Der Schreihals Bild und das Poesiealbum des Journalismus

by f.luebberding on 26. Februar 2015

Im Bundestag werden Morgen wahrscheinlich fast alle Abgeordneten zugunsten der Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland abstimmen. Sogar die Fraktion der Linken hat das signalisiert. Die Bild erkennt darin eine Marktlücke und sagt Nein. Das regt viele Journalisten auf, sogar den DJV als einen ihrer Berufsverbände.

“Die Selfie-Aktion von Bild.de überschreitet aber die Grenze zur politischen Kampagne“, kritisierte Konken. Darüber hinaus sei es medienethisch bedenklich, dass ein ganzes Volk für die finanzpolitischen Fehlentscheidungen seiner Politiker diffamiert werde. „Die Verunsicherung über die Auswirkungen der Griechenland-Krise auf Deutschland ist groß“, sagte Konken. In dieser Situation sei umfassende und kritische Berichterstattung Aufgabe aller Medien, nicht jedoch der Start einer politischen Kampagne.”

Aber wann soll es einen besseren Zeitpunkt für den Start einer politischen Kampagne geben als heute? Offenkundig repräsentiert der Bundestag in dieser Frage keineswegs das ansonsten vorzufindende Meinungsspektrum in der deutschen Öffentlichkeit. Deswegen ist diese Entscheidung im Bundestag weder undemokratisch, noch fehlt es ihr an Legitimation. Aber Medien dürfen das zum Ausdruck bringen. Diese tantenhafte Diktion des DJV namens “umfassende und kritische Berichterstattung” sei “Aufgabe aller Medien” ist ein schöner Spruch aus dem Poesiealbum des Journalismus. Politische Kampagnen waren nämlich schon immer Teil des politischen Diskurses, der Morgen im Bundestag allerdings nicht in der Form stattfinden wird, wie er dem Meinungsbild in der Öffentlichkeit entspricht. Das kann noch nicht einmal der DJV bestreiten.

Was die Bild unter Kampagne versteht, ist hinreichend bekannt. In diversen Studien hat sich die Otto-Brenner-Stiftung mit der Bild beschäftigt. Deren Grundaussage lässt sich so zusammenfassen:

So präsentiert sich „Bild“ als die Stimme eines Volkes, das keine zwei Meinungen hören, keinen zusammenhängenden Gedanken lesen und seine Sprache nur im Simpel-Slang verstehen kann – und solche Eliten, die neben sich nur ‚das dumme Volk‘ sehen, glauben „Bild“. „Bild“ will keine Beiträge zur öffentlichen Meinung liefern, „Bild“ will die öffentliche Meinung selbst sein. Wer abweicht, wird abgelehnt; wer es anders sieht, sieht es falsch; wer es wagt, etwas anderes zu sagen, muss damit rechnen, ausgepfiffen, lächerlich gemacht, buchstäblich verfolgt zu werden. Für die Marke „Bild“ liegt hier die Schlüsselstelle: Wird dem Blatt der Nimbus „Volksstimme“ genommen, schrumpft es zu einem etwas lauteren Schreihals.”

So funktionierte die Bild aber schon immer. Politische Kampagnen finden trotzdem jeden Tag statt, ob nun mit Bild oder ohne, wo sich einzelne Medien mehr oder minder offen positionieren. Das kann die Ukraine sein, Russland, TTIP, Pegida, die NSA und Edward Snowden, oder eben ein anderes Thema. Der Kampagnencharakter wird aber zumeist nur der jeweils anderen Seite unterstellt. Dafür betrachtet sich jeder selbst als Teil einer “umfassenden und kritischen Berichterstattung”, deren herausragendes Kriterium mittlerweile vor allem darin zu bestehen scheint, auf der richtigen Seite zu stehen. Medienpolitisch werden diese Kampagnen aber erst dann zu einem Problem, wenn sie nicht mehr kontrovers diskutiert werden – oder Medien nichts anderes mehr tun als nach solchen Mustern zu funktionieren.

Daher lohnt sich noch ein weiterer Blick in die schon zitierte Studie. Wie die Bild funktioniert, wissen wir ja schon seit langem.

“Verloren hat „Bild“ sein Alleinstellungsmerkmal, als einziges nationales Massenmedium auf nichts als ‚Quote‘ aus zu sein. … . Die Verwandlung von Journalismus in Marktgeschrei nimmt im Funk- und Printbereich insgesamt zu, die Grenzen journalistischer Kommunikation werden ausgereizt und inzwischen auch von anderen regelmäßig überschritten. Solche Entwicklungen sind für die „Bild“-Zeitung ein großer Vorteil: Denn „Bild“ ist bereits dort, wo sich andere – publizistisch und betriebswirtschaftlich – hinbewegen. Diese Umstände machen „Bild“ zu einem Leitmedium; sie steht im Zentrum, sie ist ‚in der Mitte‘ der politischen Öffentlichkeit angekommen.”

Die Bild artikuliert eine Stimmung, die Morgen im Bundestag keinen Ausdruck finden wird, inszeniert sich selbst als Volkes Stimme, um diese Marktlücke mit ihrem Geschrei zu besetzen; und kann dann genüßlich abwarten, wie alle Kritiker den dazu passenden Chor der Empörung abliefern. Die Bild operiert dabei so geschmacklos, wie man es von ihr schon immer kannte. Manche Kampagnen-gestählten Kritiker der Bild werten sie sogar auf, indem sie Bild offensichtlich mit Volkes Stimme assoziieren – und nicht mit der von Kai Diekmann. Allerdings muss der Chor der Empörten aufpassen, nicht das eigentliche Thema namens Bild zu verpassen.

“Zugleich lässt dieser Erfolg die Zukunft für „Bild“ ungemütlich werden. Sie lebt davon, Grenzen zu überschreiten, die andere einhalten. Wenn die herkömmlichen Schranken beispielsweise zwischen Journalismus, PR und Werbung bröckeln – und im Internet beginnen sie zu verschwinden –, dann versiegt die Kraftquelle des Blattes: „Bild“ wird zu einer Veröffentlichung unter anderen – mit dem Risiko, unter ‚ferner liefen‘ zu landen.”

Mit diesem Risiko sollte man sich beschäftigen. Kai Diekmann hat seine Konkurrenz nämlich schon längst zu fürchten. Die ist mehr zu fürchten als der Bild-Chefredakteur.

{ 1539 comments… read them below or add one }

H.K.Hammersen März 11, 2015 um 10:15

@Morph
“Mir jedenfalls scheint die Zukunft eher in einer anderen europäischen Union zu liegen als in einer Rückkehr zum Nationalismus.”

Dem kann ich mich anschließen. Allerdings bezweifle ich, dass die Integration, die zum Erhalt des Euro notwendig wäre, mit allen derzeitigen Mitgliedern möglich ist. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Reihenfolge – Erst gemeinsame Währung, dann die politische Vertiefung – nicht funktionieren wird. Durch die Fliehkräfte werden einige am Rand von der Kante rutschen.

Im Moment ist es doch so, dass der Peripherie gesagt wird, ihr müsst euch, wenn wir euch auf der Scheibe halten sollen, bedingungslos der Zentrale unterwerfen und akzeptieren, dass die großen Länder zwar die Spielregeln dafür bestimmen, diese selbst aber nicht diesen Regeln unterworfen werden.

Der Kreis der Länder müsste verkleinert werden. Das hätte aber zur Folge, dass die Dominanz Deutschlands noch zunehmen würde. Das politische Personal in D zeigt aber keine Anzeichen, bereit zu sein, die Führung zu übernehmen. Man gibt lieber den pingeligen Buchhalter.
So bleibt es beim Gewürge der unterschiedlichen Institutionen mit all den Kompetenzstreitigkeiten, mal mit- und auch mal gegeneinander.
Das Ergebnis wäre Zufall. Mit TINA ist da nichts. Kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen können eben zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Morph März 11, 2015 um 10:22

@Linus

“Und nochmal: Es handelt sich in vieler Hinsicht nicht um Versagen, sondern um gezielte Torpedierung dieser Erwartungen. Das ist, als würde der Klempner dir mit Absicht die Scheisse ins Bad leiten. Du würdest nicht nur den Klempner wechseln, sondern ihn vorher noch den Dreck aufwischen lassen.”

Die Erwartungen an politische Entscheider sind aber inhaltlich nicht eindeutig bestimmt, sondern je nachdem, welcher gesellschaftlichen Gruppe man angehört, verlangt man von Politik inhaltlich sehr Unterschiedliches. An den großen Vermögen hängt naturgemäß auch das politische Interesse derer, die von den Zahlungen der großen Vermögen abhängig sind.

Die allgemeine Beschreibung der politischen Aufgabe, für Rahmenbedingungen zu sorgen, dass alle gesellschaftlichen Einrichtungen ihre Aufgaben erfolgreich erfüllen können, ist ja ein inhaltlich unbestimmter Formelkompromiss. Was im Einzelnen die geeigneten Rahmenbedingungen sind, ist natürlich höchst umstritten.

Wenn Du schreibst, dass die allgemeinen Erwartungen an Politik gezielt torpediert würden, was meinst Du damit genau? Dass z.B. Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sich denken: Hm, wie können wir es wohl am ehesten hinbekommen, dass es den Leuten schlecht und schlechter geht? Wie können wir das Wohlergehen der Bevölkerung am besten verhindern?

Das ist doch absurd!

holger März 11, 2015 um 10:26

—>>> Dass z.B. Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sich denken: Hm, wie können wir es wohl am ehesten hinbekommen, dass es den Leuten schlecht und schlechter geht? Wie können wir das Wohlergehen der Bevölkerung am besten verhindern?

Das ist doch absurd!”

Absurd ist das, dass das Ergebnis der letzten 25 Jahre es zeigt. Und das hat nicht nur mit AM oder WS zu tun.

Das ist ein roter Faden, der sich dadurch zieht. Oder kannste Du mir nur eine Reform nennen, die etwas FÜR das Wohlergehen hatte?

Keynesianer März 11, 2015 um 10:27

@ H.K.Hammersen

Das hätte aber zur Folge, dass die Dominanz Deutschlands noch zunehmen würde. Das politische Personal in D zeigt aber keine Anzeichen, bereit zu sein, die Führung zu übernehmen.

Es gibt doch keine Dominanz Deutschlands, sondern das soll den Schäfchen nur so erscheinen, damit sie nachher Deutschland und die Deutschen für die Eurokrise verantwortlich machen. Niemand anders als unser Sparschräuble zur Verschärfung der Eurokrise und des Elends der Menschen hat das selber betont: Deutschland ist zu keinem Zeitpunkt nach 1945 souverän gewesen und ist es bis heute nicht.

Dass die wirklichen Drahtzieher der falschen Wirtschaftspolitik den größten Wert darauf legen, dass in allen Krisenstaaten die Wut sich gegen die deutsche Regierung richtet, die ihrerseits alles fördert, was diese Wut der Opfer der Krise noch schürt, ist ja verständlich.

So dumm ist vermutlich noch nicht mal Merkel, dass sie den Schaden der verdammten Sparerei im Geist der schwäbischen Hausfrau nicht selber erkennt – und Schäuble sowieso. Die müssen das aber durchziehen, nur darum dürfen sie in Berlin die deutsche Regierung spielen. Jedenfalls wird sich aller Hass gegen Deutschland richten und die Griechen fangen schon wieder mit Reparationen für den Weltkrieg an. So ist das auch geplant gewesen.

Keynesianer März 11, 2015 um 10:39

@Morph

Dass z.B. Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sich denken: Hm, wie können wir es wohl am ehesten hinbekommen, dass es den Leuten schlecht und schlechter geht?

Die gesamte herrschende VWL lässt sich nur aus dieser Perspektive erklären, dass sich da jemand überlegt hat, wie in jeder Krise die völlig falsche Politik propagiert werden kann: Lohnsenkungen, Sozialabbau, verschärftes Sparen in einer Absatzkrise!

So dumm können die Professoren von selber ja gar nicht sein. Sondern die haben den Job wie Merkel und Schäuble, alles genau falsch zu sehen und die verheerendste Politik zu propagieren und durchziehen zu helfen. Das war auch in der Weltwirtschaftskrise 1929-33 zu sehen.

Eine andere Erklärung für eine seit über 200 Jahren völlig falsche und die Krisen verschärfende Lehre der VWL und die entsprechende Politik der Regierungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit gibt es nicht, als dass es böse Absicht ist!

Keynesianer März 11, 2015 um 10:48

Darum kann ich jedem, der die Zusammenhänge verstehen möchte, nur die Beschäftigung mit der VWL empfehlen:

Mit der Untersuchung der VWL wird es absolut deutlich, dass an den Universitäten seit 200 Jahren ganz gezielt ein völlig korrupter Unsinn gelehrt wird, der jeder Logik und jedem guten Willen ins Gesicht schlägt und nur ein Ziel kennt, dass die Politik, die den Lehren dieser VWL folgt, die Völker noch immer mehr ins Elend treibt.

Das ist die einzig erkennbare Linie für die Lehren der Professoren an den Universitäten, die auch nur und genau dafür den Job bekommen haben.

Klaus Jarchow März 11, 2015 um 10:54

Systemlogik ist für euch ein Fremdwort, wie es scheint.

Parteien sind Gebilde, die in einer Demokratie systemisch darauf angelegt sind, ihre Stimmenzahlen zu maximieren, um damit Machtpositionen zu erringen. Wenn jetzt der benachteiligtere Teil der Bevölkerung zunehmend nicht mehr zur Wahl geht, wie es alle Analysen zutreffend beschreiben, dann wird er für Parteistrategen zunehmend ‘uninteressant’. Es werden folglich auch keine Entscheidungen in seinem Interesse mehr getroffen, weil’s ja machtstrategisch den Parteien bei Wahlen nichts einbringt. Die Verarmungsspirale erklärt sich so ganz simpel und elegant aus der Politikabstinenz der Verarmten, und eben nicht aus einem finsteren ‘Masterplan der Reichen’, ebenso das heutige ‘antisoziale Setting’ der SPD und noch so manches mehr.

Politische Abstinenz und die ‘Schere zwischen arm und reich’ sind Faktoren, die sich gegenseitig hochschaukeln. Das ist doch wirklich nicht so schwer zu verstehen … und diese Abstinenz bewirkt auch keine ‘revolutionäre Situation’. Wer sich wie ein Brötchen verhält, wird wie ein Brötchen gefressen … in dem Punkt könnten wir von den Griechen viel lernen, wo eben diese Wahlapathie (noch) nicht grassiert.

BB März 11, 2015 um 11:03

@sol1

“……Selbst die Russen, die diese Nebelkerze von der SU-25 als erste gezündet haben, lassen mitt­ler­weile die Finger von dem Scheiß, weil sie nicht erklären können, wie die lahme Ente SU-25 die Boeing 777 von Norden her hätte anfliegen können (die “Ein­schüs­se” befinden sich auf der linken Seite von MH17)……”

Die Dienstgipfelhöhe einer “modernen” SU 25 beträgt 12000 Meter

http://de.wikipedia.org/wiki/Suchoi_Su-25#Technische_Daten

Und falls du noch mit dieser komischen NDR / WDR / SZ – Räuberpistole kommen solltest (kam gestern bei Mioska / Tagesthemen), dann nimm direkt dies als vorauseilenden Konter:

Der russische SU-Konstrukteur behauptete, “seine” SU-25″ käme auf nur 6000 Meter. Was hat ihn dazu bewogen, eine solche Aussage zu machen? Ich weiß es nicht, aber seine zweite Aussage, dass nämlich eine Luft-Luft-Rakete niemals ein Auseinanderbrechen des Flugzeugs herbeiführen könne ist Blödsinn:

http://www.n-tv.de/archiv/In-vier-Teile-zerbrochen-article127468.html

“……Nach Ansicht von Luftfahrtexperten kann es mehrere Ursachen für das Auseinanderbrechen der Maschine geben: eine Explosion, ein abrupter Druckabfall in der Kabine, eine Kollision in der Luft oder gar ein Militärunfall. …..”

Mindestens der Druckabfall hätte also ein Auseinanderbrechen herbeiführen können.

Wie ist es also zu erklären, dass ein solcher Fachmann einen solchen Quatsch erzählt? Über Gründe ließe sich spekulieren:

Z.B. die These, dass er nicht wahrhaben will, dass seine “saubere” Waffe an solch einem Verbrechen beteiligt ist.

Aber nun zu den anderen sogenannten Infos in dem NDR-Beitrag (mal wieder unter Beteiligung von Bellingcat *kecker, lach*):

Wenn sie schon den Piloten da haben und interviewen können, der vielleicht zu der Staffel gehört hat, die mit dem Abschuss beauftragt war …..

Der hat ja gesagt, “Wir haben das falsche abgeschossen”

…. und der jetzt behauptet, das wäre 5 Tage später gewesen. Dann hätte dieses grandiose Rechercheteam aber doch bitte noch folgende Fragen zusätzlich beantworten sollen:

1) Wo arbeitet der jetzt? Wieder in der Ukraine? Dann ist dieser Pilot ziemlich unglaubwürdig. Denn wenn er was anderes sagen würde, hätte er seinen Job garantiert nicht wieder, sondern säße im Knast.

2) Warum hat das Super-Intelligent-Pudel-Recherche-NDR/WDR/SZ-Team nicht nachgefragt und für den Zuschauer beantwortet, was er denn gemeint hat mit: ” Wir haben die falschen abgeschossen!”?

Wer so eine Frage vergisst, hat doch einen an der Waffel. Und wer diesen Kontext des Interviews auslässt, betreibt Propaganda.

Außerdem: Wieder anonyme Zeugen, die zwar nichts gesehen haben (z.B. einen große weiße Rauchsäule, die viele Minuten nach einem Abschuss zu sehen hätte sein müssen), aber dafür zwei Explosionen gehört haben.

Stattdessen präsentieren sie uns diesen Rauchfähnchen-Seich von Bellingcat.

Ich erwarte von seriösen Journalisten, dass sie nicht mit solchen Social-Media-Buden zusammenarbeiten!

Wenn schon die Geheimdienste, die ähnliche Abteilungen mit tausenden von Mitarbeitern für die Social-Media-Analyse aufgebaut haben, auf ihre eigenen Enten permanent reinfallen, wie sollen da ehemalige arbeitslose Blogger oder private Spiegel/Ruhrbarone-Recherche-Netzwerke, blabla sowas besser können?

Ich fass es nicht. Entweder zieht selber eure Schlussfolgerung aus dem Social-Media-Müll und steht dann für eure Schlussfolgerung mit eurem guten Namen, aber unterlasst es gefälligst, euch auf private Schnüffelteams zu beziehen, die euch nur das andrehen, was die euch auch verkaufen können, nämlich einseitige Analysen.

Denn wenn die zu dem Schluss gekommen wäre, die Ukrainer waren es, dann hätte ihr es denen doch wohl nicht abgekauft, gelle?

Womit die mangelnde Objektivität eurer Recherchen eindeutig bewiesen wäre.

(natürlich nicht, dass es die Ukrainer waren, aber mehr oder weniger plausible Thesen darf man selbstverständlich aufstellen, denn sonst kann man sie nicht diskutieren. Aber soviel erkenntnistheoretisches Know-How darf man bei diesen Pudel-Journalisten wohl nicht voraussetzen. Die kommen dann lieber mit dem Totschlagargument: Alles Verschwörer, was nicht unserer Meinung ist)

Keynesianer März 11, 2015 um 11:14

@Klaus Jarchow

Die Verarmungsspirale erklärt sich so ganz simpel und elegant aus der Politikabstinenz der Verarmten, und eben nicht aus einem finsteren ‘Masterplan der Reichen’, ebenso das heutige ‘antisoziale Setting’ der SPD und noch so manches mehr.

Ah ja – und die Armen sind schuld, wenn sich Peer Steinbrück heute als Berater einer Fraktion der Organisierten Kriminalität der Ukraine noch etwas Geld verdienen muss?

Die Geschichte begann aber damit, dass sämtliche Parteien neoliberale Politik betrieben und die Interessen der Bürger verraten haben. Vor allem eine rotzgrüne Regierung mit der Agendapolitik, für die die SPD dann von den Wählern auch konsequent abgestraft wurde.

Ein drastischer Einbruch bei den Wahlen, der die SPD aber nicht gejuckt hat – ganz im Gegensatz zu den beliebten Theorien, die Parteien würden doch nur die von den Wählern gewünschte Politik verfolgen. Letzterer Unsinn dient ja nur dazu, die Opfer der Politik auch noch für diese verantwortlich zu machen.

Klaus Jarchow März 11, 2015 um 11:29

@ BB: Hör doch einfach mal auf, in diesen kalten Ofen des Aluhütlertums zu schießen:

“Der russische Flugzeugkonstrukteur des Kampfjets Su-25, Wladimir Babak sagt nun, er gehe davon aus, dass die Boeing 777 von einer Buk Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden sei – und nicht von einem Kampfjet. Die Boeing sei offenkundig in 10 050 Meter Höhe von einer Rakete getroffen worden und dann auseinandergebrochen. Die ukrainische Su-25, die vom russischen Verteidigungsministerium ins Spiel gebracht worden war, sei aber “ein Tiefflieger. Babak sagt, er und sein Team hätten das Flugzeug “so konstruiert, dass es auf niedrigen und mittleren Höhen eingesetzt werden kann”. Er sei der Chefkonstrukteur und befasse sich mit der Su-25 “schon seit 35 Jahren”, das Flugzeug sei sein “Lieblingskind”. Zwar könne die Maschine für “kurze Zeit ” höher fliegen, aber es brauche schwere Raketen um eine Boeing zu zerstören. Eine Su-25 könne eine Boeing möglicherweise auf einer Höhe von drei oder vier Kilometern abschießen. Doch auf einer Höhe von zehn oder elf Kilometern sei das nicht möglich, dabei stürze die Su-25 sehr wahrscheinlich ab. “Ich glaube, man hat die Su-25 ins Spiel gebracht, um Spuren zu verwischen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Wir verstehen nicht, wie eine Su-25 die Boeing hätte abschießen können”. Babak meint zudem, eine Luft-Luft-Rakete hätte die Boeing nur beschädigt, und nicht auseinanderbrechen lassen, was aber passiert war.”

http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-der-ukraine-mh-wurde-vom-boden-aus-abgeschossen-1.2386385

sol1 März 11, 2015 um 11:31

Die Dienstgipfelhöhe einer “modernen” SU 25 beträgt 12000 Meter

Im verlinkten Wikipedia-Artikel steht:

7.000 m ohne Außenlasten

Die “12.000 m” beziehen sich auf das Nachfolgemodell Su-39.

Ich erwarte von seriösen Journalisten, dass sie nicht mit solchen Social-Media-Buden zusammenarbeiten…

….sondern mit solchen Schreihälsen wie dir, die den lieben langen Tag das Wiesaussieht-Forum zumüllen.

Klaus Jarchow März 11, 2015 um 11:33

Tscha, Keynesianer, wer nicht wählt, darf sich nicht wundern. So einfach ist das manchmal …

Morph März 11, 2015 um 11:47

@Holger

“Oder kannste Du mir nur eine Reform nennen, die etwas FÜR das Wohlergehen hatte?”

Nein. Und wie viele hier glaube ich auch, dass der Niedergang des Sozialstaats, die Beschleunigung der Arbeitswelt, die Ausdehnung des Bullshit-Job-Sektors usw. an der Institution des Kreditgeldes liegt.

Anders als viele andere glaube ich aber nicht, dass man die Kreditgeldwirtschaft so einfach ändern oder in die institutionellen Abläufe beliebig eingreifen kann. Und deshalb finde ich es unsinnig sich zu empören und das Unheil in irgendwelchen Politikern, Bankern oder Superreichen und deren vermeintlicher Boshaftigkeit, Krankheit oder Dummheit zu personifizieren. Das verschlimmert die Lage nur unnötig.

Wir müssen, glaube ich, lernen, uns von liebgewordenen Vorstellungen wie Fortschritt, Wachstum und Wohlfahrt zu verabschieden. Dann könnte auch der Mut entstehen, aus den blind laufenden Institutionen auszusteigen.

BB März 11, 2015 um 11:55

Hey Jarchow,

kommst du mir mit einem Auszug aus einem Süddeutsche-Artikel, die an dieser von von mir kritisierten Recherche beteiligt waren? Anfällig für Zirkel-Arguentationen?

Hey Sol1

Eine SU-39 ist eine modernisiert Su-25 (auch als Su-25TK bekannt). schau doch selber mal genau bei Wikipedia nach. Und deine Angabe “7000 Meter ohne Außenlasten” bezieht sich auf die “alte” SU-25 (auch dort zu lesen).

Mal wieder so eine “Anschein erwecken wollen”-Argumentation von dir.

Die Russen werden auf dem Radar wohl nicht zwischen einer alten und modernen SU-25 unterscheiden können. Die Informationen stammen aus den ersten Tagen der “russ. Theorie”, können also Ungenauigkeiten in der Bezeichnung enthalten.

Dass die ukrainische Armee über “moderne” SU-25 verfügt, dürfte plausibel sein:

http://www.ariva.de/forum/MH-17-Mord-am-Kapitaen-518651?page=2#jumppos59

Natürlich wäre es Aufgabe von seriösen Journalisten, anhand von Diensteinsatzplänen und Materiallisten der ukrainischen Armee sowas zu validieren.

Ham’se aber vergessen, die Pudel. Nichtmal einfaches analytisches Vorgehen bei der Recherche können’se. Aber private Social-Media-Analyse-Buden beauftragen, dass ist natürlich bequem.

topi März 11, 2015 um 11:57

Morph

“Rechts ist nicht anders als TINA. Anders als TINA wäre allein der Bruch mit zentralen Institutionen.

Selbst wenn in einigen Jahren in ganz Europa rechtspopulistische Parteien die Regierungen stellen würden (was ich für höchst unwahrscheinlich halte) müssten diese Parteien mit der bestehenden Ministerialbürokratie und der institutionalisierten Verwaltung kooperieren.”

TINA zeigt sich auf vielen Politikfeldern.
Das drückendste Problem der Eurozone ist natürlich ihr Namensgeber.
Sobald in EINEM Land eine Regierung da ist, die nicht mehr mitmacht bei Rettungsschirm XY und Rettungspaket YZ, ist dies erledigt. (zumindest bei vielem ist Einstimmigkeit nötig)
Eine Begründung dafür zu finden ist auch gar nicht schwer, die Schirmpakete verstoßen gegen die Verträge und auch diverse Verfassungen.
Das ist nun egal; aber wenn sie der Meinung der sich in Wahlen ausgedrückten Mehrheit ausdrücken, dann hat Politiker AB alle Legitimation, dagegen zu stimmen.

Allerdings ist er es dann, der die Hosen runterreißt, das braucht mächtige Cojones (in der Kombination vielleicht etwas unglückliche Sprachbilder :roll;).

Ein Haider hätte das vielleicht gebracht, ein Lucke würde sich wohl eher auf Klarsichtfolien zurückziehen; insofern ist der Bruch auf direkte Entscheidung aus dem Norden eher unwahrscheinlich.

” TINA ist vor allem ein Effekt des bestehenden Institutionengefüges. Und das ist mittlerweile derart dicht und selbsttragend, dass der Bruch mit Institutionen extrem voraussetzungsreich geworden ist.”

Na klar.
Atomausstieg; lange Verhandlungen mit der Industrie, Ausstiegsausstieg; und dann ein Fernsehereignis vom anderen Ende der Welt, und der Ausstiegsausstiegsausstieg.

Oder die Franzosen, die einfach den Spitzensteuersatz exorbitant steigern (als Einzelmaßnahme natürlich ein Witz, aber außerhalb sämtlicher verankerter TINA-Logik).

“Ich habe das vor drei Jahren auch Stephan Ewald gefragt und keine Antwort bekommen, vielleicht kannst Du mir das beantworten: Das zwangsläufige Ende des Euro, das Auseinanderfliegen des Euro, von dem Du sprichst, ein Zerbrechen der Währungsunion GEGEN den TINA-Konsens, der sich durch die geltenden Institutionen vermittelt, wie habe ich mir das konkret vorzustellen?”

Vom Norden her unwahrscheinlich, wie gesagt.
Also macht es der Süden. Und vom heutigen Zeitpunkt aus muss man kein großer Prophet sein, um ein wahrscheinliches Szenario aufzuschreiben.
Die griechischen Banken verlieren immer mehr Einlagen. Es ist zwar (noch) kein Bank run, aber so ein steter bankenspaziergang reicht aus. Sie brauchen stetig frische Euro, um liquide zu bleiben; die kann die griechische Notenbank nicht alleine herstellen (bzw. das wäre noch eine interessante Volte in dem Spiel, wenn die EZB und die Eurozone dies zuließe).

Die ELA-Kredite, die dies derzeit ausgleichen, sind weit über Oberkante Unterlippe; 68,8 Milliarden.
Es dürften noch etwa 140 Milliarden auf griechischen Konten sein, wieviel davon will die EZB noch an frischen Euronen hinschicken, damit die Bankkunden sie abheben können?

Irgendwann brauchen die Banken EIgenkapital, das kann nicht von der EZB kommen, wenn das kein anderer gibt, ist sofort Sense: entweder die griechischen Banken müssen schließen (sobald eine größere dran ist fallen alle anderen um), damit bricht die gesamte Wirtschaft im Lande zusammen (also der Rest, der noch da ist); aber auch alles andere, ohne Giralgeld wird es enorm klemmen im Wirtschaftskreislauf.

Oder die griechische Notenbank rekapitalisiert die Banken anders, also mit Drachmen, das ist dann der faktische Euroaustritt, oder zumindest die Schaffung einer Parallelwährung daneben, in der alle griechischen Zahlungen abgewickelt werden, und sich schnell ein Wechselkurs zum Euro herausbilden wird.

Wie gesagt, eine interessante Volte wäre eine Revolte der griechischen Notenbank, wenn sie ganz alleine Euro raushaut. Popcorn; dann muss man sie doch vom Norden aus rausschmeißen, sowas wäre als Präzedenzfall natürlich nicht zu tolerieren (der Traum jedes undogmatischen “Süd-Politikers”, er kann seine Notenbank nicht nur zum Drucken einer Weichwährung “motivieren”, sondern eine frei konverterbare und immer noch halbwegs harte Währung aus dem Hut zaubern lassen).

topi März 11, 2015 um 11:58

Morph

“Übrigens bin ich auch nicht mit Deiner Beschreibung der Weltwirtschaftskrise von 1929ff. und ihrer Lösung einverstanden. Als könnte man politische Maßnahmen und ihre Wirkungen so einfach zurechnen und von ihren soziohistorischen Rahmenbedingungen abstrahieren.”

Natürlich nicht; die “soziohistorische Rahmenbedingung” war beispielsweise ein Einbruch der Industrieproduktion um 60%.

60 von 100 Fabriken standen leer, nicht wegen einer Naturkatastrophe oder Kriegszerstörung (war ja deutlich später), sondern wegen uneffektiver Einkommensverteilung.

Und die “Verbesserung” bestand darin, dass nur noch 3 Fabriken im Jahr schlossen, statt 20, supi.
Und Massenarbeitslosigkeit enormen Ausmaßes bei minimaler sozialer Absicherung, also schiere existenzielle Not für viele viele Menschen.

“Das Problem Deiner Argumentation ist m.E., dass Du unterschätzt, wie umstritten gesellschaftliche Realität ist. Du überziehst die Möglichkeiten, gesellschaftliche Probleme im Schema gesund/krank zu beobachten. ”

Nein bester Morph, so einen Zustand wie eben beschrieben kann auch der beste Demagoge nicht ummorphen. Klein Ernas Sparplan ist längst aufgebraucht, sie ist den Kitt aus dem Fenster (wenn sie Glück hat hat sie oder die Verwandtschaft noch einen großen Garten).

Politische Aussagen, es muss genau so weitergehen, kann dann auch der Blödeste als Blödsinn verstehen. Und auch viele der Oberen, die ja immer noch ihr Geldvermögen besitzen, spüren, dass die nötige Umverteilung ganz schnell auf “unkonventionelle” Art passieren kann.

Die Beschreibungen zu Griechenland, die hier der Mainstream bringt, ist für viele der Menschen dort blanker Hohn; “es geht aufwärts”, weil die Wirtschaftsleistung zwar nominal noch schrumpft, durch etwas stärker gesunkene Preise aber ein “reales Wachstum” ausgewiesen wird.

Ja sie hängen noch an dem Euro; deshalb bleibt der griechischen Regierung auch nur der Weg des Referendums, um aus dieser malaise herauszukommen (sonst muss sie Wahlversprechen brechen: entweder weiter mit dem Troika-Diktat (und die zeigen sich gerade dermaßen unkooperativ, spucken ihnen quasi direkt ins Gesicht), oder Schluss und Pleite und raus aus dem Euro.

“Einem kranken Patienten kann man verständlich machen, dass ein ‘schmerzhafter Schnitt’ seiner Gesundheit dient. Einer Bevölkerung kann man das kaum verständlich machen. Daher ist Politik umstritten und daher sind politische Entscheidungen immer mit sachlichen Gründen kritisierbar.”

Der Schuldenschnitt rasiert die Geldvermögen von wenigen tausend Menschen.
Hmm, die können das natürlich sachlich kritisieren.
Nur welche Relevanz soll das Angesicht von Millionen in existenzieller Not sein, ohne Hoffnung, dass es wieder besser werden könnte, ohne eine Chance für fast eine ganze Generation, selber eine Familie gründen zu können?

Wie gesagt, die Umwege zu einer Lösung können sehr lang sein. Aber irgendwann lässt sich die Lüge, ähh, das Politikangebot von weiter so sei gut für alle, einfach nicht mehr den Menschen eintrichtern, die tagtäglich das Gegenteil erfahren.

topi März 11, 2015 um 12:00

Morph

“Ich bin gegenüber Deiner Euro-Gegnerschaft nicht deshalb skeptisch, weil ich die gemeinsame Währung für eine zivilisatorische Errungenschaft halte, die verteidigt werden sollte, sondern weil es allein mit der Rückkehr zu nationalen Währungen ja nicht getan wäre, wie Du ja selber schreibst.

Entscheidend ist doch wohl der politische Eingriff in die Vermögensverteilung. Warum sollte die Duchsetzung solcher Eingriffe auf nationaler Ebene wahrscheinlicher sein als auf europäischer Ebene?”

Du hast WWK I, 29-33, offenbar nicht ausreichend studiert.

Die Renationalisierung, der Aufbau von Handelsbarrieren, von nationalen Schranken, war wichtiger Teil der Lösung.
Die Weltwirtschaft war Ende der Zwanziger annähernd so globalisiert wie heute (also zwischen den relevanten Ländern).
Mit der Behauptung, man könne ja national gar nichts ändern, bspw. an der Verteilung der Einkommen, oder Besteuerung, oder Machtverteilung zwischen Arbeitern und Unternehmern, oder an der Menge öffentlicher Leistungen.

Tja wenn das die Behauptung ist (nur richtig ohne Wechselkurs; also in der Goldwährung durchaus relevant), dann muss man eben handeln; raus aus der Goldwährung, und nationale Maßnahmen ergreifen, auch gegen die anderen.

“Mir jedenfalls scheint die Zukunft eher in einer anderen europäischen Union zu liegen als in einer Rückkehr zum Nationalismus.”

DIESE Union hat keine Zukunft.
Selbst wenn man es jetzt besser machen würde, also vor allem abgestimmte Lohn- und Preiserhöhungen, würde der Süden nicht mehr auf die Beine kommen (dafür bräuchte es jahrelang hierzulande hohe Nominallohnsteigerungen, na da kommt ja wohl eher der Osterhase und wirft mit Goldeiern).

Aber sowas ist in DIESER Union gar nicht vorgesehen; und es ist gar keine Tendenz sichtbar, dass das die TINAnesen auch nur entfernt in Betracht ziehen, sie weigern sich beharrlich, das überhaupt als Problem anzuerkennen.

Die Behauptung, man braucht den Euro im Weltmaßstab, ist einfach nur lachhaft; wie wirklich jeder Depp anhand der Daten von Nichteuroländern nachvollziehen kann.

Der gemeinsame Markt mit gemeinsamen Standards, der also eine quasi “einheimische” Produktion in großem Maßstab ermöglicht, ist sinnvoll; aber das war es auch schon fast, was man wirklich braucht.
(natürlich kann gemeinsame Energiepolitik und anderes hilfreich sein; aber jede Pipeline ist ein Stück gemeinsame Energiepolitik, kriegen sogar Afrikaner hin; dieser ganze TTIP-Schwachsinn ist doch offensichtlich: wenn die Autoindustrien wollen, dass sie auch hier anders bunte Kabelbäume für den Export einbauen dürfen sollen, na dann sollen sie sich halt mal hin- und das durchsetzen, dafür braucht es doch kein TTIP)

f.luebberding f.luebberding März 11, 2015 um 12:02

Um diesen Endlosthread noch zu bereichern, könnten wir es jetzt auch mit Religionsstiftung versuchen.

sol1 März 11, 2015 um 12:03

Die Russen werden auf dem Radar wohl nicht zwischen einer alten und modernen SU-25 unterscheiden können.

Auf dem Radar war gar nichts zu sehen, wie die Konversation zwischen den Flugleitsstellen in Dnipropetrowsk und Rostow am Don beweist, die im Zwischenbericht des niederländischen Sicherheitsrats veröffentlicht wurde:

13:21:10 DNP MH17 RAD MALASIAN one seven, how do you read me? MALASIAN one seven, Dnipro Radar
13:21:36 DNP MH17 RAD MALASIAN one seven, Dnipro Radar
13:22:02 DNP MH17 RAD MALASIAN one seven, Dnipro Radar
13:22:05 RST DNP TEL Listening (to) you, its Rostov
DNP RST TEL Rostov, do you observe the Malaysian by… by the response?
RST DNP TEL No, it seems that its target started falling apart.
DNP RST TEL Well, its not responding for our calls too
RST DNP TEL And not responding for the calls, yes?
DNP RST TEL Yes. And we don’t see it yet. So you gave them a turn, they confirmed and…
RST DNP TEL And that’s all, yes?
DNP RST TEL Yes its disappeared
RST DNP TEL Wait, I’ll ask
DNP RST TEL Don’t you observe anything on primary?
RST DNP TEL Yes, yes, yes, nothing. We see nothing
DNP RST TEL Ok then, we are calling them here now

http://www.onderzoeksraad.nl/uploads/phase-docs/701/b3923acad0ceprem-rapport-mh-17-en-interactief.pdf

BB März 11, 2015 um 12:08

@Sol1

“…..Auf dem Radar war gar nichts zu sehen, wie die Konversation zwischen den Flugleitsstellen in Dnipropetrowsk und Rostow am Don beweist,….”

Danke für die Bestätigung. Du gibt’s mir also recht!

(Mannomann, ich sag ja, ihr könnt nur googlen, nicht denken)

BB März 11, 2015 um 12:22

Speziell für Sol 1, simple Logikübung:

- Russen behaupten SU-25 auf Radar gesehen (militärische Aufklärung)
- Ukraine-Russen-Tower-Konversation: nichts gesehen (kann passieren), (hä? was soll das hier)
- Russen konnten nicht unterscheiden nicht zwischen SU-25, SU-25M (odernisiert) und SU-39(oder intern SU-25TK)
- SU-25 (7000 Höhe), SU-25TK(12000), SU-25M(dazwischen)
- Ukrainische Armee hat mindestens SU-25M

Frage: Ist durch die Aussage, Eine SU25 kommt nur auf 7000 Höhe aber nicht auf 10000 Meter, der Beweis erbracht, dass es kein ukrainisches Flugzeug gewesen sein kann?

Nein! Begründung: Einfach logisch denken, muss ich hier jetzt nicht näher ausführen.

Natürlich heißt das nicht, dass es so war. Auch das muss ich nicht näher ausführen, weil: klar für 3-jährige.

topi März 11, 2015 um 12:29

Morph

Viermal falsch, bester Morph.

“Und wie viele hier glaube ich auch, dass der Niedergang des Sozialstaats, die Beschleunigung der Arbeitswelt, die Ausdehnung des Bullshit-Job-Sektors usw. an der Institution des Kreditgeldes liegt.”

Ohne Kreditgeld läuft wenig, wissen wir.
Aber auch als es noch eine Ausdehnung des Sozialstaates, flächendeckende Arbeitszeitverkürzungen, gesellschaftliche Diskussionen um die Gestaltung von Arbeit, gab, gab es natürlich Kreditgeld.

Ich hab das doch zigmal erklärt, man.
Die enorme Ausdehnung der Geldschöpfung ermöglichte die Umverteilung der Einkommen über einen längeren Zeitraum, ohne dass relativ schnell die Wirtschaft einbrechen muss.

Gesamtverschuldungsaufbauabbruchkrise.

Je “besser” das Finanzwesen, je “innovativer” die Produkte, um so später folgt der Abbruch (aber er folgt).
Je mehr Michel und Klein Ernas man mit Sparplänen auf die gefühlte Seite der Geld”vermögenden” ziehen kann, um so schwerer wird ein Lösung, weil das Beharrungsvermögen stärker ist; aber die Ursache liegt keineswegs “im Kreditgeld”.

“Anders als viele andere glaube ich aber nicht, dass man die Kreditgeldwirtschaft so einfach ändern oder in die institutionellen Abläufe beliebig eingreifen kann.”

Tja dann beschäftige dich doch mit der Krise 29-33 endlich mal.
Radikale Umwälzungen im Bankenwesen, etliche Pleiten, die Finanzbranche wurde massiv zurechtgestutz.
Das “Kreditgeld” an sich hat man nicht geändert, geht schlicht nicht; aber welchen EInfluss der Finanzsektor auf die Gesamtwirtschaft hat, ist ziemlich variabel, anhand politischer Vorgaben, wie man leicht anhand der Zahlen sehen kann.

” Und deshalb finde ich es unsinnig sich zu empören und das Unheil in irgendwelchen Politikern, Bankern oder Superreichen und deren vermeintlicher Boshaftigkeit, Krankheit oder Dummheit zu personifizieren. Das verschlimmert die Lage nur unnötig.”

Genau anders rum, logisch; Politiker, die Billionenvermögen von einigen Tausend retten, und dafür Millionen normale Menschen in Haftung nehmen, handeln natürlich empörend, was denn sonst.

“Wir müssen, glaube ich, lernen, uns von liebgewordenen Vorstellungen wie Fortschritt, Wachstum und Wohlfahrt zu verabschieden. Dann könnte auch der Mut entstehen, aus den blind laufenden Institutionen auszusteigen.”

Man man man, vor vierzig Jahren hat einer in der Familie gearbeitet, das eigene Haus (in der Stadt die Wohnung) war vollausgestattet mit allen Großgeräten die es gab, in Küche und Unterhaltungselektronik, es standen zwei Autos in den Garagen und es ging zwei bis dreimal in den Urlaub, kulturelle und sonstige Beteiligung am gesellschaftlichen Leben war erschwingbar, es ging um Arbeitszeitverkürzung statt -verlängerung.

Und heute, mit der mehrhundertfachen Produktivität in der gewerblichen Wirtschaft, müssen wir “den Gürtel enger schnallen”, soll Wohlstand nicht mehr möglich sein?

Du musst doch mal ein sinnvolles Argument dafür bringen, dass widerspricht einfach jeder Realität.

holger März 11, 2015 um 12:59

Morph

—>>>Anders als viele andere glaube ich aber nicht, dass man die Kreditgeldwirtschaft so einfach ändern oder in die institutionellen Abläufe beliebig eingreifen kann. Und deshalb finde ich es unsinnig sich zu empören und das Unheil in irgendwelchen Politikern, Bankern oder Superreichen und deren vermeintlicher Boshaftigkeit, Krankheit oder Dummheit zu personifizieren. Das verschlimmert die Lage nur unnötig.

Wir müssen, glaube ich, lernen, uns von liebgewordenen Vorstellungen wie Fortschritt, Wachstum und Wohlfahrt zu verabschieden. Dann könnte auch der Mut entstehen, aus den blind laufenden Institutionen auszusteigen.”

Ich bin ja schon lange dafür, dass die Personifizierung nichts bringt. Weil es kann sich eh kaum einer diesem System entziehen. Die Sau durchs Dorf ist halt lächerlich.

Aber warum denn aus den Institutionen aussteigen?

Topi sein System ist immer noch: Robin Hood… Nehmts den Reichen gebts den Armen… :D hat aber auch Spinnweben…

Mein System ist: lasst die Reichen reich, macht die Druckerpresse an, und !!! schenkts den Armen, um die Umverteilung auszugleichen.

Heli Ben war ja mal fast soweit, und hat dann den Helikopter nicht starten lassen.

So lange jeder Blind ist, und meint, Geld hätte auch nur einen Gegenwert, solange läuft das Spiel. Und wird erst dann aufhören, wenn man für seine beschissenen Kröten und sein beschissenes Erspartes und sein beschissenen “Reichdumm” nichts mehr zu kaufen bekommt.

Bis dahin, bis zu der Erkenntnis, dass Geld nur Mittel zum Zweck ist, mit Aaaaaabeit nichts zu tun hat, und man es endlich einsieht, dass für das GELD Drucken und Verteilen keine Verschuldung von Nöten ist, sondern es einfach da ist.

Bis dahin, bis zu dieser Erkenntnis, also ich schaffe das wohl nicht zu erleben.

Morph März 11, 2015 um 13:06

@topi

“Du musst doch mal ein sinnvolles Argument dafür bringen, dass widerspricht einfach jeder Realität.”

Herzchen, 1. muss ich kein sinnvolles Argument für die Rechtfertigung der herrschenden Politik bringen, weil ich sie nicht rechtfertigen will (was Du offenbar nicht verstehst) und 2. widerspricht diese Politik ganz offenkundig nicht der Realität. Sie ist ein Faktum.

Aber setze Du nur Deine Hoffnung in rechtsradikale Rassisten mit cojones… das ist wirklich ganz, ganz sinnvoll, @topi.

Ach, und die Geschichte der Weltwirtschaftskrise ist doch etwas umfänglicher als nur 29-33. Auch die politischen Umstände sollte man sich anschauen. Und, wie gesagt, der Wohlstand der 2. Hälfte des 20. Jh. ist auf den Zerstörungen des 2. Weltkriegs und im Kontext des Systemkonflikts gewachsen.

Aber danke für das Ausstiegs-Szenario Griechenlands! Das wäre aber nicht das Auseinanderfliegen des Euro, von dem Du sprichst.

KommentatorX März 11, 2015 um 13:09

Von Strobl und Lübberding wurde der WGN-Block ursprünglich als „keynesianischer Block“ initiiert. Ziel war der Erhalt und die Steuerung des kapitalistischen Systems, und zwar in Richtung einer „Sozialen Marktwirtschaft“. Diese keynesiansiche Wirtschaftspolitik wurde als Alternative zum Neoliberalismus propagiert.

Die Realität in den kapitalistischen Ländern war jedoch eine andere. Tatsächlich wurde der neoliberale Kurs als „alternativlos“ angesehen, fortgesetzt und verschärft.

Diese von herrschenden Kräften behauptete Alternativlosigkeit (-> TINA) wurde auch von marxistischen Kapitalismuskritikern, wie z. B. Robert Kurz, so gesehen. Um das System und die Kapitalverwertung aufrechtzuerhalten, sei es notwendig, diese neoliberale Politik zu betreiben (-> Sachzwanglogik).

Nun kann man endlose Diskussionen darüber führen, ob ein „New Deal“ vom System her objektiv möglich gewesen wäre/ist – oder nicht.

Diese Frage wird jedoch praktisch entschieden, nämlich von den Mächtigen, denn sie bestimmen den Kurs von Politik und Ökonomie.

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Reichen und Mächtigen hatten sich für die Fortsetzung des neoliberalen Kurses entscheiden und diese Politik hat sie reicher und mächtiger als je zuvor gemacht.

Die Vorstellungen der Keynesianer und der New-Deal-Propagandisten haben sich als illusionär herausgestellt. Ihr Fehler war, dass sie ökonomistisch dachten und nicht politisch.

Die entscheidende Frage ist doch, ob es und welche Gründe es für die Reichen und Mächtigen gibt, sich auf einen „New Deal“ mit Umverteilung sowie eigenem Macht- und Vermögensverlust einzulassen?

Warum sollten sie den neoliberalen Raubzug aufgeben, der sie immer reicher und mächtiger machte?

Das System und ihre Herrschaft waren nicht bedroht. Im Gegenteil. Sozialdemokratie und Gewerkschaften waren korrumpiert und keine Gegenmacht mehr. Der Sowjetblock war untergegangen. China stellte keine Systemalternative dar.
Wenn es keine Gegenmacht gibt, welche die herrschende Klasse zu Klassenkompromissen zwingt, dann gibt es diese auch nicht.

Keynesianismus und New Deal – die früheren Dauerbrenner in der linken Diskussion – sind heute also passe´.

Es hat sich allgemein die Auffassung breit gemacht, dass es nicht ewig so weiterlaufen kann und dass es zu Veränderungen kommen muss und wird.

Jetzt gibt es zum einen die Position, welche – wie z.B. von Mister Dax und hier von topi vertreten – annimmt, dass es zu einem System-Reset kommen wird und dass nach einem Neustart der Kapitalismus wieder – wie früher – akkumulieren und Wachstum produzieren kann.

Dann gibt es jene Position, welche glaubt, dass das kapitalistische System aufgrund der technologischen Entwicklung an eine unüberwindliche innere Schranke gekommen ist und sich im Finalstadium befindet.

Es finden sich Vorstellungen, die an Science-Fiction erinnern, dort ist die Rede von „Schwarzen Löchern“, wo Kapital und Geld verschwinden werden. Das ist die marxistische Harry-Potter-Fraktion. Dort ist alles ziemlich nebulös. Es gibt auch keine wissenschaftlich fundierten Theoriebildungen als Referenz.

Auch hier stellt sich die Frage, warum die Reichen und Mächtigen das Risiko eines „System-Resets“ auf sich nehmen sollten?

Selbstverständlich wissen auch sie, dass das System, wie es ist, nicht ewig so weiterlaufen kann.

Wozu benötigen die Reichen und Mächtigen, überhaupt noch die kapitalistische Marktwirtschaft?

Ihnen gehört doch sowieso schon der größte Teil der Welt. Da macht doch die kapitalistische Marktwirtschaft, deren Zweck Reichtumsallokation ist, überhaupt keinen Sinn mehr. Zumal Mehrwertgenerierung und –aneignung über die Lohnarbeit immer weniger funktioniert, weil diese immer mehr durch Maschinen ersetzt wird, und deshalb immer mehr Lohnarbeiter zu überflüssigen Menschen werden. Und zudem ist auch zu erwarten, dass die Mittelschichten, welche die „Pufferschichten“ ihrer Herrschaft darstellen, in Zukunft mehr Probleme machen werden.

Was ist – aus Perspektive der Herrschenden – die logische Konsequenz daraus?

Doch nicht die Inkaufnahme eines System-Resets, denn dies wäre völlig unlogisch!

Sondern die Transformation des Systems in ein „post-kapitalistisches System“, also z. B. in eine Art „Neo-Feudalismus“, in dem ihre Herrschaft und ihr Privateigentum gesichert bleiben.

Klaus Jarchow März 11, 2015 um 13:28

@ BB: “Natürlich heißt das nicht, dass es so war. Auch das muss ich nicht näher ausführen, weil: klar für 3-jährige.”

Dafür, dass du erst zwei Jahre alt bist, ist deine Orthographie schon ganz ordentlich … inhaltlich solltest du’s mal mit Ockham probieren: Wahr ist jene These, die mit möglichst wenig Annahmen alle Fakten widerspruchsfrei erklärt.

BB März 11, 2015 um 13:56

@Jarchow

“Ockham …..Wahr ist jene These, die mit möglichst wenig Annahmen alle Fakten widerspruchsfrei erklärt……”

Mit Ockham kenne ich mich besser aus. Ich war meineswissens derjenige, der als erster in diesem Blog vor Jahren auf das Theorem hingewiesen hat, ….. (kannst ja mal danach googeln, um das zu validieren, das kannst du ja).

Das Problem ist halt, dass “eure” Theorie nicht widerspruchsfrei ist. Dass alle Theorien unvollständige Indizienketten haben. Außerdem ist nicht erkennbar warum man in Bezug auf “Einfachheit” einer dieser möglichen Theorien bevorzugen sollte:
- Separatisten waren es mit BUK
- Ukrainer waren es mit BUK
- Ukrainer waren es mit Luft-Luft-Rakete und/oder Bordkanonen

Diese Theorien sind alle gleich einfach, nur dass die Propagada der westlichen Medien die erste Theorie stärker in den Vordergrund des Bewusstseins der Bevölkerung drückt. In Russland wird es umgekehrt sein.

Sorry, aber man muss Ockham auch sachgemäß anwenden. Sonst könnte man ebensogut die These aufstellen:

“Es gibt zwei Theorie, die für die Ukrainer sprechen und nur eine, die für die Separatisten spricht, also ist die Ukrainer-These wahrscheinlicher”

Keynesianer März 11, 2015 um 14:19

@KommentatorX März 11, 2015 um 13:09

Diese von herrschenden Kräften behauptete Alternativlosigkeit (-> TINA) wurde auch von marxistischen Kapitalismuskritikern, wie z. B. Robert Kurz, so gesehen. Um das System und die Kapitalverwertung aufrechtzuerhalten, sei es notwendig, diese neoliberale Politik zu betreiben (-> Sachzwanglogik).

Das ist mir seinerzeit auch aufgefallen, wie sich die Marxologen für die Interessen der Neoliberalen nützlich gemacht haben.

Das war sozusagen kein Zufall, die Wortführer der Wertformanalyse hatten ja alle den Lebenslauf von Marx studiert und lebten nach seinem Vorbild. ;)

Wenn es keine Gegenmacht gibt, welche die herrschende Klasse zu Klassenkompromissen zwingt, dann gibt es diese auch nicht.

Das ist selbstverständlich der entscheidende Punkt. Es handelt sich allerdings bei dem, was die Marxisten eher vernebelnd als herrschende Klasse bezeichnen, nur um eine relativ kleine Schicht, eher noch um eine Clique. Eine Handvoll Verbrecher, die bis heute leider ungestört über Abermillionen von Idioten herrschen.

Was aber nicht mehr lange so bleiben muss, dank Internet und sich verbreitender Aufklärung über diese Verhältnisse und die Zusammensetzung dieser ominösen “herrschenden Klasse”.

ruby März 11, 2015 um 14:27

@ Holger
“Mein System ist: lasst die Reichen reich, macht die Druckerpresse an, und !!! schenkts den Armen, um die Umverteilung auszugleichen.”

Wir fliegen den ersten Helikopter mit der Kohle zum abwerfen an Bord
;-)
https://www.youtube.com/watch?v=zXyN_DNWBmE

f.luebberding f.luebberding März 11, 2015 um 14:36

KommentatorX

Die Rezension des Vogl-Buches heute in der FAZ ist ganz interessant. Plumpe muss man hier nicht vorstellen. Was er aber deutlich macht, ist die Schwierigkeit im Umgang mit der Schuldenakkumulation, wie er es nennt. Wir haben nämlich seit 2008 keine klassischen boom and bust Zyklen mehr, weil man die politischen Folgen von Pleiten fürchtet. Lohnt sich die Lektüre.

Bruchmüller März 11, 2015 um 14:39

@ Morph direkt

>>> —>>> Dass z.B. Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sich denken: Hm, wie können wir es wohl am ehesten hinbekommen, dass es den Leuten schlecht und schlechter geht? Wie können wir das Wohlergehen der Bevölkerung am besten verhindern?

Das ist doch absurd!”

Die Absurdität ist nur unvollständig beschrieben. Denn die Mannschaften um und hinter A.M. und W.S. arbeiten in der Tat intensiv wie die Kesselflicker, um den nächsten noch größeren Absturz der Bank”produkte” hinauszuzögern. Das ist natürlich nicht von der Absicht getragen, dass es den Leuten schlecht und immer schlechter gehen soll. Nur ist das Wohlergehen derer, bei denen das Rohrsystem Scheiße ins Bad pumpt, bei der Kesselflickerei völlig ohne Belang.

Übrigens sieht man vielleicht klarer, wenn man das Wirken der Banken weniger als Handel mit Geld, auch nicht als Handel mit uneinbringlichen Forderungen, sondern längst als Handel mit allen nur denkbaren Rechten betrachtet, die sich der Pflichten entledigt haben.

Klaus Jarchow März 11, 2015 um 14:48

@ BB

Buk-Theorie:
Es war eine Buk (Annahme 1)
Eine Buk schoss die MH17 ab (Annahme 2)

Zwei Annahmen. Schlicht, schön, widerspruchsfrei. Da es hier einfach nur um die Frage geht, ob vom Boden oder aus der Luft, lasse ich die Frage, ob nun Ukraine oder Russland hier mal beiseite …

Su-25-Theorie:
Es war eine Su 25 (Annahme 1)
Sie schoss die MH17 ab (Annahme 2)

Auch erst einmal nur zwei Annahmen. Jetzt aber kommen aber all die Widersprüche, die mit den zwei Annahmen einfach nicht ohne weiteres in Übereinstimmung zu bringen sind. Das Flugzeug kann, ausweislich der Aussagen ihres Konstrukteurs, dafür gar nicht hoch genug fliegen. Sie ist auf keinem Radarbild zu sehen. Die Waffen einer SU 25 hätten den Jumbo nie in mehrere Teile zerrissen. Luft-Luft-Geschosse hätten auf die Triebwerke, auf die Hotspots gezielt, usw. Muss man also eine Reihe weiterer Annahmen machen:

Der Gefechtsfeldjäger Su 25 wurde aufwändig umgebaut, damit dieser Tiefflieger überhaupt so hoch klettern konnte (Annahme 3)
Die Radarbilder wurden gefälscht (Annahme 4)
Die Geschosse wurden modifiziert, damit sie aufs Cockpit statt auf die Triebwerke zielen (Annahme 5)
Es herrschten damals angeblich ganz furchtbare Turbulenzen, die das Flugzeug zerrissen haben (Annahme 6)
usw.

Schon hörst du Ockham im Grab rotieren …

ruby März 11, 2015 um 15:07

@ Bruchmüller
“Nur ist das Wohlergehen derer, bei denen das Rohrsystem Scheiße ins Bad pumpt, bei der Kesselflickerei völlig ohne Belang.”

Und wie schön ist es, wenn die Scheiße wieder aus dem Bad ist und eine neue Badegarniture ausgelegt ;-)
https://www.youtube.com/watch?v=JrKQRNdLNBY
Die Verschraubung is hin …

Keynesianer März 11, 2015 um 15:16

@f.luebberding

Aus der Buchrezension:

Wenn sich historisch etwas sicher sagen lässt, dann ist es die Neigung der jeweiligen Obrigkeiten oder Staaten, mehr Geld auszugeben, als sie haben. Es liegt deshalb im Interesse des Souveräns, des Volkes, diese Neigung zu beschneiden und auf ein vernünftiges Maß zu beschränken. Gerade weil die Architektur der Finanzmärkte die staatliche Finanzwirtschaft derart restringiert, ist es ja zur Schuldeneskalation und der Auslieferung von Teilen der staatlichen Handlungsfähigkeit an Finanzmarktakteure gekommen. Es war, nehmen wir nur den deutschen Fall, seit den späten sechziger Jahren eben sehr viel leichter, politische Projekte durch Schulden als durch Steuererhöhungen voranzutreiben, und zwar nicht allein wegen des zu erwartenden politischen Widerstands, sondern auch, weil man zu Recht in hohen Steuern ein ökonomisches Problem vermutete.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/joseph-vogls-neoliberalismus-kritik-bleibt-also-nur-noch-die-revolte-13475172.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Es ist leider so, dass genau die Kreise, die auch keine Steuern zahlen wollen, noch mehr die Staatsverschuldung bekämpfen.

Das ist kein Widerspruch, sondern es soll die Ökonomien in die Krise treiben. Denn je weniger die Reichen besteuert werden und je mehr die Politik der Notenbanken die Inflation bekämpft, desto nötiger wäre der Staat als Schuldner, um die ganze Geldsparerei mit seinen Defiziten möglich zu machen.

Die Kombination von Steuersenkung und Schuldenabbau treibt die Ökonomien maximal in die Krise.

Denn wenn der Staat keine Schulden neu aufnimmt, müssen die Privaten so sehr verarmen, dass diese im Saldo auch kein Geld mehr sparen können.

Die Neoliberalen wissen das so gut wie die Keynesianer. Weil die Neoliberalen böse sind und die Keynesianer gut ergibt sich daraus eine immer ganz konträre Empfehlung für die Politik. ;)

ruby März 11, 2015 um 15:17
ruby März 11, 2015 um 15:25

Wieviel Fighters kaufen die Griechen?
https://www.youtube.com/watch?v=ZgpRlMpFhow

Keynesianer März 11, 2015 um 15:28

Um die Sache mit der Konjunktur ganz verständlich zu erklären:

Der Staat kann entweder durch eine so hohe Besteuerung der Reichen verhindern, dass die Privaten im Saldo Geld sparen können. Dann braucht der Staat die Konjunktur auch nicht mit deficit spending zu retten.

Oder der Staat muss sich in dem Umfang, in dem die Privaten im Saldo Geld sparen möchten, zusätzlich verschulden.

Eine gewisse Inflation kann dafür sorgen, dass die Neigung der Privaten, Geld zu sparen, gemindert wird.

Wer aber die Inflation nicht dulden, die Steuern besonders für die Reichen senken, das Einkommen zu Gunsten der Reichen umverteilen und mit einer Schuldenbremse das deficit spending verhindern möchte, der will eine mörderische Krise und er weiß genau, was er da fordert.

So dumm, diesen makroökonomischen Zusammenhang nicht zu sehen, ist höchstens noch Merkel, aber selbst bei der bin ich mir da nicht wirklich sicher.

Es geht bei der Konjunktur immer nur darum, dass eben nur so viel privat gespart werden kann, wie der Staat sich verschuldet. Dafür sorgt dann die Wirtschaftskrise, die das private Einkommen, mit dem sonst gespart werden könnte, entsprechend senkt.

BB März 11, 2015 um 15:29

@Jarchow

Sorry, aber das ist ja grauenhaftes Schlussfolgern.

Schon die Einleitung: Annahme 1, es war eine Buk, Annahme 2 Eine Buk schoss MH17 ab. Was ist denn der Unterschied eigentlich zwischen den beiden Annahmen. Das gleiche für … “es war eine SU-25….”

Was sollen solche Aussagen wie: “Der Gefechtsfeldjäger Su 25 wurde aufwändig umgebaut, damit dieser Tiefflieger überhaupt so hoch klettern konnte (Annahme 3)” ? Soll wohl heißen, macht das Theoriesystem komplexer, so dass deine merkwürdige Anwendung von Ockham erfüllt ist?

Neee, ganz einfach. Die Ukrainer hatten mindestens modernisierte (also umgebaute) SU-25M und die können so hoch fliegen. Die müssen nicht extra (!) umgebaut werden. Ganz simple, sie können es einfach.

Und, und und …

Ihr habt ganz große Defizite im Schlussfolgern, fürchte ich.

Das einzige, was ihr scheinbar “neu” in eurer Bilanz habt (so neu auch wieder nicht, weil seit Monaten ist die Auffassung des SU-25-Konstrukteurs bekannt), ist die Aussage von diesem Konstrukteur.

Aber ich hatte dessen Glaubwürdigkeit oben schon relativiert. Denn erstens ist der Mann emotional betroffen, dass mit seiner SU-25 so ein schweres Verbrechen begangen wurde und zweitens stimmt seine zweite affirmative Behauptung definitiv nicht, dass Luft-Luft-Raketen nicht zu einem Auseinanderbrechen führen können (was du auch behauptest).

Dafür hatte ich ein Gegenbeispiel oben angeführt (Taiwan-Unglück) und damit ist dieser angebliche Beweis falsifiziert. Punkt! Wird das ganze Ding also wieder einfacher.

Die Behauptung der Mainstream-Medien, dass jetzt irgendwas wahrscheinlicher ist, dass es die Separatisten waren, ist also schlichtweg Murks.

Du verwechselst hier bei Ockham die Einfachheit der jeweiligen Theorien mit den Einfachheit der jeweiligen Beweisführungen (die alle möglichen Ursachen haben kann, z.B. Voreingenommenheiten).

Die Theorien sind alle gleich einfach. Da bringt dir Ockham gar nix.

Die Beweisführungen sind aufgrund des Info-Wars unterschiedlich schwierig, z.B. weil die Ukrainer den Funkverkehr und die Radarbilder, die relevant waren, gar nicht herausgeben. Und du beruftst dich dann auf das Fehlen …. TzzzzTzzz

Keynesianer März 11, 2015 um 15:51

Die Rita Katz hat schon wieder die neuesten Fotos und Videos von ISIS im Internet auf Social Media “gefunden”:

#ISIS kid executing”Mossad spy”seemed to have had training, shot @ close range while staring at his victim.Disturbing
https://twitter.com/Rita_Katz/status/575394802721759232

Keynesianer März 11, 2015 um 15:59

Der “israelische Spion” macht bei seiner angeblichen Hinrichtung einen ganz gefassten und frisch gewaschenen Eindruck. So als stünde ihm nach den Filmaufnahmen noch ein gemeinsamer Abend mit der Rita Katz bevor.

https://twitter.com/Rita_Katz/status/575369344835784704

Carlos Manoso März 11, 2015 um 16:02

@KommentatorX März 11, 2015 um 13:09
„Es hat sich allgemein die Auffassung breit gemacht, dass es nicht ewig so weiterlaufen kann und dass es zu Veränderungen kommen muss und wird.
Jetzt gibt es zum einen die Position, welche – wie z.B. von Mister Dax und hier von topi vertreten – annimmt, dass es zu einem System-Reset kommen wird und dass nach einem Neustart der Kapitalismus wieder – wie früher – akkumulieren und Wachstum produzieren kann.
Dann gibt es jene Position, welche glaubt, dass das kapitalistische System aufgrund der technologischen Entwicklung an eine unüberwindliche innere Schranke gekommen ist und sich im Finalstadium befindet.
Es finden sich Vorstellungen, die an Science-Fiction erinnern, dort ist die Rede von „Schwarzen Löchern“, wo Kapital und Geld verschwinden werden. Das ist die marxistische Harry-Potter-Fraktion. Dort ist alles ziemlich nebulös. Es gibt auch keine wissenschaftlich fundierten Theoriebildungen als Referenz.“

KommentatorX , die Redeweise „Schwarzen Löchern“, wo Kapital und Geld verschwinden werden“, ist natürlich quasi astrophysikalisch zu verstehen. Zu diesen „schwarzen Löchern“ gehören z.B. die diversen Notenbanken rund um den Globus. Also in Europa die EZB, in den USA die FED, die das System des Geldkapitals mit fiktivem Kapital fluten, in der (vergeblichen) Hoffnung, dass der Akkumulations-Motor nachhaltig wieder anspringt.

Die Akkumulation von fiktivem Kapital setzt voraus, dass im System des Weltkapitals in ausreichendem Maße realwirtschaftliche Hoffnungsträger vorhanden sind., an denen sich Renditeerwartungen festmachen lassen. Diese Schnittstelle zur Realwirtschaft ist die Achillesferse des immer mehr auf der Dynamik fiktiver Kapitalschöpfung gegründeten Systems.

Dass das kapitalistische System vor allem „aufgrund der technologischen Entwicklung an eine unüberwindliche innere Schranke gekommen“ lässt sich wohl kaum noch ignorieren. Und was wir an „Politik“ in Punkto Staat und Zentralbank sehen, läuft unterm Strich nur noch auf eines hinaus: Galgenfristverlängerung.

Systemfrager März 11, 2015 um 16:19

Es ist ein völliger Unsinn noch darüber zu sinnieren, wer das Flugzeug abgeschossen hat, das ist jedem Menschen mit ein Bisschen Anständigkeit klar
So sind die USlamisten

Die USA müssen laut General Bob Scales, Militäranalyst des amerikanischen Senders Fox News, der Regierung in Kiew dabei helfen, möglichst „viele Russen”, die „sich in der Ukraine verschanzt“ hätten, umzubringen.

Systemfrager März 11, 2015 um 16:24

In einer TV-Sendung am 10. März fragte der Moderator Lou Dobbs, ob die geplante Stationierung von 3.000 amerikanischen Soldaten in Ost-Europa Auswirkungen auf die Ukraine-Krise haben könnte. Scales antwortete: „Ich denke, das wird keine Wirkung haben. In der Ukraine ist schon alles entschieden. Der einzige Weg für die USA, Einfluss auf die Region auszuüben und einen Umbruch herbeizuführen, wäre es, zu beginnen, die Russen zu töten.“

BB März 11, 2015 um 16:27

@Systemfrager

“….Es ist ein völliger Unsinn noch darüber zu sinnieren, wer das Flugzeug abgeschossen hat….”

Nein, das ist von großem didaktischem Wert.

Klaus Jarchow März 11, 2015 um 16:49

@ BB: Schon klar, es war ja nur ein Experiment. Eigentlich wusste ich schon vorher, dass nichts so festgemauert ist, wie Legowelten unterm Aluhut …

BB März 11, 2015 um 17:11

Letzte Stellungnahme Haisenko noch:

http://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2015/mh-17-das-imperium-schlaegt-zurueck/

und jetzt dürft ihr in die Pause liebe Schöler.

Systemfrager März 11, 2015 um 17:23

Das Krim-Referendum ist laut dem ehemaligen Premierminister von Japan, Yukio Hatoyama, friedlich und demokratisch verlaufen und hat den realen Willen der Krim-Bewohner gezeigt.

Hatoyama war am Dienstag zu einem offiziellen Besuch auf der Krim angekommen. Berichten zufolge wird er sich mit der Führung der Republik treffen, den Liwadija-Palast besichtigen, wo 1945 die Konferenz von Jalta stattfand, und am Donnerstag Sewastopol besuchen.

„Ich habe verschiedene Standpunkte gehört und erfahren, dass das Referendum auf der Krim im Einklang mit der Verfassung der Ukraine, friedlich und nach einem demokratischen Verfahren verlaufen ist und die reale Willensäußerung der Krim-Bewohner ausgedrückt hat“, sagte Hatoyama auf einer Pressekonferenz in Simferopol.

Nebenbei bemerkt: Ein Referendum in der DDR gab es nicht. Es handelt sich um eine juristisch eindeutige Anexion.

KommentatorX März 11, 2015 um 17:29

@Carlos Manoso März 11, 2015 um 16:02
Dass das kapitalistische System vor allem „aufgrund der technologischen Entwicklung an eine unüberwindliche innere Schranke gekommen“ lässt sich wohl kaum noch ignorieren. Und was wir an „Politik“ in Punkto Staat und Zentralbank sehen, läuft unterm Strich nur noch auf eines hinaus: Galgenfristverlängerung.

Carlos Manoso, auch ich vertrete die These, dass das kapitalistische System vor allem aufgrund der technologischen Entwicklung an eine unüberwindliche innere Schranke gekommen ist und sich die kapitalistische Marktwirtschaft im Finalstadium befindet.

Daher halte ich die Vorstellung für falsch, es könne einen System-Rest geben und danach komme es zu einer neuen Epoche kapitalistischer Akkumulation.

Aber ich halte es für ebenso falsch, von einer „Galgenfristverlängerung“ zu sprechen.

Wem droht denn der Galgen?

Doch nicht der herrschenden Klasse.

Es mag zwar eine große Entwertung von Kasino-Geld und fiktivem Kapital geben. Das wird vor allem die Sparer in den Mittelschichten treffen. Aber gegenwärtig deutet nichts auf eine zukünftige Enteignung der großen Privateigentümer hin, also auf eine Rückführung dieses Privateigentums ins Gemeineigentum.

Was den Menschen in den bisherigen Wohlstandsregionen des Kapitalismus droht, sind Verhältnisse wie in der Dritten Welt. Jedoch nicht wie in China, denn dort wächst der Anteil der Mittelschichten sowie der allgemeine Wohlstand, sondern eher so wie z. B. in Thailand mit massenhaften Leben in Armut, einer relativ schmalen Mittelschicht und sehr kleinen Schicht von Reichen und Superreichen.

Meine These ist, dass wir uns nicht auf einen System-Reset hinbewegen, sondern dass wir uns inmitten einer „Strukturrevolution von oben“ befinden, also in einer Übergangsphase zu einem neuen Typ von Diktatur bzw. Faschismus.

KommentatorX März 11, 2015 um 17:37

Daher halte ich die Vorstellung für falsch, es könne einen System-Reset geben …

Systemfrager März 11, 2015 um 17:47

Die Totgesagten leben länger. Die verdammte kommunistische Diktatur!

Die chinesische Automobilvereinigung (China Association of Automobile Manufacturers) berichtete für Februar 2015 die Daten zu den PKW-Verkäufen. Die PKW-Verkäufe (unbereinigte Originaldaten) stiegen um +6,42% zum Vorjahresmonat, auf 1,396700 Millionen verkaufte PKW-Einheiten.

hardy März 11, 2015 um 17:49

@ruby

zu montalban

ich hoffe, du kennst die wunderbaren hörspiele ;-)

ansonsten: du verlinkst manchmal echt schräge musik (loverboy???)

ich hoffe, du magst auch kevin coyne

Systemfrager März 11, 2015 um 17:50

Wer macht da den unerträglichen Lärm!!!!
Ach so:
Hobbes lässt grüßen.
PS
Zur Erinnerung:
1: Der allmächtige Staat, der sich nichts von der Wirtschaft sagen lässt
2: Ökonomomische Freiheiten überall wo es nur geht

Carlos Manoso März 11, 2015 um 18:03

@KommentatorX März 11, 2015 um 17:29
„Daher halte ich die Vorstellung für falsch, es könne einen System-Reset geben ….
Aber ich halte es für ebenso falsch, von einer „Galgenfristverlängerung“ zu sprechen.
Wem droht denn der Galgen?
Doch nicht der herrschenden Klasse.
Es mag zwar eine große Entwertung von Kasino-Geld und fiktivem Kapital geben. Das wird vor allem die Sparer in den Mittelschichten treffen. Aber gegenwärtig deutet nichts auf eine zukünftige Enteignung der großen Privateigentümer hin, also auf eine Rückführung dieses Privateigentums ins Gemeineigentum.
Was den Menschen in den bisherigen Wohlstandsregionen des Kapitalismus droht, sind Verhältnisse wie in der Dritten Welt. Jedoch nicht wie in China, denn dort wächst der Anteil der Mittelschichten sowie der allgemeine Wohlstand, sondern eher so wie z. B. in Thailand mit massenhaften Leben in Armut, einer relativ schmalen Mittelschicht und sehr kleinen Schicht von Reichen und Superreichen.
Meine These ist, dass wir uns nicht auf einen System-Reset hinbewegen, sondern dass wir uns inmitten einer „Strukturrevolution von oben“ befinden, also in einer Übergangsphase zu einem neuen Typ von Diktatur bzw. Faschismus..“

KommentatorX, völlig richtig, wenn wir richtig hinsehen, sehen wir eine „Strukturrevolution von oben“ inmitten einer „Strukturrevolution von oben“, eine „Übergangsphase zu einem neuen Typ von Diktatur bzw. Faschismus..“

Historisch neuartig wäre daran, daß eine solche „große Entwertung“ die herrschenden Klasse, die Mittelschichten, kurz unterschiedslos ALLE Menschen auch in den bisherigen Wohlstandsregionen der Welt trifft, auch die „sehr kleine Schicht von Reichen und Superreichen.“

KommentatorX März 11, 2015 um 18:37

@Carlos Manoso März 11, 2015 um 18:03
Historisch neuartig wäre daran, daß eine solche „große Entwertung“ die herrschenden Klasse, die Mittelschichten, kurz unterschiedslos ALLE Menschen auch in den bisherigen Wohlstandsregionen der Welt trifft, auch die „sehr kleine Schicht von Reichen und Superreichen.“

Natürlich wird die Entwertung ALLE treffen, aber eben auf unterschiedliche Weise. Die Eigentumsrechte an Grund und Boden, an Immobilien, an Fabriken, an Bodenschätzen, Wasser, an Patenten etc. werden nicht verloren gehen. Denn dazu bedürfte es einer sozialistischen Revolution. Die Entwertung wird insbesondere das Geld, die Wertpapiere, Renten, Sozialleistungen etc. betreffen.

Aber die Realökonomie wird weiter funktionieren und die Versorgung der Massen vornehmen. Daneben gibt es die nahezu geldlose Armutsökonomie mit „Sozialkaufhäusern“, Tafeln etc.

Vermutlich wird es einen repressiven Sozialstaat nach dem Muster von HIV als zentrales Mittel zur Beherrschung und Alimentierung der Massen gaben.
Wer sich konform erhält, der erhält Sozialhilfe. Kostengünstige Unterhaltung erfolgt durch TV und Internet.

Ab und zu gibt es Love Parade, Street Parade, Public Viewing, Konzerten, Karneval etc.

Sozialarbeiter betreuen die Massen. Cannabisanbau und –konsum werden legal.

Der repressive Sozialstaat funktioniert, wie man sieht.

Insgesamt ist die Systemzufriedenheit nach wie vor hoch.

sol1 März 11, 2015 um 19:48

Letzte Stellungnahme Haisenko noch…

Ein lustiges Kerlchen, das sich ebenso wie diverse Leuchten des hiesigen Kommentariats für den Mittelpunkt des Universums hält:

Offensichtlich hat mein Bericht vom 7. März 2015 die Transatlantiker nervös gemacht.

Ich vermute mal eher, daß die “Transatlantiker” (wenn sie diesen Quatsch überhaupt zu Gesicht bekommen), sich über die groben Fehler von Haisenko köstlich amüsieren werden:

Wir wissen, dass zum Beispiel Wikipedia bereits vor dem Abschuss der MH 17 manipuliert worden ist, was die Dienstgipfelhöhe der SU 25 angeht.

Das läßt sich innerhalb einer Minute widerlegen, indem man die letzte Version des Artikels Suchoi Su-25 vor dem Abschuß von MH17 aufruft:

https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Suchoi_Su-25&oldid=132170277

Dort gibt es zur Dienstgipfelhöhe dieselben Angaben wie in der aktuellen Version.

Natalius März 11, 2015 um 19:51

@BB März 11, 2015 um 17:11
“…und jetzt dürft ihr in die Pause liebe Schöler.”

Machen wör, Hörr Löhrer.

Aus deiner andersweltigen Quelle:

“Wir wissen, dass zum Beispiel Wikipedia bereits vor dem Abschuss der MH 17 manipuliert worden ist, was die Dienstgipfelhöhe der SU 25 angeht. Selbst die Seite “http://www.fliegerweb.com/aktuell/” hat ihre Angaben zu den Leistungen der SU 25 vom August zum September 2014 „angepasst“. Original: Dienstgipfelhöhe 14.600 Meter, ohne Einschränkungen. Ab September 2014: Dienstgipfelhöhe 7.500 Meter, maximal erreichte Höhe (flight test) 14.600 Meter. Ganz nebenbei bemerkt: Schon die ME 262 konnte auf 14 Kilometer Höhe aufsteigen und schießen.”

Ist schon ein Hammer, Hörr Löhrer! Dass Wikipedia von ydischen Agenten an allen sensitiven Stellen “mitgeschrieben” wird, dass wissen wir ja. Aus der version history kennen wir ja oft sogar die Avatarnamen besonders aktiver “Akteure” mitsamt ihrer Mutanten und Robotrolls. Aber dass jetzt sogar ein harmloses und nicht so oft gelesenes Fliegerblättchen Gegenstand der medialen Totaaalkontrolle sein soll, das grenzt ja an ydische Weltverschwörung. So etwas WILL von einem eingemorphelten Stammleser dieses Blogs nicht wahrgenommen werden (unabhängig davon ob es stimmt). Selbst Viertelmorphels werden da ein Problem mit intellektuellen Fluchtreizen bekommen. Schliesslich gilt Ch. Morgenstern’s Gedicht zur unmöglichen Tatsache immer noch!

Sehr gut ;-)

ruby März 11, 2015 um 19:56

“Diese Schnittstelle zur Realwirtschaft ist die Achillesferse des immer mehr auf der Dynamik fiktiver Kapitalschöpfung gegründeten Systems.”
http://www.wiwiss.fu-berlin.de/fachbereich/bwl/pruefungs-steuerlehre/kruschwitz/forschung/veroff/84_-_Finite_Differenzen.pdf
over the differencies of dynamics
;-)

Linus März 11, 2015 um 20:15

“Wenn Du schreibst, dass die allgemeinen Erwartungen an Politik gezielt torpediert würden, was meinst Du damit genau? Dass z.B. Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sich denken: Hm, wie können wir es wohl am ehesten hinbekommen, dass es den Leuten schlecht und schlechter geht? Wie können wir das Wohlergehen der Bevölkerung am besten verhindern?”

Das ist doch absurd!”

Absurd:
- der gezielte Ausbau des Niedriglohn-Sektors aka Hartz4
- die schwarze Null
- die Rettung der Banken, indem man GR in der Schuldenfalle hält
- Riester
usw. usf.

Dies nur zur wirtschaftlichen Seite.
Die Resultate sind katastrophal. Das war allerdings schon vor der Implementierung bekannt. Da lässt durchaus böse Absicht im Sinne von “in Kauf nehmen” unterstellen.

Bzgl. der rechtlichen Seite frag mal wowy: Vertrag von Lissabon, Verlagerung von Kompetenzen an nicht demokratisch legitimierte Instanzen -> EU, ESM, TTIP etc. pp.

Linus März 11, 2015 um 20:18

@Morph: Letzter Post ging natürlich an dich.

ruby März 11, 2015 um 20:25

@ All Believers :
http://www.phoenix.de/content//924596
Versprechungen und Versprechen – > Vertrauen

ruby März 11, 2015 um 20:30
ruby März 11, 2015 um 20:41
topi März 11, 2015 um 23:49

Morph

“Herzchen, 1. muss ich kein sinnvolles Argument für die Rechtfertigung der herrschenden Politik bringen, weil ich sie nicht rechtfertigen will (was Du offenbar nicht verstehst) und 2. widerspricht diese Politik ganz offenkundig nicht der Realität. Sie ist ein Faktum.”

Nach ein paar sachlichen Beiträgen wieder im “nix-vastähn-Modus”.

Es ging nicht um Rechtfertigung der herrschenden Politik, sondern deiner Behauptung, dass Wohlstand nicht mehr möglich ist, wegen; ja keine Ahnung, wegen CO2 oder so.
Bei exorbitant gestiegener Produktivität ist selbstverständlich der gleiche Wohlstand wie früher möglich (und dazu noch fette Gewinne für die happy few und ihre Freunde).

“Aber setze Du nur Deine Hoffnung in rechtsradikale Rassisten mit cojones… das ist wirklich ganz, ganz sinnvoll, @topi.”

Lesen, Morph, und verstehen.
Ich habe Euroausstiegsszenarien durchdacht, keine Hoffnungen ausgesprochen.
Und aus dem Norden ist ein Ausstieg nunmal unwahrscheinlich, weil bspw. Schäuble, der jetzt die Griechen rausschmeißt, morgen noch der Held ist; aber übermorgen der Mann, der 70 deutsche Milliarden versenkte (und weiter 500 bis 1000 werden in naher Zukunft folgen).
Eine Regierung, die ihr Nordland aus dem Euro führt, kriegt unmittelbar die darauf folgenden Überschussexporteinbrüche und Schuldenabschreibungsbedarfe und Auslandsvermögenverluste (alleine durch WK-Reaktion), vorgerechnet, das macht keiner (höchstens einer, dem alles egal ist).

“Ach, und die Geschichte der Weltwirtschaftskrise ist doch etwas umfänglicher als nur 29-33. Auch die politischen Umstände sollte man sich anschauen. ”

Na los, schau doch mal.
Es gibt ganz klare empirische Daten, wie sich bestimmte volkswirtschaftliche Parameter verschoben haben; und welche Maßnahmen in den Ländern ergriffen worden sind.

Schlicht weil sie etwas tun mussten, weil sie sonst damit rechnen mussten, dass sie völlig hinweggefegt werden.

Wenn du etwas anderes anführen willst, bitteschön. Aber konkret.

“Und, wie gesagt, der Wohlstand der 2. Hälfte des 20. Jh. ist auf den Zerstörungen des 2. Weltkriegs und im Kontext des Systemkonflikts gewachsen.”

Du redest immer von Nichtplanbarkeit, Nichtvorhersagefhigkeit von Politikmaßnahmen und so weiter.

Dabei ist es sehr leicht, es gibt klare Größen, an denen sich solche Prosperitätsphase ablesen lassen können.
Nein, die vorherige Zerstörung gehört nicht dazu; dass eine Systemkonkurrenz besteht auch nicht.
Es braucht eine gleichbleibend hohe Lohnquote, also einen Staat, der entsprechende Rahmenbedingungen setzt (Machtverteilung, Lohnersatzleistungshöhe), gedämpfte Einkommenskonzentration auch durch progressive Besteuerung, staatliche Infrastrukturausbaumaßnahmen, Ausbau öffentlicher Güter.
Dann bleibt es bei einer konstanten Gesamtverschuldungsquote, es gibt keinen Neuverschuldungsbedarf über das Wachstum hinaus, also auch keine Abbruchkrise.

Da gibt es immer noch unzählige Wege, und es mag sein, dass einzelne Maßnahmen auch mal nicht so wirken wie prognostiziert; aber die makroökonomischen Daten, die man im Auge behalten muss, sind einfach messbar, und dann kann man entsprechend handeln.

Letztlich zeigen die Punks in Island, wie einfach es ist. :roll:

“Aber danke für das Ausstiegs-Szenario Griechenlands! Das wäre aber nicht das Auseinanderfliegen des Euro, von dem Du sprichst.”

Nach dem Austritt Griechenlands gibt es zwei Szenarien; die EUrozonenländer rächen sich und schaffen es, Griechenland aus der EU zu drängen und wirtschaftlich zu strangulieren, dann schreckt das andere Länder ab.

Das deutlich wahrscheinlichere Szenario ist, dass es in Griechenland nach Bankrott, Schuldenschnitt und Abwertung relativ schnell wieder aufwärts gehen wird, wie immer in der Geschichte.

Und dann bessern sich schnell die Arbeitslosenzahlen und vor allem die Perspektiven; die Spanier, Portugiesen, Zyprioten, auch Italiener werden keinen Bock mehr auf die Strangulation ihrer Volkswirtschaften durch den Euro-Fetisch haben.

In Frankreich wird es hoch hergehen, Ergebnis offen.

Morph März 12, 2015 um 01:00

@topi

“Nein, die vorherige Zerstörung gehört nicht dazu; dass eine Systemkonkurrenz besteht auch nicht.”

Das behauptest Du so. Andere behaupten anderes. Ich habe mal einen Gewerkschafter klagen hören, dass die Tarifverhandlungen zu Zeiten des Systemkonflikts erfolgreicher waren, weil immer noch ein virtueller Dritter mit am Tisch saß, sozusagen der ideelle Gesamtverhandlungspartner: real existierender Sozialismus.

Du argumentierst mit dem kontrafaktischen Modell einer allgemeinwohlorientierten Regierung und nicht mit der Realität einer machterhaltorientierten Regierung. Das ist für kritische Zwecke auch okay so. Aber wenn Du nicht nur folgenlose Kritik üben willst, sondern Interesse an einer anderen Politik hast, dann kommst Du nicht umhin, Dir darüber Gedanken zu machen, wie man die Kritik in ein Machteroberungs- und Machterhaltungshaltungsmotiv übersetzen kann.

Und das funktioniert nicht über den Trigger des individuellen Konsumglücks (3 x Urlaub/Jahr, 2 Autos in der Garage und Heimkino). Nicht der Hunger bringt Menschen auf die Straße, schon gar nicht der Hunger nach Luxus. Ideen bringen Menschen auf die Straße. Überzeugende Sinnangebote, die den Stolz aktivieren. Ideen solidarisieren, disziplinieren und organisieren.

(Okay, auch Ressentiments bringen Menschen auf die Straße, aber das sind kurzlebige Strohfeuer des Populismus, sozusagen die Abwrackprämie des Geistes)

Die homogene Nation, die einen starken, allgemeinwohlorientierten Territorialstaat trägt, ist eine Idee von gestern, damit holt man heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Sind noch Ideen von vorgestern im Angebot (Religion). Man bräuchte heute Ideen von übermorgen. Aber wer weiß, vielleicht sind alle kollektiv motivierenden Ideen schon gedacht?

Natalius März 12, 2015 um 01:21

Morphel, diese Ideen gibt es schon. Sie haben noch nicht Kritikalität erreicht, aber sie werden es erreichen.

Morph März 12, 2015 um 01:27

@topi

“Es gibt ganz klare empirische Daten, wie sich bestimmte volkswirtschaftliche Parameter verschoben haben; und welche Maßnahmen in den Ländern ergriffen worden sind.”

Mag sein. Ich bin auch nicht kompetent, eine wirtschaftsgeschichtliche Debatte zu führen. Aber Deine Suggestion, Crash, ein paar keynesianische Staatsinterventionen, zack, läuft die chose wieder, ist historisch etwas zu schlicht, dafür muss ich kein Wirtschaftshistoriker sein. Und dass das ganze auch dem Faschismus Vorschub geleistet hat, mit den bekannten Folgen, dass der Krieg ein Riesengeschäft ist, vorher, währenddessen und nachher, das sind ja auch Binsen.

“die makroökonomischen Daten, die man im Auge behalten muss, sind einfach messbar, und dann kann man entsprechend handeln.”

Und alles Handeln hat Folgen, beabsichtigte und unbeabsichtigte, Nahfolgen und Spätfolgen.

Aber im Grunde ist Dein unerschütterlicher Planungsoptimismus ja ganz herzerfrischend. Zwar historisch wieder und wieder widerlegt, insofern auch etwas gruselig, aber Du kommentierst hier ja nur. ;-)

petervonkloss März 12, 2015 um 04:39

Deutschland und die Angst vor dem Friedensvertrag
(und die dadurch möglicherweise entstehende Nähe zu Russland wegen eines wiederholten Angebots).

Augstein der Alte meinte mal in seinem unnachahmlichen Sarkasmus, daß uns nach einem Friedenvertrag die Rolle des Dukatenesels zugewiesen wäre;
Nun, die heutige Realität hat diesen auch ohne Friedensvertrag aufs Ausdrücklichste bestätigt.
In einem früheren Kommentar hatte ich die durch Syriza bewirkte Möglichkeit der entstehenden Notwendigkeit
einer Art Bismarck für möglich gehalten (Bismarck von außen bewirkt).
Dazu bedarf es einer gesunden Rechten, die einer überwiegend linksliberalen deutschen Habermas-Gesellschaft,
ein Komplement und Gleichgewicht zurückgibt.
Hier verstehe ich auch die ständige Angst eines Morph nicht, der sich vielleicht allzusehr partikularen Interessen andient, und sich staatliche Ordnungen und Strukturen nur im linken Spielfeld vorstellen kann.
Was Topi hier an europapolitischen Vorstellungen zum Besten gibt, kann ich mir auch bei einem eventuell entste-
henden linken Wirtschaftsflügel der AfD vorstellen (ohne die Klarsichtfolien des Prof. Lucke).

Aber daß eine im Kern antideutsche Linke Besserungen in Europa bewirken könnte, sehe ich nicht.

- Der Kriegszustand, der in den Jahren 1939 bis 1945 zwischen den Signatarstaaten der UN-Charta und dem Deutschen Reich entstanden war, wurde bis dato nur durch einseitige Erklärungen beendet. Auch der im Jahr 1990 abgeschlossene “Zwei-Plus-Vier-Vertrag” änderte an dieser Situation nichts, da in diesem der Kriegszustand mit dem Deutschen Reich unangetastet blieb. Der Abschluss eines Friedensvertrags setzt die Beantwortung der Frage voraus, wer von deutscher Seite befugt wäre einen solchen auszuhandeln und völkerrechtlich wirksam zu unterzeichnen. Dies könnten nur legitimierte Organe des Deutschen Reiches oder eines etwaigen Rechtsnachfolgers sein. Das Bundesverfassungsgericht hat am 31. Juli 1973 im Grundlagenvertragsurteil festgestellt, dass das Deutsche Reich nach wie vor existent und rechtsfähig, jedoch mangels Organisation, insbesondere mangels institutionalisierter Organe handlungsunfähig ist. Die Frage nach einem Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches stellt sich somit nicht. Da mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zum Geltungsbereich des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 die Bundesrepublik Deutschland zwar räumlich erweitert wurde, in staatsrechtlicher Hinsicht jedoch unverändert fortbestand, gilt dieses Urteil bis heute fort. Erst mit der Schaffung einer neuen deutschen Verfassung im Sinne von Artikel 146 Grundgesetz würde das Deutsche Reich wieder Organe erhalten und handlungsfähig werden. –

Dies soll – von von allen Beteiligten – mit der auch monetären Auflösung Deutschlands verhindert werden; als ob
mit der Vermeidung des negativ „Schicksalsmächtigen“ die Gefahren gebannt seien und z. B. das Deutsche Reich eines Grafen Stauffenberg keine positive europäische Werthaltung enthält und sich entwickeln kann mit respektvollen Beziehungen auf Gegenseitigkeit.
Aber inwischen dürfte klar sein, daß der übergeordnete Gleichheitswahn in allen Bereichen der Kern aller Übel ist.
Neulich sagte Peter Sloterdijk gelegentlich eines G. Mahler- Symposiums, daß der revolutionäre Jesus der erste Anti-
semit der Weltgeschichte sei. Dies sollte uns zu denken geben.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497030.html

Garfield März 12, 2015 um 05:13

@systemfrager

So sind die USlamisten

Die USA müssen laut General Bob Scales, Militäranalyst des amerikanischen Senders Fox News, der Regierung in Kiew dabei helfen, möglichst „viele Russen”, die „sich in der Ukraine verschanzt“ hätten, umzubringen.

Bob Scales = _ehemaliger_ General, der heute bei Fox News arbeitet. Dessen Aussagen haben mit der US-Regierung also ungefähr soviel zu tun, wie Schneiderhahns Geschichtsstunden mit der BRD.

…also mal übersetzt: sagen nicht die USlamisten, sondern Fox News (ein kleiner, aber feiner Unterschied) – und hat ungefähr soviel Wert wie wenn “Post von Wagner”s (könnte theoretisch ja auch ein General a.D. sein) in der BILD schreibt was Merkel demnächst tun muß.

aber das ” sozialistische” ist echt nicht totzukriegen, die Reichen jedenfalls:
Armutsschere geht immer weiter auseinander

Garfield März 12, 2015 um 05:16

* ” sozialistische ” China ist echt nicht totzukriegen

Systemfrager März 12, 2015 um 05:47

“Wegelagerer”, “jaulende Hofhunde”, “Fünf-Mark-Nutten”: Journalisten und Medien werden geschmäht und kritisiert, seit es sie gibt. Doch im vergangenen Jahren hat sich die Stimmung massiv verschärft. Das zeigen nicht nur die “Lügenpresse”-Rufe auf den Pegida-Demos.

Wenn man sich @Jarchow & Co. anschaut, sind die obigen Begriffe fast so wie ein Kompliment: Wir haben mit den herzensbösen Ganoven, notorischen Lügnern, Kriegstreibern … zu tun. Und jetzt soll mir bitte keiner kommen und sagen, ich sei dreißt, man sollte den Nächsten und den Mitbürger mit Respekt behandeln. Wo bleibt dann die Gerechtigkeit? Ein Respekt für respektlose? Und wenn ist dann schuld, wenn morgen gegen Russland, China usw. mobilisiert wird?
mehr >>>

ruby März 12, 2015 um 07:14

@ hardy
;-)

J.D.Salinger Die jungen Leute
Zeit-Literatur zur Leipziger Buchmesse S. 1o
drei Shortstories
http://www.theguardian.com/books/2014/jul/28/jd-salinger-stories-published-70-years-out-of-print
http://devault-gravesagency.weebly.com/three-early-stories-by-jd-salinger.html
German at Piper E-Book 9,99€ (Feindverlag!!!)
für alle Systemerhalter, die sich Jugend nicht kaufen können…

petervonkloss März 12, 2015 um 07:31

Dieser großartige Text von @topi muß für das allgemeinen Gedächtnis wiederholt werden, zumal er von f.luebberdings Bultmannsche Religionsstiftung unterbrochen wurde.

topi März 11, 2015 um 12:00
Morph

“Ich bin gegenüber Deiner Euro-Gegnerschaft nicht deshalb skeptisch, weil ich die gemeinsame Währung für eine zivilisatorische Errungenschaft halte, die verteidigt werden sollte, sondern weil es allein mit der Rückkehr zu nationalen Währungen ja nicht getan wäre, wie Du ja selber schreibst.

Entscheidend ist doch wohl der politische Eingriff in die Vermögensverteilung. Warum sollte die Duchsetzung solcher Eingriffe auf nationaler Ebene wahrscheinlicher sein als auf europäischer Ebene?”

Du hast WWK I, 29-33, offenbar nicht ausreichend studiert.

Die Renationalisierung, der Aufbau von Handelsbarrieren, von nationalen Schranken, war wichtiger Teil der Lösung.
Die Weltwirtschaft war Ende der Zwanziger annähernd so globalisiert wie heute (also zwischen den relevanten Ländern).
Mit der Behauptung, man könne ja national gar nichts ändern, bspw. an der Verteilung der Einkommen, oder Besteuerung, oder Machtverteilung zwischen Arbeitern und Unternehmern, oder an der Menge öffentlicher Leistungen.

Tja wenn das die Behauptung ist (nur richtig ohne Wechselkurs; also in der Goldwährung durchaus relevant), dann muss man eben handeln; raus aus der Goldwährung, und nationale Maßnahmen ergreifen, auch gegen die anderen.

“Mir jedenfalls scheint die Zukunft eher in einer anderen europäischen Union zu liegen als in einer Rückkehr zum Nationalismus.”

DIESE Union hat keine Zukunft.
Selbst wenn man es jetzt besser machen würde, also vor allem abgestimmte Lohn- und Preiserhöhungen, würde der Süden nicht mehr auf die Beine kommen (dafür bräuchte es jahrelang hierzulande hohe Nominallohnsteigerungen, na da kommt ja wohl eher der Osterhase und wirft mit Goldeiern).

Aber sowas ist in DIESER Union gar nicht vorgesehen; und es ist gar keine Tendenz sichtbar, dass das die TINAnesen auch nur entfernt in Betracht ziehen, sie weigern sich beharrlich, das überhaupt als Problem anzuerkennen.

Die Behauptung, man braucht den Euro im Weltmaßstab, ist einfach nur lachhaft; wie wirklich jeder Depp anhand der Daten von Nichteuroländern nachvollziehen kann.

Der gemeinsame Markt mit gemeinsamen Standards, der also eine quasi “einheimische” Produktion in großem Maßstab ermöglicht, ist sinnvoll; aber das war es auch schon fast, was man wirklich braucht.
(natürlich kann gemeinsame Energiepolitik und anderes hilfreich sein; aber jede Pipeline ist ein Stück gemeinsame Energiepolitik, kriegen sogar Afrikaner hin; dieser ganze TTIP-Schwachsinn ist doch offensichtlich: wenn die Autoindustrien wollen, dass sie auch hier anders bunte Kabelbäume für den Export einbauen dürfen sollen, na dann sollen sie sich halt mal hin- und das durchsetzen, dafür braucht es doch kein TTIP)

topi März 12, 2015 um 08:24

Dann muss ich allerdings ergänzen: “DIESE Union” bezieht sich vor allem auf das Euro-Unwesen.

Das kann man nun als logische Folge der gesamten Ausrichtung sehen, gemeinsamer Markt als Hauptantrieb für die Entwicklungen.

Aber alles andere mag nicht optimal sein, in vielen Teilen auch gegen die Interessen der normalen Menschen gerichtet, aber zumindest sind das keine Killer für die ökonomische Entwicklung, wie es eine Währungsunion mit stark differierenden Inflationsraten einfach IMMER ist.

Alles andere ließe sich neu ausrichten, andere Schwerpunkte könnten gesetzt werden. Aber solange der Euro oben drauf sitzt, geht gar nichts.

Die Hoffnung, dass jetzt große Investitionsprogramme kommen, “gemeinsame Wirtschaftspolitik”, könnte unter gewissen politischen Entwicklungen sogar richtig sein.

Aber die anschließende Ent-Täuschung ist vorprogrammiert: mit der Einheitswährung, den jetzt auseinandergelaufenen massiven Inflationsdifferenzen (die holt man eben nur ganz marginal wieder auf, und bei jeder Aufholung werden hier die “Wettbewerbs”apostel aufjaulen), bleibt alles andere nur Lametta.

Also weg mit diesem Euro; um die in den (vor)letzten Jahrzehnten gewachsenen engen freundlichen Beziehungen zu erhalten, statt sie zunehmend durch nationale Ressentiments zu ersetzen.

Andreas Kreuz März 12, 2015 um 08:25
karla März 12, 2015 um 10:07

Bild.de:
“Wir sollen den Griechen
332 Mrd. Euro zahlen!”

Zum Streitthema griechische Reparationsforderungen gibt es einen informativen Bericht von Niels Kadritzke unter:

http://www.taz.de/Reparationszahlungen-an-Griechenland/!154907/

petervonkloss März 12, 2015 um 10:14

@topi
Island!!!
Lieber @topi hier sei noch mal auf DAS ARKTOGEA-MANIFEST verwiesen, mittels der bisweilen heidnischen isländischen National – Poetin Björk:

https://www.youtube.com/watch?v=M1Wwbw2gCcA

Heidnische Poesie

Durch dunkle Ströme treibend
Finde ich eine genaue Kopie,
eine Blaupause
der Freude in mir
Herumwirbelnde schwarze Lilien, zu allem bereit
Er bietet mir einen Händedruck
Fünf verkrümmte Finger
formen ein Muster,
das noch sein Gegenstück sucht
Herumwirbelnde schwarze Lilien, zu allem bereit
Ein geheimer Code,
eingebrannt in eine Handfläche,
formt ein Muster,
das noch sein Gegenstück sucht
Herumwirbelnde schwarze Lilien, zu allem bereit
Morsesignale
pulsieren
wecken mich auf
vom Winterschlaf
Auf der Oberfläche Unkompliziertheit
aber der dunkelste Schacht in mir
ist Heidnische Poesie
Heidnische Poesie.

ott0 März 12, 2015 um 10:25

Zurück in die Schützengräben!

Eben in der FAZ: “Dass Hitlers Armeen im April 1941 in Griechenland einfielen, hatten die Griechen Italien zu verdanken. Italiens Diktator Benito Mussolini hatte seine Truppen gegen Griechenland in Marsch gesetzt, doch seine zuverlässig versagenden Soldaten wurden von den griechischen Verteidigern gedemütigt und zurückgeschlagen.”

topi März 12, 2015 um 10:37

Morph

“Das behauptest Du so. Andere behaupten anderes. Ich habe mal einen Gewerkschafter klagen hören, dass die Tarifverhandlungen zu Zeiten des Systemkonflikts erfolgreicher waren, weil immer noch ein virtueller Dritter mit am Tisch saß, sozusagen der ideelle Gesamtverhandlungspartner: real existierender Sozialismus.”

Morph, du schaffst nicht die Unterscheidung.

Das eine sind die notwendigen Bedingungen für prosperierende Phasen. Außenhandel im Gleichgewicht bspw, Lohnentwicklung mit der Produktivitätsentwicklung.

Da gibt es eine vielzahl von politischen Maßnahmen, bei denen man ziemlich genau weiß, in welche Richtung sie wirken.

Man muss nur wollen. Isländische Punks können das.

Ds geht an deine Behauptung, es sein so kompliziert, und die wissen gar nicht, was herauskommt.

Dann gibt es die realen Umstände, die bewirken, welche Interessen sich eher durchsetzen.
Da hilft natürlich ein “real eistierender” wasauchimmer, Hauptsache eine Alternative.

Nur ist die Behauotung, es ist zwangsläufig, dass alles abschmiert, weil die Kapitalseite und vor allem die Geldvermögenden den größten EInfluss haben.

Dass alles abschmiert, ist nämlich direkt das gegenteil von dem, was Politiker als Hauptfetisch vor sich hertragen: Wachtum Wachstum Wachstum.

Die OECD konnte nicht mehr die AUgen verschließen und musste feststellen: wachsende Einkommensungleichheit reduziert das Wachstum.

Die Erkenntnis, dass die Schuldenkrise direkt aus dem politischen Handeln folgte, gab es auch schonmal.

Genau das meinten doch die konservativen Zeitungsflagschiffe mit ihrer Schlagzeile:

Hatte die Linke doch recht?

Und natürlich ist es auch für den Kapitalisten besser, reale Vermögenswerte zu erwerben, anstatt Luftbuchungen, und für das oberste Promille ist es auch besser, wenn sie 20% von 100 kriegen, statt 23% von 60.

sol1 März 12, 2015 um 11:02

Der Kriegszustand, der in den Jahren 1939 bis 1945 zwischen den Signatarstaaten der UN-Charta und dem Deutschen Reich entstanden war, wurde bis dato nur durch einseitige Erklärungen beendet. Auch der im Jahr 1990 abgeschlossene “Zwei-Plus-Vier-Vertrag” änderte an dieser Situation nichts, da in diesem der Kriegszustand mit dem Deutschen Reich unangetastet blieb. Der Abschluss eines Friedensvertrags setzt die Beantwortung der Frage voraus, wer von deutscher Seite befugt wäre einen solchen auszuhandeln und völkerrechtlich wirksam zu unterzeichnen. Dies könnten nur legitimierte Organe des Deutschen Reiches oder eines etwaigen Rechtsnachfolgers sein. Das Bundesverfassungsgericht hat am 31. Juli 1973 im Grundlagenvertragsurteil festgestellt, dass das Deutsche Reich nach wie vor existent und rechtsfähig, jedoch mangels Organisation, insbesondere mangels institutionalisierter Organe handlungsunfähig ist. Die Frage nach einem Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches stellt sich somit nicht. Da mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zum Geltungsbereich des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 die Bundesrepublik Deutschland zwar räumlich erweitert wurde, in staatsrechtlicher Hinsicht jedoch unverändert fortbestand, gilt dieses Urteil bis heute fort. Erst mit der Schaffung einer neuen deutschen Verfassung im Sinne von Artikel 146 Grundgesetz würde das Deutsche Reich wieder Organe erhalten und handlungsfähig werden.

Das hat der Trauerkloß hier erguttenbergelt:

https://de-de.facebook.com/publica.global/posts/779487472143741

Der von ihm weggelassene letzte Satz macht klar, wohin die Reise dieser Reichsbürger geht:

In dem dann auszuhandelnden Friedensvertrag müsste auch der staats- und völkerrechtliche Status der deutschen Ostgebiete geklärt werden, bis dahin gelten die Grenzen des Deutschen Reiches vom 31. Dezember 1937 fort.

chabis März 12, 2015 um 11:05

@ott0 März 12, 2015 um 10:25
Sieht eher so aus, dass man sich auf diesem etwas eigentümlichen
politischen Feld, das die griechische Regierung eröffnet hat und das beim Gegner zumindest für Verwirrung sorgt, in der Defensive sieht
und eine “Frontbegradigung” vorzunehmen versucht. Insgesamt ein wunderliches Szenario.

petervonkloss März 12, 2015 um 11:25

ott0 März 12, 2015 um 10:25
Zurück in die Schützengräben!

Eben in der FAZ: “Dass Hitlers Armeen im April 1941 in Griechenland einfielen, hatten die Griechen Italien zu verdanken. Italiens Diktator Benito Mussolini hatte seine Truppen gegen Griechenland in Marsch gesetzt, doch seine zuverlässig versagenden Soldaten wurden von den griechischen Verteidigern gedemütigt und zurückgeschlagen.”

Dies ist historisch und menschlich vollkommen korrekt;

Die ital. Armee war meistens eine Armee von Versagern!

Der deutsche Blutzoll war entsprechen hoch.

ott0 März 12, 2015 um 11:33

Ich denke, dass die Griechen zahlungsunfähig gehalten werden sollen. Was der wesentlich deutlichere Aspekt eines Bankrottes ist. Aber ich habe da mal eine Frage an den Finanzexperten TRSS.

Anstatt Forderungen mit anderen Staaten gegen einander aufrechnen zu wollen, könnte doch die griechische Regierung zwei griechische Banken verstaatlichen und mit Staats-Sachvermögen wie Ländereien u.s.w. als Eigenkapital ausstatten. Dann leihen sich die Banken unter einander je die zehnfache Menge des Eigenkapitals unter üblichen Konditionen. Beide Banken sind nun extrem flüssig und kaufen für 80% ihrer liquiden Mittel griechische Staatsanleihen.

Die Zahlungsunfähigkeit des griechischen Staates wäre vom Tisch und man hätte alle Bilanzen in schöner global finanztechnischer Ordnung.

chabis März 12, 2015 um 11:38

@petervonkloss März 12, 2015 um 11:25
Auf diesem (Kriegs)Pfad pflegen Sie nur weitverbreitete und eigene Klischees
http://culturmag.de/rubriken/buecher/alf-mayers-blutige-ernte-uwe-nettelbeck-der-dolomitenkrieg/81016

Systemfrager März 12, 2015 um 11:43

Die ital. Armee war meistens eine Armee von Versagern!

Richtig, die Italiener wollten auf den Befehl eines Verrückten (el Duche) nicht zu menschlichen Bestien werden, wie die Deutschen.

Der deutsche Blutzoll war entsprechen hoch.

Richtig, die Deutschen waren bereit auf den Befehl eines Verrückten (Führer) zu menschlichen Bestien zu werden. Nun haben sie dafür zahlen müssen.

KommentatorX März 12, 2015 um 11:48

@Linus März 11, 2015 um 20:15
– der gezielte Ausbau des Niedriglohn-Sektors aka Hartz4
- die schwarze Null
- die Rettung der Banken, indem man GR in der Schuldenfalle hält
- Riester
usw. usf.
Dies nur zur wirtschaftlichen Seite.
Die Resultate sind katastrophal. Das war allerdings schon vor der Implementierung bekannt. Da lässt durchaus böse Absicht im Sinne von “in Kauf nehmen” unterstellen.
Bzgl. der rechtlichen Seite frag mal wowy: Vertrag von Lissabon, Verlagerung von Kompetenzen an nicht demokratisch legitimierte Instanzen -> EU, ESM, TTIP etc. pp.

Wenn die Reichen immer reicher werden und sie einen immer größeren Teil dieser Welt zu ihrem Privateigentum machen, dann stellt sich für einen kritischen und intelligenten Menschen die Frage, ob es sich hierbei um ein ungeplantes Ergebnis oder um das Resultat einer Strategie handelt?

Aber diese Frage ist in dieser Gesellschaft tabuiert. Denn gegen die Annahme einer Strategie wird sofort das Totschlagargument: „Verschwörungstheorie“ vorgebracht.

Wer sich diesem Tabu nicht unterwirft und nicht das Denken verbieten lässt, sondern sich mutig und kritisch mit der Realität befasst, wird ernsthaft der Frage nachgehen, ob es sich beim Neoliberalismus um eine Strategie handelt, gewissermaßen um den größten Raubzug der Weltgeschichte?

So war die Aneignung des Volksvermögens der DDR nichts anderes als legalisierter Raub. Ähnliches spielte sich in Russland in der Jelzin-Ära ab. Und das Gleiche gilt für die Privatisierung von Volkseigentum in der BRD (Post, Bahn, Energie- und Wasserversorgung, Krankenhäuser etc.). Oder demnächst für die Privatisierung der Autobahnen und Fernstraßen.
Unter diesem Aspekt sollte auch das aktuelle Geschehen in der Ukraine betrachtet werden.

„Die Geschichte der Treuhand ist in der Tat aktuell recht interessant; vielleicht zeigen sich Parallelen zum (anstehenden) Ausverkauf der europäischen Staaten.“
http://feynsinn.org/?p=2981#comment-22463

Ökonomen wie Max Otte weisen darauf hin, dass ein Schlussverkauf stattfindet:
„Die Gefahren sind, dass das Ausland inzwischen einen großen Teil der deutschen Wirtschaft besitzt, also deutsche Aktien waren vor 10 Jahren noch zu 70% in deutschen Besitz, heute sind die DAX-Konzerne zu 70% in ausländischen Besitz. Ähnlich ist es mit dem Mittelstand, der größtenteils von Private Equity Firmen aufgekauft wird. Entscheidungen über deutsche Firmen fallen zunehmend im Ausland und ich finde dies sehr bedenklich.“

Was passiert in Griechenland?

“Privatisierung um jeden Preis” und Verramschen öffentlichen Eigentums gehören zu Kernpunkten des neoliberalen Projekts.

Niels Kadritzke wurde bereits zitiert:
„Wie ineffektiv und asozial dieser Ausverkauf ist, lässt sich an den wenigen “gelungenen” Privatisierungsprojekten zeigen. Die nominell größte Einnahme erzielte der Staat bislang mit dem Verkauf ihrer Anteile an der Lotto-Gesellschaft Opap, für die 652 Millionen Euro eingelöst wurden. Dabei ist die Opap eine Gewinnmaschine, die dem Fiskus jährlich rund 200 Millionen Euro eingespielt hat. Der Staat hätte sich langfristig mehr Einnahmen gesichert, wenn er die Opap nicht verscherbelt hätte.
Der Käufer, ein Konsortium aus osteuropäischen und einem griechischen Oligarchen, war im Übrigen der einzige Bieter und konnte so den Preis diktieren. Das gilt auch für alle weiteren Privatisierungen, etwa für die gigantische Immobilie des früheren Athener Flughafens Ellinikon. Das Konsortium, das sie erwarb – der griechische Oligarch Spyros Latsis mit arabischen und chinesischen Teilhabern – zahlte für das küstennahe Areal mit 577 Millionen Euro gerade mal die Hälfte des Schätzpreises.“

Der neoliberale Raubzug hat zum Kern die Privatisierung von Volksvermögen. Häfen, Flugplätze, Inseln, Bodenschätze etc.

In Griechenland werden die Reichen und Superreichen werden hinsichtlich der Zahlung von Steuern etc. nicht nur geschont, sondern sie erhalten die Möglichkeit, sich an den Privatisierungen zu bereichern. So wie sie bereits vorher den griechischen Staat ausplünderten und Bestechungsgelder kassierten.

Hinter dem neoliberalen Projekt steht eine Strategie, nämlich der größte Raubzug der Weltgeschichte. So ist auch der Euro kein „Fehler“, sondern ein Erfolgsmodell für die herrschende Klasse, er macht sie reicher und mächtiger.

Aber dies zu thematisieren, ist tabu.
Und wenn es thematisiert wird, dann kommen gleich die subalternen Kreaturen und schreien „VT, VT, VT!“.

petervonkloss März 12, 2015 um 11:52

chabis März 12, 2015 um 11:38

Ach, wenn ich heutzutage Adjektive wie “kritisch” lese und dazu
noch das Hauptwort “Klischees”, ja dann denke ich an einen jungen
Menschen.

ruby März 12, 2015 um 11:53

@ pvk
https://www.youtube.com/watch?v=eZmEKy3Q21s
;-)
Black Footed Rock

Keynesianer März 12, 2015 um 12:06

@ott0

Aber ich habe da mal eine Frage an den Finanzexperten TRSS.

Eigentlich dachte ich, Du liest schon länger mit. :)

Außerdem ist unser @TRSS wohl gerade mit unserem @Goodnight auf dem Weg zu ihrem Freund, dem ehemaligen Agenda- und heutigen Oligarchen-Peer, um da mal anzufragen, ob er für so zwei Galgenvögel noch Verwendung hätte in seinem neuen Metier.

Falls ich die Andeutungen zuletzt richtig interpretiert habe. ;)

chabis März 12, 2015 um 12:07

@petervonkloss März 12, 2015 um 11:52
Deutlicher:
“Schön, wie manche Bücher ein Eigenleben entfalten, einfach nicht tot zu kriegen sind, um es mit dem zugehörigen Kalauer zu sagen. So verhält es sich mit Uwe Nettelbecks dokumentarischem Montage-Roman „Der Dolomitenkrieg“. Ein eisiges Stück Prosa, ein Lackmustest gegen innere Verrohung.”
http://culturmag.de/rubriken/buecher/alf-mayers-blutige-ernte-uwe-nettelbeck-der-dolomitenkrieg/81016
Nochmal: Leseempfehlung für Buch (und Rezension)
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2014-03/nettelbeck-dolomitenkrieg

petervonkloss März 12, 2015 um 12:11

Systemfrager März 12, 2015 um 11:43

Sehr geehrter, So ist es; aber das wissen wir doch schon längst.

ott0 März 12, 2015 um 12:17

@Keynesianer
Eben, weil die wissen wie das Finanzsystem intern funktioniert. Und wir uns von außen darüber aufregen, dass die Banken a) Geld schöpfen wie wild und b) damit machen können was sie wollen.

Wo ist also das Problem für einen Staat sich zwei Banklizenzen zu beschaffen und genauso wie alle anderen Banken zur verdeckt eigenen Geldschöpfung zu nutzen?

O.K., die anderen wären sauer …..

petervonkloss März 12, 2015 um 12:17

Liebe Kinder ich kann jetzt nicht weitermachen, ich muß zum Doctor
gehen. Ist so!

Keynesianer März 12, 2015 um 12:38

@otto

Wo ist also das Problem für einen Staat sich zwei Banklizenzen zu beschaffen und genauso wie alle anderen Banken zur verdeckt eigenen Geldschöpfung zu nutzen?

Im Fall Griechenland ist das Problem die Kapitalflucht.

Da hat man nämlich so oft und immer wieder über angeblich nötige Schuldenschnitte diskutiert, einmal sogar einen Schuldenschnitt durchgeführt, so dass die Leute ihr Geld lieber auf anderen Konten als denen der griechischen Banke halten. Dann kommt dazu noch das drohende Ausscheiden aus dem Euro.

Noch nicht alle, aber immer mehr Griechen überweisen ihr Geld einfach zum Beispiel nach Deutschland, wo es nach dem Eurocrash zu wertvollen Deutschmark mutieren könnte statt zu billigen Drachmen.

Mit den beiden Diskussionen über einen neuen Schuldenschnitt und das Ausscheiden der Griechen aus dem Euro hat man sozusagen den Stöpsel aus der Badewanne gezogen.

Im Prinzip aber hast Du völlig Recht: Alle Wirtschaftskrisen waren einfach die Folge restriktiver Geldpolitik und die Menschen haben sich völlig unsinnig gegenseitig zu Tode gespart. Man brauchte nur mit dem Sparen am Staatshaushalt aufhören und genug deficit spending betreiben. Dafür muss der Staat noch nicht mal eigene Banken halten und es braucht auch keine Mefo-Wechsel oder so Zeugs, sondern einfach nur mit dem Sparen aufhören.

ruby März 12, 2015 um 12:48

wiesaussieht wird das buchmessenkommentariat mit heilungsvorschlägen benötigt
https://www.youtube.com/watch?v=PQfdP3v95lk
;-)

Soldat Schwejk März 12, 2015 um 13:10

Ist ja noch mal’ne interessante Unterhaltung in dem ellenlangen Faden…

@topi, @pvk

@topi, wir haben ja selten einen Dissens. Ich seh das eigentlich auch fast alles so, wie Du es weiter oben beschreibst und bin froh, daß Du Dir immer die Mühe machst. Könnte es selber nicht annähernd so gut darlegen. Aber an einem Punkt will ich mal einhaken…

—> ““DIESE Union” bezieht sich vor allem auf das Euro-Unwesen. [...] Alles andere ließe sich neu ausrichten, andere Schwerpunkte könnten gesetzt werden. Aber solange der Euro oben drauf sitzt, geht gar nichts.”

Es ist, glaube ich, nicht so glücklich, sich bei der Betrachtung ausschließlich auf die Währungsunion zu fokussieren und das ganze andere institutionelle Elend mit der Supranationalität unter den Tisch fallen zu lassen. (O.K., für einen Lechner-Absolventen freilich naheliegend. :-) )

Aber die ganze EU seit Maastricht ist im Sinne einer Entmächtigung der Staatsvölker und der demokratischen Verfahren konstruiert, es ist eine institutionelle Einbahnstraße zur ‘Postdemokratie’. Nehmen wir als Beispiel nur sowas wie den Artikel 64 AEUV, wo es um den Kapitalverkehr mit Drittstaaten geht…

http://www.aeuv.de/aeuv/dritter-teil/titel-iv/kapitel-iv/art-64.html

D.h. kein Staat der EU (nicht nur der Eurozone) kann den Kapitalverkehr mit Nicht-EU-Staaten einschränken; dazu bedarf es eines einstimmigen Ratsbeschlusses in einem besonderen Verfahren. Also in welchen Fällen ist damit zu rechnen? – D.h. Griechenland könnte nach der Einführung einer Parallelwährung gemäß diesem Artikel auch nicht vorübergehend den Euro-Rückfluß aus irgendwelchen Offshore-Finanzzentren blockieren.

Wenn es, wie von Dir angenommen, zu einer sukzessiven Abnabelung von der Währungsunion kommt, dann wäre das vielleicht eine Chance, auch das übrige institutionelle Korsett der EU loszuwerden und tatsächlich zu so etwas wie einer demokratischen Neugründung einer EU auf nicht-supranationaler Grundlage zu kommen. Also so eines Europa mit Opt-In und Opt-Out für jeden Einzelstaat in jedem Politikfeld, wie Fritz Scharpf es mal skizziert hat.

Also vielleicht doch nicht immer nur auf den Euro starren…

@ pvk

Das ist übrigens auch einer der Gründe, weshalb ich von der AfD nicht viel halte. Ich meine, daß da Nationalkonservative und so drin sind… geschenkt… davon laß ich mich nicht erschrecken… Aber die AfD ist eine im Kern neoliberale ‘Eliten’-Partei, die gegen die oligarchentechnokratische ‘Eliten’herrschaft in der EU kaum einen systematischen Einwand hat. Bezeichnend auch die Befürwortung der Freihandelsabkommen durch Lucke und Co., von der sie erst nach massiver Kritik von der Basis ein klein wenig abgerückt sind.

Werden in der AfD institutionelle Alternativen zur Union von Maastricht und Lissabon diskutiert? Davon ist zumindest nichts zu hören. Die AfD schießt sich auch einseitig auf die Währungsunion ein, und dabei noch gar nicht mal so sehr auf die WU als Konzept, sondern vielmehr auf die ‘Eurorettungspolitik’ der letzten Jahre, die die Zinsen in den Keller gedrückt hat. Die AfD appelliert an den Bürger als (eingebildeten) Bourgeois, nicht an den Citoyen. Es fällt mir schwer, in der AfD was anderes zu sehen als eine Hochzinspartei bornierter Geldvermögensbesitzer & ihrer Ideologen, angereichert mit einem Ex-CDU-Flügel, dem die Merkel-Partei nicht mehr tiefschwarz genug ist.

Habe wenig Zweifel, daß bei einem Zerfall der Eurozone die AfD dann ab 2017 in einer unionsgeführten Regierung auch die Agenda ‘unseres’ Oligarchats durchziehen und keiner sich dort mehr mit demokratischen Sonntagsreden aufhalten würde. Und auch die Idee eines “linken Wirtschaftsflügels” der AfD scheint mir abwegig. Wo soll der herkommen? Stephan Ewald im Alleingang? Ist der da überhaupt noch drin? Hatte ihm seinerzeit vorhergesagt, er würde schnell die Schnauze voll haben und wieder aussteigen…

ruby März 12, 2015 um 14:01

Möchte mal jemand den ausgeschütteten Jahresüberschuss 2014 der Bundesbank der 2015 mit 2,95 Mrd € zahlungswirksam ist realwirtschaftlich mit seinen Auswirkungen auf die Haushaltswirtschaft der Bundesrepublik erläutern.
Was ist das, was eine Zentralbank erwirtschaftet und ihrem Staatsschöpfer auszahlt?
Geld, Kredit oder Sachwerte?
Söhnchen gibt Mutti einen Zettel mit Zahlen mit positiven Vorzeichen ;-)
Nun los ihr “Volks”wirtschaftsexperten!!!

ruby März 12, 2015 um 14:04

BuBank Überweisung von 2,95 Milliarden €
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2015/03/12/dlf_20150312

Taaa März 12, 2015 um 15:00
ruby März 12, 2015 um 15:11

Der Wladi bereitet den nächsten Coup vor…
Da macht euch garkeine Hoffnungen.
Wenn der russische Bär erst erwacht ist, dann ?

Klaus Jarchow März 12, 2015 um 15:13

“Richtig, die Italiener wollten auf den Befehl eines Verrückten (el Duche) nicht zu menschlichen Bestien werden, wie die Deutschen.”

Nanana, Systemfrager – erst informieren, dann abprotzen. Die Italiener unter dem Duce waren in Abessinien die ersten, die zu Flächenbombardements (noch vor Guernica), zu Giftgasabwürfen und zu einer massiven Ausrottungspolitik griffen. Für letzteres allerdings hatten die Deutschen in Deutsch-Südwest dann doch schon Modell gestanden.

“Die faschistische Kriegsleitung nutzte unter anderem die Episode über das Schicksal der italienischen Piloten, um den Einsatz von Giftgas und großangelegte Luftbombardements durchzusetzen und so eine rasche Entscheidung im Krieg herbeizuführen. Es kam zu massiven Luftangriffen mit hautschädigendem Senfgas, das unter den schlecht ausgerüsteten und leicht gekleideten äthiopischen Soldaten zu hohen Verlusten führte. Damit brach Italien das Genfer Protokoll, an das es völkerrechtlich gebunden war. Senfgas wurde nicht nur gegen äthiopische Soldaten, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Dies war besonders barbarisch: die Menschen reagierten mit Hautverätzungen, unerträglichen Schmerzen, und wussten nicht wo diese Schmerzen herkamen, da das unsichtbare Gas aus der Luft abgeworfen wurde. Viele starben nicht sofort, sondern trugen schlimme Langzeiterkrankungen davon. Ebenso wurden die landwirtschaftlichen Anbauflächen mit Senfgas attackiert, ganze Dörfer wurden eingeäschert und es kam zu Massenerschießungen unter der einheimischen Bevölkerung. Die italienischen Verbände bombardierten zudem gezielt Lazarette des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes. Dazu nutzten sie kartographisches Material, welches das Rote Kreuz bei Kriegsbeginn an Rom übermittelt hatte, um so (versehentliche) Angriffe auf Hospitäler auszuschließen.”

Bilanz:
“275.000 im Krieg gefallene äthiopische Soldaten
78.500 während der Besatzung gefallene Guerilla-Kämpfer
17.800 durch Bombardements umgekommene Zivilisten
30.000 durch Massaker im Februar 1937, nach einem missglückten Attentat auf Vizekönig Graziani
35.000 in Konzentrationslagern umgekommene Äthiopier
24.000 von Standgerichten hingerichtete Äthiopier
300.000 an Entbehrungen gestorbene Äthiopier, infolge der Zerstörung ihrer Dörfer.”

KommentatorX März 12, 2015 um 15:25

@Soldat Schwejk März 12, 2015 um 13:10
Aber die ganze EU seit Maastricht ist im Sinne einer Entmächtigung der Staatsvölker und der demokratischen Verfahren konstruiert, es ist eine institutionelle Einbahnstraße zur ‘Postdemokratie’.

Der Begriff Postdemokratie suggeriert, es habe zuvor „Demokratie“ gegeben.

Fast alle sind sich hier im Blog einig, dass es im Westen Demokratie gebe, aber in China eine Diktatur herrsche.

Nun diskutierte ich vor kurzen über die Frage, worin sich der Alltag der Menschen im demokratischen Westen von jenen im diktatorischen China unterscheidet?

Man fand nur einen wesentlichen Unterschied, nämlich das periodischenAnkreuzen von Wahlzetteln.

Denn in China hat sich der Alltag im Gegensatz zur DDR weitgehend liberalisiert.

Genauso wenig wie in China können die Menschen im demokratischen Westen konkret auf die politische Gestaltung der Gesellschaft Einfluss nehmen. So machte Kanzler Schmidt (1974 – 1982) eine Austeritätspolitik gegen den Mehrheitswillen in der SPD und der SPD-Wähler.

Direkt politisch einwirken auf die Zukunftsgestaltung der Gesellschaft kann auf dieser Welt nur ein Volk, nämlich die Schweizer. Was sie in Volksabstimmungen entscheiden, bekommt Gesetzeskraft.

In Deutschland hingegen können bei Wahlen nur Politiker und Parteien gewählt werden, aber die sind nach der Wahl völlig unabhängig vom Wählerwillen und –auftrag.

Wirkliche Demokratie gab und gibt es im Westen – mit der einzigen Ausnahme der Schweiz – nirgendwo.

Demokratie war nichts anderes als Pseudo-Demokratie, nämlich verschleierte Herrschaft des Kapitals. Der Unterscheid zur „Postdemokratie“ ist lediglich, dass bei letzterer die Herrschaft weniger verschleiert ist.

Meinhard Creydt schreibt:
„Vieles darf gegenwärtig kritisiert werden. Eines gewiß nicht: Die Demokratie. Auch Linke wollen immer nur ihre besseren Verwirklicher sein. Sie kämpfen für die “wahre Demokratie”, wollen die Verfassung verwirklichen usw. (zur Kritik speziell daran vgl. a. Krölls 1988). Dabei lassen sich respektable Argumente und Autoren sowohl aus der etablierten Sozialwissenschaft wie aus dem Marxismus dafür anführen, daß die Demokratie die politische Form ist, die zum abstrakten Reichtum die komplementäre Seite bildet.“
http://www.trend.infopartisan.net/trd1002/t081002.html

Und an anderer Stelle:
„Schon “das Wort Demokratie selbst ist ein Wert, ein Talismanwort, ein Zauber- und Legitimationswort, ein Ja-Wort: das einzige, das heute zählt” (d’Arcais 2004, 8). Auch viele Linke wollen immer nur als Kandidaten gelten, die die Demokratie besser, eigentlich oder wahrhaft verwirklichen und die herrschenden Politiker darin überbieten.“
http://www.meinhard-creydt.de/archives/73

Linke, welche die besseren Politiker sein wollen, das charakterisiert insbesondere Dich und topi als Kommentatoren in diesem Blog.
Zu WGN-Zeiten war dies allgemein noch ausgeprägter, damals gab es ständig Ideen und Vorschläge, wie man bessere Politik machen könnte und sollte. Z.B. Zerschlagung der großen Banken.

Natürlich fand dies alles keine praktische Resonanz bei der herrschenden Politik, denn deren Handeln wird von ganz anderen Interessen bestimmt.
Und Strobls FAZ-Blog wurde liquidiert, als er Ackermann kritisierte.

Das Internet fördert die Illusion, man könnte auf die Gestaltung der Gesellschaft Einfluss nehmen und nicht nur regelmäßig und ritualisiert Kreuzchen auf Wahlzetteln machen.

Diese Illusion mag die Herrschaft etwas psychisch verträglicher machen.

Aber in Wirklichkeit funktioniert das Internet politisch zwar nicht nur, aber weitgehend als ein großer Müllschlucker.

Auf die politische Gestaltung der Gesellschaft haben die „kleinen Leute“ mit ihrer unterwürfigen, „konstruktiven“ Kritik keinen wirklichen Einfluss.

Und Demokratie als verschleierte Diktatur der Kapitalisten wird nur solange aufrechthalten, wie die „Bewusstseinsfalsikation“ (Reinhard Opitz) funktioniert.

Für den Fall, dass der Bewusstseinsschleier reißt und es zu Revolten kommt, gibt es Notstands- und Vorratsgesetze und polizeiliche, geheimdienstliche und militärische Organisationen existieren bereits im Hintergrund, um ggf. ganz schnell zur offenen Diktatur übergehen zu können.

Der „kleine Mann“ will dies alles gar nicht wissen. Auch nicht, dass hinter dem neoliberalen Projekt eine Strategie steht, nämlich der größte Raubzug der Weltgeschichte. Und dass der Euro kein „Fehler“ ist, sondern ein Erfolgsmodell für die herrschende Klasse und diese reicher und mächtiger macht.

Denn dies macht ihm Angst und ruft das Gefühl der Ohnmacht hervor. Und er reagiert mit Verdrängung und verhält sich so, wie die drei bekannten Affen.

Dass „kleine Mann“ – und wer gehört hier nicht dazu? – sich auf diese Weise in einen Circulus vitiosus aus Angst, Ohnmacht und Realitätsverleugnung bringt, der ihn politisch immer impotenter macht, kann er nicht begreifen.

Systemfrager März 12, 2015 um 15:56

Bilanz:
“275.000 im Krieg gefallene äthiopische Soldaten
78.500 während der Besatzung gefallene Guerilla-Kämpfer
17.800 durch Bombardements umgekommene Zivilisten
30.000 durch Massaker im Februar 1937, nach einem missglückten Attentat auf Vizekönig Graziani
35.000 in Konzentrationslagern umgekommene Äthiopier
24.000 von Standgerichten hingerichtete Äthiopier
300.000 an Entbehrungen gestorbene Äthiopier, infolge der Zerstörung ihrer Dörfer.”

Was Herr @Jarchow alles weiß.
Und jetzt bitte die Liste von dem, was in der CCCP getan wurde. Aber ohne übliche Lügen.
Bin gespannt.

Systemfrager März 12, 2015 um 16:02

Saakaschwili spricht Klartext:
Ukrainer kämpfen für USA

„Die Ukrainer sind nicht nur einfach Europäer, sondern sie sind die besten Europäer“, sagte Saakaschwili, der jetzt Berater des ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko ist, im ukrainischen Fernsehen. Und weiter: „Die Ukrainer kämpfen nicht nur für ihre Freiheit, sondern sie sind die letzte Verteidigungslinie zwischen den Vereinigten Staaten und Russland.“

Systemfrager März 12, 2015 um 16:04

Das @Jarchows Prinzip
Splitter im Auge der anderen sehen, aber den Balken in eigenem Auge leugnen

Systemfrager März 12, 2015 um 17:08

In Riga sind für Montag, den 16. März, Gedenkveranstaltungen für die lettischen Legionäre der Waffen-SS angesetzt.

Die lettischen Legionäre der Waffen-SS haben gegen den gleichen Aggressor gekämpft wie die ukrainischen Militärs heute – gegen Russland, wie der lettische Sejm-Abgeordnete und stellvertretende Kovorsitzende der „Nationalen Vereinigung“ Janis Dombrava mit Blick auf den bevorstehenden Aufmarsch der SS-Legionäre in Riga schreibt.

ruby März 12, 2015 um 17:42

Ach was wären die Amis ohne Wladis Sonnenbrille
http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.255677.1357949365!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/900×600/image.jpg
schnell bestellen wird der Sommersaisonartikel …

Carlos Manoso März 12, 2015 um 18:25

@Soldat Schwejk März 12, 2015 um 13:10
„Es fällt mir schwer, in der AfD was anderes zu sehen als eine Hochzinspartei bornierter Geldvermögensbesitzer & ihrer Ideologen, angereichert mit einem Ex-CDU-Flügel, dem die Merkel-Partei nicht mehr tiefschwarz genug ist.
Habe wenig Zweifel, daß bei einem Zerfall der Eurozone die AfD dann ab 2017 in einer unionsgeführten Regierung auch die Agenda ‘unseres’ Oligarchats durchziehen und keiner sich dort mehr mit demokratischen Sonntagsreden aufhalten würde. „

Soldat Schwejk , sehe ich exakt genau so: Die deutsche AfD fungiert m.E. quasi als „Ausfallsicherung“ für den Fall der Fälle, wenn die Systemkrise die Hegemonie des Machtstrukturen des Oligarchats der Eurozone ernsthaft bedrohen sollte.
http://de.wikipedia.org/wiki

ruby März 12, 2015 um 18:27

“Unsurprisingly, voters are fed up of years of seemingly unending misery. Social tensions within countries are multiplying, as are political frictions between them. Understandable anger at the injustice of bailouts for rich bankers and budget cuts for poor schoolchildren overlaps with a despicable scapegoating of outsiders, notably immigrants. Old stereotypes have been revived and new grievances created. Northern Europeans slander southerners as lazy good-for-nothings, while Greeks label Germans Nazis. Nasty nationalism is on the march again and support for the European Union has never been lower.”
http://blogs.lse.ac.uk/europpblog/2015/03/09/five-minutes-with-philippe-legrain-the-eurozone-has-become-a-glorified-debtors-prison/
Fuck Up you NeoCons

ruby März 12, 2015 um 18:33

“What is required to finally solve the crisis?

To solve the crisis decisively and fairly, the Eurozone ought to do what I advised President Barroso when I first met him back in 2010: restructure zombie banks; write down unbearable debts, both private and public; and support spending in ways that push the economy towards healthier patterns of growth, not least by increasing investment and lifting barriers to competition and enterprise, with Germany and other surplus countries playing their part by boosting domestic demand.

To work better in future, the Eurozone also needs institutional reform. Instead of a Eurozone caged by Germany’s narrow interests as a creditor, Europe needs a monetary union that works for all of its citizens. A genuine, comprehensive and robustly independent banking union, with a workable mechanism for bailing in the creditors of failed banks. The ECB’s role as a lender of last resort to solvent governments enshrined to avoid future panic. The no-bailout rule restored and with it much greater fiscal flexibility for democratically elected governments, constrained by markets’ willingness to lend and ultimately by the possibility of default.

And ideally, once it becomes politically feasible, we should create a Eurozone treasury accountable to both European and national legislators, with limited tax-raising and borrowing powers. Ultimately, the freer, fairer and richer Eurozone that would emerge is in Germany’s enlightened self-interest, too.”

http://blogs.lse.ac.uk/europpblog/2015/03/09/five-minutes-with-philippe-legrain-the-eurozone-has-become-a-glorified-debtors-prison/
Fuck Up you Zombiesupporters

Klaus Jarchow März 12, 2015 um 20:56

Wenn die brodelnde Gerüchteküche in Moskau stimmt, muss man jetzt wohl von Ex-Putin-Verstehern sprechen.

Keynesianer März 12, 2015 um 21:15

Putin macht vermutlich gerade Wellness auf der Krim. Aber es ist streng geheim, damit die Merkel ihn nicht besuchen kommt. :)

Natalius März 12, 2015 um 21:17

@Nachtrag MH17

Gestern und heute sind 3 Artikel in VT erschienen, die neues Licht auf den MH-17-Abschuss werfen. Hier im Thread wurde über Dienstgipfenhöhen SU-25 vs. BUK diskutiert. Die Diskussion ist insofern irrelevant, als dass “Radarschummelei” spätestens seit 2010 nachrüstbar ist – als “poor man stealth”-Lösung. Die sog. SU-25 kann also auch z.B. eine F-15 gewesen sein – wo die auch immer herkam.

VT-Artikel von Gordon Duff, Jim Dean & Chip Tatum selbst heraussuchen, sonst gibt’s wieder Ärger mit gelegentlichen Blogpolizisten, die “Iiih Naziiii” schreien. Hier nur das Wichtigste zur allgemeinen Information:

“Electronic countermeasure pods are no longer reliable source of information, so anyone who says the radar has identified a SU-25 aircraft in the MH17 tragedy is trying to mislead people, Gordon Duff, senior editor of Veterans Today newspaper, told RT.

RT: Though the preliminary results of the investigation into the crash of Malaysian Airlines flight MH17 over Ukraine won’t be known until July new theories of what happened appear every day. One claim is that the Boeing was brought down by an SU-25 fighter jet. But its chief designer has now told German media that’s impossible, because it can’t fly high enough. What do you make of that?

Gordon Duff: The claim that it was an SU-25 is unsupportable. Since 2010, NATO has begun using electronic countermeasure pods. They are designed by Raytheon and BAE Systems. When attached to an aircraft, an SU-27, an SU-29 maybe even an F-15, these allow the backscattering – that is when you use radar, and this is what was said the radar identified as two SU-25 aircraft.

Well these pods that attach to any plane can make a plane look like an SU-25 when it’s not an SU-25 or a flock of birds or anything else. It’s a new version of poor man’s stealth…It’s called radar spoofing, so with radar spoofing anyone who says they have identified an aircraft by radar is trying to mislead people because that’s no longer a reliable way of dealing with things.

If I could go on with the SU-25, the claimed service ceiling is based on the oxygen’s supply in the aircraft. Now there is a claim that this plane will only work to 22,000 feet. At the end of the WWII a German ME-262 would fly at 40,000 feet. A P-51 Mustang propeller plane flew at 44,000 feet. The SU-25 was developed as an analogue of the A-10 Thunderbolt, an American attack plane. The planes have almost identical performance except that the SU-25 is faster and more powerful.

The A-10 Thunderbolt has a service ceiling of 45,000 feet. The US estimates the absolute ceiling, which is a different term, of the SU-25. And we don’t know whether the SU-25 was involved at all, we are only taking people’s word and people we don’t trust. But the absolute ceiling for the plane is 52,000 feet.”

Systemfrager März 12, 2015 um 23:16

Wenn die brodelnde Gerüchteküche in Moskau stimmt, muss man jetzt wohl von Ex-Putin-Verstehern sprechen.

Was für eine Flasche ist dieser Kommentator, billiger geht es wirklich nicht

Morph März 12, 2015 um 23:44

@Natalius März 12, 2015 um 01:21

“Morphel, diese Ideen gibt es schon. Sie haben noch nicht Kritikalität erreicht, aber sie werden es erreichen.”

Ja, ich weiß, worauf Du hoffst. Und Du weißt, dass Du mich nicht für Deinen Schwachsinn gewinnen wirst. Aber immerhin, so im long tail of the internet sieht’s tatsächlich ganz gut für Dich und Deinesgleichen aus. Dein Scheißdreck wird hier nicht mehr gelöscht.

Und die Mitkommentatoren, die sich für ach so kritisch halten, denken lieber darüber nach, was ein Haider nicht alles Gutes hätte politisch anstellen können, dass man ‘Nationalkonservative’ nicht mit Sorge beobachten muss, und unser notorischer Superhumanist hält ein Regime, das Literaten wegsperrt, für liberal und übt sich darin, Untermenschen zu diagnostizieren, okay, er nennt sie: “subalterne Kreaturen”.

Also, ja, Du hast Recht, Dein vollbekloppter kackbrauner Wahn geht hier schon mal als Kontext voll durch.

Und jetzt testest Du dann mal an, ob Du langsam vom Säuselnazi auf offenere antisemitische Hetze umschwenken kannst. Dein Wort von der jüdischen Weltverschwörung ist hier schon mal allgemein unbeanstandet geblieben (ich hab extra lange abgewartet, ob sich nicht vielleicht doch jemand daran stört).

Na, Hauptsache, irgendwann werden die Reichen rasiert, ob in diesem Geiste oder einem anderen, ist doch wurscht… halt, ich beginne zu glauben, dass es den meisten hier ganz recht wäre, wenn es exakt in diesem Geiste geschähe.

Natalius März 13, 2015 um 00:40

@Morph März 12, 2015 um 23:44

Mein Sohn, ich will die Ursache finden, woher das Phänomen “Hass” kommt. Ich habe gerade in einem Parallelthread die These eingestellt, dass wir “benutzt” werden. Kläre mich bitte auf, warum diese These falsch ist. Diese Aufklärung wird erkennen lassen , woher Deine eigenen Grundüberzeugungen stammen.

Morph März 13, 2015 um 08:41

@Natalius

“Mein Sohn, ich will die Ursache finden, woher das Phänomen “Hass” kommt”

Ach, Quatsch! Du willst nur Deinen inneren Tumult rationalisieren und tropfst Dein Sündenbockbegehren hier beharrlich in die threads, auf dass ein Gewöhnungseffekt eintrete und Du irgendwann Deine mit allerlei Fantasy aufgemotzte Judenfeindschaft laut und frei in die Welt posaunen kannst und dabei vielleicht auch nich Applaus bekommst.

Wenn es Dir ernsthaft um die Erkenntnis eines sozialpsychologischen Mechanismus ginge, dann würdest Du dieses Erkenntnisinteresse nicht so plump beschreiben, sondern hättest genügend Lektüren im Kopf, die Dir eine halbwegs differenzierte Beschreibung der Gegenwart
und der
Geschichte ermöglichten.

Ich finde wirklich bemerkenswert, wie der Diskurs dieses blogs mit den Jahren nach rechts gedriftet ist, vormals unauffällige Kommentatoren immer deutlicher ihre Gleichgültigkeit und Sympathien gegenüber rechten Ideologien zu erkennen geben. Das entspricht dem allgemeinen Trend.

Die ideologische Entwicklung in Europa nährt die Suggestion, man könne das Interesse an Einkommensgerechtigkeit aus dem Kanon bürgerrechtlicher Interessen herauslösen. Der Wunsch nach der guten alten Vollbeschäftigung mit allgemeinem Wohlstandswachstum verdrängt alle sublimeren Formen kollektiver Selbstsorge.

Das alles ist ziemlich unerquicklich…

Morph März 13, 2015 um 08:46

@Natalius

Mein Kommentar an Dich muss freigeschaltet werden, weil der wohl zu viele Links enthält. Aber egal, Du wirst den Lektüreempfehlungen ohnehin nicht folgen. Daher nochmal ohne Links:

“Mein Sohn, ich will die Ursache finden, woher das Phänomen “Hass” kommt”

Ach, Quatsch! Du willst nur Deinen inneren Tumult rationalisieren und tropfst Dein Sündenbockbegehren hier beharrlich in die threads, auf dass ein Gewöhnungseffekt eintrete und Du irgendwann Deine mit allerlei Fantasy aufgemotzte Judenfeindschaft laut und frei in die Welt posaunen kannst und dabei vielleicht auch noch Applaus bekommst.

Wenn es Dir ernsthaft um die Erkenntnis eines sozialpsychologischen Mechanismus ginge, dann würdest Du dieses Erkenntnisinteresse nicht so plump beschreiben, sondern hättest genügend Lektüren im Kopf, die Dir eine halbwegs differenzierte Beschreibung der Gegenwart
und der Geschichte ermöglichten.

Ich finde wirklich bemerkenswert, wie der Diskurs dieses blogs mit den Jahren nach rechts gedriftet ist, wie vormals unauffällige Kommentatoren immer deutlicher ihre Gleichgültigkeit und Sympathien gegenüber rechten Ideologien zu erkennen geben.

Das entspricht dem allgemeinen Trend.

Die ideologische Entwicklung in Europa nährt die Suggestion, man könne das Interesse an Einkommensgerechtigkeit aus dem Kanon bürgerrechtlicher Interessen herauslösen. Der Wunsch nach der guten alten Vollbeschäftigung mit allgemeinem Wohlstandswachstum verdrängt alle sublimeren Formen kollektiver Selbstsorge.

Das alles ist ziemlich unerquicklich…

Testbild März 13, 2015 um 11:07

test

Natalius März 13, 2015 um 12:53

“Ach, Quatsch! Du willst nur Deinen inneren Tumult rationalisieren und tropfst Dein Sündenbockbegehren hier beharrlich in die threads, auf dass ein Gewöhnungseffekt eintrete und Du irgendwann Deine mit allerlei Fantasy aufgemotzte Judenfeindschaft laut und frei in die Welt posaunen kannst und dabei vielleicht auch noch Applaus bekommst.”

–> Du unterstellst mir Judenfeindschaft – wohlwissend, dass das falsch ist. Die feindliche Position besteht nämlich nicht Jüdischen per se, sondern in der Benutzung des Jüdischen als schützender Schleier, mit dem Lüge und Verbrechen getarnt werden. Ich beobachte mit grosser Sympathie, dass sich heute immer mehr Juden einer geistigen Emanzipationsbewegung anschliessen, die im Kern darauf hinausläuft, sich selbst gegenüber den Goyim zu deprivilegisieren. Autoren wie Gilad Atzmon, Isreal Shahak, Norman Finkelstein u.v.m. haben mit der Entschleierung historischer, religiöser, ethnischer und politischer Wahrheiten erreicht, dass überhaupt erst mal ein Grundverständnis für das Jüdische entstehen konnte.

“Wenn es Dir ernsthaft um die Erkenntnis eines sozialpsychologischen Mechanismus ginge, dann würdest Du dieses Erkenntnisinteresse nicht so plump beschreiben, sondern hättest genügend Lektüren im Kopf, die Dir eine halbwegs differenzierte Beschreibung der Gegenwart
und der Geschichte ermöglichten.”

–> Erkenntnis braucht keine akademische Bekleidung, die kann auch plump im T-Shirt geäussert werden. Stilkritik lasse ich zu, nehme mir aber das Recht, den elaborierten Schwurbelcode etwa in Form von Versatzstücken wie “eine halbwegs differenzierte Beschreibung der Gegenwart und der Geschichte” als inhaltsleere Polemik zu betrachten. Es gibt manche Akademiker, die haben ihre Nase so weit nach oben gerichtet, dass es reinregnet. Gesundheit!

“Ich finde wirklich bemerkenswert, wie der Diskurs dieses blogs mit den Jahren nach rechts gedriftet ist, wie vormals unauffällige Kommentatoren immer deutlicher ihre Gleichgültigkeit und Sympathien gegenüber rechten Ideologien zu erkennen geben.”

–> Definier mal rechts und links. Als Anregung dazu vielleicht mal beim “Feindsender” reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=008_AFtJ58U

Morph März 13, 2015 um 14:25

@Nat.

Ja, klar. Hitler hat die Juden auch nicht ins Gas geschickt, weil sie nicht an den Christengott glaubten oder wegen ihrer spezifischen Sitten und Gebräuche, er hatte gar nichts gegen Juden als solche, sondern weil seiner Meinung nach im Judentum das Böse unterwegs war. Und genau so argumentierst auch Du.

Du willst gerne kein Antisemit sein, weil Deine ansonsten bemerkenswerte Kraft zur Realitätsleugnung es noch nicht schafft, die Tatsachen des NS: die Ausgrenzung von Juden aus dem öffentlichen Leben, die Arisierung und die Vernichtungslager zu bezweifeln oder gut zu finden.

Aber Dich unterscheidet inhaltlich nichts vom NS-Weltverschwörungsantisemitismus, denn Du konstruierst eine Verbindung zwischen dem Jüdischen und dem allgemeinen Unheil. Da hilft auch nicht, dass Du immer wieder auf Vertreter des jüdischen Selbsthasses verweist.

Und jemand wie Du, der hier immer mal wieder mit irgendwelchen Top-Journal-Papers herumwedelt, die er geschrieben haben will, will etwas über akademisches Angebertum erzählen? Nur zu!

Es gibt wirklich hoch interessante anthropologische Literatur über das Böse und den Hass. Dass Du dem nicht nachgehen zu müssen glaubst, soll meine Arroganz sein?

Wie gesagt, ich wollte nur aktenkundig machen, dass Dein antisemitischer Scheißdreck, den Du hier aufschreibst und verlinkst, antisemitischer Scheißdreck ist und nichts weiter.

Ich weiß, das ist alles furchtbar redundant, immer wieder auf das immer gleiche aufmerksam zu machen. Aber ich werde nicht in einem thread kommentieren, in dem so ein Scheißdreck auftaucht, und das unkommentiert lassen. Denn das ist die Strategie Deinesgleichen. So lange Scheißdreck posten, bis er akzeptiert wird.

Ein anonymer Bewunderer hiesiger Geistesgrößen März 13, 2015 um 15:07

“Nicht der Hunger bringt Menschen auf die Straße, schon gar nicht der Hunger nach Luxus. ”

Ich lass dies Kleinod aus den Morph’schen Fundus einfach mal so stehen, zum drüber Meditieren.

BB März 13, 2015 um 15:27

@Natalius

“…..Gestern und heute sind 3 Artikel in VT erschienen, die neues Licht auf den MH-17-Abschuss werfen. Hier im Thread wurde über Dienstgipfenhöhen SU-25 vs. BUK diskutiert. Die Diskussion ist insofern irrelevant, als dass “Radarschummelei” spätestens seit 2010 nachrüstbar ist – als “poor man stealth”-Lösung. Die sog. SU-25 kann also auch z.B. eine F-15 gewesen sein – wo die auch immer herkam. ….”

Gestern habe ich Jarchow die falsche Anwendung von Ockham vorgeworfen, weil er die von Propaganda verschleierten Beweisschwierigkeiten mit der Kompliziertheit einer These verwechselt hat. Die drei Thesen (Buk/Separatisten, Buk/Ukrainer, SU-25/Ukrainer) sind zwar unterschiedlich schwierig zu beweisen, wegen der Propaganda, aber technisch ziemlich gleichwertig. Also sind die Erklärungsthese ebenfalls gleichwertig. Ergo kann man hier Ockham zur Unterscheidung nicht anwenden, was Jarchow aber getan hat. Eher ist es übrigens so, dass die Separatisten/Buk-These etwas komlizierter ist, wegen des Qualifikationsprobleme, die diskutiert wurden.

Bei dir kann man jetzt aber Ockham exakt anwenden!

Denn deine glaube ich von Veterans Today vorgebrachte These setzt auf eine im Grunde einfache Erklärung (nämlich SU-25M kann Höhe erreichen) nochwas relativ “Aufwändiges” obendrauf, dass nämlich dass die Höhe keine Rolle mehr spielt sondern irgendwelche Kennungen gefälscht wurden. Natürlich kann das sein, ist aber die “aufwändigere” Theorie!

Hier kann man nun Ockham anwenden. Valider ist, dass die Ukrainer, wenn sie es waren, was aufgrund der Indizien sehr wahrscheinlich ist, dann ohne Fälschung der Kennung ausgekommen sind. Warum sollten sie sowas denn einsetzen, wenn sie die Höhe auch so mit SU-25 erreichen?

Was Du suggerieren willst, ist natürlich, dass es sogar die Amis hätten sein können, gelle?

Es ist typisch für die Diskussion mit Verschwörungstheoretikern, dass man euch sehr sehr oft mit Ockham gegenhalten kann. :-)

BB März 13, 2015 um 16:41

Verbessere:

Statt: “technisch ziemlich gleichwertig” ergänze ich:

technisch, organisatorisch, von der Motivlage her ziemlich gleichwertig.

Natalius März 13, 2015 um 17:06

@BB März 13, 2015 um 15:27

“Denn deine glaube ich von Veterans Today vorgebrachte These setzt auf eine im Grunde einfache Erklärung (nämlich SU-25M kann Höhe erreichen) nochwas relativ “Aufwändiges” obendrauf, dass nämlich dass die Höhe keine Rolle mehr spielt sondern irgendwelche Kennungen gefälscht wurden. Natürlich kann das sein, ist aber die “aufwändigere” Theorie!”

Das occam’s razor zugrundeliegende Rezept heisst “simple is beautiful” und macht für einen mathematisch-physikalischen Reduktionismus vielfach Sinn. Occam’s razor darf allerdings nicht als Box betrachtet werden, in der ein Zettel mit der Aufschrift “truth warranted” verstaut ist. Mein Einwand sollte davor warnen, ein heuristisches Prinzip zu einem erkenntnistheoretischen Fetisch zu machen. Radar spoof ist spätestens seit 2010 offenbar preiswert, universell und einfach genug, um es in bestimmten Missionen auch anzuwenden. Im Endeffekt wissen wir jetzt weniger als zuvor, aber wir haben zumindestens den Raum der Möglichkeiten um eine realistische Option erweitert. Ich erinnere mich daran, dass von einem VT-Kontaktmann aus Georgien behauptet wurde, eine F-15 sei im Zeitfenster des Abschusses aus Azerbaijan aufgestiegen. F-15 in verschiedenen Versionen – allesamt ohne Höhenprobleme – gibt es mit Hoheitszeichen aus Israel, Japan, Saudi-Arabien, Singapur, Südkorea und USA. Könnte also sein, dass z.B. Japan… muss aber nicht! Selbst wenn feststände, die aufgestiegene Maschine sei z.B. eine saudische gewesen, ist der Abschuss selbst damit nicht nachgewiesen. Und genau dieses Problem hat auch die Untersuchungskommission, wenn es um die Schuldfrage geht.

Natalius März 13, 2015 um 18:05

@Morphel,

ich hab nichts dagegen, wenn Du dich als medialer Systemapologet beim leisesten Verdacht, dass der geheiligte Bereich der Finanzen und Medien tangiert sein könnte, gleich zum Ritter des Guten aufschwingst. Allerdings eher auf einem Ackergaul statt auf einem Rennpferd reitend. Mich ermüden inhaltsleere Antisemitismusdebatten, denn für mich sind AIPAC, ADL, PNAC, die Existenz mächtiger Lobby-Organisationen und die klare Dominanz zionistischer Machtstrukturen im Bereich Finanzen, Medien und Politik keine Fiktion. Atzmon, Shahak, Finkelstein, Hecht-Galinski usw. sind auch keine “Selbsthasser” sondern im wahrsten Sinne des Wortes kritische Stimmen, die ihre Einsichten und Warnungen nicht etwa deshalb vorbringen, weil sie sich vor lauter Selbstverachtung an den öffentlichen Pranger stellen. Diese These ist bizarr! Nein, die tun das, weil sie mit intimeren Kentnissen als der Rest der Welt aufgewachsen sind und vielleicht später sogar unsere Hilfe brauchen. Denn wenn das jetzige System “kippt”, dann besteht in der Tat die Gefahr, dass sich undifferenzierter Judenhass entwickelt und sich wieder einmal gegen Menschen richtet, die mit der entstandenen Merde überhaupt nichts zu tun haben.

Dass Du für das Entstehen dieser Undifferenziertheit mitverantwortlich bist, wirst Du sehr wohl erahnen auch wenn es Dir nichts ausmacht. Ich selbst kann es nur noch als Lüge bewerten – denn Du weisst es!

Garfield März 13, 2015 um 18:31

Klaus Jarchow
Wenn die brodelnde Gerüchteküche in Moskau stimmt, muss man jetzt wohl von Ex-Putin-Verstehern sprechen.

an deiner Stelle würd ich mich mal nicht zu früh freuen.

ist natürlich alles Spekulation:
aber Putin ist immer noch das geringere Übel, im Vgl zu dem was nachkomen könnte.
V.A. wird im Fall eines vorzeitigen Ablebens ein Personenkult^10 ausbrechen; wg der zweifellos guten Arbeit, die er in den ersten Jahren mit dem Aufräumen Jelzins Hinterlassenschaft geleistet hat, wird man ihm seine paar Vergehen danach schnell vergeben & vergessen; der Nationalismus in Rußland wird noch größere Ausmaße annehmen, etc

da ist mir ein lebender & gesunder Putin _einiges_ lieber

BB März 13, 2015 um 18:50

An alle US-Verschwöries.

Putin hat ein Baby gekriegt. Da darf man doch mal ‘ne Woche blau machen.

Aber was ist das?

http://blog.fefe.de/?ts=abfdd31b

@Natalius
“…..Occam’s razor darf allerdings nicht als Box betrachtet werden, in der ein Zettel mit der Aufschrift “truth warranted” verstaut ist. ….”

Das ist doch logo! Erzähl das lieber dem Jarchow. Der tut das nämlich.

Natürlich ist kann man x-beliebig weitere mögliche Szenarien aufstellen, z.B. das ein japanische F-15 es war :O) . Aus ökonomischen Gründen beschäftigt man sich aber zunächst mit den wahrscheinlichsten.

Klaus Jarchow März 13, 2015 um 18:56

Vom Pressechef der russischen Regierung: Alle Hauptstadtjournalisten möchten übers Wochenende vor Ort bleiben, für ein ‘major announcement’. Ich schätze mal, dass sie da wohl kaum die Geburt eines neuen Zarewitsch abfeiern wollen …

Klaus Jarchow März 13, 2015 um 18:57

@ Garfield: Ich freue mich keineswegs darüber. Vermutlich kommen jetzt die Befürworter des ‘großen Krieges’ ans Ruder.

topi März 13, 2015 um 21:37

Melde mich kurz aus Zandvoort.

Sonne scheint, Wind weht, Turnier läuft.
Nur die Holländer sind echte Schotten und spendieren nur 30 Minuten W-Lan. Also habt ihr erstmal Ruhe vor mir. ;-)

ruby März 13, 2015 um 21:52

@ topi
läuft hier alles auch ohne Dich aus dem Ruder ;-)
https://www.youtube.com/watch?v=0JJLzX8j-zY
daher ruhig bleiben und geniessen

Formlos und Frei März 14, 2015 um 09:36

Die Motive von linken Putinisten:

“Antiamerikanismus, EU-Skepsis, Pazifismus, Slawophilie, Geschichtspessimismus und schließlich der generelle Versuch, überkommene binäre Logiken in Kraft zu halten. Da ist man dann schnell wieder bei einem Faschismusverdacht, der Putin mit bizarrer Schlussrechnung zu einem progressiven Internationalisten werden lässt.”

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/gegen-die-bescheidwisser

Formlos und Frei März 14, 2015 um 09:48

Für den Menschenfreund @ Systemfrager

“Die Atmosphäre des Hasses, von der seit Nemzows Tod die Rede ist, hat noch lange nicht ihren Peak erreicht. Wenn die Ukraine als Ventil für Russlands Volkszorn nicht mehr ausreicht, werden die eigenen Oppositionellen herhalten müssen. Volksfeinde haben in Russland eine lange Tradition.”

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article138355130/Die-tapferen-70-000.html

Keynesianer März 14, 2015 um 10:21

Die “linken” Zeitungen wie zum Beispiel “Der Freitag”:

Interview Der Künstler Pavel Pepperstein hat 15 Jahre lang auf der Krim gelebt. Ihr Schicksal treibt ihn um

Wie sehen Sie die Situation heute, ein Jahr nach der Annexion?

Die Artikel in TAZ und Freitag sind keinen Cent wert.

Natalius März 15, 2015 um 00:04

@BB März 13, 2015 um 18:50
“Natürlich ist kann man x-beliebig weitere mögliche Szenarien aufstellen, z.B. das ein japanische F-15 es war :O) . Aus ökonomischen Gründen beschäftigt man sich aber zunächst mit den wahrscheinlichsten.”

Der Begriff sagt es: wahrscheinlich = scheinlich wahr. Im übrigen hatte ich die F-15-Länder nach dem Alphabet sortiert und erschien mir “schnöde”, immer gleich das Erstbeste zu nehmen, selbst wenn es scheinlich wahr ist ;-)

Ich kann mich aber noch daran erinnern, nicht nur einmal darauf hingewiesen zu haben, dass die Sache mit der F-15 aus Azerbaijan immer noch nicht vom Tisch sei. Die Russen wissen natürlich auch, dass das Imperium weiss, dass sie es wissen. Aber wasserdicht beweisen ging halt auch nicht. Ist halt son Ding mit electronic warfare. Und so wurde das downstream-Narrativ immer interessanter: Mal zwei, mal ein Militärjet, dann eine SU-25, zum Schluss eine ukrainische SU-25. Der mediale Streit SU-25 Versus BUK-M1 verlief völlig plangemäss und alle haben mitgespielt – so wie auch in diesem Blog.

Und jetzt überzeuge mich ein Morphel, die Realität sei kein Kino!

Der Aufstand März 21, 2015 um 14:25
Manfred Peters März 22, 2015 um 10:57

“Das ist der eigentliche Skandal”*
Die NZZ fordert heute: ”Starmoderator Günther Jauch sollte entlassen werden”!
Dem ist nichts hinzuzufügen. Es sei denn “Das Erste” will BLÖD als Hetzmedium dauernd übertreffen. Heute Abend geht´s weiter. :-(
Ob die Schweizer eine Kavallerie zur Umsetzung der Forderung zur Verfügung haben?

*Podcast nicht entgehen lassen!

karla März 27, 2015 um 14:21

Der Schreihals Bild und das Poesiealbum des Journalismus
by f.luebberding

Norbert Häring brachte am 24.03. auf seinem blog unter:

http://norberthaering.de/index.php/de/27-german/news/315-brief-kai#weiterlesen

einen Bericht von einer Diskussion zwischen Diekmann (Bild) und der gr. Zeitung Kathimerini. Ein schönes Zeugnis über die Poesie des Bildjournalismus.

BLÖD April 7, 2015 um 19:35

Leave a Comment

{ 2 trackbacks }

Previous post:

Next post: