Bruchlinienkrieg: Samuel Huntington, neu gelesen

by f.luebberding on 24. August 2014

Der verstorbene Samuel Huntington galt in den 1990er Jahren als der Wortführer der Neokonservativen. Sein Buch über die Welt nach dem Ende des Kalten Krieges wurde bisweilen als ideologischer Angriff auf die Perspektive einer friedlichen Welt verstanden. Das änderte allerdings nichts an dem analytischen Wert von “Zusammenprall der Zivilisationen”. Den sollte man sich auch für die derzeitige Welt im Umbruch nutzbar machen.

Eine der zentralen Thesen Huntingtons ist die Definition des zeitgenössischen Krieges als Bruchlinienkrieg. Sein Merkmal ist der Kampf zwischen “Gemeinschaften, die Staaten oder Gruppen aus unterschiedlichen Kulturen angehören”. Solche Kriege sind tendentiell endlos und von extremer Gewaltintensität. Der Unterschied wird im Vergleich zwischen den Kriegen in der Ost-Ukraine und im Mittleren Osten deutlich. Im Gegensatz zu Syrien und dem Irak orientieren sich bisher alle Kriegsparteien in der Ukraine rhetorisch an den humanitären Ansprüchen des Kriegsvölkerrechts. Der Propagandakrieg tobt gerade darum, dem Feind dessen Verletzung nachzuweisen oder zu unterstellen. Davon kann in Syrien oder dem Irak nicht die Rede sein. Dort wird die Verletzung des Kriegsvölkerrechts von ISIS ausdrücklich als Teil der eigenen Kriegsstrategie betrachtet.

Das Interesse von ISIS an dieser Strategie ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar. Alle anderen Akteure sollen damit gezwungen werden, den Konflikt mit ISIS kulturell als einen zwischen Islam und dem Westen zu definieren. In diesem Bruchlinienkrieg gibt es anschließend weder Neutralität, noch die Binnendifferenzierung zwischen gemäßigten Kräften und Radikalen. Jeder soll zur Entscheidung zwischen Freund und Feind (im Sinne Carl Schmitts) gezwungen werden. Huntington hat den Konflikt zwischen dem Islam und anderen Religionen als den Kern dieses Konflikts beschrieben. Das war auch das Hauptargument seiner Kritiker: Den Islam als Feindbild zu beschreiben – und nicht den Islamismus. Heute ist diese Kritik durch die Entwicklung obsolet geworden. Angesichts des Konflikts zwischen Schiiten und Sunniten, des Zerfalls der arabischen Staatenwelt in Libyen, Syrien und Irak, kommt niemand mehr auf die Idee, den Islam als einen homogenen Block zu beschreiben.

Huntington selbst hat das Fehlen einer hegemonialen Macht allerdings als das Grundproblem der islamischen Staatenwelt beschrieben. Saudi-Arabien, der Iran, die Türkei, Indonesien oder Ägypten sind Konkurrenten. Aber niemand von ihnen ist bis heute eine Ordnungsmacht, die etwa mit der Rolle der USA im Westen vergleichbar wäre. Nur so konnte selbst ein Zwerg wie Katar zum weltpolitischen Akteur werden.

Huntington stellte in seinem Buch von 1996 eine interessante Frage. Wie lassen sich Bruchlinienkonflikte zum Stillstand bringen? Er differenziert zwischen “Primär-, Sekundär- und Tertiärbeteiligten”, die aber eines auszeichnet: Ihre kulturelle Nähe zu den Konfliktparteien.

“Bruchlinienkriege werden nicht durch unparteiische Indivduen, Gruppen oder Organsationen beendet, sondern durch eigennützige Sekundärparteien, die sich hinter ihre kulturellen Verwandten gestellt haben und in der Lage sind, einerseits mit den Sekundär- und Tertiärparteien der anderen Seite Vereinbarungen auszuhandeln und andererseits ihre kulturellen Verwandten zur Annahme dieser Vereinbarungen zu bewegen. Der kulturelle Schulterschluß verschärft und verlängert zwar den Krieg, ist aber in der Regel auch eine notwendige, wiewohl nicht hinreichende Bedingung für die Begrenzung und Einstellung des Krieges.”

Er beschreibt die Rolle dieser Sekundär- und Tertiärparteien im Sinne des klassischen westlichen Realismus: Als die von Ordnungsmächten, die ein übergeordnetes Interesse an Stabilität haben. Später benennt er die Bedingungen, um in einem solchen hochkomplexen Bruchlinenkrieg (als “Drei-Ebenen-Krieg mit mindestens sechs Parteien und mindestens sieben Beziehungen zwischen ihnen”) die Einstellung der Kämpfe zu erreichen.

“- aktives Engagement der Sekundär-und Tertiärparteien

- Verhandlungen zwischen den Tertiärparteien um die Rahmenbedingungen für eine Beendigung der Kämpfe

- eine Zuckerbrot-und-Peitschen-Politik der Tertiärparteien, um die Sekundärparteien zur Annahme dieser Bedingungen zu bewegen und auch die Primärparteien zu deren Annahme zu drängen

- Entzug der Unterstützung der Primärparteien und letzten Endes deren Verrat durch die Sekundärparteien; und

- infolge diesen Druckes Annahme der Bedingungen durch die Primärparteien, die selbstverständlich gegen sie verstoßen werden, wenn dies in ihrem Interesse liegt.”

Es ist somit offenkundig, warum der Nahe und Mittlere Osten zu kollabieren droht. Das Fehlen von Tertiärparteien, die nicht nur ein eigenes Interesse an Stabilität formulieren können, sondern es auch am Ende durchzusetzen vermögen. Über die Folgen darf jetzt jeder selber nachdenken. Man könnte dann allerdings den Eindruck bekommen, dass die Debatten in Deutschland zur Zeit an einer gewissen Unterkomplexität leiden.

update

25.08.2014

Zu Libyen Zeit online. Ebenso ein Artikel über ein unabhängiges Kurdistan.

12:30 Uhr

Ein Hinweis noch auf die Rolle der Türkei. Und eine gute Zusammenfassung der Debatte um Huntington von Ulrich Menzel aus dem Jahr 1997.

{ 247 comments… read them below or add one }

peewit August 27, 2014 um 12:51

@Natalius

–>”Es wird immer klarer, dass auch das sog. Mittelalter historisch überarbeitet werden muss.”

Dafür gibt’s keinen kompetenteren Ansprechpartner als unseren Aristotelesgelehrten @Keynesianer. Auf geht’s!

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 13:00

Holger

Hinweise auf das Nagetier kann man sich sparen. Sicher meintest Du auch das Geschwätz über Juden. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

glühwürmchen August 27, 2014 um 13:01

@Natalius “…kriminellen Psychopathen gesteuert wird, deren Kern vorwiegend jüdischer Herkunft ist”

ich bin ja auch der Meinung, dass es gewisse Familien gibt, die mittels ihrer Finanz-, Öl- und anderer Imperien den Westen mehr oder weniger beherrschen. Bekannt sind ja die Namen Rothchild, Rockefeller, Bush und Gates oder die Windsors. eine Frage: sind die genannten auch “jüdischer Herkunft”?
irgendeiner Herkunft müssen sie ja sein. Daraus einen Rassismus ableiten zu wollen, finde ich etwas bemüht. Allerdings finde ich es schon bedauerlich, dass der Begriff “jüdisch” hier in D wieder in solch einem Zusammenhang auftaucht. Ob sie nun “j…” Herkunft sind oder vom mars kommen, ist doch relativ wurscht ;-) die grosse Mehrheit der J. kann ja sowieso nichts dafür
Ich kann das J-Wort auch langsam nicht mehr hören und sehen. Echt jetzt.

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 13:06

Außerdem besteht der Fortschritt in der Geschichtswissenschaft darin, neue Quellen und Sichtweisen zu entwickeln. Das geschieht heute zunehmend durch Nutzung naturwissenschaftlicher Methoden. Nun habe ich mir den islamischen Prediger nicht angesehen. Hat der sich jetzt wirklich an dieser Methodik orientiert? Oder ist er ein weiterer Romanautor, der (nur mit Gottes Hilfe) wild herum spekuliert?

holger196967 August 27, 2014 um 13:07

f.luebberding August 27, 2014 um 13:00
Holger

Hinweise auf das Nagetier kann man sich sparen. Sicher meintest Du auch das Geschwätz über Juden. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.”

Ich meinte, das so, wie ich das schrieb…

weil mir das Geschwätz wegen “Antisemitismus” auf den Sender geht. Und nur weil einer hier, es nicht kapiert und immer und immer wieder, es als Argument bringt oder bringen muss.

Ich hab die Schnauze voll von N24

Ich hab keinen JUDEN und keine MENSCHEN umgebracht…

ES GEHT MIR AUF DEN SÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄNDÄÄÄÄÄÄÄÄÄR

Das geschwätz vom Dr.

holger196967 August 27, 2014 um 13:09

Und wenn der Herr Dr. meint, ständig zu provozieren, genauso , wie der Koks Büddel Paolo Pinkel auch, dann reicht es.

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 13:11

Außerdem mache ich folgenden Vorschlag: Jeder, der sich hier mit dem Thema Juden oder Antisemitismus beschäftigt, bekommt ab jetzt folgende Auflage: “Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft” von Hannah Arendt gelesen zu haben bevor er sich äußert. Mir gehen nämlich diese redundanten Debatten über das Thema auf die Nerven.

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 13:16

Holger

Nur als Hinweis. Der Einzige, der entscheidet, wann es hier reicht, bin ich. Und wenn Du Dich provoziert fühlst, ist das Dein Problem – und keine Legitimation Deiner Diskussionskultur. In Wirklichkeit hast Du das auch nicht nötig.

holger196967 August 27, 2014 um 13:24

f.luebberding August 27, 2014 um 13:16
Holger

Nur als Hinweis. Der Einzige, der entscheidet, wann es hier reicht, bin ich. Und wenn Du Dich provoziert fühlst, ist das Dein Problem – und keine Legitimation Deiner Diskussionskultur. In Wirklichkeit hast Du das auch nicht nötig.”

Ja… ich hab es auch nicht nötig, weil ich Fan von einem Juden Verein bin.

Mir geht es nur darum, diese dämliche Keule (Argument) “Antisemitismus” zu verdammen.

Die Zeiten sind “Gott” sei dank auch mal vorbei. Warum reitet der Dr. den darauf andauernd rum?

Will er künstlich den “Antisemitismus” schüren?

Der hat se nicht mehr alle.

WER ist denn noch “Antisemit” ???

Mach dir mal lieber Gedanken darum, wie es mit der Altersarmut aussieht, wiesaussieht.de

Demnächst leben rund 30 Millionen hier unter der Grenze.

Aber das juckt ja nicht…

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 13:26

Holger

Was N24 jetzt damit zu tun hat, weiß ich nicht. Dass Du niemanden umgebracht hast, nehme ich einmal an … . Vielleicht ein Hinweis. Fühle Dich einfach nicht angesprochen, wenn jemand solchen Unsinn behaupten sollte. Das hilft. Ganz sicher.

holger196967 August 27, 2014 um 13:27

Und da kommt ihr mit dem Geschwätz … das regt mich auf…

Vor der jetzigen und kommenden Realität könnt ihr ja eure Augen verschließen…

Das ist euer Job…

holger196967 August 27, 2014 um 13:28

—>>>Was N24 jetzt damit zu tun hat, weiß ich nicht. ”

Das kann ich dir sagen, weil die Dokus immer nach dem gleichen Schema aufgebaut sind…

Es geht nicht um N24 sondern um die Mediale Wirkung.

holger196967 August 27, 2014 um 13:30

Und wenn es mal auffällt, dann wird man merken, dass es nur 2 “Sprecher” gibt, die die Dokumentationen auffüllen…

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 13:32

Die mediale Wirkung ist bei N24 knapp über Null. Außerdem ist es völlig in Ordnung über die Funktion etwa des Antisemitismus-Diskurses zu diskutieren. Nur funktioniert das nur, wenn man sich mit dem Diskurs beschäftigt – und eben nicht mit Stereotypen, die etwa Antisemiten zum Besten geben. Darüber darf man jetzt nachdenken.

Keynesianer August 27, 2014 um 14:17

@f.luebberding

Jeder, der sich hier mit dem Thema Juden oder Antisemitismus beschäftigt, bekommt ab jetzt folgende Auflage: “Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft” von Hannah Arendt gelesen zu haben bevor er sich äußert.

Da müssten wir ja ganz gespenstische Diskussionen führen:

Laut Arendt waren die Historiker der unmittelbaren Nachkriegszeit die Antwort auf die Frage, warum gerade die Juden Schmähung, Verfolgung und Vernichtung erlitten hatten, schuldig geblieben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Elemente_und_Urspr%C3%BCnge_totaler_Herrschaft

Da war gerade jeder zum Schweigen gebracht, der ihr das hätte erklären können, die einschlägigen Bücher verboten und verbrannt, und sie fragt, warum kein Historiker mehr nach 1945 die Verfolgung der Juden laut historischen Quellen seit ältesten Zeiten erklären wollte.

Was sollen wir damit machen? Irgend eine völlig abwegige Theorie über den Grund für die Verfolgung der Juden diskutieren? Weil die Juden das Opfer abgeschafft hätten (Heinsohn)? Oder weil sie der Menschheit den Monotheismus und die Gebote gebracht hätten?

Natalius August 27, 2014 um 14:32

“Und Dir entgeht natürlich völlig die Ironie der genanalytischen Desavouierung Hitlers. Nicht dass Hitler jüdischer Abstammung war, ist Ergebnis der Analyse, sondern dass er nach der NS-Rasseideologie als Nachfahre von Juden hätte klassifiziert werden müssen.”

Es gibt kein “jüdisches Gen”, aber es gibt Haplogruppe E1B1B1, die der Genealogie nomadischer Stämmen Nordafrikas (Berber und Semiten) zuzuordnen ist. Der Befund ist insofern historisch interessant, als das Hitler über seinen eigenen Ariernachweis gestolpert wäre. Da hört der Fall aber nicht auf!

Die Frage ist nämlich, wie es dazu kam. Die einfachste Erklärung wäre anzunehmen, dass E1B1B1 durch ein “amouröses Abenteuer” in eine Hitler-Vorfahrin eindrang. Vielleicht gab es ja einen jüdischen Schla-Wiener auf Geschäftsreise von Wien nach München… Wer weiss.

In jedem Fall muss dieser Schla-Wiener nicht nur semitischen Ursprungs gewesen sein, sondern gleichzeitig auch die genetische Ausstattung für Psychopathie “abgeliefert” haben. Ich gehe nämlich davon aus, dass beides unabhängig voneinander ist, dass also nordafrikanisch-nomadische Herkunft (E1B1B1) nicht automatisch die Voraussetzung für Psychopathie bedeutet. Ich kann mir das nicht anders vorstellen und bin geneigt, bis zum Beweis des Gegenteils an dieser Auffassung festzuhalten. Für Psychopathie gibt es einige SNPs, die als Kandidaten literaturbeschrieben sind. Neben charakteristischen Mutationen des Oxytocin-Rezeptors (OXTR) sind Mutationen an Monoaminooxidasen (MAO) (vermutlich für Dopamin) betroffen. Da kommt fast jedes Halbjahr neues hinzu. Wir warten jetzt einfach mal ab, wie lange es noch dauert, bis aus einer stark faktenunterstützten Hypothese (Psychopathie als Erbkrankheit) allgemein akzeptiertes Wissen geworden ist. Lange wird es nicht mehr dauern. Dann wird man den Hitler-Fall erneut aufrollen können, sofern die DNA aus dem “geklauten” Taschentuch nicht inzwischen verschwunden ist. Auch wenn mich jetzt 3000 Morphs zertrampeln wollen: Ich bleibe bei meiner Auffassung Psychopathie als Erbkrankheit zu sehen, zumal das, was 1967 als “Inzucht” bezeichnet wurde, natürlich dazu beiträgt, dass sich die betroffenen Gene nicht verdünnen.

“It runs in families”. Und ich würde hinzusetzen: “Not in ethnic groups!” Die ethnische Diversität dürfte bei den heutigen Israelis nämlich sogar höher als etwa bei Isländern sein, was durch die Geschichte des Judentums verursacht ist. Semitische Wurzeln sind heute wohl eher in der Minderheit gegenüber khasarischen und anderen Wurzeln.

@Morph, Du bist ein Meister der Polemik, aber nicht unbedingt der Helleste!

Natalius August 27, 2014 um 15:07

f.luebberding August 27, 2014 um 13:06
“Außerdem besteht der Fortschritt in der Geschichtswissenschaft darin, neue Quellen und Sichtweisen zu entwickeln. Das geschieht heute zunehmend durch Nutzung naturwissenschaftlicher Methoden. Nun habe ich mir den islamischen Prediger nicht angesehen. Hat der sich jetzt wirklich an dieser Methodik orientiert? Oder ist er ein weiterer Romanautor, der (nur mit Gottes Hilfe) wild herum spekuliert?”

Frank, so eine Panne passiert, wenn man schreibt, bevor man REINHÖRT! Der Vortrag fand an der University of Miami statt, der Mann hat immerhin promoviert (weiss nicht welches Fach) und mir erschien das nicht so, dass z.B. die “Entdeckung Amerikas” durch islamische Seefahrer vor Kolumbus völlig an den Haaren herbeigezogen sei. In diesem Vortrag (1. Drittel) ist sehr viel überraschendes Material drin, das man einzeln überprüfen kann. Und die völlig hypertrophe und selbstbezogene Sicht des Westens und seiner “Moderne” auf andere Kulturkreise ist einfach nicht zielführend.

Systemfrager August 27, 2014 um 15:15

Und die völlig hypertrophe und selbstbezogene Sicht des Westens und seiner “Moderne” auf andere Kulturkreise ist einfach nicht zielführend.

Genauer gesagt, dem Rest der Welt fehlt schon die Spucke

Jackle August 27, 2014 um 15:24

Frank, ist ja dein Blog, aber findest du das eigentlich dufte, dass bei jedem scheiß Thema der Bekloppte an kommt und am Ende über die psychopathischen Juden redet, die man ausrotten müsse, während der andere Bekloppte fragt, wer denn überhaupt noch Antisemit sei? Ich mein, ich frag ja nur.

Linus August 27, 2014 um 15:32

@Natalius:
“Ich bleibe bei meiner Auffassung Psychopathie als Erbkrankheit zu sehen”
Hast du dich eigentlich selbst schon einmal diesbezgl. untersuchen lassen?

Natalius August 27, 2014 um 15:42

Jackle August 27, 2014 um 15:24
“Frank, ist ja dein Blog, aber findest du das eigentlich dufte, dass bei jedem scheiß Thema der Bekloppte an kommt und am Ende über die psychopathischen Juden redet, die man ausrotten müsse, während der andere Bekloppte fragt, wer denn überhaupt noch Antisemit sei? Ich mein, ich frag ja nur.”

Jackle, jetzt mal im Ernst: Habe ich von Ausrottung gesprochen – kannst Du lesen?
Ich habe geschrieben “It runs in families!” und dabei eine jüdische Webautorin zitiert.

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 15:56

Jackle

Von Ausrottung war noch nicht die Rede, oder habe ich da etwas überlesen? Da wäre die Grenze meilenweit überschritten. Wenn Diskussionen völlig aus dem Ruder laufen, greife ich auch ein. Aber es war noch nie mein Grundsatz gewesen, zwischen Bekloppten, weniger Bekloppten und gar nicht Bekloppten zu unterscheiden. Zum einen muss ich dann Kriterien haben, um das Kommentariat entsprechend zu kategorisieren, zum anderen ist die Objektivierbarkeit dieser Kriterien bisweilen ein Problem … . Mein bisher bewährter Grundsatz lautet, dass jedem klar sein muss, dass er hier nicht nur für sich selbst, sondern für die anonymen Leser schreibt. Solange noch eine kontroverse Debatte erfolgt, haben diese Leser die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Mehr kann man nicht erwarten. Wenigstens wüsste ich nicht, wie ich solche Erwartungen in der Praxis umsetzen soll. Das müsste ich aber wissen, wenn ich etwas positiv verändern will.

Natalius August 27, 2014 um 15:57

Linus August 27, 2014 um 15:32

“Ich bleibe bei meiner Auffassung Psychopathie als Erbkrankheit zu sehen”
Hast du dich eigentlich selbst schon einmal diesbezgl. untersuchen lassen?”

Ich bin Kunde von 23andMe und kenne daher meine genetischen Determiniertheiten (auf SNP-Basis, Stand 2011). Keine Evidenz. Einen Hare-Test habe ich auch gemacht – im Selbstverfahren – kann mich an den Score nicht mehr erinnern. War aber klar unterhalb des Levels, ab dem man sich Sorgen machen sollte. Fälle von PP in der Familie sind nicht bekannt. Frage beantwortet?

Jackle August 27, 2014 um 16:12

“Von Ausrottung war noch nicht die Rede, oder habe ich da etwas überlesen?”

Nein, davon war nicht die Rede. Ist von jemanden auch nicht zu erwarten, der ständig jüdische Freunde oder andere Juden, die sich dagegen nicht einmal wehren könne, vorschiebt, um seinen Antisemitismus vor sich und der Welt zu rechtfertigen.
Ansonsten: Du hast Hausrecht. Ich finde es gut, dass du nichts löscht. Lass alles stehen. Mein Frage zielte deshalb auch eher darauf ab, ob du das dufte findest. Als ganz persönlich. Wobei. Erspare dir die Antwort. Jedem müsste klar sein, wie die lautet, wenn er nicht zufälligerweise an einer genetischen Störung aufgrund seiner Religions- oder Volkszugehörigkeit leiden müsste, landläufig auch bekannt als: Arschlochtum.

Linus August 27, 2014 um 17:24

@Natalius: Danke!
“Keine Evidenz.”
Das ist doch schon mal was.

Noch eine Frage, bitte: Was soll man tun, wenn der Test positiv ausfällt? Was raten die einem da?

Linus August 27, 2014 um 17:34

@fl:
“dass er hier nicht nur für sich selbst, sondern für die anonymen Leser schreibt.”
Huch! Kannst du mal ‘ne Hausnummer sagen, wieviel das so sind? Ich möchte doch wissen, ob ich schon berühmt bin.

f.luebberding f.luebberding August 27, 2014 um 17:40

Im Schnitt haben wir etwa 2.000 leser am Tag. Auch ohne neue Artikel.

topi August 27, 2014 um 17:41

“Ich möchte doch wissen, ob ich schon berühmt bin.”

Wenn ich den browsercache gelöscht habe und dann nach wiessaussieht bei Google suche, kommt ab “wiesaus” der Vorschlag wiesaussieht, als zweites dann Holger wiesaussieht.

Also nach “modernen” Kriterien ist hier nur einer berühmt. :roll:

Linus August 27, 2014 um 17:51

@topi, fl:
Na, dann ist ja wohl klar, mit welcher Sprache man populär wird.
So gesehen war der Hinweis von Frank ein Schuss in den Ofen.

Linus August 27, 2014 um 17:54

“Im Schnitt haben wir etwa 2.000 leser am Tag. Auch ohne neue Artikel.”
Das fand ich etwas trocken als Antwort. Bis ich den zweiten Satz gesehen habe.

carlos manoso August 27, 2014 um 18:28

@Goodnight August 24, 2014 um 22:06
„Ich kann Euch verkünden, dass ihr Luhmann nicht falsifizieren müsst. Die Aufgabe hat schon ein System übernommen. Ein System welches diese Aufgabe besser vollziehen kann als Ihr und ich und wer auch immer ein Individuum ist.“

Goodnight, erst unter den heutigen Bedingungen der objektiven Krisenreife des zum unmittelbaren Weltsystem gewordenen warenproduzierenden Systems, die den realen Übergang in die sekundäre Barbarei zur direkten Realität gemacht hat, MUSS nicht nur der Begriff der SUBJEKTLOSEN HERRSCHAFT gewonnen werden, sondern –darauf aufbauend – kann auch die Aufhebung der subjektlosen Herrschaft geschichtlich erstmals REAL auf die praktische Tagesordnung gesetzt werden.

Luhmann war –so gesehen- nur eine notwendige Zwischenstation. Daß du in diesen Zusammenhang noch den Begriff „Individuum““ erwähntst, zeigt nur, wie wenig du vom System subjektloser Herrschaft und seiner zwangsläufigen Aufhebung begriffen hast.

Natalius August 27, 2014 um 18:40

@Linus August 27, 2014 um 17:24

“Noch eine Frage, bitte: Was soll man tun, wenn der Test positiv ausfällt? Was raten die einem da?”

Ich versuche die Frage jetzt ohne Ironie zu beantworten. Es gibt das Dreieck Genetik-Sozialisation-Freier Wille. Die Einflüsse von Genetik und Sozialisation werden sich in diesem Fall wohl eher wechselseitig verstärken als wechselseitig abzuschwächen. Man hat zum Schluss noch den freien Willen, nur Hardcore-Darwinisten wie Dan Dennet werden auch das noch verleugnen. Diese Erkenntnislogik funktioniert exakt so lange, wie man davon ausgeht, dass es nichts, aber auch gar nichts ausserhalb seiner materiellen Existenz gibt. Das Gehirn ist dann ein plastischer Computer, Gedanken sind nichts Weiteres als das Ergebnis kognitiver – letztlich elektrischer und chemischer – Prozesse, und diese finden natürlich nur im “Kopf” statt. Schliesslich zeigen etwa Kohonen-Netze, die nichts weiter machen als Schaltungen aus Hebb’schen Synapsen mit verstärkender oder abschwächender Rückkopplung zu simulieren, ja bereits die Fähigkeit des assoziativen Lernens und können das dann auf Mustererkennung anwenden.

Wofür also mehr annehmen als notwendig? Nun, gerade als Betroffener würde ich freien Willen als “Geschenk” betrachten. Wenn ich entscheiden kann, mich gegen meine eigene natürliche Determiniertheit zu verhalten, dann muss ich ja auch nicht in einer Grenzsituation kriminell werden.

Also konkreter Rat: Ich würde zu einem Geistlichen gehen. Vielleicht kann der sogar die Frage beantworten, warum man hier auf Erden ist, wenn man nicht lieben kann oder nur sich selbst “liebt”. Vielleicht ist die Erde für wenige für uns ja so etwas wie ein “Strafplanet.”

Dass es geht, “weisses Schaf” in einer betroffenen Familie zu werden zeigt das Beispiel von Laurance Rockefeller.

carlos manoso August 27, 2014 um 18:50

@Natalius August 27, 2014 um 14:32
„Auch wenn mich jetzt 3000 Morphs zertrampeln wollen: Ich bleibe bei meiner Auffassung Psychopathie als Erbkrankheit zu sehen, zumal das, was 1967 als “Inzucht” bezeichnet wurde, natürlich dazu beiträgt, dass sich die betroffenen Gene nicht verdünnen.“

Natalius, nach meiner Überzeugung hast du nur ein Problem damit, das „Subjekt-Objekt-Verhältnis gegenüber der Natur, das bekanntlich in höchst unterschiedlichen Graden und Ausformungen erscheint, präziser zu trennen und die notwendige Abdifferenzierung des Menschen von seiner bloß tierischen und biologischen Konstitution präziser zu erkennen.

Natalius August 27, 2014 um 19:14

@carlos manoso August 27, 2014 um 18:50

“Natalius, nach meiner Überzeugung hast du nur ein Problem damit, das „Subjekt-Objekt-Verhältnis gegenüber der Natur, das bekanntlich in höchst unterschiedlichen Graden und Ausformungen erscheint, präziser zu trennen und die notwendige Abdifferenzierung des Menschen von seiner bloß tierischen und biologischen Konstitution präziser zu erkennen.”

OK – dann erklär mal einem Halbirren wie mir, was Du unter Subjekt-Objekt-Verhältnis gegenüber der Natur denn genau verstehst.
Das würde mir dann ermöglichen, mir vorstellen zu können, wie ein (und dasselbe?) Verhältnis “in höchst unterschiedlichen Graden und Ausformungen erscheint”.
Ich würde dann vielleicht auch verstehen, ein Verhältnis präziser zu trennen.
Auch würde ich gerne wissen, was du unter Abdifferenzierung verstehst. Mein Sprachschatz beschränkt sich auf Differenzierung und Ausdifferenzierung, unter Abdifferenzierung kann ich mir noch nichts vorstellen.

Betrachte mich als einen programmgesteuerten hubot. Der braucht erst mal einen header über die Deklaration von Konstanten, Typen und Variablen.

carlos manoso August 27, 2014 um 19:31

@Natalius August 27, 2014 um 19:14
„Betrachte mich als einen programmgesteuerten hubot. Der braucht erst mal einen header über die Deklaration von Konstanten, Typen und Variablen.“

Natalius, eine Position wie die von Dan Dennet, die du so beschreibst, „dass es nichts, aber auch gar nichts ausserhalb … (der) materiellen Existenz gibt“ ist aus meiner Sicht in der Tat am plausibelsten.

Du schreibst, für Dan Dennet sei „das Gehirn … ein plastischer Computer, Gedanken … nichts Weiteres als das Ergebnis kognitiver – letztlich elektrischer und chemischer – Prozesse, und diese finden natürlich nur im “Kopf” statt“.

Dennoch vertritt Dan Dennet eine Position, die von der Existenz des „freien Willens“ ausgeht.

Natalius August 27, 2014 um 20:07

@Carlos

“Dennoch vertritt Dan Dennett eine Position, die von der Existenz des „freien Willens“ ausgeht.”

Scheinbar, Carlos, scheinbar. Les mal die Urform “Consciousness explained”. Man hat ihn wohl später darauf angesprochen, ob er sich nie Gedanken gemacht habe, welche sozialen und moralischen Konsequenzen aus seiner Interpretation entstünde, wenn es “free will” tatsächlich nicht gäbe. Er weist stets darauf hin, dass man sich darüber streitet! Und der Bezug ist wichtig hier, weil, wenn es keinen free will für Psychopathen gäbe, ja was wäre dann wohl?
Dann hätten wir den humanen Animalismus in Reinform.: Kill!

Natalius August 27, 2014 um 20:17

PS: Das free will thema ist hier deswegen interessant, weil das “Vorhersehenkönnen” (nämlich was die eigene Tat für andere bedeutet) neurophysiologisch auf Spiegelung/Inhibition/Hemmung hinausläuft. Psychopathen in Grenzsituationen sind “blitzschnell”, dann ist die Tat passiert und kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden.

bleistift August 28, 2014 um 01:45

“Im Schnitt haben wir etwa 2.000 leser am Tag. Auch ohne neue Artikel.”

Ja ich würde sagen, dann müssen wir es bald auf uns nehmen und in’s Promi-Big-Brother Haus einziehen.
Einer von uns sitzt da ja schon!

http://intouch.wunderweib.de/media/redaktionell/wunderweib/intouch_2/1news/2014_10/juni_26/woche1_20/thilo_4/ronaldschill/ronald-schill-q_img_308x0.jpg

@Goodnight, @morph oder @TRSS könnten ihn perfekt ersetzen. Keine Frage!

bleistift August 28, 2014 um 02:24

@ gelegentlich

“Ob das Deine Absicht war weiß ich nicht.”

Naja, ich habe einen objektiven Stil gewählt. Ich habe nur keinen Hehl daraus gemacht, dass ich Mohammed nicht für einen Propheten halte.

“Aber er funktionierte halt nur im gleichen kulturellen System: gegenüber den Mongolen z.B. war er wirkungslos, die haben die Burg Alamut einfach geschleift.”

Richtig. Nur wurden die mongolischen Eroberer mittelfristig ebenfalls Muslime.
Der heutige Terrorismus findet ebenfalls zu 99 Prozent im islamischen Raum statt und er ziehlt zu 100 Prozent auf ein muslimisches Publikum. Der heutige Terrorismus ist gegen die geballte Militärmacht des Westens ebenfalls chancenlos.

“Daher ist Huntingtons clash eine aus der Sicht der Eliten des Westens pragmatisch sinnvolle Fiktion und eben keine Analyse. Es gibt dort für die Mehrheit der Menschen keine alternative eigene „Zivilisation“, die sich mit unserer als Alternative und als Gegner auseinander setzen will. Würde man Gruppen wie ISIS o.ä. die externen Ressourcen wegnehmen, so dass sie auf Zustimmung einer Mehrheit vor Ort angewiesen wären, wäre sofort Schluß mit diesem Spuk.”

Die ISIS ist nur deshalb so erfolgreich weil sie eben auf die Unterstützung der sich unterdrückt fühlenden sunnitischen Bevölkerung bauen kann. Ähnlich sieht es in Syrien aus.
Ansonsten sollte man sich auch mal an die eigene Geschichte erinnern. Die Eroberung durch Napoleon wurde in Deutschland nicht gerade begeistert aufgenommen. Gerade mal Heine war bereit, sich positiv daran zu erinnern.
Gegen den angeblich kalten Materialismus, Vernunftglauben, Menschenrechte usw. entstanden bewusste Gegenbewegungen. Stichwort: Schwarz-Rot-Gold, Romantik, Gebrüder Grimm usw.
Oder auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tiroler_Volksaufstand
Was war denn Andreas Hofer anderes als ein bärtiger, katholischer Taliban?
Warum sollte das in der islamischen Welt nicht ähnlich sein? Was unterscheidet denn die Muslimbruderschaft von den Studenten die sich auf der Wartburg getroffen haben?
Das waren auch nicht gerade die Oberdemokraten.
Das ist ja der große Fehler von @goodnight. Der will einfach nur alles zusammen bomben was er nicht versteht.
Zum Glück sind die Alliierten mit den Deutschen 1945 ja etwas gnädiger verfahren…! Und verglichen mit den Nazis sind die ISIS ein wirklich lahmer Verein.

“der clash ist eine Erzählung, ein Märchen, das mit ungeheurem Aufwand an Ressourcen von interessierter Seite glaubhaft geschrieben wird. Irgendjemand scheint den war on terrorism für ein zur Zeit unverzichtbares Mittel zur Erzwingung passender Kohärenz zu halten.”

Ich rede jetzt nicht von den Deppen der ISIS. Aber die Muslimbruderschaft ist genauso sehr eine Erfindung der Amerikaner wie Caspar David Friedrich eine Erfindung der Franzosen war.

bleistift August 28, 2014 um 02:46

Korrektur:

“Gerade mal Heine war bereit, sich positiv daran zu erinnern.”

Es gab auch noch Hegel oder Beethoven. Ok!

“Aber die Muslimbruderschaft ist genauso sehr eine Erfindung der Amerikaner wie Caspar David Friedrich eine Erfindung der Franzosen war.”

Besser:

“Aber die Muslimbruderschaft ist genauso sehr eine Erfindung der Amerikaner wie Andreas Hofer eine Erfindung der Franzosen war.

peewit August 28, 2014 um 09:33

–>”Scheinbar, Carlos, scheinbar. Les mal die Urform “Consciousness explained”. Man hat ihn wohl später darauf angesprochen, ob er sich nie Gedanken gemacht habe, welche sozialen und moralischen Konsequenzen aus seiner Interpretation entstünde, wenn es “free will” tatsächlich nicht gäbe. Er weist stets darauf hin, dass man sich darüber streitet! Und der Bezug ist wichtig hier, weil, wenn es keinen free will für Psychopathen gäbe, ja was wäre dann wohl?”

Was du so zusammenphantasierst! In CE geht es nicht um das Thema ‘Freier Wille’. Der kommt in dem Buch nur ganz am Rande vor. Wenn man Dennetts Gedanken dazu studieren will, greift man am besten zu ‘Freedom Evolves’. Aber ich nehme an, du beziehst deine Erkenntnisse ohnehin nicht aus den uns Normalsterblichen üblicherweise zugänglichen Quellen…

carlos manoso August 28, 2014 um 13:17

@peewit August 28, 2014 um 09:33
„Was du so zusammenphantasierst! In CE geht es nicht um das Thema ‘Freier Wille’. Der kommt in dem Buch nur ganz am Rande vor. Wenn man Dennetts Gedanken dazu studieren will, greift man am besten zu ‘Freedom Evolves’. Aber ich nehme an, du beziehst deine Erkenntnisse ohnehin nicht aus den uns Normalsterblichen üblicherweise zugänglichen Quellen…“

peewit, wenn wir –wie offensichtlich Natalius- unter „Freiheit“ die Freiheit von den Naturgesetzen verstehen würden, müssten wir uns z.B. fragen, was denn die Materie dazu bringt, sich entsprechend den Naturgesetzen zu verhalten. Naturgesetze stellt ich mir als von Wissenschaftlern geschaffene Erklärungs-und Beschreibungssysteme vor, als symbolische Konstruktionen des menschlichen Intellekts, um regelmäßige Naturphänomene mit (mathematischen) Formeln zu beschreiben.

In sehr früheren Stadien des Subjekt-Objekt-Bewußtseins stellten sich die meisten “normalen” Menschen die Naturgesetze noch als von gottähnlichen Wesen oder (in der speziellen „Moderne“) als von „Außeirdischen“ geschaffen vor.

Natalius August 28, 2014 um 15:37

@carlos manoso August 28, 2014 um 13:17

“Naturgesetze stellt ich mir als von Wissenschaftlern geschaffene Erklärungs-und Beschreibungssysteme vor, als symbolische Konstruktionen des menschlichen Intellekts, um regelmäßige Naturphänomene mit (mathematischen) Formeln zu beschreiben.

In sehr früheren Stadien des Subjekt-Objekt-Bewußtseins stellten sich die meisten “normalen” Menschen die Naturgesetze noch als von gottähnlichen Wesen oder (in der speziellen „Moderne“) als von „Außeirdischen“ geschaffen vor.”

Na ja, na ja, @Carlos, ich versuch mich schon einzudenken in das, was nach der “Moderne” so kommen könnte. ;-)

Zunächst aber: Gut dass wir den reduktionistischen Materialismus überhaupt entwickelt haben. Das “reduktionistische” bezieht sich dabei auf die mathematische Beschreibbarkeit materieller (primär physikalisch/chemischer und mit viel Not und Vereinfachung auch biologischer Strukturen und Abläufe). Aber wie jedes andere System von Beschreibungen auch, steht das Paradigma “Alles ist letztlich materiell” mal wieder auf dem Prüfstand. Der erste “Schock” kam durch die Entdeckung der Quantenwirklichkeit im Kleinsten: Letztlich so etwas wie die Entdeckung der Digitalität im Analogen, um ein eher verständliches Bild zu gebrauchen. Im Kleinsten (Subatomares, Atomkerne, Atome, Moleküle) gab es auf einmal kein Kontinuum mehr. Statt Kontinuum nur Diskretes. Etwas, das sich durch Matrixmathematik, Eigenfunktionen und Eigenwerte behandeln liess. Dann die Erkenntnis, dass auch Diskretes nur beschreibbar wird, wenn man Vorhersagbarkeit (etwa, wie lange es dauern wird, bis ein aus gegebener Höhe fallender Apfel auf den Boden trifft) aufgibt und sich stattdessen mit Wahrscheinlichkeiten abfindet. Zudem die “spukige” Dualität von Welle und Teilchen. Das war vor etwa einem Jahrhundert. Heute knackt man immer noch daran. Es ist einfach schwer vorstellbar, dass Realität in der Quantenwelt durch Beobachtung entsteht, etwa bei der Detektion eines “diskreten” Teilchens, das als Welle noch das konnte, was alle Wellen können: Sich zu überlagern (Interferenz) and an mehreren Orten gleichzeitig zu erscheinen.

Das was man vor einem Jahrhundert mit Photonen (Lichtwellen oder Lichtteilchen je nach Beobachtung) machen konnte, macht man heute mit “Riesenmolekülen” (etwa C60, molekulare Fussbälle, die zudem mit einer Art “Teflonschicht” molekular belegt sind). Auch die lassen sich in in eine Wellenform hineinkitzeln und sind in dieser Form spukartig “ausgedehnt” und weitaus “grösser” als ihrem physikalischen Durchmesser entspricht.

Die Frage ist: Wo hört das auf? Gibt et Tricks, um etwa einen Menschen in eine “Welle” zu “dematerialisieren” und an einer anderen Stelle wieder zu “materialisieren”. Bei “C60″ heisst dieser Trick einfach Verdampfung im Hochvakuum und Überführung in einen Molekularstrahl, der dann einem Doppel-Spalt-Experiment unterzogen wird. Beim Menschen werden wir vermutlich eine Sorte Hochtechnologie brauchen, mit Verdampfung kommen wir da nicht weiter ;-)

Aber angenommen, andere Zivilisationen beherrschen diesen Trick und verfügen über derartige Technologien. Wie würden wir wohl auf so etwas reagieren? Wir würden denken, wir hätten es mit Göttlichem zu tun. Wir würden genau so dumm, verzückt, hysterisch oder auch skeptisch, spöttelnd, und erklärbärerisch reagieren wie etwa die 30000 Menschen, die 1917 nach Fatima kamen, um dort ein “Sonnenwunder” zu erleben. Les Dir das mal auf Wiki durch. Das da etwas war, ist historisch unbestritten, was es war: Who knows. Es gibt aber massive Hinweise, dass diese Art von “Erscheinungen” stets vom Menschen als “religiöse Events” gedeutet werden. Schon seit Jahrhunderten. Meistens ist es rund, grau-metallisch und sendet irgendwelche “Lichtstrahlen” aus. ;-)

Wir machen dazu mal einen Abstecher ins Fitzwilliam Museum:
http://webapps.fitzmuseum.cam.ac.uk/explorer/index.php?oid=1418

Laut Obama-Administration gibt es das Gezeigte nicht: “The U.S. government has no evidence that any life exists outside our planet, or that an extraterrestrial presence has contacted or engaged any member of the human race. In addition, there is no credible information to suggest that any evidence is being hidden from the public’s eye.” Selbstverständlich glaube ich das, wie ich als braver Deutscher eben alles glaube, was die US-Regierung so verlautbart ( ;-) ). Ganz sicher gibt aber Dinge, die wir nicht verstehen!

Natalius August 28, 2014 um 15:52

PS: Was unsere Geschichtsschreibung belangt – wir waren zuletzt bei gewissen Mysterien um die Person Hitler und haben die Frage nach Geburt und Genealogie gestellt – ist nicht nur dieser Aspekt bedeutsam, sondern auch der Exitus dieser Person.
Zum Glück gibt es das “Freedom of Information Act” (FOMA). Ab und an passiert es dann, dass historische Dokumente “deklassifiziert” werden, also den Geheimhaltungsstatus verlieren. Geht man runter “deep down into these vaults” (von Zeit zu Zeit sollte man das tun), findet man Material, das SO NICHT stimmen kann, oder doch? ;-)
http://vault.fbi.gov/adolf-hitler/adolf-hitler-part-01-of-04/view

Natalius August 28, 2014 um 20:06

PPS: Für diejenigen, die nicht so ganz fit im Englischen sind:
(zunächst FOIA statt FOMA). Die (vielleicht) wichtigste Aussage der Dokumente, die im freigeschalteten FBI-Archiv zu finden sind, ist, dass Hitler keinen Suizid begangen hat, sondern sich offenbar per U-Boot nach Argentinien abgesetzt hat.

Ich bin kein Historiker und vermag den Wert dieser deklassifizierten Dokumente nicht einzuschätzen – aber es ist zumindestens offizielles Material und nicht aus einer dubiosen Quelle. Ich wusste zuvor nichts davon und finde es schon bemerkenswert.

Über die Frage: War Hitler ein Psychopath? gibt es ebenfalls deklassifiziertes Material. Der sog. Langer-Report, der 1944 für den US-Geheimdienst OSS geschrieben wurde und 1971 als Buch erschien, hat eine englische Wikipedia-Seite (leider keine deutschsprachige):
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Mind_of_Adolf_Hitler

Dieser Report wurde intern wohl als sehr wichtig eingestuft, weil er vorhersagte, wie sich Hitler am Ende des Krieges verhalten würde.

Der Report enthält ein Schmankerl, das zunächst heiss erscheint:
“The report briefly mentions some claims that a Rothschild fathered Alois Hitler – Adolf’s father, who was illegitimate – when Hitler’s paternal grandmother, Maria Schicklgruber, supposedly worked as a house servant in Vienna, but concludes “it is not absolutely necessary to assume that he had Jewish blood in his veins in order to make a comprehensive picture of his character with its manifoid traits and sentiments. From a purely scientific point of view, therefore, it is sounder not to base our reconstruction on such slim evidence but to seek firmer foundations. Nevertheless, we can leave it as a possibility which requires further verification.”

Diese Sache habe ich weiterrecherchiert. Haplogruppe E1B1B1 ergibt zwar entfernte Verwandschaft mit Einstein und Napoleon, nicht hingegen mit den Rothschilds, also den Söhnen von Amschel Mayer Rothschild und Gutele Schnaper, sowie deren Kinder. 1837 befand sich Anselm Salomon R. (1803-1874) zum Zeitpunkt der Geburt von Hitler’s Vater Alois ( http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Hitler) zwar vermutlich in Wien, die Rothschilds gehören aber nach heutigem Erkenntnisstand zu einer andere Haplogruppe (M172). E1B1B1 (=M35) verweist laut Web-Genealogie zwar auf einen 1820 in Kassel gebürtigen Henry R., aber das muss ein Hochstapler gewesen sein, da er in den offiziellen Ahnentafeln der Familie R. nicht auftaucht. Vielleicht hat es ihn auch gar nicht gegeben, und der Mensch, der seine genetische Information ins Web gestellt hat, hat einfach nur geflunkert. Ob es Henry R. gab und dieser sich im Alter von 16 oder 17 in Wien befand und sich dann mit der über 40-jährigen Dienstmagd Schicklgruber eingelassen hat, ist daher Spekulation.

Der Schla-Wiener ist also noch nicht identifiziert.

Bogus August 28, 2014 um 22:26

Henry R.! Lange nicht gehört:

https://www.youtube.com/watch?v=awY1MRlMKMc

Übrigens, interessanter Link da oben. Hab’ ihn mir gesichert, bevor er verschwindet – soll ja schon mal vorgekommen sein.

“I’ll hide behind a smile…”
…und lösch’ was mir nicht passt!

Natalius August 31, 2014 um 00:30

@Bogus,

ich weiss nicht mehr, wie oft ich wegen offen im Netz eruierbarer Fakten gelöscht wurde. Zum Teil steckte da mindestens ein halber Tag Recherche und Schreibseln drin. Was ich sagen kann ist, dass es fast immer Hans Huett und nicht Frank Luebberding war. Nur der Fairness halber.

Leave a Comment

{ 7 trackbacks }

Previous post:

Next post: