Abendland, Manndeckung und Europa: Blockierte Transformation. Ein Gastbeitrag von Gerald Fricke.

by f.luebberding on 30. Januar 2015

Die neue Regierung in Athen ist noch nicht einmal eine Woche im Amt. Aber die Aufregung, die sie auslöst, könnte sicher den Empörungsjahresbedarf so manches Ministers in Berlin decken. Ein gutes Beispiel dafür war gestern Abend die Sendung von Maybrit Illner gewesen. Dort erlebten wie jenes Schauspiel, das uns auch in den kommenden Wochen und Monaten noch oft genug begegnen wird. Während man in Deutschland über die niedrigen Zinsen stöhnt (“private Vorsorge!”), hat man in Griechenland andere Sorgen, wie die hohe Arbeitslosigkeit oder den Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Insofern war bei Frau Illner die Mainzer Ökonomin Beatrice di Mauro ein Lichtblick zu nennen. Sie litt nicht an der selektiven Wahrnehmung der Politiker. Warum es also nicht mit Wissenschaft versuchen? Damit fangen wir sofort an! In dem Gastbeitrag von Gerald Fricke geht es um die “blockierte Transformation” als Charakteristikum der europäischen Politik. Sie findet, so seine These, nicht aus einer Logik heraus, die nur ein Ziel zu kennen scheint: Zum Status quo vor der Krise zurückzukehren. Es lohnt sich die Debatte. Wer soll sie auch sonst führen, wenn nicht wir? Günther Oettinger?

Abendland, Manndeckung und Europa: Blockierte Transformation.

Ein Gastbeitrag von Gerald Fricke

In meiner Jugend, unter Helmut Kohl, hieß das Abendland noch „geistig-moralische Wende”, Alfred Dregger verteidigte es in Hessen und an der Oder-Neiße-Grenze und zum Sendeschluss wollte Gerhard Mayer-Vorfelder partout alle drei Strophen des Deutschlandliedes im ZDF singen, singen lassen. Oder so ähnlich. Mit dem Rotfunk sollte bald Schluss sein, denn in unserer Bungalow-Siedlung würde das Privatfernsehen demnächst auf Versuchssendung gehen, auch das war Abendland, späterhin von Ed Stoiber auf die kongeniale Formel „Laptop und Lederhose“ gebracht.

Das „konstruktive Misstrauensvotum“ im Bundestag und die Wahl Helmut Kohls gegen den natürlichen Bundeskanzler Helmut Schmidt verfolgte ich im Fernsehkeller meines Bolzplatz-Freundes Ullo. Zum Fernsehen wurde hier noch gepflegt in den Keller gegangen, denn im holzvertäfelten und latent überheizten Wohnzimmer standen alle Karajan-Aufnahmen von „Deutsche Grammophon“, die Werke René Kollos, Rudolf Pörtners „Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit“, antike Bildbände und braune Ledergarnituren und eine Nordmende-Stereokompaktanlage, aber selbstverständlich kein Fernseher. Als Elf-, Zwölfjährige hatten wir schon in den frühen Achtzigern von den Gewissensprüfungen für Kriegsdienstverweigerer im Kreiswehrersatzamt gehört – und den Fangfragen der alten Wehrmachtsgeneräle, die natürlich immer den Vorsitz im Gewissens-Ausschuss übernahmen, im Zweifel aber trotzdem argumentativ eher auszuhebeln waren als der verschlagene Militärpfarrer.

Das Abendland war bis zum Mauerfall Bestandteil und Kronjuwel des großen anti-bolschewistischen Abwehrkampfes. Menschen mit Migrationshintergrund hießen noch „Gastarbeiter“, es wurde um ihre Rückführung debattiert, und CDU/CSU-Politiker hießen Lummer, Geißler, Stoltenberg, Strauß. Franz Josef Strauß, „Franz Josef“, ohne Bindestrich! Carl Carstens war früher auch mal in einer anderen Partei namens NSDAP, aber er unterschrieb als wandernder Bundespräsident zackig-demokratisch und mit wertkonservativer Grund-Überzeugung meine „Jugend trainiert für Olympia“-Urkunde, die ich immer schon mal auf Instagram posten wollte, wie mir gerade einfällt.

Heute weiß ich natürlich, was für ein Quatsch dieses Abendland ist. It’s the economy, stupid. Der Weltkapitalismus ruckelt immer weiter, Überbau hin oder her, und wenn es sein muss, dann bekennen sich die Abendländler auch zu Atomkraft und Raubtierkapitalismus und allem, was irgendwie passend gemacht wird. Große Krisen, und damit sind wir beim Thema, führen zu Rundum-Erneuerungen und kapitalistischen Transformationen, das habe ich als Politikwissenschaftsstudent in der „Großen Transformation“ von Karl Polanyi gelesen, das den Übergang eines eingebetteten Kapitalismus zu reinen Marktgesellschaften im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschreibt. Das keynesianische Zeitalter, wir springen ins 20. Jahrhundert, der Wohlfahrtsstaat und der rheinische Kapitalismus sind nicht aus Jux und Dollerei entstanden, sondern als Antwort auf das krachende Versagen der klassischen Nationalökonomie in der Großen Depression. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932 brachte das keynesianisch-korporativistische Akkumulationsregime hervor, wie wir in der Vorlesung von Gilbert Ziebura hörten. Anfang der siebziger Jahre schon, mit Ölschock und der Weltverflechtungskrise 1973/74, endeten die Goldenen Siebziger. Der Paradigmenwechsel im Zuge der neoliberalen Konterrevolution und die Schlagworte zur Rettung des Kapitalismus lauteten: Von Maynard Keynes zu Milton Friedman, von der Globalsteuerung zum Monetarismus, von der Nachfrage- zur Angebotspolitik, Deregulierung der Kapitalmärkte, Liberalisierung und Privatisierung.

Unter Helmut Schmidt bedeutete das gute alte „Modell Deutschland“ die Krise aus Stagnation und Inflation („Stagflation“) mit weltmeisterlichen Exportüberschüssen, nunja, zu exportieren. Die europäische „Währungsschlange“ von 1979 war die Antwort auf den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems. Die Koppelung der D-Mark an die „schwachen“ Währungen in der Europäischen Gemeinschaft sollten mögliche Aufwertungen der D-Mark konterkarieren und das Modell Deutschland retten. Eine ähnliche Krisenüberwindungspolitik erleben wir nach der Weltfinanzkrise 2008 in der Europäischen Union, nur ganz anders. Diese Große Krise hätte nun endlich das Ende des neoliberalen Paradigmas einläuten müssen, wenn es nach den Lehrbüchern der Regulationsschule gegangen wäre.

Blicken wir zurück: In Ullos Fernsehkeller wussten wir damals schon, dass Grundigs „Video 2000“ das bessere System ist. Und dass sich trotzdem die Japaner mit ihrem VHS wahrscheinlich und ungerechterweise durchsetzen würden. Genau so, wie bei den Zweitwagen: Toyota Starlet, statt VW Käfer. Auch hier war das Abendland in höchster Not, gebannt von der „gelben Gefahr“. Als Antwort darauf und die allgemeine „Eurosklerose“ transformierte der Mantel der Geschichte, wie es Kohl nannte, die EWG zum europäischen Binnenmarkt (1986) und schließlich zur Europäischen Union. Den dräuenden Übergang von Manndeckung zur Viererkette im postmodernen Weltfußball konnten wir aufgeweckten Zwölfjährigen und Könige auf dem Bolzplatz allerdings nicht ahnen. Manndeckung und laufarmer Feldherrenfußball schienen uns und den Millionen Bundestrainern die natürliche Ordnung auf dem Platz, auf immer. Heute wissen wir: Eine jahrzehntelang blockierte Transformation, von Günter Netzer Selbsteinwechslung bis zur Europameisterschaft 2004. Die Deutschen rumpelten sich durch die achtziger und neunziger Jahre, 1982 und 1986 bis ins Finale, wurden mit Libero Lothar Matthäus 1990 sogar Weltmeister und 1996 mit klassischem Mittelstürmer Bierhoff Europameister, aber erst das Klinsmann-Projekt „Weltmeisterschaft 2006“ sollte die Blockade lösen und den Weg nach Rio 2014 weisen.

Und in Europa? Immer neue überkeynesianische Banken-Rettungspakete müssen durch die postdemokratischen Sparkommissionen und Parlamente geschleust werden, die europäische Austeritätspolitik führt sich als selber ad absurdum. Eine Rückkehr zum Keynesianismus ist genau so undenkbar wie Spenglers Abendland, aber ein neues post-neoliberales Akkumulationsregime ist ebenfalls nicht in Sicht. Stattdessen lautet die „alternativlose“ Herrschaftssynthese: Zurück zum Status quo ante 2008. Und zwar egal, was die Griechen wählen. Nennen wir das mit gutem Grunde eine „blockierte Transformation“ des Weltkapitalismus.

Dr. Gerald Fricke arbeitet am Institut für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig. Er ist Politikwissenschaftler und Berater für Digitale Transformation. Sein Blog ist hier zu erreichen. Auf Twitter unter Ballkultur.

{ 288 comments }

Keynesianer Januar 30, 2015 um 12:50

In der Wirtschaftspolitik geht es um Interessen.

Diejenigen, deren Interessen da gerade bedient werden, haben natürlich das größte Interesse, die Diskussion über die Probleme der gerade umgesetzten Wirtschaftspolitik zu vernebeln und zu zerfaseln.

Eigentlich war immer der Hans Hütt hier dafür zuständig, spätestens im dritten Satz vom Hundertsten zum Tausendsten zu kommen. ;)

Eine Rückkehr zum Keynesianismus ist genau so undenkbar wie Spenglers Abendland …

Spenglers Werk war ein derart reaktionäres Gebräu, dass ich immer nach spätestens drei Seiten mit dem Lesen aufhören musste.

Aber jetzt endgültig zum Keynesianismus:

Der ist immer noch aktuell und ganz einfach. Wirtschaftskrisen entstehen durch das Sparen und werden durch Hochzinspolitik oder die Umverteilung der Einkommen von den arbeitenden Konsumenten zu den ausbeutenden und Kupons schneidenden Sparern oder eben durch Lohndumping mit Hilfe der neoliberalen Agendapolitik von SPD und GRÜNEN verursacht.

Es ist also ganz einfach, mit einer keynesianischen Politik den Euro zu retten und die Krise zu überwinden. Man muss es nur durchsetzen.

Kann man keynesianische Politik durchsetzen?

Ja, mit dem, was wir über die Verursachung der Krisen in der Vergangenheit wissen, etwa 1929-33, sollte es eigentlich ganz locker gelingen. Es haben nur einige noch nicht kapiert.

no.nam Januar 30, 2015 um 13:04

Ökonomin Beatrice di Mauro ein Lichtblick zu nennen.

Die Frau ist im Verwaltungsrat der UBS. Für die, welche Illmer nicht sehen, sollte das kurz erwähnt werden.

Weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen
Mandate in Unternehmen, Organisationen und Stiftungen oder Interessengruppen einschliesslich:
Beatrice Weder di Mauro ist Mitglied des Verwaltungsrates der Roche Holding AG, Basel, und der Robert Bosch GmbH, Stuttgart. Sie ist Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex und des Senats der Max-Planck-Gesellschaft. Sie ist Mitglied des Global Agenda Council on Sovereign Debt des WEF, Mitglied des Beraterkreises von Fraport AG und Mitglied des Beirats von Deloitte Deutschland. Beatrice Weder di Mauro ist Stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats der Universität von Mainz.

https://www.ubs.com/global/de/about_ubs/corporate-governance/board-of-directors/cv-beatrice-wederdimauro.html

Keynesianer Januar 30, 2015 um 13:08

@Gerald Fricke

Leider haben wir dem Beitrag nicht entnehmen können, worin denn die “Transformation des Weltkapitalismus” bestehen sollte.

Oder warum denn die Rückkehr zum Keynesianismus undenkbar sein sollte. :)

Oder wer da aus welchem Grund zurück vor 2008 wollte.

Dafür ging es um einen Lothar Matthäus, den ich nicht kenne. ;)

no.nam Januar 30, 2015 um 13:09

Die Freunde

Weder di Mauro hat in den letzten fünf Jahren ein enges Beziehungsnetz in der Corporate Community geknüpft. Türöffner war Wolfgang Clement, deutscher Wirtschaftsminister, der die Professorin 2004 in den Sachverständigenrat zur Beratung der Bundesregierung ­holte. Beide kritisieren den zu starren Arbeitsmarkt Deutschlands, der das Wachstum hemme. Mit ihrem Förderer Clement sitzt Weder im Frankfurter Zukunftsrat, ­einem Think Tank an ihrem Wohnort.

Das Ticket nach ganz oben erhielt Weder 2006 mit der Berufung in den Roche-Verwaltungsrat. Dort trifft sie auf Schwergewichte wie Nestlé-Chef Paul Bulcke oder Shell-Chef Peter Voser. Beim Pharmakonzern dürfte sie auch Bruno Gehrig, Vizepräsident des Verwaltungsrates, aufgefallen sein. Gehrig sitzt im Verwaltungsrat der UBS – noch. Zeitgleich mit ihrer Wahl in den UBS-VR im Frühling wird er aus dem Rat zurücktreten.

Mit Peer Steinbrück, Ex-Finanzminister Deutschlands, sitzt ­Weder seit 2010 im Aufsichtsrat des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Weiter ist sie Beirätin der Revi­sionsfirma Deloitte Deutschland, wo sie den früheren ­Innenminister (und Clement-­Vertrauten) Otto Schily trifft. Der (gestrauchelte) Notenbank-Chef Philipp Hildebrand hatte sie 2008 in die SNB-Stiftung Studienzentrum Gerzensee gerufen, wo sie bis 2011 Einsitz hatte.

http://www.bilanz.ch/machtnetz/machtnetz-von-beatrice-weder-di-mauro-auf-dem-olymp

Lobbyisten Clement und Banken Peer als Freunde, also in guter Gesellschaft und von ARD/ZDF promoted ;-)

no.nam Januar 30, 2015 um 13:19

@Keynisianer

Leider haben wir dem Beitrag nicht entnehmen können, worin denn die “Transformation des Weltkapitalismus” bestehen sollte.

Das könnte auch ein Druckfehler sein. Gemeint ist wahrscheinlich Webgesellschaft, Vernetzung der Menschen und die daraus resultierende qualitative Veränderungen unseres Handelns. Die Studien hierzu sind noch nicht abgeschlossen, weil die Transformation noch voll im Gange ist. Mit nicht vorhersehbaren Ergebnissen. Siehe auch diverse Postings von @Morph ;-)

Keynesianer Januar 30, 2015 um 13:22

Wenn die Transformation zur Webgesellschaft gemeint sein sollte, da hat no.nam oben gerade gerade den wichtigsten Punkt vorgeführt:

Dank Web sind die Menschen heute sehr viel besser informiert als früher, als die Journaille ihnen noch sonstwas erzählen konnte, unwidersprochen:

Insofern war bei Frau Illner die Mainzer Ökonomin Beatrice di Mauro ein Lichtblick zu nennen. Sie litt nicht an der selektiven Wahrnehmung der Politiker. Warum es also nicht mit Wissenschaft versuchen?

Das gilt auch für den echten Keynesianismus, denn bisher gab es nur ein “Bastard-keynesianisches Zeitalter”.

https://www.youtube.com/watch?v=Ja1ihDJlHl4

Der echte Keynesianismus braucht nicht unbedingt ein Wachstum der Wirtschaft. Er weiß aber, dass es ohne das Wachstum der Wirtschaft kein stabiles Geld geben darf.

Also darf es keine Stabilitätspolitik mehr geben!

Die war die Ursache für alle Probleme seit vierzig Jahren und die echten Keynesianer können das im Internet so gut erklären, dass sich manche noch wundern werden, die es bis heute geschafft haben, weltweit an allen Universitäten der Erde die Neutralität des Geldes lehren zu lassen.

Das wird dank Internet nicht mehr länger möglich sein. :)

Andreas Kreuz Januar 30, 2015 um 13:32

Das liest sich ja wie alter Wein in anderen Schläuchen…

Keynesianer Januar 30, 2015 um 13:40

Aha, dann müssen wir uns den Standpunkt des Autors halt selber zusammenreimen:

In der Vorlesung sind wir von der Vermutung ausgegangen, dass wir uns in einem Transformationsprozess von einer massenmedial geprägten Gesellschaft zu einer Gesellschaft, die durch das Internet geprägt ist, befinden – einer Transformation, die ähnlich bedeutsam ist wie der Übergang von traditionellen Gesellschaften zu den Marktgesellschaften im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, die Karl Polanyi (1978) auf die Formel der ‘Great Transformation’ gebracht hat. Wie wirkt sich diese Transformation zur Webgesellschaft auf die Politik, die Gesellschaft und die Unternehmen aus?
http://geraldfricke.tumblr.com/webgesellschaft

Als Keynesianer kann ich für die Auswirkungen der Webgesellschaft auf die Politik ein Beispiel geben. Es wird nämlich nicht mehr möglich sein, den Sheeple irgendeinen Stuss über die Ursachen von Krisen zu erzählen:

Unsere Ökonomie ist sehr produktiv, weil wir arbeitsteilig arbeiten. Das bedeutet aber, dass unsere Produktion für uns selber völlig wertlos ist, wenn wir sie uns nicht gegenseitig abkaufen.

Wirtschaftskrisen haben keine andere Ursache, als dass wir uns unsere Güter gegenseitig nicht mehr abkaufen. Das war auch die Ursache der Weltwirtschaftskrise 1929-33.

Das Geldsparen ist die Ursache solcher Krisen wie heute oder 1929-33. Um Geld zu sparen, versuchen die Haushalte, ihre Ausgaben einzuschränken und einen Einnahmeüberschuss zu erzielen. Mit diesem Einnahmeüberschuss können sie Geldvermögen aufbauen oder Schulden tilgen.

Leider muss für jeden Einnahmeüberschuss ein entsprechender Ausgabenüberschuss der anderen Haushalte von diesen hingenommen werden.

Wenn aber alle sparen, kommt es zu dem Sparparadoxon von Keynes: Die Einkommen sinken, weil die Haushalte sich gegenseitig ihre Güter nicht mehr abkaufen. Die Einkommen sinken so lange, bis die verzweifeltsten Haushalte auch noch mit dem Sparen aufhören müssen.

Das und nur das ist die Erklärung der Krisen.

Ja, und wir sollten noch ergänzen, dass das Sparen durch die Neoliberalen gezielt gefördert wurde. Was die Ökonomien immer wieder in die Krisen getrieben hat – die so beliebte Reform- oder Agendapolitik.

Das lässt sich bei Handlungsbedarf noch näher ausführen. :)

no.nam Januar 30, 2015 um 14:01

Zum Thema Transformation. Dazu gibt es zwei simple Regeln:

Regel/??????? A: Das, was trägt, lässt den Getragten auch stürzen.

Regel/??????? B: Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Staaten, sondern von oben nach unten.

Was macht nun Griechenland so spannend?

In Griechenland fallen die beiden obigen Regeln A und B in einem Punkt zusammen. Das kann nicht gut gehen und führt zu Widersprüchen der politisch Handelden.

Herr Tsipras ist an die Macht gekommen, weil er vorgibt, die Forderungen der Menschen auf der Strasse zu vertreten. Die alte Regierung in Griechenland ist daran gescheitert. ===> Regel A. Dadurch, dass Herr Tsipras verspricht, die Politik der Austerität zurück zu nehmen, trägt ihn das Volk an die Macht.

Nun ist den Politiker der anderen Staaten in der EU natürlich bewusst, dass sie Herrn Tsipras bei seiner Aufgabe das Volk zu regieren unterstützen müssen (===> Regel B). Es geht hier ja um die eigene Haut. Wenn Griechenland kippt ist, ist die Ansteckungsgefahr groß. Italien, Spanien, Portugal, Frankreich…., da warten zig Millionen Mensche auf der Strasse, dass die Politik eine Antwort gibt (Regel A!!!)

D.h. alle Funktionsträger etc. sind aufgerufen eine Geschichte zu entwerfen. Für die Medien. Daraus resultiert der Spagat, einerseits Herr Tsipras zu unterstützen (Regel B), andererseits versuchen zu verhindern, dass in den anderen Ländern die Menschen auf die Strasse rennen (Regel A). Die Menschen in den anderen Südländern sind ja nicht blöd, die wollen auch die Politik der Austerität zurückgedreht haben. In Frankreich die Arbeitslosigkeit so hoch wie noch nie!!

Und die Deutschen haben zwar noch Arbeit, aber die Zukunft, Rente, Krankenversorgung etc. sind ungewiß (Bedrohungspotential Regel A). Eine Strategie könnte sein, die Geschichte in jedem Land anders zu erzählen. In Deutschland wird von Solidarität gesprochen. Die Werte des menschlichen Miteinander werden hochgehalten etc., ,,Eure Opfer sind wichtig und sinnvoll!”, wird im ÖR erzählt. Wasser predigen, Sekt trinken. Könnte funktionieren. Vielleicht. Aber die Unruhe wächst.

Bezug zu Banken/Oligarchen werden in dieser Krise verschleiert. Die Auswegslosigkeit weiter betont und Horrorszenarien aufgezeigt, die die Menschen ruhig stellen sollen.

Alle beteiligten Mitglieder der Funktionselite spielen derweil auf Zeit und verstreuen Missinformationen, in der Hoffnung, dass sich eine Lösung schon finden lassen wird. Wisschenschaft wird zur Mythologie-Erzählung. Kommunikation hat die Funktion nicht zu informieren. Der Konflikt zwischen Regel A (Interessenskonflikte zwischen arm und reich) und Regel B (Interessensvertretung der Regierenden) bleibt derweil bestehen. Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen den Ländern, die Kapitalflucht, die Schere zwischen Arm und Reich,…usf. führen zur Unzufriedenheit bei den Menschen auf der Strasse. Die Kommunikation darüber vertagt das Problem nur. Ausgang ungewiß.

Gerald Fricke Januar 30, 2015 um 14:46

Lieber @Keynesianer,

was ich sagen wollte: Eine “Große Krise” führt zur “Großen Transformation” (Polanyi) des Kapitalismus. Die Weltwirtschaftskrise 1929 zum keynesianisch-fordistisch-korporativistischen Akkumulationsregime. Um das salopp auf den Punkt zu bringen: Wir arbeiten in den Fabriken, um uns die Autos zu kaufen, mit denen wir in die Fabrik fahren auf Straßen, die Vater Staat gebaut hat – und scheiß auf die Umwelt!
Dieses Modell gerät Anfang der 1970er in seine finale “Große Krise” und wird abgelöst durch den “Neoliberalismus” als hegemoniales Modell, durchexerziert am Ende auch noch von Rot-Grün in Deutschland, ja. Und was passiert jetzt, im Zuge der Weltfinanzkrise 2008? Die hegemoniale Antwort heißt: Zurück zum Status quo vor der Krise. Will aber nicht so recht gelingen. Also eine blockierte Transformation. Und das neue große post-post-postkeynesianische, gegenhegemoniale Dings-Projekt aus Staat und Zivilgesellschaft, nach Antonio Gramsci? Ist nicht zu erkennen, weder in den Parlamenten, auf den Straßen oder in den Talkshows von Frau Ilner. Dagegen hoffe ich auf die Dialektik der “kooperativen Webgesellschaft” in der Weltgesellschaft, so irgendwie.

KommentatorX Januar 30, 2015 um 14:52

Für mich macht die Rede von der „blockierten Transformation“ durchaus Sinn.

Gesellschaftlicher Fortschritt ist möglich durch wissenschaftlich-technische Revolutionen, welche eine Reduktion der gesellschaftlich notwendigen Reproduktionsarbeit möglich machen.

Voraussetzung dafür ist, dass die Produktionsverhältnisse dem Fortschritt der Produktivkräfte angepasst werden.

Das ist eine Erkenntnis, welcher kein gebildeter und ehrlicher Gesellschaftswissenschaftler widersprechen würde.
Auch wenn dieser Zusammenhang den Kern der Marxschen Transformationstheorie ausmacht, muss man nicht Marx gelesen haben, um dies zu verstehen.

Eine blockierte Transformation liegt folglich nach sozio-ökonomischen Verständnis vor, wenn die die Produktionsverhältnisse NICHT dem Fortschritt der Produktivkräfte angepasst werden.

Wenn mehr produziert wird, als benötig wird, sprechen wir von Überproduktion. Wobei im Kapitalismus nicht der Bedarf der Menschen, sondern die zahlungsfähige Nachfrage den limitierenden Faktor darstellt. Letzteres aber nur als Anmerkung.

Ökonomisch rational denkende und handelnde Menschen würde bei Erreichen der Überproduktion einfach weniger produzieren. Nicht aber der kapitalistische Unternehmer.

Der produziert weiter, senkt aber die Gebrauchsdauer der Produkte mittels eingebauter Zerstörung. Man nennt es Obsolezenzproduktion. Man produziert und zerstört absichtlich die Produkte. Was für eine Idiotie!

Einen Teil der Produkte, nämlich Rüstungsgüter, zerstört man in Kriegen.
Anders als die Kriege in der Vergangenheit besitzen diese Art von Krieg kein traditionelles Kriegsziel, wie z. B. Eroberung und Versklavung der Bevölkerung. Sondern das Hauptziel ist die Zerstörung der Rüstungsgüter, um mit der Neuproduktion profitable Geschäfte zu machen.
Typisches Beispiel: der Vietnamkrieg.
Nicht der Sieg, sondern der Krieg als profitables Wirtschaftsgeschehen ist Motiv und Ziel.

Klar, das ist Irrsinn. Aber so und nicht anders funktioniert der Spätkapitalismus.

Niemand kann mit rationaler Argumentation bestreiten, dass vom Stand der Entwicklung der Produktivkräfte schön längst ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem möglich wäre.

Der Name Oswald von Nell-Breuning (1880 – 1991) dürfte den sozioökonomisch Gebildeten schon begegnet sein. Er war ein katholischer Theologe, Jesuit, Nationalökonom und Sozialphilosoph und gilt als der „Nestor der katholischen Soziallehre“.

Der Ökonom Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup zitierte ihn(2014):
„Der herausragende deutsche Ökonom Oswald von Nell Breuning forderte schon in den 1960er Jahren die 10-Stunden-Woche als er schrieb: „Auch die heutigen Schritte sind nicht kampflos vor sich gegangen. Aber ich denke nicht an die 35-Stunden-Woche, auch nicht an die 24-Stunden-Woche. Ich denke an eine viel weiter gehende Arbeitszeitverkürzung. Ich stelle mir vor, daß wir dahin kommen werden, daß zur Deckung des gesamten Bedarfs an produzierten Konsumgütern ein Tag in der Woche mehr als ausreicht.“

In den 60-er Jahren – 1 Tag pro Woche notwendig zur Deckung des gesamten Bedarfs an produzierten Konsumgütern!

Nach dem Stand der Produktivkräfte braucht eine Familie in den 60-er Jahren nur 1 Tag Erwerbsarbeit pro Woche, ein halbes Jahrhundert später im Jahr 2015 reicht bei den meisten Familien nicht aus, wenn nur ein Elternteil Erwerbsarbeit leistet, sondern beide Elternteile müssen es tun. Macht dann pro Familie 10 Arbeitstage pro Woche.

Genau dies ist blockierte Transformation.

Keynesianer Januar 30, 2015 um 15:14

@Gerald Fricke

Und das neue große post-post-postkeynesianische, gegenhegemoniale Dings-Projekt aus Staat und Zivilgesellschaft, nach Antonio Gramsci?

Kein Wunder, dass von diesem “Dings-Projekt” nichts zu erkennen ist, wenn selbst seine Propagandisten da nicht etwas deutlicher werden können. :)

Also ich vermute mal, dass das Projekt darin besteht, dass es Wohlstand nur noch für die wenigen Oligarchen und deren engsten Dienstleisterkreis geben soll. Wir übrigen Menschen sparen dafür CO2 und freuen uns über die angebliche Rettung der Umwelt vor dem bösen menschlichen Konsum. Gell?

Das muss man den Sheeple nur noch richtig verkaufen, so mit Panik vor der drohenden Klimakatastrophe (Atomstrahlen, Waldsterben, Ozonloch). Und wir stricken uns unsere Pullover wieder von Hand.

Das fordistische Akkumulationsregime gab es übrigens schon in den 1920er Jahren. Es wurde dann durch die mit dem Goldstandard inszenierte Große Depression unterbrochen, die bereits 1918 das Cunliffe-Komitee des britischen Parlaments für die Nachkriegsjahre geplant hatte. Die angloamerikanische Rentiersklasse fühlte sich nämlich durch die Inflation der Kriegsjahre 1914-18 um einen wichtigen Teil ihrer Kriegsprofite betrogen und wollte das mit der deflationären Depression wieder korrigieren.

https://fraser.stlouisfed.org/docs/publications/FRB/pages/1920-1924/29667_1920-1924.pdf

Das keynesianische Modell ist in den 1970er Jahren von den Neoliberalen aus der Politik gedrängt worden, weil die Weltwirtschaftskrise, an der Mises und Hayek bereits mitgewirkt hatten, inzwischen weit genug in Vergessenheit geraten war, so dass der Widerstand der übrigen Gesellschaft gegen die Neuauflage der nun neoliberal genannten Politik gebrochen werden konnte. In manchen Ländern Lateinamerikas wie Chile und Argentinien auch nur mit Mord und Totschlag.

Die Transformation zur “postfordistischen” Gesellschaft der globalen Oligarchenherrschaft, mit grenzenloser Ausbeutung durch das Finanzkapital und neoliberalem Sozialabbau für die Massen, wollen wir doch verhindert sehen.

Und eben nicht als Transformation zu einer höheren Stufe menschlichen Lebens noch gefeiert haben.

Auch wenn das noch immer der Preis für eine Unikarriere ist. ;)

aifran Januar 30, 2015 um 15:26

100115 Sozialdemokratie: Die Mappe des Alfred Dallinger
10. Jänner 2015, 12:00

Im Februar 1989 ging Europas Sozialdemokratie im Bodensee unter: ein Rückblick auf den Beginn der politischen Lebenskrise
Die letzte sozialdemokratische Idee versank am 23. Februar 1989 im eiskalten Bodensee. Alles, was danach kam, war nicht einmal mehr eine Nacherzählung. Es war ein Abgesang; die schräge Ballade von der burlesken Variante vom Ritt über ebendiesen Bodensee; das Lied vom Reiter, der sich zwar nie wirklich aufs Eis verirrt, gleichwohl aber vor lauter Schreck, so was könnte womöglich doch passieren, tot vom Pferd fällt.
Die Idee, die da mit dem österreichischen Sozialminister Alfred Dallinger am 23. Februar 1989 vor dem schweizerischen Ort Rorschach untergegangen ist, war eine letzte, beinahe schon verzweifelte Aufwallung sozialdemokratischen Wollens, den Kapitalismus innerhalb seiner selbst an die Kandare des Gemeinsinns zu nehmen. Es waren rührend punktuelle Maßnahmen, die Dallinger da in seiner Agendamappe mit sich führte, keineswegs jene revolutionäre Totalität, als die sie seit Jahren schon verteufelt wurden.
“Maschinensteuer”
Eine maßvolle Arbeitszeitverkürzung sollte mithelfen, das wiedererwachte Gespenst der Massenarbeitslosigkeit zu bannen. Und die Umstellung der Finanzierung des Sozialsystems von einer Arbeitsplatz- auf eine Wertschöpfungsabgabe – “Maschinensteuer” wurde das genannt im politischen Wettbewerb – sollte die schon mit Händen zu greifende Schieflage der Gesellschaft wieder geraderücken. Deutsche und französische Gewerkschaften bastelten schon an entsprechenden Kampagnen. Es war also nicht ganz absurd, anzunehmen, dass das alles auf einen klassischen Sozialkompromiss hinauslaufen würde. 1989 galt es im westlichen Europa ja noch als ausgemacht, dass die Politik die Wirtschaft reiten solle. Denn noch war die Erinnerung an jene Zeit präsent, in der das umgekehrt gewesen ist.
Verzweifelte Versuche
Auch auf konservativer Seite waren Kräfte am Werk, den allmählich bockenden Kapitalismus wieder einer kosmetischen Runderneuerung zu unterziehen, auf dass seine Verträglichkeit erhalten bliebe. In den von jeher schräg denkenden steirischen Bergen wurde ein Konzept formuliert, das der nachmalige ÖVP-Chef, der glücklose Josef Riegler, 1987 als “ökosoziale Marktwirtschaft” auf den Ideenmarkt warf. Dieses Konzept machte eine ehrenvolle Runde durch Europas Christdemokraten, Schwergewichte wie Heiner Geißler lobten es, 1991 fand es gar Eingang ins Programm der Europäischen Demokratischen Union. Aber eigentlich war, wie sich bald schon herausstellen sollte, die “ökosoziale Marktwirtschaft” auch nicht viel mehr als die “Maschinensteuer” der Linken: ein letzter, verzweifelter Versuch, im Sattel zu bleiben. Ein letzter, verzweifelter Versuch, der europäischen Politik das Politische zu erhalten.
Die Zeiten aber waren nicht mehr danach. Mehr als ein Jahrzehnt lang hatten die zwei großen politischen Kräfte es sträflich vernachlässigt, sich jenem neuliberalen Elan entgegenzustellen, der nun allerorten daranging, die europäische Vorstellung vom ordentlichen Wirtschaften zu zertrümmern. Propagandistisch maskierte sich diese neue Kraft als jene komische Yuppietruppe, die äußerlich dem Villacher Fasching entsprungen schien, unter der Bedeckung der Kasperlmütze aber auf nichts Geringeres zielte als aufs Ganze – mit einer Entschlossenheit, Kaltschnäuzigkeit und Rücksichtslosigkeit, die ihresgleichen höchstens im Bolschewistenputsch des Jahres 1917 fand.
Chile als Experimentierfeld
Dass dieser Vergleich überzogen nur klingt, aber keineswegs ist, zeigt das unselige Jahr 1973, als das chilenische Militär den Sozialdemokraten Salvador Allende wegputschte. In den folgenden Jahren nun wurde Chile zum Experimentierfeld jener Ökonomen, die da, inspiriert von den neoliberalen Wienern um August Friedrich Hayek, eine neue Form des Wirtschaftens propagierten, die sich, dem naturwissenschaftlichen Tönen zum Trotz, eng ans Uralte anlehnte.
Milton Friedman, ein Schüler Hayeks und Guru der nach dem Standort ihrer Alma Mater sogenannten Chicago Boys, empfahl dem Diktator Pinochet eine ökonomische “Schocktherapie”: Der chilenische Markt wurde weit geöffnet und radikal dereguliert, die Privatisierung ging bis hinein in die traditionelle staatliche Kernkompetenz, Sozialausgaben wurden massiv gekürzt, das Umlagesystem der Pensionen wurde in ein kapitalgedecktes umgewandelt, die Krankenversicherung privatisiert. Allein im ersten Jahr der “Schocktherapie”, 1975, sanken die Staatsausgaben je nach Ministerium um 15 bis 25 Prozent. Und – am anderen Waagebalken der Gesellschaft – wurden die direkten Steuern gesenkt, die Progression wurde gekappt.
Neoneoliberales Handeln
Chile in den 1970er-Jahren war ein drastisches Beispiel dafür, dass die Marktwirtschaft und die Demokratie nichts miteinander zu tun haben müssen. Und es mag sein, dass Europas Sozial- und Christdemokraten deshalb den Eindruck hatten, ein solch radikaler Umbau der Ökonomie sei nur in nichtdemokratischen Systemen denkbar. Spätestens 1979 aber war solch ein Irrtum nicht mehr möglich. Der Amtsantritt von Premierministerin Margaret Thatcher – deren hervorragendste Leistung als Bildungsministerin es war, 1970 die kostenlose Schulmilch abgeschafft zu haben – bereitete den Weg, die chilenische Reformökonomie – das 1:1-Modell neoneoliberalen Handelns – auf die um sozialen Ausgleich bemühten europäischen Gesellschaften loszulassen.
Aus Gründen, die heute nur noch schwer nachzuvollziehen sind, wurde der Thatcherismus auf dem Kontinent bloß als eine Abart eines britischen Spleens empfunden, über den man sich nicht weiter den Kopf zerbrechen musste, weil Briten bekanntlich zu so was neigen. Daran änderte sich auch nichts, als dieser Spleen seinen Komplementär jenseits des Atlantiks im Schauspieler Ronald Reagan fand. Weder Thatchers noch Reagans Politik wurde anfänglich als besonders relevant fürs Europäische empfunden. Doch das Gespann, das einen enthemmten Kapitalismus nicht nur predigte, sondern tatsächlich umsetzte, gab ab nun Richtung, Geschwindigkeit und Ziel der Debatte vor: Dem Staat sollte die öffentliche Hand abgeschlagen werden.
Working Poor
Unumwunden sprach man von Zweidrittelgesellschaft. Der Kollateralschaden, dass ein Drittel der Menschen von der versprochenen Zunahme des Wohlstands ausgeschlossen bleiben sollte, galt vielen auf einmal als durchaus akzeptabel. Schon im Jahr vier des Thatcherismus waren 12,5 Prozent der erwerbsfähigen Briten ohne Beschäftigung. Die Chicago Boys hatten auch darauf eine Laboratoriumsantwort: runter mit dem Arbeitslosenentgelt, runter mit dem Mindestlohn, denn eine wahre Marktwirtschaft kennt keine Arbeitslosigkeit – nur zu hohe Lohnkosten. So begann die Geschichte der Working Poor, jener neuen Unterschicht, für die das System die McJobs vorsah, ein dem Geist der Chicago Boys entsprungenes Gespenst, das in seinen vielen Varianten von Prekariat bis Praktikum die Gesellschaft mehr und nachhaltiger verheert hat als alles andere.
Es mag sein, dass Alfred Dallinger all diese Dinge durch den Kopf gegangen sind, als er am frühen Vormittag des 23. Februar 1989 in Schwechat die kleine Propellermaschine des Typs Commander AC-90 bestieg, die ihn und acht weitere Passagiere nach Vorarlberg bringen sollte. Seit fast neun Jahren war er nun schon Sozialminister. Bruno Kreisky, der nach seinem endgültigen Bruch mit der SPÖ 1987 nur noch grantelte, hatte ihn in sein viertes Kabinett geholt. Und seither schickten die Statistiker dem Alfred Dallinger eine Schreckenszahl nach der anderen.
1981 stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Jahr zuvor um 30,3 Prozent. Fast spiegelgleich reduzierte sich die Zahl der offenen Stellen um 30,6 Prozent. 1982 betrug die Steigerungsrate der Arbeitslosigkeit unglaubliche, weit jenseits der Schmerzgrenze angesiedelte 52 Prozent. 105.300 beschäftigungslose Menschen drängten sich um 17.300 offene Stellen. Und so ging es weiter. 1987 waren 167.500 Österreicher ohne Beschäftigung. 26.800 Arbeitsplätze warteten auf Besetzung.
Wachstum mit Grenzen
Im selben Zeitraum schien sich zu erweisen, dass der Konjunktureinbruch nach den beiden Ölkrisen 1973 und 1979/80 sich zu einer veritablen Strukturkrise klumpte, die durchaus dem zu entsprechen schien, was die Wissenschaftler des Club of Rome 1972 unheilvoll prophezeiten: dass nämlich das Wachstum an seine natürlichen Grenzen stoße. Wenn das aber tatsächlich der Fall sein sollte, war es aus mit der herkömmlichen sozialdemokratischen Herrlichkeit.
Denn die Zauberformel der europäischen Sozialdemokratie – der die Christdemokraten im Wesentlichen zustimmten – war ja, die Arbeiterschaft gerecht am Wachstum zu beteiligen, im Gegenzug aber die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse unangetastet zu lassen. Ein höchst fragiles Gleichgewicht, das durch die Etablierung einer echten Zweidrittelgesellschaft nachhaltig zerstört werden musste.
Alfred Dallinger und seine Mitstreiter wussten wohl um die Gefahr. Was sie aber nicht wussten – nicht wissen konnten und wollten -, war die Kaltschnäuzigkeit jener Kräfte, die genau das, die Zerstörung, beabsichtigten. Zwei fundamentale Fehler unterliefen dem Alfred Dallinger und seinen Genossen, spiegelgleich aber auch den Christdemokraten. Der erste war schlichte Naivität, die Grundannahme, dass alle am politischen Spiel Beteiligten im Grunde guten Willens wären. Und zweitens dachte man sich die Frontlinien der politischen Auseinandersetzung immer noch entlang der traditionellen Lagergrenzen.
Von Partei zu Partie
Im Beharren auf diesen bereits augenscheinlich gewordenen Unsinn vollzog sich hier wie da der Wandel von Partei zu Partie. Nicht mehr um die realen sozialen Bedingungen und Bewegungen ging es den obsolet gewordenen Lagern, sondern darum, die nächste Wahl, wenn schon nicht zu gewinnen, so doch nicht zu verlieren. Die von realen gesellschaftlichen Kräften getragenen Großparteien verwandelten sich im Verlauf der Achtzigerjahre zu bloßen Wahlvereinen, deren politische Haltungen wenig mehr waren als Wahlkampfattitüde. In genau diese Diskrepanz stieß Jörg Haider mit unheimlichem Instinkt.
Zumal der Wind, den die Chicago Boys in der Despotie Chiles entfacht und den Thatcher mit Reagan zum Sturm verdichtet hatte, auch die Sozialdemokraten nicht unberührt gelassen hat. So mancher Genosse wurde selber smart und erkannte detailreich auch das Wahre und Schöne und Gute im Thatcherismus und den Reagonomics – wenn auch um den Preis, das große Ganze aus dem Blick zu verlieren, dass man nämlich drauf und dran war, die Gesellschaft zu spalten, so tief es nur irgend ging unter den Bedingungen einer parlamentarischen Demokratie.
Parteihistoriker mögen irgendwann Erklärungen dafür finden, warum die Sozialdemokratie in den Achtziger- und dann so richtig in den Neunzigerjahren in eine solch neurotische Krise hineintaumelte, dass am Ende selbst der gestandenste Genosse nicht mehr wusste, ob er nun ein Mandl oder ein Weibl sei. In Österreich waren gerade die gestandenen Genossen oft auch sogenannte “enttäuschte Capwähler”, ein Topos, der seit dem über Vorzugsstimmen gelungenen Einzug des Josef Cap ins Parlament 1983 zum stehenden geworden war. Der jugendlich linke Cap hatte mit einer Geschwindigkeit den Hals vom Kritiker zum Karrieristen gedreht, die geradezu paradigmatisch war für den Wandel der gesamten Partei zur bloßen Partie. Bis heute macht Cap jedem Herrn den Narren, freilich um den Preis, dass hinter der rhetorischen Brillanz jegliche politische Ernsthaftigkeit sich auflöst.
Sozialdemokratie wird zu ihrem Gegenteil
Als Alfred Dallinger etwas verspätet von Wien-Schwechat zu seinem Flug ans andere Ende Österreichs aufbrach, war freilich noch nicht vorhersehbar, dass die europäische Sozialdemokratie sich bald schon so capisiert, dass sie innerhalb nur weniger Jahre zu ihrem Gegenteil mutierte. 1994 übernahm mit Tony Blair, ein junger, smarter, einem Comic über die Wallstreet-Yuppies entsprungen scheinender Bursche den Vorsitz über die altehrwürdige, tatsächlich in die Jahre gekommene Labour Party, aus der er umgehend die smarte New Labour machte, die jenem Pfad zu folgen bereit war, den Mrs. Thatcher und die Ihren quer durch die britische Gesellschaft getrampelt hatten. 1998 folgte dem coolen Briten, der 1997 Premier geworden war, Gerhard Schröder mit seiner SPD, der sich einiges darauf zugutehielt, als “Genosse der Bosse” benannt zu werden. Am Ende des Jahrzehnts beherrschte die Sozialdemokratie die EU. Elf der fünfzehn Regierungschefs gehörten der Sozialistischen Internationale an.
Jetzt wäre der Zeitpunkt gewesen, Europa ein sozialdemokratisches Gesicht zu geben: Umstellung der Finanzierungsbasis der Sozialsysteme, Angleichung der Wirtschaftspolitiken, Demokratisierung der Union, Integration der Finanzwirtschaft ins allgemeine Steueraufkommen, Schließung der Schere zwischen Arbeits- und Kapitaleinkommen – es wäre ja nicht so gewesen, dass niemand sich bis dahin den Kopf zerbrochen hat. Nur hat dann irgendwer – vielleicht war es sogar Tony Blair im Flüsterton zu Gerhard Schröder – gemeint, es könnte sich dabei um dünnes Eis handeln. Und siehe, die stolzen Reitersleut’, denen der Kamm geschwollen war vor lauter Wahlsiegen, fielen tot vom Pferd, um fürderhin als Wiedergänger über die politische Bühne zu taumeln.
Russisches Roulette aus Übermut
Im Jahr 1983 hatte der deutsch-britische Soziologe und liberale Politiker Ralph Dahrendorf das Ende der Sozialdemokratie verkündet. Seine These war es, dass sozialdemokratische Weltanschauungen – “Wachstum, Gleichheit, Arbeit, Vernunft, Staat, Internationalismus” – so allgemein sich durchgesetzt hätten, dass der Kampf darum quasi vorgestrig, weil einer um des Kaisers Bart sei. Eine interessante These, ohne Zweifel, aber zutreffend nur deshalb, weil die Sozialdemokraten als Einzige wirklich daran glaubten und sich daran hielten. Am Ende der Neunzigerjahre waren die Schröders, die Blairs, die Jospins, die d’ Alemas, die – nun, wie hieß er denn, der Österreicher, der dann Volkswagen den Südamerikachef gemacht hat? Klima? – so sehr von Dahrendorf überzeugt, dass sie ihre Zeit mit Selbstbeweihräucherung ihrer gesellschaftlichen Relevanz verbrachten und nicht wahrhaben wollten, dass in ebendieser Zeit aus der Dahrendorf’schen Sterbeformel endgültig die Konstanten Gleichheit, Arbeit, Vernunft und Staat herausbrachen, oder richtiger: herausgebrochen wurden. Aus zeitlicher Distanz darf man wohl sagen, die Sozialdemokratie ist nicht bloß gestorben, wie Dahrendorf das vermutet hat. Sie hat am Ende der Neunzigerjahre russisches Roulette gespielt aus lauter Übermut.
Eine der schmerzlichsten Konsequenzen dieses Übermuts wird bis heute kaum besprochen, und doch wird sich an ihr das Schicksal Europas entscheiden. Denn in jener Zeit, da die Sozialdemokraten das Feld der Politik zugunsten der sogenannten Marktkräfte räumten, geschah im Osten des Kontinents die Transformation zur Demokratie. Deren ursprüngliches ökonomisches Ziel war der Kapitalismus light in Form einer sozialen Marktwirtschaft, Wohlstand für alle, und das unter parlamentarisch-demokratischen, insgesamt humanistisch fundierten Bedingungen. Auf Dahrendorfisch also: Wachstum, Gleichheit, Arbeit, Vernunft, Staat, Internationalismus. Stattdessen kam es nun – ohne jedweden Einspruch – im Osten Europas zum größten Eigentümerwechsel der Geschichte, der in weiten Bereichen einem schlichten Raubzug glich. Man war auf Beute aus.
Zweidrittelgesellschaft im Osten
Dass der ökonomische Umbau schmerzlos sein würde, hat wohl nicht einmal der größte Optimist vermutet. Dass er allerdings so brutal über die Menschen kommt, verdankt sich dem großflächigen Versagen der Sozialdemokratie, die der jetzt erst richtig einsetzenden Globalisierung nicht bloß keine Zügel anlegte, sondern das zu tun nicht einmal mehr in Erwägung zog. Der gesamte europäische Osten wurde quasi von heute auf morgen in eine echte Zweidrittelgesellschaft verwandelt.
Was das bedeutet, sieht man drastisch in den Unterführungen der Großstädte und an den Dorfrändern der Elendsgegenden. Eine gesamte Volksgruppe, die zehn Millionen osteuropäischen Roma, fielen zur Gänze aus dem Rahmen der Wohlfahrt, auch die Pensionisten wurden über den Rand gekippt, die Entlohnung im Staatsbereich zog eine massive Korruption nach sich, die allerdings die europäischen Wirtschaftslenker so lange nicht stört, als die Geschäfte reibungslos laufen. So damals im Osten, so nunmehr im Süden.
Europas Sozialdemokraten haben dazu all die Zeit über geschwiegen – weder aus böser Absicht, wie man wohl mutmaßen darf, noch aus Jux und Tollerei. Es ist ihnen im Taumel der Selbstpreisgabe einfach nicht aufgefallen, was da vor sich geht. Sehr, sehr glaubhaft können sie es machen, dass sie 2008 vollkommen überrascht waren von der Krise. Trotz der immobiliengestützten Japankrise 1991, trotz der spekulationsbedingten Asienkrise 1997/ 98, trotz des absehbaren Platzens der hirnrissigen Dotcom-Blase 2000. Ja, selbst die Verstaatlichung der US-amerikanischen Hypothekarbanken Freddie Mac und Fannie Mae im Frühsommer des Jahres 2008 erschien als bloß amerikanisches Problem, dem man weniger Sorge als Schadenfreude zu widmen geneigt war.
Demokratie bleibt nicht unverschont
Die Krise wird vorübergehen, ungewiss wie. Aber sie wird – neben dem einen Drittel der Gesellschaft, das schon in den Achtzigerjahren ohne sozialdemokratischen Einspruch für verzichtbar erklärt wurde – auch die Sozialdemokratie nicht unverschont lassen. Und damit, so wie es ausschaut, auch die Demokratie selbst.
Dass die Ökonomie von privaten Händen geschupft werde, ist der Grundkompromiss, den die Sozialdemokraten am Ende des Ersten Weltkriegs eingegangen waren, wodurch sie gegenüber dem Kommunismus eine unüberschreitbare Linie zogen. Im Gegenzug erhielten die Sozialdemokraten – freilich erst nach der Katastrophe der Dreißiger- und Vierzigerjahre – die Zusicherung, dass die Politik dieses Schupfen in demokratisch legitimierte und gesellschaftlich verträgliche Bahnen lenken durfte. Die neuliberale Raserei hat diesen Grundkonsens aufgekündigt. Unerklärlicherweise haben die Sozialdemokraten dazu bloß genickt. Auch ihnen dünkte das alles als Naturgewalt. Die aktu-elle Krise sei, hört man auch von den Genossen, bloß die Folge übermäßiger Gier – und nicht auch die Folge politischer Faulheit.
Commander AC-90
Dichter Nebel lag über dem Rheintal am 23. Februar 1989. Die Commander AC-90 konnte auf ihrem Zielflughafen, Hohenems, nicht landen. Auch der deutsche Ausweichflugplatz Friedrichshafen war zu. Also wandte sich die Pilotin, Brigitte Seewald, die Gattin des Airliners, an den Tower des schweizerischen Altenrhein. Von dort wurde nur zeitweiser Bodennebel gemeldet. Die Pilotin begann den Landeanflug. Kurz vor elf Uhr vormittags durchstieß sie die Nebeldecke. Die aber war dicker als angenommen. Als die Seeoberfläche in Sicht kam, war es zu spät.
Die kleine Maschine schlug mit der Nase auf, was ein großes Leck verursachte. Die Commander AC-90 versank innerhalb ganz kurzer Zeit. Besatzung und Passagiere, so hieß es nach der Bergung, seien zu diesem Zeitpunkt bereits tot gewesen. Alle Sitze wurden aus der Verankerung gerissen und ins Cockpit geschleudert.
Die Mappe des Alfred Dallinger versank im See und wurde nicht mehr gefunden. (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, 10.1.2015)
WOLFGANG WEISGRAM, geboren 1957, Studium der Theaterwissenschaften und Publizistik in Wien. Er ist Sportredakteur und Burgenlandkorrespondent des Standard.

http://derstandard.at/2000010197679/Sozialdemokratie-Die-Mappe-des-Alfred-Dallinger

Pipi Langstrumpf Januar 30, 2015 um 16:01

Der Weltkapitalismus ist ein Verfolgungsrennen, bei dem die Produktiven, ohne Rücksicht auf Verluste, immer mehr Anstrengungen unternehmen müssen um nicht überholt zu werden.
Anders als beim Fußball gibt es für dieses Rennen keine weltweiten Regeln.
Das Verfolgungsrennen wird wahrscheinlich, wie alle Spiele ohne Regeln, im vollkommenen Chaos enden und erst dann wird man vielleicht mal über ein paar lebensrettende Grundregeln nachdenken.

Wie soll die blockierte Transformation also gelöst werden? Weiter rennen mit Hilfe von Aufputschmitteln, Neustart mit Regeln oder ist es möglich Regeln während des laufenden Rennens durchzusetzen?

Keynesianer Januar 30, 2015 um 16:06

@aifran

Sehr guter Artikel im Standard.

Man muss aber wissen, dass die Sozialdemokratie sehr weitblickend gewesen ist und die Marxisten in der SPD die Krise ab 1980 vorhergesehen hatten:

Nur berufsmäßige Ideologen des kapitalistischen Systems wagen heute noch, die Ernsthaftigkeit der Probleme dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsform zu bestreiten. Erheblicher Pessimismus hat sich stattdessen breitgemacht, zumal die ökologischen und die Rohstoffprobleme unübersehbar geworden sind. Für die Zukunft werden weitgehend düstere Prognosen gestellt — vor allem, was die Zunahme der Massenarbeitslosigkeit in den 80er Jahren anbetrifft, da die Auswirkungen der modernen Mikroelektronik erst am Anfang stehen.

Herforder Thesen zur Arbeit von Marxisten in der SPD, 10. These, Berlin Spw-Verlag 1980, Seite 26
http://www.andreas-wehr.eu/buecher.html?file=tl_files/downloads/herforderthesen1980_2.pdf

Was allerdings kein Wunder war, weil die Marxisten in der SPD bereits 1929-33 zur deflationären Depression ihren Teil beigetragen hatten. Die wollten damals keine Beschäftigungs- und expansive Geldpolitik, weil das doch Inflation verursachen würde.

Jedenfalls hatte der Siegeszug der Neoliberalen zwei unabdingbare Voraussetzungen:

1) Den Neomarxismus

Die Geldpolitik und keynesianische Maßnahmen gegen die Krisen waren kein Thema mehr. Dafür wurde jetzt die Wertform analysiert und von der Weltrevolution geträumt. Bereits Hilferding und Naphtali propagierten 1929-33, dass die SPD nicht den Arzt am Krankenbett des Kapitalismus spielen dürfe, und wollten den Kapitalismus aber unbedingt vor der Inflation durch Keynes schützen. ;)

2) Die Ökobewegung

Jetzt konnte man die Verarmung der Massen als ökologisches Projekt verkaufen. Konsum war doch schädlich für die Umwelt, darum durfte die Krise auf keinen Fall mit Zinssenkungen und mehr Wachstum überwunden werden. ;)

Neomarxisten und Ökos haben dann die Agenda2010 durchgesetzt, also das Lohndumping zur Verelendung unserer Handelspartner im Euroraum. Die sollen nun mit Austeritätspolitik den Lebensstandard der Völker weiter senken und den Euro möglichst zum Platzen bringen. Das wird dann wieder ein Fest für die Spekulanten.

keiner Januar 30, 2015 um 16:50

Was ich jetzt noch nicht verstanden habe: WER will zurück zum status-quo-ante 2008? DE? Griechenland?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/will-russland-die-griechen-auf-seine-seite-ziehen-13399930.html

Alles? Keiner? :-D

Carlos Manoso Januar 30, 2015 um 17:17

@Keynesianer Januar 30, 2015 um 13:40
„Wenn aber alle sparen, kommt es zu dem Sparparadoxon von Keynes: Die Einkommen sinken, weil die Haushalte sich gegenseitig ihre Güter nicht mehr abkaufen. Die Einkommen sinken so lange, bis die verzweifeltsten Haushalte auch noch mit dem Sparen aufhören müssen.
Das und nur das ist die Erklärung der Krisen.“

Keymesianer, in Wirklichkeit ist neoloberale Fiinanzblasenökomomie (mit dem Gebilde USA als gobalem „Schwarzen Loch“ als Zentrum des Systems des Weltkapitals) nur eine spezielle Art des keynesianischen „Defizit Spendings“!

Im Unterschied zum alten nationalstaatlichen „Defizit Spending“ fließen die Finanzblasen aber jetzt nicht mehr in staatliche Infrastrukturen (sozialdemokratische Version) oder Vernichtungsorgien von Staaten untereinander (nationalsozialistische Version), sondern in transnationale Wertschöpfungsketten (u.B. Transnationale Exportindustrien). Die immer unproduktiveren Formen (nach Kriterien des Kapitals) der Defizitkonkunkturen wird global immer sichtbarer. Die global schwindende reale Kapitalverwertung muß zwangsläufig die kommenden Konkursmassen der Finanzblasen-Ökonomien aufblasen.

Keynesianer Januar 30, 2015 um 17:48

@Carlos Manoso

Jetzt werde ich Dir die Krise ganz einfach erklären:

Wir beide leben auf einer Insel und produzieren arbeitsteilig unseren Bedarf. Jeder braucht auch unbedingt das, was der andere produziert, und wir kaufen uns gegenseitig jeden Monat für 5000 Geld die Güter ab.

Jetzt wollen wir beide aber plötzlich sparen. :)

Jeder will mindestens 500 Geld jeden Monat weniger ausgeben als einnehmen. Dann müsste jedoch der andere sich um 500 Geld verschulden, sonst geht das nicht. Der andere will ja auch 500 Geld sparen.

Das Ergebnis ist eine Wirtschaftskrise wie 1929-33 oder durch die Hochzinspolitik von Volcker ab 1980:

Wir sparen uns gegenseitig zu Tode. Wir verdienen jeder vielleicht nur noch 1000 Geld im Monat und wissen kaum noch, wie wir mit den wenigen Gütern unser Leben fristen sollen. Weil doch jeder das Geld sparen will, falls er mal mehr einnehmen würde.

Die Krise ist nur das Sparen, so viel solltest Du doch wenigstens von Geld und Geldpolitik verstehen, wenn Du mal in der Finanzbranche gearbeitet hast. :)

Das ganze Elend von 1929-33 kam nur wegen des Geldsparens durch den Goldstandard. Die haben sich gegenseitig ihre Güter nicht mehr abgekauft. Mehr war es nicht! Wir sollten den Menschen das in Zukunft ersparen.

ruby Januar 30, 2015 um 17:58

OT bzw. Manndeckung der Ballkultur
@ Gerald Fricke : Danke für die “Aufrüstung” hier im Block !!!
muß erst etwas Input von heute einsaugen …

Aber zum Spieltagauftakt der Superlative:
Auch beim Fußball schon ein Krauter?
https://krautreporter.de/341–krautreporter-datensport-prognosen-fur-den-18-spieltag
An alle Experten oder die, die es nie sein wollten
;-)

Kontakt zu Varoufakis hier möglich?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurogruppenchef-in-athen-das-ende-der-schonfrist-13400073.html
Wir suchen alles !

karla Januar 30, 2015 um 18:42

Keynesianer Januar 30, 2015 um 17:48

” @Carlos Manoso

Jetzt werde ich Dir die Krise ganz einfach erklären:

Wir beide leben auf einer Insel und produzieren arbeitsteilig unseren Bedarf. Jeder braucht auch unbedingt das, was der andere produziert, und wir kaufen uns gegenseitig jeden Monat für 5000 Geld die Güter ab.

Jetzt wollen wir beide aber plötzlich sparen….Das Ergebnis ist eine Wirtschaftskrise wie 1929-33″

Selten eine schönere Blüte als Beispielbeschreibung gelesen.

Auf dieser Insel würde sich keine Wirtschaftskrise abspielen sondern Carlos würde die Krise bekommen.

Carlos Manoso Januar 30, 2015 um 18:46

@ Keynesianer Januar 30, 2015 um 17:48
„Jetzt werde ich Dir die Krise ganz einfach erklären:
Wir beide leben auf einer Insel und produzieren arbeitsteilig unseren Bedarf. „

Keynesianer, du wirst -glaub ich- nie checken, daß wir nicht auf einer Insel leben. ist auch ein gern verbreitetes Märchen, daß „wir auf einer Insel arbeitsteilig unseren Bedarf …produzieren“ würden. Ein „Bedarf“ wird in einem Warensystem des Kapitals nur dann produziert, wenn seine Produktion den Produzenten Eigentum an GELD verschafft.

„Kapitalismus“ ist nämlich ein Selbstzweck-System zwecks Anhäufung von GELD, dessen abstrakte und konkrete Substanz in der ständig erweiterten Anwendung von menschlicher Arbeitskraft besteht. Gleichzeitig führt jedoch die Konkurrenz der „Anhäufer von Geld“ gegeneinander zu einer Steigerung der Produktivkraft, die menschliche Arbeitskraft überflüssig macht Dieser fundamentale Selbstwiderspruch war historisch der wahre Grund für alle Wirtschaftskrisen.

Historisch gänzlich neu ist, dass die Steigerung der Produktivkraft so umfassend entwickelt ist, daß das Selbstzweck-System als System des entwickelten Weltkapitals seine eigene Substanz menschliche Arbeitskraft global immer schneller auflöst als Substanz neu zu generieren.Damit wird sich logisch zwingend das System selbst auflösen.

Es ist nur noch eine Frage der Zeitdauer und der konkreten Formen, in der die System-Auflösung sich vollziehen wird.

Keynesianer Januar 30, 2015 um 18:48

@karla

Jetzt erkläre uns bitte, was Du selbst an dieser ganz einfachen Geschichte nicht verstanden hast. :)

Keynesianer Januar 30, 2015 um 18:54

@Carlos Manoso

Die Krisen entstanden nicht durch eine Steigerung der Produktivkraft.

Von 1929-33 war es der Goldstandard und mit dessen Aufgabe war die Krise vorbei. 1937 wollte man in den USA nochmal den Haushalt ausgleichen, das Ergebnis war ein Einbruch der Ökonomie. Ab 1980 war es die Hochzinspolitik von Volcker.

Die Marxisten wollten nie die Geldpolitik thematisieren. Dabei reicht es aus, wie ich an dem Beispiel gezeigt habe, wenn alle Beteiligten Geld sparen wollen, um die Krisen vollständig zu erklären.

Wir brauchen dafür noch nicht mal Kapitalismus. Nur Geld!

Und makroökonomisches Verständnis. ;)

lemmy Caution Januar 30, 2015 um 18:54

Das Lesen des Textes hat mir Freude bereitet. Ja, so war das damals in den Bungalow-Siedlungen. Wobei bei uns schon der Fernseher im Wohnzimmer stand, auch bei den Eltern, die ihre Kinder zum Klavieruntericht schickten, für mich immer ein Indiz für Akademikertum über mehrere Generationen.

Nur Krise… Welche Krise? In Deutschland hat aus meiner Sicht zwischen 2009 und 2011 überhaupt keine Krise stattgefunden. Und ohne Krise auch keine transformatorische Krisenverarbeitung durch einen geistig-moralischen Paradigmen Wechsel.
Vielleicht kommt die Krise noch. Oder die bundesrepublikanische Gesellschaft ist zur Zeit zu antifragil für eine Krise.

jmg Januar 30, 2015 um 19:00

@ ruby, Januar 30, 2015 um 17:58
mal wieder brandaktuell!
Auf Hollandes Spuren?
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-58917~_origin-9d282bce-145d-4f7d-ade2-9c5e7e09e96c.html
Yanis Varoufakis hat jetzt erstmal der Troika den Stuhl vor die Tür gesetzt. Konsequent.
Sieht so aus, als wenn wir in den nächsten Wochen wieder Politiker mit tiefen Rändern unter den Augen zu Gesicht bekommen .
Wenn die Griechen ihr Geld jetzt abheben, dann sitzt Draghi am Abzug.
Yanis ist ja von Hause aus Mathematiker und Ökonom, d.h. er kennt Thomas Schelling’s Madman Theory. Es ist unter Umständen rational irrational zu erscheinen.
“So you’re standing at the edge of a cliff, chained by the ankle to someone else. You’ll be released, and one of you will get a large prize, as soon as the other gives in. How do you persuade the other guy to give in, when the only method at your disposal—threatening to push him off the cliff—would doom you both? . . . Answer: You start dancing, closer and closer to the edge. That way, you don’t have to convince him that you would do something totally irrational: plunge him and yourself off the cliff. You just have to convince him that you are prepared to take a higher risk than he is of accidentally falling off the cliff. If you can do that, you win.”

ruby Januar 30, 2015 um 19:31

@ JMG (heute groß geschrieben ;- )

Habe gerade Yanis/Gianis im TV gehört mit dem Satz, dass das Europaparlament die Troika als nicht demokratisch legitimiert hält;
sec 37 …
@ wowy hat hier bereits die Protokolle, Dokumente dazu verlinkt!
Wird von jetzt an weiter publik gemacht – Troika ist vorbei.

Die Bestückung der Geldautomaten wurde logistisch bereits in Zypern “geprobt” – ob auch deutsche U-Boote dabei sind?
Ansonsten :
http://www.neue-euro-banknoten.eu/Euro-Banknoten/HERSTELLUNG
Was stellt die NZB Griechenland her oder hat sie bereits die Lagerkeller vermietet, wäre eine gute Einnahmequelle!
https://www.youtube.com/watch?v=F45ylWG6KLE

Carlos Manoso Januar 30, 2015 um 19:53

@Keynesianer Januar 30, 2015 um 18:54
„Die Krisen entstanden nicht durch eine Steigerung der Produktivkraft.
Von 1929-33 war es der Goldstandard und mit dessen Aufgabe war die Krise vorbei. 1937 wollte man in den USA nochmal den Haushalt ausgleichen, das Ergebnis war ein Einbruch der Ökonomie. Ab 1980 war es die Hochzinspolitik von Volcker.
Die Marxisten wollten nie die Geldpolitik thematisieren. Dabei reicht es aus, wie ich an dem Beispiel gezeigt habe, wenn alle Beteiligten Geld sparen wollen, um die Krisen vollständig zu erklären.
Wir brauchen dafür noch nicht mal Kapitalismus. Nur Geld!
Und makroökonomisches Verständnis“

Keynesianer, glaub mir, J.M. Keynes hab in mir mal Urzeiten sehr, sehr intensiv eininhaliert. 1929 war vergleichsweise nur ein harmloser Schnupfen. Ein Keynes konnte einen Grippekranken durchaus eine Zeitlang erfolgreich behandeln.
Was wir 2015 sehen, ist aber etwas völlig anderes auf einer viel höheren Entwicklungsstufe des Systems . Heute sehen wir einen „Kasino-Keynesianismus“, d.h. globale Geldschwemmen aller Notenbanken, die konzertiert global virtuelle Blasen aufpumpen.

Der systemische Selbsrwiderspruch entwickelt sich in der Zeit dynamisch auf wachsender Stufenleiter. Je höher sich die Produktivkräfte durch Verwissenschaftlichung der Produktion global entfalten, desto geringer die Wertsubstanz der einzelnen Ware und desto höher sind die Vorauskosten der Produktion.

Die Bewegung des systemischen Selbsrwidespruchs fürt dazu, daß die Warennärkte unaaufhörlich waxhsen müssen und die Verwertung des Kapitals immer stärker vom Kredit-Geld als Vorgriff auf zukünrtige Verwertung abhängig wird. Der systemische Selbstwiderspruch kulminiert im Zuge der Weiterentwicklung der 3. industriellen Revolution. Um eine Kernschmelze des Systems des Kreditgeldes möglichst lange hinauzuschieb, haben die Notenanken global (FED, EZB) gar eine andere Wahl, als „die Märkte“ mit Null-Zins Geld zu fluten.

ruby Januar 30, 2015 um 20:42

@ CM

Wie ist es bei einer Geldtheorie und Geldpolitik mit freiwilligen Zinsen, wie von mir konzipiert und vorgeschlagen?
Deine marxistische Gesetzmäßigkeit würde, das ermöglichen, ist aber durch die Wirklichkeit bisher verzögert, aufgeschoben …
Dazu kommt die globale, institutionelle Implementierung samt Ausleben in den verschiedenen Weltregionen mit ihren Menschenvielfalten und Mentalitäten …
Die Kritik der Marktvertreter wirkt bei derzeitigen Moral Hazard vergnüglich – gefühlt vormodern!

QuestionMark Januar 30, 2015 um 20:44

Carlos hat offensichtlich verstanden das wir im Westen eine Bubble Economy betreiben. Keynesianer glaubt immer noch man müsste die Bubble einfach weiter aufblasen damit es wieder “besser” läuft.

Leider muß ich in diesem Zusammenhang den Neolibs recht geben: Durchs weitere Aufblasen der Bubble wird es einfach etwas später einen viel lauteren Knall geben. Mehr wird es nicht.
Was Carlos nicht dazu gesagt hat: Die Marktwirtschaft wird im Westen nie mehr wieder sauber funktionieren. Scheißegal ob man nun verstärkt angebots- oder nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik betreibt. Man tut ohnehin in der Regel beides (s. Subventionen der Autoindustrie durch Abfrackprämien etc).
Das Wirtschaftssystem als solches ist das Problem. Die Marktwirtschaft ist das Problem. Da hilft auch die ganze Flickschusterei dauerhaft nicht weiter.

Gerald Fricke Januar 30, 2015 um 20:49

@Keynesianer

An das EINE große gegenhegemoniale Dings-Projekt glaube ich auch nicht so recht und wüsste auch nicht, wer die “Akteure” dafür sein sollten… Eher vielleicht schon an die vielen kleinen Geschichten und Vernetzungen im Web als Assoziationsraum für kommunikatives Handeln der “Multitude” in der Webgesellschaft. Über Fallrückzieher, Tweets, Instagram-Hashtags, Abendland-Quatsch und Mittagessensfotos. Dadurch ergibt sich möglicherweise dieses Wochenende noch kein neuer “hegemonialer Block” (Gramsci), aber event-ü-ell werden schon mal neue Bündnisse und Zusammenschlüsse sichtbar. Alles ungeordnet, gleichzeitig, diskontinuierlich, nicht linear. Mal sehen!

Gerald Fricke Januar 30, 2015 um 20:51

@Lemmy Caution

Danke…!

KommentatorX Januar 30, 2015 um 20:56

Aus meiner Sicht ist die Vorstellung, die Sozialdemokarte hätte die neoliberale Entwicklung verhindern können, wenn sie dies nur gewollt hätte, falsch.

Überhaupt ist die Vorstellung, Personen könnten die Entwicklung einer Gesellschaft steuern, wie früher Kaiser und Könige in den feudalen Gesellschaften mit hierarchischer Struktur, völlig anachronistisch und wissenschaftsfern.

Welche moderne Soziologie vertritt dies denn noch?

Soziale Systeme besitzen einen Subjektcharakter, sie formen die Entwicklung der Individuen und bestimmen deren Verhalten.

Genauso anachronistisch und wissenschaftsfern ist die Vorstellung, dass es sich bei der Ökonomie und der Politik um getrennte und eigenständige gesellschaftliche Sphären handelt. Das ist bürgerliche Ideologie zur Verschleierung der wirklichen Macht- und Herrschaftszusammenhänge.

Nun zur Sozialdemokratie. Als soziales Phänomen war sie nie eine Bewegung zur revolutionären Transformation der kapitalistischen Gesellschaft. Vom sozialen Milieu waren Sozialdemokraten häufig Facharbeiter, die ihre soziale Lage verbessern wollten. Lassalles Forderung nach einem „gerechten Lohn“ traf die Mentalität. Die Funktionäre von Sozialdemokratie und Gewerkschaften waren überwiegend aufstiegsorientierte Opportunisten und nach gelungenem Aufstieg meist anti-revolutionäre Reaktionäre.

Revolutionäre Systemtransformation widersprach der Mentalität des sozialdemokratischen Milieus und um über den Kapitalismus hinauszudenken, dazu waren sie intellektuell zu limitiert.

Es gab zweifellos einige wenige herausregende Intellektuelle in der SPD, wie z.B. Rosa Luxemburg, aber das war eine kleine Minderheit und ohne großen Einfluss auf die Entscheidungen von Partei und Führung. Zudem kamen diese revolutionären Intellektuellen nicht von unten, sondern fast ausschließlich aus dem gebildeten Bürgertum.

Die Jusos schätzten die SPD in den 70-er Jahren als systemintegrierte und systemintegrierende Partei ein.
Die SPD war keine gesellschaftliche Kraft, mit der eine Systemtransformation möglich war. Da mangelte es schon an Bewusstsein über die Notwendigkeit und Möglichkeit einer Strukturrevolution des Systems. Darüber hinaus fehlten revolutionärer Willen und Mut.

Das wären aber die Voraussetzungen gewesen, um eine historische Weichenstellung gegen die neoliberale Entwicklung vorzunehmen.

Überhaupt war der größte Irrtum in der Marschen Theoriebildung, das Industrieproletariat für eine potentiell revolutionäre Klasse zu halten.

„Der größte Feind der Klasse, ist der Unverstand der Masse!“ so das Resümee enttäuschter Revolutionäre nach dem Scheitern der Arbeiterbewegung und dem Sieg von Kapital und Nazis.

bleistift Januar 30, 2015 um 21:00

@ Lemmy

“Das Lesen des Textes hat mir Freude bereitet. Ja, so war das damals in den Bungalow-Siedlungen. Wobei bei uns schon der Fernseher im Wohnzimmer stand, auch bei den Eltern, die ihre Kinder zum Klavieruntericht schickten, für mich immer ein Indiz für Akademikertum über mehrere Generationen. ”

@ Gerald Fricke

“Danke…!”

Tja. Bin da eine jüngere Generation. Feuchte Träume bekomme ich höchstens wenn von Amiga 500 die Rede ist. Mein erster Computer. Tapfer erkämpft. Denn mein Vater hielt das damals für eine “völlig unsinnige Anschaffung”.
World Cup war damals der Elfmetertreffer von Brehme. Das Halbfinale habe ich leider verpasst. Solange durfte ich nicht aufbleiben. Musste eher in’s Bett.

QuestionMark Januar 30, 2015 um 21:29

@Gerald Fricke
Wir würden dann noch gerne etwas mehr über die anstehende Transformation erfahren. Auch mir war nicht ganz klar worauf sie da konkret hinaus wollten. Mit einer Info darüber wäre wohl dem einen oder anderen hier in D geholfen. Schließlich gibt es anscheinend einige Volksgenossen die Angst vor der fortschreitenden Islamisierung des Christbaums haben.

Deshalb die alles entscheidende Frage: Wollen sie uns etwa mit ihren Thesen vorauseilend zu Muselmännern transformieren? :-)

karla Januar 30, 2015 um 21:51

Keynesianer Januar 30, 2015 um 18:48

“@karla

Jetzt erkläre uns bitte, was Du selbst an dieser ganz einfachen Geschichte nicht verstanden hast.”

Bei wem hier das Nichtverständnis vorliegt hat Carlos gleich nach meinem Beitrag so formuliert:
“Keynesianer, du wirst -glaub ich- nie checken, daß wir nicht auf einer Insel leben. ist auch ein gern verbreitetes Märchen, daß „wir auf einer Insel arbeitsteilig unseren Bedarf …produzieren“ würden. Ein „Bedarf“ wird in einem Warensystem des Kapitals nur dann produziert, wenn seine Produktion den Produzenten Eigentum an GELD verschafft.”

Nochmals anders formuliert: Eine “Bedarfs”produktion bedarf nicht des Geldes. Nicht der “Bedarf” ist der Zweck sondern das abstrakte Plusmachen in Form von Geld.
Animiert zum Kommentar hat mich deine Verbindung mit dem Warentausch zwischen zwei Produzenten auf einer Insel wozu die beiden Geld gebrauchen. An einem solchen Beispiel könnte man auf die gegenteilige Erkenntnis stossen. Das Beispiel suggeriert Produktion ist nur als Warenproduktion möglich. Also TINA.

bleistift Januar 30, 2015 um 22:05

@ Question Mark

“Deshalb die alles entscheidende Frage: Wollen sie uns etwa mit ihren Thesen vorauseilend zu Muselmännern transformieren?”

Hahaha. Wie witzig. Was bist du doch für ein Komiker.
Ich schätze deinen Humor. Nicht!

Linus Januar 30, 2015 um 22:18

@KommentatorX:
“Aus meiner Sicht ist die Vorstellung, die Sozialdemokarte hätte die neoliberale Entwicklung verhindern können, wenn sie dies nur gewollt hätte, falsch.”

Das Akkumulationsproblem des Kapitalismus hat den Rang eines Naturgesetzes: Wenn ein Teil des Systems (ein Subsystem) dauerhaft relativ stärker (10%) wächst als das Gesamtsystem(5%), dann ist klar, dass das Subsystem über kurz oder lang das gesamte System übernehmen wird. Genau das passiert im Kapitalismus.

Der Prozess der Akkumulation ist ein abstrakt-systemischer, also jedem soziologischen Einfluss weit vorgelagert. Ergo ist ihm nur grundsätzlich, also systemisch beizukommen, nämlich durch eine grundlegende Revision des Begriffs des Privateigentums – das IST ein systemischer Eingriff.

All das ist seit 150 Jahren bekannt.
Die Kommunisten haben sich dieser Einsicht gestellt und dann den fatalen Fehler begangen, das Privateigentum gleich komplett über Bord zu werfen.
Die ‘freundlicheren’ Sozen haben sich lieber mit dem Kapital ins Bett gelegt und zweckmässigerweise das Problem kurzerhand als ‘soziologisches’ umetikettiert.
Die Keynesianer haben der Welt erzählt, das Problem liesse sich mit Geld lösen – es also als monetäres Problem gelabelt -, obwohl klar zu Tage liegt, dass kein Geld Welt den Wert von Sachgütern und Eigentumstiteln ändern kann (sondern allenfalls andere Sachgüter und Eigentumstitel).
Das ist bis dato die ernüchternde Bilanz der Linken.
Für die Rechten lassen wir die Bilanz lieber ganz bleiben.
In Summe ein erschütterndes ‘die Augen verschliessen’ vor der Wirklichkeit.

Der Kapitalismus lässt sich grob in zwei Phasen einteilen:
- In der prosperienden Phase übersteigt das absolute Wachstum des Gesamtsystems das absolute Wachstum des Teilsystems, sodass nicht alles generierte Wachstum vom Teilsystem ‘verschlungen’ wird und somit dem Rest/der übrigen Allgemeinheit zur Verfügung steht. Während dieser Phase weitet Wettbewerb/Konkurrenz tatsächlich die Produktion aus und schafft einen allgemein zugänglichen / nutzbaren Mehrwert.
- In der degenerativen Phase übersteigt das absolute Wachstum des Teilsystems das Gesamtwachstum. Diese Negativbilanz wird ausgeglichen auf Kosten der Substanz des Gesamtsystems. Es findet Kannibalisierung statt. Konsequent gerät der Wettbewerb immer mehr zum gnadenlosen Überlebenskampf, ohne(!) dabei noch Mehrwert für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen zu können.

In dieser zweiten Phase verliert der Kapitalismus sein rational-ökonomische Legitimation. Also muss diese ideologisch ersetzt werden. Und genau das ist die Funktion des Neoliberalismus.

Das ist dir natürlich alles hinlänglich bekannt – sorry also für die Ausführlichkeit. Nebenbei ist es hier ja auch bis zum Erbrechen rauf- und runterdekliniert worden. Trotzdem muss es wohl immer mal wieder in Erinnerung gerufen werden.

Fazit: Kapitalismuskritik ist in allererster Linie Systemkritik und eben nicht Gesellschaftskritik! Letztere kann nur noch die Folgen konstatieren.

Linus Januar 30, 2015 um 22:27

“dass kein Geld Welt den Wert von Sachgütern und Eigentumstiteln ändern kann”
Ergänze: “und damit deren Verteilung”

ruby Januar 30, 2015 um 22:28
KommentatorX Januar 30, 2015 um 22:51

@QuestionMark Januar 30, 2015 um 21:29
Wir würden dann noch gerne etwas mehr über die anstehende Transformation erfahren. Auch mir war nicht ganz klar worauf sie da konkret hinaus wollten. Mit einer Info darüber wäre wohl dem einen oder anderen hier in D geholfen.

Die Frage war überfällig.

Herr Fricke – so meine Schätzung – Sie sind um das Jahr 1970 geboren. Richtig?

Das ist eine Generation, aus der viele in den 90-er Jahren politisch als Neonazis und Sozialdarwinisten in Erscheinung getreten sind. Humanismus und Sozialismus waren megaout.

Was verstehen Sie also – als Teil dieser Generation – unter „blockierter Transformation“?

Sie sprechen von „neoliberaler Konterrevolution“, welche für das Establishment genau das Gegenteil war, nämlich Überwindung des Reformstaus, Übergang zu einer „Neuen Sozialen Marktwirtschaft“, Freisetzung der blockierten Marktkräfte.

Das wurde als großer Fortschritt propagiert, als Modernisierung, vo einer Multioptionsgesellschaft, die neue Chancen eröffnet.
Da gab es kein Mangel an Propagandisten aus der Wissenschaft, gerade aus dem Bereich der „Humanwissenschaften“.

Für Schröder gab es keine linke oder rechte Wirtschaftpolitik mehr, sondern nur eine moderne oder unmoderne. Und es waren die Grünen, welche die größten Antreiber für eine neoliberale Deregulierung und Sozialstaatsabbau in der rot-grünen Regierung waren.

Herr Fricke, im letzten Satz sprechen Sie von einer blockierten Transformation des Weltkapitalismus. Wenn Sie damit meinen, dass der Weltkapitalismus auf eine neue Stufe gehoben werden soll, wo er dann als gezähmter und regulierter Kapitalismus zu Wohle aller funktionieren soll, dann würden Sie sich m. E. einreihen bei den linkssozialdemokratischen Illusionisten und Betrügern.

Aber wenn nicht das, was sonst?

ruby Januar 30, 2015 um 23:31

@ Kommentator X
Als Fußballverfolger müßte Dir die Parabel vom Autor genügen, um die “blockierte Transformation” verstehen zu können.
Klinsmann war 1990 Spieler, 2004 Trainer und 2014 Beiwerk …

Keynesianer Januar 30, 2015 um 23:35

@karla

Natürlich können zwei Leute auf einer Insel die Produktion für ihren Bedarf auch anders organisieren. :)

Das Beispiel sollte nur dazu dienen, die Folgen des Sparens für die Güternachfrage zu zeigen und damit, wodurch es wirklich zu Krisen kommt: Durch das Sparen von Geld und sonst durch nichts.

Mit Milliarden Menschen auf einer Erde lässt sich die Produktion aber leider nicht ohne Geld und Markt sinnvoll realisieren, das hat der real existiert habende Sozialismus halt gezeigt. Vor allem wirst Du dafür keine Mehrheiten begeistern können.

Du solltest also mit den zwei Geld sparen wollenden Leuten auf der Insel den Grund für die Krisen kapieren und nicht bei nur zwei Leuten die Weltrevolution, jeder nach seinen Neigungen und jedem nach seinen Bedürfnissen, endlich greifbar nahe sehen. ;)

QuestionMark Januar 30, 2015 um 23:38

@karla Januar 30, 2015 um 21:51
Da hast du weiter oben das wesentliche gesagt. Leider aber wieder so, das Keynesianer vermutlich kein Wort davon verstanden hat.
Deshalb noch mal zusammengefasst (für alle die noch an die Marktwirtschaft glauben): In eurem System wird NICHT für den Bedarf produziert. Sondern: Für den Profit.
In eurem System ist es kein Problem die Menschen vor gefüllten Kontoren verhungern zu lassen. Und deshalb werden auch im Westen circa 30% der (vollwertigen) Lebensmittel in Produktion und Handel weggeworfen während gleichzeitig circa 8 Millionen Menschen alljährlich marktwirtschaftlich konform verhungern. DAS ist eure tolle Marktwirtschaft.

KommentatorX Januar 30, 2015 um 23:40

@Linus
Das ist dir natürlich alles hinlänglich bekannt – sorry also für die Ausführlichkeit. Nebenbei ist es hier ja auch bis zum Erbrechen rauf- und runterdekliniert worden. Trotzdem muss es wohl immer mal wieder in Erinnerung gerufen werden.

Solange immer noch falsche Vorstellungen dominant sind bzw. diese immer wieder von Systemapologeten eingebracht werden, wird man nicht umhin kommen, die Argumentation wiederholen müssen.

Fazit: Kapitalismuskritik ist in allererster Linie Systemkritik und eben nicht Gesellschaftskritik! Letztere kann nur noch die Folgen konstatieren.

Wenn ich mit Menschen diskutiere, die ein humanistisches Menschenbild haben und mit denen Konsens darüber besteht, dass die Funktion des ökonomisches Systems ist, die Menschen mit Gütern zu versorgen, und dem Allgemeinwohl zu dienen, dann ist Kapitalismuskritik vor allem Kritik am falschen System.

Kapitalismus ist jedoch zugleich eine (Un)Kultur. Er deformiert die Menschen, produziert Angst, Unsicherheit und Feindseligkeitserwartung. Die Kritik muss m. E. daher auch dort ansetzen, wo die Menschen zu einem berechnenden, egozentrischen und anti-sozialen Wesen gemacht werden, welches darauf konditioniert ist immer für sich den finanziellen Vorteil zu suchen und das Geld zu einem „Gott“ zu machen.

Gesellschaftskritik ist auch deshalb nötig, weil diese Gesellschaft zum einen dem anti-sozialen Verhalten nicht entschieden entgegenwirkt, zum anderen prosoziales Verhalten nicht angemessen honoriert und wertschätzt.

Einen Mafiosi wird man nicht mit Systemkritik überzeugen können.
Einer antisozialen Persönlichkeit ist es egal, wie es anderen Menschen geht.

Das Gleiche gilt für jene Parteigänger des Kapitalismus, die für den Kapitalismus sind, weil er schnelles Geld ermöglicht, käuflichen Sex etc.

Man muss die Gesellschaft kritisieren, weil sie so ein Verhalten zulässt, anstatt mit der gebotenen Strenge und Härte dagegen vorzugehen.

Fazit:
Sowohl Gesellschafts- wie auch Systemkritik sind nötig.

Keynesianer Januar 30, 2015 um 23:45

@Linus

Und genau das ist die Funktion des Neoliberalismus.

Der Neoliberalismus ist die Ideologie der Rentiersinteressen. Dass also die Sparer durch hohe Zinsen und knappes Geld und Deflation der Löhne und Preise belohnt werden sollen. Die daraus resultierende Politik des knappen Geldes und der hohen realen Zinsen führt erst zu der Krise, die es sonst gar nicht geben würde.

Dein Akkumulationsproblem, dass sich das Vermögen immer mehr konzentriert, ließe sich auch mit anderen Mitteln wie etwa den progressiven Steuern beheben. Aber gerade das verhindern die Neoliberalen auch. Darum bekämpfen Keynesianer die Neoliberalen und wenn sie gewinnen, ist die Krise vorbei wie in der großen Zeit des Wirtschaftswunders.

Während die Systemveränderer halt das System nicht verändern, aber den Neoliberalen zum Sieg über die Keynesianer verhelfen.

QuestionMark Januar 30, 2015 um 23:48

@KommentatorX Januar 30, 2015 um 23:40

Man muss die Gesellschaft kritisieren, weil sie so ein Verhalten zulässt, anstatt mit der gebotenen Strenge und Härte dagegen vorzugehen.

Übrigens ein ganz wichtiger Punkt: Die Habsüchtigen und die Herrschsüchtigen MÜSSEN in einem neuen System hart sanktioniert werden. Ähnlich zur Bestrafung von Schwerstkriminellen heute.

ruby Januar 30, 2015 um 23:57

Es geht um das Ende von Hegemonie zugunsten von Gleichschrittlichkeit, ausgeglichene Verhältnisse.
Wie und wo werden diese friedlich erreicht.
Erweiterung des Magischen Zielvierecks um gleiche Lebensverhältnisse in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik
http://www.haslberger.net/Wipo/NotesImages/Zweig43NotesImage6.gif
;-)

Keynesianer Januar 30, 2015 um 23:57

@QuestionMark

Du wirst für die Weltrevolution keine Mehrheiten finden.

Die Bolschewiken in Russland hat damals der deutsche Kaiser mit viel Geld und für einen Friedensschluss im Weltkrieg an die Macht gebracht. Das Ergebnis waren ungezählte Millionen Tote, weil die Planwirtschaft und Parteiherrschaft halt nicht besser funktioniert.

Die Idee für den Käse kam ursprünglich vom Schwager des preußischen Innenministers genau aus dem Grund, weil das nicht zu fürchten ist unter normalen Verhältnissen, dass die Proleten eine Diktatur errichten können.

Mit den Phantastereien von der Weltrevolution verhindert Ihr aber die Durchsetzung keynesianischer Politik, für die es Mehrheiten in der Gesellschaft geben könnte.

Wenn die Schäflein nicht von der Weltrevolution träumen würden, aber dafür wurde der Neomarxismus ab 1968 extra propagiert: Um wieder problemlos Krisen mit der Geldpolitik inszenieren zu können, während die Revolutionäre die Wertform analysieren. Das könnte man inzwischen auch wissen.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:00

@Keynesianer Januar 30, 2015 um 23:45

Dein Akkumulationsproblem, dass sich das Vermögen immer mehr konzentriert, ließe sich auch mit anderen Mitteln wie etwa den progressiven Steuern beheben.

So definitiv nicht. Der Kapitalist weicht einfach dorthin aus wo die Steuern niedriger sind (oder die Arbeitskosten oder oder).
Du hast immer noch nicht verstanden das für den Profit produziert wird. Es wird eben nicht produziert um möglichst hohe Steuern (=Kosten) zu bezahlen. Ist das echt so schwer zu verstehen?

Keynesianer Januar 31, 2015 um 00:12

@QuestionMark

Ja, es wird für den Profit produziert. Jeder arbeitet im Kapitalismus nur für seinen persönlichen Vorteil.

Im real existiert habenden Sozialismus brauchte es Terror, damit überhaupt noch etwas ein wenig lief. Das wollen die Leute auch nicht mehr haben.

Entweder Ihr helft mit, die Marktwirtschaft zu regulieren, oder die Neoliberalen werden den Sieg davon tragen, weil die Marxisten ständig den Keynesianern im Weg stehen. Dafür haben die Neoliberalen die Neomarxisten ab 1968 extra geschaffen. Weil das mit der Krise 1967 nicht so gut ankam beim Publikum.

Die Neomarxisten waren aber schon 1973/74 am jubeln, dass jetzt die große Krise des Kapitalismus und die Weltrevolution bevorstehe. Es kam dann aber wie geplant nicht die Weltrevolution sondern der weltweite Siegeszug der Neoliberalen.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:12

Die Weltrevolution haben wir doch bereits. Es ist den Kapitalisten gelungen die ganze Welt zu verblöden und dieses Dreckssystem bis in den dunkelsten Winkel des Planetens zu tragen.

Und dann bekommen die Normalos zwangsläufig nun mal mehr Klassengesellschaft und mehr Verelendung.
Was ich mich in diesem Zusammenhang frage ist folgendes: Wie kann man unter diesen Umständen die Marktwirtschaft gut finden UND sich gleichzeitig über die Folgen dieses Systems beschweren? Man möchte fast sagen: Das ist doch gerade mal so weit gedacht wie eine fette Sau springt.

KommentatorX Januar 31, 2015 um 00:14

@QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:00

Die Frage ist doch, ob es sinnvoll ist, ein System zu praktizieren, welches zunächst erlaubt, sich Vermögen anzueignen, was eigentlich einem anderem Menschen zusteht, weil er es erarbeitet hat, also Mehrwertaneignung zuzulassen, um es anschließend dem Aneigner mit Steuern wieder wegzunehmen.

Dann könnte man auch den Bankraub zulassen und anschließend das geraubte Vermögen mit Steuern belegen.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:18

Entweder Ihr helft mit, die Marktwirtschaft zu regulieren, oder die Neoliberalen werden den Sieg davon tragen, weil die Marxisten ständig den Keynesianern im Weg stehen.

Machen wir mal ein bißchen Marktwirtschaft: Welchen Markt gibt es denn für eine Regulierung? Und welchen Markt gibt es für eine Deregulierung? Wieviele Lobbyisten arbeiten für “das Volk”? Und wieviele Lobbyisten arbeiten für “die Reichen” (die dann auch die Market-Maker sind)?
Oder um es mit dem Brecheisen zu sagen: Für die Interessen des großen Teils der Bevölkerung existiert überhaupt kein Markt. Das Geld befindet sich in den Händen einiger weniger Dreckskerle und die “machen den Markt”. Die generieren die Nachfrage. Der Rest des Volks ist lediglich ein Haufen von dümmlichem desorientiertem überangepasstem Vieh das weder Geld noch Mittel noch Macht (von Intellektualität ganz zu schweigen) besitzt um auch nur das kleinste Eigeninteresse zu vertreten.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 00:19

Die Herforder Thesen aus dem Jahr 1980 beweisen übrigens, dass die Neomarxisten von den Neoliberalen aufgebaut und auf den Weg gebracht wurden:

Nur berufsmäßige Ideologen des kapitalistischen Systems wagen heute noch, die Ernsthaftigkeit der Probleme dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsform zu bestreiten. Erheblicher Pessimismus hat sich stattdessen breitgemacht, zumal die ökologischen und die Rohstoffprobleme unübersehbar geworden sind. Für die Zukunft werden weitgehend düstere Prognosen gestellt — vor allem, was die Zunahme der Massenarbeitslosigkeit in den 80er Jahren anbetrifft, da die Auswirkungen der modernen Mikroelektronik erst am Anfang stehen.

Herforder Thesen zur Arbeit von Marxisten in der SPD, 10. These, Berlin Spw-Verlag 1980, Seite 26

Die Massenarbeitslosigkeit wurde selbstverständlich nicht durch die Mikroelektronik verursacht, sondern durch die Geldpolitik von FED und Bundesbank. Die Geschichte mit der Mikroelektronik, die angeblich die Arbeitsplätze vernichtet, war aber ein geschicktes Argument, um von der Geldpolitik und den hohen Zinsen abzulenken.

Die Neomarxisten waren tatsächlich die 5. Kolonne der Neoliberalen in der Arbeiterklasse und schließlich mit der Agendapolitik von Schröder und Fischer die Totengräber des Sozialstaats.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:24

@KommentatorX Januar 31, 2015 um 00:14
In einem sinnvollen Wirtschaftssystem würde es überhaupt keine Möglichkeit mehr geben an Vermögen heranzukommen das über den eigenen Bedarf signifikant hinausgeht. Das eindimensionale Kriterium “Geld” macht auch keinen Sinn mehr, da man multidimensional die Güter im Rahmen der Produktion und Konsumtion betrachten müsste. Sprich: Die Güter müssen nach benötigten Resourcen und nach Qualität des Bedarfs produziert und verteilt werden. Die “lineare Transformation” auf Geldeinheiten ist ohnehin eine ziemlich dumme (wenngleich verführerische) Sache. Das dumme an dieser Transformation ist: Man projeziert (mathematisch) ein vielschichtiges Problem auf einen einzigen Parameter. Und das funktioniert natürlich nicht.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 00:28

@QuestionMark

Die Keynesianer haben sich schon einmal durchsetzen können und für etwas Massenwohlstand und Sozialstaat gesorgt.

Eure Träumereien von der Weltrevolution haben seit den 1970er Jahren nur eines bewirkt, nämlich die gesellschaftlichen Kräfte für eine keynesianische Politik zu schwächen. Die Neoliberalen haben von Euch profitiert, zu dem Zweck wurden die Marxisten in der SPD auch rechtzeitig mit passenden Argumenten für die große Krise ab 1980 versehen.

Die Herforder Thesen von 1980 sind ja kein Beweis für den Weitblick der Marxisten, sondern der Beweis ihrer heimlichen Kooperation mit den Kräften des Neoliberalismus, die natürlich schon vor 1980 wussten, dass sie ab 1980 mit Hochzinspolitik die nächste Weltwirtschaftskrise inszenieren wollten. ;)

QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:28

Die Massenarbeitslosigkeit wurde selbstverständlich nicht durch die Mikroelektronik verursacht, sondern durch die Geldpolitik von FED und Bundesbank.

Ach so. Wie weit muß der Leitzinskorridor denn dann noch abgesenkt werden damit es wieder Vollbeschäftigung gibt?

QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:35

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 00:28

Die Keynesianer haben sich schon einmal durchsetzen können und für etwas Massenwohlstand und Sozialstaat gesorgt.

Die Keynesianer haben überhaupt nichts durchgesetzt. Es gab einen weltweiten Schock über die Ereignisse die zum 2.WK geführt haben die zu einem Umdenken in Richtung Sozialismus, soziale Standards etc geführt haben.
Nur: Der Schock ist bereits wieder vergessen und jetzt setzen sich die marktwirtschaftlich fundierten Faktoren durch. Und bei letzteren zählen eben NICHT soziale Standards (die sind nämlich Kostenfaktoren=Profitminderung=Kein Markt).

Und zu den angeblichen Weltrevolutionsträumen (der Marxisten): Die einschlägigen Kreise wissen zwischenzeitlich das der Mensch zu doof ist für eine Diskussion übers Wirtschaftssystem. Da hat es sich schon lange ausgeträumt.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:39

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 00:19
Hier noch mal der aktuelle Leitzinskorridor:

Europäische Zentralbank (gültig ab: 10. September 2014)
Einlagesatz (deposit facility) ?0,20 %
Hauptrefinanzierungssatz (main refinancing operations) 0,05 %
Spitzenrefinanzierungssatz (marginal lending facility) 0,30/ %

Wo liegen denn dann die Zinnssätze damit es wieder Vollbeschäftigung gibt?

Herc Januar 31, 2015 um 01:19

@Kommentatorix, Questionmarkt, Linus u.a.

Vielen Dank für die treffenden Kommentare. Hier noch ein interessanter Diskussionsbeitrag:

https://www.youtube.com/watch?v=UFGN25uTmTg

Linus Januar 31, 2015 um 01:38

@KommentatorX:
“Dann könnte man auch den Bankraub zulassen und anschließend das geraubte Vermögen mit Steuern belegen.”
Danke! Das fehlte noch in meinem Post :-D

Aber zurück. Ich versuche meinen Punkt nochmal zu präzisieren:

“Soziale Systeme besitzen einen Subjektcharakter, sie formen die Entwicklung der Individuen und bestimmen deren Verhalten.”

Das ist fraglos richtig. Doch wer formt die Sozialen Systeme?
Nun, im Kapitalismus sicher der Kapitalismus, als abstraktes ökonomisches Korsett: e.g. Stichwort Wettbewerb.

Die Beziehung zwischen Kapitalismus und Sozialen System ist im Endeffekt aber keine wechselseitige, sondern eine hierarchische. Der Kapitalismus als ökonomische Form wird in seinen grundlegenden Prinzipien und Prozessen eben nicht vom ‘Sozialen System’ beeinflusst, sondern folgt stur seinem ‘Lebenszyklus’, um am Ende doch in seinem Krisenbett zu münden. Da hilft alles soziale Rumdoktorn nichts.

Werden die Spielregeln nicht von vornherein systemisch festgelegt (e.g. verfassungsmässig verankerte Begrenzung der Akkumulation), so gerät jedes soziale System in den Strudel der kapitalistischen Abwärtsspirale. Ein Ändern der Eigentumsverhältnisse ist dann nicht mehr ohne massive gesellschaftliche Umbrüche möglich. Deshalb war mir dieser Punkt so wichtig.

Herc Januar 31, 2015 um 01:40

@Linus

“Doch wer formt die Sozialen Systeme?”

Genau! SEhr gute Frage!! Noch bessere Frage:WER FORM sie UM?!

Linus Januar 31, 2015 um 01:42

Kurz und prägnant: Kapitalismus verändert die Gesellschaft, aber nicht umgekehrt.

Herc Januar 31, 2015 um 01:52

@Linus

Aber der Kapitalismus ist ja nicht seit Jahrhunderten derselbe. Es ist schon die Gesellchaft, die den Kapitalismus ändert, ewas sonst?

Und es wird die Gesellschadt sein, die den Kapitalismus aufhebt!!

Ich glaube, Sie halten den Kapitalismus für zu stark. Er ist stark, das muss man einräumen. Aber nicht so stark!! Er KANN überwunden werden. Von der GESELLSCHAFT!!

Folkher Braun Januar 31, 2015 um 03:01

@Keynesianer: Ich würde zu der Bezeichnung “Schwager des preussischen Innenministers” unbedingt noch “mutmaßlicher Vater des Sohns von Helene Demuth” hinzufügen. Wenn einem nichts mehr einfällt, wird man persönlich. Wie würden Sie denn Adam Smith einschätzen, der den Großteil seines Lebens bei seiner Mutter gewohnt hat? – Schwul? ADHS? Unfähig, selbst zu kochen?
Die Verkürzung der Kapitalverwertung auf g – g` ohne Dazwischenkunft von “w” ist doch eine Meisterleistung unserer Finanzakrobaten. Jetzt täte mich mal interessieren, wieso unsere Polit-Mischpoke von Merkel bis Steinbrück und all die anderen Schleimer Milliarden in diese VooDoo-Ökonomie versenken, weil die ja “too big to fail” ist. Niemand auf der Welt ist so groß um nicht auf Null gedreht werden zu können. Wir haben in Preussen und später im Reich mindestens drei Bankencrashs gehabt, im Wesentlichen hervorgerufen durch die Eisenbahn-Spekulation. Die Buden wurden schlicht verstaatlicht. Damit sollten wir wieder anfangen. Finanzkapital in bullshit investiert, Banker springt aus dem Fenster (“jump” war eine gute Aufforderung) und gut ist es. Wir brauchen diese Affen und ihr Theater nicht.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 08:03

@Folkher Braun

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dienstherr seine Magd schwängert, ist ziemlich hoch. Der Fall ist also nicht weiter interessant.

Es ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung:

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet der Schwager des preußischen Innenministers ein aufrechter Revolutionär ist und damit berühmt wird?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der als Revolutionär berühmt gewordene Schwager des preußischen Innenministers in Wahrheit dessen Agent in London gewesen ist? Und genau deswegen besonders berühmt gemacht wurde, weil er die anderen echten Revolutionäre getäuscht und verraten hat und weil von seiner Theorie nicht viel zu fürchten ist?

Wenn einem nichts mehr einfällt, wird man persönlich.

Genau damit hat meine Argumentation nichts zu tun. Dass er seine Magd geschwängert und das Kind weg gegeben und sich nie mehr um seinen Sohn gekümmert hat, habe ich in meinem Buch – wenn ich mich recht entsinne – gar nicht erwähnt. Dass der Kerl noch ein elendes Schwein war, war mir nicht wichtig.

Für seine Agententätigkeit gibt es genug Hinweise aus dem Studiukm seines Lebens, so dass mein Verdacht dann nicht nur auf der Familie gründet. Aber die Schäflein wollen das ja so genau nicht wirklich wissen. ;)

Womit ich nie gerechnet hätte, das ist der geistige Widerstand der Schäflein gegen die Idee, dass ihre Hirten sie mit dem großen Genie Karl Marx seit ihrer Schulzeit ihr Leben lang übertölpelt haben könnten. Und ja, die einzigen kritischen Gedanken über diese Gesellschaft haben die Schäflein natürlich von Karl Marx gehört und von niemandem sonst. Wie etwa das G – W – G`aus dem Kapital-Lesekurs.

Darum muss Karl Marx doch ein großer und echter Revolutionär für die gläubigen Schäflein gewesen sein. :)

Keynesianer Januar 31, 2015 um 08:27

Genau dieses Dogma, das unser @Linus so voll verinnerlicht hat, war der Sinn des Marxismus:

(Januar 31, 2015 um 01:38)
Die Beziehung zwischen Kapitalismus und Sozialen System ist im Endeffekt aber keine wechselseitige, sondern eine hierarchische. Der Kapitalismus als ökonomische Form wird in seinen grundlegenden Prinzipien und Prozessen eben nicht vom ‘Sozialen System’ beeinflusst, sondern folgt stur seinem ‘Lebenszyklus’, um am Ende doch in seinem Krisenbett zu münden. Da hilft alles soziale Rumdoktorn nichts.

Das ist Luhmann: Wir sollen und können nichts tun, außer ewig auf die Weltrevolution zu warten. :)

Natürlich gefällt das jedem, der sowieso und aus ganz anderen Gründen nichts gegen die herrschenden Verhältnisse unternehmen will und sich dafür noch ein gutes Gewissen verschaffen möchte – mit Marx.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 08:40

@QuestionMark

Wo liegen denn dann die Zinnssätze damit es wieder Vollbeschäftigung gibt?

Du hast den Nominalzins angeführt und nicht den Realzins. In den meisten Eurostaaten sind die Löhne nominal und real am Sinken seit der Finanzbetrugskrise. Also ist der Realzins zu hoch, auch wenn der Nominalzins Null ist.

Auch in der Weltwirtschaftskrise 1929-33 war der Realzins zu hoch, wegen der Deflation. Aber wer kennt schon den Realzins?

Steigende Nominallöhne könnten den Realzins weit genug senken, aber genau darum kämpfen die Neoliberalen ja mit Unterstützung der VWL-Professoren für Lohnsenkung und Sozialabbau, um die Krise zu verschärfen. Und die Marxisten warten auf die Weltrevolution und lassen die Keynesianer allein die Neoliberalen und die korrupte Professorenschaft bekämpfen.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 08:56

@QuestionMark Januar 31, 2015 um 00:35

Die Keynesianer haben überhaupt nichts durchgesetzt. Es gab einen weltweiten Schock über die Ereignisse die zum 2.WK geführt haben die zu einem Umdenken in Richtung Sozialismus, soziale Standards etc geführt haben.

Das wurde in der Schule nicht gelehrt, also weiß es auch niemand:

Keynes hat das Ausscheiden Englands und des gesamten Sterling-Blocks aus dem Goldstandard bereits im September 1931 maßgeblich bewirkt. Unter anderem wurden seine Essays 1931 neu aufgelegt, mit denen er schon in den 20er Jahren vor dieser deflationären Depression gewarnt und sie vorhergesagt hatte. Allerdings nicht als unvermeidbare Krise des Kapitalismus wie die Marxisten und die Mises-Leute, sondern als mutwilligen Akt der Geldpolitik zum Vorteil der Rentiersklasse.

Bereits 1933 wurde dann auch in den USA und in Deutschland sowieso die Deflationspolitik beendet, dank Keynes.

Die neuen Herrscher in Deutschland hatten aber nicht wirklich kapiert, wie es zu dieser schrecklichen Krise gekommen war. Sonst hätten sie leicht – ohne einen einzigen Schuss abzugeben – die Weltherrschaft erringen können. Dazu hätte sich nur noch einer an das Mikrophon eines weltweit zu empfangenden Rundfunksenders stellen müssen … ;)

Aber sie wussten es wirklich nicht. Trotzdem war nach 1945 die Entscheidung gefallen, die Verursachung von Krisen besser zu unterlassen. Bis dann zur Mitte der 70er Jahre die Neoliberalen (Mises, Hayek, Friedman …) wieder die Oberhand gewannen. …

Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 09:18

@Keinsinnianer

Ist Dir schon einmal aufgefallen,
Dass Du Dich genau so in einen Schraubstock gespannt hast,
wie Du es anderen ständig vorwirfst?

Kecker Januar 31, 2015 um 09:25

@ keinsinnianer “Keynes hat das Ausscheiden Englands und des gesamten Sterling-Blocks aus dem Goldstandard bereits im September 1931 maßgeblich bewirkt. Unter anderem wurden seine Essays 1931 neu aufgelegt, mit denen er schon in den 20er Jahren vor dieser deflationären Depression gewarnt und sie vorhergesagt hatte.”

Ausscheiden Goldstandard: 19. September 1931
Keynes-Vorwort “Essays in Persuasion”: 8. November 1931

“So überschlägt sich die Zeit wie ein Stein vom Berge herunter, und man weiß nicht, wo sie hinkommt und wo man ist.” (Goethe)

karla Januar 31, 2015 um 09:27

Keynesianer Januar 30, 2015 um 23:35

“@karla

Mit Milliarden Menschen auf einer Erde lässt sich die Produktion aber leider nicht ohne Geld und Markt sinnvoll realisieren, das hat der real existiert habende Sozialismus halt gezeigt. Vor allem wirst Du dafür keine Mehrheiten begeistern können.”

Du nimmst überhaupt nicht zur Kenntnis, dass mein Argument und auch anderer Leute hier, Geld als Zweck der kapitalistischen Produktion angeführt wird und nicht einfach nur als Mittel damit diese spezifische Produktion (Warenproduktion) besser flutscht.

Dass ich damit bisher keine Mehrheiten begeistern konnte ist mir nicht entgangen.

Deine Erklärung des geringen Erfolgs der Durchsetzung von keynesianischer Wirtschaftspolitik mit der Suche nach Schuldigen (in dem Fall Marxisten) ist interessant aber sonst nichts.

Wenn die Leute weder für das eine noch das andere zu begeistern sind hat man das eben realistischerweise zur Kenntnis zu nehmen.

Wenn z.B. in Frankreich der FN so erfolgreich ist liegt das jetzt an den französischen Marxisten?
Und umgekehrt wenn die linke Syriza in Griechenland erfolgreich ist liegt das daran, dass es dort keine Marxisten gibt?

Die einen machen Juden für alles mögliche verantwortlich. Die anderen Ausländer. Und neuerdings sind Marxisten wieder mal für jeden Blödsinn verantwortlich.

Schalt einfach mal einen Gang zurück.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 09:37

Jemand muss die Schäflein retten, auch wenn die sich noch mit aller Kraft dagegen sträuben und ihren guten Hirten brav in den Schlachthof hinterher traben möchten. ;)

Keynesianer Januar 31, 2015 um 09:50

@Kecker

Du wirst es vielleicht nicht für möglich halten, aber seinerzeit hat es etwas gedauert mit der Auflage von Büchern.

Die Verantwortlichen der Bank von England konnten sich also ausrechnen, dass die “Essays in Persuasion” genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt geworfen werden würden, wenn sie nicht rechtzeitig vorher die deflationäre Depression durch das Ausscheiden Englands aus dem Goldstandard beenden.

Es gab damals ja Vorschläge, die Bank von England solle die Zinsen auf 10% erhöhen, um den Abfluss der letzten Goldreserven zu verhindern.

Wären da nur Marxisten gewesen, die die unvermeidbare Krise des Kapitalismus predigen, und kein Keynes, wären die Zinsen sicher auch auf 10% erhöht worden, statt den Goldstandard zu verlassen.

Hier könnt Ihr alle mal nachlesen, was Keynes im Gegensatz zu dem Unsinn, den die VWL-Professoren über ihn heute noch verbreiten, wirklich erkannt hatte – nämlich dass die Krisen durch Deflationspolitik verursacht sind:

http://www.gutenberg.ca/ebooks/keynes-essaysinpersuasion/keynes-essaysinpersuasion-00-h.html

Natalius Januar 31, 2015 um 10:16

Alle,

ich weiss nicht ob das hier auf ein Spiegelgefecht von “links” mit classical Keynesians hinauslaufen soll. Hören wir doch mal was Yanis Varousakis hier sagt – der scheint mir als Linker deutlich näher an @Keynesianer zu liegen als mancher Marxissismus Hohepriester der PTB:

“The New Keynesians have a great deal to answer for, at least here in Europe. By misunderstanding spectacularly Keynes’ point about the inflexibility of certain prices and wages, they have aided and abetted misanthropic, austerian policies that would make Keynes cringe. Since the only way they could squeeze some unemployment out of their models, as part of their equilibria, was to introduce wage rigidities, the obvious conclusion is that, if we want to get rid of the unemployment, we better liquidate these rigidities. Is this not what the troika is doing now in Greece, in Ireland, in Portugal? Is this not the pound of flesh that the ECB demands of Spain and Italy? The fact that some of the leading supporters, and indeed executors, of the current bailout-fiscal-adjustment programs that are eating away at the foundations of Europe today are New Keynesians, is not a coincidence. Their models were ripe for the picking by the powers-that-be in Frankfurt, in Berlin, in Brussels.”

http://yanisvaroufakis.eu/2012/03/28/keynesian-legacies-neither-europe-nor-keynes-deserved-a-critique-of-new-and-islm-keynesians-in-the-context-of-europes-crisis/

QuestionMark Januar 31, 2015 um 10:18

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 08:40
Deine These war doch: Die Notenbanken sind für die Krisen verantwortlich. Ich zitiere dich einfach hier mal:

Die daraus resultierende Politik des knappen Geldes und der hohen realen Zinsen führt erst zu der Krise, die es sonst gar nicht geben würde.

Weiter oben habe ich die Leitzinssätze angegeben. Diese dokumentieren doch sehr schön das deine tolle Marktwirtschaft am Limit betrieben wird. Deshalb noch mal die Frage: Wo liegen denn dann deiner Meinung nach die Leitzinssätze damit es wieder Vollbeschäftigung gibt?
(Übrigens: Auch dein Ablenkungsmanöver mit dem Realzins zieht nicht. Diesen legt die Zentralbank schlicht nicht fest.)

Natalius Januar 31, 2015 um 10:25

PS: Mit Bezug auf das”pound of flesh” wird sich mancher hier eingeladen fühlen, Varoufakis ab sofort als Antisemiten zu betrachten ;-)

holger Januar 31, 2015 um 10:59

Warum muss ich immer nur schmunzeln, wenn ich lese, wie sich manche den „Kapitalismus“ so vorstellen. Ich sach es ja immer wieder, wer den total Verlust von Geld oder Anlagen oder was weiß ich noch nicht erlebt hat, wird das Dingen eh nicht begreifen können. Besonders dann nicht, wenn dann die Begriffe auch noch falsch benutzt werden. Eine Enttäuschung fängt immer mit einer Täuschung an.

Der angebliche „Kapitalismus“ hat nur einen Sinn und Zweck, Eigentumsrechte zu erwerben. Dazu zählt in aller erster Weise, der Grund & Boden. Ist das friedlich mit Geld nicht zu schaffen, dann muss notfalls Gewalt angewendet werden. Man nennt es glaube „Raub“ oder „Diebstahl“. Es gibt nun drei verschiedene Arten von Eigentum Immobiles, Mobiles und Geistiges. Wobei Letzteres vermutlich nicht all zu weit verbreitet ist.

Diesen Eigentumsrechten steht nun das Hilfsmittel Geld gegenüber, was man dann auch noch Währung nennt und dieses Geld bekommt noch eine Kaufkraft, die von dritten, von Externer Seite aus, bewertet wird. Das wäre dann der Wechselkurs zur eigenen Währung. Im reinen Innenverhältnis zB auf einer einsamen Insel spielt die Kaufkraft keine Rolle.

Also nochmalig, dem „Kapitalismus“ geht es nicht darum, möglichst viel Profit zu machen, sondern der Profit dient dazu, Rechte an Eigentum erwerben zu können. Dieses Eigentum, kann nun der Staat erwerben, oder Private. Aber wie oft kann man Grund & Boden oder Immobiles Eigentum denn erwerben? Nur ein EIN einziges Mal. Entweder gehört es mir ganz oder auch nur in Teilen.

Das diese Form von Eigentum nun begrenzt vorhanden ist, nämlich in Quadratmetern, und oder Kubikmetern sollte klar sein. Auch dass das Eigentum dementsprechend belegt ist. Und da sind wir in der jetzigen Moderne schon arm dran. Denn 99% der Weltfläche gehört irgendwem. Der letzte große Raubzug fand in der Vernichtung der Indianer, durch Europäer statt. Danach kam kein erfolgreicher Landraub mehr.

Wie kommt man nun an Eigentumsrechte ran? Da man ja in dieser Modernen nicht mehr so richtig Landraub militärisch begehen kann, ist es das Beste, den Eigentümer in den Ruin zu treiben. Auf den natürlichen Tod warten bringt nichts, jedenfalls dann nicht, wenn man kein Erbschein hat. Oder man muss darauf hoffen, dass der jetzige Eigentümer bereit zum Verkauf ist.

Also: Das sicherste Mittel ist, den anderen Eigentümer in den Ruin zu treiben. Das ist auch der einzige Grund, warum es die Verschuldung gibt. Weil dann ist es noch leichter, ein Opfer zu formen.

So ergeht es vielen, und ein prominentes Opfer ist halt nun mal Griechenland. Daraus folgt dann logischer Weise die Privatisierung. So kommt man halt günstig an die Eigentumsrechte anderer. Weil der ja über den „Verhältnissen“ und so…

Um das möglichst gut zu händeln, darf die Masse nicht im Übermaß an frei verfügbaren Einkommen verfügen. Deswegen wird die Masse, vom sogenannten Staat in möglichst großer Manier davon abgehalten, Eigentum zu erwerben. Deswegen gibt es die unzähligen Steuer und Abgabenverordnungen. Und nicht auch zuletzt, den Arbeitsmarkt mit Löhnen, die die Masse nicht dazu befähigen, Eigentum im größeren Stil zu erwerben. Das Ergebnis ist dann das Netto.

Diese Verhalten Eigentumsrechte wie auch immer zu erhalten, ist ein Ur-Instinkt des Humus Sapiens. Es gibt solche, die bekommen etwas, und andere müssen es eben er-KRIEG-en.

Das kann nun jeder für sich ausmachen, ob er etwas bekommt, oder sich ständig erkriegen muss.

Es ist egal wo man hinschaut, ob im Kindergarten, im Discounter oder im Zug der letzte Sitzplatz. Es herrscht immer Krieg um einen Anspruch auf Haben wollen.

Und nochmals, der Staat müsste Steuern nicht so einziehen, wie er es handhabt. Es dient letztlich nur dazu, das frei verfügbare Einkommen zu dezimieren und somit zu steuern.

Wir reden immer über Zinsen, aber nicht über direkte Steuern und Abgaben. Was bringt einen um, eine Staatsquote von weit über 50% oder ein Zinssatz von 8% ? Hinzu kommend noch die Lohnpolitik (Kostenoptimierung)

Ist es schon mal einen aufgefallen, das Steuern, Abgaben und die Zinsen unmittelbar in Abhängigkeit stehen? Und somit zum Instrument werden, dritte in den Ruin treiben zu können?

Ist die Staatsquote hoch, sinkt die Verschuldungsfähigkeit. Weil, und das wissen wir ja, fällt und steigt die Bonität mit dem Nettoeinkommen. Und es wird immer schwieriger an Eigentumsrechte zu gelangen. Die Masse kann nur noch das Notwendigste erreichen. Und selbst wenn es noch für ein Häuschen reichen würde, ein Haus ist kein produzierender Faktor und verursacht nur Kosten. Die dann zu Ramsch werden, wenn der Besitzer, seine Schulden eben nicht erwirtschaften darf.

Wie gesagt, die wirklich interessanten Eigentumsrechte, sind weltweit aufgeteilt. Was macht man nun mit dem ganzen vielen Geld?

Logischer Weise müsste ich jetzt tippseln: Es muss eine große Katastrophe her. Irgendein Drang zum Erobern und Zerstörung anderer Eigentumsrechte. Das scheint aber auch nicht so zu klappen, wie es seinerzeit mit den Feldzügen vorbildlich geschehen ist.

Dieser Kapitalismus kommt mit dauerhaften Frieden nicht klar. Sobald der Kuchen verteilt, versagt das System. Weil auch die Risiko-Bereitschaft immer weiter sinkt. Somit muss auch der Zins sinken. Der ja, wie gesagt auch noch an der Staatsquote gekoppelt ist. Ist das eine hoch, muss das andere niedrig sein.

Hinzu kommt noch, dass bei einer Quantitativen Stagnation oder sinken der Geburtenrate, immer mehr Eigentumsrechte gegen immer weniger Nutzer steht. Was nutzen mir zB 5 Mietskasernen, wenn der Mieter ausstörbt oder sich die Bude nicht leisten kann. EBEN!

Dieser Kapitalismus der mit der Elektrifizierung angefangen hat. So um 1881 herum, verliert immer mehr seine Daseins Berechtigung. Weil es gibt keine Dinge mehr, die man „erobern“ könnte. 99% sind eben Tellerwäscher und das bleibt auch so.

Selbst notwendig Investitionen in die marode Infrastruktur gibt das System NICHT her. Das ist doch Schwachsinn, den man nicht erklären kann. Wir hinterlassen kommenden Generationen nicht einen „Schuldenberg“ sondern ein herunter gewirtschaftete Infrastruktur. Gut, da kann man ja sagen, was wollen die auch mit funktionierenden „Eisenbahnen“ und Strom der aus der Steckdose kommt?

Es fehlen schlicht und einfache Visionäre (ok die sitzen eh beim Arzt) die den „Kapitalismus“ weiter denken können, und auch das noch zu verwirklichen. Also die Transformation in das Reale.

Der Kampf um die Eigentumsrechte ist zum erliegen gekommen. Weil eine Krähe der anderen Krähe eben nicht das Auge raus hackt. Natürlich gibt es Ausnahmen, siehe Lehman Pleite. Aber ansonsten?

Was bringt die ganze Scheixxe die der Eurotz im südlichen Teil veranstaltet?

Ein wenig Privatisierung und das war es dann auch schon. Besser wird dadurch überhaupt nix. Das ist das, was ich nicht begreifen kann. Es widert mich einfach an, wie mit den Menschen umgegangen wird. Wobei vermutlich haben sie es wohl auch nicht verdient.

Ich bleibe aber dabei, dass man diesen „Kapitalismus“ nicht überwinden kann, sondern nur erweitern.

Dazu gehört mMn eben nicht, die Reichen (Eigentumsrechte) zu enteignen. So wie die Kommunisten das hier immer fordern. Denn die Kommunisten oder meinetwegen auch Sozialisten samt Sozialdemokraten sind mMn ebenfalls zu blöde dazu, mit Geld umgehen zu können.

Und diese Erweiterung kann nicht sein, dass der Krieg oder das kriegen, um Eigentumsrechte forciert werden müsste. Auch müsste sich der Staat aus dem System weiter und weiter zurück ziehen. Lediglich seine Kernaufgaben müsste er bewerkstelligen. Wenn er es denn könnte.

Da wie ich sagte, der Kuchen verteilt ist, keiner wird auf den Gedanken kommen zB Siemens oder GE ernsthaft noch Konkurrenz zu machen, oder die USA zu erobern, muss das Augenmerk sich auf die wesentlichen Dinge richten.

Dieser Raub-Kapitalismus verliert dann seinen Sinn, wenn es nichts mehr zu rauben gibt. Wenn alle Felder alle Positionen im Markt besetzt sind. Und das sind sie. Das mag zwar den Kleingeistigen, Maschendrahtzaun Besitzer nicht so auffallen, da sie ja eben nur kleine Brötchen backen gewohnt sind, aber den etwas weiter denkenden fällt so etwas schon auf.

Nochmal, es bringt überhaupt nichts zu krakeelen, „Nehmt den Reichen und gebt den Armen“. Das ist so etwas von zurück geblieben im Geiste, schlimmer geht’s nimmer.

Es geht darum, die Masse an kleingeistigen Maschendrahtzaun Besitzern, mit Geld zu versorgen. Nicht mit Kapital. Das haben diese eh nicht, weil das Geistige Eigentum nun mal ungerecht verteilt ist. Diese Gerechtigkeitslücke können noch nicht mal Sozialisten ausgleichen. Man sieht es ja, dass der Dummfug Schule nicht so richtig funktioniert. Wenn einer nun mal nicht Rechnen kann, kann er es nicht. Das biegt kein Staatsapparat hin.

Dh der Kapitalismus muss sich darauf einstellen, das nicht jeder in der Lage dazu ist, in diesem Kapitalismus Teilhabe haben zu dürfen. Wenn er das nicht schnallt, dann ist er nichts anderes, als ein Stück elendige Barbarei.

Fakt scheint aber nun eines zu sein. Dieser Kapitalismus ist an seine Grenzen gelangt. Dieser Kapitalismus hat die Eigentumsrechte weltweit geordnet. Dieser Kapitalismus müsste nun sich intern bekämpfen. 90% der Weltbevölkerung sind davon ausgeschlossen. Dh die oberen 10% der Eigentumsrechte Inhaber müssten sich nun gegenseitig fertig machen. Und das tun sie aber nicht. Sie haben aus dem Fall Lehman gelernt. Das bringt auch nichts.

Ihnen fällt nur ein, Dritte zu bestrafen, die für die Umstände nichts können. Das ist das Alternativlose an diesem Kapitalismus. Weil ihr Geistiges Volumen, nichts anderes hervorbringen kann und vermutlich auch nicht soll. Anders kann ich mir die verarmte Argumentationskette nicht erklären.

Beste Beispiel der „BILD“: „Die faulen Griechen“ „Die faulen Hartzer“ etc.pp.

Das ist Geistige Armut zum Quadrat. Auf andere Medien gehe ich nicht ein, da sitzt und schreibt auch nur verlaustes Affenpack ohne Fell oder auch mal mit.

Es werden die niedrigsten Instinkte immer und immer wieder angefeuert. Und die strunzen dumme Masse fällt darauf immer und immer wieder rein, oder ist das Salz in der Suppe.

Dann gibt es noch Deppen, die diese Kommunikation noch als Moderne abfeiern.

Es tut mir ja leid, dass ich nicht Gesellschaftsfähig bin. Nur mit diesen Primaten Affenfelsen, will ich mich nicht mehr rational abgeben. Weil es einfach an Ratio fehlt.

Entweder geht der Kapitalismus mit der Evolution (was auch immer das sein mag) oder er wird immer nur mehr Elend hervor bringen. Er hat doch alles bekommen, was er will. Eigentumsrechte wie gesagt sind verteilt und geordnet. Die Völker knechten wie Idioten. Was ist das nächste Ziel, oder kann das nächste Ziel sein?

Keynesianer Januar 31, 2015 um 11:16

@QuestionMark

Auch wenn Du es nicht kapieren willst: Es geht um den Realzins und nicht um den Nominalzins!

Geldpolitik ist nicht nur das Setzen des Nominalzinses durch die Notenbank. Dazu gehört auch das Auslösen einer Finanzkrise durch die Zinserhöhungen bis 2007/8. Aber das Gedächtnis der Schäfchen ist ja so kurz, die sehen nur, dass der Nominalzins gerade wieder niedrig ist, der Nominalzins. Eigentlich ist den Schäfchen sogar der Nominalzins schon zu hoch.

Auch der Neoliberalismus ist Teil der Geldpolitik, ich kann das nicht immer wieder dazuschreiben. Die neoliberale Agendapolitik erfüllt den Zweck, die Einkommen von den Konsumenten zu den Sparern umzuverteilen, also von den Arbeitern zu den Ausbeutern, von den Armen zu den Reichen. Das hat zur Folge, dass immer mehr Geld gespart wird von den Reichen, die es ja mangels Massenkaufkraft gar nicht mehr in die Realwirtschaft investieren können.

Das Sparen ist dann die Ursache der Wirtschaftskrise.

Egal, ob gerade aktuell durch Hochzinspolitik verursacht oder durch Deflation oder durch die Umverteilung von den konsumierenden Armen zu den sparenden Reichen. In der Regel wird aber erst durch Hochzinspolitik die Deflation ausgelöst und durch die Massenarbeitslosigkeit ist es erst möglich, Löhne zu senken und die Sozialleistungen abzubauen.

Aber Du kannst ja weiter auf die Weltrevolution hoffen, anstatt mal die Ursache der Krisen kapieren zu wollen.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 11:25

@Natalius

Du hast es kapiert. Aber den Lesern sollten wir es etwas deutlicher mitteilen, dass die “Neuen Keynesianer” das Gegenteil von Keynesianern sind. Sie sind die neuesten Fälscher der Lehren von Keynes, die neuesten Halunken, die an den Universitäten sich zur Täuschung der Studenten auf Keynes berufen, um dann genau das Gegenteil seiner Erkenntnisse zu lehren:

Dass nämlich die rigiden Löhne und Preise die Ursache der Krisen wären und diese Rigidität durch “Reformen” überwunden werden müsse. Schon würde sich das Gleichgewicht der Märkte von selber einstellen.

In Wahrheit wird durch die neoliberalen Arbeitsmarktreformen der letzte Anker zum Schutz vor der verheerenden Deflation der Löhne und Preise gekappt.

Wie schon mehrfach geschrieben: Die Studenten werden an den Universitäten von ihren Professoren über Keynes voll getäuscht und belogen. Sie ahnen davon aber nichts und können sich so viel Lüge und dreisten Betrug gar nicht vorstellen. Dabei hat ihr Professor nur dafür und zu dem Zweck seinen Lehrstuhl bekommen.

Man muss das aber immer wieder ganz deutlich thematisieren, sonst machen die verwirrten Studis den Keynes noch für die Lehren der “Neuen Keynesianer” verantwortlich. Das sollen sie ja gerade.

Kecker Januar 31, 2015 um 11:33

@ keinsinnianer “Dass nämlich die rigiden Löhne und Preise die Ursache der Krisen wären und diese Rigidität durch “Reformen” überwunden werden müsse.”

“The fact that contracts are fixed, and wages are usually somewhat stable in terms of money, unquestionably plays a large part in attracting to money so high a liquidity premium.” (J.M. Keynes, The General Theory)

QuestionMark Januar 31, 2015 um 11:34

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 11:16
Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen das dein Realzins (gemessen am Leitzinskorridor) längst negativ ist? Ist dir vielleicht schon mal aufgefallen das reale Zinsen (unabhängig von dem was die Zentralbank gerade treibt) über Märkte (mittelbar und teils unmittelbar) ausgehandelt werden?
Du willst auf der einen Seite unbedingt Marktwirtschaft haben und beschwerst dich auf der anderen Seite über die Folgen der Angebots- Nachfrage- und Preisentwicklung? Es ist genau dieses intellektuelle Niveau das jeglichen Fortschritt verhindert.
Denn: Deine sogenannten “Neoliberalen” haben doch die Interessen derjenigen vertreten die hierzulande das Geld haben. Und haben damit auch kräftig verdient (s. Schröders Honorar von Maschmeyer). Das sind alles marktwirtschaftliche Vorgänge. Es wurde schlicht die Seite bedient die marktrelevante Nachfrage generieren kann.
Fazit: Du hast doch bereits das Beste aller Systeme. Worüber beschwerst du dich dann eigentlich? Das es marktwirtschaftlich läuft? Du möchtest mehr Regulierung? Dafür gibt es keinen Markt.

Und noch zur These “Die Marxisten stehen den Keynesianern im Weg”: Die Marxisten spielen hierzulande und auch international überhaupt keine Rolle mehr. Und das ist schon lange so.
Wenn hier irgendjemand irgendwem im Weg steht, dann ist es doch so, das die meisten Menschen sich selbst im Weg stehen. Aus Trägheit/Denkfaulheit können viele nicht über dieses totalitäre marktwirtschaftliche System hinausdenken.

Übrigens: Wenn du glaubst ich wäre Marxist; auch da muß ich leider enttäuschen.

Eagon Januar 31, 2015 um 11:35

Mir fehlen ganz einfache praktische Überlegungen.

Wenn 28% der Deutschen mit einem Einkommen über 3500 Euro für 92% der Gesamtersparnis der Deutschen stehen, kann ein privates Altersvorsorgesystem nicht funktionieren.

Welche politische Partei kümmert sich um die Interessen der anderen 72% der Deutschen?

Wieso wurden die Beitragsbemessungsgrenzen nicht angehoben?

Wieso wurde der Spitzensteuersatz gesenkt, wenn die Einkommen so ungleich verteilt sind?

Grundig.

Deutschland ist eine staatliche Innovationsökonomie.

Das reicht bis zu Kaiser Wilhelm zurück, der enorme Mittel in die Forschung gesteckt hat.

Man kann jetzt beklagen, dass sich das Grundig-System nicht durchgesetzt hat. Dann muß man aber auch ansprechen warum der deutsche Staat Schwächen bei der Erschließung neuer Märkte hat. Und was der japanische Staat da besser gemacht hat.

Es ist ein Witz der Geschichte die Sozialsysteme (eine deutsche Innovation) zu schwächen, mit dem Hinweis auf die ‘Lohnnebenkosten’. Und damit gleich eine einmalige soziale Innovation zu schwächen um die uns alle anderen Länder beneiden.

usw.

DESTROIKA Januar 31, 2015 um 11:50

@ QuestionMark

@ Keynesianer Kommentare zu Marxisten, Sozialisten, Gewerkschafter, NGO, Antifa und überhaupt allem was sich als linke politische Kraft begreift, lesen sich so, als wenn da überall im Hintergrund jüdische Finanziers stehen?

Wer sich die diversen Texte auf der Homepage von @ Keynesianer durchliest, begreift das Menschenbild hier: es geht um einen Kampf zwischen einer kleinen Gruppe von Verschwörern und ihren Gegnern, zu denen sich @ Keynesianer zählt. Die Bevölkerung spielt in seinem Weltbild keine Rolle, weil zu dumm, naiv und einfach nur manipuliert. Die “Wahrheit” kennen nur diese beiden elitären Gruppen.

sadoma Januar 31, 2015 um 11:54

@holger

Deine Kernmetapher vom Kapitalismus als “Kampf um Eigentumsrechte” ist sicherlich sehr hilfreich in der Betrachtung, jedoch stimme ich mit deinem Fazit:

“Eigentumsrechte wie gesagt sind verteilt und geordnet. Die Völker knechten wie Idioten. Was ist das nächste Ziel, oder kann das nächste Ziel sein?”

nicht überein. Der Kampf um die Eigentumsrechte verschäft sich zunehmend. Nichts ist geordnet, in einer Welt wo “Land-Eigentumsrechte” ständig übertragen werden können wird der Kampf ewig währen. Erst wenn die Frage nach den Vor- und Nachteilen der Konstruktion “Besitz an Land” beantwortet wird kann sich der Kapitalismus für neue Möglichkeiten öffnen. Warum wird Land nicht ausschließlich als nur pachtbares Allgemeingut angesehen dessen Pachterträge immer der Allgemeinheit zukommen?

Keynesianer Januar 31, 2015 um 12:03

@Kecker

Die Liquiditätsprämie wird hier bei Braunberger für ein Inflationsszenario diskutiert, was Du sicher auch gelesen haben musst:

Das bedeutet zum einen, dass die Menschen Geld halten können, ohne sich große Sorgen um einen Wertverlust machen zu müssen. Und es bedeutet auch, dass der Wert des Papiergeldes eben nicht Null ist, sondern sich mit der Menge der Güter und Dienstleistungen und ihrer Preise erklärt. Calvo bezeichnet dies als die Preistheorie des Geldes.
https://blogs.faz.net/fazit/2015/01/27/eine-waehrung-ist-kein-spielzeug-5272/

Sorgen um einen Wertverlust der Geldvermögen muss man sich nur bei steigenden Preisen machen. Da sind dann rigide Löhne und Preise für den Geldhalter auch von Vorteil, richtig.

Bei Deflation dagegen sind möglichst (nach unten!) flexible Löhne und Preise für die Geldhalter jeder Art von Vorteil. Keynes hat das im 17. Kapitel auch ausführlich behandelt. Da gibt es keinen Widerspruch, nur aus dem Zusammenhang gerissene Zitate.

Darum sind die Geldhalter und Rentiers nämlich für den Neoliberalismus und die Deflationspolitik, auch wenn in der Deflationären Depression der Weltwirtschaft die Menschen dann zu Millionen verhungern.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 12:07

@DESTROIKA Januar 31, 2015 um 11:50
Ich habe persönlich keine Probleme mit den Spekulationen von Keynesianer. Tatsächlich passieren viele krumme Sachen auf diesem Planeten. Ich erinnere an die Verschwörung der Nazis gegen die Juden. Oder: An die Verschwörung (geheimer Vertragsteil) im Hitler-Stalin-Paket gegen die Polen. Spekulation ist deshalb durchaus erwünscht. Vieles ist nicht offensichtlich und erschließt sich einem erst im Gedankenexperiment. Nur sollte man seine Theorien auch immer wieder auf Richtigkeit hin überprüfen. Schwierig wird es wenn gewisse Sachen zur fixen Idee degenerieren.

Die Rolle der Antifa ist hierzulande (da von staatlicher Seite oft als linksextremistisch eingestuft) eine durchaus komplexe. Auf der einen Seite gibt es relativ viel Unterwanderung durch den Inlandsgeheimdienst um aktive Zersetzung zu betreiben. Auf der anderen Seite gibt es auch sehr viele aufrechte Antifaschisten.

Die Rolle der Gewerkschaften, NGOs etc ist durchaus auch nicht unproblematisch.

Das Problem mit Keynesianer (im Kontext Geldpolitik) ist: Er hat schon erkannt das die Geldpolitik von enormer gesellschaftlicher Relevanz ist und man diese auch mißbräuchlich einsetzen kann. Er hat, denke ich, nicht verstanden: Mit der Geldpolitik will man hauptsächlich dieses marktwirtschaftliche System stabilisieren und das gelingt nun schlicht nicht mehr.

zu den jüdischen Finanziers: Auch ein hochproblematisches Thema. Siehe dazu Ukraine. Hier will offensichtlich ein jüdischer Hedge Fonds-Manager (George Soros) massiv Profit aus diesem Konflikt schlagen. Freilich ist die Fixierung auf den jüdischen Hintergrund deplatziert. Der Typ ist einfach ein Dreckskerl ob er nun einen jüdischen Hintergrund hat oder nicht.

holger Januar 31, 2015 um 13:01

sadoma

—>>> Der Kampf um die Eigentumsrechte verschäft sich zunehmend. Nichts ist geordnet, in einer Welt wo “Land-Eigentumsrechte” ständig übertragen werden können wird der Kampf ewig währen. Erst wenn die Frage nach den Vor- und Nachteilen der Konstruktion “Besitz an Land” beantwortet wird kann sich der Kapitalismus für neue Möglichkeiten öffnen. Warum wird Land nicht ausschließlich als nur pachtbares Allgemeingut angesehen dessen Pachterträge immer der Allgemeinheit zukommen?”

Weil ich das eben so geschrieben habe, dass es DIE All-gemeinheit eben nicht geben wird. Weil eben Die “Allgemeinheit” eine wortwörtliche Gemeinheit ist.

Und das Recht an Eigentum ist verteilt. Ich rede nicht von Besitz, sondern von Eigentum.

Was sind denn “Ramsch” Papiere? Die zB das Fed und die EZB aufkaufen?

Wenn nicht ganz einfach “Ramsch” Eigentum?

Der Krampf darum, meinetwegen auch Kampf, nennt sich Vererbung von Rechtsansprüchen auf Eigentum.

Es kommt auf die Erben drauf an, ob sie sich das Recht nehmen lassen wollen, oder eben verkaufen. Oder es ist eben kein Erbe mehr da.

So gesehen, kann man das natürlich auch betrachten, je dümmer die Erben, desto mehr gibt es wieder zu erwerben.

Da kann man sich aber schon jetzt ausrechen, wer das sein wird. Aber komme mir nicht mit der Überwindung des “Kapitalismus” durch unterbelichtete Massen. Das ist nicht drin.

ruby Januar 31, 2015 um 13:13

Pudelprogramm gerät in Panikstatus, weil nicht mehr gewußt wird was kommt und wie reagieren.
Parlamentsbeschluß EU-weit in 28 Ländern – Steuern an die Staatsbürgerschaft binden und einheitliche Sätze einheitlich durch Staatsmacht erheben und einheitlich einziehen. Bei Streit wegen fehlender Grundlagen/Daten; Schätzung wie bei Uli Hoeneß im Schnellverfahren. Ansonsten Passentzug und ab in die Staatenlosigkeit. Au revoir !
Zeitschiene drei Monate für Gesetzesverfahren; sechs Monate für Erhebung, neun Monate für Einzug. Haushaltswirksamkeit zum 31.12.2015. Europa reloaded ;-)

aifran Januar 31, 2015 um 13:48

Gebet um Gebet schicken die zitternden Systemlinge zum Gott des Marktes ….

“Lieber Gott – Schick uns rasch einen neuen Kondratieff-Zyklus, einen dicken fetten, einen mit Super Gewinnen und Arbeitsplätzen für die Nutzmenschen damit wir sie ruhighalten können …. BITTE BITTE BITTE BITTE …. BIIIIITTEEEEEEEEEEEEE

schöne Tage :-)

Linus Januar 31, 2015 um 13:49

@Herc:
“Aber der Kapitalismus ist ja nicht seit Jahrhunderten derselbe.”
Doch! Sicherlich hat sich der Kapitalismus im Laufe der Geschichte äusserlich gewandelt und ‘verfeinert’. Aber in seinem Kern, seinen Grundzügen, seinen Zyklen, seinen Krisen ist er seit Jahrtausenden derselbe geblieben: Im AT gibt es das berühmte Jubeljahr, also alle sieben Jahre Schuldenerlass, um Akkumulationskrisen aufzufangen. Bei den Griechen die Reformen Solons, usw. usf. [NB: Die Akkumulationskrisen des Altertums waren wohl in den seltensten Fällen die Folge von 'Geldpolitik'].

“Es ist schon die Gesellschaft, die den Kapitalismus ändert, ewas sonst? Und es wird die Gesellschaft sein, die den Kapitalismus aufhebt!!”
Sicherlich, aber wann und wie tut sie das? Die ökonomischen Spielregeln entwickeln sich nicht kontinuierlich, sondern werden zu Spielbeginn gesetzt. Ab da läuft das Spiel, und es ist äusserst schwierig, die Regeln im laufenden Spiel zu ändern, da es sich hierbei im Kern um verfassungsmässige Rechte handelt. Da muss es schon ganz schlimm kommen, bis auch der Letzte begreift, dass es so nicht weitergehen kann (s. GR, s. EU.). -> Intervention, Schuldenschnitt, Neuverteilung von Eigentumstiteln, und im besten Fall Reform der Spielregeln, d.h. Änderung des Rechtsrahmens – alles unmittelbare Eingriffe in bestehende Rechtsverhältnisse und damit Angriffe auf die verfassungmässige Ordnung selbst.

Der Kapitalismus kennt bis dato nur einen selbstorganisierenden Mechanismus der Konzentration, der Akkumulation, aber keinen vergleichbaren Mechanismus der Dispersion, der Umverteilung, der ersterem entgegenwirken würde. Daher hat der Kapitalismus keinen inneren Gleichgewichtspunkt, sondern nur einen finalen Tiefpunkt, der am Ende des ‘race to the bottom’ erreicht wird. Einmal losgefahren, geht es nur noch hangabwärts.

Ein paar Gedanken dazu:
- die Konzentration von Sachwerten und Eigentumstiteln auf Kosten von anderen Teilnehmern (Kannibalisierung) funktioniert ‘am Besten’ unter der Ägide knapper Geldbestände. Denn so sind die schwächeren Teilnehmer (die, die weniger Geld haben) gezwungen, ihre Sachwerte und Titel ‘zu Geld’ zu machen. Eine angemessene Geldpolitik kann nun Einfluss auf die Geldmenge ausüben und damit diesen Vorgang zeitweise aufhalten und verlangsamen. Umgekehrt kann eine ‘verfehlte’ Geldpolitik den Vorgang beschleunigen und befördern. In jedem Fall hat aber Geldpolitik eben keinen unmittelbaren Zugriff auf die Verteilung von Sachwerten und Titeln, sie kann den Vorgang daher NICHT umkehren. Damit sind die Grenzen von Geldpolitik abgesteckt.

- auch der internationale Handel ist ein kapitalistisches Spiel mit Ländern als Akteuren, allerdings mit der Feinheit verschiedener Währungen! Die Schwankung der Wechselkurse wirkt zumindest in der Tendenz der kapitalistischen Konzentration entgegen. Führt man nun einen gemeinsamen Währungsraum ein, so hebelt man genau diese Gegenwirkung aus und erhält ein kapitalistisches Spiel in Reinform (an der EU geradezu bilderbuchmässig zu beobachten).

- es wäre schön, wenn man – analog zum selbstregulierenden Mechanismus der freien Wechselkurse – etwas Ähnliches auch auf ‘einzelwirtschaftlicher’ Ebene etablieren könnte. Leider sind alle Vorschläge dazu (e.g. Steuern, Transferleistungen, Eigentumsbegrenzung etc.) eben nicht selbstregulierend.

Wo weiterdenken? Hier ein möglicher Ansatz: Questionmark hat oben die Eindimensionalität des Geldes angesprochen. Gelänge es, diese aufzubrechen (z.B. ‘gesellschaftliches Ansehen’ als zweite Dimension – ziemlich unpassend :-( ), so wäre tatsächlich ein innerer Gleichgewichtspunkt möglich, der dann nicht bei ‘maximalem Geld’ liegt. Klingt alles äusserst schwammig.

Eine Lösung hab ich leider auch nicht. Aber vielleicht helfen die dargelegten Zusammenhänge, das Problem besser zu verstehen.

sadoma Januar 31, 2015 um 13:56

@holger

deshalb habe ich ja ausschließlich von “Land-Eigentum (und was darunter liegt)” gesprochen. Der eigentlichen Quelle allen materiellen Reichtums.

Dass du unter Allgemeinheit ausschießlich die “unterbelichtete Massen” verstehst ist deine Interpretation ich verstehe darunter: Gänze, Ganzheit, Gesamtheit, Gesellschaft, Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, Volk.

holger Januar 31, 2015 um 14:05

sadoma

—>>>Dass du unter Allgemeinheit ausschießlich die “unterbelichtete Massen” verstehst ist deine Interpretation ich verstehe darunter (…)”

ich verstehe um so mehr, weil ich tatsächlich Öffentliche Verkehrsmittel nutze. Und sie “Allgemeinheit” Beobachte.

Wie sich Leute um Sitzplatzreservierungen für 4,50 Eurotzen zB 2 stunden streiten können.

Ich mit meiner Frau nicht telefonieren darf, (Empörung) während andere ihre Gören (diese brüllend) durch die Zugabteile jagen. Barfuß…

Ich geb dir nen Tipp… kauf dir ne Bahncard 100 und fahre das ganze Jahr mit der Bahn durch Detschland… Es ist voller Wunder

holger Januar 31, 2015 um 14:07

sadoma

aber nicht mit Sitzplatzreservierung…da bekommst du nichts mit. Wie das Volk der Detschen so ticken tut.

KommentatorX Januar 31, 2015 um 14:30

Lebende Materie unterscheidet sich von toter Materie, dass erstere zu ihrem Erhalt in einen Stoffwechsel mit der Natur eintreten muss.

Auch der Mensch ist ein „Stoffwechselwesen“.

Primäre Funktion jeder Ökonomie solle daher sein, den Menschen zu ermöglichen, ihren Stoffwechselprozess aufrechtzuerhalten, damit sie am Leben bleiben können.

Doch noch nicht einmal dies gewährleistet die kapitalistische Ökonomie.

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger – das lässt Jean Ziegler nicht ruhen. Er nennt Banken und Konzerne „Massenmörder“. Und hofft auf die Revolte von unten.

Ihre viel zitierte Anklage lautet: „Jedes Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“ Wer sind die Mörder?

Wir alle, wenn wir schweigen. Zu den Tätern zählen auf jeden Fall die Banditen in den Banken und Hedgefonds, die an den Rohstoffbörsen mit Agrarrohstoffen spekulieren und die Preise hochtreiben. Deshalb können sich 1,25 Milliarden Menschen in den Slums, die mit weniger als 1,50 Dollar am Tag auskommen müssen, nicht mehr genug Nahrung kaufen. Diese Spekulanten sind Massenmörder.

Hungernde gab es auch, bevor die Banken die Rohstoffbörsen eroberten.
Aber dieses Raubgesindel hat auch das Finanzsystem ins Chaos gestürzt, und die westlichen Regierungen mussten dafür mehr als 1000 Milliarden Dollar bereitstellen.

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/sonntags-interview/aktivist-jean-ziegler-jedes-kind-das-an-hunger-stirbt-wird-ermordet-/7589416-2.html

Völlig klar ist, dass sich die derzeit lebende Menschheit nicht aus natürlich vorfindbaren Ressourcen ernähren kann. Die Menschheit kann überlebt nur dank industrieller Produktion.

Der Erdball befindet größtenteils im Privateigentum und im Neoliberalismus wird immer mehr Gemeineigentum in Privateigentum transferiert.

Eine Abschaffung des Privateigentums am Boden – wie in China – wäre zwar ein wichtiger, aber nicht ausreichender Schritt.

Entscheidend für den menschlichen Konsum ist der produzierte Reichtum.

Zugriff auf den produzierten Reichtum haben in einer Marktwirtschaft nur jene Menschen, die über Geld verfügen. Denn dieser produzierte Reichtum wird unter marktwirtschaftlichen Bedingungen zur Ware.

Aber Eigentümer dieser Waren sind nicht jene Menschen, welche diese produzieren, sondern jene, die Eigentümer der Produktionsmittel sind.

Jene, welche die Produkte produzieren, müssen diese als Waren kaufen.
Jene, welche die Waren verkaufen, verkaufen sie zu einem höheren Preis, als deren Produktion kosten.
Jene, die als Händler in der Zirkulationssphäre tätig sind, verkaufen die Waren teurer, als sie diese eingekauft haben.

Wer sein Privateigentum nicht verzehren muss, weil er es im Überfluss besitzt, kann dieses in Form von Geld verleihen und mittels Zinsen ein arbeitsfreies Einkommen generieren.

Diejenigen, welche den gesellschaftlichen Reichtum produzieren, nämlich die Lohnarbeiter, werden so knapp gehalten, dass sie niemals so viel Privateigentum im Überfluss besitzen, dass sie davon ein arbeitsfreies Einkommen erzielen können. Im Gegenteil, bei den Meisten reicht das Lohneinkommen gerade dazu aus, um überleben zu können. (Bei den “Working Poor” nicht einmal dies.)

Dieser Umstand macht die lohnabhängige Bevölkerung im kapitalistischen System zu modernen Arbeitssklaven.

Profiteure des kapitalistischen Systems sind die Produktions-, Handels- und Finanzkapitalisten.

Da unter marktwirtschaftlich-kapitalistischen Bedingungen sich die Vermögen systemisch-eigengesetzlich akkumulieren – man nennt es den Konzentrations- und Zentralisationsprozess des Kapitals – kommt es zu einer entsprechenden Machtkonzentration vermittels Geldmacht, so dass 0,0001% der Bevölkerung – die Plutokraten – den Rest der kapitalistischen Welt beherrschen können. (Anmerkung: In China herrschen nicht die Kapitalisten.)

Die Herrschaft der Plutokraten ist ohne offenen Zwang und offene Gewaltausübung nur möglich, weil den Beherrschten und Ausgebeuteten ein Bewusstsein über die wirklichen Zusammenhänge und das Funktionieren der marktwirtschaftlich-kapitalistischen Ökonomie fehlt.

Das falsche Bewusstsein produziert zum einen das System selbst, weil die Menschen die Existenz von Kapital, Lohnarbeit, Warenproduktion und Markt für etwas Natürliches halten. Denn sie haben das System so vorgefunden, sie haben sich dessen Funktionieren im Verhalten und Denken in Form des Lernens am Erfolg angepasst und ihre Gehirne entsprechend strukturiert.

So funktioniert das System als Subjekt, nämlich als vorgefundene gesellschaftliche Verhältnisse und Bedingungen, an die sich die Menschen in Form von Selbstsozialisation anpassen.

Und dass sich kein kritisch-reflexives Bewusstsein entwickelt, sondern alles so bleibt wie es ist, dafür sorgt das Dienstpersonal der plutokratischen Oligarchie in der Medien- und Unterhaltungsindustrie sowie im Bildungswesen.

Dies würde möglicherweise so bleiben bis in alle Ewigkeit, wenn die systemischen Widersprüche des Kapitalismus nicht dazu führen würden, dass immer mehr Menschen den Irrsinn und Terror dieser Ökonomie am eigenen Leibe erfahren würden.

holger Januar 31, 2015 um 14:30

Und noch was, die allermeisten Menschen die ich kennen lernen durfte, habe alle ihre persönliche Nöte und Wünsche. Nicht alle gleich. Warum muss das Geld denen dann noch Steine in den Weg legen?

wenn man nicht gerade an die Wiedergeburt glaubt, dann bleibt doch so einem Drecksack Säckin nur so und so viel Jahre…

Warum muss “man” sich das noch unnötig schwer gestalten?

Das ist die Frage die mich mehr beschäftigt, als der Kapitalismus selber.

Denn der Kapitalismus ist eben “Meins” und “Haben wollen” und nochmals, das fängt bei einer Sitzplatzreservierung im ICE an. Und hört beim Lutscher haben wollen noch lange nicht auf.

Also ist der Kapitalismus für mich, das Spiegelbild des “Modernen” Humus Sapiens sapiens sapiens…

Gebt ihnen den Affenfelsen, damit sie sich ihre Rotärsche sauber reiben können. Zu mehr ist der Sapiens Sapiens Sapiens eh nicht fähig.

Eagon Januar 31, 2015 um 14:34

Wie bekämpft man eine Deflation?

Indem man die Ungleichheit der Einkommensverteilung nivelliert.

Mit einem Spitzensteuersatz von 80%.

Warum?

Wenn in einer Deflation die Preise sinken reicht die zusätzliche Nachfrage der wenigen Geldvermögensbesitzer , sinkende Preise, nicht aus , um die Reduzierung des Angebots zu verhindern.

Eagon Januar 31, 2015 um 14:38

Noch was zur Deflation.

Je inflexibler die Arbeitsmärkte desto besser kann eine Deflation bekämpft werden.

Je wenig flexible Arbeitsmärkte sind die Basis der Deflation.

Natalius Januar 31, 2015 um 14:47

@Holger

“Entweder geht der Kapitalismus mit der Evolution (was auch immer das sein mag) oder er wird immer nur mehr Elend hervor bringen. Er hat doch alles bekommen, was er will. Eigentumsrechte wie gesagt sind verteilt und geordnet. Die Völker knechten wie Idioten. Was ist das nächste Ziel, oder kann das nächste Ziel sein?”

Langfristig: Den gesamten Bankensektor als zentralen öffentlichen Bereich anzusehen und das Geldwesen – komplett und in möglichst vielen Ländern der Erde dem Gemeinwohl zuzuführen; d.h. zu verstaatlichen. Wie das technisch gelöst werden soll, darüber muss lange und ausführlich diskutiert werden. Zentralbanken und Banken müssen – so glaube ich (a) politisch unabhängig sein und damit auch unabhängig von Parteipolitik und Legislaturperioden, (b) allen Bürgern zu gleichen Anteilen gehören, (c) kristallklare ad hoc Transparenz aufweisen, womit Informationsgradienten und damit die Möglichkeit, dass sich bestimmte Interessensgruppen gegen das Allgemeinwohl verschwören, entfallen.

Kurzfristig (etwa nach einem globalen Währungscrash) könnte ein Medium Tausch und Aufbewahrungsfunktion übernehmen, das als Symbol für die Begrenztheit natürlicher Ressourcen steht. Seit 6000 Jahren hat sich Gold dafür bewährt – und soviel anders als in der Antike ticken Menschen in der Moderne auch nicht – zumindestens dann nicht, wenn Sie nicht permanent hirngewaschen werden.

Hier mal eine Idee für ein neues “Goldgeld” – zurück zur Zettelwirtschaft.

Es ist legal (hier in D) Gold als “Währung” (i. S. von Greenspan) und nicht als “Commodity” (i. S. von Bernankie) zu betrachten – es fällt keine Mehrwertsteuer an. Beim EM-Händler zahlt man eine “Umtauschgebühr” ähnlich wie beim FOREX-Händler. Man kann also auf die momentan aberwitzige Idee kommen, sich einen Klumpen Gold (sagen wir 100 – 500 g) zu kaufen, um damit bei einem Gebauchtwagenhändler ein Fahrzeug zu erstehen. Schwierig wird es beim Einkauf in einem Supermarkt, da Gold nicht standardisiert in beliebig kleine Portionen unterteilt werden kann.

Die Lösung wäre Papiergeld, das mit Gold bedruckt oder “veredelt” ist. Auf aschefreiem Papier oder Gewebe, womit durch Verbrennen des Papieranteils das Metall zurückgewonnen werden kann. Um dieses Papiergeld in Umlauf zu halten, würde man zusätzlich eine Jahreszahl aufdrucken, die den Wert eines “Goldscheins” festlegt. Jedes Jahr verliert der Goldschein 10% – maximal verloren hat er nach 5 Jahren, wenn der Restwert dem Materialwert an Gold entspricht (50%). Jeder “Sparer” weiss, worauf er sich einlässt. Die Stückelung der Goldscheine könnte wie bei den momentanen “Banknoten” ausfallen: 5, 10, 20, 50, 100, 200, 500, 1000 G€. Rechnet man mit einem Goldpreis von ca. 1550 €/Feinunze (50 €/g) und beliesse man es bei 50% des Materialwertes, so würde ein 10/100/1000 G€-Schein 100mg/1g/10g Gold enthalten – also absolut “tragfähig” im Bereich der “üblichen” Stückelungen von 5-100 G€.

Das neue Goldgeld würde zunächst nicht mit der Bequemlichkeit des bargeldlosen Zahlungsverkehrs einhergehen aber schnell Akzeptanz finden können, wenn akzeptable Fälschungssicherheit bestünde. Diese könnte durch Verwendung eines Zufallsprozesses im Fabrikationsvorgang erreicht werden, bei dem man z.B. eine Goldstaubsuspension per Ink-Jet auf eine bestimmte Stelle sprüht, womit eine zufällige aber diskrete individuelle Verteilung der Partikel erreicht wird. Jeder Goldschein wird zum Unikat. Diese Verteilung/Anordnung würde beim Herstellungsprozess per Bilderkennung gelesen, einer Seriennummer zugewiesen und zusammen mit der codierten Bildinformation in einen Rechner gespeichert. Jedes Smachtphone, das sich mit dem Rechner per iNet in Verbindung setzt, könnte mit Vorsatzlinse den Goldschein als “echt” oder “fake” zertifizieren. Alternativ per USB-Mikroskop an der Ladenkasse. Natürlich könnte die genaue Anordnung der Partikel EINES Scheins für die Herstellung von Fakes im Druckverfahren kopiert werden – der iNet-Zertifikator müsste also auch registrieren, wie oft mit einer Goldnote bezahlt wurde und oberhalb einer bestimmten Anzahl von Zahlungen warnen.

Firmen, die für solche Zufallsverteilungen Lesegeräte anbieten, gibt es schon. Schwarze Scheine mit Goldaufdruck wäre meine Empfehlung für ein Pilotprojekt, das als “Regionalgeld” getestet werden könnte.

holger Januar 31, 2015 um 14:57

Natalius

du kannst mir ja mit allem kommen, aber nicht mit GOLD :D

Das Rad war trotz dem Gülde schon rund, da beißt die Maus eben kein Stahlseil durch.

Also geh mir fort mit GOLD…

Das ist mMn die dümmste Lösung aller Lösungen falls überhaupt. Man popelt das Zeuchs außer Erde, um es dann wieder zu verstecken, und bewachen zu lassen, wie dumm ist das eigentlich :D

Mittlerweile sollte sich das auch etabliert haben, dass man mit mir nicht über Edelmetalle reden kann.

Eagon Januar 31, 2015 um 15:05

Beatrice die mauert wieder.

Was hat die eigentlich im Sachverständigenrat gemacht.

Hat die da einen Maulkorb getragen?

Eagon Januar 31, 2015 um 15:17

Kaufen Sie sich Spieltheorie für Dummies.

In der Spieltheorie geht es eher darum wie KOOPERATION zu einem optimalen Ergebnis führt.

Die Griechen haben sehr viele Vorschläge gemacht was sich hier in Deutschland ändern müßte.

Nur Deutschland kann den Euro retten.

Und das hat sehr viel mit höheren Löhnen in Deutschland zu tun.

Wir brauchen direkte Kredite der EZB genau so dringend wie Griechenland um diesen Prozeß ohne Konjunktureiinbruch zu bewältigen.

Natalius Januar 31, 2015 um 15:20

@Holger,

ich frage Dich: Warum wohl käbbelt sich Weidmann mit der FED um die Repatriierung einer “Commodity”, die keine Lösung ist? Warum sind Menschen seit 6000 Jahren sooo dumm, nichts besseres zu finden? Das neue Gold soll nicht gebunkert werden, sondern zirkulieren! Das ist der Unterschied. Wer bunkert verliert pro Jahr 10%.

Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 15:22

@Linus Januar 31, 2015 um 13:49

Der Kapitalismus kennt bis dato nur einen selbstorganisierenden Mechanismus der Konzentration, der Akkumulation, aber keinen vergleichbaren Mechanismus der Dispersion, der Umverteilung, der ersterem entgegenwirken würde.

Meiner Meinung nach hat auch der Kapitalismus einen solchen Mechanismus.
Der nennt sich ‘Steuern’.

Ist aber in Vergessenheit geraten,
schon von der Bedeutung des Wortes her…

Aber auch der Akkumulationsprozess ist nicht selbstorganisierend.
Wer setzt denn die Rahmenbedingungen, damit der Teufel
immer wieder auf den größten Haufen scheixxen kann?

KommentatorX Januar 31, 2015 um 15:30

Ist der Kapitalismus so, weil die Menschen so sind?

Das wird von Apologeten des Kapitalismus so behauptet, nämlich dass der Kapitalismus der Natur des Menschen entspräche.

Tatsächlich macht der Kapitalismus – „System als Subjekt“ – die Menschen so, wie wir diese heute empirisch vorfinden.

Nehmen wir als Beispiel das Geld.

Vor 250 Jahren spielte Geld im Leben der meisten Menschen gar keine Rolle.
Die lebten nicht in einer Marktwirtschaft, sondern einer Subsistenzökonomie.

Was sie zum Leben brauchten, produzierten sie selbst: Nahrung, Kleider, Häuser …

Der Kapitalismus macht aufgrund seines Systems die Menschen zu Konkurrenten und Feinden.

Aber schon vor dem Kapitalismus gab es Rauben, Morden, Versklaven, Vergewaltigen, Foltern etc.

Die christliche Kirche und die von ihr propagierte Religion hatten dabei einen entscheidenden Anteil, dass Europa so kolonialistisch, imperialistisch, räuberisch, kriegerisch und mörderisch wurde.

Auf der anderen Seite wurden in Europa die emanzipativen Ideen der Aufklärung, der bürgerlichen Gesellschaft, der Menschenrechte, von Wissenschaft etc. entwickelt.

Es scheint, dass die Menschen in Europa – und in den USA – schizophren sind.
Die selbstgerechten Pseudo-Gutmenschen verdängen die dunkle Seite ihrer Kultur, die neoliberalen Sozialdarwinisten und faschistoiden Herrenmenschen die emanzipative.

KommentatorX Januar 31, 2015 um 15:34

@Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 15:22
Aber auch der Akkumulationsprozess ist nicht selbstorganisierend.

Irrte Marx. als er von als Konzentrations- und Zentralisationsprozess des Kapitals als kapitalistische Gesetzmäßigkeit beschrieb?

Herc Januar 31, 2015 um 15:37

@Andreas Kreuz

“Wer setzt denn die Rahmenbedingungen, damit der Teufel
immer wieder auf den größten Haufen scheixxen kann?”

Das machen alle diejenigen, die ihren überdurchschnittlichen materiellen Wohlstand verteidigen wollen. Plus diejenigen, die noch hoffen selber einmal zu Ungunsten anderer überdurchschnittlich reich sein zu können. Das ist der Teil des Volkes, der sich mit dem Prinzip des Privateigentums identifiziert.

Wenn in einem Volk ein genügend großer Teil (und das muss keinesfalls die Mehrheit sein!) Ungerechtigkeit nicht ungerecht findet; wenn also viele Menschen im Volk die Wirklichkeit leugnen, dann bleibt es beim Kapitalismus, trotz aller Elendsrevolten, Demonstrattionen und Empörungsreden.

Aber die Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte der Erkenntnis. Die kapitalistische Art der Wirklichkeitsleugnung wird ebensoüberwunden werden wie die theologische Art der Wirklichkeitsleugnung!

Linus Januar 31, 2015 um 15:37

@Andreas Kreuz:
Steuern sind nicht selbstorganisierend.
Der Akkumulationsprozess agiert innerhalb von gesetzten Rahmenbedingungen und passt sich selbständig/selbstorganisierend an diese an.
Lies dir meinen Post bitte nochmal durch.

Herc Januar 31, 2015 um 15:46

@Kommentatorix

“Irrte Marx. als er von als Konzentrations- und Zentralisationsprozess des Kapitals als kapitalistische Gesetzmäßigkeit beschrieb?”

Nun, Karl Marx ist ein Dialektiker. Die kapitalistische Gesetzmäßigkeit herrscht vermöge des falschen Bewusstseins. Ist einmal die kapitalistische Gesetzmäßigkeit erkannt, kann sie sich nur noch deshalb quasi-natürlich entfalten, weil die wirklich gewordene Idee der kapitalistischen Funktionsweise unterdrückt wird.

KommentatorX Januar 31, 2015 um 15:52

Der systemisch-selbstorganisierende Konzentrations- und Zentralisationsprozess des Kapitals hat seine entscheidende Ursache im wissenschaftlich-technischen Fortschritt, mit dem sich ein Konkurrent einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann.

Wer billiger und/oder besser produzieren kann seine Waren in der marktwirtschaftlichen Konkurrenz mit gleicher oder besserer Qualität billiger anbieten. Das setzt technische Innovation voraus, welche Kapital –als Eigenkapital oder Kredit – erfordert.

Der unterlegene Konkurrent bzw. die Konkurrenten verschwindet/verschwinden aus dem Marktgeschehen, der Gewinner übernimmt deren Geschäft.

So funktioniert Akkumulation marktwirtschaftlich-eigenlogisch.

sadoma Januar 31, 2015 um 15:53

@holger

sorry, aber ich fahre ausschließlich Bus. Bahn kann ich mir nicht leisten ;-)

Natalius Januar 31, 2015 um 15:53

@Holger,

wir können auch über neue Regeln im Geldverkehr sprechen. Bei Rechtsanwälten ist es z.B. international nicht möglich, dass ein RA beide Konfliktparteien vertritt. Warum wohl? Bei Banken sieht das anders aus – und das ist eines der Kernübel und insbesondere im Kriegsfall sehr lukrativ. Als Bank kann man nicht verlieren, man gewinnt sowohl an der Ausweidung des Verlierers (Eigentumstitel) als auch an der Neuverschuldung des Gewinners, der sein Waffenarsenal neu aufstocken muss und dafür frisches Geld braucht. Eine Bank profitiert also als Konflikt-Katalysator und nicht als Konflikt-Mediator. Hier liegt m.E. ein grundsätzliches strukturelles Problem des Bankensektors.

KommentatorX Januar 31, 2015 um 15:54

Freundliche Erinnerung an die Beantwortung einer Frage.

Herr Fricke, was meinen Sie konkret, wenn bei Ihnen von einer „blockierten Transformation des Weltkapitalismus“ die Rede ist?

Transformation wohin?

Herc Januar 31, 2015 um 15:58

@Kommentatorix

Nun, die marktwirtschaftliche Konkurrenz, die sich derart ‘eigenlogisch’ entfalten können soll, setzt aber den rechtlich-polizeilichen Schutz des Privateigentums voraus. Diese Schutzfunktion wird staatlich vorgehalten, nicht privatwirtschaftlich.

Ich bitte darum, den wirklichen Kapitalismus zu beschreiben und nicht sein falsches Selbstbewusstsein, wie es von Liberalen artikuliert wird! Leider wird der Fehler, den Kapitalismus mit seinem Selbstbewusstsein zu verwechseln, auch von Menschen gemacht, die glauben, gute Marx-Kenner zu sein.

Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 16:31

@KommentatorX Januar 31, 2015 um 15:34

Nein. Er irrte nicht.
Voraussetzung sind die die Eigentumsverhältnisse.
Noch mal Grundwiderspruch wiederholen?

Es steht dort nicht – Naturgesetz – sondern Gesetz des Kapitalismus.

KommentatorX Januar 31, 2015 um 16:34

@Herc Januar 31, 2015 um 15:58
Nun, die marktwirtschaftliche Konkurrenz, die sich derart ‘eigenlogisch’ entfalten können soll, setzt aber den rechtlich-polizeilichen Schutz des Privateigentums voraus. Diese Schutzfunktion wird staatlich vorgehalten, nicht privatwirtschaftlich.
Ich bitte darum, den wirklichen Kapitalismus zu beschreiben und nicht sein falsches Selbstbewusstsein, wie es von Liberalen artikuliert wird!

Selbstverständlich schafft der Staat mittels Gesetzen die Rahmenbedingungen für eine Akkumulation des Kapitals.

Er gibt sogar den Konsumenten Geld, dass sie Waren kaufen können (s. Abwrackprämie). Er subventioniert den Kapitalisten Lohnkosten (s. HartzIV, Aufstocker, Kurzarbeitergeld etc.).

Ökonomische und politische Sphäre sind doch gesellschaftlich nicht voneinander getrennt, wie das bürgerliche Bewusstsein meint und wie es manche Systemtheoretiker behaupten, die sich sogar für besonders modern halten.

Ein falsches Bewusstsein findet sich doch gerade bei denjenigen (Ordo)Liberalen, welche einen starken Staat als wirtschaftspolitisches Korrektiv herbeiphantasieren, der Garant für eine mittelständische Marktwirtschaft sein soll.

Wie sieht die Realität aus?

Lediglich 147 Konzerne kontrollieren die Weltwirtschaft.

P.S.
Die Plutokratie (Oligarchen) beherrscht die Politik. Manchmal offener, manchmal verdeckter.
Im US-Kongress sitzen fast nur Millionäre.

Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 16:38

@Linus Januar 31, 2015 um 15:37

Das eine ist so wenig selbtst organisierend wie das andere.
Ich schrub es oben auch derart.

ruby Januar 31, 2015 um 16:52

@ Natalius
Sämtliches Gold der Welt als Würfel passt auf ein Fußballfeld.
Das reicht nicht für die Weltversorgung ;-)

Herc Januar 31, 2015 um 16:59

@KommentatorX

Dass im US-Kongress fast nur Millionäre sitzen, reflektiert den Volksglauben an die Möglichkeit und Legitimität ungerechtfertigten Reichtums (die Idee legitimer Ungerechtigkeit ist logischer Widerspruch, wie er im Buche steht!). Wenn dieser Aberglaube beseitigt ist, werden solche lächerlichen Parlamente der Vergangenheit angehören.

Auch in der Antike, auch im Mittelalter hat es Menschen gegeben, die nicht so blöd waren, den Selbstbeweihräucherungen der Aristokratie und den Wundergeschichten der Kirchenleute zu glauben. Diese Menschen sind echte Menschen gewesen, Menschen, die sich nichts vormachen lassen (auch wenn sie keinen Einfluss haben).

Das sind unsere Geschwister: Die Menschen, die sich nichts vormachen lassen!

KommentatorX Januar 31, 2015 um 17:05

@Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 16:31
Voraussetzung sind die die Eigentumsverhältnisse. …
Es steht dort nicht – Naturgesetz – sondern Gesetz des Kapitalismus.

Zustimmung.

Privateigentum ist Voraussetzung für Marktwirtschaft

Mir geht es vor allem um die These, dass JEDE moderne Marktwirtschaft durch wiss.-techn. Fortschritt zu Konzentration und Zentralisation von Macht und Vermögen führt. Diesem Prozess kann nur in einer Diktatur entgegengewirkt werden (vgl. China).

Will man den Kapitalismus überwinden, so braucht es einen anderen Vergesellschaftungsmodus als den marktwirtschaftlichen.

Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 17:11

@KommentatorX Januar 31, 2015 um 17:05

Will man den Kapitalismus überwinden, so braucht es einen anderen Vergesellschaftungsmodus als den marktwirtschaftlichen.

Hängt das denn nicht unmittelbar zusammen?

Andere Vereinbarungen zu ‘Eigentum’ bedingen andere Vereinbarungen zur Verteilung (der Wert-Schöpfung)…

Linus Januar 31, 2015 um 17:20

@Andreas Kreuz:
“Das eine ist so wenig selbtst organisierend wie das andere.”
So kommen wir nicht weiter. Bitte ausführlicher!

KommentatorX Januar 31, 2015 um 17:39

@Andreas Kreuz Januar 31, 2015 um 17:11
>>>Will man den Kapitalismus überwinden, so braucht es einen anderen Vergesellschaftungsmodus als den marktwirtschaftlichen.<<<
Hängt das denn nicht unmittelbar zusammen?
Andere Vereinbarungen zu ‘Eigentum’ bedingen andere Vereinbarungen zur Verteilung (der Wert-Schöpfung)…

Marktwirtschaft ist eine Tauschwert-Ökonomie, die auf exklusivem Privateigentum und auf entfremdeter (abstrakter) Arbeit beruht.

Diese Marktwirtschaft ist immer vom borniert-egoistischen Interesse ihrer Akteure – Kapitalisten und Lohnarbeiter – gekennzeichnet, funktioniert folglich im Ganzen „anarchisch“ (cf. Marx) und krisenhaft, weil sie das Problem der gesamtgesellschaftlichen Synthese nicht lösen kann.

Ich betone dies aus zwei Gründen:

1. Es gibt (retro)liberale Tendenzen, welche „Marktwirtschaft statt Kapitalismus“ fordern. Das ist natürlich Blödsinn, da moderne Marktwirtschaft und Kapitalismus identisch sind.

2. Es gibt linksreaktionäre Vorstellungen von einem gezähmten und gesteuerten Kapitalismus aka „soziale Marktwirtschaft“.
Zu glauben, man könnte dorthin zurückt, basiert auf Illusion und Irrtum, auch auf Schwindel und Betrug.
Zudem ging die „soziale Marktwirtschaft“ in den kapitalistischen Metropolen zu Lasten der Menschen in der Peripherie, also der Dritten Welt.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 18:39

@KommentatorX

Es gibt linksreaktionäre Vorstellungen von einem gezähmten und gesteuerten Kapitalismus aka „soziale Marktwirtschaft“.

Ich bekenne mich gerne dazu. :)

Die “entfremdete Arbeit” ist die Folge der Arbeitsteilung, ohne die es unsere Produktivität nicht gäbe. Oder wollen wir zurück zur Subsistenzwirtschaft ohne Technologie?

Was den Schäflein da als große Erkenntnis von Marx beigebracht wurde, dass die Arbeit “im Kapitalismus” mit “Entfremdung” verbunden sei, ist trivialster Käse. Und dann, oh Gott, sogar noch “abstrakte” Arbeit, weil es nicht zählt, ob der Herr Huber oder Maier den Tisch fabriziert hat, sondern ganz abstrakt zählt nur der Tisch.

Das sind so die großartigen Erkenntnisse des Marxismus, mit denen die Sheeple bis heute zutiefst beeindruckt werden. :)

Die Transformation der Schafsherde in die Informationsgesellschaft beginnt dabei ganz einfach mit den ersten wesentlichen Erkenntnissen. Etwa der über die Verursachung der Weltwirtschaftskrise 1929-33 durch den Goldstandard.

Schritt für Schritt eine Erkenntnis und noch eine Erkenntnis: Zum Beispiel, dass die Geschichte mit der Klimakatastrophe wieder nur Schwindel und Betrug ist, um die Schäfchen besser scheren zu können.

Kommt ihr Schäfchen, es geht weiter mit dem Selberdenken und nicht mehr länger Schaf sein. ;)

Keynesianer Januar 31, 2015 um 18:45

Noch eine weitere umstürzende Erkenntnis des Marxismus – jetzt haltet Euch aber ganz fest an euren Pfoten, ihr Schäfchen:

Der Tisch wird im Kapitalismus nur produziert, um “aus Geld mehr Geld zu machen”!

Jawoll! Um aus Geld mehr Geld zu machen und nicht, weil die Mutti Euch so lieb hat.

Wo wären wir ohne die weltbewegenden Erkenntnisse von Karl Marx? :)

Natalius Januar 31, 2015 um 18:51

@ruby Januar 31, 2015 um 16:52

@ Natalius
Sämtliches Gold der Welt als Würfel passt auf ein Fußballfeld.
Das reicht nicht für die Weltversorgung ;-)

Stimmt halb. Der Würfel hat eine Kantenlänge von nur 21 m. Aber: Seit Jahrhunderten weiss man, dass man Gold zu sog. Blattgold verarbeiten kann – typisch sind etwa 0.14 micron Schichtdicke. Mit einem Bierglas voller Gold (6kg) lässt sich also ein gleichgrosser Würfel aus Holz komplett mit Gold überziehen. Durch chemische oder physikalische Verfahren kriegt man es noch wesentlich dünner hin – 50 Atomlagen reichen bereits aus, um den Glanzeffekt zu erzeugen. Bei Goldnoten würde man wesentlich dicker auftragen: ein zu 100 € äquivalenter Schein, der auf einer Seite komplett überzogen wär, hätte bei einem Materialwert von 50 € etwa 1 g Gold. Die Schichtdicke wäre bei üblicher Scheingrösse 5 micron.

Würde Varoufakis die Hälfte des griechischen Zentralbankgoldes in Goldnoten umwandeln, könnte er jedem Griechen 5 g Gold (= 1000 G€) per Heli-Verfahren zukommen lassen. Was meinst Du, wie schnell diese Währung (GG€ griechischer Gold Euro) gegenüber dem Draghi’schen Deutsch-Euro (DD€) steigen würde? ;-)

ruby Januar 31, 2015 um 18:58
ruby Januar 31, 2015 um 19:11

“The wild beauty of democracy”
what a wonderful british speaking …

ruby Januar 31, 2015 um 19:23

@ Natalius
In einer neuen einheitlichen Weltgeldordnung ist der Wert nicht spekulierbar. Es gibt eine Registrierungsnummer, die durch die zentrale WeltClearingBank in Höhe der tatsächlichen Tilgungsquote dem Anfordernden zugebucht wird. Dieser kann weiterbuchen, wenn WCB entlastet und wieder freischaltet – online in Echtzeit !!!
Bonität
Vertrauen
Verfügbarkeit
Leistungen der Finanzintermediäre werden freiwillig als Zins vergütet.
;-)

ruby Januar 31, 2015 um 19:37

Die Wachstumsrate wird durch den Erfüllungsgrad der Rückzahlung bestimmt. Ebenso wird die Kreditschöpfung und Kreditvernichtung (Geldmenge) durch die Verwendung der Investition reguliert.
Markt ist der individuelle Zufriedenheitsgrad des wirtschaftlichen Leistungsaustauschprozesses.
fucking easy
;-)

lemmy Caution Januar 31, 2015 um 20:08

Ich hab mir mal die Struktur von dem html hier angeschaut.
Es kann nicht so schwer sein, ein plug-in z.B. für Chrome zu entwickeln, das bestimmte Kommentatoren einfach ausblendet. Wenn ich mal Zeit habe…

QuestionMark Januar 31, 2015 um 20:19

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 18:45

Noch eine weitere umstürzende Erkenntnis des Marxismus – jetzt haltet Euch aber ganz fest an euren Pfoten, ihr Schäfchen: Der Tisch wird im Kapitalismus nur produziert, um “aus Geld mehr Geld zu machen”!

Ein paar Zeilen weiter oben warst du auch für diese banale Erkenntnis noch nicht reif. Du verwickelst dich in Widersprüche.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 20:35

@QuestionMark

Die Produktion für den Profit ist doch kein grundsätzliches Problem. Die Unternehmen konkurrieren, das mit den besseren Gütern soll Gewinn erzielen, die mit den weniger guten Produkten Verluste erleiden. Sollen stattdessen Funktionäre entscheiden, was auf den Markt kommen darf und zu welchen Preisen?

Davon zu unterscheiden ist die Korrumpierung der Gesellschaft und ihrer Funktionäre für private Vorteile. Ein VWL-Professor, der die private Rente propagiert, weil ihm ein Konzern, der daran verdient, was für seine “Forschung” zahlt, der gehört aus der Uni geworfen. Dafür müssten schon die Studenten sorgen. Sonst die Justiz und die Politik. Korrupte Politiker sollte man dem Zorn des Volkes überlassen ohne Personenschutz. Das würde schnell helfen.

Aber Korruption und Partialinteressen gibt es immer und in jedem System.

Eagon Januar 31, 2015 um 20:43

Die Elite will nicht die ‘Reinigung’ des Internets.

Das verseucht ist mit Brot und Spielen und Verblödung.

Das soll so bleiben.

Und soviel Brot das niemand verhungern muß.

Dazu das ‘geistige’ aus dem Internet.

Mit den Filtern ist es so eine Sache.

Es ist vielleicht humaner Meinungen auszublenden und damit irrelevant zu machen, als Lager einzurichten.

Mit Geld kann man nicht nur soziale Distanz kaufen, sondern auch exklusive Zugänge für das was wertvoll am Internet ist.

Damit man unter sich bleiben kann.

Mit Demokratie und Humanität hat das nichts zu tun.

Hat jemand verstanden was der Autor eigentlich möchte?
Vielleicht geht es auch ein bisschen konkreter.

z.B. Wir wollen viel Forschungsgeld um im Internet für die Wissenschaft bessere exklusive Zugangskriterien zu ‘wertvollem’ Wissen zu schaffen.

Die anderen scheißen uns in den reinen Wissenssee.

Die derzeitigen Suchmaschinen sind für ‘Wissenschaftler’ ziemlich wertlos.

Der Zeitaufwand für die Sichtung der Fundstellen ob diese ‘relevantes’ Wissen enthalten oder nicht ist für Wissenschaftler ohne ‘Geduld’ aber mit ADHS untragbar.

Soviel zum Stand der Transformation und der ‘künstlichen’ Intelligenz.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 20:48

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 20:35

Die Produktion für den Profit ist doch kein grundsätzliches Problem.

Doch, eben schon, genau das ist ein Problem. Warum? Weil eben NICHT für den Bedarf produziert wird. Und das Konzept der Profitmaximierung kombiniert mit der totalitären Vermittlung von Gütern/Dienstleistungen über den Markt ist in diesem System der Kern allen Übels.

Es geht auch nicht um die Qualität des Produkts (die über Konkurrenz angeblich erreicht wird) etc wie du weiter oben schreibst. Das ist einfach nur Propaganda. (Der Autor hatte im Artikel diese Sache übrigens anhand eines Videosystems am Rande gestreift.)
Man verkauft uns in diesem System irgendetwas um Profite zu erwirtschaften. Die Qualität ist zweitrangig. Sie ist nur Mittel zum Zweck. Genau wie der Bedarf der Menschen nur Mittel zum Zweck ist (in diesem System). Damit ist aber der eigentliche Sinn des Wirtschaftens konterkariert.

ott0 Januar 31, 2015 um 20:57

@lemmy Caution
gerade das Querlesen der “Bekloppten” macht diesen Blog interessant – man kann ja nie wissen was dem ein oder anderen so “vernünftiges” einfällt.

Der Optimierungswahn ist unser Untergang.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 21:00

@QuestionMark

Die von Dir angesprochenen Probleme will ich nicht abstreiten. Aber wie willst Du diese Probleme überwinden.

Schon mal einen Gewerkschaftsfunktionär beim Rechthaben erlebt? Da sind mir doch die Märkte lieber als so ein Bonze, der Dir erklärt, dass zwei und zwei jetzt fünfe wären und seine Anhänger jubeln ihm zu, weil die auch alle mal Bonzen werden wollen.

Mache mir bitte einen Vorschlag, wie Menschen besser zu organisieren wären, damit der eigentliche Sinn des Wirtschaftens erreicht werden kann.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 21:10

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 21:00

Mache mir bitte einen Vorschlag, wie Menschen besser zu organisieren wären, damit der eigentliche Sinn des Wirtschaftens erreicht werden kann.

Im wesentlichen gesehen: Vergemeinschaftung der Produktionsmittel. Das heißt: Jeder hat Zugriff auf die Produktionsmittel und das zugehörige KnowHow.
Weiterhin (stichpunktartig): Produktion und Vermittlung der Güter über ein mehrstufiges planwirtschaftliches System das vorher vom Wissenschaftsbetrieb erarbeitet und im “small scale” ausprobiert wird. Dieses System muß jederzeit ermöglichen das der Einzelne auch die Produktionsmittel nutzen kann und seine Güter (die er meint zu benötigen) auch selbst produzieren kann. Wenn die Sache erprobt ist und aus dem “Betastadium” heraus ist, dann schrittweiser Einsatz im größeren Maßstab. Kein radikaler Systemumsturz, sondern eine schrittweiese Einführung eines funktionierenden Systems. Es sollte auch nicht versucht werden alle Märkte auf einmal “umzustellen”. Man sollte mit einem einfachen Markt anfangen. Zum Altsystem wäre in diesem Zusammenhang eine Schnittstelle zu definieren die die Totalität der Marktwirtschaft vom neuen System entkoppeln hilft.

ruby Januar 31, 2015 um 21:11
Carlos Manoso Januar 31, 2015 um 21:32

@Natalius Januar 31, 2015 um 18:51
„Sämtliches Gold der Welt als Würfel passt auf ein Fußballfeld.
Das reicht nicht für die Weltversorgung „

Natalius, das ist vollkommen richtig. Die unabdingbare Voraussetzung eines Systems, das auf der Produktion und Konsumtion von WAREN basiert, besteht darin, daß das Geld seinem Wesen nach selbst eine Ware darstellt und bleibt. Dies ist eine innerhalb des System des Weltkapitals absolut unaufhebbare Grundbestimmung

Dekommodifizierung des Geldes zum bloßen Symbol wäre für die kapitalistische Produktionsweise deshalb kein harmloser Vorgang, sondern die -immanent betrachtet- denkbar größte Katastrophe überhaupt, eine Katastrophe die sich aber innerhalb des Systems des Weltkapitals aber bereits seit längerem abzeichnet .
http://de.wikipedia.org/wiki/Dekommodifizierung

keiner Januar 31, 2015 um 21:35

Die Transformation kommt, ich kann es riechen…

http://www.theguardian.com/business/2015/jan/30/uk-fund-manager-devastating-recession-crispin-odey

…den Angstschweiss, die gepackten Koffer und die Dollar-Konten.

keiner Januar 31, 2015 um 21:37

“Odey also predicted that markets will take more note of politics this year. “This time around, the problem we have as well is that politics will start to rear its head and we are left to deal with politicians who are increasingly critical of the capitalist system’s ability to allocate capital,” he said.”

Hi,hi, ebenda…

Gerald Fricke Januar 31, 2015 um 21:42

Als Kind habe ich alles auf dem Bolzplatz gelernt und bei Titanic. Wie’s weitergeht nach dem “Neoliberalismus” weiß ich auch nicht, aber mehr Neue Frankfurter Schule im Internet und bessere Fußballzentralmetaphern wären schon mal nicht verkehrt, genau! https://twitter.com/Ballkultur/status/559624191407042560

QuestionMark Januar 31, 2015 um 21:47

@Gerald Fricke Januar 31, 2015 um 21:42
Und wir brauchen noch mehr deutsche Journaille für die Totalverblödung der Menschen. Sonst könnte am Ende noch so etwas wie Intelligenz hierzulande entstehen. Eine wirklich abgrundtief grauenhafte Vorstellung.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 22:01

@Gerald Fricke Januar 31, 2015 um 21:42
Na immerhin hast du offen zugegeben das du nur etwas Müll loswerden wolltest. Allerdings bekommen wir auch bereits andernorts genügend Infomüll geliefert. Probiers das nächste Mal doch bei der Springer-Presse. Die zahlen dir sogar noch was dafür.

karla Januar 31, 2015 um 22:36

Keynesianer Januar 31, 2015 um 18:39

“Die “entfremdete Arbeit” ist die Folge der Arbeitsteilung, ohne die es unsere Produktivität nicht gäbe. Oder wollen wir zurück zur Subsistenzwirtschaft ohne Technologie?……….dass die Arbeit “im Kapitalismus” mit “Entfremdung” verbunden sei, ist trivialster Käse.”

Leider fällst du selbst auf diesen Käse herein. Die Entfremdung des Produzenten (Kopf-und Handarbeiter) von ihrem Produkt besteht in ihrer Stellung als Objekte in der gesellschaftlichen Produktion die über den Markt entschieden wird.
Wären sie Subjekte dieses Prozesses würden sie den selbst in gesellschaftlicher Form (also nicht jeder für sich) gestalten. Arbeitsteilung ist da kein Gegensatz.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 20:35

“Korrupte Politiker sollte man dem Zorn des Volkes überlassen ohne Personenschutz. Das würde schnell helfen.”

Fällt dir an deinem Lynchjustizargument wirklich nichts auf?

Bei den Pegidademos könntest du damit das eine oder andere Schäfchen schon einsammeln.

Keynesianer Januar 31, 2015 um 23:18

@karla

Wären sie Subjekte dieses Prozesses würden sie den selbst in gesellschaftlicher Form (also nicht jeder für sich) gestalten.

Das ist ja das Phänomen für mich, dass die Leute sich nicht(!) selbstbestimmt organisieren und zu Subjekten irgendeines Prozesses werden können.

Das wird nicht mal vom kapitalistischen System verhindert, sondern die Leute schaffen es einfach nicht mal in Ansätzen selber. Das war ja auch meine Frage an QuestionMark, dessen Antwort mich da nicht befriedigen kann. Die Leute können doch noch nicht mal von selber denken, sondern meist nur nachplappern.

Ohne Hirten und Vordenker bewegt sich die Herde nur ohne Ziel am zufälligen Ort. Warum schaffen wir es nicht, dass die sich mal selber organisieren? Ich habe mir seinerzeit einige Marx-Schulungen angeschaut: Für die Sheeple war Das Kapital wie die Bibel für den Pfaffen eine Heilige Schrift, da hätte man gleich zum Konfirmandenunterricht gehen können.

Warum kann keiner selber denken, außer an seinen persönlichen Vorteil, aber nie über den eigenen Tellerrand hinaus?

Natalius Januar 31, 2015 um 23:26

@Keynesianer

“Die Transformation der Schafsherde in die Informationsgesellschaft beginnt dabei ganz einfach mit den ersten wesentlichen Erkenntnissen. Etwa der über die Verursachung der Weltwirtschaftskrise 1929-33 durch den Goldstandard.”

Letzteres gilt für einen Goldstandard, bei dem ein fixes Umtauschverhältnis von Gold zu Note in einer bestimmten Lei(d)t-Währung festgelegt ist. Der Goldstandard legt dann gleichzeitig auch die Wechselkurse zu anderen Währungen fest, die einen eigenen Goldstandard (Umtauschverhältnis zu Gold) definiert haben. Gold wird dann (indirekt) Referenzwährung (Bretton Woods) mit den bekannten Problem, Aussenhandelsüberschüsse/defizite nicht mehr per Auf/Abwertung regulieren zu können. Schafft man den Goldstandard ab (Nixon 1971), wird die Leitwährung in anderen Ländern zur Leidwährung, denn ab sofort herrscht der Varoufakis’sche globale Minotaurus – und die Leitwährung erkennt sich als militärisch-industriell-finanziell-mediales Instrument einer Schutzgelderpressung, das Exportüberschüsse in Leidwährungen erzwingt und in Militärausgaben des Leitwährungslandes umwandelt. Der Omnipotenzphantasie der Leitwährungslandes ist kaum noch etwas entgegenzusetzen – solange bis es knallt.

Das Goldnotenmodell, das ich oben für die aufkommende GR-Währungskrise vorschlage, scheint mir ein Gegenmodell zu sein, denn Omnipotenzdenken wird Schlappschwänzigkeit (Begrenztheit einer Ressource) niemals ernst nehmen. Auf/Abwerten wird gehen, solange Goldnoten vor dem “negativen Zins” (-10% p.a.) an die Zentralbank fürs Goldrückgewinnen zurückgegeben werden und in frische Goldnoten (mit jeweils neuem Goldwert) umgewandelt werden.

Folkher Braun Januar 31, 2015 um 23:27

@Keyesianer: welche Klippschulen waren denn das? – Ich habe meine K1-3 Scheine bei Blanke am OSI in Berlin gemacht. Das 20. Kapitel in K1 erschien mir als das Schwierigste.

Thor Januar 31, 2015 um 23:27

@Gerald Fricke

Video 2000 war tatsächlich das bessere System, aber die sind an der Moral gescheitert. Wollten doch tatsächlich keine Pornos für ihr System.
http://de.wikipedia.org/wiki/Video_2000

Die Moral aus der Geschicht, Moral rentiert sich nicht…

Natalius Januar 31, 2015 um 23:31

@ruby Januar 31, 2015 um 19:23
“@ Natalius
In einer neuen einheitlichen Weltgeldordnung ist der Wert nicht spekulierbar. Es gibt eine Registrierungsnummer, die durch die zentrale WeltClearingBank in Höhe der tatsächlichen Tilgungsquote dem Anfordernden zugebucht wird. Dieser kann weiterbuchen, wenn WCB entlastet und wieder freischaltet – online in Echtzeit !!!”

Wenn ich ehrlich bin: Vor einer neuen einheitlichen Weltgeldordnung graust es mir (NWO). Jedenfalls solange der Bankensektor auf Farmland 147 in privaten Händen liegt.

QuestionMark Januar 31, 2015 um 23:44

@Keynesianer Januar 31, 2015 um 23:18
Also der Keynesianer kann einen doch immer wieder (im positiven Sinne) beeindrucken:

Warum kann keiner selber denken, außer an seinen persönlichen Vorteil, aber nie über den eigenen Tellerrand hinaus?

Darüber hatte ich mir auch schon oft Gedanken gemacht und immer wieder mal dazu Theorien entwickelt. Bisheriges Ergebnis: Das Denken wird den Leuten in der Schule abgewöhnt. In der Schule wird derjenige belohnt der sich skrupellos anpasst. Die Zensuren spiegeln dabei den Grad der Anpassung wieder.
Wer etwas anderes denkt (als vom Lehrer vorgeplappert wird) der wird knallhart sanktioniert. Hat man schlechte Noten (oder eventuell überhaupt keinen Abschluss) dann ist man quasi schon gesellschaftlich erledigt. Die Menschen lernen die skrupellose Anpassung bereits in der Schule. Wer selbstständig denkt der wird bestraft. Dieser Anpassungsprozess geht über mehr als ein Jahrzehnt. Die Selektion ist damit (gerade wegen der langen Zeitdauer) äußerst effizient. In der Folge generiert die Gesellschaft so auf nachhaltige Weise die gewünschten Systemdeppen für die “Maschine”.

Natalius Januar 31, 2015 um 23:46

@Carlos Manoso Januar 31, 2015 um 21:32

“Dekommodifizierung des Geldes zum bloßen Symbol wäre für die kapitalistische Produktionsweise deshalb kein harmloser Vorgang, sondern die -immanent betrachtet- denkbar größte Katastrophe überhaupt, eine Katastrophe die sich aber innerhalb des Systems des Weltkapitals aber bereits seit längerem abzeichnet .
http://de.wikipedia.org/wiki/Dekommodifizierung

Da kann man in der Tat zu unterschiedlichen Auffassungen gelangen. Standard-stereotypisch hätte man erwartet, daß alle FED-chairs der Auffassung von Bernankie folgen, Gold sei eine commodity. (Als er vor einem Untersuchungsausschuss von Ron Paul festgenagelt wurde). Insofern hat es überrascht, dass Greenspan im letzten Jahr auf “einer dieser Konferenzen” dann doch zugab, Gold sei eher eine currency. Es ist letztlich ne Frage, wie es gemacht wird. “Aufbewahrungs und Einlösungsscheine” für Gold (als curreny) bis Getreide (als commodity) lassen mehr Betrug und Manipulation zu als der Direkthandel mit Gold bis Getreide, ok?

keiner Januar 31, 2015 um 23:59

Vielleicht die letzen Oiro noch vor dem Verfallsdatum in eine Gesamtausgabe von Matthias Bletz stecken. Wenn DER noch mal wiederkäme…

Es ist zum heulen…

KommentatorX Februar 1, 2015 um 00:38

@QuestionMark Januar 31, 2015 um 23:44
>>>Warum kann keiner selber denken, außer an seinen persönlichen Vorteil, aber nie über den eigenen Tellerrand hinaus?<<<
Darüber hatte ich mir auch schon oft Gedanken gemacht und immer wieder mal dazu Theorien entwickelt. Bisheriges Ergebnis: Das Denken wird den Leuten in der Schule abgewöhnt.

Wenn ich meine Entwicklung – und die vieler anderer – betrachte, so komme ich zu einer gegenteiligen Position.

Mit dem Denken verhält es sich – so meine These – ähnlich wie mit dem Spracherwerb. Die Alltagssprache wird spontan erworben („wie der Schnabel“), aber eine elaborierte Sprache bedarf der höheren Bildung.

Auch das Alltagsdenken wird spontan entwickelt, aber das höhere Denken – das abstrakte Denken, das logische und vor allem das dialektische Denken – bedarf besonderer Bildung.

Genau diese Denk- und Persönlichkeitsentwicklung wird an den heutigen Gymnasien nicht oder unzureichend gefördert. Das zeigen meine Erfahrungen mit einer Vielzahl von Studierenden.

Auch in meiner Generation – damals war das Gymnasium noch eine Institution der Elitenbildung – waren bestimmte kognitive und psychosoziale Entwicklungen nur möglich im Rahmen selbstorganisierter Bildungsprozesse. Zusätzlich zum normalen Hochschulbetrieb gab es Studiengruppen, Arbeitskreise, Schulungen etc. Man sprach z. T. auch von einer „Gegen-Universität“.

Ohne diese Bildungs- und Entwicklungsprozesse hätten wir kein gesellschaftskritisches Bewusstsein nicht entwickeln und bestimmte Zusammenhänge nicht begreifen können. Man benötigt dazu auch entsprechende soziale Kontexte (Gruppen).
Das geht nicht autodidaktisch und auch nicht übers Internet.

Die Beziehung zueinander und die unmittelbare Kommunikation miteinander sind ganz entscheidend.

Meine These ist also nicht, dass die Hauptursache darin liegt, dass die Schule das Denken abgewöhnt – was sie zweifelsohne AUCH tut, sondern dass sie die Denk- und Persönlichkeitsentwicklung unzureichend fördert.

Heraus kommen dann infantile Erwachsene. Der Markt für infantile Erwachsene ist heute riesig groß geworden. Siehe Spiel- und Sportgeräte für Erwachsene, Unterhaltungsangebote etc.

Folkher Braun Februar 1, 2015 um 01:16

Die Theorie halte ich für daneben. Man könnte nicht erklären, wieso wir in den 50er Jahren geborene Schnösel sich gegen Nazi-Papa und WKII-Russlandsfeldzug-Nahkampfspange-Träger und als Lehrer ebensolche Typen zu den vielbescholtenen “68″ entwickeln konnten. Wir haben damals einfach nur gefragt “wie war das denn in (Stalingrad/Kursk etc) oder im U-Boot vor Norwegens Küste” . Später haben wir gefragt, wie die Veranstaltung in Vietnam zu verstehen sei. Und die in Chile und Argentinien. Heute wünsche ich mir oft, ich hätte von 40 bis 45 Jahren die Informationsmöglichkeiten gehabt, die ich heute habe.

Natalius Februar 1, 2015 um 01:16

@Alle

Ich will ja nicht ablenken. Und schon gar nicht “entführen”. Aber: Haben wir in diesem Blog jemals über “Meritokratie” diskutiert? Meine Auffassung dazu: Wir werden die Elitendiskussion nie beenden können, bevor wir uns nicht mit der Klärung dieses Begriffs beschäftigt haben.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 01:32

@KommentatorX Februar 1, 2015 um 00:38
Tja, wenn es nur die Gymnasien wären. So wären unsere Hochschulen zumindest ein Hort der Intellektualität. Sind sie leider nicht. Ich hatte jetzt wiederholt Kontakte zu BWL-Studenten (der Studiengang ist heutzutage mit verschiedenen englischen Buzzwords benannt die ich mir leider nicht merken kann). Allesamt hatten laut eigener Auskunft ihre Prüfungen mit Bestnoten abgeschlossen. Alle waren mindestens schon im 4.Semester. Im Laufe der Gespräche hat sich ergeben das kein einziger gewusst hat was Wirtschaften eigentlich ist.
Die dabei gefallenen Sprüche gingen dann so: “Das ist auch gar nicht so wichtig. Es geht darum Geld zu verdienen”.
DAS ist das intellektuelle Niveau heutzutage. Die Leute werden verblödet durch und durch. Und bekommen dann auch noch Bestnoten wenn sie die ganzen Spielchen mitmachen.
Mich macht das extrem wütend und ich denke man sollte hier nichts verharmlosen.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 01:40

@Folkher Braun Februar 1, 2015 um 01:16
Haben die Studenten von damals etwas Neues erdacht oder haben die sich final angepasst? Was ist denn wirklich passiert? Vielleicht haben sich die damaligen Studenten einfach nur einer Mode unterworfen? Und als der Modetrend vorbei war, da ist man dann “Heim ins geistige Reich” gegangen?

QuestionMark Februar 1, 2015 um 01:44

Wir haben mehr Akademiker denn je in dieser Gesellschaft. Ich kann aber leider weit und breit keine intellektuellen Fortschritte erkennen. Stattdessen hat man doch eher den Eindruck das eine riesige geistig-reaktionäre Lawine über dieses Land hinwegrollt.

Natalius Februar 1, 2015 um 01:56

Natalius Januar 31, 2015 um 23:46
@Carlos Manoso Januar 31, 2015 um 21:32
PS: Leih- und Zeitarbeitsformen der Ware “Arbeit” erlauben folgerichtig ebenfalls eine höheres Ausmaß an Betrug und Manipulation des Lohns als eine Direktbeschäftigung, ok2?

See the common theme?

Folkher Braun Februar 1, 2015 um 02:06

@QuestionMark: Als Beispiel nur der gegenwärtige Oberbürgermeister von Köln. Der war 1968 Schülersprecher im Gymnasium Coesfeld, ich war sein Vize. Ich also aus Nazi-Elternschaft, er aus Eisenbahner-Gewerkschafts-Elternhaus. Wir beide im Juso-Organisationskomittee in Coesfeld in Westfalen, ich zugleich bei der dortigen DKP. JR macht typische SPD-Karriere bis hin zu Regierungspräsiden. Dann frühverrentet wegen Machtwechsel zu Rüttgers in D´dorf. Anschließend von SPD und Grünen aufgestellt für OB Köln. Auf Nrhz ist zu sehen, wie der OB die soziale Aufforstung von K.-Mülheim niederbügelt. Ich sach nur: klassische sozialdemokratische Karriere. Ähnlich wie Keynesianer hier: Großmäulig über Gewerkschafter herziehen (war wohl nie Gewerkschaftsmitglied), allen unterstellen, sie wollen nur Posten für Bonzen, und selber nicht kapieren, wo die 40 Stunden-Woche und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für gewerbliche Arbeitnehmer herkommt. Leider dürfen Gewerkschaften bei uns nur für Tariffragen streiken. Ich würde es vorziehen, wenn wir Gewerkschafter gegen Sülzokraten wie Keynesianer und seine Neocon-Hintermannschaft streiken dürften. Eine Woche lang mal kein Sprit und bei Aldi oder Lidl Regal leer.

Systemfrager Februar 1, 2015 um 06:32

BINGO:

Die Produktion für den Profit ist doch kein grundsätzliches Problem. Die Unternehmen konkurrieren, das mit den besseren Gütern soll Gewinn erzielen, die mit den weniger guten Produkten Verluste erleiden. Sollen stattdessen Funktionäre entscheiden, was auf den Markt kommen darf und zu welchen Preisen?

Wo “Keynesianer” Recht hat, hat er Recht. Man kann ihm zwar nicht Recht geben, dass die Linken alle eingeschleusten Saboteure der Herrschenden und Agenten-Provokateure sind, aber dass sehr viele noch nichts aus dem Scheitern des KLASSISCHEN Sozialismus gelernt haben, dass sie einfach dumm sind, dass muss man “Keynesianer” schon lassen.

Systemfrager Februar 1, 2015 um 06:37

NEWS nebenbei:
Da muss es mehr Geld von Deutschland geben – da muss eine Mauer her, und die leistungsorientierten Abschussprämien kosten ja auch …
Man will es nicht glauben, man reibt sich Augen, aber es scheint dass dies wirklich von
ZEIT-ONLININE ist >>>

Systemfrager Februar 1, 2015 um 06:43

Die Produktion für den Profit ist doch kein grundsätzliches Problem. Die Unternehmen konkurrieren, das mit den besseren Gütern soll Gewinn erzielen, die mit den weniger guten Produkten Verluste erleiden. Sollen stattdessen Funktionäre entscheiden, was auf den Markt kommen darf und zu welchen Preisen?

Eigentlich bin ich doch nicht ganz damit einverstanden. Es muss so heißen:
Die Produktion für den Profit ist doch gar kein grundsätzliches Problem. Die Unternehmen konkurrieren, das mit den besseren Gütern soll Gewinn erzielen, die mit den weniger guten Produkten Verluste erleiden. Sollen stattdessen Funktionäre entscheiden, was auf den Markt kommen darf und zu welchen Preisen?

Systemfrager Februar 1, 2015 um 07:34

Übrigens, der Sozialismus, der die Mehrheit der Menschen auf unserem Planeten erfolgreich getestet hat, also endgültig empirisch überprüft hat und zwar mit einem einheitlichen Endergebnis, dass er ein Unsinn war, kam von einem deutschen Philosophen. Das heißt, von einem Menschen der tief in der Vormoderne steckt, der nichts mit der Realität zu tun hat, ein Traumtänzer und Himmelstürmer auf der Grenze des Wahnsinns, ein Pfaffe und Metaphysiker, der sich mit einem dünnem Mäntelchen der modernen Sprache bedeckt.
Der Sozialismus 2.x muss auf dem Gedankengut von Machiavelli, Hobbes, Hume, Spinoza, Smith, … bauen

Keynesianer Februar 1, 2015 um 09:03

@Folkher Braun Januar 31, 2015 um 23:27

Marx, Kapital I, Kapitel 20:
Aber auch abgesehn von dieser relativen Verschiedenheit des Geldwerts in verschiedenen Ländern, wird man häufig finden, daß der Tages-, Wochen-, etc. Lohn bei der ersteren Nation höher ist als bei der zweiten, während der relative Arbeitspreis, d.h. der Arbeitspreis im Verhältnis sowohl zum Mehrwert wie zum Wert des Produkts, bei der zweiten Nation höher steht als bei der ersteren.

Karl Marx hatte unwidersprochen das Talent – wie zuvor aber schon Hegel, selbst die trivialsten Zusammenhänge derart kompliziert in ihre jeweiligen Details zu verschwurbeln, dass der unbedarfte Leser meinen könnte, hier würden die tiefsten Geheimnisse auf dem höchsten geistigen Niveau erörtert.

Dabei war das meist nur Humbug.

Jetzt erkläre ich Dir mal die Lösung des großen Problems von Marx, wie es denn zu einem Gewinn kommen kann, bei dem doch aus G G´ werden muss, obwohl die Kapitalisten beim Verkauf ihrer Güter nur genau so viel Geld wieder einnehmen könnten, wie sie selber zuvor in Umlauf gebracht haben: :)

Das Problem löst sich ganz einfach dadurch und ganz ohne Mehrwerttheorie, dass die Kapitalsiten sich die Güter auch gegenseitig für ihren eigenen Konsum oder für Investitionen abkaufen. ;)

Kapitalis A kauf also bei Kapitalsit B für 1000 Geld Kaviar und Kapitalist B kauft für die 1000 Geld bei Kapitalist A den Sekt.

Das ist schon die Lösung des Problems von Marx und Rosa Luxemburg, wie es denn zu Profiten kommen könne, wenn die Arbeiter zur Produktion der Güter 1000 Geld erhalten haben und für diese 1000 Geld wieder den Kapitalisten die Güter abkaufen.

Wer wagt es, mir da zu widersprechen und weiter das große Genie Marx zu verehren? ;)

Keynesianer Februar 1, 2015 um 09:16

@Folkher Braun Januar 31, 2015 um 23:27

@Keyesianer: welche Klippschulen waren denn das? – Ich habe meine K1-3 Scheine bei Blanke am OSI in Berlin gemacht. Das 20. Kapitel in K1 erschien mir als das Schwierigste.

Ich unterstelle mal, dass von Euch und Euren Dozenten und Professoren am OSI keiner die simple Lösung für das aus reiner Dummheit entstandene Rätsel des G -> G´ gefunden hat.

Dafür habt Ihr alle vollster Verehrung die Mehrwerttheorie studiert, mit der das Genie Karl Marx dieses gewaltige Problem der Entstehung des Profits im Kapitalismus angeblich geistig durchdrungen hätte: Nur durch die lebendige Arbeit kann Profit entstehen!

Wäre ich in Deinen Kursen gewesen, hätte ich wohl so viel Arme wie eine indische Göttin gebraucht, nur um mir pausenlos an den Kopf zu fassen. :)

peewit Februar 1, 2015 um 09:32

@Keynesianer

Wäre ich in Deinen Kursen gewesen, hätte ich wohl so viel Arme wie eine indische Göttin gebraucht, nur um mir pausenlos an den Kopf zu fassen

Jaja, es ist natürlich frustrierend, wenn man dauernd ins Leere greift. Aber muss man daraus unbedingt eine Weltanschauung machen?

Keynesianer Februar 1, 2015 um 09:45

@QuestionMark Januar 31, 2015 um 23:44

Die Menschen lernen die skrupellose Anpassung bereits in der Schule. Wer selbstständig denkt der wird bestraft. Dieser Anpassungsprozess geht über mehr als ein Jahrzehnt. Die Selektion ist damit (gerade wegen der langen Zeitdauer) äußerst effizient.

Ja, das könnte so zutreffen. Am schlimmsten ist es im Studium:

Da sitzen die Sheeple in der Vorlesung und schreiben jeden Satz mit, den der Prof. vorne von sich gibt. Skripten gibt es nicht oder sie taugen nichts oder der Prof. weicht für prüfungsrelevante Inhalte absichtlich von Lehrbüchern und Skripten ab, so dass jeder durchfällt, der nicht brav alles Satz für Satz mitgeschrieben und gelernt hat.

Spätestens da ist jeder Selberdenker erledigt oder wird wahnsinnig.

Dabei werden die Kinder in der Schule schon gequält mit stundenlangem Stillsitzen und sich auf den Unterricht konzentrieren.

Natürlich wäre der Bewegungsdrang und die Eigeninitiative der Kids. Die lernen ja alle die Muttersprache ganz ohne Lehrer, auch mit der kompliziertesten Grammatik, ganz ohne Lehrer, und danach wird nichts mehr so richtig gelernt, in Schule und Universitäten.

Außer eben stillsitzen und alles nachplappern und selber nichts mehr denken.

H.K.Hammersen Februar 1, 2015 um 09:51

@Keynesianer

G => G’ bedeutet nicht, Geld => Geld’, sondern Geldwert => Geldwert’.

Nur bleibt den Kapitalisten mittlerweile nichts anderes mehr übrig, als die Geschichte tatsächlich auf Geld => Geld’ zu reduzieren, weil durch die Globalisierung die Lohndrückerei solche Ausmaße angenommen hat, dass Erweiterungsinvestitionen keine Erfolgsaussichten mehr haben. Wenn überhaupt noch investiert wird, dann nur noch, um die Kosten zu senken. Verschärft wird das Ganze noch durch den Geldsparwahn der Privaten. In D auch noch forciert durch die in staatlich geförderten privaten Altersvosorgemaßnahmen geforderten nominalen Garantien. Es ist den Privaten geradezu verboten, ihre Altersvorsorge auf Investitionen zu bauen. Gefördert wird nur das Ansammeln von Geldforderungen. Die sich mehr und mehr als uneinbringlich herausstellen werden. Aber dann wird es für die Vorsorger zu spät sein.

holger Februar 1, 2015 um 10:04

—>>>Mit dem Denken verhält es sich – so meine These – ähnlich wie mit dem Spracherwerb. Die Alltagssprache wird spontan erworben („wie der Schnabel“), aber eine elaborierte Sprache bedarf der höheren Bildung.
Auch das Alltagsdenken wird spontan entwickelt, aber das höhere Denken – das abstrakte Denken, das logische und vor allem das dialektische Denken – bedarf besonderer Bildung.“

@HAM (KommentatorX ist mir zu lang)

da möchte ich doch glatt mal mein Lieblingszitat von Goethe bringen:

Geheimnisvoll am lichten Tag,
läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

Wieso bedarf es für eine „elaborierte“ Sprache eine höheren Bildung? Wenn man in so einem Umfeld der geistig „höher“ Gestellten aufwächst, übernimmt man den Wortschatz automatisch (Schnabel eben). Das setzt überhaupt keine höhere Bildung voraus.

Das höhere Denken (was das auch immer sein soll) bedarf auch nicht einer besonderen Bildung, sondern einer besonderen Begabung.

Nämlich Dinge verstehen zu wollen, und nicht diese angebliche Prahlerei mit dem auswendig Gelernten.

Natürlich gibt es Dinge die man erstmal erlernen muss. Fällt ja nicht alles vom Himmel. Aber ein wenig Begabung gehört auch schon dazu. Neugier und Interesse.

Das Problem ist doch einfach erklärt: Der allgemeine Dödel muss in das Förmchen passen, was die so genannte „Elite“ für ihn gebastelt hat. Und darauf hin, sind sämtliche Leerkörper und Lehranstalten getrimmt worden.

Du siehst doch heute ganz genau, was passiert, wenn du nicht Sitz machst um das Leckerli zu bekommen. Wenn Du Kritik wagst, bist du rucke zucke „rechts Populist“ oder was weiß ich nicht noch alles.

Und dann noch eine Bemerkung: Früher war die „Volksschule“ auch tatsächlich noch „Volksschule“. Und das Gymnasium hat sich dann von der „Volksschule“ im Niveau abgesetzt. Aber schlauer kann die damalige „Elite“ auch nicht gewesen sein. Das ist Dir bestimmt nur so vorgekommen, weil der „Stoff“ in der „Volksschule“ eben nicht geistige „Eliten“ hervorbringen sollte.

Das Problem scheint hier mehr zu sein, dass sich die „höheren“ Bildungseinrichtungen, sich dem unteren Niveau angepasst haben. Um möglichst vielen einen fiktiv, vermeintlich, „höheren“ „Bildungsabschluss“ zu ermöglichen. Wenn ich sehe, wer nicht so alles den Bätschlor bekommt, dann Frage ich mich, ob das Dokument nun Klopapier gleich kommt, oder ob das Niveau tatsächlich gesunken ist.

Deswegen gibt es ja auch wieder die Debatte, ob der Dipl.Ing. In Maschinenbau und/oder Elektrotechnik wieder eingeführt werden sollte. Das sind nämlich die einzigen Disziplinen, die eine smarte „Welt“ verwirklichen. Da entsteht die Realität.

Dann ist es aber mit 6 Semestern nicht mehr getan. Das geht gar „nicht“ diese Komplexität in 3 Jahren in die Rübe zu bekommen. Besonders dann nicht, wenn der Dipl.Ing. In Mechatronik kommen sollte.

Da ist nämlich eines gefordert: Zusammenhänge begreifen zu können. Wie wirkt eine Änderung des Einen sich auf das Gesamtwerk aus. ZB eine Roboter gestützte Fertigung. Lach nicht, da kann es sehr schnell zu „Gesellschaftlichen“ Problemen kommen.

Das „Gesamtbild“ aber erkennen zu können, DAS wird nicht mehr vermittelt. Weil schlicht und einfach der vorgegeben Rahmenlehrplan dieses nicht mehr hergibt. Das ist kein Lernen mehr, oder eine Lehre in Form einer Lehre, sondern einfach, das Vorgegebene muss in so und soviel Zeiteinheiten abgearbeitet werden. Man braucht nix mehr verstehen, denn die Partei gibt es vor, auswendig Lernen, runter Beten, dann bekommst auch ein Aifran Hundekeks.

Das „Verstehen“ der Dinge ist nämlich die „höhere“ Bildung. Zusammenhänge erkennen und erklären können. In was für einer „elo-Sprache“ auch immer. Wenn ich hier mit richtigen Fach-Chinesisch anfange, dann kommt die „höhere“ Bildung aber ins Stocken. Das kann man dann mit dummen Gesülze auch nicht mehr platt schwafeln.

Schwafeln… genau. Man kann sich nämlich auch die „höhere“ Bildung einbilden. Dann kaschiert man meistens seine Unkenntnis. Ich sag es noch mal, ein „Bildungsabschluss“ sagt überhaupt nichts aus, ob der Kerl/in das Verstanden hat, was man so erlernt haben könnte. Er bescheinigt lediglich die erfolgreiche Teilnahme am Rahmenlehrplan.

Keynesianer Februar 1, 2015 um 10:23

@Natalius

Haben wir in diesem Blog jemals über “Meritokratie” diskutiert? Meine Auffassung dazu: Wir werden die Elitendiskussion nie beenden können, bevor wir uns nicht mit der Klärung dieses Begriffs beschäftigt haben.

Meritokratie ist wohl ein Traum aus vergangener Vorzeit, als die Menschen noch in kleinen Horden durch die Steppe zogen oder sich von Baum zu Baum hangelten.

Dass also die Besten herrschen würden ihrer ehrlich erworbenen Verdienste wegen.

Vermutlich stammen von daher die ganzen Schafsinstinkte, weil es sicher in der Zeit der Entwicklung der Menschheit in diesen kleinen Horden für das Überleben wichtig war, dass alle dem Anführer hinterher liefen und auf sein Wort oder Gebrüll gehorchen mussten.

Der Glaube an die rechtschaffene Obrigkeit ist sicher ein angeborener Instinkt aus dieser Zeit. Spätestens mit der Vergesellschaftung in ersten größeren Siedlungen, Stämmen und Staaten dürfte aber der rechtschaffene Anführer der Horde durch eine Verbrecherherrschaft abgelöst worden sein.

An dem Punkt sind wir heute noch. Natürlich versucht die Verbrecherherrschaft, sich als Meritokratie vor den Schäflein zu tarnen.

Keynesianer Februar 1, 2015 um 10:39

@ H.K.Hammersen Februar 1, 2015 um 09:51

Kein Widerspruch dazu von meiner Seite: Der Unternehmergewinn im Saldo ergibt sich aus dem Konsum der Unternehmer, den Investitionen und dem Anstieg fiktiven Kapitals, also etwa der Staatsverschuldung, abzüglich der Geldsparerei der Arbeiterhaushalte.

Das alles ist bei Marx kein Thema, da entsteht der Gewinn durch die lebendige (Mehr)Arbeit. Das ist die Grundlage der Krisentheorie der Marxologen:

Weil die “lebendige Arbeit” in Relation zum Kapitaleinsatz durch technischen Fortschritt immer weniger werde, müsse es zum tendenziellen Fall der Profitrate und zu Krisen kommen. ;)

Andreas Kreuz Februar 1, 2015 um 10:53

Ich finde es schon beeindruckend,
wie ein Keinsinnianer aus Kartoffeln
durch Kauf von Sekt beim Nachbarn Kartoffelsuppe macht…

QuestionMark Februar 1, 2015 um 11:15

@Keynesianer Februar 1, 2015 um 09:03
Man sollte Marx nicht als Erlöser (oder etwas ähnliches) sehen. Er formuliert relativ phlegmatisch. Seine Texte sind eher schwer zu verstehen und schrecken insgesamt gesehen doch eher ab. Vieles ist auch einfach falsch (s. dazu objektive Wertlehre). Ich zitiere mal zwei Punkte aus Heinrichs Interpretation des Kapitals:

In den wenigen grundsätzlichen Bemerkungen zum Kommunismus, die Marx auf Grundlage der Kritik der politischen Ökonomie macht (vgl. im “Kapital” MEW 23, S. 92 f., MEW 25, S. 828; in der “Kritik des Gothaer Programms” MEW 19, S. 19 ff.), wird zumindest zweierlei deutlich:

QuestionMark Februar 1, 2015 um 11:16

Zum einen, dass die kommunistische Gesellschaft nicht mehr auf Tausch beruht. Sowohl die Verausgabung der Arbeitskraft in der Produktion als auch die Verteilung der Produkte (zunächst ihrer Verwendung nach als Produktions- oder Lebensmittel, dann als Verteilung der Konsumgüter unter die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft) erfolgt in einer von der Gesellschaft – also weder vom Markt noch vom Staat – bewusst und planmäßig geregelten Weise. Nicht nur Kapital (sich verwertender Wert), sondern auch Ware und Geld existiert nicht mehr.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 11:20

Zum anderen geht es Marx nicht nur um eine quantitativ andere Verteilung als unter kapitalistischen Verhältnissen (hauptsächlich diese Verteilungsfrage wurde jedoch im traditionellen Marxismus betont), sondern vor allem um die Emanzipation von einem verselbstständigten, sich den Einzelnen gegenüber als anonymer Zwang durchsetzenden gesellschaftlichen Zusammenhang. Nicht nur das Kapitalverhältnis als ein bestimmtes Ausbeutungsverhältnis, das für die Mehrheit der Bevölkerung schlechte und ungesicherte Arbeits- und Lebensbedingungen hervorbringt, soll überwunden werden, sondern auch der Fetischismus, der den Arbeitsprodukten “anklebt”, sobald sie als Waren produziert werden (MEW 23, S. 87). Gesellschaftliche Emanzipation, die Befreiung aus selbst produzierten und damit überflüssigen Zwängen, ist erst möglich, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse, welche die verschiedenen Formen des Fetischismus hervorbringen, verschwunden sind. Erst dann können die Mitglieder der Gesellschaft als ein “Verein freier Menschen” (MEW 23, S. 92) ihre gesellschaftlichen Angelegenheiten wirklich selbst regeln und gestalten. Um diese umfassende Emanzipation und nicht bloß um eine Verteilungsfrage geht es bei Marx.

aus: Michael Heinrich, Kritik der politischen Ökonomie, Eine Einführung
Die Hervorhebungen sind von mir eingefügt worden.

ruby Februar 1, 2015 um 11:56

Wer hört auf widerlegte EU-Systemaffen, die sich an keine selbstgesteckten Ziele, Vorgaben halten !
Null Glaubwürdigkeit – shady preachers…
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/trotz-troika-rauswurf-neues-geld-fuer-griechen-gesucht-13401930.html
Bailout oder No-Bailout, Verträge oder Vereinbarungen interessieren die Selbstreferentiellen einen feuchten Kehrricht.
US AND THEM
https://www.youtube.com/watch?v=s_Yayz5o-l0
“and after all…”

Andreas Kreuz Februar 1, 2015 um 12:02

Nicht nur für Goethe-Fans:

http://www.egon-w-kreutzer.de/

Das Gedicht zum Sonntag, 01.02.2015

ruby Februar 1, 2015 um 12:04

Opportunisten werden keine Kredite Ende Februar einstellen, die zapfen alles an, was ihren Interssen dient.
Deshalb Ende mit Schulden und Beginn effektiver Steuerzahllasten.
Bilanzverkürzung durch Bestandsverwendung – very efficent realy
;-)
Ausbürgerung bei Kapitalflucht garantiert!

f.luebberding f.luebberding Februar 1, 2015 um 12:18

QuestionMark

“Na immerhin hast du offen zugegeben das du nur etwas Müll loswerden wolltest. Allerdings bekommen wir auch bereits andernorts genügend Infomüll geliefert. Probiers das nächste Mal doch bei der Springer-Presse. Die zahlen dir sogar noch was dafür.”

Soll ich den Kommentar löschen? Nur wg. Müll.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 12:33

@f.luebberding Februar 1, 2015 um 12:18
Ja, ich weiß, du hast es nicht leicht mit uns. :-)
Aber wir werden doch immer höflicher – so insgesamt gesehen.

Solzer Systemling Februar 1, 2015 um 12:40

Wer rettet wen?

“Kinostart: 15.01.2015

ein Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz
DE 2015, 104 Minuten, deutsch-englisch-spanisch-griechisch-isländische Originalfassung mit deutschem Voice-Over

Seit fünf Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Sozialleistungen werden abgebaut, öffentliche Güter verkauft. Es wird gerettet, nur keine Rettung ist in Sicht.

Für große Banken ist die Finanzkrise vor allem ein Geschäftsmodell. Und die ständig „verstimmten“ und “enttäuschten” Finanzmärkte scheinen ein besonderes Wesen zu sein, das bei Laune gehalten werden muss.

Wer rettet also wen? Die Reichen die Armen? Die Troika die europäischen Staaten? Die Politiker den Euro? Die Rettungsschirme Europa? Oder die Steuerzahler die Banken? ”

https://www.youtube.com/watch?v=hv6dgMEqB7c

Stolzer Systemling Februar 1, 2015 um 12:42

Investment Punk – Gerald Hörhan – “Warum ihr schuftet und wir reich werden”

https://www.youtube.com/watch?v=RPwXgoX3X6Q

Linus Februar 1, 2015 um 12:43

@fl:
QM’s Komentar war sicher nicht gerade sachlich.

Allerdings: die Diskussion um kapitalistische Krisen wurde hier nicht umsonst geführt. Denn daraus ergibt sich die Notwendigkeit für Transformationen (auch wenn dies sicher nicht die einzige Ursache ist). Das Kommentariat hat also reichlich vorgelegt, Herr Fricke ist dagegen bisher eine Stellungnahme schuldig geblieben. Ein klärendes Wort zu seinem – vielleicht anders gelagerten – Verständnis von Transformation wäre sicher hilfreich gewesen.

Herr Fricke ist – trotz einiger ziemlich deutlicher Nachfragen – im Grossen und Ganzen fair behandelt worden. Natürlich steht es Herrn Fricke frei, darauf nicht zu antworten. Aber dann gibt es zu dem Artikel halt auch nichts mehr zu sagen. Was soll man über Dinge reden, die man nicht ‘versteht’!?

Folgerichtig schliesst sich dann eine Meta-Diskussion über die Motivation von Herrn Fricke an.

Stolzer Systemling Februar 1, 2015 um 12:51

Reich werden im Irak

” Der Irak ist das, was man in Börsenkreisen einen “Emerging Market”, also “Schwellenmarkt”, nennt. Für Investoren, Spekulanten und Unternehmer birgt das kriegszerstörte Land im Wiederaufbau sowohl Chancen als auch Risiken. Für die Dokumentation reist Susanne Braack als Investorin in den Irak und sieht sich nicht nur mit lukrativen Geschäftschancen konfrontiert, sondern auch mit ihren eigenen Werten und Moralvorstellungen. Diese bleiben im knallharten Business nämlich oft zugunsten von Gier und Skrupellosigkeit auf der Strecke. ”

http://www.salzgeber.de/presse/pressehefte/rwii_flyer_a4_dtsch_29102014.pdf

f.luebberding f.luebberding Februar 1, 2015 um 12:53

Linus

Es gibt fast nichts, was hier noch nicht diskutiert worden ist. Dann könnte man es nur noch mit Tucholskys letztem Wort halten: “Schweigen.”

Natalius Februar 1, 2015 um 12:55

@Keynesianer,

ad Meritokratie. Da stimme ich von der Idee her nicht vollständig zu – sehe aber die Realität richtig beschrieben in: “Natürlich versucht die Verbrecherherrschaft, sich als Meritokratie vor den Schäflein zu tarnen.” D’accord. Ein Mafia-Boss wird bei der Auswahl von Meritenträgern andere Kriterien anlegen als der Guru einer Hippie-Kommune.

Was ich meinte kam durch einen TEDx-Vortrag von Yanis Varoufakis rein, der erinnert daran, dass bereits die Alten von Isigoria sprachen. In einem auf dem Weg in die Federation befindlichen Staatenkonglomerat kann man nicht so vorgehen, dass die Denkart des ökonomisch erfolgreichsten Partners “zentralisiert” wird. Es muss das Bewusstsein entstehen, dass Meriten in unterschiedlichen Kulturräumen auch unterschiedlich definiert sind. In den kommenden Wochen werden wir noch vieles davon wiederhören, was Yanis als Decent Europe (Abk. von Decentralized Europeanization = Dezentrale Europäisierung) bezeichnet. Das hört sich für mich nach einem neuen Ansatz für die Linke an, die bisher ja (ganz im Sinne der “Sponsoren” im Hintergrund) die Idee der “Internationale” als Gegenposition zu einer “kapitalistischen Globale”aufgefasst haben.

Unbedingt reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=CRRWaEPRlb4

Dann versteht man auch, dass diese Wahrheit heftig bekämpft werden muss – zunächst mit Standardkeulen: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article136950193/So-judenfeindlich-sind-Tsipras-und-seine-Leute.html

QuestionMark Februar 1, 2015 um 12:56

@Linus Februar 1, 2015 um 12:43
Indirekt hat er schon darauf geantwortet. (s.dazu auch das Dankeschön an Lemmy Caution). Es ist etwas durchgeklungen das er prinzipiell alles für “supi” hält und die Leute eine Krise bzw gesellschaftliche Probleme lediglich aus Langeweile/Nörgelei herbeireden wollen. Dies wäre “gestern” auch schon so gewesen.
Seine Message: “Ist alles gut. Gestern wie heute gibt es dümmliche Nörgelei. Keine Krise in Sicht. Alles nur Hysterie.”
Die Rede von “gesellschaftlicher Transformation” war lediglich als Verarsche gedacht. Die Message: “Uns geht es doch gut. Es bleibt einfach alles beim Alten.” So hab ich das interpretiert.
Wenn du dann noch auf seine Profilseite schaust und dir die Buzzwords entgegenschlagen….Rotes Tuch.
Ja, so kam es zu dem Kommentar.
zu den Buzzwords: Webgesellschaft, Kooperationstheorien, Gesellschaftstheorie, Informationsmanagement, Klimapolitik, Web 2.0, Webwissenschaften, Usability, Medientheorien, Customer E-Services, Internet-Konzeption usw. usf.

Alles klar? Der sitzt im akademischen Rat einer Uni. Worüber soll man sich da hierzulande noch wundern?

QuestionMark Februar 1, 2015 um 13:08

Sorry. “Ist als akademischer Rat an einer Uni” sollte das weiter oben heißen.

chabis Februar 1, 2015 um 13:23

“Barricades down, ties off: welcome to Greece’s style revolution
Last weekend a fresh generation of radicals swept a leftwing party to power. We pick out the key moments that symbolise the birth of the new order”

http://www.theguardian.com/world/2015/feb/01/welcome-to-greece-style-revolution-syriza

keiner Februar 1, 2015 um 14:02
ruby Februar 1, 2015 um 14:22

https://www.youtube.com/watch?v=RJeDlnJffgU
Wenn das das Volk wüsste…

ruby Februar 1, 2015 um 15:02

“Wir brauchen eine Hymne, bei der Berti Vogts nicht mitsingen kann…”

karla Februar 1, 2015 um 15:44

Keynesianer Februar 1, 2015 um 10:39

” Der Unternehmergewinn im Saldo ergibt sich aus dem Konsum der Unternehmer, den Investitionen und dem Anstieg fiktiven Kapitals, also etwa der Staatsverschuldung, abzüglich der Geldsparerei der Arbeiterhaushalte.

Das alles ist bei Marx kein Thema, da entsteht der Gewinn durch die lebendige (Mehr)Arbeit.”

Durch die lebendige Arbeit entsteht Mehrwert. Dieser muss auf dem Markt erst realisiert werden. Dort stellt sich dann heraus wer sich tatsächlich Mehrwert aneignen konnte. Nennt sich in der bürgerlichen Ökonomie dann Gewinn bzw. Verlust.

Keynesianer du solltest mal etwas mehr Wert (nicht Mehrwert) auf die saubere Verwendung von Begrifflichkeiten legen.

Nächstes Beispiel:
Keynesianer Februar 1, 2015 um 09:03

“Jetzt erkläre ich Dir mal die Lösung des großen Problems von Marx, wie es denn zu einem Gewinn kommen kann, bei dem doch aus G G´ werden muss, obwohl die Kapitalisten beim Verkauf ihrer Güter nur genau so viel Geld wieder einnehmen könnten, wie sie selber zuvor in Umlauf gebracht haben”

Dass bei der Realisierung des Mehrwerts auf dem Markt Gewinner und Verlierer der konkurrierenden Kapitale Farbe bekennen müssen fällt in deinem Modellbeispiel (ist halt so ein Problem mit Modellen) unter den Teppich.

“Das Problem löst sich ganz einfach dadurch und ganz ohne Mehrwerttheorie, dass die Kapitalsiten sich die Güter auch gegenseitig für ihren eigenen Konsum oder für Investitionen abkaufen.
Kapitalis A kauf also bei Kapitalsit B für 1000 Geld Kaviar und Kapitalist B kauft für die 1000 Geld bei Kapitalist A den Sekt”

Wie soll bei einem Kauf von “1000 Geld K. mittels 1000 Geld S. ein Gewinn (Plus) entstehen?

holger Februar 1, 2015 um 16:04

Langsam aber sicher, hab ich echt die Schnauze voll.

WOZU gibt es den Leverage oder auch HEBEL genannt?

Ihr Blockflöten Ökognomen?

Leidet ihr alle unter Dyskalkulie oder was?

Stampft euren dämlichen Marxes ein, und lernt mal die Ökognomie after Greenspan.

Leute Leute Leute… eure 2 Mann Insel mit Gurken tauschen ist ja nur noch lächerlich.

Keynesianer Februar 1, 2015 um 16:07

@karla

Wie soll bei einem Kauf von “1000 Geld K. mittels 1000 Geld S. ein Gewinn (Plus) entstehen?

Der von Marx übersehene Punkt, der für ihn dann zum großen Problem wurde, war einfach, dass die Kapitalisten sich gegenseitig auch Güter abkaufen.

Würden die Kapitalisten ihre Güter nur an die Arbeiter verkaufen, könnten sie tatsächlich keinen Gewinn dabei erzielen, sondern nur das für Lohn ausgezahlte Geld wieder einnehmen. Höchstens noch, dass sie den Arbeitern Kredit geben, womit der Gewinn durch die Verschuldung der Arbeiter möglich wäre.

Aber die Kapitalisten kaufen sich gegenseitig Güter ab für Konsum und Nettoinvestition. Dabei nehmen sie nicht nur alles Geld, was sie ausgeben, wieder ein. (Ausgaben = Einnahmen wie in der Makroökonomie) Sondern sie erzielen damit ihren Gewinn!

Wenn jeder Kapitalist 1000 Geld für Löhne ausgibt und 1000 Geld für den eigenen Konsum und seine Nettoinvestition, hat jeder Kapitalist 2000 Geld Einnahmen und 1000 Geld Profit erzielt (jeweils im Schnitt).

So leicht ist das Rätsel der Quelle des Profits von Marx gelöst, was dem in drei Bänden “Das Kapital” mit so 2500 Seiten nicht recht gelungen ist. :)

Dass die Arbeiter auch alles erarbeiten müssen, was die Kapitalisten sich gegenseitig abkaufen, also Mehrarbeit leisten müssen, sei dabei nicht verheimlicht oder gar bestritten. ;)

holger Februar 1, 2015 um 16:12

Keynesianer Februar 1, 2015 um 16:07

jetzt ist aber gut mit Fasching oder?

Natalius Februar 1, 2015 um 16:17

@ruby, man sollte ne Partei für Altlinke und Normopathen gründen, sowas wie die humoristische Opportune. Mit dem Gastkolumnisten als Vorsitzenden. Im Vereinslokal gibts z.B. “bierernster Käseauflauf” – sogar gegen DDR-Aluchips. Mittwochs trifft sich immer der “moderne Stammtisch” mit Führungspersonalkomikern, Selbstreferentialisten, Rosa von Praunheim als Dauergast, sowie Personen in Graukitteln mit Kunstlederhüten aus VEB “Plaste und Elaste”. Donnerstag tritt die Gruppe “Neue Identitäten” auf – bei Multiplen sehr beliebt. Neben dem Klo darf geraucht werden in der sog. Techne, gemeint ist der Technik-Nebenraum, in der Video 2000 mit VHS über Betamax diskutiert. In Techne wurde in altddrlicher Akronymisierung auch HoGeSa und PeGiDa erfunden. Das glinkt nach StarSi’s Entwurf, einem gelegentlichen Stargast aus Siegen, der sich seit Neuem der kabbalistischen Semiotik widmet. Letztes Thema war “der Schurz” und seine Bedeutung als Erkennungszeichen in homophilen Geheimgesellschaften. Usw. usf.

Gähn

f.luebberding f.luebberding Februar 1, 2015 um 16:24

QM

Ich bin auch humorlos … .

KommentatorX Februar 1, 2015 um 17:30

Herr Fricke hat immer noch nicht auf die Frage geantwortet, was er konkret meint, wenn bei ihm von einer „blockierten Transformation des Weltkapitalismus“ die Rede ist?

Auf seiner dienstlichen Website ist zu lesen:

Dr. Gerald Fricke, TU Braunschweig, über den Übergang zur Webgesellschaft

“Ich forsche und lehre über die Große Transformation zur Webgesellschaft und die Gestaltung des Social Webs. Dabei verbinde ich die Politik- und Medienwissenschaften mit der Wirtschaftsinformatik und stützte ich mich auf meine umfassenden Beratungs-, Projekt- und Agenturerfahrungen. Mir geht es darum, den digitalen Wandel und eine gute nachhaltige Entwicklung zu gestalten. Der Übergang von einer Massengesellschaft zu einer Webgesellschaft hat bedeutende Auswirkungen auf die Politik, die Demokratie und die Unternehmen. Mit diesen Herausforderungen können wir am besten umgehen, wenn wir die Geschichte einer neuen Kooperation in der Webgesellschaft erzählen.” (Gerald Fricke)

Also offensichtlich geht es ihm im die „Große Transformation“ zum „Weltwebkapitalismus“.

„Webgesellschaft“ erscheint hier als typischer Pseudo-Begriff einer marktkonformen Pop-Soziologie.

Modernen Pseudo-Wissenschaften geht es primär um die erfolgreiche Selbstvermarktung ihrer Akteure. Diese folgen den Gesetzen der Warenästhetik, indem sie erkenntnis- und begriffsleere Inhalte mit einer für das Massenbewusstsein attraktiven, pseudowissenschaftlichen Verpackung umhüllen.

gelegentlich Februar 1, 2015 um 17:44

@KommentatorX
„Modernen Pseudo-Wissenschaften geht es primär um die erfolgreiche Selbstvermarktung ihrer Akteure. Diese folgen den Gesetzen der Warenästhetik, indem sie erkenntnis- und begriffsleere Inhalte mit einer für das Massenbewusstsein attraktiven, pseudowissenschaftlichen Verpackung umhüllen.“
Tatsächlich wäre es drauf angekommen zu zeigen, dass und warum Fricke einer von diesen bösen Burschen ist. Das Zitat gibt nur her, dass er sich seiner lokalen Sprachfolklore gewachsen gezeigt hat. So muss man da offenbar reden können.

ruby Februar 1, 2015 um 18:12

@ Natalius
Habe das 1975 bereits in echt erlebt, als wir im Palast der Republik zum Mittagessen gastierten und anschliessend das dortige Kulturprogramm als Wessies infiltrierten. Kaffee gab es dann im Hotel von wo der Barschel seine Waffendeals organisierte – sehr, sehr interessante Beobachtungen ;-)
Im Rückblick – Gähn…
Deshalb Sicht nach vorne !!!
Yanis bei den Frenchmen – mal lesen, was die ausbaldovern ;-)

holger Februar 1, 2015 um 18:13

Humorlos?

Durch den verstärkten Einsatz von Robotern soll der Nachteil des Hochlohnstandorts Deutschland ausgeglichen werden, sagte Neumann. “In der deutschen Automobilindustrie liegen die Arbeitskosten bei mehr als 40 Euro pro Stunde, in Osteuropa sind es elf, in China gegenwärtig noch unter zehn Euro. Niemand glaubt ernsthaft, dass wir den Wettbewerbsnachteil dieses Hochlohnniveaus nennenswert verringern können.”

Der Personalvorstand hatte bis ins kleinste Detail die anfallenden Kosten beim Einsatz von Fertigungsautomaten im VW-Konzern berechnen lassen. Fazit: Ein Roboter am Band kostet je nach Einsatz und Maschinenart drei bis sechs Euro pro Stunde – “Kosten etwa für Instandhaltung oder Energiekosten inklusive”, rechnet Horst Neumann vor. Das heißt: “Der ,Ersatzmann’ für Routinearbeiten in der Fabrik kostet bereits heute nur etwa fünf Euro je Stunde.” (…) “Der Glücksfall, dass die Babyboomer in Rente gehen, erlaubt es uns, ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze abzubauen und zu automatisieren, ohne Mitarbeiter zu entlassen”, so Neumann. (…) “Wir haben nun die Möglichkeit, Menschen durch Roboter zu ersetzen und trotzdem in bisherigem Umfang Nachwuchskräfte einzustellen. Umgekehrt könnten wir diesen Rentnerabgang auch gar nicht durch junge Mitarbeiter ersetzen”, sagte Neumann. “Um die Rentnerabgänge aufzufangen, müssten wir schon in wenigen Jahren in Deutschland pro Jahr 10.000 neue Mitarbeiter einstellen. Diesen Abgang werden wir wegen des Automatisierungsschubs nicht voll ersetzen.”

http://www.welt.de/wirtschaft/article136984738/Volkswagen-ersetzt-die-Babyboomer-durch-Roboter.html

Muss man dazu noch was sagen oder tippseln ?

Wohl kaum oder?

KommentatorX Februar 1, 2015 um 18:21

@gelegentlich Februar 1, 2015 um 17:44
Tatsächlich wäre es drauf angekommen zu zeigen, dass und warum Fricke einer von diesen bösen Burschen ist. Das Zitat gibt nur her, dass er sich seiner lokalen Sprachfolklore gewachsen gezeigt hat. So muss man da offenbar reden können.

Mir geht es gerade NICHT um eine Argumentation ad personam. Zumal es sich um einen Gastautor handelt.

Die Pop-Soziologie erfindet immer neue pseudo-wissenschaftliche Begriffe.
Wie z. B. Freizeitgesellschaft, Spaßgesellschaft …

Der große Renner war der soziologische Pseudo-Begriff „Risikogesellschaft“, welcher seinen Erfinder(?) zum großen Pop-Star der (Pseudo)Soziologie machte.

Auch „Multioptionsgesellschaft“ erzückte als ideologische Verpackung der neoliberalen Transformation das deutsche Feuilleton.

Carlos Manoso Februar 1, 2015 um 18:27

@Keynesianer Februar 1, 2015 um 16:07
„Der von Marx übersehene Punkt, der für ihn dann zum großen Problem wurde, war einfach, dass die Kapitalisten sich gegenseitig auch Güter abkaufen.
Würden die Kapitalisten ihre Güter nur an die Arbeiter verkaufen, könnten sie tatsächlich keinen Gewinn dabei erzielen, sondern nur das für Lohn ausgezahlte Geld wieder einnehmen. Höchstens noch, dass sie den Arbeitern Kredit geben, womit der Gewinn durch die Verschuldung der Arbeiter möglich wäre.
Aber die Kapitalisten kaufen sich gegenseitig Güter ab für Konsum und Nettoinvestition. Dabei nehmen sie nicht nur alles Geld, was sie ausgeben, wieder ein. (Ausgaben = Einnahmen wie in der Makroökonomie) Sondern sie erzielen damit ihren Gewinn!
Wenn jeder Kapitalist 1000 Geld für Löhne ausgibt und 1000 Geld für den eigenen Konsum und seine Nettoinvestition, hat jeder Kapitalist 2000 Geld Einnahmen und 1000 Geld Profit erzielt (jeweils im Schnitt).
So leicht ist das Rätsel der Quelle des Profits von Marx gelöst, was dem in drei Bänden “Das Kapital” mit so 2500 Seiten nicht recht gelungen ist. 
Dass die Arbeiter auch alles erarbeiten müssen, was die Kapitalisten sich gegenseitig abkaufen, also Mehrarbeit leisten müssen, sei dabei nicht verheimlicht oder gar bestritten. „

Keynesianer, erstaunlich! Du beweist immer wieder neu, daß du nichts weiter als ein ignoranter Dummkopf bist, der bevorzugt anderen Menschen die Dummheit unterstellt, die in deinem eigenen Hirn existiert.

Manfred Peters Februar 1, 2015 um 18:33

@ Natalius Februar 1, 2015 um 16:17
Aber die Favoritin Deiner feuchten Träume, Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch*, geborene Herzogin von Oldenburg, lädst Du doch sicher zur Käseverkostung auch ein. Die möchte nicht nur an die Alu-Chips, sondern an die Ostelbischen-Junkergüter.
* https://afdwatchafd.wordpress.com/2014/12/20/beatrix-von-storch/

Keynesianer Februar 1, 2015 um 18:41

@Carlos Manoso

Na komm schon, das kannst Du doch besser, Carlos.

Du musst jetzt damit anfangen, dass alle Güter, auch die Ware Arbeitskraft, immer zu ihrem Wert gehandelt würden. Aber bei der Nutzung der Arbeitskraft entstünde mehr Wert, als die Ware Arbeitskraft den Kapitalisten gekostet hat. …

… :)

Systemfrager Februar 1, 2015 um 18:48

Keynesianer, erstaunlich! Du beweist immer wieder neu, daß du nichts weiter als ein ignoranter **** bist

Carlos Manoso

Etwas vorweg: Die Marx schriften kenne ich (höchstwahrscheinlich) besser als alle hier zusammen, und den Sozialismus/Sozialismen aus direkter Erfahrung.
Nun frage ich den Carlos:
Wo liegt dein Problem mit dem Profit?

ruby Februar 1, 2015 um 18:56

Manndeckung ? Libero !
Setz die Segel
https://www.youtube.com/watch?v=f829ekU-U-8
für ne freie Welt

Carlos Manoso Februar 1, 2015 um 18:59

 @Keynesianer Februar 1, 2015 um 18:41
„Na komm schon, das kannst Du doch besser, Carlos. Du musst jetzt damit anfangen, dass “
2aufmanteln“

Keynesianer, da du schon das kleine 1×1 nicht kapiert hat, gebe ich dir jetzt den guten Rat, dich zum Anfang der Debatte besser nicht wie ein Exhibitionist derart dümmlich auzufmanteln.

Bogus Februar 1, 2015 um 19:00

Zur Überwindung der “Transformationsblockade” wird wohl die ein oder andere heilige Kuh geschlachtet werden müssen – beispielsweise das Verbot der DIREKTEN Staatsfinanzierung durch die EZB. Und Lübberding, sag jetzt bloß nicht wieder, das sei aber doch verboten!

Was ganz sicher NICHT weiterhilft ist so’n geFrickel über VHS und Video2000. Aber war ganz amüsant zu lesen, immerhin.

“Es will den Deutschen einfach nicht in den Kopf, dass Griechenland ein Versuchslabor des Neoliberalismus ist. Hier wird oder wurde geprobt, wie weit den Europäern eine Politik der sozialen Kälte zuzumuten ist. Der Kahlschlag in Griechenland und überall in Südeuropa ist ein Bumerang des Sozialdumpings, der unter dem Narrativ der Wettbewerbsfähigkeit auch wieder auf Deutschland zurückschlagen wird. Eigentlich müssten sich die deutschen Arbeitnehmer dringend solidarisch mit Syriza erklären.

Dabei gäbe es Wege, wie alle Beteiligten glimpflich aus der Krise herauskommen könnten. Die Lösung liegt im Geschichtsbewusstein. Indem man sich erinnert, wie Europa den Weg aus dem bisher dunkelsten Kapitel seiner Geschichte zu Frieden und Wohlstand finden konnte. Und es braucht endlich den Mut, unsinnige orthodoxe Glaubenssätze über Bord zu werfen. So zum Beispiel das selbst bei der Linken verbreitete Tabu der direkten Staatsfinanzierung durch die EZB.

Es braucht einen Schuldenschnitt nicht nur für Griechenland, einen Lastenausgleich, der das Vermögen der Reichen und Reichsten heranzieht und ein groß angelegtes Konjunkturprogramm – also genau das Gegenteil von der gegenwärtigen Politik. Flankiert und finanziert werden könnte ein solches europaweites Konjunkturprogramm durch die EZB, sprich einerseits durch die bisherige Geldpolitik des Niedrigzinses und einem Aufkauf von Staatsanleihnen auf dem Primärmarkt, was der staatlichen und bisher verpönten Direktfinanzierung gleichkäme. Es wäre gleichzeitig die Beendigung der Abhängigkeit von den Finanzmärkten.

Das will Syrzia, das will auch Podemos, die derzeit als einzige Kräfte in Europa in der Lage sind, eine alternative Politik zu skizzieren.”

http://le-bohemien.net/2015/01/31/schuldenschnitt-die-mythen-des-deutschen-michels/

gelegentlich Februar 1, 2015 um 19:01

@holger
„Muss man dazu noch was sagen oder tippseln ?
Wohl kaum oder?“
Doch, man muss dazu sagen dass man wohl um eine Art Msdchinensteuer nicht herum kommt, wenn es nicht genügend nachwachsende sozialversicherungspflichtige Beschäftigte geben wird (soll).

Natalius Februar 1, 2015 um 19:08

Manfred Peters Februar 1, 2015 um 18:33
“@ Natalius Februar 1, 2015 um 16:17
Aber die Favoritin Deiner feuchten Träume, Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch*, geborene Herzogin von Oldenburg, lädst Du doch sicher zur Käseverkostung auch ein. Die möchte nicht nur an die Alu-Chips, sondern an die Ostelbischen-Junkergüter.
* https://afdwatchafd.wordpress.com/2014/12/20/beatrix-von-storch/

Jau, Beatrix von Storch. Der wäre die Idealvertretung für Rosa von Praunheim, wenn diese mal verhindert ist…

holger Februar 1, 2015 um 19:14

gelegentlich Februar 1, 2015 um 19:01

Warum jetzt genau eine Maschinensteuer?

Ich hab sie mal grob ausgerechnet… willst Du die bezahlen?

bleistift Februar 1, 2015 um 19:21

@ Question Mark

“Alles klar? Der sitzt im akademischen Rat einer Uni. Worüber soll man sich da hierzulande noch wundern?”

Wo genau sitzt du denn? Diese ad hominem “Argumentation” (ausgerechnet von einem Vollpfosten wie du einer bist) ist indiskutabel.
Abgesehen von Steine auf Polizisten schmeissen, rumjammern und klagen und Geld von anderen Leuten fordern kannst du glaube ich wirklich nichts.
Das ist doch wirklich blamabel was du hier ablieferst.
Hier mal die Art und Weise wie du dich benimmst plastisch dargestellt:

https://www.youtube.com/watch?v=57a58xZsRwc

Carlos Manoso Februar 1, 2015 um 19:23

@ Systemfrager Februar 1, 2015 um 18:48
„Etwas vorweg: Die Marxschriften kenne ich (höchstwahrscheinlich) besser als alle hier zusammen, und den Sozialismus/Sozialismen aus direkter Erfahrung.
Nun frage ich den Carlos:
Wo liegt dein Problem mit dem Profit?“

Systemfrager, daß du den „Sozialismus/Sozialismen aus direkter Erfahrung“ kennst, mag sein. Daß du „die Marxschriften … (höchstwahrscheinlich) besser als alle hier zusammen“ kennst, bezweifle ich aber aus nachvollziehbaren Gründen.

ruby Februar 1, 2015 um 19:27

Tacheles

http://www.theguardian.com/business/2015/feb/01/greece-problems-eurozone-fiscal-policy-germany

“What’s more, the lesson from the last five years is that those countries that use the euro are paying a heavy price for the lack of a common system for transferring resources from one part of the single-currency area to another. There is one currency and one interest rate, but there is no fiscal union to stand alongside monetary union.”

Die Staaten Europas werden eine gemeinsame Fiskalpolitik demokratisch legitimiert umsetzen müssen und können diese nicht durch einen Sezessionskrieg wie in den USA etablieren.
Ob soviel Konsens und Kompromis zustande kommt ?
Die aktive Politikerkaste hat ihre Unfähigkeit in den letzten fünf Jahren dokumentiert. Ihre Zeit läuft ab, warum gehen diese nicht einfach – andere können besser?

Systemfrager Februar 1, 2015 um 19:30

Daß du „die Marxschriften … (höchstwahrscheinlich) besser als alle hier zusammen“ kennst, bezweifle ich aber aus nachvollziehbaren Gründen.

Die “nachvollziehbaren Gründe” sind deine Meinung, behalte sie, sie ist für dich gut genug. Ist voll unwichtig! Aber wie wäre es, dass du mir auf die Frage beantwortest:
Welche Probleme gibt es mit dem Profit?

Keynesianer Februar 1, 2015 um 19:42

@Bogus

Die fangen jetzt wieder mit dem dämlichen Schuldenschnitt an.

Vor der Debatte kann ich nur warnen, weil wir eine Kapitalflucht und hohe Zinsen auf Anleihen bekommen, wenn jetzt im Euroraum nicht mal mehr Staatsanleihen sicher sein sollen.

Mit 5% Inflation ist die aktuelle Realverschuldung auch in 10 Jahren schon halbiert. Außerdem zahlen Staaten nie ihre Schulden zurück, sondern geben halt neue Anleihen aus, wenn die alten auslaufen. Das ist für Griechenland nicht anders.

Das Außenhandelsungleichgewicht wird mit einem Schuldenschnitt überhaupt nicht behoben und eine Belebung der Wirtschaft bringt das ebenso nicht. Da wird also gezielt eine völlig abwegige Debatte angestoßen, die den Euroraum in die nächste Finanzkrise stürzen kann.

ruby Februar 1, 2015 um 19:43

Die Transformation wird schneller stattfindet als erwartet
http://www.handelsblatt.com/politik/international/griechenland-kompromiss-juncker-will-die-troika-abschaffen/11311970.html
Europa ist doch mehr als eine Zwangseinheitswährungsgemeinschaft die technisch durch ein perfektioniertes EWS wie vor dem € zu lösen ist … Hart- und Weichwährungsregionen – Europa der zwei, mehreren Geschwindigkeiten.

ruby Februar 1, 2015 um 19:48

Bei QE ist Kapitalflucht doch Peanuts oder?
Dann druckt der Draghi doch drastischer doloses Dollarderivat …
;-)

bleistift Februar 1, 2015 um 19:54

@ ruby

“Die Staaten Europas werden eine gemeinsame Fiskalpolitik demokratisch legitimiert umsetzen müssen…”

Demokratisch legitimiert.
Mach mal….
Hat Kohl sich nicht gebrüstet? Warum hat man nicht zuerst einen Rahmen geschaffen und dann eine Währung etabliert?
So wird der Staat rund um die Wirtschaftsprobleme geschaffen. Gewerkschaften sind machtlos. Gesetze werden erst geschaffen…
Hast Recht. Lincoln war klüger.
Aber heute gilt auch nicht mehr: Cotton is King!

H.K.Hammersen Februar 1, 2015 um 19:58

@Carlos Manoso
“Keynesianer, erstaunlich! Du beweist immer wieder neu, daß du nichts weiter als ein ignoranter Dummkopf bist, der bevorzugt anderen Menschen die Dummheit unterstellt, die in deinem eigenen Hirn existiert.”

Woraus sollte den der Gewinn der Unternehmer (in Summe, Einzelne können auch mehr machen, wenn andere dafür – temporäre – Verluste fahren) bestehen, wenn nicht in Eigenkonsum und Kapitalstockzuwachs (Nettoinvestitionen). Klassische Gewinnermittlung bei Bilanzierung. Alles andere führt nur zu Schuldenexpansion, die irgendwann ihre eigene Bereinigung (Fianzabschreibungen) erzwingt. Selbst diese blödsinnige Frage, woher denn die Zinsen (für die ja kein Geld geschöpft wurde) kommen, beantwortet sich dadurch. Auch Banken müssen ihre Gewinne investieren oder über ihre Eigner verkonsumieren, ansonsten folgt ebenfalls Schuldenexpansion.

karla Februar 1, 2015 um 20:01

Keynesianer Februar 1, 2015 um 10:39

“Der Unternehmergewinn im Saldo ergibt sich aus dem Konsum der Unternehmer, den Investitionen und ……

Das alles ist bei Marx kein Thema, da entsteht der Gewinn durch die lebendige (Mehr)Arbeit.”

6 Stunden später: Keynesianer Februar 1, 2015 um 16:07

“Dass die Arbeiter auch alles erarbeiten müssen, was die Kapitalisten sich gegenseitig abkaufen, also Mehrarbeit leisten müssen, sei dabei nicht verheimlicht oder gar bestritten.”

Ja , was denn nun?

ruby Februar 1, 2015 um 20:08
QuestionMark Februar 1, 2015 um 20:10

@bleistift Februar 1, 2015 um 19:21
Er sitzt als akademischer Rat an einer Uni. Ich hab das weiter oben bereits korrigiert. Bleistift, du solltest deine Transformationsblockade überwinden! :-D

@fl
Du hast einen meiner besten Kommentare gelöscht. Ungläubiger!

Keynesianer Februar 1, 2015 um 20:33

@karla

Ja , was denn nun?

Die keynesianische Formel für den Unternehmergewinn, die oben noch um den Export (=Gewinn) ergänzt werden müsste, ist fundamental. Die Höhe der Löhne ist ja nicht auf ein Existenzminimum oder einen objektiven Aufwand für die Reproduktion der Arbeitskraft festgelegt, sondern sie ergibt sich aus Verteilungskämpfen und Marktentwicklungen.

Darum das Lohndumping in einer Währungsunion, Austeritätspolitik oder die durch Geldpolitik inszenierten Krisen. Es geht dabei immer darum, den Anteil der Arbeiter am Produkt der Ökonomie möglichst zu Gunsten des Kapitals zu senken. Dafür ist etwa die Hochzinspolitik gut oder neoliberaler Sozialabbau.

Selbstverständlich kann man hinterher berechnen, wie viele Stunden die Arbeiter für ihr Einkommen und für den Profit des Kapitals gearbeitet haben.

bleistift Februar 1, 2015 um 20:34

@ Question Mark

“Er sitzt als akademischer Rat an einer Uni. Ich hab das weiter oben bereits korrigiert.”

Ist das ein Verbrechen? Ist es überhaupt ein Argument? Ist es überhaupt irgendwas?
Wie gesagt, du bist nur irgend so ein Steinewerfer.
“Bullenschweine, Bullenschweine…”.
Und weiter?
Weiter reicht der Verstand halt leider nicht.

Eagon Februar 1, 2015 um 20:34

O heilige Transformation.

Gib mir den Glauben und die nötige Kraft.

Es ist unsinnig Styropor an Hauswände zu kleben anstatt den Menschen selbst so zu optimieren, dass er tiefere Temperaturen ertragen kann.

Da liegt viel ökologisches und ökonomisches Potential brach.

Wie erklären wir es dem Volk?

Mit der Spieltheorie und dem Chickenrun.

Lassen wir zwei Parteien auf einem Feld Chicken einsammeln (der sogenannte Chickenrun) finden wir wissenschaftlich exakt bis auf die dritte Kommastelle genau ,Zusammenarbeit durch gegenseitigen Wettbewerb bringt mehr Chicken auf den Küchentisch als Zusammenarbeit durch freiwillige Kooperation.

bleistift Februar 1, 2015 um 20:38

@ Keynesianer

“Darum das Lohndumping in einer Währungsunion, Austeritätspolitik oder die durch Geldpolitik inszenierten Krisen.”

Da kann man nun aber so und so argumentieren. Die Löhne in Griechenland sind gefallen. In Deutschland gestiegen.
Der reinen Lehre nach sollten sie in Griechenland fallen und in Deutschland steigen.
“Lohndumping in einer Währungsunion” ist so tralala.
Würde Deutschland die DM wieder einführen würde es vermutlich erst recht zu Lohndumping kommen.
Wettbewerbsfähigkeit in einem Hartwährungsland usw. usf.

Keynesianer Februar 1, 2015 um 20:41

@ruby

Bei QE ist Kapitalflucht doch Peanuts oder?
Dann druckt der Draghi doch drastischer doloses Dollarderivat …

Kapitalflucht bedeutet real, dass es Exportüberschüsse aus der ganzen Eurozone geben wird. Wir arbeiten dann immer mehr für den Export statt für uns selbst, also zu immer schlechteren Bedingungen. Es gibt dann zwar mehr Arbeit, aber dafür nichts zu beißen.

holger Februar 1, 2015 um 20:45

@Keynesianer @ruby

könntet ihr euch mal darauf festlegen, dass es keine Kapital Flucht ist, sondern Taler Taler Du musst wandern? erst wandert die DM dann wandert der Eurotz…

Ich hab schon mal gesacht: Echte Kapitalflucht möchtet ihr gar nicht erleben… Dann ist nämlich euer Bäcker wech…

Keynesianer Februar 1, 2015 um 20:46

@bleistift

Würde Deutschland die DM wieder einführen würde es vermutlich erst recht zu Lohndumping kommen.

Darum bin ich ja für den Euro bei kräftig steigenden Löhnen in Deutschland. Der Euro ist unsere Chance, zusammen mit den Italienern, Franzosen, Spaniern und Griechen die Stabilitätspolitik für alle Zeiten zu beenden und mit der Geldsparerei aufzuhören.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 20:47

@bleistift Februar 1, 2015 um 20:34
Das Verbrechen ergibt sich daraus, das jemand den Bullshit-Generator angeworfen hat und damit an einen Job rangekommen ist der vielleicht einem talentierten Wissenschaftler jetzt fehlt. War das deutlich genug? Oder gibt es immer noch Verständnisprobleme? Das hätte man übrigens alles aus dem weiter oben geschriebenen bereits herauslesen können. Meine Güte!

bleistift Februar 1, 2015 um 20:55

@ Question Mark

Du bist wirklich größenwahnsinnig.
Du meinst du wärst die hellste Leuchte am Firmament.
Dabei bist du nur so ein kleiner Knecht.
Ein kleiner Diener. Leider fehlen dir die Manieren.
Du solltest Bescheidenheit lernen.
Es gibt Menschen auf der Welt die können viel mehr als Du.
Es ist einfach peinlich den Autor des Artikels derart persönlich anzugreifen.

Carlos Manoso Februar 1, 2015 um 20:58

@ Systemfrager Februar 1, 2015 um 19:30
„wie wäre es, dass du mir auf die Frage beantwortest:
Welche Probleme gibt es mit dem Profit?“

Systemfrager, diese einfache Frage läßt sich sehr einfach beantworten: Dein Problem mit dem Profit besteht ehrlich meist darin, daß er -quantitativ betrachtet- meistens zu niedriger ausfällt als du hoffst.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 21:08

@bleistift Februar 1, 2015 um 20:55
Die Eskalation war völlig unnötig, da bereits weiter oben alles gesagt worden ist. Deine Begriffsstutzigkeit hat das aber provoziert.

bleistift Februar 1, 2015 um 21:10

@ Keynesianer

“Darum bin ich ja für den Euro bei kräftig steigenden Löhnen in Deutschland. Der Euro ist unsere Chance, zusammen mit den Italienern, Franzosen, Spaniern und Griechen die Stabilitätspolitik für alle Zeiten zu beenden und mit der Geldsparerei aufzuhören.”

Soweit ich das verstehe (und ich habe von diesen Dingen wenig Ahnung) sollten die Löhne in den sog. Hartwährungsländern steigen.
Weniger in Spanien, Italien oder Griechenland.
Vermutlich muss man aber dazu auch an das Bestehen der Währungsunion glauben.
Ich denke eben da gibt es Verbesserungsbedarf.

bleistift Februar 1, 2015 um 21:14

@ Question Mark

“Die Eskalation war völlig unnötig, da bereits weiter oben alles gesagt worden ist. Deine Begriffsstutzigkeit hat das aber provoziert.”

Ist ok. Ich Depp war leider zu blöd dich Genie zu verstehen.
Mea culpa.
Ave, Caesar, morituri te salutant.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 21:15

@bleistift Februar 1, 2015 um 21:14
Na, geht doch. Du könntest übrigens auch noch etwas an deinen Manieren arbeiten, nur so.

Carlos Manoso Februar 1, 2015 um 21:17

@Keynesianer Februar 1, 2015 um 20:46
„Der Euro ist unsere Chance, zusammen mit den Italienern, Franzosen, Spaniern und Griechen die Stabilitätspolitik für alle Zeiten zu beenden und mit der Geldsparerei aufzuhören.“

Keynesianer , in Debatte um die „Euro-Krise“ wird die überbordende Staatsverschuldung gern als Sonderproblem der „Südschiene“ gesehen. Nichts ist absurder.

Z.B hat die tickende US-Zeitbombe eine wesentlich größere Sprengkraft als die Wehwehchen in der Eurozone.

Systemfrager Februar 1, 2015 um 21:19

Dein Problem mit dem Profit besteht ehrlich meist darin, daß er – quantitativ betrachtet – meistens niedriger ausfällt als du hoffst.

Aber natürlich! Eigentlich geht es auch ohne Profit.
Und du wirst mir jetzt nicht glauben!
Den Trick beherrschen mit Bravour schon längst die Oligarchen in den ex-sozialistischen Ländern. Irgendwie, offiziell verdienen sie gar nichts. Ihre tolle Wagen, Jachten, Heuser sind irgendwie ihre Betriebskosten, die großverdiener sind ihre Frauen, Bekanten, … die auf der Lohnliste als Manger, Brater … und in jeder anderen Sicht als Leistungsträger bestens verdienen. Obwohl man sie in der Firma nie gesichtet hat.
Das ist das wahre Geheimnis des Profits. Hat schon Walras mathematisch streng nachgewiesen, dass es Profit nicht gibt.
:)

QuestionMark Februar 1, 2015 um 21:21

@Carlos Manoso Februar 1, 2015 um 20:58
Es war weiter oben alles zum Thema Profit und zugehöriger Problematik geschrieben worden. Da waren einige wohl einfach zu faul sich die entsprechenden Sachen durchzulesen.
Auch der zitierte Heinrich-Text führt doch sehr gut und leichtverständlich ins Thema ein.

Es macht keinen Sinn sich über die Borniertheit der Leute aufzuregen. Es ist einfach kein tiefergehendes Interesse an Wirtschaftsthemen da.

bleistift Februar 1, 2015 um 21:51

@ Question Mark

“Na, geht doch. Du könntest übrigens auch noch etwas an deinen Manieren arbeiten, nur so.”

Könnte ich. Klar. Nur warum?
Ich bin im realen Leben kein Diener. Habe auch nicht vor einer zur werden.
Du bist dagegen jemand der ständig jammert. Ständig klagt.
Vermutlich bist du im alltäglichen Leben also jemand der eine eher dienende Funktion einnimmt. Du bist sehr vermutlich ein Diener.
Da würde ich dir ganz konkret raten eine etwas vernünftigere Position einzunehmen.
Dann erreichst du möglicherweise auch mal was.
Mit deinem ständigen Aufbegehren und deinem ständigen Gejammer und Geklage wirst du auf keinen grünen Zweig kommen.

Ich lese deine Postings schon etwas länger. Was dir fehlt ist jede Achtung vor dem menschlichen Leben oder auch jede Empathiefähigkeit.
Du hast hier Postings getätigt die an Menschenverachtung kaum mehr etwas zu wünschen übrig lassen.
Du bist ein ziemlicher Narzisst. Ein selbstverliebtes Arsch***h.
Du bist bereit ohne mit der Wimper zu zucken Menschen zu töten.

Im realen Leben bist du ein Diener. Ein Hündchen. Man wirft ein Stöckchen und das Fragezeichen springt.

Ich finde dich fürchterlich. Da mache ich keinen Hehl draus.
Meiner Meinung nach bist du ein Monster.

Das dürfte dich aber vermutlich kaum belasten….

topi Februar 1, 2015 um 21:53

“stromausfall in Teilen Berlins”

scheint eher ein lokales Problem zu sein, weshalb Jauch heute keine neuesten Griechenlandweisheiten eruieren kann :roll:

Keynesianer Februar 1, 2015 um 21:57

Sehr interessantes Paper:

The Global Minotaur

JOSEPH HALEVI AND YANIS VAROUFAKIS

In his 1982 memoir, Years of Upheaval, Henry Kissinger said categorically that the push to increase oil prices came from the United States. It is now well accepted that Kissinger’s memoirs impart quite accurately the manner in which U.S. decision makers seized upon the OPEC-imposed embargo to push for a sharp increase in oil prices, well beyond what OPEC planned. The aim was to redress the balance of payments situation between the three major zones: the United States, Europe, and Japan. The basic assumption here was that, in the estimation of the U.S. authorities,
both Japan and Western Europe would find it much harder than the United States to deal with a significant increase in oil prices.

http://uadphil.econ.uoa.gr/UA/files/121759885..pdf (S. 61/62)

ruby Februar 1, 2015 um 21:59

@ Eagon
Wie haben Indianer Nordamerikas eine Bisonherde am zahlreichsten für den Wintervorrat erlegt?

Keynesianer Februar 1, 2015 um 21:59

Nochmal der Link:

http://uadphil.econ.uoa.gr/UA/files/121759885..pdf

Sonst von Hand kopieren bis zu ..pdf einschließlich.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 22:03

@bleistift Februar 1, 2015 um 21:51
Keine Angst, bleistift, so schlimm bin ich gar nicht. Aber was konkret hat dich besonders gestört? Ich nehmen zukünftig gerne Rücksicht auf deine Befindlichkeiten.

Keynesianer Februar 1, 2015 um 22:11

Aus dem gleichen Paper S. 62:

A second silver lining, for the United States, following the uncontrollable rise in oil prices in the 1970s, was the massive rise in interest rates spearheaded by spiraling inflation. As central banks struggled to keep the lid on prices, interest rates went through the roof. Setting aside, for the moment, the world-wide, overwhelming recessionary effects of this development, the rise of interest rates world wide were more effective in destroying the enemies of U.S. foreign policy around the globe than any military operation the United States could ever imagine. Arguably, the chain of events that led to the implosion of communism in Poland and Yugoslavia began in the seventies with the sharp rise in interest rates soon after these countries had accepted offers of substantial loans from Western financial institutions. Similarly, with third world countries, where national liberation movements had gained power despite the best efforts of the United States, and had borrowed on the international market for the purpose of underwriting much needed new infrastructure. These economies were to be plunged in a crippling debt crisis following the rise of interest rates from 3 to 30 percent in a few, short years. In fact, they have never quite recovered since.
Den Link oben bitte von Hand kopieren und eingeben.

Die Analyse in dem Paper ist ein ökonomisch-geopolitisches Meisterwerk. Mit solchen Politikern in Griechenland könnte es sehr positive Überraschungen geben. Mal sehen.

Keynesianer Februar 1, 2015 um 22:23

Das Paper gibt eine gute Idee, was die US-Politik mit der Eurozone geplant haben könnte, in Anlehnung zu der Politik Englands mit Indien. Nämlich aus den Menschen der Eurozone Exportniggersklaven werden zu lassen, wie es unser @HG immer formuliert. Man lässt die Eurostaaten also Exportüberschüsse erzielen und raubt denen dann durch Wallstreet und die CoL die Erträge mit den neuesten Finanzinnovationen:

This is very similar to the situation that Britain established in relation to India. From the end of the nineteenth century until the Great War, Britain ran a huge balance of payments deficit. The way it managed to maintain it was by having India export to the rest of the world and by taxing away, in one way or another, the surplus that India generated through its exports. These capital flows and taxes made it back to the City of London thus clearing the deficit.

Link von Hand kopieren, geht leider nicht anders (S. 63):

http://uadphil.econ.uoa.gr/UA/files/121759885..pdf

ruby Februar 1, 2015 um 22:30

“Auf einer “Roadshow” wollen Varoufakis und Tsipras außer in Frankreich in den nächsten Tagen auch in Zypern und Italien für ihre Politik werben. Ein Stopp in Berlin ist bislang nicht vorgesehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Forderungen nach einem Schuldenschnitt am Wochenende erneut eine Absage erteilt.

Auch der Fraktionschef von CDU und CSU, Volker Kauder, wandte sich im ARD Bericht aus Berlin deutlich gegen einen einen Schuldenschnitt: “Es kommt jetzt darauf an, dass Griechenland seinen Kurs weiterführt. Für die politischen Entscheidungen in Griechenland können nicht alle Steuerzahler in Europa haften.” Es bleibe dabei, dass “Leistung und gegenleistung sich gegenseitig bedingen”, sagte Kauder.”
aus:
http://www.tagesschau.de/ausland/griechenland-finanzkrise-107.html

Wenn das das bundesrepublikanische Verständnis einer Währungsunion mit No-Bailout-Rechtsbruch ist bei 175 % BIP Schuldenquote, was sollten wir Bundesbürger dazu tun?

@ holger
Beim Praktikum bei der Bank hat mein Leiter die Zeiten der Inflation abschaulich mit eigenen Erfahrungen erklärt.
Reiseweltmeister Deutschland transferiert etliche Milliarden freiwillig in die Welt, wie die Dienstleistungsbilanz ausweist.
“Größter Bestandteil des Dienstleistungsverkehrs ist der Reiseverkehr mit einem negativen Saldo von -33,5 Mrd. Euro (2006). Dieser Saldo fiel 2006 jedoch geringer aus als in den Vorjahren, weil auf der Einnahmenseite zusätzliche Einkünfte durch die im Sommerhalbjahr in Deutschland ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft eine wesentliche Rolle spielten.”
aus Wiki…
Mal sehen was 2014 mit der WM in Brasilien bringt!
;-)

ruby Februar 1, 2015 um 22:40

@ Keynesianer

Dann brauchen die Eurozinsen nur niedriger den US-Zinsen hinterherlaufen, nachdem die steueroptimierten Offshorgewinnströme gen Westen fliessen.
;-)
Liquiditätsfalle und Austerität bringen Zeit zur Strategieoptimierung.

KommentatorX Februar 1, 2015 um 22:50

@Systemfrager Februar 1, 2015 um 19:30
>>> Welche Probleme gibt es mit dem Profit? <<<

Profitgenerierung ist das Grundprinzip der marktwirtschaftlich-kapitalistischen Ökonomie.

Profit ist das ist Motiv und Ziel der als Privateigentümer tätigen Wirtschaftssubjekte.

G -> G´ist nur eine Formel, in Worten geht es um die „Plusmacherei“ (Marx).

Im Kapitalismus kein Unternehmen und kein Geschäft initiiert, ohne die Erwartung eines Plus, kein Lohnarbeiter wird eingestellt, wenn er nicht mehr einbringt, als er kostet.

Wohin dieses profitgesteuertes System führt, habe ich oben an Beispielen ausgeführt, wie z. B.
Obsolenzenzproduktion,
Rüstungsproduktion;
Kriege um Nachfrage nach Rüstungsgütern zu schaffen
millionenfach verhungernde Menschen trotz Überproduktion.
http://www.wiesaussieht.de/2015/01/30/abendland-manndeckung-und-europa-blockierte-transformation-ein-gastbeitrag-von-gerald-fricke/#comment-255825

Eine profitorientierte Pharmaindustrie will eine möglichst viele Pillen fressende Bevölkerung, selbst wenn es den Menschen schadet.

Jedes Jahr stirbt von der Zahl eine größere Mittelstadt an Arzneimittelnebenwirkungen (ca. 60.000 laut MHH-Studie).

Ist dies dem „Ökonom mit dem Hammer“ nicht bekannt?

ruby Februar 1, 2015 um 22:54
enrico Februar 1, 2015 um 22:55

Wie die Sache sich bezüglich G-W-G’ verhält ist hier ja bereits ausgiebig erklärt worden. Was aber bisher zu wenig beachtet wurde, ist die volkswirtschaftliche Berücksichtigung der unterschiedlichen Branchenproduktivität. Landwirtschaft ist z.B. IMMER viel weniger produktiv als z.B. der Maschinenbau. D.h. die produktiveren Branchen müssen die weniger produktiven Branchen subventionieren. Als z.B. Bayern noch vorwiegend ein Agrarstaat war musste dieses Gebiet via Länderfinanzausgleich subventioniert werden. Das gleiche finden wir z.B. auch beim Verhältnis Norditalien verso Mezzogiorno. Und das, was damals die BRD bzw. Italien war, ist heute eben der ganze EURo-Raum. Aus dem gleichen genannten Grund benötigt ein Gebilde wie Euroland natürlich und unbedingt einen ständigen Finanzausgleich. Dass man das bei der Konstruktion des Eurosystems einfach missachtet und sogar explizit verhindert hat, kann eigentlich nur darauf schließen lassen, dass der Euro nicht im Interesse der Bürger Europas erschaffen wurde, sondern Anderen oder Anderem dienen sollte.

Schauen wir in die ach so marktwirtschaftliche USA , dann sehen wir dass es dort sehr wohl Finanztransfers gibt und das sogar in einem nicht unerheblichen Ausmaße. Und das auch noch mittels Buchungen innerhalb des Netzes der zwölf FED-Banken. Schon komisch Amiland darf und Euroland darf nicht! Anscheinend gilt hier: Quod licet iovi non licet bovi …oder was?

Wenn es nach mir ginge, würde man nicht die entsprechenden Regionen subventionieren sondern die Gehälter der weniger produktiven Branchen. Zulasten der produktiveren Branchen. Und das europaweit. Das würde aber nur gehen, wenn nicht mehr die Unternehmen die Gehälter an die Arbeiter überweisen, sondern eine dazwischen geschaltete Instanz. So wäre dann das Einkommen der Arbeitenden pro Zeiteinheit europaweit mehr oder weniger gleich aber die Arbeitskosten der Unternehmen (sehr) unterschiedlich von Land zu Land.

Aber, na ja, wenn man das mit dem Vorgang G-W-G’ nicht kapiert hat, wie soll man dann diesen ziemlich unbekannten Vorschlag verstehen können. Und: Wie @Goodnight einmal richtig bemerkt hat, gibt es eh keine “Volkswirtschaft” sondern nur Elitenwirtschaft [sinngemäß zitiert].

Und dann kommt noch hinzu, dass es eben leider nicht nach mir geht… wie schade doch ;-(

QuestionMark Februar 1, 2015 um 23:07

@enrico Februar 1, 2015 um 22:55
Es ging Marx überhaupt nicht daraum G W G’ oder irgendetwas sonst in der Marktwirtschaft effizienter zu gestalten. Ziel war es (im Buch “Kapital – Kritik der politischen Ökonomie”) durch Darstellung des Systems eben dieses System zu kritisieren und damit eine Systemablösung zu initiieren.
Das heißt: Die Marktwirtschaft zu beseitigen und damit (im Idealfall) auch die Klassengesellschaft zu beseitigen. Es geht nicht daraum das Geld “besser zu verteilen”. Es geht auch nicht darum den Profit besser zu verteilen. Es geht auch nicht darum die Finanzierung von irgendetwas (sei es nun Griechenland, die Deutsche Bank oder dem Sozialstaat) sicherzustellen. Es geht darum NICHT mehr in Kategorien von Geld, Ware und Profitmaximierung zu denken. Beim Wirtschaften geht es um die Güterversorgung. Dazu braucht man weder Geld noch Zins noch Kapital noch Ware. Letztere Kategorien sind einfach nur ein Zeichen von Kontrollverlust.

Das war jetzt aber wirklich Marx für Dummies.

enrico Februar 1, 2015 um 23:25

@?mark

vergessen wir “Marx”, vergessen wir “Wirtschaften”, vergessen wir “Kapitalismus”. Reden wir vom Arbeiten. Vom Arbeiten der Menschen und vom Arbeiten des “Maschinals”. Je näher die betreffende Produktion in Richtung Natur angesiedelt ist, desto weniger kann die Arbeitsleistung vom Maschinal übernommen werden und je näher sie Richtung Geist angesiedelt ist, desto besser kann dabei die Arbeit vom Maschinal übernommen werden. Fakt.

Mir geht es also nicht um irgendwelche ideologischen Kategorien, sondern um eine Tatsache der Arbeits-Praxis.

Und wenn man nun so etwas wie eine Konsenswirtschaft aufbauen will, dann kann man diese Tatsache nicht einfach ignorieren.

QuestionMark Februar 1, 2015 um 23:49

@enrico Februar 1, 2015 um 23:25
Du meinst Automatisierung von Arbeit? Die ist doch prinzipiell eine super Sache. Dadurch wird einem eine Menge beschwerlicher Tätigkeit abgenommen.
Lediglich in diesem Wirtschaftssystem wird die Sache zum Problem: Um so mehr Arbeit von Maschinen getätigt wird, desto geringer tendenziell der Tauschwert des Arbeiters auf dem Sklavenmarkt. (Sofern der Verlust an Arbeitsplätzen nicht durch “neue Märkte” kompensiert werden kann; was dann wieder zum nächstem Problem – dem Wachstumsparadigma führt)
Und damit sind wir wieder beim Wirtschaftssystem und den dazugehörigen Produktionsverhältnissen. Die Ursache aller Probleme ist die Marktwirtschaft. So wird sogar die eigentliche Erleichterung (durch Automatisierung) schließlich zum Problem für die Menschen die sich auf dem Sklavenmarkt verkaufen müssen (=Tauschwirtschaft).
Solange man in Kategorien von Ware, Tausch, Zins und Geld denkt wird man keines der vorhandenen gesellschaftlichen Probleme lösen können. Stattdessen dreht man sich nur im Kreis.

Systemfrager Februar 2, 2015 um 06:46

Profite, westliche Monopole und die westliche Terrorherrschaft
Mit TTIP gegen den Rest der Welt >>>
Wie war es noch einmal:

Die Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. … Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt.

Karl Marx
PS
Nach 150 Jahren strahlt dies immer noch eine intellektuelle Kraft aus, nach der man heute oft vergeblich sucht.

Systemfrager Februar 2, 2015 um 06:54

Eine verrückte Welt:
Die bürgerliceh Ökonomie, die mathematisch so umfangreich und präzise aufgebaut ist, wie die technische Wissenschaften, liefert nur Unsinn, in Bezug auf die Realität
Eine Theorie mit großen (mathematischen) Fehlern* erzeugt immer noch, nach 150 Jahren, richtige Prognosen.
_____
*
Das Band 2 des Kapitals: “Transformationslösung” ist eideutig mathematisch falsch
Das Band 3 – Das “Akkumulationsgesetz” (die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals) ist eindeutig mathematisch falsch

Systemfrager Februar 2, 2015 um 07:18

Das größte (nichtmathematische) Fehler bei Marx war, dass er die Kapitalherrschaft durch die Arbeiterherrschaft besiegen wollte. Aber nach 150 Jahren ist leicht kluger zu sein.
Sollte die Menschheit eine humane Zukunft haben, kann dies nur geschehen, wenn die Politik (Staat) über das Kapital (Ökonomie) herrscht.
Nun wer behielt hier Recht. Ist schon klar:
Machiavelli, Hobbes, Spinoza …
Die Marktwirtschaft bzw. die Konkurrenz frei wie möglich, der Staat demokratisch und stark wie möglich

Systemfrager Februar 2, 2015 um 08:21

Ach neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee !!!!!!!!!!!!!!!!!
Schon wieder eine richtige “Verschwörungstheorie”! Russlands Präsident Wladimir Putin

„hat seinen Beschluss zur Krim und zur Ukraine nicht infolge einer großen Strategie getroffen, sondern weil er von den Protesten auf dem Maidan und der Flucht des ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch überrascht war, nachdem wir die Machtübergabe (in der Ukraine) durchgesetzt hatten“,

so der US-Präsident.

Bogus Februar 2, 2015 um 10:00

QuestionMark
Sehr schöne Diskussion hier mit dem Keynesianer.

Ein großes Fragezeichen habe ich allerdings vor Augen, wenn ich diesen deinen Satz hier lese:
“Die Güter müssen nach benötigten Resourcen und nach Qualität des Bedarfs produziert und verteilt werden. ”

Wer entscheidet in der schönen neuen D?R über die “Qualität des Bedarfs”? Darf der kleine Bogus dorten weiterhin seine Art von Musik spielen
https://www.youtube.com/watch?v=jxjeqCd6Zm0
oder muss er dort brav “seinen Drachen steigen” lassen?
https://www.youtube.com/watch?v=4ez_d_U7YuU

Linus Februar 2, 2015 um 10:19

@Systemfrager:
“Eine Theorie mit großen (mathematischen) Fehlern* erzeugt immer noch, nach 150 Jahren, richtige Prognosen.”
Ich finde das nicht sooo erstaunlich.
- ““Transformationslösung” ist eindeutig mathematisch falsch”,
weil sie den Mehrwert als fixe Grösse annimmt anstatt als Variable in einem System gekoppelter Differentialgleichungen (durch diese “Fixierung” lässt sich der Mehrwert für den Verteilungskampf instrumentalisieren).
- “das “Akkumulationsgesetz” (die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals) ist eindeutig mathematisch falsch”,
weil es davon ausgeht, dass steigende Mechanisierung (Einsparung von Arbeitskräften) immer die Profitrate erhöht. Das ist in dieser Absolutheit falsch, in der Mehrzahl der Fälle scheint es jedoch zu stimmen.

Das “Akkumulationsproblem” als Grundroblem des Kapitalismus basiert aber auf einem viel einfacheren und fundamentaleren Zusammenhang (s. mein Post Januar 30, 2015 um 22:18), nämlich der Geschlossenheit des Systems (die Einnahmen der einen sind die Ausgaben der anderen), was Marx zutreffend als zentral hervorgehoben hat (erkannt war es schon früher). Daraus leitet sich ein Grossteil der Prognosen ab.

holger Februar 2, 2015 um 10:45

Enrico

Du sprichst schon das Richtige an. Aber auch hier leider der Trugschluß, ein Unternehmer hätte Kosten oder der Unternehmer bezahlt seine Sklaven aus eigener Tasche. Das mag ja in einer Start-Up Phase so sein. Aber auf Dauer ist das nicht so. Da trägt eben der Kunde alle Kosten, die ein Unternehmer hat, plus den kalkulatorischen Gewinn/Zins etc.pp. Das nennt sich dann eben Umsatz. Hierbei kann es sich auch um Subventionierte Einnahmen handeln.

Der Unternehmer nimmt also Geld ein, und leitet das dann eben weiter, in Form von Lohn Steuern Abgaben Kredittilgung etc.pp. Kosten außer den Zeitaufwand, hat ein erfolgreicher Unternehmer nicht. Sonst wäre er Pleite. Deswegen mag ich das Wort „Kosten“ eigentlich nicht zu 100%, und sage dazu lieber öfter mal „Aufwand“.

Was hat das also für Folgen, wenn der Lohn nicht mehr vom Unternehmer ausgezahlt werden würde? Dann müsste der Unternehmer den Lohnkosten Anteil irgendeinen Bürokraten überweisen, der dann bestimmt, wie viel jeder Knecht zu bekommen haben darf.

Gut, wäre ja ne tolle Idee, könnten einige doch ihre Lohnbuchhaltung schließen. Und die Lohnbuchhalter fangen bei der Lohn-Auszahlungs-Verwaltungs-Behörde an. Wie gesagt, gerade in Deutschland müsste das diskutabel sein. Da gibt’s dann wieder ganz viele hochwichtige Angestellte bei der neuen Behörde und alle sind froh wichtig zu sein. Und man kann wieder Durchschläge endlich wieder tackern.

Ich weiß zwar nicht, warum hier einige immer nach dem Staat rufen, aber irgendwie ist das wohl mit der Muttermilch weiter gegeben worden. Ich denke der allgemeine Michel ist froh, wenn er verwaltet wird. Kaiser Führer Mutti Hauptsache man wird verwaltet. Am besten jeder noch ne Uniform mit hochwichtigen Orden und Abzeichen, dann läuft es wieder rrrrrrrrund.

So richtig habe ich ja gar nichts dagegen. Ein Staat hat nun mal auch eine Verwaltung. Nur bin ich der festen Überzeugung, man kann es auch übertreiben. Man könnte es ja mal wagen 16 Jahre oder so, den „Staat“ ruhen zu lassen. Oder brauchen wir tatsächlich eine Dauer Präsenz von Politik? Auch bin ich der Meinung, dass diese Form der permanenten Politik auf Dauer schädlich ist. Denn die Politik muss Probleme schaffen, die es ohne die Politik vermutlich nicht geben würde.

Es ist doch erstaunlich, dass die Todesrate nahezu unverändert bleibt, trotz Rauchverbot am Bahnsteig, Arbeitsplatz und Kneipe. Im gleichen Zeitraum die Anzahl der depressiver Sklaven gestiegen ist. Und dabei noch die Geburtenrate sinkt.

Wie viel Anteil daran wird wohl die „Politik“ haben? Mir gehen die Penner da Oben wirklich auf den Sender. Warum sollen die auch noch Löhne verwalten? Das musste mir mal erklären.

Das einzige, was die Politik Eurotzraumweit einführen könnte, wäre ein „BGE“ oder nenn es wie du willst. Diese „Parallelwährung“ ist nicht frei handelbar, wird nicht Verzinst und hat nur Kaufkraft im Eurotzraum. Hier könnte man einen Ausgleichsmechanismus schaffen.

Dieses „kostet“ auch nichts, da wir ja ein Steuer und Abgaben System haben, das in kürzester Zeit den Eurotz II wieder aufsaugt. Dieser Eurotz II ist lediglich Bit und Byte, Cash gibt es davon nicht. hortbar bis maximal 15.000/Person. Darüber hinaus gibt’s nichts mehr. Wie gesagt, gibt auch keine Zinsen.

Die Geldmenge ergibt sich über die Anzahl der Köpfe im Eurotzraum. Da das „Geld“ eine Kennung bekommt, kann man es immer wieder zu ordnen. Das wäre optimal für den Überwachungsstaat.

Eine Geldflucht wäre auch nicht möglich, da es nur im Eurotzraum eingesetzt werden kann. Und auch nur dort „legales“ Zahlungsmittel ist.

Somit brauche ich auch keinen Länderfinanzausgleich. Mit dem Eurotz I kann man weiter so verfahren wie bisher. An diesen kommt der Michel oder der Costas oder der Luigi nur über den Lohn dran. Der Unternehmer verbucht Eurotz II so, als ob dieser Eurotz I wäre. Das Geld hat aber eben immer noch die Kennung. Dh, auch der Unternehmer kann es nicht im Ausland investieren.

Erst bei Auszahlung eine Lohnes mutiert der Eurotz II zum Eurotz I

Der Unternehmer kann nun wählen, Investieren oder Löhne erhöhen. Somit bleibt das heilige Recht auf Aaaabeit erhalten. Die Küchenpüchologie und Glaskugel sagt mir: Dass der Mensch zum Eurotz I drängt. Ach wir Armen :D Denn nur den gibt es in Cash mit Verzinsung. Und was ist schöner, als Scheinchen zu zählen.

Die Kaufkraft von I zu II ist 1:1 . Nur das €II nicht die „Vorteile“ hat, wie €I… ;)

Dh den €II gibt es Bedingungslos zum Leben, den €I gibt es nur unter der Bedingung AAAABEIT.

Da der Eurotz II keinerlei Verzinsung kennt, weder positiv noch negativ, in der Hortung limitiert, und nur im Eurotzraum Kaufkraft hat, kann man in Bedenkenlos ausgeben, bzw. Investieren.

Der Unternehmer bekommt durch den €II im Umsatz, eine zinslose Einnahme. Nur durch die Auszahlung von Löhnen/Gehälter, wandelt er den €II in €I um. Sein sonstiger Aufwand/Kosten wird in €II verbucht.

Davon profitieren insbesondere Personal intensive Unternehmen. Die Vollautomaten Bäckerei weniger, da es hier zu weniger Lohnzahlungen kommt, oder diese eben ziemlich hoch sein müssten, um Eurotz I haben zu wollen. Und da grabscht Väterchen unbarmherzig wieder zu. In seiner unendliche Güte :D

Dh ich schaffe einen Anreiz mit einer „Guten“ Währung und einer „Schlechten“.

Die Frage: Ob ich mir mit dem €II einen Kredit aufnehmen kann, muss schlicht und einfach mit NEIN beantwortet werden. Der Eurotz II dient lediglich der „erweiterten“ Existenzsicherung von Geburt bis zum Sensemann. Ohne Anträge ohne Verwaltung und sonst welchen Schmock.

In den Genuss Kredite aufnehmen zu können, komme ich nur über den Eurotz I und der ist eben mit der Menschlichen Aaaabeit und Lohnauszahlung verbunden. Dadurch wird auch die „Rente“ besser gestellt. Diese gibt es zum „BGE“ oben noch als Hundekeks drauf.

Da ich ja meine liebenswerten Artgenossen kenne: Eurotz I HABEN WOLLEN…

Und dann möchte ich mal die Lohnverhandlungen sehen :D

Jeder Europäer erhält die gleichen Möglichkeiten, was das einzelne Individuum daraus macht, ist vollkommen dem Individuum überlassen. Und das schöne daran ist: REICH kann man nur über den Eurotz I werden. Und den gibt es bekanntlich nur über die Lohnauszahlung.

Und wer jetzt meint, das wäre zu teuer, oder die Frage stellt, wer soll das bezahlen, der braucht wirklich 1000 Peitschenhiebe. Da wären die durchaus angebracht.

Linus Februar 2, 2015 um 11:00

@Systemfrager Februar 2, 2015 um 08:21:
https://www.youtube.com/watch?v=bmUNCsT8TjU

ruby Februar 2, 2015 um 11:23

@holger
Systematik OK
Aber Vereinfachung der Abgaben unrealistisch
Registrierte direkte Geldschöpfung und -Zahlung ist ausreichend
EZB-Konto für Jeden mit Clearing

ruby Februar 2, 2015 um 11:27

@holger
Mit Kreditgewährung in Höhe der %ualen Tilgung fällt Unterscheidung Betrieb Arbeiter weg!

Systemfrager Februar 2, 2015 um 13:07

Schon wieder einmal. Die ganze Welt hat wieder einmal was gegen Deutschland. Die böse böse böse böse Welt

“Sie können Länder, die sich mitten in einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen”, sagte Obama am Sonntag im Interview mit dem US-Fernsehsender CNN. Bei einer Wirtschaft, die sich “im freien Fall” befinde, brauche es vor allem eine Wachstumsstrategie. Nur so könne ein Land seine Schuldenlast reduzieren.

Carlos Manoso Februar 2, 2015 um 15:54

@Systemfrager Februar 2, 2015 um 06:54
„Eine Theorie mit großen (mathematischen) Fehlern* erzeugt immer noch, nach 150 Jahren, richtige Prognosen.
_____
*
Das Band 2 des Kapitals: “Transformationslösung” ist eideutig mathematisch falsch
Das Band 3 – Das “Akkumulationsgesetz” (die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals) ist eindeutig mathematisch falsch“

Systemfrager., dieses „Gesetz“ bzw. die „Kritik“ daran wird meistens -oft aus Nichwissen oder sogar Dummheit-in einen falschen Zusammenhang gestellt. Tatsächlich zeigt dieses „Gesetz“ nur die historische Präsenz des inneren Selbstwiderspruchs des Kapitalverhältnisses an, auch im Wirken des historischen Kpmpensationsmechanismus und trotz der historisch erscheinenden äußeren bzw. inneren Expansionsbewegungen des Kapitals.

Der Grund der Krise liegt letztlich darin, daß die gesamtgesellschaftliche Wert- und Mehrwertmasse, um die sich die Konkurrenzteilnehmer bewußtlos und dumm balgen, schrumpft.

Systemfrager Februar 2, 2015 um 16:03

Der Grund der Krise liegt letztlich darin, daß die gesamtgesellschaftliche Wert- und Mehrwertmasse, um die sich die Konkurrenzteilnehmer bewußtlos und dumm balgen, schrumpft.

Sollte dies eine Marx-Interpretation sein, hast du keine Ahnung.
- Die Mehrwertmasse kann nicht schrumpfen, insoweit die Zahl der Arbeiter nicht schrumpft, vorausgesetzt die Mehrwertrate blieb gleich.
- Bei Marx gibt es keine Theorie der ökomischen Zyklen, es sei, die angebliche Marktanarchie alleine würde zu ihnen führen.
- Der Akkumulationsprozess hat bei Marx Probleme deshalb, weil die org. Zus. des Kapitals wächst. (Unsinn!)

Carlos Manoso Februar 2, 2015 um 16:10

@ Linus Februar 2, 2015 um 10:19
“die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals) ist eindeutig mathematisch falsch”,
weil es davon ausgeht, dass steigende Mechanisierung (Einsparung von Arbeitskräften) immer die Profitrate erhöht. Das ist in dieser Absolutheit falsch, in der Mehrzahl der Fälle scheint es jedoch zu stimmen.“

Linus, die „steigende organische Zusammensetzung des Kapital“ vermindert auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene pro eingesetztem Geldkapital den Anteil der allein Neuwert schöpfenden Arbeitskraft relativ, während die Kosten des Sachkapitals- die sich auf das rein dingliche Aggregat beziehen und hinsichtlich der weiteren Akkumulation von „abstraktem Reichtum“ steril bleiben – relativ ansteigen.

enrico Februar 2, 2015 um 16:16

@ holger

Du sprichst schon das Richtige an. Aber auch hier leider der Trugschluß, ein Unternehmer hätte Kosten oder der Unternehmer bezahlt seine Sklaven aus eigener Tasche. Das mag ja in einer Start-Up Phase so sein. Aber auf Dauer ist das nicht so. Da trägt eben der Kunde alle Kosten, die ein Unternehmer hat, plus den kalkulatorischen Gewinn/Zins etc.pp. Das nennt sich dann eben Umsatz. Hierbei kann es sich auch um Subventionierte Einnahmen handeln.

Nein, dieser Trugschluss besteht nicht (zumindest bei mir nicht)! Die Unternehmen -und damit sind alle Unternehmen einer VoWi gemeint- verschulden sich um die Gehälter zu bezahlen. In der Regel (um nicht das Wort “idealtypisch” zu verwenden, das Du ja so scheiße findest) entsteht bei dieser Verschuldung erst das Geld um die Arbeitenden zu bezahlen. Natürlich sollte dann am Ende der Kunde alle Kosten der Produktion übernehmen.

Wenn es nach mir ginge, dürfte das Unternehmen aber dann nicht mehr einnehmen, wie es vorher ausgegeben hat, also keine Gewinne machen. Der UnternehmeR-Profit muss dabei also ein Teil der Produktionskosten werden und ebenso vor-Finanziert werden. Nur so kann es ohne ständige Inflation und Preisinstabilität Geld für Profit geben. Die Keynesianer sehen das z.B. und bevorzugen ständige Inflation durch laufende Lohnerhöhungen. Geht natürlich auch, ist aber nur eine Pfusch-Lösung. Und die “Marxisten” wissen noch immer nicht um was es eigentlich geht. Und wie gesagt, leider geht es nicht nach mir.

Der Unternehmer nimmt also Geld ein, und leitet das dann eben weiter, in Form von Lohn Steuern Abgaben Kredittilgung etc.pp. Kosten außer den Zeitaufwand, hat ein erfolgreicher Unternehmer nicht. Sonst wäre er Pleite. Deswegen mag ich das Wort „Kosten“ eigentlich nicht zu 100%, und sage dazu lieber öfter mal „Aufwand“.

Auch hier müsste die Reihenfolge umgekehrt sein: Zuerst Ausgeben, dann Einnehmen. Steuern, Löhne, Gebüren, Tilgung von Investitionskrediten, Erwerb von Sparguthaben, alles das müsste ZUERST mittels Verschuldung vor-finanziert werden. Der Verkauf der Produkte muss dann diese Verschuldung unbedingt vollständig tilgen. Und wenn es nach mir ginge, möglichst ohne Überschuss!

Was hat das also für Folgen, wenn der Lohn nicht mehr vom Unternehmer ausgezahlt werden würde? Dann müsste der Unternehmer den Lohnkosten Anteil irgendeinen Bürokraten überweisen, der dann bestimmt, wie viel jeder Knecht zu bekommen haben darf.

Zugegeben, ich bin auch kein Freund von Behörden und bin mir noch nicht ganz sicher, wie man das am angenehmsten lösen könnte. Was mir aber gefällt an dieser Idee ist, 1. dass die Unternehmen unabhängig von der familiären Situation ihrer Beschäftigten immer den gleichen Preis für die Arbeitseinsätze zahlen müssen und die Beschäftigten ein unterschiedliches Einkommen erhalten können, das sich je nach der familiären Belastung richtet und 2. dass das Verhältnis Unternehmer – Arbeitsleister (fälschlicherweise “Arbeitnehmer” genannt) eine ebenbürdigere Form annimmt. Es ist dann kein “ich-bezahledich-also-mach- was-ich-dir-sage-Verhältnis mehr sondern eher ein professionelles Ausführen eines Diensleistungs-Auftrages und eben 3. dass man damit die naturgegebne unterschiedliche Produktivität der Branchen ausgleichen kann, ohne dies auf die Gehälter abzuwälzen. Dann vedient die Krankenschwester und der Landarbeiter auch genausoviel, wie die Arbeiter in der (sagen wir) KFZ-Industrie. Also, jetzt müssen wir nur noch das Problem “Behördendödelei” lösen. Wie sollte die zwischengeschaltete Instanz organisiert sein? Gute Ideen sind hochwillkommen.

enrico Februar 2, 2015 um 16:18

@ quest-mark

»»»»Du meinst Automatisierung von Arbeit? Die ist doch prinzipiell eine super Sache. Dadurch wird einem eine Menge beschwerlicher Tätigkeit abgenommen.«««««

Nein, ich schreibe von etwas, worum sich Carlos Marx nicht groß gekümmert hat:

Ich schreibe von der Subventionierung der Arbeitskosten für weniger produktive Branchen durch die Branchen von höherer Produktivität.
Um damit einen Ausgleich innerhalb einer VoWi oder auch zwischen den VoWi’s zu schaffen.

Branchen von niedrigerer Produktivität sind z.B. die Landwirtschaft, Pflegedienste und vielleicht auch Gastronomie etc. also alles, was “näher an der Natur” liegt. Branchen höherer Produktivität sind alle Arbeiten, die “näher am Geist” sind, also high tech-Dinge, Maschinenbau, KFZ-Produktion etc.

Linus Februar 2, 2015 um 16:28
Linus Februar 2, 2015 um 16:39
holger Februar 2, 2015 um 16:44

enrico

—>>>Wenn es nach mir ginge, dürfte das Unternehmen aber dann nicht mehr einnehmen, wie es vorher ausgegeben hat, also keine Gewinne machen”

Dann stelle ich dich einfach nicht an… Musste halt dir einen anderen Ochsen suchen, der die ganze “Verwaltung” und “Zukunftsperspektiven” für dich übernimmt.

Schwachsinn hoch 12 ehrlich…

Das kann man meinetwegen in einer Kommune machen… selbst da klappt das noch nicht mal…

Entweder hast du tatsächlich keine Ahnung vom Geist eines Unternehmers, oder du tust nur so.

Wenn du diesen Krams haben willst, dann fang beim Staat an… Wärst vermutlich der Erste, der sich bei der dann errichteten Lohn-Verwaltungsbehörde am wohlsten fühlt.

—>>>Zugegeben, ich bin auch kein Freund von Behörden und bin mir noch nicht ganz sicher, wie man das am angenehmsten lösen könnte.”

Dann versuch es mal zu lösen.

—>>>Dann vedient die Krankenschwester und der Landarbeiter auch genausoviel, wie die Arbeiter in der (sagen wir) KFZ-Industrie.”

Falscher Ansatz… müsstest du merken…

Bei meinem Ansatz werden Personalintensive Unternehmen bevorzugt. Das Bedingungslose Grundeinkommen ist gleich… nur der Zusatz unterschiedlich. Und dieser entwickelt sich nach Bedarf oder Nachfrage.

Man fällt nicht in das Bodenlose, sondern kann sich neu Orientieren.

Wenn man denn will. Wenn nicht dann eben nicht. Dann bleibt man eben in dem Eurotz II “BGE”.

holger Februar 2, 2015 um 16:48

enrico

—>>>Auch hier müsste die Reihenfolge umgekehrt sein: Zuerst Ausgeben, dann Einnehmen. Steuern, Löhne, Gebüren, Tilgung von Investitionskrediten, Erwerb von Sparguthaben, alles das müsste ZUERST mittels Verschuldung vor-finanziert werden. Der Verkauf der Produkte muss dann diese Verschuldung unbedingt vollständig tilgen. Und wenn es nach mir ginge, möglichst ohne Überschuss!”

Wenn du genau gelesen hättest, würdest du bei mir auch die “Start-Up” Phase gelesen haben…

Da geht es um die “Vorfinanzierung” nichts anderes machen “Start-Up” Unternehmen, wenn sie private Kohle einsammeln. Auch zB von der Frau Quandt.

Aber danach, müssen sie auf eigenen Füßen stehen können, und ohne weitere Kredite auskommen (Beleihungsgrenze)

Bewertung… etc.pp.

Carlos Manoso Februar 2, 2015 um 16:48

@Linus Februar 2, 2015 um 16:39
„Carlos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Reswitching“

Linus, und ???

ruby Februar 2, 2015 um 18:38

@ enrico 16:16

isch liebe Disch

und holger wird auch noch konvertieren (da er soviel versteht, darf er auch Betriebsabrechnung/Kostenrechnung zu den Leistungen dokumentieren, was und wie wird jährlich überprüft – Benchmarking)

habe die “behördliche” organisatorische Lösung, Verwaltung bereits entworfen !
und preisrechtliche, kalkulatorische Leitsätze zu Selbstkosten existieren bereits, die gefallen auch Unternehmern ;-)

ruby Februar 2, 2015 um 18:43

@ holger

Frankie Bernankie kriegt doch mit seiner betrieblichen Erfahrung die passende individuelle Programmierung hin oder?
;-)

Systemfrager Februar 2, 2015 um 19:01

Vier-Billionen-Dollar-Haushalt: Obama pfeift aufs Sparen
SPON >>>
Ist das nicht eine nachfrageorientierte Maßnahme, ein Keynesianismus ohne Keynes?
Es gibt zwar bessere nachfrageorientierte Maßnahmen, aber die “zweitbeste” ist doch besser als nichts. Die deutschen Ökonomen-Vollidioten würden das natürlich nie begreifen.

karla Februar 2, 2015 um 22:21

Linus Februar 2, 2015 um 10:19

“….weil sie den Mehrwert als fixe Grösse annimmt anstatt als Variable in einem System gekoppelter Differentialgleichungen”

Da sich erst bei der Realisierung auf dem Markt (Konkurrenz) erweist was ein Einzelkapital tatsächlich sich an Mehrwert aneignen konnte, sind Überlegungen wie ” in einem System gekoppelter Differentialgleichungen” Sandkastenspiele (wenn es der Zufall so will kann das auch mal deckungsgleich sein).

Der Anarchie des Marktes läßt sich nicht mit Differentialgleichungen beikommen. Auch nicht mit der Umterscheidung von fixen und variablen Größen. Fix ist da natürlich gar nichts. Nicht mal der Gewinn oder Profit. Wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre industrielle Anwendung unter kapitalistischen Gegebenheiten ändern sich weltweit ununterbrochen.

Warum sich also immer wieder positiv zu den Problemen des Marktes stellen? Man versucht, so weit man sich dazu selbst in der Lage sieht, dies zu erklären und gut ist.
Dem tagtäglichen Ärger versucht jeder nach seinem Verständnis sich zu stellen. Kann man auch organisiert z.B. in Gewerkschaften, attac, Occupy etc. betreiben. Aber auch das hat alles seine Grenzen am Markt, welcher der Anarchie entkleidet, kein Markt mehr wäre.

bleistift Februar 3, 2015 um 19:55

Hier ein Link zu einem Beitrag von Hans Hütt.
Ich denke der Artikel passt gut zu dieser Diskussion:

http://www.anlasslos.de/?p=581

worms Februar 8, 2015 um 14:16

Unfassbar-, wo stünde man heute, wäre schon in den 1960´ern eine 10-Stunden-Woche angegangen worden—

Zeit ist Zeit, Geld ist Geld – ersteres hat man und letzteres bekommt man irgendwann. Idealerweise vertragen sich beide für mich miteinander und ich kann irgendwo dazwischen leben. So viele Eindrücke, Fragen und Ideen vs. zu wenig Zeit ist doch das eigentliche Dilemma, sich Schritt für Schritt von Lebenszeit raubenden Dingen zu befreien, der eigentliche Fortschritt.

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