Journalismus im Schützengraben

by f.luebberding on 26. September 2014

Gestern Abend war die letzte Sendung von Reinhold Beckmann. Was sein Format auszeichnete, kann man in einem Wort zusammenfassen: Die Fähigkeit zum Dialog. Er steht damit gegen eine Bunkermentalität, die zunehmend das gesellschaftliche Klima bestimmt. Man gräbt sich ein, um sich gegen Kritik zu immunisieren. Das kann durchaus auf verschiedenen Ebenen passieren. So ist gestern Abend der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Europäischen Parlament, Rebecca Harms, die Einreise nach Moskau verweigert worden. Es ist offensichtlich eine Retourkutsche für die durch die EU verhängten Einreiseverbote. Frau Harms gehört bekanntlich zu den schärfsten Kritikerinnen der russischen Ukraine-Politik. Jenseits dessen, ob man ihre Positionen teilt, ist diese Form der wechselseitigen Einreiseverbote offensichtlich nicht das, was wir zur Zeit brauchen. Diese Mentalität, andere Meinungen als Bedrohung für die innere Sicherheit zu betrachten, ist aber kein Privileg Russlands. Die USA haben der TTIP-Aktivistin Maritta Strasser schon im April ebenfalls ohne Begründung die Einreise verweigert, wie die taz berichtet hatte. Ist Frau Strasser eine Terrorverdächtige? So wie der Schriftsteller Ilija Trojanow?

Die Regierungen bunkern sich ein. Sie suchen, ob in Moskau oder Washington, nur noch Bedrohungen. Wobei unter Bedrohung schon der bloße Verdacht einer kritischen Haltung verstanden wird. Allerdings ist das nicht nur auf paranoide Regierungen beschränkt. Dieser Virus vergiftet auch die Medien selbst. Sie bauen ihre eigenen Schützengräben, wo ebenfalls lauter Einreiseverbote zu finden sind. Kritik wird nicht mehr als selbstverständlich betrachtet, sondern man sucht wie die Regierungen in Moskau und Washington nach politischen Gegnern. So hat Ulrich Clauß in der Welt die Kritik des ARD-Programbeirats an der Ukraine-Berichterstattung als “Dolchstoß aus den eigenen Reihen” interpretiert. Er sieht sich als Berichterstatter im Bürgerkrieg:

“Bis dahin haben Putins Propagandakolonnen und ihre Hilfstruppen von links bis rechts hierzulande Beutemunition erster Klasse für ihre PR-Schlachten.”

Auf die Idee, sich an dieser PR-Schlacht nicht mit eigenen Beiträgen zu beteiligen, ist Clauß gar nicht erst gekommen. Er verhängt lieber Einreiseverbote gegen Kritik. Nun hat Gabor Steingart vom Handelsblatt bisweilen auch sein eigenes Problem mit dem Zynismus, wie heute Michael Hanfeld in der FAZ kritisiert. Steingart hatte gestern angesichts der Probleme der Bundeswehr im morgendlichen Newsletter angemerkt: „Die Weltenrettung muss warten.“ Er meinte die Hilfe für die Kurden im Irak und Syrien. Wobei Steingart in der Ukraine-Politik für eine differenzierte Position eintritt, mit der man ansonsten in den Medien ein Problem hat. Warum das so ist, kann man im Handelsblatt nachlesen. Auch im ZDF gibt es Kritik an der Ukraine-Berichterstattung.

“Im ZDF-Fernsehrat ist es deshalb am vergangenen Freitag sogar zum Eklat gekommen. Chefredakteur Peter Frey wollte kritische Nachfragen der Linksfraktions-Abgeordneten Gesine Lötzsch zu einem Bericht über die Ost-Ukraine, in dem Kämpfer mit Hakenkreuz und SS-Rune am Stahlhelm gezeigt werden, nicht beantworten. Das geht aus einem Brief von Lötzsch an Frey hervor, der dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) vorliegt. … . Lötzsch nahm dabei Bezug auf einen Bericht in der „Jüdischen Allgemeinen“. Darin wird bemängelt, dass am 8. September in der ZDF-Nachrichtensendung „Heute“ ein Beitrag ausgestrahlt wurde, in dem auch Mitglieder des nationalistischen Asow-Bataillons gezeigt werden, das in der Ost-Ukraine an der Seite der Regierungstruppen gegen die Separatisten kämpft. An ihren Stahlhelmen tragen die Kämpfer Hakenkreuze und SS-Runen. „Dies blieb völlig unkommentiert“, schreibt die Zeitung und fragt: „Wo ist die journalistische Sorgfaltspflicht des ZDF geblieben?“ Tatsächlich ging der ZDF-Korrespondent auf die Nazi-Symbole in seinem Beitrag nicht ein. Dort heißt es vielmehr: >>Freiwilligenbataillone aus nahezu jedem politischen Spektrum verstärken etwa die Regierungsseite – und in der Ukraine ist Wahlkampf: Eine Friedenslösung ist dadurch nicht einfacher geworden.<<“

Der ZDF-Chefredakteur Peter Frey ist angesichts dieser Kritik genauso beleidigt, wie der WDR-Intendant Tom Buhrow über die an der ARD. Das ZDF könnte sich aber eine einfache Frage stellen: Warum kann man in einem solchen Beitrag Nazis nicht mehr einfach Nazis nennen? Warum diese tatsächlich bezeichnende Formulierung von den “Freiwilligenbataillone aus nahezu jedem politischen Spektrum”? Der Grund ist so simpel, wie skandalös. Weil wir es uns als Berichterstatter schon längst angewöhnt haben, Fakten als politische Stellungnahme misszuverstehen. Da wird dann die korrekte Kennzeichnung zu einem Teil russischer Propaganda, die jeden Ukrainer, der nicht ihrer Meinung ist, als Faschisten charakterisiert. Man will sich so davon distanzieren, wenn man nicht mehr das sagt, was offensichtlich der Fall ist.

Aber seit wann ist russische Propaganda die Leitlinie für Berichterstattung? Oder jene Gegenpropaganda wie bei Clauß, die so unverfroren ist, Kritik als das Wühlen einer 5. Kolonne zu denunzieren? Was dabei auf der Strecke bleibt: Journalismus. Nur wie soll er noch über die Paranoia von Regierungen kritisch berichten, wenn er schon längst mit diesen im Schützengraben sitzt?

Der Appell an die Regierungen in Moskau und Washington, Frau Harms und Frau Strasser einreisen zu lassen, wird wenig ausrichten. Aber wir als Journalisten sollten es wie Reinhold Beckmann machen – und es mit Dialog versuchen. Und vor allem aus den Schützengräben herauskommen, in die wir unversehens gelandet sind. Es geht eben nicht darum, was wir für eine Meinung haben, sondern dem Leser die Meinungsbildung zu ermöglichen.

Im Schützengraben wird er das nicht finden.

update

Die Glosse von Michael Hanfeld ist jetzt online.

Außerdem ist der heutige “Rote Baron” eine Frau.

Bedingt aufnahmebereit.

Wolfgang Lieb auf den Nachdenkseiten.

Interessanter Versuch von Harald Martenstein.

29.09.2014

Heute zwei Hinweise. Meine Jauch-Frühkritik über einen Dampfplauderer und das Altpapier.

{ 389 comments… read them below or add one }

gelegentlich September 30, 2014 um 07:31

@someone September 30, 2014 um 05:28
„ Wenn du anstatt von irgendwelchen Heisedeppen, die woanders nicht unterkamen,…“
Erklärt in dieser grandios unterfütterten Form was? Wenn Jemand nichts zur kritisierten Sache sagt sondern Metaargumente bringt – stinkt das!
Zumal Sie Jemand sind, der Fragen nach der Herkunft seiner Obsession nicht beantwortet und den man nach dem bisher Gesehenen für einen antirussischen Propagandisten mit guten Verbindungen halten muss.
„Aber wenn es gegen Drecksaraber geht, sind hier alle dabei!“
Säkulare Syrer sind für mich keine „Drecksaraber“, Islamisten würde ich auch nicht so nennen. Aber ich bin kein Pazifist und würde mich nicht von denen töten lassen. Jedenfalls kann man mit Stoneagern keine instrumentalen Bündnisse schließen, wenn man nicht exkludiert werden will. Punkt. Berührungsverbot.

„ Israel sieht es als problematisch und auch wenn man Probleme mit seiner Palästinenserpolitik haben sollte, könnte man dann doch vielleicht anerkennen, dass man dort mehr Ahnung vom Nahen Osten hat hierzulande.“

Natürlich haben die Ahnung, aber eben auch ganz eigene Interessen. Zu denen scheint im Moment nicht zu passen über ISIS aufzuklären. Zumal ihr Verbündeter dort, Erdogan, dringend darauf angewiesen ist dass die erfolgreich gegen Kobane vorgehen. Verbündeter sage ich, trotz der heftigen anti-israelischen Demagogie des Herrn, weil ich auf sein Tun achte,nicht auf sein Geschwätz.
Leicht OT: Sie haben darauf hingewiesen, dass die von @Keynesianer gern zitierte „Quelle“ http://www.vineyardsaker.blogspot.de/
von einer PR-Agentur in Paris betreut wird. Danke! Das besagt freilich erst mal nur dass die Supporter mit Geld hinter sich haben. Leute, die von „Anglozionisten“ reden, faßt man aus guten Gründen nur mit der Zange an. Was nicht heißt dass jedes Argument von Denen falsch sein muss.

„Russenkritische Menungen sind hier nicht erwünscht.“

Blech! Aber in diesem Infokrieg will man wissen von wem ein Argument kommt, welchen Hintergrund es hat.

somone September 30, 2014 um 07:42

Und neun Tote in drei Gräbern sind für dich Massengräber? Während hunderte von versenkten Leichen in Slawjansk kein Wort wert sind?
Nun gut.

Und yeah, vineyardsaker. rue de grenelle 170, wie gesagt.

somone September 30, 2014 um 07:45

Das wär so, als würde hier irgendwer mit INSM aufschlagen…

somone September 30, 2014 um 07:50

@lüberding: Klar muss mein Kommentar moderiert werden, sonst würde das schöne Russlandhurraweltbild ins Rutschen kommen, nicht? Gab doch so schöne Röhrenverträge, muss man sich von ein paar tausend Toten nicht irritieren lassen.

somone September 30, 2014 um 07:53

Aber natalius und peter von klotz können ihr Nazigesülz hier frei heraussabbern. Vielleicht sollte man sich doch mal Gedanken machen wohin dieses Kommentariat führt? Novorossija Hurra!

petervonkloss September 30, 2014 um 08:22
f.luebberding f.luebberding September 30, 2014 um 08:40

Bleistift 03:08 Uhr

Die entsprechende Passage habe ich durchaus mitbekommen. Sie sagt aber zum Thema Geschlechterverhältnis nichts anderes aus als die von mir zitierte. Es ist übrigens erst dann Freiheitsberaubung, wenn der Mann gegen den ausdrücklichen Willen der Frau handelt, aber nicht dann, wenn sie sich diesem Willen freiwillig unterordnet. Meine Kritik an der Sendung betraf die offenkundige Unfähigkeit, die Aussagen des Imams so zu verifizieren, dass man sie entsprechend einordnen kann. Die Reaktion auf die Sendung hat aber den paradoxen Effekt gehabt, dass die Funktion einer solchen Talk Show, einen öffentlichen Diskurs über ein Thema zu ermöglichen, selbst mit dieser schlechten Sendung erfüllt worden ist.

f.luebberding f.luebberding September 30, 2014 um 08:45

someone

Warum der Spam-Filter plötzlich Deine Kommentare in die Moderationsschleife geschickt hat, hat nichts mit meinen Einstellungen zu tun. Die habe ich nicht geändert.

f.luebberding f.luebberding September 30, 2014 um 08:49

someone

Es könnte mit dem Kommentarverhalten zu tun haben. Wenn man links ohne weiteren Kommentar einstellt, vermutet der Filter Spam. Das ist in den aktuellen 2.547 Spam-Kommentaren nämlich zumeist der Fall.

Keynesianer September 30, 2014 um 08:57

Womöglich hat die FAZ schon die neue Generation Spamfilter im Test, die von selbst in der Lage ist, bezahlte Auftragsschreiber im Kommentariat zu erkennen. ;)

@someone

Hier hat wirklich niemand ein Russlandhurraweltbild. Darum geht Ihre Argumentation so sehr ins Leere.

Es ist nur so, dass uns die Lügen der deutschen und NATO Seite halt mehr treffen, als die Lügen aus Russland. Es sei denn, wir würden nach Moskau umsiedeln. ;)

f.luebberding f.luebberding September 30, 2014 um 09:13

Nur um die Dimensionen vom Spam deutlich zu machen. Ich habe den Ordner vor 15 Minuten gelöscht. Jetzt sind es wieder 33.

Keynesianer September 30, 2014 um 09:17

Um einmal die russische Seite zu kritisieren:

Auf Youtube gibt es ein an das Herz rührendes Interview mit dem russischen Verteidigungsminister:

https://www.youtube.com/watch?v=2-cBISOTZzg

Das kann man sich mal wirklich ansehen. Der versucht da, die russische Wirtschaft und Wissenschaft über den militärischen Sektor wieder effizient zu machen. Er wirkt zumindest sehr aufrecht und ehrlich und sehr eloquent. So einen Minister würde ich gern in der deutschen Regierung sehen.

Aber was sein eigentliches Spezialgebiet betrifft, scheint es noch nicht ganz angekommen zu sein, dass die Menschheit von vielleicht 150 großen Konzernen und wohl an die 200 traditionsreichen Familien beherrscht wird.

Man braucht also keine U-Boote und Atomraketen oder Langstreckenbomber, um im Ernstfall eine Yacht zu versenken oder eine teure Villa zu sprengen oder einen gepanzerten Luxuswagen oder um ein Privatflugzeug oder Hubschrauber vom Himmel zu holen.

Der scheint da immer noch für alte Feldschlachten zu planen.

Auch die Probleme in der Ukraine ließen sich leichter regeln, wenn die Kämpfe aus der Ostujraine etwas in Richtung Westen so etwa hundert Meter vor die Villa vom Kolomoisky oder Poroschenko verlegt würden.

Manfred Peters September 30, 2014 um 09:35

@ someone
Bitte vermeide in den nächsten beiden Tagen den Besuch von MV*, denn dort gibt es ein gehäuftes Auftreten von “marodierenden Russen”.
”Die Veranstaltung ist überbucht. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich. Wir bitten um Ihr Verständnis. “
Obwohl die CDU und Grünen in einer konzertierten Hetzaktion bis heute alles versucht haben diese zu verhindern.
* Sicheren Schutz für Dich vor den Russen ist in D wohl nur in Rethem gewährleistet.

gelegentlich September 30, 2014 um 09:40

@someone
„Und neun Tote in drei Gräbern sind für dich Massengräber? Während hunderte von versenkten Leichen in Slawjansk kein Wort wert sind?“
Schwindel, wie gewohnt. Weil Sie mit Sicherheit die Diskussion bei Telepolis verfolgt haben.
„Nun gut.
Und yeah, vineyardsaker. rue de grenelle 170, wie gesagt.“
„somone September 30, 2014 um 07:45
Das wär so, als würde hier irgendwer mit INSM aufschlagen…“

Nein. Das wäre so als ob Jemand behauptet Mollath müsse im Unrecht sein weil sein Anwalt in einer schicken Villa in Hamburg residiert.

Sie begreifen es einfach nicht:
klar, auch in Russland passieren jede Menge widerlicher Dinge. Das wisssen auch Diejenigen, die hier als Putinversteher gelabelt werden. Aber Sie müssen sich selber schon soweit outen dass klar wird, aufgrund welcher eigenen Interessenlage Sie hier permanent antirussische Propaganda anschleppen. Wenn Sie das nicht tun bleiben Sie halt weiterhin als Propagandist unglaubwürdig. Im Nachbarthread beklagen Sie sich:
„Ich wurde als Nazi, KZ-Wärter, Spacko und was weiß ich noch tituliert, aber meine Kommentare sprengen natürlich den Rahmen, während andere hier Mordgelüste absondern können.“

Sorry, so etwas habe ich nicht mitbekommen. Ist auch nicht mein Stil. Aber ich sage dazu nur: selbst schuld, wenn Sie Ihre Interessenlage nicht outen.

NKB September 30, 2014 um 10:37

@ gelegentlich
Ich glaube nicht, dass man sich outen muss, um glaubwürdig zu sein, zu werden oder was auch immer. Wo leben wir denn!!!

Es geht immer um die Macht der Fakten und um eine Argumentation mit Hilfe der Vernunft. Und mit Hilfe des Diskurses ist es möglich, eigene Standpunkte zu überprüfen.

Warum interessieren Sie sich denn für Politik? Interessenlage klar??? Wir sind doch nicht auf der Couch von Freud!

Dass hier vielleicht ein paar bezahlte Leute Propaganda machen oder versuchen den Block kaputt zu machen, ändert nichts an den Regeln des Diskusres. Diese Leute disqualifizieren sich selbst oder eben nicht. “someone” mag vielleicht ein gestörtes Verhältnis zur Politik haben, den teilt er aber mit mindestens 85% der hiesigen Bevölkerung. Insofern nicht schlimm. Ich kann nicht jeden erreichen. Zur Quellenlage von “someone” hat “Soldat Schwejk” hier übrigens schon alles gesagt.

egal September 30, 2014 um 11:41

@ bleistift

Hm, 1Kor 11. Na und?

Über das Verhalten der Frau im Gottesdienst
1 Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme. (1Kor 4,16; Phil 3,17; Phil 4,9)
2 Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe. (1Kor 2,2)
3 Ihr sollt aber wissen, dass Christus das Haupt des Mannes ist, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi. (1Mo 3,16; 1Kor 3,23; Eph 5,23)
4 Wenn ein Mann betet oder prophetisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, entehrt er sein Haupt.
5 Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen.
6 Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen.
7 Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. (1Mo 1,27)
8 Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. (1Mo 1,2; 1Mo 2,22)
9 Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann. (1Mo 2,18; 1Mo 6,2)
10 Deswegen soll die Frau mit Rücksicht auf die Engel das Zeichen ihrer Vollmacht auf dem Kopf tragen.1
11 Doch im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau.
12 Denn wie die Frau vom Mann stammt, so kommt der Mann durch die Frau zur Welt; alles aber stammt von Gott.

holger196967 September 30, 2014 um 11:55

egal September 30, 2014 um 11:41

und das Alles wegen einer einfachen Rippe :D

gelegentlich September 30, 2014 um 13:44

@NKB

„Ich glaube nicht, dass man sich outen muss, um glaubwürdig zu sein, zu werden oder was auch immer. Wo leben wir denn!!!“

Ich glaube auch nicht dass „man“ das in der Regel tun muss.
Bei „someone“ sehe ich es deshalb anders, weil er sich nie darum bemüht: …„mit Hilfe des Diskurses ist es möglich, eigene Standpunkte zu überprüfen.“ Wie ein Fussballspieler, der immer dann vom Ball wegläuft wenn man ihn anspielen will. Das finde ich auffällig und deshalb habe ich nachgefragt.

„Zur Quellenlage von “someone” hat “Soldat Schwejk” hier übrigens schon alles gesagt.“
Schade, muss ich dann übersehen haben. Man liest so viel…

someone September 30, 2014 um 14:04

@gelegentlich: Ich sehe nur nicht, dass bei einer russischen Durchsetzung sich meine oder die anderer verbessern würde. Russland ist genauso kapitalistich wie der “Westen” und dazu hat man noch eine Willkürherrschaft. Da ist keine Verbessereng drin, wenn Russland sich durchsetzt. Wir können dann alle gegen den pösen Westen beten und die russisch-preußische Seele in uns finden, aber mehr ist nicht drin.

gelegentlich September 30, 2014 um 16:06

@someone:
Danke für die Antwort! Nun, wenn diese intendierte Wiederbelebung des Kalten Krieges im Schlamm stecken bliebe wäre es wohl nicht schlechter als im Moment. Ich bete auch nicht gegen den „pösen Westen“ und versuche nur zu verstehen mit welcher Motivation man diese Spannung wiederherzustellen versucht. Dass und warum man die inneren Verhältnisse in Russland ablehnt kann ich gut nachvollziehen. Aber wenn ich diese Motivation hätte müßte ich die Putschisten in Kiew mit mindestens der gleichen Intensität ablehnen. Wenn das unterbleibt zweifle ich an der Glaubwürdigkeit. Und offen gesagt haben sich diese Zweifel in diesem Infokrieg fortlaufend bestätigt.
http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/
Die Autorin dieses Blogs z.B. kenne ich von früher. Weder rechts noch links, pensionierte Oberstaatsanwältin, ohne eine erkennbare Pro- oder Anti-Haltung gegenüber Russland. Die versucht einfach empirisch und genau zu sein. Die „Quellen“, auf die hier @Jarchow und seine Mitstreiter verwiesen haben, entpuppten sich beim Nachfassen stets als einseitige Propaganda-Instrumente. Und, sorry, Ihr Einwand gegenüber dem Saker, dass da eine PR-Agentur dabei ist, liefert höchstens einen möglichen Anfangsverdacht. Da müßte dann schon mehr kommen. Dass der auch eine eigene Agenda hat ist offensichtlich. Jemand, der von „Anglozionisten“ spricht, ist natürlich aus meiner Sicht nur mit Vorsicht zu genießen. Dennoch: auch da muss man eben die Argumente prüfen.

Soldat Schwejk September 30, 2014 um 17:55

@ someone —> “Russlandhurraweltbild” [...] “Ich sehe nur nicht, dass bei einer russischen Durchsetzung sich meine oder die anderer verbessern würde. Russland ist genauso kapitalistich wie der “Westen””

Letzteres ist zweifellos richtig. Es hat hier aber wohl niemand ein “Russlandhurraweltbild”. Der einzige, der ständig eine irrationale, affektgeladene Haltung in bezug auf Rußland zur Schau stellt, ist ein gewisser @someone.

Es gibt hierzulande gewiß eine “postdemokratische”, reaktionäre Bedrohung von demokratischem Verfassungsstaat und Sozialstaat. Diese Bedrohung kommt aber erkennbar aus dem Innern, nicht von Rußland. Niemand will hier den Putinismus einführen. Dagegen versucht ein Teil der “Eliten”, politische Entscheidungen auszulagern zu demokratisch nicht oder wenig kontrollierbaren Instanzen: zu internationalen privaten Schiedsgerichten, zu europäischen Exekutivorganen etc.

Ein neuer Kalter Krieg wäre eine geeignete Atmosphäre, in der mit Verweis auf den äußeren Gegner diese informelle, “postdemokratische” Vermachtung im Innern legitimiert werden kann.

Die Leute, die keinen Kalten Krieg mit Rußland wollen, idealisieren ganz mehrheitlich nicht den Putinismus. Sie sehen, daß ‘Schütze Arsch und Klein Erna’ kein Interesse an einem Kalten Krieg haben können, sondern daß eine Verschlechterung der Beziehungen mit Rußland hierzulande nur den reaktionären Kräften nützt (Auch in Rußland nutzt ein Kalter Krieg nur den reaktionären Kräften.)

Der russische Kapitalismus ist ein informeller Günstlingskapitalismus, immerhin aber ist unter Putin eine gewisse Autonomie des Politischen gegenüber dem Big Business wiederhergestellt worden. Der westeuropäische Kapitalismus ist auch ein Günstlingskapitalismus, und ich wage zu bezweifeln, daß die Autonomie der politisch Handelnden gegenüber dem Big Business in Westeuropa größer ist als in Rußland.

Jedenfalls kann ich nicht erkennen, daß die russischen Oligarchen dabei sind, die Kontrolle über die westeuropäische Wirtschaft zu übernehmen. Auch in Ostmitteleuropa dürften sich weit mehr westeuropäische Oligarchen tummeln als russische. In einigen “deutschen” Großkonzernen, u.a. DeuBa und VW, hat der Emir von Katar zuletzt große Anteilspakete übernommen. Man muß sich mal vorzustellen versuchen, was in den hiesigen Medien los gewesen wäre, wenn ein russischer Staatskonzern bei VW und DeuBa derart eingestiegen wäre. Es wären rund um die Uhr die Alarmsirenen zu hören gewesen: Hilfe, der Iwan kommt! – Aber ein Muselfeudalist als Großinvestor ist offenbar O.K.

Es gibt keine russische Bedrohung, und es gibt auch kein Rußlandhurraweltbild. Es gibt dagegen viel vernünftige und aufgeklärte Kritik an der antirussischen Kalte-Kriegs-Hysterie, die hierzulande durch Politikbetrieb und Medien geschwappt ist. Natürlich versuchen auch einige höchst fragwürdige Gestalten, diese Stimmung gegen den neuen Kalten Krieg als Steigbügel für die eigenen Ambitionen zu nutzen, das bleibt nicht aus. Aber das ist nicht das Wesentliche dabei.

Aber ich sehe, daß Dein Gefühl des Verfolgtseins eine in geographischer Hinsicht progrediente Verlaufsform aufweist. Nu isses nicht mehr nur Rußland, sondern auch schon Preußen. Und es ist schlimmer als Du denkst. Schau, schon vor 200 Jahren war ein weltberühmter Bananier Teil der 5. Kolonne:

http://www.youtube.com/watch?v=hxAEueOQZtw

"ruby" September 30, 2014 um 18:14

@ someone
https://www.youtube.com/watch?v=DMfxKYEN_KQ
um Grenzen zu überwinden
;-)

"ruby" September 30, 2014 um 19:07

Nur nicht vom Draghi aussaugen lassen ;-)
https://www.youtube.com/watch?v=BBQ36Y1GL1g
Günther Beitzke: Die Rechtsstellung der Bank für internationalen Zahlungsausgleich insbesondere im Völkerrecht. Noske, Borna-Leipzig 1932, zugleich Dissertation an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

"ruby" September 30, 2014 um 20:16

@ Gerald Braunberger
zu spät die FED Boys and Girls
http://blogs.faz.net/fazit/2014/09/30/der-muede-aufschwung-4683/
https://www.youtube.com/watch?v=afnD8Jgo0kM
Keep on …
;-)
light your smart
and get an umbrella

niemand September 30, 2014 um 21:43

Soldat Schwejk September 30, 2014 um 17:55

Danke für diesen Beitrag.

Hardy Oktober 1, 2014 um 09:38

@niemand, Soldat Schwejk

Schließe mich an.

"ruby" Oktober 1, 2014 um 14:33

Schickt die Faz`ke die Lisa mal nach Basel, um den aktuellen Stand vor dem Stresstest zu dokumentieren?
http://de.wikipedia.org/wiki/Bank_f%C3%BCr_Internationalen_Zahlungsausgleich
;-)
Morgen ist Ramschtag für Griechenland Ankäufe durch die EZB?

“Treuhänderfunktion im internationalen Zahlungsverkehr

Die BIZ verwaltet in ihrer Funktion als Bank der Zentralbanken Teile der Währungsreserven zahlreicher Länder und internationaler Finanzinstitutionen. Ende 2000 machten die bei der BIZ deponierten Gelder etwa 7 % der Weltwährungsreserven aus; etwa 120 Zentralbanken zählten dabei zu ihrem Kundenkreis. Die Einlagen werden als hoch liquide Anlagen gehalten und sind deshalb rasch verfügbar. In zunehmendem Maße bietet sich die BIZ den Zentralbanken auch als Investmentbank an, damit sie höhere Renditen mit ihren Währungsreserven erzielen. In manchen Fällen räumt die BIZ auch kurzfristige Kredite ein. Sie finanziert von Fall zu Fall auch Kredite vor, die von der Weltbank oder vom Internationalen Währungsfonds garantiert werden.”
aus wiki

2013
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/wege-aus-der-schuldenkrise-biz-sieht-grenze-der-lockeren-geldpolitik-erreicht-12241432.html
und
2014?

"ruby" Oktober 1, 2014 um 14:38

Einige aktuelle PDF:
http://www.bis.org/publ/arpdf/ar2014e.htm
für morgen, wenn der Mario parliert .

"ruby" Oktober 1, 2014 um 14:50

Die werden doch ein bischen cash verballern können oder?
Seite 50

Cash and cash equivalents, end of year
11,544.5 SDR millions

http://www.bis.org/publ/arpdf/ar2014e7.pdf

30. Cash and cash equivalents
The cash and cash equivalents in the cash flow statement comprise:
As at 31 March
SDR millions
2014
2013
Cash and sight accounts with banks
11,211.5
6,884.1
Notice accounts
333.0
341.5
Total cash and cash equivalents
11,544.5
7,225.6

Geht es denen gut!!!
Die Kasse ist gefüllter.

"ruby" Oktober 1, 2014 um 15:15

“Um die Risiken in der eigenen Bilanz zu minimieren, fordert sie dafür allerdings öffentliche Garantien. Weil sich die Staaten dagegen sperren, bleibt abzuwarten, ob Draghi in Neapel eine Lösung aus dem Hut zaubern kann, die das Dilemma löst. Kurz vor der Sitzung verdichteten sich die Spekulationen, dass Draghi sich dafür einsetzen wird, auch Kreditpakete aus Griechenland und Zypern zu kaufen, die über ein schlechteres Rating verfügen als die Notenbank normalerweise selbst als Sicherheit akzeptiert. Das Direktorium der Zentralbank werde vorschlagen, dass die Regeln entsprechend geändert werden sollten, berichteten Medien am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Kritik dürfte programmiert sein, falls die Notenbank Wertpapiere mit einem Rating ankauft, die nicht einmal die Standards erfüllen, die sie selbst von Banken als Sicherheiten akzeptiert. ”

aus :
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ezb-zinsentscheid-sinkende-inflation-setzt-zentralbank-unter-druck-13182813.html

Aber das interessanteste kommt, wenn der Dollar und EURO Parität haben…
Denkt mal intensiv drüber nach .
;-)

"ruby" Oktober 1, 2014 um 21:27

Mittwoch, 1. Oktober 2014
Designierter EU-Kommissar Hill muss erneut zur Anhörung

“Der designierte EU-Finanzmarktkommissar Hill muss sich einer weiteren Anhörung im Europaparlament in Brüssel stellen. Abgeordnete teilten am Abend mit, der Brite habe den Wirtschafts-und Währungsausschuss nicht von seiner Eignung überzeugen können. Hill hatte in seiner Befragung Vorwürfe zurückgewiesen, er stehe der britischen Finanzbranche zu nahe. Er unterstrich vielmehr, dass er sich für einen weiteren Aufbau der Europäischen Bankenunion einsetzen werde und sich Großbritannien als Teil einer erfolgreichen EU wünsche. Hill, ein enger Vertrauter von Premier Cameron, gilt als Euroskeptiker.”
DLF

"ruby" Oktober 1, 2014 um 21:43

Die nichtverbrauchten Haushaltsmittel der Bundeswehr für 2014, 2013 und schwubs kann bereits 2015 die kalte Progression wegfallen und danach den Finanzplan anpassen sollte klappen. Z.B. mit Rückforderungen an die Waffenlieferanten wegen Schlechtleistungen…
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-10/kalte-progression-cdu-merkel/seite-2

holger196967 Oktober 1, 2014 um 22:08

Soldat

—>>>Jedenfalls kann ich nicht erkennen, daß die russischen Oligarchen dabei sind, die Kontrolle über die westeuropäische Wirtschaft zu übernehmen. ”

Schalski 06 ist ja auch nicht Systemrelevant :D

SCHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAALKE \o/

"ruby" Oktober 1, 2014 um 22:11

Respekt Sven
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/anhoerung-im-eu-parlament-lord-hill-muss-nachsitzen-13184930.html
weiterkämpfen
Der hat es fachlich nicht drauf – no chance !

"ruby" Oktober 2, 2014 um 06:17

@ wowy
ot
Rekurs
http://www.deutschlandradiokultur.de/panamerikanische-konferenz-hehre-ziele-magere-ergebnisse.932.de.html?dram:article_id=299189
daraus:
“Sie sahen ihre Vorherrschaft in Amerika auch religiös begründet und bezogen sich dabei auf den Begriff des “manifest destiny”, den der Journalist John Sullivan in einem Artikel bereits 1845 geprägt hatte.

“In diesem argumentiert Sullivan, dass es das offensichtliche Schicksal der Vereinigten Staaten sei, Hegemonie auf amerikanischem Boden auszuüben aufgrund der Überlegenheit, also der angeblichen Überlegenheit der weißen protestantischen Gesellschaft in den Vereinigten Staaten gegenüber dem unterlegenen katholischen Rest des Kontinentes, sprich ganz Lateinamerika.””

Überlegenheit der weißen protestantischen Gesellschaft ist das Grundmotiv des Handelns …
Max Weber und sein Elitenzirkel

someone Oktober 2, 2014 um 14:31

Es gibt keine russische Bedrohung, und es gibt auch kein Rußlandhurraweltbild.

Na, wenn du es sagst, muss es ja stimmen. Fassen wir mal zusammen: Russland behält sich Überfälle auf seine Nachbarstaaten vor, wo immer es russische Interessen und die russkij mir bedroht sieht.
Das Budapester Memorandum ist nicht mehr. Die Iranische Atombombe wird kommen. Die OSZE ist in ihren Grundfesten erschüttert, Grenzen dürfen innerhalb Europas wieder mit Gewalt neu gezogen werden. Jeder darf jetzt wieder ganze Armeen in Sichtweite der Grenze postieren und den anderen geht das überhaupt nichts an. Litauische Wehrdienstverweigerer von ’91 werden nun in Russland verfolgt. Esten werden entführt und nach Russland geschafft, Ukrainer werden entführt und nach Russland geschafft, ukrainische Präsidentschaftskandidaten werden vergiftet.
Katyn? Da gibt es schon sehr böse polnische Gerüchte über den Flugzeugabsturz dort. Zufälle gibt’s…
Es werden Angriffe auf Schweden und Finnland eingübt. Das russische Militärbudget steigt und steigt und im Fernen Osten übte man die Wochen die gesellschaftliche Mobilmachung, indem man auch Zivilisten in das Manöver einbezog. Es war im übrigen das zweitgrößte seit dem Ende der Sowjetunion, das größte fand im letzten Jahr statt. Die russische Gesellschaft wird mit immer neuen Bedrohungsszenarien, Verschwörungstheorien und Xenophobien in einem latenten Kriegszustand gehalten. Das System Putin hat innenpolitisch abgewirtschaftet und kann nur noch mit außenpolitischen Erfolgen am Leben erhalten werden, dazu muss die Dosis aber stetig gesteigert werden. Zuerst wurde Russland in Tschetschenien verteidigt, dann in Georgien, auf der Krim, jetzt im Donbass. Die nächsten Ziele sind mit der Südukraine, Kasachstan und dem Baltikum schon ziemlich klar angesagt. Auf dem Balkan wird jetzt auch wieder gern gezündelt, indem man solche Gestalten wie Dodik unterstützt. Dazu kommt, dass man bisher noch keine richtige Antwort auf diese neue Art der hybriden Kriegsführung weiß und sich die meisten mit diesem Phänomen überhaupt nicht auseinandersetzen wollen. Aber wenn Du sagst, dass von Russland keine Bedrohung ausgeht, ist ja alles in Ordnung.

Andreas Kreuz Oktober 2, 2014 um 14:51

@someone Oktober 2, 2014 um 14:31

Na, immer noch kein passendes Medikament gefunden?

gelegentlich Oktober 2, 2014 um 14:58

@someone

Diese Lektüre hier wird Sie aus Ihrem Krankenzimmer herausbringen:
http://gabrielewolff.wordpress.com/2014/09/28/ukraine-informationskrieg-um-mh-17-1/comment-page-1/
So in etwa geht kritische Aufarbeitung, die man haben will, im Gegensatz zu den immer gleichen Meinungsstücken.

someone Oktober 2, 2014 um 15:15

Wo habe ich mich auf ukrainische Regierungsäußerungen berufen?
Wo habe ich MH-17 erwähnt? Die pawlowschen Reflexe kommen von dir gelegentlich.

gelegentlich Oktober 2, 2014 um 15:48

@someone
Aha, was soll dann Ihr Beitrag
someone Oktober 2, 2014 um 14:31
aussagen, ohne konkrete Prüfung irgendeines konkreten Sachverhalts? Dass Russland, und nur Russland, böse ist?
Sie werden mir nachsehen dass man bei der Abwägung dieser Frage entweder Leuten vertraut, die
- konkret einen Anlass durchleuchten, aber richtig und gründlich (wie Frau Wolflf das tut)
- oder auf einer allgemeineren Ebene, auf der natürlich viel mehr Bananenschalen herumliegen, einer erfahrenen und gut beleumundeten Kraft vertraut. So eine ist Daniele Ganser:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=23352
22. September 2014 um 10:57 Uhr
„Die Nato dehnt sich aus und nicht Russland“
Soviel zur Empirie, zum tatsächlich Nachweisbaren. Da hinein dürfen Sie meinetwegen Ihre Details weben und können dann nur zu der Feststelllung von Ganser kommen.
Aber haben Sie so etwas gewollt? Ich vermutete immer Sie hätten eine antirussische Grundhaltung.

wols Oktober 2, 2014 um 16:43

> „Die Nato dehnt sich aus und nicht Russland“

Natürlich hat sich Russland ausgedehnt: um ca. 26,100 km2 vulgo “Krim” genannt.
Die NATO andererseit hat sich natürlich um ein zig bis hundertefaches ausgedehnt verglichen mit der Russlandausdehnung in den letzten ~25 Jahren seit es Russland wieder gibt.

someone Oktober 2, 2014 um 20:34

Das ist so hirnrissig… Keinen Unterschied zwischen freiwilligen Beitritten und Annexionen zu machen. Genau das ist es, was ich mit Diskreditierung der Linken meine, wenn sie immer weiter Moskau hinterherrennt.
Nebenbei hätte sich Russland bis nach Hongkong ausgedehnt, weil es Mitbegründer der Shanghaiorganisation war. Wäre genauso eine hirnrissige Argumentation.

someone Oktober 2, 2014 um 20:37

Die laufen halt alle vor Russland davon, weil man als kleines Nachbarland Angst haben muss, von Russland überfallen zu werden. Sagt Russland ja selbst, dass es sich Vetorechte, Interventionen und wirtschafliche Drangsalierung der russkij mir vorbehält.

gelegentlich Oktober 2, 2014 um 21:13

@someone
Ui, und das wenige Zeilen nachdem Daniele Ganser Ihnen das Gegenteil vorgerechnet hat. Beachtlich! Eine beachtlich kranke Russlandphobie. In meinem Wortschatz kenne ich dafür nur das Wort krank.
Beim am heutigen Tag widerlichsten Ereignis, es geht um die Halsabschneider, ist Russland jedenfalls nicht deren Verbündeter und kauft denen auch kein Öl ab. Muss man mehr sagen?

holger196967 Oktober 2, 2014 um 21:45

Lasst uns singen

https://www.youtube.com/watch?v=ny4FHpYhI6g

If you want control
Without any pain
How long will you suffer
How long you reign

You see the friend that I knew
Cannot be found
Replaced by another
Wearing his crown

There’s a place where I go
Without any sound
Only you can reach me
Only you’re allowed

Then you’re so far away
You’re so far from here
Do you remember
A time without tears

When you’re falling I will catch you
You don’t have to fall that far
You can make it, I will be there
You were broken from the start

When you were a child
You’d dream all day long
You’d dream of the future
And get lost in your songs

Now that time is gone
It’s lost for you now
Words long forgotten
Forgotten somehow

When you’re falling I will catch you
You don’t have to fall that far
You can make it, I will be there
You were broken from the start

Dave Gahan and Kurt Uenala
Übersetzung: Tom Meeloo

someone Oktober 2, 2014 um 22:31

Und ich nenne es krank, wenn man sich zunehmend Verschwörungstheoretiker bedient, weil es keine normalen Menschen mehr gibt, welche die genehme Meinung vertreten.
Verfassungsextremismus in Russland:
http://top.rbc.ru/society/03/02/2013/843411.shtml?fb_action_ids=10204535270010082&fb_action_types=og.recommends

Verfolgt gehört das.

Manfred Peters Oktober 2, 2014 um 23:11

Hier macht “irgend jemand” das Forum zur Außenstelle von Jarchows Jauchegrube. Jedes rationales Argument wird mit neuen abstrusen halb wahren Thesen/Lügen und Links beantwortet.
Nur mal ein Bsp.:
Argument irgend jemand  Oktober 2, 2014 um 14:31: ”Das russische Militärbudget steigt …”
mag sein oder nicht, aber Bundeszentrale für politische Bildung aufgrund von Daten des SIPRI (Daten 2013):
”Die USA sind noch immer das Land mit den höchsten Ausgaben (640 Milliarden US-Dollar), gefolgt von China (188 Milliarden, Schätzung), Russland (87,8 Milliarden, Schätzung) und Saudi-Arabien (67 Milliarden).”
Fazit: Die Russen haben noch viel aufzuholen und es bringt wenig sich mit Amokläufern zu unterhalten. :-(
Nebenbei ein anderes Zitat aus der Jauchegrube: “Donnerstag, April 24th, 2014:
Mein Tipp des Tages: In den nächsten Tagen werden Finnland und Schweden die Aufnahme in die Nato beantragen … und im Regierungspalast in Minsk soll es streng nach vollen Hosen duften. …”

someone Oktober 3, 2014 um 01:07

Was das Wort Schätzung bedeutet ist dir aber schon klar? Und Russland hat nun einmal nur das Bip Italiens, dass sich das in Dollarzahlen nicht unbedingt in hohen Zahlen ausdrückt, sollte eigentlich klar sein. Russische Menschenleben zählen und kosten den Kreml nicht so viel. Darüber hinaus gibt es einen Schattenhaushalt wie beim FSB. Man kann auch den letzten IWF Bericht nehmen, der moniert, dass inzwischen 25% des Budgets als geheim deklariert ist, weil Russland sie als Nationale Sicherheit deklariert. Das ist halt der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur, die Krieg führt und sich auf größere Kreige vorbereitet. Kann aber auch nur Korruption sein.
Wenn du Links vermisst, ich bin nicht dein Affe, der dir alles auf dem Silbertablett serviert, sondern da musst du schon selbst nach suchen. Meine Angaben sind alle im Netz nachvollziehbar.

someone Oktober 3, 2014 um 01:10

Darüber hinaus wird geschätzt, dass nur sechzig Prozent der Staatsausgaben durch das Budget abgebildet werden wegen des chaotisch organisierten staatlichen und quasistaatlichen Sektors.

gelegentlich Oktober 3, 2014 um 07:57

@Manfred Peters @someone
Danke, Manfred Peters!
„Hier macht “irgend jemand” das Forum zur Außenstelle von Jarchows Jauchegrube. Jedes rationales Argument wird mit neuen abstrusen halb wahren Thesen/Lügen und Links beantwortet.“
Tja, ist wohl so. Ein Dialog kommt so eh nicht zustande. Da Sie, someone, auch nicht bereit waren sich soweit zu outen dass man Ihre Obsession nachvollziehen könnte, lassen wir das besser.

Soldat Schwejk Oktober 3, 2014 um 11:43

@ someone —> “Zuerst wurde Russland in Tschetschenien verteidigt, dann in Georgien, auf der Krim, jetzt im Donbass.”

In Tschetschenien hat Rußland versucht, eine abtrünnige Region mit Waffengewalt heimzuholen, dabei hat die russische Armee eine Großstadt mit Artillerie beschossen.

In Südossetien hat Georgien versucht, eine abtrünnige Region mit Waffengewalt heimzuholen, dabei hat die georgische Armee eine Großstadt mit Artillerie beschossen. Rußland hat das unterbunden.

Im Donbass versucht die Ukraine, eine abtrünnige Region mit Waffengewalt heimzuholen, dabei beschießt die ukrainische Armee zwei Großstädte mit Artillerie. Rußland hat das nicht unterbunden. Auf der Krim hat Rußland dagegen das Entstehen einer solchen Situation von vornherein verhindert.

Dreieinhalb postsowjetische Sezessionskonflikte, wo Rußland in ganz unterschiedlicher Position beteiligt war und unterschiedlich gehandelt hat. Wird von Dir aber alles unterschiedslos gegen Rußland verwendet. Wie man das Vorgehen der russischen Zentralregierung in Tschetschenien verdammen, gleichzeitig aber das Vorgehen der ukrainischen Zentralregierung im Donbass gutheißen kann, entzieht sich meinem Verständnis. Da will ich Dich gern zitieren: “Das ist so hirnrissig”.

Wobei Dudajew damals in Tschetschenien ein Maximum an Autonomie gekriegt hätte, wenn er nur einen Föderationsvertrag mit Moskau unterschrieben hätte. Der Status Tschetscheniens wäre dann nicht so unähnlich dem jetzigen Status, aber ohne zehntausende Tote zwischendurch. Während Kiew dem Donbass am Anfang ja nicht mal ein Minimum an Autonomie zugestehen wollte.

—> “Da gibt es schon sehr böse polnische Gerüchte über den Flugzeugabsturz dort.”

Ah ja. Das ist jetzt die ultimative Quellenlage der antirussischen Propaganda. “Sehr böse polnische Gerüchte.” Na wenn das so is…

someone Oktober 3, 2014 um 12:30

Dann baut doch eure Scheiß-DDR wieder auf. Ein Jahr Soli und Länderfinanzausgleich kriegt ihr AUCH noch, um mit einer Mauer Eure Opposition wieder ein- und die Welt auszusperren. Und dann könnt ihr alle wieder Russland hurra singen, und euch über das schöne postmoderne Großpreussen freuen. Die Garnisionskirche sponsert euch sicher Putin, damit zusammen wächst, was zusammen gehört.
Die DDR war kein Unrechtstaat.
Die DDR war kein Unrechtsstaat.
Die DDR war keine Unrechtssaat.
AFD!
AFD!
Euren Tag der Republik am 7.10. könnt ihr dann mit Putins Geburtstag und den Tag freundlichen Männer zusammenlegen.
http://izvestia.ru/news/577362

Und der verstrahlte Programmbeirat stellte genau dieses unterliegende Faktum für den neuen Feiertag vor einigen Wochen infrage. Solche Zensurbehörden könnt ihr auch gerne mitnehmen mitsamt den stasiverseuchten MDR, RBB.

someone Oktober 3, 2014 um 12:50

Ostdeutsche Kulturbereicherer:
http://www.tagesspiegel.de/politik/gewalt-in-ostdeutschland-zwei-rechtsextreme-uebergriffe-pro-tag/9744846.html

Die faschistische Saat des antifaschistischen Staats!

someone Oktober 3, 2014 um 12:51

Dreckspreußen!

"ruby" Oktober 3, 2014 um 13:46

@ someone
es sind warpigs die dumme und arme manipulieren und ausbeuten

Generals gathered in their masses
Just like witches at black masses
Evil minds that plot destruction
Sorcerers of death’s construction
In the fields the bodies burning
As the war machine keeps turning
Death and hatred to mankind
Poisoning their brainwashed minds
Oh lord yeah!

Politicians hide themselves away
They only started the war
Why should they go out to fight?
They leave that role to the poor

Yeah

Time will tell on their power minds
Making war just for fun
Treating people just like pawns in chess
Wait ’till their judgment day comes
Yeah!

Now in darkness world stops turning
Ashes where the bodies burning
No more war pigs have the power
Hand of God has struck the hour
Day of judgment, God is calling
On their knees the war pig’s crawling
Begging mercy for their sins
Satan laughing spreads his wings
Oh lord yeah!

Hardy Oktober 3, 2014 um 13:47

Der nächste Weltökonom meldet sich zu Wort:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ezb-kauft-abs-geldpolitik-hilft-nicht-investitionen-sind-noetig-13186887.html

Nachfrage, Bernau, Nachfrage. Alles was gerade passiert wurde von Flassbeck, Krugman et al vorhergesagt, exakt so. Sie wollen es einfach nicht kapieren, jetzt kommt sogar die geringe Geburtenrate ins Spiel – die nichts anderes bedeutet als sinkende Nachfrage.

Die Ignoranz der deutschen Schreiberlinge ist atemberaubend. Auch dass “die Investoren” dem deutschen Staat Geld hinterherwerfen – nichts anderes bedeutet der nominale Nullzins bei aktuellen Tendern – hilft diesem Schlaumeier nicht auf die Sprünge. Mit 33 Jahren weiß der genau, was der Welt fehlt, aber den eigenen Laden, den fahren sie gemeinsam gegen die Wand. Wie gesagt: Atemberaubend. Irgendwann muss man dann halt sagen: Tja, selbst schuld – wie bei einem kleinen Kind.

"ruby" Oktober 3, 2014 um 13:49

@ someone

du benötigst ein seminar zum preussentum?

f.luebberding f.luebberding Oktober 3, 2014 um 13:56

Hardy

Solche dramatischen Berichte über die Eurozone gibt es alle vier Wochen. Nach jeder EZB-Sitzung. Der Erkenntniswert ist null.

someone Oktober 3, 2014 um 14:04

“Hand of God has struck the hour
Day of judgment, God is calling
On their knees the war pig’s crawling
Begging mercy for their sins
Satan laughing spreads his wings
Oh lord yeah!”

Genau ruby:
http://englishrussia.com/wp-content/uploads/2011/04/223.jpg

So tief ist die katholische Kirche noch nicht mal in den Weltkriegen gesunken. Und den Russen gefällt’s : 87% unterstützen den Führer.
Da gehören immer zwei zu: Jemand, der führt und jemand, der folgt.

someone Oktober 3, 2014 um 14:15

Dreckspreußen? Der derzeitige Revisionismus ist mehr sehr bewusst. Nichts für ungut, ruby, aber die Position eines Bubafans, der diese Institution so sehr verklärt wie du, steht meiner dann halt diametral entgegen. Untertanengeist! Preußenpest!
http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1629317.1363859055!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/900×600/image.jpg

topi Oktober 3, 2014 um 14:22

Schöne Entgleisung someone.
Alle Feindbilder mal ordentlich zusammengerührt und rausgerotzt.

Hardy Oktober 3, 2014 um 14:23

@Lübbe

Und, hast Du das dem Bernau erzählt? Oder ihn mal gefragt, wieso er die derbe Kritik an Merkel und Schäuble auf dem Treffen in Lindau nicht veröffentlich hat? Oder dass er sich mal überlegen soll, warum die Krise unvermindert weitergeht obgleich alle dem deutschen Spardiktat folgen? Und ob er nicht mal auf die Idee kommen könnte dass alles, was die FAZ in den letzten Jahren in die Druckmaschine gequasselt hat, Ideologie, mithin falsch sein könnte?

Survival of the fittest – damit war nie der Stärkste gemeint, sondern der, der sich an neue Situationen, neue Erkenntnisse am besten anpassen konnte. Die FAZ gehört zu Recht nicht dazu: 5 Jahre Krise, 5 Jahre sinkende Inflation, sinkende Inflationserwartungen und immer weiter der gleiche Dreck.

topi Oktober 3, 2014 um 14:31

Nur leider ziemlicher Dummfug.

“Dann baut doch eure Scheiß-DDR wieder auf.”

Wer jetzt “ihr”?
Persönlich gemeint, also die hier anwesenden (und nicht wessifizierten) Ossis? Könnte klein werden das Ländchen.

Oder sind jetzt alle gemeint, die sich von den Medien eine kritische Würdigung aller Beteiligten wünschen, also Russland, Ukraine, “Europa”, USA, anstelle von Kriegsberichtserstattung mit unbedingtem Gehorsam gegenüber transatlantischer Staatsräson, die Kritiker und Andersmeinende zu Dolchstößlern und Fünfter Kolonne erklärt?

Da kommen allerdings die meisten gar nicht aus der DDR, und nun?

"ruby" Oktober 3, 2014 um 14:37
"ruby" Oktober 3, 2014 um 14:47

@ someone
“Nichts für ungut, ruby, aber die Position eines Bubafans, der diese Institution so sehr verklärt wie du, steht meiner dann halt diametral entgegen. Untertanengeist! Preußenpest!”

Das ist richtig gut !
Meinst Du die BuBa oder nicht eher die EZB?
Denn “die” BuBa gibt es doch garnicht mehr…
;-)

topi Oktober 3, 2014 um 14:50

Bernau

“Die öffentlichen Kassen in der Eurozone sind immer noch mit 90 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung verschuldet. Da sollten in keinem Land neue Schulden hinzukommen.”

Immer wieder und immer noch dieser Blödsinn.

Wie die Krisen zeigen, ist Staatsverschuldung keineswegs besser oder schlechter als private Verschuldung; das ist ja auch offensichtlich, real rentierliche Investitionen sind sinnvoll, andere Verschuldung bedingt dagegen spätere Konsumeinschränkung zur Rückzahlung (kann auch mal sinnvoll sein, im Einzelfall).
Egal ob privat oder Haushalt oder Unternehmen.

Auch die Höhe des Schuldenstandes ist nicht der Kernpunkt; Gesamtverschuldungsquotenaufbau-Abbruch-Krise, der (zugegeben nicht ganz griffige) Begriff erklärt das bestens: Krise kommt, wenn die weitere Aufschuldung nicht mehr geht, weil man nicht mehr glaubt (der Zeitpunkt, an dem die Gesamtverschuldung real zu hoch war, ist ja schon ewig her und spielt offenbar keine große Rolle).

“Stattdessen müsste Europa darüber nachdenken, warum Unternehmen und Privatleute nicht mal in starken Ländern wie Deutschland freiwillig investieren. Sind ihnen die langfristigen Aussichten zu schwach in einem Erdteil, in dem immer weniger Kinder auf die Welt kommen? Fehlt es an innovativen Ideen, in die man das viele Geld investieren könnte? Oder gibt es noch einen ganz anderen Grund?”

BWL Grundkurs: wann investiert ein Unternehmen?
Antwort des hoffnungsvollen Studenten: Wenn die Notenbank stabilitätsorientiert arbeitet investiere ich sofort!
Wenn sie das nicht tut, dann natürlich nicht!

Notenvorschläge?

"ruby" Oktober 3, 2014 um 14:54

@ someone

Es wird garnichtmalmehr Geld in Deutschland gedruckt :
http://de.wikipedia.org/wiki/Eurobanknoten#Seriennummer_2

topi Oktober 3, 2014 um 14:58

Immerhin hat Bernau erkannt, dass Investitionen fehlen. Natürlich nur private, sonst gäbe es ja womöglich böse Staatsverschuldung, und die hemmt ja die Investitionen!

Also eben keine Brücken, Straßen, Trassen, Hochgeschwindigkeitsinternet, ordentliche Schulen und Unis und Kitas, oder Schwimmbäder Turnhallen Sportplätze Theater, öffentliche Plätze.
Aber schön hoffen, dass wir noch so viel wie möglich davon privatisieren können, weil das ja Aufschwung bringt. (die Fakten, dass iaR nur Gewinne abgeschöpft und nicht mal investiert wird, psst)

Nun ist das, siehe oben, mit den Unternehmensinvestitionen sehr einfach: erwarte ich keinen Absatz, produziere ich nicht, wie schwer ist das denn?

"ruby" Oktober 3, 2014 um 15:35

@ someone

wach auf du freak :
alles was madame zum euro erzählt kannste vergessen, die hat garnicht mitbekommen, dass deutschland gargarkein geld mehr herstellen könnte
da war die ddr noch besser, die hatte bereits heimlich übernahmezaster gedruckt 200er und 500er scheine
;-)

"ruby" Oktober 3, 2014 um 15:36
"ruby" Oktober 3, 2014 um 15:41

aus wiki:
“1999 gelang es zwei Halberstädtern wiederholt, über einen ungesicherten Verbruch in das Stollensystem einzudringen und zahlreiche Banknoten zu entwenden. Im Juli 2001 wurde dies festgestellt, und die 24 und 26 Jahre alten Männer wurden vom Amtsgericht Halberstadt zu einer Freiheitsstrafe von jeweils vier Monaten verurteilt. Heute tauchen gelegentlich 200- und 500-Mark-Scheine aus diesen Beutezügen bei Sammlern auf.

2002 entschied die KfW, aufgrund der nur sehr langsamen Verrottung der Geldscheine und um weiterem Diebstahl vorzubeugen, die Banknoten zu verbrennen. Dazu ließ man ab März 2002 die Stollenabschlusswände abreißen. Unter Tage wurde per Trommelsieb das Geld vom Erdreich befreit und in Container zu 33 m³ und 65 Tonnen verbracht. Ab April 2002 wurden täglich etwa sechs solcher Container per LKW in die „Thermische Restabfall-Vorbehandlungsanlage“ (Müllverbrennungsanlage) am Kraftwerk Buschhaus bei Helmstedt überführt; dort wurden die Scheine mit Hausmüll vermischt und verbrannt. Am 25. Juni 2002 waren alle 298 Container verarbeitet.”

Euro quo vadis?

"ruby" Oktober 3, 2014 um 15:44

Sinds halt ganz besonders die Zonies !

Soldat Schwejk Oktober 3, 2014 um 15:46

@ topi

Ach, der @someone ist doch ganz amüsant. Manchmal muß man ihn nur ein bissel anpieksen, dann geht er ab wie Schmidts Katze. Man sollte das hier wie ein Theater betrachten. Und da ist es doch mal eine dramaturgische Abwechslung. Sich immer nur von Amis und Zionisten verfolgt zu fühlen, das ist doch inzwischen langweilig. Damit lockt niemand mehr einen Hund hinterm Ofen hervor. Aber Russen und Preußen, das hat in der Kombination schon was. Verfolgungswahn mit einem innovativen Antlitz.

Daß die alte westelbische BuBa jetzt auf einmal eine preußische Institution ist, ist auch schön. Ich meine, die Story ließe sich mit umgekehrtem Affekt auch umgekehrt erzählen: Solange Preußen draußen war, gab’s die gute alte Stabilitäts-BuBa, jetzt aber greift der böse Untertanenstaat nach dem guten harten Geld. Gar viele Geschichten können erzählt werden, es muß nur die Dramaturgie stimmen.

Daß es in Rußland jetzt einen Tag der höflichen Leute geben soll, ist sehr zu begrüßen. Den sollte es hier im Blog auch immer mal geben. Hier ein kleiner prekärpreußischer Beitrag:

Lasset uns höfliche Dinge sagen
Laßt uns der Oma die Tasche tragen
Höflich laßt uns die Waffe zeigen
und statt zu fluchen lieber schweigen
Laßt uns nach Möglichkeit nicht schießen
Laßt uns höflich kein Blut vergießen
Laßt uns freundliche Lieder singen
Laßt uns höflich den Frieden bringen
Laßt uns nicht sein wie das wilde Schwein
Lasset uns höfliche Leute sein

"ruby" Oktober 3, 2014 um 15:47

“Durch den Beschluss des Nationalen Verteidigungsrates am 19. März 1980 wurden Festlegungen zur Abschöpfung des sich in einem Verteidigungszustand ausweitenden Bargeldumlaufes getroffen. Im Falle einer Besetzung von Westberlin und/oder der Bundesrepublik durch die DDR (Operation Bordsteinkante 86) sollte eine Reserve von 20 Mrd. Mark angelegt werden. Aus Kostengründen wurden unter anderem auch Banknoten zu 200 und 500 Mark vorgesehen. Auch deshalb, weil die Bürger der Bundesrepublik Deutschland solche hohen Nominale gewohnt waren und um den Wechsel von DM auf M leichter zu machen.

Die Staatsbank der DDR sollte daraufhin je 50 Millionen Banknoten zu 200 und 500 Mark mit der Jahreszahl 1985 herstellen. Gleichzeitig wurde geprüft, inwieweit es volkswirtschaftlich zweckmäßig und währungspolitisch vertretbar ist, die Banknote zu 200 Mark eventuell in einem begrenzten Umfang in Umlauf zu geben. Auf Parteibeschluss wurden diese jedoch nie ausgegeben, da die SED befürchtete, dass dies als Anzeichen einer Inflation gewertet werden könnte. Andererseits brauchte der Handel solche hohen Scheine bei bestimmten Waren.

Die Existenz der Banknoten wurde erst zur Wende bekannt. Als Wasserzeichen wird die Friedenstaube dargestellt.”
aus wiki
Ist das göttlich?

"ruby" Oktober 3, 2014 um 15:49

@ ss
;-)

topi Oktober 3, 2014 um 16:14

Operation Bordsteinkante

Der geschulte DDR-Kader wusste natürlich, dass der Kapitalismus in sich zusammenbrechen wird, und da baute man eben vor.

@ Schwejk

Der Flughafen Donezk ist doch eingekesselt, oder nicht?

Was steht denn zu solchen Kesseln in der Vereinbarung, gar nichts?

Der allgemein vereinbarte Rückzug X Kilometer hinter die Front würde ja bedeuten, dass solche Exklaven aufzugeben sind; sagt zumindest die Logik?

Was sagt denn Kiew dazu? (falls du noch im Stoff stehst, ich will dich nicht als Infodienst missbrauchen, wenn du da erst recherchieren musst ;-~)

Andreas Kreuz Oktober 3, 2014 um 16:16

Ist das mit den verschiedenen Blogs so
wie mit der türkischen Interessenlage zu IS?
Steht so etwas der Bündelung der Kräfte entgegen?

http://feynsinn.org/?p=1867

Natalius Oktober 3, 2014 um 16:16

Als viel gehasster Blognazi erlaube ich mir, das Thema “Journalismus im Schützengraben” mit dem Hinweis aufzufrischen, dass heute, am 3. Oktober 2014, erstmalig der “Tag der Wahrheit” stattfindet. Mit dieser Aktion richtet sich ein Wunsch an unsere armen Journalisten, die in ihren Schützengräben ja so unendlich ungerechten Angriffen seitens einer kritischen Nazi-Öffentlichkeit ausgeliefert sind. Der Wunsch dieser Nazis lautet: “Sagt bitte heute einmal nur die Wahrheit – oder haltet bitte einfach nur die Klappe, wenn ihr ersteres verlernt habt!” Selbstverständlich ist diese Nazi-Öffentlichkeit von Akteuren beeinflusst, die gewissermassen per Geburt Nazis sind. Zu diesen gehört z.B. unsere langjährige und einst sehr beliebte ARD-Nachrichtensprecherin Eva Herrman, die nach ihren unverschämten Bemerkungen zur Familienpolitik durch Hochqualitätssprecher ersetzt werden musste. Weiteres auf folgender Nazi-Seite: http://www.wissensmanufaktur.net/tag-der-wahrheit

"ruby" Oktober 3, 2014 um 16:23
Manfred Peters Oktober 3, 2014 um 16:31

@ “Tag der Wahrheit” oder
Die Leichensacklüge reloaded
Pünklich zum Tag der Deutschen Einheit entblödet sich Ministerpräsident Weil in seiner Festrede (ARD-Video 14:10) nicht die “Köhler Lüge”
in einer Kurzversion unwidersprochen zu wiederholen.
”Die Aussagen zur Bereitstellung von Panzern, Blutkonserven und Leichensäcken sind der zweibändigen Studie “Die Friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90″ von Michael Richter entnommen. Sie ist 2009 als Sonderdruck von der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung Dresden herausgegeben worden. Der Autor hat nach der Rede des Bundespräsidenten in einem Interview geäußert, er habe für diese Angaben noch keine ausreichenden Belege, es sei weitere Forschung nötig.”
Es wird wohl immer noch geforscht aber selbst Prof. Knabe(lari) hat in seinem Gruselkabinett, trotz unbegrenzter Mittel, noch keine belastbaren Dokumente gefunden.

Soldat Schwejk Oktober 3, 2014 um 16:58

@ ruby

Schönes Bild.

@ topi

Kann ich jetzt nichts Genaues dazu sagen, hab es zuletzt nicht so intensiv verfolgt.

In der ursprünglichen Vereinbarung von Minsk stand dazu gar nichts, wie überhaupt die Gebiete mit Sonderstatus nicht territorial definiert sind. Auch das Kiewer Gesetz zum Sonderstatus enthält noch keine territoriale Festlegung.

Was die Auflösung der Kessel angeht, so war der Streitpunkt ja in der Vergangenheit meist, was mit den schwereren Waffen im Kessel werden soll. Die Rebellen wollten die Ukros damit nicht abziehen lassen, die Ukros wollten sie den Rebellen nicht überlassen (auch weil dann Kriegsgericht droht). Im ersten Südkessel endete es damit, daß die Ukros die Waffen zerstört haben und dann auf russisches Staatsgebiet ausgewichen sind. Ist wahrscheinlich immer auch so die Frage, wie die Kommandeure an Ort und Stelle sich verständigen können.

topi Oktober 3, 2014 um 17:24

Gerade im Radio vom Korrespondenten, O-Ton vom Verteidigunsminister oder so der Separatisten:
“Die Truppen am Flughafen sagen uns, sie haben keinen Waffenstillstandsbefehl erhalten und ziehen sich deshalb auch nicht zurück.”

Der ist ja vor allem als Symbol wichtig.
Man kann aber mit dem Blick auf die Karte leicht erkennen, dass die ukrainischen Truppen da raus sein müssten, bei dem 30-KM-Korridor.
Trotzdem wird die Einnahme wohl als Vorwand für neue Sanktionen herhalten, hört man.

Und zwar gegen Russland, das die Separatisten nun nicht brauchen, um einen sehr kleinen Kessel einzunehmen.

Es ist einfach bekloppt.

topi Oktober 3, 2014 um 17:26

Donbassfront am 23.09. dazu

“Am Flughafen haben sich nicht die Amateure von den Nazibataillonen sondern richtige Militärs aus den besten Einheiten verschanzt. Von uns erwarten sie nichts gutes, zurecht, und werden deswegen bis zum letzten Mann kämpfen” – so ein Kämpfer.

“An sich ist der Flughafen ein Mahnmal Stalinistischer Baukunst. Alle Kommunikationstunnel unter der Erde sind so konzipiert, dass sie einem Nuklearschlag stand halten können. Alle Systeme sind in doppelter Ausführung vorhanden : Wasserversorgung, Kanalisation, Stromgeneratoren, Lüftung”

“Dort ist so viel Zeug drin, dass diejenigen die sich dort zur Zeit aufhalten keinen Mangel an nichts empfinden. Jeder der von angeblichen dort verhungernden Fallschirmjägern redet lügt. Zu Essen haben die dort mehr als genug. Egal was wir versuchten, wir konnten deren Kommunikationswege nicht unterbrechen. Leider. Das einzige was uns gelungen ist, war einige Ladungen Klärschlamm in deren Wasserversorgungsnetz hineinzupumpen. Wir haben nicht die technischen Möglichkeiten den Flughafen zu erobern. Dort ist alles durchdacht. Bunker, Tunnel. Verluste die wir bei einem normalen Sturm erleiden würden, können wir nicht verantworten. Wir können auch noch so lange mit unseren Mehrfachraketenwerfern und Artillerie daran “kratzen”, das bringt alles nichts. Da braucht man andere Sachen als GRAD und D-30…” – so die Volkswehr.

Soldat Schwejk Oktober 3, 2014 um 17:46

@ topi

Hab gerade noch mal nachgeschaut, also bei yurasumy findet sich die Einschätzung, Kiew wolle den Flughafen nicht aufgeben, weil das ein Punkt sei, von dem aus die Ukros Donezk mit Artillerie beschießen könnten, egal wie der restliche Frontverlauf sei. Das sei so eine Art politisches Druckmittel für Kiew, auch weil das ganze öffentliche Leben in Donezk davon abhängt, ob es da Sicherheit vor Artilleriebeschuß gibt.

topi Oktober 3, 2014 um 17:51

Das Großartige sind ja wieder mal die Medien, die durch jede Nachrichtensendung jagen, dass mit Einnahme des Flughafens wieder Sanktionen verschärft werden müssen.

Dabei hat dort nach der Logik der Waffenstillstandsvereinbarung kein Ukrainischer Soldat etwas verloren.

Natürlich wird die ARD wieder mal in einer Sendung einen einladen, der das sagt; und dann die Nachrichten wieder auf Bellizismus.

someone Oktober 3, 2014 um 17:53

Russland hurra! Zerstör die OSZE doch bitte endgültig. Erst dann sind wir frei und können einen ausgewogenen und fairen Dialog beginnen:

“Upon arriving at the “Joint Coordination Center for Ceasefire Monitoring” in Soledar, the SMM noticed that one military officer from the Russian Federation was wearing an OSCE patch on his uniform as well as carrying an ID card with the OSCE logo. The SMM made the necessary demarches in response to this unauthorized use of OSCE insignia.”

http://us6.campaign-archive2.com/?u=b11aceda364f8f9afa6cadbbb&id=2a7076a0fc&e=3612d1ad47

someone Oktober 3, 2014 um 18:03

Russland hurra!
Mutiger Stadtverordneter reist in die Ukraine, um slwaische Brüder zu beschützen, stellt fest, dass nur 10% seiner Mitstreiter Einheimische sind und beschwert sich, dass es sich die Donbasser Bevölkerung in Russland bequem macht, während er für ihre Freiheit kämpft.
http://ura.ru/content/chel/01-10-2014/articles/1036263086.html

topi Oktober 3, 2014 um 18:09

Sehr schön auch die “Nachricht”:
“Die Türkische Regierung ist jetzt berechtigt, Truppen außerhalb der Türkei einzusetzen.”

Na sowas.
Dann hat wohl Adolf bloß vergessen, einen Parlamentsbeschluss zu erwirken, bevor er die Truppen außerhalb des Landes einsetzt.

Nein das ist kein Nazivergleich, die Türkei ist auch nicht Nazideutschland. (wobei ihnen Völkermord auch nicht fremd ist)

Es um die “Nachricht”; man könnte ja mal anmerken, dass sich kein Land einfach selbst ermächtigen kann, ins Ausland zu ziehen.

Aber sowas kann man ja heute nicht mehr sagen, scheinbar.

someone Oktober 3, 2014 um 18:13

Immer ausgewogen und fair sein:
Ukraine deutet an, dass man Russland mal auch seine eigene Medizin kosten lassen könnte.
Werbeträger für ukrainische Touristenagentur gefunden:
https://twitter.com/RyskeldiSatke/status/518030926392336385

someone Oktober 3, 2014 um 18:15

Donezker Volksrepublik hurra!
Eure Kumpels aus Petrow haben euch vorgestern den Krieg erklärt.
http://www.interpretermag.com/ukraine-liveblog-day-227-fighting-rages-on-around-donetsk-airport/#4493

Hardy Oktober 3, 2014 um 18:19

@Topi 18:09

Kluge Bemerkung.

someone Oktober 3, 2014 um 18:19

Luhansker Volksrepublik hurrah!
Stachanow immer noch freie Kosakenrepublik mit liebenswerten Ataman an der Spitze:
http://sovietoutpost.revdisk.org/?p=244

topi Oktober 3, 2014 um 18:51

“Zusammenstöße zwischen Mob und Studenten ”

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/uebergriffe-in-hongkong-zusammenstoesse-zwischen-mob-und-studenten-13188300.html

Die Nachricht, dass offenbar nicht alle Hongkonger Anhänger der Demonstranten sind, muss man sich aus der Bewertung, die Gegner sind doch bestimmt gesteuerte Kräfte, herausklauben.

Geht es nicht mehr anders, muss “Mob” in die Überschrift, wenn da wahrscheinlich Alte und Eingesessene die Schnauze voll haben von den Demonstranten, die einfach ihr Geschäft kaputt machen?

Man kann der Jugend zu Gute halten, dass sie Glauben, sie kämpfen für die “Demokratie”;
der erfahrene “Demokratie”beobachter weiß, wie extrem wichtig es für den Normalhongkonianer ist, wer da auf dem Wahlzettel stehen wird. :roll:

Wenn da Einheimische rankommen, werden sie bestimmt das Pekinger Joch abschütteln und endlich Freiheit, also Marktwirtschaft, einführen.

niemand Oktober 3, 2014 um 18:55

>”die einfach ihr Geschäft kaputt machen?”

Die können doch an Walmart verkaufen…

topi Oktober 3, 2014 um 18:57

Na, das sind doch Luxusläden, die den Festlandchinesen die Tausender aus der Tasche ziehen. :-)

topi Oktober 3, 2014 um 19:02

Die Radionachrichten zu Hongkong neutral formulierend, na immerhin; um so schlimmer für die FAZ. :roll:

"ruby" Oktober 3, 2014 um 19:05

Freitag, 3. Oktober 2014
Bericht: BND übermittelte jahrelang Daten deutscher Bürger an NSA

Der Bundesnachrichtendienst hat nach einem Medienbericht auch Daten deutscher Staatsbürger an den US-Geheimdienst NSA übermittelt. Das berichten NDR, WDR und “Süddeutsche Zeitung”. Sie berufen sich auf streng geheime Unterlagen, die die Bundesregierung dem NSA-Untersuchungsausschuss vorlegte. Demnach wurden die Daten zwischen 2004 und 2008 am Internet-Knotenpunkt in Frankfurt abgegriffen. Das Programm hätte eigentlich die Daten deutscher Internetnutzer herausfiltern sollen. Die Trennung zwischen deutscher und ausländischer Kommunikation sei aber nicht fehlerfrei möglich gewesen, heißt es weiter.
DRadio

Was sagt Ronald Pofalla dazu ?

http://www.stern.de/politik/deutschland/netz-spott-ueber-pofalla-ronald-der-beender-2050487.html

Hardy Oktober 3, 2014 um 21:05

Jürgen Todenhöfer, gerade über Facebook:

“Erstaunlichster Fürsprecher des Krieges ist seit einiger Zeit das deutsche Staatsoberhaupt. Unterstützt von einer wachsenden Zahl einflussreicher Edelfedern. Unverdrossen arbeitet er an der Enttabuisierung des Krieges. ”

Edelfedern an die Front, aber nicht emdebbed, sondern mit dem G3 in der Hand. Die wären schnell kuriert.

Natalius Oktober 4, 2014 um 00:20

Journalisten – mal ganz naiv gefragt:

Stimmt das, was Ulfkotte hier erzählt? Kann das sein?
https://www.youtube.com/watch?v=ouOz2dgUap4

Manfred Peters Oktober 4, 2014 um 08:31

@ Natilus 00:20
Siehe:
http://www.pressekonditionen.de/
Beispiel auf BMW klicken:
“Bis zu 15 Prozent Rabatt auf Neufahrzeuge der Marken BMW und MINI. Bestellung oder Kauf ist bei jedem BMW und MINI Partner der Handelsorganisation und BMW Niederlassungen möglich. Inklusive Finanzdienstleistungen. Auslieferung entweder bei BMW oder MINI Partner vor Ort oder Abholung in der BMW Welt möglich.”
Die weiteren Ausführungen von Ulfkotte sind doch harmlos plausibel. :-(

Natalius Oktober 4, 2014 um 09:34

@Manfred Peters Oktober 4, 2014 um 08:31

15% Rabatt beim Neuwagenkauf an solvente Berufsgruppen (oder auch an Jedermann) ist inzwischen normal, Ulfkotte spricht aber von “bis zu 50%”. Ich meinte aber eher die Authentizität von Kriegsberichterstattung. Dass es z.B. normal sei, dass Journalisten in dieser Funktion mit Benzinkanistern umherreisen, an geeigneter Stelle aus ihrem Bus aussteigen, um ein längst ausgebranntes Fahrzeug mit Benzin zu überschütten und für die Kamera neu ausbrennen zu lassen. Bei der Aufnahme dann ab und an zu zucken und den Kopf einzuziehen, weil an dieser Stelle später eine Maschinengewehrsalve auf die Audio-Spur soll. Oder sogar Statisten mitzuführen, die wie lokale Kämpfer aussehen und die an abgesprochener Stelle durchs Bild huschen, um die Dramatik des Berichts zu erhöhen.

Ich hatte bisher angenommen, dass das Bildmaterial für diese Form von Berichterstattung von spezialisierten Firmen stammt. Etwa von den sog. Bin Laden Studios in Tel Aviv ;-)

Manfred Peters Oktober 4, 2014 um 10:08

@ Natalius 09:34
Noch nichts davon gehört?:
http://de.wikipedia.org/wiki/Scripted_Reality
Das ist der profane Alltag, wenn dann noch die Schande der Geschichten aus Geschichten aus Tausendundeiner Nacht Golineh Atai und ihr Zuchtmeister Thomas Roth dazu kommen, verfolgte der gemeine und naive Zuschauer Spitzenleistungen der Desinformation.
@ 15% Rabatt
1. Das ist das offizielle Angebot, sozusagen die Spitze des Eisbergs! ;-)
2. Wenn du andere Angebote anklickst steht dort u.a.:
“Kostenloser Eintritt in den Park für Journalist und bis zu einem Mitreisenden (max. 2 Freikarten)”
oder
“25 Prozent Rabatt auf den Abo-Preis (155,61 statt 207,48 Euro pro Jahr)”
Mir wird das bei intensivsten Bemühungen nicht gewährt.

"ruby" Oktober 4, 2014 um 10:21
"ruby" Oktober 4, 2014 um 10:26

Slawische Scheherazade
https://www.youtube.com/watch?v=ptC3szb4zHs
!!!

Manfred Peters Oktober 4, 2014 um 11:05

@ “ruby” 10:21
Noch mehr Ablenkung!
Du hattest hier unlängst die “unbelebte Version” des Yorkschen Marsches, wohl für “irgendeinen Preußenhasser”, verlinkt.
Hier: The last waltz*
* Für Liebhaber, es gibt dort auch noch eine XXL-Version. ;-)

"ruby" Oktober 4, 2014 um 11:19

@ Manni
Wahnsinn, das Gehirn rattert !!!
http://www.deutschlandradiokultur.de/unser-gehirn-geheimnisvolle-schaltzentrale.970.de.html?dram:article_id=299313
muss mich zügeln,
Danke für den Tripp in die Vergangenheit – Dope ohne Ende.

"ruby" Oktober 4, 2014 um 11:21

Maxi-XXL-Version
;-)
ps
der Kommentator ist einfach nur “spitze”
Rolf-Seelmann … der DDR sozusagen

"ruby" Oktober 4, 2014 um 11:28

Minute 0:45
der Linksschwenk absolut genial!

"ruby" Oktober 4, 2014 um 11:35

@ Manni
Der Wirtschaftsprüfer-Vater meines Freundes hat die Nomenklaturisten mit Mercedessen zu SonderrabattenVersorgung bzw. die praktische Abwicklung in Ostberlin für den Konzern damals gemach, revisioniert …
;-)

topi Oktober 4, 2014 um 12:25

“Stimmt das, was Ulfkotte hier erzählt? Kann das sein?”

Warum nicht? Schon die Erstürmung des Winterpalais wurde nachgestellt, um die richtigen Bilder zu kriegen. :roll:

Wahrscheinlich sehen die das praktisch: es gibt brennende Panzer, das Fernsehen verlangt nach einem Bild davon, dann produziere ich eins. Die Aussage wäre ja nichtmal wirklich falsch, nur etwas stärker (bzw. ungefährlicher) bebildert.

Ulfkotte ist sicher islamophob mit Tendenz zur leichten Pathologie. (Das ist allerdings sehr weit verbreitet)
Aber er ist kein Idiot, und der Kopp-Verlag dürfte ordentlich Geld verdienen und entsprechend anwaltlich vertreten sein.

Manfred Peters Oktober 4, 2014 um 12:29

@ “ruby”

Cool down!
Es sollte eigentlich geheim bleiben, mit/seit dem Einmarsch des siegreichen Deutschen Heeres 2006 auf den ??????? ??????? ist Russland ein Protektorat der BRD. Alles was Putin macht ist von Merkel abgesegnet, wenn nicht initiiert. ;-)

topi Oktober 4, 2014 um 12:46

Mal sehen, ob sich denn ein “seriöses” medium noch zu einer Rezension von “Gekaufte Journalisten” hinreißen lässt.

Wie könnte eine solche aussehen?

Man könnte einfach den Autor runtermachen, seinen Verlag, und als Beweis für seine Unzurechnungsfähigkeit den Anfang des Buches anführen, in dem er mit völlig überdrehter Sprache allen Journalisten massiven Drogenkonsum vorwirft.

Nur sitzt man dann einfach in einer Falle: “Argumente” ad hominem, ohne auf Fakten einzugehen, Journalismus vom schlechtesten.

Man könnte aus der Fülle von Fakten und Quellen die raussuchen, in denen Ulfkotte wahrscheinlich in der Sache recht hat, aber in seiner Formulierung überzieht oder ausschmückt.
Nur würde ja dabei klar, dass man gegen die Fakten nichts sagen kann, nur gegen einige Interpretationen, also ein Phyrrussieg.

Man könnte auch selbstkritisch anmerken, ja, es ist einiges faul in der Journalistenbranche, und geloben, zukünftig nur noch seriös, neutral und unbeeinflusst zu berichten. :muhaha: :rofl:

Muss man aber verstehen, das ist höchstens für Pensionäre eine Option, oder ganz wenige, die eh schon raus sind. (aber dann erscheint es ja nicht in den Mainstreammedien)

Insofern ist Totschweigen wohl die naheliegende Option. Mal sehen, ob er genug Bücher über den Buchhandel verkauft (der Kopp-Verlag verkloppt ja weitgehend direkt an den festen Kundenstamm), um auf Bestsellerlisten aufzutauchen; dann muss man zumindest einen Satz dazu verlieren. :roll:

Marketingtechnisch hätte man ganz bewusst gerichtlich Klagbares an einigen Stellen eingebaut, um eine solche Reaktion zu provozieren.
Aber das wird auch nicht passieren, solange es das Buch nicht in breiter Rezeption im Mainstream schafft.

"ruby" Oktober 4, 2014 um 12:52

@ Manfred Peters
uns diese manipulierten Bilder zu verlinken ist niveauloseste Verschwörungstheorie und überhaupt nicht lustig
;-(
;-)

Keynesianer Oktober 4, 2014 um 13:21

@topi

Mal sehen, ob sich denn ein “seriöses” medium noch zu einer Rezension von “Gekaufte Journalisten” hinreißen lässt.

Das wäre doch ein schönes Thema für Wiesaussieht und unseren für die FAZ arbeitenden f.luebberding.

Der könnte uns dann beweisen, dass die Geschichten von seinem ehemaligen Kollegen Udo Ulfkotte lauter kalter Kaffee sind und höchstens noch die eine oder andere alte Oma vom Stuhl oder Bett hochreißen können. :)

In Wahrheit ist das alles noch viel schlimmer, was Udo Ulfkotte ganz selbstverständlich verschweigt.

In Wahrheit ist das Buch von Ulfkotte genau jetzt als Auftragsarbeit verfasst worden, weil die Medienkampagnen der letzten Monate doch für sehr viel Unmut unter den Schäfchen hinsichtlich der Journalisten und Medien gesorgt haben.

Die Schäfchen laufen jetzt dem Udo in die bewährten Hände. ;)

Natalius Oktober 4, 2014 um 13:28

@topi Oktober 4, 2014 um 12:25
“Stimmt das, was Ulfkotte hier erzählt? Kann das sein?”

“Warum nicht? Schon die Erstürmung des Winterpalais wurde nachgestellt, um die richtigen Bilder zu kriegen. :roll:”

Liegt wohl an naiven Vorstellungen meinerseits – das Berufsbild eines Journalisten betreffend. So richtig wollte ich es nämlich nicht glauben, was als Motivationsgrundlage hinter dem gestrigen “Tag der Wahrheit” implizit unterstellt war. Wenn “Nachstellungen” und “ein bischen flunkern” zur journalistischen Normalität gehör(t)en, dann fragt man sich natürlich, wo das aufhört. “Vorstellungen” im Sinne von “staged events” sind dann eben auch nicht mehr auszuschliessen und irgendwann “Normalität”. Immer wieder diese Milgram-Logik halt. So gesehen wird auch die Hypothese annehmbar, dass das Gehalt eines Journalisten mit seiner Fähigkeit glaubwürdig zu lügen korrellieren muss. Hochbezahlte Transatlantiker und arme Schweine wie (… na ich lasse es mal…) , die mit ungeschickter Propaganda immer wieder neu auffliegen. Nicht jeder ist halt ein “natürlicher” Psychopath. “Richtige” Journalisten (also solche, die Ihre Hausaufgaben machen und sorgfältig recherchieren) müssen in einem solchen System gelegentlich frustriert sein, denn gegen einen “smiling psychopath” werden sie nicht ankommen, selbst wenn sie noch so fleissig sind, gut analysieren und exzellent schreiben können. Die Tür ist da zu. Und die dritte Fraktion der “wahren” Journalisten – die ist vermutlich schon längst beim Kopp gelandet….

Natalius Oktober 4, 2014 um 13:55

@Keynesianer Oktober 4, 2014 um 13:21

“Das wäre doch ein schönes Thema für Wiesaussieht und unseren für die FAZ arbeitenden f.luebberding.”

Na, lass mal den Frank. Der gehört nach der Dueck’schen Küchenpsychologie (die deswegen nicht falsch ist) m.E. eher zu den “richtigen”. Die sind heute unter dem Druck der Verhältnisse gezwungen so zu schreiben, dass andere “richtige” den Code erkennen, die “natürlichen” den Code gerade noch nicht erkennen und die “wahren” den Code zwar zwischen den Zeilen aber eben nicht als Klartext erkennen.

Cameron’s Forderungen (s.o.) sind ja schliesslich kein Witz.

Keynesianer Oktober 4, 2014 um 14:56

Naja, es ist noch viel schlimmer, als es sich die Schäfchen vorstellen.

Eigentlich bezahlt nicht die Zeitung den Journalisten, sondern es ist umgekehrt: Der Journalist schreibt ein Zeugs, für das die Zeitung dann von interessierter Seite Geld bekommt. Bei Börsenblättern macht der Journalist also Werbung für irgendeine Betrügerei, die Zeitung publiziert das und kriegt ihren Anteil an dem damit gewonnenen Geld der begeisterten Sparer und Kleinanleger.

Oder es ist noch schlimmer, wie beim Vater eines der berüchtigten Lizenzvergeber nach 1945:

Békessy stammte aus einer jüdischen Familie, konvertierte aber zum evangelischen Christentum. 1919 zog er nach Wien – wohl um einer militärgerichtlichen Verurteilung wegen Erpressung zu entgehen (nach anderer Version, weil er sich als Journalist dem Regime der Ungarischen Räterepublik Béla Kuns angedient hatte) – und wurde 1923 in Österreich eingebürgert. Diese Entscheidung hatte der Wiener Landeshauptmann Karl Seitz getroffen, obwohl Polizeipräsident Johann Schober auf die gegen Békessy in Ungarn erhobenen Beschuldigungen (Erpressung, Verleumdung, Betrug) aufmerksam gemacht hatte.

In Wien gab er ab 1923 die Tageszeitung Die Stunde heraus, eine der ersten Boulevardzeitungen des Landes. Sie war breitenwirksam mit vielen Bildern gestaltet und brachte zahlreiche Skandal- und Enthüllungsreportagen, vertrat aber auch eine demokratische politische Linie. Eine ähnliche Linie vertrat auch Békessys 1924 gegründete Zeitschrift Die Bühne. Chefredakteur der Stunde war bis 1926 der als seriöser Journalist bekannte Karl Tschuppik. Zu den Mitarbeitern des Blattes gehörten u.a. Anton Kuh, Franz Blei, Alexander Nadas und – als 18-jähriger – der spätere Filmregisseur Billy Wilder.

Békessy war eine äußerst umstrittene Persönlichkeit: Sein prominentester Gegner war der Schriftsteller Karl Kraus, der ihn wiederholt in seiner Zeitschrift Die Fackel angriff und ihm Skrupellosigkeit und erpresserische Methoden vorwarf. Sein Satz „Hinaus aus Wien mit dem Schuft!“, oft am Ende von Vorlesungen ausgerufen, wurde rasch zum geflügelten Wort. Andererseits wurde Békessy zeitweise nicht nur von sozialdemokratischen Politikern hofiert, da er sich – mit dieser dubiosen Form ostentativer Scheinmodernität – nicht scheute, Tabus anzugreifen, und man sich von seinem Wohlwollen publizistische Vorteile versprach.
https://de.wikipedia.org/wiki/Imre_B%C3%A9kessy

Der hat da seine Zeitungen mit Erpressungen finanziert. Wenn der Besitzer eines großen Lokals nicht zahlen wollte, erschien halt ein Artikel über eine tote Ratte in der Suppe oder dergleichen mehr.

Freiwillig hat noch niemand in den Zeitungen inseriert. So viel bringt das nicht, wenn die Leute in Hochglanz das neueste Modell von Audi bewundern können.

Aber ohne ein teures Inserat gibt es Berichte von Pannen und Unfällen mit der Marke. Das ist heute nicht anders.

Natalius Oktober 4, 2014 um 16:01

@Keynesianer Oktober 4, 2014 um 14:56

“Naja, es ist noch viel schlimmer, als es sich die Schäfchen vorstellen.”

Tja, Eva Hermann z.B. geht neuerdings sogar soweit, dass sie vom Journalismus als zweite Gewalt (nicht vierte, wie das hier mal thematisiert wurde) spricht: Erst die Finanzmacht, dann die Medienmacht, und dann der ganze andere Rest…. ;-)

Aber die Schäfchen finden sie laut Umfrage immer noch sehr sympathisch. Könnte es sein, dass Du die Schäfchen manchmal unterschätzt? Natürlich gibt es sowohl angestellte Journalisten als auch Freelancer – vermutlich verschiebt es sich immer mehr in Richtung Freelancer aber ich gehe davon aus, dass unsere Transatlantiker eher fixe Positionen am journalistischen Nachthimmel einnehmen.

Zumindestens solange, wie das Gesamtgefüge stabil bleibt….

Eva meint, dass Schiff hätte bereits Leck geschlagen und man könne sich als “einfacher Journalist” nur noch bei den Alternativen retten. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen.

holger196967 Oktober 4, 2014 um 16:42

Natalius Oktober 4, 2014 um 16:01
@Keynesianer Oktober 4, 2014 um 14:56″

Der iss ja nur sauer, weil sein Apokalypse Ladenhüter für 2,29 nicht gelesen wird :D

alpe Oktober 4, 2014 um 17:59

@topi 3.10.

“Immerhin hat Bernau erkannt, dass Investitionen fehlen. Natürlich nur private, sonst gäbe es ja womöglich böse Staatsverschuldung, und die hemmt ja die Investitionen!”

Steigende Staatsverschuldung hemmt vielleicht nicht per se private Investitionen, aber wenn sich ein Privatmann verhebt und die Banken ihm die Kreditlinien streichen, trifft es nur ihn. Bekommt ein Staat aber kein Geld mehr (oder nur noch zu absurd hohen Zinssätzen), haben wir Griechenland. Eine Begrenzung bzw. gar Rückführung öffentlicher Verschuldung ist ergo volkswirtschaftlich anzuraten, allein schon aus symbolischen Gründen als vertrauensbildende Maßnahme.

“Nun ist das, siehe oben, mit den Unternehmensinvestitionen sehr einfach: erwarte ich keinen Absatz, produziere ich nicht, wie schwer ist das denn?”

Korrekt. Aber die Absatzerwartungen speisen sich u.a. auch aus solchen Faktoren wie Stabilität der politischen und wirtschaftlichen Lage in einem Land. Je höher diese Stabilität, desto besser bzw. besser kalkulierbar c.p. die Absatzerwartungen. Höhere Stabilität resultiert u.a. aus verlässlicher, nicht zur Entgrenzung neigender Verschuldungspolitik. Folglich ist glaubwürdig begrenzte Staatsverschuldung auch für privatwirtschaftliche Investitionen eine wichtige Erfolgsbedingung. Gesamtwirtschaftliche Stabilität und privates Investitionsklima sind nicht voneinander zu trennen.

Keynesianer Oktober 4, 2014 um 18:41

@alpe

Eine Begrenzung bzw. gar Rückführung öffentlicher Verschuldung ist ergo volkswirtschaftlich anzuraten, allein schon aus symbolischen Gründen als vertrauensbildende Maßnahme.

Die öffentliche Verschuldung ist die unvermeidbare Gegenposition zur Geldvermögensbildung der privaten Haushalte. Auch wenn das die schwäbische Hausfrau nicht kapiert.

Ohne die wachsende Staatsverschuldung müssten die privaten Haushalte durch eine deflationäre Depression so stark verarmen, dass sie nichts mehr sparen können.

Das ist Makroökonomie, also nicht das dumme Geschwätz der VWL-Professoren an den Universitäten. Die würden die Ökonomie noch vertrauenbildend kaputtsparen.

@Holger

Vielleicht sollte ich meine Werbung an die gesellschaftlichen Verhältnisse anpassen, denn anders funktioniert es nicht:

<i<Wer meine Bücher nicht gelesen hat, findet bald eine tote Ratte in seinem Bier! :)

glühwürmchen Oktober 4, 2014 um 19:18

off topic: die zweite Sonne, ich hatte ja schon drauf hingewiesen: hier könnt ihr sie selber sehen:

http://www.whatsupcams.com/de/webcams/kroatien/split-dalmatien/brela/brela-hafen

unter dem Bild den linken grünen Kreis mit der Uhr drin anklicken, dann kommen die letzten 24 h im Zeitraffer. Bei sec. 25 sieht man kurz am linken Bildrand eine kleine helle “zweite” Sonne, die sich im Wasser spiegelt.
Durch klicken auf das Bild bleibt das video stehen.

someone Oktober 5, 2014 um 01:23

Führers Geburtstag naht, da muss eine Gedenkmünze her:
https://pbs.twimg.com/media/BzIXSDKCcAAc6J8.jpg
1 Kilo Silber, drunter gehts nicht.
Vom Amur bis zum Donaustrande…
http://www.youtube.com/watch?v=J_dBkT31KGc

someone Oktober 5, 2014 um 02:02

Das wird ein Fest…besonders auf der Krim!
https://twitter.com/Chubirko/status/518499028041211904

niemand Oktober 5, 2014 um 04:18

>”1 Kilo Silber, drunter gehts nicht.”

Oh nein!

Daneben sehen meine 20 Euro Deutscher Wald doch sofort mickrig aus.

http://img01.lachschon.de/images/159714_ololololol_1.jpg

niemand Oktober 5, 2014 um 04:24

Aber schöne Münze…

https://tj-pictwitter.two.static.twijournal.com/2014/04/21/600/1077933.jpg

Kursiv gesetztes Nominal wird man da lange suchen.

topi Oktober 5, 2014 um 05:05

alpe

“Steigende Staatsverschuldung hemmt vielleicht nicht per se private Investitionen, aber wenn sich ein Privatmann verhebt und die Banken ihm die Kreditlinien streichen, trifft es nur ihn. ”

Das steht in deinem schlauen VWL-Büchlein?

Wenn sich private Banken “verheben”, dann springen die Staaten mal eben mit Billionen ein. Na sowas, steht das auch im Buch?

“Bekommt ein Staat aber kein Geld mehr (oder nur noch zu absurd hohen Zinssätzen), haben wir Griechenland.”

Aha. Deutschland ist also kurz vor Griechenland. Interessant.
Und die Staaten brauchen natürlich dringend private Banken, die sie gerade mit Billionen gerettet haben, um sich Geld zu besorgen. Ist schön im Lehrbuchland, oder?

“Eine Begrenzung bzw. gar Rückführung öffentlicher Verschuldung ist ergo volkswirtschaftlich anzuraten, allein schon aus symbolischen Gründen als vertrauensbildende Maßnahme. ”

Wer muss wem vertrauen?
Aber davon abgesehen: welche Geldvermögen willst du denn abbauen, für die Staatsverschuldung?
Oder wer soll sich anstelle des Staates verschulden?
Unternehmen erzielen satte Überschüsse derweil, wegen gesunkener Kosten und mangelnden Investitionen wegen schlechter Absatzerwartungen. (hängt natürlich direkt zusammen, sinkende Löhne und sinkende Absatzerwartungen)
Welche privaten Haushalte sollen sich verschulden, um die Verschuldung zurückzuführen?

Oder hat dir noch keiner erzählt, dass jeder Schuld auch ein Guthaben gegenüberstehen muss, Grundschulmathematik?

“. Aber die Absatzerwartungen speisen sich u.a. auch aus solchen Faktoren wie Stabilität der politischen und wirtschaftlichen Lage in einem Land. Je höher diese Stabilität, desto besser bzw. besser kalkulierbar c.p. die Absatzerwartungen.”

Ceteris paribus. na Wahnsinn.

Hast du schon mal eine Investitionsentscheidung getroffen?
In einem einigermaßen funktionierendem Land?
Und dich dabei daran orientiert, ob die Neuverschuldung des Staates 0 Prozent oder 2,5 Prozent beträgt?

” Höhere Stabilität resultiert u.a. aus verlässlicher, nicht zur Entgrenzung neigender Verschuldungspolitik.”

“Entgrenzung”. Soll ich das analysieren? Ich frag einfach mal:
Woher kommt dieser schöne Begriff?

“Folglich ist glaubwürdig begrenzte Staatsverschuldung auch für privatwirtschaftliche Investitionen eine wichtige Erfolgsbedingung. Gesamtwirtschaftliche Stabilität und privates Investitionsklima sind nicht voneinander zu trennen.”

Das verschärfte “Spar”anstrengungen nicht mal zu sinkendem Schuldenstand führen müssen, ja oft sogar das Gegenteil eintritt, weil das Sozialprodukt sinkt, hast du schon mal gehört?

topi Oktober 5, 2014 um 05:20

Die Grundlagen von VWL.

Das Sozialprodukt hat eine Entstehungs- und eine Verwendungsseite.
Es werden Güter und Dienstleistungen erstellt, dabei entstehen Einkommen (Löhne, Gehälter, Kapitalerträge, Mieten etc.)
Diese Einkommen müssen für die Güter und Dienstleistungen ausgegeben werden, sonst entsteht das Sozialprodukt gar nicht in dieser Höhe bzw. es findet ein Lageraufbau statt mit entsprechender Folgewirkung.

Und wenn die Einkommen immer mehr dorthin verteilt werden, wo es keine Ausgabewünsche, sondern Anlagewünsche bzw. Anlagezwang für von Sozialstaatsabbau Gebeutelte (private Rente, private Pflege, private Krankenzusatzversicherungen, Ausbildungsversicherung, etc. pp) gibt?

Dann braucht es zwingend NEUVERSCHULDUNG, sonst gibt es kein geräumtes Sozialprodukt.

Auf dieser Basis könnte man weiterdiskutieren.

topi Oktober 5, 2014 um 05:22

Was anderes, für alle Kriegsbeschreier.

Es kam gerade die Neunte Kompanie, realistischer Kriegsfilm zu Afghanistan.
Alle Schreibtischkriegstreiber sollten den sich mal zu Gemüte führen, und dann freiwillig melden, wenn sie noch Lust verspüren.

Aus dem Jahr 2005, russisch-ukrainisch-finnische Koproduktion. Das waren noch Zeiten.

"ruby" Oktober 5, 2014 um 10:23

@ topi

Investition (Erstellung von Gütern und Dienstleistungen) werden immer vorfinanziert in der Erwartung diese durch zukünftige kalkulierte Umsatzerlöse als Geld (Umlaufvermögen) zu vereinnahmen, bilanzieren und dann wieder im Unternehmen zu verwenden oder auszuschütten bzw. zu verteilen bei Auflösung der Unternehmung.
Ist bei soffisticated nachzulesen.
Es ist eine Umwandlung von Idee in Kasse oder von der ersten Position der Aktivseite bis zur untersten : im Extremfall der Überschuldung als Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag !
Die Illiquidität ist insofern die zeitlich Vorstufe der Überschuldung.
Daran werden die ganzen Rettungsparanoia kein Jota ändern.

"ruby" Oktober 5, 2014 um 10:32

Somit ist jede Verschuldung dem Leistungserstellungsprozess vorausgehend – es kommt nur auf die Quote also die Relation zum Eigenkapital an . Eigenkapital korrespondiert als Gegenposition der akzeptierten, eingebrachten Vermögen der Aktivseite.
Nocheinmal : ohne Vorfinanzierung gibt es kein Investitionen !
So fucking easy!
Jetzt ist es Aufgabe diese Prozesse nachhaltig zu organisieren.
So brilliantly complicated?
;-)

"ruby" Oktober 5, 2014 um 10:39

Kriegstreiber sind Vorfinanzierer der zukünftigen unternehmerischen Herrschaftsverhältnisse.
Ihre Interessen sind klar und offensichlich und durch Rechnungslegungsregeln zu publizieren.
Deshalb trifft “dumm und arm halten” den Kern der Handlungsgrundlagen, -motivation ganz und gar, wiesaussieht!
;-)

no.name Oktober 5, 2014 um 12:38

“ruby”

http://bbs.tianya.cn/post-208-61831-1.shtml

Die Bilder sprechen für sich. Amerikanische Polizisten räumen die Wallstreet. Festland-Chinesen fordern jetzt dasselbe für Hongkong. Die Bilder kannst Du morgen in SPON sehen.

P.S. Im Artikel wird der freundliche Polizist gefragt, was passieren würde, wenn 10 Tsd. die Strasse besetzten. Die Antwort: Räumen. Punkt!

"ruby" Oktober 5, 2014 um 13:48

Es gibt nur einen
Kitar?
https://www.youtube.com/watch?v=keiWtjMPRLo&list=PLunol_-fHohEp1VbV4G0dP–4cjtfQDx_&index=2
Sein Musik ist unbesiegbar – Grüße an die mafiösen Familienbanden
;-)

"ruby" Oktober 5, 2014 um 14:45

Ständchen zum 88.
https://www.youtube.com/watch?v=DLvmWmLcR58
Wir wollen auch ein jährliches Konzert in Berlin (zum Beispiel für den Friedensbeauftragten) – Geldmittel sind ja ausreichend vorhanden, wie die faz meldet.
Starten wir einen Bürgerentscheid zum Austragungsplatz …
Vorschläge bitte.

no.name Oktober 5, 2014 um 15:27

von Liu Xiaobo, (Nobelpreisträger 2010, Aufenthalt unbekannt, möglicherweise inzwischen tot):

from “Experiencing Death”

I had imagined being there beneath sunlight
with the procession of martyrs
using just the one thin bone
to uphold a true conviction
And yet, the heavenly void
will not plate the sacrificed in gold
A pack of wolves well-fed full of corpses
celebrate in the warm noon air
aflood with joy

Faraway place
I’ve exiled my life to
this place without sun
to flee the era of Christ’s birth
I cannot face the blinding vision on the cross
From a wisp of smoke to a little heap of ash
I’ve drained the drink of the martyrs, sense spring’s
about to break into the brocade-brilliance of myriad flowers

Deep in the night, empty road
I’m biking home
I stop at a cigarette stand
A car follows me, crashes over my bicycle
some enormous brutes seize me
I’m handcuffed eyes covered mouth gagged
thrown into a prison van heading nowhere

A blink, a trembling instant passes
to a flash of awareness: I’m still alive
On Central Television News
my name’s changed to “arrested black hand”
though those nameless white bones of the dead
still stand in the forgetting
I lift up high up the self-invented lie
tell everyone how I’ve experienced death
so that “black hand” becomes a hero’s medal of honor

Even if I know
death’s a mysterious unknown
being alive, there’s no way to experience death
and once dead
cannot experience death again
yet I’m still
hovering within death
a hovering in drowning
Countless nights behind iron-barred windows
and the graves beneath starlight
have exposed my nightmares

Besides a lie
I own nothing

no.name Oktober 5, 2014 um 15:28

Vergißt die Medien, Blogs, das Internet etc. Die zweite Macht (neben den Banken) ist das ausgeprägte Kurzzeitgedächtnis der Menschen.

no.name Oktober 5, 2014 um 15:34

Derweil berichten deutsche Presseorgane über Hongong chinatreu, die Deutsche Welle kündigt Regimekritiker die Verträge und fordert nicht nur China zu kritisieren, sondern auch über das ‘Gute’ zu berichten, die Sinologie schweigt, es interessiert ja auch überhaupt niemanden, auch nicht in diesem Blog,..

http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jan/15/liu-xiaobo-china-nobel-prize-prison-wife-liu-xia-mistreat

no.name Oktober 5, 2014 um 15:52

Ilham Tohti – der leise Kritiker

Der bekannte uigurische Regimekritiker Ilham Tohti wurde in China zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Dabei hatte er sich stets für eine Verständigung zwischen Uiguren und Han-Chinesen eingesetzt.

http://www.dw.de/ilham-tohti-der-leise-kritiker/a-17928310

no.name Oktober 5, 2014 um 15:58

BERLIN — In the wake of a debate over the 1989 Tiananmen Square massacre, a well-known Chinese government critic has been fired from her job at a German public broadcaster.

The activist, Su Yutong, 38, who has been exiled in Germany since 2010, was informed Tuesday that her contract with Deutsche Welle would not be renewed in 2015. …..

Many commentators on Chinese-language social media, however, see more at work, especially because Ms. Su was one of the most prolific bloggers on Deutsche Welle’s widely read Chinese-language website, and often very critical of Chinese government policy. In recent months, they say, more pro-Beijing voices have been given greater prominence.

http://www.nytimes.com/2014/08/22/world/europe/german-broadcaster-fires-chinese-blogger.html?smid=tw-share&_r=1

no.name Oktober 5, 2014 um 15:59

“He told us that he had been to see the Chinese ambassador and that we shouldn’t be so critical,” Ms. Su said in an interview. “That seemed very problematic issue for us.”

no.name Oktober 5, 2014 um 16:00

One Deutsche Welle contributor, who asked to remain anonymous for fear of reprisals for publicly criticizing the broadcaster, said that articles like Mr. Chang’s were increasingly rare on the Deutsche Welle website, while columnists like Mr. Sieren had become more prominent.

no.name Oktober 5, 2014 um 16:04

Was bleibt dann noch? Worüber lässt sich noch diskutieren oder worüber schreiben. Wozu sollten Menschen Zeitungen lesen oder im Internet nachrichten lesen? Wir diskutieren hier wie Feldherren darüber wie die IS ihre Versorgungswege sichert, aber was gibt es denn überhaupt zu verteidigen? Wenn die Quintessenz ist, dass der Stärkere Recht hat?

"ruby" Oktober 5, 2014 um 16:50

Austausch
Menschlichkeit
Wissen
Freiheit
Überzeugungskraft

"ruby" Oktober 5, 2014 um 17:16

Was antworten Mörder,
Unterdrücker,
Abhörer,
Waffenhersteller, -händler
Tyrannen?
Nichts – Schweigen, denn, wer die Taten erlebt, gesehen hat oder erzählt bekommt will mit ihnen keine Kontakte.
Die Handlungen exkludieren diese Akteure.
Das Offenkundigsein, Darstellen zeigt die Wahrheit, die nicht gefälscht werden kann. Das Bewusstsein wird zur Erkenntnis.
Diese führt zu …

Manfred Peters Oktober 5, 2014 um 17:58

Journalismus aus der Etappe morgen im Spiegel:
“Merkel konnte nicht richtig mit Messer und Gabel essen”

Mehr heute schon bei T-Online u. a.:
- von Thierse dem Volksschulhirn
- Merz dem politischen Kleinkind
- Christian Wulff als ganz großer Verräter
- Hinterfotzig waren Norbert Blüm, Gerhard Stoltenberg, Heiner Geißler …
Wir haben es doch schon lägst gewusst! :-)

Andreas Kreuz Oktober 5, 2014 um 19:29

@Manfred Peters Oktober 5, 2014 um 17:58

Derartige Propaganda muss ich mir verbitten.

Die Besten der Besten regieren hier seit Jahrzehnten
nach dem MEHRHEITLICHEN Wunsch
der fleißigen und ordnungsliebenden Bevölkerung
zu deren uneingeschränkter Zufriedenheit.

"ruby" Oktober 5, 2014 um 19:44

Zeit Verschwendern menschlichen Wissens, örtlicher Interessen, gemeinschaftlicher Ideen, praktischer Lösungen entgegen zu treten ihre hohlen Phrasen verhallen zu lassen, sie und ihre niederen Zwecke im Raum der Öffentlichkeit zu benennen, zu beenden .
Ihr habt fertig !
Wir wollen besser.
Deshalb, Schluß mit PeoplesBashing und Volksverblödungstheater.
“Wish you were here”
https://www.youtube.com/watch?v=Qxd-kWMzZNk
Who ever you are…

Manfred Peters Oktober 6, 2014 um 09:08

@ Andreas Kreuz 19:29
Ab- und Verbitten bitte vorerst direkt an Kontakte, da meine Bearbeitungskapazitäten im Moment begrenzt sind. ;-)

wowy Oktober 6, 2014 um 10:02

Bertelsmann übernimmt Gruner & Jahr vollständig.
#Spiegel, Stern

f.luebberding f.luebberding Oktober 6, 2014 um 12:40

Zum Thema Journalismus auch mein heutiges Altpapier.

no.name Oktober 6, 2014 um 16:06

Brauchen wir überhaupt einen ‘eigenen’ Journalismus? In Zeiten des Internets können wir bequem auf das ausländische Angebot kritische Journalismus zugreifen. Politik in D. scheint mir eingeschlafen zu sein. Da wundert mich der hier im Lande verbreitete langweile Journalismus nicht. Ist aber vielleicht auch nicht schlimm, denn wenn es keinen in diesem Land hier stört, wieso sollte es mich dann stören. :-)

no.name Oktober 6, 2014 um 16:38

Hhhm, der allmähliche Untergang des Journalismus reflektiert vielleicht auch nur, dass die Menschen mit sich im Reinen es sind. Es geht den Mensche gut und es fehlt ihnen an nichts. Eigentlich doch ein gutes Zeichen. Wenn das Fieber vorrüber ist, kann das Thermometer beiseite gelegt werden.

Soldat Schwejk Oktober 6, 2014 um 21:23

Huch, wo ist denn das heutige Altpapier hin? Vorhin war’s noch da, jetzt isses wech. Hat jemand ‘ne geräucherte Makrele drin eingewickelt?

Soldat Schwejk Oktober 6, 2014 um 21:44

Aber ich sehe gerade auf der Evangelenseite, daß es da auch einen Blog gibt mit dem Namen “Stilvoll glauben”. Eine gute Sache ist das, daß die Evangelen stilvoll zu glauben versuchen. Es ist ja eben das Problem bei den Museln, daß deren Glaubensbekundungen oft stilistisch zu wünschen übrig lassen.

"ruby" Oktober 6, 2014 um 22:24
"ruby" Oktober 6, 2014 um 22:25
f.luebberding f.luebberding Oktober 6, 2014 um 22:31

Soldat Schwejk

Wg. Altpapier: Technische Probleme.

"ruby" Oktober 6, 2014 um 22:40

sorry GB
https://www.youtube.com/watch?v=0yu-6P0kFPQ
ist schon spät …

no.name Oktober 6, 2014 um 22:46

“ruby”

Ich sehe das anders. Unser westlicher Freiheitsbegriff ist stets an etwas geknüpft. Deshalb ist es auch so wichtig für uns Prüfungen zu bestehen, Geld zu machen etc. um frei zu sein. Es gibt aber noch einen anderen Freiheitsbegriff und der ist an nichts geknüpft.

Übrigens ist mir im Blog aufgefallen, dass es hier große Diskussionen über Kriege und Geschichte gibt (siehe Nebenthread, wie organisiert die ISIS den Nachschub, Vergleich Warschauer Aufstand etc.), aber eine Diskussion darüber, weshalb die Hongkonger demonstrieren interessiert keinen. Ist halt nicht spannend, was die da denken. Berührt ja auch nicht unsere Wirtschaftsinteressen und es ist bisher kein Blut geflossen. Unter Freiheit können wir uns schwer etwas vorstellen, wenn daran nichts gebunden ist.

petervonkloss Oktober 7, 2014 um 04:13

Soldat Schwejk Oktober 6, 2014 um 21:23

„Huch, wo ist denn das heutige Altpapier hin? Vorhin war’s noch da, jetzt isses wech. Hat jemand ‘ne geräucherte Makrele drin eingewickelt?“———

„Aber ich sehe gerade auf der Evangelenseite, daß es da auch einen Blog gibt mit dem Namen “Stilvoll glauben”. Eine gute Sache ist das, daß die Evangelen stilvoll zu glauben versuchen. Es ist ja eben das Problem bei den Museln, daß deren Glaubensbekundungen oft stilistisch zu wünschen übrig lassen.“

Passt wie die Faust aufs Auge der „guten Sache“.

petervonkloss Oktober 7, 2014 um 04:15

Right is right and left is wrong.

http://www.sezession.de/46619/die-afd-auf-dem-weg-zur-wirklichen-alternative.html

Die AfD – auf dem Weg zur wirklichen Alternative?

Seite 5

Und ein zweites mache man sich bewußt, wenn wir die Jahrzehnte an offener oder verdeckter Repression in Medien, Justiz, Schule und Universität, Geschichtsschreibung, Politologie, Literatur und Kunst Revue passieren lassen. Dieses üble Spiel unserer politmedialen Klasse einer geradezu institutionellen Verleumdung aus angeblicher Sorge um die hiesige Demokratie hat schwerwiegende mentale Folgen hinterlassen, die mitursächlich dafür sind, daß es von uns aus so schwer ist, die havarierte EU zu reparieren. Macht es unsere volkspädagogisch seit Jahrzehnten geförderte Unterwürfigkeit doch geradezu zum peinlichen Unterfangen, von ureigenen deutschen Interessen zu reden, ganz zu schweigen davon, sie entschlossen durchzusetzen.
Hat man sich aber endlich zum aufrechten Gang entschlossen, fallen einem häufig noch die eigenen Landsleute in den Rücken: über Jahrzehnte „Wiedererzogene“, zu einem beachtlichen Teil Traumatisierte, die Deutschland per EU praktisch entsorgen wollen. Wer sich dieses Problems annimmt – und es ist gewiß nicht mittels Political Correctness zu lösen –, hätte dann in der Tat eine historische Mission erfüllt und hätte endlich Schluß gemacht mit der Nachkriegszeit.
Und ein Letztes: Wir sitzen schon verdammt lange im EU-Zug, der soviel Fahrt aufgenommen hat, daß das Abkoppeln mancher Waggons zur heiklen Aktion werden dürfte. Sollte die AfD hierbei Mitverantwortung tragen, wird man ihr in Koalitionen Kompromisse abverlangen, die ihr Selbstverständnis zumindest partiell in Frage stellen. Am Beispiel der FDP, die ihr freiheitliches Erbe zugunsten einer prinzipienlosen Machterhaltung oder -sicherung mutwillig ausschlug, läßt sich erahnen, was passiert, wenn man, jenseits von pragmatischen Tagesentscheidungen, keinen spektakulären Wert mehr anzubieten hat. Denn jede erfolgreiche Partei besitzt neben tagespolitischen Reizkomplexen eine langfristige Zielsetzung und gesellschaftliche Wertidee. Erst sie hilft über zwangsläufig eintretende Krisen und Schwächen hinweg.
Da die FDP sich zuletzt über Floskeln hinaus nicht mehr zur Freiheit bekannte, sollte die AfD sich diese Chance nicht nehmen lassen und schnellstens zugreifen. Sie würde dann auch als Partei der Grundrechte wahrnehmbar, und zwar solcher, die nicht nur konsequenzlos auf bekanntlich geduldigem Papier gedruckt, sondern im gesellschaftlichen Tageskampf tatsächlich verteidigt werden. Erst dann kann sie im umfassenden Sinn ihrem selbst gesteckten Anspruch gerecht werden: Alternative für Deutschland zu sein.
Seiten: 1 2 3 4 5

http://www.sezession.de/46619/die-afd-auf-dem-weg-zur-wirklichen-alternative.html

someone Oktober 7, 2014 um 18:57

Also an der Massenchoreographie müssen sie noch ein wenig arbeiten. Das können die Nordkoreaner eindeutig besser:
http://www.youtube.com/watch?v=8S3nvpNALtc&feature=youtu.be

"ruby" Oktober 7, 2014 um 20:37

@ no.name

Verknüpfung / Gebundensein sehe ich auch bei Freiheit, aber auch das Lösen und Lockerwerden.
Hier vielleicht universale Gedanken, die unabhängig vom Glauben greifen können
http://de.wikipedia.org/wiki/Boethius

“Sie: »Aber weißt du denn noch, von wo alles seinen Ausgang genommen hat?«

Ich: »Ich weiß es: die Gottheit ist die Quelle aller Dinge!«

Sie: »Wie ist es aber möglich, daß du den Ausgangspunkt zwar weißt, das Endziel aller Dinge aber nicht mehr kennst? So ist es aber immer mit diesen Störungen des Geistes: sie können den Menschen vom rechten Standpunkt hinwegdrängen, aber ihn völlig zu entwurzeln und ihn sich ganz zu unterwerfen, das vermögen sie nicht! – Aber antworte mir noch auf die folgende Frage: Bist du dir wohl dessen bewußt, daß du ein Mensch bist?«

Ich: »Gewiß bin ich das!«

Sie: »Kannst du mir denn auch sagen, was das ist: ein Mensch?«

Ich: »Willst du die Antwort hören: ich bin ein vernunftbegabtes, sterbliches Lebewesen? Daß ich ein solches bin, das weiß ich und das bekenne ich!«

Sie: »Ist dir nichts davon bekannt, daß du vielleicht außerdem noch etwas sein könntest?«

»Nein,« sagte ich.

»Nun weiß ich auch,« sprach sie da, »eine zweite und zwar die hauptsächlichste Ursache deiner Krankheit: du weißt nicht mehr, was du selbst bist! Und damit habe ich nun den Charakter deines Leidens und zugleich auch den zu seiner Heilung einzuschlagenden Weg vollkommen erkannt! Denn weil das Dunkel der Selbstvergessenheit dich umfängt, deshalb beklagst du dich als einen Verbannten und seiner Güter Beraubten. Weil du Zweck und Endziel der Dinge nicht mehr kennst, hältst du nichtswürdige und böse Menschen für mächtig und glücklich. Weil du aber auch vergessen hast, nach welchen Grundgesetzen die Gottheit die Welt lenkt, deshalb glaubst du, daß alle diese Schickungen ohne einen höheren Regenten vom Zufall beherrscht sind: wahrlich Gründe genug, dich nicht nur krank zu machen, sondern dich zu töten! Aber Dank sei dem Geber der Gesundheit, daß dich die Lebenskraft deiner guten Natur noch nicht ganz verlassen hat! – Wir haben nun als Hauptheilmittel zu deiner Rettung deine richtige Ansicht von der Weltregierung, die du nicht für ein Spiel des blinden Zufalls, sondern der göttlichen Vernunft unterworfen hältst. Fürchte also nichts! Aus diesem kleinen Funken wird bald neue Lebenswärme dich durchströmen! Aber da für die durchgreifenderen Heilmittel die Zeit noch nicht gekommen ist und da es in der Natur des menschlichen Gemütes liegt, daß es nach Verlust der richtigen Ansicht von falschen sich leiten und in das Dunkel der Seelenverwirrungen hineinziehen läßt, die die richtige Einsicht verdüstern: so wollen wir zunächst jene Verfinsterung ein Weilchen mit linden Mitteln aufzuhellen suchen, damit der Nebel falscher Affekte sich zerstreue und du wieder fähig werdest, den Glanz des wahren Lichtes zu schauen!«”

aus:
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Boethius,+Anicius+Manlius+Severinus/Die+Tr%C3%B6stungen+der+Philosophie/Erstes+Buch

Leben in Menschlichkeit funktioniert individuell auch ohne Götter, Gottheiten…
;-)

alpe Oktober 9, 2014 um 17:23

@topi

Erst mal ein Wort zur Form: In diesem Forum wird sich schon genug angepflaumt. Könnte ich Dich bitten, dass wir wenigstens bei Diskussionen über die Grundlagen der VWL einen sachlichen Ton bewahren? Danke.

Nun zum Inhalt: Was hast Du eigentlich gegen Lehrbücher? Da scheint mir bei Dir ja eine grundsätzliche Abneigung vorzuliegen. Für mich repräsentieren universitäre Lehrbücher idealiter die bewährte, getestete, gesicherte und breit akzeptierte Wissensbasis in einer akademischen Disziplin, das gilt gerade für allgemeine Grundlagenwerke. Ich z.B. würde mich auch von keinem Arzt behandeln lassen wollen, der sich die Medizin so gänzlich ohne Lehrbuch angeeignet hat. Natürlich ist es stets angebracht, Sachverhalte kritisch zu hinterfragen. Aber eine Diskussion quasi völlig ‘aus der Lamäng’ ohne Rücksicht auf, oder gar Kenntnis von, grundlegenden Zusammenhängen zu führen, ist meiner Erfahrung nach oft nicht sonderlich ergiebig, bitte sieh mir mein Lehrbuchwissen also nach.

Im übrigen ist Deinem Sprachgebrauch abzulesen, dass Du in Deinem Leben auch schon hie und da mal in ein VWL-Lehrbuch zumindest gelinst hast. Wo sonst findet man solche sprachlichen Perlen wie “geräumte Sozialproduke”? ;-)

Fußnote: Natürlich gebe ich Dir zu, dass es in der Ökonomie verschiedenste Ansichten zur Frage ‘gesicherte und akzeptierte Wissensbasis’ gibt – die Disziplin ist da ja notorisch zerstritten. Nur deshalb kann es ja überhaupt geschehen, dass alle möglichen (auch renommierte) Leute alle möglichen Dinge behaupten können und trotzdem noch ernst genommen werden.

Zu Deinen Argumenten im Einzelnen:

Ich: “Steigende Staatsverschuldung hemmt vielleicht nicht per se private Investitionen, aber wenn sich ein Privatmann verhebt und die Banken ihm die Kreditlinien streichen, trifft es nur ihn. ”

Du: “Das steht in deinem schlauen VWL-Büchlein?”

Nein, um das zu verstehen reicht in der Tat gesunder Menschenverstand.

“Wenn sich private Banken “verheben”, dann springen die Staaten mal eben mit Billionen ein. Na sowas, steht das auch im Buch?

Genauso wenig wie Punkt 1, aber wenn große Banken in nennenswerter Anzahl gleichzeitig insolvent werden oder insolvent zu werden drohen, bleiben dem Staat ja nur zwei Möglichkeiten, nämlich die Pleiten geschehen zu lassen oder die Banken zu retten. Lässt man die Pleiten geschehen, hat man die Probleme mit Vernichtung der Spareinlagen aller Bankkunden (auch der Renten), Abschneidung der Bevölkerung von der (Bar-)Geldversorgung und Einstellung des Zahlungsverkehrs in der gesamten Volkswirtschaft quasi über Nacht. Rettet man die Banken, vermeidet man zwar volkswirtschaftliches Chaos, hat aber den unschönen Effekt, dass es typischerweise zu den wohlhabenderen Teilen einer Bevölkerung gehörende Krisengewinnler gibt, deren (zuvor gut gewachsene) Geldvermögen auf Kosten des Steuerzahlers gerettet werden. What would you prefer?

Ich: “Bekommt ein Staat aber kein Geld mehr (oder nur noch zu absurd hohen Zinssätzen), haben wir Griechenland.”

Du: “Aha. Deutschland ist also kurz vor Griechenland. Interessant.”

Nein, ich präzisiere. Was ich meinte war, dass wir, wenn dem deutschen Staat die Kapitalmärkte keine Kredite mehr geben, auch mittel- bis langfristig mit extrem schmerzhaften wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu rechnen haben, genau wie Griechenland heute. Das war die Parallele. Bis es uns materiell so schlecht geht wie Griechenland jetzt dauert dann trotzdem hoffentlich noch etwas länger… Ist aber letztlich auch kein Trost, oder?

Du: “Und die Staaten brauchen natürlich dringend private Banken, die sie gerade mit Billionen gerettet haben, um sich Geld zu besorgen. Ist schön im Lehrbuchland, oder?”

Du und Deine Lehrbücher *seufz*. Ich habe die Fraktion derer, die verlangen, dass Zentralbanken doch ihr Geld wieder direkt den Staaten leihen dürfen sollten, nie richtig verstanden. Aus dem guten Grund, dass man die historischen Inflationserfahrungen nicht noch einmal machen wollte, hat man doch gerade die ZBen aus den staatlichen Einflusssphären herausgenommen. Wem wäre denn mit einer quasi grenzenlosen Ausdehnung letztlich ungedeckten Papiergelds gedient, sollten die Staaten die Möglichkeit bekommen, sich mehr oder weniger für lau bei den ZBen zu verschulden? Kurzfristig ist das vielleicht eine tolle Sache, der Staat kann durch seine Ausgaben kräftig die Wirtschaft anheizen. Langfristig enden wir dann aber in einem bürokratischen Beamtenstaat mit darniederliegender Privatwirtschaft (also wieder Griechenland) und womöglich einer ‘runaway inflation’, und dann ist das Platzen des Ballons nur um so lauter. Ich dachte immer, Du seist ein Feind von Blasen…

Im übrigen dient der Intermediär Privatbank zwischen ZB und Staat auch als zügelndes und kontrollierendes Element. Es kann nie schaden, wenn es eine Partei gibt, die von außen ein wenig ein Auge auf das Finanzgebaren des Staates hat und qua Zinsforderung signalisiert, dass es jetzt vielleicht mal gut war mit dem deficit spending. Checks and Balances. Im Prinzip eine hochdemokratische Einrichtung.

Du: “welche Geldvermögen willst du denn abbauen, für die Staatsverschuldung?
Oder wer soll sich anstelle des Staates verschulden?
Unternehmen erzielen satte Überschüsse derweil, wegen gesunkener Kosten und mangelnden Investitionen wegen schlechter Absatzerwartungen. (hängt natürlich direkt zusammen, sinkende Löhne und sinkende Absatzerwartungen)
Welche privaten Haushalte sollen sich verschulden, um die Verschuldung zurückzuführen?

Oder hat dir noch keiner erzählt, dass jeder Schuld auch ein Guthaben gegenüberstehen muss, Grundschulmathematik?”

Das Lehrbuch Grundschulmathematik habe ich direkt nach der 4. Klasse wieder abgegeben, das scheint mir heute zu fehlen. ;-)

Idealerweise sollte sich natürlich niemand extra verschulden müssen. Dies ist theoretisch auch nicht notwendig, wenn der Staat die jährlich steigenden Steuereinnahmen nicht in Mütterrenten, Renten mit 63 und Betreuungsgelder investieren würde, sondern in wirklich staatsnotwendige Bereiche wie Infrastruktur und Bildung und vielleicht gar die Rückführung der Schulden.

Übrigens finde ich es interessant, wie das Denken vornehmlich linker Wirtschaftstheoretiker (ich meine hier nicht Dich persönlich, dies ist eher eine allgemeine Einlassung), die sonst doch immer voller Inbrunst die ‘Internationale’ schmettern, bei ökonomischen Fragestellungen offenbar an der deutschen Landesgrenze aufhört. Natürlich sind in den letzten +-20 Jahren die Reallöhne in Deutschland gerade bei den Geringqualifizierten nicht sonderlich gestiegen und haben die Kapitalerträge zugenommen. Das ist bei einer globalisierten Wirtschaft, in der der deutsche Arbeitnehmer mit dem chinesischen Arbeitnehmer konkurrieren muss und sich gleichzeitig für flüssiges (deutsches) Kapital enorm viele neue lukrative Investitionsmöglichkeiten auf der ganzen Welt auftun, auch gar nicht anders zu erwarten. Wir haben in Deutschland und Europa lange Jahrzehnte in einem wirtschaftlichen Schlaraffenland gewohnt, geprägt von stabilen und relativ gleichmäßigen Arbeits-, Lohn- und Sozialstrukturen in weiten Teilen der sog. westlichen Welt, welche gleichzeitig die ökonomisch relevante für uns war. Eine internationale Lohndumpingkonkurrenz im großen Stil war dank klarer Ost(block)grenze schlicht nicht möglich. Seit sich uns in den 80ern China und dann in den 90ern der ehemalige sowjetische Ostblock als wirtschaftliches Handlungsfeld zu erschließen begannen, sind diese Zeiten vorbei. So weit, so binsig. Nur – was so oft als Wohlstandsverlust bei uns kritisiert wird kann man auch als Wohlstandsgewinn im Rest der Welt begrüßen. Uns geht es lokal etwas schlechter, während es der Welt als ganzer wirtschaftlich besser geht. Und das ist doch die wahrhaft internationale Perspektive, die auch – und gerade – die Linken begrüßen sollten. Denn letztlich ist die einzig moralisch vertretbare Position in diesem Spiel doch die, dass es allen Menschen auf der Erde stets besser gehen sollte und nicht nur denen im Westen oder gar nur Deutschland.

Ich: „Aber die Absatzerwartungen speisen sich u.a. auch aus solchen Faktoren wie Stabilität der politischen und wirtschaftlichen Lage in einem Land. Je höher diese Stabilität, desto besser bzw. besser kalkulierbar c.p. die Absatzerwartungen.”

Du: „Ceteris paribus. na Wahnsinn.

Hast du schon mal eine Investitionsentscheidung getroffen?
In einem einigermaßen funktionierendem Land?
Und dich dabei daran orientiert, ob die Neuverschuldung des Staates 0 Prozent oder 2,5 Prozent beträgt?“

Schon, da der Effekt zwar nur sehr mittelbar ist (siehe oben), aber dennoch real. Bei einer aktuellen Investitionsentscheidung in Griechenland etwa wäre der jährliche Neuverschuldungsgrad für mich eine entscheidungsrelevante Information (Stabilität und so).

Ich: „Höhere Stabilität resultiert u.a. aus verlässlicher, nicht zur Entgrenzung neigender Verschuldungspolitik.”

Du:“Entgrenzung”. Soll ich das analysieren? Ich frag einfach mal:
Woher kommt dieser schöne Begriff?

Ist so ein Modebegriff aus der Soziologie, „Entgrenzung der Arbeit“ und so weiter, hast Du bestimmt schon mal gehört. Da geht es um Verschwimmen bzw. Auflösung der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit bzw. den Übergriff der Arbeitswelt ins Private .Wenn Soziologen besonders wichtig klingen wollen, benutzen sie in diesem Zshg. gerne den Begriff der „Kolonialisierung“, den habe ich mir hier mal gespart, ich bin ja auch kein Soziologe. Ich habe mir aber die Freiheit herausgenommen, den Begriff Entgrenzung metaphorisch im Sinne einer mehr oder weniger unkontrollierten Ausdehnung zu adaptieren. Ich hoffe, das ist verständlich.

Ich: “Folglich ist glaubwürdig begrenzte Staatsverschuldung auch für privatwirtschaftliche Investitionen eine wichtige Erfolgsbedingung. Gesamtwirtschaftliche Stabilität und privates Investitionsklima sind nicht voneinander zu trennen.”

Du: „Das verschärfte “Spar”anstrengungen nicht mal zu sinkendem Schuldenstand führen müssen, ja oft sogar das Gegenteil eintritt, weil das Sozialprodukt sinkt, hast du schon mal gehört?“

Aber in dieser Logik nur der relative Schuldenstand, weil die Schuldenhöhe nominal gleichbleibt, das BIP aber aufgrund deflationärer Entwicklungen sinkt. Abstrakt gesehen würde mir nicht einfallen, wieso ein sinkendes BIP zu höheren absoluten Schulden führen würde. Was übersehe ich?

So viel erst mal für heute, auf Deinen Folgekommentar gehe ich gerne später noch ein, wenn Du das hier überhaupt noch liest. Ich habe ja nun nicht…sagen wir…unmittelbar auf Deinen Einwurf reagiert.

Andreas Kreuz Oktober 9, 2014 um 18:09

@alpe

Rettet man die Banken, vermeidet man zwar volkswirtschaftliches Chaos…

Das ist nicht mehr, als eine unbewiesene Behauptung,
die ganz vielen
ganz viel Angst machen soll.

Wenn die Banken kollabieren,
sind die Produktionskapazitäten noch da,
die Arbeitskräfte noch da,
die Krankenhäuser und Elektrizitätswerke noch da,
die Autos und Tankstellen noch da,

und alle möchten essen und trinken – und werden es tun.

Chaos herrscht lediglich bei den privaten ehemaligen Guthabensinhabern von mehr als 5stelligen Zahlen auf Kontoauszügen.

So what?

Und kommen Sie jetzt nicht mit den Renten.
Einem Umlagesystem ist die Bankenpleite wurscht.

Keynesianer Oktober 9, 2014 um 18:59

@alpe

Idealerweise sollte sich natürlich niemand extra verschulden müssen. Dies ist theoretisch auch nicht notwendig, wenn der Staat die jährlich steigenden Steuereinnahmen nicht in Mütterrenten, Renten mit 63 und Betreuungsgelder investieren würde, sondern in wirklich staatsnotwendige Bereiche wie Infrastruktur und Bildung und vielleicht gar die Rückführung der Schulden.

So argumentiert die schwäbische Hausfrau: “Wenn ich an meinen Ausgaben spare, brauche ich auch keine Schulden zu machen. Der Staat soll auch an seinen Ausgaben sparen!”

Der Staat hat aber makroökonomische Zusammenhänge zu beachten: Wenn die privaten Haushalte Geld sparen wollen (im Saldo), dann muss sich jemand dafür verschulden. Entweder das Ausland (Exportüberschüssen durch Lohndumping im gemeinsamen Währungsraum) oder der Staat.

Das wird in diesem Video mit der Saldenmechanik erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=dkCmwyDjHuE

Jetzt würde mich aber interessieren, was in Deinen VWL-Lehrbüchern zu dem Thema ausgeführt wurde.

Nichts? Warum wohl? ;)

gelegentlich Oktober 10, 2014 um 07:29

@holger
Haben Sie das Buch von Ulfkotte schon?
Hier eine Besprechung von Albrecht Müller dazu:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=23539#more-23539
Haut die Ihrer Meinung nach einigermaßen hin?
(Ich bin im Ausland und habe das Buch noch nicht, wohl aber einen Eindruck von Ulfkotte)

topi Oktober 10, 2014 um 09:03

alpe

“So viel erst mal für heute, auf Deinen Folgekommentar gehe ich gerne später noch ein, wenn Du das hier überhaupt noch liest.”

So geht das nicht! ;-)

Man braucht eine gemeinsame Basis zur Diskussion.
Es gibt ja auch gute VWL-Lehrbücher. Eines ist geradezu unverzichtbar, Saldenmechanik von Stützel.

Die dort beschriebenen Zusammenhänge leiten sich einfach ab, sind keine Theorie sondern Buchungssätze, nicht diskutabel.

Wenn Theorien in Lehrbüchern dieser Grundschulmathematik (in Berlin ja bis Klasse 6 ;~) widersprechen, erzählen sie einfach Käse.

So wie du an dieser Stelle der Diskussion.

“Idealerweise sollte sich natürlich niemand extra verschulden müssen. Dies ist theoretisch auch nicht notwendig, wenn der Staat die jährlich steigenden Steuereinnahmen nicht in Mütterrenten, Renten mit 63 und Betreuungsgelder investieren würde, sondern in wirklich staatsnotwendige Bereiche wie Infrastruktur und Bildung und vielleicht gar die Rückführung der Schulden.”

Wenn der Staat Schulden abbaut, MUSS sich dafür jemand anderes Verschulden, oder entsprechend Guthaben abbauen.

Das widerspricht zwar dem ganzen Mainstream, aber der liegt hier eben falsch, deshalb auch meine, ähm, kritische Betrachtung zu diesen, äh, Glaubenssätzen.

mehr später, muss los
dass Schuldenstand in Relation zum BSP die einzig relevante Größe ist, bspw., soll schon erwähnt sein. :roll:

Keynesianer Oktober 10, 2014 um 10:54

@alpe

Wen es wirklich interessiert, hier gibt es eine ganz überzeugende Darstellung, warum nicht die Schulden das Problem sind, sondern die Geldvermögen: :)

Schuldenkrise eskaliert, jetzt auch noch Guthabenkrise!
http://qpress.de/2011/12/05/schuldenkrise-eskaliert-jetzt-auch-noch-guthabenkrise/

Keynesianer Oktober 10, 2014 um 10:58

Für ein ausführliches Selbststudium:

Guthabenkrise

Die Schuldenkrise endet erst, wenn wir sie Guthabenkrise nennen.
http://guthabenkrise.wordpress.com/

Da findet man alles, was nicht in den Lehrbüchern steht.

Letztere kann man ja im kommenden Winter zum Anzünden des Kachelofens verwenden, zu mehr taugen sie nicht. Höchstens noch als abschreckendes Beispiel für jeden, der ein VWL-Studium plant.

Frankie (formerly known as Bernankie) Oktober 10, 2014 um 11:34

@alpe

“Schon, da der Effekt zwar nur sehr mittelbar ist (siehe oben), aber dennoch real. Bei einer aktuellen Investitionsentscheidung in Griechenland etwa wäre der jährliche Neuverschuldungsgrad für mich eine entscheidungsrelevante Information (Stabilität und so).”

Ich hatte schon das Privileg, solcherlei Investitionsentscheidungen mitbegleiten zu dürfen. Die Kriterien bei diesen Entscheidungen ist:

1. Sind ausreichend Rückflüsse zu erwarten, dass die Geldhingabe auch amortisiert wird?
2. Sind womöglich soviel Rückflüsse zu erwarten, dass die Geldhingabe sogar überamortisiert wird?

Wenn ich so zurückdenke, waren dies immer die einzigen entscheidungrelevanten Gedanken bei Investitionsentscheidungen.
Was eher keine Rolle gespielt hat: wie hoch ist die Staatsverschuldung in dem entsprechenden Gemeinwesen, wieviel Urlaub haben die da, wann gehen sie in Rente, wann geht die Sonne auf.

Es ist vielleicht nicht jedem klar, aber wir leben im Kapitalismus, und da geht’s um Zahlungen, die fliessen müssen ( nicht um das schönste Sparbuch).

Würde ich jetzt in Griechenland investieren? Sagen wir mal in eine Kette von Autowaschanlagen, oder in eine Bierabfüllerei, oder in eine Verkaufsmall, oder in ein Werk für Sänitatszubehör für den griechischen Markt , oder Verkaufsniederlassungen für Miederware, Babynahrung, Lebensversicherungen usw. ?
Eher nicht, denn , wie wir alle wissen, die Griechen haben kein Geld – die Rückflusserwartung ist getrübt.

( Ja , ich weiss, viele denken bei “Investition” an die super-duper-Fabrik, in der Stahl gebogen und Bleche geschweisst werden, und mit absoluten High-tec-Produkten eine Wertschöpfung von 95% erzielt wird. Aber so ist es nicht, die meisten Investitionen sind so wie oben beschrieben.)

holger196967 Oktober 10, 2014 um 11:45

Frankie

genau so ist es… postuliere ich ja auch schon seit vielen Monden.

Die Bank (Investor) fragt ja nun wirklich nur nach dem Flow… ROI eben genannt. Alles andere ist wurscht.

Es gibt eben nur einen realen Kuchen der verteilt werden kann. Das Netto Einkommen. Und da kann sich jeder der rechnen kann, an 5 Fingern abzählen, wohin wohl die Tanknadel wohl zeigt. Die blinkt schon lange im Flow auf Reserve.

Andreas Kreuz Oktober 10, 2014 um 12:54

Ich habe gestern leide gezögert, @alpe mal zu fragen,
ob er weiß, was ein Buchungssatz ist.
Ich dachte, wer sich zu solchem Thema äußert,
sollte so viel verstanden haben.

Aber was ist denn dann der Zweck der @alpe-Beiträge?
Uns wissen zu lassen, dass er keinen Schimmer hat
oder andere für blöd halten?

topi Oktober 10, 2014 um 14:21

Jetzt verschreckt mal den alpe nicht gleich. ;-)

Wir brauchen doch dringend angebotstheoretische Argumente, das schärft die eigenen Positionen, deckt Schwächen auf, zeigt ev. sogar Brücken.

Natürlich müssen sie auf Grundlage der simplen VGR stehen.
Aber das ist ja das Problem, du lernst etwas in der Uni, liest das von allen Mainstram-Volkswirten, dann kommst du halt nicht so leicht darauf, dass gewisse Aussagen simpler Logik widersprechen.

Keynesianer Oktober 10, 2014 um 15:00

Es kommt da noch ein ganz wichtiger Punkt hinzu, der mir unlängst mit dem Scotch Whisky aufgefallen ist:

Die Wertschöpfungskette ist so pervers, dass die richtig große Wertschöpfung nicht bei den eigentlichen Produzenten entsteht, sondern immer nur dort, wo das Zeugs dann gesoffen oder gefressen oder sonstwie konsumiert wird.

Der Produzent des Liters Whisky macht damit drei Euro. Die Kneipe, in der das Zeug gesoffen wird, macht mit jedem Gläschen mehr als drei Euro Wertschöpfung. Die machen aus dem Liter dreihundert Euro.

Das gilt für den griechischen Ouzo ganz genau so.

Wenn die Griechen zu Geld kommen wollen, dann müssen sie das Zeug ausschenken und saufen und nicht herstellen und abfüllen und exportieren. Jetzt wird da aber von ganz oben eine Politik den Griechen aufgezwungen, wie uns Deutschen übrigens ja auch mit der Exportweltmeisterschaft, mit der die Leute arm bleiben müssen.

Denn das wirkliche große Geld wird mit dem Konsumieren verdient und nicht mit dem Produzieren. Das gilt überall.

holger196967 Oktober 10, 2014 um 15:35

Keynesianer Oktober 10, 2014 um 15:00
Es kommt da noch ein ganz wichtiger Punkt hinzu, der mir unlängst mit dem Scotch Whisky aufgefallen ist:”

Aha… “unlängst” bei einem Malt (Malzbrannt) … :D

Man nennt das wohl auch Handelsspanne oder Marge…

Ja ja, wenn die Preise steigen, haben wir ja auch mehr Waxxdumm :D

ruby Oktober 10, 2014 um 18:15

@ topi

Recht hast`s und im Herdentrieb werden gerade Mises + Hajek zerlegt, mit Vergnügen und etwas Anstrengung
;-)

ruby Oktober 10, 2014 um 18:23

@ Whisky

Lagerflächen und -zeiten sind ein wesentlicher Kostenfaktor für die Händler.
Und die Veränderung des Aromas bei Öffnung und Konsum ist sehr, sehr “individuell” ! Da haben die Ausschenker mit zu kalkulieren – von wegen Dekoration …

ruby Oktober 10, 2014 um 22:36

http://www.youtube.com/watch?v=vKJjSPAzAFA
very, very rare
All Our Friends Cool Again Easy !
Für alle Krauts
;-)

alpe Oktober 13, 2014 um 17:16

Vielen Dank für Eure Antworten @topi, @Keynesianer, @Andreas Kreuz, @Frankie.

@topi: “Jetzt verschreckt mal den alpe nicht gleich. ;-)”

Na so schnell geht das nun auch wieder nicht. :-) Ich bin durchaus für eine robuste Diskussion zu haben, aber erfahrungsgemäß lassen sich robuste Diskussionen besser von Angesicht zu Angesicht führen, Kommunikation ist da einfach reichhaltiger und schneller, so dass des reinen Inhalts nach vielleicht beleidigende oder unsachliche Aussagen zeitgleich durch ein ‘nonverbales Hedging’ relativiert bzw. unmittelbar mit der nächsten Aussage wieder eingefangen werden können. Das ist in rein schriftlichen, asynchronen Diskussionen immer so schrecklich mühsam, weil es Zeit kostet und Energien für das gegenseitige Vorwerfen von Ahnungslosigkeit oder Böswilligkeit bzw. anschließende Heilungsversuche bündelt, die man besser in Sachargumente gesteckt hätte. Und gerade eine Diskussion über die Grundlagen der VWL kann man doch wohl wirklich sachlich führen, wir wollen uns ja nicht gegenseitig die Freundinnen ausspannen, oder? ;-)

Zum Thema: Eine Kernaussage in Eurer Kritik ist ja die, dass der Staat aufgrund der saldenmechanischen Notwendigkeit von “die Schulden des Einen sind das Vermögen des Anderen” letztlich seine Verschuldung nicht zurückführen kann, bzw. nur auf Kosten von zusätzlicher Verschuldung in einem der anderen Sektoren der Volkswirtschaft. Gesamtwirtschaftlich gesehen müsste der Schuldenstand in einer Volkswirtschaft demnach konstant sein und lediglich eine Verschiebung zwischen den Sektoren möglich.

Das stimmt so ja nicht. Ein Nullsummenspiel wäre ja nur für ein System mit gleichbleibender Produktivität bei der Herstellung von Gütern und Dienstleistungen gültig (also ein energetisch konstantes System). In der Realität haben wir aber durch den allgegenwärtigen technischen Fortschritt eine periodische Zunahme der Produktivität in der Güter- und Dienstleistungsproduktion, so dass wir saldenmechanisch gesprochen kein Nullsummenspiel mehr haben, sondern ein Zugewinnspiel. Durch produktivere Arbeit wird bei gleichbleibendem Arbeitseinsatz sozusagen aus dem Nichts neues, zusätzliches Vermögen geschaffen. Am Ende des Tages ist mehr vorhanden, die Bilanzsumme steigt, der Kuchen wird größer – call it what you will. Entscheidend ist, dass sich folglich der Staat c.p. jährlich entschulden kann, ohne dass jemand Anderes neue Schulden aufnehmen muss. (Er kann dies praktisch gesprochen z.B. dadurch tun, dass er die Produktivitätsgewinne wegbesteuert und in die Schuldentilgung steckt).

So viel zur theoretischen Argumentation, für die Praxis wäre mir noch wichtig festzuhalten, dass der enorm hohe Verschuldungsgrad der Staaten sowie die gigantischen ungedeckten Finanzblasen der Privaten heutzutage Systemdestabilisatoren allererster Kategorie darstellen. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es für die Stabilität einer VWL besser ist, wenn die Orte der Wohlstandsentstehung und der Wohlstandsverwendung nicht zu weit und deutlich auseinanderfallen, sprich das Geld dort ausgegeben wird, wo es verdient wird. Im Prinzip sind Konzepte zur Überbrückung von Differenzen in Mittelentstehung und Mittelverwendung wie Kredit und Aktie genial – ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie unsere Wirtschaft aussähe, wenn wir kein Geld verleihen oder anlegen dürften – aber je höher das weltweite Kreditvolumen ist, je mehr Parteien involviert sind und je höher der Vernetzungsgrad dieser Parteien ist, desto fragiler und fehleranfälliger wird das ganze System und desto weitreichender die Fehlerfolgen.

Insofern, @topi, noch mal konkret zu Deinem Punkt:
„Und wenn die Einkommen immer mehr dorthin verteilt werden, wo es keine Ausgabewünsche, sondern Anlagewünsche bzw. Anlagezwang für von Sozialstaatsabbau Gebeutelte (private Rente, private Pflege, private Krankenzusatzversicherungen, Ausbildungsversicherung, etc. pp) gibt?

Dann braucht es zwingend NEUVERSCHULDUNG, sonst gibt es kein geräumtes Sozialprodukt.“

Nein, und wenn Du Dir mal die Sektorenzusammenhänge in einer Volkswirtschaft aufmalst, wird Dir das auch klar. Der Staat hat z.B. die Alternative der höheren Besteuerung seiner Bevölkerung. Außerdem gilt schon rein definitorisch, dass es in einer geschlossenen VWL (nimm im Zweifelsfall die ganze Erde als Bezugspunkt) langfristig gar kein systematisch einseitiges Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage, also ein dauerhaftes Nichträumen des Sozialprodukts, geben kann.

Bitte erlaubt mir noch ein paar Sätze zu Euren weiteren konkreten Punkten:

@Andreas Kreuz:

Ich: „Rettet man die Banken, vermeidet man zwar volkswirtschaftliches Chaos…“

Du: „Das ist nicht mehr, als eine unbewiesene Behauptung,
die ganz vielen
ganz viel Angst machen soll.
Wenn die Banken kollabieren,
sind die Produktionskapazitäten noch da,
die Arbeitskräfte noch da,
die Krankenhäuser und Elektrizitätswerke noch da,
die Autos und Tankstellen noch da,

und alle möchten essen und trinken – und werden es tun.

Chaos herrscht lediglich bei den privaten ehemaligen Guthabensinhabern von mehr als 5stelligen Zahlen auf Kontoauszügen.“

Na ja, der Satz vom Geld als Schmiermittel der Maschine Volkswirtschaft ist ja nicht ganz verkehrt. Wie bitte möchtest Du ohne funktionierendes Geldsystem die realwirtschaftlichen Prozesse einer VWL wie Produktion, Warenvermittlung, Entlohnung der Arbeit etc. organisieren? Das wird ohne Geld nicht funktionieren.

@Keynesianer:

Du: „Der Staat hat aber makroökonomische Zusammenhänge zu beachten: Wenn die privaten Haushalte Geld sparen wollen (im Saldo), dann muss sich jemand dafür verschulden. Entweder das Ausland (Exportüberschüssen durch Lohndumping im gemeinsamen Währungsraum) oder der Staat.

Das wird in diesem Video mit der Saldenmechanik erklärt:
https://www.youtube.com/watch?v=dkCmwyDjHuE

Jetzt würde mich aber interessieren, was in Deinen VWL-Lehrbüchern zu dem Thema ausgeführt wurde.

Nichts? Warum wohl? “

Vielen Dank für das Video. Leider muss ich Dich aber enttäuschen. Diese mathematisch-logischen Zusammenhänge im Sektorenmodell der Volkswirtschaft stehen (das behaupte ich jetzt mal) in jedem auch nur halbwegs vernünftigen Grundlagenbuch der VWL. In meinem jedenfalls war das Sparparadoxon (darauf läuft ja Deine Argumentation hinaus) eines der ersten volkswirtschaftlichen Phänomene, die vorgestellt wurden (direkt nach dem IS-Gleichgewicht).

@Frankie:

Du: „1. Sind ausreichend Rückflüsse zu erwarten, dass die Geldhingabe auch amortisiert wird?
2. Sind womöglich soviel Rückflüsse zu erwarten, dass die Geldhingabe sogar überamortisiert wird?
Wenn ich so zurückdenke, waren dies immer die einzigen entscheidungrelevanten Gedanken bei Investitionsentscheidungen.
[…]
Würde ich jetzt in Griechenland investieren? Sagen wir mal in eine Kette von Autowaschanlagen, oder in eine Bierabfüllerei, oder in eine Verkaufsmall, oder in ein Werk für Sänitatszubehör für den griechischen Markt , oder Verkaufsniederlassungen für Miederware, Babynahrung, Lebensversicherungen usw. ?
Eher nicht, denn , wie wir alle wissen, die Griechen haben kein Geld – die Rückflusserwartung ist getrübt.“

Ich folge Deiner Argumentation, aber was bedeutet für Dich „Rückflusserwartung“? Welche Kriterien gehen da ein? Was Du jetzt letztlich gemacht hast ist, dass Du mein Entscheidungskriterium „Neuverschuldung“ durch Dein Kriterium „Rückflusserwartung“ ersetzt hast. Das ist linguistisch so erst einmal unbefriedigend, da beide Zeichenketten theoretisch auf denselben Bedeutungsinhalt verweisen könnten. Bitte füll also die Rückflusserwartung doch mal mit Leben. Wonach richtet die sich denn bei einer Investition in, sagen wir, eine Bierabfüllanlage in Griechenland? Ginge z.B. Griechenlands Neuverschuldungsgrad für Dich da auch ein?

Damit streiche ich einmal mehr für heute die Segel. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Diskussion! :-)

Keynesianer Oktober 13, 2014 um 18:57

@alpe

In meinem jedenfalls war das Sparparadoxon (darauf läuft ja Deine Argumentation hinaus) eines der ersten volkswirtschaftlichen Phänomene, die vorgestellt wurden (direkt nach dem IS-Gleichgewicht).

Und was hast Du daran jetzt nicht verstanden, wenn Du wieder behauptest:

Außerdem gilt schon rein definitorisch, dass es in einer geschlossenen VWL (nimm im Zweifelsfall die ganze Erde als Bezugspunkt) langfristig gar kein systematisch einseitiges Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage, also ein dauerhaftes Nichträumen des Sozialprodukts, geben kann.

Damit wir uns richtig verstehen: Es wird immer nur so viel produziert, wie sich verkaufen lässt. Die Nachfrage bestimmt also die Produktion und die Produktion schafft immer ein dafür ausreichendes Einkommen. Das Gewäsch der VWL über ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage ist darum Dummenfang.

Es geht immer um eine für das Produktionspotenzial nicht ausreichende Nachfrage. Es kann ein dauerhaftes Nichträumen des potenziell viel größeren Sozialprodukts geben, weil die Haushalte alle Geld sparen und sich nicht verschulden wollen. Sie kaufen sich also ihre potenziellen Leistungen nicht gegenseitig ab.

In einem der bekanntesten Lehrbücher von Blanchard/Illing kommt das Sparparadoxon übrigens nicht vor, dafür ist die Investition immer gleich der privaten Ersparnis :) (S. 336). Aber ich kann nicht alle Lehrbücher kennen.

Würde das Sparparadoxon in den Lehrbüchern richtig dargestellt, dann wäre jedem Studenten klar, wie es zu den Krisen kommt und wie man sie sofort beenden kann: Einfach mit dem Sparen aufhören!

Das hat aber noch keiner verstanden. ;)

ruby Oktober 13, 2014 um 19:02

Werner an den Tasten einläutend wie ein Hohepriester der Rockmusik, am Ende fading stillness…
http://www.youtube.com/watch?v=jGEda8VNgs8
in Erinnerung an Richard Wright und das kommende Pink Floyd Album
;-)

Keynesianer Oktober 13, 2014 um 19:06

@alpe

Entscheidend ist, dass sich folglich der Staat c.p. jährlich entschulden kann, ohne dass jemand Anderes neue Schulden aufnehmen muss. (Er kann dies praktisch gesprochen z.B. dadurch tun, dass er die Produktivitätsgewinne wegbesteuert und in die Schuldentilgung steckt).

Wenn der Staat den Haushalten ihren Produktivitätsanstieg weg besteuert, dann müssen die Haushalte sich verschulden, um die Güter aus diesem Produktivitätsanstieg zu konsumieren. Der Staat zahlt seine Schulden durch Nachschuldner.

Die einzige Möglichkeit, dass die Verschuldung ohne Nachschuldner getilgt wird, wäre der Abbau der Geldvermögen durch einen Ausgabenüberschuss der Gläubiger. ;)

ruby Oktober 13, 2014 um 19:31

@ Keinsinnianer
drehst richtig auf im Herdentrieb ;-)
der Kaspar sollte mal das Jahr 1923 beim Artikel zum Lohndumping und Deflation beachten!

Frankie (f.k.a.B.) Oktober 13, 2014 um 20:08

@alpe

Warum “Rückflusserwartung” synonym mit “Neuverschuldung” sein soll erschliesst sich mir nicht.
Aber vielleicht ist auch meine Wortwahl missverständlich.

Andere Worte: als Investor interessiert der ROI (return on investment) auf meine Investition , sonst nix. Und im Falle einer Bierabfüllung sind das die Umsätze , die aus der Abfüllung generiert werden können. Und die kommen , wenn der Grieche säuft und dafür Geld ausgibt.
Das wollte ich sagen.

Frankie (f.k.a.B.) Oktober 13, 2014 um 20:15

@alpe

Warum “Rückflusserwartung” synonym mit “Neuverschuldung” sein soll erschliesst sich mir nicht.
Aber vielleicht ist auch meine Wortwahl missverständlich.

Andere Worte: als Investor interessiert der ROI (return on investment) auf meine Investition , sonst nix. Und im Falle einer Bierabfüllung sind das die Umsätze , die aus der Abfüllung generiert werden können. Und die kommen , wenn der Grieche säuft und dafür Geld ausgibt.
Das wollte ich sagen.

Für den grösseren Zusammenhang heisst dies: ohne ROI-Erwartung ( Grieche säuft nur Selbstgebranntes, weil er sparen muss und ihm gesagt wird, dass er das auch noch die nächsten 15 Jahre machen muss ), dann unterbleibt die Investition. Aber nur Investitionen bringen ausreichend Arbeitsplätze bzw. den Optimismus zum – hoffentlich noch nicht erblindeten – Pichler , so dass er auch wieder was kauft, und deshalb den Investor optimistsicher bez. seiner Investition macht.

Herrgott, muss man denn hier wieder bei 0 anfangen?

Andreas Kreuz Oktober 13, 2014 um 21:14

@alpe Oktober 13, 2014 um 17:16

So, wie dei Tankstellen noch da sind,
ist auch die Infrastruktur für den Zahlungsverkehr noch da.

Es ist lediglich eine politische Entscheidung nötig,
diese notwendigen Funktionen in der Insolvenz
und über die Insolvenz hinaus weiter zu führen.

someone Oktober 14, 2014 um 06:56

Ein “extremistischer” Text aus Russland:
http://euromaidanpress.com/2014/10/13/if-russia-isnt-the-west-then-what-is-she-full-text-of-article-accused-of-extremism-and-censored-in-russia/

(der novaya gazeta entnommen)
Und währenddessen darf Dugin weiter seine fünfte poltitische Theorie verbreiten und so widerliche Seiten wie Sputnikipogrom haben auch keine Probleme. Die Gesellschaft dort kippt und der Kreml unterstützt diese Entwicklung.

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