Welt im Chaos? Oder ist Europa nur zu blöd?

by f.luebberding on 23. Juni 2014

Barack Obama ist wirklich nicht zu beneiden. In der Ukraine findet er keine Lösung. Im Mittleren Osten fällt mit dem Vormarsch von ISIS das etablierte Staatensystem auseinander. Und in Südostasien testet die Großmacht China mit gezielten Nadelstichen in Konflikten mit Japan, Vietnam und den Philippinen die USA als pazifische Ordnungsmacht. Obama hat seit seinem Wahlsieg 2009 ein politisches Ziel. Die Überdehnung amerikanischer Weltmachtansprüche zurückzunehmen, um Raum für innenpolitische Reformen zu bekommen, die spätestens mit dem Zusammenbruch des amerikanischen Finanzsystems offenkundig geworden waren. Heute muss man Obama als Konkursverwalter begreifen. Er verwaltet die Hinterlassenschaft einer Welt, die in Zukunft ohne die Ordnungsmacht USA auskommen muss. Diese Erkenntnis widerspricht unserem seit Jahrzehnten eingeübten Kategoriensystem. Das war von einer von den USA dominierten Weltordnung geprägt gewesen. Wie jede Hegemonialmacht war sie einem Widerspruch ausgesetzt: Es gab keinen weltpolitischen Konfikt, für den die USA nicht verantwortlich gemacht worden waren, um aber gleichzeitig von Washington die Lösung zu verlangen.

Gerade der dümmste Antiamerikanismus fühlte sich dieser Logik verpflichtet. Im Grunde behauptete man, ohne die USA existierten diese weltpolitischen Konflikte noch nicht einmal, wo Washington mit unterschiedlichem Erfolg intervenierte. Im Wahnsystem der Neokonservativen im Umfeld des jüngeren Bush fand diese Sichtweise allerdings ihre Bestätigung. Der Mittlere Osten wäre zwar auch ohne den Einmarsch der USA im Irak ein Pulverfaß geblieben, aber Bush verfiel dem Allmachtswahn. Der Irak sollte zum Modernisierungsmotor des Mittleren Ostens werden, der die anderen autoritären Regime als auslösender Dominostein zum Einsturz bringen sollte. Die damaligen Vergleiche des Irak mit der Situation in Deutschland oder Japan nach dem 2. Weltkrieg waren Ausdruck dieser Ideologie. Heute erleben wir die Früchte dieser Politik, aber anders als geplant. Regionale Akteure operieren nur noch auf eigene Rechnung. Im Kalten Krieg konnten zwar die beiden Supermächte Russland und USA ihre jeweiligen Verbündeten nicht als Vasallen betrachten, aber diese mussten auf deren Interessen Rücksicht nehmen. Sie hingen von ihnen ökonomisch und militärisch ab. Die Supermächte hatten dabei ein gemeinsames Interesse: Einen regionalen Konflikt nicht in einen Weltkrieg eskalieren zu lassen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren die USA als Hegemonialmacht übrig geblieben, haben aber später im Irak desaströsen Schiffbruch erlitten. Der jüngere Bush hat das ökonomische, militärische und politische Kapital der USA verspielt, um diese Funktion weiterhin ausüben zu können.

In der neuen Weltordnung gibt es keinen Ordnungsfaktor mehr. Formal operieren die USA zwar noch als Hegemonialmacht, aber sie sind schon längst auf dem Rückzug. Der Nahe und Mittlere Osten galt allerdings bisher nur wegen seines Ölreichtums als weltpolitische Schlüsselregion. Über den Irak ohne das Thema Öl zu reden, ist schlicht lächerlich. Spätestens seit dem 1. Weltkrieg wurde der Mittlere Osten von den Großmächten nur aus dieser Perspektive betrachtet. Als Region, um den Industriegesellschaften ihren Schmierstoff Öl zu sichern. Die Führungsmacht USA sah es als ihre Aufgabe an, dem Westen (und damit Europa und Japan) diese energetische Grundlage ihres Wohlstandes zu sichern. Die Irak-Intervention von 2003 war der Versuch gewesen, einen politischen Ausweg aus der damaligen Sackgasse zwischen Realismus und Idealismus zu finden. Die Bündnisse (und Konflikte) mit den Diktaturen in der Region zur Sicherung der Einflußsphäre verursachten politische und militärische Kosten. Wenn die Transformation dieser Staaten zu westlichen Gesellschaften gelänge, hätte man das Problem gelöst, so die Überlegung der Neokonservativen. Das Scheitern dieser für jeden Realisten schon damals irre erscheinende Idee löste den Katzenjammer aus, den Obama mittlerweile in jeder Erklärung vorsingt. So geht es wild und blutig durcheinander. Israel bombardiert die Armee Assads, die im Konflikt mit ihren sunnitischen Todfeinden steht. Die Schiiten der Hisbollah kämpfen an der Seite Assads, während die Kurden klammheimlich ihren eigenen Staat gründen. Die Türkei, Saudi-Arabien, die Golfemirate und der Iran betrachten Syrien und den Irak als Kampfplatz zur Sicherung eigener Machtansprüche.

Die USA verzichten auf ihre Rolle als Ordnungsmacht, weil sie keine Idee mehr davon haben, wie sie diese Ordnungsfunktion noch ausüben sollen. Auf die Interessen der USA (oder früher der Sowjetunion) nimmt niemand mehr Rücksicht, weil diese keinen Hebel besitzen, um sie effektiv durchzusetzen. Das zunehmende Desinteresse der USA am Nahost-Konflikt ist kein Zufall. Eine Hegemonialmacht löst keine Konflikte (etwa zwischen Palästinensern und Israelis), sondern zwingt alle Akteure zur Selbstbeschränkung. Die Briten konnten in Indien bis 1948 die Ordnung auf den indischen Subkontinent sicherstellen, bisweilen mit brutaler Gewalt. Mit dem Ende des Empire geriet Indien zum Schlachtfeld zwischen Hindus, Muslimen und Sikhs, zur Verzweiflung Gandhis. Eine ähnliche Erfahrung machten sie mit ihrem Völkerbund-Mandat in Palästina. Die Rolle der Briten im weltpolitischen System übernahmen nach 1945 die USA, allerdings bis 1990 in einer Art feindlichen Partnerschaft mit der Sowjetunion.

Wir erleben jetzt das Ende dieser Epoche.

Der Rückzug der USA hat allerdings eine energiepolitische Begründung. Mit dem Fracking-Boom, so die amerikanische Perspektive, kann man sich den weltpolitischen Rückzug als Ordnungsmacht leisten. Die USA sind nicht mehr vom Mittleren Osten abhängig. Warum sollen sie für Japan die Öllieferungen sicherstellen, wenn die Kosten für diese Sicherung unverhältnismäßig erscheinen? Die USA können weder die innenpolitischen Konflikte im Irak, noch die in Syrien oder zwischen Israelis und Palästinensern lösen. Das bisherige energiepolitische Eigeninteresse ist aber nicht mehr vorhanden. Die USA entwickeln somit eine Sichtweise, die verblüffenderweise der in Deutschland entspricht. Man sollte sich aus den Konflikten in dieser Welt heraushalten, wenn keine elementaren Eigeninteressen betroffen sind. So agiert aber keine Ordnungsmacht, sondern die USA werden damit zum gleichen Akteur wie alle anderen Mächte. Nur funktionierte diese Debatte in Deutschland bisher unter der Voraussetzung einer amerikanischen Ordnungsmacht. Das hat man bisher vergessen. So ließ sich bequem diskutieren, weil die USA damit zugleich die Rolle des Sündenbocks für alle Übel in der Welt übernommen hatten. Der (für Europäer) Nahe und (für die USA) Mittlere Osten ist zwar eine Widerlegung dieser These, aber die Debatte um die Äußerungen des Bundespräsidenten sind ein Beleg für die Denkfaulheit in Deutschland. Wir werden die Konsequenzen dieser Konflikte spüren, etwa mit den Flüchtlingen vor Europas Haustür. Die USA sitzen dagegen auf ihrem eigenen Kontinent mit zwei Ozeanen als geografischer Pufferzone.

Angesichts dieser Konstellation ausgerechnet mit Russland einen Großkonflikt um die Ukraine anzufangen, ist ein seltenes Beispiel politischer Dummheit. Während die Auswirkungen der Krisen im Mittleren Osten und um die Ukraine auf die USA zu vernachlässigen sind, sitzt Europa mitten im aufkommenden Orkan. Energiepolitisch brauchen sie sowohl das Öl des Nahen Ostens als auch das Gas aus Russland. Russland ist zudem der Akteur, ohne den weltpolitisch kein Staat zu machen ist. Sie sind in Asien das natürliche Gegengewicht zu China, in Syrien der wichtigste Verbündete Assads und können jede Einigung mit dem Iran im Nuklearkonflikt wirksam torpedieren. Russland ist im Gegensatz zur Sowjetunion zwar keine Ordnungsmacht mehr, aber ein potentiell höchst effektiver Unruhestifter. In Libyen gelang es, Russland einzubinden, um aber das darin verbundene Signal misszuverstehen. Anstatt Russland als weltpolitischen Akteur anzuerkennen, nutzt man jede Gelegenheit, um Moskau zu isolieren. Die USA haben zwar keine Idee mehr von ihrer Funktion als Ordnungsmacht, aber deshalb muß man nicht andere Mächte als gleichrangig betrachten. Es ist der nackte Irrsinn: Die Welt versinkt im Chaos, aber in den USA will man immer noch zuerst Russland und China eindämmen, Europa in das etablierte Bündnis halten, und den alten Status als Hegemonialmacht simulieren. Sie sind von den Folgen bekanntlich nicht betroffen.

Die Europäer haben auf diesen Verfall der weltpolitischen Funktion der USA keine Antwort gefunden – und sind gleichzeitig mit sich selbst beschäftigt. Die Debatte um die Besetzung des Präsidenten der EU-Kommission und den zukünftigen Status Großbritanniens in der EU sind nur aktuelle Beispiele. Die USA und Russland sind jeder auf ihre Weise keine Lösung, sondern ein Teil des Problems. Europa (und das bedeutet die EU) wird einen eigenen Standort finden müssen, wenn sie nicht zum bloßen Anhängsel werden wollen. Man hat bisher nicht den Eindruck, dass das in Brüssel (und vor allem in Paris und Berlin) begriffen worden ist. Aber das kann sich ja ändern.

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wer mir in den vergangenen Wochen Mails geschickt hat, und bisher keine Antwort bekam, sollte sich erneut bei mir melden. In der vergangenen Woche ist die Festplatte meines Rechners gecrasht – und es dauert bis ich die Daten rekonstruiert habe. Es gibt halt Zufälle mit Symbolcharakter.

update 24.06.2014

Einige links zum Thema. Ulrich Ladurner über den “Vormarsch” von ISIS. Markus Bickel über die Probleme der USA. Paul Mason über den Verfall der weltpolitischen Ordnung. Sebastian Fischer zur Rolle der Europäer. Vielleicht sollte ich auch wie Spon heute Morgen einen Mitmach-Tool in den Blog einbauen. Clemens Wergin über die Fehler Obamas. Markus Kaim zur deutschen Rolle in dem Konflikt. Günther Nonnenmacher sieht die USA in der Zwickmühle. Sonja Zekri ist völlig ratlos. Harald Müller entpuppt sich als Meister des Lavierens. Thomas Speckmann warnt hingegen vor der These einer Zäsur in der westlichen Politik. Außerdem ein Interview mit Frank-Walter Steinmeier. Und etwas zur innenpolitischen Lage in Russland. Von Swetlana Alexijewitsch. Mit einem Wort: Gespenstisch. Michael Werz zur innenpolitischen Lage in den USA. William Polk im Atlantic.

{ 80 comments }

holger196967 Juni 23, 2014 um 13:09

Schöne Zusammenfassung, was ich als schon seit Jahren hier rum plärre. MERCI….

Frankie (formerly known as Bernankie) Juni 23, 2014 um 13:12

“Die Europäer haben auf diesen Verfall der weltpolitischen Funktion der USA keine Antwort gefunden – und sind gleichzeitig mit sich selbst beschäftigt. ”

Ja, wenns so wäre! Aber die Europäer sind eben gerade nicht mit sich selbst beschäftigt, sondern Deutschland mit Deutschland, Frankreich mit Frankreich, Italien mit Italien.

Aber, wie Du sagst, es kann sich ja ändern, wenn Europa endlich mal auf sich selbst zurückgeworfen ist.

Schatten Juni 23, 2014 um 13:28

Syrien ist keine Verfallserscheinung sondern entarteter Teil des “Arabischen Frühlings” und also nur ein weiterer, nicht wirklich klappender Plan der Neocons.

Die Neocons sind noch immer aktiv, weil die anderen garkeinen Plan haben.

Man stelle sich vor, die Ukraine, Syrien und Venezuela hätten funktioniert! Drei proamerikanische regime changes simultan!

Aber Putin nahm sich die Krim und unterstützt den Assad. A pain in the ass!

Bladnoch1971 Juni 23, 2014 um 13:41

Schöne Zusammenfassung der gegenwärtigen Lage. Die Katharsis als Chance für den (außen-)politischen Neuanfang der EU.
Allerdings sehe ich das Ganze eher wie @Frankie. Jeder ist mit sich beschäftigt.Da muss es uns in Mitteleuropa erst richtig dreckig gehen (Denn Griechen geht es ja schon so, aber das ist einem 11 Mio. Volk an der Peripherie der EU ohne Belang!) damit sich was ändert und die Probleme müssten als gesamteuropäisch erkannt werden. Was für eine Kladderadatsch……

topi Juni 23, 2014 um 14:16

Schöne Zusammenfassung, ok; aber was solls, Hegemonialmacht weg, sollen wir jetzt da hinlatschen?

Oder die Grenzen noch höher ziehen; Frontex ist ja jetzt human geworden, sagen sie, und zerstört die Flüchtlingsboote offenbar nicht mehr direkt (jaja, wegen guten Wetters kommen dieses Jahr mehr durch, geleitet vom Weihnachtsmann bestimmt).

Soweit ist es noch lange nicht, dass die jungen Männer Griechenlands gerne im nahen Osten durch den Sand robben, um Gotteskrieger auseinanderzuhalten. Zumal ja jeder mit Verstand weiß, dass dies nur mit einem ganz großem Hammer ginge, den es in Europa gar nicht gibt, und wie gut dieser funktioniert hat, sehen wir ja außerdem.

Ja, Europa muss sich der Realität stellen. Beispielsweise ein HoheLied auf Schröder für seine Pipeline anstimmen, oder so. :roll:

Strategisch wichtige Rohstoffe militärisch sichern, Sandkasten für Generäle.
Wenn du mir dein Zeug nicht geben willst gegen meine Mercedes und Knarren und Maschinen, dann eben nicht, vielleicht jemand anderes, ersauf doch dran.

Der Preis könnte steigen, oh Gott, im schlimmsten Fall müssen wir weniger Elektroschrott in Plastikmüll einschweißen, ein Drama, ich fall tot um.
Oder noch schlimmer, nicht mehr mit 200 kmh alleine in Stadtpanzern über die Autobahn hämmern, wir werden alle störben!

Volkswirtschaften sind logischerweise in Kreisläufen organisiert, wie gut oder schlecht das läuft, hängt von der Organisation derselben ab. Natürlich kann Ölknappheit bzw. deren Simulation genutzt werden, um Ottonormaldödel und Tante Erna davon zu “überzeugen”, dass nur er jetzt den Gürtel enger schnallen muss, und sie noch einen Drittjob braucht. Denn es könnte sonst der Überschussexport von 200 MRD Euro sinken, also mit Dienst- und Vorleistungen locker 4 bis 5 Millionen Überschussarbeitsplätze (es arbeitet jemand, und in den Genuss dieser Arbeit kommen Ausländer, im Tausch gegen bestenfalls Lehmannpapiere), KATASTROPHE!!!

Europa muss sich um sich selbst kümmern, natürlich.
Natürlich nicht isolationistisch, aber nicht mit der irrigen Vorstellung, man könnte dort zwischen sunnischiimilizen aller Coleur “eigene Interessen durchsetzen”.

topi Juni 23, 2014 um 15:03

Frankie fkaB

“Ja, wenns so wäre! Aber die Europäer sind eben gerade nicht mit sich selbst beschäftigt, sondern Deutschland mit Deutschland, Frankreich mit Frankreich, Italien mit Italien. ”

Ja wenns so wäre!

Aber so kann es ja nicht sein, weil sie sich ein als unauflösbar betrachtetes Festwechselkurssystem gegeben haben.

So ist “Deutschland” damit beschäftigt, den anderen zu erklären, dass man nur genug Lohndrückung /Arbeitslosendrangsalierung/Rentnerverarschung/Steuerstrukturverschiebung/ÖffentlichenLeistungsabbau etc., also breiteste Einkommensumverteilung, braucht.
Dann wird nämlich alles gut, 4 bis 5 Millionen dürfen malochen, damit das Ausland Güter hat, und alle dürfen für die dafür eingehandelten Finanzpapiere der Happy few haften.
Denn das macht ja schließlich eine “stabile” Volkswirtschaft aus (der Erfolg, sinkender Wohlstand im Vergleich, liegt übrigens auf der Hand).

Und die anderen sind damit beschäftigt, den aus dem Euro (nicht aus der Geographie, die gab es immer, und es lief immer, mit Abwertungen) erwachsenen Mist zu handeln, und den weiteren Mist der Stabilitäts”orientierten abzuwehren.

Ach könnte doch sich jeder um sich selbst kümmern, und dann kooperieren.

topi Juni 23, 2014 um 15:08

Am Ende von Finanzkrisen gibt es diverse Strategien, die die Gläubiger fahren können, um die Zerreißung/Entwertung der Schuldscheine zu verhindern/verschieben.

Ein Krieg gegen böse Milizen, Gotteskrieger, weit schlimmer als die Taliban, ja das könnte eine sein.

Aber solange es noch Facebook für die Alten und anderes für die Jungen sowie ausreichend in Plastik eingeschweißten Elektroschrott gibt, hat da keiner Bock drauf; ein paar lokale radikale politische Umwälzungen, klar, die wird es bald geben, wenn man weiter Macht, beim Rechtsszenario auch mit Ausländerfeindlichkeit bis zum versuchten Rauswurf.
Aber loslatschen wird keiner wollen, damit ist auch jede Drohung damit hinfällig.

topi Juni 23, 2014 um 15:19

Noch eins; Natalius’ Hinweis, dass es nicht (“nur”) um Irak/Syrien, sondern einen Großteil des südlichen ehemaligen osmanischen Reiches, später britisches Protektorat, geht, lässt sich ja nun nicht mehr ignorieren.

Von kleinauf habe ich begeistert jede Art von Karten angeschaut.
Die mit Linealen und Dreiecken gezirkelten Linien sind mir schon damals aufgefallen.

Insider Juni 23, 2014 um 15:41

@F. L
In der neuen Weltordnung gibt es keinen Ordnungsfaktor mehr. Formal operieren die USA zwar noch als Hegemonialmacht, aber sie sind schon längst auf dem Rückzug.

Diese Einschätzung halte ich für grundfalsch.

Die USA sind nach wie vor die Militärmacht Nr. 1, kein Staat oder Staatenbündnis verfügt über entsprechende Gegenmacht.

Die USA überwachen mit ihren Geheimdiensten die gesamte Welt, schnorcheln die Telekommunikation, das Internet und die Finanztransaktionen ab.
Sie lassen ihre Drohnen hinfliegen, wohin und auf wen sie wollen.
Die Hegemonie des Dollar-Imperialismus ist ungebrochen, der Dollar ist weiterhin die Weltwährung Nr. 1.
Die USA bestimmen weiterhin die Politik des „War on Terror“.
Versuche von Saddam Hussein oder Gaddafi zur Führungsmacht im arabischen Raum zu werden, wurden militärisch beseitigt.
Und welche Interessen wurden in der Ukraine durchgesetzt? Vor allem jene der USA.

Die klare Schlussfolgerung daraus:
Die USA nach wie vor Hegemonialmacht, irgendwelche Machtpositionen haben sie nicht verloren oder aufgegeben.

Verändert hat sich lediglich, dass die USA in bestimmten Regionen gegenwärtig nicht mehr als Ordnungsmacht militärisch intervenieren. Daraus einen „Rückzug als Hegemonialmacht“ herauszudeuten, halte ich für unbegründet.

topi Juni 23, 2014 um 15:50

Ein paar Tausend Mann greifen u.a. die Ölproduktion in einem der größten Förderstaaten an, und es ist keine Intervention der USA absehbar; oder auch nur Buddies, die sie dort als Fußtruppen nutzen könnten.

Na wenn das kein faktischer Rückzug ist.

Insider Juni 23, 2014 um 16:06

@topi
Ein paar Tausend Mann greifen u.a. die Ölproduktion in einem der größten Förderstaaten an, und es ist keine Intervention der USA absehbar; oder auch nur Buddies, die sie dort als Fußtruppen nutzen könnten.
Na wenn das kein faktischer Rückzug ist.

Das Gegenargument dazu:
Die USA haben die militärischen Mittel, dort zu intervenieren. Sie könnten, wenn sie wollten.
Also gibt es andere Gründe und Interessen, dort militärisch nicht einzugreifen.
Auf jeden Fall ist es m. E. kein Rückzug aufgrund von Schwäche der USA.
Welche strategischen Überlegungen und Ziele dahinter stehen, wird sich zeigen.

f.luebberding f.luebberding Juni 23, 2014 um 16:08

Insider

Diese Debatte muss man führen. Aber ich habe nun nicht behauptet, dass die USA jetzt auf dem Status Großbritanniens abgesunken sind. Nur der letzte Satz formuliert das Problem:

“Verändert hat sich lediglich, dass die USA in bestimmten Regionen gegenwärtig nicht mehr als Ordnungsmacht militärisch intervenieren.”

Eine Hegemonialmacht zeichnet sich aber genau dadurch aus: Dass jeder ihre Interessen berücksichtigen muss, oder einen entsprechenden Preis zu bezahlen hat. Der Iran hat das seit 1979 erlebt. Eine Hegemonialmacht kann man vor allem eines nicht: Sie ignorieren.

aifran Juni 23, 2014 um 16:19

http://principiis-obsta.blogspot.se/2014/06/der-dschihadismus-und-die-olindustrie.html

…. Die atlantische Presse erregt sich trotz einiger Krokodils Tränen für die Tausenden irakischen Opfer dieser Offensive hauptsächlich nur über die Folgen dieses neuen Konflikts, nämlich den Ölpreis. In wenigen Tagen schnellte der Preis des Barrels auf $115 hinauf, d. h. auf das Niveau von September 2013. Die Märkte waren während der Kämpfe um die Baiji-Raffinerie, in der Nähe von Tikrit, besorgt. In Wirklichkeit arbeitet diese Raffinerie aber nur für den lokalen Verbrauch, der schnell an Brennstoff und Strom mangeln könnte. Der Anstieg des Ölpreises ist daher nicht auf die Unterbrechung der irakische Produktion, sondern auf die Lieferschwierigkeiten zurückzuführen. Er wird daher nicht lange andauern, weil ein überschüssiges Angebot vorherrscht. …..

…. sagt ein VT Fachmann

Insider Juni 23, 2014 um 16:22

F.L.
Eine Hegemonialmacht zeichnet sich aber genau dadurch aus: Dass jeder ihre Interessen berücksichtigen muss, oder einen entsprechenden Preis zu bezahlen hat. Der Iran hat das seit 1979 erlebt. Eine Hegemonialmacht kann man vor allem eines nicht: Sie ignorieren.

So ist es.
Das gilt auch für die Europäer.
Hier ist die Frage: Was sind die Interessen der USA?
Was bezwecken sie mit ihrem derzeitigen Verhalten?

Insider Juni 23, 2014 um 16:23

Passt zum Thema:

USA greifen nach Kontodaten europäischer Bürger
Erst Swift, nun Tisa: Wikileaks-Dokumente weisen laut Recherchen von NDR, WDR und SZ darauf hin, dass durch das neue Handelsabkommen Banken künftig ganz legal Kundendaten ins Ausland weitergeben dürfen. Auch die Kontrolle über die Finanzmärkte könnte sich Experten zufolge durch Tisa erschweren.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/sorge-um-datensicherheit-usa-greifen-nach-kontodaten-europaeischer-buerger-1.2007052

topi Juni 23, 2014 um 16:24

Wie würde denn eine Intervention aussehen, 400.000 Mann zusammentrommeln?
Das hätte jedenfalls den Erfolg, dass sich die Einheimischen wieder einig sind. :roll:

“Könnten” die Amis? Theoretisch klar. Und praktisch, einer muss sie ja schicken, und 400.000 müssen hin, und jemand muss Mittel genehmigen, und eine Öffentlichkeit dem zustimmen?

Da sie dabei sind, zum Energierohstoffexportland zu werden, könnten sie praktisch nicht, weil das Argument, der Plastikmüll-Elektroschrott würde weniger werden, nicht zieht.

Und das Argument, wir gehen dahin und schwingen unseren Knüppel, nur weil wir es können, kostet nur ein paar Billionen, zieht eben nicht. Das wäre ja Hegemonialmacht, und nicht Vertretung eigener konkreter Interessen.

NKB Juni 23, 2014 um 16:31

Realistische Einschätzung; muss man schon sagen.

Einige Bemerkungen trotzdem:
1.Jeder Versuch des Westens, intervenierend in irgendeiner Region der Welt einzugreifen, endete in den letzten Jahren in einer politischen Katastrophe, in diversen failed states. Mehr ist zur Zukunftsfähigkeit der westlichen Idee eigentlich nicht zu sagen, jedenfalls nicht, wenn man sich die Ereignisse mal aus einer historischen Perspektive anschaut. Hier ist mehr als nur Nachdenken gefragt sondern eine Politik, die nicht unbedingt Wettbewerb der Staaten und Nationen zur Grundlage hat.
2.Amerika zieht sich zwar als sichtbare Hegemonialmacht zurück, aber Obama sagt deutlich, dass Amerika nicht auf den Anspruch verzichtet, seine Interessen durchzusetzen, wo es denkt, diese Durchsetzung zu benötigen. Was wir also sehen ist die Aufgabe Amerikas als Ordnungsmacht aus ordnungspolitischen Gründen. Und das ist etwas anderes als der Rückzug Amerikas als Hegemonialmacht! Amerika handelt jetzt nur noch auf sich bezogen und doch sehr hegemonial, das muss man sich mal klar machen. Unter diesem Blickwinkel ist dann auch der Eingriff in die Ukraine zu verstehen – Russland und China sind nämlich die einzigen Gebilde, die sich dem Anspruch Amerikas widersetzen.
3.Natürlich muss sich Europa endlich emanzipieren, um sich endlich zu einigen. Das bedeutet politisch den Konflikt mit Amerika und (vielleicht) eine Verständigung mit Russland. Wer diesen Konflikt führen will, sollte politisch sehr fest im Sattel sitzen. Nicht mal die Kanzlerin sitzt in dieser Hinsicht genügend fest. Dass aber schon der polnische Außenminister begriffen hat, dass die amerikanischen nicht mal den polnischen Interessen dienlich ist zumindest ein Hoffnungsschimmer.
Andererseits gibt es starke Interessengruppen auch in Europa, die auf eine stärkere ökonomische und politische Verzahnung von Europa und Amerika setzen, auch wenn für Europa nur der Juniorpartnerteil übrigbleibt. Wie die Sache ausgehen wird, ist noch total unklar.
4.Außenpolitisch steht Europa nicht unbedingt vor einem Neuanfang. Gelingt eine Verständigung mit Russland, dann ist Europa groß und stark genug, um nicht bedroht zu werden und schon (fast) allein durch ökonomische Mittel seine ureigenste (!) Ziele, nämlich friedlicher Handel, zu erreichen. Geld ist schon immer der beste Kriegsgrund aber auch Kriegsverhinderungsgrund gewesen. Aber das daran überlegt ja sogar noch unser Pfarrer an der Staatsspitze. Schlichte Bereicherung als Motiv ist dem Guten wohl fremd…

Linus Juni 23, 2014 um 16:35

Ich kann FL’s These nicht folgen. Offensichtlich scheint mir nur, dass die USA ihre Strategie geändert haben, auf ‘Billig’-Krieg, mit ‘divide et impera’-Methoden. Eine Hegemonie nach FL’s Vorstellungen ist schlicht zu teuer und in ihrer Offensichtlichkeit auch nicht zu legitimieren. Also probiert man es anders:
- Überwachung
- Drohnen
- Farb-Revolutionen
- Unterwanderung von politischer Institutionen
Da geht es durchaus um Ausübung und Aufrechterhaltung von Vorherrschaft. Was bitte hätten die USA sonst in der Ukraine zu suchen?

topi Juni 23, 2014 um 16:41

Linus, die Frage ist doch, ob sie noch könnten, wenn sie wollten, inclusive Finanzierung (da sie das ja nicht keynesinisch-sportlich als Ausgabenprogramm buchen).

Was mich aber mal interessiert: wie soll denn Europa “unblöder” sein?

Insider Juni 23, 2014 um 16:47

Die USA werden ihre EU-Vasallen veranlassen, mit dem eigenen Militär einzugreifen, um die Energieversorgung zu sichern.

Pfarrer Gauck stimmt die Deutschen schon darauf ein.

Carlos Manoso Juni 23, 2014 um 16:50

@F.LUEBBERDING on 23. JUNI 2014
„In der neuen Weltordnung gibt es keinen Ordnungsfaktor mehr. Formal operieren die USA zwar noch als Hegemonialmacht, aber sie sind schon längst auf dem Rückzug. …

Luebberding, dass die „neue Weltordnung“ ohne „Ordnungsfaktor „ auskommen muß , wurde „Europa“ spätestens an dem Tage klar, als George H. W. Bush , der Ältere (!!) am 11. September 1990 (!!!) im US-Kongress von einer „Neuen Weltordnung“ (New World Order sprach.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Weltordnung

f.luebberding f.luebberding Juni 23, 2014 um 16:53

Linus

Die USA suchen in der Ukraine das Gleiche wie die Russen: Einfluß. Das ist nicht wirklich eine Überraschung. Die Frage ist aber nicht, was die Amerikaner dort suchen, sondern wie sich die Europäer dazu verhalten. Die haben zwei Interessen: Putin muss die Grenzen in Europa verbindlich akzeptieren – und sie dürfen sich nicht gleichzeitig in einen Großkonflikt mit Russland treiben lassen. Dafür gibt es eine Voraussetzung: Souveränität. Dann kann man sich aber nicht militärisch hinter den Rockschößen der Amerikaner verstecken. Ansonsten nehmen einen weder die Russen, noch die Amerikaner ernst.

f.luebberding f.luebberding Juni 23, 2014 um 16:54

Das waren für einen polnischen Außenminister durchaus überraschende Erkenntnisse.

Linus Juni 23, 2014 um 16:59

@topi:
“die Frage ist doch, ob sie noch könnten, wenn sie wollten”
Wieso sollten sie das wollen, wenn sie’s billiger auch haben können?

Mit dem Ende des kalten Krieges ist den USA die Legitimationsbasis für ihre Vormachtstellung weggebrochen. Warum sollten sie die mit Gewalt aufrecht erhalten?

Ihre grössten Gewinne haben die USA schliesslich in den beiden WW’s gemacht, als weisser Ritter. Warum nicht daran anknüpfen, indem man dosiert Zwietracht säht und sich dann als Retter präsentiert.

Die USA sind eine Insel. Daher können sie sich diese Strategie erlauben.

Carlos Manoso Juni 23, 2014 um 17:07

@Insider Juni 23, 2014 um 15:41
Die USA nach wie vor Hegemonialmacht, irgendwelche Machtpositionen haben sie nicht verloren oder aufgegeben.
Verändert hat sich lediglich, dass die USA in bestimmten Regionen gegenwärtig nicht mehr als Ordnungsmacht militärisch intervenieren. Daraus einen „Rückzug als Hegemonialmacht“ herauszudeuten, halte ich für unbegründet.

Insider, die USA konsolidieren ihre „Hegemonialmacht“.

Konsolidieren heißt angesichts rapider globaler Kapitalentwertungsprozesse, dass sich die USA auf ihre altgeübte Dominanz des Kerns des „Systems des Weltkapitals“ beschränken und den Rest der Menschheit künftig als „überflüssig“ abschreiben.

f.luebberding f.luebberding Juni 23, 2014 um 17:07

Carlos

So habe die “Neue Weltordnung” nie verstanden. Sie war die Alte, aber ohne Russen als Machtfaktor, dafür mit Japan und Deutschland. Es gab zwar auch schon damals Leute wie Huntington, die das neue Weltsystem als chaotisch definierten, aber das bestimmte nicht die Politik der USA. Nach 1990 schien sich mit der Globalisierung der Tend zu einer dauerhaften Hegemonie des westlichen Kapitalsimus als Weltgesellschaft zu bestätigen. Integration Osteuropas, Russlands, Chinas. Lauter Erfolge. Die arabischen Staaten galten ja gerade als hoffnungslose Fälle, die in diesem Modell als Störfaktor wirkten. Ihre Modernisierungsblockaden aufzubrechen, war ja gerade das Ziel der Neocons gewesen.

holger196967 Juni 23, 2014 um 17:23

Linus

eine Frage ist nicht geklärt: Warum kommen die Amis nicht mehr von alleine zur ISS?

Nächste Sache: Um Hegemon bleiben zu wollen, brauch ich Troops und Storm-Troopers… die wachsen aber nicht an den Bäumen nach. Und mit blackwater und 400 abgeschossenen Drohnen ist es auch nicht getan.

Die Logistik Maschine USS-Enterprise muss auch unterhalten werden. Verpflicht gibt es meines Wissens in den USA nicht.

Den USA brennt zu Hause der Kittel (infrastruktur) 800 Milliarden USD/anno sind auch nicht dauerhaft zu erklären. Auch nicht das Sterben für wen auch immer und auch nicht in welchem Freedom Geiste.

Die USA werden sich zurück ziehen müssen, nicht weil sie wollen, sondern weil sie zu Hause nicht mehr Hegemon erklären können, und weil es dem Hegemon an willigen Nachwuchs fehlt.

Hegemon sind sie eh nur noch wegen dem USD und an dem wird auch kräftig gesägt. Renminbi (Yuan BRICS)

Das schlimmste was den USA passieren kann ist, dass USRAEL in irgendeinen Konflikt gezogen oder ihn selbst ausbrechen lassen wird.

Aber ansonsten hat Lübber recht. Die Europäer samt ihrer europäischen NATO sind ein zahnloser Tiger. Die nimmt keiner ernst, außer ein paar Negervölker in Afrika…

gelegentlich Juni 23, 2014 um 17:31

@ Linus Juni 23, 2014 um 16:35
Da kann ich nur zustimmen. Es ist eigentlich die uralte byzantinische Politik der Beherrschung der Barbaren: säe Zwietracht in ihren Reihen, hetze sie aufeinander. Sie sind dann miteinander beschäftigt und verbrauchen so viele Ressourcen damit, dass sie hilfsbedürftig werden, dem Zentrum niemals gefährlich werden können und ihre Ressourcen im scharfen Wettbewerb gegeneinander verschleudern müssen. Wenn ma n einfach mal die ideologiche PR (Demokratie bringen usw.) wegläßt und es so betrachtet ist das bisher ein Erfolg: minimal invasiv das größtmögliche Chaos erzeugt.
Dass die Iraqis sich dauerhaft Alkohol- und Rauchverbot gefallen lassen werden glaube ich nicht. Jedenfalls haben die Eingriffe des Western erst die Islamisten nach oben gebracht. Türkische Bekannte, die stets Bilder aus dem Irak kannten, meinten 2 Tage nach dem Einmarsch des Westens dort verblüfft: wo vorgestern noch alle Frauen ohne Kopftuch herum liefen sieht man praktisch nur noch Bedeckte. Was habt Ihr angerichtet?

Carlos Manoso Juni 23, 2014 um 17:40

@f.luebberding Juni 23, 2014 um 17:07
„So habe die “Neue Weltordnung” nie verstanden.“

f.luebberding, um das Unbegreifliche dennoch begreifen zu können, wäre es notwendig, im krassen Gegensatz zur „pragmatischen“ Ideologie der herrschenden Funktionseliten, die Zersetzungs- und Selbstzerstörungsprozesse des „Systems des Weltkapitals“ und seine aktuell immer deutlicher sichtbaren „inneren Schranken“ zu erkennen (z.b. (finales) Ausbrennen seiner (Arbeits)substanz).

Bladnoch1971 Juni 23, 2014 um 17:40

@Holger
Die USA haben grundsätzlich schon eine Wehrpflicht, diese ist nur seit 1973 ausgesetzt. Kleine Folge der Proteste während des Vietnam Krieges. Nichtsdestotrotz muss jeder männlicher Amerikaner ab dem 17. Lebensjahr zur Musterung. Die USA könnten also die Wehrpflicht theoretische jederzeit wieder aufleben lassen. Allerdings dürfte das für jede amerikanische Regierung, solange die USA nicht unmittelbar bedroht sind, dem politischen Selbstmord gleichkommen.
Damit sind wir wieder bei Deiner Aussage zu Blackwater und den Maschinen auf den diversen Flugzeugträgern.

holger196967 Juni 23, 2014 um 17:53

Bladnoch 1971

—>>>Die USA könnten also die Wehrpflicht theoretische jederzeit wieder aufleben lassen. Allerdings dürfte das für jede amerikanische Regierung, solange die USA nicht unmittelbar bedroht sind, dem politischen Selbstmord gleichkommen.”

Das wusste ich nicht, nun: wenn die jeden Mustern :D dann müssten se ja gleich die Flinte ins Korn werfen LOL… BMI 33 auf den Schlachtfeldern der Welt… was das an Zeltplanen kostet…

Auch so ein Problem, man bekommt die Jugend für den Krieg in Massen nicht mehr begeistert.

Man kann Scharmützel nur noch mit radikal islamistischen Allahs aufrecht erhalten. Letzte Karte im Spiel… Vielleicht erledigt sich das mit den Kriegen auch von ganz alleine, weil keiner mehr die Notwendigkeit sieht, sich als Märtyrer zu opfern. Bis auf ein paar Kamel-Reiter eben. YALAAHHHH

Carlos Manoso Juni 23, 2014 um 18:31

@holger196967 Juni 23, 2014 um 17:53
„Letzte Karte im Spiel…“

Holger, wie du schon sagtest, brennen den USA „zu Hause“ schon seit mindestens 10 Jahren die Kittel lichterloh. Der Zentralstaat der USA braucht mindestens ca. 800 Mrd. USD p.a. CASH, damit der US-Staat seine Ausgaben noch finanzieren kann, was angesichts der QE-Grenze nur per externe Finanzzuflüsse möglich wäre. Anfangs haben die Chinesen noch mittels Ankäufen von US-Staatsanleihen externen Cash gebracht, was diese aber mittlerweile aber angeblich gestoppt haben. „Weniger Soldaten, mehr Technologie“ ist kaum eine Lösung für die letzte Weltmacht an der historischen Systemgrenze.

Die „letzte Karte im Spiel“ wären zwar Nukes. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich allergrößtes Vertrauen in die in den USA lebenden Menschen, jedenfalls deutlich mehr als in die in Deutschland lebenden Menschen.

holger196967 Juni 23, 2014 um 19:03

Carlos

—>>>Holger, wie du schon sagtest, brennen den USA „zu Hause“ schon seit mindestens 10 Jahren die Kittel lichterloh.”

Yep… und ich bin nicht so verwegen, zu behaupten, die “bösen” Amis fallen von Heute auf Morgen alle Tod um. Sie sollten sich darauf besinnen, wieder das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu werden. Und das können sie nun nicht im “Nahen-Osten”. Lübberding hat das Energie-Thema angesprochen. Das scheint in den USA (nicht durch Fracking alone) gelöst. Wenn sie jetzt noch die Phobie ablegen, jeder aber auch jeder, würde se erwürgen wollen, dann kann es mit den !!! JUNGEN USA auch klappen. Mit Mexico zusammen.

Und das alles, ohne das Gesicht verlieren zu müssen. Nur das Säbel Rasseln ist vorbei. Das holt keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Wen wollen die USA (NATO) noch beeindrucken?

Und in dem Sinne, muss sich “Europa” neu aufstellen. Und da sehe ich Schwarz, weil der europäische Hegemon die BRD mit ihren sozialistischen Einheitsparteien, ist. Da wird mir schon wieder übel.

BB Juni 23, 2014 um 20:20

(

Das Kommitee im Exil zur Förderung der deutsch-französisch-polnisch-russischen Zusammenarbeit verleiht hiermit …

… einen “Eisernen Straßenköter” an die polnische Zeitung “Wprost”!

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/neue-abhoerprotokolle-in-polen-totaler-bullshit-13003962.html

Herzlichen Glückwunsch!

Für den Goldenen muss man noch ein bisschen mehr tun. Aber das war schon ganz ordentlich.

)

f.luebberding f.luebberding Juni 23, 2014 um 21:00

Carlos

Ich habe Robert Kurz schon vor 20 Jahren gelesen. Das mag ja alles richtig sein, aber was nützt mir das Wissen, wenn es um die Ukraine oder den Irak geht?

Goodnight Juni 23, 2014 um 21:08

@Lübberding

Da muss ich die gute alte Autopoisis einwerfen. Die Amis sind seit ca. 100 Jahren Welt-Marshall. Das ist jetzt in ihnen drin, in der Politik, in der Kultur, in der Wirtschaft, in den Genen. Die können nicht so einfach wieder Kuhhirte werden. Gleiches haben wir doch gerade bei den Russen beobachtet, die würden für diese ukrainische Steppe einen Weltkrieg und den eigenen Untergang riskieren…weil es in ihnen drin ist, dieser Anspruch von Größe.

Was wir beobachten, das ist eine fundamentale Verschiebung der Konfliktfront. Nicht mehr einzelne Nationen noch politische Systemblöcke stehen sich gegenüber. Vielmehr wächst im nahen Osten gerade ein Monster heran, welches sich über Religion stabilisiert und abgrenzt. Diese Front ist zwar spätestens seit 11.09.2001 bekannt, jedoch sind jegliche Versuche der Bekämpfung gescheitert, da die Front sich durch alle Nationen zieht. Da wo man alle Religionen reingelassen hat, da sitzt der Feind im Inneren. Und da wo man den Feind klar bekämpfen konnte (Irak, Afghanistan), da war der Feind dann überall und folglich ein Krieg sinnlos, da man keine Siege erringen konnte.
All diese Entwicklungen der Moderne muss die amerikanische Staatsmacht gerade verstehen und verarbeiten. Eine Welt ohne klaren Feind, in der die alte Kriegführung nicht mehr funktioniert. Kein Wunder, dass man sich da lieber in klare kalte Krieg Konflikte mit dem Russen stürzt, um sich zu stabilisieren.
Whatever, am Ende wird das Monster im nahen Osten und Nordafrika groß genug und definierbar sein. Es wird sich nicht mehr über Religion sondern über die Differenz Stone-Age/Moderne unterscheiden lassen. Und dann haben wir einen eindeutig bösen Feind und eine klare Grenze für eine klare Kriegsführung: Moderne Staaten gegen Stone-Ager. Und dann wird die USA wieder World-Marshall sein…und bis dahin muss es nur warten und das Monster füttern.

“It isn’t about dedication and loyalty, it’s about belief in what we do.”
Edward (the good shephard)

Gregor Keuschnig Juni 23, 2014 um 21:14

Die Abgesänge auf die USA als Hegemonialmacht höre und lese ich schon seit Jahren. Die Neocons haben diesen Abstieg versucht zu verhindern, indem sie Krieg wie im 19. Jahrhundert betrieben haben. Die Kriege und Konflikte des 21. Jahrhunderts sind jedoch – ich hasse den Terminus, aber mir fällt kein besserer ein – asymmetrischer Natur.; altmodisch ausgedrückt: Guerilla-Taktik. Der Nahe Osten ist ein besonderer Fall: Hier erbringen die USA und der Westen den Spagat mit einem aggressiven islamisch-fundamentalistischen Staat verbündet zu sein (Saudi-Arabien). Die ISIS-Sache könnte da der Wendepunkt sein, denn das “Bündnis” mit Saudi-Arabien, 1990/91 gegen Saddam gegründet und dann gegen die Regionalmacht Iran weiterbetrieben, könnte ihren Sinn verlieren. Wenn Washington und Teheran zusammenarbeiten es wird nur informell sein), dürfte Saudi-Arabien mittelfristig für die USA uninteressant sein.

Ansonsten betreiben die USA die Asymmetrie auf ihre Weise und nehmen die Herausforderung an: Sie spionieren weltweit die digitalen Kommunikationsmittel aus und führen einen Sofa-Krieg mit Drohnen. Die Ukraine und Georgien sind den USA in Wirklichkeit fast gleichgültig. Für sie sind es Regionalkonflikte. Über die NATO und die EU ärgern sie Russland ein wenig, das sich längst als unzuverlässiger Akteur erwiesen hat. Dort, wo man zusammenarbeitete konnte man den Zerfall nicht aufhalten: Libyen und Syrien sind praktisch inexistente Staaten, die man längst sich selber überlassen hat. Dass ISIS jetzt ausgebrochen sind, ist eine Art Unfall. Der nächste Staat, der zerfallen wird, ist der Libanon.

Die USA sind alleine deswegen noch eine Hegemonialmacht, weil es keinen wirklichen politischen (und vor allem: militärischen) Widerpart gibt. Russland ist ökomisch nahezu am Ende. China boomt noch, wird aber mittelfristig innenpolitische Sezessionskonflikte bekommen.

Europa war nie und wird nie eine Macht werden. Es gab zwei Weltkrieg, die am Ende den Europäern die Imperien austrieben. Der Aufstieg der USA begann mit Kriegseintritt in den Ersten Weltkrieg 1917. Als einzige Macht trugen sie einen dauerhaften Sieg davon. Briten und Franzosen gewannen zwar den Krieg, verloren aber immer mehr an Einfluss. Das wurde paradoxerweise noch einmal 1945 deutlich. 15 Jahre später verloren die Europäer binnen weniger Jahre alle ihre Kolonien. Die USA hatte nie welche gehabt, sondern nur Einflussgebiete gesichert. Wenn man heute die G7 sieht, muss man über die Zusammenstellung lachen: Es sind ausser den USA und Kanada alles post-imperiale Länder, die für zwei Tage nochmal Weltmacht spielen dürfen.

f.luebberding f.luebberding Juni 23, 2014 um 21:28

Der schon erwähnte Abhörskandal in Polen ist interessant. Nur warum ausgerechnet Moskau ein Interesse daran haben soll, den polnischen Außenminister zu desavouieren, ist angesichts der Fakten etwas unklar. Aber bisweilen funktionieren halt die klassischen Reflexe. Daran ändert offenkundig auch nichts die Tatsache, dass die USA alles und jeden abhören.

Frankie (f.k.a.B.) Juni 23, 2014 um 22:29

@holger

“Auch so ein Problem, man bekommt die Jugend für den Krieg in Massen nicht mehr begeistert.”

Die USA sind nicht auf die eigene Jugend angewiesen. Ein bizarres Phänomen in der US Army sind die “Greencard-Soldaten” – 37.000 davon sollen im Irakkrieg eingesetzt worden sein, meist Latinos, die sich davon schnellere Einbürgerung erhofften. In dem Artikel unten wird von einem Sergeant berichtet, der 8 Jahre im Irak war, 10 Mann befehligte und dannach immer noch nicht eingebürgert war:

http://www.kriegsreisende.de/wieder/greencard.htm

Hat in den USA wohl Tradition, war schon im Bürgerkrieg so. Im Scorsese-Film “Gangs of New York” (einem der besten Movies überhaupt, aber das nur nebenbei ) gibt es eine Szene , die das wunderbar illustriert: ohne das Pier zu verlassen, werden ankommende Iren direkt vom Einwandererschiff auf den Truppentransporter geleitet, der sie zur Front bringt.

Dipfele Juni 23, 2014 um 22:30

@NZZ: Die USA haben sich aus Afghanistan und dem Irak zurückgezogen. Ist das der Rücktritt vom Posten als Weltpolizist? http://t.co/nSRlKJk2N7q

Ok, Geschichtsunterricht macht noch keine Analyse.

wowy Juni 23, 2014 um 22:40

@fl
Zum Abhörskandal in Polen (und der europäischen Unabhängigkeit):
http://www.welt.de/politik/ausland/article128534466/Polen-will-Sikorski-zum-EU-Chefdiplomaten-machen.html

wowy Juni 23, 2014 um 22:40

@Dipfele
Link ist tot

Linus Juni 23, 2014 um 22:46

Mir fallen genau zwei Länder ein, auf deren Interessen die USA Rücksicht genommen haben. Das sind Israel und Saudiarabien. Um den Rest der Welt haben sich die USA einen feuchten Kehricht geschert (NB: Bevor hier irgendwelche Pfeifen Morgenluft wittern – das richtet sich NICHT gegen Israel).

Das Verhältnis zu den Saudis ist inzwischen kompliziert. Die machen nach und nach ihre Drohung wahr, in Zukunft ihre Interessen selbst in die Hand zu nehmen.

Thor Juni 23, 2014 um 23:05

Sehen wir den Krieg doch mal ökonomisch, die “Muselmänner” sind einfach unschlagbar günstig in ihrem Metier, quasi das China des Krieges, nicht der Waren. Der Westen versucht mit Hitech gegenzuhalten, aber hey, wenn ein Menschenleben nur noch den Wert ein T-Shirts hat, dann kann man nur verlieren. Quasi die Prekarisierung des Kriegsmarktes…

Der verwöhnte Westler verlangt doch tatsächlich unheimlich viel Anstrengung um seine Arsch zu riskieren(Uschis Kindergartenarmee), das macht der Muselmane viel günstiger. Da reicht ein wenig Ideologie…

Natalius Juni 23, 2014 um 23:21

@FL,
hinsichtlich der aussenpolitischen Perspektive schliesse ich mich an den meisten Punkten Ihrer Analyse an. Aber Obama hat auch ein innenpolitisches Problem, was die Sache enorm verschärft. Die Leute sind einfach genervt, Obamacare hat sich als grosse Leerversprechung erwiesen, die Kriegsveteranen aus Vietnam, Afghanistan, Lybien, Irak I und Irak II fühlen sich wie der letzte Dreck behandelt – es gibt eine enorme Selbstmordraten. Hinzu kommen “residential centers”, 1.6 Bio USD für die Beschaffung von (Kriegsgerät und) Hohlladungsmunition gegen die eigene Bevölkerung (reicht für 20+ Jahre Bürgerkrieg), die geplante Entwaffnung von US citizen, 4th amendment, NSA surveillance & Überwachungsindustrie, black projects und das Verschwinden von Milliarden (bis Billionen) öffentlicher Gelder in irgendwelchen geheimzuhaltenden “Massnahmen”, völlige Intransparenz im militärisch-industriellen-finanziellen Komplex, der Totalverfall von klassischen Industriestädten, das Bewusstsein der US-citizen, betrogen worden zu sein, die völlige Job-Unsicherheit im öffentlichen Bereich usw. usf. Es ist nicht mehr das Amerika, von dem die amerikanische “Seele” träumt. Hinzu kommt, dass Obama faktisch in seiner eigenen Administration “entmachtet ist” – viele Neocon Bush Administratoren wurden mit dem Machtwechsel trickreich “verstetigt”. Dazu (möglicherweise zum Teil “gemachte”) Naturkatastrophen, Permanenz von “Anomalien”, Umweltverseuchungen, usw. Während in Deutschland gerade mal eine “Minorität” so “spinnt” wie ich selbst, sind diese “Spinner” in den USA in der Mehrheit: bible belt, US supremacy belt, Hollywood (alien) belt. NASA versucht, diese drei “Glaubensrichtungen” zu einem NAI astrobiology mix zusammenzurühren, lügt aber, ist mal ehrlich, lügt wieder, usw. Heraus kommt, was auf Veterans Today nachzulesen ist: Stellenweise enorm gute und treffende Analysen, aber abgemischt mit Berichten, die in den Augen/Ohren/Sinnen eines “German mindsets” als völlig unauthentisch rüberkommen müssen. Stellenweise (vermutlich) unauthentisch sind – stellenweise aber unbedingt ernst genommen werden müssten.

Meine Haltung dazu: Richard Dolans “breakaway civilization” ist kein Fantasieprodukt – die Russen wissen es, die Chinesen wissen es, 50% der übrigen Weltregierungen wissen es. Nur wir, die wir 2 Weltkriege verloren haben und den Tod von sechs Millionen Menschen in unserer kollektiven Seele tragen, wissen es nicht – denn wir sollen und wollen es nicht wissen.

Dipfele Juni 23, 2014 um 23:28
egal Juni 23, 2014 um 23:41

Die Interessen aller Staaten haben sich im Nahen Osten verschoben.

1. Afrika beweist doch seit Jahrzehnten: Konflikte zwischen regionalen Warlords lassen den Rohstoffhandel nicht dauerhaft einbrechen. Die Welt wird also auch künftig Öl kaufen können. Die Great Game Logik war: Feinde vom Ölhandel auszuschließen. Deutschland und Japan haben den letzten großen Krieg verloren, weil sie Öl nicht am Weltmarkt kaufen konnten. Da nun aber kein Machtblock den Nahen Osten zu dominieren droht, können sich die USA zurücklehnen.

2. “Öllieferungen sicherstellen” hieß möglichst große Fördermenge bei möglichst wenig Preisschwankung, um die Wirtschaft durch billige Energie zu pampern. Dass dieses Konzept nicht zukunftsfähig ist, hat mittlerweile auch der letzte Militärstratege begriffen.

3. Der Kampf um die Hearts and Minds ist entschieden. Europa hat gewonnen. Sunniten, Schiiten, Kurden, Iraner tragen Trikots von ManU und Real Madrid, wer lesen kann, wünscht sich eruopäische Verhältnisse.

Natalius Juni 23, 2014 um 23:43

PS: Welt im Chaos – passende Musi

“Sick Of You”

I was up in the morning with the TV blarin’
Brush my teeth sittin’ watchin’ the news
All the beaches were closed the ocean was a Red Sea
But there was no one there to part in two

There was no fresh salad because there’s hypos in the cabbage
Staten Island disappeared at noon
And they say the midwest is in great distress
And NASA blew up the moon

The ozone layer has no ozone anymore
And you’re gonna leave me for the guy next door
I’m Sick of You
I’m Sick of You

They arrested the Mayor for an illegal favor
Sold the Empire State to Japan
And Oliver North married William Secord
And gave birth to a little Teheran

And the Ayatollah bought a nuclear warship
If he dies he wants to go out in style
And there’s nothing to eat that don’t carry the stink
Of some human waste dumped in the Nile

We one thing is certainly true
No one here knows what to do
And I’m Sick of You
I’m Sick of You

The radio said there were 400 dead
In some small town in Arkansas
Some whacked out trucker drove into a nuclear reactor
And killed everybody he saw

Now he’s on Morton Downey and he’s glowing and shining
Doctors say this is a medical advance
They say the bad makes the good and there’s something to be learned
In every human experience

Well I know one thing that really is true
This here’s a zoo and the keeper ain’t you
And I’m sick of it
I’m Sick of you

They ordained the Trumps and then he got the mumps
And died being treated at Mt. Sinal
And my best friend Bill died from a poison pill
Some wired doctor prescribed for stress

My arms and legs are shrunk the food all has lumps
they discovered some animal no one’s ever seen
It was an inside trader eating a rubber tire
after running over Rudy Giuliani

They say the President’s dead but no one can find his head
it’s been missing now for weeks
But no one noticed it he had seemed so fit
and I’m Sick of it

I’m Sick of You
I’m so Sick of You, bye, bye, bye

Bye, bye, bye

https://www.youtube.com/watch?v=XsKwqr2SKwo&src_vid=0_8-Fm1vfw0&feature=iv&annotation_id=annotation_612288

gelegentlich Juni 24, 2014 um 07:39

@egal
„Da nun aber kein Machtblock den Nahen Osten zu dominieren droht, können sich die USA zurücklehnen.“
Damit das Öl billig bleibt sollten diese Konflikte aber bitte weiter gehen.
„… wer lesen kann, wünscht sich eruopäische Verhältnisse.“
Eine klare Mehrheit der Menschen im Nahen Osten wünscht sich schon lange europäische Verhältnisse. Das Problem ist nur: gerade der Westen hat sie nicht, niemals, gelassen.
Diese Steinzeit-Hulks sind westliche Kreaturen, von westlichen Schöpfern erschaffen und ausgestattet. Das darf man nie vergessen. Natürlich haben Saudi-Arabien und Katar auch eigene Interessen. Sie gelten aber im Nahen Osten als Strichjungen des Westens.

Insider Juni 24, 2014 um 08:54

@f.luebberding Juni 23, 2014 um 21:28
Der schon erwähnte Abhörskandal in Polen ist interessant. Nur warum ausgerechnet Moskau ein Interesse daran haben soll, den polnischen Außenminister zu desavouieren, ist angesichts der Fakten etwas unklar. Aber bisweilen funktionieren halt die klassischen Reflexe. Daran ändert offenkundig auch nichts die Tatsache, dass die USA alles und jeden abhören.

Ja, die „klassischen Reflexe“ von FAZ-Journalisten.
So schreibt der FAZ-Korrespondent Konrad Schuller:, Warschau:
Die Vermutung steht im Raum, dass ausländische Dienste im Spiel sein könnten. Da Polen bei der Gegenwehr gegen die jüngsten russischen Interventionen in der Ukraine diplomatisch an vorderster Front steht, weisen manche Zeigefinger nach Moskau.

Warum sollte Moskau ein Interesse daran haben, den polnischen Außenminister Sikorski zu desavouieren eine pro-europäische und US-kritische polnische Regierung zu stürzen?

Damit beleidigt die FAZ den Verstand ihrer Leser. Kein Wunder also, wenn Leser sich abwenden.

Das unterwürfige Verhalten gegenüber den USA wird von Sikorski als „Negerhaftigkeit“ bezeichnet.

holger196967 Juni 24, 2014 um 09:15

Thor

—>>>Der verwöhnte Westler verlangt doch tatsächlich unheimlich viel Anstrengung um seine Arsch zu riskieren(Uschis Kindergartenarmee), das macht der Muselmane viel günstiger. Da reicht ein wenig Ideologie…”

Ein wenig Ideologie ist gut… diese Sache mit dem Allah ist nicht zu unterschätzen. Hast ja hier gesehen. Katholiken gegen Evangele oder (Protestanten) hat auch lange gedauert, bis das einigermaßen ruhig war um da God-Father. Das Problem ist ja, die ham ja noch mehr strömende Richtungen. Und ich schwöre beim Blute meines besten Esels, diese Blutrache gibts da wirklich. Du siehst, die sind sich untereinander noch nicht mal einig.

Als der alte Bush in den Irak musste, weit vor den Türmen, hab ich schon (ja natürlich ich) zu meinem Boss (Major) gesagt, entweder man räuchert die richtig aus, oder man lässt es lieber bleiben. Sind halt keine “Christen”. Die machen alle Taschenmesser… also das beste ist in der Tat, wenn die sich da unten die Murmel selber von der Rübe hauen.

Der IRAQ ist eh hin, sollen sie ihn teilen. Kurdistan wird sich freuen. Nebenbei noch einen SUPER-Gottes-Staat Richtung Syrien, mit allen drum und dran, auch wenn es die Femen stört. Wenn Allah mit all seiner Gnade, dann aber bitte richtig. Ohne wenn und aber. dicken fetten Stacheldraht um den SuperGottesStaat und Ruhe ist. Und wenn die meinen die Welt mit Spektakel zu überzeugen, ein-drei Fat-Boy dann können se zu den Jungfrauen. Mit Toleranz und Überzeugung kommt man da eh nicht weiter.

Man braucht da auch gar nicht besorgt sein, Allah wollte es schließlich so. Wenn westliche Best-Menschen meinen, dass ginge doch nicht, doch das geht.

Das war der “Fehler” der USA, sie haben Allah frei und sich selbst überlassen. Den Allah den Hussein noch unter Kontrolle hatte. Das System West passt aber nun nicht auf Gotteskrieger.

Und wer es immer noch nicht kapiert hat, da wo Allah groß und mächtig ist, funktioniert das West-System nicht. Weil im Gegensatz zum verfetteten Westen, nehmen die mal die Säbel in die Hand und hauen anderen was auf die Nuss oder die gleich ab.

aifran Juni 24, 2014 um 09:57

aus der Reihe – Haut den bösen Putin
Heute: News von der FEA
Die zutiefst Ehrenhafte FIFA wurde – wie wir soeben von einem unserer V-Leute erfuhren mittels gezieler Streuung falscher Anschuldigungen durch Putin und seine Dunkelmänner in Misskredit gebracht. Darüber hinaus befinden sich einige WM-Schiedsrichter und Spieler seit längerem in den Händen von Putins Bestechungsbrigaden.

Die Freunde der Ehre und Aufrichtigkeit – Heil Hundekeks (Wir Lügen NIE – Wir sind die GUTEN)

aifran Juni 24, 2014 um 10:04

… gezielter Streung …

und schon wieder hat Putins Bande zugeschlagen und mir ein “t” aus meinem Posting gestohlen …..

aifran Juni 24, 2014 um 10:31

und nun auch noch das “u” Verschollen … ooohh Gott oh Gott – es ist zu Spät – wir sind Verloren …..

LH Juni 24, 2014 um 10:33

Einen wirklichen Rückzug von der Rolle als Weltpolizist der USA vermag ich noch nicht zu erkennen. Im Nahen Osten gehe ich immer noch davon aus, dass es den USA nur darum geht, die Landkarten neu zu sortieren. Es sollen sich “natürlichere” Staaten bilden, die nicht ganz so sehr auf die Stützung durch die USA angewiesen sind. Das aktuelle Chaos ist nur der notwendige Weg dorthin.
Die Vorgänge in der Ukraine würde ich eher als Beleg dafür nehmen, dass die USA mitnichten die Rolle als Welt-Hegemon aufgegeben haben. Denn denen scheint es dort ganz klassisch um die Zurückdrängung des russischen Einflusses zu gehen.

Aber wenn es so wäre, dass die USA nicht mehr Weltpolizist sein wollten, dann sollten sie bedenken, dass dadurch auch die zugegebenermaßen nicht überzeugende Rechtfertigung der weltweiten Abhörpraxis “zum Zwecke der Terrorbekämpfung” entfallen würde. Dann wäre die Aktivität der NSA nichts anderes als feindliches Agieren gegen alle anderen. Natürlich ist es das sowieso. Aber dann wäre auch noch das letzte Feigenblatt weg.

Fritz Juni 24, 2014 um 11:28

“Die USA verzichten auf ihre Rolle als Ordnungsmacht, weil sie keine Idee mehr davon haben, wie sie diese Ordnungsfunktion noch ausüben sollen.” Wirklich?
Mir scheint, die USA haben eine Idee, allerdings eine neue Idee, die auch mehr ins 21. Jahrhundert passt. Dafür ist zweierlei entscheidend: a) der Anstieg in der globalen wirtschaftlichen Vernetzung – nur ein Beispiel dafür ist die starke wirtschaftliche Interdependenz zwischen China und den USA, im Prinzip haben sich aber Lieferketten, Märkte und Finanzstrukturen soweit globalisiert, dass Vorherrschaft am besten per “Zusammenarbeit” gefestigt werden kann. b) Der relative Abstieg der Bedeutung von militärischer Übermacht – klassisch bracchial lässt sich heute weniger erreichen als je zuvor. Das ist die Lehre von Vietnam, von Afghanistan und zwei überflüssigen Irak-Kriegen. Die USA haben nicht nur keine Lust mehr, sich in Konflikte hineinziehen zu lassen, die militärisch gar nicht zu gewinnen sind und wirtschaftlich ungeheure schlechte Geschäfte darstellen, sie sehen auch, dass nicht-militärische Mittel viel besser greifen – z.B. ihr immer aggressiverer Rechts-Imperialismus, Verträge, Allianzen, wirtschaftliche Abhängigkeiten oder einfach “Investitionen” (Geld/Dollar).
Die neue Idee, die die USA jetzt zu verfolgen scheint, gilt nicht mehr irgendeiner Arrondierung der kapitalistischen vs. der kommunistischen Welt, sondern der Absicherung der globalen Märkte, weil wirtschaftliche Macht leichter und profitabler Einfluss sichert als Truppen und Waffen. Im Hintergrund sieht man zudem schon eine neue Art von “Superkraft” wachsen, die Kraft der technologischen Vorherrschaft. Dank Drohnenwaffen, der weltweiten Beobachtung der digitalen Kommunikation, mit Big Data ergeben sich vielleicht in den nächsten Jahrzehnten ganz neue Formen von Weltherrschaft – und da der Technologie-Utopismus ohnehin schon in den USA sein Weltzentrum hat, muss man annehmen, dass die USA längst in diese Richtung arbeiten. Der Rest ist Diplomatie, Politik und wirtschaftlich Druck machen. Das klassische Herumballern in der Tradition der beiden Weltkriege dürfte ein Auslaufmodell sein, mit Ausnahme des arabischen Raums. Man kann aber am Beispiel des Irans sehen, wie letztlich die wirtschaftliche Machtausübung für “Ordnung” sorgt, Militär muss nur noch das Durchhalten der Sanktionen garantieren.

Bogus Juni 24, 2014 um 11:38

Der US-Frackingindustrie dürfte das Chaos in “broader middle east” nicht ganz ungelegen kommen. Warum dort aufräumen, wenn ISIS die Marktpreise für Öl und Gas hochtreibt? DAS wäre doch zu blöd!

Doktor D Juni 24, 2014 um 12:29

Ein alter Recke der USamerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik, William R. Polk, äußert sich zur Fatalität der USamerikanischen Außenpolitik: http://www.theatlantic.com/international/archive/2014/06/william-r-polk-on-grand-strategy-iraq-and-syria/373221/

LH Juni 24, 2014 um 13:22

Den Link von @Doktor D sollte man unbedingt lesen. Besonders, wenn man wie offenbar @lübberding es für Antiamerikanismus hält, den schädlichen Einfluss Amerikas in der Welt zu thematisieren.

“But, even if they are, what is the “bottom line,” as businessmen like to say, in terms of our objective of being “secure?”

Allow me a personal answer. When I first traveled through the deserts, farm lands, villages and cities of Africa and Asia in the 1950s and 1960s, unfailingly, I was welcomed, invited into homes, fed and cared for. Today, I would risk being shot into any of the areas most affected by American policy.”

Vielleicht sollten wir mal über Antiamerikanismus reden? Es gab eine Zeit, da habe ich mich diesbezüglich kritisch reflektieren wollen. Aber nach allem, was im letzten Jahr so zu sehen war, finde ich dafür keinen Anlass mehr. Die USA/NSA haben mir den Krieg erklärt – und Euch allen auch. Die Frage ist nur, ob man das verdrängen möchte oder nicht.

holger196967 Juni 24, 2014 um 13:52

LH

—>>>Die USA/NSA haben mir den Krieg erklärt – und Euch allen auch. Die Frage ist nur, ob man das verdrängen möchte oder nicht.”

Entweder bist du noch jung und naiv oder nur Naiv.

Es betrifft natürlich einen LH… mich wundert, warum große Konzerne sich nicht öffentlich so wehren, wie all die kleinen LH dieser Welt?

als ob der kleine LH oder der kleine Holger was zu bieten hätten! Außer unser Konsumenten Dasein wohl gar nichts. Tja… und wenn man weiter überlegt, sind Konto Erfassungen genau darauf ausgelegt. Wer hat welche Geld-Mittel wofür.

Wo bleibt der Aufschrei des Mittelstandes? HA!!! Hääää? :D

Aber klar… Dir hat man den Krieg erklärt. Bestimmt… man muss so etwas auch nur noch glauben.

gelegentlich Juni 24, 2014 um 14:04

@LH
Vielleicht besser: man hat mich für unwichtig erklärt, will aber sicher sein, dass ich mich nicht dagegen wehre?

holger196967 Juni 24, 2014 um 14:11

LH

frag mal den Frankie Hoppenheimer, was der bei SAP macht, wenn nicht Controlling… :D was im Kleinen so auch im Großen.

Wozu gibt es wohl das GIS System? (Global-Information-System)

Man da sind Möglichkeiten drin ohne Ende… Frag mal Credit-Reform und Schufa !!! keine Antwort wie man zur Bonität kommt. Da kann der Nachbar ne vorliebe zum Knobi haben, und schon siehste alt aus. Ja… sogar der Straßenname entscheidet darüber.

Ihr seid alle Naiv Linge… Ihr könnt keine entstehenden Strukturen greifen noch begreifen. Pullert euch nur in die Hose, wenn das System schon steht. Da bedeutet nicht das Kommende zu deuten, sondern nur das Geschehene zu kritisieren.

Dann, wenn es eh zu spät ist. Dann wird geheult. Dieser “Krieg” wurde vor Rund 30 Jahren schon gestartet. Oder besser gesagt seit dem verfeinert. Gescheite Menschen, meist “Mechaniker” können sich das Eins zu Eins denken. Die “Was passiert DANN Maschine” vom Krümelmonster.

Das insbesondere die jüngeren Generationen das nicht greifen oder begreifen können, das liegt in der Natur der Dinge.

Und denen, die die Zeit als Augenzeuge und Betroffener mitmachen mussten, schenkt man eh keinen Glauben. Alles Spinner, und alles aus dem Ärmel gezogen oder eine VT.

Ich habe meine Lehre 1985 angefangen… mich kotzt das alles nur noch an. Ich hab genügend Familien den Bach runter gehen sehen. Unverschuldet. Und mir ist es recht, wenn die NSA das mal dokumentiert.

Nicht die NSA oder die USA haben den Krieg erklärt. sondern die sozialistischen Einheitsparteien der BRD, die Gewerkschaften, die BWL, und jeder Michel, der damit macht.

f.luebberding f.luebberding Juni 24, 2014 um 14:11

Ein wichtiges Signal. Wir werden sehen, wie es interpretiert wird.

Insider Juni 24, 2014 um 14:34

@Carlos Manoso Juni 23, 2014 um 18:31
Die „letzte Karte im Spiel“ wären zwar Nukes. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich allergrößtes Vertrauen in die in den USA lebenden Menschen, jedenfalls deutlich mehr als in die in Deutschland lebenden Menschen.

Das mangelnde Vertrauen die in Deutschland lebenden Menschen lässt sich m. E. aus der deutschen Geschichte des letzten Jahrhunderts sowie auch der Erfahrung mit BRD und DDR gut begründen.

Aber worauf sich ein „allergrößtes Vertrauen in die in den USA lebenden Menschen“ erfahrungsmäßig und rational gründen soll und nicht nur auf Hollywood-Filme ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.

In den USA mit ihrer Geschichtsverleugnung (Indianermord, Sklaverei, Imperialismus) und mit ihrem quasireligiösen Größenwahn und Herrschaftsanspruch (God’s Own Country) sehe keine relevanten gesellschaftlichen Kräfte, welche durch gesamtgesellschaftliche und menschheitsgeschichtliche Rationalität und Verantwortung gekennzeichnet sind.

In den USA ist sich nicht einmal ein Präsident seines Lebens sicher, man spielt mit dem Tod wie beim „chicken run“, es gibt Käfigkämpfe (martial arts) und Amokläufe mit Massenmorden sind an der Tagesordnung. Sozialdarwinistische Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit sind weit verbreitet, kritische geschichtliche und politische Selbstreflexion hingegen nicht.

Es herrscht eine narzisstische, pubertäre und kriegerische Kultur.

Wir wissen, dass ein narzisstischer Größenwahn sehr leicht, wenn er an der Realität scheitert, in Hass und Vernichtung umschlagen kann, auch in Selbstvernichtung.

im unmittelbaren Kontakt habe ich viele US-Amerikaner als freundlich, kontaktbereit und aufgeschlossen erlebt. Vor allem als politisch naiv und gutgläubig. Sie glauben wirklich, dass die US-Amerikaner die Guten auf der Welt sind und nur fürs Gute gegen das Böse kämpfen.
Über das, was auf der Welt wirklich passiert, sind nur die wenigsten US-Amerikaner informiert. Das Zentrum ihrer Wahrnehmung liegt in ihrem unmittelbaren Lebensbereich. So berichten auch die Massenmedien vor allem übers lokale Geschehen.

Ganz anders sieht es jedoch bei den US-amerikanischen Macht- und Funktionseliten aus.

Carlos Manoso, wie begründet sich Dein „allergrößtes Vertrauen in die in den USA lebenden Menschen“?

LH Juni 24, 2014 um 14:34

@Holger: Warum die Industrie sich nicht wehrt, kann ich Dir genau sagen: Die machen alle zu viel Umsatz in den USA als dass sie den gefährden wollen würden. Unternehmen haben keine anderen politischen Interessen als ihren Profit.
Du und ich werden uns nicht hinter den “großen und mächtigen Konzernen” verstecken können.

holger196967 Juni 24, 2014 um 14:40

LH Juni 24, 2014 um 14:34
@Holger: Warum die Industrie sich nicht wehrt, kann ich Dir genau sagen: Die machen alle zu viel Umsatz in den USA als dass sie den gefährden wollen würden. Unternehmen haben keine anderen politischen Interessen als ihren Profit.”

LH … WO machen diese Unternehmen PROFIT? in den USA? Dann guck dir mal an, welche S&P500 hier ansässig sind.

Und guck dir nicht nur P&G an, sondern auch EATON und die Historie… Mein Saftladen, wo ich mal gelernt hatte. Die BRD ist mehr S&P 500 als man denken mag.

Carlos Manoso Juni 24, 2014 um 14:46

@f.luebberding Juni 23, 2014 um 21:00
„Carlos
Ich habe Robert Kurz schon vor 20 Jahren gelesen. Das mag ja alles richtig sein, aber was nützt mir das Wissen, wenn es um die Ukraine oder den Irak geht?“

Luebberding, vor 20 Jahren habe ich beruflich noch ausschließlich US-Fachbücher zum Thema „Corporate Finance“ gelesen. Um ca. 2003 stieß ich dann auf Robert Kurz Buch „Weltordnungskrieg“, in dem Kurz in seiner Einleitung feststellt, dass man zwar den „Bedeutungsverlust der Politik und einen Souveränitäfsverlust der Staaten feststellt, diese „empirischen Erscheinungen“ aber gleichwohl immer noch in „herkömmlichen Begriffen der Politik und der staatlichen Beziehungen ausdrückt“, weshalb sich die Sichtweise des Neuen als phänomenologisch beschränkt erweist, während „der Begriffsapparat der alte bleibt und daran krampfhaft festgehalten wird“. Das hänge damit zusammen, dass eine Orientierung, „sofern sie überhaupt noch versucht wird“, „ vornehmlich rückwärtsgewandt ist, nämlich als Hoffnung auf und Konzeptheckerei für irgendeine „Wiedergewinnung des Politischen“.
http://www.amazon.de/Weltordnungskrieg-Souveränität-Wandlungen-Imperialismus-Globalisierung/dp/3895021490

Luebberding, erst wenn du verstehst, warum der aktuelle Leitzins im Euroraum, in den USA, Japan und Großbritannien bei fast null Prozent liegt, dann verstehst du auch, was in der Ukraine oder dem Irak vorgeht.
http://www.finanzen.net/leitzins

Carlos Manoso Juni 24, 2014 um 15:17

@Insider Juni 24, 2014 um 14:34
„ im unmittelbaren Kontakt habe ich viele US-Amerikaner als freundlich, kontaktbereit und aufgeschlossen erlebt. Vor allem als politisch naiv und gutgläubig. Sie glauben wirklich, dass die US-Amerikaner die Guten auf der Welt sind und nur fürs Gute gegen das Böse kämpfen.
Über das, was auf der Welt wirklich passiert, sind nur die wenigsten US-Amerikaner informiert. Das Zentrum ihrer Wahrnehmung liegt in ihrem unmittelbaren Lebensbereich. So berichten auch die Massenmedien vor allem übers lokale Geschehen.
Ganz anders sieht es jedoch bei den US-amerikanischen Macht- und Funktionseliten aus.
Carlos Manoso, wie begründet sich Dein „allergrößtes Vertrauen in die in den USA lebenden Menschen“?“

Insider, mein „allergrößtes Vertrauen in die in den USA lebenden Menschen“ gründet sich darauf, dass das bei Amerikanern “ das Zentrum ihrer Wahrnehmung … auf ihrem unmittelbaren Lebensbereich“ beschränkt ist. Und dass oberhalb dieses Zentrums nur die Bill of Rights (US-Verfassung von 1787 ) incl. 2. Zusatzartikel (Recht auf privaten Waffenbesitz), als Selbstverständlich akzeptiert wird.

Insider Juni 24, 2014 um 15:23

@LH Juni 24, 2014 um 13:22
… wenn man [] es für Antiamerikanismus hält, den schädlichen Einfluss Amerikas in der Welt zu thematisieren.

Der Antiamerkanismus wendet sich gegen die imperialistische, ausbeuterische und kriegerische Politik der USA und gegen die amerikanische (Un)Kultur.

Einen Pro-Amerikanismus als Akzeptanz dieser Politik, Wirtschaftsordnung und Kultur findet sich heute wahrscheinlich nur noch bei 1 – 2 Milliarden Menschen, alle andern sind „antiamerikanistisch“ eingestellt: in Südamerika, Afrika und Asien. Auch in Europa hat der Antiamerikanismus deutlich zugenommen.

Meist differenziert der Antiamerikanismus emotional und kognitiv zwischen amerikanischer Politik und den US-amerikanischen Menschen, so dass diese als Touristen etc. akzeptiert werden und sie persönlich keine Angriffe aufgrund ihrer Staatszugehörigkeit zu befürchten haben.
Anders dort, wo die US-Politik mit Krieg und Terror betrieben wurde und den Tod von Verwandten, Freunden usf. verursachte.

Ähnlich wie den Amerikanern in der Welt, geht es den Deutschen in Europa.

Merkels Politik hat dazu geführt, dass positive Bild von Deutschland, was in den Nachkriegsjahrzehnten aufgebaut wurde, abgelöst wurde durch ein negatives.
Deutschland wird heute wirtschaftsimperialistische Macht wahrgenommen und eine von Deutschland beherrschte EU als Horrorvision.

Die deutsche Politik gibt sich pro-europäisch, ist aber so anti-europäisch wie keine andere in Europa. Die verblendeten Deutschen begreifen dies aber nicht.

Carlos Manoso Juni 24, 2014 um 15:38

@Insider Juni 24, 2014 um 15:23
„Der Antiamerkanismus wendet sich gegen die imperialistische, ausbeuterische und kriegerische Politik der USA und gegen die amerikanische (Un)Kultur.
Einen Pro-Amerikanismus als Akzeptanz dieser Politik, Wirtschaftsordnung und Kultur findet sich heute wahrscheinlich nur noch bei 1 – 2 Milliarden Menschen, alle andern sind „antiamerikanistisch“ eingestellt: in Südamerika, Afrika und Asien. Auch in Europa hat der Antiamerikanismus deutlich zugenommen.“

Insider, „Antiamerikanismus“ wird erst dann relevant, wenn die in Amerika selbst lebenden Menschen den „american way of live“ als vollendete Anti-Utopie erkennen und wenn sie die positive Utopie beginnen.

Keynesianer Juni 24, 2014 um 16:19

@Insider

Die deutsche Politik gibt sich pro-europäisch, ist aber so anti-europäisch wie keine andere in Europa. Die verblendeten Deutschen begreifen dies aber nicht.

Es gibt keine “deutsche Politik” und “die Deutschen” haben auf das Geschehen den allerletzten Einfluss und werden auch gar nicht um ihre Einwilligung gefragt.

Es gibt aber gezielte Maßnahmen zur Täuschung der Völker unter Mitwirkung der Merkel-Regierung, die anderen Völker des Euroraumes gegen die Deutschen aufzuhetzen und denen einzureden, die Deutschen würden diese Politik der Austerität und neoliberalen Verwüstung zu verantworten haben.

Carlos Manoso Juni 24, 2014 um 17:06

@Keynesianer Juni 24, 2014 um 16:19
„Es gibt keine “deutsche Politik” und “die Deutschen” haben auf das Geschehen den allerletzten Einfluss und werden auch gar nicht um ihre Einwilligung gefragt.
Es gibt aber gezielte Maßnahmen zur Täuschung der Völker unter Mitwirkung der Merkel-Regierung, die anderen Völker des Euroraumes gegen die Deutschen aufzuhetzen und denen einzureden, die Deutschen würden diese Politik der Austerität und neoliberalen Verwüstung zu verantworten haben.“

Keynesianer, so weit ich noch weiss, hat die überwiegende Mehrheit „der Deutschen“ die „Merkel-Regierung“ (Kabinett Merkel III) gewählt. Die Parteimitglieder der SPD stimmten 2013 mit satten 75,96% der gültigen Stimmen dem Koalitionsvertrag der großen Koalition zu.

Adms74 Juni 24, 2014 um 20:34

@FL
Vielen Dank !!!
Einer der besten seit Einträge langem … :)
Interesante Zeiten wie die Chinesen sagen :(

Bogus Juni 25, 2014 um 08:54

Na so’n bissel Hegemonie bleibt noch übrig:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bnp-paribas-zahlt-offenbar-bis-zu-neun-milliarden-dollar-strafe-a-976834.html

“Die französische Seite argumentierte, dass die meisten der verdächtigen Geschäfte, die in der Regel von Paris und Genf aus gesteuert wurden, nicht mit französischem oder europäischem Recht kollidierten. Dennoch sahen die USA eine Handhabe, da die Transaktionen in Dollar abgewickelt wurden. ”

In Dollar abgewickelt… Ölgeschäfte nicht in Dollar abzuwickeln soll aber auch ungesund sein, so hört man gelegentlich…

Michael Juni 25, 2014 um 13:27

Die USA haben die Destabilisierung der Ukraine finanziert. Sie haben auch kein Interesse an einem stabilen Irak, weil der dem Abkommen zur dauerhaften Stationierung von US-Truppen nicht zustimmte.

ISIS wird dem Vernehmen nach von Verbündeten der USA finanziert. Die weltweiten Spannungen sind im Interesse der USA. Mit Spannungen verkaufen sich Waffen viel besser. Die USA sind der grösste Rüstungsexporteur der Welt. Einer der Hauptkonkurrenten in diesem Geschäft ist Russland.

Das Fracking ist beim Gas nicht und beim Öl mit Mühe kostendeckend. Die USA importieren den überwiegenden Teil ihres Öles. Die steigenden Ölpreise sind, so absurd es klingt, über den BIP – Deflator ein Inflations- und Wachstumsmotor. Wer Russland in die Knie zwingen will braucht keine Sanktionen. Es reicht ein Ölpreis unter 40 $/b zu prügeln. Es gibt keinen Mangel, der den Preis treiben würde. Deshalb die Sanktionen gegen Iran, nachdem Irak wieder Öl liefert. Deshalb der Wahnsinn mit Libyen. Bei niedrigen Preisen braeche natürlich auch die Frackerei zusammen. Deshalb niemand mehr Interesse an Spannungen als die Russen und die USA.

Balken Juni 25, 2014 um 20:54

Der Ketchup-Oligarch bereist gerade den Irak und sondiert Regime-change, um Lübberdings These vom Rückzug der USA als Weltordnungsmacht zu untermauern. :roll:

Balken Juni 25, 2014 um 20:56

O.k., Besuche von Außenministern in fernen Ländern sind nicht gerade ungewöhnlich. ;-) In der Rgel bringen sie aber nicht eine Wolke Drohnen und Militär”berater” mit und organisieren auch nicht Regierungsumbildungen.

ruby Juni 25, 2014 um 21:25

@ Michael

und dann alternative Sonnenenergie (Soddy) zum Selbstkostenherstellungspreis (Eigenschöpfung) vor Ort.
Geschäfts- und Machtverlust pur ;-)
EEG läßt grüßen…

- Hg - Juni 26, 2014 um 11:47

@topi
“topi Juni 23, 2014 um 15:50
Ein paar Tausend Mann greifen u.a. die Ölproduktion in einem der größten Förderstaaten an, und es ist keine Intervention der USA absehbar; oder auch nur Buddies, die sie dort als Fußtruppen nutzen könnten. Na wenn das kein faktischer Rückzug ist.”

===> … @topi … hinkt mal wieder hinterher. Hattu noch nich begriffen, daßß … ISIS = US ?

"ruby" Juli 5, 2014 um 16:24

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