Beginn des 3. Weltkrieges? Oder der Erste des 21. Jahrhunderts?

by f.luebberding on 26. August 2014

Ob der 2. Weltkrieg am 1. September 1939 begonnen hat? Diese Frage ist weniger absurd als man denkt, vor allem wenn man den Krieg aus der asiatischen Perspektive betrachtet. Es gibt gute Gründe, ihn auf den 7. Juli 1937 zu datieren. Der Angriff Japans auf China eröffnete den Kampf um die Hegemonie in Asien und im Pazifik. Der Antikominternpakt von 1936 sollte die Interessen Deutschlands und Japans (Italien war eher eine Marginalie) als weltpolitische Rivalen der übrigen Großmächte zum Ausdruck bringen. Beide begriffen sich als revisionistische Mächte in der Weltpolitik. Das richtete sich gegen Frankreich, Großbritannien und die kommende westliche Hegemonialmacht USA. Es war ein Zweckbündnis, ohne dass beide später jemals ihre Kriegsanstrengungen koordiniert hätten. Das drückte sich vor allem im Verhältnis zur Sowjetunion aus, die erst 1939 mit dem Deutschen Reich und dann 1941 mit Japan einen Nichtangriffspakt geschlossen hatte.

Während Deutschland 1941 die Sowjetunion angreifen sollte, hielt der Nichtangriffspakt Stalins mit Japan bis kurz vor Kriegsende. Beide hatten an dieser Neutralität nach dem Krieg von 1938 um die Mandschurei ein Interesse. Japan wegen des absehbaren Krieges mit den USA und dem Britischen Empire im Pazifik, die Sowjetunion im Kampf gegen die Wehrmacht. Der Einsatz der sibirischen Divisionen vor Moskau im Winter 1941 (und damit die erste desaströse Niederlage der deutschen Kriegsmaschine) wäre ansonsten nicht möglich gewesen. Der 2. Weltkrieg wurde also erst zu einem Weltkrieg als ansonsten völlig unabhängige Kriegsschauplätze (und Kriegsursachen) durch die Bündnisstrukturen miteinander verknüpft wurden. Das muss man wissen, um die Dynamik in der gegenwärtigen Weltpolitik zu verstehen.

Wir haben zur Zeit einen Krisenbogen, der von der Ukraine über den Nahen und Mittleren Osten bis nach Afghanistan sowie Pakistan reicht. Die Auslöser dieser Krisen sind vor Ort zu finden und sind ursächlich nicht miteinander verknüpft. Deren Zusammenfallen ist einer zeitlichen Koinzidenz geschuldet, die aber durchaus ein vergleichbare Dynamik wie im 2. Weltkrieg auslösen kann. Die Verknüpfung findet über die Bündnisstrukturen statt, die sich aus der Gesamtlage ergeben. Großmächte wie die USA sind direkt oder indirekt in jeder dieser Krisen involviert, ohne sie aber aus eigener Kraft in ihrem Sinn lösen zu können. Erst das setzt eine Dynamik in Gang, wo diese Kriegsschauplätze in einen Kontext geraten. Das bedeutet zugleich eine veränderte Sichtweise auf die jeweiligen Konflikte. Mächte, die sich vorher feindlich gegenüber standen, werden zu Verbündeten mit gemeinsamen Interessen. Die strategischen Ziele der eigenen Politik verändern sich entsprechend.

Im medialen Alltagsgeschäft wird das nicht sofort deutlich. Dort beschäftigt man sich vorrangig mit Social Media als  Propaganda-Tool.  Oder um die Frage, wem gerade was im Propagandakrieg mehr nütztoder auch nicht. Der analytische Wert solcher Beobachtungen tendiert gegen Null. Nur als historischer Hinweis: Der letzte Zug mit Versorgungsgütern aus der Sowjetunion erreichte das Reich wenige Stunden vor dem Beginn von “Barbarossa”. In der heutigen Echtzeitlogik sozialer Medien müsste man daraus schließen, dass wohl in den kommenden Stunden nichts passieren würde.

Tatsächlich bemerkt man aber tektonische Veränderungen in der strategischen Selbstbeschreibung einzelner Akteure. So ist etwa dieses Papier zur Ukraine-Politik des Westens bei Foreign Affairs bemerkenswert. Es kündigt einen Kurswechsel an, der schlicht aus einer einzigen Motivation stammt: Den Versuch der Eindämmungspolitik Russlands unter den Bedingungen des weltpolitischen Krisenbogens  zu modifizieren. Man muss deshalb Putin nicht gleich “Onkel Wladimir” nennen. Aber in dieser Lage ist es halt realpolitisch sinnvoller, Russland nicht zum Gegner zu haben. Die jüngsten Äußerungen der Bundeskanzlerin und der Artikel ihres stellvertretenden Parteivorsitzenden Armin Laschet in der heutigen FAZ sollten in diesem Zusammenhang besondere Beachtung finden.

In der gleichen Weise verändert ISIS den Blick auf die Konstellation in Syrien. Die Annahme, es sei bisher um den Sturz des Präsidenten Assad  gegangen, ist zwar eine Torheit. Es ging tatsächlich nur noch um ein Gleichgewicht des Schreckens, nämlich den Sieg einer Seite zu verhindern, die den Interessen der anderen Tertiärparteien widersprach. Insofern handelte es sich um eine klassische Eindämmungspolitik alter Prägung. ISIS könnte allerdings jetzt als selbst ernannte “Islamistische Internationale” (sogar in Nigeria hat Bokum Haram ein Kalifat ausgerufen) der Game Changer werden, wenn auch die Geschwindigkeit mit der das passiert, immer noch Fragen erlaubt. Assad wird wieder zum kleineren, aber berechenbaren Übel, trotz existierender Vorbehalte. Dahinter steckt im Westen auch die Befürchtung, nicht nur von zurückkehrenden Dschihadisten bedroht zu werden, sondern eine kaum kontrollierbare Flüchlingsbewegung aus dem Mittleren Osten  vertriebener Yeziden oder Christen aufnehmen zu müssen. Die Folgen dieses Krieges blieben nicht mehr auf die Region beschränkt.

ISIS beeinflußt auf diese Weise jeden regionalen Konflikt. Selbst die Hamas wird in Gaza unter Druck geraten: ISIS macht aus sie eine vernachlässigbare Größe, die deren Handlungsspielraum im Konflikt mit Israel drastisch reduziert. Es ist kein Zufall, wenn Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ISIS und die Hamas als das gleiche Problem zu verorten sucht. Das wird vor allem dann passieren, was sich heute über den Guardian anzukündigen scheint. Die Intervention arabischer Kernstaaten in den libyischen Bürgerkrieg. ISIS, so ist das zu interpretieren, wird als revisionistische Macht begriffen, die das bisherige Staatensystem in ihrem Kern erschüttert. Russland und China haben bekanntlich ebenfalls mit islamistischen Terror zu kämpfen. Diese Sichtweise wird die Rezeption weltpolitischen Krisen verändern – und damit auch die Prioritäten bisheriger Politik. Die Konsequenzen sind dabei kaum zu prognostizieren. Wer rechnete schon am 7. Juli 1937 mit dem Ergebnis, was mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945 endete? Fast nichts, was danach bis zur Zeitenwende von 1989 passierte, lässt sich darüber hinaus ohne das verstehen, was mit dem Angriff Japans auf China 1937 ausgelöst worden war.

Goodnight stellte in diesem Blog die Frage nach dem Beginn des 3. Weltkrieges. Unter Umständen erleben wir jetzt etwas anderes: Den 1. Weltkrieg im 21. Jahrhundert. Eines seiner Charakteristika ist übrigens die Analyse mit dem Echtzeitwahn der Sozialen Medien zu verwechseln.

update

Was in meinem Krisenbogen fehlte? Mali. Außerdem Jens Berger über die von mir erwähnten “jüngsten Äußerungen der Bundeskanzlerin”.

In der NZZ über Russlands Strategie in der Ukraine. Gibt aber auch andere Sichtweisen. Oder die hier. Meine Vermutung: Es kommt nicht mehr wirklich auf die Ukraine an.

Eine russische Analystin jetzt auf Al Arabiya.

“The international community must understand that the true menace for stability comes not from Russia which is trying to defend its national interest (however sometimes in a too provocative manner), not from the U.S. (although its political miscounts and unbridled foreign policy strike at the international system), but from ISIS – inhuman extremists who already have a huge network of their adherents and admirers all over the world.

The disintegration of the international community plays into ISIS’ hands.”

Eine Bemerkung über das Profilfoto verbiete ich mir aber jetzt. Es geht bekanntlich um Inhalte.

Was noch fehlt? Saudi-Arabien. Das sagt Mr. Wesley Clark.

Und hier jetzt der Kommentar eines ehemaligen Außenministers.

“What, for example, does a Chinese or Indian formula for a new global order look like? (In light of events in eastern Ukraine, it is perhaps advisable not to inquire too closely about Russia’s views.) The old transatlantic West seems to be alone in this respect, and therefore remains indispensable to preserving global stability.” (Hervorhebungen von mir. F.L.)
Im Zurückrudern war er schon immer Weltmeister gewesen.

27.08.2014

Meine Frühkritik zur Sendung von Sandra Maischberger.

{ 225 comments… read them below or add one }

peewit August 28, 2014 um 09:36

@Systemfrager

–>”Ich weiß es nicht … ob ich ganz Recht habe
Aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwähren, dass im Westen die überhaupt verblödetsten Menschen der Welt leben”

Na ja, für seine Eindrücke ist jeder selber verantwortlich? Wo befindet sich denn dein Hauptwohnsitz?

Systemfrager August 28, 2014 um 09:47

Laut CIA-Schätzungen beläuft sich die Zahl der Ausländer, die auf der Seite des „Islamischen Staates“ in Syrien kämpfen, auf 12 000. Die meisten von ihnen kommen aus Großbritannien. Immer lauter sind die Forderungen zu vernehmen, den hausbackenen Islamisten die britische Staatsbürgerschaft zu entziehen.

Was geschieht da eigentlich?
Der Schamane Luhmann wird uns das nicht beantworten.
Es scheint, dass dies ein gleiches Phänomen ist als damals, als das Römische Reich eine neue, ganz primitive Religion besiegte. Oder so wie damals bei Adolf
Wenn die “Eliten” unerträglich frech, raffgierig, zynisch, verlogen, blutünstig … wie die heutige westliche “Eliten” werden, ein Teil der Bürger kann dies nicht mehr aushalten und sucht die Zuflucht in völlig irrationalen Ideologien. Es ist in der Tat keine wilde Phantasie, dass Islam irgendwann Westeuropa erobert

Systemfrager August 28, 2014 um 09:50

@peewit

Wo befindet sich denn dein Hauptwohnsitz?

Dort und anderswo. Ich habe deutschen und einen anderen Pass.

holger196967 August 28, 2014 um 09:51

NKB

sehr gut, sehr gut

Da haben wir ein Teil des Problemes, wer füllt die Lücke die die USA (bei Rückzug) hinterlassen auf? Die USA habe offen gesagt, dass sie sich mehr um den Pazifik kümmern wollen und sich in anderen Regionen deshalb zurückziehen. Wir haben es im Fall Libyen gesehen, dass die EU-NATO nicht in der Lage ist, diese Lücke zu füllen. Dies auch in der Hinsicht Ukraine. Und und und.

Die EU-NATO ist nicht Handlungsfähig. Das ist die große Gefahr, in der wir uns bewegen. Das tippsele ich nicht zum ersten Mal. Durch die Ankündigung der USA eben mehr im Pazifik zu fischen, ist Quasi das Bündnis aufgekündigt worden. Und es gibt in der EU-NATO nur noch 2 wirkliche Streitmächte, Frankreich und Engeland. (Abrüstung DE)

Diese Machtlücken, wie oben schon beschrieben wollen gefüllt werden. Im Falle Naher-Osten eben durch solche IS-Möchtegern-Machthaber. Und im Fall Libyen vermutlich wohl auch.

Das West-System hat fertig. Weil die einzige Macht (USA) sich strategisch neu aufstellt. Darunter leidet natürlich auch die EU-NATO. Da kann Deutscheland noch soviel Schiesser-Feinripp mit Eingriff nach Kurdistan schicken. Deutscheland muss sich auch strategisch neu aufstellen.

Wie ich auch schon sagte: Die USA haben größte Probleme ihren Militärapparat aufrecht und instand zu halten. Weil die großen Strumtruppen bangen um Nachwuchs. Fachkräfte Mangel überall. Das einzige was noch funktioniert sind die Flugzeugträger.

So zB verfügt der IRAN über moderne Waffensysteme die kaum, mit herkömmlichen Mitteln, zu verteidigen sind (Kavitationstorpedos knapp 1 Mach unter Wasser) einer reicht und die USS Enterprise liegt auf dem Meeresboden.

Ich habe schon mal gefragt, was passiert wenn die „dritte Welt“ aufschließt Waffentechnik, und sogar die modernste aller Modernen überholt.

Das Problem ist, dass die Meisten Hollywood gestört sind. Die Realität spricht aber andere Bände. Ich habe schon damals gesagt, der IRAN wird nicht angegriffen. Das wäre Selbstmord der USA.

Und so gesehen, wird sich die strategische Welt verändern. Militärisch und Monetär. Das größte Problem, was der Westen nun mal hat, sind die USA.

Wenn die USA schwächeln, dann wittern Andere die Beute. Deswegen kläfft Rasmussen ja auch so, denn der weiß auch, wie es um die EU-NATO bestellt ist. Nämlich gar nicht gut.

Die IS mögen ja nur ne Randerscheinung sein, aber gerade die Randerscheinung macht deutlich wie fragil das West-System geworden ist.

Anstatt sich nun über Putin Gedanken machen zu müssen, sollte man sich lieber um den Zustand des Hegemons kümmern. Denn wenn die USA „weg“ sind, dann gibt es auch in Europa wieder Haue.

Huuh August 28, 2014 um 10:00

Wie ist das, ihr beiden? Ist es eigentlich denkbar, dass sich Unterscheidungen zu einer Einheit zusammen differenzieren? Ich denke hier zum Beispiel an die Differenzen Huhn im Käfig/Moderne oder Lachnummer/Kommentar.

f.luebberding f.luebberding August 28, 2014 um 11:01

Morph

Genau.

Morph August 28, 2014 um 11:04

@Linus

“Was ist der Unterschied zwischen Terror und Paranoia?”

Hm. Komische Frage. Terror ist (in unserem Zusammenhang) der Begriff eines politischen Mittels: das staatliche Sicherheitsversprechen wird durch überraschende Grausamkeiten derart desavouieren, dass der Staat gezwungen ist, die Freiheitsgrade der Staatsbürger einzuschränken.

Paranoia bezeichnet dagegen bekanntlich das psychische Leiden des Verfolgungswahns. Völlig anderes Thema.

Ich kann mir Deine Frage nur so erklären, dass Du Paranoia als polemische Metapher für die staatlichen Maßnahmen gegen drohenden Terror verstanden wissen möchtest, und dass Du mit dem Wort ‘Terror’ eigentlich Terrorbekämpfung meinst. So dass Deine Frage ihrer Form nach den Unterschied zwischen dem Begriff einer Sache und der polemischen Metapher für dieselbe Sache thematisiert. Im Grunde handelt es sich nicht um eine Frage, sondern um Mitteilung der Meinung, dass es sich bei der modernen Terrorbekämpfung um einen kollektiven Wahn handeln würde.

Dafür spricht auch, dass Du die Frage mit dem Hinweis einleitest, dass sie ernstgemeint sei. Würde man das nicht mit guten semiotischen Gründen bezweifeln können, müsstest Du auf ihrer Ernsthaftigkeit nicht beharren.

holger196967 August 28, 2014 um 11:19

LOL

Black Rock steigt bei der EZB (ECB) ein :D

Nü? :D Muhahahahahaaaaaaaaaaaa

Morph August 28, 2014 um 11:36

@Linus

Der Aufhänger für Deine Deutung des Terrors und seiner Bekämpfung als kollektiver Paranoia ist dieser Befund: “Der Terror ist eine systemische Gefahr (sorry, dass ich da wieder darauf herumreiten muss). Er hat keine Adresse. Er wächst durch Widersprüche im System.” – Das ist mir zu vage. Terrororganisationen haben durchaus den Status einer gesellschaftlichen Adresse. Und dass Widersprüche ‘im System’ die Terrorgefahr wachsen lassen würden, ist mir auch zu unspezifisch. Um welches System geht es? Und welches System beobachtet den Terror?

Linus August 28, 2014 um 11:46

@Morph:
“Im Grunde handelt es sich nicht um eine Frage, sondern um Mitteilung der Meinung, dass es sich bei der modernen Terrorbekämpfung um einen kollektiven Wahn handeln würde.”

Damit liegst du nicht ganz falsch. Natürlich ist die Frage suggestiv. Ich versuche mal, es zu konkretisieren:
- Paranoia ist der permanente Alarmzustand im Kopf
- Terror ist der permanente Alarmzustand in der Gesellschaft
- nun ist es bzgl. der ‘krank machenden’ Wirkung leider ziemlich egal, ob die Bedrohung real ist oder eingebildet. In jedem Fall verursacht der permanente Alarmzustand massive ‘Fehlfunktionen’, sei es in der Person oder in der Gesellschaft.
- im Fall des Terrors lässt sich für den Einzelnen häufig nicht mehr entscheiden, ob die Gefahr real ist oder nicht (s. z.B. das Argument “Anschläge werden durch Überwachung verhindert”). Er kann also Terror nicht mehr von ‘kollektiver Paranoia’ unterscheiden.
- und im Falle von ‘kollektiver Paranoia’ stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht vielleicht ich selber bin, der paranoid ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Fake lässt sich nicht mehr von Wirklichkeit unterscheiden. Damit ist kein rationales Handeln mehr möglich. Ein solches Subjekt ist ein Spielball der Gerüchte.

holger196967 August 28, 2014 um 11:46

—>>>Und dass Widersprüche ‘im System’ die Terrorgefahr wachsen lassen würden, ist mir auch zu unspezifisch. Um welches System geht es? Und welches System beobachtet den Terror?”

Sach mal Dottore, willst nicht doch lieber den Dr. freiwillig zurück geben? Frag nur…

Was ist ein Widerspruch? Wenn ich dir Waschbären sage, dass du deinen Dottore im Lotto gewonnen hast, dir einen auf die Nuss haue, und du das dann, als Terror bezeichnen (sorry markieren) würdest.

Was ist Terror, wenn nicht Widerspruch? HÄ?

holger196967 August 28, 2014 um 12:02

Linus

—>>>- Paranoia ist der permanente Alarmzustand im Kopf”

Yep… und der Name der offizielle in den USA ist dafür die “Nationale Sicherheit”

als ob die Eierköpfe ernsthaft bedroht werden könnten, außer ihren eigen Rassismus… weil weiße Moderne gerne, kleine Negerküsse meucheln.

Und aus der Paranoia entwickeln sie selbst verständlich den dazu gehörigen Terror.

Das ist ähnlich den Vampir geschädigten, die als Holzpflock Silberkugel Knoblauch und Kruzifix bei sich tragen.

holger196967 August 28, 2014 um 12:04

Oder anders gesagt:

Man muss den Teufel erschaffen, damit man ihn bekämpfen kann. HÖLLE HÖLLE HÖLLE

Keynesianer August 28, 2014 um 12:34

@holger

Kaum zu glauben, die engagieren den Teufel, damit er sie vor dem Verderben schützen soll:

The European Central Bank hired BlackRock Inc. (BLK), the world’s biggest money manager, to advise on developing a program to buy asset-backed securities.
http://www.bloomberg.com/news/2014-08-27/blackrock-appointed-by-ecb-as-abs-program-consultant.html

Da wird dem offenen Betrug und dem Ausrauben der Europäer Tüt und Tor aufgerissen. Vermutlich sollen die Deutschen es dann zahlen, Merkel wird das schon machen.

Hardy August 28, 2014 um 12:37

@Systemfrager

“Es ist in der Tat keine wilde Phantasie, dass Islam irgendwann Westeuropa erobert”

Geh’ mal in der Türkei in eine beliebig ausgewählte Moschee egal in welchem Landesteil. 5 mal pro Tag beten, wissenschon. Ein Vorbeter, der Dorfbeflissene und…?

Der Islam wird gar nix, genauso wie jede andere Religion gar nix wird.

LH August 28, 2014 um 13:05

Am Terror wird sich zeigen, ob ISIS eine “Inkarnation der Vormoderne” oder eine proto-staatliche Räuberbande ist. Wenn meine Einschätzung zutrifft, dann wird es wenig bis keinen ISIS-Terror im Westen geben, weil das nur Verschwendung von Ressourcen ist. Durch den Terror verschafft man seinem Unwohlsein an der modernen Gesellschaft Luft, aber man erreicht militärisch nichts. Aus Sicht “meiner” ISIS ist es sinnvoller, die opferbereiten Gotteskrieger für die territoriale Expansion zu nutzen anstatt sie in symbolischen Handlungen wie Selbstmordattentaten zu verheizen.
Wenn 14.000 potentielle Terroristen nun nicht in London bomben, sondern in der Wüste mit der AK aus dem Pick-Up-Truck ballern, dann wird ISIS mehr gegen den Terror getan haben, als irgendjemand im Westen je könnte.

Morph August 28, 2014 um 13:12

@Holger

“Was ist Terror, wenn nicht Widerspruch? HÄ?”

Habe ich oben schon beschrieben: ein politisches Mittel, das die Destabilisierung staatlicher Ordnung bezweckt.

Aber das für Dich Terror = Widerspruch ist und Du Dich daher von jedem Widerspruch gegen das, was Du für richtig erachtest, terrorisiert fühlst, so dass Du Dich dann legitimiert siehst, kommunikative ‘Terrorabwehrmaßnahmen’ zu starten, die den ‘teuflichen Feind’ ‘vernichten’ sollen, dass hast Du gestern mal wieder eindrucksvoll gezeigt.

Funktioniert halt nicht. ;-)

holger196967 August 28, 2014 um 13:40

Anscheinend doch

—>>>Funktioniert halt nicht. ”

Sonst würde ja “Dottore” nicht Kommunizieren :D

Morph August 28, 2014 um 13:49

@Linus

“Langer Rede kurzer Sinn: Fake lässt sich nicht mehr von Wirklichkeit unterscheiden. Damit ist kein rationales Handeln mehr möglich. Ein solches Subjekt ist ein Spielball der Gerüchte.”

Das finde ich wieder zu sehr verallgemeinert. Es ist schon richtig, dass den Leuten in den letzten Jahrzehnten immer schwerer fällt, zwischen Fake und Wirklichkeit zu unterscheiden. Das hat viele Gründe, die in der technologischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte liegen und die man kaum ändern kann. Unter anderem liegt es aber auch daran, dass Leute sich nicht von bestimmten ‘Alltagswahrheiten’ lösen wollen, in deren Licht das ‘große Ganze’ als ein unentwirrbares Lügengebäude erscheinen muss.

“- Paranoia ist der permanente Alarmzustand im Kopf
- Terror ist der permanente Alarmzustand in der Gesellschaft”

Ich finde, dass man mit solchen Gleichsetzungen nichts gewinnt und damit genau der Verwirrung Vorschub leistet, die man eigentlich aufheben will (setze ich mal voraus).

Paranoia ist eine psychiatrische Diagnose. Terror (im hier thematisierten Sinn) ist eine Strategie politischer Organisationen. Daneben gibt es eine ‘gesellschaftskritische’ Verwendungsweise der Termini (‘Überwachungsparanoia’, ‘Konsumterror’ u.ä.), die metaphorisch funktioniert. Metaphern dienen kommunikativ nicht der Beschreibung von Fakten, sondern der Werbung für bestimmte Perspektiven. Begriffe ermöglichen, einen Gegenstand zu identifizieren; Metaphern ermöglichen, Gegenstände zu verwechseln.

Die Verwechselung von Gegenstände ist dann aufschlussreich, wenn man sich der begrifflichen Identität der verwechselten Gegenstände sicher ist. Die metaphorische Verwechselung der Gegenstände erhellt dann die Schnittmenge ihrer Eigenschaften. Metaphern fokussieren so gewisse Aspekte von Gegenständen.

Wenn man aber die metaphorisierten Gegenstände nicht wirklich gut kennt, dann stiftet die Verwechselung nur Verwirrung. Und das scheint mir insbesondere der Fall zu sein, wenn man soziale Tatsachen in terms psychischer Tatsachen metaphorisiert.

Und daher predige ich den Verwirrern und Verwirrten, bis es ihn aus den Ohren herauskommt mit Luhmann die Differenz zwischen psychischen und sozialen Systemen.

holger196967 August 28, 2014 um 13:59

Dottore

—>>>Und daher predige ich den Verwirrern und Verwirrten, bis es ihn aus den Ohren herauskommt mit Luhmann die Differenz zwischen psychischen und sozialen Systemen.”

Es kann echt sein, dass du keine Systeme kennst. So wie sie real sind. Da du deine Dottore vermuertelich (gibts die zu lesen?) über Computerspiel gebastelt hast, scheinst du jenseits der Realität zu wohnen.

Dh du musst deine Realität über Gnorfs und Orks realisieren.

Ich denke Luhmann war auch da gefangen…

Systemfrager August 28, 2014 um 14:16

WER WEIß WAS MIT @Jarchow LOS IST
hmmmmm
könnte es sein, dass in dem US-Ministerium für die Wahrheit eine Entlassungswelle rollt … die Goebbelsabteilungen werden neu besetzt
Herr Jarchow
ich drücke Ihnen Daumen

Sooooooo schlimm waren Sie eigentlich nicht … die Aufgabe war einfach gesagt zu schwierig: Aus Schwarz Weiß zu machen, aus Gut Böse und Umgekehrt, und nicht einmal mit den Lippen zu zücken … Sie haben es wirklich nicht einfach

Systemfrager August 28, 2014 um 14:24

Die Moskauer Internationale Autosalon MIAS 2014 findet vom 29. August bis 7. September auf dem Ausstellungsgelände Crocus Expo statt. Trotz der politischen Kontroversen und der sinkenden Verkaufszahlen bei Neuwagen könnten bei der diesjährigen Messe alle bisherigen Rekorde gebrochen werden.

Tja…
für Amis ist das von keiner Bedeutung, die können sowieso nur Cola und Waffen herstellen, aber die Europäer …
die werden noch auf den Knien vor Putin kriechen …
geschieht ihnen auch zurecht

keiner August 28, 2014 um 14:31

…ja genau wie die Polen und Österreicher auf den Knien ankamen. Und später dann der Willy… Auf lange Sicht sind wir alle auf den Knien oder sogar noch drunter.

bertrandolf August 28, 2014 um 14:44

Die Zeit hat einen interessanten Artikel über die Organisation, in Berufung uf die NYT heraus gebracht: http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/is-organisationsstruktur-irak

"ruby" August 28, 2014 um 15:23

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