Juncker und die Kritiker des sogenannten Steuerwettbewerbs

by f.luebberding on 12. November 2014

In der Süddeutschen Zeitung gab es vor einigen Tagen eine zweifellos wichtige Geschichte über die Steueroase Luxemburg. Mit zahllosen Dokumenten wurde deutlich, wie das Geschäftsmodell Luxemburg in den vergangenen Jahrzehnten funktioniert hat. Unter tätiger Mithilfe der Regierung des Großherzogtums bekamen Konzerne die Möglichkeit, etwa in Deutschland erzielte Erlöse in Luxemburg versteuern zu können. Das lohnte sich für beide Seiten. Luxemburg profitierte von Erlösen, die aus dem Ausland stammten. Die Konzerne konnten ihre Gewinne vor dem deutschen Fiskus “retten”. Nach der Stahlkrise der 1970er Jahre verlegte sich Luxemburg auf dieses Geschäftsmodell: Nämlich als Steueroase den europäischen Binnenmark in einem Markt namens Steuerwettbewerb zu nutzen. Nur was ist jetzt grundsätzlich neu an diesen Dokumenten der Süddeutschen Zeitung?

Wie Luxemburg nach der Stahlkrise zum reichsten Land der EU werden konnte, ist in der Luxemburger Wochenzeitung d’Lëtzebuerger Land nachzulesen. Ende 2013 machten sie eine Vergleich mit Lothringen in Frankreich, das in gleicher Weise wie das Großherzogtum von der Stahlkrise betroffen worden war:

“Der Vergleich zwischen Luxemburg und Lothringen zeigt – bei allen fundamentalen Unterschieden: hier der kleine, souveräne Staat mit seinem riesigen Finanzplatz; dort die krisengeschüttelte periphere Region, die einem immer noch sehr zentralistisch geführten Land angehört – die unterschiedliche Dynamik, die das ungleiche Paar ausmacht.”

Dass diese erstaunliche “Dynamik” nicht ohne tätige Beihilfe der Luxemburger Regierung erfolgt sein könnte, erstaunt jetzt keinen Leser, so ist zu vermuten. Die Steueroase Luxemburg ist meines Wissens zuerst Mitte der 1990er Jahre in die Diskussion gekommen. Damals ging es um den Skandal, dass Banken (nicht nur die West LB) bei der Steuerhinterziehung aktive Beihilfe leisteten. Wie die Steuersparmodelle der Konzerne in der EU funktionieren, hat vor allem der Finanzwissenschaftler Lorenz Jarass dokumentiert. Er war einer der profiliertesten Kritiker der unsinnigen Unternehmenssteuerreform des früheren Bundesfinanzministers Peer Steinbrück gewesen. Dessen Grundvorstellung war bekanntlich, dass nicht die Steueroasen (wie auch die Niederlande oder Irland), sondern die deutschen Steuersätze das Problem seien.

Insofern muss man die Dokumente von Luxemburg-Leaks richtig einordnen. Das politische Problem der EU-Steueroasen ist nicht neu. Gerade die Neoliberalen in allen Parteien haben in der Vergangenheit dieses Modell des “Steuerwettbewerbs” massiv verteidigt. Es war tatsächlich der entscheidende Motor gewesen, um die fiskalischen Grundlagen der Nationalstaaten zu ruinieren. Jeder wusste, wie diese Steueroasen funktionieren. Dafür brauchte man nicht diese neuen Dokumente. Umso seltsamer ist es, wenn jetzt ausgerechnet aus dieser Ecke (nämlich der rechten Nationalliberalen der AfD wie der FDP) die Empörung über Jean-Claude Junckers politische Verantwortung am größten ist.

Es sind genau die politischen Kräfte, die bisher jeden politischen Fortschritt in der Steuerharmonisierung verhindert haben. In einer schwachen EU-Kommission der vergangenen Jahre und einem verlogenen Ministerrat fand diese Position auch genügend Schlagkraft, damit sich an dieser Situation seit 25 Jahren (!) nichts geändert hat. Es gehört zur üblichen Praxis europäischer Politik, in der nationalen Innenpolitik etwas zu fordern (Steuerharmonisierung). Um anschließend darauf zu vertrauen, dass es in Brüssel verhindert wird.

Eine schwache EU-Kommission ist somit das beste Instrument, damit alles so bleibt wie es ist. Juncker steht allerdings für eine Kommission, die das ändern könnte. An seiner politischen Verantwortung für den sagenhaften Reichtum seines Großherzogtums als Steueroase gibt es keinen Zweifel. Er wurde übrigens genau deswegen mehrmals wiedergewählt, weil es Luxemburg eben nicht wie Lothringen ergangen ist. Nur ist Juncker heute nicht mehr der Ministerpräsident seines Großherzogtums mit 542.000 Einwohnern, sondern vertritt die Interessen von 505 Millionen Europäern. Die haben aber nicht die gleichen Interessen wie 542.000 Luxemburger.

Muss Juncker zurücktreten? Weil er die Interessen seiner Landsleute vertreten hat, wie es alle anderen Mitglieder im Ministerrat schon immer gemacht haben? In der Steuerpolitik sei auch Österreich genannt, das nicht den Konzernen, aber dafür Europas Millionären ähnliche Privilegien einräumt. Oder Frankreich mit seinen Blick auf die europäische Agrarpolitik? Oder Deutschland, das mit Lohndumping und einer grotesken Makroökonomie den Rest der Eurozone erfolgreich knebelt? Wohl kaum.

Juncker sollte allerdings deutlich machen, was die Differenz zwischen einem EU-Kommissionspräsidenten und einem Ministerpräsidenten  Luxemburgs ist – und warum die Steueroasen nicht im Interesse von 505 Millionen Europäer sind. Dafür braucht man  aber eine handlungsfähige EU-Kommission, die jemand aus der Bedeutungslosigkeit herausholt, in die sie ihre Vorgänger gesteuert haben. Das wissen auch die politischen Kräfte, die nach 25 Jahren plötzlich ihre Kritik am Steuerwettbewerb entdeckt haben. Sie wünschen sich Junckers Rücktritt nur aus einem Grund: Damit die Dampfplauderer im Ministerrat so weitermachen können wie bisher. Immerhin müssten dann aber die Luxemburger um ihr Geschäftsmodell nicht mehr fürchten.

Update

Juncker hatte sich seit der Veröffentlichung von Luxemburg-Leaks zum Sachverhalt nicht geäußert. Er trat überraschenderweise heute Mittag vor die Presse. Ein erste Einschätzung bietet etwa Eric Bonse, auch wenn ich sie nicht teile.

13:55 Uhr

Die Frage ist berechtigt: Was hat Juncker zum Thema Steuerwettbewerb zu sagen? Außerdem Giegolds Interview heute Morgen im DLF.

14:30 Uhr

Nur um deutlich zu machen, worum es bei Luxemburg-Leaks eben auch gegangen ist. Stefan Kornelius gehörte seit Junckers Nominierung zu dessen politischen Gegnern. Kornelius Versuch, den Luxemburger Premier zu verhindern, war allerdings an höheren Mächten (oder wem auch immer) gescheitert. Für ihn implodierte mit der aktuellen Debatte die Glaubwürdigkeit von Juncker.

“Dem neuen Kommissionspräsidenten wurden nun sehr schnell die Grenzen seiner Handlungsfähigkeit gesetzt.”

So ein Zufall aber auch. Das Leiden am Steuerwettbewerb war damit aber nicht gemeint.

 

{ 148 comments }

Gregor Keuschnig November 12, 2014 um 10:34

Einverstanden, wenn die Heuchelei der Politik aber auch der Medien aufgrund der “Enthüllungen” um Luxemburg-Leaks. (Amazon verlegt nicht ohne Grund alles nach Luxemburg; jedem Käufer dürfte das inzwischen aufgefallen sein.) Luxemburg-Leaks lenkt auch ab von den anderen EU-”Steueroasen” wie GB, Irland und Österreich. Die kommen dann später dran, bzw. wenn irgendein Mitglied der politischen Klasse aus diesen Ländern nach einem höheren (EU-)Amt strebt.

Ich glaube auch nicht, dass Juncker zurücktreten muss. Aber ich halte es für unmöglich, dass ein Politiker, der Jahrzehnte Wein gepredigt hat, plötzlich Wasser als das Nonplusultra empfiehlt. So schizophren sind Politiker nicht. Juncker kann nicht von seiner Regentschaft abstrahieren und das bekämpfen, was er selber durchgesetzt hat. Konvertiten sind zwar oft genug die schlimmsten Moralisten der neuen Sache, aber in dieser Rolle sehe ich Juncker nicht. Es sei denn, er klaubt die 300 Milliarden € für sein Investitionsprogramm aus den Töpfen der Steueroasen.

Den Staats- und Regierungschefs reicht ein geschwächter Juncker; einen Rücktritt wollen sie gar nicht.

f.luebberding f.luebberding November 12, 2014 um 10:54

Keuschnig

Was Juncker aus seiner Rolle macht, muss die Zukunft zeigen. Ob die Funktion die Person bestimmt oder umgekehrt, ist keineswegs ausgemacht. Letztlich beruht seine Durchsetzungsfähigkeit auf zwei Punkten. Der Kenntnis der EU-Strukturen aus der Sicht des Ministerrats und der Unterstützung durch das Parlament. Dass die Luxemburger Steueroase (neben der Geheimdienstaffäre) sein größtes Problem sein wird, war aber schon immer klar gewesen. Insofern war Luxemburg-Leaks keine Überraschung gewesen.

15 November 12, 2014 um 11:35

Was soll der ad hominem-Scheizz?
Die EU-Kommission hat seit ihrem Bestehen noch nie die Interessen von hunderten Millionen Europaern vertreten. Sie wird es auch weiter nicht tun, egal wer da den Andropov spielt.

Dafür braucht man aber eine handlungsfähige EU-Kommission, die jemand aus der Bedeutungslosigkeit herausholt, in die sie ihre Vorgänger gesteuert haben.

Für die Banken, Großkonzerne, nationale Monopolisten-Championsleague war diese EU-Kommission mit ihren kafkaesken Regelwerken nie bedeutungslos.

f.luebberding f.luebberding November 12, 2014 um 11:48

15

Es war bekanntlich noch nie meine Meinung, dass die EU die UdSSR ist.

15 November 12, 2014 um 13:02

Kann ja auch gar nicht, weil die CCCP (aufgrund wirtschaftlicher und sozahler Probleme!) ja untergegangen, zu ihrem natürlichen Ende gekommen ist..

15 November 12, 2014 um 13:07

Die wirtschaftliche Entwicklung der Euro-Union zeigte seit Anfang der Nuller Jahre einschneidende Wachstumsrückgänge. Ab … wurden vom neu gewählten Generalsekretär … erste Reformen eingeleitet. Durch Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollte der EUsozialismus reformiert werden und zu neuem, kritischen Denken führen. Dadurch traten die Probleme des Systems offen zutage…

aifran November 12, 2014 um 13:20

… also die Calvinisten (Evangelisch) haben sicher keine Probleme mit Steueroasen usw.

Reichtum/Erfolg ist ja ein Geschenk, eine Belohnung Gottes für die Guten – also hat er ihnen wohl auch die eine oder andere Schatztruhe geschenkt :-)

Vollender der Reformation: Vor 450 Jahren starb Calvin
http://aktuell.evangelisch.de/artikel/94526/vollender-der-reformation-vor-450-jahren-starb-calvin

15 November 12, 2014 um 13:23

Wieviele Steueroasen wurden im immer freier gewordenen Kapitalverkehr in den letzten dreißig Jahren von den Neoliberalen eigentlich trockengelegt und wieviele werden täglich unter den Augen/mit Hilfe der [EU]Aufsicht von den kreativen Zerstörern neu geschaffen? Gesetze? – Hahaha, wir schrei……….ben sie selbst..

wowy November 12, 2014 um 14:35

Bei Juncker handelt es sich um einen umgekehrten Fall Bangemann.
Bangemann wollte nach seinem Ausscheiden als EU-Kommissionsmitglied direkt zur Telefónica wechseln. Der Fall wurde aber nicht entschieden, das Verfahren wurde unter Prämissen eingestellt.

(Artikel 17 Absatz 6 EU-Vertrag, Artikel 246, 247 AEUV, 234 AEUV)
https://dejure.org/gesetze/EU/17.html
https://dejure.org/gesetze/AEUV/246.html

Eric B. November 12, 2014 um 14:50

Es geht nicht um einen Rücktritt Junckers. Es geht um die Frage, ob der Mann eine “politische Kommission” leiten kann, nachdem er in Luxemburg selbst eine mittlerweile nicht mehr zu rechtfertigende, für den Steuerzahler schädliche Politik gemacht hat. Seine erste Reaktion weist darauf hin, dass er die Tatsachen leugnet und den Fall unpolitisch erledigen möchte. Deswegen halte ich sie für unzureichend.

wowy November 12, 2014 um 14:57

@Eric B.
Die Logik verstehe ich nicht.

15 November 12, 2014 um 15:21

nachdem er in (…) selbst eine mittlerweile nicht mehr zu rechtfertigende, für den Steuerzahler schädliche Politik gemacht hat.

Mit solch einer angelegten Meßlatte würde von den heutigen neoliberalen (Schlankstaat/Luxemburg) Politikern keiner mehr in der Tagesshow übrigbleiben…………..GEZ-Deutschland wäre gezwungen, das Pausenbild zu senden.. (und wer schaut dann noch das Bö(r)se vor acht…)

Rolf Ehlers November 12, 2014 um 15:29

Lascher als seine Vorläufer wird Juncker nicht sein. Ob er aber den Saustall mal ausmistet, wird sich zeigen. Dass es überhaupt Luxemburg-Leaks gibt, ist großartig.

Seit Ende der 60er Jahre wusste jeder deutsche Politiker, dass die meisten Reichen in Deutschland mit Hilfe der Banken (Dresdner Bank vorneweg) ihr Geld in Luxemburg versteckten, damit sie die Zinsen nicht versteuern mussten.

15 November 12, 2014 um 17:33

im Brüsseler Spitzen…Schlankstaat “den Saustall ausmisten”…..der war gut..

Mein eigener Stab sagt, 80 bis 90 Prozent seiner Arbeitszeit dient der internen Koordinierung. Man könnte überspitzt sagen, wir verbringen einen Großteil unserer Zeit damit, Probleme zu lösen, die es nicht gäbe, wenn es uns nicht gäbe….

[noch @ Pausenbild
Anno 2014 würde das natürlich lila ausfallen..]

Natalius November 12, 2014 um 18:00

Also irgendwie kommt mir dieses Bild von einer Dame und mehreren Herren in einem Boot wieder in den Kopf. Einer dieser Herren war doch der Herr Cameron, der ja für uns Fernsehschuhtauer die Interessen der sog. Britten vertritt. So im Hause Europa, wo der gerade neu gezimmerte Dachstuhl offenbar immer noch nicht dicht ist und es wieder reinlüdelt. Jetzt im November. Der Regen aus London sozusagen. Genauer gesagt der City of London. Und die mag es nun mal nicht, wenn da Franchise-Unternehmen im Bereich (Zentral)Banken- und Währungsprodukte grössere Unabhängigkeit anstreben. Schliesslich hält sich ja sogar die Wall Street an die Regeln, schliesslich ist eine Königin mehr als ein Grossherzog, und schliesslich ist das Gold die Sonne im Planetensystem der Währungen. Die City of London war dann wohl auch der Grund, warum der Herr Cameron den Herrn Juncker überhaupt nicht leiden durfte. Aber auf einmal war er dann gewählt…

Wie lässt sich das Problem lösen? Ach ja, man hat doch diesen Club von medialen Auftragsentschleierern, den der Kollege Soros doch “betreut” (*). Für unsere Fernsehschuhtauer sind das ja “investigative Journalisten”, also solche, die hochehrenvolle Enthüllungsarbeit leisten. Waren es nicht ähnliche Leaks, die Vertretern der “offiziellen Enthüllungspresse” bzgl. Tax evasion zuflossen, als die City of London ein Problem mit dem Standort Zürich und seinen Verbindungen nach Singapur, Delaware und Cayman Islands hatte? Ab und an muss halt ein “Machtwort” gesprochen werden – so ist das nun mal in ehrenwerten Gesellschaften

“Our supporters
The ICIJ is a non-profit organization. We give our work away for free. We rely heavily on charitable foundations and on financial support from the public. Without your help, we cannot exist.

Cross-border investigative journalism is among the most expensive and riskiest in the world.

Recent ICIJ funders include: Adessium Foundation, Open Society Foundations (***), The Sigrid Rausing Trust, The Ford Foundation, The David and Lucile Packard Foundation, Pew Charitable Trusts and Waterloo Foundation.”

Und so kam dann alles raus, was raus kommen durfte. Aber folgendes z.B. darf nicht so breitgetreten werden. Etwa wie das gelbe Gold mit dem schwarzen Gold und dem Dollar in “passende” Relationen zueinander gebracht werden. Da hat ein Herr Balkenchart einen interessanten 9-teiligen Aufsatz zum Thema “Gold, Reserve und Handel”geschrieben, den man wirklich empfehlen kann:
http://www.antizyklisch-investieren.com/index.php/Thread/3694-Goldpreisentwicklung-Versuch-der-ideologiefreien-Debatte/

Vielleicht befinden wir uns ja schon im “Währungskrieg” und als nächstes will sich der Standort Schweiz mal wieder rächen. Stichwort: Goldinitiative. Ob es einen Juncker-Nachfolger geben wird, der der City of London offenbar besser gefällt und dessen Name sozialdemokratische Brillen von hinten beschlagen lässt, das könnte vom Ausgang des Referendums am 30. November abhängen.

15 November 12, 2014 um 18:38

EU-Luxemburg nur 2. Sieger

Who is who(le)?

Für das Ranking wurden Finanzplätze anhand bestimmter Kriterien wie Rechtsprechung, Verschleierungstaktiken und Geheimhaltungsregeln untersucht und im Schattenfinanzindex zusammengefasst. Die Top Ten der besten Steueroasen:

1 USA (Delaware)
2 Luxemburg
3 Schweiz
4 Cayman Inseln
5 Großbritannien (City of London)
6 Irland
7 Bermuda
8 Singapur
9 Belgien
10 Hong Kong

Auf weiteren Plätzen:
12 Österreich
15 Niederlande
17 Portugal (Madeira)

55 Liechtenstein

Letzter Platz:
60 Monacco

(Fürstin Gracia Patricia wird sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen..)

http://www.geld-kompakt.de/2009/11/05/schattenfinanzindex-besten-steueroasen-der-welt/

ruby November 12, 2014 um 19:40

Erinnere an SH-Finanzminister Claus Möller, der den Steuerwettbewerb der Gemeinden bei den Hebesätzen und Briefkästenfirmen angegangen ist.
Bitte die Mittel, Methoden verdeutlichen.
http://www.shz.de/lokales/insel-bote/steuerparadies-am-ende-id2353246.html
und
http://www.ksta.de/wirtschaft/steueroase-hinterm-deich,15187248,13196218.html
im kleinen wie im großen…

Wolfgang Michal November 12, 2014 um 19:49

Am 23. Oktober (da waren die SZ-’Enthüllungsartikel’ zu #luxleaks schon fertig) schrieb Stefan Ulrich unter der Überschrift: “Wer, wenn nicht Juncker” den Leitartikel in der SZ. Hier ein kleiner Auszug: “… Juncker ist ein stärkerer Politiker als Barroso. Er wird gegenüber Kanzlerin Angela Merkel und deren Kollegen in den Hauptstädten mehr Profil entwickeln… Und er wurde dreifach legitimiert: durch die Bürger in der Europawahl…, durch die Staats- und Regierungschefs… und durch das Europaparlament… Dort, im Parlament, wird Juncker von einer großen Koalition aus Sozialisten und Konservativen getragen, was ihn gegenüber den Staats- und Regierungschefs stärkt. So ausgestattet, könnte der Luxemburger ein großer Kommissionschef werden, wie es Jacques Delors war.”

Juncker wird sagen (und das hat er vor Jahren auch schon zu Obama gesagt, als er von den Amerikanern wegen des Steuerdumpings angegriffen wurde), wir können das Steuerdumping sofort beenden – wenn alle mitmachen. Und da nicht alle mitmachen (siehe Liste im vorstehenden Kommentar), war’s das.

Und apropos Delaware, Steueroase Nr.1. Wer hat diesen kleinen US-Bundesstaat wohl 36 Jahre lang (bis 2009) im US-Senat vertreten?

ruby November 12, 2014 um 19:52
ruby November 12, 2014 um 19:58

so siehts föderal aus vom Bundesstaat bestimmt
http://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__16.html

ruby November 12, 2014 um 20:03
ruby November 12, 2014 um 20:09

Luxemburg und Co. go home :

“dd) Ein Mindesthebesatz von 200 % wahrt die Grenzen der Zumutbarkeit.
104

Die Gemeinden erfahren zwar eine Einschränkung ihres bisherigen Entscheidungsspielraums. Die Festsetzung des Mindesthebesatzes hat für diejenigen Gemeinden, die bislang auf die Erhebung der Gewerbesteuer verzichtet oder einen Hebesatz von weniger als 200 % festgelegt haben, zur Folge, dass ihre bisherige Politik bei der Festsetzung der Hebesätze nicht fortgeführt werden kann (vgl. Otting, DB 2004, S. 1222 ). Das Hebesatzrecht als solches bleibt aber auch bei Festlegung eines Mindestsatzes von 200 % weiter erhalten (vgl. Hey, in: Festschrift für Hermann Otto Solms, 2005, S. 35 ; Otting, DB 2004, S. 1222 ). Es wird durch die angegriffenen Regelungen weder faktisch abgeschafft noch auf ein „Scheindasein“ reduziert und damit ausgehöhlt (Selmer/Hummel, NVwZ 2006, S. 14 ). Bei dem vorgegebenen maßvollen Mindesthebesatz von 200 % ist es den Gemeinden weiterhin möglich, durch einen weit unter dem Durchschnitt von gegenwärtig etwa 390 % liegenden Hebesatz andere Standortnachteile auszugleichen und am interkommunalen Wettbewerb um Gewerbeansiedlungen teilzunehmen; ein erheblicher Gestaltungsspielraum bleibt ihnen erhalten. In ihrem Kern ist die Finanzautonomie der Gemeinde daher nicht berührt.
105

Als unverhältnismäßig erweist sich die Beschränkung des Hebesatzrechts auch nicht deshalb, weil vor Erlass der angegriffenen Regelungen nur relativ wenige Gemeinden einen Hebesatz von weniger als 200 % oder gar einen Hebesatz von Null festgesetzt hatten, so dass von einer „Randerscheinung“ (Hey, in: Festschrift für Hermann Otto Solms, 2005, S. 35 ) gesprochen wurde. Soweit daraus geschlossen werden kann, dass der Eingriff in die gemeindliche Hebesatzautonomie der Bewältigung eines Problems von nicht sehr erheblichem Ausmaß diente, zeigt sich hier gleichermaßen auch der Eingriff selbst als nicht weitreichend. Ein unangemessenes Verhältnis von Ziel und eingesetztem Mittel offenbart sich darin nicht.

ruby November 12, 2014 um 20:34

Steueroasern richtig den Arsch zuschmieren …
https://www.youtube.com/watch?v=45CnwSKnx4k
vorsätzliche Steuerbefreiungen beenden und Steuergleichheit europäisieren geht ganz einfach, mit einem Federstrich;
morgen Gesetzesvorgabe in Brüssel schreiben :
Mindeststeuern von 75% der Durchschnittswerte in den EU-Staaten als Vorschlag !
Start 2015 ;-)

Frankie (f.k.a.B.) November 12, 2014 um 20:49

@ruby

Gewerbesteuer: regelmässig ist der grösste Gewerbesteuerzahler in München die – Stadtsparkasse München.

Was sind Linde, Allianz, Siemens, BMW, Munich Re? Richtig, Dax-30 Konzerne mit Sitz in München.
Dann gibts da noch MAN, MTU, OSRAM, Wacker Chemie, Rhode+Schwarz, Kraus-Maffei, Knorrbremse, Infineon, Rodenstock, Baywa AG…aber die Sparkasse, die machts.

Frankie (f.k.a.B.) November 12, 2014 um 20:53

@ruby

Bei allem Steuer-Gerechtigkeitsfuror gebe ich doch zu bedenken: bei einer Harmonisierung würde Deutschland Europa noch mehr dominieren als es eh schon tut. Ich hab schon Verständnis für die Peripherie, wenn sie durch Steuergestaltung wirtschaftsgeographische Nachteile auszugleichen versucht.

wowy November 12, 2014 um 20:56

Bangemann II
Viviane Reding geht zu Bertelmann.
http://taz.de/Viviane-Reding-geht-in-die-Wirtschaft/!149355/

wowy November 12, 2014 um 21:01

@Frankie und @all
q.e.d.
http://www.taz.de/!148655/
#TTIP #CETA

wowy November 12, 2014 um 21:19
Andreas Kreuz November 12, 2014 um 21:37

@Frankie (f.k.a.B.) November 12, 2014 um 20:53

Mann, Frankie, schwache SAP-Kür!

Das Gefälle besteht nicht zwischen Nord/Süd oder Zentrum/Peripherie.

Es besteht zwischen reich und arm – wann kapiert ihr das wohl?

Frankie (f.k.a.B.) November 12, 2014 um 21:59

@Andreas Kreuz

“Das Gefälle besteht zwischen Arm und reich” – das dürfte wohl einer der intellektuell beeindruckendsten Statements gewesen sein, die ich seit 20 Jahren gelesen habe. Ganz fein beobachtet, und doch von einer analytischer Wucht, die ein ganzes Universum neuer Erkenntnisse und aufregender Ausblicke auffächert.

Und wenn Du mir jetzt auch noch sagst, was das mit SAP zu tun, dann werd ich mich aus dem Staub der Demut , in den ich mich geworfen habe, nie wieder erheben. Ich versprechs!

Andreas Kreuz November 12, 2014 um 22:37

@Frankie (f.k.a.B.) November 12, 2014 um 21:59

Und welchen Erkenntnisgewinn versprachen Deine voraus gegangenen Binsen?

Ich nahm an, ein SAP-Insider ist ein kleines bißchen klüger.
Nach allem länderspezifischen customizing …

Hauke November 12, 2014 um 22:53

Die Unternehmenssteuer ist in Zeiten globalisierter Märkte ein Anachronismus und gehört daher abgeschafft.

Die entgangenen Einnahmen könnten durch Erhöhung der Umsatzsteuer kompensiert werden. Das Argument, dass Unternehmen die Umsatzsteuererhöhung auf die Preise umlegen, greift nur so weit, wie sich höhere Unternehemenssteuern ebenfalls auf Preise umlegen ließen.

Umsatzsteuer statt Körperschaftssteuer hätte den Vorteil, dass sie nicht durch Verlagerung umgangen werden könnte und der Wettbewerb um den günstigsten Steuerstandort beendet wäre. Außerdem würden auch Importgüter angemessen besteuert, Exportunternehmen könnten u.U. mit einer Exportabgabe belegt werden.

Daduch würde sich (rechtlich) Doppelbesteuerung/Doppelbelastung aus Kst. und persönlicher Ekst. vermeiden lassen und der Nachteil von ausgeschütteten Gewinnen gegenüber Zinserträgen wäre beseitigt. Mit einer einkommensabhängigen Besteuerung von Dividenden, Zins- und Kapitalerträgen ließe sich leistungsäquivalente Besteuerung realisieren.

Das hätte aber auch zur Folge, dass die Steuergesetzgebung vereinfacht würde, einige hochbezahlte Anwälte und Steuerberater arbeitslos und die Finanzämter entlastet würden. Die Steueroasen würden ihr Geschäftsmodell verlieren, Kapitaleigentümer hätten – womöglich – einen höheren Anteil am Steueraufkommen zu tragen (obwohl sich das alles natürlich auch aufkommensneutral gestalten ließe) und volkswirtschaftliche Ressourcen würden in die Wertschöpfung gelenkt, anstatt in der Verteilung gebunden zu sein.

An einem solchen Schreckensszenario kann natürlich niemand ernsthaft Interesse haben.

Lesestoff:
Einen mAn wirklich (wirklich!) guten Überblick liefert The Corporate Income Tax: international trends and options for fundamental reform

http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/publication530_en.pdf

Die Autoren Michael P. Devereux (Oxford University) und Peter Birch Sørensen (University of Copenhagen) untersuchten im Auftrag der EU Kommission unterschiedliche Ansätze der Besteuerung von unterschiedlichen Arten von Kapitalerträgen, reflektieren die Ziele der Besteuerung von Kapitalerträgen und beleuchten Entwicklung und Trends in der Besteuerung im Zeichen globalisierter Märkte.

Auf Seite 24 sind alle betrachteten Ansätze tabellarisch dargestellt, der von mir skizzierte Ansatz (A destination-based corporate cash flow tax bzw. VAT-type destination-based cash flow tax, Option 9) wird ab Seite 27 ff. erläutert. Bei der von den Autoren vorgestellten Variante wird die Steuerbasis um die Arbeitskosten reduziert, um Verzerrungen, die sich aus unterschiedlicher Kapitalintensität ergeben, zu begegnen und die indirekte, zusätzliche Besteuerung des Faktors Arbeit zu vermeiden. Da diese Form der Steuer nur Gewinne in Form “reiner Renten” erfasst, kann eine zusätzliche Steuer auf Zins-, Dividenden und Kapitalerträge in Erwägung gezogen werden.

Die Autoren schließen:

The basic message from this discussion is that governments are faced with trade-offs in multiple dimensions. For example, according to Table 2 the move to a destination-based cash flow tax of the VAT type – that is, a tax on domestic consumption out of non-wage income – would in principle eliminate all the important distortions on which policy-makers have tended to focus. However, this is achieved only through a radical departure from current tax practices, i.e., by giving up the taxation of normal returns to capital and the taxation of domestic-source income accruing to foreigners. (…) In principle, of course, it would still be possible to combine a business tax on pure profits with a personal income tax on interest, dividends and capital gains to ensure some amount of tax on normal returns.

Ich halte diese Paper für einen guten Einstieg, um die Komplexität des Themas zu verstehen. Ein Presseartikel, der sich mit dem Umsatzsteueransatz beschäftigt, habe ich auf dem Blog TheAtlantic gefunden: Why We Should Eliminate the Corporate Income Tax

http://www.theatlantic.com/business/archive/2010/10/why-we-should-eliminate-the-corporate-income-tax/65351/

Und dieser Eintrag beschäftigt sich mit der Frage, wer die Unternehmenssteuer letztlich trägt (mit einigen Links) und ist gegenüber dem Ansatz der Umsatzbesteuerung eher skeptisch eingestellt: Who Ultimately Pays the Corporate Income Tax?

http://economix.blogs.nytimes.com/2010/07/23/who-ultimately-pays-the-corporate-income-tax/

Anmerkung:
Diesen Kommentar habe ich vor etwa drei Jahren schon einmal im wunderbaren Blog von Dieter Meyeer gepostet. Er hat an Aktualität nichts eingebüßt und wenn es etwas mehr Bereitschaft gäbe, die realen Gegebenheiten anzuerkennen (Stichwort Globalisierung), dann könnte man sich die Debatte um Steueroasen im Allgemeinen und Juncker im Besonderen gerade mal schenken.

http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/

Hauke November 12, 2014 um 22:55

Mein Kommentar erwartet schon wieder Moderation. Warum?

Hauke November 12, 2014 um 22:56

Die Unternehmenssteuer ist in Zeiten globalisierter Märkte ein Anachronismus und gehört daher abgeschafft.

Die entgangenen Einnahmen könnten durch Erhöhung der Umsatzsteuer kompensiert werden. Das Argument, dass Unternehmen die Umsatzsteuererhöhung auf die Preise umlegen, greift nur so weit, wie sich höhere Unternehemenssteuern ebenfalls auf Preise umlegen ließen.

Umsatzsteuer statt Körperschaftssteuer hätte den Vorteil, dass sie nicht durch Verlagerung umgangen werden könnte und der Wettbewerb um den günstigsten Steuerstandort beendet wäre. Außerdem würden auch Importgüter angemessen besteuert, Exportunternehmen könnten u.U. mit einer Exportabgabe belegt werden.

Daduch würde sich (rechtlich) Doppelbesteuerung/Doppelbelastung aus Kst. und persönlicher Ekst. vermeiden lassen und der Nachteil von ausgeschütteten Gewinnen gegenüber Zinserträgen wäre beseitigt. Mit einer einkommensabhängigen Besteuerung von Dividenden, Zins- und Kapitalerträgen ließe sich leistungsäquivalente Besteuerung realisieren.

Das hätte aber auch zur Folge, dass die Steuergesetzgebung vereinfacht würde, einige hochbezahlte Anwälte und Steuerberater arbeitslos und die Finanzämter entlastet würden. Die Steueroasen würden ihr Geschäftsmodell verlieren, Kapitaleigentümer hätten – womöglich – einen höheren Anteil am Steueraufkommen zu tragen (obwohl sich das alles natürlich auch aufkommensneutral gestalten ließe) und volkswirtschaftliche Ressourcen würden in die Wertschöpfung gelenkt, anstatt in der Verteilung gebunden zu sein.

An einem solchen Schreckensszenario kann natürlich niemand ernsthaft Interesse haben.

Hauke November 12, 2014 um 22:57

Lesestoff:
Einen mAn wirklich (wirklich!) guten Überblick liefert The Corporate Income Tax: international trends and options for fundamental reform

http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/publication530_en.pdf

Die Autoren Michael P. Devereux (Oxford University) und Peter Birch Sørensen (University of Copenhagen) untersuchten im Auftrag der EU Kommission unterschiedliche Ansätze der Besteuerung von unterschiedlichen Arten von Kapitalerträgen, reflektieren die Ziele der Besteuerung von Kapitalerträgen und beleuchten Entwicklung und Trends in der Besteuerung im Zeichen globalisierter Märkte.

Auf Seite 24 sind alle betrachteten Ansätze tabellarisch dargestellt, der von mir skizzierte Ansatz (A destination-based corporate cash flow tax bzw. VAT-type destination-based cash flow tax, Option 9) wird ab Seite 27 ff. erläutert. Bei der von den Autoren vorgestellten Variante wird die Steuerbasis um die Arbeitskosten reduziert, um Verzerrungen, die sich aus unterschiedlicher Kapitalintensität ergeben, zu begegnen und die indirekte, zusätzliche Besteuerung des Faktors Arbeit zu vermeiden. Da diese Form der Steuer nur Gewinne in Form “reiner Renten” erfasst, kann eine zusätzliche Steuer auf Zins-, Dividenden und Kapitalerträge in Erwägung gezogen werden.

Die Autoren schließen:

The basic message from this discussion is that governments are faced with trade-offs in multiple dimensions. For example, according to Table 2 the move to a destination-based cash flow tax of the VAT type – that is, a tax on domestic consumption out of non-wage income – would in principle eliminate all the important distortions on which policy-makers have tended to focus. However, this is achieved only through a radical departure from current tax practices, i.e., by giving up the taxation of normal returns to capital and the taxation of domestic-source income accruing to foreigners. (…) In principle, of course, it would still be possible to combine a business tax on pure profits with a personal income tax on interest, dividends and capital gains to ensure some amount of tax on normal returns.

Ich halte diese Paper für einen guten Einstieg, um die Komplexität des Themas zu verstehen.

Hauke November 12, 2014 um 22:58

Ein Presseartikel, der sich mit dem Umsatzsteueransatz beschäftigt, habe ich auf dem Blog TheAtlantic gefunden: Why We Should Eliminate the Corporate Income Tax

http://www.theatlantic.com/business/archive/2010/10/why-we-should-eliminate-the-corporate-income-tax/65351/

Und dieser Eintrag beschäftigt sich mit der Frage, wer die Unternehmenssteuer letztlich trägt (mit einigen Links) und ist gegenüber dem Ansatz der Umsatzbesteuerung eher skeptisch eingestellt: Who Ultimately Pays the Corporate Income Tax?

http://economix.blogs.nytimes.com/2010/07/23/who-ultimately-pays-the-corporate-income-tax/

Hauke November 12, 2014 um 23:04

Frank Lübberding

Bitte löschen Sie doch alles was sich derzeit im Moderationsordner befindet (sonst steht nachher alles doppelt). Das Thema Unternehmenssteuern scheint für Ihre Blogsoftware schwer verdaulich zu sein. Das ging jedenfalls nur klein portioniert durch.

Hauke November 12, 2014 um 23:14

Anmerkung:
Oben stehenden Kommentar habe ich vor drei Jahren schon einmal auf dem wunderbaren Blog von Dieter Meyeer gepostet:

http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/

Er hat nichts an Aktualität verloren und wenn es in der Politik etwas mehr Bereitschaft gäbe, sich den realen Gegebenheiten zu stellen (Stichwort Globalisierung), dann könnte man sich manche Debatte über Steueroasen im Allgemeinen und die Rolle Junckers im Besonderen glatt schenken.

Frankie (f.k.a.B.) November 12, 2014 um 23:18

@Andreas kreuz

“Und welchen Erkenntnisgewinn versprachen Deine voraus gegangenen Binsen?”

Recht Du hast , deshalb detaillierter:

Bei allem Steuer-Gerechtigkeitsfuror gebe ich doch zu bedenken: bei einer Harmonisierung würde Deutschland Europa noch mehr dominieren als es eh schon tut. Ich hab schon Verständnis für die Peripherie, wenn sie durch Steuergestaltung wirtschaftsgeographische Nachteile auszugleichen versucht.
Warum wirtschaftsgeographische Nachteile der Peripherie im Vergleich zu Deutschland? Weil Deutschland im Zentrum des Wirtschaftraums Europas liegt, des grössten und leistungsfähigsten der Welt, mit tiefer Rechts- und Transaktionssicherheit. Und in diesem Raum können von fast überall in Deutschland aus an einem Tag 350 Millionen Menschen erreicht werden, güterlogistisch gesehen. Von Lissabon aus nur 50 Millionen, von Irland auch nicht mehr. Das spielt eine respektable Rolle, gerade in Zeiten von just-in-time, und in denen eine effektive supply-chain für die Wertschöpfung immer wichtiger wird. Deshalb wird Deutschland immer produktiver sein als die Peripherie, und wenn sie dort auch alle Feiertage abschaffen und keinen Urlaub mehr machen. Dieser Wettbewerbsvorteil einer Volkswirtschaft setzt zunächst ganz grundlegende Parameter; wenn die Peripherie sowas über Steuergestaltung auszugleichen versucht, kann ich das nachvollziehen.
Luxemburg und Niederlande sind natürlich keine Peripherie, was die treiben ist ganz normaler beggar-thy-neighbour Steuerhooliganismus.

f.luebberding f.luebberding November 12, 2014 um 23:37

Hauke

Das Problem mit der Moderation taucht immer auf, wenn mehr als drei links gesetzt werden. Dann vermutet der Filter Spam. So ein Algorithmus ist halt eine intellektuelle Niete … .

Natalius November 13, 2014 um 00:34

@Hauke, @Ruby, @Frankie Yellen, …

Mit einigen von euch (durchschnittlich) 45yos macht es richtig Spaß, sich auszutauschen. Stelle fest, dass ein alter Sack manchmal nur Trivialitäten einstellt, aber, ähm, denkt auch an die Novizen! Für die (und – nicht selten – sogar man selbst) sind vielleicht schon basics wichtig über die man i.A. nicht spricht. Diese “Verflechtungen” sind manchmal extrem schwer zu zerdröseln. “Man” sieht es – irgendwie – aber es ist extrem schwer in Worte zu fassen. Z.B. Dschünkehr und warum der so ne extreme Provokation für die City bedeutet. Vielleicht gibt es unter Pokerspielern Regeln, die auf eine “Selbsteinteilung” in Spielern erster, zweiter, und dritter Klasse hinauslaufen. Das wäre dann ein Psychopathenparadoxon: Relativität bei Raum und Zeit und gleichzeitig Absolutivität bei “Macht” (was das auch immer ist) anzuerkennen.

Bladnoch1971 November 13, 2014 um 07:13

“Luxemburg und Niederlande sind natürlich keine Peripherie, was die treiben ist ganz normaler beggar-thy-neighbour Steuerhooliganismus.”
Dem ist nichts hinzu zu fügen! Vor allem wenn man bedankt das die Niederlande schon seit Jahrzehnten das Land sind aus dem wir am meisten importieren:

Da finde ich die niederländische Politik ziemlich unverschämt, darauf sind sie nun wirklich nicht angewiesen.
Das wäre eigentlich ein Grund das Doppelbesteuerungsabkommen sofort zu kündigen.

topi November 13, 2014 um 08:23

Hauke,

da hast du gründlich den thread gehijackt. ;-)

Ich habe keine Lust auf englische papers; hast du schon mal Preiskalkulationen betrieben?

“Das Argument, dass Unternehmen die Umsatzsteuererhöhung auf die Preise umlegen, greift nur so weit, wie sich höhere Unternehemenssteuern ebenfalls auf Preise umlegen ließen.”

Wenn sich der Umsatzsteuersatz erhöht, erhöhen sich die Verbraucherpreise ganz automatisch im Handel. Der Hersteller lässt seine Preise unverändert. Gelegentlich gibt es Anpassungen, wenn Firmen mit UVB-VKE arbeiten. Dann kann es auch mal an Preisgrenzen (man bleibt gerne unter der hundert, und springt dann zur 109 bspw.) geringfügige Absenkungen der Nettopreise geben.

In der regel findet das nicht statt, es wird die UST-Erhöhung gar genutzt, die Nettopreise nach oben anzupassen.

Bei Gewinnsteuern ist dies komplett anders.

Wie gesagt, ich wühle mich nicht durch die papers; steht da etwas dazu, oder wird der entscheidende Punkt einfach weggelassen?

topi November 13, 2014 um 08:29

Frankie wieder mit der Banane.

In der Peripherie gibt es geringere Preise, Mieten, Löhne, logischerweise. Da braucht es keineswegs andere Steuersätze, um den Sog der Zentren auszugleichen.

Und wie du selber feststellst; etliche der krassesten Steuerdumper liegen mitten drin, also wohl nur ein Scheinargument.

Wenn in den Ländern die Verteilung zwischen Kapitaleinkommen, Funktionselite und dem Rest (der fast alles ausgibt) geglätteter ist, ergibt sich außerdem keineswegs zwingend ein wirtschaftlicher ABschwung.
Siehe in die Geschichte, das Gegenteil ist der Fall; zumindest solange nicht der Nachbar der Dumper ist.

jmg November 13, 2014 um 11:23

Luxemburg ist nicht nur Steueroase, sondern vor allem eine Bankenoase.

Eine Grafik sagt mehr als tausend Worte:

Ein Bild auch. Man kennt sich und man schätzt sich.

Yves Mersch
Member of the Executive Board of the ECB.

Jean-Claude Juncker Kommissionspräsident.

Die Banken haben ihre Cheflobbyisten aus dem Mini-Staat Luxemburg in den wichtigsten Entscheidungsgremien plaziert.
Gegeben die Personalsituation wird es mit einer höheren Besteuerung von Kapitalerträgen oder der effektiven Regulierung von Banken schwierig werden.

Hauke November 13, 2014 um 13:44

topi

Wenn Unternehmenssteuern erhöht werden, so gibt es drei mögliche Gruppen, die diese Steuern letztendlich bezahlen: Kapital, Arbeit oder Konsumenten. Von diesen drei Gruppen ist derzeit nur eine Gruppe mobil: Kapital. In einer offenen Volkswirtschaft kann daher davon ausgegangen werden, dass die Steuerlast letztendlich zwischen dem Faktor Arbeit und den Konsumenten aufgeteilt wird, d.h. eine Mischung aus weniger Beschäftigung und niedrigeren Löhnen (wegen Produktionsverlagerung) sowie höheren Preisen (soweit sich die Steuer sich auf Preise umlegen lässt). Bei nicht-handelbaren Gütern und Dienstleistungen sind es eher höhere Preise, bei handelbaren Gütern und Dienstleistungen trägt eher der Faktor Arbeit die Steuerlast. Die Frage ist jetzt: Lässt sich die Unternehmenssteuer aufkommensneutral abschaffen in einer Weise, die Verzerrungen reduziert anstatt sie zu erhöhen und die womöglich sogar mit Wohlfartsgewinnen einhergeht? Ich meine, dass das geht und dass mit einer umsatzsteuerähnlichen Besteuerung des inländischen Umsatzes (Besteuerungsbasis ist die Wertschöpfung + Importe abzgl. Arbeitskosten) eine ganze Reihe von Vorzügen verbunden sind, die eine genauere Betrachtung Wert sind und für die es sich möglicherweise lohnt, die Nachteile in Kauf zu nehmen.

“Ich habe keine Lust auf englische papers;”

Das verhindert den Erkenntnisgewinn vollständig, denn in den Wirtschaftswissenschaften gibt es keine relevanten wissenschaftlichen Arbeiten auf Deutsch. Ich schließe daraus, dass das Interesse an Erkenntnisgewinn nicht sehr hoch ist?

ruby November 13, 2014 um 18:51

@ Hauke (USt-Expert)
Vorschlag:
5% für die EU
6-15% Mindeststeuer für alle
16-20 nach belieben jeden Staates

@ jmg
schön, dass du mitliest – danke für die vielen guten links ;-)
Bernd Klehn liegt falsch im Herdentrieb bezüglich NZB´s wie ich die Statutern lese… und die EU-Verträge haben viele ungelöste Fragestellungen sowie Machtfülle der EZB, die auch die Gerichte nicht werden lösen können.
Das war wohl so beabsichtigt von den Verfassern – eine Einbahnstrasse?
Vielleicht schreibt soffi etwas dazu …

ruby November 13, 2014 um 18:55
ruby November 13, 2014 um 19:01
ruby November 13, 2014 um 19:09

Wie hoch sind die Rückstellungen von Banken, die sie für Manipulationen verschwendet haben?
Wer hat zu diesen noch Vertrauen (Grundlage der Kreditgewährung)?
Warum nicht Alternativen zu den moralisch verrotteten Banken nutzen?

ruby November 13, 2014 um 19:27

Es wird wieder Gerechtigkeit geben
https://www.youtube.com/watch?v=Ifk08JOwd8E
Nightwing flies again …

ruby November 13, 2014 um 19:35
Goodnight November 13, 2014 um 19:58

Yep, die Unternehmenssteuern sind wirklich das primäre Problem, die Ursache numero uno, das Böse an sich, die Mutter aller Krisen.
Wenn wir das lösen, dann wird endlich die Inflation über uns kommen, und dann die Vollbeschäftigung, die Schuldenbefreiung, das Paradies, der unendliche Konsum bei absoluter Gleichheit und Freiheit.

Nope, das Problem ist die Entkopplung des Kapitalismus vom Rest. Und unter Rest fallen so Sachen wie Arbeit, Konsum und Sparen.

“Anybody who tells you money is the root of all evil doesn’t fucking have any.”
(boiler room)

Ostsächsischer Papierkorb November 13, 2014 um 21:16

>>> denn in den Wirtschaftswissenschaften gibt es keine relevanten wissenschaftlichen Arbeiten auf Deutsch.

Das ist un …un …ungeheuerlich ist das! Wir haben auf deutsch die fünf Topfökonomen. Im März heizten sie an von 1,6 auf 1,9 und kühlen jetzt runter auf 1,2. Was heißt das? Das heißt, sie nutzten erneuerbare Energien.

Obendrauf auf die Topfökonomen kommt noch @ topi. Auch er hijacked ganz oft auf deutsch.

ruby November 13, 2014 um 21:55

Die, die Vollbeschäftigung und Schuldenbefreiung ikonisieren, wollen deren Wirklichkeit (familiengerechte Einkommen und zinsfreie Investitionfähigkeit) garnicht realisieren, sie dienen zur Abschöpfung von Arbeit (-skraft), Konsum (-entenrente) und Ersparnis (-quoten).
Wissen, zu monopolisieren und sich durchzusetzen oder Vielfältigkeit und Selbstlosigkeit?

Natalius November 13, 2014 um 22:12

@15 November 12, 2014 um 18:38
“EU-Luxemburg nur 2. Sieger

Who is who(le)?

Für das Ranking wurden Finanzplätze anhand bestimmter Kriterien wie Rechtsprechung, Verschleierungstaktiken und Geheimhaltungsregeln untersucht und im Schattenfinanzindex zusammengefasst. Die Top Ten der besten Steueroasen:”

Es gibt auch die – regelmäßig aktualisierte – Forbes-Liste, in der die “rich and famous” “gerankt” werden. Auffällig an der Forbes-Liste ist, dass der Name R. erstmalig an etwa Platz 1000 auftritt. Das mag mal grösser oder kleiner als Platz 1000 sein, es ist aber niemals der zur Zeit “leading R.” aus der City of London. Sein Name taucht aber in offiziellen Dokumenten auf, die eine amerikanische Behörde ins Netz stellt, der es ums sogenannte “inside trading” geht. ( Letzteres ist aus philanthropischer Sicht ein böses Wort und sollte gegen “insight trading” ersetzt werden.) Stichwort “Blackstone Group”, “harmlose” 21.7 Mio (aufgedeckt) usw. Hier die Behörde: www dot sec dot gov. Der Rest ist mir zu heiss. Für einen ernsthaft interessierten Menschen reichen die Stichworte allerdings aus, um sich weiter zu informieren.

So, wenn also die These des von mir verlinkten Herrn Balkenchart stimmt, dass nämlich Gold bis heute (trotz Fiat money) nie seine Rolle als Reserve und WÄHRUNG IM INTERNATIONALEN HANDEL (inclusive Öl, Krieg, Drogen, Menschen) ganz verloren hat, dann kann man sich leicht ausrechnen, wieviel ein Menschenleben wert ist:
ES IST ZU MEINER EIGENEN ÜBERRASCHUNG ZIEMLICH GENAU EINE UNZE (REAL)GOLD WERT.

Manchmal fragt man sich, ob das immer so schon war, oder ob sogar die Unze so definiert wurde.

Auch an @Keynesianer und @Ruby: Rechnet nach!

Frankie (f.k.a.B.) November 14, 2014 um 00:13

@goodnight

“Nope, das Problem ist die Entkopplung des Kapitalismus vom Rest. Und unter Rest fallen so Sachen wie Arbeit, Konsum und Sparen.”

Aber @goodnight, das ist ja gerade das Motiv, das Ziel, das Streben im Kapitalismus seit jeher: sich vom “ganzen Rest” abkoppeln zu können. Abzukoppeln von der ganzen schweisstreibenden Realwirtschaft, mit ihrer ewigen Unsicherheit, mit ihrer anstrengenden Alltagsmühsal, bei der man wieder jeden Tag aufs neue sich beweisen und das Mammut jagen muss, bei der man immer mühevoll Beziehungen pflegen muss, wo man immer auf Kooperation mit anderen angewiesen ist, und manchmal auf deren Solidarität und Wohlwollen.

Das Versprechen des Kapitalismus ist ja gerade, auf all dies nicht mehr angewiesen zu sein, weil man Forderungen angesammeln kann , weil man Werte in Zahlungen transformieren kann, weil man einen Schatz heben kann, der einen frei davon macht Rücksicht zu nehmen und, noch wichtiger, auf die Rücksichtnahme anderer nicht angewiesen zu sein! Das ist die grösstmögliche Ausprägung von Freiheit, und der Kapitalismus ist das Tool dafür.

Kapitalismus ist nichts anderes als Entkoppelung vom Rest.

Goodnight November 14, 2014 um 05:44

@Frankie

Yep, nur was machen wir dann mit all dieses Beobachtungsformeln wie “I=S” und so, wenn die Banken mir Strafzinsen aufbrummen um mich vom Sparen abzuhalten und zugleich all die Unternehmen/Banken ihr ganzes Geld nicht investieren? Was kann ich dann noch beobachten, in der Realität? Ohne I und ohne S? Wenn meine Theorien nicht mehr stimmen? Ich kann natürlich wie Herr Sinn viel Reputation und Geld erwerben, indem ich ständig die Abweichung der Realität von der Theorie in die Kommunikation einwerfe….und fordere, dass die Realität (des Kapitalismus) gefälligst den Theorien zu folgen hat. Nur ist das wissenschaftlich ohne Bedeutung.

D.h.: Wir können beobachten, dass der Kapitalismus sich von unseren Theorien entkoppelt, aber wir können den Kapitalismus -gerade deswegen- nicht mehr beobachten. Er ist da, nur wir wissen nicht wo, wie und warum.

“I read this article a while back, that said that Microsoft employs more millionaire secretary’s that any other company in the world. They took stock options over Christmas bonuses. It was a good move. I remember there was this picture, of one of the groundskeepers next to his Ferrari. Blew my mind. you see shit like that, and it just plants seeds, makes you think its possible, even easy. And then you turn on the TV, and there’s just more of it. The $87 Million lottery winner, that kid actor that just made 20 million o his last movie, that internet stock that shot through the roof, you could have made millions if you had just gotten in early, and that’s exactly what I wanted to do: get in. I didn’t want to be an innovator any more, i just wanted to make the quick and easy buck, i just wanted in. The Notorious BIG said it best: “Either you’re slingin’ crack-rock, or you’ve got a wicked jump-shot.” Nobody wants to work for it anymore. There’s no honor in taking that after school job at Mickey Dee’s, honor’s in the dollar, kid. So I went the white boy way of slinging crack-rock: I became a stock broker.”
(boiler room)

Natalius November 14, 2014 um 06:55

“D.h.: Wir können beobachten, dass der Kapitalismus sich von unseren Theorien entkoppelt, aber wir können den Kapitalismus -gerade deswegen- nicht mehr beobachten. Er ist da, nur wir wissen nicht wo, wie und warum.”

Tja, manchmal wissen wir es nicht. Manchmal erzählt uns Hollywood Wahrheit als Fiktion. Oft wird uns aber auch Fiktion als Wahrheit verkauft. Das berühmte Märchen vom Tellerwäscher, der es zum Millionär brachte.

Andreas Kreuz November 14, 2014 um 09:15

@Frankie (f.k.a.B.) November 14, 2014 um 00:13

Da habe ich etwas für Dich.
Zum Thema ‘Entkoppeln vom Rest‘:

Bogus November 14, 2014 um 09:52

“Wir können beobachten, dass der Kapitalismus sich von unseren Theorien entkoppelt, aber wir können den Kapitalismus -gerade deswegen- nicht mehr beobachten.”

Na, bei der Vielzahl von Theorien, die – wie mir scheint in erster Linie abhängig von der jeweiligen Interessenlage – zum Kapitalismus entwickelt wurden und werden, wird sich doch wohl noch etwas Passendes finden lassen?

Im Übrigen brauche ich keine Theorie, um etwas zu BEOBACHTEN. Sondern die Theorie folgt aus der Beobachtung.

Manfred Peters November 14, 2014 um 10:14

Wo ist das Problem?
Ein “Volk ohne Raum” für Häuser sucht einen friedlichen Ausweg und es gibt natürlich einen mediengesteuerten Sozialneid, oder Asselborn:
„Wir haben keinen Platz für Häuser, deshalb haben wir nur Briefkastenfirmen.“ ;-)

Huuh November 14, 2014 um 11:01

>>> “Er ist da, nur wir wissen nicht wo, wie und warum.”

Warum habe nicht ich, warum haben immer die anderen diese großen Ideen?

Und damit zurück zur Sprachlosigkeit.

topi November 14, 2014 um 13:00

“Das verhindert den Erkenntnisgewinn vollständig, denn in den Wirtschaftswissenschaften gibt es keine relevanten wissenschaftlichen Arbeiten auf Deutsch. Ich schließe daraus, dass das Interesse an Erkenntnisgewinn nicht sehr hoch ist?”

Was meinst du für Erkenntnisgewinn aus neoklassischen Rechenspielchen mit neoliberalen Annahmen erwachsen können=

Ein kleiner Blick auf die Finanzkrise; genau, Null.

Da ist mein Zwei-Personen-Modell der Volkswirtschaft weit besser, es erklärt perfekt den Zwang zur Neuverschuldung bei Auseinanderfallen von Einkommen und realausgabewünschen, mit dem unweigerlichen Ende der Gesamtschuldenkrise bei Neuschuldnerabriss, wenn die Einkommen dauerhaft von den Realausgabewünschen abweichen.

Das versteht auch jeder Fünftklässler, wenn er will.
Mit der Erkenntnis: Politik sollte Rahmen schaffen, dass Einkommen nicht den Ausgabewünschen davonfliegen, sonst kracht es unweigerlich. (das ist noch unabhängig von lechts oder rinks; man kann ja jeden ab Einkommen X zwangsverpflichten, große Villen mit Bediensteten zu betreiben und die Kohle bei rauschenden Festen rauszuhauen, oder so).

Neoklassisch gerechnete Modelle ergeben dagegen so wunderliche Thesen, dass doch ein Exportüberschuss von 8% des Sozialprodukts sinnvoll sein können.
Was für ein Dünnschiss, da braucht man auch keinen Gedanken mehr daran zu verschwenden; die ganze Überschussexportökonomie muss auf diesen Exportüberschuss ausgelegt sein und so kollabierten die Sozialsysteme bspw., wenn man irgendwann (wir werden ja älter, die anderen ja nicht, oder so, und versorgen uns dann mit Windeln, Kuchenbrötchen und Rollatoren) zu einem Importüberschuss nennenswerter Größenordnung wechselte.

Ja schon ein Rückbau des Überschusses dürfte für den Rat der Weisen eine Katastrophe bedeuten. Aber ich schweife ab.

Hast du denn belastbare Daten zur Preisüberwälzung von Unternehmenssteuern?

Wie gesagt, die UST wird komplett auf die Preise geschlagen, eher noch etwas mehr.

Bei Unternehmenssteuern dürfte die Empirie ziemlich sicher eine Nichtsignifikanz ergeben.

Zu welchen Preissenkungen haben denn Unternehmenssteuersenkungen geführt?

topi November 14, 2014 um 13:02

Damit wird die blumig formulierte These, dass sowohl Umsatzsteuer- als auch Gewinnsteuern komplett auf die Preise überwälzt werden, schlicht falsch.

Übrig bleibt die politische Forderung, Kapital doch von jeglicher Besteuerung freizustellen, weil, ja weil das scheue Bambi eh nicht besteuert wird.

Nein danke.

petervonkloss November 14, 2014 um 13:26

Die kleinen Tränchen von Asselborn sind immer hübsch anzuschauen. Für den Euro
und jetzt für sein liebes Land
hat er sie fast zu deutlich gedrückt.
Er ist ein ganz herziger Bursche,
Frauen mögen ihn (Illner).
Er ist auch ein Freund von Joschka
und Cohn Bendit.

petervonkloss November 14, 2014 um 13:51

Nein, es war die hübsche Lesbe.

keiner November 14, 2014 um 22:23

TRSS hat’S schon immer gesagt: Alle Unternehmenssteuer muss weg, weg, weg, ist des Teufels, Teufels, Teufels…

Amen. Neoliberales…

The Real Slim Shady November 15, 2014 um 11:42

Ein weiterer hübscher Kommentar für die Ahnungslosen. Eingeweihte hingegen wissen, das seit langem die Bundesrepublik Deutschland eine 1A-Steueroase speziell für US Konzerne ist, neben den Niederlanden, wenngleich letztere in einem anderen steuerlichen Kontext. Luxemburg war und ist nicht spannend wegen seiner vermeintlich laxen Steuern, sondern wegen seines insgesamt sehr flexiblen Handels- und Gesellschaftsrechts. Luxemburg ist nicht das Land der Steuersparvehikel, sondern der Finanzierungs- und Zweckgesellschaften. So wie Irland früher, bevor das Land tatsächlich einige waschechte goodies in Sachen corporate tax aus dem Hut zauberte.

Aber nochmal: die sogenannten “Steueroasen” hätten nichts zu Knabbern, wenn Ihnen nicht Länder wie Deutschland oder Frankreich, mit ultrakomplizierten Steuerregeln, deren Komplexität immerwieder neue Steuersparmodelle hervorbringen, die Knochen hinwerfen würden. Die teuersten und effektivsten Steueranwälte Europas sitzen demnach auch nicht in Luxemburg oder Dublin, sondern in Frankfurt, Stuttgart, Köln/Bonn und Paris.

The Real Slim Shady November 15, 2014 um 11:48

>D.h.: Wir können beobachten, dass der Kapitalismus sich von unseren Theorien entkoppelt, aber wir können den Kapitalismus -gerade deswegen- nicht mehr beobachten. Er ist da, nur wir wissen nicht wo, wie und warum.

Sehr schönes Wort zum Sonntag, wenn auch einen Tag zu früh…

The Real Slim Shady November 15, 2014 um 11:52

>TRSS hat’S schon immer gesagt: Alle Unternehmenssteuer muss weg, weg, weg, ist des Teufels, Teufels, Teufels…

Das war aber nur der erste Teil dessen, was er gesagt hat; der zweite Teil lautete: im Gegenzug die persönliche Einkommenssteuer progressiv und deutlich hinaufsetzen. Beide Teile der Aussage hat er seinerzeit hinreichend begründet.

The Real Slim Shady November 15, 2014 um 12:04

>Das versteht auch jeder Fünftklässler, wenn er will.

Tut er, aber nur, weil alle diese Modelle für die Katz sind. Was erklärt der “Zwang zur Neuverschuldung” für die Wirtschaft denn anderes, als der “Zwang zur schnellen Fortbewegung” für das Fliegen? Nothing at all!!! Wenn ein Flugzeug in der Luft anhält oder auch nur zu langsam wird, stürzt es ab. Versteht auch jeder Fünftklässler, selbst wenn er nicht will.

Manche Dinge erschliessen sich halt einfach nur aus der Bewegung, da haben der Kant und der Hegel schon recht gehabt. “Zeit” ist der entscheidende Faktor, aber Zeit gibt es halt nicht “so” und noch nicht einmal “an sich”. Nimmt man der Dialektik ihren gelegentlichen Hang zur Teleologisierung, dann gelangt man flink zu Rätsels Lösung: morphogenetisches Dahinschwabbeln ohne Sinn und ohne Zweck.

The Real Slim Shady November 15, 2014 um 12:14

>Und apropos Delaware, Steueroase Nr.1. Wer hat diesen kleinen US-Bundesstaat wohl 36 Jahre lang (bis 2009) im US-Senat vertreten?

Noch so ein dahingeschwätzter B/S. Einmal die Statements der Fortune 500 Corporations durchanalysiert kommen wir zu welch merkwürdiger Schlussfolgerung?

1) Alle in Delaware ansässig
2) Die allermeisten mit einem effektiven Steuersatz von +30% belastet

Pozzedeblizz… wie kömmt das denn?

The Real Slim Shady November 15, 2014 um 12:34

>Kapitalismus ist nichts anderes als Entkoppelung vom Rest.

Ganz falsch. Der erfolgreiche Kapitalist muss auf das Stärkste gekoppelt sein, weil er nur so “die Arbeit” von vielen zu seinem Profit ausnutzen kann. Der entkoppelte lonesome rider ist hingegen ein loser und wird es jenseits der Massen zu nichts bringen.

So gesehen erlebt der Kapitalismus aktuell mal wieder seine haydays. Interessant hingegen, wie sehr sich kapitalistisch ausnutzbare “Arbeit” gewandelt hat. Denn um heute kaüitalistisch erfolgreich zu sein, muss man keine factory mehr gründen, in der die armen Knechte malochen; nein, vielmehr gründet man einen Youtube-Channel, gibt dort seinen Klamauk zum Besten und rekrutiert 5 Millionen loyale “follower”. Lohn der Mühe: zwischen 500 Tausend und 5 Millionen pro Jahr, abhängig vom Preis der geschalteten Werbeanzeigen. Die Topkapitalisten heissen nicht mehr Rockefeller und noch nicht einmal mehr Zuckerberg, sondern “PudiePie”. Und sie wollen nicht mehr “machen”, sondern nur “spielen”…

Welcome to the new world, ladies and gentlemen! Was wollt ihr da mit alten Säcken wie Sinn und Keynes und ihren angestaubten Abstrahierungen von vor 100 Jahren denn ernsthaft erklären?

ruby November 15, 2014 um 13:01

@ TRSS
aber eine FED mit Geldschöpfung brauchst Du schon noch oder?

Bruchmüller November 15, 2014 um 13:27

@ TRSS
Ein dreifaches “Aaah!”
Ein einfaches “Aha” noch.

Es ist Wochenende. Mehr Zeit ist nicht.

Bogus November 15, 2014 um 13:39

Der Vergleich Flugzeug/Wirtschaft hinkt natürlich. Aber apropos Flugzeug: Wie’s aussieht tut sich doch noch was bzgl. MH17:

http://www.blick.ch/news/ausland/russisches-tv-behauptet-ukrainischer-kampfjet-schoss-mh17-ab-id3274332.html

Doktor D November 15, 2014 um 15:13

Ein smarter Franzose, Baudrillard glaube ich, hat mal geschrieben, den Kapitalismus gebe es gar nicht. Der Begriff wäre der Versuch ein komplett chaotisches, ungesteuertes und unsteuerbares Handlungsgeflecht als rationalen Prozess zu simulieren, damit wir nicht vor Panik wahnsinnig werden. Also so eine Art religiöses Konzept. Klingt plausibel, wenn ich mir so die ökonomische Debatte anschaue.
Vielleicht wäre es interessant, mal ein MashUp aus Baudrillard und Systemtheorie zu machen.

Frankie (f.k.a.B.) November 15, 2014 um 15:59

@TRSS

“Ganz falsch. Der erfolgreiche Kapitalist muss auf das Stärkste gekoppelt sein, weil er nur so “die Arbeit” von vielen zu seinem Profit ausnutzen kann.”

Schlampig gelesen, TRSS. Mein Statement betrifft nicht wie der Kapitalist agiert ( stark gekoppelt an “die Arbeit” natürlich ) , sondern zu welchem Behufe er das tut – Geld, Reichtum, Schatzfund reduziert Abhängigkeit von so fragilen und volatilen Dingen wie Solidarität, Wohlwollen, Rücksichtnahme. Die meisten gewähren diese Dinge gern und mit vollen Herzen, tun aber alles um nicht davon abhängig zu sein – meschliches Dilemma.

Frankie (f.k.a.B.) November 15, 2014 um 16:09

@Doktor D

“Der Begriff wäre der Versuch ein komplett chaotisches, ungesteuertes und unsteuerbares Handlungsgeflecht als rationalen Prozess zu simulieren, damit wir nicht vor Panik wahnsinnig werden. Also so eine Art religiöses Konzept. Klingt plausibel, wenn ich mir so die ökonomische Debatte anschaue.”

Hierzu eine interessante Bemerkung von Sloterdijk (Gedächtnisprotokoll aus einer Fernsehsendung): “… der Mensch hält die Vorstellung einfach nicht aus, dass wir alle eigentlich in einem Zug sitzen , der führerlos durch die dunkle Nacht braust…er braucht eine Zentralinstanz, der er vertrauen kann, weil sie weiss was geschieht…das war mal die Religion, dann der Hegel’sche Weltgeist, der Kommunismus oder eben die unsichtbare Hand des Marktes…”

Fand ich eine plausible Beschreibung menschlicher Angstbewältigungsstrategien.

ruby November 15, 2014 um 17:59
ruby November 15, 2014 um 18:07

Tagesfavorit “Spitzbuben” !

ruby November 15, 2014 um 18:40

“Schauen Sie, diese Niedrigzinspolitik, die wir jetzt haben, die ist ja auf Dauer nicht durchzuhalten, die führt ja selbst wieder zu Nebenwirkungen. Wie Medikamente, die starken Mittel, die andere Nebenwirkungen machen. Diese Niedrigzinspolitik kann ja nicht auf Dauer sein. Wie aber wollen wir diese Niedrigzinspolitik, wie wollen wir da wieder herauskommen, ohne dass uns das Haus umfällt?
aus :
http://www.deutschlandradiokultur.de/finanzkrise-der-fehler-im-system.1008.de.html?dram:article_id=303172
Was ist das für ein einfallsloser “Exchefvolkswirt” …
mal bei Soffi nachlesen :
http://soffisticated.wordpress.com/2014/11/14/schatten-ist-nur-dann-wenn-sonne-ist/
daraus:
“…das Verlustrisiko einzudämmen …

Und genau hier liegt der Grund dafür, daß die Diskussion um das System der Schattenbanken so verquer gestaltet ist, da man durch die “Regulierung” die Sonnenbanken der Möglichkeit beraubt hat ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen zu können, nämlich über die Einnahme von Versicherungsprämien – wozu primär die Zinsen (auch) da sind – die aus der allgemeinen Zukunftsunsicherheit resultierenden Verluste aus Kreditabschreibungen tatsächlich neutralisieren zu können. Doch auch wenn es inzwischen anders strukturiert ist: an der “Schatten”-Instanz, die es vermag Verlustabschreibungen auch abfedern zu können, geht kein Weg vorbei. Regulierung hin oder her!”

Sieht nicht so aus, dass die Gläubiger willens dazu sind – suchen lieber weiter willfärigeiche Schlachtlämmer .

ruby November 15, 2014 um 18:52

Mit gepanschten Risikofinanzanlagen jenseits der Realwirtschaftsgeschäftsleldern wird es keinen nachhaltigen Ausgleich geben. Das hat Piketty sehr fundiert dokumentiert.
Es steht Investition in zukunftsorientierte Entwicklung von Wirtschaftsgesellschaften an, mit angemessenen Herstellkosten der sinnvollen “Produkte”…
Junk ist etwas für wenige Gambler:
http://www.youtube.com/watch?v=bQW235_hnbE

ruby November 15, 2014 um 19:35
ruby November 15, 2014 um 19:45

Schon mal mit so einer Bassistin gespiel?
;-) ;-) ;-)

Eagon November 15, 2014 um 20:00

Ohne Steuervermeidung der IG Farben gäbe es heute keine UBS.

Adolf Hitler war Einkommensmillionär der keinen Euro Steuer bezahlen mußte.

Warum hatten moderne Politiker wie Gerhard Schröder an Steuertransparenz kein Interesse gehabt?

Und die modernen Politiker, die ihm nachgefolgt sind?

ruby November 15, 2014 um 20:14
The Real Slim Shady November 15, 2014 um 21:27

>Es steht Investition in zukunftsorientierte Entwicklung von Wirtschaftsgesellschaften an, mit angemessenen Herstellkosten der sinnvollen “Produkte”…

Was soll daran nicht “zukunftsorientiert”, ja sozial überaus wünschenswert sein, wenn durch finanzielle Innovation auch untersten Einkommensschichten Hypotheken und damit der Traum vom Eigenheim zugänglich gemacht wird? Vor 200 Jahren waren es syndicated loans, über die Eisenbahnen und infrastrukturelle Großvorhaben realisiert wurden. Ebenso neu, innovativ, und in nicht geringem Umfang “Junk” für Gambler. Wie sich aber erst im Nachhinein herausstellte.

No such thing as “Realwirtschaft”… wann werdet Ihr Schnuckis es endlich begreifen?

ruby November 15, 2014 um 22:00

@ Schnucki

“Risiko-, Fristen- und Losgrößentransformation”
im Finanzbereich aktueller Ausprägung, in oder mit der Realwirtschaft zu hedgen, decken, zu refinanzieren, abzusichern, ist beweisbarer mathematischer logischer algebraischer Wissenschaft entsprechend nicht langfristig machbar.
Ist aber auch nur eine Glaubenssache ;-)

Schnucki, Deine Assets stehen auf der Aktivseite ziemlich weit unten im Umlaufvermögen also in kurzfristigerer Finanzierung.
Nochmal der Hinweis auf Wagenknecht – nur bei langfristigen sicheren Einkommen …

Andreas Kreuz November 15, 2014 um 22:04

– nur bei langfristigen sicheren Einkommen …

Die ergeben sich jetzt ganz locker aus dem ‘Fracking-Kompromiss’… ;-)

ruby November 15, 2014 um 22:11
Soldat Schwejk November 15, 2014 um 23:37

@ TRSS —> “Was soll daran nicht “zukunftsorientiert”, ja sozial überaus wünschenswert sein, wenn durch finanzielle Innovation auch untersten Einkommensschichten Hypotheken und damit der Traum vom Eigenheim zugänglich gemacht wird? Vor 200 Jahren waren es syndicated loans, über die Eisenbahnen und infrastrukturelle Großvorhaben realisiert wurden. Ebenso neu, innovativ, und in nicht geringem Umfang “Junk” für Gambler. Wie sich aber erst im Nachhinein herausstellte.”

Hm… die Eisenbahn war nun wirklich eine grundlegende Innovation, die den zweiten Kondratieff möglich machte. Jemand wie Eisenbahnkönig Strousberg war zwar finanzwirtschaftlich vermutlich ein windiger Hund und außerdem ein richtiger Günstlingskapitalist, aber dabei ein progressiver Unternehmer. Als er pleite ging und die ganzen Bahnwechsel platzten, blieb einigen Gamblers nur Junk, aber die Eisenbahn als ein überaus nützliches reales Dingens war doch da, dann verstaatlicht.

Als nach dem Platzen der Hypothekenkredite zwangsversteigert wurde, da flogen die Leute reihenweise aus ihren Häusern, waren aber immer noch verschuldet. Nun kann man sagen, die Häuser sind da und finden neue Bewohner… meines Wissens sind viele aber leer, stehen als Zombie-Häuser herum und werden vermutlich irgendwann zur Marktbereinigung abgerissen. Und einen Kondratieff & technologischen Fortschritt hat die Kreditverbriefungs”innovation” auch nicht ausgelöst.

Insofern scheint mir der Vergleich doch sehr mit dem Pferdefuß zu hinken.

BB November 16, 2014 um 10:55

Leutz – von Kondratieff über Spekulationsfinanzierte Häuser von kleinen Leuten bis Youtube-Channel mit 5000 Followern, …..

Ich habe gestern bei Aldi 4 kg Kartoffeln, festkochend, von weit her transportiert, sauber gewaschen, gut verpackt und makellos für …….. 65 Cent erworben.

Kann mir mal jemand sagen, welcher Unternehmer bei 16 Cent pro Kilo noch Gewinn macht?

Klar, nur die ganz Riesigen, wo ein vom Agrar-Hedgfond schlecht bezahlter Traktorfahrer automatisiert die Kartoffeln pflanzt, gewissenlos düngt und einsammelt, die Kartoffeln dann in Riesenlägern kühlt mit Bio-Strom aus Mais, der genauso hergestellt wird, und das Produkt dann von ausgebeuteten Fahrern und Discount-Mitarbeiter distributiert wird.

Für 15 Cent pro Kilo würde ich als ehrlich bezahlter Supermarkt-Mitarbeiter vielleicht gerade mal meinen Arch etwas bewegen, um den Sack vom Lager in den Verkaufsraum zu schleppen, aber auch nur, wenn ich die 15 Cent selbst voll auf die Kralle bekomme.

Wenn das die Zukunft ist (TTIP und so), wo man nur noch per Skaleneffekt (Großkonzern, …) ein paar Mark verdienen kann, die man sich dann als Landgrabbender Hedge-Fond auch noch allein in die Taschen steckt, dann gibt es bald außer einer kleinen verschworenen kriminiellen globalen Kaste wirklich niemanden mehr, der “vom Kapitalismus” leben kann.

Die Zukunft gehört nicht dem dödeligen Youtoube-Channel, sondern nur noch dem Skaleneffekt. Für alle anderen sind die Markteintrittsbarrieren mörderisch und werden zunehmend verbaut.

Dies die Strategie des US-Finanzkapitalismus. Die Sanktionspolitik (=Wirtschaftskrieg) gegen Russland passt da genauso hinein (Ölpreis immer niedriger) und auch diese ganzen kriminellen mafiösen Abkommen, in die die die Welt zwingen wollen (CETA, TTIP, …).

Haut den Amis endlich die Tür vor der Nase zu. Lernt, mit dem Wort Skaleneffekt zu argumentieren. Das Wort kennen unsere rechten und linken MainstreamPudel-Ökonomen nämlich noch gar nicht.

Unser aller Glück besteht nämlich nicht (!) darin, dass alle Produkte immer billiger werden. An dieses Märchen glauben nur noch unsere völlig neben der Spur laufenden EU-Kommissare.

BB November 16, 2014 um 11:03

Und Steuern müssen selbstverständlich rauf und zwar so weit rauf, dass manchem Hören und Sehen vergeht:
- Einkommenssteuerspitzensatz
- Vermögenssteuer
- Erbschaftssteuer
- Kapitalertragssteuer
- Finanztransaktionssteuer
und jeder Journalist, der bei der nächsten:
- Studiengebühren-Forderungen,
- Praxisgebühreinführung oder
- bescheuerten Mauteinführung
den Professor oder Wissenschaftler nicht fragt, warum man nicht die Reichensteuern anzapft, ist ein Pudel-Journalist.

Also ich hab den Steinmeier genau so verstanden:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/frank-walter-steinmeiers-rede-bei-den-lead-awards-13266574.html

“…..Das Meinungsspektrum draußen im Lande ist oft erheblich breiter. Wie viele Redakteure wollen Steuersenkungen, Auslandseinsätze, Sanktionen? …..”

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 11:07

@soldat schweijk

“Und einen Kondratieff & technologischen Fortschritt hat die Kreditverbriefungs”innovation” auch nicht ausgelöst.
Insofern scheint mir der Vergleich doch sehr mit dem Pferdefuß zu hinken.”

Stimmt. Eine Kondratieff-Innovation zeichnet sich dadurch aus, dass ein Produktivitäts-Engpass aufgelöst wird. Durch die MBS wurden die Häuser weder schneller noch preiswerter gebaut. Soldat, da sind wir Schnuckis uns einig, komm, fahrn ma nach Kentucky!

https://deutschelieder.wordpress.com/2013/03/11/hermann-leopoldi-andre-heller-schnucki-ach-schnucki/

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 11:12

@BB

“Ich habe gestern bei Aldi 4 kg Kartoffeln, festkochend, von weit her transportiert, sauber gewaschen, gut verpackt und makellos für …….. 65 Cent erworben.
Kann mir mal jemand sagen, welcher Unternehmer bei 16 Cent pro Kilo noch Gewinn macht?”

Hättest die ja nicht kaufen müssen beim Aldi.

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 11:17

@ruby

““Risiko-, Fristen- und Losgrößentransformation”

Ah, @ruby, auch gerade soffisticateds neuesten Thread gelesen? Den ich übrigens wieder sehr erhellend fand…soffis blog ist ein würdiger Nachfolger vom weissgarnix, findest nicht auch?

BB November 16, 2014 um 11:23

@Frankie

“….Hättest die ja nicht kaufen müssen beim Aldi….”

Ja klar, das ist die dämliche neoliberale Standardantwort. Fragt in Talkshows der Moderator immer ganz als letztes, damit auch ja der Konsument immer selbst schön schuld ist.

Leider funktioniert dieses Thinking nur bei “voll informierten” Konsumenten, dass ist ja diese völlig verblödetet Vorstellung des neoliberalen Thinkens.

Der emanzipierte Konsument muss also, um eine “bewußte” Entwscheidung treffen zu können, erstens ein Hochschulstudium am besten mehrere Master (VWL, Agrarwissenschaft, irgendwas geistestwissenschaftliches: Ach nee, lieber nicht. Das Fach Humanismus gibt es ja nicht mehr an unseren Unis. Dort wird ja heute Luhmann und ähnliches zynisches Gesocks gelehert) haben und dann noch in die Lehre beim Kartoffelpflanzen und im Supermarkt gegangen sein, um sich eine “ethisch” vertretbare Meinung zu bilden. Aber Ethik hat ja, wie schon gesagt, in modernen Lehrplänen höchstens noch Platz im Fachbereich Kommunikationswissenschaften/PR.

Super Vorschlag. Danke für dieses super-intelligente Argument. Wo hast du das her? Aus der letzten Jauch(e)-Talkshow?

Huuh November 16, 2014 um 11:29

Ein Pferd würde sofort erschossen, wenn es derart hinkt. Na gut, es sind ja die Schnuckis, die Old Weissalles zu belehren versucht.

BB November 16, 2014 um 11:40

Hahahahaha, sofisticated, letzter Beitrag … wahrlich ein würdiger Nachfolger

ruby November 16, 2014 um 11:57
Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 12:08

@BB

“Super Vorschlag. Danke für dieses super-intelligente Argument. Wo hast du das her? Aus der letzten Jauch(e)-Talkshow?”

Ja, warum hast Du denn diese Kartoffeln gekauft, wenn Dir doch schon vorher klar war, dass das alles nur ein teuflisches Resultat der “ecomoy of scales” ist?

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 12:18

@BB

“Super Vorschlag. Danke für dieses super-intelligente Argument. Wo hast du das her? Aus der letzten Jauch(e)-Talkshow?”

Ja, warum hast Du denn diese Kartoffeln gekauft, wenn Dir doch schon vorher klar war, dass das alles nur ein teuflisches Resultat der “ecomoy of scales” ist?

Aber es ist natürlich schon so, da hast Du recht, der Verbraucher nimmt beim Einkaufen das , was er vorfindet, er oder sie kann nicht bei jedem Kauf alle sozialökonomischen und ökologischen Implikationen eines Produkts durchrastern, man muss schon auch drauf vertrauen können, was da angeboten wird, sonst wird man wahnsinnig.

BB November 16, 2014 um 12:26

Frankie,

Weil ich das Geld, dass ich dadurch spare, für eine unternehmerische Investition brauche, was sagst du jetzt?

Allerdings macht mir die Konkurrenz in meiner Branche sorge, denn der Wettbewerb ist dort mörderisch. Die Großen (Skalen-Effekt) kaufen jeden auf, der auch nur ein bisschen Erfolgt hat und sei es nur, um seine Entwicklungsabteilung auszuschlachten. Wenn er nicht verkauft, machen sie ihn mit einem Copy-Cat und Dumpingpreisen platt.

Also was kann ein echter Unternehmergeist mit solchen Investitionen noch gewinnen? Soll er sich etwas bei so Heiopais-Zockern wie HatNichtsDazuGelerntUndWeissImmerNochGarNix Kapital besorgen? Um dann nach deren Pfeife zu tanzen? Niemals nie!!!!!!

Wie also seine guten Ideen umsetzen bei so mörderischen Marteintrittsbarrieren? Wettbewerb über alles vernichtet jede Kreativität.

Wir brauchen die Buchpreisbindung in allen Branchen.

Hattu als VWLer auch keine Antwort drauf außer euren tumben Gleichgewichtsm0dellen, mit denen ihr so gerne (unter euch) argumentiert und die keinerlei Relevanz haben?

Außerdem verbitte ich mir solche Fragen. Eine ähnliche musste sich letztens Sahra Wagenknecht bei Anne Will gefallen lassen, ob sie ihre Bücher noch bei Amazon kauft und sie war so ehrlich, das zu bejahen.

Wir brauchen uns dafür nicht zu entschuldigen!!!!! Ist das klar? Weil diese Frage völlig – aber total – irrelevant ist.

Kaptischte?

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 12:35

@BB

“Wir brauchen uns dafür nicht zu entschuldigen!!!!! Ist das klar? Weil diese Frage völlig – aber total – irrelevant ist.”

Du meinst, das ist genauso relevant wie wenn in China ein Sack Karoffeln umfällt? ( grins )

Jetzt krieg Dich wieder ein. Ich bin auch nicht daran schuld, dass Du einen Sack Kartoffeln für 65 cent kaufen musstest.
Übrigens, ich bin kein VWLer – Gott bewahre!

The Real Slim Shady November 16, 2014 um 12:40

>Kann mir mal jemand sagen, welcher Unternehmer bei 16 Cent pro Kilo noch Gewinn macht?

Aldis gehören meines Wissens zu den Reichsten der Welt. Also offenbar kann man auf diese Art hohe Gewinne einfahren. Was aber ja nicht heißen muss, dass jedes einzelne Produkt einen Stückgewinn verzeichnet. Im französischen Einzelhandel zum Beispiel war es bis zu einer Gesetzesnovelle Ende der 90er -Jahre üblich, dass der Handel so gut wie alle Artikel zum Einstandspreis weiterverkaufte. Gewinn machte er dann, indem er hintenrum von den Herstellern allerlei Gebühren für Listing, Platzierung und Promotion verlangte.

The Real Slim Shady November 16, 2014 um 12:43

Bei den kleinen Bauern, falls du auf die abstellst, ist das übrigens nicht anders: was die an Preisen nicht erzielen, bekommen sie hintenrum über Subventionen. Die bezahlt letztlich der Steuerzahler, ergo kosten deine Kartoffel alles in allem auch keine 65 sondern deutlich mehr

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 12:46

@TRSS

“Gewinn machte er dann, indem er hintenrum von den Herstellern allerlei Gebühren für Listing, Platzierung und Promotion verlangte.”

Als Mitarbeiter in der Lebensmittelbranche mit starken Bezügen zum LEH kann ich Dir sagen, das ist heutzutage in Deutschland noch genau dasselbe. Nur dass es keine gesetzlichen Vorgaben bez. Preisgestaltung gibt.

Manfred Peters November 16, 2014 um 12:49

Never say never again
oder hier geht es auch um viel Geld!
”…nie wiederwird es notwendig sein,dass Steuerzahler dafür eintreten müssen, dass große Banken zusammenbrechenund dann praktisch ein erpresserisches Potential entwickeln und Steuerzahler diese Banken retten müssen.”
Das und mehr heute ohne weiteren Kommentar u. a. ab 02:00 hier.
Frage, ist die Hamburgerin und Chefin der Schein-heiligen wirklich so verpeilt oder wählt sie bewusst solche verschlüsselten Botschaften?

BB November 16, 2014 um 12:49

Also der Schockwellenreiter, das ist ja auch so ein Kommunist. Das ist auch immer ganz witzig. Der betreibt so ein IT-Blog. Und da Amazon so schöne Spielzeuge für IT’ler zur Verfügung stellt (EC2) und der auch dort viele Bücher bestellt hat man von dem noch nie was kritisches über Amazon gelesen * kecker, lach*

Könnte er ruhig machen, denn das ist kein Verbrechen, bei Amazon trotz allem zu bestellen.

Schuld ist die Politik und das muss man offensiv darstellen! Die könnte sofort was ändern z.B. durch ordentliche Unternehmenssteuern und ordentliche Löhne!!!!! Aber beides ist ja bei uns tabu! Angeblich um die Wirtschafts zu stärken. Das Gegenteil ist der Fall.

Denn gesund ist eine Marktwirschaft dann, wenn Dienstleistungen von Amazon “teuer” sind als der Buchhandel. Genau daran kann man erkennen, ob die Marktwirtschaft funktionert.

Der Hüther da vom DW in Köln, der hat da was von Convenience geschwafelt – könnte man natürlich auch deutsch sagen: Bequemlichkeit.

Aber Bequemlichkeit kostet! Das ist “mehr” Dienstleistung, als wenn ich zur Bücherei laufen muss. Und wenn die Politik nicht dafür sorgt (höhere Löhne, ordentlich Steuern), dass Marktwirtschaft nicht funktioniert, dann muss man die fragen, warum sie so korrupt sind, wegen ein paar schlechten Logistik-Zentren-Arbeitsplätzen jeden moralischen Maßstab und jede Vernunft aufzugeben.

PS: Wisst ihr, welche Ökonomen der Hüther in seine Besucher-Empfangszimmer an der Wand aufgehängt hat, so von links nach rechts? In dieser Reihenfolgen:
- Adam Smith (der, welcher die Sklavenarbeit bei seinem Wohlstand der Nationen komplett ignoriert hat, obwohl sie den Hauptbeitrag lieferte),
- Van Eucken (Freund von Hayek),
- Hayek (gefährlicher ökonomischer Sektengründer und Verächter der Demokratie),
- Keynes (völlig irrelevanter Ökonom. Das was heute unter dem Label “Keynes” läuft, ist die Bibel der Wallstreet-Zocker).

*kecker, lach*

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 12:53

@TRSS

“Bei den kleinen Bauern, falls du auf die abstellst, ist das übrigens nicht anders: was die an Preisen nicht erzielen, bekommen sie hintenrum über Subventionen.”

Auch hier erlaube ich mir eine kleine Ergänzung: auch die grossen Bauern und Landwirtschaftsfirmen bekommen Subventionen. Ich glaube, 170 Euro je Hektar , egal wie gross der Betrieb ist. Wollte man mal deckeln , aber bitte , wo sind wir denn. Dann würden ja nur die kleineren profitieren.

The Real Slim Shady November 16, 2014 um 12:56

>Also was kann ein echter Unternehmergeist mit solchen Investitionen noch gewinnen?

Das Zauberwort heißt “Differenzierung”. Niemand will Commodity sein und nur auf “Skaleneffekte” (lustig, dass du meinst, der Begriff sei irgendwie neu) setzen müssen, alle, alle, alle wollen “anders” sein. Die Großen haben den Kleinen gegenüber zwei entscheidende Nachteile, nämlich Organisation und allgemeine Sichtbarkeit. Organisation ist Komplexität und Komplexität macht teuer und unflexibel. Sichtbarkeit macht dich angreifbar und Angreifbarkeit macht dich risikoscheu.

Aus beiden Faktoren zusammen ergibt sich, dass deine beste Erfolgsschance darin besteht, auf mehrere kleine, wirklich gewagte Neuerungen zu setzen. Statt mit der einen, großen, supertollen Idee deine ganze Kohle zu verpulvern, und das vielleicht auf einem Feld, das nicht besonders riskant ist und für einen Großen deshalb leicht zugänglich.

Für einen solchen Rat nehme ich normalerweise einen Tausender. Also bitte zeige deine Dankbarkeit gegenüber soviel sozialem Engagement meinerseits und tu deinerseits ewas Gutes. Kauf deine nächsten Kartoffen zum Beispiel beim Fair Trade Laden statt beim Aldi.

BB November 16, 2014 um 13:03

@TRSS

“…. Aldis gehören meines Wissens zu den Reichsten der Welt. Also offenbar kann man auf diese Art hohe Gewinne einfahren. …. “

Ja klar, Skaleneffekte! Die großen machen auch noch aus einer Marge von einem halben Pfennig Millionen gewinne. Aber nur die.

“…. Was aber ja nicht heißen muss, dass jedes einzelne Produkt einen Stückgewinn verzeichnet. Im französischen Einzelhandel …”

Schön, dass du uns das erzählst (u. Frankie das bestätigt, dass es heute noch so ist). Nur, das rüttelt nicht am Argument!

Skaleneffekte gab es selbstverständlich früher auch schon. Nur werden die Margen heute immer kleiner (Wettbewerb) und die Skalen im größer! Aber wer immer nur in Gleichgewichten denkt, dem fallen solche Entwicklungen natürlich nicht auf. Ist das gleiche mit der Vermögens- und Einkommensspreizung.

“….Bei den kleinen Bauern, falls du auf die abstellst, ist das übrigens nicht anders: was die an Preisen nicht erzielen, bekommen sie hintenrum über Subventionen. Die bezahlt letztlich der Steuerzahler, ergo kosten deine Kartoffel alles in allem auch keine 65 sondern deutlich mehr
….”

Nun, das ist ein Lösungsansatz, den ich durchaus befürworten könnten. Z.b. könnte man die allgemeine Bevölkerung durch ein Grundeinkommen subventionieren.

So etwas kann man natürlich nur durch extreme Reichensteuern finanzieren:
- Einkommensspitzensatz, Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern, Kapitalergragssteuern, Finanztransaktionssteuern.
Geld wäre also da.

Ich entnehme also deiner Argumentation, dass du dafür bist. Das wäre dann ja schonmal ein überraschender Erkenntnisfortschritt (Gut, für die Einkommensteuererhöhung warst du ja schon früher – habe ich zur Kenntnis genommen, aber was genau wolltest du davon nochal finanzieren?)

The Real Slim Shady November 16, 2014 um 13:05

>, das ist heutzutage in Deutschland noch genau dasselbe. Nur dass es keine gesetzlichen Vorgaben bez. Preisgestaltung gibt.

Na klar! Für Controller in den großen Markenartikelfirmen (bei mir bekanntlich Mars und Benckiser) war das “WKZ”-Budget in Deutschland immer eine spannende Geschichte. Zwischen 20 und 30% vom Umsatz gingen da schon durch. Aber nichts gegen das “PP” Budget (participations promotionelles) in Frankreich: da gingen in den besten Tagen schon mal 50-60% vom fakturierten Umsatz flöten. Und das Beste: nicht über Rechnungsabzüge, über die man direkte Kontrolle gehabt hätte; nein: die entsprechenden Posten wurden ihrerseits vom Handel fakturiert! Unter Angabe irgendwelcher genauen Leistungsparameter oder Vertragsgrundlagen? Nope! Einfach so. Ich hatte in fast drei Jahren Paris sehr viel Spass damit….

BB November 16, 2014 um 13:10

@TRSS

“…..Das Zauberwort heißt “Differenzierung”. Niemand will Commodity sein und nur auf “Skaleneffekte” (lustig, dass du meinst, der Begriff sei irgendwie neu) setzen müssen, alle, alle, alle wollen “anders” sein……”

Was meinst du, worüber ich mir den ganzen Tag den Kopf zerbreche. Und ja, ich habe eine Antwort darauf für mich gefunden, vielleicht die einzige Differenzierung, die man noch machen kann. (Erzähle ich euch aber nicht, ist geheim).

Das witzige dabei ist nur, dass genau diese einzige Marktlücke, die ich (!) gefunden habe, in der Konsequenz, dann wirklich alle anderen Platt macht, wenn sie funktioniert !!!!!! *kecker, lach* (ist aber nicht beabsichtigt, ehrlich!).

Nur um einen Hinweis zu geben, was ich damit meine, aber nicht in meinem Zielmarkt:

Journalismus, da ist es ähnlich. Investionskosten für Konkurrenz gehen gegen Null (Blog), einige wenige schaffen mit extrem geringem Personalaufwand hohe Reichweiten (ein Blogger), differenzieren sich aus und können damit Gewinn machen. Alle anderen Blogger, die nicht zu den ersten 10 bis 100 gehören, essen Wasser und Brot oder zocken nebenbei oder haben geerbt und einige wenige haben auch einen ruhigen Job (Beamter?).

Aber das kann auch nicht die Zukunft des Kapitalismus für alle sein. Ist doch logisch, oder?

The Real Slim Shady November 16, 2014 um 13:10

>Ich entnehme also deiner Argumentation, dass du dafür bist.

Ich habe nach wie vor ein eher zwiespältiges Verhältnis zum Grundeinkommen. Nicht alles, was punktuell funktioniert, funktioniert auch insgesamt. Meine Hauptbedenken waren und sind allerdings, dass das Ding eventuell total inflationär wirkt und damit letztlich niemand was bringt. Aber: in einer Zeit, wo die Weichen ohnehin eher auf Deflation stehen, da sag ich mir: Warum halt nicht mal probieren? Ich bin deshalb nicht mehr grundsätzlich dagegen.

karla November 16, 2014 um 13:19

Soldat Schwejk November 15, 2014 um 23:37

“Als nach dem Platzen der Hypothekenkredite zwangsversteigert wurde, da flogen die Leute reihenweise aus ihren Häusern, waren aber immer noch verschuldet.”

Meines Wissens trifft das nicht zu. Nach US-Recht haben die Schuldner bei der Loans-Krise nicht mit ihrem kompletten Vermögen gehaftet sondern nur mit ihrer Immobilie.

Die Schulden blieben bei den Gläubigern (Banken) hängen. Diese hatten sich dann noch mit ihren Verbriefungen abgesichert, was u.a. dann nochmals einen Schub für die Finanzkrise ergab.

Bei uns haftet der Gläubiger mit seinem kompletten Vermögen.

TRSS Aussage,
“Was soll daran nicht “zukunftsorientiert”, ja sozial überaus wünschenswert sein, wenn durch finanzielle Innovation auch untersten Einkommensschichten Hypotheken und damit der Traum vom Eigenheim zugänglich gemacht wird?”
relativiert er am Ende, wenn er abschließt mit:
“Wie sich aber erst im Nachhinein herausstellte.”

Was hinterher rauskommt wissen nicht nur “Schnuckis” vorher nicht.

gelegentlich November 16, 2014 um 13:22

@Manfred Peters November 16, 2014 um 12:49

Bitte etwas genauer formulieren was damit eigentlich gesagt werden sollte. Unter diesem Link findet man Alles und Nichts.

BB November 16, 2014 um 13:29

@TRSS

“Grundeinkomen …. Früher nicht dafür…. Ich bin deshalb nicht mehr grundsätzlich dagegen…..”

Aber was genau wolltest du mit deiner höheren Einkommensteuer nochmal finanzieren? Hast du doch oben geschrieben (Hauk wollte doch nur Umsatzsteuer, iggitt).

Was soll der Staat damit machen? Mehr Beamte?

no.nam November 16, 2014 um 13:39

>>Was soll der Staat damit machen? Mehr Beamte?

Ganz-Tages Schulen, Krankenhäuser, Altersversorgung ab 60 sowie Bafög etc.,

Linus November 16, 2014 um 13:52

“Das Zauberwort heißt “Differenzierung”.”

Mit Differenzierung allein kannst du keine Gesellschaft ernähren. Die Grundbedürfnisse sind ziemlich klar festgelegt. Differenzierung allein kann allenfalls als Nische überleben, d.h. nur prinzipiell wenigen ein Auskommen sichern.

Skaleneffekt heisst: Ein Geschäft lohnt sich erst ab einer gewissen Grösse, sprich Investitionshöhe. Damit sind prinzipiell alle Teilnehmer ausgeschlossen, die diese nicht stemmen können. Die müssen sich halt als Lohnarbeiter verdingen, sind also automatisch in einer Position der Abhängigkeit. Je mehr die Investitionskosten zunehmen, desto mehr geraten auch in diese Abhängigkeitsfalle.

Manfred Peters November 16, 2014 um 13:57

@ gelegentlich November 16, 2014 um 13:22
Du musst Dir schon die Nachrichten* bei n-tv ab Minute 2 zur Gemüte führen! Das Wichtigste habe ich doch oben schon zitiert, Merkel, die
” Scheinheilige macht die Steuerzahler für den Zusammenbruch der Banken verantwortlich!
* einschließlich Werbevorspann :-(

Soldat Schwejk November 16, 2014 um 14:07

@ karla —> “Meines Wissens trifft das nicht zu. Nach US-Recht haben die Schuldner bei der Loans-Krise nicht mit ihrem kompletten Vermögen gehaftet sondern nur mit ihrer Immobilie.”

Also ich kenne mich mit dem amerikanischen Recht überhaupt nicht aus, erinnere mich aber gelesen zu haben, daß auch nach den Foreclosures viele Schuldner noch am Haken hängen.

Hab auf die Schnelle mal gesucht und das hier gefunden:

http://www.nolo.com/legal-encyclopedia/can-mortgage-company-garnish-wages-after-foreclosure.html

Hängt also offenbar von einigen Dingen ab: Von der Art der Zwangsvollstreckung, vom Bundesstaat und davon, ob es ein Kredit zum Erwerb der Immobilie war oder ein später aufgenommener Hypothekenkredit.

ruby November 16, 2014 um 14:11

Nach dem G20 Gipfel ist der Wachstumsschub mit Investitionen beschlossen – das haben die Experten in Sachen Bankenrettung vereinbart.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppe_der_zwanzig_wichtigsten_Industrie-_und_Schwellenl%C3%A4nder
It is an american initiative

karla November 16, 2014 um 16:23

Soldat Schwejk November 16, 2014 um 14:07

“Hängt also offenbar von einigen Dingen ab: Von der Art der Zwangsvollstreckung, vom Bundesstaat und davon, ob es ein Kredit zum Erwerb der Immobilie war oder ein später aufgenommener Hypothekenkredit.”

Es sind nach deinem Link Differenzierungen zur Beurteilung angebracht. Der Unterschied zu uns aber ist schon gravierend.

ruby November 16, 2014 um 17:13

@ Frankie (f.k.a.B.)

Soffi ist ein Banker und eine gute Herausforderung.
Das Volumen des Finanzsektors und dessen totale Cashbezogenheit machen vor garnix halt.
Bevor die Merkel auch nur einen Murks dagegen macht ist die sowas wie weg von den Hebeln …
Das erkennen “überzeugte” Konservative erst, wenn es zu spät für sie ist. Sie sind die nützlichen Idioten der Gambler und ihrer Narrative – aber an den Monopolytischen werden sie nicht zugelassen !
https://www.youtube.com/watch?v=hBCNYgWTWhQ

The Real Slim Shady November 16, 2014 um 18:09

>Skaleneffekt heisst: Ein Geschäft lohnt sich erst ab ….

Papperlapap! Skaleneffekt heisst simpel und schlicht, dass mit zunehmender Grösse abnehmende Grenzkosten zu verzeichnen sind. Sonst gar nichts.

Und das heisst wiederum, dass theoretisch alle mit Null-Gewinn operieren, wenn Markt perfekt usw…

Daher versuchen alle (zumindest die smarten), die Marktperfektion zu unterlaufen, indem sie “Nischen” kreieren bzw “differenzieren”. Zum Beispiel: “Katzenfutter gibt es noch und nöcher, aber Katzen würden Whiskas kaufen!” Sofern erfolgreich, preist der Hersteller von Whiskas sein Futter damit weit oberhalb der Grenzkosten aus und erzielt Überrenditen, die mit Skaleneffekten (alleine) nicht das Geringste zu tun haben. Aber natürlich: differenzieren können in ein und demselben Markt nie alle gleichzeitig, sondern nur einige. Und Differenzierung muss auch nicht “echt” sein, und in aller Regel ist sie es auch nicht. Aber sie wird zumindest geglaubt. Mikroökonomisch betrachtet ist erfolgreiche Differenzierung eine Marktimperfektion, die dazu führt, dass das Marktvolumen insgesamt unter seinem Optimum bleibt. An dem wie gesagt gilt: Preis = Grenzkosten, Grenzertrag = Null. Oder, wie es Facebook-Financier Thiel neuerdings zum Besten gibt: “Nur Monopolfirmen sind gute Firmen!”

Goodnight November 16, 2014 um 18:25

@TRSS

“Mikroökonomisch betrachtet ist erfolgreiche Differenzierung eine Marktimperfektion, die dazu führt, dass das Marktvolumen insgesamt unter seinem Optimum bleibt. An dem wie gesagt gilt: Preis = Grenzkosten, Grenzertrag = Null. ”

Gottchen, mal ne Frage: Wie viele VWLer sitzen in der Führungs- bzw. Entscheidungseben von irgendwelchen Unternehmen?
Zero!
Und selbst DU und Deine ganzen immer noch Krawattenträger BWLer werdet doch von denen nur gebucht um dem Finanzamt irgendwelche Zahlen zu liefern bzw. nicht zu liefern.

Unternehmer interessieren sich nicht für betriebswirtschaftliche oder volkswirtschaftliche Zusammenhänge, Regeln oder Bücher.

Unternehmer wollen einmal nen Porsche fahren, einmal ne schöne Frau abbekommen, king of the world werden oder einfach nur ne Vision realisieren.
Wer ein Unternehmen gründet, indem er sich Gedanken über Grenzkosten macht, der hat schon verloren…bevor er anfängt.

” Here’s to the crazy ones. The misfits, the rebels, the troublemakers, the round pegs in the square holes, the ones who see things differently. They’re not fond of rules, and they have no respect for the status quo. You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them. About the only thing you can’t do is ignore them. Because they change things – they push the human race forward. And while some may see them as the crazy ones, we see genius. Because the people who are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.”
(Steve Jobs)

The Real Slim Shady November 16, 2014 um 18:35

>Wer ein Unternehmen gründet, indem er sich Gedanken über Grenzkosten macht, der hat schon verloren…bevor er anfängt.

Yep, genau wie all die Schnuckis von Boutiquen-, Kneipen- und FriseurladeneröffnerInnen, die sich über Differenzierung und das schlichte “why me?” keinerlei Gedanken machen. Und dann spätestens wieder zumachen, wenn sie ihren AL-Ersatz vom Jobcenter als Erstinvestition verpulvert haben…

Goodnight November 16, 2014 um 19:05

@TRSS

“die sich über Differenzierung und das schlichte “why me?” keinerlei Gedanken machen. ”

Yep, und dann kommst Du und Deine fürs Abzeichnen bezahlte Experten und erklärt denen wie man den ganzen Gewinn auch kalkulieren, versteuern und nicht versteuern kann. Und dafür wollt Ihr natürlich auch was vom Gewinn. Nur wie man Gewinn erzielt, das könnt ihr natürlich nicht erklären, weil, ansonsten werd ihr ja selbst Unternehmer.
Ich persönlich schäme mich für meine Zeit, als ich noch mit voller gegelter Haarpracht erwachsenen Menschen mittels Powerpoint erklären wollte wie die New Economy funktioniert. Man hätte mich wie Middelhof wegsperren müssen…

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 19:55

@TRSS

“Und das Beste: nicht über Rechnungsabzüge, über die man direkte Kontrolle gehabt hätte; nein: die entsprechenden Posten wurden ihrerseits vom Handel fakturiert!”

Ja, kenn ich auch … gibts in Deutschland mittlerweile auch. In Polen und Ungarn sowieso, da machen das die grossen LEH’s wie Tesco. Und nachträgliche Vergütungen , Bonus etc. Das sind übrigens genau die Prozesse , die ich als SAP’ler so designen muss…

“…die entsprechenden Posten wurden ihrerseits vom Handel fakturiert! Unter Angabe irgendwelcher genauen Leistungsparameter oder Vertragsgrundlagen? Nope!”

In weiten Bereichen des Automotive-Sektors darf der Lieferant garnicht mehr fakturieren – der Kunde gewährt Gutschriften für bezogene Güter und Leistungen! Das finde ich schon heiss, mit seinen Implikationen auf Fälligkeit etc. Naja, im Automotive ist das Abhängigkeitsverhältnis von Kunde und Zulieferer schon sehr speziell. Da fällt mir das schöne Zitat aus der Dietl-Serie “Münchner Gschichten” ein , wenn der Gastwirt beim Studium eines Geschäftsvertrages, den sein Schwiegersohn abgeschlossen hat: “…des is ja sittenwidrig! Do gfoid mir mei Brauereivertrag aa wieder…

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 20:05

@goodnight

“Wer ein Unternehmen gründet, indem er sich Gedanken über Grenzkosten macht, der hat schon verloren…bevor er anfängt.”

Stimmt.
Wenn das Unternehmen läuft, dann sollte er sich aber schon dafür interessieren, sonst ist er nicht mehr lang Unternehmer. Oder besser: er stellt sich einen CFO ein, der sich dafür interessiert. Das ist ja das Gute an der Ausdifferenzierung heutzutage: Du findest immer jemanden, der sich gegen Geld für was interessiert.

Goodnight November 16, 2014 um 20:12

@Frankie

“… er stellt sich einen CFO ein, der sich dafür interessiert. ”

Yep, und nachdem ich TRSS dann nen Firmen-Cabrio und nen fünfstelliges Monatsgehalt spendiere, dann kommt so ein ABAP-Typ wie Du und will 1200 € Tagessatz für das Design von irgendwelchen Method…Endmethod Sätzen.
Und schwuppst füttere ich Euch alle durch mit meinem Gewinn. Früher nannte man das Paras…;-)

ruby November 16, 2014 um 20:17

@ Goodnight + Frankie + TRSS

macht mal ne Preikalkulation für nen neuen Rotkrautsalat für das Sortiment : Discounter und Onlineverkauf …
http://www.popp-feinkost.de/index.php/produkte/produktdetail-salatideen-beilagensalate.html
derweil hole ich mir beim Werksverkauf am Freitag oder Dienstag ein paar Angebote direkt aus der Tagesproduktion hmmmh
;-)
Gosch lässt grüßen !!!

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 20:28

@goodnight

“dann kommt so ein ABAP-Typ wie Du und will 1200 € Tagessatz für das Design von irgendwelchen Method…Endmethod Sätzen.”

Method…endmethod, pffff.
SAP R/3 ist keine Software, sondern reine Kommunikation.

no.nam November 16, 2014 um 20:31

>>SAP R/3 ist keine Software, sondern reine Kommunikation.

Wegen Typen wie Du werde ich dann gerufen und darf die Schaeden beheben.

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 20:41

@no.nam

“Wegen Typen wie Du werde ich dann gerufen und darf die Schaeden beheben.”

So hat jeder ein Auskommen. Deshalb beneidet uns die ganze Welt.
Hauptsache ist, Du musst nichts Sprachliches regeln (“Wegen Typen wie Du…”)

no.name November 16, 2014 um 20:59

Frankie (f.k.a.B.)

Die zweitgroesste indische Versicherung steht kurz vor Abschluss der Vertraege (nur Beispiel), dann eine Anfrage vom CIO er haette gehoert SAP koenne nur 15-stellige Betraege verbuchen. Er zeigt sich leicht “irritiert”. Gerald (Projektsponsor SAP, Name geaendert) schickt Thomas und Dich, weil ihr gut so kommunizieren koennt…

Sieh’ Dir doch z,B. mal diese schicken ENJOY Bildschirme an… Warum tut sich da nichts? Du hast ja Recht, SAP wird nur noch kommuniziert. In ein paar Jahren koennen wir dann die Ueberleitungsprogramme customizen. Oder der Laden wird vielleicht noch von Microsoft gekauft. Wenn die Aktien fallen. Oder Hana zuendet??! Bis zur Rente wirds vielleicht noch reichen, ich weiss ja nicht wie alt Du bist. Die Welt in Walldorf, zwischen Resignation und Angst ihre Privilegien zu verlieren. Okay, noch wird ja im Dorf gebaut, aber “Beneiden” ist etwas anderes. Das hat ja sogar der Chef entdeckt und zieht erst gar nicht in das Dorf, sondern laesst aus den USA verlauten ,er vermisse die “Aufbrauchstimmung”. Nun ja, Walldorf ist nicht sillicon valley. Ist halt ein WALL und ein Dorf dadrin.

Andreas Kreuz November 16, 2014 um 21:16

@no.name November 16, 2014 um 20:59

er vermisse die “Aufbrauchstimmung”

Basst scho! :-)

no.name November 16, 2014 um 21:22

@Andreas Kreuz

Thx, dasscht Doa misch drotzdem verstanschen haschtt.

@Frankie

P.S. Entgangene Gewinne sind Verluste. Die kannst Du nicht wegreden. Es fehlt zunehmend das Produkt. Und das kannst Du nicht wegreden.

no.name November 16, 2014 um 21:23

P.S. Schon wieder fehlende Korrekturtaste. Letzten Satz bitte loeschen. ;)

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 21:31

@noname

“Entgangene Gewinne sind Verluste. Die kannst Du nicht wegreden.”

Irgendwie Missverständnis. Ich arbeite nicht bei SAP, nicht für SAP, nur mit SAP. Die Gewinne oder Verluste von SAP sind mir wurscht.

no.name November 16, 2014 um 21:50

@Frankie (f.k.a.B.)

Das Programm ist mit Maengeln verhaften. Erstens. Nur fuer Insider verstaendlich (mein erstes Posting). Zuviele die da mit schwimmen verstehen den vollen Funktionsumfang nicht und beginnen etwas zu programmieren, anstatt die Standard-Logik zu nutzen. Weil sie die Standard-Logik gar nicht kennen, daher machen sie etwas “neues”.

Heutzutage wird die Software in Projekten aus der Beschreibung entwickelt. Fuer SAP gibt es keine Beschreibung. Klassen-Diagramme etc. wirst Du vergeblich suchen. Ach ja, ist ja auch Programmcode aus den 80er Jahren. Da gab es noch kein Rational Rose. Entweder man kennt den Nagel oder nicht. Kommunikation hilft da oft nicht, denn die Kommunizieren koennen, die kennen das Produkt nicht und die, die das Produkt kennen, koennen nicht kommunizieren.

Zweitens. Die Bildschirm-Masken! Da ist leider nichts zu machen.

>>Irgendwie Missverständnis. Ich arbeite nicht bei SAP, nicht für SAP, nur mit SAP.

Schon klar. Kein Missverstaendnis. Denn “mit, fuer, bei” ist alles dasselbe. SAP ist “Religion”.
Zu Punkt 1), hoffentlich kennst Du jemanden in Deinem Umfeld der bereits aus R2 Zeiten dabei war, ansonsten lass Dir nichts aufschnacken. Ich habe wirklich viel “Schrott” gesehen, weil da jemand dran war, der kommunzieren konnte, aber der/die das Produkt nicht vollstaendig kannte.

Zu Punkt 2). Wenn Du Zeit bei Deiner Arbeit hast und wenn Du dich dafuer interessiert, wie Menschen vor zwanzig Jahren zu Anfang der IT-Zeiten arbeiteten, ist das okay. Ich bevorzuge Software, die sich mir nicht aufdraengt.

Muessen wir nicht weiter vertiefen, ich muss auch noch etwas fuer morgen vorbereiten.

Frankie (f.k.a.B.) November 16, 2014 um 22:52

@no.name

“Das Programm ist mit Maengeln verhaften.”

Wir wollen dies hier nicht zum SAP-thread machen.
Aber nimm dies: Das “Programm” ist mit Fehlern behaftet?
Neiiin! Dooch! Ooooh…
erstens ist R/3 nicht ein “Programm” , sondern momentan , glaube ich etwa 85.000. Ich bin zu oft im Customer Service Portal ( früher OSS) drin, daher ist mir bewusst: per anno dürften etwa 1,2 Millionen Fehlermeldungen auflaufen. Religion? Ich lach mich schlapp…
Standardlogik: will kein Anwender, und die zu verteidigen, das ist reine Kommunikation, aber sowas von.
Bildschirmmasken, das sind nicht die Probleme der Anwender, sondern die kämpfen in erster Linie mit der Betriebswirtschaft und Stammdatenplausibilität… –> Kommunikation! Aber wir sollten aufhören, das wird jetzt wirklich zu sehr OT…

no.name November 16, 2014 um 23:31

@frankie

>>Religion? Ich lach mich schlapp…

Soweit ich weiss gibt es keine messbaren Ergebnisse, die eine SAP-Installation rechtfertigten.

Ja, lass uns das hier beenden.

15 November 17, 2014 um 18:20

Denn um heute kaüitalistisch erfolgreich zu sein, muss man..

Daß der Schatten hier immer wieder mit seinen wirtschaftswissenschaftlichen Fremdwörtern prahlen muß..

[aber langsam übernimmt er den B-log wieder, gefällt mir...]

wowy November 18, 2014 um 20:57

Mißtrauensantrag im EU-Parlament gegen Juncker.
Hatte ich als eine Option erwähnt gehabt (@Eric B).
http://www.spiegel.de/politik/ausland/jean-claude-juncker-misstrauensantrag-wegen-steuerdeal-kritik-a-1003685.html
#234 AEUV

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