“Was darf Satire? Alles.”

by f.luebberding on 9. Januar 2015

Aus aktuellem Anlass wollen wir einen Kriegstreiber zitieren, der für diese Aussagen heute sicherlich einen Shitstorm ernten würde. Er verzichtet aber nicht deshalb auf einen Twitter-Account, sondern ist schon vor einiger Zeit verstorben:

“Nicht einmal an den deutschen Landesfeind hat sich die deutsche Satire herangetraut. Wir sollten gewiß nicht den scheußlichen unter den französischen Kriegskarikaturen nacheifern, aber welche Kraft lag in denen, welche elementare Wut, welcher Wurf und welche Wirkung! Freilich: Sie scheuten vor gar nichts zurück. Daneben hingen unsere bescheidenen Rechentafeln über U-Boot-Zahlen, taten niemanden etwas anderes zuleide und wurden von keinem Menschen gelesen.”

Man sollte einmal ausprobieren, wenn es jemand heute wagte, so scheußlich wie die Franzosen in den harmlosen Satiresendungen über Frauen, Homosexuelle, Muslime oder irgendjemand anderen herzuziehen. Dafür gibt es auch einen Grund, über den uns der Autor aufklärt.

“Übertreibt die Satire? Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten wie Ungerechten.”

Nun wird die Bibel heute wahrscheinlich selten gelesen. Aber warum die deutsche Satire immer einen “graziösen Eiertanz” hinlegen muss, kann man hier nachlesen.

“Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen die leidige Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und aufzutreten. Warum sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend.”

Jeder denkt halt, wenn ich eine Frau, einen Homosexuellen oder einen Muslim satirisch überspitze, müsste ich alle Frauen, Homosexuellen oder Muslime meinen. Entsprechend beleidigt reagieren sie darauf. In Echtzeit auf Twitter.

“Er verwechselt das Dargestellte mit dem Darstellenden”.

Deswegen ist man auch in Deutschland bis heute beleidigt, wenn man selbst zum Gegenstand von Satire gemacht wird. Es gibt eben nichts einfacheres als über den zu lachen, mit dem man ansonsten nichts zu tun. Das war schon immer eine deutsche Untugend gewesen. Heute tobt sie sich in der Satire über den Katholizismus aus. Da kann sich der deutsche Durchschnittskritiker laut lachend auf die Schenkel klopfen. Wer ist schon heute noch gläubiger Katholik?

“So aber schwillt ständischer Dünkel zum Größenwahn an. Der deutsche Satiriker tanzt zwischen Berufsständen, Klassen, Konfessionen und Lokaleinrichtugen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiß recht graziös, aber auf die Dauer etwas ermüdend. Die echte Satire ist blutreinigend: und wer reines Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.”

Nichts anderes hat französische Satire schon immer gemacht, gerade weil sie nicht in Ständen und Korporationen dachte. Die meisten von denen, die sich heute mit #JeSuisCharlie schmücken, werden den nächsten Shitstorm lostreten, wenn ein Satiriker bei uns umsetzte, was der verstorbene Autor als Schlußfolgerung formulierte.

“Was darf Satire? Alles.”

Sie sind in Wirklichkeit so deutsch, wie die Landsleute des Jahres 1919. Wenigstens wenn es um das Verständnis von Satire geht. Der zitierte Autor ist Kurt Tucholsky. Einige Leute, die nichts als diese letzten vier Worte kennen, berufen sich gerade auf diesen Aufsatz aus dem gleichen Jahr. Er ist durchaus aktuell, aber wohl anders als die meisten Leute meinen, die ihn gerade so gerne zitieren. Sie vergessen nämlich gerne, wie schmerzhaft Satire sein kann. Aber nur, wenn sie einen selbst betrifft. Und dass sie in der Überspitzung immer einen Grad von Ungerechtigkeit hat. Dafür verwechseln allerdings manche Leute bis heute das Pöbeln mit Satire. Aber das ist etwas, was man wirklich nicht Tucholsky vorwerfen kann.

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Morph Januar 19, 2015 um 23:32

@Jackle Januar 17, 2015 um 19:40

“Großorganisationen, deren einziger Zweck es ist morgen noch etwas mehr Geld verdient zu haben, für brandgefährlich halte. (Im Sinne von The Corporation) Nur ist das nur die eine Seite der Medaille. Der Staat steht auf der anderen.”

Organisationen wirken intern pazifizierend/versichernd (indem sie kollektiv bindende Entscheidungen realisieren und Daseinsansprüche normalisieren) und extern polemisierend (indem sie ohne Rücksicht auf externe Reproduktionsmotive operieren).

In kleinen Gesellschaften (die noch gar keine Organisation kannten) waren Gewaltverhältnisse an der Tagesordnung. In sogenannten Naturvölkern ist es für Männer normal, keines ‘natürlichen’ Todes zu sterben. Andererseits erleben die Teilnehmer kleiner Gesellschaften ihr Dasein paradoxerweise als ‘natürlich’ gerechtfertigt/sinnvoll/unentfremdet.

Man kann heute wissen, dass gesellschaftlicher Fortschritt in einer Kombination von kleingesellschaftlicher Sinnfülle und großorganisierter Friedlichkeit/Sicherheit/Daseinsvorsorge zu bestehen hätte.

Großorganisationen scheinen heute vor allem durch geldwirtschaftliche Motive integriert zu sein. Es gibt aber Gegenbeispiele. Im folgenden Fall z.B. hat ein weltanschaulicher Wertgesichtspunkt ein geldwirtschaftliches Motiv spielend ausrangiert. Das Beispiel ist ‘ethisch’ prekär, aber das täuscht darüber hinweg, dass es sich um einen höchst interessanten Fall handelt: ein weltanschauliches Motiv setzt sich über das Interesse eines Unternehmens hinweg!

Natalius Januar 20, 2015 um 00:03

Es wird immer verrückter: Jetzt behauptet ein höllandisches (Ökonomiesatire?)-Magazin, Charlie Hebdo sei bereits im Dezember von der Familie Röthschild “übernommen worden”: http://www.neopresse.com/politik/medienbericht-rothschild-familie-uebernahm-charlie-hebdo/

Linus Januar 20, 2015 um 00:28

@Morph:
“In kleinen Gesellschaften (die noch gar keine Organisation kannten) waren Gewaltverhältnisse an der Tagesordnung. In sogenannten Naturvölkern ist es für Männer normal, keines ‘natürlichen’ Todes zu sterben. Andererseits erleben die Teilnehmer kleiner Gesellschaften ihr Dasein paradoxerweise als ‘natürlich’ gerechtfertigt/sinnvoll/unentfremdet.”
Da scheint tatsächlich was dran zu sein. Zahlreiche Studien legen dies nahe!

“Man kann heute wissen, dass gesellschaftlicher Fortschritt in einer Kombination von kleingesellschaftlicher Sinnfülle und großorganisierter Friedlichkeit/Sicherheit/Daseinsvorsorge zu bestehen hätte.”
War da der Wunsch der Vater des Gedankens?
https://www.youtube.com/watch?v=dLs-Z47oFYw

Morph Januar 20, 2015 um 00:32

@Natalius’ Frau

Dein Mann hat sich mal wieder im Internet verlaufen! Hol ihn bitte bei den einschlägigen judenfeindlichen Hotspots ab! Vielen Dank!

Ja, ich weiß, nein, ist nicht schlimm, keine Ursache. Ja, schrecklich, diese Zerrüttung! Du bist eine tapfere Frau!

Natalius Januar 20, 2015 um 08:49

@Morph Januar 20, 2015 um 00:32

Das Magazin “Quote” ist das holländische Pendant von Forbes:

Aus Wiki (NL): “Quote (Engels voor beurskoers) is een sinds november 1986 verschijnend Nederlands tijdschrift dat vooral in het nieuws komt met het jaarlijks openbaar maken van de Quote 500, een lijst van de 500 rijkste mensen van Nederland met hun financiële positie, naar Amerikaanse idee van Forbes.
Quote verschijnt maandelijks en geeft informatie over het bedrijfsleven, geld, carrière, netwerken en het leven aan de top. In december 1999 werd het magazine door de Nederlandse Uitgeversbond uitgeroepen tot ‘Tijdschrift van het jaar’. De redactie is gevestigd te Amsterdam. Quote was in het bezit van oprichter Maarten van den Biggelaar en twee vrienden die het op 21 juli 2006 verkochten aan Hachette Filipacchi Médias (HFM). Hoofdredacteur Jort Kelder stapte vervolgens in april 2007 na ruim dertien jaar op.”

Die Nachricht, dass die Familie Rothschild kurz vor dem Attentat direkter Eigentümer von Charlie Hebdo wurde, ist selbstverständlich so bedeutungslos, dass die downstream-Presse darüber nicht berichten muss. Was solllen die Schäfchen ja auch mit solch einer Information anfangen? Schliesslich richtete sich diese Info an Verschwörungstheoretiker. Und die hat es arg getroffen.

Welcher Hohn schlägt einem VTler entgegen, wenn die Lösung des Puzzles das Erkennen der eigenen Ohnmacht ist?

Natalius Januar 20, 2015 um 09:15

PS: zu Forbes…

topi Januar 20, 2015 um 09:49

Laut der Quelle hat Rothschild die Liberation übernommen, an der hing Charlie Hebdo dran; mit der 50.000er Auflage bis vor dem Anschlag wohl ein sehr unbedeutender Teil des Ganzen.

Ist das eine berichtenswerte Info?
Was ist ein Rothschild heute? Was sind alle Rothschilds heute zusammen, die Firmen selber sind ja wohl unabhängig voneinander?

Geht man von einem islamistischen Anschlag aus, ist das weitgehend egal; welcher Islamist liest denn schon holländische Wirtschaftsmagazine, außerdem hatte die Übernahme ja keinerlei EInfluss auf den Auftritt von CH.

Aus Verschwörungssicht ergeben sich natürlich ganz neue Konstellationen.
Ein Anschlag der “üblichen Dienste” dürfte damit nur noch als Fehler denkbar sein.

Oder als Fake, dass es also gar keine Toten (zumindest in der Redaktion) gab.

Wirtschaftlich war der Anschlag ja ein voller Erfolg, würde der Finanzanalyst sagen.

Neben der Frage, ob es eine berichtenswerte Info ist, kann man fragen, ob es eine verschweigenswerte Info sein sollte.

Morph Januar 20, 2015 um 10:05

@topi

“Neben der Frage, ob es eine berichtenswerte Info ist, kann man fragen, ob es eine verschweigenswerte Info sein sollte.”

Kann man, geht aber der skandalösen Beklopptheit des Säuselnazis Natalius vorbei. Sein ganz persönlicher Informationsfilter ist: Judenjudenjudenjudenjudenjudenjuden… hechel hechel… Judenjudenjudenjudenjudenjudenjuden…

Ich mein, mir egal, ist ein freies Land, und das Denken kann man eh’ nicht verbieten, wenn jemand partout seine fixe Idee der Judenfeindlichkeit pflegen will, sei’s drum, solange er sonst keine Verbrechen begeht…

Aber ich persönlich (und wohl auch einige andere, die sich still verabschiedet haben) finden ein Diskussionsumfeld wo solche Dummdreckschleudern wie @Natalius und @Keynesianer auftreten, außerordentlich unangenehm. Und ich nehme mir die Freiheit, regelmäßig darauf hinzuweisen, wie schwer erträglich ich diese Situation finde.

ruby Januar 20, 2015 um 10:42

@ Morph

Deine Luhmann-Analysestruktur kann erklären, warum die Attentate so schnelle Reaktionen des Politiksubsystems hervorbrachten.
Also, wie lautet die Antwort?

peewit Januar 20, 2015 um 10:53

@Natalius

Wieder mal lustig! Prüfst du eigentlich wenigistens stichprobenartig nach, wie verlässlich deine Quellen sind? Nee, oder? Ja ja, das ist der richtige Geist, der die Wissenschaft weiter bringt…

Aber zur Sache!

“Von meinem Onkel Baron Edouard de Rothschild gab einige erhebliche Einwände gegen die Übernahme Einige Verwandte wollte den Kauf blockieren , Weil das uns in den Medien zu einer politischen Kraft machen würde. Wir wollen das auf jeden Fall vermeiden. Wir haben nichts mit Politik zu tun. Letztlich wurden die Kritiker in der Familie überstimmt. “ (Vollständiger Artikel)

Im Interview ging es um den Kauf der französischen Tageszeitung “Liberation”, die nun auch die Satirezeitschrift Charlie Hebdo mitverlegt. Dabei sei eine Millionensumme aufgewendet worden. Das Magazin startete am Mittwoch mit einer Millionenauflage und erreichte weltweite Bekanntheit. Philippe de Rothschild hat laut “Quote” seit Dezember eine Mehrheitsbeteiligung an der Zeitung, in der nun auch die Charlie Hebdo Redaktion untergebracht ist. Das Interview wurde am 18.12.2014 veröffentlicht.

Was sagt uns das? Nun, es soll offensichtlich ein kausaler Zusammenhang zwischen der angeblichen Übernahme von Charlie Hebdo durch die Familie Rothschild und dem Anschlag auf das Satiremagazin suggeriert werden (Post hoc, ergo propter hoc). Dabei springt (wenn man nicht besonders dämlich ist) sofort ins Auge, dass gesagt wird, es habe sich bei dem Interview nicht um Charlie Hebdo, sondern um den Kauf der Tageszeitung Libération gehandelt. Guckt man nun bei Libération nach, stellt sich heraus, dass ein gewisser Baron Édouard (nicht Philippe) Rothschild Haupteigentümer der Zeitschrift ist und das seit 2005, als er 20 Millionen Euro investierte und dafür eine Mehrheitsbeteiligung an der Zeitung erhielt. Wie kommt nun Charlie Hebdoins Spiel? Nun, die Libération hat den Redakteuren von Charlie Hebdo nach dem Attentat erst einmal Unterschlupf für die weitere Produktion des Magazins gewährt, nicht das erste Mal übrigens. Heißt das nun, dass das Magazin den Rothschilds gehört – und schon vorher gehörte? Nee, natürlich nicht. Dafür habe ich keine Belege gefunden (habe aber auch nicht lange gesucht, meine Zeit ist schließlich kostbar). Um darauf zu kommen, braucht es eine Internetverbindung und 5 min. Recherche.

Aber natürlich kann ich etwas übersehen haben. Ich bin ja auch auf meinen geringen Hausverstand angewiesen. Kein Außeriridischer hat mich bisher gechannelt, oder wie das heißt. Also, wer weiß genaueres?

Natalius übernehmen Sie!

Morph Januar 20, 2015 um 11:10

@ruby

habe ich schon mehrfach erläutert, z.B. hier:
http://www.wiesaussieht.de/2013/12/16/das-glucksen-der-nahles/#comment-79843

Der Terroranschlag auf Charlie Hebdo muss, so wie die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien heute funktionieren, als ein Anschlag auf die Staatsmacht verstanden werden. Und der Staat muss (wiederum: so wie die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien heute funktionieren) darauf schnell reagieren. Staatsraison sticht in einem solchen Fall die kritische Sorgfalt fairer Ermittlung: Täter müssen schnellstmöglich benannt und zur Strecke gebracht werden.

Daher sind die Überlegungen z.B. von Daniele Ganser, die @Bogus im Nachbarthread verlinkt, schief. Es kann sehr gut sein, dass der Fund des Ausweises am Tatort ein Fake ist. Das muss aber nicht bedeuten, dass nicht der so ‘ermittelte’ Täter nicht tatsächlich der Täter ist, man offenbart nur nicht die wahren und mglwse zweifelhafteren Indizien. Schon gar nicht taugt das als Hinweis auf einen inszenierten Terroranschlag.

g.w. Januar 20, 2015 um 11:14

Keyn. “Da dürfen wir uns gar nicht fragen, wer die Massenmedien kontrolliert und für seine Interessen orchestriert, denn alles spielt schön zusammen: Hollywood und die Verlage und die Massenmedien und die Politik und sogar nicht nur die Wirtschaftswissenschaft.”

eben, und jene Stimmen, die sich nicht kontrollieren lassen, werden ignoriert und geleugnet.

peewit Januar 20, 2015 um 11:29

Bei der Gelegenheit habe ich mir übrigens die Seite des Koppverlages flüchtig angschaut: Ojojojojoj…

“Hat die Birne einen Schlag
Melde dich beim Koppverlag”

Keynesianer Januar 20, 2015 um 11:45

Staatsraison sticht in einem solchen Fall die kritische Sorgfalt fairer Ermittlung: Täter müssen schnellstmöglich benannt und zur Strecke gebracht werden.

Dann behaupten wir doch mal, es war unser @Morph, und bringen ihn gleich zur Strecke. ;)

Hauke Januar 20, 2015 um 11:49

peewit

As of March 2011, Charlie Hebdo was owned by Charb (600 shares), Riss (599 shares), finance director Éric Portheault (299 shares), and Cabu and Bernard Maris with one share each.

Mit einem hat Natalius aber echt: Es wird immer verrückter.

P.S. Aufwand < 1 Minute

peewit Januar 20, 2015 um 11:53

@Hauke

Danke!

ruby Januar 20, 2015 um 12:08

@ Morph
Was liegt in den Schubladen in Berlin?
Vorausschauen hilft zu verarbeiten?

Keynesianer Januar 20, 2015 um 16:06

Die neueste Meldung über die Hintergründe von Charlie Hebdo:

Charlie Hebdo wurde offiziell von Philippe Val, Gébé, Cabu und Renaud gegründet. Aber informell durch den Präsidenten François Mitterrand mit den geheimen Mitteln des Elysée-Palasts im Jahr 1992.
http://www.voltairenet.org/article186425.html

Woher weiß das Voltairenet dieses? Nun, es hat einmal mit den Leuten von Charlie Hebdo kooperiert:

Charlie Hebdo war Verwalter des Netzwerks Voltaire, bevor es sich im Jahre 1997 wegen Meinungsverschiedenheiten von dem Verein trennte. Die Zeitung warb, um den Front National zu verbieten, während das Netzwerk Voltaire für das Recht des Vereins [des FN] war, aber für das Verbot seines bewaffneten Flügels, des DPS [1] war. Anschließend wurden die Beziehungen zwischen den beiden Gruppen gespannter: Charlie Hebdo hat die Anschläge vom 11. September Al-Qaida zugeschrieben und hat eine gewalttätige anti-islamische Kampagne ins Leben gerufen. Das Voltaire Netzwerk zeigte dagegen die Unmöglichkeit der offiziellen Version und beschuldigte eine Fraktion der militärisch-industriellen US-Lobby. Schließlich näherte sich der Leiter von Charlie Hebdo im Jahr 2007 dem Präsidenten Nicolas Sarkozy, während dieser die Anweisung gab, den Präsidenten des Voltaire Netzes zu beseitigen. Letzterer setzte sich aber ins Exil ab.

Wir haben es also mit Kreationen und Kreaturen des tiefen Staats der französischen Politik und vermutlich nicht nur dieser zu tun.

topi Januar 20, 2015 um 16:26

na so ein Glück aber auch, oder?

Keynesianer Januar 20, 2015 um 16:36

Schließlich näherte sich der Leiter von Charlie Hebdo im Jahr 2007 dem Präsidenten Nicolas Sarkozy, während dieser die Anweisung gab, den Präsidenten des Voltaire Netzes zu beseitigen.

Je Suis Thierry Meyssan! :)

bleistift Januar 20, 2015 um 16:48

Hier zwei schöne Artikel (ohne jede muffige Verschwörungstheorie):

“Die Linke im Muff von tausend Jahren

Man konnte aus Algerien berichten, was man wollte, die kleine linke Dynastie im Frankfurter Nordend wollte von einem verknöcherten Islam nichts wissen. Sie sagte: Wer den Islam angreift, greift die Muslime an. Ein Weggefährte berichtet.”

http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/linke-verweigern-diskussion-ueber-islam-und-gewalt-13377388.html

und:

“Die Muslimbruderschaft in Ägypten – Demokraten unter Vorbehalt.

Der kometenhafte Aufstieg der ägyptischen Muslimbrüder nach dem Sturz Mubaraks 2011 faszinierte die Welt ebenso wie ihr tiefer Fall im Sommer 2013. Doch was verbirgt sich dahinter? In ihrem Werk „Die Muslimbruderschaft – Porträt einer mächtigen Verbindung“ macht Annette Ranko die Bruderschaft, ihre Geschichte und Programm einem breiten Publikum zugänglich. Eine Rezension von Henning Schmidt.”

http://www.alsharq.de/2015/nordafrika/agypten/die-muslimbruderschaft-in-aegypten-demokraten-unter-vorbehalt-eine-rezension/

Insbesonders der Keinsinnianer kann ja kaum mehr atmen vor lauter Muff….!
Wird Zeit zu lüften!

carlos manoso Januar 20, 2015 um 17:23

@Keynesianer Januar 20, 2015 um 16:36
„Schließlich näherte sich der Leiter von Charlie Hebdo im Jahr 2007 dem Präsidenten Nicolas Sarkozy, während dieser die Anweisung gab, den Präsidenten des Voltaire Netzes zu beseitigen.

Je Suis Thierry Meyssan!“

„Die Operation Sarkozy : Wie die CIA einen ihrer Agenten zum Präsidenten der Republik Frankreich machte“
von Thierry Meyssan
http://www.voltairenet.org/article157870.html

bleistift Januar 20, 2015 um 17:50

@ Carlos

Hier ist der Beweis für deine Verschwörungstheorie:

http://www.markuswalther.org/wp-content/uploads/2012/09/paris_2012-018.jpg

Oh my gosh!

carlos manoso Januar 20, 2015 um 18:25

@bleistift Januar 20, 2015 um 17:50
„Oh my gosh!“

La tuerie d’Auriol :
https://www.youtube.com/watch?v=LsV-58pumy4

bleistift Januar 20, 2015 um 18:32

Ich nixe spreschen französisch!
Tute mir leid.

no.nam Januar 20, 2015 um 18:49

@bleistift

Für Dich die BILD der Intellektuell auf d e u t s c h:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14337958.html

Wer hinter dem Massenmord von Auriol stand, ist noch immer nicht ermittelt. Die Täter gehören zu einer gaullistischen Geheimpolizei.

carlos manoso Januar 20, 2015 um 19:29

@no.nam Januar 20, 2015 um 18:49
„Wer hinter dem Massenmord von Auriol stand, ist noch immer nicht ermittelt. Die Täter gehören zu einer gaullistischen Geheimpolizei..“

no.nam, „Faites entrer l’accusé“- eine franzosisch-intellektuelle Version von „xy-Ungelöst“- hat den Fall Auriol psychiatrisch voll aufgeklärt. Es handelt sich bei den Mördern um eine psychopathisch verirrrte Gemeimdiensttrruppe von Mythomanen. Z.B hatte es der Anführer geschafft, mittels eines creierten Nimbus als Tremdenlegionär die IQ-schwachen Geheimdienstler „spirituell“ zu kontrollieren. Sehenswerter Höhepunkt der Gerichtsverhandlung ist das Endgeständnis des Gemeimdienstlers, wegen Plattfüßen weder zum Dienst an der Waffe zugelassen, geschweige denn bei der Frendeblegion genommen worden zu sein, was zum Totalkollaps der Gemeindiensttruppe führt.

no.nam Januar 20, 2015 um 19:43

@carlos manoso

Danke für den link oben an @bleistift. Ich werde mir das Video vielleicht heute abend einmal anschauen.

peewit Januar 20, 2015 um 20:46

Noam Chomsky äußert sich zum Attentat auf Charlie Hebdo.

Linus Januar 20, 2015 um 23:04

@Morph:
Ergänzung zu meiner etwas knappen Bemerkung von gestern abend.

Ich wollte eigentlich nur sagen: Es lodert ein grosses Feuer in uns.
Es ist nicht nur fraglich, ob dieses grosse Projekt der gesellschaftlichen Selbstzähmung aussichtsreich sein kann. Es ist auch die Frage, ob und wie so etwas überhaupt mit Sinn zu füllen ist.

Ich versuch’s mal:
Selbstzähmung ist nicht durch Gewalt möglich, sondern iW nur durch Geschick, durch Selbstmanipulation. Das hat viel von “selbsterfüllender Prophezeihung” (und idT lässt sich die Geschichte der Menscheit als eine lange Kette von Selbstbetrügen lesen).

Diese Selbstmanipulation funktioniert am besten, solange sie informell bleibt, da dann der Ausgleich im Individuum selbst stattfindet. Sobald sie formalisiert wird, wird sie als von aussen gesetzt(!) und damit Manipulation erkannt (bös gesagt: sie wird externalisiert), und ruft entsprechenden Widerspruch hervor.

Das ist ein grundlegendes Problem für jede Art von formaler Ordnung. Du kannst es daher gerne als Argument für Kleingesellschaften nehmen, für ‘Freiheit’ sowieso. Es bedeutet aber noch etwas viel Gravierenderes: Gewalt kann erst dann wirklich verschwinden, wenn sie zugelassen wird.

Nun lässt sich das bis zu einem gewissen Grade ganz pragmatisch einhegen, durch staatliche Strukturen etwa, Gewaltmonopol etc. Aber das Grundproblem bleibt: Der Mensch kann nur durch EIGENE Einsicht zur Gewaltlosigkeit kommen. Mal überspitzt: solange es Alte und Junge gibt, wird es Krieg und Frieden geben.

Die Bereitschaft zur Gewalt ist essentieller Bestandteil des Menschen. Sie macht einen Gutteil seiner Lebenstüchtigkeit und Vitalität aus. Man kann sie formen und umleiten, aber kann sie sich nicht wegwünschen. Man kann den Weg zur “Einsicht” nicht abkürzen, indem man die Menschen umprogrammiert. Deshalb die “Königin der Nacht”.

Morph Januar 21, 2015 um 00:56

@Linus

“Der Mensch kann nur durch EIGENE Einsicht zur Gewaltlosigkeit kommen.”

Diese Einsicht fällt aber nicht vom Himmel. Es scheint mir jedenfalls nicht so sinnvoll zu sein, darauf zu warten. Starke Institutionen helfen.

Und der Ausdruck “der Mensch” suggeriert m.E., als gäbe es eine anthropologische Essenz, die aus sich selbst zum Guten finden müsse. Als seien Institutionen, die ‘den Menschen’ gegen seine Wünsche und Einsichten zu etwas nötigen, ein falsches, weil artifiziell-manipulatives Mittel. In die Richtung weist auch Dein Satz: “Das ist ein grundlegendes Problem für jede Art von formaler Ordnung.”

Klar, mit gesellschaftlichen Institutionen, d.h. formaler, nicht unmittelbar leibkörperlich fundierter Ordnung von Rechten und Pflichten sind Zumutungen verbunden, die nicht unmittelbar einsichtig sind und zu Statusunsicherheiten und individuell empfundenen Frustrationen führen. Ich meine, damit muss und kann man leben.

Alles weitere wäre auf einer konkreteren, nicht ganz so abstrakten Ebene zu verhandeln.

Natalius Januar 22, 2015 um 10:21

http://www.rtdeutsch.com/9833/gesellschaft/israelkritischer-tweet-und-weg-bist-du-selbst-als-langjaehriger-cnn-korrespondent/

Dem Voltaire-Zitat im ersten Kommentar zu dieser Nachricht ist nichts hinzuzufügen.

muneratti März 2, 2015 um 22:06

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Die Bibel sagt: “” Luke 11:10 jeder Bittende empfängt, wer sucht, und ihm wer klopft, öffnet sich die Tür. “. Also nicht diese Möglichkeiten, die Sie übergeben, dass Jesus nicht ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Bitte täuschen Sie nicht weil es noch ernste Menschen, aus Furcht vor Gott und Geist… Es ist eine christliche Organisation gegründet, um zu helfen. Ihre Kernaussage hat dies genug Sie ansprechen, die Ihr Leben für immer verändert

Satiriker November 10, 2015 um 15:15

Ich bitte die Charlie-Hebdo-Morde als Satire zu begreifen, auch wenn nicht jeder darüber lachen kann. Und da Satire alles darf, finde ich die Empörung über diese zugegebenermaßen blutige Satire-Aktion ziemlich heuchlerisch.

Und ich frage mich, warum es keine Karrikaturen über die Charlie-Hebdo-Morde gab, denn Satire darf ja alles und muss am Ende auch alles machen. Ist ja alles nur “Spaß”…

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