapitalistischer Sicht überflüssigen Menschen nimmt ständig zu.

In Osteuropa wird nichts akkumuliert werden, weil dort nichts investiert werden wird. Man wird das Land ausplündern, vorhandene Bodenschätze etc. ausbeuten, billige landwirtschaftliche Produkte aufkaufen.

Hochqualifizierte Arbeitskräfte, wie z.B. Ärzte, werden emigrieren, ein anderer Teil wird als Billigarbeitskräfte (Schlachthöfe, Erntearbeiter, Pflegekräfte etc.) im Ausland arbeiten, manche werden sich in ihrer Not prostituieren oder ihr Glück als Kriminelle versuchen. Etc.

Alles, wie bereits bekannt.

Industrielle Akkumulation?

Never ever.

BB Mai 21, 2014 um 16:27

Ich schätze mal, dass Caren Mioska die Tagesthemen bald mit Hefezopf-Frisur moderiert.

Gestern: “……Endlich können die Pro-ukrainischen Bürger in der Ost-Ukraine wieder ihre Meinung sagen ….”

Ja klar! Der Oligarsch Achmetov befiehlt, seine Mitarbeiter stehen stramm.

Keynesianer Mai 21, 2014 um 17:05

@BB

Ich weiß ja aus Erfahrung, dass es viel verlangt ist, wenn alle Massenmedien den großen Denker und Revolutionär Thomas Piketty anpreisen, sich nicht sofort dem Mäh Mäh der Schafsherde anzuschließen.

Aber Piketty ist ein Neoklassiker und wird nicht umsonst von unseren neoliberalen Propagandaschleudern hochgelobt. Der ist ein faules Ei, wie einst der Schwager des preußischen Innenministers.

Aber das ist ja so schwer zu verstehen, wenn man in das Mäh Mäh der Schafsherde instinktiv einstimmen möchte.

Jeder echte Keynesianer lehnt Piketty ab.

BB Mai 21, 2014 um 17:22

*kecker, lach*

hab ich wieder ‘nen Keynesianer aus seinem Bau gelockt :-)

@Keynesianer

Merkst du nicht, wie Elfenbeinturmartig deine Argumentation ist, wenn du sagst: “Jeder echte Keynesianer lehnt Piketty ab”?

Solange die Neoklassiker an ihrer “reinen” Lehre hängen und die “Keynesianer” auch, gibt’s halt keinen Fortschritt in der Ökonomie, denn Fortschritt heißt immer “Synthese”, übrigens nie: “Kompromiss”. Kompromiss ist Merkeliberallala und oberfaule Postmoderne.

Übrigens sind die Neoklassiker – und zwar die mit den negativen Zinsen gerade -, die lupenreinsten Keynesianismus überhaupt, weil deren Politik auch keine “Synthese” sondern nur “fauler Kompromiss” ist, weil: die haben jetzt alle Parameter der Welt-Ökonomie endgültig in die Fritten in den Stock-State gefahren. Die werden werden wir ohne Kollaps nie wieder rauskommen.

Sage ich, BB, als Weltökonom.

Im übrigen haben

Carlos Manoso Mai 21, 2014 um 17:43

@ Keynesianer Mai 21, 2014 um 17:05
Der ist ein faules Ei, wie einst der Schwager des preußischen Innenministers.
Aber das ist ja so schwer zu verstehen, wenn man in das Mäh Mäh der Schafsherde instinktiv einstimmen möchte.
Jeder echte Keynesianer lehnt Piketty ab.

Keynesianer, da für den „echten Keynesianer“ so was wie „Kapitalismus“, so der „Schwager des preußischen Innenministers“, ein potentiell widerspruchsfreier Naturzustand ist, müssen für den „echten Keynesianer“ innerhalb seiner ganz persönlichen Krisenideologie immer weiter eskalierende Widersprüche zwangsläufig auf das bösartige Treiben irgendeiner Horde von ganz bösen Menschen zurückgeführt werden. Die Horde von bösen Menschen, sind im Hirn eines „echten Keynesianers“ immer dem „Schwager des preußischen Innenministers“ entsprungen.

Wenn Krisenursachen „personifiziert werden, geht das fast immer einher damit, dass der „Kapitalismus“ ideologisch zwangshaft zum widerspruchsfreien Naturzustand verklärt werden soll. „Störungen“ des dergestalt idealisierten “Kapitalismus” haben in fixierten Weltbildern allenfalls mit falscher „Geldpolitik“ zu tun .

Der Versuch, mit dem Ausschluß der Opfer der Krise zugleich auch die Krise selbst – quasi schwarzmagisch – auszuschließen und sich dergestalt gegen so die Krise quasi zu „immunisieren“, bildet die tiefere Ursache des Wiedererstarkens von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus nicht nur in Deutschland.

Carlos Manoso Mai 21, 2014 um 17:51

@Insider Mai 21, 2014 um 15:48
„Die These, dass sich in Osteuropa „der Kapitalismus in einer nachholenden Phase der ursprünglichen Akkumulation“ befindet, halte ich für eine Fehleinschätzung.“

Insider, die These, dass „der Kapitalismus in einer nachholenden Phase der ursprünglichen Akkumulation“ befindet, träfe vermutlich für die 1930er Jahre des brutalsten Stalinismus in der UdSSR zu (v.a. in der Ukraine, wo es lokal in den 1920/30er Jahren sogar zu Kannibalismus gekommen sein soll).

„In Osteuropa wird nichts akkumuliert werden, weil dort nichts investiert werden wird. Man wird das Land ausplündern, vorhandene Bodenschätze etc. ausbeuten, billige landwirtschaftliche Produkte aufkaufen. Hochqualifizierte Arbeitskräfte, wie z.B. Ärzte, werden emigrieren, ein anderer Teil wird als Billigarbeitskräfte (Schlachthöfe, Erntearbeiter, Pflegekräfte etc.) im Ausland arbeiten, manche werden sich in ihrer Not prostituieren oder ihr Glück als Kriminelle versuchen. Etc„

Osteuropa wird sich m.E. im Schatten des „Systems des Weltkapitals“ zu einer von vielen wuchernden „Zusammenbruchszonen“ entwickeln, in denen sich das Regime des „freien Marktes“ als „geronnener Ausnahmezustand“ bis zur wirkliche perversen Kenntlichkeit entblättern wird

Keynesianer Mai 21, 2014 um 17:59

@Carlos Manoso

Keynes hat das mit dem “magneto trouble” gut beschrieben, hier zitiert von Paul Krugman:

http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/03/10/magneto-trouble/?_php=true&_type=blogs&_r=0

Wir müssen uns also keine kommunistische Planwirtschaft, Bonzenherrschaft und dergleichen zumuten, nur weil da gewisse Kräfte Krisen inszenieren, deren monetäre Zusammenhänge den Keynesianern im Gegensatz zu den Marxisten keine Rätsel aufgeben.

Es reicht, diese Kräfte auszuschalten. Dann können der Huberbauer seinen Hof, der Malermeister und der Dorfwirt ihre Betriebe und die Oma ihr Häuschen behalten.

Carlos Manoso Mai 21, 2014 um 18:12

@ F.LUEBBERDING on 20. MAI 2014
„Das ökonomische und politische System der Ukraine ist durchaus mit dem der USA vergleichbar, aber dem im 19. Jahrhundert.“
Luebberding, Oligarchen wie Vanderbilt, Carnegie, Rockefeller hießen in den USA des 19. Jhdts. „Robber Barons“. Diese verbrecherischen Ausgeburten des im Kern verbrecherischen „automatischen Subjekts“ (Marx) waren historisch Produkte der tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krisen (u.a. „Great Depression“ von 1893-1894), die Amerika in den wenigen Jahrzehnten zwischen dem amerikanischen Bürgerkrieg und 1900 in die Dimension einer globalen Macht katapultierten, die um 1900 bereits ca. 30% der weltweiten Industrieproduktion kontrollieren konnte. Viele Faktoren machten diesen großen Sprung möglich: das schiere Ausmaß der Produktion, die schnellen technologischen Innovationen, die Revolution im Transportwesen, die immer größere Effizienz der Produktionsmethoden, die u.a. „juristische“ Entstehung des „modernen“ Unternehmens und die Entwicklung einer ungeheuren Fülle neuer Consumer-Produkte.

In der Endzeit des „Systems des Weltkapitals“ sind das alles nur noch längst vergessene Geschichten aus der fernen Steinzeit. Was in Bits und Bytes bleibt, ist die Verlogenheit aus Hollywood .

Carlos Manoso Mai 21, 2014 um 18:25

@ Keynesianer Mai 21, 2014 um 17:59
„Wir müssen uns also keine kommunistische Planwirtschaft, Bonzenherrschaft und dergleichen zumuten, nur weil da gewisse Kräfte Krisen inszenieren, deren monetäre Zusammenhänge den Keynesianern im Gegensatz zu den Marxisten keine Rätsel aufgeben.

Es reicht, diese Kräfte auszuschalten.

Dann können der Huberbauer seinen Hof, der Malermeister und der Dorfwirt ihre Betriebe und die Oma ihr Häuschen behalten.“

Keynesianer, genau DAS war der O-Ton während der „Kampfzeit“, die nur vorläufig in den 30.01.1933 einmündete. Die (vorläufige) Endstation war dann Auschwitz.

BB Mai 21, 2014 um 18:28

Tscha, das sind die prägenden Unterschiede zwischen Welt-Ökonomen.

Keynes hat in seiner Jugend Magneto-Man gelesen, BB Fix und Foxy.

Schatten Mai 21, 2014 um 18:29

@Osteuropa

Osteuropa, vielmehr Nord-Ost-Europa ist die Zukunft!

Nicht nur, weil die bestimmende Kulturzone vom vor-antiken Ägypten über das antike Griechenland und Rom, über das barocke Frankreich und viktorianische England bis jetzt in unser Germanien immer weiter nach Norden wandert – und was liegt wohl nord-östlich von Germanien,

sondern auch, weil der Ivan, der Russe, weil der so gut improvisieren kann

und das Improvisieren ja das Ersetzen eines bekannten Faktors durch eine Kombination anderer bekannter Faktoren ist,

was fast schon als schumpertersches Erfinden, also das Kreieren eines neuen Faktors durch bereits bekannte gewertet werden kann.

Da ist echtes Potential!

Was dagegen vorbei ist, das ist der allgemeine Trickbetrug mittels Lehman-Zertifikaten und Geldmengenaufblähung, den man heute Kapitalismus nennt.

ruby Mai 21, 2014 um 18:30
"ruby" Mai 21, 2014 um 18:56

number 2 black even …
Wer Joel McCrea in schwarzweiss Fernsehen bewunderte, dem fällt es schwer Schweinepriester des Systems auslaufen zu lassen !

Schatten Mai 21, 2014 um 19:02

@ruby

Bei deinem Film-link, ja, -

kennt eigentlich jemand die Geschichte, wie Panama erfunden wurde?

In Kürze: Pierpont Morgan übernahm von den Frenchies das Panama-Kanal-Projekt. Und weil man ein so wichtiges Bauwerk nicht irgendwelchen Latinos überlassen kann, überlegte er sich folgendes -

Panama, das damals noch zu Kolumbien gehörte, sollte abgespalten werden, also erfand Pierpont eben den zukünftigen Staat Panama samt Unabhängigkeitsbewegung, Nationalhelden, Flagge und Hymne

und zwar an einem Nachmittag in einem bekannten New Yorker Hotel!

Die Hymne komponierte er selbst, sein Onkel, der Komponist des Weihnachtssongs “Jingle Bells”, war wohl nicht beteiligt.

Panama wurde dann amerikanisches Protektorat.

Wenn man heute einen Film über diese denkwürdigen Ereignisse machen würde, müsste der wohl damit enden, dass der Kanal heute von Asiaten betrieben wird.

ruby Mai 21, 2014 um 19:38

Wieviel B-Schauspieler sollen den Europäern noch zugemutet werden?
Steinmeier der massive Vollpfosten hoch 3 ist Virtualsatire…

BB Mai 21, 2014 um 19:45

Hier noch ein C-Schauspieler aus der Sparte “Schottenrock und Lodenmantel”

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/zeitungsbericht-prinz-charles-vergleicht-putin-mit-hitler-12949824.html

Carlos Manoso Mai 21, 2014 um 19:52

@Schatten Mai 21, 2014 um 18:29
„Was dagegen vorbei ist, das ist der allgemeine Trickbetrug mittels Lehman-Zertifikaten und Geldmengenaufblähung, den man heute Kapitalismus nennt.“
Schatten, bei „Zertifikaten“ handelt es sich nicht um „Trickbetrug“. Bei der „Produktion“ von „Zertifikaten“ geht um die Produktion von „Eigentumstiteln“. „Eigentumstitel“ sind „Zertifikate“ die in Gegenwart künftige Ansprüche (Forderungen) verbriefen. Es geht es also um die „Produktion“ von realen Finanztiteln, die „virtuelle“ Ansprüche in realen Zukünften verbriefen. Bei Licht betrachtet werden „virtuelle“ Werte (Finanztitel) in der Zukunft in reale Gegenwarten geschaufelt (d.h. zu realem Geld gemacht). Das „System des Weltkapitals“ konnte auf diese simple Weise seit 30 Jahren überleben. Jede reale ökonomische Aktivität wird so seit 30 Jahren von riesigen Gebirgen virtueller Finanztitel überwölbt (Blase). Dieser „derivative“ Zwang ist seit mindestens 30 Jahren dem Geldsystem immanent und ist Überlebens“garantie“ des „Systems des Weltkapitals.

Dem beschränkten Alltagsbewusstsein muß das als „Trickbetrug“ erscheinen (ich hab höchstselbst beruflich jahrzehntelang genau dieses gemacht). Der entscheidende Punkt besteht aber darin, dass die „virtuelle“ Blase die „reale“ Wirtschaft seit den 1980ern quasi „vorwärtszieht“. Also genau umgekehrt passiert genau das Gegenteil, was dem beschränkten Alltagsbewusstsein erscheint (oder weisgemacht wird).
http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Affen

BB Mai 21, 2014 um 19:55

Die Neolibs wieder konzertiert im Kampagnen-Modus?

http://www.zeit.de/politik/2014-05/putin-sotschi-palast

Von Joffe bis Prinz Charles?

Ich hätte gern mehr Hintergründe über Hunter Biden und seine sinistren Beziehungen zum Weißen Haus.

Wo sind die journalistischen Straßenköter-Gene? Alles Pudel oder was?

Paläste von Putin, Hitler-Vergleiche vom englischen Königsclowns, Mann, ist das bräsig.

Schatten Mai 21, 2014 um 20:00

@CM

>”Zukünfte”

Da stimme ich Dir zu!

Nur dass diese Zukünfte an der Realität zerschellen, das muss einen doch stutzig machen – und zwar regelmäßig!

Nur woran liegt das?

Ich meine, an den Grundvoraussetzungen, die unsere Gesellschaft qua political correctness für richtig zu halten gezwungen wird.

Würde mich interessieren, warum Deiner Meinung nach diese Zukünfte nicht eintreten.

Es geht bergauf, es geht bergab, es bleibt so, wie es ist – immerhin 1/3 Wahrscheinlichkeit für jede Annahme!

Kecker Mai 21, 2014 um 20:03

@ keinsinnianer “Es reicht, diese Kräfte auszuschalten.Dann können der Huberbauer seinen Hof, der Malermeister und der Dorfwirt ihre Betriebe und die Oma ihr Häuschen behalten.“

Der is bleda ois a Steign voi Offn. (Bayerisches Sprichwort)

Schatten Mai 21, 2014 um 20:14

@CM

Natürlich kenne ich Deine Position bzgl. der “Dritten mikroelektronischen Revolution” o.s.ä.

Der Punkt ist nur, dass dies eine Zukunftsaussage ist.

Und das Leben, ja, das Leben geht immer weiter, immer weiter! Selbst angesichts der größten persönlichen Katastrophen, die man selbst erleidet – wenn man aus der Kirche kommt, dann wird gelacht um einen herum, es wird geliebt, gestritten – und das hört nie auf, nie, nicht für eine Sekunde!

Und der Kapitalismus ist, weil eine geldvermittelte Gesellschaft, just a veil. Es geht doch immer nur um Macht! Und das wird nicht aufhören, niemals!

BB Mai 21, 2014 um 20:18

@CM

“…Bei der „Produktion“ von „Zertifikaten“ geht um die Produktion von „Eigentumstiteln“….”

Die meisten Zertifikate sind reine Wetten und keine (!) Eigentumstitel. Eine häufige Eigenschaft dieser Papiere ist, dass sie, nachdem sie gekauft wurden, verfallen, weil ein bestimmtes Ereignis nicht eingetreten ist (z.B. Deutschland nicht Fußballweltmeister geworden ist, eine bestimmte Aktien einen bestimmten Wert nicht überschritten hat). Eigentum lässt sich damit weder gegenwärtig noch in der Zukunft übertragen. Als Besitztitel sind sie wertlos.

Das Geldvolumen der Derivate (Wetten) ist dabei mittlerweile um ein Vielfaches höher als der reale Gegenwert.

Darin spiegeln sich nicht irgendein realen Werte, die in der Zukunft realisiert (geschaffen) werden, sondern nur die Tatsache, dass gegenwärtige (!) Kapitalbesitzer keine Anlagemöglichkeiten in realen Gütern (Besitztitel) mehr finden und deshalb zunehmend auf fiktive Vermögenswerte umsteigen.

Man kann es so formulieren. Es gibt soviel Geld auf der Welt, dass man alle Gründstücke auf dem Globus dreimal damit kaufen kann. Aber solange niemand merkt, dass alle Grundstücke mindest zweimal davon betrügerisch gekauft, d.h. verwettet worden sind, solange kann sich dieses System weiter aufblähen.

BB Mai 21, 2014 um 20:35

Warum gibt es dieses zuviele Geld, mit dem man alle Grundstücke (und Produktionsmittel und Gold und …) der Erde dreimal kaufen kann und deshalb zweimal betrügerisch?

Weil unser Zinssystem permanentes (exponentielles) Wachstum verlangt und es wachsen dabei die virtuellen Schulden und die virtuellen Vermögen.

Die Schulden (die größten haben die Länder) haben nun den Nachteil, dass sie mit Zinslasten verbunden sind (aufgepasst Keynesianer, auf dem Ohr bist du nämlich blind) und deshalb die Allgemeinheit immer stärker mit der Zinsknute gegeißelt wird (von wegen, Schulden sind harmlos, wie uns der Keynesianer weismachen möchte).

Die Guthaben dagegen konzentrieren sich auf immer weniger Menschen. Die Gruppe der Vermögenden wird immer exklusiver und gigantisch reicher.

Das ist die Essenz von Piketty. Das ist Statistik – ergo Mathematik – ergo Wissenschaft – und weder Neoklassik noch Keynes also keine Spökenkiekerei, gelle Keynesianer?

BB Mai 21, 2014 um 20:42

Google hortet 30 Mrd.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/google-hortet-30-milliarden-dollar-12949934.html

Viel interessanter als die Frage, welches Startup es damit letztes Jahr kaufen wollte, ist doch die Frage, wo dieses Geld im Moment angelegt ist?

Wieviel Rendite wirft es dort ab? Steckt das in EDV-Projekten oder in Immobilien (-blasen)? Ich nehme an, Google hat das Geld nicht unter der Bettdecke in einer Socke versteckt.

Hallo journalistische Straßenköter, wenn es euch noch gibt und ihr nicht schon alle von Pudeln durchkreuzt seit. Nehmt mal Witterung auf.

Kecker Mai 21, 2014 um 20:49

@BB “… auf dem Ohr bist du nämlich blind…”

Kein Großmaul weiß sein Eselsohr zu hehlen. (Shakespeare)

* kecker,lach *

BB Mai 21, 2014 um 20:54

Das mit der Erde dreimal kaufen ist natürlich ein bisschen vereinfacht. Aber wenn man Immobilienspekulation im weitesten Sinne als Wette in die Klasse ‘Derivate’ mit aufnimmt, dann stimmt das Modell wieder.

https://www.fidelity.de/at/maerkte/anlagethemen/afrika-seite1.page

BB Mai 21, 2014 um 21:00
Keynesianer Mai 21, 2014 um 21:11

@BB

Weil unser Zinssystem permanentes (exponentielles) Wachstum verlangt und es wachsen dabei die virtuellen Schulden und die virtuellen Vermögen.

Bei keynesianischer Geldpolitik herrscht Inflation und entmutigt die Bildung von Geldvermögen ausreichend, so dass sich auch der Staat nicht immer mehr verschulden muss. Die Zinsen liegen außerdem unter der Inflationsrate.

Die Krise begann mit der monetaristischen Stabilitätspolitik vor vierzig Jahren, also der Hochzinspolitik zur Bekämpfung der Inflation, bei der gezielt die Massenarbeitslosigkeit verursacht wurde.

Natürlich haben sich die Schäfchen alle einreden lassen, dass die Geldwertstabilität das Höchste aller Güter wäre. Keynesianer wussten schon damals, wie es weiter gehen würde. Dass also mit den Geldvermögen die Schulden wachsen und das Geschrei der Neoliberalen über die bösen Schulden.

Das ist die Essenz von Piketty. Das ist Statistik – ergo Mathematik – ergo Wissenschaft – und weder Neoklassik noch Keynes also keine Spökenkiekerei, gelle Keynesianer?

Piketty ist eben Käse: Schulden sind völlig harmlos, wenn die Staaten immer genug davon machen. Nur wenn sie sparen, bekommen wir ein Problem. Das ist aber für die Laien fast unverständlich, ein Widerspruch. Die Schäflein hat man doch jeden Tag in den Massenmedien gelehrt, wie schrecklich die Schulden sind und wie gut das Sparen. Wir sollen alle sparen, aber niemand soll sich verschulden. Die Massenmedien wissen schon, wozu sie das lehren: Zur Verschärfung der Krisen!

Insider Mai 21, 2014 um 21:12

@BB
Geld, mit dem man alle Grundstücke (und Produktionsmittel und Gold und …) der Erde dreimal kaufen kann

Nicht in China.

Dort kann man überhaupt kein einziges Grundstück kaufen. Denn es gibt kein Privateigentum an Grund und Boden.

Nach der Revolution gab es eine Bodenreform, in der aller Boden in Volkseigentum zurücküberführt wurde.

BB Mai 21, 2014 um 21:22

@Keynesianer

“…..Bei keynesianischer Geldpolitik herrscht Inflation und entmutigt die Bildung von Geldvermögen ausreichend…..”

Dann bau in einer globalisierten Wirtschaft mal Inflation, wenn es immer irgendwo ein Land gibt, wo man etwas noch billiger herstellen kann, wo die Sozialstandards noch niedriger sind.

Eure ‘Theorie funktionierte höchsten – wenn überhaupt – nur in den relativ geschlossenen Staatengebilden bis in die 80er Jahre. Dann brach die Globalisierung durch.

Ich würde das mit dem Sieg der Monetaristen nicht unbedingt als VT abtun w0llen. Ich selber drücke es lieber so aus: 1973 begann die Postmoderne.

Sagen wir so: Monetaristische Geldpolitik nutzt kongenial den Interessen der Globalisierungsprofiteure (allerdings sonst niemand). Wenn jemand jetzt mit dem Beispiel “aber den Deutschen doch” kommt,. denen muss man sagen: Auch die Globalisierer haben das Prinzip Teile und Herrsche begriffen. Sie brauchen ein paar Staaten, mit denen man andere dann ‘motivieren’ kann (KITA-Prinzip, Kick In The Arse).

Eure Theorie ist unvollständig und damit unbrauchbar. Ein echter Keynesianer muss eigentlich die AfD wählen, denn die wollen ja zurück zur D-Mark. Sonst funktioniert Keynes nicht (mehr).

BB Mai 21, 2014 um 21:28

@Insider

In China kann man keinen Grund und Boden erwerben? Vielleicht wird China uns genau deshalb irgendwann überlegen sein. Aber irgendwann wird es auch seine Grundstücke verpfänden müssen, da bin ich mir sicher. China hat jetzt schon viel zu viel Cash auf der Kralle. Da wäre doch eine gediegene Grundstücksspekulation zumindest für ein paar Jahrzehnte genau der richtige Geldspeicher. China wird dann sein Prinzip aufgeben.

Es geht ja für die Gewinner des Systems nicht mehr darum, das System zu erhalten. Das das System zusammenbrechen wird, das haben die Bilderberger sicherlich schon in ihren geheimsten Zirkeln herausgefunden.

Es geht nur noch darum, den Zusammenbruch so lange wie möglich zu verzögern. Genau dieses Wissen steckt hinter dem Mona-Lisa-Lächeln von Frau Merkel.

Schatten Mai 21, 2014 um 21:29

@BB

Pickety? Wie wird man bei den heutigen Zinsen für Anleihen denn reicher?

Dieser Franzose mit englischem Namen, der sollte mal auf die Pioniergewinne der Globalisierung abstellen! Stattdessen kömmt er mit irgendwelchen Zeitreihen, die angesichts des demographischen Wandels eh kein Belang haben!

BB Mai 21, 2014 um 21:32

PS: Ich bin kein VTler. Muss man hier ja immer dabei sagen. Ich meinte das mit den Bilderbergern und Frau Merkel nur aphoristisch.

Sagt man so? Ich als proletarischer Intellekt hab’s nicht so mit den Fremdwörtern.

Insider Mai 21, 2014 um 21:37

@Carlos Manoso Mai 21, 2014 um 17:51
Osteuropa wird sich m.E. im Schatten des „Systems des Weltkapitals“ zu einer von vielen wuchernden „Zusammenbruchszonen“ entwickeln, in denen sich das Regime des „freien Marktes“ als „geronnener Ausnahmezustand“ bis zur wirkliche perversen Kenntlichkeit entblättern wird.

Osteuropa ist jener Teil des US-/NATO-Imperiums, in dem die Menschen Gesellschaft nicht als „alternativlose“ Quasi-Natur erleben und sich schicksalsergeben lediglich passiv anpassen, sondern wo noch ein Bewusstsein darüber existiert, dass gesellschaftliche Systeme von Menschen gemacht werden und von Menschen verändert werden können.

Gerade für die russisch sprechenden Menschen in der Ukraine gibt es die unmittelbare Möglichkeit, einen Systemvergleich mit der Arbeits- und Lebenssituation in Russland vorzunehmen.

Je schlechter die Arbeits- und Lebenssituation für die Masse der Bevölkerung in den ehemaligen Ostblockstaaten werden wird, umso mehr wird die Systemloyalität fürs herrschende System schwinden und umso instabiler werden die Systeme werden.

BB Mai 21, 2014 um 21:40

@Schatten

“….Pickety? Wie wird man bei den heutigen Zinsen für Anleihen denn reicher? Dieser Franzose mit englischem Namen, der sollte mal auf die Pioniergewinne der Globalisierung abstellen! ….

Wo hast du denn diese Weisheiten her? Vom letzten Zahnärztekongress?

Schatten Mai 21, 2014 um 21:47

@BB

Du musst auf mich nicht eingehen, aber vielleicht auf die Tatsache, dass dieser Franzose nunmehr von rechts und links und aus der Mitte in Grund und Boden geschrieben wird:

http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/das-phaenomen-piketty-verliert-seinen-zauber-612454

Insider Mai 21, 2014 um 21:54

@BB Mai 21, 2014 um 21:28
Es geht ja für die Gewinner des Systems nicht mehr darum, das System zu erhalten. Das das System zusammenbrechen wird, das haben die Bilderberger sicherlich schon in ihren geheimsten Zirkeln herausgefunden.
Es geht nur noch darum, den Zusammenbruch so lange wie möglich zu verzögern.

Genau das war die Strategie seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems. So wurde dies schon in den70-er Jahren von kritischen und intelligenten Menschen gesehen.

Aber heute geht es nicht mehr nur allein um Zeitgewinn und Zeitaufschub, um das System zu erhalten, sondern heute geht es darum, einen Übergang zu einem „postkapitalistischen“ aka „neofeudalen“ System vorzunehmen und dabei das plutokratische Herrschaftssystem mit den Mitteln moderner Herrschaftstechnologie (Überwachung, Steuerung, Massenmanipulation, Repression, Unterhaltung, Internet, Brot-und-Spiele etc.) stabil zu halten.

Das ist ja auch der Witz beim Internet.

Denn dort sammeln sich jene Deppen, die sich für besonders intelligent und informiert halten, die aber überhaupt nicht begreifen, wie das System funktioniert und wie sie kontrolliert und manipuliert werden.

BB Mai 21, 2014 um 22:24

@Schatten

Interessanter Link.

Allerdings bestätigt der ja meine These. Die Handelszeitung schreibt:

” Selbst linke Kreise sind unzufrieden. ”

Man sollte die Vorstellung aufgeben, dass Keynesianer “links” sind. Es muss heißen:

“Selbst Keynesianische Kreise sind unzufrieden”

Dann stimmts!

Was hier aufeinander prallt – ich schriebs oben schonmal – ist, dass es den Ökonomen nur um jeweils “ihre” Theorie geht, tatsächlich aber in erster Linie Ungleichheit empirisch belegt wurde und deshalb Theorie unerheblich ist. Die Zahlen lügen halt nicht.

Statistik ist – wenn man mal von den üblichen Vorurteilen absieht – nichts anderes als Mathematik und damit rationale Wissenschaft im Gegensatz zur windelweichen Ökonomie.

Wie der Piketty seine Zahlen interpretiert ist deshalb unerheblich. Er hat in der Hauptsache gigantische “Ungleichheit” festgestellt und das ist die Kernaussage. Das besagen sein Zahlen an sich und nicht irgendwelche neoklassischen oder keynesianischen Interpretationen.

Genau das braucht der postmoderne Proletarier – also der mit Diplom und Promotion – für seine Agitation.

(ist aber jetzt nicht mein Alter-Ego, falls das jetzt jemand denken sollte :-) )

BB Mai 21, 2014 um 22:25

@Insider

“…..Aber heute geht es nicht mehr nur allein um Zeitgewinn und Zeitaufschub, um das System zu erhalten, sondern heute geht es darum, einen Übergang zu einem „postkapitalistischen“ aka „neofeudalen“ System vorzunehmen und dabei das plutokratische Herrschaftssystem mit den Mitteln moderner Herrschaftstechnologie (Überwachung, Steuerung, Massenmanipulation, Repression, Unterhaltung, Internet, Brot-und-Spiele etc.) stabil zu halten……”

Interessante These. Muss ich mal verstärkt drüber nachdenken. Aus der Perspektive der Plutokraten wäre das natürlich die bessere Alternative als der Zusammenbruch. Insofern logisch.

Linus Mai 21, 2014 um 22:47

@Insider:
“Das ist ja auch der Witz beim Internet.
Denn dort sammeln sich jene Deppen, die sich für besonders intelligent und informiert halten, die aber überhaupt nicht begreifen, wie das System funktioniert und wie sie kontrolliert und manipuliert werden.”

Oh! Da ist dir was höchst Zweifelhaftes in die Tastatur gerutscht.
Man mag von der Internetgemeinde halten, was man will. Das Internet als neuer – und erster Echtzeit- Informationskanal stellt traditionelle Machtgefüge und Deutungs-Apparate vor nie gekannte Herausforderungen.Der Ausgang dieser Auseinandersetzung ist noch keineswegs ausgemacht. Es zeichnet sich jedoch schon jetzt ab, dass sich eine unipolare Ordnung/Interpretationshochheit nicht wird aufrecht erhalten lassen.Wir sehen Information nicht mehr Schwarz/Weiss, sondern zunehmend “in Farbe”.

Kecker Mai 21, 2014 um 22:51

@Linus “Wir sehen Information nicht mehr Schwarz/Weiss, sondern zunehmend “in Farbe”.

Der Mensch ist ein Blinder, der vom Sehen träumt. (C.F. Hebbel)

Schatten Mai 21, 2014 um 23:05

@BB

>”und damit rationale Wissenschaft”

Nö, denn für die rationale Wissenschaft gibt es ja viele unterschiedliche Meßwerte – für Dich und die traditionelle Wirtschaftswissenschaft aber nur gleiche Menschen!

Wenn man aber Menschen mit einem durchschnittlichen IQ von 104 durch welche mit einem durchschnittlichen IQ von knapp über 80 ersetzt und daran rumgemäkelt wird, dann ist das biologistisch und rassistisch.

Frankie (f.k.a.B.) Mai 21, 2014 um 23:19

@BB

“Das mit der Erde dreimal kaufen ist natürlich ein bisschen vereinfacht.”

“3mal verkauft” ist nicht schlecht geschätzt; aber es geht nicht um Immobilien. 225 Billionen $ beträgt das Gesamtvermögen ( lt. McKinsey ), das ist etwa das 3fache Welt-BIP. 1980 war das Verhältnis noch 1:1: 12 Bill. BIP zu etwa 12 Bill assets. Man kann sagen, Reaganomics und Thatcherismus haben uns richtig reicht gemacht.
3 mal soviel Weltguthaben wie Welt-Realwirtschaft – vereinfacht gesagt, alles was in den nächsten drei Jahren weltweit hergestellt und gedienstleistet wird, ist schon verpfändet, gehört schon jemand anders.

Nicht richtig ist, dass der grösste Anteil dieser 225 Billionen $ Staatschulden sind.

An erster Stelle sind immer noch Non-securitized loans ( Kredite, Hypotheken etc., resp. Sparguthaben ) 60 Bill.
Dann Equity ( also Eigenkapital in welcher Form auch immer, Aktien etc.)
Dann erst Staatsschulden mit 47 Bill. Deine securitized loans (Verbriefungen aller Art ) machen nur 13 Billionen aus. Was unter financial sector bonds zu verstehen ist, weiss ich jetzt nicht. Versicherungen?

http://www.mckinsey.com/insights/global_capital_markets/financial_globalization

Schatten Mai 21, 2014 um 23:45

@Intelligenz

Worin besteht eigentlich der Vorteil von Intelligenz?

Nach allem, was man überprüfen kann, ist Intelligenz die Fähigkeit, sich eine “Große Erzählung” einreden zu lassen und sich diese auch zu merken – für lange Zeit.

Die Doofen, die haben es alles gewusst: Dass Multikulti nicht funktioniert; dass die DM besser ist, als der Euro; dass Zuwanderung von Zigeunern mit Taschendiebstahl einhergeht, name it.

Weil sie doof sind! Nicht hypnotisierbar!

Für das “Aber-könnte-es-nicht-sein-dass-diesmal-alles-anders-ist”, dafür fehlt ihnen die Intelligenz.

„Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ – Jesus

BB Mai 22, 2014 um 00:08

@Frankie

“…..Man kann sagen, Reaganomics und Thatcherismus haben uns richtig reicht gemacht……”

Bitte erstmal definieren, was “reich” überhaupt ist. Zweitens, wer “uns” ist. Ich jedenfalls bin weder “reich” noch “uns”.

Dass in der Zeit von R und T die Finanzindustrie so richtig durchstartete ist ja bekannt. Heute haben wir deshalb die Blasen. Machen Blasen viele Menschen satt? Nein.

“…alles was in den nächsten drei Jahren weltweit hergestellt und gedienstleistet wird, ist schon verpfändet, gehört schon jemand anders….”

Dagegen wäre ja nichts zu sagen, denn der Unternehmer agiert ja in der Regel auf Kredit. Das war aber das System, das früher funktionierte.

Heute wird das Geld immer öfter in Immobilien (oder Kunst, Ming-Vasen oder Metalle) gesteckt und zwar nicht nur in der EU sogar Deutschland deindustrialisiert sich.

Wo kommt also unser Wirtschaftswachstum deshalb überhaupt her? Der von den Medien imaginierte Konsumrausch kann es ja nicht sein, bei den sinkenden Reallöhnen. Export also.

Jetzt ergänze ich den Piketty mal um eine steile These. Unser exportgetriebenes Wachstum nimmt in geringerem Maße zu als das Elend in den übrigen EU-Ländern hervorgerufen durch unsere Niedriglohn-induzierte Wettbewerbsstärke. Ergebnis also weniger als Nullsummenspiel.

Dass die Staatsschulden nicht der größte Batzen sind ist richtig. Trotzdem werden die Aufwendungen für Zinsen daraus immer belastender für die Bürger, zumindest in der EU (D mal wieder Kriegsgewinnler).

Täusche ich mich oder fehlt in Deinen Zahlen der Immobilienbesitz (weltweit)? Der gehört vielen direkt, also nicht gegen Schuldschein.

Der hat einen realen Wertanteil und heute einen immer gigantischeren Spekulationsanteil. Den realen und den Spekualtionsanteil muss man meiner Meinung nach noch auf die McKinsey-Zahlen obendrauf rechnen. Übrigens auch abgeschriebene Anlagen, etc.

Dann ergibt sich das wievielfache des BIP? Das 100fache? Gibt’s da überhaupt Zahlen zu? Was ist China in Bodenpreisen gerechnet wert? Kann man China vielleicht irgendwie noch durch Verbriefung monetarisieren? Wäre wahrscheinlich geiles Geschäft für die Bankster.

Je mehr ich über die McKinsey-Zahlen nachdenke, umso weniger aussagekräftig sind sie.

Frankie (f.k.a.B.) Mai 22, 2014 um 00:25

@BB

Es zählt nur was zahlt. Zumindest in einer Geldökonomie. Assets zählen nur , wenn sie ins Einzahlungs-/Auszahlungsregime eingebunden sind. Grundstücke nur, wenn sie beliehen worden sind. Es zählt nur, was zahlt, das trifft auch aufs BIP zu. Es gibt das Meta-Missverständnis, im BIP würden produzierte Güter und geleistete Dienste gezählt. Pfiffkaas! Im BIP werden Zahlungen summiert. Zahlungen sind Entschuldungsvorgänge , deshalb halten wir es auch nicht gut aus , wenn BIP-Wachstum ausbleibt. Denn das heisst, die Entschuldungsdynamik leidet – dann wird man zurückhaltend mit Investitionen. Nullwachstum über mehrere Jahre führt zu einem sozio-ökonomischen Desaster – warum? Wir sind ja nicht ärmer geworden an Gütern – aber an Entschuldungsaussichten.

Insider Mai 22, 2014 um 01:19

@Frankie + BB

Im BIP sind nur geldvermittelte Tätigkeiten erfasst.

Ein großer Teil der Ökonomie wird überhaupt nicht erfasst.

So die unbezahlte häusliche Reproduktionsarbeit, die familiäre Eltern- und Erziehungsarbeit, familiäre Pflegetätigkeiten, der Großteil der Lern- und Studierarbeit etc.

Der eigentumslose Proletarier wird nicht nur ins System der Lohnarbeit gezwungen, er muss auch unbezahlte häusliche Reproduktionsarbeit und Elternarbeit leisten.

Schaut Euch alte Filme aus den 50-er Jahren z.B. mit Rühmann an.

Dort war es in Akademikerfamilien normal, dass Haushälterinnen den Haushalt machten und Kinderfrauen sich um die Kinder kümmerten.

Die Ehefrau als „Frau Doktor“ oder „Frau Professor“ war für die Pflege der gesellschaftlichen Beziehungen in den „besseren Kreisen“ zuständig.

Und den feinen Damen in den „höheren Schichten” war das Stillen ihrer Babys lästig. Das überließen sie bezahlten Ammen.

Heute unterscheidet sich das familiäre Alltagsleben der Akademiker nicht von den übrigen Lohnarbeitern.

Nichts zeigt deutlicher den sozialen Abstieg des gebildeten Bürgertums.

"ruby" Mai 22, 2014 um 02:53

Schafft es das Internet zu kolorieren oder bleiben die meisten Statisten auf Zuruf?

http://www.youtube.com/watch?v=xkN1SlG1YUk

Ich schütze dich vor der Kralle aus dem Dunkeln [1]
Halte die Vampire von deinem Eingang fern.

Es fühlt sich an wie ein Feuer –
Ich liebe dich so sehr.

Träume sind wie Engel:
Sie halten das Böse im Zaum.
Liebe ist das Licht, das die Finsternis verscheucht.

Ich liebe dich so sehr.
Läutere deine Seele und setze alles auf Liebe!

Die Macht der Liebe ist eine Kraft aus dem Himmel,
Die meine Seele reinigt.
Brenne nur weiter, Verlangen!
Liebe läutert die Seele mit feurigen Zungen.
Setze alles auf Liebe!

Ich schütze dich vor der Kralle aus dem Dunkeln
Halte die Vampire von deinem Eingang fern.
Ich bin bei dir, wenn es dir schlecht geht
Mit meiner unsterblichen, dem Tod trotzenden Liebe für dich.

Neid und Mißgunst werden sich gegen sich selbst kehren.
Gib dich der Schönheit hin,
dem prickelnden Gefühl der Liebe,
den Blumen, Perlen, schönen Mädchen…
Liebe ist eine Energie, die in meinem Inneren braust.

Dieses Mal werden wir über alles erhaben sein –
Liebende verflechten sich auf göttliche Art und Weise.
Liebe ist eine Gefahr, ein Genuss.
Liebe ist echt – der einzig wahre Schatz.

Die Macht der Liebe ist eine Kraft aus dem Himmel –
eine weiße Taube, die sich zum Himmel emporschwingt…

__________

[1] The Hooded Claw (“die verhüllte Kralle”) ist ein Comicbösewicht, erweckt aber auch Assoziationen an Höllenwesen.

"ruby" Mai 22, 2014 um 03:05

Schrei,
Weine
http://www.youtube.com/watch?v=huavJMGUbiI
laut und klar – loud and clear
Dance your fears awayyy!!!

"ruby" Mai 22, 2014 um 03:12

Sende Euch einen Engel
http://www.youtube.com/watch?v=jCHE0Tjw6MA
gerade jetzt

"ruby" Mai 22, 2014 um 03:32

Habt Ihr soviel RetroPop verdient?
http://www.youtube.com/watch?v=2nTbR1f2jEc
Das Spiel der Chance
;-)

Keynesianer Mai 22, 2014 um 06:40

@BB

Man sollte die Vorstellung aufgeben, dass Keynesianer “links” sind. Es muss heißen:

“Selbst Keynesianische Kreise sind unzufrieden”

Die Unzufriedenheit der Keynesianer mit Piketty liegt daran, dass der Bursche nicht die Neoliberalen für die extrem unsinnige Einkommensverteilung verantwortlich macht, sondern ein ökonomisches Naturgesetz, wonach die Reichen halt immer reicher würden.

Nur die Pseudolinken fallen auf sowas wie Piketty rein. Also die Modelinken, die früher mal Marxisten, Maoisten und sonstwas waren.

Keynesianer denken logisch. Mehr ist es eigentlich nicht. Logisch betrachtet ist Piketty ein Neoklassiker und will von Geldpolitik keine Ahnung haben, wie ja auch die Marxisten. Da bleibt dann nur die Weltrevolution oder das jüngste Gericht als Hoffnung.

Systemfrager Mai 22, 2014 um 09:26

@Keynesianer
Das ist mir neulich eingefallen.
Die sogenannten autoritären Kapitalismen, wie China und Russland, ergreifen ständig nachfragetheoretische Maßnahmen. Das ist Keynesianismus.
Nun uter dem Mantel der “Diktatur” versucht der heuchlerische, wahnsinnige und blutrünstige Westen bzw. seine rrr-Eliten den Keynesianismus zu kompromitieren.
Das Problem dieser rrr-Eliten ist, dass im Gegensatz zu Liberalismus der Keynesianismus funktioniert.

rrr – rücksichtlos, raffgierig, räuberisch

Insider Mai 22, 2014 um 10:12

@Systemfrager

China ist eine „mixed economy“ aus staatlicher Planwirtschaft, die Rahmen und Ziele vorgibt, und kapitalistischer Marktwirtschaft, welche Innovations- und Rationalisierungsanreize für die Unternehmen und deren Manager gibt und die Selbstausbeutungsbereitschaft der Lohnarbeiter fördert.

Aber auch dieses Modell wird ab einem bestimmten wissenschaftlich-technologischen Entwicklungsstand an innere Schranken stoßen, weil es menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apple-produzent-foxconn-eine-million-roboter-fuer-die-iphones-der-zukunft-a-777555.html

Das ermöglicht dann die reale Chance zu einem echten Sozialismus mit drastischer Arbeitszeitverkürzung und Wohlstand für alle.

Systemfrager Mai 22, 2014 um 10:22

@Insider
bravo! – ich will es auch hoffen
(wenn sich die Menschheit nicht vernichtet, wenn der wahnsinnige Westen nicht Hiroschima-s fortsetzt, als er merkt, dass seine Tage gezählt sind, nur ein neuer Sozialismus wird kommen und kommen kann)

peewit Mai 22, 2014 um 11:18

Hurra! Die Menschheit hat doch noch eine Zukunft! Und der Humanist und der Stalinist wissen auch wo.

????

Insider Mai 22, 2014 um 12:41

Die Art und Weise der Kritik an China zeigt vor allem eines: die geistige Beschränktheit der Kritiker.

Anhänger des Liberalismus kritisieren, dass die Chinesen keinen Liberalismus und keine repräsentative Demokratie wollen. Das ist so.
Sie begreifen jedoch nicht, dass das chinesische Bewusstsein nicht durch die bürgerliche Spaltung der Gesellschaft in Ökonomie und Politik geprägt ist, einer Spaltung, die Ausdruck eines falschen gesellschaftlichen Bewusstseins ist. Man könnte auch sagen: Ausdruck einer gesellschaftlichen Schizophrenie, welche charakteristisch für den Liberalismus ist.

Marxisten, Leninisten, Stalinisten und Maoisten werfen der KPCh Verrat der sozialistischen Idee und Verlassen des sozialistischen Weges vor.
Weil die KPCh keine „Diktatur des Proletariats“ praktiziert und marktwirtschaftlich-kapitalistische Reformen eingeführt hat.

Nun ja, was soll man dazu anmerken?
Dass die Idee einer proletarischen Revolution ein historischer Irrtum war und dass nur politreligiöse Sektierer heute noch daran glauben?

Dann gibt es noch jene seltsamen linken Clowns mit ihrer Fixierung auf das Ideal der „sozialen Gerechtigkeit“. Jene Anhänger von „Verteilungsgerechtigkeit“ und „sozialistischer Gleichmacherei“, welche China vorhalten, dass China eine hierarchische Klassengesellschaft mit großer Ungleichheit in der Machtverteilung sowie bei den Einkommen und Vermögen ist.

Diese Ungleichheit ist Realität, genauso wie die Abwesenheit einer repräsentativen Parteiendemokratie und mit ihren parlamentarischen Inszenierungen.

Aber dies sehen die Chinesen nicht als Mangel, weil sie der Überzeugung sind, dass alle Gesellschaften hierarchisch strukturiert sind und die westlichen Demokratien nur ein Schwindel sind, mit denen die reale, oligarchische Herrschaft der Plutokraten verschleiert wird.

Die Chinesen glauben nicht an das Ideal einer demokratischen, klassenlosen und herrschaftsfreien Gesellschaft. Von ihren Führern und Eliten erwarten sie nicht „sozialistische Gleichmacherei“.
Sie akzeptieren deren Privilegien, erwarten aber, dass diese Führer und Eliten im Sinne des gesellschaftlichen Gemeinwohls tätig sind und fordern bei anti-sozialem Verhalten und Korruption hohe Strafen. Dass es für schlimmes gemeinschaftsschädigendes Verhalten auch die Todesstrafe geben kann, halten sie für angemessen.

Chinesen schätzen Leistungen, insbesondere Intelligenzleistungen. Die geistige Arbeit besitzt ein hohes Ansehen. Viele Chinesen sind lern- und wissensbegeistert.

Systemfrager Mai 22, 2014 um 13:18

@peewit
apropos Stalin
Er hat weniger unschuldige Opfer auf dem Gewissen, als die Amis alleine in Irak – nur als Beispiel
Ich weiß:
Kommunisten haben “unschuldige Opfer” und die Demokraten “kollaterale Schaden”
Wenn das nicht wunderbar ist

peewit Mai 22, 2014 um 13:28

@Systempranger

–>”Er hat weniger unschuldige Opfer auf dem Gewissen, als die Amis alleine in Irak – nur als Beispiel”

Hmm, und wie sieht’s mit den schuldigen Opfern aus?

Wer traf die Unterscheidung schuldig/unschuldig in Stalins Reich?

Konkret: Wer ist wofür “schuldig” gesprochen und wie bestraft worden unter Stalin?

Und wieviele sind “unschuldig” unter die Räder gekommen? Und inwiefern waren sie “unschuldig”.

Hast du Zahlen? Quellen?

Systemfrager Mai 22, 2014 um 13:35

@peewit
Jetzt stehe ich mit dem Rücken an der Wand. Verdammt!
Also!
Wir müssen jetzt zu stalinschen Opfern auch zahlreiche deiner edlen Verwandten hinzufügen, die damals die Welt von dem kommunistischen Monster befreien wollten, und von der roten Armee “heimtückisch und brutal ermördert” wurden.
Jetzt kapituliere ich vor dir peewit. Hut ab!

peewit Mai 22, 2014 um 13:55

@Systemsänger

Ach, wer wollte denn der ruhmreichen Roten Armee am Zeug flicken?

Mich interessiert etwas anderes: Stalin war ja bekanntlich eine sehr reinliche Natur und achtete darauf, sein Reich peinlich sauber zu halten. Meine Frage also anders formuliert: Wer war weswegen “unsauber” und musste wie “gesäubert” werden unter Stalin?
Und wie viele waren eigentlich “sauber” (Warum?), wurden aber im Zuge der Reinungsaktionen mit “weggewischt”?

Zahlen? Quellen?

Systemfrager Mai 22, 2014 um 14:30

@peewit
Ja, gute Frage.
Die Sauberkeit ist eigentlich die Eigenschaft eines anderen Volkes. Dieses Volk hat sein edles Wesen fleißig von den Unter und Unmenschen sehr tüchtig saubert. Stalin war verglichen mit diesem Meister wnicht einmal ein Lehrling.
So peewit,
du gibstg dir zwar Mühe und greifst ständig daneben. Kannst du wirklich nicht besser

peewit Mai 22, 2014 um 14:42

@Systemnager

–>”Die Sauberkeit ist eigentlich die Eigenschaft eines anderen Volkes.”

Ja, ja ich weiß: die lieben Schweizer! Aber Vorsicht, diese Äußerungen könnten dir Ärger von Seiten deines humanistischen Mitstreiters einbringen, der von der lieblichen Alpenrepublik aus mit Almkäse, Rösti und Kuhglockengeläut die chinesische Utopie antizipiert…

peewit Mai 22, 2014 um 15:01

@Insider

–>”Viele Chinesen sind lern- und wissensbegeistert.”

Wow! Diese Aussage rahme ich mir und hänge sie neben Gerhald Polts Diktum vom Asiaten der “nicht schmutzt”.

Carlos Manoso Mai 22, 2014 um 15:05

@BB Mai 21, 2014 um 20:18
„@CM
“…Bei der „Produktion“ von „Zertifikaten“ geht um die Produktion von „Eigentumstiteln“….”
Die meisten Zertifikate sind reine Wetten und keine (!) Eigentumstitel. Eine häufige Eigenschaft dieser Papiere ist, dass sie, nachdem sie gekauft wurden, verfallen, weil ein bestimmtes Ereignis nicht eingetreten ist (z.B. Deutschland nicht Fußballweltmeister geworden ist, eine bestimmte Aktien einen bestimmten Wert nicht überschritten hat). Eigentum lässt sich damit weder gegenwärtig noch in der Zukunft übertragen. Als Besitztitel sind sie wertlos.
Das Geldvolumen der Derivate (Wetten) ist dabei mittlerweile um ein Vielfaches höher als der reale Gegenwert.
Darin spiegeln sich nicht irgendein realen Werte, die in der Zukunft realisiert (geschaffen) werden, sondern nur die Tatsache, dass gegenwärtige (!) Kapitalbesitzer keine Anlagemöglichkeiten in realen Gütern (Besitztitel) mehr finden und deshalb zunehmend auf fiktive Vermögenswerte umsteigen.“

BB, es ist watschneinfach.

Erstes ganz simples Beispiel: ein Unternehmen „geht an die Börse“ und emittiert Aktien. Aktien sind „Eigentumstitel“, die dem Inhaber bestimmte Rechte verbriefen, zum Beispiel das Recht, die jährliche Dividende der Aktie (den entsprechenden Gewinnanteil) zu kassieren. Oder die Aktie wieder zu verkaufen, wenn der „Börsenkurs“ gestiegen ist. Aktiendividende und Aktienerkaufserlös (Kursgewinn) werden dem Konto des Aktieninhabers „gutgeschrieben“ über das er – falls das Konto im „Plus“ ist- in Cash frei verfügen kann.

Mit anderen Worten, wird die „Aktiendividende“ ausgeschüttet oder verkauft der Aktieninhaber seine Aktie, hat er am Ende Cash „bar auf der Kralle“. Wie man an diesem simplen Beispiel erkennt, ist dein ahnungsloses Argument: „ Eigentum lässt sich damit weder gegenwärtig noch in der Zukunft übertragen. Als Besitztitel sind sie wertlos“ purer Bullshit.

Zweites ganz simples Beispiel: Ein spanischer Bauunternehmer baut eine Wohnanlage, dafür kauft er Baumaterial, LKW und Bauarbeiter etc.. Die Wohnanlage verkauft der Bauunternehmer noch vor Baubeginn an künftige Eigentümer Diese gehen zu einer Bank und die gibt den künftigem Wohnungseigentümern Kredite. Die Bank bekommt von dem Kreditnehmern als „Sicherheiten“ „Eigentumstitel“, also „Zertifikate“, die verbriefen, dass der Inhaber der Eigentümer der Wohnung ist.

Die Finanztechniker der Bank „bündeln“ die als „Sicherheiten“ fungierenden „Zertifikate“ und generieren „noch sichere Zertifikate“. Die „noch sicheren Zertifikate“ werden innerhalb des globalen Finanzsystem nochmals „gebündelt“, wodurch sie auf magische Weise zu „absolut sicheren Zertifikaten“ veredelt werden. Dieser „Derivatisierungszwang“ wird systemimmanent.

Wie im ersten simplen Beispiel werden im zweiten simplen (spanischen) Beispiel künftige virtuelle „Werte“ (z.B. künftige „reale“ Mieteinzahlungen, künftige „reale“ Zinszahlungen, udgl. in die reale Gegenwart „vorgezogen“. Bei Licht betrachtet werden „virtuelle“ Zukunftserwartungen transformiert in „reale“ Geldzahlungen in der Gegenwart.

Das „Systemdes Weltkapitals“ verlängert sein weiteres Überleben mit anderen Worten nur noch dadurch, dass es die ZUKUNFT von uns allen angezapft hat und verbraucht, und das in immer schnellerem Tempo.

Carlos Manoso Mai 22, 2014 um 15:26

@Insider Mai 22, 2014 um 12:41
„Die Art und Weise der Kritik an China zeigt vor allem eines: die geistige Beschränktheit der Kritiker.
Anhänger des Liberalismus kritisieren, dass die Chinesen keinen Liberalismus und keine repräsentative Demokratie wollen. Das ist so.
Sie begreifen jedoch nicht, dass das chinesische Bewusstsein nicht durch die bürgerliche Spaltung der Gesellschaft in Ökonomie und Politik geprägt ist, einer Spaltung, die Ausdruck eines falschen gesellschaftlichen Bewusstseins ist. Man könnte auch sagen: Ausdruck einer gesellschaftlichen Schizophrenie, welche charakteristisch für den Liberalismus ist.
Marxisten, Leninisten, Stalinisten und Maoisten werfen der KPCh Verrat der sozialistischen Idee und Verlassen des sozialistischen Weges vor.
Weil die KPCh keine „Diktatur des Proletariats“ praktiziert und marktwirtschaftlich-kapitalistische Reformen eingeführt hat.
Nun ja, was soll man dazu anmerken?
Dass die Idee einer proletarischen Revolution ein historischer Irrtum war und dass nur politreligiöse Sektierer heute noch daran glauben?“

Insider, du musst jetzt GAAANZ stark sein: nur hirnentkernte „ politreligiöse Sektierer“ (Anhänger von „Verteilungsgerechtigkeit“ und „sozialistischer Gleichmacherei“) , glauben Anno domini 2014 noch an so´n wirres olles Zeugs wie “proletarischen Revolution“.

Nimm dir doch bitte mal ein gutes Beispiel an den Chinesen:
„Chinesen schätzen Leistungen, insbesondere Intelligenzleistungen. Die geistige Arbeit besitzt ein hohes Ansehen. Viele Chinesen sind lern- und wissensbegeistert.“

Insider Mai 22, 2014 um 16:57

@Carlos Manoso Mai 22, 2014 um 15:26
Insider, du musst jetzt GAAANZ stark sein: nur hirnentkernte „ politreligiöse Sektierer“ (Anhänger von „Verteilungsgerechtigkeit“ und „sozialistischer Gleichmacherei“) , glauben Anno domini 2014 noch an so´n wirres olles Zeugs wie “proletarischen Revolution“.

Carlos Manoso, Du bringst hier einiges durcheinander.

Die Anhänger von „Verteilungsgerechtigkeit“, wie jene Linken von der Linkspartei, glauben nicht (mehr) an eine „proletarische Revolution“.
Sondern die wollen in sozialdemokratischer Tradition „Verteilungsgerechtigkeit“ im Kapitalismus herstellen, so wie Lassalle einen „gerechten Lohn“ forderte.

Natürlich ist dies hirnverbrannter Schwachsinn.

Man kann kaum annehmen, dass die Intelligenteren bei den Reformlinken dies selbst glauben, aber es gibt genügend Ultradoofe, die die an diese Umverteilung glauben, weil sie überhaupt nicht begriffen haben, wie der Kapitalismus funktioniert.
Nämlich dass er zu seinem Funktionieren – trotz Entfaltung der Produktivkräfte und vorhandenem gesellschaftlichen Überfluß-Reichtum – die Lohnarbeiter arm halten muss.

Diese Umverteiler-Linken ignorieren elementare Zusammenhänge des Kapitalismus. Viele sind zugleich Anhänger der Vorstellung einer „Gleichheit aller Menschen“ und ihr Ideal einer Gesellschaft ist ein „Gleichmachersozialismus“.

Diese linken Clowns sind sowohl Anhänger der Marktwirtschaft, die nur funktioniert, wenn die Lohnarbeiter arm gehalten werden, und zugleich eines gleichmacherischen Sozialismus.

Aber dieser Irrsinn erhält sich und findet Anhänger und Wähler, weil er Produkt einer Gesellschaft ist, die aufgrund der Irrationalität des gesellschaftlichen Ganzen längst zum Irrenhaus geworden ist und offensichtlich nur noch irres Bewusstsein hervorbringt, seien es Neoliberale, Keynesianer oder diese Reformlinken, deren Gemeinsamkeit darin besteht, irrationale Systemgläubige zu sein.

NKB Mai 22, 2014 um 17:02

@Systemfrager
“apropos Stalin
Er hat weniger unschuldige Opfer auf dem Gewissen, als die Amis alleine in Irak – nur als Beispiel”

Im Irak rechnet man zwischen 180 000 und einer Million toten Menschen infolge des Krieges.
Stalin war da kulanter: Allein die Entkulakisierung in den frühen 30er Jahren haben zwischen fünf und elf Millionen Toten gekostet. Die Deportationen, Gulags etc. auch das Schicksal der kriegsgefangenen bzw. zur Zwangsarbeit verschleppten Russen nach ihrer Befreiung lasse ich mal aussen vor. Zu schlimm alles.

Wenn Du die Realitäten ausblendest, hindert Dich das am Nachdenken. Nicht so gut.

Systemfrager Mai 22, 2014 um 22:09

@NKB
warum sollte Stalin nicht 500 Millionen umbringen
Das würde dir sicher besser gefallen
Ich bin alt genug um zu weissen, dass die Kapitalisten und ihre geistigen Huren jeden Schwachsinn erzählen, auch über die Opfer des Kommunismus, nur damit ihre “kollateralen Schaden” klein aussehen – obwohl sie um Vielfaches größer als die von Stalin sind.
Aber mit solchen Ganoven und Betrügern will ich nicht diskutieren
Die Geschichte ändert sich und ihre neue Phase beginnt dann, wenn man mit den Ideologen und Betrüger vom gestern nicht mehr diskutiert

karla Mai 27, 2014 um 21:39

by f.luebberding on 20. Mai 2014

“Allerdings fragt man sich nach den Ereignissen der vergangenen Monate schon, wer eigentlich auf die Idee gekommen ist, die Ukraine möglichst schnell in die EU oder die NATO aufzunehmen.”

Mit der Formulierung “möglichst schnell” ist das Problem nicht auf den Begriff gebracht ( bei den Verhandlungen mit Moldawien, Georgien etc. mit demselben Ziel ist ja auch kein Innehalten festzustellen).

Das Poblem, das @fl damit elegant umgeht, heißt aber:
Soll die EU den geostrategischen Fakt, dass Russland sich als Ordnungsfaktor in Europa nicht verabschieden will, weiterhin ignorieren?
Dies ignorieren bedeutet Konfrontation (wirtschaftlich sowie als Perspektive auch militärisch).

Es wäre nicht unangebracht wenn @fl seine Aussage etwas präzisieren würde. Immerhin ist bei den Vorgängen in der Ukraine kein Ende abzusehen.

Selbst Soldat Schwejk hält sich verständlicherweise in den letzten Wochen zurück.

ruby Mai 29, 2014 um 07:12

Hat kurz vor Ende der Wahlprüfung noch jemand Fragen, wer und was da für Faschisten aus der Ukraine herumlaufen?

Nionde Juni 19, 2014 um 23:51

Putins Berater: Die Ukraine ist US-okkupiertes Territorium

Dieses Interview (mit deutschen Untertitel) lohnt sich zu sehen, auch wenn es 11 Minuten lang ist.
https://www.youtube.com/watch?v=w1hohC6kc1A

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