Was der Streik der GDL mit Sozialpartnerschaft zu tun hat

by f.luebberding on 5. November 2014

In diesen Tagen könnte der Bundespräsident seiner Rolle gerecht werden. Dafür muss er sich nicht in die Tagespolitik einmischen, sondern er könnte die Gelegenheit nutzen, um einige Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in das Bewusstsein zu rufen. Etwa über den Sinn der Sozialpartnerschaft, der in der wechselseitigen Anerkennung konkurrierender Interessen in der deutschen Wirtschaftsordnung zu finden ist. Sozialpartnerschaft bedeutete eben nicht Unterordnung, schon gar nicht Konfliktlosigkeit, sondern war ein Modell zur Streitschlichtung gewesen. Damit könnte der Bundespräsident zugleich deutlich machen, was bei der Deutschen Bahn nicht mehr funktioniert. Stattdessen werden Teile der Medien in den kommenden Tagen jenen hysterischen Tonfall anstimmen, der gestern und heute schon überall zu lesen gewesen ist.

Da spricht ein Tagesschau-Kommentar von einem “pervertierten Streikrecht“. Im Handelsblatt wird der Streik als “Stehlen eines  Grundrechts” gebrandmarkt. Der Focus und die Bild liefern ansonsten den empirischen Nachweis für die These des Vorsitzenden der GDL, Claus Weselsky, von einer medialen Rufmordkampagne. Die Politik, mittelbar als Bahn-Eigentümer Konfliktpartei, lässt ebenfalls kein gutes Haar an der GDL. Wobei deren Aussagen im Vergleich zu dem, was sonst noch zu lesen ist, eher von Zurückhaltung geprägt ist. Mittlerweile fordert sie daher auch einen Schlichter oder Vermittler, der in dieser tarifpolitischen Sackgasse die Wende einleiten soll. Diese Forderung ist zwar nachvollziehbar. Nur muss der Schlichter vorher jenen Trümmerhaufen beseitigen, den die Politik selbst hinterlassen hat. Der vollständige Vertrauensverlust in das deutsche Tarifsystem, wie es bei der Bahn und der Lufthansa zu beobachten ist, war nämlich nicht vom Himmel gefallen.

Man erinnert sich ja noch an die Debatten ab der Jahrhundertwende. An die Polemik gegen Flächentarifverträge und sogenannte Tarifkartelle, die zu angeblichen Hemmschuhen auf dem Arbeitsmarkt geworden waren. Die frühere Verbindlichkeit der Sozialpartnerschaft wurde nur noch als Störfaktor begriffen. An dessen Stelle sollten Wettbewerbsmodelle treten, um sogenannte Besitzstände von Arbeitnehmern zur Disposition zu stellen. Alle Warnungen vor englischen Verhältnissen, wo Berufsgewerkschaften und Häuserkämpfe in einzelnen Betrieben jede unternehmerische Planungssicherheit zerstört hatten, blieben ungehört. Stattdessen setzte man auf die Prekarisierung des Arbeitsmarktes und die Zerstörung solidarischer Kooperationsmodelle. Einige Arbeitgeberverbänden schlossen sogar mit den “gelben Gewerkschaften” wie dem CGB Tarifverträge ab, um das Lohnniveau dauerhaft zu senken. Politik und Arbeitgeber taten so alles, um die Gewerkschaften zu schwächen und auf diese Weise zu Kompromissen zu ihren Gunsten zu zwingen.

Jens Berger hat auf den Nachdenkseiten dokumentiert, welche Folgen diese Politik für die Bahn AG hatte. Die fixe Idee, die Bahn nicht mehr als staatliche Daseinsvorsorge zu betrachten, sondern auf dem Kapitalmarkt zu verscherbeln, sollte durch eine dauerhafte Senkung der Einkommen der Arbeitnehmer durchgesetzt werden. Diese Strategie zugunsten der Kapitalseite erzeugte erst den Widerstand der Lokführer in der GDL. Sie reagierten damit auf die Kündigung des angeblich überholten Sozialmodells. Die Debatte der Jahres 2007 und 2008 könnte man daher umstandslos auf heute übertragen. Das gilt für die Konkurrenzsituation bei den Gewerkschaften, wie auch für die Kritik an der Spartengewerkschaft. Welche Rückschlüsse Weselsky aus den damaligen Streiks allerdings ziehen musste, kann man auf Spiegel online in einem Interview vom November 2007 ebenfalls nachlesen.

“SPIEGEL ONLINE: Die GDL hat aber schon mehrfach gestreikt und damit nichts erreicht.

Macioszek: Sie hat bisher nur wenige Tage gestreikt, also kaum Beeinträchtigung ausgelöst. Sie hat die Streiktage angekündigt, ihnen also einen Teil der Wirkung genommen. Schließlich hat sie der Bahn drei Ultimaten gestellt, was immer einem Hilfeschrei gleichkommt: “Gib mir einen Grund, nicht streiken zu müssen.” Und dann hat Herr Schell seine Forderung in einem Schritt um zwei Drittel gesenkt, von 31 Prozent auf “10 bis 15 Prozent” Ein solider Vertreter seiner Profession wäre unter sichtlichen Qualen von 31 auf 30 Prozent heruntergegangen.

SPIEGEL ONLINE: Die Bahn stellt sich geschickter an?

Macioszek: Sie hat ihre Strategie bisher konsequent verfolgt, die GDL durch Nichtstun zu zermürben, bis der die Puste ausgeht. Gleichzeitig buhlt die Bahn geschickt um die Sympathien der Öffentlichkeit. Die schauspielerische Leistung der Personalchefin Margret Suckale wird mit jedem Fernsehauftritt besser. Bald werden ihr viele glauben, dass es sich bei der Bahn um eine karitative Organisation handelt. Sie legt ständig neue Angebote vor, verändert aber ihre Position in der Sache kein bisschen.”

Am Ende sollte sich die GDL durchsetzen, obwohl Macioszek etwas anderes progostizierte. Manfred Schell, Vorgänger des heutigen GDL-Vorsitzenden, wird zwar heute bisweilen als Kronzeuge gegen Weselsky aufgeführt. Aber er war 2007 nicht unumstritten gewesen. Schell fuhr sogar mitten in der Streikbewegung zur Kur – und überließ seinem damaligen Stellvertreter namens Weselsky die Verhandlungen. Die GDL konnte aus der damaligen Erfahrung nur eines lernen: Am Ende wird die Bahn den eigenständigen Tarifvertrag akzeptieren und frühzeitige Kompromissbereitschaft durch Verzicht auf Kampfmaßnahmen wird nicht belohnt.

Die GDL hat somit aus ihrer eigenen Organisationsgeschichte die Erfahrung machen müssen, dass sich das Vertrauen in die Redlichkeit von Politik und Bahn-Vorstand nicht lohnt. Obwohl die damals geäußerte Warnung vor einem Scheitern der Bahn-Verscherbelung auf den Kapitalmärkten wohl niemand mehr formulierte. Aber deren Ziel letztlich immer noch in der Demontage der eigenen Organisation liegt und beide dieses Interesse mit der Konkurrenz von der EVG teilen. Diese Annahme ist geblieben. Ein Schlichter wird also erst das herstellen müssen, was seit der Umwandlung der Bahn in eine Kapitalgesellschaft im Jahr 1994 verloren gegangen ist: Das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit einer Sozialpartnerschaft, wie es in der Sozialen Marktwirtschaft etwa von den Arbeitgebern regelmäßig beschworen wird. Mit Polemik wird man das aber nicht herstellen.

Beim Streik in den kommenden Tagen dürfen Politik und Medien aber darüber nachdenken, welchen Anteil an diesen Vertrauensverlust sie eigentlich  haben. Ansonsten gibt es keinen Grund zur Beschwerde: Sie bekommen jetzt das, was sie schon vor Jahren angepriesen haben, wenn auch anders als gedacht. Falls sich der Bundespräsident auf seine eigentliche Rolle zurückbesinnen sollte, hier noch ein paar Tipps zur einführenden Lektüre. “Aus Politik und Zeitgeschichte”. Außerdem der Leitartikel von Dietrich Creutzburg gestern in der FAZ zur Tarifeinheit sowie Stefan Sauer im Kölner Stadtanzeiger über die Grenzen einer Konfliktstrategie der GDL.

{ 80 comments }

15 November 5, 2014 um 14:45

Ja, Vertrauensverlust scheint das Credo der neoliberalen Bagage (des Gepäcks) zu sein. Nehmt die Streikenden weiter ins (mediale) Kreuzfeuer. Irgendwann darf jeder Re(d)aktionär (in seiner persönlichen Freiheit) mal auf sie drauftreten/spucken. Nur weiter so…

ansonsten ein Lächeln…

(den Artikel hast du jetzt aber von holger geklaut….ok die Petersiliengarnierung ist von dir, frank)

Doktor D November 5, 2014 um 15:05

Danke! Danke! Danke! und AMEN!
Off topic: Dass @FL nicht der Star-Kolumnist der FAZ bist, spricht sehr ernsthaft gegen deren Chefred.

Frankie (f.k.a.B.) November 5, 2014 um 15:27

@Lübberding

Schells GDL hat seinerzeit für 31% mehr Lohn gestreikt.
Weselskys GDL streikt jetzt nochmal genau wofür?

Dipfele November 5, 2014 um 15:43

>Die GDL hat somit aus ihrer eigenen Organisationsgeschichte die Erfahrung machen müssen, dass sich das Vertrauen in die Redlichkeit von Politik und Bahn-Vorstand nicht lohnt.

Randnotiz: Das gilt nicht nur für die GdL bezüglich des Sozial(staats)modells: wenn ein Arbeitnehmer mit einem Durchschnittseinkommen von 2900 € 2030 in Rente geht, bekommt er für 31,5 Arbeitsjahre eine marktkonformer Altersversorgung in Höhe der Grundsicherung (Hartz-IV-Niveau).

http://www.nachdenkseiten.de/?p=23832#h08

Jens November 5, 2014 um 15:56

Proleten nehmen Systemrelevanz für sich in Anspruch-das darf nicht sein
Gruß, Jens

Walth November 5, 2014 um 17:56

Danke für die sehr gute Analyse.

Hatte heute die fragwürdige Freude die Berichterstattung in SWR3 zum bevorstehenden Streik mit zu verfolgen. Damit könnte ich nun Seiten füllen… aber zusammengefasst: ohne diese zwei Dinge vergleichen zu wollen, habe ich einen gewissen Eindruck bekommen wie in früherer faschistischer Zeit Radiosender gegen gewisse Minderheiten vorgegangen sind. Da kommt der Volkszorn in übelster Art zu Wort. In Form vorgelesener Mails/SMS; da gibt es die “Fachleute” die darlegen, das der GDL-Vorsitzende auf einem Egotripp sei oder wie die Wirtschaft massiv geschädigt wird (das geht schon gar nicht. “Die Räder müssen rollen für den Sieg!”). Und natürlich die satirische Einlage in der der väterliche Bahnvorstand Drei-Wochen-Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich bietet und der sechsjährige GDL-Vertreter aber eine Playstation 5 fordert…. von der Darlegung von Gründen, von Analyse keine Spur.

….schröcklich.

Bladnoch1971 November 5, 2014 um 18:23

@Luebberding
Mal abgesehen davon das ich durchaus glaube, das Herr Weselsky auf dem Egotrip ist, stimme ich Ihrer Auffassung zu, dass man jetzt die Quittung kriegt für das Aufbrechen der Flächentarifverträge. Das lässt dann halt eben Raum für Chefs von Spartengewerkschaften mit überzogenen Ego. Insoweit wird die Politik und die Wirtschaft die Geister nicht mehr los die sie einst rief…….was eine gewisse klammheimliche Freude bei mir auslöst.
(Die ich mir auch leisten kann, ich wohne in der bayerischen Landeshauptstadt im U-Bahnbereich und die streiken bekanntlich nicht…….)

15 November 5, 2014 um 18:29

Anneliese? – Wir sehen das Schauspiel streikender Russen vs. anständiger (auf Wachstumspfad befindlicher) Ukrainer..

(nun darf aber wieder jeder selber entscheiden, wer den vogel abgeschossen hat)

Hauke November 5, 2014 um 19:34

@Frankie (f.k.a.B.)
“Weselskys GDL streikt jetzt nochmal genau wofür?”

Sie streikt für den Erhalt des Grundgesetzes. In der GDL sind auch Zugbegleiter gewerkschaftlich organisiert. Die DB weigert sich, die Zuständigkeit der GDL für diese gewerkschaftlich organisierten Zugbegleiter anzuerkennen. Sie spricht der GDL das Recht ab, ihre Mitglieder zu vertreten, während sich die Politik darüber Gedanken macht, wie sie das Grundrecht per Gesetz einschränken kann (gesetzlich vorgegebene Tarifeinheit).

Mich wundert, dass in dieser ganzen Debatte in den Medien an keiner Stelle die unrühmliche Vergangenheit von Transnet erwähnt wird, die passive Rolle bei der Privatisierung, der Kuschelkurs mit der DB bei Lohnverhandlungen um die Braut für den Kapitalmarkt hübsch zu machen, die Gratifikationen für Transnet-Mitglieder, die Bonuszahlungen für Transnet-Betriebsräte und das Personalkarusell von Transnetspitzenfunktionären mit der DB.

Die DB macht mehrfach versucht, das Streikrecht der GDL im Rechtsverfahren einzuschränken. Da das nicht funktioniert hat, bzw. Gerichte höherer Instanz Urteile gegen die GDL wieder gekippt haben, versucht es die DB nun auf diesem Wege. Weselsky ist derzeit “das Arschloch” der Republik. Er bekommt Druck aus der Politik, Druck vom DGB, wo die EVG (Nachfolgeorganisation von Transnet und der “kleinen” GDBA) organisiert ist, Druck aus der Wirtschaft, Druck von der Bevölkerung, Druck von den Medien. Weselskys Job möchte ich derzeit nicht machen und egal was er bekommt, es ist zu wenig. Denn, einer muss es machen. Irgendjemand muss da draußen für das Grundgesetz stehen. Und Gauck hat ja andere Dinge zu tun…

Hauke November 5, 2014 um 19:35

Mein Kommentar erwartet eine Moderation. Womit habe ich mir diese Zuwendung verdient?

Hauke November 5, 2014 um 19:35

@Frankie (f.k.a.B.)
“Weselskys GDL streikt jetzt nochmal genau wofür?”

Sie streikt für den Erhalt des Grundgesetzes. In der GDL sind auch Zugbegleiter gewerkschaftlich organisiert. Die DB weigert sich, die Zuständigkeit der GDL für diese gewerkschaftlich organisierten Zugbegleiter anzuerkennen. Sie spricht der GDL das Recht ab, ihre Mitglieder zu vertreten, während sich die Politik darüber Gedanken macht, wie sie das Grundrecht per Gesetz einschränken kann (gesetzlich vorgegebene Tarifeinheit).

Mich wundert, dass in dieser ganzen Debatte in den Medien an keiner Stelle die unrühmliche Vergangenheit von Transnet erwähnt wird, die passive Rolle bei der Privatisierung, der Kuschelkurs mit der DB bei Lohnverhandlungen um die Braut für den Kapitalmarkt hübsch zu machen, die Gratifikationen für Transnet-Mitglieder, die Bonuszahlungen für Transnet-Betriebsräte und das Personalkarusell von Transnetspitzenfunktionären mit der DB.

Die DB macht mehrfach versucht, das Streikrecht der GDL im Rechtsverfahren einzuschränken. Da das nicht funktioniert hat, bzw. Gerichte höherer Instanz Urteile gegen die GDL wieder gekippt haben, versucht es die DB nun auf diesem Wege. Weselsky ist derzeit “das Arschloch” der Republik. Er bekommt Druck aus der Politik, Druck vom DGB, wo die EVG (Nachfolgeorganisation von Transnet und der “kleinen” GDBA) organisiert ist, Druck aus der Wirtschaft, Druck von der Bevölkerung, Druck von den Medien. Weselskys Job möchte ich derzeit nicht machen und egal was er bekommt, es ist zu wenig. Denn, einer muss es machen. Irgendjemand muss da draußen für das Grundgesetz stehen. Und Gauck hat ja andere Dinge zu tun…

Hauke November 5, 2014 um 20:05

Zum Hintergrund (Transnet, GDBA, EVG, GDL) auch hier:

Jackle November 5, 2014 um 20:13

“Stuttgart – Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat den sofortigen Rücktritt von GDL-Chef Horst Weselsky gefordert. Der Vorsitzende der Lokführer-Gewerkschaft wolle „mit der Brechstange“ seine Interessen durchsetzen, sagte Hück am Mittwoch in Stuttgart. „Es geht ihm eigentlich nicht um die Interessen der Lokführer, die er dafür vor seinen Karren spannt. Er will in Wahrheit nur seine Macht als Chef der GDL vergrößern.“

Dafür nehme Weselsky Millionen von Bahnkunden in Geiselhaft und bringe „mit seinem egoistischen Kurs“ die ganze Tarifautonomie in Verruf. „Wenn er weiter macht, richtet er nicht hinnehmbare Kollateralschäden in Wirtschaft und Gesellschaft an“, sagte Hück. „Wir brauchen keine selbstgefälligen Rambos.“

Hück tritt für die Tarifeinheit in Deutschland ein: „Sie ist unser Ordnungsfaktor in der Wirtschaft.“ Das Streikrecht sei ein erkämpftes Freiheitsrecht. „Aber es ist kein Freibrief zur Durchsetzung egoistischer Interessen einzelner Berufsgruppen“.”
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.porsche-betriebsrat-zu-streik-hueck-fordert-gdl-chef-weselsky-zum-ruecktritt-auf.e5afc99b-f46f-458f-a058-90c64bf1643a.html

Unglaublich. Da fällt einem wirklich nichts mehr zu ein. Der Porsche Betriebsratschef kämpft für die Deutsche Bahn, den Staat, für das Lohndumping, um zu erreichen, dass “kein Freibrief zur Durchsetzung egoistischer Interessen einzelner Berufsgruppen” ausgestellt wird.

Verdammte Hacke, laufen eigentlich nur noch völlig Schwachsinnsdebatten? Sperrt den Weselsky endlich ein. Schutzhaft. Die Züge müssen rollen. Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt!

f.luebberding f.luebberding November 5, 2014 um 20:27

Hauke

Gute Frage nach der Zuwendung. Keine Ahnung.

gelegentlich November 5, 2014 um 20:30

Nach der Nachrichtenwert-Hypothese müßten jetzt einige Printmedien den Weselsky zu einer Art Hero Robin Hood hochzustilisieren versuchen. Ein heldenhafter Kampf nicht gegen Goliath, nein, gegen eine Phalanx von Goliathiden. Tut vielen von uns im Alltag weh, der Kampf, aber er ist ja für unser Grundgesetz.
Das ist schon deshalb unausweichlich, weil fast alle Blätter gegen Weselsky schreiben und eine distinkte Marke somit leicht darzustellen wäre.
Und jetzt schauen wir mal was der Markt, über dessen Existenz und Reichweite wir hier so gestritten haben, tut. Unsichtbare Hand, ok, kein Problem, wir betrachten jetzt das Ergebnis.

f.luebberding f.luebberding November 5, 2014 um 20:31

Hauke

Der Kommentar ist so gut: Den kann man auch zweimal lesen.

topi November 5, 2014 um 20:46

“In diesen Tagen könnte der Bundespräsident seiner Rolle gerecht werden. ”

Die Rolle des Bundespräsidenten haben wir doch gerade erst als neuartigen Hofnarren herausgearbeitet, oder?

Sollte er sich also hinstellen und erzählen, lauteschlagend;

es war ein mal ein Land am Rhein, nach einer großen Katastrophe, da fand sich eine Regierung, die traute sich nicht mehr, den Fürsten Fabrikanten und Finanzern alles zukommen zu lassen, sondern organisierte auch für Kreti und Pleti immer mehr Brocken vom wachsenden Kuchen. Das Land blühte gar wunderbar.
Sogar die regierungslichen Fachberater, noch Sozialökonomen genannt, fanden das gut.

Aber das konnte nicht so weiter gehen. Weil die Chinesen gekommen sind. Kreti durfte noch ordentliche Brocken kriegen, wenn er nur doppelt so lange und dreimal so intensiv malochte. Aber Pleti, nee, für den reichts ja nun wirklich nicht mehr.

Da hatte ein Genius die Idee: der Kreti und der Pleti sind ja in einer Organisation, mit ordentlicher Macht ausgestattet; bringen wir sie auseinander, dann können wir Pleti richtig runterdrücken, und auch Kreti wird sich dreimal überlegen, ob er nochmal das Maul aufreißt.

Da dreht man ein wenig an den Gesetzen (ja ja die Richter, unabhängig bis zum Golfplatz :roll: ), und schwupps, gibt’s neue Organisationen für Pleti. Nennen wir sie christlich, ja, das hat schon Teebeutel-Flair.

Die Freiheit erreichte neue Höhenflüge, statt für 12 durfte man endlich auch für 5 Taler malochen.

Ja so war das, liebe Leute.

Andreas Kreuz November 5, 2014 um 20:59

Man kann nur noch rufen:

“Halt aus, Weselsky, Du bist im Recht und nicht allein.”

ruby November 5, 2014 um 21:18

Die Tarifautonomie des Grundgesetzes wird dessen Bekämpfer schon noch locker drehen :
https://www.youtube.com/watch?v=Tthd7LJPfmE
aus den 80ern…
für Weselsky und Co.

Dipfele November 5, 2014 um 22:33

Die SPD und so manche DGB-Gewerkschaft sollte mal ins Archiv der FES schauen. Das waren noch Zeiten:

http://library.fes.de/gmh/main/pdf-files/gmh/1954/1954-05-a-258.pdf

wowy November 5, 2014 um 22:38

@Frankie
Hier findest du einen ganz ganz guten Überblick, worum es geht:
http://web.de/magazine/wirtschaft/rekordstreik-gdl/deutsche-bahn-gdl-schuld-rekordstreik-30189722

Andreas Kreuz November 5, 2014 um 22:57

So, dem Ehring im NDR mit extra3 habe ich nun die Leitung gekappt.
Und wenn er noch mal in der heute-show auftaucht,
bleibt die auch auf der schwarzen Liste.
So ein ArXXXloch braucht kein Mensch.

Frankie (f.k.a.B.) November 5, 2014 um 23:28

@Hauke und @wowy

Danke für die Infos.
Vermutlich liegt im Sterikgegenstand auch das Problem. Es ist nicht vermittelbar, deshalb können die einschlägigen Medien die GDL sehr leicht desavouieren.

Auch ich habe Probleme damit, denn ich glaube nicht dass man für “das Grundgesetz” streiken kann; zumindest eine Gewerkschaft kann das nicht. Eine Gewerkschaft streikt für die Interessen ihrer Mitglieder, das ist darstellbar.
Es ist in der Tat so, der Kampf “um das Grundgesetz” muss auf anderer Ebene stattfinden, er kann nicht von einer Gewerkschaft ausgefochten wird, weil die immer unter dem Generalvorbehalt der Arbeitnehmerinteressen steht. Das versteht keiner.

ruby November 5, 2014 um 23:28
Wilma November 5, 2014 um 23:37

FAZ
“Die Zugbegleiter wiederum werden bislang von der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Diese ist Mitglied im DGB und bekam von DGB-Chef Hoffmann Unterstützung signalisiert.”

Dieser Reiner Hoffmann, neuer DGB-Chef, ist doch voll auf Linie mit der DB.
Dieser Reiner Hoffmann, das trojanische Pferd der EU, wo er in Brüssel die letzten Jahre 15 Jahre arbeitete, hat Gabriel beim letzten Parteitag argumentative Hilfe zum Freihandelsabkommen zukommen lassen.
Dieser Reiner Hoffmann, ein Gewerkschaftsbonze, wie er schlimmer nicht sein könnte.

wowy November 6, 2014 um 00:16

@Frankie
Ich verstehe, was du meinst, aber es geht faktisch um das Recht einen Tarifvertrag abschliessen zu ?önnen.

Folkher Braun November 6, 2014 um 01:36

Der Hück ist ein Vollpfosten. Wie Bsirske hat er die Hose voll, dass statt Kuschel-Gewerkschaft jetzt wieder Arbeitskampf angesagt ist. O.k.: bei Porsche ist der nicht nötig, solange es genügend Idioten gibt, die diese unpraktischen überteuerten Fahrzeuge kaufen.

Bladnoch1971 November 6, 2014 um 07:14

Jetzt bin ich platt. Ausgerechnet Marc Beise von der SZ verteidigt (ein bisschen zumindest) die kleinen Gewerkschaften:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verteidigung-der-lokfuehrer-ein-herz-fuer-die-kleinen-1.2205912
Auf manche Verbündete kann man eher verzichten.

The Real Slim Shady November 6, 2014 um 09:04

Guys, ihr könnt es drehen und wenden wie ihr wollt: Flexibilisierung der Arbeit war und ist ein Thema, das sich weder die Gewerkschaften, noch die Politik, noch die Arbeitgeber für sich und allein im stillen Kämmerlein ausgedacht haben, und bei dem es auch nicht um “Schwächung der Gewerkschaften” und ähnlich zweifelhafte Motive ging, sondern aus der jeweiligen Perspektive der einzelnen Parteien um Dinge wie Wettbewerbsfähigkeit, Jobsicherheit, höhere Einkommenszuwächse oder kurz: relativ besseres Fortkommen als bis dahin. Alle waren mit dabei weil jeder dachte, und denkt es vielleicht auch noch heute, er werde “Gewinner” dieser Veränderung. Wo Gewinner da natürlich auch Verlierer, aber die kamen und kommen leider nicht zu Wort. Die Facts liegen vor und sind überzeugend: die deutsche Arbeitsproduktivität lief der übrigen Welt (mit Ausnahme einiger Zwergstaaten wie zB Irland) davon, die deutsche Wirtschaft brummte, die Beschäftigung stieg auf Rekordniveau, im Bundeshaushalt fast kein Defizit mehr.

Ist das nicht exakt, was alle, alle, alle immer wollten? Dann wird man doch so ein bisschen Streik ab und an wohl in Kauf nehmen können, oder?

The Real Slim Shady November 6, 2014 um 09:14

Es ist übrigens erfrischend mit anzusehen, wie sich die bloggenden Jungs und Mädchens in Deutschland an musealen Artefakten wie “Sozialpartnerschaft” und “Tarifeinheit” ergötzen, während die Japaner und Chinesen drauf und dran sind, die westliche Welt und Deutschland insbesondere mit Deflation zu überziehen.

petervonkloss November 6, 2014 um 09:30

die westliche Welt und Deutschland, großartig.

petervonkloss November 6, 2014 um 09:33

dafür einen Rammstein

Die Guten und die Bösen, und der großartige Streik…….bitte 2 Wochen!

http://www.youtube.com/watch?v=XbZfeCmmkac

Frankie (f.k.a.B.) November 6, 2014 um 10:04

@trss

“die deutsche Arbeitsproduktivität lief der übrigen Welt davon, die deutsche Wirtschaft brummte, die Beschäftigung stieg auf Rekordniveau, im Bundeshaushalt fast kein Defizit mehr.
Ist das nicht exakt, was alle, alle, alle immer wollten?”

Ja, aber es passierte aus den falschen Gründen! :-)

Doktor D November 6, 2014 um 10:08

Vor ‘ner Stunde erstmals den neuen DGB Chef im Deutschlandfunk gehört. Ja, mit so nem glattgelutschten Schleimbeutel würde ich als Bahnvorstand auch lieber “verhandeln”. Flugs nen schönen Posten angeboten und die Sache ist geritzt.
Zu Hück: Die Knallcharge lässt sich mit fetten Posten bestechen und tut absolut nichts dagegen, dass VW / Porsche ein Unternehmensteil nach dem anderen aus still und leise aus dem Tarif entfernt. So lange es nur doofe Tussis sind, die für Hygiene und Küche zuständig sind, juckt’s ja auch niemand. Aber ganz langsam näheren sich die kalten Finger des ernsthaften Kapitalismus auch den Kernbereichen.

Doktor D November 6, 2014 um 10:14

@FfkaB: Hier pfrimmelt jemand auseinander, um was es rechtlich geht – und das die Bahn eine Gesetz des Bundesarbeitsgerichts ignorieren möchte. Unter tätiger Beihilfe der EVG, formerly known as Transnet.

Bruchmüller November 6, 2014 um 10:22

Ist der Streik dieses …dieses machthungrigen sächsischen Lokführers (man kann inzwischen in der Qualitätspresse nachlesen, wo genau der Kerl wohnt), – ist sein Streik nun ein Wirtschaftsthema oder eines der Politik? Oder gar ein Thema, wo beide Funktionssysteme einander unsittlich berühren?

Nun kommt der reale Slimshady vorbei, sagt was zum Streik und redet von Deflation. Was ist denn das für eine Art von Verknüpfung? Da könnte doch allenfalls, wenn überhaupt einer, der @ Keynesianer so tun, als ob er das versteht. Was ist das überhaupt, Deflation? Hat Deflation etwa eine vergleichbare Tragweite zu dem, was Gauck zu Thüringen gesagt hat?

karla November 6, 2014 um 10:30

wowy November 6, 2014 um 00:16

” @Frankie
Ich verstehe, was du meinst, aber es geht faktisch um das Recht einen Tarifvertrag abschliessen zu ?önnen.”

Ein anderer Aspekt zu den DGB-Gew.:
Sie vertreten zu ihren TV immer den Standpunkt, dass ihre TV nur für ihre Mitglieder gelten. Dass die DGB-Gew. in nicht wenigen Bereichen nur Minderheiten vertreten in welchen dann auch mal andere Verbände Verträge für nicht in den DGB-Gew. organisierten Arbeitnehmer abschließen ärgert sie natürlich. Ob die DGB-Gew. vielleicht auch zu diesen Zuständen beigetragen haben wird dort kaum hinterfragt.

Doktor D November 6, 2014 um 10:32

Und zur schweren Vermittelbarkeit des Streikgrundes der GdL: Wenn Dominique Schmidt im Freitag als unbezahlte Bloggerin die Zusammenhänge erklären kann sowie Hardy hier, erwarte ich das von “Qualitätsjournalisten” auch.
@gelegentlich hat schon Recht: Jetzt können wir die Nachrichtenwerttheorie mal live testen.

f.luebberding f.luebberding November 6, 2014 um 10:41

TRSS

Menschliches Handeln, also Politik, ist immer ein Artefakt. Das gilt für Sozialpartnerschaft in gleicher Weise wie für freie Märkte. Das haben wir ja oft genug diskutiert … . Nichts braucht einen komplexeren regulatorischen Rahmen als freie Märkte. Das gilt für Arbeitsmärkte in gleicher Weise wie für Finanzmärkte. Das haben wir ja 2008/2009 erlebt, deren Komplexität … . Im Vergleich zu den Anforderungen an deregulierte Arbeitsmärkte sind sozialpartnerschaftliche Modelle sogar einfach, weil sie letztlich auf Vertrauen basieren. Auf Wettbewerbsmärkten ist das bekanntlich naiv. Da hat jeder die berechtigte Erwartung von der anderen Seite übers Ohr gehauen zu werden. Deshalb ist Deregulierung auch eine Cash-Cow für Juristen.

Aber letztlich braucht jedes Modell einen regulatorischen Rahmen, um ökonomische Prozesse institutionell zu verarbeiten. Das kann der in Deutschland sein, oder der in Schweden oder den USA. Meinetwegen auch China oder Japan. Ansonsten funktionieren moderne Gesellschaften nicht mehr. Nur handelt es sich dann eben auch um Machtfragen, nämlich wie Produktivität und Einkommen verteilt werden. Da ist Sozialpartnerschaft ein Modell unter anderen. Man kann es auch wie die Briten in den 1970er Jahren machen, wo es allerdings am Ende nichts mehr zu verteilen gab. Das deutsche Modell hat dabei ganz gut abgeschnitten, trotz der von uns jahrelang beschriebenen Probleme … . Wettbewerbsfähigkeit war dafür ein machtpolitisches Argument gewesen, sogar bei der Bahn. Nur sind die Versuche gescheitert, etwa Lokführer für 7.50 €/Stunde in einer Leiharbeitsfirma auszulagern oder die Bahn an der Börse zu bringen. Beides gescheitert und der einzige Schaden, der entstanden war, ist der Einkommensverlust bei Juristen, Bahn-Vorständen und Banken. Sie mussten halt auf die Prämien für den Börsengang verzichten. Die einzige Logik, die dahinter zu erkennen war, war deren Machtanspruch, sich die Taschen zu füllen. Irgendeinen Nutzen hätte das alles ansonsten nicht gebracht. Das war auch der Grund, warum Transnet damals diesen Mist mitmachen wollte: Sie sahen keine Möglichkeit, das zu verhindern. Bis die GDL zeigte, wo der Hammer hängt, auch ein Artefakt … .

Was die Deflation betrifft: Stimmt – und wir werden wieder erleben, wie erstaunlich anpassungsfähig das deutsche Modell sein wird … . Man muss dann halt nur wieder einmal, der Politik auf die Sprünge helfen. Aber das hatten wir ja alles schon 2008 erlebt … .

karla November 6, 2014 um 10:42

wowy November 6, 2014 um 00:16

Noch ein Nachtrag wie Tarifeinheit in den DGB-Gew. auch vorkommt.

Jupp November 6, 2014 um 11:21

Ich hoffe dieser Auszug aus einem empfehlenswerten DLF-Kommentar gestern ist rechtlich Ok, ansonsten löschen.
“… Konkurrenz belebt natürlich auch bei den Gewerkschaften das Geschäft. Und vielleicht ist genau das auch dringend nötig. Denn gerade einige der großen Gewerkschaften haben in den vergangenen Jahren bei Tarifverhandlungen eher einen Kuschelkurs gefahren. Obwohl Produktivität und Gewinne nach oben gingen, wurden teilweise absurd niedrige Tarifabschlüsse geschluckt.”

Und wenn die FAZ jetzt auch schon den Privatisierungswahn geißelt, kann das vielleicht doch noch was werden…

ott0 November 6, 2014 um 11:42

Ich hatte beim ersten aufblitzen der Überschrift Solidarität quer assoziiert – es stand dann doch Sozialpartnerschaft da, was meines Erachtens die Hierarchie der Bedürfnisstufen umkehrt.

Die Bildung von Berufsbezogenen Kleingewerkschaften folgte doch der Maxime teile und herrsche in idealer Weise. Streikrelevante Berufsgruppen wie Lokführern, Piloten oder Müllentsorgern konnten mit überschaubaren Zuwendungen ruhig gestellt werden, während eigentlich verbundene Gruppen wie Begleitpersonal, Raumpfleger, Betriebskantinenpersonal oder Flughafenbodenpersonal gedrückt werden können.

Der Kampf der GDL um die Vertretung auch anderer Berufsgruppen lässt die Fratze der Solidarität von streikwichtigen, qualifizierten Kollegen mit den austauschbaren (durch betriebsfremde Leiharbeitnehmer kompensierbare) Angestellten wieder auftauchen.

Das geht ja nun mal gar nicht und könnte auch für Porsche mal ein Problem werden.

Natalius November 6, 2014 um 11:50

OT
Themenempfehlung: Statt Sozialpartnerschaft Fiskalpartnerschaft mit Lüxembuur: http://www.icij.org/

f.luebberding f.luebberding November 6, 2014 um 11:55

Natalius

Lasse ich stehen. Aber bitte beim Thema bleiben.

15 November 6, 2014 um 12:35

Sind Pferd und Reiter gut vorbereitet, ist die Kandare ein feines Instrument, mit dem man dem Pferd den Weg in die Versammlung zeigen kann. Durch den Druck auf Unterkiefer und Genick lässt sich das Pferd einfacher aufrichten und zurücknehmen. Es fällt dem Pferd so leichter zu verstehen, dass es sein Gewicht nach hinten verlagern soll.
Falsch eingesetzt, bei einer unruhigen Reiterhand oder zu heftigen Zügelhilfen wird die Kandare allerdings schnell zum Marterinstrument. Wer mit diesem Gebiss reitet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er seinem Pferd damit Schaden zufügen kann.
Wer an den Kandarenzügeln herumreißt, kann seinem Pferd die Zunge quetschen, die Haut aufschneiden oder im schlimmsten Fall sogar den Unterkiefer brechen.

Die Kandare ist also ein sehr feines Instrument, das nur in die Hand von Könnern gehört…

(ich bringe diesen link bei weissgarnix und hier wiesaussieht auch noch zum 10. Mal)

Bogus November 6, 2014 um 12:37

TRSS

“…während die Japaner und Chinesen drauf und dran sind, die westliche Welt und Deutschland insbesondere mit Deflation zu überziehen.”

Da hätte ich gerne eine Erklärung, wie das geht. Ist Deflation von außen her (die Japaner und Chinesen…) überhaupt möglich, unabhängig beispielsweise von der Lohnentwicklung im dergestalt “überzogenen” Land?

Natalius November 6, 2014 um 12:47

Ach Frank, so ist das halt wenn das “System des Weltkapitals” ein wenig Dampf ablässt und sozialdemokratische Brillen dann von innen beschlagen. Ich wette, der neue Dschünkehr hat einen kurzen deutschen Namen und es wird keinen Monat dauern. Und wenn das nicht geplant war, dann weiss ich es nicht…

15 November 6, 2014 um 13:12

[Schatten, Du scheinst deine Roter-Oktober-Wirtschaftsthemen-Depression ja (erfolg?reich?) überwunden zu haben... wenns Dich wieder genügend juckt, kannst Du ja auch hier im sauer, ländischen Sozpäd-Gesangverein wieder als Gastarbeiter/schreiber/sänger anheuern. Ich finde es jedenfalls immer ganz gut, zwischen den vielen Mollklängen mal wieder ein paar Durtöne hier zu hören..

+ PS. Wo bleibt eigentlich Goodnight mit seinen Cards of House? Oder ist es für ihn noch zu früh?]

Bogus November 6, 2014 um 14:42

TRSS
Hm… hätte mich interessiert.

Aber vielleicht handelt es sich bei der “über(ge)zogenen Deflation” wieder lediglich um eine Art Sprachverwirrung (-> “Faktotum”).

ruby November 6, 2014 um 19:02

Weniger als ein Prozent Gewinnsteuern
dieser EU-Kommissionspräsident
http://www.tagesspiegel.de/images/juncker_rtr/10872846/2-format43.jpg
wird für ewig damit verbunden sein
< 1 % …
''Wenn es ernst wird, muss man lügen''

Goodnight November 6, 2014 um 21:36

TRSS

Wie ich ich mitansehen muss, so scheint Dein aktuelles Umfeld von INGs Deinem kognitiven und sprachlichen Leistungsvermögen nicht besonders förderlich zu sein. Denn all die FACTS die Du uns GUYS da präsentierst, die liegen auf dem Niveau schwäbischer Autobastler, wie ich sie hier jeden Tag ertragen muss.
Das deutsche Produktivitätswunder ist das letzte Aufbäumen der Mechanik kurz bevor die Elektronik übernehmen wird. All die deutsche Autos und Maschinen werden ganz schnell Altmetall sobald Googles Elektroautos sich selbstständig durch den Stuttgarter Stau-Wahnsinn (7 km in 56 Minuten… mein heutiger Tagesrekord!) bewegen und jeder Privatier sich mittels Internet dieses Elektroauto im Wohnzimmer ausdrucken kann. Wenn nicht vorher alle schon aufs Fahrrad umgestiegen sind.
Abgesehen davon, dass die deutsche Automobilindustrie, als Mutter und Vater des aktuellen deutschen Wirtschaftswunders, selbst von dem Statusstreben der aufkommenden chinesischen Mittel- und Oberschicht am Leben gehalten wird. Produktivität ist da eher völlig zu vernachlässigen, die würden alles zahlen was verlangt wird und das machen die auch. Ebenso wie bei der schweizer Uhrenindustrie: Ohne China sind die tot. D.h. das deutsche Automobil ist eigentlich ein Luxusgut. Da, wo es auf Produktivität ankommt, beim Golf und solchen Fahrzeugen, da ist die Arbeitsproduktivität nämlich garnicht vorhanden, da sind nämlich alle Fahrzeuge ein Verlustgeschäft.
Ergo: nix da von Arbeitsproduktivität. Hat nie existiert.
Der deutsche Aufschwung ist eine Luxusblase.

Die Arbeitsproduktivität in Irland?????? Welche Arbeit oder/und welche Produkte werden da gemessen???????? Steuerbetrug ist zwar auch Arbeit aber doch nicht wirklich produktiv!

Und jetzt zur Deflation:
Schon mal den Immobilienmarkt in Berlin und Stuttgart beobachtet? Deflation? Interessant! Das hatten wir doch schon vor Jahren durch und ist heute in allen Blogs und überall Allgemeingut: Die Zweiteilung der Wirtschaft in den Bereich wo das Geld zirkuliert und den Bereich wo das Geld nicht zirkuliert. Und diese Gegensätze verstärken sich gerade. D.h. auf der einen Seite ist nicht mehr nur noch wenig Inflation sondern bald keine Inflation und dann Deflation und dann gar kein Geld mehr. Und dann ist auch die andere Seite tot. Weil all ihr Geld keinen Wert mehr hat.
Das System optimiert sich selbst, es konzentriert den Profit, wie ein schwarzes Loch: maximal. Ein wunderschönes Schauspiel…bis es eine verschluckt…

Dr.: “We must confront the reality that nothing in our solar system can help us.”
Cooper: “Now you need to tell me what your plan is to save the world.”
Dr.: “We’re not meant to save the world. We’re meant to leave it, and this is the mission you were trained for.”
(interstellar)

The Real Slim Shady November 6, 2014 um 21:48

@Goodnight

Lustig.

karla November 6, 2014 um 21:52

Hauke November 5, 2014 um 19:34

@Frankie (f.k.a.B.)
“Weselskys GDL streikt jetzt nochmal genau wofür?”

“Sie streikt für den Erhalt des Grundgesetzes. In der GDL sind auch Zugbegleiter gewerkschaftlich organisiert. Die DB weigert sich, die Zuständigkeit der GDL für diese gewerkschaftlich organisierten Zugbegleiter anzuerkennen. Sie spricht der GDL das Recht ab, ihre Mitglieder zu vertreten, während sich die Politik darüber Gedanken macht, wie sie das Grundrecht per Gesetz einschränken kann (gesetzlich vorgegebene Tarifeinheit).”

Dass die GDL sich “für den Erhalt des Grundgesetzes” streikt kann man eventuell den Statements ihres Vorsitzenden entnehmen. Wofür Gewerkschaftsmitglieder sich per Urabstimmung entscheiden ist ein anderes Thema . Das Grundgesetz (oder Teile desselben) standen mit Sicherheit nicht zur Urabstimmung.

Zu “während sich die Politik darüber Gedanken macht, wie sie das Grundrecht per Gesetz einschränken kann (gesetzlich vorgegebene Tarifeinheit).” trifft schon eher zu.
In meinem link heute:
https://www.facebook.com/TarifSTUTE/timeline?ref=page_internal
ging es wie bei der GDL um die Frage welcher TV gilt?

Der Unterschied besteht darin, dass die GDL mit ihren Lokführern einen national wirksamen wirtschaftlichen Hebel hat im Gegensatz zu einem einzelwirtschaftlichen Aspekt wie z.B. bei Airbus und anderen.
Und so etwas tangiert im Ernstfall tatsächlich das Grundgesetz. Keine Sorge , die kommen schon wieder alle auf den Boden der Realität.
Schade, dass so etwas noch nicht mal ausnahmsweise vorkommt.

Goodnight November 6, 2014 um 22:17

Ich habe eine Idee von dem, was da gerade in der Wirtschaft passiert.

Du nicht!

Das ist das wirklich lustige ;-)

Und tief in der Nacht wird sich dieser Gedanke durch Dein vom Mainstream zugemülltes Großhirn durcharbeiten, bis zu dem Bereich, wo Du noch Quer bist. (homophober Lacher….Beifall…weiter)…und da wird sich der Gedanke festsetzen und nagen. Und spätestens wenn Du morgen in Deinem Mini Cabrio zwischen all den anderen hippen Stevejobs-Wannabies im Berliner Stau stehst, wirst Du Dich fragen: Was mache ich hier?

Leonard: “We’ve got to tell everybody. We’ve got to remind them. We’ve got to remind them how good it is.”
Dr. Sayer: “How good what is, Leonard?”
Leonard: “Read the newspaper. What does it say? All bad. It’s all bad. People have forgotten what life is all about. They’ve forgotten what it is to be alive. They need to be reminded. They need to be reminded of what they have and what they can lose. What I feel is the joy of life, the gift of life, the freedom of life, the wonderment of life!”

Manfred Peters November 7, 2014 um 19:59

Nur mal so!
1. “Im Juli (2007 mp) trat Weselsky in die CDU ein. Er nennt sie “meine Partei”.”
2. Was er sonst noch mit Gauck, Merkel, Hubertus Knabe, … gemeinsam hat, er ist ein Verfolgter des “Unrechtsstaates”, der er nach Eigenaussage: “… kein SED-Mitglied war, (und darum länger) als andere Rangierlokführer* (blieb). Auch innerhalb der DDR-Gewerkschaft FDGB hatte er kein Amt. Erst ab 1982 durfte W. Güterzüge und später auch Personen- und Schnellzüge fahren. … (WamS, 13.3.2011).”
* Heute werden sicher alle, die gerade ausgelernt haben, sofort als Generaldirektoren bzw. in Führungspositionen eingesetzt. Das selbst, wenn sie nicht CDU-Mitglieder sind.
3. Als Sachse ist er bekanntlich, wie alle Sachsen, fähig einen Staat zugrunde zu richten. Da wäre ein Bahnunternehmen zu ruinieren ja ein Pumperklacks.
Das st aber wohl nicht das Ziel, denn versuchen wir doch mal zu fragen, warum nicht einmal irgendeiner aus seiner politischen Heimat der CDU ein “Kadergespräch” mit “Wessy” führt?
Es könnte doch möglich sein, dass er als U-Boot die Aufgabe hat durch die Zuspitzung der Auseinandersetzungen zu vollenden, was die “Gelben Gewerkschaften” nicht geschafft haben, die Gewerkschaften rechtlich weiter zu schwächen. Der Kollateralnutzen ist schon jetzt offensichtlich, den Nahles arbeitetet daran.

gelegentlich November 7, 2014 um 20:40

Also eine Art Willy Wimmer der Lokführer? – Sperriges Gut, was das leichte Verteufeln angeht. Warum nimmst Du an er wolle „die Gewerkschaften“ schwächen?
„Das st aber wohl nicht das Ziel, denn versuchen wir doch mal zu fragen, warum nicht einmal irgendeiner aus seiner politischen Heimat der CDU ein “Kadergespräch” mit “Wessy” führt?“
Bei unabweisbarem Erfolg wird das schon noch. Die können doch nicht heute schon ihren Partner, die Springerpresse, damit desavouieren.
Die politische Erzählung, die aufgerufen wird, falls er Erfolg hat, werden wir ja bald hören: ein Mann geht seinen Weg, ganz anders als Diejenigen, die uns immer verraten. Und überhaupt, diese Sozis… in der Art.

Wilma November 7, 2014 um 22:20

Hier ist jemand. der die Gewerkschaften schwächen will:

“DGB-Chef Reiner Hoffmann wendet sich von der GDL ab. Er sehe die konfrontative Linie der Gewerkschaft “sehr skeptisch”

Laut WELT am 04.11.

Aha, eine konfrontative Linie ist also schädlich. Schädlich für wen ?
Der Herr Hoffmann hat die letzten 15 Jahre in Brüssel verbracht und bestimmt auch in den letzten Jahren keinen Betrieb von innen gesehen. Der weiß bestimmt nicht, wo Mitarbeitern der Schuh drückt. Gut, das wissen vielleicht einzelne Betriebsräte, aber diese dringen in die hohen Sphären der Funktionäre nicht mehr vor. Jetzt bestimmen Funktionäre wos lang geht. Und von diesen ist er umgeben. Die sehen das Große Ganze innerhalb Europas.
Wir sollten diesen Herrn Hoffmann nicht mehr aus den Augen lassen. Wer Gabriel hilft, der SPD das Freihandelsabkommen schmackhaft zu machen, hat noch was ganz anderes auf der Agenda.

Wilma November 7, 2014 um 22:24

Und wo ist der Aufschrei der Gewerkschaften, jetzt einen neuen Niedriglohnsektor zur Berechnung der Renten heranzuziehen.

“Mit aufgenommen in die Beschäftigungsstatistik werden nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 300.000 Menschen mit einer Behinderung, die zum Beispiel in einer Werkstatt arbeiten. Auch mehr als 30.000 Beschäftigte in Einrichtungen der Jugendhilfe oder Berufsbildungswerken werden berücksichtigt. Hinzu kommen 80.000 Menschen, die etwa ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst leisten.

Die Erweiterung der Statistik senkt das Gesamtniveau der Löhne und Gehälter – und dämpft damit auch die Rentenerhöhung”
http://www.rp-online.de/wirtschaft/rentenerhoehungen-fallen-ab-2015-geringer-aus-aid-1.4624476

Da hat Asmussen ganze Arbeit geleistet.

Herr Hoffmann, wo bleibt da Ihr Einsatz ??

ruby November 7, 2014 um 22:32

@ Wilma
Hatte ja auf die Aufgaben des Asmussen im BMA hingewiesen – Sozialdemokrat?
Und die Nahles wird das alles “vorsingen” – Arbeitsteilung …

Wilma November 7, 2014 um 22:54

@ ruby

Der Hoffmann ist das für den DGB, was der Asmussen im BMA
ist.
Wir werden es erleben.

someone November 7, 2014 um 23:36

So liebe Putinvertsteher, es heißt für euch aussteigen und etste Klasse, bis zweite Klasse dort hin fährt bis durch nach Russland darf man dort sehen was kann, der zweiten Klasse passiert. was ihr passiert; wir wünschen angenehme Fahrt.

ruby November 7, 2014 um 23:41

@ Wilma
Erinnere noch an den “Vollstrecker” von Hartz4 unter Clement im Ministerium, der das Gesetz auch unterschrieben hat.
Tiefste Asozialität : “Dies ist ein guter Tag für die Arbeitssuchenden.” Beim Gläschen Sekt in Wolfsburg…

Doktor D November 7, 2014 um 23:47

@someone: Geht’s dir gut?

someone November 8, 2014 um 02:13

Weiß ich nicht, aber vielleicht besser als dir, der sich gesellschaftliche Umbrüche nur noch als Edelmanpraktionen vortelen kann.

ruby November 8, 2014 um 20:20

Also der Don erklärt, wie die Liquiditätsfalle überwunden werden kann:
“Es gibt die Creditreform. Das ist ein Unternehmen, das die Bonität von Mietern prüft, die ernsthaft denken, sie hätten in Zeiten wie diesen Anspruch auf schimmelfreien Wohnraum. Die Creditreform legt jedes Jahr einen Schuldenatlas vor, und der zeigt immer das gleiche Bild: Bei uns im Süden haben nur die geringsten Probleme mit geliehenem Geld – vor allem, weil man das nicht braucht. Anders sieht das in der Mitte und im Norden aus. In Bremen etwa hat jeder Fünfte Probleme, seine Schulden zu bedienen. Vielleicht bin ich etwas beschränkt, aber das zeigt doch ganz deutlich, dass dort diejenigen sind, die sich genau so verhalten, wie die Deutsche Bank das gern sehen möchte. Da sind wirklich Menschen, die ihr Geld nicht auf die Bank tragen, sondern es vielmehr davon entfernen. Nachdem mit unsereins einfach kein Staat der Ausgaben zu machen ist, wäre daher mein Vorschlag: Die Deutsche Bank soll all die Überschuldeten als Kunden übernehmen, denn die geben das Geld nachweislich aus. Und zwar so, dass auch überhaupt keine Gefahr besteht, dass es jemals wieder zurück kommt und der Bank zur Last fallen könnte.

Das sind zwar Verlustgeschäfte, aber die Deutsche Bank kann zur Finanzierung des Kreditelends ihre gut verdienenden Mitarbeiter heranziehen – denn die sind ja auch solche Erzschurken, die das Geld bei der Bank anlegen. Die Deutsche Bank sollte also, bevor Negativzinsen eingeführt werden, ein Exempel an den eigenen, sparenden Mitarbeitern und Aktionären statuieren, denen, sagen wir mal, ein Drittel des gebunkerten Vermögens und Renditen abnehmen und den Creditrefom-Knallroten geben, unter generösem Verzicht auf Rückzahlung – eben raushauen, verschwenden, verprassen, so wie das die Deutsche Bank von uns gern hätte.

Das macht natürlich keinen besseren Eindruck als bei uns, wenn wir alle fünfzig dreissig zwanzig drei Jahre eine neue Küche kauften: Der Ruf der Bank wird im ersten Schritt leiden, man wird sie für einen Verschwender halten, und die Kunden werden, erst Stück für Stück und mit neuen Hiobsbotschaften in einem Bank Run, ihre Anlagen in Sicherheit bringen. Wie wir aus der Finanzkrise wissen, betteln Banken in solchen Situationen ihre Privatkunden mit äusserst günstigen Konditionen und horrenden Zinsen an, weil sie sonst nirgendwo mehr Geld bekommen. Damit ist dann auch die Gefahr der Negativzinsen gebannt, und soweit ich das sehe, sollten eigentlich alle zufrieden sein. Die Armen in den schlechten Regionen können mehr ausgeben und haben gute Laune, wir bekommen den Zins, die gütige Deutsche Bank vermeidet bei der entscheidenden Zielgruppe den schlechten Ruf als Anlagerisiko durch Negativzinsen, die Wirtschaft floriert und die Angestellten in Frankfurt sind nach so einer neuen Bankenkrise sicher froh, überhaupt noch eine Arbeit zu haben, mit der sie ihre Wohnrigipsschachtel am Abwasserkanal bezahlen können, und nicht ebenfalls Ärger mit der Bonität bekommen. Und damit ist dann die Welt wieder fast so schön wie unter dem Prinzregenten, jeder bekommt, was er verdient und wer nichts verdient, hat diesmal sogar auch etwas bekommen. Also ich finde die Idee jedenfalls bestechend.

Also, im Sinne von „schlüssig“ und nicht im Sinne von „mit Luxemburger Politikern auf gutem Fuss“.”
aus:
http://blogs.faz.net/stuetzen/2014/11/07/wie-sich-die-deutsche-bank-vor-negativzinsen-retten-kann-4684/
Respekt für den lustig präsentierten Sachverhalt…
Da sollte der Chefvolkswirt nachhaken
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/mayers-weltwirtschaft-ach-amerika-13255417.html
;-)

ruby November 8, 2014 um 21:14

Bleibt zu verstehen, warum “Super Mario und Super Jean-Claude” mit den Haustruppen nicht die Lösungen realisieren … und der EU-Rat durch Geschichten erzählen mitspielt !

BIS bitte erläutern :
http://www.bis.org/speeches/sp141107.pdf

“After six years of near-zero interest rates, normalisation of monetary policy has not started, as the major central banks are still waiting for irrefutable evidence, from a myriad of high-frequency and often revised indicators, that the recovery is firmly established. In this context it might be tempting to assign to macroprudential policy the role of taming the financial cycle and curbing excessive risk-taking, while focusing monetary policy on the “normal” business cycle. Thus, macroprudential measures would become the preferred instrument for policy tightening while monetary policy could remain ultra-easy. “

ruby November 8, 2014 um 21:33

“Arguably, the net effect of prudential tightening and monetary easing on systemic risk is ambiguous. ”
Oder anders : es bedarf einer neuen anderen Geldtheorie mit anschliessender -politik…?

ruby November 8, 2014 um 22:04

The mechanisms of a new global money system :
http://www.imf.org/external/np/exr/facts/sdr.htm
currently 204,1 billion sdr
see video it is so easy
;-)

ruby November 8, 2014 um 22:15

@ carlos manoso

Mit 309 Milliarden US-Dollar wird die Welt doch das Finanzsystem vom Moral Hazard “erlösen” können, ohne dass die Weltvermögensverteilung wesentlich Schaden nimmt ;-)

ruby November 8, 2014 um 22:18

Was sagt eigentlich Sarah W. als Gelddoktorenheilerin zu den kommenden Entwicklungen?
Wenig zu lesen im Mainstream oder?

ruby November 8, 2014 um 22:31

Alternative
http://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit_statt_Kapitalismus
zum morgigen Revolutionstag?

Manfred Peters November 8, 2014 um 23:01

@ ruby November 8, 2014 um 22:18
“Was sagt eigentlich Sarah W. …?
Ersatzweise einfach ab und zu auf die Homepage von Sarah W. gehen!
Darüber kommst Du u.a. hierhin:
https://www.jungewelt.de/ansichten/mogelpackung
“Deutschland hat beispielsweise bereits seit knapp vier Jahren einen sogenannten Bankenrettungsfonds. Die Banken kostet er nichts: Sie zahlen jährlich so wenig ein, dass sein Zielvolumen von 70 Milliarden Euro erst in über hundert Jahren erreicht sein würde. Sogar unsere Urenkel werden noch dafür bluten.”

Hardy November 11, 2014 um 15:13

@Bladnoch1971

“Mal abgesehen davon das ich durchaus glaube, das Herr Weselsky auf dem Egotrip ist…”

Ohne einen solchen würde er das vermutlich nicht ohne Infarkt überstehen.

“…dass man jetzt die Quittung kriegt für das Aufbrechen der Flächentarifverträge.”

Gefordert z.B. vom Weltökonomen Schmidt und seinem dämlichen Brötchen-Vergleich.

” Das lässt dann halt eben Raum für Chefs von Spartengewerkschaften mit überzogenen Ego. ”

Ich sehe in den Vorständen erheblich(!) mehr Chefs mit überzogenem Ego. Ein Kapitalvernichter Ackermann z.B. – Börsenkurs -50% in seiner Ägide – hatte sicher eines nicht: mangelndes Ego.

“Insoweit wird die Politik und die Wirtschaft die Geister nicht mehr los die sie einst rief…….was eine gewisse klammheimliche Freude bei mir auslöst.”

Hier sind wir uns wiederum völlig einig…

Hardy November 11, 2014 um 15:17

@Jackle

zu Uwe Hück: Der Mann sitzt mit am großen Tisch des Porsche-Aufsichtsrates. Er kann gar nicht anders. Er hat längst die Seiten gewechselt. Wie man solche Leute auch nennt, weiß man ja selbst.

Es ist eh’ inzwischen meine Überzeugung, dass Gewerkschafter entweder gekauft oder wie bei Siemens zerstört werden sollen. Man setzt ein paar von denen mit an die Tröge, im Ausgleich bekommt das Volk seit 30 Jahren einen Reallohnzuwachs von Null. Und irgendwann knallts. Recht so.

Hardy November 11, 2014 um 15:21

@gelegentlich

“Nach der Nachrichtenwert-Hypothese müßten jetzt einige Printmedien den Weselsky zu einer Art Hero Robin Hood hochzustilisieren versuchen.”

Tja. Die FAZ ist eh verdorben, was wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge betrifft. Bei der SZ herrscht der große Weltökonom Beise und bei SPON der BILD-Macher. Noch Fragen?

Markt ist immer nur dann gut, wenn er dem AG hilft. In meinem Fachgebiet bin ich meist der einzige Bewerber, was knirschen die AG immer mit den Zähnen wenn sie meinen Monopolpreis zahlen sollen. Tja, Arbeitgeber und langfristige Denke – Feuer und Wasser.

Hardy November 11, 2014 um 15:23

@Wilma

“Dieser Reiner Hoffmann, das trojanische Pferd der EU, wo er in Brüssel die letzten Jahre 15 Jahre arbeitete, hat Gabriel beim letzten Parteitag argumentative Hilfe zum Freihandelsabkommen zukommen lassen. Dieser Reiner Hoffmann, ein Gewerkschaftsbonze, wie er schlimmer nicht sein könnte.”

Hier das gleiche Schema wie bei FAZ und SPD: Das eigene Verhalten führt sichtbar in den Abgrund, aber sie ändern sich einfach nicht. Mir nach wie vor unerklärlich.

Hardy November 11, 2014 um 15:31

@wilma

“Erinnere noch an den “Vollstrecker” von Hartz4 unter Clement im Ministerium, der das Gesetz auch unterschrieben hat.
Tiefste Asozialität : “Dies ist ein guter Tag für die Arbeitssuchenden.” Beim Gläschen Sekt in Wolfsburg…”

Clement hat sich tatsächlich immer darauf ‘was eingebildet, ein Glas Bier exen zu können. Ein Prolet als Parlamentarier.

Hardy November 11, 2014 um 15:33

@ruby

Ich fürchte, Sarah W. hatte die einzig gangbare Alternative zum alternativlosen Handelns der Reichskanzlerin Merkel und ihrem Brüning Schäuble aufgezeigt. Vielleicht war sie damit aber nur zu früh?

ruby November 11, 2014 um 20:32

Die Steuerluxe
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/Panorama-die-Reporter,sendung314080.html
Da regieren etliche ohne Kleider durch die Institutionen und ihresgleichen störts nicht im geringsten ?

ruby November 11, 2014 um 20:41

@ Hardy

Sie ist nicht zu früh eher zu jung, um in den Generationenwechsel zu passen – deshalb auch der Oskar ;-)
Kommt Zeit, kommt Rat !
https://www.youtube.com/watch?v=g8Cpmj4xxWc

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