Blumen für die Kanzlerin

by f.luebberding on 11. März 2015

Vor vier Jahren fand Angela Merkel ihre Rolle als Politikerin. Wir erinnen uns an den verheerenden Tsunami in Japan und den Super-Gau in Fukushima. Wenige Tage später machte die Kanzlerin ihre politische Kehrtwende in der Energiepolitik. Anstatt wie vorher geplant, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern und damit auch das Geschäftsmodell der großen Energieversorger, unternahm sie jetzt das Gegenteil. Der Atomausstieg wurde im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen der Regierung Schröder/Fischer sogar noch beschleunigt. Die Folgen sind bekannt. Weder sind bei uns die Lichter ausgegangen, noch ist der Industriestandort Deutschland untergegangen. Lediglich die großen Energieversorger haben ihr Geschäftsmodell verloren, weil sich fett gewordene Dinosaurier offenkundig nicht mehr auf neue Rahmenbedingungen einstellen können. Vor allem haben wir aber mit der Kanzlerin viel über Politik gelernt.

Sie hat damals nämlich die Voraussetzungen für ihre triumphale Wiederwahl im Jahr 2013 geschaffen. Man muss sich ja nur einmal vorstellen, wenn es diese halsbrecherische politische Kehrtwende nicht gegeben hätte. Schon vor Fukushima drohte wegen der Schnapsidee der Geschäftsmodell-Verlängerung-für-Dinosaurier ein neuer gesellschaftlicher Großkonflikt. In Deutschland gab es seit Jahrzehnten eine solide demoskopische Mehrheit für den Ausstieg aus dem Atomstrom. Selbst ohne die Ereignisse in Fukushima wäre das im Bundestagswahlkampf des Jahres 2013 zu einem der wichtigsten Themen geworden. Aber nach Fukushima war völlig klar, dass in den folgenden zwei Jahre über kaum noch etwas anderes geredet worden wäre. Das Ergebnis war somit absehbar gewesen.

Mit einer Fortsetzung des bisherigen Kurses wäre nicht nur die FDP, sondern auch die Union 2013 mit fliegenden Fahnen untergegangen. Die Kanzlerin Angela Merkel als die noch belanglosere Variante von Ludwig Erhard in die Geschichte eingegangen. CDU und CSU wären noch heute damit beschäftigt gewesen, die Folgen dieser politischen Katastrophe aufzuarbeiten. Von der AfD wäre keine Rede gewesen, weil deren Positionen die der marginalisierten Union geworden wären. Alexander Gauland und Bernd Lucke träten dann heute noch als Wanderprediger einer konservativen Neuerfindung der CDU auf. Frau Merkel hätte sicherlich schon ihre Memoiren veröffentlicht und diverse journalistische Großkritiker diese mit erhobenen Zeigefinger besprochen. Sie hätten ja schon immer gewusst, warum es das Mädel aus der Uckermark einfach nicht kann. Ihrer Mutti hätten sie dafür aber am Muttertag einen Strauß Blumen mitgebracht. Was das für die Europapolitik bedeutet hätte, mag man sich gar nicht auszudenken. Womöglich mehr Rationalität als es sich die stattdessen marginalisierte SPD meint heute noch leisten zu können.

Das alles ist vor vier Jahren nicht passiert. Die Bundeskanzlerin rettete die CDU und schuf die AfD. Zugleich bringen journalistische Großkritiker der Mutti im Kanzleramt regelmäßig Blumen vorbei. Wenn auch nur rhetorisch in ihren Leitartikeln. Dafür schreibt jetzt Peer Steinbrück seine Memoiren. Dort, so ist zu lesen, soll er sich vor allem an der irrelevanten Linken in der Alt-Herren-und Alt-Damen-Partei-SPD abarbeiten. Dafür kann die Kanzlerin ungestört regieren und sich dabei auf bemerkenswerte Zustimmungsraten verlassen. Und warum das alles? Weil die Kanzlerin vor vier Jahren politisch handelte. Sprich keinen Großkonflikt um die Atomenergie riskierte, den sie bei den eigenen Anhängern nicht gewinnen konnte. Die desaströse Wahlniederlage in Baden-Württemberg mit dem Kuriosum eines grünen Ministerpräsidenten zeigte ja mehr als deutlich, was Angela Merkel drohte. Am Ende zu einer Figur wie Stefan Mappus zu werden.

Das alles ist vor vier Jahren nicht passiert. Die Kanzlerin hat somit guten Grund heute mit Wohlgefallen auf die damaligen Ereignisse zurückzublicken. Vielleicht schickt ihr ja jemand einen Strauß Blumen. Sie hat ihn sich an diesem sonnigen Vor-Frühlingstag redlich verdient.

{ 1040 comments }

QuestionMark März 11, 2015 um 16:07

Das war wohl dann das Hoch auf den Populismus.

Ich bitte darum solche Dummheiten wie die von Murksel mal zu Ende zu denken: Erst raus aus dem Atomausstieg und dann hektisch (aufgrund von Unfällen in Japan) wieder rein. Und demnächst? In Japan stürzt ein Hochhaus ein und was machen die Deutschen dann? Wir reisen dann alle unsere Hochhäuser hier ab?

Es handelt sich bei so etwas schlicht um hysterische und populistische Politik. So etwas kann kein Land gebrauchen. Und ein Lob auf eine solche Politik ist dann wirklich eine Fehlleistung. Auch ist es nicht im Interesse dieses Landes wenn solche “Führungskräfte” im Amt bleiben. Ich verweise nur auf den Vorabend des 1.WK um (wohl schon mit den Zaunpfahl) zu zeigen wohin die Politik von Hysterikern führt.

Der Autor fühlt sich aber anscheinend im Popo von Frau Merkel sehr wohl. Trotzdem: Diese Frau ist und bleibt ein Idiot. Man sollte sich mit solchen Leuten nicht solidarisieren. Ob man nun im Popo drinsteckt oder nicht.

topi März 11, 2015 um 16:39

So einfach ist es nicht.

Die SPD hat mit Hartz und Steuerschenkung für Reiche gegen Steuererhöhung für Klein Erna etc.pp erst den Raum gelassen, in den “Mutti” vorstoßen konnte. Schröders letzter Kraftakt im Wahlkampf verkleisterte das Problem, mit dem nachfolgenden Personal wäre auch ohne Atomausstiegsausstiegsausstieg (kurz AAA) eine heftige Klatsche für die SPD erfolgt; völlig zu Recht, wenn man der Stammklientel dermaßen ins Gesicht spuckt. Vielleicht wäre der ABsturz etwas weniger stark gewesen, aber mehr als 30% sind wohl illusorisch.

Die Grünen wären natürlich große Gewinner gewesen, die FDP ohnehin weg vom Fenster.
Ohne den AAA wäre schwarz-grün nicht mal denkbar gewesen, also “große Koalition”; sehr wahrscheinlich auch so unter Führung von Merkel (wer kann denn eine amtierende Kanzlerin rausmobben, wenn sie antreten will? ), nur die Gewichte wären anders verteilt gewesen.

Aber das machte gar keinen Unterschied.

Na vielleicht doch, wenn die AfD nicht den “Euroskeptiker” gegeben hätte, wegen Nichtexistenz, hätte vielleicht jemand anderes den Platz besetzt. Die Lücke klaffte einfach zu riesig.

Und in Euroland gäbe es mehr Lametta; aber substanziell alles so wie jetzt.

hardy März 11, 2015 um 16:42

ich muss sagen: ich bin entzückt.

nicht, daß ich die frau je wählen würde oder das je getan hätte, aber ich bin auch immer zwischen der puren verachtung für die gröbsten dummheiten (austeritätspolitik) und den irritierenden momenten, in denen sie aus einem sicheren instinkt (fukushima) oder einer glasklaren analyse heraus (ihre rede in australien, in der sie ihrem verständnis für den putinismus ein ende bereitete) überraschend kluge entscheidungen trifft.

daß man, wenn man über politisches denkt, sich immer in einer grauzone, in der es kein “immer richtig” oder “immer falsch” gibt, bewegt, daß man seinem politischen gegner den respekt zollt und dem politischen freund gegenüber die verachtung zeigt, den er verdient, ist für mich ausdruck der einzigen haltung, die man einnehmen kann.

und deshalb, lieber lübberding, respekt! und das, obwohl die kreischer hier sofort aufjaulen werden.

danke für den artikel.

aifran März 11, 2015 um 16:43

pfui!!! pfui flocki – pfui!!! laß sofort diesen abgenagten systemknochen liegen – lass los, lass sofort los!!! … schau flocki, ich habe da was viel schöneres zum spielen für dich – na komm doch – schau wie toll das MUTTI bällchen springt …. na bring das muttibällchen, brings atomenergieballi ….. jahaaa bist ja eh ein lieber Flocki …….

Schöne Tage

Gregor Keuschnig März 11, 2015 um 16:57

@QuestionMark
Wie wäre es, das Wort “populistisch” aus dem Kampfvokabular frustrierter Ideologen einfach mal ersatzlos zu streichen? Demokratie läuft per se Gefahr, in Aktionismus zu Gunsten einer imaginären Mehrheit zu verfallen, wenn die Politik, die man sich so schön ausgemalt hat droht vom Wahlvolk niedergeknüppelt zu werden. Das kann man nur schlimm finden, wenn man in einem Hamburger Villenvorort wohnt. Der Begriff des Populismus wird meist von denjenigen verwendet, die ihre Minderheitenpositionen nicht durchsetzen konnten. Sie hatten einfach die falschen Lobbyisten engagiert.

Die sogenannte Eurorettung war eben kein Ausweis von Populismus, sondern zeigte Kontinuität im Eliteprojekt EU. Daher ist es so erstaunlich, dass die AfD nicht 6% bekommt, sondern eher, dass sie keine 20% hat. Hierzu diente dann die andere Entscheidung von von vier Jahren: Die 180-Grad-Kehre in Sachen Atomenergie. Die Angst der Deutschen vor einem GAU ist einfach grösser als vor dem Grexit. Dem musste Rechnung getragen werden.

Wohl gemerkt: Man muss diese Politik nicht gut finden. Politiker ob ihrer Ausrichtung an imaginäre und/oder tatsächliche Mehrheiten zu beschimpfen ist nicht einmal populistisch. Sondern einfach nur primitiv.

Lübberdings Planspiel, was passiert wäre, wenn sie nicht so gehandelt hätte, ist ja durchaus seriös, auch wenn kontrafaktische Geschichtsschreibung schwierig ist. Merkel wäre als AKW-Ideologin verteufelt und entsprechend zügig politisch entsorgt worden. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass Steinbrück in einer rot-grünen Regierung Kanzler geworden wäre.

QuestionMark März 11, 2015 um 17:10

@Gregor Keuschnig März 11, 2015 um 16:57
Ich wollte auf etwas ganz anderes hinaus. Diese Frau weiß schlicht nicht was sie tut. Und immer wenn sie etwas tut, dann endet es im Murks. Das gilt insbesonders auch für die “Energiewende”, die übrigens relativ langfristig (und doch auch weise) von Rot-Grün ausgelegt worden ist. Dieses Rot-Grüne-Projekt hätte man doch einfach unterstützen können. Es war doch auch für die Wirtschaft eine kalkulierbare Sache. Aber stattdessen wurde rumgemurkselt. Und so läuft es hierzulande quasi bei jedem Thema. Ja, wenn denn überhaupt was läuft. Die hohe Dame pflegt ja ansonsten bekanntlich die nachhaltige Untätigkeit.

Die Folgen dieser ganzen hysterischen, dümmlichen und über weite Strecken untätigen Politik haben letztlich wir zu tragen. Wir alle werden die Suppe auslöffeln müssen. Deshalb macht eine blöde Führerproganda wie von fl hier praktiziert in diesem Zusammenhang wenig Sinn. Es sei denn man sieht sich grundsätzlich als politischen Masochisten.

Zur AfD gäbe es sicherlich auch noch einiges zu sagen. Um es kurz zu machen: Wir reden vom zukünftigen Koalitionspartner der CDU/CSU. Der passt den Untätigen ganz gut.

Der Aufstand März 11, 2015 um 18:01

Eigentlich verstehe ich immer weniger die Denkweise des Autors und Blogbetreibers. Was ich am Vorgängerblog schätzte war die sehr bodennahe Sichtweise, nicht ganz bodenständig, aber sehr nahe dran. Das hat sich irgendwie geändert, das Ding hier driftet ab, wohin auch immer.

Manfred Peters März 11, 2015 um 18:16

Warum Blumen, wo sie doch schon die ” Goldene Gans” in ihrer Schrankwand zu stehen hat? :-( :-( :-(

Bogus März 11, 2015 um 18:50

“Weil die Kanzlerin vor vier Jahren politisch handelte. Sprich keinen Großkonflikt um die Atomenergie riskierte, den sie bei den eigenen Anhängern nicht gewinnen konnte.”

Soweit ich weiß hat die Merkel auch kenen Konflikt mit der AtomINDUSTRIE riskiert. Mit wieviel Milliarden wurde denen der Ausstieg nochmal versüßt? Irgendwo (Fefe?) gab’s kürzlich einen interessanten Link dazu.

Doktor D März 11, 2015 um 19:01

@Bogus: Einfach mal die Jahresabschlüsse von E.ON und RWE angucken. Oder beim U-Ausschuss im hessischen Landtag mithören. Oder mit dem Atom-Lobbyisten deines Vertrauens sprechen. Dann weißt du, mit welcher Begeisterung die auf die Energiewende reagiert haben / reagieren. (Is’ aber natürlich alles nur SMoke screening, um uns Sheeples abzulenken. Is’ eh klar.)

holger März 11, 2015 um 20:03

LOL

:D wieder typisch, aber ich hab ja keine Ahnung, Kümmerling sieht das mal wieder aus der Nationalen Brille LOL :D … LOL unterhaltet euch mal mit Statkraft oder AXPO oder anderen. LOL LOL LOL ;)

Das Kanzlerin… LOL :D im “internationalen” Vergleich, hat die echt was vollbracht. Die großen 4 National in Verlegenheit zu bringen. Da sie mit den europäischen Atomkraftwerken (huch da gibts ja gar keine zB in Frankreich England und so) nicht mehr konkurieren können.

Kümmerling hat mir mal gesagt: wenn man keine Ahnung sollte man…

Nun denn… Eineeeeeeeeeeeee Insel mit zwei Bergen…

wowy März 11, 2015 um 20:35
holger März 11, 2015 um 20:45

Der Witz an der Sache ist aber, dass die aller Meisten, und auch hier, nur von 12 bis Mittach denke könne…

In 15-20 Jahren haben wir ein ganz anderes “politisches” Eurobba…

Da werden viele die jetzt hier die Meinung kund tuen, schon Milchbrötchen lutschen, und die Windel gewechselt bekommen. Wenn überhaupt.

Wer solls denn machen? Mongolen? Neger? Asiaten?

LOL :D

Frau Murksel und der fette Harzer Roller, werden dann in der Karibik liegen und sich gegenseitig Sigmar Pop machen… und sich auch noch den Peer runner holen. Kommentare X wird ihnen die Überwindung von 68 verzählen, Klausi Jarchowski bekämpft immer noch Putin, beide aus dem Maule sabbernd. Und Keynesianer wird immer noch, was weiß ich, ich hole mal nen 6 Päck und den süffen wir dann aus :D . Topi das alte Luder ist Kamasutra Experte World Wide mit 75 … und Jogi Meister…

Ich frag mich echt, was die Jugend über uns denken wird?

Die müssen doch denken, ei haben die se nicht mehr alle gehabt?

topi März 11, 2015 um 22:05

hey, auch in 15 + 20 Jahren bin ich keine 75 …

die Richtung könnte schon stimmen, wobei Kamasutra der “sportliche” Teil und eher uninteressant ist, und statt Jogi eher Zen :roll:

MuffelforzerX März 11, 2015 um 22:09

Schon wieder Freitag. Wie die Zeit flieg….

topi März 11, 2015 um 22:09

“Einfach mal die Jahresabschlüsse von E.ON und RWE angucken. Oder beim U-Ausschuss im hessischen Landtag mithören. Oder mit dem Atom-Lobbyisten deines Vertrauens sprechen. Dann weißt du, mit welcher Begeisterung die auf die Energiewende reagiert haben / reagieren. ”

Die Energiewende wendete auch ohne den AAA, die Endzeit der alten Dinosaurier war also ohnehin eingeläutet.
Dass sie durch den Ausstiegsausstieg von schwarz gelb nochmal richtig Cash melken sollten ist natürlich richtig, kam etwas anders.

Aber richtig ist auch, dass schwarz/geld alles getan hat, dass Monopole zumindest teilweise durch die Wende durchgerettet werden können.

Die Aufsplittung, den ganzen ollen Scheiß abstoßen und die neuen Subventionszieher davon reinhalten (also von den Kosten für Rückbau und so), ist ja bezeichnend.

MuffelforzerX März 11, 2015 um 22:13

>Die müssen doch denken, ei haben die se nicht mehr alle gehabt?

Denken? Kann man das irgendwo downloaden?

Bogus März 11, 2015 um 22:28

Doc D,
“smoke screening” – beeindruckend, was diese MedienschaffendInnen alles für tolle Wörter können!

Aber Hessen, genau! Jetzt kömmt’s mir wieder: Bouffier, Pofalla, der Freibrief zum Klagen… Pofalla war Kanzleramt, sag’ mir keiner, dass die olle Murksel davon nix gewusst hat!

Natalius März 11, 2015 um 22:39

“In 15-20 Jahren haben wir ein ganz anderes “politisches” Eurobba…

Da werden viele die jetzt hier die Meinung kund tuen, schon Milchbrötchen lutschen, und die Windel gewechselt bekommen. Wenn überhaupt.

Wer solls denn machen? Mongolen? Neger? Asiaten?”

Nee, @Holger, Deine Söhne werden es machen.

Systemfrager März 12, 2015 um 06:39

Ein Vorgeschmack über die unmittelbare Zukunft:

Manche Analytiker wissen ganz genau, daß der Sozialismus für allemal mausetot sei. Dafür spricht wenig. Die unvermeidliche Klassenspaltung im digitalen Kapitalismus wird soviel Erbitterung produzieren, daß die Nachfrage nach Remedur zwingend werden dürfte. Ob man die neuen Rezepte dann „sozialistisch“ nennt, ist egal.

Peter Glotz, ein deutscher Politiker (SPD), Publizist und Kommunikationswissenschaftler.

„Alles in allem: Wir sind nun auch reif für eine stationäre Wirtschaft und schicken die „dynamische“ Wirtschaft des Kapitalismus dahin, woher sie gekommen ist: zum Teufel.“

Werner Sobart, ein deutscher Soziologe und Volkswirt.

„Es ist der falsche Sozialismus, der gescheitert ist, nicht die Verwirklichung des echten Sozialismus. Hingegen ist der Kapitalismus, der gescheitert ist, der echte Kapitalismus, und nicht der falsche Kapitalismus. Der Sozialismus scheiterte, weil er nicht verwirklicht wurde. Der Kapitalismus scheiterte, weil er verwirklicht wurde.“

Ernesto Cardenal, Befreiungstheologe und Priester, Poet und Politiker

Je ein Kapitalist schlägt viele tot. … Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt.

Karl Marx

Pragmatika März 12, 2015 um 07:41

Inmitten der journalistischen Blumen eine wundervolle Lübberding’sche Stilblüte:
“CDU und CSU wären noch HEUTE damit beschäftigt GEWESEN, die Folgen dieser politischen Katastrophe aufzuarbeiten. ”

Ansonsten ein hoffnungsvoll stimmendes Loblied auf den Pragmatismus unserer Kanzlerin. Wie schon 2011 beim Atomausstieg sollte sie auch jetzt in der Ukrainefrage auf Volkes Stimme hören und eine Kursänderung vollziehen, sowohl was die Unterstützung des Kiewer Regimes angeht, als auch den Umgang mit Russland. Ganz kostenneutral wird auch dies nicht zu haben sein; mein Alter Ego Bogus hat auf die Kosten des Atomausstiegs bereits hingewiesen.
Möglicherweise ist der Preis, den Merkel jetzt zu zahlen hat, ihre Unterstützung für das vom Volk ungeliebte TTIP. Hier ruht die Hoffnung auf den europäischen Partnern: Insbesondere die wirtschaftlich schwächere Südschiene dürfte wenig Interesse an einem Freihandelsabkommen haben, denn erfahrungsgemäß profitieren davon nur die Starken, während die Schwächeren noch weiter ins Hintertreffen geraten.

Keynesianer März 12, 2015 um 08:50

Heiner Flassbeck in einem Interview des HR:

Der Hass auf Deutschland steigt ganz ungeheuer. … und er steigt auch in Spanien, Portugal, Frankreich …
http://www.flassbeck-economics.de/interview-mit-dem-hr/

Flassbeck erwähnt noch einen bekannten französischen Ökonomen, Jacques Sapir, der gerade gefragt hat, ob man Deutschland hassen muss, um dann zu dem Ergebnis zu kommen: “Ja, es ist hassenswert!”

Der Hass auf die Deutschen wird natürlich von den Neoliberalen, den eigentlich Verantwortlichen für das ganze Elend, bewusst geschürt.

So viel zu den Auswirkungen der Politik von Merkel und Schäuble, die allerdings hierbei nur ihren Auftrag erfüllen und nur dazu an die Regierung in Deutschland kommen durften.

Merkel und Schäuble lassen keine Gelegenheit aus, in den Krisenstaaten der Eurozone den Hass auf Deutschland und die Deutschen zu schüren. Das ist ihr Job, aber gerade die Linke in Deutschland sollte nicht auch noch darauf hereinfallen, wie es leider ständig zu erleben ist.

Systemfrager März 12, 2015 um 09:10

die Politik von Merkel und Schäuble, die allerdings hierbei nur ihren Auftrag erfüllt

Eine sehr spannende These.
1:
Also die “gebildetste Nation” lässt sich was von den angelsächsischen Händler und Klempner was einreden
2:
Intreressant dass die Bildungselite in DE so gut wie nichts gegen den Neoliberalismus zu sagen hat, aus USlamistan kommt immer wieder was vor
3:
Und gerade der Schröder sollte im Auftrag vom Westen handeln. Was macht er nur bei Putin? Ich habe es:
Wie sollen nur bis zum näschsten Geburtstag von Putin warten. Dann kommt Schröder. Er setzt sich neben ihm. Dann greift er plötzlich nach dem Messer neben seinem Suppenteller und rammt ihn mitten ins Herz von Putin.
Und das Abendland ist gerettet!
:)

Manfred Peters März 12, 2015 um 09:25

@ Kenianer 08:50

“… aber gerade die Linke in Deutschland sollte nicht auch noch darauf hereinfallen, wie es leider ständig zu erleben ist.”
Könntest Du Deine albernen Rundumschläge an ein bis zwei “ständigen
Erlebnissen” genauer definieren?
Wer ist nach Deinem Vorstellungen “die Linke” in Deutschland?

Systemfrager März 12, 2015 um 09:36

Der größte Verbrecher auf unserem Planeten

Seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 sind 239 Jahre vergangen. Davon befanden sie sich 222 Jahre, also 93 Prozent der Zeit, im Krieg mit anderen Ländern.

Mit anderen Worten gab es im gesamten Zeitraum zusammengerechnet nur 17 Kalenderjahre, in denen die USA keinen Krieg führten. Um dies in Perspektive zu setzen: Alle US-Präsidenten führten während ihrer Amtszeit mindestens einen Krieg. Es verging seit 1776 kein einziges Jahrzehnt, in dem die USA keinen Krieg führten. Der längste friedliche Zeitraum seit der Unabhängigkeitserklärung der USA waren fünf Jahre während der Weltwirtschaftskrise (1935-1940), was danach folgte ist traurige Geschichte.

weiter >>>

Keynesianer März 12, 2015 um 09:39

@Manfred Peters

Könntest Du Deine albernen Rundumschläge an ein bis zwei “ständigen
Erlebnissen” genauer definieren?
Wer ist nach Deinem Vorstellungen “die Linke” in Deutschland?

In der Regel möchte ich da keine Namen nennen und keinen persönlichen Streit provozieren. Leider ist auch der sonst von mir oft und gern zitierte Heiner Flassbeck einer jener, die immer mal wieder so formulieren, als wären Deutschland und die Deutschen für die Misere verantwortlich. Nur weil Du ein Beispiel haben wolltest.

Die Linke will ich jetzt nicht definieren, dass geht ja von den Marxologen und Entdeckern der mikroelektronischen Ursache der Massenarbeitslosigkeit in Griechenland, Spanien etc. bis zu den Keynesianern wie mir, die erst mal die aktuelle Krise und Not der Menschen beenden möchten und erst später dann die Weltrevolution anpeilen.

Keynesianer März 12, 2015 um 10:01

@Systemfrager

Also die “gebildetste Nation” lässt sich was von den angelsächsischen Händler und Klempner was einreden

Mit Reden hat das nicht viel zu tun, sondern mit den realen Machtverhältnissen. Wir können und wollen kein neuerliches carpet bombing unserer Städte riskieren.

Intreressant dass die Bildungselite in DE so gut wie nichts gegen den Neoliberalismus zu sagen hat, aus USlamistan kommt immer wieder was vor

Der Neoliberalismus kommt selbstverständlich aus den herrschenden angloamerikanischen Kreisen. Heute zieren die sich aber in der Eurokrise und lassen Merkel und Schäuble die Drecksarbeit für sich erledigen, während ein Soros in seinen Stiftungen vornehm Zweifel kund tun lässt, ob das für die Betroffenen gut wäre.

Jedenfalls meinen inzwischen viel Schäfchen, dass der Neoliberalismus eine Erfindung der schrecklichen Deutschen und ihrer Hexe Merkel sei. Das genau sollen die Schäfchen auch meinen.

Manfred Peters März 12, 2015 um 10:11

@ Kenianer 09:39
…und wieder “Deutschland und die Deutschen”!
Merkst Du gar nicht auf welchen dünnen Eis Du hier immer wieder argumentierst? Warum denn nicht gleich Deutschland Deutschland über alles?
Aber Du kannst beruhigt sein, entsprechend fragwürdiger Umfragen ist Deutschland:
http://www.dw.de/deutschland-ist-das-beliebteste-land/g-18058864
Noch kannst Du also ins Ausland fahren. Schäuble, Merkel, “von der Leine gelassen” und Co. arbeiten aber kräftig daran, dass es demnächst nur noch mit Personenschutzstaffel/ersatzweise Blitzkriegstruppe möglich ist.

wowy März 12, 2015 um 10:24

OT
@fl
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/geldbusse-edathy-kinderpornografie-prozess/komplettansicht
Dieser Artikel ist Unfug. Ob ein strafrechtlicher Tatbestand erfüllt ist, darüber befindet das Gericht. Es hat hier darauf verzichtet, weil es erhebliche Zweifel daran hatte und hat deshalb das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt. Die Erklärung, die
der Anwalt von Edathy vorgelesen hat, enthält an keiner Stelle
den Begriff Kinderponografie. Er hat zugegeben Dateien und
Videos mit Kindern heruntergeladen zu haben. Ob diese den
Tatbestand der KiPo erfüllen wurde an keiner Stelle geklärt.
Davon abgesehen, dass das Gesetz “Schuldeingeständnisse” nicht vorsieht, wie Prantl richtig feststellt http://www.sueddeutsche.de/politik/zweiter-prozesstag-im-fall-edathy-neugier-geilheit-oeffentliches-interesse-1.2372360
Hier erträgt eine Medienmeute nicht, dass etwas strafrechtlich nicht relevant ist, was moralisch selbstverständlich zu verurteilen ist und schwingt sich deshalb selbst zum Richter auf.
Mit juristischen Fakten hat das aber nichts zu tun.

Taaa März 12, 2015 um 11:06

Für die Feierabendrevoluzzer und Kulturlinken:

“Links sein ist etwas „für feine Leute“

Der Schriftsteller Michael Kleeberg hat bis heute noch keinen revolutionären Arbeiter gefunden.”

http://blogs.faz.net/whatsleft/2015/03/11/links-sein-ist-etwas-fuer-feine-leute-65/

sol1 März 12, 2015 um 11:09

@ Pragmatika

Wie schon 2011 beim Atomausstieg sollte sie auch jetzt in der Ukrainefrage auf Volkes Stimme hören…

Was ist denn “Volkes Stimme”? Die Trolle in der Sawuschkina-Straße 55? Montagsdemos, auf denen sich Altkommunisten und Reichsbürger gute Nacht sagen?

Taaa März 12, 2015 um 11:12

Das Beste vom Kommunismus:

“Nordkorea entschuldigt sich, weil ein Diplomat 27 kg Gold schmuggeln wollte”

http://www.vice.com/de/read/nordkoreanischer-diplomat-versucht-27-kilogramm-gold-nach-bangladesch-zu-schmuggeln-850

BB März 12, 2015 um 11:17

@Taaa

Alles nur “ad hominem”. Argumente haben sie nicht!

Liegt alles so auf der Ebene Don Alphonso. Der Intellekt – sogar wenn er linke, aufklärerische Reflexe zeigt – wird ganz schnell begrenzt durch die eigene bräsige Saturiertheit. Die Lebenseinstellung von Zahnärzten, Rentiers, Maklern und Immobilienentwicklern.

Lohnt sich nicht, auch nur eine Lebensminute mit so einen dumpfen Schrott zu vergeuden.

Taaa März 12, 2015 um 11:22
BB März 12, 2015 um 11:23

Mein letzter Kommentar bezog sich auf den neuen Hank-Blog, denn Taa da verlinkt hat.

Taaa März 12, 2015 um 11:27

@ BB

“Die Lebenseinstellung von Zahnärzten, Rentiers, Maklern und Immobilienentwicklern.”

Arbeiter, Student & Bauer – fight the power!

“Lohnt sich nicht, auch nur eine Lebensminute mit so einen dumpfen Schrott zu vergeuden.”

Gegen Ausbeutung & Spaltung – Kollektive Selbstverwaltung!

Taaa März 12, 2015 um 11:33

Diktaturen sind der neuste Schrei

“Was bedeutet heute „links“, fragt sich Harald Martenstein. Mit Demokratie könne es nicht viel zu tun haben. Was genau finden viele Linke an Putin und an Janukowitsch so gut, so sozialistisch und so fortschrittlich?”

http://www.tagesspiegel.de/meinung/russland-die-ukraine-und-die-linkspartei-ich-verstehe-die-linke-nicht/9656684.html

Bonzen, Staat & Faschopack – walzen täglich Menschen platt!

BB März 12, 2015 um 11:54

@fl

“…. Wenige Tage später machte die Kanzlerin ihre politische Kehrtwende in der Energiepolitik. Anstatt wie vorher geplant, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern und damit auch das Geschäftsmodell der großen Energieversorger, unternahm sie jetzt das Gegenteil.

…..

Vor allem haben wir aber mit der Kanzlerin viel über Politik gelernt…..”

Nein, haben wir nicht. Die Atomenergiewende ist ein historisch absoluter Ausnahmefall. Wann hat es das schon jemals gegeben, dass 3 Kernkraftwerke – life (!) – gleichzeitig hochgegangen sind – man könnte aus postmoderner Sicht zynisch sagen: “ideal kommunizierbar”.

Das ist ein Menetekel! Wenn es erst eine solche Katastrophe braucht, bevor unsere Politiker aufwachen, dann “Gute Nacht”.

Das ist leider der Maßstab. Was muss also passieren, damit die “soziale Katastrophe” verhindert werden kann z.B. dass Oligarchen (Berluskoni), Verbrecher (Jasenuk, Poroschenko), Autokraten (Orban) und Faschisten-Technokraten (EU-Kommission, IWF, EZB) die Macht an sich reißen?

Müssen wir erst 50 Jahre deprivieren (so lange gibt es Kernkraftwerke), bis in Deutschland die ersten Menschen mit Hungerbäuchen fotografiert werden?

BB März 12, 2015 um 14:40

Sie schreiben solche Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/griechenland-ein-kommentar-von-klaus-dieter-frankenberger-13472809.html

“…..Die Drohung des griechischen Verteidigungsministers, Flüchtlinge mit Papieren auszustatten und nach Berlin zu schicken, zeigt, von welchem Geist die Regierung Tsipras beseelt ist: dem des politischen Ganoventums. ….”

Und beschweren sich dann, wenn ihnen die Diskussion zu unfein wird:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Journalisten-beklagen-Druck-durch-Kommentare-im-Netz-2573412.html

*Blumengrüße*

Pragmatika März 12, 2015 um 15:40

“Volkes Stimme”, weil sol1 danach gefragt hat:

“EU und USA beraten in den kommenden Tagen über härtere Sanktionen. Aber die Deutschen wünschen sich offensichtlich deutlich mehr Zurückhaltung gegenüber Russland, glauben an den Erfolg der Diplomatie. 44 Prozent der Befragten plädierten im letzten Politbarometer dafür, mit diplomatischen Mitteln auf Russland einzuwirken. Nur ein Viertel unterstützt wirtschaftliche Strafmaßnahmen, die laut Güllner oft für wirkungslos gehalten werden.”

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfragen-zur-krim-krise-deutsche-zweifeln-an-sanktions-strategie-a-959679.html

Zugegeben, der Artikel ist nicht ganz aktuell (März 2014). Inzwischen dürfte die mediale Hetze gegen Russland Früchte tragen und das Ergebnis – je nach Fragestellung – etwas anders ausfallen. Leider werden Milliardenhilfen für das Regime der (West-)Ukraine und deren Verwendung im Krieg gegen das eigene Volk kaum thematisiert.

sol1 März 12, 2015 um 16:41

…der Artikel ist nicht ganz aktuell (März 2014).

Das ist leicht untertrieben.

Inzwischen dürfte die mediale Hetze gegen Russland Putins Kriegstreiberei Früchte tragen…

FTFY.

sol1 März 12, 2015 um 16:42

Inzwischen dürfte (die mediale Hetze gegen Russland) Putins Kriegstreiberei Früchte tragen…

FTFY.

Pragmatika März 12, 2015 um 16:52

sol1,
du bist nicht besonders helle, oder?

OK, einen Versuch hast du noch, um meinen Satz so umzustellen, dass er in dein Weltbild passt und TROTZDEM lesbar ist:

[Der dritte Versuch bitte hier:]

Außerdem liest du meine Beiträge doch gar nicht:
http://www.wiesaussieht.de/2015/02/26/der-schreihals-bild-und-das-poesiealbum-des-journalismus/#comment-275584
Trottel!

Keynesianer März 12, 2015 um 16:53

@BB

Wann hat es das schon jemals gegeben, dass 3 Kernkraftwerke – life (!) – gleichzeitig hochgegangen sind – man könnte aus postmoderner Sicht zynisch sagen: “ideal kommunizierbar”.

In der Tat, viel zu schön passend, um wahr zu sein. Es braucht aber nur etwas Knallgas und Massenmedien. Hollywood.

Carlos Manoso März 12, 2015 um 17:17

@Gregor Keuschnig März 11, 2015 um 16:57
„Die sogenannte Eurorettung war eben kein Ausweis von Populismus, sondern zeigte Kontinuität im Eliteprojekt EU. Daher ist es so erstaunlich, dass die AfD nicht 6% bekommt, sondern eher, dass sie keine 20% hat. Hierzu diente dann die andere Entscheidung von von vier Jahren: Die 180-Grad-Kehre in Sachen Atomenergie. Die Angst der Deutschen vor einem GAU ist einfach grösser als vor dem Grexit. Dem musste Rechnung getragen werden.…
Lübberdings Planspiel, was passiert wäre, wenn sie nicht so gehandelt hätte, ist ja durchaus seriös, auch wenn kontrafaktische Geschichtsschreibung schwierig ist. Merkel wäre als AKW-Ideologin verteufelt und entsprechend zügig politisch entsorgt worden. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass Steinbrück in einer rot-grünen Regierung Kanzler geworden wäre.“

Gregor Keuschnig, sehe ich auch so. Um so wichtiger wird es jetzt, noch genauer das „Eliteprojekt EU“ zu sezieren.
https://www.youtube.com/watch?v=GYvtnhsH4G0

QuestionMark März 12, 2015 um 17:20

@Pragmatika März 12, 2015 um 16:52
sol1 ist einer der Jarchow-Groupies, ein Robotroll.
Mehr zu den Neokons gibt es hier:
Friedensaktivist Pedram Shahyar “Du hast deinen Ruf riskiert”

[...]Stattdessen sind sie unter dem Deckmantel des „Antifaschismus“ inzwischen zu den aggressivsten Apologeten des imperialen Blockes geworden. Den „Spin“ hierzu hat der Grüne Fischer in seiner Zeit als Außenminister vorgegeben. Denn da wurde der erste Angriffskrieg der BRD mit dem angeblich antifaschistischen Erbe begründet und wurde ein Land bombardiert, um angeblich „Konzentrationslager“ und „ethnische Säuberungen“ zu verhindern. Nichts daran war jedoch wahr. Und diese Argumentation machen sich nun linkslackierte Neokonservative zu eigen, die meinen „gegen Faschisten“ nicht nur aber auch Angriffskriege rechtfertigen zu müssen, und die ich seit einiger Zeit nur noch als „imperiale Pseudo-Antifa“ bezeichne, die, wenn man so will, eher für statt wider die faschistischen Entwicklungen allerorten agiert.

KommentatorX März 12, 2015 um 18:36

@Carlos Manoso März 12, 2015 um 17:17
Um so wichtiger wird es jetzt, noch genauer das „Eliteprojekt EU“ zu sezieren.

Damit wirst Du hier nicht auf positive Resonanz stoßen.

Es wird noch nicht einmal die Frage diskutiert, ob hinter dem neoliberalen Projekt steht eine Strategie steht, nämlich der größte Raubzug der Weltgeschichte.
http://www.wiesaussieht.de/2015/02/26/der-schreihals-bild-und-das-poesiealbum-des-journalismus/#comment-280805

Es hat sich ein falsches, ein illusionäres Bewusstsein herausgebildet, welches sich gegen Wahrnehmung der gesellschaftlichen Realität immunisiert hat. Wenn kritische Darstellungen erfolgen, dann werden diese ausgeblendet und ignoriert. So wie bei den drei Affen, aber man bemerkt noch nicht einmal den Vorgang der Verdrängung, weil dieser weitgehend psychisch unbewusst verläuft. Also reflexartig und automatisiert. Das wird alles gewissermaßen aussortiert, ohne sich mit dem Realitätsgehalt des Inhalts zu befassen und diesen zu kritisch zu überprüfen.
http://www.wiesaussieht.de/2015/02/26/der-schreihals-bild-und-das-poesiealbum-des-journalismus/#comment-280900

QuestionMark März 12, 2015 um 18:40

@KommentatorX März 12, 2015 um 18:36
Bist du etwa gegen Europa? :-)

QuestionMark März 12, 2015 um 18:58

Also ich bin für den pazifischen Ozean und auch für den Mars. Ich bin aber auch ein entschiedener Gegner der Antarktis. Wenn man versteht was ich meine. :-)

KommentatorX März 12, 2015 um 19:03

@QuestionMark März 12, 2015 um 18:40
Bist du etwa gegen Europa?

Ich bin gegen den Beitritt der Schweiz zur EU.

Der Beurteilung des Staatsrechtlers Prof. Schachtschneider ist zuzustimmen, dass der Lissabon-Vertrag eine „Diktaturverfassung ist.

Die EU ist ein neoliberales Projekt.

Tina März 12, 2015 um 19:05

… Wenn kritische Darstellungen erfolgen, dann werden diese ausgeblendet und ignoriert…

Und nicht nur das: der Freundeskreis verdreht die Augen und winkt ab. Will keiner hören, sowas. Ja, alles ganz schrecklich, aber man kann ja nix machen und so.

Es wird keine Revolten geben, nicht hier in D. Wie im Nebenthread angedeutet, stehen entsprechende “Organisationen” bereit, solche nieder zu schlagen.

Generalstreik ist verboten. Da bleibt nur passiver Widerstand. Aber bis sich allgemein in das Bewusstsein von Erna und Otto manifestiert, das kann noch lange dauern. Wenn überhaupt.

Ich bin da ganz pessimistisch. Geschichte wiederholt sich. Hätte nie gedacht, dass ich die ganze Schxxxxe wie damals auch noch erleben muss. Tja, der ganze Unterricht in der Schule hat wohl nix gebracht…bundesweit.

Carlos Manoso März 12, 2015 um 19:06

@KommentatorX März 12, 2015 um 18:36
„Um so wichtiger wird es jetzt, noch genauer das „Eliteprojekt EU“ zu sezieren.
Damit wirst Du hier nicht auf positive Resonanz stoßen.
Es wird noch nicht einmal die Frage diskutiert, ob hinter dem neoliberalen Projekt steht eine Strategie steht, nämlich der größte Raubzug der Weltgeschichte.“

KommentatorX, Schau mal da rein: Jürgen Roth: „Der stille Putsch, Wie eine geheime Elite aus Wirtschaft und Politik sich Europa und unser Land unter den Nagel reißt“ Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
nur Text, € 19,99 [D]

QuestionMark März 12, 2015 um 19:22

@KommentatorX März 12, 2015 um 19:03
Ich bin da 100% auf deiner Linie. Wollte dich nur mal mit dem blöden Spruch konfrontieren der mir immer entgegenschlägt: Bist du etwa gegen Europa?
Denn: Man kann überhaupt nicht für oder gegen ein geografisches Gebilde sein. Das ist schlicht Schwachsinn. Und dieser Schwachsinn kommt aus der Propaganda. Letztere hat es tatsächlich geschafft den Freihandel und den “Neoliberalismus” mit der Bezeichnung eines Kontinents gleichzusetzen. Diese Propaganda muß man durchschauen um überhaupt mitreden zu können.

BB März 12, 2015 um 19:24

@KommentatorX März 12, 2015 um 18:36
„Um so wichtiger wird es jetzt, noch genauer das „Eliteprojekt EU“ zu sezieren.”

Na dann seziert man schön. Seit’er schön beschäftigt.

(Also ich weiß Bescheid)

Andreas Treu März 12, 2015 um 20:33

@KommentatorX
Ich bin gegen den Beitritt der Schweiz zur EU.

Träum weiter! Du bist hast doch nicht einmal einen schweizer Reisepass, wie könntest Du in dieser Frage überhaupt angehört werden?

@Morph hat hier schon einmal sehr schön klar gestellt, die Sachen sind so wie sie sind.

Die Schweiz ist nicht EU. Fakt. Und das ist gut so. Ich bin geneigt zu sagen, bravo!

Griechenland und Deutschland sind EU. Fine with me.

Ich habe hier ehemals gegen die Rettung Griechenlands geschrieben. Die Aufhebung der no-bailout Klause, war aus meiner Sicht gewagt. Damals haben die Politiker aus ihrer Unkenntnis heraus die Experten nach Hause geschickt und die Führung für etwas übernommen, das sie nicht verstehen. Geldpolitik! Das ist ganz grosses Kino. Das liegt nicht jeden.

Aber jetzt in den düsteren Verwerfungen zwischen den Politikern Griechenlands und der neo-liberalen Politik Deutschlands sind die ersten Frühlingstrahlen eines neuen Europas zu erkennen.

Erstens, wir sehen gerade, dass in Griechenland eine Regierung an der Macht ist, welche für die Menschen regiert. Erneut zeigt uns diese alte Kultur in der Jetzt-Zeit, was das bedeutet. Zivilisation. Das Leben in der Gemeinschaft. Muss ich dazu noch etwas schreiben?

Lieber Kommentator X, Du bist deutsch ganz und ganz. 100%. Du hast Dich hier im Blog in der Vergangenheit von den Nazis und den Kapitalisten abgesetzt. Das halte ich Dir zu gute. Tja, aber Du arguementierst auf derselben kulturellen Schiene wie unser Großväter. Das System. In jedem zweiten Satz, das System. Ähnlich Systemfrager und Holger. Das System.

In Griechenland geht es um die Menschen. Das System kommt erst auf Platz zwei, drei.

Nun gut, so argumentiert der Deutsche, wir sehen ja, was da rauskommt, die Griechen sind pleite.

Ja, aber sie sind nicht so wie die Deutschen vom System unterjocht.

Pleite und frei.

Und die Deutschen pöpeln. Weil sie haben die Macht, von welcher sie nichts haben, denn sie sind ja unterdrückt und arm (im Geiste). Woran könnten sich die Unterdrückten erfreuen? An den Diskussion wie es sein sollte? Muaahh. Die Griechen leben es uns vor. Ich hoffe, es geht ihnen nicht der Mut aus. Wir können von ihnen lernen. Bravo!

Andreas Treu März 12, 2015 um 20:36

Zweitens, dieses neue Europa wird in der EU ausgefochten. Die Schweiz bleibt was sie ist. Ein Zipfel auf der Spitze des Kapitalismus. Neue Gedanken erwarten ich aus der Schweiz jedenfalls nicht. Eher ist das so eine Mischung aus Österreich und Deutschland der 80er Jahre. Ein Museum für Rentner und die es werden wollen.

Soldat Schwejk März 12, 2015 um 21:11

@ KommentatorX

Das mit der Postdemokratie zieh ich mal von dem ausgeuferten Faden hier rüber, paßt auch hier…

Sicher kann man es nicht so sehen, als habe es einstmals eine Demokratie gegeben und gebe nun keine mehr. Also als könne das in einem binären Code beschrieben werden: D=1 oder D=0.

Der Begriff ist m.W. von Colin Crouch, man kann darüber streiten, ob er gut gewählt ist. Ich halte ihn für brauchbar.

Klar, so wie der Chor im pluralistischen Hinmel mit Oberschichtenakzent singt, so sind auch demokratische Verfahren immer in einem gewissen Grad korrumpiert durch Partikularinteressen der ökonomisch Mächtigen. Das postdemokratisch Neue kann man m.E. darin sehen, daß die demokratischen Institutionen nicht mehr nur informell von innen her korrumpiert, sondern auch formal von außen und von oben umgangen werden.

Wenn Lobbyisten Gesetzentwürfe schreiben lassen und diese dann durch die nationalen Parlamentsausschüsse bringen, dann ist das das eine.

Wenn die Vertreter der Exekutiven im Europäischer Rat Deals machen, die Europäische Kommission mit Initiativrecht diese dann zu europäischem Recht werden läßt, das von den nationalen Parlamenten später nicht mehr revidiert werden kann, wenn der EuGH mit teils sehr weitgehendem Richterrecht in die Gesetzgebung der Einzelstaaten hineinregiert, dann ist das was anderes. Die MoUs, in denen die “Troika” in der Art eines Besatzungsstatuts detailliert in die inneren Belange einzelner Staaten hineinregiert, die sind noch mal was anderes. Ebenso die auf Norbert Härings Seite dokumentierten Erpresserbriefe der EZB an die spanische und die italienische Regierung. Die Installierung einer überstaatlichen Schiedsgerichtsbarkeit und einer “regulatorischen Kohärenz” im Zuge der Investionsschutzabkommen auch.

Das sind alles Sachen, bei denen demokratische Institutionen nicht verzerrt oder entstellt werden, sondern wo sie formal außer Kraft gesetzt und durch nichtdemokratische Verfahren überstaatlicher Funktionseliten (vulgo Dienstadel) ersetzt werden. Das ist etwas qualitativ anderes, was m.E. den Ausdruck “Postdemokratie” rechtfertigt. Abgesehen davon, daß er dafür fast noch zu niedlich ist.

Wenn man @Morphschen Sinne sagt: Das was Gesellschaft ausmacht, ist nicht die Summe der Beziehungen und Strukturen, sondern die hegemoniale Selbstbeschreibung… dann könnte man
es noch anders begründen. Mir scheint “Demokratie” ist auch dabei, als Bestandteil der Großen Legitimationserzählung abzudanken. Klar, das D-Wort wird nach außen noch aggressiv-ideologisch ins Feld geführt, wenn man etwa den Russen ihre ‘Machtvertikale’ vorhält. Aber redet heute noch jemand von einer Demokratisierung der EU? Heute redet ja kaum noch einer vom “demokratischen Defizit”. Ich glaube mich zu erinnern, daß das in den 90-ern in aller Munde war, und die Erzählung ging dahin, daß die Machtfülle der Exekutive in der EU ein Übergangsphänomen sei, und daß sie in Zukunft demokratisiert werden müsse. Das erzählt aber heute keine Sau mehr. Heute heißt es vielmehr, die Exekutive der EU müsse noch gestärkt werden (Europäische Wirtschaftsregierung). Und wenn jemand noch von demokratischen Verfahren redet, dann geht es um die mögliche Direktwahl eines machtlosen EU-Präsidenten als Grüßonkel. Damit der Pöbel ab und zu ein nettes Gesicht sehen und warme Worte hören kann.

“Demokratie ist Ramsch” schrieb Schirrmacher, als das Entsetzen wegen des von Papandreou angekündigten Referendums durch die europäischen Medien ging. Das meinte er kritisch, aber hatte ganz recht: So wird es kommuniziert, auch jetzt wieder im Zusammenhang mit Syriza: Demokratie ist Ramsch.

Ich finde, da hat sich im öffentlichen Diskurs, im Selbstbild der Gesellschaft schon deutlich was verändert: “Demokratie” ist innerhalb der Legitimationserzählung auf dem Rückzug, an deren Stelle treten Effizienz, “Wettbewerbsfähigkeit”, ein gewisses gesellschaftspolitisches Laissez-faire und ansonsten einfach eine Vorstellung von “Alles könnte auch viel schlimmer kommen.” In diesem Sinne paßt der Ausdruck “Postdemokratie” sogar ganz gut.

Soldat Schwejk März 12, 2015 um 21:16

Man könnte einwenden, daß es auf regionaler und lokaler Ebene auch eine gegenläufige Tendenz gibt, etwa die in Berlin etablierten Volksentscheide. Das will ich nicht geringschätzen, und es ist schon ein Fortschritt. Wobei bei finanziell unter Druck stehenden Kommunen ohne Hebel auf der nächsthöheren Ebene so die Gefahr besteht, daß das dann eine Demokratie der Art wird: Wenn ihr für den Erhalt des Schwimmbades stimmt, dann müssen wir eben den Jugendklub oder das Stadtmuseum zumachen…

Außerdem… in Berlin ist es interessant zu beobachten… Das mit den Volksbegehren ist hier ja lange offensiv kommuniziert worden, so als positives Berlin-Merkmal. Beim letzten Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hat es wohl dem Establishment zum ersten Mal richtig weh getan, also dem Filz aus Politik, Immobilienfuzzis, Projektentwicklern und so, die sich dort nun keine goldene Nase verdienen können… Und schon sind vermehrt Töne der Art zu hören: Nein das geht zu weit, der Pöbel will ja immer nur verhindern, das muß gestoppt werden. Dabei war es überhaupt erst das zweite Volksbegehren, das gegen den Willen des Senats ausging. Aber natürlich kann die Verwaltung, wenn sie will, mit ihrem Info-Vorsprung die direkte Demokratie meistens außer Kraft setzen, etwa indem sie privaten Akteuren schon frühzeitig im Planungsverfahren Rechtstitel verschafft, die dann nicht mehr umzustoßen sind. Man wird sehen, wie sich das hier jetzt entwickelt. Immerhin haben wir eine Senatsbaudirektorin aus der Schweiz, und das ist tatsächlich ein erfreulicher Umstand (v.a. verglichen mit dem Vorgänger). – Soweit der preußische Exkurs.

Soldat Schwejk März 12, 2015 um 21:20

Und dann noch was Erbauliches…

Der Strom fließt aus den Dosen raus
und Merkel kriegt ‘nen Rosenstrauß
Das Kanzleramt nach Rosen duftet
Der Pöbel für Almosen schuftet
Zentralbankgeld soll Zeit erkaufen
soll retten vor dem Scheiterhaufen
Der Dachs hat keine Rast genommen
und die Zwölftausend fast erklommen
Doch vor den ersten Sommertagen
da wird ein grauslich Donner schlagen
Bevor der Krebs die Sonne wendet
das alles in der Tonne endet

QuestionMark März 12, 2015 um 21:31

@Soldat Schwejk März 12, 2015 um 21:16
Die Demokratie wird nicht nur formal umgangen und beseitigt. Auch die eigentliche Idee wird durch Entpolitisierung beseitigt. Demokratisch ist laut Propaganda nur noch der offiziell verlautbarte Schick (das, was durch die Leitmedien als politisch korrekt definiert wird). Den Rest erledigt die Einlullung durch Schlaftabletten wie Merkel (beispielhaft: kürzlich ist den Zuhörern nicht mal mehr aufgefallen als Merkel via Versprecher sich für “Antisemitismus als staatliche und bürgerliche Pflicht” ausgesprochen hat; es waren einfach schon alle eingeschlafen und die Alte redet ohnehin nur Stuss – was solls) oder Phrasendrescher wie Gauck oder die faktische Gleichschaltung des Parlaments.
Aber den todbringenden Hieb teilt der massenmediale Mainstream aus. Wer braucht schon noch eine Abstimmung wenn die Journaille ohnehin schon das “einzig wahre” Ergebnis vorwegnimmt und das Publikum entsprechend manipuliert?

Manfred Peters März 12, 2015 um 22:19

Wenn schon Blumen, dann doch für Friede Springer ersatzweise Liz Mohn, aber nicht für die Marionette im Hosenanzug.
Die Fallhöhe wird im größer und nur der Mangel an einigermaßen brauchbaren westsozialisierten Politikern hat die Hamburgerin doch ins Amt gespült. :-(

Andreas Treu März 12, 2015 um 22:24

@Soldat Schwejk, @QuestionMark

Ihr seht das viel zu negativ, finde ich. Das Europa von morgen wird nicht durch Deutschland bestimmt. Als ich vor zwei Jahren in einem Supermarkt in Paris einkaufte und in einer Schlange vor der Kasse stand, erzählte ein Mädchen seiner Mutter, dass sie am nächsten Tag eine Geschichtsarbeit schreiben müsste, Thema der Arbeit ,,Nationalsozialismus Deutschlands in den 30er Jahren”. Weiter führte das Mädchen auf, dass sie im Unterricht über den Bezug zur Gegenwart gesprochen hätten. Das ist nur Einzelerlebnis, aber ihr könnt den Umbruch ausserhalb Deutschlands an jeder Straßenecke spüren. Da köchelt sich etwas hoch. Dank bzw. schuld unserer Medien bekommen wir im Inland von diesen Entwicklungen kaum etwas mit. Die neue Regierung in Griechenland ist erst ein Anfang und hey, ich finde die sind gut. Der Punkt ist doch, ohne den EUR gäbe es die Verbindung nach Griechenland nicht und jetzt sind wir alle eine große Familie. Auch wenn Schäuble es noch nicht wahrhaben will, dies wird auch Deutschland verändern. Oder wir sind draußen. GERXIT!

QuestionMark März 12, 2015 um 22:49

@Andreas Treu März 12, 2015 um 22:24
Ich denke nicht das wir alle eine große Familie sind. Wir sind (zumindest die meisten von uns) schlichtweg Angehörige der Sklavenschicht. Und über deren Köpfe hinweg wird dieses sogenannte europäische Projekt (das tatsächlich wohl eher ein US-Projekt ist) umgesetzt. Worum geht es dabei?
Es geht um die noch totalitärere Umsetzung der Marktwirtschaft. (Freihandel total: Kapitalverkehrsfreiheit, freier Warenverkehr, freier/ungehinderter Zugriff auf die Sklaven, totale Gleichschaltung des politischen Apparats in dieser Hinsicht; totale Unterordnung der Politik bzgl der Interessen des Kapitals)
Dieses Projekt ist kein europäisches. Warum? Die dazugehörige Ideologie kommt aus den USA. Deshalb auch beispielsweise TTIP. Im letzteren soll die Freihandelszone bekanntlich auf den transatlantischen Bereich ausgedehnt werden.
Die Griechen könnten zumindest einen Teil der europäischen Freihandelszone aufbrechen. Ja, wenn die nur wüsten wie.
Vielleicht kann dem Varoufakis mal jemand sagen, das er lediglich die griechische Notenbank anweisen muß das benötigte Geld zu drucken, anstatt dauernd bei Schäuble oder der EZB rumzubetteln. Aktuell erinnern die Vorschläge aus Griechenland doch eher an Verzweiflungstaten. Der Herr Ökonom scheint den Überblick verloren zu haben.

Soldat Schwejk März 12, 2015 um 22:55

@ Andreas Treu

Wollte da nur den Gebrauch des Ausdrucks “Postdemokratie” begründen. Denke durchaus nicht, daß das unvermeidbar oder unumkehrbar ist. Gesellschaftliche Entwicklung ist ergebnisoffen; ich bin alles andere als ein Freund von Ausweglosigkeitsrhetorik und hoffe, Dein historischer Optimismus findet Bestätigung… und Syriza findet einige, die ihnen anderswo nachfolgen…

Wobei “Gerxit” die Währungsunion wohl noch schneller beerdigen dürfte als “Grexit”, und dann käme es natürlich auch auf die jeweiligen gesellschaftlichen Mehrheiten in den Einzelstaaten an bei der Beantwortung der Frage, welche sozialen Gruppen bei der danach kurzfristig anstehenden Verlustverteilung wie stark “berücksichtigt” werden.

Natalius März 12, 2015 um 22:57

Treuer Antifant

“Als ich vor zwei Jahren in einem Supermarkt in Paris einkaufte und in einer Schlange vor der Kasse stand, erzählte ein Mädchen seiner Mutter, dass sie am nächsten Tag eine Geschichtsarbeit schreiben müsste, Thema der Arbeit ,,Nationalsozialismus Deutschlands in den 30er Jahren”.”

Welcher Supermarkt? Alter des Mädchens? Und dann bitte auf Französisch und nicht als Grimm’s Märchen.

Und zum Schluss noch bitte die Horrorvision GERXIT erläutern – so für den linksschräubigen Sachverstand. Ach ja, und vorher noch Papiertaschentücher austeilen, weil wir ja wegen des Euros jetzt alle eine große europäische Familie sind.

Wäre ich beim “open observer” (Soros) gelandet, würde ich anregen Sie zu feuern. Ist zwar nicht viel Geld – aber es ist allemal besser in meinem Portemonnaie als in Ihrem untergebracht.

KommentatorX März 12, 2015 um 23:38

@Soldat Schwejk März 12, 2015 um 21:11

Soldat, Du gehst gar nicht inhaltlich auf mein zentrales Argument ein, dass es unsinnig ist, von Postdemokratie, also von „Nach“-Demokratie, zu sprechen, wenn es zuvor gar keine richtige Demokratie gegeben hat.

Prof. Schachtschneider bezeichnet die Demokratie als politische Bedingung der Freiheit.

Ein Mensch, der nicht auf die Gestaltung seiner gesellschaftlichen Bedingungen einwirken kann, ist fremdbestimmt und damit unfrei. Als Lohnarbeiter muss er in unserer Gesellschaft sein Leben lang seine Arbeitskraft unter Bedingungen anbieten, die er nicht beeinflussen kann.

In der Schweiz kann das Volk über den Mindestlohn, über die Lohnspreizung, über den maximalen Umfang der Wochenarbeitszeit, über die Mindestdauer des Jahresurlaubs, über die Rentenaltersgrenze, über die Leistungen des Sozialstaats usf. abstimmen.

Wenn das Schweizer Volk es will, kann es ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle beschließen. Oder eine sozialistische Strukturrevolution.

Was beschlossen wird, bekommt Gesetzeskraft. Und alle Bürger mit Wahlrecht können auf diesem Wege auf die Gesetzgebung Einfluss nehmen.

Was jedoch in allen anderen kapitalistischen Demokratien bislang nur existierte, war und ist eine repräsentative Demokratie. Man kann Politiker und Parteien wählen, aber sie sind nicht an den Wählerwillen gebunden. Es gibt kein „imperatives Mandat“. Es gibt auch keine Möglichkeit, die gewählten Volksvertreter abzuwählen, wenn sie gegen den Wählerwillen und –auftrag handeln.

Wer politisch tätig und wirksam sein will, benötigt Zeit und Geld. Das haben nur diejenigen, die über ein entsprechendes Privateigentum verfügen.

Die repräsentative Demokratie ist ein ideales Instrument der Herrschaftsausübung und –sicherung gegen die Interessen der Mehrheit des Volkes:
Eine Minderheit der über Privateigentum verfügenden Bürger kann die Herrschaft ausüben, aber zugleich den Schein erzeugen, dass alle Bürger mitbestimmen können, weil alle Bürger – ob reich oder arm – nur über eine Stimme verfügen.

Da die gewählten Abgeordneten nicht an den Wählerwillen und –auftrag gebunden sind, sondern frei nach ihrem Gewissen entscheiden können, wird die Beeinflussung der Abgeordneten zu der entscheidenden Frage der Interessendurchsetzung.

Wir alle wissen, dass es die unterschiedlichsten Möglichkeiten gibt, mittels Geld und Medien das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten zu beeinflussen. Geld und Medien spielen auch bei der Wahl eine entscheidende Rolle. In den USA ist dies besonders deutlich. Und auch in Italien hätte ein Berlusconi ohne sein Geld und seine privaten TV-Sender nicht diese politische Karriere machen und an soviel Macht gelangen können.

QuestionMark März 12, 2015 um 23:50

@KommentatorX März 12, 2015 um 23:38
Du liegst mit deinen Argumenten natürlich richtig. Aber das Krebsgeschwür ist zwischenzeitlich bei uns in D viel weiter fortgeschritten als man es vielleicht wahrhaben will. Mit direkter Demokratie kannst du hier nichts mehr stemmen. Die Leute sind einfach viel zu desinteressiert für so etwas.
Du hättest mal bei den Occupy-Sachen dabei sein müssen. Dort hat man die “direkte Demokratie” in kleinen Kreisen ausprobiert. Das war eine einzige Katastrophe.
In den Betrieben läuft es genau so. Du kannst davon ausgehen, das es grundsätzlich zu den schlechtesten Entscheidungen kommt, wenn alle mitreden. (Umgangssprachlich sagt man dann: Zu viele Köche verderben den Brei).
Die Ursache allen Übels dabei: Das enorme Desinteresse der Leute an politischen Dingen. Wer desinteressiert ist, der kann überhaupt nicht qualifiziert abstimmen. Gleichzeitig werden in der Folge die Interessierten demotiviert. Das heißt du beschädigst in einer solchen Konstellation sowohl die Entscheidungen als auch die Restbestände an motivierten Leuten. Gleichzeitig wird die Macht der Doofen gestärkt. (s.a. dazu Merkel&Kohorten)

Natalius März 13, 2015 um 00:21

@KommentatorX,

es freut mich, dass Sie wieder mitmachen. Ich meine das ehrlich – aber es ist heutzutage schwer, ein statement von einer Lüge zu unterscheiden. Das Problem haben wir alle. Als wir uns das letzte Mal gefetzt haben, ging es um Ponerologie, Psychopathie und ihre Vererbbarkeit. Ich will das Thema nicht wieder aufgreifen, sondern nur mitteilen, dass nach meinem gegenwärtigen Verständnis (und das kann selbstverständlich falsch sein, weil nicht mehrheitlich (=demokratisch) beobachtbar) es sich um ein Grundproblem handelt, das die gesamte Menschheitsgeschichte durchzieht. Ich habe dennoch eine Theorie, die auf eine Schuldfreiheit von Psychopathen hinausläuft. Diese Theorie geht davon aus, dass menschliche (und animalische) Körper “benutzbar” sind. Wie Avatare. Ein krimineller (Körper) weiss in der Regel nicht, wer ihn beherrscht und steuert. Und das gilt für uns alle!

Ich hab das vor vier Jahren bereits gesehen – sehr diffus und intuitiv – und sehe es heute noch deutlicher: Wir brauchen eine Fusion der Geistes- und Naturwissenschaften! Das ist das kleinste gemeinsame Vielfache auf dessen Grundlage wir vielleicht ein wenig weiterkommen.

KommentatorX März 13, 2015 um 00:47

@QuestionMark März 12, 2015 um 19:22
Ich bin da 100% auf deiner Linie. Wollte dich nur mal mit dem blöden Spruch konfrontieren der mir immer entgegenschlägt: Bist du etwa gegen Europa?
Denn: Man kann überhaupt nicht für oder gegen ein geografisches Gebilde sein. Das ist schlicht Schwachsinn. Und dieser Schwachsinn kommt aus der Propaganda. Letztere hat es tatsächlich geschafft den Freihandel und den “Neoliberalismus” mit der Bezeichnung eines Kontinents gleichzusetzen. Diese Propaganda muß man durchschauen um überhaupt mitreden zu können.

Europa ist nicht nur ein Kontinent, sondern ein Kultur- und Wirtschaftsraum. Letzteres – der Kultur- und Wirtschaftsraum – hat sich im Verlaufe meines Lebens entscheidend geändert.

Zum einen ist die europäische Kultur weitgehend von der US-amerikanischen überlagert worden. Die Filme und das Fernsehen werden von der US-Kultur dominiert, genauso die Pop-Musik und inzwischen ist die Wissenschaftssprache voller Anglizismen und hat Latein in den Hintergrund gedrängt.

Zum anderen sind die USA zur eindeutigen Hegemonialmacht geworden und die europäischen Staaten sind nur noch Vasallenstaaten. Das war in den 60-er und 70-er Jahren noch anders.

In der Vergangenheit wurde immer so getan, als müssten sich die europäischen Staaten zusammenschließen, um auch in Zukunft noch über die wirtschaftliche und politische Macht eines Global Players neben den USA und China zu verfügen.

Jetzt propagieren Politiker und Medien, dass das Zeitalter der Nationalstaaten zu Ende gehe und dies wird von hirnlosen Hominiden ständig nachgeplappert.

Ende der Nationalstaaten?

Was sind die USA, was ist China, was Japan, was Indien, was Russland, was Brasilien?

Die größten und bevölkerungsreichsten Länder der Welt sind alle Nationalstaaten.

Die Super-Macht USA ist ein Nationalstaat und könnte – ohne Nationalstaat zu sein – gar nicht die Weltmacht Nr. 1 sein.

Hallo – klingelt es? Fällt der Groschen?

Die EU kann gar keine Weltmacht sein und werden, weil sie kein Staat ist.

Es ist Lüge und Betrug so zu tun, als wäre die EU ein Staat oder könnte es in absehbarer Zeit werden. Sei es ein Staatenbund, wie die USA, oder ein Vielvölkerstaat, wie China oder die Schweiz.

Was ist der Euro?

Eine Währung ohne Staat. Deshalb kann der Euro auch nicht gegen Angriffe von außen verteidigt werden und die Folge ist, dass der Außenwert des Euro verfällt. Und daher kann die Euro-Zone ausgeplündert werden wie damals die DDR oder Russland nach dem Zusammenbruch des Ostblocks.

Wenn die europäischen Staaten sich zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ zusammenschließen würden, dann wären sie eine Weltmacht. Aber genau dies liegt nicht Interesse der USA und auch nicht von China.

Und wenn Russland sich den „Vereinigten Staaten von Europa“ anschließen würde, dann könnte sich das vereinte Europa möglicherweise zur Weltmacht Nr. 1 entwickeln.

Die USA werden also durch „divide et impera“ verhindern, dass ein zu einem Staat vereintes Europa entsteht.

KommentatorX März 13, 2015 um 01:01

@QuestionMark März 12, 2015 um 23:50
Du liegst mit deinen Argumenten natürlich richtig. Aber das Krebsgeschwür ist zwischenzeitlich bei uns in D viel weiter fortgeschritten als man es vielleicht wahrhaben will. Mit direkter Demokratie kannst du hier nichts mehr stemmen. Die Leute sind einfach viel zu desinteressiert für so etwas.

Und sie verfügen über zu wenig Wissen. Ihr Denkvermögen ist unterentwickelt, sowohl beim analytischen wie auch logischen und insbesondere beim dialektischen Denken.

Unter diesen Bedingungen würde man mit direkter Demokratie genau das Gegenteil erreichen. Da stimme ich zu.
Denn da würde nur Schwachsinn herauskommen und Populisten könnten alles manipulieren.

Siehe Occupy. Oder die Basisdemokratie an den Hochschulen. Usf.

Soldat Schwejk März 13, 2015 um 02:52

@ KommentatorX —> “Du gehst gar nicht inhaltlich auf mein zentrales Argument ein, dass es unsinnig ist, von Postdemokratie, also von „Nach“-Demokratie, zu sprechen, wenn es zuvor gar keine richtige Demokratie gegeben hat.”

Doch doch doch, eben darauf bin ich eingegangen. Es gibt nicht die ‘totaaale’ Demokratie. Egal ob basis- oder repräsentativdemokratisch. Solange es ökonomische Ungleichheit gibt, wird es auch faktische politische Ungleichheit geben.

Trotzdem ist es ein Unterschied, ob es zumindest formale demokratische Spielregeln gibt, die auch für die Mächtigen gelten und innerhalb derer sie ihre Macht zur Geltung bringen müssen… und sei es eben, indem sie die demokratischen Regeln durch Lobbyismus oder Filz unterlaufen.

Oder ob über die demokratischen Spielregeln noch ein zweites Set von oligarchisch-technokratischen Spielregeln gezogen ist, das die Demokratie auch formal abschafft. Letzteres haben wir heute in der Europäischen Union. In der ist der demokratische Staat als Institution sozusagen nur noch ein Reservat, in dem die Staatsbürger als Wilde zwar noch ein paar eigene Regeln machen können… während aber den größeren Institutionenrahmen der übernationale Dienstadel für sie aushandelt.

Diese neuere Art der Ent-Demokratisierung und Ent-Staatlichung verschwindet aber aus der Wahrnehmung, wenn man wie Du nur darüber räsoniert, daß es ja nie eine “richtige” Demokratie gegeben habe und daß außerhalb der gepriesenen Schweiz sowieso überall Dunkelheit herrscht…

@ Question Mark

Bei Dir versteh ich jetzt gar nicht so recht, worauf Du hinaus willst. Irgendwie lassen sich Deine Anmerkungen so deuten, als liege es an den Medien, daß die Leute uninformiert und desinteressiert sind und deshalb Demokratie nicht möglich… Aber hey, es gibt das Internet. Wir kommunizieren gerade über das Internet. Ich meine, nie nie nie in der Geschichte war der Zugang zu Information so “demokratisch” wie gerade jetzt. Also bitte…

MrsDelayPe März 13, 2015 um 07:38

Für etwas politische Desorientierung: Querfrontler(-Pack)

“Zionisten offenbar treibende Kräfte beim Versuch von Regime Change in der Ukraine”

http://www.linkezeitung.net/index.php?option=com_content&view=article&id=17828:zionisten-offenbar-treibende-kraefte-beim-versuch-von-regime-change-in-der-ukraine&catid=82&Itemid=248

MrsDelayPe März 13, 2015 um 07:55

“Es wäre zu einfach zu sagen, dass diese Menschen durchgehend Rechte sind, denn sie sind alles nur nicht das was wir als gemäßigte Mitte bezeichnen. Hier finden sich alternative Rechte, linke und rechte Esoteriker, Querfrontler und sektarische Linke und mischen ihre wirren Gedanken einmal richtig durcheinander. Der Antisemitismus von rechter Seite plus dem Pro-Russland-Gedanken von linker Seite (wegen den alten Sowjettagen) und der gemeinsame Hass auf die Amerikaner gewürzt mit den weltverklärenden Ideen der Esoteriker ergibt eine neue politische Bewegung, die von der etablierten Politik nur schwer verstanden wird.” Henning, der-kleine-rote-politblog.blogspot.de

Für Nationalbolschewisten?:

https://m.facebook.com/bandabassottiband/photos/a.10151552577661574.1073741828.35037141573/10152512568006574/?type=1&source=48

MrsDelayPe März 13, 2015 um 07:58

Spanische “Antifas” kämpfen zusammen mit Nazis für die Freiheit Russlands.

http://elpais.com/elpais/2015/02/27/inenglish/1425051026_915897.html

MrsDelayPe März 13, 2015 um 08:11

Rechts:

“Die Haltung der BRD, der EU und der USA jetzt den Willen von 95,5 Prozent der Russen und Ukrainer auf der Krim mit Sanktionen bestrafen zu wollen gefährdet den Weltfrieden. Sie hetzen die Ukrainer gegen die Russen auf und lassen sie am Ende doch im Stich. Den Willen des Volkes treten diese selbsternannten Demokraten mit den Füßen und glauben sich einfach darüber hinwegsetzen zu können. Aber die Staaten des sogenannten Westens haben traditionell schon immer ein recht zweifelhaftes Verhältnis zu Volksabstimmungen.”

http://www.volksdeutsche-stimme.de/npd/verlogenheit_2014de.htm

MrsDelayPe März 13, 2015 um 08:14

Links:

“Demokratie ist für Washington oder die armselgen zwei-Cent-Marionetten, die für Washington in Deutschland, im Vereinigten Königrech und in Frankreich regieren, nicht akzeptabel, wenn die Demokratie nicht Washingtons Agenda der Herrschaft über die gesamte Welt dient. Der Sprecher des Neonazi-Weißen Hauses log nach Strich und Faden, als er behauptete, dass das Referendum, das von internationalen Beobachtern für völlig frei befunden worden war, „unter Drohungen von Gewalt und Einschüchterungen“ abgehalten wurde.”

http://www.linkezeitung.de/index.php/ausland/europa/237-95-7-der-bewohner-der-krim-zeigen-dem-tyrannen-im-weissen-haus-den-stinkefinger

wowy März 13, 2015 um 08:27

Da hat jemand wieder einen schizophrenen Schub. Empfehle einen Arzt aufzusuchen.

Manfred Peters März 13, 2015 um 08:28

@ Soldat Schwejk März 13, 2015 um 02:52
“Aber hey, es gibt das Internet. “
Zitat statista: “Im Jahr 2013 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 13,66 Millionen Personen, die das Internet häufig für aktuelle Nachrichten zur Politik nutzten.”
Das wären ca. 17% der Bevölkerung, 20 % der Wahlberechigten.
Hier findest Du stark abweichende, mehr als doppelt so hohe, Daten:
http://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Internet-Strukturdaten/
Das mag auch ein Beweis für die Zuverlässigkeit von Prognosen sein. :-(

Bogus März 13, 2015 um 08:31

Keynesianer März 12, 2015 um 16:53

“In der Tat, viel zu schön passend, um wahr zu sein. Es braucht aber nur etwas Knallgas und Massenmedien. Hollywood.”

Deine Realitätsverleugnung hat manchmal etwas Rührendes. Ich interpretiere sie im positiven Sinne so, dass du menschliches Leid nicht ertragen kannst und du dessen Ursachen daher in eine Richtung uminterpretierst, die es erlaubt, Tod und Leiden gedanklich ausblenden zu können.

Sicher darf man nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Bei Fukushima aber passt die Erzählung von einer großen Katastrophe und den Versuchen der Atom-Mafia, deren Folgen zu vertuschen, doch viel besser in unser “die Mächtigen sind böse!”-Weltbild als deine harmlose Hollywood-Version.

Kazuhiko Kobayashi hat dazu einiges zu erzählen:
http://www.youtube.com/watch?v=ihV3ewVXmFY

MrsDelayPe März 13, 2015 um 08:55

@ wowy

“Da hat jemand wieder einen schizophrenen Schub. Empfehle einen Arzt aufzusuchen.”

Da hat jemand wieder das Kunststück der Persönlichkeitsspaltung in Politik und Bewegung fertig gebracht. Ich empfehle einen guten Geschichtslehrer aufzusuchen.

wowy März 13, 2015 um 09:06

Wer bin ich -und wenn ja, wieviele?

wowy März 13, 2015 um 09:07

Hast du inzwischen 20 Synonyme oder sind es doch schon 30?

sadoma März 13, 2015 um 09:08

“Da hat jemand wieder einen schizophrenen Schub. Empfehle einen Arzt aufzusuchen.”

Schunkel-Musik kann auch helfen ;-)

Georg Kreisler – Der Euro

https://www.youtube.com/watch?v=NIJ-I2gzxEA

Keynesianer März 13, 2015 um 09:22

@Bogus

Bei Fukushima aber passt die Erzählung von einer großen Katastrophe und den Versuchen der Atom-Mafia, deren Folgen zu vertuschen, doch viel besser in unser “die Mächtigen sind böse!”-Weltbild als deine harmlose Hollywood-Version.

Bei uns in Deutschland waren immer alle Medien gleichgeschaltet auf Seiten der Atomstrahlenpaniker. Ich reagiere aus irgendwelchen Gründen instinktiv abwehrend auf Medienpropaganda und Massensuggestion, ob es sich um Popmusik handelt oder Fußball oder die gefährlichen Atomstrahlen.

Außer irgendwelchen einfältigen Geschichten, dass Greenpiss einen radioaktiv strahlenden Salatkopf oder gar einen Fisch mit erhöhtem Grenzwert irgendwo auf einem Markt in Tokio entdeckt habe, kenne ich keinerlei ernst zu nehmende Beweise für erhöhte Radioaktivität als Folge der Knallgasexplosionen der Reaktoraußenhüllen in Fukushima.

Die meisten Oberpaniker sind ja noch so blöde, dass sie wirklich meinen, da habe eine atomare Explosion stattgefunden. Was in den Medien und im Internet an Panikmache zu erleben war, ist nur höchst peinlich gewesen. Das erreicht mich so wenig wie die Musik von Elvis oder den Ghetto-Gangsta-Rappers.

MrsDelayPe März 13, 2015 um 09:23

@ wowy

“Wer bin ich -und wenn ja, wieviele?”

Mir gefallen deine Kommentare zu Volksromantik und Eugenik betreibenden Finanzoligarchie besser.

MrsDelayPe März 13, 2015 um 09:35

@ wowy

“Hast du inzwischen 20 Synonyme oder sind es doch schon 30?”

Du schwadronierst doch gerne über Eliten. Die bösen Eliten gegen das arme Volk. Du arme, kleine Sau. Machst regelmäßig den so ziemlich unkritischste Gegensatz auf. Gesellschaftliche Realitäten sind egal, wird eh alles von manipulativen Mächten designt.

MrsDelayPe März 13, 2015 um 09:39

“Schunkel-Musik kann auch helfen ;-)”

https://www.youtube.com/watch?v=I6WOJWLorWw

Eagon März 13, 2015 um 09:41

Bedeutet das , dass die SPD auf unter 5% abstürzt, wenn sie die soziale Frage den Steinbrücks, dem Geheimrat Kahrs oder Schwesig überlässt.

Die für 500 – 1000 Frauen ungeahnte Karrieremöglickeiten eröffnet hat, während Millionen Mütter bei den Tafeln betteln um ihre Kinder satt zu bekommen?

Der Atomausstieg war ökonomisch ohne Risiko.

Leute mit Asperger-Syndrom können rechnen.

Und liegen deshalb manchmal richtig.

Aber weil sie nicht mitfühlen sind sie nicht in der Lage antipopulistische Entscheidungen zu treffen.

GRIECHENLAND UND SEINE TOTEN.

Ich hoffe Verbrechen im Namen einer Ideologie werden in Nürnberg zur Verhandlung kommen.

Auf welch dünnem Eis sich die Entscheidungen bewegen, dazu dieser interessante Beitrag von Blicklog zum Homo Oeconomicus.

http://www.wsj.de/nachrichten/SB12265722269804043990704580344910868787020

Lafontaine hat mal eine antipopulistisiche humane Position bezogen.
Und ist dafür grausam bestraft worden.

MrsDelayPe März 13, 2015 um 09:47

Der Begleitsound für den richtigen Systemkritiker

https://www.youtube.com/watch?v=xxWPuIFyD5Q

wowy März 13, 2015 um 09:48

@wieviele
Primitiv auch noch. Ich habe noch nie über Eliten schwadroniert.
Aber wer selbst nicht weiß wer er ist, der verwechselt gerne auch seine Gegenüber. #DringendArztbesucherforderlich

ruby März 13, 2015 um 10:29

Die trolling Systematics, die hier eingesetzt werden sind echt süß anachronistisch erheiternt.

MrsDelayPe März 13, 2015 um 11:26

@ Geschichte ist scheiße

“Ich habe noch nie über Eliten schwadroniert.”

Partielle politische Amnesie. Ich serviere deinen Dreck nicht.

MrsDelayPe März 13, 2015 um 11:38

@ Geschichte ist scheiße

“Aber wer selbst nicht weiß wer er ist, der verwechselt gerne auch seine Gegenüber. #DringendArztbesucherforderlich”

Aber wer selbst nicht weiß was er will, dem kann ich noch so oft klein klein erklären, warum Volksgemeinschaft und Verschwörungstheorien nichts bringen, er wird es nie kapieren.

wowy März 13, 2015 um 11:42

#NochdringenderArztbesucherforderlich #krank

Bogus März 13, 2015 um 11:50

MrsDelayPe,
du verwechselst da irgendwas oder irgend jemanden. Vermutlich beides und das andauernd.

Der User wowy bringt hier jede Menge juristischen Sachverstand ein, und das meist in kurzen Beiträgen direkt auf den Punkt. Schwadronierien ist überhaupt nicht sein Ding.

Übrigens, der Thread hier wurde von den Nachdenkseiten verlinkt. Also benehmt euch, denn es lesen uns jetzt ganz viele Leute aus allen Ecken des Internet!

MrsDelayPe März 13, 2015 um 12:15

Andere Aussagen kritisieren. Selber keine Aussagen machen. Immer nach “der Wahrheit” plärren.

@ Geschichte ist scheiße

“NochdringenderArztbesucherforderlich #krank”

Wer meint sich äußern zu müssen, wenn ein anderer Kommentator Stalin kritisiert (1 000 Kommentare Strang), dem ist dringend zu empfehlen…

http://cunnilingusgrafics.tumblr.com/image/102274571639

Das Symbol, rechts neben der Flagge,…. wofür das wohl steht?

Bestimmt nicht für die Einheit der Maoisten, Stalinisten und NSler.

ruby März 13, 2015 um 13:10

Die Energiewende mit Halsemanövern hat die NeoConleere noch verzögern können, was die Grexitrettungsmasche nicht mehr schafft.
Der Ausklang wird ordentlich nachhallen.
Ein neues Spiel beginnt mit neuen Teilnehmer!

Systemfrager März 13, 2015 um 13:40

Wozu braucht Amerika den Großen Krieg in Europa?

Unbedingt ansehen und weiterverbreiten! Dieses Video erklärt in wenigen Minuten einfach und für jedermann verständlich warum es für die Vereinigten Staaten von Amerika und den dahinter stehenden militärisch-industriellen Komplex so lohnend ist einen Krieg mit Russland in Europa anzuzetteln. Daraus ergeben sich viele erschreckende Parallelen zum Zweiten Weltkrieg. Was viele nicht wissen, bis Mitte 1941 gab es von Hitlers Regierung gut zwei Dutzend Friedensangebote an die Alliierten. Dennoch nahm man kein einziges dieser Angebote an, obwohl diese sogar die vollständige Wiederherstellung des polnischen Staates vorsahen und einen Großteil der 70 Millionen Opfer dieses Krieges hätte vermieden werden können. Aus welchem Grund? Die Antwort ist einfach: Geld!
youtube >>>

Systemfrager März 13, 2015 um 13:45

Die Vereinigten Staate hätten durch die Nachtigall symbolisierte werden können, jenem Vogel, der immer singt und immer auf der Suche nach dem in der Verfassung garantierten Glück ist. Sie wählten aber den kahlen Adler, von dem eine Inschrift im Zoo von Buffalo folgendes zu sagen hat:

„Dieser Adler fischt nie für sich allein, solange er den geschickteren und arbeitsamen Fischfalken berauben kann. Der kahle Adler ist unser Nationalwappen“ – eine Feststellung, die den New Yorker zu dem Kommentar veranlasst: „Richtig, aber es ist unhöflich, darauf hinzuweisen.“

Systemfrager März 13, 2015 um 13:48

Die Gleichberechtigung in den USA ist nur eine „Chimäre“, die Situation schwarzer Amerikaner eine „Hölle“, sagt Bürgerrechtsaktivist Abu-Jamal. Seit seiner Verurteilung wegen Mordes an einem Polizisten im Jahr 1981 befindet er sich in Haft.Seine Anhänger halten jenen Prozess für manipuliert und politisch.

„Wir haben keine gleichen Rechte. Die Eliten und der Staat nutzen die Rhetorik der Gleichberechtigung, um die reale Situation schwarzer Amerikaner zu tarnen. Diese Situation ist eine schreckliche fortbestehende Hölle“, so Abu-Jamal. Diese Ungleichheit laufe auf „massive Inhaftierungen, Armut und Tod“ hinaus.

Amerika sei ein Kastensystem. Neben der Mittelschicht gebe es arme Afroamerikaner, denen alles Wichtige im Leben (wie Arbeit, Bildung und gute Wohnverhältnisse) verweigert werde, behauptete Abu-Jamal.

peewit März 13, 2015 um 14:02

@Systemfrager

jenem Vogel, der immer singt und immer auf der Suche nach dem in der Verfassung garantierten Glück ist

Da lacht doch das Herz eines jeden Ornithologen: Ein Vogel, der auf der Suche nach dem in der Verfassung garantierten Glück ist! Da ist der Titel Rara avis wirklich einmal angebracht… Ja ja, auf was für Blödsinn unser Blog-Stalinist und Ameisenstaatenkundler auf der unentwegten Suche nach Verleumdungen von Freiheit und Demokratie kommt. Zum Schießen.

Manfred Peters März 13, 2015 um 15:00

@ Ornithologe 14:02

Ob Du “Vogel(un)kundiger” noch lachst, wenn Du diese Video verstanden hasst?
https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

Lupi März 13, 2015 um 15:06

@ Bogus

“Übrigens, der Thread hier wurde von den Nachdenkseiten verlinkt. Also benehmt euch, denn es lesen uns jetzt ganz viele Leute aus allen Ecken des Internet!”

Steht nicht Jens Berger hinter den Nachdenkseiten? Auf Spiegelfechter.com gibt es Artikel von Maskulinisten oder auch mit einem “differenzierten Blick” auf die Scharia. Sollte also deren Star-Kommentator @schwitzig hier aufschlagen, wird es “lustig”.

peewit März 13, 2015 um 15:06

@Peters

Ob Du “Vogel(un)kundiger” noch lachst, wenn Du diese Video verstanden hasst

Tja, da müssen wir jetzt beide raten. Ich schaue mir nur selten Videos an. Meistens Zeitverschwendung.

Bogus März 13, 2015 um 15:13

peewit,
ich an deiner Stelle tät’ mal ‘ne Ausnahme machen. Der Begleittext zum Video klingt echt interessant:

“STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern

4. Februar 2015. Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman in einem Vortrag für The Chicago Council on Global Affairs über die geopolitischen Hintergründe der gegenwärtigen Ukraine-Krise und globalen Situation insgesamt. Ausschnitte.”

Du kannst ja dann hinterher das passende “Debunking”-Video verlinken.

peewit März 13, 2015 um 15:18

@Bogus

Was hat das mit der Nachtigall zu tun?

Morph März 13, 2015 um 15:20

@Manfred Peters

Tja, das ist wirklich die Gretchenfrage: Wie hält Du es, Gesellschaftsbeobachter mit den USA?

Ich persönlich finde imperiale Macht keine schöne Sache. Und der militärisch-industrielle Komplex der USA mit seinen vielen hundert Militärbasen in aller Welt darf mit Fug und Recht ein autopietisches System genannt werden, dem die offizielle US-Politik so gut wie gar nichts entgegensetzen kann.

Und wir werden in den nächsten Jahren noch oft erleben, was wir schon oft erlebt haben, dass nämlich die USA den Zugang ihrer Unternehmen zu den Rohstoff und Absatzmärkten der Welt militärisch sichern und frei kämpfen, wo er unterbrochen zu werden droht.

Es gibt aber auch eine schätzenswerte Seite an Imperien. Sie sind emiment freidenssichernd in allen Regionen, die ihrem Führungsanspruch nicht bestreiten. Mächte, die sich den USA entgegen stellen, sind schlicht und ergreifend unzurechnungsfähig. Und eine Welt ohne den amerikanischen Frieden wäre sicher um keinen Deut firedlicher, gerechter und freiheitlicher, eher im Gegenteil.

Aber so, wie es aussieht, wird sich in den nächsten Jahren sozialgesellschaftliche Phantasie dominant antiamerikanisch codieren. Die guten Traditionen der 1968er, die ihre Inhalte und Ausdrucksformen aus der Bürgerrechtsbewegung vor allem der USA bezogen hatten, werden weiter zurücktreten, und die schlechten Traditionen der 1968er, der ganze Horst-Mahler-Komplex, wird sich mit einer internationalistischen Rechte putinisieren.

Ich sag’s ja: Bekloppte!

Keynesianer März 13, 2015 um 15:34

@Manfred Peters

Ja, so ist die Zukunft Europas geplant, wenn wir es nicht noch verhindern können.

Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman in einem Vortrag für The Chicago Council on Global Affairs über die geopolitischen Hintergründe der gegenwärtigen Ukraine-Krise und globalen Situation insgesamt:

“Europa wird, wie ich vermute, zwar nicht zu den großen Kriegen zurückkehren, aber es wird wieder zum menschlichen Normalfall zurückkehren: es wird ihre Kriege haben, ihre Friedenszeiten, und es wird ihre Leben verlieren.”
https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

Das wird gerade kunstvoll in die Wege geleitet wie gewohnt. Wenn die Schäflein nicht endlich zur Besinnung kommen, werden noch ihre Enkel und Urenkel schreiend in den Gossen liegen.

Bogus März 13, 2015 um 15:45

peewet, alte Pissnelke,
quatsch nicht blöd, guck das Video vom Peters. Ausschnitt daraus:

“Der Punkt bei der ganzen Sache ist, dass die USA einen “Cordon Sanitaire”, einen Sicherheitsgürtel um Russland herum aufbauen. Und Russland weiß das.
Russland glaubt, dass die USA beabsichtigen, die Russische Föderation zu zerschlagen. Ich denke, wir wollen sie nicht töten, sondern nur etwas verletzten, Schaden zufügen.”

Das war noch der harmlosere Teil.

Morph,
sind dir deine lächerlichen Beschwichtigungsversuche nicht zumindest ein klein wenig peinlich?

sol1 März 13, 2015 um 16:03

Was viele nicht wissen, bis Mitte 1941 gab es von Hitlers Regierung gut zwei Dutzend Friedensangebote an die Alliierten.

Lustig, daß ausgerechnet Systemfrager, der jedem Kommentator mit einer abweichenden Meinung einen SS-Großvater unterstellt, nun auf einmal den “friedliebenden Hitler” entdeckt.

Gemopst hat er ihn von der Anonymous-Kollektiv-Facebook-Seite, wo dann gleich auch noch dieses Machwerk verlinkt wird:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geheimakte_He%C3%9F

Morph März 13, 2015 um 16:04

@Bogus

Wen beschwichtige ich, was spiele ich herunter? – Ich weise darauf hin, dass antiamerikanische imperiale Phantasien keine gute Idee sind. Frag z.B. Saddam Hussein. Ach nee, der ist ja tot.

Also, Klein-Bogus, hast Du ein Argument, oder möchtest Du nur mal Hallo sagen?

Hallo! ;-)

sol1 März 13, 2015 um 16:08

@ Kiensie

Außer irgendwelchen einfältigen Geschichten, dass Greenpiss einen radioaktiv strahlenden Salatkopf oder gar einen Fisch mit erhöhtem Grenzwert irgendwo auf einem Markt in Tokio entdeckt habe, kenne ich keinerlei ernst zu nehmende Beweise für erhöhte Radioaktivität als Folge der Knallgasexplosionen der Reaktoraußenhüllen in Fukushima.

Die meisten Oberpaniker sind ja noch so blöde, dass sie wirklich meinen, da habe eine atomare Explosion stattgefunden.

Du kannst ja mal einen Preis aussetzen für Leute, die dir eine atomare Explosion in Fukushima beweisen:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/existenz-des-masernvirus-stefan-lanka-verliert-vor-gericht-a-1023189.html

Soldat Schwejk März 13, 2015 um 16:09

Der Adler steht für die Aristokratie, in seinem Namen ist ja auch der Adel enthalten. Der Adler soll nicht unser Vogel sein. Die Nachtigall wiederum steht allzu sehr für L’art pour l’art… Für das rationaletatistische Topistan, unser kleines Reich des Geistes :-) schlage ich die Nebelkrähe als Wappenvogel vor. Nicht zu verwechseln mit der Übelkrähe. Die Nebelkrähe ist ein kluger und schöner Vogel. Im Herbst kann man sie in der prekärpreußischen Metropole zunehmend dabei beobachten, wie sie gleich einer Wildsau den Boden aufwühlt und allerlei Gekreuch und Gewürm daraus extrahiert. Ein proletarischer Intellekt sozusagen.

@BB wird vermutlich dennoch die keckernde Elster promoten. Aber darüber ließe sich reden.

sol1 März 13, 2015 um 16:09

Seine Prophezeiungen sind nach dem Urteil seiner Kritiker allerdings oft nicht nur gewagt. 1991 erläuterte Friedman in seinem Buch „Der kommende Krieg mit Japan“, warum nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die USA mit neuen Rivalen um die Weltherrschaft kämpfen würden. In seinem 2009 erschienenen Buch „Die nächsten 100 Jahre“ beschreibt Friedman einen Krieg zwischen den USA und Polen auf der einen und Japan und der Türkei auf der anderen Seite. Den Hackerangriff auf seine eigene Firma sah er nicht voraus.

https://de.wikipedia.org/wiki/George_Friedman

Keynesianer März 13, 2015 um 16:11

Die Bevölkerung der USA ist nicht das Problem, sondern die dort herrschende Oligarchie aus Leuten wie George Friedman in dem Video.

Die Bürger der USA haben nicht weniger unter diesem Imperium zu leiden, obwohl das fruchtbare Land locker eine Milliarde Bürger mit allem Wohlstand versorgen könnte.

Interessant übrigens, wie George Friedman bei dem Thema, dass die Römer zur Beherrschung der Völker ihres Imperiums Könige eingesetzt haben, auf der Suche nach einem Beispiel – Herodes nicht einfallen will :) (Minute 12.40):

https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

Bogus März 13, 2015 um 16:17

Ach Mörph,
“Wen beschwichtige ich, was spiele ich herunter?”

guck hier:
“Es gibt aber auch eine schätzenswerte Seite an Imperien. Sie sind emiment freidenssichernd in allen Regionen, die ihrem Führungsanspruch nicht bestreiten. Mächte, die sich den USA entgegen stellen, sind schlicht und ergreifend unzurechnungsfähig. Und eine Welt ohne den amerikanischen Frieden wäre sicher um keinen Deut firedlicher, gerechter und freiheitlicher, eher im Gegenteil.”

Das kömmt echt krass, wenn man gerade dem Peters sein Stratfor-Video geguckt hat.

Hallo? Nö. You say hello, I say goodbye.
http://www.dailymotion.com/video/xilr3e_the-beatles-hello-goodbye-high-quality_music

Keynesianer März 13, 2015 um 16:21

@sol1

Es behauptet von unserer Seite niemand, dass die Leute wie George Friedman besonders intelligent und weitsichtig wären.

Nur eben völlig skrupellos und sicher macht ihm der Ausblick auf die von ihm für Europa verkündete Zukunft viel Spaß, wie sich in dem Video sehen lässt.

Diese völlig ungehemmte Skrupellosigkeit trifft dann auf die Naivität unserer Schäflein, die noch gleich alles glauben, was die Zeitungen schreiben, der Radio behauptet und das Fernsehen zeigt. Selbst wenn die ihnen wieder was von einer große Klimakatastrophe erzählen, nachdem gerade das Waldsterben ausgeblieben und das Ozonloch wieder verschwunden ist.

Aber die Schäflein können es einfach nicht fassen, dass sie ganz dreist angelogen werden könnten, Das geht nicht in ihr Hirn.

Man muss nur einen Halunken zum Professor ernennen und groß in den Medien auftreten lassen und dann kann der lügen, was er will, die Schäflein glauben ihm jedes Wort und sind zu jedem persönlichen Opfer bereit um wieder mal die Welt zu retten.

Das ist ja ein völlig netter Charakterzug der Schäflein, die sehen eine Rauchwolke über Fukushima und schalten gleich ihre Atomkraftwerke ab. Die Schäflein glauben alles, einfach alles, und fallen noch über jeden her, der es ihnen wieder ausreden wollte.

sol1 März 13, 2015 um 16:28

Diese völlig ungehemmte Skrupellosigkeit trifft dann auf die Naivität unserer Schäflein, die noch gleich alles glauben, was die Zeitungen schreiben, der Radio behauptet und das Fernsehen zeigt. Selbst wenn die ihnen wieder was von einer große Klimakatastrophe erzählen, nachdem gerade das Waldsterben ausgeblieben und das Ozonloch wieder verschwunden ist.

Die Schäflein sind so leichtgläubig, die kaufen den Halunken-Professoren sogar ab, daß sich die Erde um die Sonne dreht.

Zum Glück blickt hier jemand ebenso gut durch wie Kiensie.

http://galileowaswrong.com/

peewit März 13, 2015 um 16:39

@Bogus

quatsch nicht blöd, guck das Video vom Peters.

Wozu noch? Du hast ja schon alles verraten: Die USA sind die Bösen. Stell dir mal vor, das weiß ich schon seit geraumer Zeit.

Ekel Alfred März 13, 2015 um 16:42

Verstehe ich das jetzt richtig: Der Weltenlenker USA als Garant gegen das Chaos?

“Es gibt aber auch eine schätzenswerte Seite an Imperien. Sie sind emiment freidenssichernd in allen Regionen, die ihrem Führungsanspruch nicht bestreiten. Mächte, die sich den USA entgegen stellen, sind schlicht und ergreifend unzurechnungsfähig. Und eine Welt ohne den amerikanischen Frieden wäre sicher um keinen Deut firedlicher, gerechter und freiheitlicher, eher im Gegenteil.”

Also ich halte da John Mearsheimer mit seinem Konzept des offensiven Neorealismus für überzeugender. China und Rußland sind Mächte, die sich offensichtlich nicht bedingungslos dem Imperium beugen. Rationale deutsche Außenpolitik müsste also zumindest einkalkulieren, dass diese beiden Mächte an Bedeutung gewinnen könnten. Merkel sollte sich auf den bis zum Sündenfall Jugoslawien praktizierten deutschen “Pazifismus” besinnen und in der Tradition von Brandt, aber auch von Kohl “Wandel durch wirtschaftliche Annäherung” statt “Wandel durch Sanktionen und regime change” propagieren.
Merkels Politik hat aber kein einziges Ziel als den bloßen Machterhalt. Das galt schon für die Energiewende, die rein parteipolitischer Taktik folgte, wie von @fl angedeutet. Mama Merkel erinnert mich immer mehr an den alten Vater seiner Völker Franz Joseph. Reine Pflichterfüllung, keine einzige konstruktive Idee. Will eigentlich den Frieden, endet aber in der europäischen Katastrophe. Damals hieß es “Fortwursteln”, heute “muddling through”. Kurz: Einfach zu schwach, sich gegen die Kriegspartei im eigenen Land und die Kriegstreiber von außerhalb durch vorausschauende Politik durchzusetzen. Eine tragische Gestalt.

QuestionMark März 13, 2015 um 17:05

@Soldat

Bei Dir versteh ich jetzt gar nicht so recht, worauf Du hinaus willst.

Es ging bei der obigen Diskussion um den Zshg zwischen Manipulierbarkeit, Entpolitisierung und Desinteresse innerhalb der Demokratie sowie den wechselwirksamen Beziehungen zwischen diesen drei Elementen. Letztere bilden einen Teufelskreis der zu einer Zersetzung der Demokratie führt, da das resultierende Machtvakuum zwangsläufig wieder gefüllt werden muß. Heutzutage geschieht das idR durch die Konzerne. Früher wurde das Machtvakuum durch autoritäre Staatsformen gefüllt.

Da wir alle hier der Demokratie eher sympathisierend gegenüberstehen, wäre die daraus resultierende Frage: Wie kann man das System so modifizieren das der Systemabsturz verhindert wird?
Beziehungsweise noch offener (im Sinne von KommentatorX) formuliert: Unter welchen Voraussetzungen ist eine stabile Demokratie überhaupt erst möglich?

Andreas Kreuz März 13, 2015 um 17:34

@QuestionMark März 13, 2015 um 17:05

Ein paar Antworten auf Deine Fragen sind hier enthalten:

http://www.egon-w-kreutzer.de/Ressourcen/102015Dwolf.pdf

quecalor März 13, 2015 um 17:42

Ohne Kommentar…………………….

http://www.woz.ch/1509/yanis-varoufakis/rettet-den-kapitalismus

Garfield März 13, 2015 um 18:10

Was viele nicht wissen, bis Mitte 1941 gab es von Hitlers Regierung gut zwei Dutzend Friedensangebote an die Alliierten.

daß Hitler Frieden mit den Allierten – v.A. England, dem anglo-sächsischen / =”germanischen” Brudervolk – wollte, ist ja nun echt kein Geheimnis wenn man sich nur mal ansatzweise mit Geschichte befaßt hat; auch wenn daß bei Guido Knopp untergeht.

er wollte halt keinen Krieg mit der weißen Rasse, sondern nb der Revanche an Frankreich v.A. Juden, Kommunisten, Slawen und andere “Untermenschen” zu vernichten.

QuestionMark März 13, 2015 um 18:21

@Garfield März 13, 2015 um 18:10
So ist es. Hitler wollte den Krieg, aber eben nur im Osten. Die anderen wurden quasi als gleichberechtigte Imperialisten (“Herrenrasse”, “Herrenvölker”) gesehen.

QuestionMark März 13, 2015 um 18:27

@quecalor März 13, 2015 um 17:42
Einen Mitschnitt dieses Vortrags gibt es auch auf YouTube. Die ganze Sache wurde auf dieser Plattform bereits in einem anderen Thread vor circa einem Monat besprochen. Siehe dazu beispielsweise: 4.2.2015 Der deutsche Hegemon in seiner Gartenzwerg-Idylle.

ruby März 13, 2015 um 18:37
KommentatorX März 13, 2015 um 19:55

@Soldat Schwejk März 13, 2015 um 02:52
—> “Du gehst gar nicht inhaltlich auf mein zentrales Argument ein, dass es unsinnig ist, von Postdemokratie, also von „Nach“-Demokratie, zu sprechen, wenn es zuvor gar keine richtige Demokratie gegeben hat.”
Doch doch doch, eben darauf bin ich eingegangen. Es gibt nicht die ‘totaaale’ Demokratie. Egal ob basis- oder repräsentativdemokratisch. Solange es ökonomische Ungleichheit gibt, wird es auch faktische politische Ungleichheit geben.
Trotzdem ist es ein Unterschied, ob es zumindest formale demokratische Spielregeln gibt, die auch für die Mächtigen gelten und innerhalb derer sie ihre Macht zur Geltung bringen müssen… und sei es eben, indem sie die demokratischen Regeln durch Lobbyismus oder Filz unterlaufen.

Zunächst braucht es einen Begriff von Demokratie, welche diese von einer Diktatur unterscheiden lässt. Das ist bei Dir völlig diffus.

Auch der Hitlerfaschismus funktionierte bis Kriegsbeginn formal als Demokratie. Und die Nazis achteten sehr darauf, dass „formale demokratische Spielregeln“ eingehalten werden und ihre Herrschaft formal rechtskonform ausgeübt wird.

Oder ob über die demokratischen Spielregeln noch ein zweites Set von oligarchisch-technokratischen Spielregeln gezogen ist, das die Demokratie auch formal abschafft. Letzteres haben wir heute in der Europäischen Union. In der ist der demokratische Staat als Institution sozusagen nur noch ein Reservat, in dem die Staatsbürger als Wilde zwar noch ein paar eigene Regeln machen können… während aber den größeren Institutionenrahmen der übernationale Dienstadel für sie aushandelt.

Nein, dies ist ein Irrtum, denn formal ist die Demokratie keineswegs abgeschafft (s. Urteile des BVerfG). Nach wie vor ist für Deutschland das Grundgesetz oberstes Gesetz.

Diese neuere Art der Ent-Demokratisierung und Ent-Staatlichung verschwindet aber aus der Wahrnehmung, wenn man wie Du nur darüber räsoniert, daß es ja nie eine “richtige” Demokratie gegeben habe und daß außerhalb der gepriesenen Schweiz sowieso überall Dunkelheit herrscht…

Du sperrst Dich dagegen, einen inhaltlichen Begriff von Demokratie zu entwickeln.

Was soll sich denn so grundlegend bei der Demokratie in der BRD verändert haben?

Auch 1970 war es für den normalen Bürger nicht möglich, auf die Gestaltung der Gesellschaft einzuwirken. Damals wie heute herrschte Fremdbestimmung.

Die Unterschiede zu damals liegen in der konkreten Politik. Heute kann eine Politik gegen die Bedürfnisse und Interessen der Mehrheit des Volkes gemacht werden.

1970 gab es noch eine sozialistische Systemkonkurrenz und SPD sowie Gewerkschaften mussten so tun, als ob sie Partei für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung ergreifen würden.

Auch wenn Du es ironisch formulierst: Es ist ja tatsächlich so, dass hinsichtlich Demokratie „außerhalb der Schweiz Dunkelheit herrscht“. Mir scheint, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Deutschen bis heute nicht wirklichdafür interesssiert haben, was eine Demokratie ausmacht. Im Prinzip wollen einen paternalistischen Versorgungsstaat, der sie gut versorgt. Eine Art DDR 2.o ohne Grenzzaun und Mauer, mit Arbeit für alle und Sozialstaat, mit Reisefreiheit etc.

Die Schweiz hat bekanntlich ein duales System. 99% der Gesetzgebung etc. spielt sich im Rahmen einer Parteiendemokratie ab.

Die direkte Demokratie hat die Funktion eines Korrektivs, welches verhindert, dass eine Politik gegen die Interessen und Mehrheit des Volkes gemacht werden kann. Denn in diesem Fall kann mit einem Referendum entgegengewirkt werden.

Die direkte Demokratie ist m. E. der Hauptgrund, weshalb in der Schweiz noch sozialliberale Bedingungen, ein breiter Mittelstand und ein allgemeiner Wohlstand existieren.
Allerdings steht die große Bewährungsprobe noch bevor, denn die Angriffe der neoliberalen Kräfte werden immer stärker.

Manfred Peters März 13, 2015 um 21:18

@ Der deutsche Hegemon
gewidmet dem “Vogel(un)kundigen” & all
… aus göttlicher Sicht, Germany: “The New Superpower”

Anm.: Ein Gutwilliger (ich weiß es ist vergebene Liebesmüh) unter all den Kanalarbeitern aus der Jauchegrube, die gerne auf den Provokateur/Idioten Dugin abfahren, könnte jetzt nachdenklich werden, dass es 100 Dugins bedarf um mit einen Friedmann, Flurry, … und es gibt im wahren Reich des Bösen sicher tausende davon, gleich zu ziehen. :-(

ruby März 13, 2015 um 22:02

In the end :

Varoufakis: Als die Berliner Mauer fiel, hat man uns versprochen, dass wir von nun an in einem globalen Dorf ohne Grenzen leben würden. Dass unser Wohlstand von der Fähigkeit abhängen würde, Waren und Dienstleistungen zu produzieren, die anderswo Käufer finden. Dass das friedliche Zusammenleben in diesem globalen Dorf durch gemeinsame Interessen und gemeinsame Institutionen gesichert werde. Lange vor dem Fall der Mauer haben wir das in Europa vorgelebt. Wir haben Grenzen beseitigt, wir sind enger zusammengerückt, haben gemeinsame Institutionen ins Leben gerufen. Und schließlich haben wir auch unsere Geldpolitik durch die Gemeinschaftswährung vereinheitlicht.

Das Versagen dieser Gemeinschaftswährung, die es nicht verstand, kreativ auf eine schwere Finanzkrise zu reagieren, hat nun die alten Feindschaften wiederaufleben lassen. Das ist ein Rückfall in eine überwunden geglaubte Welt. Deshalb sage ich, dass Europa ein großes Laboratorium darstellt. Der Rest der Welt schaut auf uns. Wenn wir scheitern, scheitert auch die Vorstellung eines globalen Dorfes, in dem gemeinsame Interessen ein friedliches Zusammenleben ermöglichen. Und es ist unsere moralische Verantwortung, das zu verhindern, die europäische Wirtschaftskrise daran zu hindern, den Rest der Welt in Mitleidenschaft zu ziehen und die Chancen von Ländern wie Brasilien, China, Indien zu zerstören. Europa hat eine große moralische Verantwortung für die Welt und für seine eigenen Völker. Unglücklicherweise sind wir dem in den letzten drei Jahren nicht gerecht geworden.

Fuchs: Was soll mit den unbezahlbaren und möglicherweise auch illegitimen Schulden geschehen? Soll man die einfach aufkündigen?

Varoufakis: Zwei Aspekte sind zu unterscheiden. Der Erste betrifft die Banken. Banken haben in den letzten 25, 30 Jahren überall auf der Welt mit einem eklatanten Mangel an Verantwortung gehandelt. Ihre Verantwortungslosigkeit hat der Gesellschaft schweren Schaden zugefügt. Deshalb sollten die Verantwortlichen nach Hause geschickt, die Institute durch europäische Institutionen übernommen, rekapitalisiert und reprivatisiert werden. 1992 hat Schweden das vorgemacht. Leider sind wir diesem Vorbild nicht gefolgt. Das ist der Skandal der Griechenlandrettung, bei der die Verluste der griechischen Banken auf den deutschen Steuerzahler abgewälzt wurden.

Der zweite Aspekt ist ebenso wichtig. Wir haben nicht nur eine Schuldenkrise. Was wir erleben, ist ein Zusammenbruch des Recycling-Mechanismus zwischen Schulden und Überschüssen. In Europa stehen sich zwei gigantische Berge gegenüber. Ein vor allem durch die Bankenverluste verursachter Schuldenberg auf der einen Seite und ein Berg von Ersparnissen sowohl in den Unternehmen als auch in den Haushalten auf der anderen.

Der Marktkapitalismus und die Politik haben ihre Fähigkeit verloren, Verhältnisse zu schaffen, in denen dieses gewaltige Kapital in Aktivitäten investiert werden kann, die Einkommen ermöglichen, mit denen die Schulden bezahlt werden können. Auch hier gibt es eine Parallele zwischen 1931 bis 32 und heute. Es ist eine Krise des unternehmerischen Kapitalismus, eine Krise des Bankensektors und eine Staatsschuldenkrise. Und alle drei Krisen müssen gleichzeitig angegangen und Lösungen für die gesamte Eurozone gefunden werden. Das geht nicht, wenn man nach Griechenland kommt und vorgibt, das griechische Problem lösen zu wollen, oder nach Irland. Als wären das behebbare Einzelprobleme unabhängig von der systemischen Krise des Kapitalismus in der Eurozone.

from

http://www.deutschlandfunk.de/oekonomie-des-gluecklichen-lebens-1-3-hippokratischer-eid.1184.de.html?dram:article_id=249981

Ten Years Gone ?
https://www.youtube.com/watch?v=4l3Zui99fvE
Physical Graffiti !

quecalor März 13, 2015 um 22:15

@ ruby

muchas gracias

ruby März 14, 2015 um 01:36

Jeder kann an jedem Ort zu jederzeit soviel Kreditgeld schöpfen, wie durch Tilgung vernichtet wird. Gleichgewichtssatz einer universellen Geld-, Kredit-, Währungstheorie

ikke März 14, 2015 um 07:30

Der Schrottstaat Griechenland will Reparationszahlungen von Deutschland und
Linksfaschisten und Gutmenschengesochse geben ihm Recht.

Da ist noch viel Potential für Forderungen an die Deutschen vorhanden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kriegen_und_Schlachten_in_der_Antike

ikke März 14, 2015 um 07:34

Was mich ankotzt ist, dass unsere Medien nie erwähnen warum es zum deutschen Wehrmachteinsatz in Griechenland gekommen ist? Italien hat Griechenland angegriffen – nicht wir. Stellt Griechenland auch an Italien Reparationsforderungen? Nein? Saubande!

Deswegen kam es zum Krieg:

http://voyagesphotosmanu.com/2_weltkrieg_griechenlands.html

ikke März 14, 2015 um 07:39

Griechenland ist stark orientalisch geprägt. Darf man nicht vergessen. Das neuzeitliche Griechenland hat deswegen schon immer Geld von anderen XXXXXXX. Bereits mit der Staatsgründung 1827 oder kurz danach ging es mit den Millionen aus Frankreich los:

http://www.welt.de/geschichte/article138321085/Griechenland-war-immer-schon-bankrott-Zu-Recht.html

ikke März 14, 2015 um 07:45

Und weil unsere Medien uns erzählen, dass die Griechen – im Gegensatz zu uns – keine Hilfe durch einen Marshallplan gehabt hätten: natürlich hatten sie die. Nur durch griechische, kleptokratische Politiker und diese grotesk korrupte Verwaltung, sind auch diese Millionen sinnlos versickert.

http://discovery.ucl.ac.uk/1317677/

Und jetzt alle:

Griechenland ist ein Opfer. Griechenland ist ein Opfer.
Griechenland ist ein Opfer. Griechenland ist ein Opfer.
Griechenland ist ein Opfer. Griechenland ist ein Opfer.

wowy März 14, 2015 um 08:34

OT #Ukraine
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/steinbruecks-ukraine-mission-ex-minister-scholz-macht-nicht-mit-a-1022916.html
Scholz macht nun doch nicht mit beim oligarchenfinanzierten Club. Da tut er in Sachen Glaubwürdigkeit auch gut daran. Scholz ist einer der Namensgebenden Autoren und Mitherausgeber des wichtigsten deutschen Grundgesetzkommentars Maunz/Dürig/Herzog/Scholz

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 08:53

@ruby

Varoufakis versucht, die Zustände in Griechenland als Teil einer globalen Krise darzustellen. Das ist der billige Versuch, die Verantwortung für die Zustände in seinem Land auf andere abzuwälzen.

Natürlich gibt es die Spannungen zwischen Überschüssen auf der einen und Defiziten auf der anderen Seite. Aber zu Überschüssen und Defiziten gehören immer Zwei. Niemand hat die Griechen gezwungen, das produktive Arbeiten einzustellen und sich auf eine schuldeninduzierte Importversorgung einzustellen. Jetzt gibt er den Banken die Schuld, indem er sagt, die hätten GR verantwortungslos Kredit gegeben und die Staatsverschuldung überall auf der Welt sei die Folge der Bankenrettung. Erstens war Griechenland schon vor den Rettungsmaßnahmen für seine Banken überschuldet und zweitens sind diese Banken vornehmlich gerade deshalb in Schwierigkeiten geraten, weil sie den griechischen Staat finanziert hatten und plötzlich Refinanzierungsprobleme bekamen.

Varoufakis sollte sich lieber fragen, warum sein Land erst zusammenbrechen musste, bevor seine Landsleute bereit waren, die Verursacher dieser Schuldenorgie abzuwählen. Es gibt nämlich in Wahrheit kein Problem des Kapitalismus! Wir haben ein Problem der politischen Systeme! Die ganzen Rettungsmaßnahmen werden nämlich nicht veranstaltet, um die Banken oder gar den Kapitalismus zu retten, sondern um die politischen Systeme am Leben zu halten. Für das Funktionieren des kapitalistischen Systems ist es vollkommen gleichgültig, ob in ihm die Waren Güter und Dienstleistungen auf Pump oder durch Erwerbs-, Kapital- oder Steuereinnahmen gekauft werden. Erst die Politik hat die Rahmenbedingungen geschaffen für die Aufblähung der Schulden-Guthaben-Zwillinge und damit des Finanzsektors. Hätte Griechenland seinen aufgeblasenen Staatsapparat dadurch finanzieren müssen, dass es brutal bei der arbeitenden Restbevölkerung die dazu notwendigen exorbitanten Steuern hätte eintreiben lassen, wären die sich beim Regieren abwechselnden Clans längst ersetzt worden.

Der gefährlichste Satzanfang aus Politikermund in der repräsentativen Demokratie ist: “Wir nehmen Geld in die Hand, um …”! Der Witz ist, dass weder die Aussprechenden noch die Hörenden überhaupt wissen, was Geld ist.

wowy März 14, 2015 um 09:03

OT #Edathy
Ich sagte von Anfang an, dass Oppermann und Ziercke die Entscheidenden Figuren sind.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sebastian-edathy-affaere-thomas-oppermann-durch-bka-dokumente-belastet-a-1023424.html

Andreas Kreuz März 14, 2015 um 09:18

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 08:53

Nach Deiner Theorie müsste es ja dann auch egal sein,
wer die Schulden und wer die Guthaben an der Backe hat?
Und – ist es so?

Formlos und FRei März 14, 2015 um 09:23

@ Manfred Peters performs “Hypnotize” by The Notorious B.I.G.

https://www.youtube.com/watch?v=-v2mvO7Yq48

wowy März 14, 2015 um 09:40

Ich vermute, nun ist auch zu Herrn Gabriel durchgedrungen, dass Olaf Scholz der neue Kanzlerkandidat 2017 wird (hatte ich in diesem Blog vor langer Zeit schon vermutet #Scholz) Racheaktion? Besser Vizekanzler unter Merkel als gar keine Bedeutung?
In jedem Fall braucht die SPD einen neuen Parteivorsitzenden.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sigmar-gabriel-spd-chef-gibt-bundestagswahl-2017-verloren-a-1023347.html

Andreas Treu März 14, 2015 um 09:52

@Schweijk

So, so… ,,Post-Demokratie”.
Hey, was Varoufakis sagt, ist doch gar nicht so verkehrt, finde ich. Also aus meiner Sicht, ist das, was in Griechenland geschieht absolut ,,demokratisch”. Varoufakis ist Demkrat und die Menschen, die ihn wählten sind Demokraten. Und da sitzen sich jetzt gegenüber. Auf der einen Seite ein gut ausgebildeter Wirtschaftswissenschaflter Varoufakis und ihm gegenüber ein greiser Jurist. Wieviele Jahre ist Herr Schäuble jetzt noch mal Minister? Ah ja, ich vergaß, sein Spezialgebiet ist Innenminister. So, so. Herr Schäuble vertritt ja so gut wie kein anderer die Demokratie deutschen Stils, mit seinen über vierzig Jahren Parlmentserfahrung ist er fester Bestandteil deutscher Politik geworden, richtig? Uuups. Das einzige Problem für mich bei dieser Betrachtung ist, ich kann an dem Herrn Schäuble so gar nichts demokratisches empfinden. Ja, ja, die demokratischen Prozesse bei uns in Deutschland. Schäuble ist als Demokrat legitimiert. Auch wenn ich das anders sehe. Oder die 16 Jahre Bundeskanzler Kohl. Demokratisch legitimiert. Wieviel Jahre ist Frau Merkel jetzt eigentlich schon Bundeskanzlerin? Ja oder die SPD. Da liesse sich jetzt lange darüber diskutieren. Wie konnte Herr Gabriel (ehemaliger Zögling Schröders) das Desaster der Regierungszeit Müntefering/Steinmeier überleben. Ach, Steinmeier ist ja auch noch da. Legitimierter Ausspolitiker eines demokratischen Staates. So, so und jetzt sitzen diesen Trotteln ein paar smarte Menschen gegenüber, die anders denken und hier in diesem Blog sind sie alle am meckern, meckern. Määähh, määhh, die deutschen Interessen…. So ein Typ wie Herr Schäuble hätte wahrscheinlich nicht im Traum geglaubt, dass ihm das einmal passierte. Schäuble ist ja bekannt für seine Arroganz. Aber das geht diesmal nicht, seine Arroganz wird ihm nicht helfen. Ein Telefonanruf von Herrn Juncker an und da muss sich der Herr Schäuble wieder mit den Herrn Yanis Varoufakis zusammen setzen und reden. Egal ob er will oder nicht. Schäuble kann Varoukis nicht nach Haus schicken. Pech für Herrn Schäuble. Aber hier meckern sie alle. Määhh, määäh. Was für eine Qual, für Herrn Schäuble. Und für die Mitkommentatoren bei Herrn Frank Lübberding. Wir alle leiden mit Schäuble. Schluchz, schluchz. Aber hey, unsere Demokratie funktioniert ja wieder. Dank den Griechen. Der Herr Schäuble wird nicht, wie in der Vergangenheit das ihm Fremde ignorieren können. Die EU wird sich verändern, aber nicht so, wie die neo-liberalen Puppen in Berlin es sich vorstellen. Und die Leute in diesem Blog werden weiter meckern, meckern. Määhh, mähh.

Keynesianer März 14, 2015 um 10:04

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 08:53

Die Probleme Griechenlands sind vielfältig:

1. Ein völlig korruptes politisches System wie bei uns. Die Reichen zahlen kaum Steuern und dafür müssen die einfachen Leute zahlen oder auf Leistungen verzichten. Wir in Deutschland schaffen es ja auch noch nicht mal, eine Vermögensteuer für die Reichen von den korrupten Politikern zu erzwingen.

2. So etwa 2000 Familien gehört ganz Griechenland und die Politik bedient deren Interessen wie bei uns auch. Gespart wird bei den Armen und “die Wirtschaft” wird vielfältig subventioniert. Vergabe von Aufträgen durch Bestechung und Privatisierung öffentlicher Güter zu Schnäppchenpreisen. Man denke bei uns an die Bundesdruckerei, die Ausplünderung von Post und Telekom oder gerade die versuchte Privatisierung unserer Fernstraßen durch den dicken Siggi und seine speziell ausgewählten Berater.

3. Die deutschen Exportüberschüsse und die Verarmung der deutschen Bevölkerung, die sich Griechenland zum Urlaub nicht mehr leisten kann.

4. Die geschürte Kapitalflucht durch Ideen wie den Grexit und den Schuldenschnitt und Staatsbankrott.

Den Griechen kann man da keinen Vorwurf machen, also den einfachen Bürgern. Die können die kriminelle Politik so wenig ändern wie wir.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 10:39

@Andreas Kreuz

Es ist tatsächlich egal, wer die Schulden und wer die Guthaben hat. Die Schulden werden eh nie zurückgezahlt. Dieses ganze Rettungsgehampel wird doch nur veranstaltet, damit die blöden Sparer (und damit Finanzierer der Politik) das noch nicht bemerken. Da wird fleißig umgeschuldet und gebürgt, Geld gedruckt, gedroht und geschmeichelt, nur um zu verhindern, dass offenkundig wird, was doch schon längst offenkundig ist: Schulden werden niemals zurückgezahlt. Allenfalls werden ab und an mal Schuldner und/oder Gläubiger ausgetauscht. Deshalb steigen ja auch trotz der Krise Schulden und Guthaben immer weiter. Darin liegt die Gefahr für das System. Wenn die neue griechische Regierung sagt: “Wir zahlen nicht mehr und vor Allem, wir tun nicht mehr, als gingen uns diese Schulden etwas an!”, dann ist das Spiel zu Ende.

Griechenland hat doch keine Probleme wegen der Altschulden, sondern weil es immer neue Schulden braucht, um den Export aufrecht zu halten. Frisches Geld bekommt es nur, wenn es bereit ist, das Spiel (Privatisierungen, Steuererhöhungen, Entlassungen im öffentlichen Dienst etc.) der Illusion der “Werthaltigkeit” der Forderungen gegen die Staaten dieser Welt mitzuspielen. Die Griechen leiden nicht an den Altschulden, sondern daran, dass sie sich an das auf Kredit finanzierte Leben gewöhnt haben. Der Streit in Hellas geht darum, welche Bevölkerungsgruppen wie ihren Lebensstandard zu senken haben.

Wenn es nur um die Altschulden ginge, wären die Griechen schon längst ausgetreten. Deshalb kaufe ich denen auch den s. g. “Primärüberschuss” nicht ab.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 10:43

@Keynsianer
“Den Griechen kann man da keinen Vorwurf machen, also den einfachen Bürgern. Die können die kriminelle Politik so wenig ändern wie wir.”

Die einfachen Bürger haben überall die Mehrheit. Warum wählen die dann nicht diejenigen, die Politik im Sinne dieser Mehrheit machen? Und zwar rechtzeitig und nicht erst, wenn es zu spät ist?

Formlos und Frei März 14, 2015 um 11:15

“Das Gehirn aus der Sicht eines 4. Klässlers

Manche haben es schon in der 4. Klasse raus:

http://www.blogrebellen.de/2015/03/11/das-gehirn-aus-der-sicht-eines-4-klaesslers/ .”

Pragmatika März 14, 2015 um 11:15

Manfred Peters [März 13, 2015 um 15:00]
Das oben verlinkte Video zeigt nur Ausschnitte, die meisten davon sind Antworten auf Fragen aus dem Publikum. Es ist durchaus interessant, sich auch den dazugehörigen Vortrag (Titel: “Europe: Destined for Conflict?” ) anzuschauen. Dort wird eine Sicht auf Europa aus transatlantischem Blickwinkel dargestellt, die gar nicht mal so abwegig ist:

https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc

Kurz zusammengefasst: Europa hatte im letzten Jahrhundert einen 31 Jahre währenden Krieg mit 100 Millionen Toten. Europa ist nicht fähig zum Frieden, zu groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten, zu groß die Ressentiments zwischen den Völkern bis hin zum Hass, der derzeit – befeuert durch die Eurokrise – wieder offen ausbricht. Aufgrund der Vielzahl von Staaten mit ganz unterschiedlichen Interessen sind die Europäer nicht in der Lage, ihre Probleme selber zu lösen.

Einwurf: Wahrscheinlich hat er recht. Es gibt einfach zu viele Idioten, z.B. hier:
http://www.wiesaussieht.de/2015/03/11/blumen-fuer-die-kanzlerin/#comment-281644

Gemäß Friedman wurde der Frieden im Nachkriegs-Europa aufrecht erhalten durch die Besonnenheit der beiden Supermächte USA und Sowjetunion. Europa kehrt derzeit zum “Normalzustand” zurück, nicht mit einem großen Krieg, der wieder 100 Millionen Tote fordert, sondern mit lokal begrenzten Auseinanderseztungen; Jugoslawien war der Anfang, jetzt folgt die Ukraine. Man darf gespannt sein, wie’s weitergeht.

Morph,
folgt man dieser Darstellung, dann erscheint deine Idee, dass wir nur als getreue Vasallen des Hegemons USA einigermaßen friedlich leben können, durchaus nachvollziehbar. Allerdings erfordert dies, dass man die von Friedman im Anschluss an seinen Vortrag propagierte Strategie des “teile und herrsche” ausblendet, und deren – bezogen auf Europa – bereits im Balkankrieg und beim Ukrainekonflikt erfolgreich praktizierte Umsetzung unberücksichtigt lässt.

QuestionMark März 14, 2015 um 11:16

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 10:43

Warum wählen die dann nicht diejenigen, die Politik im Sinne dieser Mehrheit machen?

Hatten wir hier im Thread schon weiter oben im Zshg mit der Diskussion “Manipulierbarkeit, Entpolitisierung und Desinteresse”.
Und ansonsten gibts dazu auch viel in einem der Vorgängerthreads zum Thema BILD-Zeitung zu lesen.

Und zwar rechtzeitig und nicht erst, wenn es zu spät ist?

Einfach Antwort: Weil die Menschen zu blöd sind. In Deutschland kommt auch noch eine charakterliche Schwäche dazu – die kriecherische Gesinnung. (Immer beim Führer hinten rein, bis zum Endsieg.)

Keynesianer März 14, 2015 um 11:36

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 10:43

Die einfachen Bürger haben überall die Mehrheit. Warum wählen die dann nicht diejenigen, die Politik im Sinne dieser Mehrheit machen? Und zwar rechtzeitig und nicht erst, wenn es zu spät ist?

Wen sollen die Bürger denn wählen? Die Partei der bibeltreuen Christen oder irgendeine Spaßpartei? Die Bürger haben bei uns SPD und GRÜNE gewählt und bekommen haben sie dafür den Krieg in Jugoslawien und die Agendapolitik mit den Hartzgesetzen.

Die Bürger können die Politiker nur wählen, die Oligarchen können unsere Politiker kaufen, wie gerade den Steinbrück. Und gewählt wird auch nur, wer von Massenmedien und Lobbygruppen unterstützt wird. Ein ehrlicher Politiker kommt über den Ortsvorstand seiner Partei nicht hinaus, der wird nicht mal Gemeinderat.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 11:43

@?

Das beantwortet aber nur vordergründig meine Frage. Ich frage dann nämlich: Warum begeben sich diese Menschen in die selbstverschuldete Unmündigkeit? Oder wenn sie sich nicht hinein begeben, sondern als Kinder hinein begeben werden, warum unternehmen sie keine Anstrengung, herauszukommen? Müsste doch ein Leichtes sein, wenn ich mir ansehe, zu was für Anstrengungen sie fähig sind, um sich in den Zustand zu bringen, die Anforderungen des Systems erfüllen zu können.

Soldat Schwejk März 14, 2015 um 11:43

@ KommentatorX —> “Zunächst braucht es einen Begriff von Demokratie, welche diese von einer Diktatur unterscheiden lässt. Das ist bei Dir völlig diffus. [...] Du sperrst Dich dagegen, einen inhaltlichen Begriff von Demokratie zu entwickeln.”

Ich habe tatsächlich keine solchen dualistischen Begriffe. Demokratie ist eine Bezeichnung für Verfahren, die das Gemeinwesen betreffende Entscheidungen irgendwie formal an die Ermittlung eines Mehrheitswillens binden. Diese Verfahren sind immer mehr oder weniger korrumpierbar, und sie koexistieren mit
informellen Mechanismen der Herrschaftsausübung von Wenigen.

Aber natürlich hat auch die demokratische Idee so einen utopischen Überschuß, der es möglich macht, von “defekter Demokratie” und so zu reden und dieser ein Idealbild von “echter Demokratie” entgegenzuhalten. Was ich auch wichtig finde. Konkret sind die politischen Entscheidungsprozesse in unserem Repräsentativsystem ja sozusagen oligopolisiert durch einige politische Organisationen (Parteien), für die das “eherne Gesetz der Oligarchie” gilt. Eine Demokratisierung könnte etwa beinhalten, daß ein Korrektiv quer zu den Entscheidungsprozessen im politischen Oligopol eingeführt wird. Etwa das hier schon mal vorgeschlagene Volksveto, mit dem auf direktdemokratischem Wege mit entsprechenden Quoren und so jeder Gesetzentwurf gestoppt werden kann.

Ansonsten wird man in einem Großstaat nicht alle Entscheidungen direktdemokratisch herbeiführen können, aber auch das repräsentative System ist sicher positiv reformierbar, angefangen damit, daß Gesetzentwürfe nicht mehr in der Ministerialbürokratie (Exekutive) ausgearbeitet werden dürften, sondern nur im Parlament.

Ansonsten sehe ich in der Schweizer Direktdemokratie durchaus einen positiven Bezugspunkt. Mich nervt immer nur ein bißchen diese Schwarzweißmalerei, die mir auszublenden scheint, daß die Schweiz sowohl wirtschaftsgeographisch als auch funktional ein privilegierter Teil eines größeren (finanz)kapitalistischen Zusammenhanges ist, der zwar der Schweiz selbst einen fortschrittlichen Institutionenrahmen ermöglicht, woanders aber eben etwas anderes hervorbringt. Vergleichbar vielleicht mit einigen oberitalienischen Städten des späten Mittelalters.

—> “‘Oder ob über die demokratischen Spielregeln noch ein zweites Set von oligarchisch-technokratischen Spielregeln gezogen ist, das die Demokratie auch formal abschafft.’ — Nein, dies ist ein Irrtum, denn formal ist die Demokratie keineswegs abgeschafft”

Nun gut, ‘formal abgeschafft’ ist vielleicht ein zu starker Ausdruck. Sagen wir so: Der Geltungsbereich der demokratischen Verfahren wird zunehmend verkleinert, und ein immer größerer Teil des Institutionenrahmens wird auch formal außerhalb dieser Verfahren gestellt.

Formlos und Frei März 14, 2015 um 11:44

Will PEGIDA eine neue Mauer?

https://www.youtube.com/watch?v=cEXPTPrlDsY

Mir gefällt die Idee von einer neuen Mauer. Die sollen sich einfach selbst einmauern und können sich für ihre Dämlichkeit feiern. Ich bin für eine Balkanisierung Deutschlands. Heute werden übrigens Islamofaschisten und PEDIDArianer erstmals in Wuppertal aufeinander treffen.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 11:46

@Keynsianer
“Wen sollen die Bürger denn wählen?”

Die Partei, die diese Bürger vor der Wahl gründen.

QuestionMark März 14, 2015 um 11:55

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 11:43
Sehr gute Frage. Ich hab bis über die Schmerzgrenze hinaus diese Fragen auch in öffentlichen Veranstaltungen (>100Mann) bereits gestellt. Du wirst die Reaktion des Publikums darauf nicht erahnen können.
Man hat mir (ernsthaft) die Frage gestellt: Was sollen wir denn tun?
Und da habe wir es ja schon. Viele Menschen in D wollen einfach Vorgaben haben. Ich denke das resultiert alles aus dem preußischen Militarismus. Wenn du erst mal über ein Jahrzehnt (in der Schule bspw) auf Befehl und Gehorsam konditioniert worden bist, dann bist du am Ende idR so ein geistiger Krüppel. Was ist schon bequemer als von außen (bspw. Medien, Führer, etablierte Meinung, Tradition etc) eine Handlungsanweisung vorgesetzt zu bekommen? Man muß sich dann nicht mehr selbst um die Antworten auf irgendwelche Fragen bemühen. Das alles wäre freilich noch nicht mal problematisch, wenn denn nicht bei den Befehlsgebern so viel Korruption im Spiel wäre.
Um deine Frage zu beantworten: Letztlich steckt die Fehleinschätzung dahinter, das es einfacher wäre sich anzupassen als etwas Neues zu organisieren. Die Medien unterstützen durch systematische Volksverhetzung diese Sichtweise. Wer heutzutage etwas (politisch) Neues unternimmt der gerät sofort unter Beschuß durch unsere MSM. Beispiele: Piratenpartei, AfD, Die Grünen (früher mal bevor “established”), Linkspartei (immer wieder aktuell), Occupy, Pegida usw. usf.

Soldat Schwejk März 14, 2015 um 12:12

@Andreas Treu —> Also aus meiner Sicht, ist das, was in Griechenland geschieht absolut ,,demokratisch”. Varoufakis ist Demokrat und die Menschen, die ihn wählten sind Demokraten. [...] Aber hey, unsere Demokratie funktioniert ja wieder. Dank den Griechen.”

Naja, zunächst mal hat der Aufstieg von Syriza in Griechenland gezeigt, daß auf demokratischem Wege tatsächlich eine Alternative zur bleiernen oligarchen-technokratischen Ordnung möglich ist. Ob sie sich behaupten können, und ob es anderswo auch so kommt, das muß sich erst noch zeigen. Derzeit ist es ja so, daß sich gegen Syriza so eine konterrevolutionäre Heilige Allianz in Europa formiert, mit Schäuble als einer Art Metternich (der selige Fürst Klemens möge mir den für ihn seeeehr unvorteilhaften Vergleich verzeihen…) – Mit dem offensichtlichen Ziel, den demokratischen Aufruhr an der Peripherie sogleich niederzuschlagen.

Und uns wird in den Medien erzählt, die Demokraten von Syriza, die ihr Besatzungsstatut aufkündigen wollen, seien gierig und verrückt… mit anderen Worten: Demokratie sei unvernünftig, und Europa sei ‘wegen der Finanzmärkte’ am besten so zu ordnen wie ein Kasernenhof, auf dem pariert wird. Und viele glauben es tatsächlich…

Also, Dein Optimismus in Ehren, aber ich glaube nicht daß Demokratie nun plötzlich “wieder funktioniert”. – Aber vielleicht besteht eine Aussicht, daß die krassesten antidemokratischen und anti-staatlichen Fehlentwicklungen der letzten Jahre nun korrigiert werden.

Keynesianer März 14, 2015 um 12:19

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 11:46

Die Partei, die diese Bürger vor der Wahl gründen.

Sie haben vermutlich keine Ahnung, wie das hier wirklich läuft in unserer Demokratie. Bevor diese Partei auch nur die leiseste Chance hätte, den herrschenden Interessen gefährlich zu werden, würden die Massenmedien über deren Mitglieder herfallen, V-Leute würden die Partei unterwandern, es gäbe irgendwelche Vorfälle, um den Mitgliedern und Wählern Links- oder Rechtsextremismus anzuhängen, notfalls von V-Leuten inszeniert.

Die führenden Leute würden plötzlich ihre Jobs verlieren und ihre Familien nicht mehr ernähren können.

Wo haben Sie denn gelebt all die Jahre?

Vermutlich ging es Ihnen gut genug, dass Sie nie wirklich geschaut haben, was hier los ist. Nur die Griechen sind jetzt in Ihrem Bewusstsein plötzlich eine Gefahr für Ihre Steuergelder oder Ersparnisse. Träumen Sie weiter!

Keynesianer März 14, 2015 um 12:32

@QuestionMark März 14, 2015 um 11:55

Man hat mir (ernsthaft) die Frage gestellt: Was sollen wir denn tun?
Und da habe wir es ja schon. Viele Menschen in D wollen einfach Vorgaben haben. Ich denke das resultiert alles aus dem preußischen Militarismus.

Du glaubst auch noch jeden Käse und bist den herrschenden Verhältnissen mit Deinen Ansichten noch nie wirklich gefährlich geworden, gell? ;)

Die Bürger wissen meist schon genau, dass sie wirklich nichts tun können, wenn sie nicht sich selbst und ihre Familie und selbst als Rentner noch ihre Enkel gefährden wollen.

Was meinst Du denn, was Massenarbeitslosigkeit ist in einem System, in dem jeder Geld zum Leben braucht? In einem System, in dem sie Dich in den letzten Drecksjob zum Hungerlohn pressen können, wenn sie nur wollen? Manchmal glaube ich, Du bist immer nur Schüler und Student gewesen Dein ganzes Leben und Mami sorgt für Dich, wenn es mal schlimm kommt. :)

KommentatorX März 14, 2015 um 12:34

Im Kontext EU und Euro möchte ich noch zwei Thesen zur Diskussion stellen.

1. Die USA wollen kein vereintes Europa, d. h. einen europäischen Staat.
Die EU ist ein Konstrukt, welches den USA nach dem Prinzip von „divide et impera“ ermöglicht, Europa zu beherrschen und auszuplündern.

2. Der Euro ist eine Währung ohne Staat und deshalb kann der Euro auch nicht gegen Angriffe von außen (und innen) verteidigt werden. Die Folge ist, dass der Außenwert des Euro verfällt. Und daher kann die Euro-Zone aufgekauft und ausgeplündert werden

Zur Begründung führe ich noch einmal an, was ich oben schon gepostet habe, aber im Blogmüll untergegangen ist:

Europa ist nicht nur ein Kontinent, sondern ein Kultur- und Wirtschaftsraum. Letztere – Kultur- und Wirtschaftsraum – haben sich im Verlaufe meines Lebens entscheidend geändert.

Zum einen ist die europäische Kultur weitgehend von der US-amerikanischen überlagert worden. Die Filme und das Fernsehen werden von der US-Kultur dominiert, genauso die Pop-Musik und inzwischen ist die Wissenschaftssprache voller Anglizismen und hat Latein in den Hintergrund gedrängt.

Zum anderen sind die USA zur eindeutigen Hegemonialmacht geworden und die europäischen Staaten sind nur noch Vasallenstaaten. Das war in den 60-er und 70-er Jahren noch anders.

In der Vergangenheit wurde immer so getan, als wäre es das Ziel der europäischen Politik, dass sich die europäischen Staaten zusammenschließen, um auch in Zukunft über die wirtschaftliche und politische Macht eines Global Players neben den USA und China verfügen zu können.

JJetzt propagieren „unsere“ Politiker und Medien, dass das Zeitalter der Nationalstaaten zu Ende gehe und dies wird von hirnlosen Hominiden ständig nachgeplappert.

Ende der Nationalstaaten?

Was sind die USA, was ist China, was Japan, was Indien, was Russland, was Brasilien?

Die größten und bevölkerungsreichsten Länder der Welt sind alle Nationalstaaten.

Die Super-Macht USA ist ein Nationalstaat und könnte – ohne Nationalstaat zu sein – gar nicht die Weltmacht Nr. 1 sein.

Hallo – klingelt es? Fällt der Groschen?

Die EU kann gar keine Weltmacht sein und werden, weil und solange sie kein Staat ist.

Es ist Lüge und Betrug so zu tun, als wäre die EU ein Staat oder würde es in absehbarer Zeit zur Staatenbildung führen, sei es ein Staatenbund, wie die z.B. die USA, oder ein Vielvölkerstaat, wie z.B. China oder die Schweiz.

Was ist der Euro?

Eine Währung ohne Staat. Deshalb kann der Euro auch nicht gegen Angriffe von außen (und innen) verteidigt werden und die Folge ist, dass der Außenwert des Euro verfällt. Und daher kann die Euro-Zone ausgeplündert werden wie damals die DDR oder Russland nach dem Zusammenbruch des Ostblocks.

Wenn die europäischen Staaten sich zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ zusammenschließen würden, dann wären sie eine Weltmacht. Aber genau dies liegt nicht Interesse der USA und auch nicht von China.

Und wenn Russland sich den „Vereinigten Staaten von Europa“ anschließen würde, dann könnte sich das vereinte Europa möglicherweise zur Weltmacht Nr. 1 entwickeln.

Die USA werden also durch „divide et impera“ verhindern, dass ein vereintes Europa entsteht.

Fazit und Schlussthese:

Weder die EU und schon gar nicht der Euro führen zu einem vereinten Europa. Der Lissabon-Vertrag und die EU sind ein neoliberales Projekt. Damit wird ein vereintes Europa verhindert, welches sich dem neoliberalen Raubzug unter US-Hegemonie entgegenstellen könnte.

Ein vereintes Europa, welches nicht mehr Ausbeutungsobjekt der USA ist, erfordert die Bildung eines europäischen Staates. Doch dies widerspricht den Interessen der USA.
Daher ist es ein strategisches Ziel der USA, ein vereintes Europa zu verhindern. Die „Atlantiker“ unter den Politikern, Journalisten etc. sind „Marionetten“ der USA.
Man muss sich bewusst sein, dass jeder ernsthafte Versuch, einen europäischen Staat zu bilden, zu einem Konflikt mit den USA führt.

Es waren die USA, welche mit ihrer Ukraine-Politik die EU in einen Konflikt mit Russland gebracht hat. Diess ist Teil der US-amerkanischen „divide et impera“-Politik.

Formlos und Frei März 14, 2015 um 12:41

In einem ganz normalen russischen Supermarkt. Die Jahreszahl über dem Video ist ein Fehler. Bei dem Video handelt es sich um eine ganz aktuelle Aufnahme aus der vergangen Woche. Der Supermarkt liegt gleich um die Ecke – da wo @ Systemfrager seine Bude hat und wohnen tut.

http://www.liveleak.com/view?i=17b_1391723098

QuestionMark März 14, 2015 um 12:42

@Keynesianer März 14, 2015 um 12:32
Deine Replik auf meinen Beitrag ergibt wenig Sinn. Mir ist nicht so ganz klar was du damit sagen wolltest.

Soldat Schwejk März 14, 2015 um 12:43

@ H.K.Hammersen März 14, 2015 um 10:39

Würde diese Darstellung anzweifeln. Primärüberschuß hin oder her, ein Euro-Austritt mit Abwertung wäre kurzfristig sicher erst mal ein gewisser Schock, wegen steigender Importpreise, die die Inflation treiben. Und weil es ja einen Schuldenerlaß für den Privatsektor und dessen nun uneinbringare Euro-Schulden geben müßte, wodurch die Banken gleich wieder im Arsch wären. Das wird jede Regierung einem ziemlichen Streß aussetzen, v.a. eine neue Regierung, die noch gar nicht den vollständigen Zugriff auf die administrativen Ressourcen des Staates hat.

Mittelfristig würde es wahrscheinlich aufwärts gehen… man sehe nach Island… ein Beispiel ist auch Rußland mit der scharfen Rubelabwertung 1998/1999, was ich damals dort unmittelbar beobachten konnte…

Ich meine, es ist dort in GR eine neue Regierung, gebildet aus Kräften, die mit dem Parteien-Duopol des Ancien Regime nix zu tun haben. Es ist deshalb unsinnig, immerfort von “den Griechen” zu reden und eine Kontinuität von Papandreou über Samaras bis zu Tsipras zu konstruieren. Die neue Regierung will zunächst offenbar mal einfach Zeit und Luft zum Atmen für einen institutionellen Umbau des Staates, in dessen Folge eben nicht einseitig die ärmsten Leute die Anpassungslasten tragen sollen. Es wäre eigentlich ein Leichtes, ihnen diese Zeit zu geben. Aber offensichtlich ist genau ein solcher Präzedenzfall nicht gewollt. Die chauvinistische Propaganda gegen “die Griechen” hierzulande verschleiert, daß es eigentlich nicht vordergründig um Geld, sondern um eine politische Machtfrage geht. Um die Niederschlagung einer (staats)bürgerlichen Revolution gegen die häßliche alte europäische Ordnung.

QuestionMark März 14, 2015 um 12:44

@KommentatorX März 14, 2015 um 12:34
Die einzigen Weltmächte sind Dummheit und Gier. Man kann es drehen und wenden wie man will.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 12:49

@?

Also mit anderen Worten: Die Leute bekommen das, was die Leute im Innersten wollen. Die fühlen sich anscheinend wohl dabei, geführt (oder an der Nase herumgeführt) zu werden und über die Führer zu meckern.

Und selbst wenn einmal eine linke Regierung an die Macht kommt, dann gibt ein Mitglied der Oberschicht, dass sich im Hörsaal langweilt, den Salonkommunisten. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass dieser Varoufakis bereit ist, seinen Lebensstandard so weit herunter zu fahren, wie es vielen Griechen schon widerfahren ist und vielen weiteren noch widerfahren wird. Das Aufrechthalten des Lebensstandards von Leuten wie Varoufakis – als Grieche in Griechenland – ist nämlich der eigentliche Grund, warum GR noch im Euro ist.

Formlos und Frei März 14, 2015 um 12:50

@ Systemfrager

Wer sich für die öden Russen interessiert hat hier das Elend (Moskau 1931) in Farbe.

http://englishrussia.com/2015/03/06/moscow-in-color-in-1931/

QuestionMark März 14, 2015 um 12:58

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 12:49
Varoufakis ist mir auch etwas ein Rätsel. Ob er nun Salonkommunist ist oder nicht, egal. Die Griechen sitzen doch am längeren Hebel. Die können wirklich mal zeigen wie man diese unseelige Freihandelszone (EWWU) sprengen kann: Einfach die nationale Zentralbank die Staatsfinanzierung übernehmen lassen und es ist Schluß mit den Erpressereien. Das bereits privatisierte Staatseigentum einfach wieder verstaatlichen. Auf die reichen Drecksäcke ist doch geschissen.
Schließlich: Als es darum ging die Reichen zu retten, da war man doch auch in der Lage europaweit und amerikaweit die wertlosen Schrottpapiere über die Zentralbanken zum Einstandspreis zu monetarisieren. Da fragt man sich: Wenn es für die Reichen geht, warum dann nicht auch fürs Volk? Schon ein seltsames System dem sich der Herr Varoufakis da anbiedert.
Natalius hat mal berechtigterweise die Frage gestellt ob man dem Herren trauen kann. Ich frage mich das derzeit auch.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 12:58

@Keynsianer

Sie bestätigen doch selbst das, was ? behauptet, dass nämlich die Leute glauben, man könne eh nichts ändern. 500.000 Parteieintritte würden reichen, um Union oder SPD zu übernehmen. Dazu wäre keine umständliche und angefeindete Neugründung von Nöten. Und? Wo sind die Parteieintritte?

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 13:07

@Schwejk

Sie sagen ja selbst, dass es nur noch um die weiteren Importmöglichkeiten geht, also um frische Zahlungsmittel. Nur können Sie es drehen und wenden wie sie wollen, aber der Lebensstandard in GR muss runter, und zwar drastisch. Oder soll jetzt D die Finanzierung übernehmen, so wie in der ehemaligen DDR? Dann sollen die Griechen mal eine Volksabstimmung über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen abhalten. Ich kann mir sogar vorstellen, dass – zumindest in GR – eine Mehrheit dafür zu erhalten wäre. Wirtschaftlicher Niedergang scheint ja die einzige Möglichkeit zu sein, dramatische Änderungen zu induzieren.

QuestionMark März 14, 2015 um 13:12

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 12:49
zu den Leuten: Die werden schlicht darauf konditioniert zu funktionieren. Die meisten sind sich dieser “Formung” überhaupt nicht bewußt. Es ist einfach kein Bewußtsein da.
Mit Marx gesprochen: “Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein.”
Oder einfacher formuliert: Die Leute werden auf Sklaverei konditioniert und sehen sich auch als Sklaven. Ein Sklave braucht einen Befehl von seinem Herren (so mancher auch von seinem Frauchen) sonst ist er unglücklich.
Es werden heutzutage einfach perverse Menschen herangezüchtet. Ob die das in ihrem Innersten auch so wollen? Keine Ahnung. Die Frage muß wohl jeder für sich selbst beantworten.

Addi hatte übrigens ganz offiziell etwas Interessantes zum deutschen Sklaven gesagt:
…und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben … und sie sind glücklich dabei.

Pragmatika März 14, 2015 um 13:13

KommentatorX [März 14, 2015 um 12:34]

Deine Thesen könnten direkt dem Vortrag von Friedman entnommen sein. Er formuliert das nur etwas anders: Die Europäer sind halt so (“Destined for Conflict”). Aber wäre es anders, dann würden wir, die USA, schon dafür sorgen, dass sie sich zoffen.

https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc

Pragmatika März 14, 2015 um 13:21

Ergänzung zum letzten Satz:
Die Europäer sind halt so (“Destined for Conflict”). Aber wäre es anders, d.h. wären sie sich einig und würden sie zu groß, dann würden wir, die USA, schon dafür sorgen, dass sie sich zoffen.

Morph könnte recht haben. Als kleine Duckmäuser haben wir ‘ne Chance.

QuestionMark März 14, 2015 um 13:25

@Pragmatika März 14, 2015 um 13:21

Als kleine Duckmäuser haben wir ‘ne Chance.

Wobei hätten wir denn ne Chance? Und worauf?

Pragmatika März 14, 2015 um 13:27

?
War für Kom.X. Muttu Kontext lesen.

Pragmatika März 14, 2015 um 13:30
Linus März 14, 2015 um 13:36

@H.K.Hammersen:
“Natürlich gibt es die Spannungen zwischen Überschüssen auf der einen und Defiziten auf der anderen Seite. Aber zu Überschüssen und Defiziten gehören immer Zwei. Niemand hat die Griechen gezwungen, das produktive Arbeiten einzustellen und sich auf eine schuldeninduzierte Importversorgung einzustellen.”

Damit ist GR keineswegs allein.
Deutschlands Leistungsbilanz mit den PIGS:
http://www.querschuesse.de/euro-systemrelevant/
Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss ist gegenüber allen PIGS seit der Euro-Einführung geradezu explodiert. Es ist daher ausgemachter Unsinn, die Schuld allein dem jeweiligen Pig in die Schuhe zu schieben.

Die Ursachen der Euro-Krise wurden bereits in den späten Siebzigern angelegt. Dort haben die Südländer ihre Märkte für die EU-Kernländer geöffnet (ein wesentlicher Grund lag in der Ablösung von Diktaturen). Im Zuge dessen mussten sie ihr Geschäftsmodell einer oft prekären, aber halbwegs autarken Wirtschaft aufgeben und haben dabei neue Geschäftsmodelle entwickelt, die sich als nicht tragfähig erwiesen haben, e.g. Immobilienblase SP, Beamtenapparat GR, etc.

Den richtigen Boost bekam das Ganze mit der Einführung des Euro. In GR hat sich dann im Zuge der Finanzkrise gezeigt, dass die PIGS diese Defizite nicht bedienen/besichern können. Also ist der deutsche Michel als Bürge eingesetzt worden für die deutschen Exporte! In Summe war die ganze Marktöffnungs- und Euro-Veranstaltung also nur eine Riesen-Umleitung aus den Taschen des deutschen Michel in die Taschen der deutschen Exporteure (heute eindrucksvoll zu bewundern in der sozialen Schere).

Das eigentliche Problem liegt also in unbrauchbaren Geschäftsmodellen. Das deutsche ist da nicht besser – wo liegt der Sinn, an Kunden zu verkaufen, die nicht zahlen können?
Warum es trotzdem durchgezogen wurde, hab ich oben schon geschrieben.

Im Nachhinein besehen erscheint die ganze Chose in ihrer Folgerichtigkeit und Zwangsläufigkeit als lupenreine Klientelpolitik. Das ist sicherlich ein Teil der Wahrheit (s.a. MAI). Gewichtiger scheint mir, dass gewiss auch kurzfristige politische Interessen im Sinne von “Geschenken an die Wähler” diese Entwicklungen massgeblich befördert haben. In diesem Sinne ist unser politisches System offensichtlich anfällig zu kurzsichtigen und damit lunatischen Entscheidungen. Einzige Medizin dagegen ist das Wissen um systemische Zusammenhänge und die ‘Durchsetzung’ einer entsprechenden Vernunft.

Die Lösung der Eurokrise kann nur darin bestehen, entweder zu ausgeglichenen Handels- und Leistungsbilanzen zwischen den Regionen zu kommen – dann braucht es zuallererst Wechselkurse -, oder sich für dauerhafte Tranferzahlungen zu entscheiden. Ein Drittes gibt es nicht.

Der Aufbau von selbstständig tragfähigen Geschäftsmodellen für die PIGS ist unter den Umständen des freien Waren- und Kapitalverkehrs illusorisch. Wer also den Euro behalten will, der muss auch Transferzahlungen in Kauf nehmen. Betrachtet man das Produktivitätsgefälle in der EU, dann wird schnell klar, welch riesige Ausmasse das zumindest zu Beginn annehmen würde.

Also bleibt eigentlich nur die Abschaffung des Euro. Klugerweise würde man dies nicht für alle Länder gleichzeitig tun, sondern erst die herauslösen, die die damit verbundenen Umbrüche am ehesten verkraften können. Sprich, man würde bei den stärksten anfangen, also German Exit.

Und wer bezahlt das Ganze? Na die, welche die Kohle eingesackt haben. Nur die sind dazu in der Lage.

Zurück zu GR: Die Griechen kommen unter den gegebenen Umständen nicht mehr hoch. Also bleibt nur ein Schuldenschnitt und Hilfe beim Aufbau eines tragfähigen Geschäftsmodells. Und das geht am besten ausserhalb des Euro.

QuestionMark März 14, 2015 um 13:41

@Pragmatika März 14, 2015 um 13:30
O.k., also ne Chance auf Krieg mit den Amis zusammen gegen…äh…irgendwen, damit die US-Paranoiker bloß nicht uns…äh…angreifen? Weil die USA werden zwar eigentlich von niemanden akut bedroht, aber dann doch von Islamisten, Chinesen, Russen, Türken, den Japanern und dergleichen verfolgt und deswegen müssen die Amis auch extrem aufrüsten und wir müssen da mithelfen, da wir sonst zu den Verfolgern gehören und überhaupt ist das US-Imperium in Gefahr, weil die Außerirdischen demnächst angreifen und die Unterseebootrussen und…äh…ja…äh…die BUDDHISTEN sind auch noch gefährlich und…huch…äh…gerade habe ich mich vor meinem eigenen Schatten erschreckt…den müssen wir auch noch umbringen. Helau! An alle Närrinnen und Narrhalesen: Wollen wir die Merkel rauslassen?

QuestionMark März 14, 2015 um 13:44

Und wie drängt man den Einfluß von paranoiden Wahnvorstellungen zurück? Indem man den Paranoikern in den Arsch kriecht.

Tataa, tataa! Ja, liebe Närrinen und Narrhalesen, es ist wieder mal so weit.

QuestionMark März 14, 2015 um 13:51

@Linus

Also bleibt eigentlich nur die Abschaffung des Euro.

Völlig unnötig. Du musst nur die Freihandelszone auflösen und das Außenhandelsungleichgewicht durch einseitige Zölle (zum Nachteil des Exportüberschusses) korrigieren. Die Zölle müssten floating sein (in Abhängigkeit vom Außenhandelsgleichgewicht).

Manfred Peters März 14, 2015 um 14:04

@ “Indem man den Paranoikern in den Arsch kriecht.”
Vielleicht haben die Paranoiker ja ein “Schwarzes Loch” verbunden mit einer” Schwarzen Null”, das alle in den Bann zieht. Da muss man gar nicht kriechen, jeder wird unweigerlich eingesogen.
Den Faden weiter zur Protagonistin dieses Beitrags zu spinnen verbietet meine gute, ostsozialisierte Erziehung. ;-)

Pragmatika März 14, 2015 um 14:12

?
“An alle Närrinnen und Narrhalesen: Wollen wir die Merkel rauslassen?”

Du hast es vollkommen erfasst. Ich beschreibe Merkels pragmatischen Ansatz, hier im Thread bzgl. Außenpolitik propagiert von Morph, ganz oben beklatscht von Lübberding. Wobei ich bei Letzterem einen leicht ironische Unterton rauszuhören mir eingebildet habe.

Linus März 14, 2015 um 14:23

@?:
“Völlig unnötig. Du musst nur die Freihandelszone auflösen und das Außenhandelsungleichgewicht durch einseitige Zölle (zum Nachteil des Exportüberschusses) korrigieren. Die Zölle müssten floating sein (in Abhängigkeit vom Außenhandelsgleichgewicht).”
Das ist viel komplizierter als eine eigene Währung haben, neben diversen anderen Nachteilen wie z.B. Verschuldung in “Fremdwährung”.

Andreas Kreuz März 14, 2015 um 14:26

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 10:39

So ganz egal scheint es mir doch nicht zu sein.

Waren bisher nicht die mit den Guthaben die Bestimmer?
Eifern Juncker, Schulz, Schäuble, Gabriel & Co. nicht um die Wette, dort zu gefallen?

Soldat Schwejk März 14, 2015 um 14:29

@ Hammersen —> “aber der Lebensstandard in GR muss runter, und zwar drastisch.”

Wie weit soll er denn noch runter? Wenn ich so was am Samstagmittag behaglich ins Internet Hineingerotztes lese… “der Lebensstandard muß runter”… dann würde ich mir wirklich wünschen, GR stellt den Schuldendienst komplett ein und druckt im Fall eines Finanzierungsbedarfs, also wenn es keinen Primärüberschuß gibt, eine Parallelwährung. Dann bin ich gespannt auf das Geheule: Was ist mit den Griechenland-Anleihen, die nicht mehr bedient werden, was ist mit den nun nicht mehr werthaltigen Forderungen? Und wenn andere erst auch auf die Idee kommen… damn… wessen Lebensstandard muß deswegen dann runter? Ich würde dafür plädieren: Der von denjenigen, die so eine Rhetorik schwingen.

—> “Oder soll jetzt D die Finanzierung übernehmen…”

Wieso? Das ist die erste Regierung, die an die großen Vermögen und Einkommensströme ran will, aber ausgerechnet denen gegenüber wird der Vorwurf erhoben, sie wollten D die Finanzierung übernehmen lassen. Das hat schon absurde Züge. Es geht derzeit um eine Refinanzierung auslaufender Anleihen und um die EZB-Liquidität für griechische Banken. Nicht um eine große Neuverschuldung.

—> ” so wie in der ehemaligen DDR?”

Naja, in der DDR hat man das Problem mit einer Währungsunion, wenn man so will, noch zugespitzt gesehen. Wäre die DDR eigenstaatlich mit eigener Währung geblieben, dann wäre der Kurs zur DM wahrscheinlich bei der vorher bestehenden “technischen Relation” von etwa 4,5:1 gelandet und danach langsam weiter gefallen. Die Währungsunion war für die DDR-Wirtschaft, sofern diese vorher eine verlängerte Werkbank “des Westens” war, gleichbedeutend mit einer schockartigen Aufwertung um den Faktor 4-5. Das überlebt keine Volkswirtschaft. Innerhalb eines Staates waren riesige Transfers danach zwangsläufig.

Die Relationen innerhalb der heutigen EU sind ja nun nicht derart; also die von @topi immer angeführten unterschiedlichen Inflationsraten haben sich nicht um einen Faktor 4 auseinanderentwickelt. Trotzdem denke ich auch, daß am Ende die schrittweise Auflösung der Währungsunion stehen wird.

Aber darum geht es jetzt nicht aktuell in GR, sondern um “To be or not to be” für eine neue progressive Regierung und ihren Anspruch auf einen “New Deal” (im ursprünglichen Wortsinn). Die Fortsetzung der Austeritätspolitik im Euro mit einer Zerstörung des sozialökonomischen Gefüges einer ganzen Nation wäre wohl die allerübelste Variante, und Syriza will das erkennbar stoppen. – Ich verstehe nicht, wie man den bisherigen katatrophalen Weg derart für alternativlos erklären kann.

wowy März 14, 2015 um 14:43

@KommentatorX
Die USA sind ein Bundesstaat mit 50 Einzelstaaten
Die EU ist ein Staatenbund (oder wie das Bundesverfassungsgericht sagt: Staatenverbund)

Der entscheidende Unterschied ist die fehlende Kompetenz-Kompetenz, also die Kompetenz die eigenen Befugnisse festzulegen. Diese liegt im Wesentlichen beim Verfassungsgeber.

Natalius März 14, 2015 um 14:47
Andreas Treu März 14, 2015 um 14:56

@Soldat Schweijk

Derzeit ist es ja so, daß sich gegen Syriza so eine konterrevolutionäre Heilige Allianz in Europa formiert, mit Schäuble als einer Art Metternich…
Hhhm. Du hast vielleicht andere Quellen als ich. Die konterrevolutionären Kräfte kann ich nicht erkennen. Eher sieht es für mich so aus, dass die anderen Nicht-deutschen Regierungen in der EU die Griechen machen lässt und im Hintergrund abwartend die Lage sondiert. Kommen die Griechen mit ihrer Linie durch, werden sich die anderen plötzlich aus dem Nichts melden. Die deutsche Position scheint mir isoliert. Deshalb schrieb ich oben im Ursprungspost auch ironisch vom GERXIT. GERXIT muss ja nicht Austritt aus der Euro Zone sein. GERXIT heißt, dass die deutsche Regierung sich ins Abseits schiesst. Herr Schäuble ist ein Patriarch, der in den eigenen Reihen Widersacher einfach ausknippst, aber ein Diplomat ist er wahrlich nicht. Außer Macht hat er den smarten Griechen nichts entgegenzusetzen. Medial ist er jedenfalls ein Desaster und es wundert mich, dass die öffentlich-rechtlichen ihn dennoch immer noch unterstützen… Letztendlich wird er seine Position aber nicht mit Macht durchsetzen können. Denn das wäre undemokratisch. Die Menschen in Europa wollen etwas anderes. Die Griechen helfen dabei, dies zu formulieren und es gelangt in die Medien. Ja, okay Gysie war vor vier Jahren auch mal ab und zu im Deutschlandfunk zu hören. Nochmal, die Opposition sitzt nicht in Deutschland. Hier gibt es nur eine Linie und die heißt, es wird gemacht, was gut für die Wirtschaft ist (siehe auch Ära Schröder). Oppostion kommt aber aus dem Ausland. Die Deutschen werden sich damit, auch medial, auseinandersetzen müssen.

Also, Dein Optimismus in Ehren, aber ich glaube nicht daß Demokratie nun plötzlich “wieder funktioniert”.
Demokratie hat nie aufgehört zu funktionieren. Sie funktioniert nur halt anders als wir Deutschen es uns vorstellen. Die legitimierenden Prozesse sind nicht das entscheidende, es geht auch um den Inhalt, also das Wiederendecken von politischen Inhalten der Regierung mit dem, was man für die Interessen der Wähler hält.

Vielleicht hat Deutschland ja auch nie eine Chance gehabt, Demokratie in diesem Land zu etablieren. Aber im Ausland erkenne ich viele demokratische Prozesse. Vielleicht bin ich da wirklich zu optimistisch. Nur um einen Missverständnis vorzubeugen. Ich meine nicht, dass diese demokratischen Prozesse auf Deutschland überschnappen werden. Deutschland bleibt, was es ist, was es war. Aber Deutschland wird möglicherweise in dieser Krise seine Fähigkeit verlieren, seine Sicht der Dinge den europäischen Ausland aufzuzwingen. Und das ist gut so.

Ich erinnere mich, dass Du vor drei Jahren bei den Diskussionen um das erste Griechenland Rettungspaket als einer der wenigen hier in diesem Blog gegen eine grenzenlose ,,falsche” Soldidarität gewarnt hattest (damals unter einem anderen Nick, aber ich glaube, dass könntes Du gewesen sein). Topi und HAM traten für eine bedingslose Solidarität ein und sahen keine Alternative zum Ändern der bailout Klause. Es gab damals kaum jemand, der gegen die Griechenland Rettung war. Ich war damals gegen die Änderung der Verträge und ich erinnere mich, wie enrico u.a. mich für meine extreme Meinung in dieser Sache kritisierte. Mein Standpunkt war, dass die No-bailout Klausel gut war, sie war es, die den EUR zusammenhielt. Nicht-Solidarität war die beste Solidarität. Soldidarität bedeutete für mich damals auch nicht, die Griechen im Euro zu halten. Okay, das ist jetzt alles blabal…. Aber wir haben jetzt eine ganz andere Situation. Der Euro ist bereits auf dem Weg zum TOTEXIT, den totalen Exit. Es geht nur noch um die Bedingungen. Als ob z.B. mit USD in Europa als Zweitwährung (und TIPP dazu) oder ob mit Nord- und Süd-Euro. Oder mit einem großen Bang oder schleichend.

P.S. Ich meinte Dich in meinen vorigen Posts auch nicht zu kritisieren. Bitte nicht falsch verstehen. Ich hatte Deine Position in diesem Blog stets respektiert. In letzter Zeit meinte ich aber zu erkennen, dass Du Dich möglicherweise von den Pessimisten hier in diesem Blog ein bisschen hast anstecken lassen. Hey, wir erleben gerade einen Demokratie Frühling. Zumindest die Zeitungsmeldungen sind lustig zu lesen….und diesen Frühling haben wir Griechenland zu verdanken. Jedenfalls für mich eine willkommende Abwechslung zu Merkel und Konsorten.

sharia basher März 14, 2015 um 15:04

“Großdemos am Samstag: Salafisten gegen Rechtsextreme – Wuppertal fürchtet den Ernstfall

Salafisten, Rechtsextreme und Hooligans strömen zu Kundgebungen nach Wuppertal, 3000 Teilnehmer werden erwartet. Die Polizei ist mit 1000 Einsatzkräften vor Ort.”

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/extremisten-versammeln-sich-in-wuppertal-zu-demonstrationen-a-1023559.html

wowy März 14, 2015 um 15:20

@KommentatorX
Das Problem mit der EU liegt inmeinen Augen in zwei Dingen begründet. Zum einen ist das Institutionenkonstrukt der EU zu exekutivlastig und damit nicht wirklich rechtsstaatlich.
Zum anderen wird die Politik det EU durch permanente Rechtsbrüche bestimmt. Das führt in manchen Fällen dazu, dass Institutionen der EU Befugnisse wahrnehmen (wie ein Bundesstaat) die nicht Ihnen, sondern den Nationalstaaten zustehen, die aber von den Nationalstaaten nicht in verfassungskonformer Weise abgegeben werden. Dass Draghi ein ehemaliger Goldman Sachs Mann ist, ist dabei sicher kein Zufall, ebenso wie die Tatsache, dass es Goldman Sachs Leute waren, die
Griechenland die Bilanzen für den Eurobeitritt aufgehübscht hatten.
Kurz: Wir schaffen eine Kriesensituation und agieren dann unter
Einer Art Notstandsregierung so, als hätten demokratisch nicht legitimierte Institutionen (auch die EZB ist in dem Umfang on dem sie agiert nicht legitimiert) die Befugnis. Wir simulieren also die Kompetenz-Kompetenz unter Ausblendung der Verfassungen der Mitgliedsstaaten. Die EU selbst hat keine Verfassung. Und da die Verfassungsgebenden Organe die Landesparlamente sind (bei uns unter Mitwirkung des Bundesrates) wird die Legislative in diesem Bereich komplett abgeschafft.
Da hätte Herr Gabriel schon mal eine Aufgabe mit der er sich profilieren könnte.

sharia basher März 14, 2015 um 15:26

Sehr fein. Vermutlich massig Antifas und Sportgruppen am Start. Schaue seit 15.00 h pi-live-stream und schon der 2. PEGIDA-Redner muss auf Antifas eingehen. “Halt-die-Fresse-Rufe” sind z.T. lauter als das PEGIDA-Gegröle.

wowy März 14, 2015 um 15:28

Krisensituation
@fl Bitte, bitte endlich ein Korrekturprogramm ;-)

sharia basher März 14, 2015 um 15:40

Auf der Bühne heult grade ne Olle sich darüber aus, dass die Linken alles hassen: sie hassen den Staat, sie hassen dieses wunderschöne Deutschland und bla….

Hetzjagd auf Nazis!

https://www.youtube.com/watch?v=O1TJd4TyXAs

Keynesianer März 14, 2015 um 15:46

Die Antifa soll mit 25 Euro in der Stunde gut bezahlt sein:

Proteste gegen Pegida und Co.
Demogeld für Antifas

Interne Dokumente beweisen: Antifas erhalten Geld für ihre Teilnahme an Demonstrationen. Parteien und Regierung agieren als Unterstützer im Hintergrund.
http://www.taz.de/!154642/

sharia basher März 14, 2015 um 15:52

Wuppertal rules. Nur 70 Sharia-Nazis und 300 PEGIDAS. Veranstaltung ist beendet und Demo kann nicht laufen.

Manfred Peters März 14, 2015 um 15:55

@ Kenianer März 14, 2015 um 15:46
Bist Du wirklich so quadratisch blöd, dass Du das glaubst? Dann geh Dir doch die 25 € /h verdienen. :-(

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 15:56

@Linus
»Die Ursachen der Euro-Krise wurden bereits in den späten Siebzigern angelegt. Dort haben die Südländer ihre Märkte für die EU-Kernländer geöffnet (ein wesentlicher Grund lag in der Ablösung von Diktaturen).«

Was glauben Sie denn, was geschehen wäre, wenn die ihre Märkte nicht geöffnet hätten? Die Qualifizierten wären ausgewandert.

»Die Lösung der Eurokrise kann nur darin bestehen, entweder zu ausgeglichenen Handels- und Leistungsbilanzen zwischen den Regionen zu kommen – dann braucht es zuallererst Wechselkurse -, oder sich für dauerhafte Tranferzahlungen zu entscheiden. Ein Drittes gibt es nicht.«

Natürlich läuft eine europäische Einigung auf Transfers hinaus. Mecklenburg hat auch Defizite im Handel mit Bayern. Und es gibt innerdeutsche Transfers.Trotzdem ist der Lebensstandard in Mecklenburg geringer als in Bayern und junge, gut ausgebildete Mecklenburger ziehen nach Bayern. Sollte die mecklenburgische Landesregierung auf die Idee kommen, den Staatshaushalt durch Kreditaufnahme aufzublähen, um den Menschen Job und Einkommen im unproduktiven Verwaltungsapparat zu geben, wäre vermutlich ganz schnell Schluss mit lustig. Die Griechen können nicht beides haben: Einen souveränen Staat mit ausufernder Klientelpolitik und Transferzahlungen von anderen Ländern, um diesen Klientelstaat zu finanzieren. Außerdem wäre GR in der Lage, aus eigener Kraft ein Sozialsystem zu finanzieren. Mir kann niemand erklären, dass GR Transferzahlungen erhalten soll, um damit einen Lebensstandard zu finanzieren, der deutlich höher ist, als in vielen anderen Ländern der EU. Übrigens wäre GR keineswegs damit geholfen, wenn in D die Löhne stiegen. Die Griechen hätten weiterhin ein Defizit, nur dann eben mit anderen Lieferländern.

Deutschland hat übrigens auch jede Menge Leistungsbilanzüberschüsse mit Ländern, die nicht der Eurozone angehören. Ohne diese Überschüsse wäre der Euro schon längst Konfetti. Die EU konkurriert als Ganzes mit den anderen Wirtschaftszentren dieser Welt. Das scheinen aber so manche Krisenländer noch nicht kapiert zu haben.

Morph März 14, 2015 um 15:57

@Pragmatika März 14, 2015 um 13:21

“Morph könnte recht haben. Als kleine Duckmäuser haben wir ‘ne Chance.”

Duckmäuser ist eine Kategorie, die persönliches Verhalten beschreibt. Eine Organisation kann kein Duckmäuser sein, was wäre Duckmäusertum im Fall einer Firma, eines Museums, eines Amtsgerichts, einer Regierung?

Duckmäuser oder aufrechter Freigeist ist der Einzelne in Bezug zur Organisation, an der er mitwirkt. Z.B. als Staatsbürger.

Wer den Staat, an dem er mitwirkt, als Person missversteht (‘Vater’ Staat) und wünscht, dieser Staat möge kein ‘Duckmäuser’ sein, der hat sich persönlich seinen Untertanengeist dokumentiert.

Nationalstolz und Untertanengeist gehen Hand in Hand.

Ebenso das Interesse an aufrechtem Gang und die Hoffnung, der eigene Staat möge außenpolitisch klug, behutsam und unauffällig operieren.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 16:03

@Andreas Kreuz
»Waren bisher nicht die mit den Guthaben die Bestimmer?«

Ich habe eher den Eindruck, die Krisenländer bestimmen die Diskussionen innerhalb der EU. Seit Wochen dreht sich alles nur noch um Griechenland.

»Eifern Juncker, Schulz, Schäuble, Gabriel & Co. nicht um die Wette, dort zu gefallen?«

Die scheinen eher bemüht, nicht gegenüber den Griechen vollkommen auszurasten. Wäre Varoufakis als Privatmann in der Situation seines Landes, so denke ich, man hätte ihm schon längst jeden Kreditrahmen gestrichen.

wowy März 14, 2015 um 16:06

@Keynesianer
Schon im Vereinsregister nachgeschaut?
http://amt24.sachsen.de/ZFinder/search.do?action=search&modul=VB&searchtextdone=&searchtext=Antifa%20e.V.
Das ist Satire :-(

Keynesianer März 14, 2015 um 16:22

@Manfred Peters März 14, 2015 um 15:55

Ich hab das doch aus dem Gelben: :)

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=347150

Als ob ich der TAZ irgend etwas glauben würde. Aber wenn die mal richtig recherchieren täten, dann könnten sie interessante Dinge über die Hintergründe der Antifa schreiben, denn da fließt schon viel Geld und Einfluss und die vielen eifernden Mitstreiter sind nicht ohne persönlichen Vorteil so eifrig dabei.

Oder meinst Du, so viele üble Gestalten wollten die Welt selbstlos vor “Nazis” retten?

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 16:30

@Schwejk
»Wie weit soll er denn noch runter?«

So weit, dass die Griechen ihn aus eigener Kraft finanzieren können. Die Griechen haben es richtig clever angestellt, indem sie die unterste Bevölkerungsschicht so richtig ins Elend gedrückt haben, um in Resteuroland genau diese mitleidigen Reaktionen hervorzurufen. Progressive Gehaltskürzungen und Steuen würden ganz schnell dafür sorgen, dass die ärmsten Griechen nicht ins Elend gestoßen würden.

»Dann bin ich gespannt auf das Geheule: Was ist mit den Griechenland-Anleihen, die nicht mehr bedient werden, was ist mit den nun nicht mehr werthaltigen Forderungen?«

Die Griechenlandanleihen werden jetzt schon nicht mehr bedient. Zinsen und Fälligkeiten werden vollständig aus Neukrediten bestritten.Werthaltig im Sinne von »Die Griechen werden irgendwann in der Lage sein, die Schulden aus eigener Kraft zu bedienen« sind die Forderungen schon lange nicht mehr. Der Quatsch wird doch nur noch für das Publikum in den Geberländern inszeniert, ansonsten wäre schon lange Schluss damit.

»Wieso? Das ist die erste Regierung, die an die großen Vermögen und Einkommensströme ran will, aber ausgerechnet denen gegenüber wird der Vorwurf erhoben, sie wollten D die Finanzierung übernehmen lassen.«

Und warum schreibt die griechische Regierung nicht konkret Maßnahmen in diesem Sinne in ihre Pläne für die Troika? Mir ist nicht bekannt, dass die Institutionen Maßnahmen der Griechen, die in Richtung Haushaltssanierung gingen, deshalb abgelehnt hätten, weil ihnen die Art nicht gepasst hätte.

»Es geht derzeit um … die EZB-Liquidität für griechische Banken. »

Und welchem Zweck dient diese Liquidität? Um die von den Griechen schon mal vorsorglich eingestellten Steuerzahlungen zu ersetzen oder die Kapitalflucht zu ermöglichen?

»Trotzdem denke ich auch, daß am Ende die schrittweise Auflösung der Währungsunion stehen wird.«

Das glaube ich mittlerweile nicht mehr. Wenn ein Land die Währungsunion verlässt, dann verliert es binnen kürzester Zeit seine mobile Bevölkerung. Oder glauben Sie allen Ernstes, die gutausgebildeten jungen Menschen in den Krisenländer bleiben zu Hause wegen der Aussicht auf einen Job, der bezahlt wird mit einer Drittweltwährung, für die man kaum weltmarktfähige Produkte kaufen kann, weil zu teuer (in Landeswährung)? Und das mitten in Europa, wo in den wirtschaftlichen Zentren in den nächsten Jahren und Jahrzehnten händeringend Fachkräfte gesucht werden?
»Aber darum geht es jetzt nicht aktuell in GR, sondern um “To be or not to be” für eine neue progressive Regierung und ihren Anspruch auf einen “New Deal” (im ursprünglichen Wortsinn).«

Wir haben in den deutschen Bundesländern Regierungen der unterschiedlichsten Couleur. Sogar einen MP von den Grünen und eine von den Linken. Sehen Sie da Unterschiede, die eine Bezeichnung wie »progressiv« oder »New Deal« rechtfertigen?
Eben! Und genau so ist es mit Syriza. Die wollen auch nicht wirklich das System ändern. Die wollen nur frisches Geld. Sollen wir wetten?

Linus März 14, 2015 um 16:32

@H.K.Hammersen:
“Was glauben Sie denn, was geschehen wäre, wenn die ihre Märkte nicht geöffnet hätten? Die Qualifizierten wären ausgewandert.”
Das Problem war nicht die Öffnung der Märkte an sich, sondern dass dies ohne tragfähiges Geschäftsmodell geschah. Daneben bleibt fraglich, ob die Qualifizierten tatsächlich alle ausgewandert wären. Und im Übrigen tun sie genau das jetzt auch.

“Übrigens wäre GR keineswegs damit geholfen, wenn in D die Löhne stiegen. Die Griechen hätten weiterhin ein Defizit, nur dann eben mit anderen Lieferländern.”
Allen EU-Ländern wäre geholfen. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Freilich hätte GR damit noch immer kein Geschäftsmodell.

“Mir kann niemand erklären, dass GR Transferzahlungen erhalten soll, um damit einen Lebensstandard zu finanzieren, der deutlich höher ist, als in vielen anderen Ländern der EU.”
Mir kann niemand erklären, warum D mit seiner Produktivität partout alle andern EU-Länder an die Wand drücken muss. Es ist richtig, dass die PIGS gemäss wirtschaftlicher(!) Zahlen einen zu hohen Lebensstandard fahren. Aber es ist ebenso richtig, dass sie bei freiem Waren- und Kapitalverkehr keine Chance haben, gegen D einen Stich zu machen. Und damit wird selbst ein inzwischen prekärer Lebensstandard zu hoch sein und bleiben. Aus dieser Falle kommen sie so nicht mehr raus.

“Deutschland hat übrigens auch jede Menge Leistungsbilanzüberschüsse mit Ländern, die nicht der Eurozone angehören. Ohne diese Überschüsse wäre der Euro schon längst Konfetti.”
Das ist Unsinn! Der Euro stünde tiefer, deswegen wäre er noch lange nicht Konfetti.

“Die EU konkurriert als Ganzes mit den anderen Wirtschaftszentren dieser Welt.”
Was soll dieser Satz hier sagen?

QuestionMark März 14, 2015 um 16:34

@Linus März 14, 2015 um 14:23

Das ist viel komplizierter als eine eigene Währung haben, neben diversen anderen Nachteilen wie z.B. Verschuldung in “Fremdwährung”.

Denk noch mal drüber nach. Du widersprichst dich da gerade. Tatsächlich ist die Wiedereinführung von Zöllen die einzige praktikable Lösung um die Außenhandelsungleichgewichte sinnvoll in den Griff zu bekommen. Und das dokumentiert schönerweise auch das Scheitern des Freihandels. Der Freihandel bringt hauptsächlich den Großkonzernen etwas.

Andreas Kreuz März 14, 2015 um 16:51

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 16:03

Sind die 3 % von Griechenland am EU-BIP dafür nicht zu lächerlich?

Andreas Kreuz März 14, 2015 um 16:57

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 16:30

Wer an das Märchen vom Fachkräftemangel glaubt,
ist kaum zurechnungsfähig.

Was fehlt, sind billigste Arbeitskräfte, die ohne Murren 12 Stunden am Tag jeden Blödsinn mit machen und dafür möglichst noch Geld mitbringen…

QuestionMark März 14, 2015 um 17:17

@Andreas Kreuz März 14, 2015 um 16:57

Wer an das Märchen vom Fachkräftemangel glaubt,
ist kaum zurechnungsfähig.

Und wo kommt die Lüge her? Von der Lügenpresse.
Womit wir wieder beim obigen Punkt wären: Desinteresse, Manipulation, Entpolitisierung.

Fan von Keynesianer März 14, 2015 um 17:18

@ Keynesianer

“Als ob ich der TAZ irgend etwas glauben würde. Aber wenn die mal richtig recherchieren täten, dann könnten sie interessante Dinge über die Hintergründe der Antifa schreiben, denn da fließt schon viel Geld und Einfluss und die vielen eifernden Mitstreiter sind nicht ohne persönlichen Vorteil so eifrig dabei.”

Du hast es geglaubt. Guckst du oben. Aber ob ein PEGIDA-Fan begreifen kann was Satire ist? Jedenfalls beziehen die ihre Informationen aus der “Lügenpresse”. Na sowas aber auch. In der Lohnabrechnung steht, dass der Empfänger den Namen A. Nonym hat und in der Rosa-Luxemburg-Str. 1 wohnt. Ne ist klar:))

Bezahlter Antifademonstrant ist doch gar nicht mal so schlecht: immer an der frischen Luft, 25 Euro / Std. ist weit über Mindestlohn und dazu gibt es Freibier.

https://staseve.wordpress.com/2015/02/11/antifa-die-gekauften-demonstrationen-zum-storen-der-burgerbewegungen-mit-dem-geld-der-steuerzahler/

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 17:37

@Linus
»Das Problem war nicht die Öffnung der Märkte an sich, sondern dass dies ohne tragfähiges Geschäftsmodell geschah.«

Was wollen Sie eigentlich? In den Krisenländern Freilichtmuseen errichten, die von den wirtschaftlichen Zentren unterhalten werden?

»Allen EU-Ländern wäre geholfen. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Freilich hätte GR damit noch immer kein Geschäftsmodell.«
Aha, Griechenland hätte immer noch kein Geschäftsmodell, aber es wäre ihm geholfen, wenn die Importe teurer wären. Auch ‚ne Logik.

»Mir kann niemand erklären, warum D mit seiner Produktivität partout alle andern EU-Länder an die Wand drücken muss.«
D drückt niemanden an die Wand und es konkurriert auch nicht mit den PIIGS. Was machen in Ihren Augen eigentlich die Chinesen, wenn Sie das deutsche Verhalten schon als ein »an die Wand drücken« bezeichnen.

»Das ist Unsinn! Der Euro stünde tiefer, deswegen wäre er noch lange nicht Konfetti.«
Vermutlich so wie früher Lira oder Drachme. Was glauben Sie denn, warum diese Länder unbedingt alle in die Währungsunion wollten? Um es D zu erleichtern, diese Länder alle »an die Wand zu drücken«, wie Sie es bezeichnen?

»Was soll dieser Satz hier sagen?«
Die Anstrengungen Deutschlands sind nicht auf die europäischen Staaten ausgerichtet, sondern auf den Weltmarkt. Ich kann auch nicht erkennen, dass D die Welt mit Billigkram überflutet. Die Produkte scheinen mir eher im Hochpreissektor verankert.

@Andreas Kreuz
»Was fehlt, sind billigste Arbeitskräfte, die ohne Murren 12 Stunden am Tag jeden Blödsinn mit machen und dafür möglichst noch Geld mitbringen…«

Ich weiß ja nicht, in welchen Branchen Sie berufliche Erfahrungen gesammelt haben, aber ich kenne keine Fachkräfte, die ohne Murren 12 Stunden am Tag jeden Blödsinn mit machen und dafür noch Geld mitbringen.

Carlos Manoso März 14, 2015 um 17:46

@H.K.Hammersen März 14, 2015 um 08:53
„Varoufakis versucht, die Zustände in Griechenland als Teil einer globalen Krise darzustellen. Das ist der billige Versuch, die Verantwortung für die Zustände in seinem Land auf andere abzuwälzen. Natürlich gibt es die Spannungen zwischen Überschüssen auf der einen und Defiziten auf der anderen Seite. Aber zu Überschüssen und Defiziten gehören immer Zwei. Niemand hat die Griechen gezwungen, das produktive Arbeiten einzustellen und sich auf eine schuldeninduzierte Importversorgung einzustellen. Jetzt gibt er den Banken die Schuld, indem er sagt, die hätten GR verantwortungslos Kredit gegeben und die Staatsverschuldung überall auf der Welt sei die Folge der Bankenrettung. „
H.K.Hammersen, Varoufakis Buch “ Der globale Minotaurus, Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft“ ist wirklich lesenswert.

Varoufakis spricht vom „ globalen Minotaurus“, Varoufakis Allegorie für den gewaltigen Recyclingmechanismus, der die globalen Handels- und Kapitalströme steuert. Z.B benutzten nach WW2 die USA ihre globale Hegemonie, um gr0ße Teile seines Überschusskapitals, das sie damals durch Handelsbilanzüberschüsse anhäuft hatten, um die globalen Handels- und Kapitalströme umzukehren. Z.B. mußte 1945 Amerika die Industriezentren im Ausland mit ausreichender Nachfrage nach ihrer Produktion versorgen, im Austausch gegen rund 80% ihrer Kapitalflüsse. 2006/2009 geriet der „ globale Minotaurus“ in allmähliche, aber irreversible Auflösung .

Ein wesentlicher Grund dafür ist nach Varoufakis die fehlende Selbstbeschränkung Amerikas, ihr Privileg NICHT maßlos zu missbrauchen, als „Hüterin“ der Welt-Reservewährung Dollar nach Belieben global verfügbares Geld zu „drucken“. Das „Untier „ sei jetzt weg und die Welt befinde sich im Zustand permanenter Unsicherheit und einer möglicherweile lange anhaltenden Depression.

Wie dem auch sei, unterm Strich schwebt Varoufakis John Maynhard Keynes Vorschlag einer „Internationalen Clearing Union“ vor, den Amerika auf der Konferenz von Bretton-Woods 1944 abgelehnt hat

Meine persönliche Meinung ist, daß der Prozess schon umumkehrbar und zu weit entwickelt ist. M.e. wird sich das Dollar-System und sogar das Medium Geld selbst in vielen Stadien schrittweise (aber umumkehrbar) auflösen

Fan von Keynesianer März 14, 2015 um 17:58

“Die AfD hat im Münchener Stadtrat angefragt, ob die Demo gegen BAGIDA bezahlt wurden. Wichtiger wäre, ob der Mindestlohn eingehalten wurde!”

“Eilentscheid ist durch! Bei Blockupy zahlen wir 30 Euro Demogeld pro Stunde. Kommt zahlreich! ”

“Aus aktuellem Anlass: @Antifa_GmbH und @Antifa_eV gehören nicht mehr zu den piraten. Wir können deren Rechnungen leider nicht mehr bezahlen”

“Zu den Nachfragen: Salafisten kriegen kein Demogeld. Auch nicht wenn #HoGeSa und Pegida dagegen demonstrieren. Nur Antifas.”

https://twitter.com/Antifa_GmbH

Fan von Keynesianer März 14, 2015 um 18:02
KommentatorX März 14, 2015 um 18:23

@wowy März 14, 2015 um 14:43
Die USA sind ein Bundesstaat mit 50 Einzelstaaten
Die EU ist ein Staatenbund (oder wie das Bundesverfassungsgericht sagt: Staatenverbund)

Danke für den Hinweis. Mir ist ein Fehler unterlaufen.

Die USA und die Schweiz sind aus einem Staatenbund hervorgegangen.
Die Schweizer Eidgenossenschaft bezeichnet sich als Konföderation. Auf Latein lautet ihr Name daher Confœderatio Helvetica (Nationalitätszeichen CH). Von der Verfassungsnorm ist die heutige CH ein Bundesstaat.

Nun gibt es Bundesstaaten mit starker Autonomie ihrer Teilstaaten, wo auf der Bundesebene nur begrenzte Teilfunktionen wahrgenommen werden, wie die gemeinsame Währung, die Vertretung nach außen (Außenpolitik) und die Verteidigungspolitik.
Es gibt zwar einen Gesamtstaat, aber weitgehend sind noch die Strukturen eines Staatenbundes erhalten.

Vom Bundesstaat wird der Einheitsstaat unterschieden. Formal ist die BRD ein Bundesstaat, aber die BRD hat immer mehr einheitsstaatliche Strukturen bekommen (z.B. beim Recht, Bundespolizei, Schul- und Hochschulstrukturen etc.).

Richtig ist und bleibt die entscheidende Aussage von mir:
„Es ist Lüge und Betrug so zu tun, als wäre die EU ein Staat oder würde es in absehbarer Zeit zur Staatenbildung führen.“

Fan von Keynesianer März 14, 2015 um 18:24

Die Tante Vera Lengsfeld erklärt uns heute die Antifa und ihre staatlichen Finanzierer. Das ganze auch noch in meinem Lieblingssender Ostpreussen-TV.

https://www.youtube.com/watch?v=hSau3P5lnmI#t=401

Soldat Schwejk März 14, 2015 um 18:26

@ Andreas Treu —> “Ich erinnere mich, dass Du vor drei Jahren bei den Diskussionen um das erste Griechenland Rettungspaket als einer der wenigen hier in diesem Blog gegen eine grenzenlose ,,falsche” Solidarität gewarnt hattest”

Ich versuche halt zwischen einer ‘falschen’ und einer ‘richtigen’ Solidarität zu differenzieren… und keinen Internationalismus der Geldvermögensbesitzer zum Leitbild zu erheben, sondern einen proletarischen Internationalismus :-)

Bei der damaligen Umschuldung ging es darum, daß den Privatgläubigern der Arsch gerettet wurde… naja, zumindest die eine Arschbacke, die zu retten war. Während die Risiken auf öffentliche Gläubiger übergingen und die einfachen Griechen durchaus nicht “gerettet” wurden, sondern unter das desaströse Diktat der Troika-Memoranden gerieten.

Heute geht es darum, daß einer Regierung, die gegen diese ‘falsche’ Rettungslogik antritt, zunächst einmal genügend Spielraum verschafft wird, um die schlimmsten sozialen Auswirkungen der bisherigen “Rettungs”politik zu bekämpfen.

Zwei Paar Schuhe…

Was den Euro angeht – ich erinnere mich, Ende 2011 hatte etwa Costas Lapavitsas im “Guardian” dekretiert: “Greece must default and leave the Euro!” – Heute ist er bei Syriza und tritt m.W. öffentlich nicht mit dieser kategorischen Forderung auf, obwohl er sicher zu keinem Befürworter der Währungsunion geworden ist. Aber ‘Die dringendsten Dinge zuerst’, wie es heißt… Und wenn ein Lapavitsas unter veränderten Umständen seine Rhetorik revidiert, dann muß ein Schütze Arsch das auch dürfen…

—> ” In letzter Zeit meinte ich aber zu erkennen, dass Du Dich möglicherweise von den Pessimisten hier in diesem Blog ein bisschen hast anstecken lassen.”

Himmel nein… Is nur gerade wieder grau draußen… Aber ich gelobe Besserung. Ein Lied! Ein optimistisches Lied!

https://www.youtube.com/watch?v=uDSdzgM_ZfE

Bogus März 14, 2015 um 18:37

Morph
“Nationalstolz und Untertanengeist gehen Hand in Hand.
Ebenso das Interesse an aufrechtem Gang und die Hoffnung, der eigene Staat möge außenpolitisch klug, behutsam und unauffällig operieren.”

Der eigene Staat wird gegenüber andere Staaten repräsentiert durch…?
Verantwortlich für die Außenpolitik meines Staates, also dessen Beziehung zu anderen Staaten zeichnet…?

Mögliche Antworten bitte eintragen.

Was meinst du dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=71-N0gvz-f0
Ein Beispiel für behutsames, unauffälliges Operieren? Oder, da dieser denkwürdige Satz die EINZIGE Konsequenz war, die die NSA-Affäre hatte und mit dieser unserer Regierung je haben wird, vielleicht ein Beispiel von… Duckmäusertum?

Linus März 14, 2015 um 18:48

@H.K.Hammersen:
“Was wollen Sie eigentlich? In den Krisenländern Freilichtmuseen errichten, die von den wirtschaftlichen Zentren unterhalten werden?”

Wenn man schon eine gemeinsame Freihandelszone und Währung einrichtet, dann sollte man sich auch auf eine gemeinsame Wirtschaftspolitik einigen, die genau solche Ungleichgewichte ins Visier nimmt und entsprechende Massnahmen/Investitionen tätigt. Strukturprogramme sind innerhalb D’s ja auch gang und gäbe.

“Aha, Griechenland hätte immer noch kein Geschäftsmodell, aber es wäre ihm geholfen, wenn die Importe teurer wären.”
Durchaus. Es hätte bessere Exportchancen und täte sich so erheblich leichter, ein tragfähiges Modell zu entwickeln.

“D drückt niemanden an die Wand und es konkurriert auch nicht mit den PIIGS.”
Das sind Märchen. Deutschlands Welt-Export profitiert massiv von dem niedrigen Euro. Für deutsche Verhältnisse ist dieser fundamental unterbewertet, für die übrigen EU-Staaten überwertet, und das drückt erheblich auf deren Handelsbilanz.

“Vermutlich so wie früher Lira oder Drachme. Was glauben Sie denn, warum diese Länder unbedingt alle in die Währungsunion wollten?”
Die hatten sich durchaus wirtschaftlichen Aufschwung versprochen. Ohne gemeinsame Wirtschaftspolitik und Strukturprogramme sind daraus aber nur Absatzmärkte geworden, die auf Pump finanziert wurden. Da sind die PIGS zu gutem Teil selber schuld. Aber für diese Markterweiterung war sich D auch nicht zu fein.

“Die Anstrengungen Deutschlands sind nicht auf die europäischen Staaten ausgerichtet, sondern auf den Weltmarkt.”
Ok! Dann soll D sich auf dem Weltmarkt austoben. Aber nicht auf Kosten der anderen Euroländer, indem es sich deren billige Währung zunutze macht.

“Was machen in Ihren Augen eigentlich die Chinesen?”
Im Fall des Falles würde sich der Wechselkurs entsprechend anpassen, oder man würde Zölle einführen. Beide Möglichkeiten hat GR nicht.

Zum Schluss noch was Persönliches: Ich habe keine Lust, weiter auf dieses Sammelsurium an Blödheiten einzugehen. Das ist hier schon x-mal rauf- und runterdekliniert worden. Auf ein ander Mal.

QuestionMark März 14, 2015 um 18:54

@Soldat Schwejk März 14, 2015 um 18:26
Den Spielraum kann sich die griechische Regierung nur verschaffen wenn sie die Spiele der Reichen nicht mehr mitspielt. Über weitere Kredite (zu Bedingungen der Ausbeuter) wird sich weder Griechenland noch die dortige Regierung retten können.

Die Lösung (wie bereits weiter oben erwähnt): Bei der Staatsfinanzierung denselben Weg wie die Amis gehen. Monetarisierung der Schulden über die eigene Zentralbank (zu quasi Nullprozent-Zins) und ein “Big Fuck You” in die Richtung Brüssels.
Ansonsten: Die stattgefundenen Privatisierungen rückgängig machen (durch Enteignungen) mit einem “Big Fuck You” in die Richtung Kapitalist. Und um die Aushandelsbilanzungleichgewichte wieder zurückzuführen: Zölle auf die eingeführten Waren erheben und diese solange erhöhen bis das Ungleichgewicht (auf natürlichem Weg) beseitigt ist. Gleichzeitig würde dadurch die griechische Binnenwirtschaft gestärkt werden.
Übrigens: Das ist anders als bei dem derzeitigen Primärüberschuß der lediglich durch eine Beschädigung der griechischen Wirtschaft zustandegekommen ist.

Das Problem von Syriza ist jedoch: Man ist noch in den Herrschaftsgedanken der EU-Imperialisten gefangen. So lange das so ist, so lange gibt es kein entrinnen.

Andreas Treu März 14, 2015 um 19:04

@Soldat Schweijk

Heute geht es darum, daß einer Regierung, die gegen diese ‘falsche’ Rettungslogik antritt, zunächst einmal genügend Spielraum verschafft wird, um die schlimmsten sozialen Auswirkungen der bisherigen “Rettungs”politik zu bekämpfen.
Ich war zunächst skeptisch, ob diese Regierung es ernst meinte. Inswischen zeichnet sich ab, dass sie es ernst meinen. Ich denke, in der Eurozone ist der Rückhalt für den neuen griechischen Kurs groß. In den vergangenen Tagen hatte ich die Schlagzeilen in den franzöisischen Medien verfolgt und konnte da keine Kritik für die Griechen entdecken. Der Konflikt scheint auf Deutschland begrenzt zu sein. Hier in der Presse wird anderes berichtet als in den Süd-Europa. Und ganz sicherlich hätte sich Herr Schäubler und seine Leute nicht freiwillig auf eine solche Diskussion wie mit Herrn Varoufakis eingelassen. Die demokratischen Prozesse haben ihn jetzt aber eingeholt. Das ist ja gerade der Witz, dass die notwendigen Diskussion jetzt über den Umweg Ausland Einzug in die deutsche Politik erhält.

Himmel nein… Is nur gerade wieder grau draußen…
Dann hoffe ich mal auf besseres Wetter ;-)

Linus März 14, 2015 um 19:14

@?:
“Tatsächlich ist die Wiedereinführung von Zöllen die einzige praktikable Lösung um die Außenhandelsungleichgewichte sinnvoll in den Griff zu bekommen.”

Ich habe nicht grundsätzlich was gegen die Wiedereinführung von Zöllen. Das kann bereichsweise durchaus sinnvoll sein (und wird sogar heute noch in der EU gehandhabt. Nichts anderes sind die Agrarsubventionen).
BB hat das mal intelligenten Protektionismus genannt. Ich fand den Ausdruck gar nicht schlecht. Gemeint ist ein Protektionismus, der darauf aus ist, Ungleichgewichte abzubauen und dem zarten Pflänzchen eines neuen und nachhaltigen Geschäftsmodell einen Schutzraum zu bieten. Argentinien hatte eine Methode, wo der sinnvolle und ausgewogene Tausch noch augenfälliger war: Import von BMW’s nur dann, wenn umgekehrt Waren im gleichen Wert aus Argentinien ausgeführt werden konnten. Keine Ahnung, was daraus geworden ist.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 19:18

@Linus
Sie widersprechen sich permanent in Ihren Aussagen selbst, weil Sie mit aller Gewalt wollen, dass D schuld ist an der Misere der Krisenstaaten ist. Glauben Sie mir:

Es waren Griechen, die Griechen ausgenommen haben. Es waren Griechen, die anderen Griechen die elementarsten Leistungen gestrichen haben. Es waren Griechen, die die Kapitalflucht aus Griechenland heraus ermöglicht und betrieben haben. Und es waren Griechen, die andere Griechen in die Ämter gewählt haben, in denen diese Griechen zu Lasten vieler anderer Griechen Griechenland ruinieren konnten. Es waren Griechen, die die griechischen Zahlen getürkt haben, damit Griechenland in die Währungsunion kommt. Griechen! Griechen! Griechen!

Aber nach ihrer Grundüberzeugung kann das ja gar nicht sein, weil an allem Elend D schuld ist. Unter dieser Prämisse ist es tatsächlich sinnlos, mit Ihnen zu diskutieren.

Soldat Schwejk März 14, 2015 um 19:28

@ Hammersen —> “Die Griechen haben es richtig clever angestellt, indem sie die unterste Bevölkerungsschicht so richtig ins Elend gedrückt haben”

Äh… nein. Ich bitte da zu differenzieren. Das haben nicht “die Griechen” getan, sondern die Nea-Demokratia-Regierung unter Anleitung der Troika. Während etliche der beabsichtigten (und von den Eurokraten beanstandeten) Maßnahmen von Syriza genau darauf abzielen, diese ungerechte Lastenverteilung zu beenden.

—> “Zinsen und Fälligkeiten werden vollständig aus Neukrediten bestritten.”

Also fällige Anleihen werden m.W. so gut wie immer durch die Emission neuer Anleihen refinanziert, egal ob Staats- oder Unternehmensanleihen. Und die Zinszahlungen plus ein bissel Tilgung sollen ja nach Vorstellung ‘der Institutionen’ aus einem beständigen Primärüberschuß von ca. 4,5% erfolgen… Während Syriza den Primärüberschuß deutlich geringer halten sowie Zins & Tilgung teils von der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung Griechenlands abhängig machen will. Was mir beides vernünftig und sozial verantwortlich erscheint.

—> “Und warum schreibt die griechische Regierung nicht konkret Maßnahmen in diesem Sinne in ihre Pläne für die Troika? Mir ist nicht bekannt, dass die Institutionen Maßnahmen der Griechen, die in Richtung Haushaltssanierung gingen, deshalb abgelehnt hätten, weil ihnen die Art nicht gepasst hätte.

Nun, das ist eine neue Regierung, die immer noch keine hundert Tage im Amt ist. Seit der Wahl ist ungefähr so viel Zeit vergangen, wie es in D normalerweise schon für die Koalitionsverhandlungen braucht. Und die Leute müssen ja in ihren Ministerialverwaltungen erst mal einen Überblick kriegen. Das mit der Syriza-Regierung ist etwa so, also würden in D die Altparteien abgewirtschaftet haben und eine neue Mehrheit, sagen wir, aus Linken und Freien Wählern die Regierung stellen. Wie sollen die zu diesem Zeitpunkt genaue Zahlen darüber vorlegen, welche fiskalpolitische Maßnahme welche zusätzlichen Einnahmen bringt?

Im übrigen, wieso sollen die etwas in die Pläne “für die Troika” schreiben? Bzw. wieso sollen “wir” eine solche Forderung für vernünftig halten? Die Troika hat jahrelang der alten griechischen ND-Regierung als eine Art finanzpolitische Besatzungsmacht die Bedingungen diktiert. Ohne daß das zu einer Sanierung der Einnahmenseite des Haushaltes geführt hat; das einzige was die Troika mit Verve durchgesetzt hat, waren Ausgabenkürzungen und haushaltsneutrale Deregulierungen (Mindestlohn). Die Troika hat ebenso erkennbar abgewirtschaftet wie die Nea-Demokratia-Regierung, und es erscheint mir völlig legitim, daß Tsipras und Co. die nach Möglichkeit draußen halten wollen.

—> “Wenn ein Land die Währungsunion verlässt, dann verliert es binnen kürzester Zeit seine mobile Bevölkerung. Oder glauben Sie allen Ernstes, die gutausgebildeten jungen Menschen in den Krisenländer bleiben zu Hause wegen der Aussicht auf einen Job, der bezahlt wird mit einer Drittweltwährung”

Also erstens wäre eine Neudrachme keine Drittweltwährung… Dann wäre etwa auch der ungarische Forint eine. Wieviel würde eine Neudrachme abwerten? Da könnte man für eine Orientierung die Inflationsdifferenzen seit Euroeinführung zusammenmultiplizieren, mach ich jetzt nicht… also vielleicht würde sie so viel abwerten wie der Euro gegenüber dem Dollar seit 2008? :-)

Außerdem passiert das, was Du da als Schreckensszenario an die Wand malst, doch genau jetzt. Die jungen Leute wandern bereits jetzt ab… nicht wegen einer Währungsabwertung, sondern wegen der viel schlimmeren “inneren Abwertung”. (Einkommensverlusten).

@ Linus —> “Es hätte bessere Exportchancen…”

Wie dem auch sei, zumindest könnten bei einer Abwertung viele Importe durch eigene Güter substituiert werden. Man muß ja nicht immer nur an den Export denken, sondern auch an den Binnenmarkt. Das war ein schnell erkennbarer positiver Effekt der Rubelabwertung 1998.

Daß aber gerade bei dem Thema der @topi fehlen muß…

Linus März 14, 2015 um 19:28

@H.K.Hammersen:
“Es waren Griechen, die Griechen ausgenommen haben.”
Kein Widerspruch! Ich sage aber dazu: Es waren die anderen die ihnen dabei tatkräftig geholfen haben. Goldmann Sachs, Siemens, Olympia, deutsche U-Boote etc.

Nochmal! Es braucht nicht Schuldzuweisungen, sondern tragfähige Konzepte. Ich bin mir keineswegs sicher, dass Syriza die liefern kann. Aber die Troika hat nachweislich exakt das Gegenteil davon getan.
Was Wirtschaft anbetrifft, wohnen wir nicht in D, sondern in Europa. Und damit geht uns GR etwas an.

H.K.Hammersen März 14, 2015 um 20:02

@Linus
“Was Wirtschaft anbetrifft, wohnen wir nicht in D, sondern in Europa.”

Das ist genau der Punkt. Sie schreiben das zwar hier in den Blog, aber Sie wollen die Implikationen daraus nicht wahrhaben. Integration bedeutet Aufgabe von Souveränität. Wir haben es noch mit souveräne Staaten zu tun und müssen uns deshalb für innereuropäisches Handeln mit Verträgen behelfen. Wären diese Verträge Gesetz, wären fast alle europäischen Politiker vor Gericht.

In jedem Land wird fröhlich vor sich hingewählt nach dem Motto, nun hol mal möglichst viel für uns raus aus Europa, liebe Regierung. Und wenn nicht mehr genug kommt, wählen wir euch halt ab.

Als die Kredite in Südeuropa noch reichlich flossen, hat sich dort niemand über das deutsche Verhalten beschwert. Jetzt, wo diese Kredite nicht mehr fließen, wird gejammert. Und nach Transfers geschrien. Wer Transfers will, muss Souveränität aufgeben. Ein deutsches Bundesland kann auch nicht machen, was es will. Jede Gemeinde in D, die ihre Finanzen ruiniert, kommt unter Zwangsverwaltung. Auch die Transfers auf EU-Ebene sind zweckgebunden.

Wenn Syriza nicht liefert – und das werden sie nicht, jedenfalls nicht so, wie deren Wähler sich das vorstellen – werden sie abgewählt.

Entweder das Land kommt unter Kuratel oder es geht unter, weil zum Schluss, alle die noch laufen können, nicht mehr an der Wahlurne sondern mit den Füßen abstimmen werden. Wir könnten jeden beliebigen Betrag nach Griechenland überweisen, es würde sich nichts ändern. Im Gegenteil, jede Transferleistung würde den unhaltbaren Zustand nur verfestigen. Und ich wette, dass Varoufakis bald hinschmeißen wird. Klein-Klein und dünne Bretter bohren ist garantiert nicht sein Ding.

wowy März 14, 2015 um 20:09

@KommentatorX
Die Bundesrepublik Deutschland ist föderal strukturiert. Ein Bundessstaat mit 16 Einzelstaaten, weshalb die Bundesländer eigene Verfassungen haben.
Beim Einheitsstaat ist die Kompetenzhoheit zentralisiert, wie z.B. in Frankreich.

KommentatorX März 14, 2015 um 20:15

@wowy

Entscheidend ist die gesellschaftliche Realität und nicht das, was auf dem Papier steht.

wowy März 14, 2015 um 20:24

@H.K.Hammersen
In den europäischen Verträgen sind die abgegebenen Kompetenzen klar geregelt, was man nicht in allen Punkten gut finden muss (Exekutivüberschuss) ist aber so. Ansonsten gilt das Subsidiaritätsprinzip http://dejure.org/gesetze/EU/5.html
Soweit zur Theorie
Von z.B. der Troika ist da nirgends die Rede.
Wie soll das Chaos beherrscht werden, wenn es in der EU keine Einigkeit mehr über die Modalitäten gibt. Und ich rede von der EU, als durch ihre Mitgliedstaaten repräsentierten Staatenbund und nicht von irgendwelchen Hinterzimmergremien.
Wir brauchen eine Reform der EU.

wowy März 14, 2015 um 20:26

@KommentatorX
Die föderale Struktur ist Realität.

BB März 14, 2015 um 20:40

*kecker, lach* der EU-Scholz

http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/schulz-fordert-tsipras-zur-koalitionskuendigung-auf-13483106.html

Der war mir gestern schon aufgefallen, dass der nur an Syriza rummäkelt.

Diese Sozialdemokraten sind EU- und Arbeitnehmer-Verräter, einer wie der andere.

Eigentlich müsste der die Griechen gegen Schäuble verteidigen und den Rücktritt des Komplett-Versagers Schäuble massiv fordern.

Aber diese Art von Sozis sind so verdorben, die machen jede politische Intrige willig und freudig mit.

Das haben wir noch nicht vergessen, dass der SPD-Scholz dem Juncker dabei geholfen hat, jetzt in einer Position zu sein, in der der jeden Angriff gegen sein Piratennest Luxembourg sofort zu kontern kann durch Aussitzen. Genau deshalb und nur deshalb ist der Juncker Kommissionspräsident.

SPD, wenn ihr Syriza kaputtmacht bzw. nicht rettet, dann gründen wir eine neue Partei und die macht euch dann wirklich fertig!

(natürlich nicht sowas Lahmarschiges wie die Piraten oder sowas sich selbst permanent Beinchen stellendes wie die Linke oder sowas Dummes wie die AfD und Pegida, sondern was mit richtig Pfeffer)

PS: Gestern die Pudel-Show gesehen? Mannomann, ÖR kann man wirklich mittlerweile komplett in die Tonne treten.

BB März 14, 2015 um 20:46

PS: Genauso werden die auch Podemos kleinkriegen wollen, das haben die sich alle (!) inklusive strunz-bräsiger SPD schon vorgenommen.

Ich hoffe, die proletarischen Intellekte Europas sind lernfähig und entwickeln rechtzeitig eine Strategie gegen diese Art von brutaler Intrige. Und den Griechen kann man nur wünschen, haltet durch. Macht nicht den Fehler, in ein paar Monaten wieder konservativ zu wählen, was sich unsere EU-Eliten natürlich ganz sehnlichst wünschen. Weil sie lieber mit korrupten Oligarchen Geschäfte machen.

Carlos Manoso März 14, 2015 um 20:53

@Morph März 14, 2015 um 15:57
„Duckmäuser ist eine Kategorie, die persönliches Verhalten beschreibt. Eine Organisation kann kein Duckmäuser sein, was wäre Duckmäusertum im Fall einer Firma, eines Museums, eines Amtsgerichts, einer Regierung?
Duckmäuser oder aufrechter Freigeist ist der Einzelne in Bezug zur Organisation, an der er mitwirkt. Z.B. als Staatsbürger.
Wer den Staat, an dem er mitwirkt, als Person missversteht (‘Vater’ Staat) und wünscht, dieser Staat möge kein ‘Duckmäuser’ sein, der hat sich persönlich seinen Untertanengeist dokumentiert.
Nationalstolz und Untertanengeist gehen Hand in Hand.
Ebenso das Interesse an aufrechtem Gang und die Hoffnung, der eigene Staat möge außenpolitisch klug, behutsam und unauffällig operieren.“

Morph, aus dem Widerspruch zwischen Bourgeois und Citoyen entspringt eine widersprüchliche Rollenverteilung. Der Staat übernimmt die Rolle der Verantwortung für das “Allgemeine”, während die „Privat-Bürger“ freigesetzt sind von dieser Verantwortung, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegen, die der Staat im Interesse der Allgemeinheit erläßt.

Aus dieser Rollenverteilung ergibt sich ein Rollenkonflikt zwischen der Fraktion der „Bourgeois“ , die den Staat in seinen Allgemeinwohl-Ansprüchen einschränken wollen, um möglichst unbeschränkt über möglichst viele Güter, Einkünfte und Machtpositionen verfügen zu können. Diese Fraktion wird als „rechts“(politisch konservativ) eingeordnet.

Die andere Fraktion (politisch „links“) will den Staat in seiner Allgemeinwohl-Verantwortung möglichst ausdehnen (z.B. durch Sozialgesetze). Diese Fraktion der Citoyen kann aber immer nur maximal Teilerfolge erzielen, obwohl sie nach eigener Überzeugung von der Gemeinwohl-Idee des Staates her „das Eigentliche“ vertritt.

In einer „Demokratie“ wird allgemein von allen Bürgern prinzipiell immer akzeptiert, dass die Fraktion der Bourgeois auf geheimisvolle Weise immer die eigentliche Macht im Staate hat und auch immer behält. Gerade deshalb ist „Demokratie“ so extrem perfekt für das System des Kapitals.

Andreas Treu März 14, 2015 um 20:57

@BB
ÖR kann man wirklich mittlerweile komplett in die Tonne treten.
Dann schmeiss die Glotze doch endlich mal ‘raus.

wowy März 14, 2015 um 20:58

Ein Grieche äußert seine Sicht im Guardian
http://www.theguardian.com/world/2015/mar/14/greek-election-syriza-why-i-voted-alex-andreou

via Michalis Pantelouris

BB März 14, 2015 um 20:59

Übrigens, was hinter dem Vorschlag von Scholz steht ist ja wohl auch klar.

Wenn die Syriza den Verteidigungsminister aufgibt, dann muss sie sich einen neuen Koalitionspartner suchen. Und dabei wird sie wohl dem auch den Posten des Finanzministers geben.

Und damit ist dann wieder einer der alten Eliten der wichtigste Mann. Denn wer regiert Europa? Die Finanzminister.

BB März 14, 2015 um 21:01

@Andreas Treu

“…..Dann schmeiss die Glotze doch endlich mal ‘raus. ….”

Nein brauch ich noch. Zur Feindbeobachtung!

Carlos Manoso März 14, 2015 um 21:19

@BB März 14, 2015 um 21:01
„“…..Dann schmeiss die Glotze doch endlich mal ‘raus. ….”
Nein brauch ich noch. Zur Feindbeobachtung!“

BB, hmmm:
„Offenbar aus Verärgerung über die herbe Niederlage der Münchner im Champions-League-Halbfinale hat ein Rosenheimer aus einer Wohnung im 2. Stock in der Marienberger Straße seinen alten Fernseher auf die Straße geworfen.
Bei dem Rauswurf wurde niemand verletzt, da weitere niedergeschlagene Fußballfans den Ort der Frustverarbeitung weiträumig absperrten.
Anschließend wurde die Örtlichkeit wieder fein säuberlich aufgeräumt.
Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim“
http://www.rosenheim24.de/rosenheim/rosenheim-stadt/rosenheim-bayern-debakel-fernseher-fliegt-fenster-3518759.html

Andreas Treu März 14, 2015 um 21:40

>>
Nein brauch ich noch. Zur Feindbeobachtung!“

Ist doch egal, was der ,,Feind” macht, solange Du Deine eigene Orientierung hast.

QuestionMark März 14, 2015 um 21:49

@BB März 14, 2015 um 21:01

Nein brauch ich noch. Zur Feindbeobachtung!

Über SPON, Welt, FAZ usw. hast du den ganzen Schrott auch frei Haus. Glotze braucht man da gar nicht mehr. Steht eh überall dieselbe Propaganda.

Manfred Peters März 14, 2015 um 22:29

@ Glotze braucht man da gar nicht mehr.
TV ist führend in der Meinungsbildung in D!
Wir hatten oben das Thema schon einmal, aber lassen wir die Wiederholung aber Vater der Weisheit mal zu. Ich gebe mir so viel Mühe bei der Recherche und Ihr ignoriert das. :-(
Fazit: BB weiter Feind- und Luftbeobachtung durchführen! Was machen aber die, die alle 5 Medien und noch ne Jauchegrube zur Verfügung haben?

ruby März 14, 2015 um 22:51

Task Forces – Plural, eine reicht nicht mehr …

http://www.deutschlandfunk.de/eu-verhandlungen-mit-griechenland-neue-task-forces-sollen.1818.de.html?dram:article_id=314132
Was schreibt der EU-Vertrag dazu ?
Sollen die Verfassungsgerichte wieder genehmigen?
Muss Europa das noch ernst nehmen oder sollen wir alle den Juncker machen?
Mach den Juncker …
Mach den Juncker !!!
Mach den Juncker ;-) ;-) ;-)
Da reimt sich soviel drauf.

BB März 14, 2015 um 23:00
Andreas Treu März 14, 2015 um 23:51

@BB

war alles bereits zig-Mal im Vorgänger durchgekaut.

Nur mal so, als update:
https://www.youtube.com/watch?v=sa0rpCgVLs4

Ton Steine Scherben Drummer zerstört Tisch in Talkshow

Andreas Treu März 14, 2015 um 23:58

@BB

Oder noch besser:
The Politics of Ecstasy von Dr. Timothy Leary

What to Do When the Vietcong Drop LSD in Our Water Supply.

Absolut lesenswert. Mein Tipp, tu Dir das nicht an, Dich ständig vom Feind berieseln zu lassen. Wenn Du mich fragst, da gibt es nichts zu beobachten. Things are things. You can’t make them better. Jeder tut sein Ding.

P.S.
Falls Du das Werk oben gerade nicht zur Hand haben solltest (gehört eigentlich in jede Hausbibliothek):
http://jungledrum.hopto.org/news/attachments/may2013/leary_politicsofecstasy.pdf

Soldat Schwejk März 15, 2015 um 00:03

… ach so, @ Hammersen noch mal

—> “der Lebensstandard in GR muss runter, und zwar drastisch.”

War wohl zu diplomatisch in der Antwort… manchmal muß es deutlicher gesagt werden…

Allein solche Aussage “Lebensstandard muß runter” mit der Erweiterung “und zwar drastisch”…

So was so daherzusagen zeugt von schwerer Beklopptheit. Ich befürchte, man kann da zwar noch Worte drum machen, aber es wird an der Diagnose nicht mehr viel ändern :-(

Keynesianer März 15, 2015 um 00:03

Ein Interview mit der nächtlichen Begleiterin von Boris Nemtsov, ???? ????????:

https://www.youtube.com/watch?v=9ncP6wZ3y1c

Verstehe leider kein Wort. Aber vielleicht ist es interessant.

Keynesianer März 15, 2015 um 00:13

Wahrscheinlichkeitsrechnung:

But go back to the clue Nemtsov himself provided. Tracking his position by telephone signal fix is so sophisticated these days – for government services and commercial killers, alike — his position can have been monitored to between 10 and 30 metres – lethal range. The technology cannot predict intention. Once he started out of the restaurant, Nemtsov had his choice of 8 exit doors on to three streets – Nikolskaya, Vetoshny, and Ilyinka. Once on the street, Nemtsov then had two options – left or right. On Ilyinka, the route Nemtsov chose, he turned right and headed towards, then across Red Square, in front of St. Basil’s Cathedral.

He then had the choice of taking a cab or walking across the bridge. Duritskaya has testified that there was a discussion on the point – she wanted to take a taxi, she claims, and Nemtsov wanted to walk. From the second Nemtsov started out the restaurant door, the probability he would make the fateful choice to walk across the bridge was 1 in 36.

With what probability can the attackers have anticipated Nemtsov’s move and with what confidence to position the assassin on the stairs, or in the passage under the bridge, or in the snow truck, in advance of Nemtsov’s arrival on foot? Is the probability more sure, from the assassins’ point of view, that they would have enough time to drive from their parked position to make the attack point and rendezvous with the shooter? Were the probabilities in the fluke range that Nemtsov could be gunned down with St. Basil’s and the Kremlin Wall visible in the background?

The grander the conspiracy theory of this murder, the further removed it becomes from the physical evidence Nemtsov himself provided — and from the probabilities of the assassination plot, as the record shows it turned out.
http://johnhelmer.net/?p=12873

Linus März 15, 2015 um 00:15

@H.K.Hammersen:
“Wir haben es noch mit souveräne Staaten zu tun und müssen uns deshalb für innereuropäisches Handeln mit Verträgen behelfen. Wären diese Verträge Gesetz, wären fast alle europäischen Politiker vor Gericht.”

Zutreffend. Auch D verstösst permanent gegen die Maastricht-Kriterien. Innerhalb einer Wirtschaftsunion, eines Kuchens also, sind die Überschüsse der einen zwangsläufig die Unterschüsse der anderen. Dieses Ungleichgewicht führt zu massiven Verwerfungen innerhalb der Währungsunion. Das kann nicht gut gehen.

Es ist nun völlig unsinnig, sich gegenseitig vorzuführen, wer seinen Gürtel noch ein Loch enger schnallen kann. Das ist aber gegenwärtig D’s Argumentation. Das ist keine Strategie der Kooperation, sondern ein perverser Wettbewerb, wer länger durchhält, bis er verhungert ist (das ist naturgemäss der, der am meisten auf den Rippen hat).

Genug des Protestanten-Bashings. Die PIGS-Länder haben sich fraglos viel zuschulden kommen lassen (einen Grund liegt wie schon oben erwähnt sicher in der Ablösung aus Diktaturen. Da sind korrupte Verhältnisse erstmal vorprogrammiert).

Sinnloses “auf Diät Setzen” hilft aber nicht aus der Misere. Vielmehr muss man sich für die strukturschwachen Gebiete Europas überlegen, wie man sie nach vorne bringt. Und das dann eben nicht unter der Ägide des Wettbewerbs (wie dämlich ist das denn innerhalb eines Wirtschaftsraumes), sondern der Kooperation. Das ist ein anderes Paradigma.

Natürlich ist das schwierig, insbesondere unter den entsprechenden politischen Altlasten (Klientelismus, Korruption, etc). Also macht man zwecks Komplexitätsreduktion erstmal die Schotten dicht und räumt dort auf. Mit eigener Währung, Zollschranken und noch ein wenig Unterstützung durch die EU sollten die Griechen da gut zurecht kommen. Fertig ist die Laube.

Und wenn das geschehen ist, dann kann man sich immer noch überlegen, ob ein gemeinsamer Währungsraum für die PIGS tatsächlich das Ideale ist. Ich hege schwere Zweifel daran; zu unterschiedlich das Produktionspotential in ‘blauer Banane’ und Rest.

Einen hab ich noch – nicht um nachzutreten, sondern mehr der Vollständigkeit halber (es wäre auch noch im Detail auszudiskutieren). Warum verzichtet die EU eigentlich weitgehend auf Schutzzölle auf Waren aus Fernost? So könnten doch z.B. Klamotten und Schuhe wunderbar in GR hergestellt werden. Ganz einfach: Weil dann umgekehrt deutsche Ausfuhren mit Schutzzöllen belegt würden. So hängt alles mit allem zusammen.

Natalius März 15, 2015 um 00:38

@K,

Ach Nemtsov und seine Freundin. Jetzt ist Putin weg, manche sehen schon die Geburt des Antichristen in der Schweiz und andere behaupten, die Nase des Diktators sei aufgefunden worden. Die Nachrichtenlage ist do so besch..ssen, dass man gleich Irlmayer lesen kann…

Morph März 15, 2015 um 01:18

@Schwejk

“Allein solche Aussage “Lebensstandard muß runter” mit der Erweiterung “und zwar drastisch”… So was so daherzusagen zeugt von schwerer Beklopptheit.”

Finde ich auch.

@Natalius

Ich habe im vorigen thread Deine Aufforderung, doch mal bitteschön links und rechts zu definieren, unbeantwortet gelassen. Mich interessiert vor allem links, und was links ist, ist immer open to debate.

Aber es gibt schon ein zentrales Begriffsmerkmal: Wer links ist, unterscheidet zwischen links und rechts. D.h. wer links ist, denkt eine andere Überzeugung mit, die er nicht richtig findet.

Wer rechts ist, will von diesem Unterschied nichts wissen, sondern träumt vom totalen Einverständnis.

Daher können Linke (wenn sie wirklich links sind ;-) ) den friedlichen aber substanziellen Meinungsstreit denken. Rechte kennen nur Leben oder Tod.

Keynesianer März 15, 2015 um 04:59

@Linus

Also macht man zwecks Komplexitätsreduktion erstmal die Schotten dicht und räumt dort auf. Mit eigener Währung, Zollschranken und noch ein wenig Unterstützung durch die EU sollten die Griechen da gut zurecht kommen. Fertig ist die Laube.

Wenn wir einen guten Willen der Verantwortlichen in der Politik unterstellen könnten, dann dürfte es auch im Euro keine Probleme gegeben haben.

Wir können aber keinen guten Willen in der Politik unterstellen. Denn es ist ja nicht so, dass die Drahtzieher der Agenda2010 in Deutschland nicht gewusst hätten, dass es in einer Währungsunion kein Lohndumping geben kann. Es ist auch nicht so, dass Merkel zu dämlich wäre, um zu kapieren, dass es keinen Wettbewerb zwischen den Mitgliedern einer Währungsunion geben darf, wer die Löhne und Sozialleistungen noch mehr abbaut.

Sondern es ist alles böse Absicht!

Und dann klappt es auch mit der Rückkehr zu den früheren Nationalwährungen nicht. Sondern man wird dann erst Recht die Völker gegeneinander ausspielen und die Ökonomien in Krisen treiben. Ohne allseitigen guten Willen hilft auch eine Schutzzollpolitik nichts und die Währungen werden dann von den Spekulanten am Devisenmarkt zum Schaden der Ökonomien hin und her manipuliert.

Früher waren die Gutmenschen alle für den Euro, heute sind sie alle für den Bruch der Eurozone. In beiden Fällen ist aber der Fehler, von einer gutwilligen Politik zu träumen und die Neoliberalen nicht sehen zu wollen.

Die Abwicklung des Euro wird zu einem wirtschaftlichen Desaster führen. Die Spekulanten werden sich auf die Eurozone stürzen und die Medien werden in jedem Land die Völker, Klassen, Profiteure und Opfer gegeneinander hetzen wie jetzt schon die Deutschen gegen die Griechen und die Griechen gegen die Deutschen und wie während der Agendakampagne in Deutschland die Krauter gegen die Arbeiter und Arbeitslosen.

Keynesianer März 15, 2015 um 05:05

@Morph

Die Herrschenden sind immer daran interessiert, die Opfer der von ihnen geschaffenen Verhältnisse gegeneinander zu hetzen. Also die Linken gegen die Rechten und die Rechten gegen die Linken und die Jungen gegen die Alten … bis zur Antipegida gegen die Pegida heute.

Dass das von Dir unterstützt wird, war ja kaum anders zu erwarten. ;)

Keynesianer März 15, 2015 um 05:10

@Natalius

Die Nachrichtenlage ist do so besch..ssen, dass man gleich Irlmayer lesen kann…

Bevor man den SPIEGEL liest oder die ZEIT und die TAZ allerdings. Im Moment scheint der Iran die Schlacht gegen die US-IS gewonnen zu haben und der General der nach Jerusalem benannten Spezialeinheiten wurde schon in Amman empfangen. Darum sind die USA plötzlich so freundlich zum Iran, dessen Truppen praktisch an der Grenze zu Israel stehen und dort könnte es in den nächsten Tagen zu einem Regimewechsel kommen.

Davon erfahren wir allerdings nichts in den Systemmedien, die sind mit Pegida-Antipegida voll beschäftigt.

Systemfrager März 15, 2015 um 05:43

„Der Tod kommt aus Amerika“ und die Bestätigung durch den Chef von STRATFOR
youtube >>>
Verantwortlich: Albrecht Müller
Der Tod kommt aus Amerika“- dies sollte der Titel meines nächsten Buches sein, ergänzt um den Untertitel:
Der bedrückende Wandel der USA vom Befreier zum Gewalttäter

Systemfrager März 15, 2015 um 06:00

Und insoweit lässt sich durchaus sagen:
@Jarchow & Co ist die amerikanische Fünfte Kolonne in DE

Systemfrager März 15, 2015 um 06:26

Bündnis mit Russland jetzt!
Deutsche & Russische Befreiungsbewegungen vereinen!
youtube >>>

Wir Deutsche, aber auch der Großteil der Völker der Erde, müssen den kriminellen Psychopathen in der US-UK-ISR-Regierung klar machen, dass wir mittlerweile bescheid wissen über ihre Machenschaften, und das wir diese nicht mehr dulden.

Ein Kommentator

Systemfrager März 15, 2015 um 06:34

Kurze Geschichte der US-Außenpolitik und des Terrorismus

Ich weiß, die Kanzlerin sagte, wir sollen nicht in einen oberflächlichen Antiamerikanisamus abgleiten. Aber meiner ist gar nicht oberflächlich.

Volker Pispers >>>

Neo-Stalinism März 15, 2015 um 07:43

@ Keynesianer

“Die Herrschenden sind immer daran interessiert, die Opfer der von ihnen geschaffenen Verhältnisse gegeneinander zu hetzen. Also die Linken gegen die Rechten und die Rechten gegen die Linken und die Jungen gegen die Alten … bis zur Antipegida gegen die Pegida heute.”

Du bist schon auf der richtigen Fährte. Aber an alle anderen Unwissenden hier: die Bilderberger finanzieren diverse subversive Gruppen in DE. So werden beispielsweise militante Autonome über die Notenbank von Myanmar in nordkoreanischen Won bezahlt. Die bezahlten linksradikalen Schläger fahren dann durch die Gegend und verprügeln friedliche deutsche Bürger.

@ Natalius und @ Keynesianer haben es kapiert, aber den übrigen Schäfchen empfehle ich: Erkennt die Zeichen! Schaut euch das Dreieck auf der Apollinaris-Flasche an und beschäftigt euch mit der Zahl 23 auf der Ernte-23-Packung. @ Morph braucht einfach mal 3 kräftige Schläge mit den Büchern von Erich von Däniken auf seinen Kopf. Wer sich die Tagesschau rückwärts ansieht, nur bei Vollmond, der wird den Beweis finden, dass wir alle nur Marionetten sind.

Neo-Stalinism März 15, 2015 um 07:45

@ Systemfrager

OMON-Bullen haben dir deine Birne schön matschig geprügelt.

ruby März 15, 2015 um 08:14

- S O N D E R M E L D U N G -

Zur Verhinderung der Zahlungsunfähigkeit Ende März haben europäische Banker geplant ihre Sonderboni für 2014 komplett zur Rekapitalisierung einzusetzen. Ausserdem wollen sie eine europäische Sondervermögensabgabe zum 2. Halbjahr 2015 vorauszahlen. Das Volumen beider Rettungsmaßnahmen beträgt einmalig 3 Milliarden sowie 6 Milliarden Transfers für zunächst 10 Jahre.
Damit wird der Währungsausgleichsmechanismus des einheitlichen Wirtschaftsraumes auf den Weg der EU-Vertragsreform eingeläutet.
;-)

Systemfrager März 15, 2015 um 08:14

OMON-Bullen haben dir deine Birne schön matschig geprügelt.

Es sind nicht schlecht aus.
:)
1: Phase
Die uslamistische Fünfte Kolonne hat zuerst überheblich und souverän “Argumente” und “Beweise” vorgetragen. Sie hat sich also dem Gegner gegenüber noch anständig verhalten. Als ob sie ihn schätzen würde, also der Gegner sollte belehrt werden, sollte seinen Irrtum erkennen.
2: Phase
Die Lügen sind aufgeflogen. “Ist der Ruhm erst ruiniert …” Jetzt sind die USlamisten unverschähmt, dreißt, beleidigend, disqualifizierend … Sie wollen zeigen dass die Andersdenkenden dumm, böse, manipuliert, bescheuert … sind
3: Phase
Alle die bisher neutral waren, also ganz große Mehrheit, merkt das. Nunn beginnt sie sich selbst zu interessieren, wer diese Menschen sind, wo sie sich bewegen, wo sie ihre Karierre machten, wer ist ihr Brotgeber
:)
Her @Jarchow, sagen Sie dass der letzte, der ihr Theater verlässt, das Licht ausmacht

Systemfrager März 15, 2015 um 08:17

Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen

Abraham Lincoln

Systemfrager März 15, 2015 um 08:29

Im Skandal um mögliche Devisenmarkt-Manipulationen dürfte die Deutsche Bank eine drastische Strafe erwarten: Mit 5,1 Milliarden Euro müsste sie die größte Einzelstrafe zahlen. Das ergab eine Studie der Citigroup.

Was ist der Sinn der Sache?
Die USlamisten zeigen ganz deutlich der deutschen “Elite” wer immer noch in DE zu sagen hat, dass es besser ist dass man sich fügt, weil der Große Brüder von der Übersee böse sein kann.
Und nachdem man in DE mit dem sozialen Genozid begonnen hat, das Volk kann unbequem sein, also man braucht den Große Brüder in dem Kampf gegen das deutscheVolk.
Ein schlaues Volk diese USlamisten.

Keynesianer März 15, 2015 um 08:36

Die FAZ verarscht ihre Leser:

Afghanistan Wie Geld der CIA bei Al Qaida landete

Der amerikanische Geheimdienst CIA hat jahrelang Bargeld nach Afghanistan geschafft. Mit dem Geld sollte die Regierung von Präsident Karzai unterstützt werden. Doch ein Teil des Geldes landete beim Feind, den Taliban.

Dem Bericht zufolge war Al-Qaida-Chef Usama bin Ladin zuerst misstrauisch, was die CIA-Million anging. Er habe befürchtet, dass der Geheimdienst das Geld vergiftet oder bestrahlt haben könnte oder dass darin Peilsender versteckt seien.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/wie-ein-cia-million-fuer-afghanistan-bei-al-qaida-landete-13483895.html

Und was ist mit dem vielen Drogengeld? Über eine läppische Million Dollar denkt dort doch kein Warlord auch nur eine Millisekunde nach. :)

Keynesianer März 15, 2015 um 08:40

PS:

Das ist selbstredend einer jener pseudokritischen Berichte in den Systemmedien, wegen denen die Schäflein dann noch meinen, dass wir eine freie Presse hätten, die sogar die CIA kritisieren darf und über die Fehler der CIA ihre Leser mutig aufklärt.

Dabei sind solche Geschichten alle nur purer Unsinn.

peewit März 15, 2015 um 08:40

@Keynesianer

Wahrscheinlichkeitsrechnung

Der helle Wahnsinn.

Keynesianer März 15, 2015 um 08:51

Der Käse in der heutigen FAZ stammt allerdings von der NYTIMES:

KABUL, Afghanistan — For more than a decade, wads of American dollars packed into suitcases, backpacks and, on occasion, plastic shopping bags have been dropped off every month or so at the offices of Afghanistan’s president — courtesy of the Central Intelligence Agency.

All told, tens of millions of dollars have flowed from the C.I.A. to the office of President Hamid Karzai, according to current and former advisers to the Afghan leader.

“We called it ‘ghost money,’ ” said Khalil Roman, who served as Mr. Karzai’s deputy chief of staff from 2002 until 2005. “It came in secret, and it left in secret.”

The C.I.A., which declined to comment for this article. …
http://www.nytimes.com/2013/04/29/world/asia/cia-delivers-cash-to-afghan-leaders-office.html

Verständlich, dass die CIA so einen Müll nicht auch noch kommentieren wollte. Was macht man mit tens of millions of dollars in Kabul? Schafe kaufen?

Da fließen Milliarden Dollar aus dem Drogenanbau auch an die CIA. Vermutlich haben die eher Probleme, das viele Geld in Koffern aus Kabul wieder heraus auf Konten in der Schweiz zu schaffen und nicht umgekehrt.

BB März 15, 2015 um 08:55

@Andreas Treu

“…..Mein Tipp, tu Dir das nicht an, Dich ständig vom Feind berieseln zu lassen. Wenn Du mich fragst, da gibt es nichts zu beobachten. Things are things. You can’t make them better. Jeder tut sein Ding. …..”

Falsche Einstellung! Damit befindest du dich im Netz der Super-Tina-Spinne Merkel. Die hat schon längst einen Kokon (Nudging) um dich gesponnen und saugt dir gerade den Lebenssaft aus.

Man muss die Mainstream-Medien kurzschließen!

Revolutionen passieren in der Postmoderne nicht mehr auf der Straße, sondern in den Wohnzimmern vor den Fernsehern!

Wie früher in den 70′ern zu Zeiten – wo Timothy Leary noch von den 68′er-Opas gelesen wurde – einfach bei’ner Revolution in Latein-Amerika als erstes die Fernsehsender zu besetzen, das ist in der Postmoderne schon lange nicht mehr möglich.

Der Revolutionär von heute “hackt” die Medien! Er besetzt sie nicht.

Der Revolutionär von heute kann Programmieren, aber keine Mollys bauen.

Allerdings nicht sowas, wie dieses “Liquid schmeiß wech” von der Piratenpartei *kecker, lach’, netter harmloser Versuch.

Systemfrager März 15, 2015 um 09:14

Große Koalition:

SPD-Vize fordert schärfere Abgrenzung von Union

SPON
Wäre es nötig, die SPD würde nicht zögern die schärfste Waffe zu benutzen:
Kein SPDL-er wird eine gleiche Frisur tragen dürfen wie Merkel.

BB März 15, 2015 um 09:19

@Systemfrager

schon gelesen, was Pudel-Schäfer Gümbel so fordert? Nur Gedöhns.

Bildung, bisken Reduzierung Leiharbeit und Lohnungleichheit bei Frauen.

Wenn das alles ist, was denen einfällt.

Leute thinked bitte big!

H.K.Hammersen März 15, 2015 um 09:37

@Schwejk, Morph et al.

Es ist ja schön, dass ihr den Griechen einen hohen Lebensstandard gönnt. Dann müsst ihr mir aber einmal erklären, was jetzt die Griechen so besonders macht, verglichen mit z.Bsp. Balten, Slowenen, Portugiesen, Tschechen, Slowaken, Kroaten, Polen, Ungarn, Rumänen oder Bulgaren?

Wenn ich davon schreibe, dass der Lebensstandard in GR runter muss, dann meine ich natürlich den durchschnittlichen, nicht den derjenigen, die dort jetzt schon unterhalb der Armutsgrenze leben. Der Lebensstandard dieser Letztgenannten ist garantiert nicht die Ursache der negativen Leistungsbilanz. Ihr seid doch alle schon der griechischen Propaganda auf den Leim gegangen, die da lautet, D sei Schuld an dem Elend der Ärmsten in den Krisenländern. Selbst dieser Varoufakis entblödet sich nicht, mit einer angeberischen Homestory zu demonstrieren, wie hoch der Lebensstandard für die richtigen Leute ist. Und so einer ist Finanzminister in einer vorgeblich sozialistischen Partei. Aber vermutlich ist deren Vorstellung von Sozialismus dergestalt, dass andere deren Wohlleben bezahlen sollen. Der Lebenstandard auf Varoufakis-Niveau ist es, der das griechische Leistungsbilanzdefizit verursacht. Wenn tatsächlich die Transfers (nichts anderes sind die ganzen Bürgschaften, Umschuldungen und Schuldenerlasse) aus D erhöht werden, dann weiß ich jetzt schon, wer dafür bezahlen wird: Die einfachen Leute in D. Und ich weiß auch, wem diese Transfers am Ende nicht zugute kommen werden: Den einfachen Leuten in GR.

Aber suhlt euch man ruhig weiter im Selbsthass, den ihr auf D übertragt. Vermutlich hilft euch das, diesen quälenden Zustand zu ertragen. Ihr seid übrigens auch Deutschland. Wo ist jetzt eure Parteigründung in D, um die Verhältnisse zu ändern und den Weg frei zu machen, für Transfers in die Krisenstaaten? Ach ja, richtig! Dann fallen ja alle über euch her und ihr habt gar keine Chance. Das Scheißsystem eben. Kann man halt nichts machen. Steht ja schon bei Luhmann: Es ist so, wie es ist, weil es so ist, wie es ist.

Michael März 15, 2015 um 09:44

Es sei mal dahingestellt, ob der Atomausstiegsaustieg jemals eine Mehrheit hatte, sinnvoll war er nie. Wir verschenken zur Zeit überflüssigen vom Stromkunden subventionierten Windmühlenstrom und importieren Atomstrom. Dümmer geht es nicht. Weltweit ist Energie nur in Dänemark noch teurer als in Deutschland. In Frankreich, das bei Steuern auch nicht gerade zaghaft ist, kostet Strom die Hälfte des deutschen Preises. Unter dem Ökosiegel werden Windmüller, Sonnensegler, zu “Biodiesel” umfirmierte Tierverwerter, Rapsbauern u.a. subventioniert, um eine Überproduktion von Produkten, die keiner braucht, aufrechtzuerhalten.

Auch die Ukraine-Veranstaltung passt lückenlos ins Bild. Das System braucht kreditwürdige Schuldner. Im Westen gibt es keine mehr. Alles abgegrast. Die Endphase zeigt sich gerade in Griechenland. Natürlich sind dort keine Parteien, sondern die Bürger selbst an den chaotischen Zuständen Schuld. Es waren doch nicht nur ein paar Milliardäre, die sich standhaft weiger(t)en Steuern zu zahlen. Die Konsequenz ist entweder sie zahlen Steuern (nach) oder sie kriegen die Drachme. Es liegt ausschließlich bei ihnen.

Wer ein funktionierendes Geldsystem fordert, der kann sich schon mal von Multikulti, Genderismus und Ökofaschismus verabschieden. Wirkliches Geld setzt Effizienz voraus. Wollt ihr nun SchuldenSozialismus, den Euro samt Europa, oder wollt ihr funktionierendes Geld? Das hängt nicht von irgendwelchen höheren Mächten ab. Auch nicht vom hiesigen Lieblingsfeind USA.

Maus, Faden abbeißend März 15, 2015 um 09:53

beiß

Hammersens Hose, rechtes Bein

beiß

Keynesianer März 15, 2015 um 09:57

@H.K.Hammersen März 15, 2015 um 09:37

Wenn tatsächlich die Transfers (nichts anderes sind die ganzen Bürgschaften, Umschuldungen und Schuldenerlasse) aus D erhöht werden, dann weiß ich jetzt schon, wer dafür bezahlen wird: Die einfachen Leute in D. Und ich weiß auch, wem diese Transfers am Ende nicht zugute kommen werden: Den einfachen Leuten in GR.

Dem stimme ich unbeschränkt zu und fordere darum statt Transfers steigende Löhne und Sozialleistungen in Deutschland, bis der Überschuss im Außenhandel verschwunden ist. Also nicht die Senkung des Lebensstandards der Griechen fordern, sondern die Erhöhung des Lebensstandards der Arbeiter und Rentner etc. in Deutschland.

@Michael März 15, 2015 um 09:44

Wer ein funktionierendes Geldsystem fordert, der kann sich schon mal von Multikulti, Genderismus und Ökofaschismus verabschieden. Wirkliches Geld setzt Effizienz voraus. … Das hängt nicht von irgendwelchen höheren Mächten ab. Auch nicht vom hiesigen Lieblingsfeind USA.

Das hängt schon von unserem Lieblingsfeind ab, also von den Neoliberalen, die hier die Politik und die Medien gleichgeschaltet haben und sogar die Gewerkschaften. Der ganze Quatsch von Neoliberalismus bis Ökospinnerei kommt aus den herrschenden Kreisen der USA/GB und soll speziell den Deutschen mit Weltklimarettung und Atomausstieg/Energiewende schaden.

Andreas Treu März 15, 2015 um 10:23

@BB
Man muss die Mainstream-Medien kurzschließen!
Na denn man tau, wie die Friesen so sagen.

Andreas Treu März 15, 2015 um 10:31

@Hammersen

Aber suhlt euch man ruhig weiter im Selbsthass…

Dem stimme ich unbeschränkt zu und fordere darum…

Das Scheißsystem eben.

Ihr seid doch alle schon
u.s.f.

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BB März 15, 2015 um 11:00

@Hammersen

Sorry, aber Ihr Rumpöllen hier ist unerträglich.

“….Der Lebenstandard auf Varoufakis-Niveau ist es, der das griechische Leistungsbilanzdefizit verursacht. ….”

Falsch. Es sind bei uns (!) und in Griechenland die Eliten, die das Leistungsbilanzdefizit verursachen.

Ein Niedriglöhner hierzulande, der sich sein Brötchen mit billigem Schmierkäse mit 3% Echt-Käseanteil vom Netto-Discounter belegen muss, wenn der sich ab und zu mal leckeren aber teureren Griechischen Feta-Käse leisten könnte, wäre ihm und dem griechischen kleinen Mann gedient und würde unser beider Länder Leistungsbilanz angleichen.

Wir Deutsche lassen das deshalb nicht zu, weil uns ausgeglichene Handelsbilanzen in Europa am Arsch vorbei gehen. Unsere Luxus-Automobilindustrie und verbundene Zulieferindustrie verdient mehr, wenn sie (Loch-)Porsches an die korrupte klerikale iranische Oberschicht liefert.

Im übrigen ist der griechische Haushalt im Moment ausgeglichen. Einnahmen und Ausgaben halten sich die Waage.

Leistungsbilanzdefizite können also nur noch durch private bzw. Unternehmensverschuldung wachsen. Private ausländische Verschuldung dürfte vernachlässigbar sein bei dem aktuellen Lebensstandard.

Höchstens die ausländische Verschuldung von Unternehmen wäre sogar sinnvoll wegen der notwendigen Investitionen! Wie man aber hört, kriegen die gar keinen Kredit!

Weil alles Geld direkt an die Banken geht und diese dieses nur für die eigene sämige Umschuldung vergäuden, denn die Ärsche von Bankern müssen ja immer gerettet werden ist oberste Euro-Rettungsmaxime von unseren EU-Technokraten-Verbrechern.

Auch das ist von den Eliten und nicht demokratisch gewollte EU-Politik und damit deren Verantwortungslosigkeit geschuldet.

Es bleibt dabei. Ein Schuldenschnitt zum jetzigen Zeitpunkt wäre die vernünftigste Lösung, auch für den deutschen Steuerzahler.

Varoufakis, den Sie hier permanent anpissen, hat 100 Prozent Recht. Denn der kann im Gegensatz zu Herrn Schäuble und Ihnen logisch denken.

Morph März 15, 2015 um 11:03

@Hammersen

Mach nicht so einen Wind. Der Sachverhalt ist eindeutig: Du forderst, dass es anderen schlechter gehen solle. – So etwas tut man nicht.

ruby März 15, 2015 um 11:12

Michi, Michi
“Die Konsequenz ist entweder sie zahlen Steuern (nach) oder sie kriegen die Drachme. Es liegt ausschließlich bei ihnen.”
Man o Man, da unterschätzt Du aber die EU-Nomenklaturisten und ihre NeoConservativen Finanziers des Transatlantikbündnisses, die Kapitalabsaugers des Reichbleiben und Reicherwerden!
Varoufakis hat garnichts zumelden als “Man in Power”
;-)
Systematiere mal die Geld-, Kreditschöpfer, -gewährer…
Heute ist Sonntag ;-)

ruby März 15, 2015 um 11:15

Logisch denken und praktisch handeln!
Da kocht das Blut.
Also Fetakäse und Porsche für alle …

chabis März 15, 2015 um 11:17

Sollte eintreffen, was einige orakeln, dass Varoufakis das Schicksal
von Lafontaine teilen wird, eines bleibt, aufklärend wirkt sein Tun und Reden, was (nicht nur) nach Joseph Vogl für die Finanzkrise insgesamt gilt:

“Was wissen wir seit der Finanzkrise, was wir vorher nur vermutet haben?

Joseph Vogl: Jede so genannte Krise ist ein intellektueller Glücksfall. In ihr treten Kräfte, Agenten und Machtressourcen hervor, die sonst eher dezent und im Verborgenen operieren. Im Notstand der Finanzkrise seit 2008 konnte man das gut beobachten: Informelle Gremien wie die Troika haben mit ebenso ungewöhnlichen wie informellen Mitteln die Regierungsgeschäfte übernommen und waren dabei ausschließlich durch die politischen und ökonomischen Zwangslagen legitimiert. ”

http://www.heise.de/tp/artikel/44/44374/1.html

Aus dem letzten veröffentlichten Beitrag von Varoufakis auf der (Italien lastigen) Ambrosetti Tagung
“Presenting an agenda for Europe at AMBROSETTI (Lake Como, 14th March 2015)
““… [I]t is a dangerous error to believe that monetary and economic union can precede a political union or that it will act (in the words of the Werner report) “as a leaven for the evolvement of a political union which in the long run it will in any case be unable to do without”. For if the creation of a monetary union and Community control over national budgets generates pressures which lead to a breakdown of the whole system it will prevent the development of a political union, not promote it.”

Unfortunately, Kaldor’s prescient warning was ignored and replaced by a touching optimism that monetary union will forge stronger links between Europe’s nations and, following some large financial sector crisis (like that of 200), European leaders will be forced by circumstances to deliver the political union that was always necessary.

And so, at a time when America was recycling other peoples’ surpluses at a global scale, a Gold Standard of sorts was created in the midst of Europe, causing a wall of capital to flow into Wall Street fuelling financialisation and large-scale private money minting worldwide – with French and German rushing in to participate enthusiastically.

Within the Eurozone the illusion of riskless risk was reinforced by the fantasy that (in a union built on the Principle of Perfectly Separable Public Debts and Separate Banking Systems,) lending to a Greek entity was more or less equally risky as lending to a Bavarian one. As a result, net trade surpluses gave rise to net capital flows into the deficit nations, causing unsustainable bubbles in both the private and the public sectors. Our Eurozone growth model, ladies and gentlemen, relied heavily on private, bank-driven, vendor-financing for the net exports of the surplus nations.”
http://yanisvaroufakis.eu/2015/03/15/presenting-an-agenda-for-europe-at-ambrosetti-lake-como-14th-march-2015/#more-7476

ruby März 15, 2015 um 11:24

Mainstreammedien haben die Parole bekommen Greece und Varoufakis bis zur Kapitulation nieder zu reden, schreiben, senden.
Bis die Banken insolvenzieren, weil geglaubt wird die Bankenunion funktioniert, was bei der aktuellen Eigenkapitaldeckung der absolute Faker ist !!!
;-)
see you in hell
https://www.youtube.com/watch?v=imwYlWAvIQg

Jackle März 15, 2015 um 11:35

@Morph

Nightcrawler, falls noch nicht gesehen, angucken!

“Lou Bloom: My motto is if you want to win the lottery you’ve got to make money to get a ticket.”

Carlos Manoso März 15, 2015 um 11:40

@chabis März 15, 2015 um 11:17
„Sollte eintreffen, was einige orakeln, dass Varoufakis das Schicksal
von Lafontaine teilen wird, eines bleibt, aufklärend wirkt sein Tun und Reden, was (nicht nur) nach Joseph Vogl für die Finanzkrise insgesamt gilt:
“Was wissen wir seit der Finanzkrise, was wir vorher nur vermutet haben?
Joseph Vogl: Jede so genannte Krise ist ein intellektueller Glücksfall. In ihr treten Kräfte, Agenten und Machtressourcen hervor, die sonst eher dezent und im Verborgenen operieren.“

„Joseph Vogl: Ich glaube nicht, dass man es hier mit Lügen oder heimlichen Machenschaften zu tun hat. Man musste nur hinsehen. Der Kaiser war immer schon nackt. Was das Verhältnis von Staaten und Finanzwesen betrifft, waren zwei Dinge bemerkenswert: Erstens wurden mit den genannten Institutionen wie öffentlicher Kredit und Zentralbanken einstige Ausnahmezustände auf Dauer gestellt. Man musste Kriege und die damit verbundenen Militärapparate nun nicht mehr über Konfiszierung privaten Eigentums oder mit der Hoffnung auf gnädige Kredite reicher Handelshäuser finanzieren. Staatsfinanzierung und Staatsschuld wurden verstetigt.
Andererseits konnte das nur funktionieren, indem man die Bereiche der Finanz aus den Prozessen der Demokratisierung von Regierungen herausnahm. Etwas schematisch gesagt: Je demokratischer westliche Gesellschaften wurden, desto mehr wurde gerade das Finanzwesen, desto mehr wurde die Stellung der Zentralbanken dem Zugriff demokratisch gewählter Regierungen und Volksvertretungen entzogen. Die moderne Finanz hat sich als parademokratische Enklave entwickelt.“
http://www.heise.de/tp/artikel/44/44374/1.html

chabis März 15, 2015 um 11:47
Kecker März 15, 2015 um 12:33

@keinsinnianer: “Verstehe leider kein Wort.”

Business as usual….

Morph März 15, 2015 um 12:37

@Jackle

Habe ich im Kino verpasst, sollte ich mir aber wohl noch anschauen…

Das zeitdiagnostische Kino und insbesondere das zeitdiagnostische Fernsehen aus den USA (Breaking Bad, The Wire, House of Cards) ist wirklich bemerkenswert. Andererseits wirken diese Erzählungen auf mich wie eine Art Sozialforschung, wo Sozialphilosophie zu wünschen wäre (um der Aufklärung Willen). In der Hinsicht kann das europäische Kino sehr viel mehr als das amerikanische. Das liegt wohl an der traditionellen Wertschätzung für höhere Kultur in Europa, eine Tradition, die trotz allem weiterwirkt.

Z.B. “Der Klassenfeind”

https://www.youtube.com/watch?v=QsOsFByeR0U

Ein Film von vergleichbarer diagnostischer Tiefe und Schärfe könnte, glaube ich, in den USA nicht gedreht werden.

Keynesianer März 15, 2015 um 12:51

Werdet kreativ:

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1569607253310702&set=p.1569607253310702&type=3&theater

Ansonsten schlage ich vor, dass wir in einem neuen Strang über die interessanten Thesen des Stratfor-Chefs zu künftigen Kriegen in Europa diskutieren sollten.

Vielleicht könnte f.luebberding unseren ehemaligen Gastautor von Stratfor, den Benjamin Preisler, für eine Stellungnahme gewinnen?

Ich bin auch garantiert sehr nett zu ihm. ;)

Keynesianer März 15, 2015 um 13:11

Die FAZ volles Rohr:

Krim-Annexion Putin schaltet Medien gleich

Dass russische Soldaten die Krim einnahmen, hat Wladimir Putin inzwischen zugegeben. Nun radiert er auf der besetzten Halbinsel die freie Presse aus. Journalisten werden verfolgt.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/krim-annexion-putin-schaltet-medien-gleich-13481481.html

Was für eine freie Presse? :)

Es gebe zahlreiche Repressionen und Angriffe auf Journalisten, kritisiert die Organisation Reporter ohne Grenzen. Das Ergebnis: „Es gibt dort so gut wie keine unabhängigen Medien mehr.“

Genau wie bei uns, wir haben auch keine unabhängigen Medien mehr. Ob der böse Putin irgendwo in der FAZ-Redaktion sein Unwesen treibt?

Mal alle Redakteure unter dem Schreibtisch nachsehen! ;)

chabis März 15, 2015 um 13:13

Der Artikel der FAS ist noch nicht Online, die Diskussion dazu schon
“Michael Martens hat für den Politikteil der F.A.S. einen Artikel verfasst, der mich, gelinde gesagt, beunruhigt. Bisher konnte man der F.A.Z. und ihrer Sonntagszeitung eine gewisse Agenda vorwerfen. Da wurde mit Halbinformationen ein Weltbild gezeichnet, es wurde unsauber recherchiert und man weigerte sich, Nachrichten mit den vorherigen Ereignissen zu verknüpfen. Eine Einordnung fand also nicht statt.”
….
“Michael Martens hat sich im Archiv des “Auswärtigen Amtes” durch einen Bericht mit der Signatur „R27320“ gelesen und berichtet nun, wie der Deutsche schon seinerzeit, als er Griechenland besetzte, finanziell zu leiden hatte. Griechenland sei zwischen Italienern (die mit ihrer Feierabendarmee), den Deutschen und dem Juniorpartner Bulgarien aufgeteilt worden. Zweimal oder dreimal 1,5 Mrd. Drachmen im Monat (das geht aus dem Artikel nicht klar hervor), sollten die Griechen an die Besatzungsmächte zahlen. Da sie das Geld scheinbar nicht hatten, schmissen sie einfach die Notenpresse an und druckten es. Die Folge war eine Inflation, unter der die armen deutschen Soldaten zu leiden hatten. Sie konnten sich von ihrem Salär kaum etwas zu essen kaufen. Die griechiche Wirtschaft reagierte entsprechend.
…”
http://denktagebuch.de/2015/03/fas-der-grieche-hat-die-deutschen-um-juedisches-gold-betrogen/

jmg März 15, 2015 um 13:24

@ H.K.Hammersen März 15, 2015 um 09:37
@ BB März 15, 2015 um 11:00

Nur um die Diskussion mit Fakten anzureichern. Griechenland hat inzwischen einen Leistungsbilanzüberschuss laut den aktuellen Zahlen der griechischen Zentralbank.
Bank of Greece (20. Febr. 2015):
“In 2014, the current account balance showed a surplus of €1.7 billion, compared with €1.1 billion in the previous year. In addition, the overall balance of goods and services recorded a surplus of €1.8 billion, against a deficit of €251 million in 2013.”
http://www.bankofgreece.gr/Pages/el/Bank/News/PressReleases/DispItem.aspx?Item_ID=4888&List_ID=1af869f3-57fb-4de6-b9ae-bdfd83c66c95

Hier noch eine Grafik zur Veranschaulichung der Entwicklung in den letzten 20 Jahren:
Total Current Account Balance for Greece
http://research.stlouisfed.org/fred2/series/BPBLTT01GRQ188S

ruby März 15, 2015 um 13:30
ruby März 15, 2015 um 13:45

Wenn ihr hofft, dass es in Grechenland unblutig ablaufen wird, um Steuer- und Hausahaltsgerechtigkeit herzustellen, dann schau etwas in die Göttergeschichten der Klassischen Erzählungen.
Das wird noch sehr interessant ;-)

ruby März 15, 2015 um 13:52

Hat das Kanzleramt die Begrüssungsblumen für die islamistischen Jschihadistenflüchtlinge aus Griechenland bereits geordert oder gibt das dann eine unvorbereitete Spontanaktion?

KommentatorX März 15, 2015 um 13:54

Über Griechenland und der Ukraine kreisen schon die neoliberalen Geier und haben bereits ihre Beutestücke fest im Blick: Häfen, Flugplätze, Inseln, Bodenschätze, Erdöl, Solarstromerzeugung, Tourismus etc.

Das US-Finanzkapital wird sich den größten Teil der Beute sichern. Die griechischen Oligarchenwerden sich ein paar Filetstückchen bekommen. Wie überall sind beim neoliberalen Beutemachen die Funktionseliten des jeweiligen Landes beteiligt. Deutschland als Frontmann der Schuldeneintreiber erhält natürlich auch einen Teil.

Die neoliberalen Geier werden nicht von ihrer anvisierten Beute ablassen. Früher oder später wird daher eine griechische Regierung Volkseigentum privatisieren müssen. Macht es nicht Syriza, dann macht es eben eine andere Regierung. Oder eine Militärdiktatur.

Was das neoliberale Beutemachen betrifft. so sollten Griechenland und die Ukraine zusammen betrachtet werden.

Zur Ukraine vgl.
https://www.burks.de/burksblog/2015/03/04/landgrabbing-oder-wer-bezahlt-die-spesen

QuestionMark März 15, 2015 um 14:22

@jmg März 15, 2015 um 13:24
Der Primärüberschuss ist bekannt. (s.dazu u.a. auch Kommentar von März 14, 2015 um 18:54).Du hast nur vergessen worauf der zurückzuführen ist: Auf eine Beschädigung der griechischen Wirtschaft. Letztere hat dazu geführt das schlicht weniger Importgüter gekauft werden – bei gleichzeitig konstant gut laufendem Tourismus.
Bei den Diskussionen weiter oben ging es eben darum konstruktiv für ein Außenhandelsgleichgewicht zu plädieren ohne die gesamte griechische Volkswirtschaft zu ruinieren (wie das durch die Austeritätspolitik nun mal geschehen ist). Warum hat man dadurch strukturellen Schaden angerichtet? Weil die Diversifikation abgenommen hat. D.h. das Land ist jetzt noch anfälliger für Wirtschaftskrisen geworden.

chabis März 15, 2015 um 14:25

Dieser Artikel von Hank liest sich wie ein Teilexzerpt aus Varoufakis´ Referat in Como, gestern gehalten
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/bringt-der-euro-frieden-von-dieser-sicht-sind-wir-geheilt-kommentar-13483578.html

Natalius März 15, 2015 um 14:27

@Keynesianer März 15, 2015 um 05:10

“Darum sind die USA plötzlich so freundlich zum Iran, dessen Truppen praktisch an der Grenze zu Israel stehen und dort könnte es in den nächsten Tagen zu einem Regimewechsel kommen.”

Das stimmt zwar – aber ein Regimewechsel deutet sich auch aus der Stimmung in Israel an, die Gilad Atzmon heute irgendwie treffend und für mich nachvollziehbar beschreibt. Diese Schere zwischen arm und reich, die gibt es nämlich auch in Israel. Und die “einfachen Israelis” (einschliesslich vieler Intellektuellen) haben es einfach satt, sich vom rechten Neokon-Flügel verarschen und verheizen zu lassen. Diese Wahl wird hohen Symbolwert erreichen:

“The Jewish Chronicle reported today that Netanyahu enjoys huge support amongst UK Jews.

Israeli polls predict that Netanyahu’s Likud party will be wiped out in the upcoming Israeli election, with only about 20 mandates out of 120; but British Jews are all for Netanyahu and his hawkish party.

An exclusive poll for the JC this weekend revealed that two thirds of British Jews who have a view on the Israeli election would vote for Prime Minister Benjamin Netanyahu. Asked who they would support if they could vote in next week’s ballot, 67 per cent of those with an opinion said they would choose Mr. Netanyahu’s centre-right Likud. Just 22 per cent would vote for the Zionist Union, led by Labour leader Isaac Herzog.

In contradiction to Left and progressive Jewish voices who insist that Diaspora Jews are drifting away from Zionism and Israel’s support; Diaspora Jews are more Zionised and Right wing than ever. If anything, it is the Israelis who are giving up on the nationalist ethos. Statistics reveal that they are motivated in their political choices more by social matters than the Israeli/Palestinian conflict.

This interesting division of opinion between the ‘Diaspora’ and the ‘Israeli’ points at the depth of escapism that is seemingly intrinsic to Jewish Identity politics, ideology and culture. As Israel enters the end zone, admitting to itself that it doesn’t posses the answers to the political stalemate nor has it the means to counter Islamic militancy, the vast majority of Israelis prefer to close their eyes and pretend that the conflict is just a secondary issue. They punish Netanyahu for his colossal failings on social matters. They want wealth to be spread equally.

But Diaspora Jews, as the JC poll reveals, seem to hold the opposite line of thought. They regard Israel as their sanctuary. They want Israel to be a mighty sealed Jewish ghetto. They want to be surrounded by walls and protected by the best army in the world. The results of the current JC poll are consistent with the result of another recent poll that found that the majority of British Jews do not see a future in Europe. For the British or the Diaspora Jew, a strong Israel is the fulfillment of their Identity and a reflection of their failure to assimilate. They want Israel to be aggressive and exclusivist. They want Israel to be strong and they want Netanyahu to punish the Palestinians on their behalf believing foolishly that such an approach would make Israel a safe place for the Jews.

This helps to explain why Netanyahu’s Congress address didn’t impress the Israelis. He apparently lost 20% of his voters following the address: but it certainly appealed many Diaspora Jews as the JC’s poll reveals.

The inevitable conclusion is pretty devastating. The recent election polls reveal that Jews, at large, are very unhappy wherever they are. Again we see a counter flow of aspiration between Eretz Yisrael and the Diaspora. The British, the French and the American Jew remained thrilled by the idea of ‘homecoming’ while the impoverished Israeli would be pleased to escape the doomed Middle Eastern Ghetto at the first opportunity. I guess that, in spite of Zionism, wandering is still a constant factor in Jewish culture and politics.”

KommentatorX März 15, 2015 um 15:18

FAZ und die „Reporter ohne Grenzen“

Wladimir Putin hat die Krim nicht nur annektiert und […] für Russland militärisch vereinnahmt. Er gestaltet die dortigen Verhältnisse nach seinen Vorstellungen – die Medien und Journalisten bekommen die neue Herrschaft auf der Krim zu spüren. Es gebe zahlreiche Repressionen und Angriffe auf Journalisten, kritisiert die Organisation Reporter ohne Grenzen.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/krim-annexion-putin-schaltet-medien-gleich-13481481.html

Im FAZ-Artikel wurden die „Reporter ohne Grenzen“ fünf Mal als Referenz genannt.

Nach Recherchen der Zeitung junge Welt wurde ROG [=Reporter ohne Grenzen] u. a. von dem US-Multimilliardär George Soros finanziert, der bereits die polnische Gewerkschaft Solidarno?? mit Millionen US-Dollar unterstützte, sowie vom National Endowment for Democracy, das seinerseits seine Gelder zu über 90 Prozent aus dem US-Staatshaushalt bezieht. Im Jahr 2003 stammte das Jahresbudget zu rund 10 Prozent vom französischen Staat und zu weiteren 15 Prozent von der EU.
Zu den Finanziers von ROG zählten in der Vergangenheit auch der Rüstungsindustrielle und Medienzar Frankreichs Serge Dassault, der Medienkonzern Vivendi und der Milliardär François Pinault. Die Öffentlichkeitsarbeit, die ROG für ihre politischen Ziele betreibt, verdankt sie den unentgeltlichen Diensten der bekannten New Yorker Werbeagentur Saatchi & Saatchi, einer Werbeagentur mit 134 Filialen in 84 Ländern, deren Team alle Kommunikationskampagnen der Reporter ohne Grenzen entwickelt und realisiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Reporter_ohne_Grenzen

Georg Soros, Serge Dassault …..

Keynesianer März 15, 2015 um 15:25

Da schau her, der Kerry ist plötzlich für Verhandlungen mit Assad, dem Präsidenten Syriens. Wenn die vom Iran geführten irakischen Milizen die ISIS bis zum Sommer erledigt haben, werden die USA vermutlich Präsident Assad ihren neuen Freund nennen:

Da die US-ausgebildete irakische Armee ein Sauhaufen ist, sind es die Milizen, die die schwere Arbeit tun. Es gibt mindestens 100 000 irakische Milizen-Kämpfer voll ausgerüstet von mächtigen shiitischen Klerikern, um eine Konter-Attacke gegen das falsche Kalifat zu führen, das die Shiiten als Abtrünnige bezeichnet, deren geeignetes Schicksal 2 m unter der Erde ist.

Ihr Spitzen-Befehlshaber ist niemand anderes als ein wahrer Rockstar in Iran, General Qasem Soleimani, Chef der Elite Quds [Jerusalem auf arabisch. D. Ü.] Streitmacht. Soleimani ist überall im sowohl irakischen als auch dem iranischen Fernsehen. Sein neuester hochkarätiger Foto-Termin war in Samarra, wo er aktiv die irakischen Milizen und Truppen anfeuerte, gegen die Schurken des Kalifen Ibrahim zu kämpfen.
http://vineyardsaker.de/irak/usa-schont-ihre-isis-freunde/#more-3006

Da ist das Spiel für Netanyahu aus, der immer der größte Feind des Iran war. Der muss jetzt weg, damit die neue Regierung Israels dem Iran ihre ewige Freundschaft versichern kann. Das Land ist ja auch so klein und schlecht zu verteidigen, wenn Israel es mal mit einem ernsthaften Gegner zu tun haben sollte.

jmg März 15, 2015 um 15:38

@ QuestionMark März 15, 2015 um 14:22

“Der Primärüberschuss ist bekannt.”
Ich denke wir reden hier über zwei verschiedene Sachverhalte.
Leistungsbilanzsalden und der Primärüberschuss im Staatshaushalt sind zwei Paar Stiefel.

Zum Primärüberschuss des griechischen Staatsbudgets gibt es zur Zeit keine aktuellen Daten, weil die Troika erst seit Mittwoch im Hotel (nicht im Ministerium!) wieder in die Bücher schauen darf. Die Griechen gehen nun schon einige Monate davon aus, dass die neue Regierung eine Steueramnestie erlässt. Viele haben deshalb schon mal die fälligen Steuerzahlungen vorauseilend reduziert. Darüber hinaus hat das ganze Tohuwabohu über den drohenden Grexit zu einer weiteren Kapitalflucht geführt und hat der wirtschaftlichen Entwicklung weiter geschadet. Das heisst, es gab mal einen Primärüberschuss im Staatshaushalt, aber ob der heute noch Bestand hat, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
Ein klammer griechischer Verhandlungspartner, ohne Volkmandat zum Austritt, ist natürlich konzessionsbereiter, je schlechter seine Kassenlage ist. Das wissen natürlich auch die Eurogruppe, und nicht zu vergessen die EZB [ARD: Montag, 16.3.2015 22:45 Uhr - "Supermacht EZB - Der Kampf um den Euro"]. Dem Ziel die Verhandlungsposition der neuen griechischen Regierung systematisch zu schwächen, sind sie in den letzten Wochen erfolgreich näher gekommen. Der Lösung der Eurokrise aber nicht.

H.Ewerth März 15, 2015 um 15:50

@QuestionMark
Der Vergleich hinkt gewaltig. Atom und deren Gefährlichkeit, mit Hochhäuser gleich zu setzen, da bleibt man nur noch sprachlos. Solange solche Ideologien in Deutschland verbreitet werden, brauchen sich die Herrschenden nicht zu fürchten. Vorurteile wählen Vorurteile.

QuestionMark März 15, 2015 um 16:08

@jmg März 15, 2015 um 15:38
Nein, die Sache ist viel einfacher. Ich habe die Begrifflichkeiten falsch verwendet. Gemeint hatte ich die postive Leistungsbilanz Griechenlands die aufgrund des verringerten Imports bei gleichzeitig konstant gut laufendem Tourismus zustande gekommen ist. Mein Fehler! Ansonsten Argumentation wie weiter oben, sorry! Man hat durch die Austeritätspolitik lediglich Strukturschäden verursacht.

QuestionMark März 15, 2015 um 16:15

@H.Ewerth März 15, 2015 um 15:50
So sehr hinkt der Vergleich nicht. Der Vergleich sollte nur darauf hinweisen (mit dem Zaunpfahl) das es doch dämlich ist, wenn man aufgrund einer mangelhaften Reaktorsicherheit in Japan und der für den Reaktorbetrieb ohnehin ungünstigen geografischen Lage Japans auf deutsche Verhältnisse schließt.
Man hat damals einfach hysterisch reagiert. Aber die Tragweite einer solchen hysterischen Politik geht doch noch viel weiter: Wer sagt uns denn das die hohe Dame es sich nicht wieder (noch einmal) anders überlegt? Vielleich gibt es demnächst den Wiedereinstieg in die Atomenergie? Wenn der Uterus es befieht? Die Idiotin hat doch zwischenzeitlich Narrenfreiheit. Und die Arschkriecher in der Union machen jede Laune der Dame mit. Das ist doch alles die Totalverarsche. Der Murksel-Wahlverein hat Deutschland zum Irrenhaus gemacht.

Keynesianer März 15, 2015 um 16:33

Der Iran scheint da vom Libanon über Syrien bis Jordanien Einfluss zu gewinnen. Da hatte Netanyahu schon Recht mit seinen Befürchtungen: :)

Our sources report that Royal Jordanian Air Force fighter jets escorted the Iranian general’s armored motorcade as it drove from Baghdad to Amman through the main highway connecting the two Arab capitals.
It is not known whether the king gave Soleimani an audience, but the possibility is not ruled out.
His talks with Jordan’s intelligence and military heads ranged widely over the battles in Iraq and Syria against the Islamic State in Iraq and the Levant-ISIS. This suggests that Jordan has shown willingness to take the first step towards coordinating its policies and military operations with Tehran – not just with Washington as hitherto.
Some 12,000 American soldiers are posted to Jordan, most of them members of elite US combat units. Their primary task is to safeguard the throne against threats from Syria and Al Qaeda and its affiliates.

http://www.debka.com/article/24449/Iranian-Al-Qods-chief-on-landmark-visit-to-Amman-as-guest-of-Jordan%E2%80%99s-national-intelligence-director

Die USA haben im Ergebnis dem Iran den Weg an die Grenzen Israels freigebombt und wenn der Iran geschickt ist, dürfte es für einen pro-iranischen Regime Change in Katar und sogar Saudi-Arabien gut aussehen. Kuweit dürfte auch kein Problem sein.

Das schaut nicht gut aus. :)

Keynesianer März 15, 2015 um 16:50

Bei Debka haben sie sich wenigstens noch über einen kleinen Zwischenfall freuen können: Auf dem Weg zu den Golan-Höhen kamen Iraner in friendly fire:

Scores of Iranian and Hizballah fighters and a Syrian general were killed by “friendly fire” from the Syrian army’s 9th Division’s artillery and missiles Wednesday, Feb. 18, DEBKAfile report. The incident, during their push from S. Syria to the Golan is attributed to faulty coordination among the assorted forces in the drive for Quneitra, where Tehran plans to establish a major military outpost and forward command center up against Israel’s Golan deployment. This is the first instance of Syria’s Bashar Assad agreeing to pass a warfront to Iranian command.
http://www.debka.com/search/tag/Gen.%20Ghassem%20Soleimani/

Eine moderne Infrastruktur ist praktisch nicht zu verteidigen, da muss der Feind keine überlegenen Panzerarmeen und Luftflotten einsetzen. Da braucht der Iran auch keine Atombomben, er muss nur wissen, wo und was.

Keynesianer März 15, 2015 um 17:27

Neueste Meldung zu Griechenland:

Nach Statistiken der Schweizer Notenbank sind rund 800 Milliarden Euro griechisches Vermögen in der Schweiz. Diese Zahl wurde Ende 2013 ermittelt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/athen-ignoriert-schwarzgeld-in-der-schweiz-13484467.html

Es gibt also keinen Grund, so reiche Leute aus dem Euro zu treiben. Eine einheitliche Vermögensteuer im ganzen Euroraum würde schon zur Deckung der Schulden leicht reichen. Wir sollten in Deutschland mit gutem Beispiel voran gehen und die Reichen endlich wieder dafür zahlen lassen, dass Gesellschaft, Recht und Staat ihnen diese Vermögen überhaupt ermöglicht und geschützt haben.

Das sollte doch 3% im Jahr als Sonderabgabe zur Eurokrise jedem Reichen wert sein.

Keynesianer März 15, 2015 um 17:34

Die Agency ist auch schon ganz friedliche geworden:

CIA-Chef: Wollen Assad-Regierung :) nicht stürzen

Seit vier Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg, die Amerikaner fliegen an der Spitze einer internationalen Koalition Luftangriffe gegen IS-Stellungen. Nun spricht CIA-Chef John Brennan über die Ziele der Amerikaner.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/cia-chef-wollen-assad-regierung-nicht-stuerzen-13482540.html

Habt Ihr das gelesen? Da steht jetzt wieder Regierung statt Regime! ;)

Bald wird Präsident Assad in den USA als geehrter Gast mit einem Neger-Kuss empfangen werden. :)

Natalius März 15, 2015 um 17:47

“Da ist das Spiel für Netanyahu aus, der immer der größte Feind des Iran war. Der muss jetzt weg, damit die neue Regierung Israels dem Iran ihre ewige Freundschaft versichern kann. Das Land ist ja auch so klein und schlecht zu verteidigen, wenn Israel es mal mit einem ernsthaften Gegner zu tun haben sollte.”

Die Sache war ja auch schon vorher diplomatisch völlig aus dem Ruder gelaufen. Das Technologieabkommen zwischen USA und Iran war schon nahezu trocken und dann kommt Natanyahu aus Israel, lässt sich von AIPAC feiern und erklärt dem US-Präsidenten (in dessen Abwesenheit) vor dem US-Kongress, dass das so nicht ginge! Man stelle es sich vor, Frau Merkel würde sich sozusagen selbst zu einer Rede vor dem US-Kongress einladen und z.B. TTIP ab sofort für null und nichtig erklären. Die ist da schon geschickter als Bibi. Sie spricht von “zügiger Umsetzung” und spezifiziert dann “bis Ende des Jahres”. Ja was denn jetzt: “zügig” oder “verzügig”? ;-) Bibi hat zumindestens eine “Lernschwäche”. In 2002 meinte er vor Kongressleuten: “If you take out Saddam … I guarantee you that it will have enourmous, positive reverberations on the reagion”. Welche, wissen wir ja jetzt. Nur Bibi hat’s vergessen – das mit “the cost of war”.

H.K.Hammersen März 15, 2015 um 19:15

@BB
““….Der Lebenstandard auf Varoufakis-Niveau ist es, der das griechische Leistungsbilanzdefizit verursacht. ….”

Falsch. Es sind bei uns (!) und in Griechenland die Eliten, die das Leistungsbilanzdefizit verursachen.”

Sie liefern echt Realsatire pur! Was glauben Sie denn, wer in Griechenland zur Elite gehört, wenn nicht Leute wie Varoufakis? Die griechischen Eliten haben es tatsächlich geschafft, die deutschen Linken zu ihren Verbündeten zu machen.

H.K.Hammersen März 15, 2015 um 19:19

@BB

Sorry, im ersten Moment übersehen. Die Realsatire wird ja noch besser.
“Im übrigen ist der griechische Haushalt im Moment ausgeglichen. Einnahmen und Ausgaben halten sich die Waage.”

Die Griechen haben gerade für nur einen Monat 1 Millierde weniger Einnahmen gemeldet als veranschlagt.

H.K.Hammersen März 15, 2015 um 19:25

@Morph
“Der Sachverhalt ist eindeutig: Du forderst, dass es anderen schlechter gehen solle.”

Ja! Den griechischen Eliten, die das Land ausgeplündert haben und immer noch weiter ausplündern. Der Versuch der griechischen Eliten, ihren eigenen Lebensstandard zu halten, ist die Ursache für die Not und das Elend der unteren Bevölkerungsschichten. Es ist bestimmt nicht die Aufgabe Deutschlands, durch Transfers die Weigerung der griechischen Eliten zur Solidarität auszugleichen.

BB März 15, 2015 um 19:32

@Hammersen

Bitte nicht immer so ein “Anschein-erwecken”-Argumentation!

Es kann sein, dass die ganze Intrige der EU-Eliten gegen die linke Syriza-Regierung einen riesigen Schaden angerichtet hat.

Vor der Wahl war der Haushalt aber ausgeglichen, es sei denn, die bis dahin regierende NEA-Demokratia und Samaras haben gelogen.

Der Schaden dürfte aber zu reparieren sein, wenn jetzt bald die EU-Eliten zur Vernunft kommen.

Die Spielchen der EU-Eliten wären Realsatire, wenn sie nicht so verkommen wären, aber nicht Syriza.

Es geht den EU-Eliten – und darauf deuten auch die neusten Äußerungen von EU-Scholz hin – darum, das Griechenland sein Tafelsilber verkaufen muss.

Nur diese räuberischen Absichten machen das unvernünftige Verhalten der EU plausibel.

Und genau das muss der deutsche Steuerzahler hinterher finanzieren, nicht irgendwelche Schlampereien der Griechen.

H.K.Hammersen März 15, 2015 um 19:46

@BB

Sie beschweren sich ständig über die ach so bösen europäischen Eliten. Was glauben Sie denn, zu welcher Gruppe die griechischen Eliten gehören? Dieses ständige Getöse gegen Schäuble spielt den griechischen Eliten in die Hände. Die reiben sich die Hände und posaunen: “Wir sind doch nicht schuld an eurem Elend, liebe Landsleute. Schuld ist Schäuble, weil der uns … oh sorry, euch kein Geld mehr geben will.”

QuestionMark März 15, 2015 um 19:49
Keynesianer März 15, 2015 um 19:56

Die griechischen “Eliten” verdienen selbstverständlich massiv am Ausverkauf Griechenlands durch Privatisierung des Volksvermögens.

Das ist bei uns nicht anders und der dicke Gabriel würde am liebsten gleich die deutschen Fernstraßen an “Investoren” verscherbeln, und zwar möglichst billigst.

Der Vorwurf ist aber auch der Troika zu machen, die ganz auf Seiten der griechischen Eliten steht. Was auch sonst? Die Eurokrise ist bewusst erzeugt und immer weiter verschärft worden, um die Völker und Staaten auszuplündern.

Wir sollten uns halt vorrangig um unsere Politiker kümmern, die hier auch durch die Privatisierungen profitieren wollen und etwa bei der Bahn AG schöne Pöstchen erhalten, in denen sie die Gebäude und Grundstücke der Bahn verschieben können zu Vorzugspreisen gegen spätere Entlohnung.

soldatenkoenig März 15, 2015 um 19:56

Athen ignoriert Schwarzgeld in der Schweiz
In der Schweiz haben auch Griechen ihr Schwarzgeld. Die Schweizer Behörden haben Griechenland angeboten, das Geld aufzuspüren – doch Griechenland ignoriert das Angebot offenbar bisher.

Nach Statistiken der Schweizer Notenbank sind rund 800 Milliarden Euro griechisches Vermögen in der Schweiz. Diese Zahl wurde Ende 2013 ermittelt. Ein großer Teil der Zinseinnahmen auf dieses Geld dürfte unversteuert geblieben sein.

Aber die deutschen Linken erklären, der deutsche Michel muß weiter zahlen.

Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall.

chabis März 15, 2015 um 20:15

@soldatenkoenig März 15, 2015 um 19:56

Belastbare Quellen, ausser daß einer vom andern abschreibt ?
Habe aktuell und aus der Schweiz stammend nur dies gefunden

“WOZ Nr. 11/2015 vom 12.03.2015
Steuerhinterziehung
Heikle Datenlieferung nach Indien

Die Schweiz leistete in mehreren Fällen Amtshilfe und übermittelte Daten an die indischen Steuerbehörden. Macht das Beispiel Schule, könnte demnächst auch Griechenland auf Schwarzgeld in der Schweiz zielen. ”
http://www.woz.ch/-5ae2

chabis März 15, 2015 um 20:33

Und hier noch weitere Informationen dazu, zwar schon 4 Wochen alt, von diesen “mit den griechischen Eliten verbandelten Linken”

“DIE LAGARDE-LISTE
Der neue griechische Regierungschef Alexis Tsipras vom Linksbu?ndnis Syriza will die Steuerflucht in die Schweiz nun stoppen. Das erklärte Syriza-Fraktionschef Nikos Filis gegenu?ber der «Sonntagszeitung»: «Die Regierung hat den Kampf gegen die Steuerhinterziehung zu einer ihrer Prioritäten erklärt. Wir werden Auslandu?berweisungen in die Schweiz genau pru?fen.» Man wolle das Ausmass der Hinterziehung und die Steuersu?nder herausfinden.
Die Gewerkschaft Unia will Syriza dabei unterstu?tzen. In einem offenen Brief an Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf verlangt sie, dafu?r zu sorgen, dass Griechenland in seiner Notlage möglichst rasch jene Steuern erhält, die auf den Schweizer Guthaben seiner Bu?rgerinnen und Bu?rger anfallen. Unia-Ökonom Beat Baumann bekräftigt: «Griechische Steuerflu?chtlinge mu?ssen zur Kasse gebeten werden.» Anne Césard vom Sekretariat fu?r internationale Finanzfragen im Finanzdepartement verweist darauf, dass Widmer-Schlumpf bereits im Februar letzten Jahres in Athen einen Vorschlag zur Regelung von steuerlichen Altlasten deponiert habe. Die damalige griechische Regierung und ihre Bru?sseler Aufpasser hätten jedoch nicht reagiert.
Das verwundert nicht wirklich. Die abgewählte Regierung verschleppte selbst die Untersuchung der 2000 Schwarzgeldkonten bei der Bank HSBC. Dabei hatte sie die entsprechenden Kontodaten 2010 gratis geliefert bekommen – von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde. Resultat: Die Namen von Angehörigen hochrangiger Politiker verschwanden wie von Zauberhand von der Liste, und ein Journalist, der das Material veröffentlicht hatte, wanderte ins Gefängnis.
Im Fall dieser sogenannten Lagarde-Liste konnte sich Athen bisher darauf verlassen, dass auch die Schweiz weitere Untersuchungen gegen die Steuerbetru?ger verhindern wu?rde. Jeannette Balmer, die Mediensprecherin der Bundesanwaltschaft, begru?ndet die Untätigkeit ihrer Behörde gegenu?ber work so: Man befasse sich nicht mit den Daten, weil sie gestohlen worden seien. Sie auszuwerten sei deshalb rechtlich nicht zulässig.

work, 19.02.2015 ”
http://www.workzeitung.ch/tiki-read_article.php?articleId=2324

jmg März 15, 2015 um 21:14

@ chabis
Was die Schweizer Konten der Griechen anbetrifft, bietet die deutsche Presse heute folgendes bezeichnende Bild:

Griechenland ignoriert Schwarzgeld in der Schweiz
“Schon seit Februar 2014 liegt ein Angebot des Schweizer Staatssekretariats für internationale Finanzfragen vor, das Geld aufzuspüren und nach Athen zu überweisen.”
“Eveline Widmer-Schlumpf, die Schweizer Finanzministerin hatte vor 13 Monaten in Athen umfassende Hilfe bei der Legalisierung des vermutlich als Schwarzgeld gelagerten Geldes angeboten. Doch bisher habe sich niemand gemeldet,…”
“Nach Statistiken der Schweizer Notenbank lagern rund 800 Millionen (frühere Version: 800 Milliarden) Franken griechisches Vermögen in der Schweiz.”

Die Berichtigung der Welt:
“In einer früheren Version des Textes hieß es, nach Statistiken der Schweizer Notenbank lagerten rund 800 Milliarden Franken griechisches Vermögen in der Schweiz. Richtig ist: Es lagerten 800 Millionen Franken griechisches Vermögen in der Schweiz. Wir bitten, diesen Versehen zu entschuldigen.”
http://www.welt.de/wirtschaft/article138428416/Griechenland-ignoriert-Schwarzgeld-in-der-Schweiz.html

Kann passieren, wenn man Schaum vor dem Mund hat.

In diesen Medien sind es immer noch 800 Milliarden Franken (15.3.2015 21 Uhr).
http://www.faz.net/agenturmeldungen/adhoc/welt-athen-ignoriert-schwarzgeld-in-der-schweiz-13484424.html
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Athen-ignoriert-Schwarzgeld-in-der-Schweiz-article14703551.html
http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/athen-ignoriert-milliarden-schwarzgeld-in-der-schweiz-a-1023643.html

Bin mal gespannt, ob der Jauch den Varoufakis gleich nach den 800 Milliarden Schwarzgeld in der Schweiz fragt.

QuestionMark März 15, 2015 um 21:18

zum Thema “Merkel und die Atomenergie” auch hier noch von unserem Kabarettisten Volker Pispers eine Stellungnahme.
Manchmal reicht auch ein Link auf einen youtube-Clip.

chabis März 15, 2015 um 21:46

Das bayrisch-österreichische Hypo-AlpeAdria Desaster fordert die
nächsten Opfer, den excellenten bayrischen Bank- und Finanz-experten gewidmet
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/hypothekenbank-101.html

BB März 15, 2015 um 22:00

“…..Athen ignoriert Schwarzgeld in der Schweiz…..”

Ach, das haben die heute speziell für die Jauche-Show ausgegraben. Man will Varoufakis damit foltern ….*kecker, lach*

Keynesianer März 15, 2015 um 22:07

Bill Mitchell zu den Überlegungen seines französischen Kollegen:

The blog title – Faut-il donc haïr l’Allemagne? (must we hate Germany?) – was the question posed recently by the French economist – Jacques Sapir – as a reaction to the way Germany (particularly its Finance Minister) handled the Greek request for less austerity and more flexibility in the recent Eurogroup encounters. His February 20, 2015 article (in French) – Haïr l’Allemagne? – concludes that the actions of Angela Merkel and Wolfgang Schäuble towards Greece have “repeated the sins” (“Les péchés répétés”) of the past and opened up old wounds that will further undermine the democracy in Europe. Sapir concludes that “Alors, disons-le, cette Allemagne là est haïssable”. What does that mean?
http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=30424

ruby März 15, 2015 um 22:10

Gianis kämpft gegen die Krallen der Oligarchen ;-)

@ Keynesianer
3% Sonderabgabe auf 800 Mill. – Du bist ja ein echter Vermögenskiller ;-)
Meine 6 Milliarden jährlich sind dagegen feinste Peanuts !!!
300 Milliarden Staatsschulden zu tilgen ist doch ein reinster Fliegenschiess für die Vermögensklientel in Europa.
Das scheissen die die doch in einer Woche in die Schüssel.
Aufwachen Sozialdemokraten – schröpft die Dukatenesel.

ruby März 15, 2015 um 22:13
wowy März 15, 2015 um 22:17

Dieser Jauch ist doch total unfähig. Hat Varufakis live zugeschaltet und zeigt einen Film über ihn.

ruby März 15, 2015 um 22:23

Was hat ein Vermögender eigentlich real zu verlieren, wenn seine Bestände resozialisiert werden?
Sind das nicht die Ersparnisse der Produktion und die nicht getätigten staatlichen Investitionen der Vergangernheit?
Ansonsten versuchen sie doch Business as usual bis zum Anschlag der Unerträglichkeit ?
Was verlieren Sie?
Worauf verzichten sie?
Was ist der Wohlstandsverlust?
Wievielen geht es schlechter als vor der Rückerstattung?

ruby März 15, 2015 um 22:26

Abgaben kommen von abgeben nicht abnehmen !

ruby März 15, 2015 um 22:33

Voraussetzung ist zunächst einmal eine Not- oder Ausnahmesituation zur Rechtfertigung einer einmaligen Vermögensbelastung.
lest lest :
http://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensabgabe
Ist die Eurorettung nicht als Not- oder Ausnahmesituation definiert worden?
Schaut Merkel und Steinbrück zur Finanzkrise …
Angela, bring die Vermögensabgabe ins europäische Parlament ;-)

ruby März 15, 2015 um 22:40

Wie wäre eine einheitliche europäische Vermögenssteuer?
Wie käme eine einheitliche europäische Erbschaftssteuer?

ruby März 15, 2015 um 22:51

Wielange lassen sich die durchschnittlichen Blöddödels von reichen Oligarchen noch weitere U`s für X`s auf die Lohn- und Steuerzettel schreiben?
1 Jahr
3 Jahre
immer

Bogus März 15, 2015 um 23:50

wowy März 15, 2015 um 22:17
“Dieser Jauch ist doch total unfähig. Hat Varoufakis live zugeschaltet und zeigt einen Film über ihn.”

Mehr als nur unfähig. Für mich grenzt das Zeigen dieses aus dem Zusammenhang gerissenen Stinkefinger-Zitats an Volksverhetzung. Leider ist der sonst so smarte V. voll in die Jauch’sche Falle getappt und hat was von Fälschung gefaselt.

Hier ist der komplette Film, der Stinkefinger kommt bei 1:59.

https://www.youtube.com/watch?v=1KSmcUyAZwU

Der Vortrag stammt von 2013; Varoufakis’ Stinkefinger bezog sich auf die Situation in 2010, die Insolvenzverschleppung zur Rettung der (u.a. deutschen) Banken. Entweder waren die Jauch-Redakteure zu blöde, das bei ihren Recherchen zur Sendung zu kapieren, oder sie haben es absichtlich unterschlagen.

Man dürfte den Scheiß ja echt nicht mehr gucken. Andererseits ist es wohl auch eine Art Bürgerpflicht, beispielsweise die Kollegen morgen in der Frühstückspause darüber aufzuklären, dass und wie sie verarscht werden. Wer sonst soll das tun, wenn nicht wir?

Natalius März 15, 2015 um 23:50

@ruby,

gib dem Varoufakis mal Tips, wie er mit Widmer-Schlumpf über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen verhandeln sollte. Das bestehende gibt echt nicht viel her: http://www.s-ge.com/de/filefield-private/files/42295/field_blog_public_files/11066

wowy März 15, 2015 um 23:57

@Bogus
Als der Einspieler kam habe ich abgeschaltet.

Soldat Schwejk März 16, 2015 um 00:21

@ Keynesianer März 15, 2015 um 22:07

In dem Blogeintrag von Bill Mitchell ist ja auch ein Link zu einem langen Interview mit Costas Lapavitsas.

https://www.jacobinmag.com/2015/03/lapavitsas-varoufakis-grexit-syriza/

Hab bisher auf die Schnelle nur ein paar Passagen überflogen. Es lohnt sich sicher, deshalb soll’s hier noch mal direkt verlinkt sein. Man kann ggf. später noch mal drauf zurückkommen.

Natalius März 16, 2015 um 00:34

Bogus,

“My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting – just like Argentina did – within the Euro – in January 2010 and stick the finger to Germany and say “Well, you can now solve this problem by yourself””

Aber trotzdem Vorsicht! Wir wissen, dass der Hintermann von Varoufakis George Soros ist. Hat V. in einer griechischen News-Quelle (deren Übersetzung ich eingestellt hatte) zugegeben. EUR/USD geht mit extremer Geschwindigkeit auf Parität zu: Bald 40% Verlust in weniger als einem Jahr. D.h. Soros und seine imperialen Hintermänner in derWS/CoL können “billig” einkaufen, sobald medial eingestreute Kriegsangst zu einem drop auf dem Aktienmarkt führt. Wenn das Einkaufsziel 25% gegenüber 2014 besteht, muss sowohl der DAX als auch der Euro auf 50% runter. D.h. 1 EUR = 0.7 USD UND DAX = 6000. Realistisch dann, wenn der erste Atompilz in der Ukraine (oder sonstwo) von allen Medien gezeigt wird. Dann wird man sagen “War nur ne mini nuke” und am nächsten Tag steht der DAX wieder bei 10000.

Wie gesagt, wer wissen will, wer hinter Soros steht, sollte sich am besten in bibliotecapleyades informieren.

Es geht NUR NOCH um Geld und Macht.

Keynesianer März 16, 2015 um 05:48

@Soldat Schwejk März 16, 2015 um 00:21

Ein sehr interessantes und hilfreiches Interview, danke für den Hinweis, das hätte ich fast nur überflogen.

Meine Ansichten dazu muss ich mehrteilig hier einbringen.

Costas Lapavitsas hat ja gerade mit Heiner Flassbeck ein Buch veröffentlicht, dass nur Deutschland den Euro retten könne und in Deutschland dafür die Löhne erhöht werden sollten. Das ist original Flassbeck und Lapavitsas hätte wohl ein anderes Thema gewählt.

Costas Lapavitsas ist Professor für VWL an der School of Oriental and African Studies, University of London.

Die haben da traditionell Verbindungen zu britischen Kolonialstrukturen und wegen der Afrikanischen Studien zu Lord Milners Kindergarten und was daraus heute geworden ist. Also höchste Vorsicht, die Briten mischen in der neuen griechischen Regierung mit und es würde mich wenig wundern, wenn die Marxisten da nicht auch noch MI6 wären.

Grundsätzlich etwas zum Marxismus, weil ja Lapavitsas wie Varoufakis sich auf den Marxismus berufen:

Das sind natürlich Salonmarxisten wie Marx und Engels auch. Stammen in der Regel aus sehr einflussreichen Familien, Marx hätte eine Karriere im preußischen Innenministerium machen können als Beamter oder als Botschafter im Außenministerium. Aber die Kinderchen sind in bürgerlichen Kreisen nicht präsentabel. Es fehlt ihnen dazu an allem, von den Tischsitten bis zu den Gesprächstthemen. Sie passen eher in eine Motorradgang, auf eine Yacht oder in rauchige Kneipen. Darum werden sie halt Marxisten, weil selbst Keynes solchen Gestalten Hausverbot erteilt hätte.

Der Marxismus hat also nicht viel zu sagen. Varoufakis hat irgendwo sich stolz erinnert, wie er mit dem hochtönenden Geschwalle früher die Studentinnen herum kriegen konnte. Wir kennen das hier ja von unserem Professor der Psychologie. Die hören sich also ganz weltrevolutionär an, als könnten und wollten sie die Welt retten, aber morgen sind sie mit der nächsten Studentin ausgelastet, die sich von so jemandem herum kriegen lässt.

Inhaltlich läuft das dann in die Richtung unseres Entdeckers des von den Mikroprozessoren demnächst verursachten Zusammenbruchs des Kapitalismus. Der Zusammenbruch des Kapitalismus kommt von selber nach dem Wertgesetz, da kann und muss man nicht viel tun, außer die Keynesianer an jeder vernünftigen Linderung oder gar Lösung der aktuellen Probleme mit Geschwalle vom Wertgesetz zu hindern. Die Kinderchen wissen natürlich schon, dass sie damit den herrschenden Interessen dienen.

Lapavitsas schildert die ökonomischen Einsichten des Varoufakis so:

So Varoufakis himself: … He’s always been that. He’s always been heterodox and critical in his economics. He’s always been a man who has rejected neoclassical economics and neoclassical theory in his work. And he’s always been ready to come up with policy advice which was outside the box and ready to think about alternative paths.

V. war also immer kritisch und heterodox, kurz gesagt – ein Schwätzer. :)

Seine Ratschläge waren immer “outside the box” und V. stets bereit, mit irgendeinem abwegigen Unsinn die Gespräche über wichtige Probleme zu stören. Im Grunde war er aber nur ein anpassungsfähiger Opportunist, der sich überall arrangieren konnte (nur eben nicht mit Schlips und Anzug bei einem Essen im bürgerlichen Salon):

… However, when you look at his trajectory, you have to recognize that he was also an adviser to the government of George Papandreou, which was the first government that introduced the bailout policies in Greece, and he remained associated with them for a significant length of time.

Später mehr dazu.

Keynesianer März 16, 2015 um 06:04

Zu Costas Lapavitsas selber noch:

He is also a columnist for the British newspaper The Guardian. In 2007 he founded Research on Money and Finance (RMF) an international network of political economists focusing on money, finance and the evolution of contemporary capitalism.

Das Jahr 2007 ist interessant, er hatte wohl eine Vorahnung der Finanzkrise, die ja angeblich niemand vorhergesehen habe. ;)

Jedenfalls handelt es sich da wie zu erwarten um Bastard-Keynesianer mit Themen wie:

Maria Nikolaidi, Athens: Margins of safety and instability in a
macrodynamic model with Minskyan insights

Angeblich kämen die Krisen davon, dass die Zukunft ungewiss ist, was zwar Keynes nicht behauptet hat, aber ein Minsky im Namen von Keynes.

Diarmid Weir: Effective demand and the tax-foundation of money

Bezieht sich wohl auf den Gedanken, dass Geld Wert habe, weil der Staat anordnen kann, dass man damit die Steuern zahlt. Muss ich raten, weil mir die Zeit zu schade wäre, sowas anzuhören oder nachzulesen.

Jedenfalls weit und breit nichts, was nach echten keynesianischen Einsichten aussehen würde:

http://www.researchonmoneyandfinance.org/images/uncategorized/annual-ws-programme-2014.pdf

Bogus März 16, 2015 um 06:34

Muss mich korrigieren. Jauch in der Mediathek:

http://www.ardmediathek.de/tv/Günther-Jauch/Der-Euro-Schreck-stellt-sich-Varoufaki/Das-Erste/Video?documentId=27075316&bcastId=8109878

Stinkefinger bei 00:26:00

in der Jauchegrube wird aus:
“My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting – just like Argentina did – within the Euro – in January 2010 and stick the finger to Germany and say “Well, you can now solve this problem by yourself””

das hier getürkt:

Sprecher: “Varoufakis will den Griechen neues Selbstvertrauen geben…”
Varoufakis im Video: “Greece should simply announce that it is defaulting…”
Sprecher: “…und steht für klare Botschaften, besonders an Deutschland:”
Varoufakis im Video:”…and stick the finger to Germany and say “Well, you can now solve this problem by yourself””

Die den Kontext herstellenden Teile wurden weggelassen bzw. drübergelabert. Eine ganz bewusste Manipulation.

Bogus März 16, 2015 um 07:02

Die FAZ formuliert das erwartungsgemäß schlaffer, aber immerhin, es ist auch dort aufgefallen:

“Allenfalls hätte Jauch dazusagen müssen, dass Varoufakis sich auf das Deutschland des Jahres 2010 bezieht.”

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/yanis-varoufakis-bei-guenther-jauch-13485180.html

Andreas Treu März 16, 2015 um 07:30

Oh schön, ihr diskutiert Jauch. Jetzt wo ihr es den Griechen auf Euren Sofas so richtig gegeben habt, könnte die Bundesregierung für den Schuldenschnitt doch endlich ihr okay geben, findet ihr nicht? Im Juli schalten wir dann Schäuble zu, wenn er den 2-Billionen Merkel-Plan erklärt…

PG März 16, 2015 um 07:35

Am Mittwoch wird in Ffm auch Jagdwild unterwegs sein.

https://linksunten.indymedia.org/de/node/137601

sadoma März 16, 2015 um 08:04

SPON: “Die Varoufakis-Monologe”

Das waren keine Monologe sondern der Versuch dem deutschen Zuschauer ein komplexes Problem in möglichst einfachen Worten zu erklären.

Dass dieser Versuch gescheitert ist liegt eher am Sendeformat, einem Moderator der diesem Format nicht gewachsen war und einen ausländischen Finanzminister nicht ausreden läßt, den Voruteilen/Verleumdnung der Redaktion, einem CSU Schw… und vielleicht an unserem deutschen Wesen eh alles besser zu wissen ;-)

chabis März 16, 2015 um 08:20

Michael Hudson zu den Privatisierungsvorgaben an Griechenland
(und das QE der EZB)

“PERIES: Michael, this is exactly what’s happening in Greece right now. The SYRIZA government is somewhat forced to continue privatization as a part of the agreement of the loans that they have been given by European banks. What could they do in this situation?

HUDSON: This is really a scandal, because most privatizations are corrupt insider dealings. The SYRIZA Party came in said, wait a minute, the privatizations that have been done are by governmental officials to their own cronies at a giveaway price. How can we balance the budget if we’re giving away the public utilities instead of getting a fair price for them?

The European Central Bank said, no, you have to give away privatization to cronies at pennies on the dollar just like Russia did under Yeltsin, just like the United States did with the railroad giveaways of the 19th century.

Remember, the American privatization to the railroad barons and their financial backers created essentially the ruling class of the 20th century. It created the American stock market. The same thing is happening in Greece. It’s being told to continue the former politicians’ drive to endow a new oligarchy, a new kind of a feudal monopoly lord, by these privatization giveaways. The ECB says that if you don’t do that, we’re going to bankrupt the banking system.

Yanis Varoufakis went back to the party congress in Parliament and asked whether they would approve this. The left wing in Greece has said, no, we won’t approve the giveaways.

The pretense is that privatization is to make money, but the European Central Bank is saying, no, you can’t make money; you have to give it away to our cronies. It’s all one happy financial family. This is escalating financial warfare.

I can assure you that neither Varoufakis nor SYRIZA has any interest in this kind of privatization giveaway. It’s trying to figure out some way of perhaps prosecuting the cronies for bribery, for internal connections, or figuring out some way of legally stopping the rotten policies that they’re told to follow by the European Central Bank – which isn’t giving a single euro to help Greece t get over the economic depression that debt deflation has brought on. The euros are only given to the financial sector, basically to help declare war on the Greek government, the Spanish government, the Italian government.
….”
via Norbert Häring
http://michael-hudson.com/2015/03/qe-intentions-all-too-obvious/

sadoma März 16, 2015 um 09:01

SPON: “Die Varoufakis-Monologe”

hab mir gerade die SPON-Kommentare angeschaut und musste erschreckend feststellen, dass ich mit meiner Meinung Mehrheitsfähig bin ;-)

BB März 16, 2015 um 09:27

Die Überschrift passt bei Pudel-Online mal wieder nicht zum Text. Nirgends steht dort, dass Varoufakis lange Monologe gehalten hätte. Eher wird dort erwähnt, dass der inkriminierte Stinkerfinger mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fälschung ist.

Passend finde ich in den Pudel-Online-Kommentaren diesen Kommentar:

“….”Man hat ihn vor eine Bücherwand gesetzt. Das Regal sieht so aus, als wurde es schnell noch derangiert, damit das Setting zum krawattenlosen Gast passt.” Schon dieser Satz zeigt, dass der Bericht an Objektivität nicht…..”

Die Art und Weise, wie die angeblich seriösen ÖR (aber auch die Mainstream-Presse) mit dem Thema umgeht, ist einfach ein totaler Skandal.

Keynesianer März 16, 2015 um 09:36

@chabis

Michael Hudson bringt das Spiel genau auf den Punkt:

HUDSON: This is really a scandal, because most privatizations are corrupt insider dealings. The SYRIZA Party came in said, wait a minute, the privatizations that have been done are by governmental officials to their own cronies at a giveaway price. How can we balance the budget if we’re giving away the public utilities instead of getting a fair price for them?

The European Central Bank said, no, you have to give away privatization to cronies at pennies on the dollar just like Russia did under Yeltsin, just like the United States did with the railroad giveaways of the 19th century.

Die Eurokrise wurde gezielt seit der Euro-Einführung geschaffen, damit die Eurostaaten per Privatisierung ausgeplündert werden können. Es begann mit der Agendapolitik von SPD und GRÜNEN in Deutschland, wodurch die anderen Staaten nicht mehr wettbewerbsfähig waren.

Die sind aber mit der Ausplünderung Griechenlands nicht zufrieden.

Darum wäre es ein Fehler, in die nächste Falle zu tappen: Den Schuldenschnitt, Staatsbankrott und Euroaustritt von Griechenland. Der wird das Problem nämlich nicht lösen, sondern zuerst mal den Ausverkauf Griechenlands noch viel billiger machen. Hier sehe ich das Problem, dass wieder alle Gutmenschen den Griechen mit dem Euroaustritt helfen wollen.

Danach hat nämlich die gesamte Eurozone das Problem mit der Kapitalflucht aus dem Euro!

Und dann wird mit der gesamten Eurozone genau das gleiche passieren wie jetzt erst mal mit Griechenland. Das Geld der Reichen flieht in Richtung USA und GB und die CoL und Wallstreet wollen damit hier alles aufkaufen, was noch an Volksvermögen vorhanden ist. Die gesamte Eurozone kommt durch den GRexit in die Lage Griechenlands.

@Andreas Treu

Im Juli schalten wir dann Schäuble zu, wenn er den 2-Billionen Merkel-Plan erklärt…

Ganz genau! Die Exportüberschüsse hat ja nicht “Deutschland”, sondern die fliehen sofort in Dollar und Pfund, wenn sie hier auf den Banken nicht mehr sicher sind. Merkel&Co. haben dafür gesorgt, dass das Geld nicht mehr sicher ist, durch den Bail-In, also die sogenannte Haftung der “Kreditgeber” der Banken.

Da ist auch Deutschland plötzlich in der Lage Griechenlands.

Das als Warnung an alle die da meinen, man sollte doch einfach die Schulden streichen. Da werden unsere Supermärkte plötzlich leer bleiben, weil niemand mehr liefert für Euro und die deutschen Exporterlöse gehen gleich auf Dollarkonten in die USA.

Kecker März 16, 2015 um 09:56

@ keinsinnianer: “Angeblich kämen die Krisen davon, dass die Zukunft ungewiss ist, was zwar Keynes nicht behauptet hat…”

When a man buys an investment or capital asset, he purchases the right to the series of prospective returns, which he expects to obtain from selling its output, after deducting the running expenses of obtaining that output, during the life of the asset… The outstanding fact is the extreme precariousness of the basis of knowl
edge on which our estimates of prospective yield have to be made. Our knowledge of the factors which will govern the yield of an investment some years hence is usually very slight and often negligible. If we speak frankly, we have to admit that our basis
of knowledge for estimating the yield ten years hence of a railway, a copper mine, a textile factory, the goodwill of a patent medicine, an
Atlantic liner, a building in the City of London amounts to little and sometimes to nothing; or even five years hence. (John Maynard Keynes)

Systemfrager März 16, 2015 um 10:06

Die SPERMIEN und die WETTKAMPF-LÜGE

Die Geschichte ist einfach zu schön, um wahr zu sein: Spermien, die sich abmühen, mit aller Kraft strampeln, um voranzukommen und eine riesige Strecke durchschwimmen, um zum Ei zu gelangen, wo nur der Beste und Schnellste eindringen kann. Doch das sind nur Mythen – die Wahrheit ist die Geschichte von Teamarbeit und Kooperation

Doch die Spermien bekämpfen sich nicht gegenseitig, um den Besten auszulesen. … Viele von ihnen, ein Drittel in jedem Ejakulat, können sich gar nicht bewegen. Sie scheinen nutzlos zu sein, aber ihre Aufgabe könnte darin liegen, eben jene Immunzellen zu beschäftigen! Je mehr Spermien-Masse, desto mehr haben die Abwehrkörper zu tun – und desto mehr kommen durch. So stellt sich in Wahrheit die Aufgabe der Spermien nicht als Wettkampf gegeneinander dar, sondern als Kooperation! Im Schutz der Masse gelangen genügend lebensfähige, bewegliche Spermien von der Gebärmutter bis zum Ei.

mehr >>>

Keynesianer März 16, 2015 um 10:14

@Kecker

Keynes hat die Weltwirtschaftskrise schon in den 1920er Jahren vorher gesagt und ziemlich gut beschrieben, falls eine Rückkehr zum Goldstandard zu den Vorkriegsparitäten erfolgt.

Die Weltwirtschaftskrise war also nicht die Folge einer ungewissen Zukunft.

Aber Keynes hat tatsächlich auch etwas über die Ungewissheit der Zukunft und damit der Investitionen geschrieben. ;)

BB März 16, 2015 um 10:42

Stinkefinger-Gate

Deutschland-Eliten, ihr habt einen an der Waffel.

BB März 16, 2015 um 10:44

Varoufakis, steh zu deinem Stinkefinger.

Sie haben es nicht anders verdient.

Keynesianer März 16, 2015 um 11:11

OT: Stratfor Chef-Rede

Aus dem Gelben zum Abspeichern für später:

Die Stimme des Bösen zum Nachlesen – Text der deutschen Friedmann Übersetzung

verfasst von nereus, 16.03.2015, 08:33

Aufgrund der großen Resonanz des Videos von Stratfor-Chef Friedmann habe ich es mir erlaubt die eingeblendeten deutschen Untertitel als kompletten Text zusammen zu fassen.
Da ich davon ausgehe, daß auch in Zukunft diese Thematik hier eine bedeutende Rolle spielen wird, halte ich es für sinnvoll sich bei Bedarf auf diesen Text beziehen zu können.

Ich habe auch die möglichen Textfehler und Falschübersetzungen aufgeführt, weil ich möglichst nah am Original bleiben wollte.
Diese halten sich aber in Grenzen und mindern die Brisanz des Inhalts kaum.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=347359

Ich danke dem nereus! :)

Natalius März 16, 2015 um 11:19

OT: Zu 9/11 gibt es ein neues “Amateurvideo” eines Richard A. Siegel, aufgenommen von einer Pier schräg gegenüber WTC am Hudson River. Ausgerechnet jetzt in 2015. Wer hat denn 14 Jahre danach an sowas noch Interesse? Zugegeben: Die Auswertung (Bild/Ton/Schallweglänge/Zeitverzögerung) ist gut gemacht: Der Knall der Sprengung/en passt nach Zeitkorrektur zu den optischen Beobachtungen – aber das ist natürlich kein Beweis. Denn das optische und das akustische Bild kann ja auch “rein zufällig” zusammenpassen – in Wirklichkeit kann die Sprengung ja ganz woanders passiert sein. Der Ton zeigt seine Richtung ja schliesslich nicht an. Ausserdem kann ja heute jedes Video ein Hoax oder Fake sein. Kennt man doch von den UFOs, die es ja definitiv nicht gibt. Da ist ja nicht nur EIN Video gefaked – da sind ja schliesslich ALLE (=tausende) gefaked. Schliesslich weiss man das doch als aufgeklärter Mensch…

Insofern lohnt es sich noch nicht einmal, diesen Dreck aus dem long tail zu verlinken.

quecalor März 16, 2015 um 12:31

Für Daten der sogenannten Lagarde Liste gibt die Schweiz keine Auskünfte, da die Daten gestohlen wurden.

http://www.nzz.ch/schweiz/athen-erhaelt-bankdokumente-aus-der-schweiz-1.18503171

chabis März 16, 2015 um 13:02

Im Altpapier ein klasse Text vom Gastgeber (wird er schon selbst
noch verlinken).
Zum selben Thema ein weiterer lesenswerter Beitrag
http://www.carta.info/77595/fingergate-die-schmutzige-bombe-der-politischen-rhetorik/

chabis März 16, 2015 um 13:33

“Falls Varoufakis nachweislich die Unwahrheit gesagt haben sollte, dürfte ihm das politisch zum Verhängnis werden. Ein überführter Lügner als Minister –schwer vorstellbar.” Das gibt Herr Elitz in der B*zeitung von sich (verlinken tu ich die nicht), diesen Massstab mal fiktiv akzeptiert und an Geldkofferbote Schäuble angelegt, hätte der aus viel schwerwiegenderen Gründen nie mehr Minister werden dürfen. Ich bringe Biographie und aktuelle “journalistische” Äusserungen von Elitz nicht zusammen. Lässt da einer im Alter die
Sau raus ? http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Elitz

topi März 16, 2015 um 14:41

Wir sind zurück. Leider nur Platz zwei; baer Vizeeuropameister ist ja auch nicht sooo schlecht. :roll:

Ich hab nich talles gelesen, aber halte es nich tmehr aus ohne zu kommentieren.

“Lebenstandard muss runter”

Ja natürlich musste der “Lebensstandard der Griechen runter; wer so ein absurd hohes Staatsdefizit und einen so hohen Importüberschuss hat, kriegt irgendwann nicht mehr genug geliehen, um sich das leisten zu können.

Man muss aber genau hinsehen, was ist denn in Griechenland passiert. Sie hatten seit Euroeinführung für Griechenland geradezu moderate Lohnsteigerung samt Preissteigerungen; aber eben weit höher als die Eurozone im Schnitt, und erst recht als das dicke Sparmonster im Zentrum.

Wie schon x-mal gesagt, ihr müsst halt mal zuhören:

setzt man zur Eurofixierung die Preise auf 100, landete D 2009 bei 128 Prozent (oder so ähnlich, kann ja jeder mit einem Taschenrechner nachrechnen), Griechenland bei 190 Prozent.

Das ist eine Inflationierung von 50% ggü. Deutschland.

Hat sich nun der Lebensstandard von Kostas Normalgrieche um diese 50% erhöht?

Natürlich nicht. Das sind ja die gestiegenen Preise im Schnitt!
Er konnte sich von seinem gestiegenen Lohn mehr im Ausland kaufen; da aber auch bei Importwaren ein hoher einheimischer Wertschöpfungsanteil enthalten ist (Import, Transport, Großhandel, EInzelhandel), war der reale WOhlstandsgewinn für Kostas deutlich geringer.

Im Internet bei ausländischen Herstellern, und natürlich als Tourist, da war er auf einmal König im Vergleich zu früher; im realen Leben hat sich wenig geändert.

Mit der Krise kam es zu enormen Lohnsenkungen.

Aber die Preise sind am Anfang der Krise noch stark GESTIEGEN!!

Und auch danach nur minimalst gesunken.

Das heißt, der Lebensstandard ist nunmal enorm gesunken, weil die Löhne und Transfereinkommen stark gesunken sind; aber die Preise quasi so hoch wie vorher.

Genau das ist ja der Grund, weshalb der Binnenmarkt so hoffnungslos abgewürgt ist, und quasi kaum Aussicht auf Besserung besteht im Euro.

Und das: die Esten und Slovaken… bla bla ist deshalb auch zur Hälfte dämlich; die Griechen haben s ein hohes Preisniveau, und leben dort nicht in Saus und Braus.

Die andere Hälfte des Arguments ist richtig; sagte ich schon zur Euroeinführung, die Transfers in so einer Währungsunion müssten auch mal von schwächeren zu eigentlich wirtschaftsstärkeren Ländern fließen, eine groteske Vorstellung.

Ich sehe das ganz entspannt; Tsipras und Varoufakis sind auf dem besten Weg, in Griechenland den Boden für einen Euroaustritt zu bereiten, wahrscheinlich sogar mit Referendum.

Oder es wird einen “Halbaustritt” geben; die behalten das Eurosystem auf allen bestehenden Konten, und die griechische Notenbank schöpft Neodrachmen zur Refinanzierung der griechichen Banken, welche dann auch als Löhne ausgezahlt werden und offizielles Zahlungsmittel werden. Ein Wechselkurs bildet sich.

Dagegen wird sich die EZB wahrscheinlich wehren.
aber da gibt es sehr widerstrebende Interessen; einmal das Exempel-Motiv, den Griechen richtig auf die Fresse zu hauen, damit es keine Nachahmer gibt, und um sich als “Ordnungspolitiker” darstellen zu können.

AUf der anderen Seite kann man den Schein wahren: Euro läuft weiter, auch in den Südländern. Außerdem schlägt der Abschreibungsbedarf nicht ganz so plötzlich ins Kontor.

Keynesianer März 16, 2015 um 15:02

@Soldat Schwejk März 16, 2015 um 00:21

Fortsetzung:

Lapavitsas diskutiert wieder den GRexit:

Negotiated exit — negotiated in the sense that the other side of the bargain would be a deep debt write-off that would be the price that monetary union would have to accept — a 50 percent debt write-off. And, crucially, the exit would be protected in the sense that the European Central Bank [ECB] would see to it that the devaluation of the new currency would not be more than 20 percent and that the banks would survive.

Es wird bei einem 50%igen Schuldenschnitt nicht bleiben. Aber vielleicht will man ja den Griechen die Schulden nicht gleich ganz erlassen, sondern erst noch damit den Ausverkauf des Landes betreiben. Wie bei der deutschen Treuhand damals – als alles von Wert an “Investoren” verteilt war, blieben plötzlich hohe Schulden statt der Erträge aus den Privatisierungen.

Schäuble soll schon 2011 für einen GRexit gewesen sein, das glaube ich sofort, das ist ja das Ziel.

Er benennt nur teilweise die Probleme mit der Abrechnung bestehender Verträge:

Re-denomination will depend on the governing law of the contracts that you’re looking at. If the contracts are under foreign law, it will be problematic. These contracts will have to be parked in some special accounts, and they will have to be dealt with over a period of time. Those under Greek law, by and large, will have to be re-denominated immediately. And that means, of course, deposits, bank debts, and other obligations. Whatever it is, whatever comes within the limit of power of the Greek sovereign, the Greek state, and the Greek legal system would pretty much have to be re-denominated immediately.

Das gibt also ein riesengroßes Chaos mit Streit um viel Geld und teuren Verfahren.

Die EZB soll natürlich während dem GRexit die griechischen Banken stützen und garantieren und das alles würde doch nichts kosten. Die Banken möchte er nationalisieren, was in einem völlig korrupten politischen System dazu führt, dass man für Bestechungsgelder jedes noch so krumme Projekt von den Banken finanziert erhält, das Geld in die eigenen Taschen leiten kann und später ist die Firma leider pleite.

Die Arbeiter oder deren Funktionäre sollen auch Mitsprache erhalten:

Absolutely with more popular control and workers’ participation! The bank employee unions are very active, and they want to contribute positively to what’s happening. They would have a role in running the new banks and reorganizing them, of course. It’s not just a top-down thing.

Deutschland zahlt! ;)

Es wird bei einem Austritt Rationierungen geben müssen:

Yes, we’re talking about a process of rationing.

Der Interviewer fragt entsetzt, wie er das mit der korrupten Bürokratie in Griechenland organisieren will.

Die Frage nach der Nationalisierung anderer Betriebe als der Banken will er nicht beantworten, die Frage stelle sich jetzt nicht. Klar, die Banken sollen nationalisiert werden, weil sie bei einem GRexit eh bankrott sind, die will also keiner haben. Nach ihrer Sanierung werden sie wieder für Schnäppchen privatisiert.

Anscheinend träumen in Griechenland welche von der NEP des alten Genossen Bucharin nach der russischen Revolution:

Greece is so ruined at the moment that it manifestly needs a NEP. Now if Bukharin was clever enough to think of NEP and to persuade Lenin, who was an avid supporter of NEP, then I don’t see why I should be against it.

Das wird mir jetzt aber zu doof mit dem Lapavitsas. Maßnahmen gegen die Oligarchen und Vermögensteuern und und und scheinen ihm nicht so wichtig. Das ist alles Kindergarten und läuft halt auf den gezielten Bruch der Eurozone hinaus.

The aim of the government was to bring about some redistribution of wealth. So people with less money in the bank, lower deposits, could have their money changed at a beneficial rate of, say, not 1 to 1 but 1 to 1.2. People with greater amounts of money could have their deposits changed at 0.8 to 1. Effectively, you would be transferring money from the rich to the poor.

So ein Käse! :)

Keynesianer März 16, 2015 um 15:11

@topi

Ich sehe das ganz entspannt; Tsipras und Varoufakis sind auf dem besten Weg, in Griechenland den Boden für einen Euroaustritt zu bereiten, wahrscheinlich sogar mit Referendum.

Bei gutem Willen von allen Seiten wäre der Euro niemals zu einem Problem geworden. Das gilt genau so für Deinen Euroaustritt. ;)

topi März 16, 2015 um 15:13

Chabis

“Im Altpapier ein klasse Text vom Gastgeber (wird er schon selbst
noch verlinken).”

Ja, kann man empfehlen.
Überlegungen, wieso denn der Spin der Medien immer in die geiche Richtung geht, können noch folgen.

KommentatorX März 16, 2015 um 16:14

Wie bereits gesagt: Über Griechenland und der Ukraine kreisen die neoliberalen Geier und haben bereits ihre Beutestücke fest im Blick.

Die Frage ist nur, wann und wie sie Beute machen und inwieweit die derzeitige Regierung heimlich eine Kollusion mit neoliberalen Kräften betreibt.

Die Phantasie, dass von Griechenland ein befreiender, antineoliberaler Dominoeffekt ausgeht, die in manchen linken (Wirr)Köpfen konstruiert wird, ignoriert die tatsächlichen Macht- und Kräfteverhältnisse.

Das erinnert an die linken Phantasien bezüglich Allende und Chile vor 1973. Man verfiel dem Wunschdenken, dass von Chile ein revolutionärer Impuls auf ganz Südamerika ausgeht.

Die griechische Regierung realistisch genug, um nicht wirklich mit dem Feuer eines echten Grexit zu spielen.

Natürlich versucht Varouflakis mit Bluff und Show Vorteile für Griechenland herauszuholen, insbesondere auch für die griechische Oberschicht, die bislang von Beiträgen zur Krisenbewältigung verschont wurde.

Bogus März 16, 2015 um 16:28

Altpapier: Viel Blabla, Bismarck muss mal wieder herhalten.

Dann das: “Jauch benutzte das Video mit dem Mittelfinger, um die vergiftete politische Debatte zu charakterisieren.”

Zu charakterisieren? Die bereits vergiftet Debatte wird mit so etwas weiter angeheizt, nix da charakterisieren.

Altpapier halt. Kann weg.

ruby März 16, 2015 um 16:46

Zeit die Verblöder der Völker und ihre Mittel und Methoden öffentlich lächlich zu machen und bloß zu stellen.
Keiner kann das mehr akzeptieren, was in der praktischen Wirtschaftspolitik vertreten wird .
Haut endlich ab.
Wer war besser Lenin oder Stalin?
Lenin, der ist früher gestorben !

Altpapier März 16, 2015 um 17:10
BB März 16, 2015 um 17:32

Brennt in Österreich gerade die Lunte, die das System implodieren lässt?

Im Juli ist Schäuble Geschichte.

Carlos Manoso März 16, 2015 um 17:43

@KommentatorX März 16, 2015 um 16:14
„Wie bereits gesagt: Über Griechenland und der Ukraine kreisen die neoliberalen Geier und haben bereits ihre Beutestücke fest im Blick.
Die Frage ist nur, wann und wie sie Beute machen und inwieweit die derzeitige Regierung heimlich eine Kollusion mit neoliberalen Kräften betreibt.
Die Phantasie, dass von Griechenland ein befreiender, antineoliberalerDominoeffekt ausgeht, die in manchen linken (Wirr)Köpfen konstruiert wird, ignoriert die tatsächlichen Macht- und Kräfteverhältnisse.
Das erinnert an die linken Phantasien bezüglich Allende und Chile vor 1973. Man verfiel dem Wunschdenken, dass von Chile ein revolutionärer Impuls auf ganz Südamerika ausgeht.“

KommentatorX, du begreifst scheinbar nicht, dass zwischen dem Militärputsch am 11. September 1973 in Chile und der Situation 2015 in Griechenland aus globaler Sicht sehr sehr viele Lichtjahre liegen .

Keynesianer März 16, 2015 um 17:45

Die ZEIT fragt gerade herzallerliebst: :)

Englische Universitäten sind das Trainingslager für griechische Rebellen. Einige von ihnen sind jetzt Minister in der linken Regierung von Syriza. Weshalb produziert ausgerechnet London, das Herz des globalen Finanzkapitalismus, eine neue europäische Linke?
http://www.zeit.de/2015/08/syriza-minister-studium-london-marx

In der Tat, auch der berüchtigte Ökonom der Praxis, Sparkanzler Heinrich Brüning, hat bis kurz vor dem Weltkrieg in London Ökonomie studiert. An der berüchtigten London School of Economics. Womit hoffentlich jeder kapiert hat, warum dieser Brüning nach 1918 diese steile Karriere machen durfte, um Hitler den Weg zu bereiten, aber vermutlich schon vor 1918 den Briten dienstbar war.

Aber die Lektüre des ZEIT-Artikels kann man sich wohl schenken. Also fast, man erhält eine kleine Übersicht der Personen, die der MI6 im Dienst der CoL da in Griechenland gerade platziert hat:

Der wohl berühmteste griechische Sohn einer englischen Uni ist der Held der rauchenden Mädchen, der neue Finanzminister Yannis Varoufakis, der an der University of Essex Wirtschaft studierte und dann in East Anglia, Cambridge und Glasgow unterrichtet hat, bevor er nach Sydney und Austin weiterzog.

Ebenfalls in Essex studiert haben Rena Dourou, die Gouverneurin der bevölkerungsreichsten griechischen Provinz Attika, wie auch Fotini Vaki, ein Parlamentsabgeordneter von Syriza. Vizepremierminister Giannis Dragasakis war an der London School of Economics, Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis hat in Newcastle promoviert, und der Ökonom und Oxford-Absolvent Euclid Tsakalotos ist heute wirtschaftspolitischer Sprecher der Regierung. Ebenso Produkte des britischen Universitätssystems sind Costas Douzinas, Juraprofessor in Birkbeck, Costas Lapavitsas, Wirtschaftsprofessor an der University of London, und Stathis Kouvelakis, Dozent für Politische Theorie am King’s College London. Die drei spielen eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung von theoretischen Grundlagen und politischen Programmen.

Das ist noch ganz das alte britische Empire. ;)

ruby März 16, 2015 um 17:48

NeoConservatives suggestives Vokabular ist abzustellen.
Inhalt folgt Form … und umgekehrt !!! ???
Bewußtsein weckt Tätigkeit.?!

Keynesianer März 16, 2015 um 18:04

Man könnte sich als Marxist ja mal fragen, warum gerade an Finanzplätzen wie Frankfurt oder London, dem Herz des globalen Finanzkapitalismus, wie die ZEIT es formuliert, lauter Marxisten sich an den Universitäten tummeln und ihre Karrieren im Umfeld der Hochfinanz gelingen.

Auch Essex und seine Universität sollten wir uns merken, so wie schon das Balliol Vollege in Oxford (Milners Kindergarten!).

Die ZEIT erwähnt in ihrem Artikel Ernesto Laclau:

He was a member of the PSIN (Socialist Party of the National Left) until 1969, when the British historian Eric Hobsbawm supported his entrance to Oxford. …

Laclau’s early work was influenced by Althusserian Marxism and focused on issues debated within Neo-Marxist circles in the 1970s, including the role of the state, the dynamics of capitalism beyond reductionist models, the importance of Gramsci’s theory of hegemony, etc. Laclau’s most important book is arguably Hegemony and Socialist Strategy, which he co-authored with Chantal Mouffe. Their thought is usually described as post-Marxist as they were both politically active in the social and student movements of the 1960s and thus tried to link new emerging political identities with a democratic socialist imaginary.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Laclau

Komisch, wie nett der britische Kapitalismus zu seinen Marxisten ist, gell @Carlos Manoso? ;)

Keynesianer März 16, 2015 um 18:07

Ganz vergessen:

Since 1986 he served as Professor of Political Theory at the University of Essex, where he founded and directed for many years the graduate programme in Ideology and Discourse Analysis, as well as the Centre for Theoretical Studies in the Humanities and the Social Sciences. …

Over the years, Laclau lectured extensively in many universities in North America, South America, Western Europe, Australia, and South Africa. Most recently he has held positions at SUNY Buffalo and Northwestern University, both in the US.

Falls MI6 vergisst, ihm ein Denkmal zu setzen, sollten wir es hier wenigstens tun. :)

Keynesianer März 16, 2015 um 18:12

Noch eine schöne Formulierung aus der ZEIT:

Das ist die Doppelstrategie, die Ernesto Laclau und Nicos Poulantzas, die wichtigsten Vordenker von Syriza, ausgearbeitet haben: erst breite Allianzen schmieden, um an die Regierung zu kommen, und dann das System von innen wie von außen unter Druck setzen.

Der Autor des Artikels muss wesentlich mehr wissen, als er da schreibt. :)

Systemfrager März 16, 2015 um 18:14

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Machtwechsel in der Ukraine erstmals direkt als einen Putsch bezeichnet. In einer am Sonntag ausgestrahlten Dokumentation über die Ereignisse auf der Krim, die vom staatlichen Sender RT in Auszügen veröffentlicht wurde, sagte Putin, dass nach Informationen der Russen die Opposition in der Ukraine von den Europäern unterstützt worden sei. Doch die „Drahtzieher waren unsere amerikanischen Freunde, wie wir sicher wissen“. Putin: „Sie haben geholfen, die Nationalisten und ihre bewaffneten Gruppen in der West-Ukraine, in Polen und zu einem gewissen Teil in Litauen zu trainieren. Sie haben den bewaffneten Putsch möglich gemacht.“ Putin sagte, diese Vorgehensweise sei für kein Land auf der Welt akzeptabel, und für eine ehemalige Sowjetrepublik wie die Ukraine erst recht nicht. Die Verletzung der verfassungsmäßigen Ordnung in einem solchen Land füge einem Staat enormen Schaden zu.

KommentatorX März 16, 2015 um 18:16

Das ist die Doppelstrategie, die Ernesto Laclau und Nicos Poulantzas, die wichtigsten Vordenker von Syriza, ausgearbeitet haben

Nicos Poulantzas starb 1979.

Fxxk Putin März 16, 2015 um 18:37

Gutes Bild:

“Griechenland gleicht einem Patienten auf der Intensivstation, der an dramatischem Blutverlust leidet. Auf der einen Seite des Bettes steht das Ärzteteam von EU, IWF und EZB und verabreicht eine neue Bluttransfusion in den rechten Arm, während auf der anderen Seite des Bettes ein zweites Ärzteteam kräftig Blut aus dem linken Arm abzapft. Und dann wundern sich alle, dass der Patient nicht gesund wird.”

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-zahlt-kredit-an-den-iwf-zurueck-a-1023803.html

topi März 16, 2015 um 18:43

H.K. Hammersen

“Deutschland hat übrigens auch jede Menge Leistungsbilanzüberschüsse mit Ländern, die nicht der Eurozone angehören. Ohne diese Überschüsse wäre der Euro schon längst Konfetti. Die EU konkurriert als Ganzes mit den anderen Wirtschaftszentren dieser Welt. Das scheinen aber so manche Krisenländer noch nicht kapiert zu haben.”

Umgekehrt. Ohne den Euro wären die Überschüsse, durch Lohndumping entstanden, längst wieder Konfetti.

So wie es immer geschieht bei freien Wechselkursen, Auf-/Abwertung bringt die Leistungsbilanzen wieder (näherungsweise) ins Gleichgewicht.

Und ohne die deutschen Überschüsse wäre der Euro nicht Konfetti, sondern schlicht etwa 20% niedriger, dafür die deutschen Löhne in Euro 40% höher (und es gäbe natürlich weniger Überschussexportarbeitsplätze, dafür mehr im Binnenbereich).

Also ich müsste nicht lange überlegen, bei einer Wahl zwischen aktuell und “Konfetti”.

(der Dollar stand mal bei vier Mark und ging runter unter 1,40, oh weh oh weh, die USA brachen sofort zusammen; oder so ähnlich :roll: )

Carlos Manoso März 16, 2015 um 18:43

@KommentatorX März 16, 2015 um 18:16
„Das ist die Doppelstrategie, die Ernesto Laclau und Nicos Poulantzas, die wichtigsten Vordenker von Syriza, ausgearbeitet haben
Nicos Poulantzas starb 1979.“

KommentatorX, „Im Gegensatz zu klassischen marxistischen Theoretikern legt Poulantzas wert darauf, den Staat nicht als hermetisch abgeriegelte Festung zu betrachten, die vom Volk erobert werden müsse. Für seinen demokratischen Weg zum Sozialismus ist vielmehr eine Doppelstrategie zentral, in der das Volk über einen Aufstand von unten und eine linke Regierung von oben langsam den Staat erobert, Abteilung für Abteilung, Machtzentrum für Machtzentrum. Er sprach von einer “radikalen Transformation”, nicht von einer Revolution, keinem plötzlichen Umsturz des Systems, sondern einem langen Weg zum Sozialismus, bei dem “die Massen die Macht erringen und die Staatsapparate transformieren”.

Die größte Chance für die Umsetzung dieses Plans bieten laut Poulantzas sozioökonomische Krisen.“
http://www.zeit.de/2015/08/syriza-minister-studium-london-marx/seite-3

In sozioökonomische Krisen gerät die neoliberale Hegemonie selbst in die Krise, weil es mit der zunehmenden Eskalation der Krise schwieriger wird, einen gesellschaftlichen Konsens zu formulieren. Positionen radikal national-neoliberaler Strömungen und europäisch orientierter Neoliberaler, wie die Führung der SPD und von Teilen der CDU, lassen sich kaum noch miteinander vermitteln. Zurzeit scheint eine autoritär-neoliberale Strömung mit national-neoliberalen Elementen insbesondere in Deutschland die Führung zu übernehmen.

Die Krise wird nun als Instrument der Disziplinierung genutzt, um den neoliberalen Umbau noch zu verstärken: Also verstärkte Umverteilung von unten nach oben, Abbau öffentlicher Infrastruktur und Sozialleistungen etc.. War der Neoliberalismus eine Bewegung, die ihre Glaubenssätze und den gesellschaftlichen Umbau von Beginn an weniger durch die Herstellung eines aktiven Konsenses durchsetzte, als durch Passivierung und Demoralisierung oppositioneller Kräfte, d.h. durch Behauptung und Herstellung von Alternativlosigkeit (TINA), so beginnt nun auch dieser passive Konsens in Teilen Europas zu bröckeln – allerdings ohne dass sich die Kräfteverhältnisse grundsätzlich verändern.

Genau diese Konstellation führt dazu, dass verbliebene demokratische Rechte ausgehebelt werden, um die Austeritätspolitik beizubehalten, bzw. noch verstärken zu können.
Der radikalisierte „Krisenneoliberalismus“ setzt sich als Schocktherapie durch, der den Moment der Angst und der Desorganisation der „Subalternen“ in der Krise nutzt, um noch bestehende Reste erkämpfter sozialer Rechte zu beseitigen.

KommentatorX März 16, 2015 um 19:03

@Carlos Manoso März 16, 2015 um 17:43
KommentatorX, du begreifst scheinbar nicht, dass zwischen dem Militärputsch am 11. September 1973 in Chile und der Situation 2015 in Griechenland aus globaler Sicht sehr sehr viele Lichtjahre liegen .

Egal aus welcher Sicht, für mich sind es 41 Jahre.

In dieser Zeit hat sich die Herrschaftstechnologie gewaltig entwickelt und ist immer mächtiger geworden: psychologisch, technisch und organisatorisch.

Wer glaubt, Syriza und Griechenland wären in der Lage, die neoliberale Herrschaft zu überwinden, lebt in einer anderen Welt als ich. Denn dies ist nicht das intendierte Ziel von Syriza, sondern wird hineinprojiziert.

Die Medien fördern diese Illusionen. Daher der Personenkult um Superstar Varoufakis. Das erinnert an die Kampagne für Guttenberg.

Carlos Manoso März 16, 2015 um 19:13

@KommentatorX März 16, 2015 um 19:03
für mich sind es 41 Jahre. In dieser Zeit hat sich die Herrschaftstechnologie gewaltig entwickelt und ist immer mächtiger geworden: psychologisch, technisch und organisatorisch.
Wer glaubt, Syriza und Griechenland wären in der Lage, die neoliberale Herrschaft zu überwinden, lebt in einer anderen Welt als ich. Denn dies ist nicht das intendierte Ziel von Syriza, sondern wird hineinprojiziert.“

KommentatorX, aktuell ist sicher nur relativ schwer vorstellbar, dass sich die EU demokratisieren lässt. Die EU ist Teil des ‚autoritären Konstitutionalismus‘, der die bestehenden Machtverhältnisse absichert und auf Dauer stellt. Zurzeit agiert die EU, in der Frankreich und Deutschland den Ton angeben, als Inkassounternehmen mit den EU-Mitgliedstaaten als Unterabteilungen.

Demokratische Strukturen wären hier in der Tat widersinnig, weil sie die Position derjenigen stärken würde, von denen das Geld eingetrieben werden soll. Der aktuellen Renationalisierung von Politik, wie den aufkommenden rechtspopulistischen Bewegungen, muss gleichwohl entgegen getreten werden. Rassismus und Nationalismus schreiben die ungleichen Kräfteverhältnisse weiter fest, die sich auch durch die Globalisierung zuungunsten der Subalternen verschoben haben. Nationalismus ist immer auch eine Option zur Sicherung von Herrschaft.

Ein erster Schritt die demokratische Frage zu stellen wäre es, Referenden über die Sparpolitik in den Ländern durchzusetzen, die vom Spardiktat der EU unmittelbar betroffen sind, wie es in Spanien schon gefordert wird. Voraussetzung für eine Demokratisierung, ob im nationalen, oder europäischen Raum, wäre eine Verschiebung der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse. Hierfür müsste die Macht der finanzialisierten Industrie, der Banken und der großen Vermögensbesitzer gebrochen werden.

Eine gesellschaftliche Kraft, die das in Angriff nehmen könnte, ist zurzeit aber kaum in Sicht. Sie müsste sich aus höchst unterschiedlichen progressiven oppositionellen gesellschaftlichen Bereichen zusammensetzen und neu formieren. D.h. sie müsste Strömungen von den „ spanischen „Indignados“ http://www.handelsblatt.com/politik/international/indignados-auf-der-strasse-spanier-demonstrieren-gegen-krise-und-sparpolitik/8195092.html bis hin zu enttäuschten Sozialdemokraten und Grünen integrieren und sowohl diejenigen erreichen, die in den letzten Jahren resigniert haben, als auch jene, die bis zuletzt an die Verheißungen des freien Marktes geglaubt haben,etwa, um gesellschaftlich etwas relevanter zu werden.

Keynesianer März 16, 2015 um 19:17

@KommentatorX

Die Medien fördern diese Illusionen. Daher der Personenkult um Superstar Varoufakis. Das erinnert an die Kampagne für Guttenberg.

Richtig! Dazu gehört auch, dass dieser Traum aller rauchenden Frauen, Varoufakis, bei uns in dem Medien grob angegangen und so für die empörten Zuschauer zum Märtyrer wird.

Das ist natürlich abgesprochen, denn die Medien wie etwa die ZEIT stehen ja auch unter britischem Einfluss und unser GEZ-Zwangsgebühren-TV ebenfalls.

Ebenso koordiniert und wichtiger Teil des Planes ist die Hetze der Medien und Politiker in Deutschland gegen die Griechen und der Medien und Politiker in Griechenland gegen die (Nazi-)Deutschen.

Carlos Manoso März 16, 2015 um 19:30

@Keynesianer März 16, 2015 um 19:17
„Die Medien fördern diese Illusionen. Daher der Personenkult um Superstar Varoufakis. Das erinnert an die Kampagne für Guttenberg.
Richtig! Dazu gehört auch, dass dieser Traum aller rauchenden Frauen, Varoufakis, bei uns in dem Medien grob angegangen und so für die empörten Zuschauer zum Märtyrer wird.
Das ist natürlich abgesprochen, denn die Medien wie etwa die ZEIT stehen ja auch unter britischem Einfluss und unser GEZ-Zwangsgebühren-TV ebenfalls.
Ebenso koordiniert und wichtiger Teil des Planes ist die Hetze der Medien und Politiker in Deutschland gegen die Griechen und der Medien und Politiker in Griechenland gegen die (Nazi-)Deutschen.“

Keynesianer, Varoufakis, der „Traum aller rauchenden Frauen“, wird natürlich „ bei uns in dem Medien grob angegangen und so für die empörten ZuschauerINNEN zum Märtyrer“ gemacht, weil der Masochismus seit Deutschen wie IHM zur allertiefsten Grundausstattung jeder „deutschen Frau“ gehört!

ruby März 16, 2015 um 19:48

Aus dem Herzen der Stadt
Sommer 2017: IOC-Session in Lima/Peru
Hamburg 2024
https://www.youtube.com/watch?v=HWoxPCf2zaE
Up on the waterfront ;-)

chabis März 16, 2015 um 20:19

http://www.bildblog.de/63487/auf-7992-milliarden-mehr-oder-weniger-kommt-es-bei-griechenland-auch-nicht-mehr-an/

Wie schon vermutet, hat einer vom anderen (gern auch die weibliche Form) abgeschrieben. Das finde ich nicht mehr zum Lachen, das passiert ja derzeit in Serie, das ist ein erbärmlicher Zustand, hat
jemand eine Erklärung dafür ?

keiner März 16, 2015 um 20:36
Lina März 16, 2015 um 20:45

Country Comparison :: Taxes and other revenues
Taxes and other revenues records total taxes and other revenues received by the national government during the time period indicated, expressed as a percent of GDP. Taxes include personal and corporate income taxes, value added taxes, excise taxes, and tariffs. Other revenues include social contributions – such as payments for social security and hospital insurance – grants, and net revenues from public enterprises.

Rank/ country / (% of GDP) / Date of Information
1. /Greenland /79.6/2010
2. /Cuba /65.9/2013 est.
3. /Kuwait /63.6/2013 est.
4. /Lesotho /59.5/2013 est.
5. /Libya /58.6/2013 est.
6. /Norway /56.8/2013 est.
7. /Tuvalu /56.7/2006
8. /Denmark /55.9/2013 est.
9. /Marshall Islands /54.6/FY09 est.
10. /Finland /53.7/2013 est.
11. /France /51.5/2013 est.
12. /Sweden /51.4/2013 est.
13. /Malta /50.8/2013 est.
14 /Bolivia /48.8/2013 est.
15. /Austria /47.9/2013 est.
16. /Belgium /47.7/2013 est.
17. /Hungary /47.7/2013 est.
18. /Italy /47.6/2013 est.
19. /Congo, Republic of the /46.4/2013 est.
20./Germany /45.3/2013 est.
21. /Iraq /44.9/2013 est.
22. /Faroe Islands /44.2/2010 est.
23. /Greece /43.7/2013 est.
24. /Netherlands /43.7/2014 est.
25. /Portugal /43.5/2013 est.
26. /Gibraltar /43.0/2008 est.
27. /Iceland /42.7/2013 est.
28. /Angola /42.5/2013 est.
29. /Brunei /42.2/2013 est.
30. /Saudi Arabia /42.1/2013 est.
31. /Oman /42.0/2013 est.
32. /Slovenia /41.8/2013 est.
33. /United Kingdom /41.1/2013 est.
….
56. /Spain/37.1/2013 est.
….
69./Japan/34.7/2013 est.
70/Ireland/34.1/2013 est.
71./Switzerland/33.7/2013 est.
…..
74. /Slovakia/33.4/2013 est.
….
82./Romania/31.8/2013 est.
….
88. /Lithuania/31.0/2013 est.
….
101./Czech Republic/28.6/2013 est.
…..
133./Korea, South/24.7/2013 est.
…….
144./Turkey/23.2/2013 est.
….
169./China/19.4/2013 est.
……
175./Poland/18.0/2013 est
……..
182./United States /17.0/2013 est
Schlußlichter auf Rang 214 und 215 sind Syrien und Süd Sudan mit jeweils 3.7%

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2221rank.html

Lina März 16, 2015 um 20:47

http://www.querschuesse.de/giips-staatsausgaben-nominal-und-real/

“Man sieht: “Die Griechen” (im Sinne von: der griechische Staat) unternehmen mit die stärksten Sparversuche überhaupt. Nominal lagen die Ausgaben des Gesamtstaates in Griechenland im Jahr 2013 -14,6% unter dem Niveau von 2009; Euroland ingesamt: +4,6%; Deutschland: +6,7%. In keinem anderen Land, auch nicht im “Musterschüler” Irland sind die Ausgaben der öffentlichen Hand so drastisch zurückgegangen. Bei den um den Index der Verbraucherpreise (HCPI – Harmonized Consumer Price Index) bereinigten realen Ausgaben beträgt der Rückgang sogar -21,0%; Euroland: -3,6%, Deutschland: -0,8%. Lediglich, wenn man den Deflator des Bruttoinlandsproduktes zur Preisbereinigung heranzieht, landet Griechenland auf Platz 2 der “Sparer-Hitliste” mit -11,6% gegenüber 2009; hier hat Irland mit -13,6% die Nase vorne; Euroland: -0,5%; Deutschland: +1,5%.

Jedwede Behauptung, es liefe in Griechenland deshalb schlechter als in anderen Krisenländern – eine These, die ohnehin sehr heroisch ist, wie hier im Blog an anderer Stelle zu genüge gezeigt, aber sei das mal dahingestellt – weil die Staatsausgaben nicht eifrig genug gekürzt worden seien, entbehrt schlichtweg jeder empirischen Grundlage. Man sieht in den Charts auch sehr eindeutig, dass die Ausgaben der öffentlichen Hand in Griechenland vor der Krise keineswegs schneller gestiegen sind als in anderen Krisenländern.”

Keynesianer März 16, 2015 um 20:50

@keiner

Verglichen mit echtem Keynesianismus ist das typisch marxistische Schwafologie:

Einer der Hauptgründe, warum viele Beobachter unsere Realität nicht wirklich begreifen, liegt darin, dass sie nie das dialektische Spannungsverhältnis der „gemeinsamen Produktion“ von Schulden und Überschüssen, Wachstum und Arbeitslosigkeit, Reichtum und Armut, ja: von Gut und Böse verstanden haben. Marx’ Drehbuch hat uns gezeigt, dass diese binären Oppositionen die Quelle für die Durchtriebenheit der Geschichte sind.

Da ist halt alles irgendwie dialektisch und er kann vermutlich noch nicht mal sinnvoll erklären, warum Geld eine Forderung ist und daher durch Verschuldung entsteht.

So einfach wäre das, aber bei jungen Studentinen wirkt das Geschwurbel mit der Dialektik sicher besser, jedenfalls bevor die alle mit dem Quantenquark angefangen haben. Die Quanten haben heute die Dialaktik aus dem Feld geschlagen. ;)

Keynesianer März 16, 2015 um 20:58

Bei dem Artikel im Freitag kann man sich lebendig ausmalen, wie so ein Marxologe auf junge Weiber an der Uni wirkt:

Sollte es dem Kapital jemals gelingen, die Arbeit vollständig zu quantifizieren und damit zu einer Ware zu machen wie jede andere, wird es gleichzeitig diese unbestimmte, widerspenstige menschliche Freiheit auslöschen, die der Arbeit innewohnt. Und die es ermöglicht, dass ein Wert entsteht.

Da sind die Mädels alle hin und weg. Da spricht fast Jesus zu ihnen. Einen Kerl wie mich würde das Geschwafel ja zur Raserei treiben. :)

Keynesianer März 16, 2015 um 21:07

Der Gipfel ist dann die Krisentheorie von Varoufakis:

Marx’ großartiges Verständnis des Wesens der kapitalistischen Krise bestand genau darin: Je mehr es dem Kapitalismus gelingt, Arbeit in eine Ware wie jede andere zu verwandeln, desto geringer ist der Wert einer jeden Produkteinheit, die sie schafft. Desto niedriger ist die Profitrate und desto näher letztlich die nächste Rezession.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-freidenker-1

Die jungen Weiber verstehen zwar davon kein Wort, aber das wollen sie auch nicht, nur möglichst bombastisch muss es klingen, als ob der Kerl da die größten Geheimnisse vor ihnen enthüllen würde.

Der Varoufakis ist ein griechischer Rudolf Steiner (mit Marx stattBlavatsky).

Keynesianer März 16, 2015 um 21:20

Die Krise hat nach V. nichts mit der Geldpolitik zu tun, sondern irgendwie mit der menschlichen Freiheit:

Marx war der Einzige, der erkannt hat, dass die menschliche Freiheit eine ökonomische Kategorie darstellt. Dies hat ihm ermöglicht, die Tendenz des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu Krise, Rezession und Depression mit großer analytischer Scharfsinnigkeit zu interpretieren.

Da sind die jungen Studentinnen ganz >O<. :)

Das muss Du noch besser üben @Carlos Manoso und dann hältst Du Vorträge an der Goethe-Uni und die Mädels werden Dir alle begeistert zu Füßen liegen, für diese großen Einsichten in die wichtigsten Probleme der Menschheit, die Du ihnen mit dem Geschwurbel ermöglichst. ;)

QuestionMark März 16, 2015 um 21:21

@Keynesianer März 16, 2015 um 20:58
Und hat der Kenianer denn wenigstens ein Wort verstanden?

Keynesianer März 16, 2015 um 21:35

@QuestionMark

Bei dem, was ich oben zitiert habe, da gibt es nichts zu verstehen. Da ist kein logischer Zusammenhang angesprochen. Das ist nur ein Spiel mit bombastischen Worten und geschwollenen Begriffen. In einem Satz haben wir da die Freiheit, den Wert, den Kapitalismus, die Krise etc. und nichts davon rational erklärt.

Bei so einem Vortrag von V. wie oben verlinkt müsste ich nach wenigen Sätzen den Saal verlassen. Das halten nur Weiber aus und die finden das toll.

BB März 16, 2015 um 21:46

Hey @Keynesianer

Varoufakis und Marx sind nur Agenten in deiner Matrix, die du ganz leicht mit Hilfe von Morph(eus) und Neo(talius) bekämpfen kannst. Musst die Matrix nur ein bisschen mit Keynesianismus infiltrieren.

Lina März 16, 2015 um 21:58

KommentatorX März 16, 2015 um 16:14

” Wie bereits gesagt: Über Griechenland und der Ukraine kreisen die neoliberalen Geier und haben bereits ihre Beutestücke fest im Blick.

Die Frage ist nur, wann und wie sie Beute machen und inwieweit die derzeitige Regierung heimlich eine Kollusion mit neoliberalen Kräften betreibt.”

U.a. FRAPORT will gerne 14 griechische Flughäfen geschenkt haben.

” Die griechische Regierung realistisch genug, um nicht wirklich mit dem Feuer eines echten Grexit zu spielen.”

Natürlich. Wer braucht denn noch ne Wehrmacht, wenn er die Troika hat?

http://www.ipv6-kongress.de/tp/news/Die-EZB-erhoeht-den-Druck-auf-Athen-2570454.html

“Natürlich versucht Varouflakis mit Bluff und Show Vorteile für Griechenland herauszuholen, insbesondere auch für die griechische Oberschicht, die bislang von Beiträgen zur Krisenbewältigung verschont wurde.”

Vorteile für die Oberschicht? Eher, für die Menschen, die da draußen verrecken.

Dreht und wendet es, wie Ihr ALLE wollt.

“Die Welt” ist Zeuge. In Zeiten des Internet werden fast alle wichtigen Artikel des deutschen Mainstream überall in Europa – und erst Recht in Südeuropa gelesen und sehr gut verstanden….

Ich bin wieder weg.

Die tägliche Dosis Gift, Galle, Zynismus und Häme, die aus deutschem TV und Internet trieft ist unerträglich.

BB März 16, 2015 um 22:00

Ein Finanzminister, der habituell Probleme hat, eine gewählte linke Regierung zu akzeptieren, muss abgelöst werden, bevor der Schaden noch größer wird.

“….Finanzminister bleibt hart gegenüber Griechenland: Die neue Links-rechts-Regierung habe “alles Vertrauen zerstört”, sagt er am Montag vor der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. ….”

http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-schaeuble-rechnet-mit-tsipras-regierung-ab/11512940.html

Wenn einer das Tischtuch zerschneidet, dann ist es Schäuble.

Es reicht!

Morph März 16, 2015 um 22:00

@topi

“Wie schon x-mal gesagt, ihr müsst halt mal zuhören”

Du gehst offenbar davon aus, dass Deine Betrachtungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit derart alternativlos und zwingend sind, dass Dir nicht zuzustimmen nur daran liegen kann, nicht gut genug zugehört zu haben.

Faszinierend!

Also, um Dir mal die Ehre zu geben: Würden die Realumstände der Gesellschaft (Natur, Mensch…), die geopolitischen Interessen, das Institutionengefüge der real existierenden Demokratie und die Massenmedien – würde all dies gesellschaftlich keine Rolle spielen, könnte und sollte man Deiner Meinung sein.

QuestionMark März 16, 2015 um 22:00

@Keynesianer März 16, 2015 um 21:35
Den zugehörigen Vortrag hat Vourafakis vor interessiertem Publikum gehalten. Chabis hatte in einem der alten Threads mal auf das entsprechende YouTube-Video zum Vortrag verlinkt. Daraus resultiert wohl das etwas zu “hohe Niveau” dieser Aussage. Nur so viel dazu: Mit einer nachfrageorientierten kenianischen Position ist die Sache natürlich nicht zu verstehen. :-)
Aber ich kann insofern beruhigen: Mit der Formulierung hat sich Varoufakis eher nicht an die Sozialdemokraten gewandt. Hier wurde versucht für das geneigte Publikum möglichst pointiert eine Aussage zu machen.

Manfred Peters März 16, 2015 um 22:04

“Bei so einem Vortrag von V. wie oben verlinkt müsste ich nach wenigen Sätzen den Saal verlassen….”
… und warum verlässt Du nicht diesen virtuellen OT-Raum hier?
“Blumen für die Kanzlerin”, die allenfalls mehr oder weniger zwangsweise, wie auch ich, einiges über Marx gehört/gelesen/ studiert hat. Aber Dein gestörtes Verhältnis zu Marx ist hier nicht das Thema!

BB März 16, 2015 um 22:06

Plasberg heute *kecker, lach*.

Der widerspricht frech dem Oppermänsche, der ausnahmsweise mal was Richtiges gesagt hat, dass nämlich die alten Eliten und nicht das Volk der Grund für die Probleme waren und deshalb der Syriza – die er nicht mag – dabei geholfen werden muss, diese Eliten zur Verantwortung zu ziehen,

……. dieser absolut richtigen Aussage widerspricht der Plassberg frech: …… “nein! die sind doch wegen populistischer Wahlaussagen gewählt worden!”

Ich finde, eine solche Affirmation steht dem Moderator einer Talkshow nicht zu. Das ist Manipulation!

Ich fordere die Entlassung von Talkmastern, die eine solche Auffassung von ihrem Job haben.

Morph März 16, 2015 um 22:09

@topi

“Leider nur Platz zwei”

Was ist denn da schief gelaufen? ;-)

Keynesianer März 16, 2015 um 22:13

@QuestionMark März 16, 2015 um 22:00

Hier ist noch mal das Video:

Yanis Varoufakis: Confessions of an Erratic Marxist /// 14th May 2013
https://www.youtube.com/watch?v=A3uNIgDmqwI

QuestionMark März 16, 2015 um 22:38

@Keynesianer März 16, 2015 um 22:13
Findest du es eigentlich nicht seltsam das Varoufakis seine “kenianischen” Vorschläge nur deshalb für geeignet hält, da er die Linke intellektuell für zu schwach einschätzt um mehr zu fordern?
Wäre es da vielleicht nicht an der Zeit mal selbst etwas intellektuell aufzurüsten?

QuestionMark März 16, 2015 um 22:43

@Keynesianer März 16, 2015 um 22:13
Oder weiter gefragt: Was verdammt noch mal könnte Varoufakis denn mit seinen hochgestochenen Aussagen meinen? Vielleicht hat das System eine destruktive Komponente? Vielleicht indem es alles zur Ware macht? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Ökonomisierung des Lebens und Destruktivität in diesem System?
Vielleicht ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl anhand eines praktischen Beispiels: Welcher Grund ist der vornehmliche im Zusammenhang mit einer Abtreibung? Anders formuliert: Aus welchem hauptsächlichen Grund wird ungeborenes Leben getötet?

wowy März 16, 2015 um 22:49

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/europaeische-zentralbank-draghis-mission-1.2396994 Wir brauchen keine einseitigen Änderungen der EU-Verträge, sondern eine echte EU Reform. Draghi sieht nur die Finanzen.

Wilma März 16, 2015 um 22:50

Jetzt ARD Doku
EZB / Euro

QuestionMark März 16, 2015 um 22:56

@wowy März 16, 2015 um 22:49

Draghi sieht nur die Finanzen.

Tja, da sind sich die Bornierten wohl einig:
Money, money, money makes the fool go round. :-)

Keynesianer März 16, 2015 um 23:10

@QuestionMark März 16, 2015 um 22:43

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Ökonomisierung des Lebens und Destruktivität in diesem System?

Die Produktivität unserer Wirtschaft beruht auf der Arbeitsteilung und auch auf einem gewissen Zwang, dass nicht jeder, aber wenigstens die Lohnabhängigen eine Leistung erbringen müssen, die vom privaten Profiteur kontrolliert und erzwungen wird.

Du musst aber immer eine sinnvolle Möglichkeit finden, eine arbeitsteilige Ökonomie zum Laufen zu bringen und am Laufen zu halten:

Markt oder Gulag?

Davon abgesehen gibt es noch kriminelle Strukturen und die gibt es auch jenseits von Markt und Privateigentum, also auch im Sozialismus oder Anarchismus oder was auch immer. Die kriminellen Strukturen werden natürlich durch die Ballung von Kapital und Macht in kapitalistischen Konzernen und Finanzstrukturen begünstigt.

Was mich nervt, sind die Kinderchen, die da ankommen und halt die Warenproduktion abschaffen wollen. Danach haben wir uns alle lieb und jeder arbeitet freiwillig und nimmt sich nur so viel, wie er wirklich braucht. Das ist meist der Kern der Anhänger von Marx.

Da fehlen mir die Worte. :)

someone März 16, 2015 um 23:14

@wowy März 16, 2015 um 22:49

Draghi sieht nur die Finanzen.

Tja, da sind sich die Bornierten wohl einig:
Money, money, money makes the fool go round. :-)

Was kritisierst du daran? Draghi beschränkt sich auf seine Rolle als Zentralbankdirektor. Das finde ich sehr angemessen, zumindest angemessener als ein Weber, der als Bubapräsident eine Nebenregierung einführen wollte.

QuestionMark März 16, 2015 um 23:21

@Keynesianer März 16, 2015 um 23:10
Du hast einfach nicht verstanden was eine Ware ist.

ruby März 16, 2015 um 23:22

;-)
http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/hr/Supermacht-EZB100.html
Jetzt seid ihr fällig : Weber, Stark, Asmussen …
Büttel des Nirvana und der Zombies!!!

QuestionMark März 16, 2015 um 23:24

@someone März 16, 2015 um 23:14
Die EZB beschränkt sich schon lange nicht mehr auf ihre Rolle. Die EZB macht (immerhin unfreiwillig) Politik. Aktuell ist es eine Politik die die Spekulationsverluste der Reichen vergemeinschaftet während man gleichzeitig die “Normalos” ausbluten lässt.

QuestionMark März 16, 2015 um 23:25

@Keynesianer März 16, 2015 um 23:10
Ich denke auch nicht das dir die Worte fehlen. Da mangelt es an etwas ganz anderem.

ruby März 16, 2015 um 23:28

@ wowy
Die Ewigkeit des Geldes ohne Kosten ist bereits vollendet!

Soldat Schwejk März 16, 2015 um 23:30

@ Keynesianer

Kam immer noch nicht zu der Lapavitsas-Lektüre. Aber mal so zwischendurch…

Du bringst hier immer mal wieder gute finanzpolitische Gedanken rein. Und oft genug standen wir auf einer Seite der Spielwiesenbarrikade… gerade was den Verweis auf konkrete Akteure und deren Interessen angeht. – Aber…

Aber… dieses redundante & ressentimentgeladene Verschwörungsdahergerede geht mir sowas von auf die Nerven… und ich bin da sicher bei weitem nicht der Einzige. – Wann immer einer eine Meinung öffentlich vertritt, die nicht @Keynesianers Meinung ist, dann ist er entweder blöd oder bestochen. Wenn der Betreffende dann auch noch einen Lehrstuhl kriegt, dann steckt schon eine schlimmere und großflächigere Verschwörung dahinter. Da sind einige bei Syriza, die haben in London studiert? Au fein, das bauen wir in unser Weltbild rein. Syriza ist von der City of London bestochen! Es gibt Marxisten, die einen Lehrstuhl innehaben? Da sieht man, das Establishment finanziert den Marxismus, damit die Leute nicht Keynes lesen! Und überhaupt, alles machen die Geheimdienste!

Ich meine, wieviele Lehrstühle werden von bekennenden Marxisten besetzt? Ich hab an der Uni keinen kennengelernt. Bin übrigens kein Marxist (obwohl ich den Marx im Gegensatz zum Keynes wirklich gelesen habe).

Kennst Du Paul Watzlawick: “Anleitung zum Unglücklichsein”? Mußte bei Deinen Ausführungen jetzt immer mal daran denken. Wann immer bei steigender Sonne eine Hummel über den Gräsern zu brummen anfängt – der @Keynesianer hört genau hin und erkennt: Es ist in Wirklichkeit eine amerikanische Drohne… Es läßt sich restlos alles integrieren und verschrotten in einem destruktiven & paranoischen Weltbild, das seinen Anfang dort nimmt, wo Karl Marx als Agent des preußischen Innenministeriums erscheint.

Und da Du’s so mit Schafmetaphern hast… dies so zur Versinnbildlichung Deiner Attacken auf Varoufakis…

https://www.youtube.com/watch?v=6jgjk3DsN7c

Keynesianer März 16, 2015 um 23:30

@QuestionMark

Erkläre uns einfach, wie Du die Güterversorgung der Bürger in einer arbeitsteiligen Ökonomie organisieren willst ohne Markt und Waren und Geld und was die Kinderchen sonst noch alles so bäh finden. ;)

Aber erzähl mir nicht, dass wir uns alle liebhaben und jeder aus freien Stücken so hart arbeitet, wie es nur möglich ist, und alle sich nur das nehmen, was sie wirklich brauchen, und jeder sich mit Argumenten überzeugen lässt, was sinnvoll ist, ohne dass man ihm mit Bankrott oder Arbeitslager eindringlich drohen muss.

Also los!

Natalius März 16, 2015 um 23:39

@Altpapier

“Natürlich interessiert sie (die Medien) nicht der Mittelfinger oder die ökonomische Debatte über den Euro. Sie wollen ihren Metatext unterbringen, der in der Diskreditierung oder Verteidigung von Varoufakis liegt. Dahinter steht eine entsprechende politische Positionierung über die Zukunft der Eurozone. Das ist strategisches Kalkül, mit einer substantiellen Debatte hat das nichts mehr zu tun. Der Spin dominiert alles, wobei Medien in der Erwartung operieren, politische Unterstützung in der Leserschaft für ihre Position zu mobilisieren. Das wäre in Demokratien noch nicht einmal ein Problem. Am Ende muss der Wähler entscheiden, welcher politischen Richtung er den Vorzug gibt, und nicht der Journalismus. Das sind die gewählten Regierungen, ob in Athen oder in Berlin. Nur scheinen die Medien heute der Meinung zu sein, deren Entscheidungen in die gewünschte Richtung treiben zu können. Wenn man Varoufakis heute Morgen erledigt, ist auch das Griechenland-Problem im gewünschten Sinn entschieden. Wobei nicht klar ist, was das überhaupt ist. Oder hat sich heute Morgen in der deutschen Presse jemand mit der Frage beschäftigt, wie Griechenland aus der Misere herauskommen kann? Was mit den Schulden des Landes passieren soll? Oder welche Zukunft der Euro noch hat? Stattdessen erlebt man eine Raserei, die sich an einer Aussage über ein Video orientiert. Dieser mediale Irrsinn soll jede dieser Fragen beantworten. Wobei sich die Politik jetzt nur die Frage stellen muss, ob sie auf diesen Zug aufspringt, der gestern Abend aus dem Berliner Gasometer von Jauch ausgelaufen ist. Die hat schon immer unter den Bedingungen des politischen Kalküls gehandelt. Das ist ihr Job. Bismarck wollte den Krieg mit Frankreich und brauchte dafür die Mobilisierung der Öffentlichkeit. Die Umstände der Emser Depesche waren nur noch ein Fall für den Historiker gewesen, um später zu erklären, wie es dazu gekommen ist. Heute erleben wir etwas anderes. Die Medien operieren selber wie die Politik und machen diese Kalküle zur eigenen Handlungsgrundlage. Sie ermöglichen also nicht mehr den kritischen Blick auf die Politik, sondern sind selbst zur Politik geworden. Das ist ihr Beitrag zur politischen Meinungsbildung ihrer Leser: Sie haben in Echtzeit eine Meinung. In ihrer Borniertheit glauben die Medien sogar, diese Meinung wäre für den Fortgang der Ereignisse entscheidend.”

Ja, doch, da ist was dran! Aber wissen sie (die Medien) denn überhaupt, dass sie benutzt werden? Ich hab keine Ahnung von Bismarck, aber mir scheint, dass zu Bismarck’s Zeiten die Sache einfacher war: Da gab es diesn Gerson von Bleichröder, der zwischen Bismarcks Zielen und den Zielen “ganz oben” vermittelte. Das “Abstimmungsergebnis” liess sich dann retrospektiv über die “Medien” kommunizieren. Heute geht das nicht mehr, denn das Pendant eines von Bleichröder tritt uns in Form eines “smarten” Finanzministers aus einem anderen Land entgegen; Schäuble selbst hat diesen Kontakt nach “ganz oben” nicht. So wird die Stimme von V(ictory) = “ganz oben” in ihrer bemerkenswerten Symbolik täglich neu interpretiert, erst bei Jauch und dann bei Plassberg. Die Medien schreiben so oder so, und der Euro nähert sich in dramatischer Geschwindigkeit auf die Schallgrenze Parität zu.

Natürlich ist nichts von alledem geplant – es ist sozusagen “Rainer Zuphall”.

QuestionMark März 16, 2015 um 23:44

@Keynesianer März 16, 2015 um 23:30
Wozu? Bringt doch eh nichts.

Natalius März 16, 2015 um 23:44

PS: Parität zum USD

Soldat Schwejk März 16, 2015 um 23:45

Hallo @ someone

Fast hab ich Dich vermißt… man hat ja doch ein irgendwie sentimentales Verhältnis zu seinen erprobten Gegnern… :-)

Was die EZB angeht… Mist, hab die Doku gerade verpaßt… aber guckst Du hier…

http://norberthaering.de/index.php/de/27-german/news/136-sinn-zu-berlusconi#1-weiterlesen

Keynesianer März 16, 2015 um 23:46

@Soldat Schwejk

Ich bin etwas früh dran mit meinen Warnungen vor der neuesten Lichtgestalt am Politikhimmel. Ich weiß, das war schon mein ganzes Leben lang immer so. Später bekam ich dann oft Recht, aber dann war es zu spät. Für mich und für die jeweilige Sache. Das ist mir wohl angeboren, dass ich mich immer gegen den Zeitgeist und den allgemeinen Konsens stelle.

Mir ist es übrigens völlig unbegreiflich, wie man den Karl Marx nach einigen meiner Argumente immer noch nicht durchschaut haben will. Mir fällt das ja nicht nur bei Dir auf, sondern ich dachte wirklich, dass wenige Wochen nach dem Erscheinen meines Buches mir alle halbwegs denkfähigen Menschen freudestrahlend um den Hals fallen.

Herdentrieb? :)

Keynesianer März 16, 2015 um 23:58

In der ZEIT titelt gerade der sonst so bissige Martin Gehlen:

Ohne Assad wird es kaum gehen

Ich kündige mal an, dass der syrische Präsident Assad bald wieder in den USA als Ehrengast mit einem Negerkuss empfangen wird. :)

Aus dem Jahr 2009:

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/10283045/John-Kerry-and-Bashar-al-Assad-dined-in-Damascus.html

wowy März 17, 2015 um 00:02

@someone
Wir kennen aber schon den Unterschied zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik, oder?

ruby März 17, 2015 um 00:14

@wowy
Die Zukunft des € ist durch die Wirtschaftspolitik der EZB, die Finanzpolitik der BRD und die Haushaltspolitik des GG bereits im Urteil des BVerfG formuliert.
Weise auf die Passagen zum nachlesen hin…
Germany has to stop to act against its constitution.
;-)

QuestionMark März 17, 2015 um 00:17

@wowy März 17, 2015 um 00:02
Der someone ist von den tatsächlichen Verhältnissen sogar noch viel weiter abgehängt: Die Staatsfinanzierung findet in den USA längst über die Zentralbank statt. In Europa bewegt man sich gerade auf demselben Pfad. Lustigerweise geschieht das alles anscheinend ohne jeglichen Erkenntnisgewinn bei den Beobachtern. Anhand von Griechenland, Spanien, Portugal, Irland usw. usf. kann man gerade auch ein Scheitern der Marktideologie an ganz anderer Stelle beobachten: Beim Freihandel.
Tja, die totale Marktwirtschaft scheint es am Ende wohl doch nicht zu sein. Vielleicht ist wider erwaten doch noch nicht das Ende der Wirtschaftsgeschichte erreicht?
Aber vielleicht hilft ja ein neuer Krieg weiter? Der könnte das System wieder in Gang bringen. Mein Vorschlag: Möglichst viel kaputt machen und möglichst viele Menschen verstümmeln und ermorden damit die Marktwirtschaft anschließend wieder ein paar Jahre läuft. Das ist doch eine gute Idee, oder?

someone März 17, 2015 um 00:22

Verschwimmt halt, und letztendlich ist es eine politische Entscheidung, ob Griechenland drin bleiben soll oder nicht und nicht eine Krämerentscheidung der Zentralbanker oder gar eines Hr. Sinns.

someone März 17, 2015 um 00:29

Bei der Staatsfinanzierung ich bin ich näher bei Fragezeichen als er vielleicht denkt. Aber zunächst gibt es ja noch die Sozialkassen und Staatsbanken auf die man zurückgreifen kann. Machen die Iren, Briten, Ungarn auch, was nahelegt, dass diese Krise nur bedingt mit Euro zu tun hat, sondern eine allgemeine der Kapitalakkumulation ist.
(Worunter sogar das abgehobene russische Seelchen leidet, obschon sie als Aufbauhilfe den orthodoxen Charakter des “Njet” hat und nicht blöde dem oberflächlichen Westeuropa hinterherläuft, obschon man durchaus die Frage stellen kann, ob teutonisches neopreussisches Gedankengut Europa gut tut.)

someone März 17, 2015 um 00:29

Dreckspreussen…

Natalius März 17, 2015 um 00:45

Soldat Schwejk März 16, 2015 um 23:30
“Wenn der Betreffende dann auch noch einen Lehrstuhl kriegt,”

…das würd mich dann echt interessieren…
smiley of your choice

Aber Spass beiseite: die Unterscheidung rechts-links, die hier eingestellt wurde, die ist für mich – wie sagt man ähm – nicht mehr satisfaktionsfähig.

Und Terminologie ist ne Machtfrage!

Soldat Schwejk März 17, 2015 um 01:15

@ someone

Jetzt reiß Dich gefälligst mal zusammen und verfall nicht gleich 2 Minuten nach dem Wiedereintritt in die alten Rituale. Der obige Link zu Häring bezieht sich zwar auf HW Sinn, aber beschrieben (und mit Link zu den Originaltexten belegt) ist die erpresserische Einflußname der EZB unter Trichet und Draghi auf diverse Regierungen, das Hineinregieren in deren innere Angelegenheiten – also das Agieren der EZB durchaus als eine Art “Nebenregierung”. Mir liegt jede BuBa-Verherrlichung fern… und auch jedes Beschwören einer “politischen Unabhängigkeit der Zentralbank”.

Mag jetzt nicht noch mal das Zitat von Häring aus seinem Buch rauskramen… also es ging darum: Je weniger die Notenbanker demokratisch/politisch kontrolliert werden, desto mehr werden sie von einer Finanzoligarchie kontrolliert. Tertium non datur, der ordoliberale Traum ist Bullshit…

Natalius März 17, 2015 um 01:40

@Soldat Schwejk März 17, 2015 um 01:15

“Mag jetzt nicht noch mal das Zitat von Häring aus seinem Buch rauskramen… also es ging darum: Je weniger die Notenbanker demokratisch/politisch kontrolliert werden, desto mehr werden sie von einer Finanzoligarchie kontrolliert.”

Richtig! Jetzt müssten wir eigentlich mutig genug sein, “Ross und Reiter” zu benennen. Aber selbst bei mir beobachte ich – nach zig Reaktionen in diesem Blog, die bis zu 50% Löschen wesentlicher Beiträge gingen – eine gewisse Feigheit! Ich verweise dann auch schon mal auf Biblioteca Pleyades, in der man Wesentliches über die CoL Hintermänner von Soros (bzw. Varoufakis) findet. Das Erschreckende ist dann: Es hat sich seit 250 Jahren im Grunde genommen nichts geändert! Trotz aller Feierungen (Z.B. Adel/Aristokratie weg usw.). Übersetze Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in heutige identitätspolitische Operationen und Du wirst den Ansatz finden, wo wir beginnen müssen!

someone März 17, 2015 um 01:45

Von dem Artikel müsste man sehr grundsätzlich beginnen… Das geht heute nicht mehr vielleicht die Tage. Als Anfang wäre es vielleicht sinnvoll den Begriff Gewährstragershaftung zu wikipediaern und den Haufen Geld mit dem sich die billig verschuldeten Landesbanken aufmachten, um die Welt zu erschließen. Man kann auch city of quartz lesen, um den politisch befeuerten Eigenheimfetisch zu verstehen. Aber wie gesagt nicht mehr heute abend. Da reicht DRECKSPREUSSEN! L’Allemagne eternelle.

someone März 17, 2015 um 01:53

Ihr Hyperteutonen versteht wahrscheinlich kein Wort.
https://www.youtube.com/watch?v=StDnFwcNkRM
A bisserl Propaganda muss sein.

Natalius März 17, 2015 um 02:17

someone März 17, 2015 um 01:53

4ever young – ok – halt es durch – bleib dabei – is wichtig für dich! Keep on tight to your dream.
Aber: Sei tolerant – let the others shift.

topi März 17, 2015 um 04:16

“Bei gutem Willen von allen Seiten wäre der Euro niemals zu einem Problem geworden. Das gilt genau so für Deinen Euroaustritt”

Keynesianer, was für eine banale Aussage.

Aber der Euro wäre für Griechenland auch ein Problem geworden, wenn die Deutschen sich an das Inflationsziel der EZB gehalten hätten, so wie Frankreich in etwa.

Das Problem wäre nicht so groß, aber da.

Außerdem ist “guter Willen” eine denkbar blöde Kategorie, oder?
Es gibt eben keinen “guten Willen”; ergo?

Genau deshalb geht man einfach keine Währungsunion ein, wenn man nicht die Fiskalpolitik des großen Landes nahezu komplett mitmachen will.

Tut man es doch, und betreibt eine andere Fiskalpolitik, dann ist das Ende zwangsläufig so, wie es in Griechenland, SPanien, selbst Frankreich gekommen ist.

Beim Euroaustritt sieht es ganz anders aus.
Der “böse Willen” der “Eurozone” in Gestalt ihrer Institutionen bzw. von Politikern aus Ländern der Eurozone in EU-Institutionen kann es Griechenland schwerer machen.

Aber nichtsdestotrotz bewirkt die eigene Währung (mit Wechselkurs) sofort eine Importsubstitutionstendenz, steigert die Eportfähigkeit, macht den Tourismus schlagartig erheblich attraktiver.

Es ist also keineswegs so, dass “guter Willen” bei beidem gleich wichtig ist.

topi März 17, 2015 um 05:46

Morph

“Du gehst offenbar davon aus, dass Deine Betrachtungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit derart alternativlos und zwingend sind, dass Dir nicht zuzustimmen nur daran liegen kann, nicht gut genug zugehört zu haben.”

Ach Morph, immer wieder von vorn, du kriegst die Unterscheidung einfach nicht hin.
Aber ich bin da ja sehr geduldig. :roll:

Welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen wirken auf welche Art und Weise.

Das kann man teilweise nicht sicher vorhersagen, weil es vielfältige Wechselwirkungen gibt.

Anderes ist dagegen sehr klar, zumindest in der Wirkrichtung.
Und zwar gerade unter den bestehenden Umständen, Institutionen etc.pp.

Die Griechen konnten den Euro einführen, politische ENtscheidung.
In Griechenland konnte es eine deutlich höhere Preissteigerung als im Eurozonenschnitt und noch mehr als in Deutschland geben, ein Ergebnis von zahlreichen Entscheidungen von wirtschaftlichen Akteuren, innerhalb des griechischen politisch gesetzten Rahmens.

Da hst du deine ganzes Bla.

Aber: das Ergebnis ist dann zwangsläufig jenes, welches zu beobachten ist.

Wer dann daherschwafelt, dass die Griechen wegen der griechischen Korruption, der mangelhaften Produktivität oder sonstigem in ihrer misslichen Lage sind, hat schlicht das Problem nicht erkannt.

Dann sind sämtliche Politikempfehlungen, beruhend auf falscher Analyse, schlicht sinnlos. (natürlich ist es sinnvoll, wenn die Griechen ihre Korruption bekämpfen, das kann aber das Europroblem nicht lösen, völlig alberne Vorstellung).

Du kannst natürlich beliebiger Meinung sein, beispielsweise brauchst du dich nicht diesem Diktat der Schwerkraft unterwerfen wollen müssen.
Nur solltest du dich nicht wundern, wenn dir was auf den Kopf fällt. :roll:

Eine Einheitswährung wirkt schlicht auf bestimmte Art und Weise, BESONDERS innerhalb der sonstigen Bedingungen; wer anderer Meinung ist, kriegt von der Realität auf die Fresse, ganz einfach.

“Würden die Realumstände der Gesellschaft (Natur, Mensch…), die geopolitischen Interessen, das Institutionengefüge der real existierenden Demokratie und die Massenmedien –… gesellschaftlich keine Rolle spielen, könnte und sollte man Deiner Meinung sein.”

Was für ein Unsinn!

Erstmal geht es wieder um den Unterschied der Beschreibung von Zusammenhängen (die sind so wie sie sind, nicht abhängig wie man sie gerne hätte), und Politikempfehlungen.

Und um meiner Meinung bei Politikempfehlungen zu sein, muss man erst mal meine Ziele der Wirtschaftspolitik teilen!

Da ist einerseits die volkswirtschaftlichen Perspektive, was ist also sinnvoll unter der Prämisse, die angeblich alle politisch Handelnden vor sich hertragen (habe noch keinen gehört der gesagt hat, ich mache Politik für 1 Prozent der Bevölkerung, der Rest ist mir doch egal).

Und andererseits der Mensch innerhalb des bestehenden Systems, welche Arbeitsbedingungen und Lebensbedingungen gibt es, in Bezug zur ökonomischen Leistungsfähigkeit.

Die Behauptung von “traditionell rechts”, wirtschaftsliberal, dass beides auseinanderfällt, ist weitgehend falsch; der Neoliberalismus führt zwangsweise in zyklische Krisen, die durch die etremexpansive Geldschleuderei jedoch verzögert und zu Superblasen aufgeblasen werden.
Das reduziert die wirtschaftliche Aktivität im Vergleich, senkt den verteilbaren Wohlstand der Volkswirtschaft.

Wer da anderer Meinung ist, hat einfach nichts kapiert.

Wer meint, ja gut, ist wohl so, aber es muss halt so kommen, weil die Institutionen so sind oder so: der kann doch einfach stricken lernen. :roll:

topi März 17, 2015 um 05:49

Morph

In der Eurofrage ist es ja besonders einfach.
Weil die Manipulation der Währung einfach zu starke Auswirkungen hat, die lassen sich nicht wegwünschen, oder mit anderen Politikmaßnahmen ausgleichen.

Insofern ist es nur eine Frage der Zeit, bis Griechenland austritt, weil die anderen Möglichkeiten (konzertierte Preissenkungen im Lande, gekoppelt mit massiven Investitionen aus öffentlicher Hand (Private investieren nicht bei Preissenkungen und Euroaustrittserwartung) ) oder gar massive Preiserhöhungen in D und co. schlicht unrealistisch sind.

Selbst wenn jetzt Syriza weggefegt würde in Krisen-Neuwahlen und die olle ND übernimmt; dann dauert es halt nur länger.

Und in Spanien, Portugal, Italien etc. sieht es kaum anders aus.
Dauerhaft abgewürgte Volkswirtschaften ohne Chancen für einen Großteil der Jugend, wie lange soll das gut gehen?

Du fragtest ja noch nach dem großen Euro-Ende-Szenario: wenn Griechenland, wahrscheinlich schon in den nächsten Monaten), wegen des Bankenspaziergangs und ausbleibender EZB-Rettung eine Drachme einführen muss, wird sich innerhalb von Monaten die Lage im Lande verbessern, die Arbeitslosigkeit abnehmen, Landwirtschaft Tourismus, Kleingewerbe, einfache Industrieprodukte, man muss keine Industrieroboter herstellen, wie manche glauben.

Wenn die EU-Länder richtig bösartig handeln, dann dauert es etwas länger, bis der Euroaustritt positiv wirkt; aber viel mehr als ein Jahr wird auch das nicht dauern.

Dann gibt es wieder mehr Jobs im Land, es wird etwas produziert, die jungen Menschen haben eine Perspektive in ihrem Heimatland; wieso sollten die normalen Spanier und Portugiesen mit ihrem Troika-Unsinn weitermachen wollen?

chabis März 17, 2015 um 06:16

Unerwarteter(?) erfreulicher Effekt, Thema und Theoriebruch-stücke einer ehemals randständigen Veranstaltung geraten ins Blickfeld, im Lärm und Staub um die Dirty Bomb

“Was für eine Art Veranstaltung war das „Subversive Festival“ in Zagreb damals?

Das Rahmenthema 2013 hieß „Die Zukunft Europas“, und neben Giannis Varoufakis hatten wir viele andere prominente Gäste, nicht nur Alexis Tsipras, auch Oliver Stone oder Aleida Guevara, die Tochter von Che. Ja, wir glauben an ein anderes Europa, in dem wir nicht über griechische Finger reden, sondern in dem wir schließlich alle schmutzigen Finger – von Berlin bis Brüssel – auf den Tisch legen, die uns in diese Krise gebracht haben und darauf bestehen, dass die einzige Antwort nun neue Maßnahmen der Austerität und der Schuldenknechtschaft sind.

Warum hieß ihre Veranstaltung „subversiv“?

Weil es unterschiedliche Wege gibt, gegen Hegemonie zu kämpfen. Wir glauben an die Macht des Diskurses. Der Finanzkapitalismus funktioniert aber gegenwärtig vor allem mit Zeichen und Symbolen. Das kann man an Formeln wie „Marktreaktionen“ sehen oder sogar an Fragen der Mode, also ob Tsipras eine Krawatte trägt oder nicht, ob Varoufakis eine Lederjacke trägt oder nicht. Wenn das so ist, dann können wir auch auf der Ebene von Symbolen kämpfen.”

.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/festival-organisator-horvat-der-finger-wurde-aus-dem-zusammenhang-gerissen-13487196.html

chabis März 17, 2015 um 06:19
atomfried März 17, 2015 um 07:38
atomfried März 17, 2015 um 07:41

varoufakis und sein stinkefinger ist wohl nichts im vergleich zu schäuble und den 100.000 d-mark

https://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs

atomfried März 17, 2015 um 07:44

zum ankotzen ist die krone-schmalz.

http://www.mdr.de/artour/video258142.html

wowy März 17, 2015 um 07:48
topi März 17, 2015 um 08:40

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/bringt-der-euro-frieden-von-dieser-sicht-sind-wir-geheilt-kommentar-13483578.html

Selbst wenn die Wahrheitspresse einen Artikel bringt, der statt blümchenbla deutlich benennt, wie der Euro auf die Stimmung in Europa gewirkt hat, redet der Herr Ökonom nur von Zinsen und Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften.

Das muss man ja dem Sinn lassen, in der Eurofrage zumindest eine klare Analyse, heute.
Anfangs sprach er nur von “Löhnen”, die sich auseinanderentwickelt haben; im Rahmen der Target-Debatte, als er ja auch Artikel im Herdentrieb schrieb, hab ich ihm geschrieben, dass es um die Preise geht; seitdem spricht er von “Löhnen und Preisen”. (kann natürlich nur eine zufällige zeitliche Koinzidenz sein)

Genau da ist die Trennlinie zwischen möglicher Meinung; und dämlicher Phrase (Oppermann gestern, es liegt nicht am Euro, sondern an zu vielen Staatsbediensteten; Unsinn, Griechenlands Staatsquote ist nicht mal auffällig im Vergleich, eine reine innergriechische Verteilungsfrage; die Eurokrise besteht in massiven makroökonomischen Verwerfungen zwischen Ländern).

Politiker können natürlich der MEINUNG sein, dass der Euro in Griechenland doch gut sei, so insgesamt; z.B. weil sonst die ganze Kacke am dampfen ist, Spanien und Portugal und wohl auch Italien verloren sind,und dann nicht 70 Milliarden sondern eine Billion im Feuer steht (und das kann Frankreich keinesfalls stemmen, womit dann noch ein paar hundert Milliarden auf rot stehen)
Das hat Oppermann auch im Nachsatz gesagt.

Nur ist diese MEINUNG eben nicht auf Basis einer ökonomischen Analyse gefunden, sondern im Interesse der Wahrung des Status Quo bzgl. des Geldvermögensbestandes.

Um so logischer ist für die Griechen, sich nicht deshalb vor den Karren von Eurobefürwortern spannen zu lassen.

Klar wollen die Eurofreunde (es gibt ja die “Eurogegner”, eigentlich sollte man die bedingungslos den Euro halten wollenden Euroidioten nennen :roll: ) den Griechen auch Geld reichen, damit sie drin bleiben; aber das kann alles nichts bringen, außer sich persönlich die Taschen zu füllen; bisher gibt es jedenfalls keine Anzeichen, dass sich Syriza einfach kaufen lässt.

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 08:49

@topi
“Aber nichtsdestotrotz bewirkt die eigene Währung (mit Wechselkurs) sofort eine Importsubstitutionstendenz, steigert die Eportfähigkeit, macht den Tourismus schlagartig erheblich attraktiver.”

Aber senkt die Kaufkraft der Einkommen der Funktionseliten, und das ist der Grund, warum die nicht raus wollen. Anderenfalls müssten die Funktionseliten sich ständig für überproportionale Gehaltssteigerungen rechtfertigen.

“Eine Einheitswährung wirkt schlicht auf bestimmte Art und Weise, BESONDERS innerhalb der sonstigen Bedingungen; wer anderer Meinung ist, kriegt von der Realität auf die Fresse, ganz einfach.”

Richtig! Erschwerend für die Länder an der Peripherie kommt noch hinzu: Bis auf den Bereich um die CoL und Schweiz liegt die blaue Banane (europäisches Wirtschaftszentrum) komplett in Euroland.

Kapitalismus bedeutet Kapitalakkumulation und damit einhergehend Kapitalkonzentration. Der Euro hat dazu geführt, dass diese Konzentration sich noch beschleunigt hat. Innerhalb einer Währungsunion kann es dauerhaft keine Preisunterschiede geben. Wenn es zwischen den Ländern keine Preisunterschiede mehr gibt, kann es auch keine Einkommensunterschiede mehr geben, zumindest nicht für den mobilen Teil der jeweiligen Bevölkerung. Und dieser Teil ist in der Regel jung und gut ausgebildet. Wozu sollte ein junger Grieche ein MINT-Fach studieren, wenn nicht, um sein Land zu verlassen?

Selbst innerhalb Deutschlands findet die Konzentration junger, gut ausgebildeter Menschen in weinigen Zentren statt. Diese Konzentration erzeugt schon innerstaatlich Konflikte (Länderfinanzausgleich), wie sollen dann diese Konflikte zwischenstaatlich gelöst werden? Durch die aus Transfers bezahlten Bullshit-Jobs in der griechischen Bürokratie? Die dazu notwendigen Transfers wären viel zu hoch, als dass sie in den Zahlerregionen durchsetzbar wären.

Das Problem in Europa ist die geringe Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, verglichen mit USA. Und dieses betrifft den Arbeitsmarkt unterhalb der Hochqualifizierten. Hinzu kommt, dass nicht Deutsch, sondern Englisch die Lingua Franka ist. Bestes Beispiel ist doch der griechische Finanzminister. Wo hat der gearbeitet? Und warum? Genau! Weil Englisch überall erste Fremdsprache ist. Und warum ist Englisch nicht in allen EU-Staaten zweite Amtssprache? Weil nicht GB, sondern D und FR die EU dominieren. Einheit kann nur mit einer gemeinsamen Sprache entstehen, nicht mit einer einheitlichen Währungen. Ohne die Sprachbarrieren wären die Krisenstaaten schon jetzt vergreist, da bin ich sicher. Und GR ist nicht einmal Bestandteil der gelben Banane.

Und übrigens: Die Wiedereinführung der Drachme würde am Schicksal Griechenlands nichts ändern. Der Zug ist abgefahren.

Andreas Kreuz März 17, 2015 um 09:30

@H.K.Hammersen März 17, 2015 um 08:49

Das Problem in Europa ist die geringe Mobilität auf dem Arbeitsmarkt,

Lösung:

Subventionierte große Wohnwagen mit Elektro-Antrieb?

atomfried März 17, 2015 um 09:42
Morph März 17, 2015 um 09:56

@topi

“Ach Morph, immer wieder von vorn, du kriegst die Unterscheidung einfach nicht hin.”

Mir ist klar, dass und warum Du das so sehen musst, und ich finde das auch keine Tragödie (es hängt ja nichts dran), sondern, im Gegenteil, sehr komisch (eben deshalb).

Nicht ich kriege die Unterscheidung nict hin, @topi, sondern die entscheidenden sozialen Systeme (europäische Staaten, politische Parteien, finanzpolitische Institutionen, Massenmedien) ‘kriegen die Unterscheidung nicht hin’, und zwar weil der systemische Rahmen ‘Eurozone’ allen Systemen, die in ihm integriert sind, den Imperativ aufzwingt, am Weiterbestehen dieses Rahmens mitzuwirken.

Was aus wirtschaftlicher Sicht eine Insolvenzverschleppung ist, das ist aus gesellschaftlicher Sicht die Beharrungskraft einer Institution trotz ihrer z.T. desaströsen Effekte.

Du denkst aus der Perspektive der politischen Ökonomie, d.h aus einer Regellehre des öffentlichen Wirtschaftens, zu deren idealistischem Selbstverständnis es gehört, den jeweils optimalen Zusammenhang öffentlicher Einnahmen und Ausgaben zu ermitteln. Und um sich in diesem Selbstverständnis zu stärken, sucht sich die politische Ökonomie empirische Beispiele, die im Sinne wirtschaftspolitisch legitimer Entscheidungen und ihrer positiven Auswirkungen interpretiert werden können. Dabei abstrahiert sie von den ermöglichenden Umständen dieses Entscheidens ebenso wie von möglichen Ereignissen, deren Eintreten die positiven Auswirkungen hätten verhindern können. Die soziale Wirklichkeit wird auf diese Weise als kollektiv gestaltbar porträtiert und die nationalökonomische Kompetenz als Schlüssel präsentiert. Ein typisches Machtspiel des Wissens: Ideologie.

An solchen ideologischen Perspektiven störrisch festzuhalten, ist insofern deprimierend, als wir es nun wirklich seit 150 Jahren besser wissen könnten, seit nämlich Karl Marx eine Kritik (!) der politischen Ökonomie entwickelt hat. Marx war kein Nationalökonom. Sondern ein Kritiker der Nationalökonomie.

Geldwirtschaft, das wissen wir seit Marx, ist eine historische Errungenschaft mit ambivalenten Funktionen (einige schätzenswert, andere weniger). Das Geldmedium ist seiner Natur nach derart, dass es prinzipiell keine gerechte Geldwirtschaft geben kann. Die historischen Bedingungen der Geldwirtschaft, ihre Verlaufsform und Zukunftsmöglichkeiten zu studieren, das wäre nach Marx das wissenschaftliche Gebiet einer modernen Wirtschaftswissenschaft.

Solange die Wirtschaftswissenschaft aber glaubt, mit Politik-Empfehlungen einer ‘guten’ Geldwirtschaft zu gesellschaftlicher Geltung verhelfen zu können, sind sie besinnungslose Opfer eines Aberglaubens, ‘Sykophanten des Kapitals’.

Die moderne Geldwirtschaft führt zu einer Entfesselung der Produktivkräfte, im Guten wie im Schlechten. Wer Prinzipien der moderne Geldwirtschaft für sein persönliches Fortkommen nutzt ohne auf die ‘Kosten’ zu achten, die er damit anderen aufbürdet, der ist ein Egoist. Wer aber glaubt, sich für eine möglichst optimal funktionierende Geldwirtschaft einsetzen und zur Entfesselung der Produktivkräfte im Guten wie im Schlechten beitragen zu müssen, der ist ein Idiot.

Systemfrager März 17, 2015 um 10:45

Die ukrainischen Söldner machen es ernst

In Kiew haben hunderte Soldaten am Dienstag die Hauptstraße, den Kreschtschatik, aus Protest abgesperrt. Sie fordern die Vergabe von Grundstücken, die die Regierung ihnen für die Teilnahme am Kriegseinsatz gegen die östlichen Protestregionen Donezk und Lugansk versprochen hatte.

An der Kundgebung direkt vor dem Gebäude des Landwirtschaftsministeriums nehmen rund 500 Menschen teil, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Tass vor Ort berichtet. Die Regierung hatte bereits 2014 versprochen, allen Veteranen der Kampfhandlungen im Donbass gratis Grundstücke zu vergeben. Insgesamt 18,4 Hektar sollen verteilt werden. Laut ukrainischen Behördenangaben haben rund 27.900 Militärangehörige Anspruch auf Grundstücke erhoben. Doch wegen bürokratischer Hürden zieht sich der Prozess in die Länge hin.

topi März 17, 2015 um 10:56

HK Hammersen

Bananen und so, wie war denn die Obstlage in der sagen wir mal Türkei bis vor einigen Jahren? Aber egal.

Die Skandinavier, Finnen, Schotten, Isländer und so essen wohl keine Bananen; gut für sie. :roll:

Du lieferst eine Reihe von Begründungen, warum es den Griechen schlecht gehen muss, innerhalb der Eurozonen; um dann zu sagen, sie sollen drinnen bleiben.
Das ist doch widersinnig.

Ja die Funktionseliten haben ein Interesse den Euro zu halten. Ob jetzt in erster Linie, um ihre EInkommen in Euro auf bestimmter Höhe zu halten, oder ihre Vermögenswerte, oder ob sie schlicht zur Vermeidung kognitiver Dissonanz den groben Fehler Euroeinführung nicht zugeben wollen, kann diskutiert werden; ist letztlich egal.

Eine Begründung, warum sie den Euro behalten SOLLEN, kann das natürlich nicht sein.

Und da die neue Regierung ihre Löhne und Privilegien gekürzt hat, sind Vermutungen, sie werden im Euro bleiben, um möglichst viele Euro zu verdienen, einfach fern der beobachtbaren Realität.

Und wer da in Behörden oder an sonstigen Hebeln sitzt ist zunehmend irrelevant für die Eurofrage; der Beamte oder der Großreeder kann sich auf den Kopf stellen, wenn Tsipras entsprechend handelt (also irgendeinen Wisch nicht unterschreibt), dreht die EZB den Hahn zu, und die Sache hat sich erledigt.

“Innerhalb einer Währungsunion kann es dauerhaft keine Preisunterschiede geben.”

Quatsch. Alleine die Dönerpreise in Berlin oder München divergieren enorm. :roll:

Richtig ist: die Großhandelseinkaufspreise unterscheiden sich nur um die nötigen Transaktionskosten. Das gilt immer.
In einer Währungsunion fällt der Umrechnungsaufwand weg, ja Wahnsinn. Und das Wechselkursrisiko, welches allerdings in den Eurovorläuferkonstruktionen auch nicht sehr groß war und relativ leicht zu hedgen. Für den Einkauf auch wenig relevant.

Ansonsten sind es in der EU, weitgehend ohne Zölle und andere Handelshindernisse, vor allem die Transportkosten.
Die werden eher geringer (für Griechenland allerdings noch nicht ganz irrelevant, “da unten rechts”).

Viele Hersteller betreiben allerdings auch Preisdiskriminierung nach Zahlungsfähigkeit, oder auch nach Mehrwertsteuerbelastung, das sieht man an den Nettopreisen (Auto-Grauimporte), oder den unterschiedlichen Medikamentenpreisen (flexible Produktionskosten quasi Null, neben den Patenten).
Gewinnmaximierung für Monopolisten, Grundstudium.

In den EInzelhandelspreisen und noch stärker den Dienstleistungspreisen schlagen sich die lokalen Löhne allerdings erheblich nieder.
Da gibt es auch innerhalb von Staaten erhebliche Differenzen, siehe Mieten, Döner, Haare Schneiden in D.

In einer so großen Währungsunion mit nationalen Besonderheiten und Verbundenheiten ist die Angleichung von Preisen noch deutlich geringer als innerhalb eines Landes (mit Lohnverhandlungen prinzipiell für das ganze Land).

Und wie man an den Balten und Slovaken sieht, ist deine These ja empirisch eh witzlos.

” Wenn es zwischen den Ländern keine Preisunterschiede mehr gibt, kann es auch keine Einkommensunterschiede mehr geben”

Der Wirkungszusammenhang geht nicht in diese Richtung.
Die griechsichen Preise sind gestiegen, WEIL die griechischen Löhne gestiegen sind, und nicht umgekehrt.
Die Griechen hatten immer Lohnerhöhungen um X Prozent, im Euro sogar weniger als üblich, das ist doch völlig leicht nachvollziehbar.

“Das Problem in Europa ist die geringe Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, verglichen mit USA. ”

Das nennst du “das Problem”.
Schau dir die verrottenden Städte an in den USA, wenn eine Branche gestorben ist, wunderbare Welt. (und es gibt massive Transfers in den USA, Bundesausgaben, Militär, Sozialversicherungen usw.)

Der Mensch ist im Schnitt kein homo eoconomicus, und falls du einer sein solltest, dann verallgemeinere das nicht einfach.

Jedenfalls ist es Fakt: die Griechen, Spanier, Portugiesen und so werkelten bis zur Euroeinführung vor sich hin, hatten ihre Sonne, und durchaus auch eine aufholende Wirtschaft im Rahmen der EU.

Dann der Crack-Boom durch den Euro, jetzt der eiskalte Entzug, OHNE Aussicht auf Vebresserung.

Also wenn du Argumente hast, wieso der junge Grieche einen Job in Griechenland, bezahlt in Drachmen (für die man ja zum Kurs X Euro erhält), schlechter findet als KEINEN Job in Griechenland, nicht bezahlt in Euro (und quasi ohne Lohnersatzleistung), dann her damit.

Ansonsten hast du gar nichts zur Europroblematik gesagt, nur etwas Bananen gedrückt.

Bruchmüller März 17, 2015 um 11:00

@ Morph direkt

Aha!

(Mein Kommentar “Aha!” gilt Deinem gesamten Beitrag) Eine abschließende Frage gilt Deinem letzten Satz. Vielleicht könntest Du aus Deinem Ärmel ein paar Tipps oder gar eine Regel spendieren, wie sich ein Nicht-Idiot verhalten muss. Würden sich da eventuell die Konturen eines Selbstporträts abzeichnen?

topi März 17, 2015 um 11:13

Morph, du wechselst wieder mal in gestrecktem Galopp die Pferde.

jetzt also auch noch marxistisch argumentierend, nicht schlecht, haben dich die Griechen auf Ideen gebracht. roll:

Damit solltest du aber nochmal ins Kämmerlein.

“Die moderne Geldwirtschaft führt zu einer Entfesselung der Produktivkräfte, im Guten wie im Schlechten.”

Die “moderne” Geldwirtschaft führt direkt in die merde, und zwar nicht in die normale zyklische, sondern durch die massive Blasenbildung in riesige allumfassende.

Was man braucht für “entfesselte” Produktivkräfte sind quasi Schlafmützenbanken wie in den Fünfzigern, und noch ein paar Optionen zum hedgen realer Geschäfte (also einlösepflichtig reicht sehr wahrscheinlich schon aus zur flexiblen Preisbildung).

Alles andere ist überflüssiger Quatsch, für die Realwirtschaft.
Nur “gut” zum Aufbau von Schein-Geldvermögen samt den dazugehörigen Schulden.

ruby März 17, 2015 um 11:17

@ Morph
“Wer aber glaubt, sich für eine möglichst optimal funktionierende Geldwirtschaft einsetzen und zur Entfesselung der Produktivkräfte im Guten wie im Schlechten beitragen zu müssen, der ist ein Idiot.”
Provokation!?
Sonst wäre es sehr schade, wenn das Deine Erfahrung, Einschätzung, Maxime ausdrückt.
Weil, wir können auch anders ;-)

Morph März 17, 2015 um 11:19

@Bruchmüller

“wie sich ein Nicht-Idiot verhalten muss”

Das erste Grundgesetz des Nichtidiotentums wäre, damit zu rechnen, selber in Wirklichkeit – jenseits des lieben Selbstbildes – ein Idiot zu sein.

Eine nichtidiotische Erwartung hinsichtlich unseres idiotischen Zusammenlebens wäre vielleicht die pompöse Allgemeinwohlorientierung der pompösen Fortschrittsidee des 19. Jahrhunderts durch ein bewusstes Ambivalenztraining zu ersetzen.

Was würde das praktisch bedeuten?

Sich der Wirklichkeit und der Möglichkeit von Katastrophen stellen! Gefahrenabwehr betreiben, ohne große Zukunftsambitionen! Für Verständnis dieser Lage werben! Das eigene und das fremde Bewusstsein davon stärken, das es unvermeidlich ist, in Organisationen mitzuwirken, die man selber nicht gegründet hat, dass jeder für seine Mitgliedschaften in Organisationen verantwortlich ist, aber über seine Mitgliedspflichten nicht entscheiden kann!

chabis März 17, 2015 um 11:23
ruby März 17, 2015 um 11:27

@ topi

“Schein-Geldvermögen” = “Virtual Wealth”
Frederick Soddy

Was passiert mit der Investition EZB in Frankfurt nach dem Euro?
In 10 Minuten werden dort die Geldanforderungen der Banken freigeschaltet … wieviel Milliarden sind es heute?
Click them free and fly to the rainbow
https://www.youtube.com/watch?v=4pjVAc7jDg8

ruby März 17, 2015 um 11:33

Wie sieht die Befreiung von der Knechtschaft der Kapitalbeschränkung aus?
Ihr werdet es alle noch lernen ;-)
Sehr bald und sehr real !

ruby März 17, 2015 um 11:37
chabis März 17, 2015 um 12:12
Morph März 17, 2015 um 12:18

@topi

“Die “moderne” Geldwirtschaft führt direkt in die merde, und zwar nicht in die normale zyklische, sondern durch die massive Blasenbildung in riesige allumfassende.”

Ich finde es ja sehr löblich, dass Du die Akopalütze aufhalten möchtest, aber das lässt sich leider nicht von Deutschland aus bewerkstelligen, und schon gar nicht aus dem Kämmerlein. Da bin ich Realist.

Ich denke, die Entwicklung des internationalen Finanzkapitalismus von der Entwicklung des national eingehegten Kapitalismus abzutrennen, ist historiographisch vielleicht sinnvoll, so als Epochenbildung. Der Sache nach ist das aber eine künstliche Trennung. Es gibt keinen Sündenfall der modernen Geldwirtschaft. Sondern nur die Ausreizung von Verschuldungsmöglichkeiten.

Du willst halt nicht die ‘gute’ Nationalökonomie in Frage stellen. Dafür bist Du sogar bereit, ganz normal zyklisch Scheiße zu fressen. Wohl bekomm’s! – Aber ich glaube nicht, dass man Leute politisch davon überzeugen kann, Schuldenschnitte und Vermögensverluste aus nationalökonomischen Vernunftgründen hinzunehmen, solange es noch Alternativen gibt. Ich meine, Du bist doch auch gegen TINA. Nur ist TINA eben auch so ein ambivalentes Biest. ;-)

Die Privatisierungsexzesse der letzten Jahrzehnte sind geldwirtschaftlich völlig normal. Es wird halt strukturell in das Eigentum des Schuldners vollstreckt, in diesem Fall in das Eigentum des Staates.

Wir leben in einer Zeit der Entstaatlichung. Die politische Organisation der Gesellschaft verdünnisiert sich gewissermaßen nach oben. Das spüren die Verschwörungstheoretiker schon ganz richtig, wenn ihnen auch die Begriffe fehlen, den soziologischen Zusammenhang dieser Entwicklung zu erkennen. Ohne Begriff bleibt ihnen nur, Anekdoten zu erfinden, Märchen fortzuspinnen, archaische Dämonisierungen zu aktualisieren. Und man klammert sich an die vermeintlich noch bestehenden Beispiele ‘starker’ Staatsorganisationen: Russland, China…

Das alles ist Ausdruck der Krise, nicht ihr Verständnis.

Keynesianer März 17, 2015 um 12:25

Nun ja, die altbekannte Argumentation von unserem @Morph, dass wir nichts ändern könnten, darum gar nicht darüber diskutieren sollten, was zu ändern wäre und wie es besser wäre, um uns darauf zu beschränken, zu beschreiben wie es ist und warum es so sein muss und jeder ein Idiot ist, dem es nicht passt und der es nicht toll findet und der nicht dabei mitwirkt, dafür zu sorgen, dass alles so bleibt wie es ist.

Dabei will @Morph nur verhindern, dass sich wirklich Widerstand mit Ideen und Parolen organisiert, die die herrschenden Verhältnisse bedrohen könnten.

Dafür kriegt er doch noch seinen Lehrstuhl an einer Uni. :roll:

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 13:02

@topi

Sie sollten nicht Ihr Wunschdenken als Weltbeschreibung nehmen. Was Sie den Griechen empfehlen, ist Subsistenzwirtschaft auf niedrigstem Niveau. Warum spricht sich denn eine Mehrheit der Griechen für einen Verbleib im Euro aus? Wenn die Griechen die Drachme wieder einführen und mit dem Drucken ebendieser die Bullshit-Jobs im ÖD bezahlen, dann war es das mit einem Lebensstandard auf westeuropäischem Niveau. Ob dann der Döner in Athen billiger als in Berlin ist, spielt dann auch keine Rolle mehr. Die gut ausgebildeten jungen Griechen sind trotzdem weg. Und ob Sie das nun glauben oder nicht, viele von denen werden irgendwo in der blauen Banane Arbeit finden.

Ihr Gerede von Preisen und Löhnen ist auch Blödsinn. Die griechischen Löhne sind nicht höher als die deutschen, nur die griechische Produktivität ist niedriger, deshalb ist die griechische Wirtschaft nicht konkurrenzfähig. Weil eben die Verschuldung in Bullshit-Jobs und Konsum versickert ist anstatt in Investitionen zu gehen. Und die neue griechische Regierung tut alles, damit das so bleibt, nein, es sogar noch schlimmer wird. Der Primärüberschuss ist auch perdu. Wenn die jetzt für 2015 0,3 % melden und diese mickrige Zahl aus den letzten Monaten des Jahres 2014 resultieren, dann ist davon auszugehen, dass im laufenden Jahr aus dem Primärüberschuss ein Primärdefizit geworden ist. Allein diese Tatsache verhindert schon den Austritt. Wer, wenn nicht die Euroländer, sollte den denn finanzieren? Die Russen oder die Chinesen?

Ob Sie das nun glauben oder nicht, der Euro ist die einzige Chance für die Krisenländer, den Anschluss nicht ganz zu verlieren. Die von Ihnen angeführten Skandinavier sind übrigens auch bis Oberkante Unterlippe verschuldet. Finnland ist schon am straucheln und die anderen werden uns auch noch so manche negative Überraschung bescheren.

Bruchmüller März 17, 2015 um 13:04

@ Morph direkt

Danke.

>>>damit zu rechnen, selber in Wirklichkeit – jenseits des lieben Selbstbildes – ein Idiot zu sein.

Ein Spiel, das ich kenne und bisweilen sogar mit einigem Vergnügen praktiziere. (Ein Nebeneffekt dabei ist, dass ich zum Sammler diverser Absurditäten wurde. Inzwischen bewirft man mich schon in jeder Nebenstraße damit.)

>>>Das eigene und das fremde Bewusstsein davon stärken, das es unvermeidlich ist, in Organisationen mitzuwirken, die man selber nicht gegründet hat, dass jeder für seine Mitgliedschaften in Organisationen verantwortlich ist, aber über seine Mitgliedspflichten nicht entscheiden kann!

Hör mal! Ich bin Amateuridiot. Mit einem derart ausgefeilten Idiotentum wäre ich dann doch ziemlich überfordert …aber nochmals danke, dass Du es mir zuzutrauen scheinst.

ruby März 17, 2015 um 13:08

“Amateuridiot” ;-)

ruby März 17, 2015 um 13:11

@ Bruchmüller

“derart ausgefeilt” ist schon fast professionell göttlich !!!

ruby März 17, 2015 um 13:13

@ Morph
“… Anekdoten zu erfinden, Märchen fortzuspinnen, archaische Dämonisierungen zu aktualisieren.”
Mensch Morph, das ist doch das wirklich wahre Leben .

topi März 17, 2015 um 13:15

“Schlimmer kann es im zerrütteten Europa wirklich nicht mehr werden.”

So schließt ein gewisse Frank L seine heutige Plasberg-Rezension. Der Blogherr verlinkt nicht mal mehr seine Artikel, na das ist doch Werbefreiheit total. :-D

Aber Frank, da muss ich dir widersprechen: Schlimmer gehts Immer!
Leider.

“Oder glaubt jemand zu wissen, was nach einem Austritt Griechenlands aus dem Euro passiert?”

Die Frage ist leicht: na klar! :roll:

Bisher kam kein einziges Argument von den Euroaustrittsgegnern, wieso es danach den Griechen schechter gehen soll als ohne Austritt.

Es gibt diverse Argumente, wieso es der Eurozone oder den Geldvermögenden oder Deutschland oder oder oder schlechter gehen könnte; aber das solltn kaum die Anliegen der gewählten girechischen Regierung sein.

” Immerhin muss sich dann aber niemand mehr um sein Image Gedanken machen. Für solche Luxusprobleme wird niemand mehr Zeit haben. ”

Oh weit gefehlt!
Das Image wird ganz entscheidend sein, wenn der Finanzminister die Hosen runter lassen muss und seine schwarze Null ihr wahres Gesicht zeigt (ja, Sprachbilder haben schon etwas schönes :roll: ).

Sie werden mit Krampf versuchen zu erklären, wieso die Griechen”rettungs”pakete nicht nur richtige, sondern gar zwingend notwendige Politik waren.
Also die Verschleuderung von hunderten Milliarden Steuergelder von Klein Erna zugunsten von sagen wir mal wenigen tausend Menschen in Europa.

Und wieso sie jetzt das Image der großen “EUROSÄUBERER” verdienen, die die faulen Shcmarotzer aus unserer schönen Gemeinschaftswährung geworfen haben, damit sie nicht Schaden nimmt.

Daneben natürlich die, die es schon immer gewusst haben.

Images über Images.

ruby März 17, 2015 um 13:18

@ Hammersen
Sie sollten sich mal intensivst mit Konsum und Investition beschäftigen, denn Ihr Verständnis über den Zusammenhang ist mega zukunftsunfähig bzw. veraltet ;-)

ruby März 17, 2015 um 13:28

@ topi
Da hat der Jürgen Stark im ARD-Film vom HR zur EZB gestern Tacheles geredet und das Wochenende geschildert an dem Money for Nothing for every Bank von der Politik den ZB´lern vortelefoniert wurde. Machtverlorenheit verbittert und führt zu nachterten…
Der hätte denen besser mal etwas auf die Fresse gehauen ;-) beim nächsten Treffen!

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 13:29

@ruby

Und ihr Verständnis darüber, wer den Konsum, der für Investitionsaussichten notwendig ist, finanzieren soll, ist nicht anschlussfähig. D produziert mehr, als in D konsumiert wird, GR konsumiert mehr, als in GR produziert wird. Wo muss also der Lebensstandard sinken? Und zwar nicht, weil ich oder irgendjemand das aus Böswilligkeit will, sondern einfach aus ökonomischer Gesetzmäßigkeit. Wer glaubt, die Konkurrenzfähigkeit Griechenlands würde erhöht, wenn in D die Besteuereung der Unternehmensgewinne und/oder der Binnenkonsum höher wäre, der träumt.

topi März 17, 2015 um 13:48

H.K. Hammersen

Ein letztes mal, ganz langsam zum mitbuchstabieren.

“Die gut ausgebildeten jungen Griechen sind trotzdem weg. Und ob Sie das nun glauben oder nicht, viele von denen werden irgendwo in der blauen Banane Arbeit finden.”

Hier im Haus leben eigentlich dauernd junge gutausgebildete Griechen bei einer hier schon heimischen Griechin, bis sie etwas gefunden haben oder doch wieder zurück gehen.

Muss wohl an der Drachme liegen, dass die hier sind, hört man so.
Wer den Fehler findet, soll ihn sich einrahmen. :roll:

“Ihr Gerede von Preisen und Löhnen ist auch Blödsinn. Die griechischen Löhne sind nicht höher als die deutschen, nur die griechische Produktivität ist niedriger, deshalb ist die griechische Wirtschaft nicht konkurrenzfähig.”

die griechischen Löhne und Preise ZUM START DER WÄHRUNGSUNION standen in einem “normalen” Verhältnis zur griechischen Produktivität, dafür hat schlicht und ergreifend der Wechselkurs gesorgt.

Einen klitzekleinen Ruck geben, dann ist das auch zu verstehen, ein Blick auf die Leistungsbilanz der Griechen zeigt, dass blödes blaa wie “konnten sich seit 1830 nicht selbst ernähren” einfach albern ist (in der EU natürlich mit stattlichen Transfers, aber im Rahmen der vorhandenen Institutionen, die sie nicht selbst geschrieben haben).

Dann kam der Euro.
Jetzt sind die griechischen Löhne und Preise den deutschen davongaloppiert, die Verbraucherpreise um 50%, die Löhne noch etwas mehr.

Nun passen sie natürlich nicht mehr zur Produktivität in der griechischen Wirtschaft, auch wenn sie nicht absolut höher sind als die deutschen.

Na los, das kriegt man noch hin, wenn man mal die Bananen von den Augen nimmt.

” Weil eben die Verschuldung in Bullshit-Jobs und Konsum versickert ist anstatt in Investitionen zu gehen.”

Vor allem, weil sie immer Lohnerhöhungen hatten, hatten sie weiterhin Lohnerhöhungen in gewisser Höhe; so schwer ist das auch nicht zu verstehen.

Im Gegensatz zu früher sorgte der Wechselkurs nicht einfach für einen Ausgleich, und die Produktivität blieb nicht im gesunden Verhältnis zum Lohn- und Preisniveau;

Die Verschuldung brauchte es, damit das überhaupt so lange so laufen konnte, ok; aber getrieben wurden die Lohnerhöhungen nicht von der Staatsverschuldung oder der Privatverschuldung, wie jeder nicht ganz beschränkte Beobachter von Lohnverhandlungen weiß.

Ja man hätte die Verschuldung auch in Investitionen stecken können, soweit ist auch etwas richtiges in der Argumentation.

” Und die neue griechische Regierung tut alles, damit das so bleibt, nein, es sogar noch schlimmer wird. ”

Jo, wenn die den Hammersen ranlassen, statt die griechischen Eliten, dann wird da aber investiert bis aufs böse.

Die hätten nur mehr Troika umsetzen müssen, und alles wäre gut; oder wie?

Natürlich ist das Unsinn; es wird dort nicht investiert, weil keine Nachfrage da ist (die Menschen hatten die Lohnsenkungen, aber zahlen die alten viel zu hohen Preise), die Preise zu hoch sind (direkte Lohnkosten spielen immer weniger eine Rolle, aber die örtlichen Dienstleistungen und Vorprodukte sind eben so teuer wie bisher), und vor allem eine Drachmeneinführung erwartet wird, mit einer sofortigen Entwertung der Investition von 40%, gemessen in Euro.

Das kann die Regierung gar nicht ändern, egal was sie macht. (eine allgemeine Preissenkung per Dekret, gestaffelt nach dem Importanteil, würde die Abwertung nachbilden; kaum vorstellbar, dass so etwas stattfindet)

Sie könnte nur selber investieren, wenn sie das Geld hätte. Hat sie aber nicht.

Und im Euro wird sich daran nichts ändern. Oder wie sollte sich das ändern?

ruby März 17, 2015 um 14:00

@ H.K.H.
Schauen Sie sich mal die Fahrzeugflotten der deutschen Normalmalocher an …
Schauen Sie sich den Strassenzustand an, 140 Milliarden Unterinvestition. Hatte die Zahlen hier verlinkt ;-)
SMARTE-Energieleitungstrassen?
Moderne Schuleinrichtungsinfrastrukturen?
Bildung, Betreung, Berufsfortbildung…
Wer kann das mit seinen Vermögenskontoständen alles finanzieren?

ruby März 17, 2015 um 14:13

Hammersen schauen Sie sich um, um zu erkennen wie sehr unser Land von den Politikern und den Finanziers in den letzten Jahren zur Verrottung frei gegeben wurde nur damit die Kontostände einiger weniger weiter anwachsen.
Wie wollen Sie Milliarden der Aldierben gesellschaftlich rechtfertigen und begründen?
http://www.welt.de/wirtschaft/article111873824/Aldi-Erbe-Berthold-Albrecht-mit-58-Jahren-gestorben.html

Soldat Schwejk März 17, 2015 um 14:17

@ Hammersen —> “dann ist davon auszugehen, dass im laufenden Jahr aus dem Primärüberschuss ein Primärdefizit geworden ist. Allein diese Tatsache verhindert schon den Austritt. Wer, wenn nicht die Euroländer, sollte den denn finanzieren?”

Die Logik versteh ich nicht. Ein Staat mit eigener Währung und Währungshoheit sollte keine Probleme haben, zeitweilige Defizite zu finanzieren. Oder meinst Du, der Goldstandard wird wieder eingeführt? Die Frage: ‘Wer finanziert?’ entsteht doch gerade dadurch, daß GR die Währungshoheit aufgegeben hat.

Im übrigen, auch wenn ich mich wiederhole: Es ist unredlich, der neuen Regierung nicht wenigstens ein Jahr Zeit einzuräumen, die Lasten von unten nach oben umzuverteilen, sondern jetzt bereits ohne Anlaß herumzuposaunen, daß die das ja angeblich gar nicht wollen.

—> “D produziert mehr, als in D konsumiert wird, GR konsumiert mehr, als in GR produziert wird.”

GR hatte zuletzt (2013) eine ausgeglichene, leicht positive Leistungsbilanz. Während der deutsche Überschuß unverändert hoch ist. Die Leistungsbilanz der ganzen Eurozone hat sich so entwickelt.

http://www.maskenfall.de/wp-content/uploads/2014/08/Leistungsbilanz-Eurozone-12.png

Die Vergemeinschaftung des Wahnsinns. Der fallende Euro wird das noch weiter treiben. Letzten Endes stellt der Euro ein massives Währungsdumping zugunsten der deutschen Exportwirtschaft dar, möglich gemacht auch durch die Deregulierung des Arbeitsmarktes und den Sozialabbau vor 10 Jahren. Während im Süden ein vorübergehender Kreditboom infolge der Zinsangleichung stattfand, jetzt aber in der Bust-Phase eine schlimme Depression, die durch die u.a. aus Deutschland verordnete Brüningsche Medizin noch schlimmer wird.

Die neue griechische Regierung will offensichtlich zuerst die schlimmsten Folgen dieser Politik der letzten Jahre im eigenen Land wieder korrigieren. (Erste und dritte Säule des Programms von Thessaloniki) – Ich meine, man kann ja von Varoufakis’ Ideen zur Umschuldung halten was man will… aber daß die Propaganda gegen Syriza hierzulande sich zunehmend auf deren Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Lage einschießt, und daß mit so einer mißgünstigen Attitüde von “Wohltaten” geredet wird, das ist schon irgendwie bezeichnend… Daß so etwas bei uns in der Öffentlichkeit gar noch zu verfangen scheint, das stimmt tatsächlich alles andere als optimistisch, auch nicht mit Blick auf mögliche Entwicklungen im eigenen Land…

topi März 17, 2015 um 14:23

Andreas Treu

“Ich erinnere mich, dass Du vor drei Jahren bei den Diskussionen um das erste Griechenland Rettungspaket als einer der wenigen hier in diesem Blog gegen eine grenzenlose ,,falsche” Soldidarität gewarnt hattest (damals unter einem anderen Nick, aber ich glaube, dass könntes Du gewesen sein). Topi und HAM traten für eine bedingslose Solidarität ein und sahen keine Alternative zum Ändern der bailout Klause. Es gab damals kaum jemand, der gegen die Griechenland Rettung war.”

Kannst du das mal genauer darlegen, am besten verlinken?

Wahrscheinlich habe ich gesagt, dass man eine Währungsunion ohne Ausgleichsmechanismus, also bspw. Kontrolle der Außenhandels(dys)bilanzen samt Zwangsabgaben für Überschussländer nur haben kann, wenn man dann massive Zahlungen rüberreicht.

Allerdings erzähle ich jedem, der nicht schnell genug weg ist, seit 99 wie bescheiden jede dauerhafte Wechselkursfixierung und damit natürlich auch der Euro ist und wie das enden wird.

Bruchmüller März 17, 2015 um 14:25

Nochmal @ Morph direkt

>>>Die Privatisierungsexzesse der letzten Jahrzehnte sind geldwirtschaftlich völlig normal. Es wird halt strukturell in das Eigentum des Schuldners vollstreckt, in diesem Fall in das Eigentum des Staates.

Hier ist Dir ein ganz großer Satz gelungen. Quasi DIE Präambel zum Grundgesetz der Absurdität.

Vielleicht schmeckst Du das noch einmal ab, und es wird Dir dabei bewusst, dass in der immer rasanteren Ausbreitung des Absurden die naheliegende Chance eines baldigen Platzens der GESAMTBLASE liegt.

ruby März 17, 2015 um 14:34

“Sparen” als Wort und Tat wird als Neoconservatives Teufelswerkzeug von der Agenda zur Arbeitskostenreduzierung aus der öffentlichen Verwendung gestrichen…
Oder wo wurde bei den Vermögen gespart ?
Hatte den Vermögensbericht verlinkt !!!

topi März 17, 2015 um 14:34

Schwejk

—> “dann ist davon auszugehen, dass im laufenden Jahr aus dem Primärüberschuss ein Primärdefizit geworden ist. Allein diese Tatsache verhindert schon den Austritt. Wer, wenn nicht die Euroländer, sollte den denn finanzieren?”

Die Logik versteh ich nicht. Ein Staat mit eigener Währung und Währungshoheit sollte keine Probleme haben, zeitweilige Defizite zu finanzieren. Oder meinst Du, der Goldstandard wird wieder eingeführt? Die Frage: ‘Wer finanziert?’ entsteht doch gerade dadurch, daß GR die Währungshoheit aufgegeben hat.”

Der Primärüberschuss und die Leistungsbilanz sind wichtig beim Bankrott, da hilft keine Notenbank: wenn real nur x Güter im Land produziert werden, dann kann man nur x Güter verbrauchen, wenn keiner von außen etwas schenkt oder leiht.

Es liefert ja keiner gegen Drachmenkredite, zumindest in der ersten Zeit.

Allerdings ist ein kleines Defizit kein großes Problem; der Crash beim üblichen Staatsbankrott findet ja meist bei Ausgangslagen von minus 10% Primärsaldo und auch Leistungsbilanzsaldo statt.

Der Staat ist also zu massiven Einspaarungen gezwungen, und “das Land” ebenso, sie können keinen Überschussimport mehr konsumieren.

Es kommt zwangsläufig zu massiver Rezession.

In den letzten Jahren fanden in Griechenland massive Anpassungen statt, daher sind die Prognosen für einen Euroaustritt samt Bankrott doch sehr positiv, verglichen mit dem “normalen” Bankrott eines Staates.

Die Griechen haben ja noch etwas auf den Konten, da legt man irgendeine innovative Anlage auf, und schon kommen die Kopfkissen-Euro wieder zum Vorschein.

ruby März 17, 2015 um 14:37

@ Bruchmüller

Morph wird irgendwann mal kreditorische Debitoren und debitorische Kreditoren verbuchen können ;-)

KommentatorX März 17, 2015 um 14:38

@topi März 17, 2015 um 13:15
Schlimmer gehts Immer! Leider.

So ist es.

Insofern begrüße ich, wenn Du Dir Gedanken machst und aus VWL-Sicht Alternativen zur neoliberalen TINA aufzeigst.

Allerdings gehen Deine Lösungswege von der Annahme aus, dass die Herrschenden wieder zurück wollen bzw. müssen in ein stabilisiertes System der kapitalistischen Marktwirtschaft. Und deshalb einen System-Reset mit großer Entwertung und Umverteilung durchführen.

Womit begründest Du Deine Annahme?

Meine Gegenthese dazu ist, dass wir uns im Übergang zu einem neuen System befinden. Gegenwärtig herrscht ein globales Netzwerk von Superreichen, Oligarchen und Verbrechern, die im Rahmen ihres neoliberalen Beutezuges immer reicher und mächtiger werden.

Warum sollten die zurück zum Modell des nationalstaatlich und nationalökonomisch organisierten Kapitalismus?

Die wissen doch schon seit fast über einem halben Jahrhundert, nämlich seit dem Zusammenbruch des Bretton Woods Systems, dass die „Grenzen des Wachstums“ (= des kapitalistischen Akkumulationstyps) erreicht sind.

Deshalb stehen im Mittelpunkt des Neoliberalismus nicht Wachstum, sondern Umverteilung, Raub und verschärfte Ausbeutung. Die Lohnarbeiter müssen immer mehr und immer länger für immer weniger Geld (= Lebensstandard) arbeiten.

Die EU ist ein neoliberales Projekt, in dessen Mittelpunkt einerseits Steuerdumping für die Reichen und ihre Unternehmen, andererseits Lohndumping für die Lohnarbeiter stehen. Und das Euro-System ist ein Mittel, über Finanzmanipulationen zu rauben und zu plündern und insbesondere von der Mitte nach oben umzuverteilen.

Max Otte spricht dies offen aus und sein Diskussionspartner, der Spezialdemokrat, verhält sich so, wie sich Spezialdemokraten seit Beginn der neoliberalen Wende verhalten, nämlich als Komplizen der Neoliberalen.
http://www.zdf.de/peter-hahne/peter-hahne-diskutiert-mit-carsten-schneider-und-prof-max-otte-die-frage-griechenland-um-jeden-preis-37536886.html

Die neoliberalen Geier kreisen nicht nur über Griechenland oder der Ukraine, sie sind überall. Gestern haben sie in Deutschland Post und Bahn sowie Energie- und Wasserversorgung zur Beute gemacht, morgen ist das das Autobahn- und Fernstraßennetz dran.
Volksenteignung durch Privatisierung.

Natürlich verläuft alles formal rechtsförmig. So wie bei ihren historischen Vorgängern mit ihrer Raub- und Versklavungsökonomie. Wobei sich die Sieger intelligenter anstellten als die teutonischen Verlierer.

Die Annahme einer Rückkehr zum kapitalistischen Wachstumsökonomie erscheint mir als wenig begründet.

Es müsst doch aufgefallen sein, dass außer systemintegrierten Retro-Linken, wie z. B. Wagenknecht, Lafontaine etc., niemand ernsthaft eine Rückkehr zur „Sozialen Marktwirtschaft“ will, sondern dass alle anderen Parteien klar neoliberal ausgerichtet sind.

Meine These ist daher, dass wir uns im Übergang zu einer postkapitalistischen Ökonomie und Gesellschaft befinden. Wie wir dieses System nennen, ob Post-Demokratie, Neo-Feudalismus oder schlichtweg Verbrecherherrschaft, darüber lässt sich diskutieren.

ruby März 17, 2015 um 14:42

Stellt euch mal vor jeder könnte bei Supermario seine Sicherheiten gegen Zentralbankgeld hinterlegen und einlösen…
Nicht nur die Junkies der Zombiebanken und -staaten …
Das wäre wieder Verteilungsgerechtigkeit !

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 14:47

@topi
Solange Sie nicht aufhören, nationalökonomisch zu denken, werden Sie niemals zu einem Verständnis der Verhältnisse in Europa finden. Es gibt keine unabhängigen nationalen Wirtschaftsräume mehr. Die jungen Griechen, die hier sind, sind deshalb hier, weil hier die Produktivität höher ist und deshalb konkurrenzfähige Jobs angeboten werden. Wäre Griechenland nicht in die Währungsunion eingetreten, hätten schon viel mehr Griechen das Land verlassen. Nur der Euro hat die massive Auslandsverschuldung und damit einhergehende Lebensstandardsteigerung ermöglicht. Gut ausgebildeten jungen Menschen reicht es nun mal nicht, nur “sich selbst ernähren zu können”, wenn es Alternativen gibt.

Ihr Gerede von den “Investitionen” die in Griechenland nicht stattfinden, weil die Austerität den Binnenkonsum abgewürgt hat, ist ebenfalls Blödsinn. GR ist viel zu klein, als das international tätige Unternehmen Produktionskapazitäten in GR aufbauen würden wegen der Nähe zu dem dortigen Binnenmarkt. Daran würde auch die Drachme nichts ändern.

Sie sind besessen davon, ausländische (aus griechischer Sicht) Mächte, und da vor allem deutsche, für die Zustände in Griechenland zu machen. Für die Zustände dort sind vornehmlich die Griechen selbst zuständig. Auch die Troika schreibt denen nichts vor. Die Griechen wollen Kredite. Die brauchen nur sagen, sie wollen keine Kredite mehr. Dann sind die Griechen die Troika sofort los und können machen, was sie wollen.

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 14:49

@ruby

Und die nötige Infrastruktur importieren wir dann aus GR?

Morph März 17, 2015 um 14:54

@Bruchmüller

“immer rasantere Ausbreitung des Absurden”

also, mit Luhmann würde man natürlich eher von einer paradoxalen Leitdifferenz sprechen, die nur deshalb bestehen kann, weil sie sich in immer komplexeren Formen entfaltet. Oder mit Shakespeare: “Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.”

Und man kann in dieser Situation wie @topi zur Vernunft rufen oder man kann – als Nicht-’Experte’ – versuchen, der Methode dieser Tollheit auf den Grund zu gehen.

“Platzen der GESAMTBLASE”

Ach, Du bist auch Akopalüptiker! ;-)

Soldat Schwejk März 17, 2015 um 14:56

@ topi März 17, 2015 um 14:34 —> “Der Primärüberschuss und die Leistungsbilanz sind wichtig beim Bankrott, da hilft keine Notenbank: wenn real nur x Güter im Land produziert werden, dann kann man nur x Güter verbrauchen, wenn keiner von außen etwas schenkt oder leiht.”

Ich meinte da nicht einen Überschuß in der Leistungsbilanz, sondern im Staatshaushalt. Ein Primärüberschuß im Staatshaushalt würde es zumindest theoretisch ermöglichen, daß GR auch “im Euro” defaultet. Aber braucht es zu einem Default und Euro-Austritt einen Primärüberschuß im Haushalt, wenn die Leistungsbilanz ausgeglichen ist? Die griechische Regierung könnte sich dann doch einfach über Drachme-Anleihen finanzieren, die von der eigenen Notenbank gekauft werden. Oder seh ich da was falsch?

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 15:04

@Schwejk

Mit der Drachme wäre das Haushaltsdefizit noch größer. Sie verwechseln Handelsbilanz- und Haushaltsdefizit. Der Unterschied wäre nur, dass das Haushaltsdefizit mit dem Drucken von Drachmen finanziert werden könnte. Aber die Staatsverschuldung würde trotzdem steigen. Nur könnte all das, was zur Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards importiert werden muss, nicht mehr bezahlt werden. Für Drachmen gibts auf dem Weltmarkt nichts.

Ihr Argument mit dem Zeit einräumen zieht auch nicht. Dann würden die Griechen regelmäßig unterjährig eine neue Regierung wählen, die dann natürlich ebenfalls Zeit zur Einarbeitung verlangen würde und deshalb erst einmal alle von den Vorgängern getroffenen Vereinbarungen außer Kraft setzen würde.

“Letzten Endes stellt der Euro ein massives Währungsdumping zugunsten der deutschen Exportwirtschaft dar”
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die EZB den Euro runter prügelt, um der deutschen Exportindustrie zu helfen? Die prügelt den Euro runter wegen der Krisenstaaten.

“Die neue griechische Regierung will offensichtlich zuerst die schlimmsten Folgen dieser Politik der letzten Jahre im eigenen Land wieder korrigieren. ”
Dann soll sie das durch innergriechische Umverteilung bewerkstelligen. Vor diesem innenpolitischen Konflikt wollen die sich aber herumdrücken und ihre Politik lieber von den europäischen Partnern finanzieren lassen. Aber das scheint nicht nur die deutsche, sondern auch alle anderen europäischen Regierungen verstanden zu haben und verweigern den Griechen geschlossen die gewünschten Kredite.

Morph März 17, 2015 um 15:12

@Hammersen

“Vor diesem innenpolitischen Konflikt wollen die sich aber herumdrücken”

Es gehört zum Wesen moderner, demokratisch verfasster Politik, sich vor innenpolitischen Konflikten ‘herumzudrücken’. In der Selbstbeschreibung der Politik läuft das unter dem Stichwort: ‘Moderation’, ‘Kunst des Möglichen’, ‘Realpolitik’ etc.

chabis März 17, 2015 um 15:14

@Morph März 17, 2015 um 14:54
Anstelle von Luhmann oder Shakespeare richtets bisweilen auch
schon Bazon Brock

“Was aber ist ein unlösbares Problem?

Jeder ärgert sich über das Wetter, das zu seinen Unternehmungen nicht passt. Man will in der Normandie landen und muss abwarten, bis das Wetter passt. Am liebsten hätte man das Wetter unter Kontrolle, früher gab es deshalb Wetterzauber, Schamanismus, Verträge mit Göttern, Opfer für gutes Wetter. Anstatt anzuerkennen, dass das Wetter ein prinzipiell unlösbares Problem ist. Man wird es nie unter Kontrolle bringen. Wenn man das anerkennt, entwickelt man geniale Strategien im Umgang mit Sturm und Nässe und Kälte und Sonne. Das ist die menschliche Evolutionsintelligenz, die im übrigen immer neue Probleme schafft, indem sie ein altes Problem lösen will. Weil wir aber erkennen, dass wir nicht mit dem Kopf durch die Wand können, bauen wir Türen in die Wände. Das ist menschliche Evolution.”
http://www.jungewelt.de/2015/03-17/019.php

KommentatorX März 17, 2015 um 15:14

@H.K.Hammersen März 17, 2015 um 15:04
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die EZB den Euro runter prügelt, um der deutschen Exportindustrie zu helfen? Die prügelt den Euro runter wegen der Krisenstaaten.

Nein,
der Euro wird „runter geprügelt“, um Euroland ganz billig aufkaufen zu können.

Max Otte:
„Die Gefahren sind, dass das Ausland inzwischen einen großen Teil der deutschen Wirtschaft besitzt, also deutsche Aktien waren vor 10 Jahren noch zu 70% in deutschen Besitz, heute sind die DAX-Konzerne zu 70% in ausländischen Besitz. Ähnlich ist es mit dem Mittelstand, der größtenteils von Private Equity Firmen aufgekauft wird. Entscheidungen über deutsche Firmen fallen zunehmend im Ausland und ich finde dies sehr bedenklich.“
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2328536/Interview-mit-Max-Otte-und-Hanno-Beck

Carlos Manoso März 17, 2015 um 15:20

@Morph März 17, 2015 um 09:56
„Solange die Wirtschaftswissenschaft aber glaubt, mit Politik-Empfehlungen einer ‘guten’ Geldwirtschaft zu gesellschaftlicher Geltung verhelfen zu können, sind sie besinnungslose Opfer eines Aberglaubens, ‘Sykophanten des Kapitals’.
Die moderne Geldwirtschaft führt zu einer Entfesselung der Produktivkräfte, im Guten wie im Schlechten. Wer Prinzipien der moderne Geldwirtschaft für sein persönliches Fortkommen nutzt ohne auf die ‘Kosten’ zu achten, die er damit anderen aufbürdet, der ist ein Egoist. Wer aber glaubt, sich für eine möglichst optimal funktionierende Geldwirtschaft einsetzen und zur Entfesselung der Produktivkräfte im Guten wie im Schlechten beitragen zu müssen, der ist ein Idiot.“

Morph, einerseits ist die Substanz des Kapitals die abstraktifizierte menschliche Energie , andererseits erzwingt die Konkurrenz der Einzelkapitale die fortschreitende Produktivkraftentwicklung, die menschliche Arbeitskraft überflüssig macht und die damit die Substanz des Werts aushöhlt.

Dieser sekuläre Entwertungsprozess konnte in der 2. industriellen Revolution durch den von Marx analysierten Mechanismus des „relativen Mehrwerts“ kompensiert werden, indem sich durch die Produktivkraftentwicklung der Wert der Ware Arbeitskraft ( im gesellschaftlichen Maßstab) verminderte und der relative Anteil des Mehrwerts an der gesamten Wertmasse stieg.

Dieser gesteigerte relative Anteil des Mehrwerts steht jedoch in Beziehung zur Anzahl der produktiv anwendbaren Arbeitskräfte. An einem gewissen Punkt nützt auch die Steigerung des relativen Mehrwerts pro Arbeitskraft nichts mehr.

Dieser historische Punkt wurde mit der 3. industriellen Revolution der Mikroelektronik erreicht. Der historische Kompensationsmemechanismus begann zu erlischen, absolute reale Mehrwertmasse begann zu schrumpfen. Die „Entwertung des Werts“ bewirkte schrittweise die „Entsubstantialisierung des Kapitals“. Das war der Grund, warum in den vergangenen Perioden die weitere Kapitalverwertung nur durch substanzlose Finanzblasen simuliert werden konnte.

In dem Maße, wie die historische Grenze des Kapitalismus sich aufbaut, entsteht eine ungeheure Spannung zwischen den mangelden Möglichkeiten einer weiteren realen Verwertung und dem allgemeinen Bewusstsein, das die kapitalistischen Existenzbedingungen tief verinnerlicht hat, gar nichts anderes mehr will und sich gar nichts anderes mehr vorstellen kann.

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 15:25

@Morph 17:12
Deshalb sind die griechischen Politiker doch im Grunde froh über die Anwesenheit der Troika. Kann man doch so tun, als sei die Troika Schuld an der Verelendung,

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 15:27

@KommentatorX
Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Das ist ja das perfide an hoch komplexen Systemen: Die Behebung des einen Problems erzeugt neue Probleme.

topi März 17, 2015 um 15:29

” Die jungen Griechen, die hier sind, sind deshalb hier, weil hier die Produktivität höher ist und deshalb konkurrenzfähige Jobs angeboten werden. Wäre Griechenland nicht in die Währungsunion eingetreten, hätten schon viel mehr Griechen das Land verlassen. Nur der Euro hat die massive Auslandsverschuldung und damit einhergehende Lebensstandardsteigerung ermöglicht. Gut ausgebildeten jungen Menschen reicht es nun mal nicht, nur “sich selbst ernähren zu können”, wenn es Alternativen gibt.”

Genau deshalb sind alle Litauer, Bulgaren, Rumänen, Tschechen, und wie sie alle heißen, ja auch schon hier!

Aber nicht stören lassen von der blöden Empirie, bei der Versteifung auf bananengefärbte Thesen.

Wenn man die Empirie schon nicht mag, kann man noch die Logik bemühen.

Die jungen Griechen sind nur noch in Griechenland, weil der Crack-Boom mit massiver Verschuldung die Löhne (gemessen in Euro, in realem Lebensstandard weit weniger) hochgetrieben hat.

OK, kann man als These aufstellen, die Gedanken sind frei.

Nun muss aber der griechische Lebensstandard zwingend runter, sagt der gleiche Autor, weil sie über ihre Verhältnisse leben und so.

Also noch weiter runter als im Schnitt 30%, wir erinnern uns. Bei nahezu gleichbleibenden Preisen (wahrscheinlich ist es jetzt auf dem Schwarzmarkt etwas billiger).

Neue Jobs entstehen so nicht, zumindest gibt es keinerlei Begründung. Aber die Tatsache, dass es noch ein paar Jobs in Euro bezahlt gibt, auch wenn es nch deutlich weniger als jetzt geben muss, reicht aus, damit Kostas im Lande bleibt.

Bei der Drachmeneinführung dagegen ist er sofort weg; er muss zwar jetzt auch deutlich niedrigere Preise zahlen, aber das macht nichts. Hauptsache es gibt keinen Wechselkurs zum Euro.

Das ist einfachste Logik, nicht wahr?

Also mal in Zahlen.

Kostas bekam 1000 Euro (in Drachmen, dann in Euro), er konnte Güter für 1000 Euro kaufen.

Am Ende des Crackbooms bekam er 2000 Euro, die gleichen Güter kosten jetzt jedoch 1900 Euro. Ihm geht es also etwas besser (und im Ausland ist er jetzt der King statt der arme Schlucker).

Dann hatte er Lohnsenkungen von im Schnitt 30% zu verkraften, kriegt also noch 1400 Euro.
Die gleichen Güter kosten aber immer noch 1900 Euro, er muss ganz einfach massiv seinen Konsum reduzieren.

Bei einem Euroaustritt und 50% Abwertung hätte Kostas jetzt 2000 Drachmen, die 1000 Euro wert sind. Die Güter würden nicht mehr 1900 kosten, sondern vielleicht 1200 (ausländisches würde nicht so stark im Preis sinken wie inländisches).

Na was wäre wohl besser, so ganz persönlich?

Und mit eigener Währung gäbe es, wie ALLE Erfahrungen nach der Aufgabe falscher Wechselkurse zeigen, deutlich bessere Zukunftschancen.

Prognose: wenn die jungen Griechen sehen, wie auch die neue Regierung weitermacht mit dem Troikanismus, sind sie weg. Die mobilen, viele sind dies nicht, die sind dann in der Morgenröte.
Aber dazu wird es nicht kommen, hoffe ich und gehe davon aus.

Soldat Schwejk März 17, 2015 um 15:30

@ Hammersen —> “Sie verwechseln Handelsbilanz- und Haushaltsdefizit.”

Nein, tu ich nicht. Siehe den Kommentar über dem Deinen.

—> “Für Drachmen gibts auf dem Weltmarkt nichts.”

Ich geh mal fest davon aus, daß eine Neudrachme eine frei konvertierbare Währung sein wird (abgesehen vielleicht von Kapitalverkehrskontrollen am Anfang). So wie der ungarische Forint, die tschechische und die schwedische Krone etc. Dem Hörensagen nach importieren diese Länder alle irgendwas. Sicher würden bei einer Abwertung alle Importgüter, die sich nicht substituieren lassen, teurer. Würde aber die Oberschichten stärker treffen. Die Rubelabwertung 1998 war in den Moskauer Luxusläden nach einem Jahr noch deutlich spürbar, im gewöhnlichen Kaufhaus einer 100.000-Einwohner-Stadt der Provinz dagegen kaum.

—> “Dann soll sie das durch innergriechische Umverteilung bewerkstelligen. Vor diesem innenpolitischen Konflikt wollen die sich aber herumdrücken und ihre Politik lieber von den europäischen Partnern finanzieren lassen.”

Da drehen wir uns jetzt im Kreis. Das ist eine reine Behauptung, für die Du keine Beweise hast. Ist schon komisch, in Deutschland braucht es nach der Regierungsbildung zwei Jahre, um eine kleine Mietpreisbremse einzuführen. Aber Syriza in GR soll natürlich innerhalb von 6 Wochen eine große innergriechische Umverteilung bewerkstelligen. Deine Vorstellungen von Regierungshandeln sind, naja, ziemlich abenteuerlich.

(Ich duze hier gewohnheitsmäßig.)

topi März 17, 2015 um 15:30

“Ihr Gerede von den “Investitionen” die in Griechenland nicht stattfinden, weil die Austerität den Binnenkonsum abgewürgt hat, ist ebenfalls Blödsinn. GR ist viel zu klein, als das international tätige Unternehmen Produktionskapazitäten in GR aufbauen würden wegen der Nähe zu dem dortigen Binnenmarkt. Daran würde auch die Drachme nichts ändern.”

Bananen von den Augen nehmen, sagte ich schon.
Nein, es gibt nicht nur Großkonzerne, die mit maximalem Kapitaleinsatz ultramoderne Produktionsanlagen errichten, am jeweils günstigsten Standort.
Es gibt sogar heute Griechen, die etwas exportieren, man kann es kaum glauben. Die würden natürlich deutlich mehr eportieren, nach einer Abwertung.

Und es gibt Griechen, die bestellen ihren Acker für ihre Familie, weil im Supermarkt die Gewächshausdinger die Regale verstopfen.
Mit einer Drachmeneinführung wäre das weitgehend Geschichte gewesen, zumindest bei unverarbeiteten Produkten die griechische Landwirtschaft würde stark gewachsen sein.

ja der findige Grieche würde sogar wieder die ollen Textilmaschinen ausmotten ( so sie nicht verschrottet oder nach China verschifft worden sind) und zu griechischen Preisen wieder wettbewerbsfähige Klamotten herstellen.

der Friseur, der Bäcker, der sonstwas, der musste natürlich schließen (aka nicht mehr investieren), weil die Leute kein Geld mehr ausgeben konnten; ganz ohne transkontinentale Absatzmarktbetrachtung.

So eine Fehleinschätzung kommt davon, wenn man nur noch Hochglanzprospekte als Wirtschaft betrachtet.
Die Griechen haben ein wenig Schiffahrt und viel Tourismus als Devisenbringer, ansonsten könnten sie sich gut durchwurschteln; die Empirie, dass sie das bis zum Euro auch gemacht haben, sollte als Beleg je eigentlich ausreichen.

Morph März 17, 2015 um 15:36

@Hammersen

Nochmal etwas genereller: Niemand macht sich freiwillig bei denjenigen unbeliebt, auf deren Anerkennung er in seiner spezifischen Rolle als Organisationsmitglied (eines Vereins, einer Firma, einer Partei, einer Regierung etc.) angewiesen zu sein glaubt.

Von außen ist leicht kritisieren. Und zwar umso leichter, desto weniger man sich mit den Kritisierten direkt auseinandersetzen muss und je mehr man davon überzeugt ist, sich mit einer Kritik an ‘denen’ (sei es EZB, Putinregime, CIA, Merkelregierung, ‘Griechenland’, Salafisten, Tsiprasregierung) bei irgend einer eingebildeten Wir-Gruppe Anerkennungsrechte zu erwirtschaften.

Das entlastet und schafft imaginären, geistigen Unterhalt. Kritisieren ist im wahrsten Sinne des Wortes unterhaltsam.

Morph März 17, 2015 um 15:41

@Hammersen

“Deshalb sind die griechischen Politiker doch im Grunde froh über die Anwesenheit der Troika. Kann man doch so tun, als sei die Troika Schuld an der Verelendung,”

Stimmt. Andererseits stimmt auch, dass man gegen etablierte ‘Mentalitäten’ (Familien- und Freundschaftsorientierung statt Staats- und Pflichtorientierung) nicht so leicht anregieren kann.

KommentatorX März 17, 2015 um 15:49

@H.K.Hammersen März 17, 2015 um 15:25
Deshalb sind die griechischen Politiker doch im Grunde froh über die Anwesenheit der Troika. Kann man doch so tun, als sei die Troika Schuld an der Verelendung.

So läuft das demokratische Spiel, aber nicht nur auf Seiten der Griechen, wo der Schuldvorwurf sich gegen die Troika und die „Deutschen“ richtet.

Und in Deutschland läuft es umgekehrt. Da richtet sich der Schuldvorwurf gegen „die Griechen“.

Manipuliert ist die veröffentliche Meinung bzw. Hetze hier wie dort, worauf Max Otte hinweist. Und Profiteure sind Superreichen, Oligarchen und Verbrecher – hier wie dort.

Das Video mit Otte ist wirklich sehenswert, aber angesichts von Peter Hahne und Carsten Schneider (SPD) nichts für schwache Nerven und Mägen.
http://www.zdf.de/peter-hahne/peter-hahne-diskutiert-mit-carsten-schneider-und-prof-max-otte-die-frage-griechenland-um-jeden-preis-37536886.html

topi März 17, 2015 um 15:49

@ Schwejk

” Aber braucht es zu einem Default und Euro-Austritt einen Primärüberschuß im Haushalt, wenn die Leistungsbilanz ausgeglichen ist? Die griechische Regierung könnte sich dann doch einfach über Drachme-Anleihen finanzieren, die von der eigenen Notenbank gekauft werden. Oder seh ich da was falsch?”

Wenn du 100 Brötchen essen willst, müssen 100 Brötchen da sein, sonst klappt das nicht.

Wenn du 90 im Lande herstellst, brauchst du 10 aus dem Ausand, das ist der Leistungsbilanzdefizitfall.

Wenn du 100 herstellst, und 100 im Land verbrauchst, die Regierung braucht 40, kriegt aber an Steuern und so nur 30, kann sie natürlich Geld drucken lassen um die anderen 10 aufzukaufen.

Aber dann hat sie jemand anderes nicht.
Du würgst zwangsweise den privaten Konsum ab. Man könnte auch die Steuern entsprechend anheben, dann wenigstens bei den Richtigen.

Mit der Schuldenfinanzierung schiebst du eine galoppierende Inflation an; die Menschen spüren nämlich die Inflation, haben entsprechende Inflationserwartung, die Preise steigen, dann muss im nächsten jahr das ganze angehoben werden.

Wie gesagt, mit einer innovativen Anleihe (mefo kennen wir doch noch) geht das auch ohne negative nebeneffekte.
Besser ist es, wenn man ohne Primärdefizit und damit entweder Steuererhöhungen oder hoher Inflation anfängt.

Letztlich geht es darum, wieder die 110 Brötchen und mehr und mehr zu produzieren. Aber das würde schon werden, und da ist ein Primärsaldo +/- unter Null auch nicht entscheidend.

topi März 17, 2015 um 15:53

unter 1 soll es heißen, also ein Primärsaldo um Null

KommentatorX März 17, 2015 um 16:00

@H.K.Hammersen März 17, 2015 um 15:27
Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Das ist ja das perfide an hoch komplexen Systemen: Die Behebung des einen Problems erzeugt neue Probleme.

Die Griechen sind die Ursache des neoliberalen Beutezuges?

Meinen Sie das im Ernst?

Selbstverständlich haben griechische Oligarchen, korrupte Existenzen und Verbrecher an der griechischen Staatsverschulung mitgewirkt und dabei Profite gemacht und Bestechungsgelder kassiert.

Selbstverständlich waren diese griechischen Komplizen Bestandteil des internationalen Netzwerkes der „neoliberalen Raubritter“.

Und natürlich versuchen diese Kräfte zu suggerieren, dass die Troika und „die Deutschen“ Schuld an der griechischen Misere seien.

Verarschung hier wie dort.

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 16:00

@topi
“Genau deshalb sind alle Litauer, Bulgaren, Rumänen, Tschechen, und wie sie alle heißen, ja auch schon hier!”

Veröffentlichung über die Rekordstatistik hinsichtlich Ausländeranteil und Zuwanderung in D verpasst? Und glauben Sie mir, wir sind erst am Anfang der Wanderungsbewegungen.

“Also noch weiter runter als im Schnitt 30%, wir erinnern uns. Bei nahezu gleichbleibenden Preisen (wahrscheinlich ist es jetzt auf dem Schwarzmarkt etwas billiger).”

Im Verhältnis zur Produktivität sind die Löhne tatsächlich noch zu hoch. Vor allem im ÖD.

“Na was wäre wohl besser, so ganz persönlich?”

Wenn wir noch in Zeiten lebten, als Märchen war wurden, hätten Sie recht, aber leider sind diese Zeiten lange vorbei. Sie wollen nicht wahr haben, was in GR los ist. Der Ministerialdirigent will weiterhin BMW fahren. Mit Drachmen geht das nicht. Ganz davon abgesehen, dass der Ministerialdirigent vermutlich ganz auf sein Ministerialdirigentengehalt verzichten müsste. Die in Bullshit-Jobs angebotenen Dienstleistungen erfreuen sich weder auf dem heimischen Markt noch auf dem Weltmarkt großer Nachfrage.

topi März 17, 2015 um 16:09

Um so besser, dass die Parteien des Ministerialdirigenten abgewählt wurden.

Soo groß ist die gehobene Dienstklasse halt nicht, um Mehrheiten zu bekommen.

Die Syriza-Regierung hat ein sehr deutliches Statement zu BMW und co abgegeben, Symbolpolitik vom feinsten.

Also geht es raus aus dem Euro, und der Ministerialdirigent?

Na der wird mit einer 40%-igen Abwertung noch genau so BWM fahren können wie mit einer 40%-igen Lohnsenkung in Euro. Oder eben nicht.

Das habe ich irgendwie im Gefühl, vielleicht können sich die Mathematiker hier mal damit detailliert auseinander setzen. :roll:

topi März 17, 2015 um 16:12

“Veröffentlichung über die Rekordstatistik hinsichtlich Ausländeranteil und Zuwanderung in D verpasst? Und glauben Sie mir, wir sind erst am Anfang der Wanderungsbewegungen.”

Ah, wir führen jetzt überall den Euro ein und stoppen damit die Zuwanderung, jetzt hab ich es, nicht wahr?

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 16:13

@Schwejk
“Ich geh mal fest davon aus, daß eine Neudrachme eine frei konvertierbare Währung sein wird”

Das ist es ja gerade, vor was die Griechen Angst haben. Deshalb bringen die ihr Geld doch gerade zuhauf ins Ausland. GR ist nicht Russland, weder hinsichtlich der Leidensfähigkeit oder Willigkeit der Bevölkerung noch hinsichtlich der Exportmöglichkeiten.

“Aber Syriza in GR soll natürlich innerhalb von 6 Wochen eine große innergriechische Umverteilung bewerkstelligen.”

Nein, sollen die nicht. Aber was hindert die daran, zunächst einmal die Vereinbarungen einzuhalten und parallel dazu eine innergriechische Umverteilung in Angriff zu nehmen?

Ich wundere mich immer wieder über diese abenteuerlichen Vorstellungen von Demokratie. Alle Vorgängerregierungen in GR wurden in freien Wahlen ins Amt gebracht. Die griechische Bevölkerung muss sich die Folgen des Handelns dieser Regierungen zurechnen. Was glauben Sie, wie viele Gesetze und Vorschriften ich in D nicht gut heiße? Aber deshalb bin ich doch trotzdem daran gebunden.

topi März 17, 2015 um 16:19

Genau so “argumentierte” Schäuble kürzlich: menno, menno, menno, das dürfen die nicht so machen!!!

Syriza will den Staatsbankrott, damit sind ihnen die Altschulden weitestgehend wumpe; die dürfen das nicht nur, die müssen das sogar (Sinn hat es erkannt, sie handeln sehr rational sagte er).

Wenn sie etwas anderes kriegen, was ihnen besser als der Staatsbankrott scheint, werden sie es nehmen.
Aber sie brauchen es nicht für ihre Politikvorschläge.

Also auch nicht für ihre Auftritte auf politischer Bühne.

Und jeder weiß, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden; es geht nur darum, wieviel Staatsvermögen noch unter Anweisung der Troika verjubelt werden muss, vorher.

Ein völlig dämlicher Vorgang, wenn man weiß, dass man am Ende ohnehin Pleite ist; jede heutige Privatisierung ist quasi verschenkt.

Das ist auch nicht sooo schwer zu verstehen.

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 16:24

@topi

Tomaten, Brot und Brötchen! Ach ja, und T-Shirts aus heimischer Produktion, weil die unter der Drachme billiger wären, als die aus der Türkei oder Bangladesch. Ach ja, Friseur können die ja auch noch werden. Aber der gemeine Grieche ist ja – nach ihrer Einschätzung – gut im Durchwurschteln. Ich sagte ja, sie wollen die Griechen zurückstoßen ins 18. Jahrhundert. All Ihr Gerede über die segensreiche Wirkung der Wiedereinführung der Drachme erklärt nicht, warum die Mehrheit der Griechen die Drachme nicht will. Die wollen sich nämlich nicht irgendwie durchwurschteln. Die wollen Anschluss an die wirtschaftlichen Zentren Europas. Das ist aber nur durch Umzug möglich, ob mit oder ohne Drachme. So, wie für viele Mecklenburger, Bandenburger etc. auch. Europäische Einigung bedeutet nämlich nicht, dass überall der Wohlstand ausbricht. Es bedeutet, frei seinen Wohnsitz innerhalb Europas wählen zu können und überall gleiche Rechtssicherheit vorzufinden. Rechtssicherheit wohlgemerkt, nicht Einkommensgleichheit.

ruby März 17, 2015 um 16:28

“Produktivität”;das Wort ist gestrichen wegen Neoconservativenkanon!
http://www.controllingportal.de/bitrix/images/forum/smile/smilie_happy_077.gif

ruby März 17, 2015 um 16:39

Ein richtiger SpezialDemokratischerPolitikVollspacko
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy/ezb-einweihungsfeier-turmbau-zu-frankfurt-oder-saeule-europas-13486851.html
Demnächst auf der Gehaltsliste von?

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 16:39

@Morph

Mir ist völlig wurscht, was die Griechen machen. Mir liegt es fern, die zu kritisieren. Es ist nur so, dass die Griechen etwas von den anderen europäischen Ländern wollen und deshalb das Verhalten u. a. der deutschen Regierung kritisieren. Natürlich ist mir bewusst, wie groß Verharrungskräfte von Institutionen und Mentalitäten sind. Aber mir ist auch bewusst, dass jede Transferleistung nach GR die Kräfte noch stärkt. Anscheinend muss das Elend dort noch viel größer werden, bevor die alten Strukturen ernsthaft verändert werden können.

In der EU liegt meiner Ansicht nach das Hauptproblem, dass der Hegemon aus historischen Gründen nicht Hegemon sein will und vermutlich aus ebenso historischen Gründen nicht als Hegemon akzeptiert würde. Dann sollen von mir aus die anderen Europäer eine EU ohne D veranstalten, aber bitte aufhören, wie kleine Kinder herumzujammern, der heimliche Hegemon sei Schuld an der eigenen Unfähigkeit und solle gefälligst zahlen, damit in den Jammerländern zu hause nichts verändert werden muss. Ein ähnlich infantiles Verhältnis hat übrigens D zu USA.

ruby März 17, 2015 um 16:43

@ Hammersen
CeBit
Industriemesse, Fachmessen
Universitäten
Forschungs- und Entwicklungsabteilungen
——————————————————
Freude an Verbesserungen und Nutzungen
Ideen und Phantasie
;-)
;-)
;-)

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 16:44

@KommentatorX
“Die Griechen sind die Ursache des neoliberalen Beutezuges?

Meinen Sie das im Ernst?”

Ja! Die haben selbst die untragbare Verschuldung zugelassen (und zwar nicht aus Not, z.Bsp. nach Naturkatastrophe oder dergleichen), die sie in diese Notlage gebracht hat (Ich gehe mal davon aus, dass Sie mit “neoliberaler Beutezug” Privatisierungen meinen).

ruby März 17, 2015 um 16:45

Schuldsein, Schuldhaben, Schulden : von der Agenda gestrichen!

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 16:49

@topi
“Na der wird mit einer 40%-igen Abwertung noch genau so BWM fahren können wie mit einer 40%-igen Lohnsenkung in Euro.”

Wenn der statt 100% Lohnkürzung nur 40% Kürzung bekommt, dann sind die Griechen mit der Drachme innerhalb kürzester Zeit entvölkert (jededenfalls von jingen Gutausgebildeten) oder im Bürgerkrieg.

“Ah, wir führen jetzt überall den Euro ein und stoppen damit die Zuwanderung, jetzt hab ich es, nicht wahr?”

Die Zuwanderung nach D wird zunehmen, so wie sie in allen Ländern Kerneuropas zunimmt. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob andere Länder den Euro einführen.

ruby März 17, 2015 um 16:50

Waffen, Yachten, Flughäfen, Luxuskarossen
= Vermögensgüteranbietervermittler
Wer hat die Yachten der BayernLB in Griechenland geortet und für die Insolvenz verrechnet?
Fische auf die Butter …

ruby März 17, 2015 um 16:53

Europa war, ist, wird immer Zuwanderung sein.
Der Tellerrand ist doch so nah!

ruby März 17, 2015 um 16:58
Soldat Schwejk März 17, 2015 um 17:06

@ topi —> “Mit der Schuldenfinanzierung schiebst du eine galoppierende Inflation an…”

Naja, laut Definition ist galoppierende Inflation wieviel? Über 20% jährlich? Ist es realistisch, das anzunehmen?

Ich meine, eine jährliche Inflationsrate von 8-10% wäre gegenüber den jetzigen Zuständen doch geradezu paradiesisch.

Habe keine richtigen Innenansichten. Aber wenn ich es es recht verstehe, dann geht es derzeit zum einen darum, daß die Steuerschuld von Privathaushalten und Kleinstunternehmen restrukturiert wird. Und daß einige Sofortmaßnahmen aus Säule 1 des Thessaloniki-Programms nicht sofort gegenfinanziert wären. D.h. für ein paar Monate vielleicht dreht der Primärsaldo deshalb wieder ins Minus. Aber es ist nicht so, daß es da jetzt plötzlich ein riesiges strukturelles Defizit entstanden ist, das jahrelang mit der Notenpresse finanziert werden müßte.

Soldat Schwejk März 17, 2015 um 17:09

@ Hammersen —> “Aber was hindert die daran, zunächst einmal die Vereinbarungen einzuhalten…”

Nun, “die Vereinbarungen”, das sind jene Troika-Memoranden… Etwa das:

http://www.tovima.gr/files/1/2012/02/10/mnhmonioagglika.pdf

Das ist quasi ein vollständiges Regierungsprogramm, ich hab’s schon mal Besatzungsstatut genannt. Jede demokratisch gewählte Regierung hat alle Legitimät auf ihrer Seite, solcherart “Vereinbarung” aufzukündigen. Abgesehen davon, daß solches “Institutional Design” von außen nicht funktioniert. Nicht funktionieren kann.

Und dann haben jene “Vereinbarungen” völlig untragbare Zustände hervorgebracht, die Du ja selbst so bezeichnest, daß die ärmsten Schichten noch besonders ins Elend getrieben worden sind. Syriza ist gewählt worden, um das zu beenden, und sie würden von hier aus dabei Unterstützung verdienen. Sollen sie “die Vereinbarungen erst mal einhalten” und die Leute im Elend lassen?

—> “und parallel dazu eine innergriechische Umverteilung in Angriff zu nehmen?”

Die humanitäre Lage muß sofort verbessert werden. Innerhalb von wenigen Wochen. Die innergriechische Umverteilung kann aus auf der Hand liegenden Gründen nicht ebenso schnell umgesetzt werden und Wirkung erzielen. Es sind verschiedene Zeithorizonte.

Das sollte nicht so schwer zu erkennen sein. Aber irgendwie gelingt uns da keine Verständigung :roll: Ich glaube,wir können’s dann auch lassen, die Argumente sind zur Genüge ausgetauscht.

KommentatorX März 17, 2015 um 17:20

@Carlos Manoso März 17, 2015 um 15:20
In dem Maße, wie die historische Grenze des Kapitalismus sich aufbaut, entsteht eine ungeheure Spannung zwischen den mangelden Möglichkeiten einer weiteren realen Verwertung und dem allgemeinen Bewusstsein, das die kapitalistischen Existenzbedingungen tief verinnerlicht hat, gar nichts anderes mehr will und sich gar nichts anderes mehr vorstellen kann.

Jede Gesellschaft produziert im Sozialisationsprozess die zum jeweiligen gesellschaftlichen Entwicklungsstadium passenden Persönlichkeitsstrukturen (s. E. Fromm).

Das funktioniert ähnlich wie bei der Mode. Nur kann man dort die alten Klamotten wegwerfen, während die Menschen mit ihren in der jeweiligen Epoche programmierten Gehirnen weiterleben. Und weil ihre Gehirne so programmiert sind, können sie sich gar nichts anderes an gesellschaftlicher Wirklichkeit vorstellen. Zumal wenn Möglichkeiten einer korrigierenden Erfahrung fehlen.

In der marxistischen Diskussion sah man die gesellschaftlich Entwicklung wesentlich bestimmt von Änderungen der materiellen Wirklichkeit, insbesondere vom Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen.

Natürlich weiß jeder Lohnarbeiter und insbesondere der prekarisierte, dass ein besseres Leben für ihn unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen möglich wäre.

Aber dieses Wissen allein führt nicht zur Revolte.

Denn es fehlt der revolutionäre Affekt.

Wenn ein alter Resistance-Kämpfer wie Stéphane Hessel auffordert: „Empört Euch!“, dann passiert nichts.
Eben weil der entsprechende Affekt fehlt.

Es fehlt das Bedürfnis für Freiheit und Selbstbestimmung, es fehlt die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Eben das, was die 68-er-Studentenrevolte kennzeichnete.

Mit rationaler Aufklärung allein können die unterdrückten und verdrängten Bedürfnisse nicht angesprochen und Resonanz erzeugt werden.

Die Marxisten und Kommunisten sprachen den Verstand an, die Faschisten das Gefühl. Nachzulesen bei Wilhelm Reich: „Was ist Klassenbewusstsein?“.

„Produktion als (in dem oben skizzierten Sinne materialistischer Empirie) auf den Fortschritt und die Befreiung der Bedürfnisse gerichtete und autonome Lebenstätigkeit ermöglichende steht in einem unauflöslichen Zusammenhang zur politischen Spontaneität. Durch die Projektion des leninschen Begriffs von Klassenbewußtsein und seiner Parteitheorie auf die Länder Westeuropas wurde dieser Zusammenhang destruiert. Es stellte sich das ein, was Reich, terminologisch (nicht) ganz korrekt als zweierlei Klassenbewußtsein bezeichnete. Dessen Dualismus besteht darin, daß der Partei die durch die Kritik an den Kategorien der politischen Ökonomie gewonnene Kenntnis der kapitalistischen Totalität vorbehalten bleibt, aber die Massen ein dazu unvermitteltes, empiristisches Interessenbewußtsein entwickeln, das auf Konsum- und Lustgewinn, Gebrauchswerte und Bedürfnisse gerichtet ist. Mit dem Absterben der Emanzipationsdebatte im SDS und der sektiererischen Übernahme zentralistischer und disziplinärer Organisationsmodelle ist der Zusammenhang von Produktion und Spontaneität ebenfalls verlorengegangen. Doch Totalität und Konsum, Theorie und Empirie im oben erwähnten Sinne, Gebrauchswert und Tauschwert stehen in einem unauflöslichen Zusammenhang der Kritik; Klassenbewußtsein ist immer ein ans Durchschauen der Wertabstraktion gebundenes, parteiliches Totalitätsbewußtsein und an die Befriedigung von Bedürfnissen geheftetes produktives Konsumtionsbewußtsein. Fallen beide Bildungsmomente des Klassenbewußtsein, das theoretische und das empirische, auseinander, so wird aus dem Totalitätsbewußtsein die Bestimmung proletarischer Parteilichkeit eliminiert und aus dem Konsumtionsbewußtsein das Bestimmungsmoment spontaner und emanzipativer Produktivität. Dann aber fallen Massen permanent in den Zustand eines bloß passivischen und rezeptiven Konsumverhaltens zurück, in die Entfremdung von ihren Produkten, dem gesellschaftlichen Reichtum aller Kulturen.
Auf die Strategiendiskussion scheint im Augenblick die mögliche emanzipative Bedürfnis- und Bewußtseinsstruktur der Massen nicht einzugehen. Sowohl ein regressives Moment verdinglichter Bedürfnisse wie eine neue Qualität in der Enthistorisierung des fetischisierten Bewußtseins fallen aus der Reflexion heraus. Der grundlegende Sachverhalt des technologisierten Monopolkapitals, daß der gesellschaftliche Reichtum und die Kultur, wie sie sich auf der Basis materieller Produktion herausgebildet haben, den Bannkreis materieller Bedürfnisbefriedigung längst derart transzendieren, dass der Verein freier Menschen eine objektive geschichtliche Möglichkeit ist, bleibt nach der Sistierung der Emanzipationsdebatte den strategischen Reflexionen im SDS äußerlich. Gerade hochzivilisierte Bedürfnisbefriedigung aber ist die geschichtliche Voraussetzung, den Massen wirklich emanzipative Vernunftinteressen zu vermitteln. „Mit Recht wird darauf hingewiesen,” schreibt Merleau-Ponty, „daß es durchaus nicht das tiefste Elend ist, welches die bewußtesten Revolutionäre hervorbringt, doch versäumt man, auch die Frage zu stellen, warum häufig ein Aufschwung der Konjunktur die Radikalisierung der Massen nach sich zieht. Dies hat darin seinen Grund, daß die Abnahme des Drucks auf das Leben eine Umstrukturierung des sozialen Raumes ermöglicht: Die Horizonte sind nicht mehr eingeengt auf die unmittelbaren Bedürfnisse, es entsteht ein Spielraum, Raum für einen neuen Lebensentwurf. (Phänomenologie der Wahrnehmung, S. 506)
Gleichwohl ist das spätkapitalistische System auf seiner Basis hochzivilisierter Bedürfnisbefriedigung imstande, den von den unmittelbaren gesellschaftlichen Produzenten hergestellten Reichtum und Kultur technologisch und kulturindustriell so einzusetzen, daß die Bedürfnisse und das Bewußtsein der Massen in den Bannkreis materieller Existenzsicherung fixiert bleiben. Der entfremdete Zustand, daß die Menschen weiterhin, wie Marx sagt, leben, wo sie nicht arbeiten, und arbeiten, wo sie nicht leben, hat sich nur verschärft. Die Bedürfnisse allerdings, auf die sich der Versuch revolutionärer Aufklärung richten müßte, sind immaterieller geworden, in dem Maße, in dem das Reich der Freiheit möglicher geworden ist. „Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeiten bestimmt ist, aufhört. Es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion.” (Marx) Agitatorische Einstellungen im SDS sind z. T. aber immer noch derart ausgerichtet, als ob der Stand der Produktivkräfte, des Reichtums und der Kultur noch Situationen materiellen Elends entspräche.
Zum anderen wird die neue Qualität von Geschichtslosigkeit im Bewußtsein der Massen nicht berücksichtigt, was zur Folge hat, daß die revolutionäre Aufklärung nicht mit dem entfremdeten Lebensschicksal der Arbeiter verbunden wird. In der Agitation setzt sich daher nicht nur die strategische Fehleinschätzung eines industrieproletarisch verengten Klassenbegriffs durch, sondern zugleich eine gerade-zu betriebstechnische Trennung von Arbeits- und Lebensschicksal der Massen, Arbeits- und Freizeit, Produzenten und Konsumenten.
Der Faschismus als hochzivilisierter Naturzustand auf der Basis eines entwickelten Tauschverkehrs hat das Bewußtsein der Massen derart enthistorisiert und Verdinglichung derart potenziert, daß, wie Adorno befürchtete, das Schreckbild einer Menschheit ohne Erinnerung droht. Sowohl unter den Bedingungen offenen faschistischen Terrors als auch unter den Zwängen technologisierter Organisations- und Verkehrsformen werden individuell lebensgeschichtliche Perspektiven eliminiert. Nicht nur das bürgerliche Individuum ist mit dem freien Markt zerfallen, auch die proletarische Individualität ist durch die faschistische Deformation der Organisationsformen der Arbeiterklasse zersetzt worden. Die Einheit der Person sollte Kant zufolge im Rahmen der transzendentalen Apperzeption in den Tiefen der menschlichen Seele begründet sein. Marx veränderte sie in den Produktionsverhältnissen. Die Ich-Identität des bürgerlichen Individuums basiert auf dem Privateigentum, sie realisierte sich im Tauschverkehr und fand ihre langfristige lebensgeschichtliche Perspektive im Streben nach Profit und in der Furcht vor dem Ruin. Proletarische Individualität basierte auf der besitzlosen Stellung im Produktionsprozeß und realisierte sich in der Organisation des Klassenkampfs. Die langfristige lebensgeschichtliche Perspektive des proletarischen Individuums war die von Ausbeutung und Elend oder revolutionärer Befreiung.
An die Stelle langfristiger lebensgeschichtlicher Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen sind heute kurzfristige Reaktionen im Hinblick auf die Erwartung von Gratifikationen und Befürchtung vor Sanktionen getreten. Der Arbeitersohn, der heute eine Lehre beginnt, vermag sich in der Regel keinen lebensgeschichlichen Begriff von seinem biographischen Arbeitsschicksal zu machen. Das Prinzip Hoffnung wird aus dem Bewußtsein der Individuen eliminiert, oder, wie Marcuse versucht hat zu entfalten: selbst das unglückliche Bewußtsein soll absterben.
Eine Agitation des Proletariats, die nicht das geschichtslose Lebensschicksal der Massen thematisiert, kann den Zusammenhang von gesellschaftlicher Produktion und Spontaneität im Bewußtsein der Massen nicht rekonstruieren und emanzipative Bedürfnisse nach einem glücklichen Leben weder freilegen noch zu einem politischen Totalitätsbewußtsein vermitteln.”

[Hervorh. KX]
http://www.krahl-seiten.de/wissenschaftlicheintelligenz.htm

Der Text stammt aus dem Jahr 1969.

Hinzufügen wäre, dass heutzutage nicht nur der Arbeitersohn, sondern auch der Student und die Studentin sich in der Regel keinen lebensgeschichlichen Begriff von ihrem biographischen Arbeits- und Lebensschicksal zu machen vermögen.

gelegentlich März 17, 2015 um 17:39

@KommentatorX

„Es fehlt das Bedürfnis für Freiheit und Selbstbestimmung, es fehlt die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Eben das, was die 68-er-Studentenrevolte kennzeichnete.“

Ob die Sehnsucht fehlt weiß man wohl nicht so recht. Wichtiger ist aber wohl, dass zu Wenige das Gefühl haben, die Suche nach einem anderen Leben könnte gelingen. Deshalb verlöscht jeder Funken im nassen Stroh. Von 68 kann man lernen, dass dieses Gefühl nicht aufgrund rationaler Analyse der Verhältnisse entsteht.
Umgekehrt: während die Linken damals zum Boykott Franco-Spaniens und des Junta-Griechenlands aufriefen waren es wohl massenhafte Erfahrungen der Spanier und Griechen im Umgang mit ausländischen Touristenmassen, die das Gefühl entstehen ließen, ihr repressives System sei obsolet, absurd, der Kaiser ist doch nackt.
Ich glaube Niemandem, der behauptet, er wüßte wie man planvoll dieses Gefühl oder meinetwegen diesen Affekt herstellen kann. Erklärbären jedenfalls leisten dazu gar keinen Beitrag.

topi März 17, 2015 um 17:41

H.K. Hammersen

“Die Zuwanderung nach D wird zunehmen, so wie sie in allen Ländern Kerneuropas zunimmt. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob andere Länder den Euro einführen.”

Wie sich die Wanderungssalden entwickeln, wenn der Euro-Unsinn vorbei ist, dann sehr schnell die Überschussexporte in den “Hartländern” und damit natürlich auch die Überschussexportarbeitsplätze weg sein werden, wird sich zeigen.
Wenn es zur Agenda 2020 kommt, dann siehst hier ziemlich trübe aus.

Dass die Euroeinführung in dem jeweiligen Land keine Rolle spielt (bzw. nur kurzfristig, in Zeiten des Crack-Booms wird es tatsächlich weniger Auswanderung geben als vorher und vor allem hinterher), ist richtig.

nach den Gesetzen der Logik spielt dann allerdings die “Euroausführung” auch keine Rolle.

Danke, das wir dieses Unsinns-Argument damit endlich erledigt haben.

Die Wanderung wird davon bestimmt sein, wie hoch die jungen mobilen Menschen die Chancen einschätzen, dass es ihnen in ihrem Land gutgehen wird in der Zukunft. (ja auch Vergleiche mit den Chancen woanders fließen mit ein, aber den Binnenmarkt mit Personenfreizügigkeit gibt es für EU-Länder schon ewig, die meisten sind einfach noch im Land wo sie geboren sind.)

Wenn man die Makroökonomischen Daten von Ländern am Ende einer Wechselkursfixierung vergleicht mit denen nach der Abwertung samt Staatsbankrott, dann muss man kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, wann die Chancen größer sind.

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 17:43

@Schwejk

Ich glaube, Ihnen ist nicht klar, dass GR ein souveräner Staat ist. Die Griechen wollen von Anderen Kredite. Diese Anderen jaben die Troika damit beauftragt, Kreditbedingungen aufzustellen und deren Einhaltung zu überwachen. Die Griechen waren frei und sind es immer noch, diese Bedingungen abzulehnen. Sie sind übrigens nur deshalb frei, weil GR ein souveräner Staat ist. Genauso frei wie die Griechen, sind aber auch die Anderen, die Kredite dann nicht mehr zu verlängern. Es steht dem griechischen Parlament frei, Notstandsgesetze zu erlassen, die die Not der unteren Bevölkerungsschichten mildert. Ebenso steht es der griechischen Regierung frei, ihre Vorgänger vor Gericht zu bringen, wenn sie den meinen, ihre Vorgänger hätten ihren Amtseid (ich gehe mal davon aus, dass es in GR sowas ähnliches wie “Schaden vom Volk abzuwenden” gibt) gebrochen.

Sie bringen die Griechen in die Rolle von unmündigen Kindern, die machen dürfen, was sie wollen und am Ende von Papa aus der Bredouille geholt werden. Souveränität bedeutet aber auch, die Verantwortung zu tragen. Nicht die Vereinbarungen mit den Kreditgebern haben die untragbaren Zustände hervorgebracht, sondern einzig und allein das Verhalten der verschiedenen frei gewählten griechischen Regierungen. Ohne die Kredit gebenden Anderen wären die Zustände noch viel unhaltbarer.

topi März 17, 2015 um 17:59

@ Schwejk

“Naja, laut Definition ist galoppierende Inflation wieviel? Über 20% jährlich? Ist es realistisch, das anzunehmen?

Ich meine, eine jährliche Inflationsrate von 8-10% wäre gegenüber den jetzigen Zuständen doch geradezu paradiesisch.

Habe keine richtigen Innenansichten. Aber wenn ich es es recht verstehe, dann geht es derzeit zum einen darum, daß die Steuerschuld von Privathaushalten und Kleinstunternehmen restrukturiert wird. Und daß einige Sofortmaßnahmen aus Säule 1 des Thessaloniki-Programms nicht sofort gegenfinanziert wären. D.h. für ein paar Monate vielleicht dreht der Primärsaldo deshalb wieder ins Minus. Aber es ist nicht so, daß es da jetzt plötzlich ein riesiges strukturelles Defizit entstanden ist, das jahrelang mit der Notenpresse finanziert werden müßte.”

Ich sehe auch kein großes Problem, bei kleinem Primärdefizit.

Es ging um die prinzipielle Darstellung. “Galoppierend” ist eigentlich nicht korrekt formuliert, sondern “stetig steigend”.

Man muss quasi die Inflation über die Inflationserwartungen bringen. Da die Inflationserwartungen sehr stark von der Inflation der Vorperiode abhängen, muss man sie also immer weiter nach oben treiben, wenn man solche Effekte möchte.

8-10 Prozent konstant sind kein Problem; aber 4, dann 8, dann 13, dann 19 sind eines. (das ist auch einer der Denkfehler in Keynesianers Standardargumentation; Inflation in Höhe der Inflationserwartungen bringen idR gar nichts)

KommentatorX März 17, 2015 um 18:03

@gelegentlich März 17, 2015 um 17:39
„Ich glaube Niemandem, der behauptet, er wüßte wie man planvoll dieses Gefühl oder meinetwegen diesen Affekt herstellen kann. Erklärbären jedenfalls leisten dazu gar keinen Beitrag.“

Sie sind offensichtlich so ignorant gegenüber der analytischen Psychologie, wie die Kommunisten in der KPD und in der SED.

Die Feindlichkeit gegenüber aufklärender Theorie (s. „Erklärbären“) ist typisch für verdrängende Spießer.

topi März 17, 2015 um 18:19

“Genauso frei wie die Griechen, sind aber auch die Anderen, die Kredite dann nicht mehr zu verlängern. ”

Die Griechen waren nicht “frei”, das angekündigte Referendum wurde nach Intervention aus Brüssel abgesagt, wir werden wohl irgendwann erfahren, was da gelaufen ist. Die Erpresserbriefe der EZB an Italien etc. sind schon geleakt.

Die “anderen” sind offenbar eben nicht “frei” gewesen, einfach alle europäischen Banken in die Pleite zu schicken, samt saftigem Geldvermögensschnitt.

Heute scheinen sie “freier” zu sein die Schulden Griechenlands halten ja die Staaten und öffentliche Institutionen.

Dann sollen sie ihre “Freiheit” endlich nutzen, und das Trauerspiel mit groteskem Anstrich ist endlich zu Ende.

Nur darum geht es doch, Symbolpolitik auf alle Seiten: wer ist letztlich “Schuld” am Ende des Euros im Süden.

Syrizas Wähler wollen den Euro behalten, sagen sie.
Dies ist einfach zu erklären, mit dem Euro verbinden sie den Crack-Boom, den eiskalten Entzug sehen sie in der Verantwortung der Troika.

Wenn es die Frage gibt, Euro mit weiterer harter Austerität oder Austritt mit Umsetzung des Syriza-Programms wird es eine Entscheidung geben, statt einer nostalgisch beantworteten Umfrage.

Die griechische Regierung ist auf dem Weg; entweder zum Referendum, oder zum Rausschmiss, dann erübrigt sich alles weitere.

Und alle die hier jaulen und jammern, der Euro muss doch unbedingt gehalten werden, tun dies nicht im Interesse der Griechen (zumindest wenn sie elementare Wirkungsweisen von Wechselkursfixierungen verstehen können).

Andreas Kreuz März 17, 2015 um 18:44

Schöne Illustrationen zur ‘galoppierenden Inflation’:

http://www.egon-w-kreutzer.de/002/tk150317.html

gelegentlich März 17, 2015 um 18:44

KommentatorX März 17, 2015 um 18:03

„Sie sind offensichtlich so ignorant gegenüber der analytischen Psychologie, wie die Kommunisten in der KPD und in der SED.
Die Feindlichkeit gegenüber aufklärender Theorie (s. „Erklärbären“) ist typisch für verdrängende Spießer.“

Da würde ich sagen dass Sie die Beschränkungen dieses Mediums Blog mit anonymen Beiträgen schamlos ausnutzen. So kann ich leider nicht den Beweis antreten dass Ihr Erklärbärwesen nicht mal die eigenen Familienmitglieder im Umfang von sagen wir 5 Schritten in Bewegung gesetzt hat. – Und was die „analytische Psychologie“ angeht: zeigen Sie doch mal deren aktuelle affektbildende positive Beiträge hier auf! Man liest ja so viel! Vielleicht haben wir Wesentliches nur überlesen?

Systemfrager März 17, 2015 um 18:58

Berliner Professor schreibt Offenen Brief an Poroschenko:
„Ein nützlicher Idiot“

Der Historiker Michael Pesek hat einen Offenen Brief an den ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko verfasst. Er schreibt: „(Für die USA) sind sie ein nützlicher Idiot in seinen besten Tagen, bis Sie denen zu einer Last werden, sobald die USA ihre Prioritäten ändern oder das Interesse an Ihnen verlieren.“

In dem Brief warnt der Experte den ukrainischen Präsidenten vor dem amerikanischen Einfluss warnt. “Jetzt, da Sie dabei sind, ein enger Verbündeter der USA und gleichzeitig ein Diktator zu werden, sollte man Sie warnen, dass dies vielleicht doch nicht der Beginn einer langlebigen Liebesbeziehung ist mit einem Happy End, einem Konto voller Dollar, einer Armee, die mit den besten Waffen ausgerüstet ist, um Ihre Feinde zu töten, mit dem warmen Gefühl der Sicherheit, weil Ihre amerikanischen Berater Ihren Leuten beigebracht haben, wie man Gegner loswird und mit Standing Ovations im UN-Sicherheitsrat für alles, was Sie gegen Russen und andere Bösewichte sagen.”

soldatenkoenig März 17, 2015 um 19:01

@topi

Im Locus: Schlagzeile

Die Ohnmacht der EZB: Ex-EZB-Banker Stark: Obama drängte uns zur Eurorettung!

soldatenkoenig März 17, 2015 um 19:05

Ick staune ja langsam über die Systempress

Die Welt

In drei Tagen sucht der Goldman-Pakt Griechenland heim
Alle wollen Geld aus Athen: der IWF, die EZB, die Euro-Länder. Für Finanzminister Varoufakis wird es immer schwieriger, die Forderungen zu erfüllen. Nun taucht plötzlich ein weiterer Gläubiger auf.


Am 20. März werden Zinsen auf einen ursprünglich von der US-Investmentbank Goldman Sachs arrangierten Anleihe-Deal fällig, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit muss Varoufakis bis Freitag mehr als zwei Milliarden Euro auftreiben.

Es ist fast schon eine Ironie der Geschichte, dass nun ausgerechnet der mit Goldman Sachs geschlossene Pakt Athen heimsucht. Denn der Finanzvertrag mit der amerikanischen Investmentbank verschleierte im Jahr 2001 die wachsende Schuldenlast des Landes und half Athen, die Bedingungen für den Beitritt zum Euro-Raum zu erfüllen. Nun könnten die Spätfolgen das Land an den Rand des Staatsbankrotts bringen und die Wahrscheinlichkeit für einen Euro-Austritt erhöhen

Die Gottgesandten wollen Kohle!

Andreas Treu März 17, 2015 um 19:20

Ich fasse mal kurz zusammen:

o Probleme mit Griechenland waren bereits bei Einführung des Euros bekannt. Aufgrund politischen Drucks wurden die Griechen dennoch in die Eurozone aufgenommen (bitte mal im Archiv nachsehen…). Später stellte sich heraus, Statisken der Aufnahmekriterien waren gefälscht.

o Die Einführung des Euro hat in allen südländischen Gesellschaften einen Wirtschaftsboom mit gleichzeitig einhergehender Immobilienblase ausgelöst. Gleichzeitig wurde hierdurch die deutsche Exportindustrie stark angekurbelt.

o In 2003 bis 2005 setzte Deutschland die Agenda 2010 durch. Das deutsche Lohnniveau sank im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone. Der deutsche Arbeitsplatz gewann an Attraktivität für die internationalen Kapitalgeber.

o Durch die Lehmann-Pleite wurde ein Domino-Effekt ausgelöst und die Staaten der Eurozone (wie auch in anderen Ländern) sahen sich gezwungen, massiv Geld in dass Bankensystem zu transferieren.

o Gleichzeitig blieben Steuereinahmen unter Plan zurück. Die Dynamisierung der Haushaltspläne (jährliche Wachstumsprognosen) wurde deutlich unterschritten.

o Die Bankenrettung hatte ,,Spielgeld” in die Banken geschwemmt und der Finanzsektor begann gegen den Euro zu spekulieren. Auslöser hierfür waren die desaströsen Haushaltspläne einzelner Süd-Staaten (siehe auch Punkte oben).

o Während die USA und andere angelsächsische Staaten, oder beispielsweise auch Island , die Krise inzwischen gemeistert hatten, köchelte die Krise weiterhin in der Eurozone. Aus der Bankenkrise wurde eine Krise der Staatsschulden und Eurokrise.

o Die europäische Zentralbank wird umorganisiert und zu einem supra-nationalen Institut, welches ausserhalb der Kontrolle nationaler Staaten steht umgebaut. Der Chef der Zentralbank legt ein 1-Billion Programm auf und zahlt monatlich 60 Milliarden Euro an die Banken. Im Gegenzug liefern die Banken ihre verzockten Altlasten ab.

o Wirtschaftlich ist die Eurozone immer noch nicht in Gange gekommen. Zwar steigen die Börsen, aber das Wirtschaftswachstum in der Eurozone stagniert. Zu schaffen machen insbesondere die Wirtschaften in Italien und Frankreich. Hinter den Kullissen wird über ein Investionsprogramm (Marshall-Plan) nach gedacht.

Die unterschiedlichen Strukturen der in der Eurozone eingebundenen Wirtschaften konnten in der Zeit seit Einführung des Euroraumes nicht überwunden werden und haben sich sogar durch die Krise noch verschärft (siehe auch Literatur zur Theorie eines optimalen Währungsraumes sowie fehlende Voraussetzungen desseblen, Robert Mundell).

Die Wirtschaft- und Sozialpolitik ist in der Eurozone wird weiterhin nicht abgestimmt. Die in der Krise geschaffenen Not-Mechanismen zielen einzig auf eine supra-nationale Lösung durch monetäre Transfers hinaus. Darüberhinaus gibt es keine Vorstellung, wie die Wirtschaftszone des Euros aufgepeppt werden könnte. Strategische Ausrichtung der Wirtschaftssektoren, Wirtschaftspark, supra-nationale Ausbildungsinitiativen, etc. ….Fehlanzeige!

Eine inhaltliche Diskussion über eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik findet nicht statt. Jegliche Diskussionen beschränken sich auf Transferzahlungen (wer, wieviel gibt).

Und das Ende vom Lied? Wie wirds weiter gehen?
Das positive an dieser Erzählung ist, die Griechen müssen nicht notwendig die neo-liberale Politik der Deutschen übernehmen. Scheinbar. Zumindest sieht es so aus, für mich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Deutschen auf ihren Anspruch ihre Politik der Zwänge auf die anderen Staaten zu übertragen in Europa nicht durchkommen werden. Die deutsche Position ist isoliert und ich gehe davon aus, dass andere Staaten dem Beispiel Griechenlands folgen werden und ihre Positionen gegenüber Deutschland artikulieren werden. Daraus könnte mittelfristig ein weiterer Verfall des Euros resultieren (nicht notwendigerweise, aber das Risiko besteht). Sollte es zum Worst-case Szenario kommen und verlöre der Euro beträchtlich an internationaler Attraktivität wäre im schlimmsten Fall vorstellbar, dass die deutsche Industrie auf den USD als Zweitwährung umstiege. Beispiele für Ökonomien in denen der USD neben der offizielen nationalen Währung besteht, gibt es bereits jetzt als Referenz. Und da in Deutschland sich Politik stets um Wirtschaft dreht, sähe ich auch nicht, weshalb die deutsche Regierung ihre sturre Abneigung gegenüber einen Länderausgleich innerhalb Europas aufgeben sollte. Vielleicht wird uns Frau Merkel mittelfristig wieder einmal plötzlich überraschen… Jedenfalls gibt es kein Schreckenszenario. Zumindest nicht für die deutsche Industrie. Die koppelt sich im Zweifel vom Euro ganz schnell ab.

ruby März 17, 2015 um 19:25

@soldatenkoenig
ist schon fast peinlich, wie der locus fast wörtlich von hier abschreibt …
;-)
man gut, dass das alles grundgesetzwidrig ist, was die us-boys den europudeln souffliert haben!!!

topi März 17, 2015 um 19:28

Da fehlt der Euro-Ausstieg von Griechenland und weiteren Südländern.

Wenn der ganze Süden raus sein sollte, ist der Euro bei 1.70 $, mindestens.

topi März 17, 2015 um 19:30

ging @ Andreas Treu

ruby März 17, 2015 um 19:34

Hat mal jemand die Telefonnummer der Troika/Institutionen/…?

Andreas Treu März 17, 2015 um 19:41

@topi
Da fehlt der Euro-Ausstieg von Griechenland und weiteren Südländern.
Dazu wird es nicht kommen. Die einzelnen Länder werden erst dann aussteigen, wenn die Prognosen über den Wert einer möglichen eigenen Währung über den des Euro liegen.

Wenn der ganze Süden raus sein sollte, ist der Euro bei 1.70 $, mindestens.
Ja, klar. Wie wären wieder auf dem Niveau vor Agenda 2010. Die Putzkraft in D bezöge das Gehalt eines spanischen Filialleiters von McDonnald. Nur ist müßig darüber zu diskutieren. Es wird nicht dazu kommen. Die deutsche Regierung hat keine Stimme in dieser Frage. Für mich okay,.. ich meine nur, dass wir uns auch auf ein Szenario einstellen sollten, im welchen der Euro bei 0,50 $ landet. In sagen wir vier, fünf Jahren. Es muss ja nicht soweit kommen, aber ich denke, es weiß zurzeit keiner so recht wie es weitergeht. Alles bleibt möglich.

Andreas Treu März 17, 2015 um 19:43

@ruby
Hat mal jemand die Telefonnummer der Troika/Institutionen/…?
110

Andreas Treu März 17, 2015 um 19:50

Eine andere Frage, die ich mir stellte.

Gibt es irgenwo Statisken darüber wie sich die Direktinvestionen von Inländern der Eurozone im nicht-europäischen Ausland entwickeln?

Carlos Manoso März 17, 2015 um 19:50

@Andreas Treu März 17, 2015 um 19:20
„Eine inhaltliche Diskussion über eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik findet nicht statt. Jegliche Diskussionen beschränken sich auf Transferzahlungen (wer, wieviel gibt).
Und das Ende vom Lied? Wie wirds weiter gehen?
Jedenfalls gibt es kein Schreckenszenario. Zumindest nicht für die deutsche Industrie. Die koppelt sich im Zweifel vom Euro ganz schnell ab.“

Andreas Treu ,in demselben Maße, wie das bevorstehende Platzen der Finanzblasen den Kapitalismus auf seine realen Verwertungsbedingungen reduziert, muß auch der Großteil der „unproduktiven“ Beschäftigungen wegbrechen. Der globale Minderheitskapitalismus sein „Waterloo“ erleben.

„Deutsche Industrie“, sowas ist sehr sehr alte Vor-Vergangenheit. Ok, die ca. 150 relevanten transnationalen Betriebswirtschaften klammern sich noch eine Zeitlang an die globalen Defizitkreisläufe

topi März 17, 2015 um 19:57

>>> Das berichtete das ifo Institut am Dienstag unter Berufung auf neueste Zahlen aus Athen.

Die griechische Notenbank nahm im Februar weitere 15 Milliarden Euro an Überziehungskrediten anderer Notenbanken in Anspruch, um Auslandsüberweisungen durchführen zu können. Im Januar waren es sogar 27 Milliarden Euro. Damit hat die griechische Notenbank nun insgesamt 91 Milliarden Euro an Target-Schulden gegenüber anderen Notenbanken des Eurosystems. Hinzu kommt eine Kreditgewährung in Form einer überproportionalen Bargeldausgabe in Höhe von 13 Milliarden Euro.>>>

Schnuffige 55 Milliarden im Januar und Februar.
Das wäre ein Drittel der im Dezember gemeldeten 165 Milliarden auf griechischen Konten.

Bald ist es auch dem letzten Griechen egal, was mit seinem Eurobestand wird; auf dem Konto ist eh nur noch die nächste Miete, und die zahlt er dann eben in Drachmen. :roll:
Und der Euro unter dem Kopfkissen behält einfach seinen Wert.

Bei so einem Bankenspaziergang, der sich über viele Wochen hinzieht, kommt ganz schön was rum.

ruby März 17, 2015 um 20:02

Achtung Nuland in Athen !!!

“Dienstag, 17. März 2015
Tsipras spricht mit USA, Russland und EU – Sondertreffen in Brüssel beantragt

Vor dem Hintergrund der griechischen Schuldenkrise plant Regierungschef Tsipras weitere Gespräche auf internationaler Ebene. Heute traf zunächst die Leiterin der Europaabteilung im US-Außenministerium, Nuland, in Athen ein. Washington hatte sich mehrfach besorgt über die Lage in dem Nato-Partnerland geäußert und eine schnelle Lösung angemahnt. Für Donnerstag beantragte Tsipras ein Fünfer-Treffen am Rande des anstehenden EU-Gipfels, an dem nach Berichten Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Hollande, EZB-Chef Draghi und Kommissionspräsident Juncker teilnehmen sollen.”
D-Radio

!!! Athen in Nuland Achtung

Huuh März 17, 2015 um 20:08

Ich fand hier beim Überfliegen die Wortschöpfung eines “Erklärbärwesens” (@gelegentlich)

Zugreifen, Leute! Die Gelegentlichkeit nicht verstreichen lassen!

“erklärbäristisch” bietet sich an, Erklärbärismus und, hach, wer bekommt da nicht Lust, einem nur scheinbar erklärbäristischen Erklärbärizismus den Kampf anzusagen?

Andreas Treu März 17, 2015 um 20:08

@Carlos Manoso
Andreas Treu ,in demselben Maße, wie das bevorstehende Platzen der Finanzblasen den Kapitalismus auf seine realen Verwertungsbedingungen reduziert, muß auch der Großteil der „unproduktiven“ Beschäftigungen wegbrechen. Der globale Minderheitskapitalismus sein „Waterloo“ erleben.

Die eine Blase wird platzen. Es wird eine neue kommen.

—–
Q:Ist dies eine Wirtschaftsproblem?

A:Nein.

Q:Ist es ein Kommunikationsproblem? Ist die Presse schuld, die Journalisten?

A:Nein.

Q:Sind es die Politiker? Sind die allen bestochen? Von Lobbyisten unterwandert? Oder einfach nur unfähig?

A:Nein.

Q:Fehlen uns Theorien. Können die Menschen sich nicht in Staaten organisieren? Oder ist es die Erkenntnis, die fehlt?

A:Nein.

Q:Fehlt es vielleicht an internationaler Zusammenarbeit? Brauchen wir statt G7, G8, G20, WTO, IMF, Bilderberg etc, etc.. eine internationale Vereinbarung aller Intelektueller gegen den Kapitalismus, für eine freie Welt?

A:Nein.

Q:Brauchen wir mehr Soldidarität für einander? Fehlt es am Mitgefühl? Oder sind wir alle nur gierig. Vom Geld manipuliert? Angst den Job zu verlieren?

A:Nein.

Q:Was ist es dann?


(Fortsetzung im nächsten Nachfolge-Blog)

topi März 17, 2015 um 20:13

Andreas Treu

“Wie wären wieder auf dem Niveau vor Agenda 2010. Die Putzkraft in D bezöge das Gehalt eines spanischen Filialleiters von McDonnald. ”

Nein.
Es gab eine massive Umverteilung des Volkseinkommens, weg von Klein Erna und Otto Normal hin zur Kapitalseite und des Dienstadels.

Eine Wechselkursreaktion würde nur den Schnitt wieder in die alte Relation bringen; die krass auseinandergelaufene Verteilung bliebe davon unberührt.

“Nur ist müßig darüber zu diskutieren. Es wird nicht dazu kommen.”

Abwarten. Siehe Kapitalflucht, es ist nur noch ein Witz, was die EZB macht.
Meine Prognose: innerhalb eines halben Jahres Referendum in Griechenland, wenn sie nicht schon vorher durch die EZB gekickt worden sind.

” Für mich okay,.. ich meine nur, dass wir uns auch auf ein Szenario einstellen sollten, im welchen der Euro bei 0,50 $ landet. In sagen wir vier, fünf Jahren. Es muss ja nicht soweit kommen, aber ich denke, es weiß zurzeit keiner so recht wie es weitergeht. Alles bleibt möglich.”

Alles bleibt möglich, schon; kann sich noch mal vier Jahre hinziehen, in Griechenland, wenn es ganz blöd läuft.

Aber dann ist der Euro auch nicht bei 50 Cent, bei Nullinflation.

Und wenn, wäre mir das auch egal. Welche Relevanz hat das für den Normaleuropäer?

Ich erinnere in relativ kurzer Zeit Dollar von DM 2,30 auf DM 3,45 und wieder zurück auf DM 1,50; na und?

ruby März 17, 2015 um 20:15
Andreas Treu März 17, 2015 um 20:22

@topi
Nein.
Es gab eine massive Umverteilung des Volkseinkommens, weg von Klein Erna und Otto Normal hin zur Kapitalseite und des Dienstadels.

Das ist ein Missverständnis. Mein Posting bezog sich auf den Wechlselkurs. Nämlich auf Deine Aussage der Euro stiege in einem solchen Ausstiegs-Szenario auf USD 1.70. (Analog Annahme Deutschland wäre nicht in der Eurozone)

1 USD kostet jetzt 1.06

Ein Billigjobber mit EUR 8,50 verdient damit ca. USD 8,50, jetzt.
Bei einem Kursanstieg (Dein Posting oben) auf 1,70 USD wären das USD 14,45

Gleichzeitig ist anzunehmen, dass die spanische Währung ein Tiefflug nach unten machte.

Klar, im Inland gebe ich Dir Recht. Mieten, Preise für Bröttchen wären hier für Inländer weniger betroffen. Aber wenn unser Billig-Jobber ins Ausland führe, könnte er/sie in diesem Szenario wie Gott in Frankreich leben.

jmg März 17, 2015 um 20:26

Greece revises down 2014 primary surplus estimate to 0.3 percent
ATHENS, March 16
The finance ministry said that its estimate was based on preliminary data and was partly due to a shortfall of 3.9 billion euros in state revenues late last year.
Greece entered a period of political instability towards the end of 2014 as parliament failed to elect a president triggering a snap national election won by the leftist Syriza party.

http://www.reuters.com/article/2015/03/16/eurozone-greece-surplus-idUSA8N0W000B20150316

Andreas Treu März 17, 2015 um 20:28

@topi, Teil II
Und wenn, wäre mir das auch egal. Welche Relevanz hat das für den Normaleuropäer?

Direktinvestionen werden für Ausländer günstig. Gleichzeitig wird ein Teil des Vermögens ins Ausland gehen, um sich abzusichern. Siehe auch die Erfahrung der Süd-Amerikanischen Staaten. Staatliche Versorgungssystem basieren auf EUR, für die vermögende Kundschaft gibt es die Möglichkeit sich in anderen Währungen abzusichern (Altersversorge in USD).

Auf jeden Fall solltest Du vielleicht einmal darüber nachdenken Dir ein Währungskonto einzurichten, falls Du ein Sparbuch hast. Das wird Dir helfen, wenn Du dieses Land wegen Unruhe später verlassen muss.
(ironie-off)

ruby März 17, 2015 um 20:32
Andreas Treu März 17, 2015 um 20:33

P.S.
Und wenn, wäre mir das auch egal. Welche Relevanz hat das für den Normaleuropäer?

Bzw., Deine Frage ist ja eigentlich schon die Antwort darauf, weshalb die Süd-Staaten im Euro bleiben wollen. Denn die Menschen dort haben bereits die Erfahrung mit einer weichen Währung gemacht. Für die Eliten war das nie ein Problem, weil die ohnehin schon ihr Geld in der Schweiz in USD geparkt hatten. Aber für die Mittelschicht gestaltete sich das nicht so einfach. Jedenfalls erinnere ich mich an einige Diskussionen, die ich in meiner Jugend mit ein paar Brasilianern in England hatte. Für einige war es okay, für andere nicht. Der Tenor war, dass es für alles eine Lösung gibt. Die weniger flexiblen Menschen trifft es nur manchmal etwas schwerer. Und das sind wiederum, die dann PEGIDA schreien.

Morph März 17, 2015 um 22:08

@H.K.Hammersen März 17, 2015 um 16:39

“Mir ist völlig wurscht, was die Griechen machen. Mir liegt es fern, die zu kritisieren. Es ist nur so, dass die Griechen etwas von den anderen europäischen Ländern wollen und deshalb das Verhalten u. a. der deutschen Regierung kritisieren.”

Die Frage ist doch, ob man an den Sinn und die Möglichkeit einer politischen Entität namens Europa glaubt. Wenn ja, kann einem nicht egal sein, was die Griechen machen. Wenn nein, sollte man auch die Idee einer gemeinsamen Währung ablehnen.

Nach meinem ethischen Verständnis sollte man ein vertraglich begründetes Schuldverhältnis verantwortungsmäßig allen beteiligten Vertragsparteien zurechnen. Auf eine Formel gebracht: Der Schuldner hat eine Schuld, aber er ist nicht schuldig. Dass bei uns die Griechen als gierige und verantwortungslose Leute verächtlich gemacht werden, ist einfach widerlich. Bei der Aufnahme Griechenlands in die €-Zone haben europäische Institutionen versagt (wie so oft). Insofern sind diese europäischen Institutionen die ethisch relevanten Verantwortungsträger.

“Natürlich ist mir bewusst, wie groß Verharrungskräfte von Institutionen und Mentalitäten sind. Aber mir ist auch bewusst, dass jede Transferleistung nach GR die Kräfte noch stärkt.”

So grundätzlich formuliert scheint mir das nicht zwingend zu sein.

“Anscheinend muss das Elend dort noch viel größer werden, bevor die alten Strukturen ernsthaft verändert werden können.”

Für institutionelle Reformen braucht man kein Elend, sondern Bildung.

“In der EU liegt meiner Ansicht nach das Hauptproblem, dass der Hegemon aus historischen Gründen nicht Hegemon sein will und vermutlich aus ebenso historischen Gründen nicht als Hegemon akzeptiert würde.”

Europa könnte in genau dieser Form ein Beispiel dafür abgeben, wie eine friedliche Ordnung mit verschiedenen Machtzentren aussehen könnte.

“Dann sollen von mir aus die anderen Europäer eine EU ohne D veranstalten, aber bitte aufhören, wie kleine Kinder herumzujammern, der heimliche Hegemon sei Schuld an der eigenen Unfähigkeit und solle gefälligst zahlen, damit in den Jammerländern zu hause nichts verändert werden muss. Ein ähnlich infantiles Verhältnis hat übrigens D zu USA.”

So eine anthropomorphe Betrachtung von Machtgebilden ist doch abwegig.

Manfred Peters März 17, 2015 um 22:12

@ ruby, 20:15
Auf den Merkel-Film, Arbeitstitel “Die Fischer und ihre Frau”, hatte ich schon hingewiesen.
Auch einer der Hauptdarsteller “Der Pate”* aka Merkel-Macher aka Königinnen-Macher war damals schon bekannt. Da braucht es nicht die Höhler. ;-)

* Besondere Kennzeichen: Trägt nur Pullover aus der Altkleiderbox.

H.K.Hammersen März 17, 2015 um 22:48

@Morph
»Wenn nein, sollte man auch die Idee einer gemeinsamen Währung ablehnen.«

Eine gemeinsame Währung ohne Aufgabe der nationalen Souveränität ist immer zum Scheitern verurteilt. War übrigens meine Ansicht von Anfang an. Ich war immer Gegner der Währungsunion. Ich lebe direkt an der Grenze zu NL und meine Erfahrung ist, dass schon das Verhältnis der Niederländer zu Geld und Schulden dermaßen von dem der Deutschen abweicht, dass selbst eine Währungsunion nur mit NL schwierig wäre.

»Dass bei uns die Griechen als gierige und verantwortungslose Leute verächtlich gemacht werden, ist einfach widerlich.«

Es geht mir nicht darum, dass ich die einzelnen Griechen als gierig und verantwortungslos ansehe. Ich denke, da ist der Unterschied der Nationen unerheblich. Ich bin nur davon überzeugt, dass die Bereitschaft, den Nationalstaat in einem europäischen Gebilde aufgehen zu lassen, in D überproportional vorhanden ist und dass wir uns deshalb häufig über die Bereitschaft anderer Länder dazu täuschen. Griechenland wäre uns auch ohne Euro vor die Füße gefallen. Allerdings wäre dann die Dringlichkeit des Problems für die anderen Länder geringer. Insofern können die Griechen noch froh sein, bereits drin zu sein.

»Für institutionelle Reformen braucht man kein Elend, sondern Bildung.«

Das ist in meinen Augen Chauvinismus pur, als ob die Griechen zu ungebildet seien, funktionierende Institutionen aufzubauen. Das ist gerade Kern meiner Kritik, dass ich nämlich den Griechen zutraute, anders zu können. Die haben einfach immer noch im Kopf, die Euromitgliedschaft werde immer dafür sorgen, dass die Anderen sie rausreißen. Das ist eben auch Spieltheorie, und ich denke, Schäuble spielt den Part, den Griechen diesen Zahn zu ziehen, bis zum Ende. In meinen Augen zurecht.

»Europa könnte in genau dieser Form ein Beispiel dafür abgeben, wie eine friedliche Ordnung mit verschiedenen Machtzentren aussehen könnte.«

Aber nicht mit einer gemeinsamen Währung. Wie gesagt, dazu wäre die Aufgabe der nationalen Souveränitäten erforderlich. Und ein europäisches Parlament, bei dem jede Wählerstimme gleich viel wert ist.

»So eine anthropomorphe Betrachtung von Machtgebilden ist doch abwegig.«

Keineswegs. Machtgebilde bestehen aus vernetzten Menschen, die sich permanent synchronisieren. Diese Synchronisation hat Einfluss auf die Mentalität der einzelnen Mitglieder. Das institutionalisierte Handeln hat wiederum Folgen, die auf die Mentalität der Menschen einwirken. Zunächst wird bei Einzelnen ein Mentalitätswechsel einsetzen, der sich bei Fortbestehen der realen Auswirkungen auf immer mehr Mitglieder erstreckt, bis irgendwann eine kritische Zahl erreicht wird und das Verhalten des gesamten Gebildes kippt. Die Institution verhält sich wie eine natürliche Person, bei der auch erst Widerstände zerbröseln müssen, bevor ein Verhaltenswechsel einsetzt.

topi März 17, 2015 um 22:48

Andreas Treu

“Das ist ein Missverständnis. Mein Posting bezog sich auf den Wechlselkurs. Nämlich auf Deine Aussage der Euro stiege in einem solchen Ausstiegs-Szenario auf USD 1.70. (Analog Annahme Deutschland wäre nicht in der Eurozone)”

Das ist kein Missverständnis, mir ist schon klar was du meinst.

Es sind aber drei Aspekte, weshalb “die deutsche Putzfrau so viel verdiente wie der spanische McDoof Filialleiter”.

* der erheblich höhere Gesamt-Wohlstand in D ggü. Spanien, gemessen in durchschnittlichem Bruttosozialprodukt pro Kopf

* die relativ geglättete Einkommensverteilung in D damals; der Medianeinkommensbezieher war relativ nahe am Durchschnittseinkommen, weit näher als heute

* der “faire” Wechselkurs

Letzterer Aspekt wäre beim Ende des Euro-Desasters sofort vorbei, richtig.
Ersterer etwas gemildert, aber D ist durch die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte deutlich zurückgefallen, was den Wohlstandsvorsprung insgesamt angeht, aus einem recht deutlichem Vorsprung ist Mittelmaß geworden.

Und Hauptgrund dafür war die Einkommensungleichheitszunahme, die reduziert nun mal das Wachstum.

topi März 17, 2015 um 23:02

“Währungskonto”

Also bitte, als ob ICH nun GELDVERMÖGEN bilden würde (oder öffentlich darüber reden :roll: ).

Hier ein Chart zur DM.

http://static.seekingalpha.com/uploads/2011/12/9/863379-132347215420901-Richard-Bloch.png

Also von 3,50 auf 1,70 auf 3,40 auf 1,60.

Wann wäre mir wohl gesagt worden, ich bräuchte ein Währungskonto zur Absicherung meiner Geldanlage?

Genau, nicht bei 1,70, um die enormen Währungsgewinne mitmachen zu können.
Sondern als die DM eine Schwächephase hatte. Am stärksten direkt vor dem Höhepunkt, also bei knapp 3,40.

Genau das ist ja passiert, deshalb war ja die DM so schwach: das Geld floss in Richtung Dollar.

Der Erfolg lag auf der Hand.
Das Währungskonto schmierte einfach ab in der Folge, das Auslandsvermögen der Deutschen wurde weggewechselkurset.

Da gingen sie schon immer dahin, die Auslandsgeldvermögen als Gegenbuchung der Exportüberschüsse.

Klar kann es sein, dass der Euro noch weiter fällt, bevor es die Trendumkehr gibt, aber hektisches Traden ist für den Normalbürger sicher nicht notwendig (es sei denn er hat konkrete Auswanderungspläne, richtig).

Soldat Schwejk März 17, 2015 um 23:04

@ H.K.Hammersen März 17, 2015 um 17:43

Na schön, da wird dann immerhin ein grundlegender Dissens sichtbar, ist ja auch was… (und sieh mir das gewohnheitsmäßige Duzen nach)

Ich halte es für wenig sinnvoll, immerfort von “den Griechen” zu reden, oder von “den Russen” oder “den Deutschen”. Ist nicht mein Beobachtungsraster… Wenn auch kein Marxist, so unterscheide ich doch nach sozialen Klassen und Interessengruppen.

Dann stellt es sich so dar: Erstmals ist in einem Staat der Eurozone eine Regierung an die Macht gekommen, die keinem herkömmlichen Parteienkartell zuzuordnen ist, die teils von sozialen Bewegungen getragen ist, die einen deutlich emanzipatorischen Anspruch hat, die die Interessen der sozial Unterprivilegierten zu vertreten beabsichtigt und zudem elementare demokratische Standards wiederherstellen will.

Es ist die Frage, wie man sich hierzulande dazu verhält. Man kann das alles als eine Kontinuität des politischen Handelns “der Griechen” erzählen und dagegen vermeintlich “deutsche” Interessen behaupten. Dann landet man im geistigen Schützengraben vermeintlich nationaler Interessen und der Erzählung eines nationalen “Wir”.

Eine bessere Erzählung geht anders: Die neue griechische Regierung hat, verdammt noch mal, gegen die gesamteuropäische Reaktion verteidigt zu werden. Auf was für einen beschissenen Hund sind wir hier eigentlich gekommen? Das ist die erste Regierung in Europa, die sich auf progressive Kräfte stützt. Und wir fangen an, Geschichten von “den Griechen” und “den Deutschen” zu erzählen? – Und dieses moralisierende Gerede wie in Deinem Kommentar, hinter dem sich die Assoziation “Schulden = Schuld” verbirgt, ist ein Teil des Übels.

Aktuell ist es so: Die wollen erst mal die Übersicht und die Kontrolle über die eigenen staatlichen Strukturen erlangen und gleichzeitig den ärmsten Teil der Bevölkerung entlasten. Es wäre bei entsprechendem politischen Willen und einem pragmatischen Herangehen sehr einfach, und es würde den deutschen Schützen Arsch auch nichts kosten, ihnen diese Möglichkeit zu geben.

Aber der politische Wille ist natürlich nicht da; man will dort keine politische Kraft an der Macht haben, die den Interessen des eigenen & gesamteuropäischen Oligarchats gefährlich werden könnte. Also werden neben ökonomischem Druck auf die dortigen Akteure für’s hiesige Publikum alle möglichen propagandistischen Erzählungen rausgekramt (“Wir” gegen “Die”), um eine Solidarisierung mit dem griechischen Schützen Arsch zu verhindern.

Außerdem hat Varoufakis natürlich recht. Das ganze ist eine Regulierungskrise der Eurozone, die nur in Griechenland mit besonderer Wucht einschlägt. Insofern ist es unangemessen, da jetzt moralisierend von staatlicher Souveränität zu reden, nachdem eben diese im heutigen Institutionendesign Europas faktisch nicht mehr gegeben ist.

topi März 17, 2015 um 23:04

Dazu ein Bonmot von Paul C. Martin 1985: “Die DM sei im Vergleich zum Dollar keine Währung, sondern nur Monopoly Geld. Daß die DM überhaupt noch einen Kurs hat, sei ein Gnadenakt der Amis.”

Jo, Doktor Doomsday, genau so ist es gekommen; oder auch nicht, der Dollar schmierte ggü. der DM auf die Hälfte ab, na macht ja nix.

:roll:

Manfred Peters März 17, 2015 um 23:16

Ohne Worte:
http://www.thelocal.es/20150316/podemos-is-like-hitler-merkel-advisor
Oder doch: Ein Merkel-Blumen-Berater! :-(

topi März 17, 2015 um 23:17

@ Schwejk, hast du dich schon wieder dazwischengeschoben. ;-)

Interessant wäre, was denn den H.K. so antreibt.
Offenbar hat er die gleiche Bananenschulung wie Frankie R.I.P.gehabt; aber während Frankie als SAP-ler halt als Berufskrankheit die Betrachtung der Wirtschaft nur noch aus Sicht der sich immer mehr vollautomatisierenden High-Tech-Bude hinkriegt, verstehe ich diesen Aspekt bei Herrn Hammersen nicht.

Sowohl als Telearbeiter und noch mehr als Künstler ist doch eine griechische Insel als Destination viel angenehmer als so ein Platz in der Banane, teuer laut eng hektisch, voll von Gestressten.

Carlos Manoso März 17, 2015 um 23:26

@Morph März 17, 2015 um 22:08
„Die Frage ist doch, ob man an den Sinn und die Möglichkeit einer politischen Entität namens Europa glaubt. Wenn ja, kann einem nicht egal sein, was die Griechen machen. Wenn nein, sollte man auch die Idee einer gemeinsamen Währung ablehnen….
Nach meinem ethischen Verständnis sollte man ein vertraglich begründetes Schuldverhältnis verantwortungsmäßig allen beteiligten Vertragsparteien zurechnen. Auf eine Formel gebracht: Der Schuldner hat eine Schuld, aber er ist nicht schuldig. Dass bei uns die Griechen als gierige und verantwortungslose Leute verächtlich gemacht werden, ist einfach widerlich. Bei der Aufnahme Griechenlands in die €-Zone haben europäische Institutionen versagt (wie so oft). Insofern sind diese europäischen Institutionen die ethisch relevanten Verantwortungsträger. …
Für institutionelle Reformen braucht man kein Elend, sondern Bildung….
“In der EU liegt meiner Ansicht nach das Hauptproblem, dass der Hegemon aus historischen Gründen nicht Hegemon sein will und vermutlich aus ebenso historischen Gründen nicht als Hegemon akzeptiert würde.”…
Europa könnte in genau dieser Form ein Beispiel dafür abgeben, wie eine friedliche Ordnung mit verschiedenen Machtzentren aussehen könnte.“

Morph, deine klare Logik wirkt auf mich persönlich sehr beeindruckend! Danke!

topi März 17, 2015 um 23:36

Mich würde ja mal interessieren, wie Morph diesen Text kommentiert hätte, wäre er ihm entgegengehalten worden.

H.K.Hammersen März 18, 2015 um 00:06

@Schwejk
Griechenland (Handelnde waren zwar immer griechische Regierungen, aber diese sind jeweils in freien Wahlen gewählt worden, sodass sich die griechischen Wähler deren Handeln zuschreiben müssen) hat sich freiwillig in die Währungsunion gebracht. Während des kreditinduzierten Booms waren keine größeren Proteste zu verzeichnen. Selbst nach Ausbruch der Krise haben die alten Parteien mehrfach Mehrheiten erhalten. Erst als vielen Griechen klar wurde, dass es keine Rückkehr zum alten Status geben wird, haben sie Syriza gewählt, aber auch nur wegen deren Wahlversprechen. Wie man hört, haben die Griechen ja sogar schon vorauseilend Steuergesetze für sich persönlich für ungültig erklärt, in der Erwartung der kommenden Wahlgeschenke.

Natürlich können Sie nach sozialen Klassen und Interessengruppen unterscheiden, ich befürchte nur, dass es den griechischen sozialen Klassen und Interessengruppen vollkommen egal ist, welche sozialen Klassen und Interessengruppen in den Geberländern für die Transfers an Griechenland zahlt. Und eines garantiere ich: Egal, wie viel Griechenland erhält, genug wird es nie sein und Syriza wird genauso abgewählt wie deren Vorgänger. Es ist ja schön, dass Sie Syriza unterstellen, ie Interessen der sozial Unterprivilegierten vertreten zu wollen. Ich gebe aber zu bedenken, dass es sich dabei ausschließlich um die griechischen Unterprivilegierten handelt. Die übrigen Unterprivilegierten in Europa sind denen egal. Ich habe jedenfalls noch nicht gehört, dass Syriza die erbetenen Hilfen nur annehmen will, wenn Sorge getragen wird, dass für diese Hilfen nur die Reichen aufkommen werden. Die bekommen es ja noch nicht einmal hin, dass wenigstens die griechischen Reichen für die griechischen Unterprivilegierten aufkommen.

Wenn Sie allen Ernstes glauben, Schäuble handele so, wie er handelt, um irgendwelchen deutschen europäischen Oligarchen die Taschen zu füllen, dann ist wirklich keine Diskussion möglich. Eine gemeinsame Währung ist eine Allmende. Da muss Sorge getragen werden, dass sich nicht Einzelne nach Belieben bedienen, wie es deren innenpolitische Verhältnisse gerade verlangen. Das war nämlich der Kardinalfehler der jetzigen Krisenländer, dass die geglaubt haben, sie könnten über den Euro genau so verfügen, wie über ihre nationalen Währungen, nur dass die Deutschen für eine entsprechende Stabilität und Kaufkraft sorgen werden.

H.K.Hammersen März 18, 2015 um 00:19

@topi

Ich kann Sie beruhigen. Da wo ich wohne, ist es weder teuer, noch laut, noch eng, noch hektisch und auch nicht voll von Gestressten, aber nahe genug an der blauen Banane, dass die Bevölkerung noch wächst (hauptsächlich Niederländer) und auch die Arbeitslosenquote niedrig ist.

Und dass Sie mir unterstellen, meine Sicht der Dinge sei geprägt von persönlichen Interessen, liegt vollkommen daneben, verrät aber viel über die Ursache Ihrer Weltsicht. Ich versuche nur zu verstehen, warum wir Menschen uns so verhalten, wie wir uns verhalten und warum dieses Verhalten so oft gegen unsere eigenen langfristigen Interessen gerichtet ist. Und das nicht nur uns als Einzelnem sondern uns als ganze Menschheit.

H.K.Hammersen März 18, 2015 um 00:25

@ Carlos Manoso

Mit Logik kommen Sie nicht weit, wenn es um die Interessen von Menschen oder Menschengruppen geht. Und dass Sie in Sätze von Morph wie diesen: »Insofern sind diese europäischen Institutionen die ethisch relevanten Verantwortungsträger.« beeindruckt sind, verwundert mich dann doch, hat doch derselbe Autor geschrieben: »So eine anthropomorphe Betrachtung von Machtgebilden ist doch abwegig.«

topi März 18, 2015 um 00:43

H.K. Hammersen

“Und dass Sie mir unterstellen, meine Sicht der Dinge sei geprägt von persönlichen Interessen, liegt vollkommen daneben, verrät aber viel über die Ursache Ihrer Weltsicht. Ich versuche nur zu verstehen, warum wir Menschen uns so verhalten, wie wir uns verhalten und warum dieses Verhalten so oft gegen unsere eigenen langfristigen Interessen gerichtet ist. Und das nicht nur uns als Einzelnem sondern uns als ganze Menschheit.”

Auch das Interesse , menschliches Verhalten verstehen zu wollen, ist natürlich ein persönliches Interesse.

Menschen handeln immer aus persönlichen Motiven (wenn man mal davon absieht, dass manche die Fernsteuerung durch Aliens in die Debatte einführen wollen).
Das ist also keine Unterstellung, wie sie unterstellen.

Ansonsten ist das Verstehen tatsächlich sehr schwierig: für Länder mit Weichwährungstradition ist eine Wechselkursfixierung IMMER eine langfristig katastrophale Entscheidung gewesen; nach dem Crak-Boom kommt das böse Erwachen, und aus der festgefahrenen Situation gibt es nur den Ausweg Wechselkursfreigabe.

Je länger dies herausgezögert wird, desto katastrophaler ist die Situation am Ende.

Das ist einfach eine Binsenweisheit, empirisch beobachtbar.

Warum es immer wieder Länder gibt, die diese Fixierungen betreiben, trotz der beobachtbaren Ergebnisse, mag interessant sein.

Und wieso Menschen aus anderen Ländern dies sinnvoll finden.
Was läuft schief in der Weltbeschreibung so vieler Menschen, der Eurofanatiker (Euro Euro über alles für alle, weil gut), dass sie trotz der offenbaren katastrophalen Situation nicht davon abrücken können.

Andreas Treu März 18, 2015 um 07:13

@topi
Es sind aber drei Aspekte, weshalb “die deutsche Putzfrau so viel verdiente wie der spanische McDoof Filialleiter”.

Deine Posts oben stehen ja nicht im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben. Okay, Du hast ein bisschen ergänzt und präzisiert. Währungskurse schwanken, die Euro Schwäche kann in einer anderen Konstellation zu einer Stärke werden etc. Prognosen sind schwierig zu treffen, insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen… ;-)

Hhhmm, hast Du Dich schon mal gefragt, weshalb Island die Krise so schnell überwunden konnte, während wir in der Eurozone uns von einer Krise zu nächsten schleppen?

Wir müssen das jetzt nicht ausdiskutieren. Wir werden da noch ein paar Jahre Zeit für unsere Diskussion haben, solange diese Krise läuft. Und tja, meine Prognose, diese Krise wird weiterlaufen. Und wie sie läuft… Von Höhepunkt zu Höhepunkt und jedesmal wir Geld zu den Banken transferiert werden und es werden uns Gründe einfallen, weshalb es nicht anders geht.

Andreas Treu März 18, 2015 um 07:21

Tja, und immer wieder werden uns so ein paar Deppen wie der Hammerson über den Weg laufen. Auf dem wir dann einschlagen können, damit das Ganze weiterhin ertäglich bleibt. Früher gab es bei WGNX dafür den Herrn Tischer. Es hatte immer wieder Spaß gemacht so jemanden vorzuführen. Der Punkt ist aber, dass die Krise geblieben ist.

Ausser Geld Transfer hat die Politik in der Eurozone nichts anzubieten. Das ist die Beobachtung, welche ich oben in meinem Ausgangspostings hier in diesem Thread teilen wollte. Weitere Stufen der Krise werden folgen.

. März 18, 2015 um 07:38
. März 18, 2015 um 07:39
Bogus März 18, 2015 um 07:40

H.K. Hammer se n(et mehr alle)

“Griechenland (Handelnde waren zwar immer griechische Regierungen, aber diese sind jeweils in freien Wahlen gewählt worden, sodass sich die griechischen Wähler deren Handeln zuschreiben müssen) hat sich freiwillig in die Währungsunion gebracht. ”

Ich kann nur hoffen, dass kein Grieche, Russe oder sonst irgend jemand auf ähnlich bescheuerte Weise über mich daherredet. Ich habe die Merkelbande nie gewählt und wehre mich ganz entschieden gegen jeden Versuch, mir eine Mitverantwortung für deren Handeln zuschreiben zu lassen!

Die Merkel halte ich für in jeder Hinsicht komplett unfähig, mit Ausnahme des eigenen Machterhalts. Und so wie ich denken viele, dann nur knapp 30% haben 2013 die Murkselbande gewählt (OK, 18% auch deren Komplizen, aber das macht in Summe noch nicht mal die Hälfte aller Wahlberechtigten).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2013

Ich wette, dass es einer Menge Griechen ganz genauso geht. Und nur Vollidioten ohne Fähigkeit zum eigenen Denken, die der medialen Volksverhetzung a la Jauch hilflos ausgeliefert sind, reden von DEN DEUTSCHEN, DEN GRIECHEN, DEN RUSSEN, DEN AMERIKANERN. Oder von DEUTSCHLAND, GRIECHENLAND, RUSSLAND, AMERIKA, wenn eigentlich deren korrupte und unfähige ReGIERende gemeint sind.

Und dass mir jetzt keiner mit irgendwelchem Systemquark dahermorpht!

H.K.Hammersen März 18, 2015 um 07:53

@Andreas Treu
“Es hatte immer wieder Spaß gemacht so jemanden vorzuführen.”

Der Einzige, den Sie hier vorführen, sind Sie selbst.

H.K.Hammersen März 18, 2015 um 07:59

@Bogus

Mir scheint, Sie haben das Prinzip der repräsentativen Demokratie nicht verstanden. Und woher Sie die Informationen haben die Sie dazu bringen, “die Merkel für in JEDER Hinsicht komplett unfähig zu halten”, würde mich dann doch interessieren. Gehören Sie zum persönlichen Umfeld von Frau Merkel?

Bogus März 18, 2015 um 08:13

” Gehören Sie zum persönlichen Umfeld von Frau Merkel?”

Gott bewahre!
Nein, aber ich kenne eine Merkelversteherin ganz gut:

http://www.wiesaussieht.de/2015/03/11/blumen-fuer-die-kanzlerin/#comment-280689

. März 18, 2015 um 09:36
Morph März 18, 2015 um 09:37

@Hammersen

Organisationen als Verantwortungsträger zu kennzeichnen widerspricht nicht dem Prinzip, dass man soziale Systeme nicht mit Personen oder gar Menschen verwechseln soll.

Im Fall von Personen kann man an deren Vernunft appellieren. Das ist natürlich bei Organisationen nicht möglich. Organisationen sind Machtgebilde und reagieren auf (Gegen)Macht. Und die Beobachtung von Macht und Machtkonflikten ist nie neutral.

Man kann den Griechenlandkonflikt verschieden bewerten. Man kann die Verantwortung auf Seiten Europas oder auf Seiten Griechenlands oder auf Seiten Deutschlands (dem heimlichen Hegemon Europas) sehen. Ich glaube, das hängt davon ab, ob man Europa als politische Entität Ernst zu nehmen geneigt ist oder Europa nichts zutraut.

Ich für meinen Teil bin davon überzeugt, dass die europäische Integration eine gute Idee ist. Und daher bin ich geneigt, die Verantwortung europäischer Institutionen an die erste Stelle zu setzen.

Morph März 18, 2015 um 09:41

@Bogus

“Die Merkel halte ich für in jeder Hinsicht komplett unfähig”

“Und dass mir jetzt keiner mit irgendwelchem Systemquark dahermorpht!”

Das Herrchen ist in Herrenlaune! Wie süß!

Bogus März 18, 2015 um 10:06

“Verantwortung europäischer INSTITUTIONEN an die erste Stelle..”

Ich hab’s geahnt!

Keynesianer März 18, 2015 um 10:17

Heute läuft in Frankfurt ein Lehrstück zum Thema gesteuerte Opposition. Die Massenmedien lassen ihre Online-Leser auch überall in Liveblogs daran teilhaben:

Liveblog Krawalle bei Blockupy-Protesten in Frankfurt

Rund um Frankfurt geht nichts mehr. Zur Einweihung der neuen EZB-Zentrale hat das Blockupy-Bündnis mit massiven Protesten begonnen. Rauch steigt über der Stadt auf, Autos brennen, Aktivisten haben Eisenspitzen ausgelegt. An der Alten Oper wird ein Polizist durch Steinewerfer verletzt. Alle Informationen im F.A.Z.-Liveticker.
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy/liveticker-blockupy-proteste-bei-ezb-eroeffnung-frankfurt-13481094.html

Die meisten Bürger werden selbstverständlich nicht kapieren, dass es sich bei Blockupy um gesteuerte Opposition handelt. Mir war das zwar schon klar, als ich erstmals vor Jahren den Namen gehört habe, dass es bei Blockupy darum geht, jede inhaltliche Kritik an der Geldpolitik durch Randale zu stören und die Bürger gegen die Kritiker der Geldpolitik aufzuhetzen.

Die braven Bürger sollen meinen, dass EZB-Kritiker Randalierer seien!

So wird der Bürger heute durch die Randale von Blockupy in Frankfurt und die breite Berichterstattung der Medien darüber rein bei seinem Gefühl ergriffen, sinnlose Randale ist den Bürgern zuwider. Also ergreifen die Bürger innerlich Partei für die EZB und wollen in Zukunft von Kritik nichts mehr höern.

Das ist der Zweck gesteuerter Opposition und der ganze Zweck der gezielten Randale von Blockupy heute in Frankfurt.

Keynesianer März 18, 2015 um 10:23

Die Blochupy-Randale wird heute das Thema des Tages in allen Online-Medien. Die scheuen da auch keinen Aufwand, denn das wurde geplant für diesen Zweck von ganz oben. Hier ein erstes Video der FAZ:

Blockupy-Proteste in Frankfurt Welle der Gewalt

Brennende Autos, verletzte Polizisten, Szenen einer Straßenschlacht:

Blockupy-Aktivisten protestieren in Frankfurt zu Beginn des Blockupy-Protesttags gewaltsam gegen den Kapitalismus. Die Polizei setzte bereits Wasserwerfer ein.

Blockupy Proteste: Barrikaden brennen auf der Hanauer Landstraße

Liveblog: Schwere Krawalle bei Blockupy-Protesten in Frankfurt
Blockupy Proteste: Brennende Autos in Frankfurt

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy/krawalle-und-gewalt-bei-blockupy-protesten-in-frankfurt-13490451.html

Keynesianer März 18, 2015 um 10:29

Was ist gesteuerte Opposition?

Kritiker der Geldpolitik könnten den Tag der Eröffnung des neuen EZB-Turms dazu benutzen, überall die Studenten und Bürger in Frankfurt mit Argumenten zu erreichen.

Wir könnten in der Universität heute Vorträge halten, wie die Geldpolitik Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit gezielt verursacht, warum die Agendapolitik von SPD und GRÜNEN die Ursache der Verschuldung und verlorenen Wettbewerbsfähigkeit in den Krisenstaaten der Eurozone ist.

In der Fußgängerzone und um den EZB-Turm herum könnten Flugblätter verteilt und Broschüren verkauft werden, in den die Bürger erfahren könnten, wie die Geldpolitik gezielt mit Krisen und Massenarbeitslosigkeit Lohndumping und Sozialabbau politisch durchsetzt.

Das sollen die Bürger nicht erfahren.

Darum heute die Randale von Blockupy organisiert von V-Leuten.

Keynesianer März 18, 2015 um 10:36

Hier geht es zum Liveblog der ZEIT:

EZB-Eröffnung

Polizei setzt Wasserwerfer gegen Blockupy ein

Brennende Polizeiautos, Angriffe auf Polizisten, Tränengas auf Demonstranten: Die EZB-Eröffnung in Frankfurt wird von gewalttätigen Aktionen begleitet. Unser Liveblog
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/ezb-blockupy-frankfurt-proteste-liveblog

Den Bürgern soll heute mit Hilfe von Blockupy von den Massenmedien in die Köpfe gehämmert werden, dass die Kritiker der EZB und generell die Kritiker der Geldpolitik nichts als sinnlose Randale bezwecken würden.

Dass jeder, der die Kritik an der Geldpolitik unterstützt, sinnlose Randale fördert, mit der heute eine ganze Stadt und ihre braven Bürger belästigt werden.

Autos brennen, Steine fliegen, ganz wie zu alten Zeiten mit den Frankfurter “Spontis” Daniel Cohn-Bendit und Jodef Fischer.

Anschließend wollen die braven Bürger von Kritik am System nichts mehr hören und genau dafür ist Blockupy von V-Leuten gegründet und aufgezogen worden.

Keynesianer März 18, 2015 um 10:47

Der SPIEGEL:

Blockupy in Frankfurt am Main:

Demonstranten versuchten, das EZB-Gelände zu stürmen

Die Frankfurter Polizei rechnete zwar mit Gewalt bei den Blockupy-Protesten, wurde aber vom Ausmaß überrascht. Hunderte Demonstranten sind bereits in der Stadt, Tausende sollen auf dem Weg an den Main sein – auch aus dem Ausland.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/blockupy-protest-tausende-in-frankfurt-erwartet-a-1024115.html

Da ist heute ein ganz großer Aktionstag aller von den V-Leuten in der BRD und den umliegenden Ländern organisierten schwarzen Blocks, Antifanten und Anarchisten und was es da so alles gibt. Die für Busse oder Bahnfahrkarten benötigten Gelder und vieles darüber hinaus sind geflossen, ein gelungener Aufmarsch der gesteuerten Opposition.

ruby März 18, 2015 um 10:56

@ all Blumenmädels
https://www.youtube.com/watch?v=uVXy7AsjvL4
liebe Deine Bankster wie dich selbst
;-)

topi März 18, 2015 um 10:59

Podemos ist aus der spanischen Protestbewegung hervorgegangen.

Syriza wurde nur durch Anschluss an die breiten Proteste zu einer großen politischen Kraft.

In Berlin wurden Zelte auf dem Alex zur Staatsgefährdenden Einrichtung erklärt und eingezogen.

Im Hintergrund scheinen doch viele Gruppen weitergearbeitet zu haben. Solange aber der Michel sich so toll fühlt, weil er für schlechteren Lebensstandard als vor 30 Jahren mehr arbeiten darf, fehlt die breite Anschlussfähigkeit.

Bogus März 18, 2015 um 11:17

H.K. Hammersen
nochmal kurz, dann ist Schluss:
“Und woher Sie die Informationen haben die Sie dazu bringen, “die Merkel für in JEDER Hinsicht komplett unfähig zu halten”, würde mich dann doch interessieren. ”

Das ging schon zu ihrer Zeit als Umweltministerin los, Stichwort Atommüll-Lagerung. Idiotisches und absolut unverantwortliches Handeln:

http://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/umwelt/atom_endlager.html

Aber was erzähl’ ich da, das weiß doch jeder.

KommentatorX März 18, 2015 um 11:25

Zur spätkapitalistischen Dekadenzgesellschaft gehören Erscheinungsformen wie Amokläufe, Hooliganismus, SM-Sexspiele, Drogenkonsum, Komatrinken, Love Parade etc.

Aktionismus und aggressive Agieren verdrängen die depressiven Gefühle.

Für nicht wenige gilt: „Only action is satisfaction“.

Nicht nur die Occupy- oder Bloccupy-Aktivsten praktizieren theorielosen politischen Aktionismus.

Sondern derartiger Aktionismus kennzeichnet die gesamte Politik im Spätkapitalismus: alles „Muddling Through“, alles irrationales und/oder psychopathisches Agieren.

Ob Ukraine, Griechenland, EZB, Kriege, Drohnenmorde, Guantanamo-KZ …

. März 18, 2015 um 11:30

“Da ist heute ein ganz großer Aktionstag aller von den V-Leuten in der BRD und den umliegenden Ländern organisierten schwarzen Blocks, Antifanten und Anarchisten und was es da so alles gibt. Die für Busse oder Bahnfahrkarten benötigten Gelder und vieles darüber hinaus sind geflossen, ein gelungener Aufmarsch der gesteuerten Opposition.”

Ganz schön paranoid

Keynesianer März 18, 2015 um 11:37

@KommentatorX März 18, 2015 um 11:25

Du erklärst es nicht. Denn wenn es nur psychisch bedingte Randaliersucht wäre, dann könnte Blockupy ja auch randalieren, wenn sich Merkel eine neue Kloschüssel im Kanzleramt einbauen lässt.

Sie randalieren aber zur Eröffnung des EZB-Turms.

Dieser Anlass könnte zur Aufklärung über den Zusammenhang von Geldpolitik und Krise genutzt werden. Dabei sind es gerade die Leute von Blockupy, diein jeder Diskussion über die Ursachen der Krise jeden Zusammenhang mit der Geldpolitik empört abstreiten würden: die Krise wäre doch die unvermeidbare Krise blabla …

Was wollen die von Blockupy also mit der EZB?

Ganz einfach: Jetzt werden die braven Bürger in den nächsten 6 Monaten mindestens jedem, der die Geldpolitik kritisiert und über sie aufklären möchte, mit der Randale von Blockupy kommen. Spätestens nach dem zweiten Satz eines Kritikers der Geldpolitik geht es dann los, ob der die brennenden Autos gut finde …

Das ist Sinn und Zweck von Blockupy!

KommentatorX März 18, 2015 um 11:50

„Da ist heute ein ganz großer Aktionstag aller von den V-Leuten in der BRD und den umliegenden Ländern organisierten schwarzen Blocks, Antifanten und Anarchisten und was es da so alles gibt. Die für Busse oder Bahnfahrkarten benötigten Gelder und vieles darüber hinaus sind geflossen, ein gelungener Aufmarsch der gesteuerten Opposition.“

Wenn es so wäre, dann wäre es intelligentes Handeln auf Seiten des Staatsschutzes. So erfasst man die (potentiell) aggressive und gewaltbereite Opposition.

Eine gute Gelegenheit zur großen Vorratsdatenspeicherung von Handydaten, biometischen Daten (Gesichter, Gangmuster eetc.) und Ausweisdaten.

Aktivsten, deren Straftaten dokumentiert wurden, kann man zur Mitarbeit als V-Leute „motivieren“.

P.S.
Was einem Otto Normalo heute als paranoide Wahrnehmung erscheint, erweist sich morgen als praktizierte Realität.

ruby März 18, 2015 um 12:16

Ganz gut stark der Jürgen Stark ;-)
http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/hr/Supermacht-EZB100.html
muss mich mal entschuldigen …
vielleicht werden wir noch Freunde !!!

KommentatorX März 18, 2015 um 12:25

@Key
„Denn wenn es nur psychisch bedingte Randaliersucht wäre, dann könnte Blockupy ja auch randalieren, wenn sich Merkel eine neue Kloschüssel im Kanzleramt einbauen lässt.“

Nirgendwo schreibe ich von „psychisch bedingter Randaliersucht“, sondern von „theorielosem politischem Aktionismus“. Dieser ist ein an der Oberfläche und in symbolischen Aktionen verbleibender Aktionismus, welcher meist affirmative Wirkung hat, weil er bewusstseinsmäßig nicht zur Systemfrage durchdringt und zur Theoriearbeit nich bereit oder fähig ist.

Die jungen Leute wollen kämpfen, während angepasste und resignierte Midlifer und frustrierte Opas geschwätzige Klugscheißerei im Internet betreiben.

ruby März 18, 2015 um 12:27

Wenn 2008 jemand erzählt hätte (Konjunktiv), daß 2015 die EZB monatlich 60 Milliarden für Staatsanleihenkäufe zur Rekapitalisierung schöpfen werde, der wäre in den Hochsicherheitstrakt in Stammheim unter Eskortierung eingeliefert worden.
https://itunes.apple.com/de/app/jva-stammheim-semesterprojekt/id458050161?mt=8
Inzwischen muß er Karriere in einer christlich-, sozialdemokratischen Partei machen …
Times are changing?
;-)
Changes are timing!

Manfred Peters März 18, 2015 um 12:49

Eine Frau Fuck-Nudelmann hat sich für heute Nachmittag in Frankfurt angekündigt, um im Auftrag der US-Administration unter den Demonstranten und Polizisten als Zeichen der Solidarität Snacks zu verteilen. :-(
Siehe auch:
http://rt.com/files/news/21/76/60/00/11.jpg

ruby März 18, 2015 um 13:00

BIS Quarterly Review March 2015
https://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qt1503.pdf
als Mittagspausenlektüre
Financial inclusion – issues for central banks S.83-96
Zentralbankkonto für Jeden !!!

Keine Blumen für die Kanzlerin! März 18, 2015 um 13:46

Stattdessen ein feuchtes, strahlendes Grab!
Morsleben oder Asse darf sie sich aussuchen – da sind wir großzügig!

https://www.youtube.com/watch?v=Eh6N-MYGhhM

Von wegen, “Vor vier Jahren fand Angela Merkel ihre Rolle als Politikerin. ” Nee, nee, die hat sie schon viel früher gefunden: Immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen, so kommste nach oben!

BB März 18, 2015 um 14:19

1,2 Mrd für diesen Scheiß-Riesen-EZB-Phallus.

Die Zwei hinter dem Komma der Milliarde hätte ausgereicht, um das von der griechischen Regierung geplante Gesetz zur Linderung der sozialen Not zu finanzieren.

Aber da bleiben diese Groß-Bonzen-Typen hart wie Krupp-Stahl. Da kennen sie keine Gnade, kein Mitleid.

Und der Flassbeck verteidigt die auch noch:

http://www.flassbeck-economics.de/die-ezb-politik-ist-falsch-aber-was-ist-die-alternative/

Nein Herr Flassbeck. Zinsen unterhalb von 1.5 Prozent sind immer und in jeder Situation falsch und turnen auch die Wirtschaft niemals nie an.

Aber der beste Freund der Bankster in der Not und im rauschenden Luxus ist halt der Keynesianer.

Ab heute steht auf dem Programm der proletarischen Intellekte von Europa:

- Umwandlung des EZB-Towers in eine europäische Steuerbehörde,
- Die EZB zieht für die nächsten 100 Jahre in eine Baracke,
- Der dieser Tower so riesengroß ist, passt dort auch noch ein europäisches Sozialministerium rein.

Alles klar. Hinweg mit diesem EU-Personal. Wir brauchen den kompletten Austausch. Nur noch Humanisten dürfen an die Macht.

BB März 18, 2015 um 14:24
Carlos Manoso März 18, 2015 um 14:51

@ Keynesianer März 18, 2015 um 11:37
„Dieser Anlass könnte zur Aufklärung über den Zusammenhang von Geldpolitik und Krise genutzt werden. Dabei sind es gerade die Leute von Blockupy, diein jeder Diskussion über die Ursachen der Krise jeden Zusammenhang mit der Geldpolitik empört abstreiten würden: die Krise wäre doch die unvermeidbare Krise blabla …“
Keynesianer, ok, ich klär dich jetzt mal auf über diese ewige neoliberale Predigt: „Verteilt werden kann nur das, was an Gütern erbracht worden ist., etc. blabla.“

Keynesianer , keineswegs werden so viele reale Güter (Output) produziert und gemäß Bedürfnissen verteilt, wie es mit den vorhandenen realen materiellen und wissenschaftlich-technischen Ressoucen (Input) möglich wäre. Tatsächlich werden aber nur die Mengen an Gütern erbracht, deren Produktion das Kriterium der sogenannten Rentabilität erfüllt. Das heißt, dass sogar mit „Gewinn“ produzierte Güter dann „unrentabel“ werden, wenn der Gewinn unter dem Standard der Rentabilität liegt.

Es tritt dann der absurde Fall ein, dass eine im hohem Maße „unrentable“ Produktion im kapitalistischen Sinne ökonomischen „Wert“ vernichtet, statt welchen zu schaffen, obwohl funktionsfähige physische Güter mit physisch vorhandenen Mitteln produziert worden sind.

Unter dem deprimierenden Eindruck der Weltwirtschaftskrise 1929 hatte J.M. Keynes noch gefürchtet, dass diese offenkundige Absurdität zum Aufstand gegen den Kapitalismus führen könnte. Um das absurde System des Kapitals noch zu retten, wollte Keynes diese systemgefährdende kapitalistische „Restriktion“ durch „Deficit-spending“ gewissermaßen überlisten.

Im Kern besteht der Keynesianismus aus der simplen Erkenntnis, dass durch einen Trick „(Deficit-Spending) die real durchaus vorhandenen Produktionsmöglichkeiten über die Grenzen des Systems des Kapitals hinaus eine Zeitlang jenseits der Absurdität des Kapitalismus noch benutzt werden können.

Keynesianer März 18, 2015 um 15:00

Die vereinigte Hetzpresse, die für die Agendapolitik in Deutschland verantwortlich war und damit für die Zwangsverschuldung der deutschen Handelspartner, hetzt jetzt gegen “Deutschland”.

Der Tagesspiegel:

Entweder die wirtschaftlich schwächeren Länder kriechen bei den Deutschen und ihren Agenten in Brüssel zu Kreuze. Oder diese treiben sie in den wirtschaftlichen Niedergang.
http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-krise-die-unterwerfung-athens-ist-ein-verheerendes-signal/11506994.html

KommentatorX März 18, 2015 um 15:03

Carlos Manoso, falls Du es noch nicht gelesen hast.
Auf Deinen Kommentar eingehend, hatte ich gestern zur Frage des Bewusstseins etwas geschrieben.
http://www.wiesaussieht.de/2015/03/11/blumen-fuer-die-kanzlerin/#comment-283169

Keynesianer März 18, 2015 um 15:04

Selbstverständlich sollen die deutschen Hungerlöhner auch noch für die Transferzahlungen aufkommen, die durch das Lohndumping der Agendapolitik zum Ausgleich der Exportüberschüsse notwendig würden.

Die Süddeutsche, eines der übelsten Hetzblätter der Agendakampagne:

Den Deutschen sollte man sagen: Griechenland wird in der Euro-Zone bleiben, und die Bewahrung dieser Euro-Zone wird weitere Schritte der Integration notwendig machen, einschließlich Transfers und der Vergemeinschaftung von Schulden, wenn denn die geeigneten Institutionen dafür eingerichtet werden können.
http://www.sueddeutsche.de/politik/krisenpolitik-der-bundeskanzlerin-merkel-auf-frontalkurs-1.2394124-2

topi März 18, 2015 um 15:07

Carlos, was soll denn ein “Standard der Rentabilität” sein?

Ein Vergleichswert offenbar, was ich an Rendite kriegen kann, wenn ich das Geld nicht in reale Produktion investiere, sondern sonstwo lagere.

Im “Normalfall” würde ich eben nicht selbst real investieren, sondern jemand anders, der erzielt x Prozent Rendite und gibt mit Y ab.
Also investiere ich nicht unter Y (+ z Prozent Risikoaufschlag, kann ja schief gehen), sondern schleppe es zur Bank.

Es gibt diesen “Standard” aber nicht, wenn es Geld in einem so riesigem Ausmaß gibt, dass jegliche realen Investitionsmöglichkeiten übersteigt.

Es werden Staatsanleihen mit negativen Zinsen gekauft, na Holla die Waldfee, das ist echt ein toller “Standard der Rentabilität”.

Soldat Schwejk März 18, 2015 um 15:15

@ BB

Häring wird hier ja vermutlich gelesen, aber an der Stelle sei doch auf dessen Kontroverse mit Flassbeck zu “Helikoptergeld” verwiesen… das wäre auch was für @Holger…

http://norberthaering.de/index.php/de/27-german/news/304-flassbeck-replik#1-weiterlesen

Ich finde Häring da überzeugender als Flassbeck; die Argumentation des letzteren ist da etwas dünn und rein taktischer Natur.

Und dann noch Härings Verriß von Jan Fleischhauers wiederholter Beklopptenrhetorik.

http://norberthaering.de/index.php/de/newsblog2/27-german/news/301-fleischi-2#1-weiterlesen

@ Keynesianer März 18, 2015 um 15:00

Tut mir leid, aber Du hast wirklich ein Ding an der Waffel. Ausgerechnet Harald Schumann zum Teil der “vereinigten Hetzpresse” zu erklären und ihm rückwirkend Verantwortlichkeit für die Agendapolitik zuzuschreiben, das ist nun sowas von daneben…

Bogus März 18, 2015 um 15:24

Soldat,
Harald Schumann ist der Macher von “Macht ohne Kontrolle, richtig?

Carlos Manoso März 18, 2015 um 15:33

@topi März 18, 2015 um 15:07
„Carlos, was soll denn ein “Standard der Rentabilität” sein?
Ein Vergleichswert offenbar, was ich an Rendite kriegen kann, wenn ich das Geld nicht in reale Produktion investiere, sondern sonstwo lagere. Im “Normalfall” würde ich eben nicht selbst real investieren, sondern jemand anders, der erzielt x Prozent Rendite und gibt mit Y ab. Also investiere ich nicht unter Y (+ z Prozent Risikoaufschlag, kann ja schief gehen), sondern schleppe es zur Bank.
Es gibt diesen “Standard” aber nicht, wenn es Geld in einem so riesigem Ausmaß gibt, dass jegliche realen Investitionsmöglichkeiten übersteigt.
Es werden Staatsanleihen mit negativen Zinsen gekauft, na Holla die Waldfee, das ist echt ein toller “Standard der Rentabilität”.

Topi, interessant, wie sehr du dir den Kopf des Systems vertrittst.

Logischerweise wäre der „Standard der Rentabilität“ unter globalen kapitalistischen Bedingungen (Geld weltweit per bits über Datenleitung verfügbar) vom gesamtkapitalistischen Durchschnitt des Profits bestimmt.

Keynesianer März 18, 2015 um 15:34

@Carlos Manoso März 18, 2015 um 14:51

Im Kern besteht der Keynesianismus aus der simplen Erkenntnis, dass durch einen Trick „(Deficit-Spending) die real durchaus vorhandenen Produktionsmöglichkeiten über die Grenzen des Systems des Kapitals hinaus eine Zeitlang jenseits der Absurdität des Kapitalismus noch benutzt werden können.

Jetzt bräuchtest Du nur noch zu erklären, warum Deine Freunde wie Hilferding und Naphtali schon 1929-33 und alle Marxisten bis heute immer noch diese simple Erkenntnis zur Überwindung der Krise sabotieren und die Not der Menschen nicht beenden, sondern meist durch die marxistische Rechtfertigung des Neoliberalismus – wie etwa Robert Kurz – diese Not noch verschärfen wollen.

ruby März 18, 2015 um 15:35

D-Radio:

Mittwoch, 18. März 2015
Schäuble: Investitionsoffensive neues Kapitel in Haushaltspolitik

Finanzminister Schäuble hat die sogenannte Investitionsoffensive der Bundesregierung vorgestellt. Der CDU-Politiker sagte bei einer Pressekonferenz in Berlin, insgesamt seien bis 2019 rund 23 Milliarden Euro zusätzlich eingeplant. Die Investitionen würden erhöht, ohne neue Schulden zu machen, erklärte Schäuble. Das Geld soll in Zukunftsinvestitionen, Entwicklungshilfe und an die Kommunen fließen. Die Kommunen erhalten außerdem zusätzliche Unterstützung für die Unterbringung von Flüchtlingen. In diesem und im kommenden Jahr zahlt ihnen der Bund jeweils 500 Millionen Euro. Am Morgen hatte das Bundeskabinett die Eckwerte für den Haushalt des kommenden Jahres und die Planung bis 2019 beschlossen. Gebilligt wurde dabei auch der Nachtragshaushalt für das laufende Jahr. Ein Entwurf sieht außerdem vor, das Wohngeld für Arbeitslose, Rentner und Geringverdiener zu erhöhen.

Hier Finanzplanung mit PDF-Anlagen
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2015/03/2015-03-18-PM13-bundeshaushalt-eckwerte.html

Investitionen und Konsum ???
vs.
Banksterrettung und Provisionen!!!

Mach mal anschlussfähig Michel…
https://www.youtube.com/watch?v=yaol6Yifdlo

topi März 18, 2015 um 15:40

BB

Das läuft doch.
Matchball Tsipras: sie beschließen, dass Hungernde Essensmarken kriegen (gibt es selbst in den USA, für zig Millionen); und aus der EU kommen Stimmen, dass dies nicht in Ordnung ist.

Nun hat Moscovici dementiert, der Ball liegt wieder in Athen.
Kleine Backpfeiffe für Schäuble und die anderen Harten Eurozoner (keiner von denen traut sich natürlich in die Kamera zu sagen, dass die gefälligst keine Essensmarken ausgeben sollen, solange noch Geldvermögen bedient werden muss).

Die Zuspitzung ist gut: Euro, oder Essensmarken für Hungernde (komplett einkommenslos, zur Erinnerung).

Dafür sagt Moscovici auf die Frage, ob Deutschland wegen der Überschreitung des 6-%-Überschussexportgrenzwertes (ohnehin schon absurd hoch) mit Folgen zu rechnen hat:
“Definitiv nicht! Deutschland ist der Motor Europas und darf nicht für seinen wirtschaftlichen Erfolg bestraft werden“

Keine Fragen mehr, Frankreich ist verloren (aber das wissen wir seit dem Hollande nicht Brüssel als Hauptkampfarena betrachtet hat, sondern etwas rumwurschtelte, um bald darauf Agendachen für Agendachen zu machen. (sprich Agenda-chen)

Carlos Manoso März 18, 2015 um 15:48

@KommentatorX März 18, 2015 um 15:03
„falls Du es noch nicht gelesen hast.
Auf Deinen Kommentar eingehend, hatte ich gestern zur Frage des Bewusstseins etwas geschrieben.
http://www.wiesaussieht.de/2015/03/11/blumen-fuer-die-kanzlerin/#comment-283169“

KommentatorX , den Text von Krahl finde ich heute – so viele Jahre danach- etwas durchwachsen.

Krahl hab ich damals als Gymnasial-Schüler erlebt, wie er unsere Schülerversammlung in der Aula „gesprengt“ hat. In Erinnerung bleibt mir, dass mein Philophielelehrer vor tiefer Bewunderung vor Krahl „ganz spontan“ zu stottern begann.
http://www.krahl-seiten.de/wissenschaftlicheintelligenz.htm

topi März 18, 2015 um 15:49

Carlos

“Logischerweise wäre der „Standard der Rentabilität“ unter globalen kapitalistischen Bedingungen (Geld weltweit per bits über Datenleitung verfügbar) vom gesamtkapitalistischen Durchschnitt des Profits bestimmt.”

Man kann ja verschiedener Meinung sein.

Aber das ist offensichtlicher Unsinn.
Der Durchschnitt kann selbstverständlich NICHT so etwas wie eine untere Schranke sein, zu der noch oder gerade nicht mehr investiert wird.

Das ist einfache Mathematik.

Aber auch mit richtiger Mathematik führt deine Überlegung zu nix, in Zeiten der Geldschwemme.
Das Geld KANN nicht real angelegt werden, also gibt es für den nicht anlegbaren Teil keine reale Rendite!

Es gibt Finanzanlagen, die nur noch einen imaginären Anschein eines Bezuges zur Realwirtschaft vortäuschen wollen.
Reine Schneeballsysteme, die “Renditen” kommen durch neue EInzahlungen, insgesamt im System durch neue Geldschöpfung.

Keynesianer März 18, 2015 um 15:49

@topi

Moscovici ist halt ein echter französischer Sozialist, was hattest Du denn von denen erwartet? :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Moscovici

Carlos Manoso März 18, 2015 um 15:54

@topi März 18, 2015 um 15:40
Kleine Backpfeiffe für Schäuble und die anderen Harten Eurozoner (keiner von denen traut sich natürlich in die Kamera zu sagen, dass die gefälligst keine Essensmarken ausgeben sollen, solange noch Geldvermögen bedient werden muss).
Die Zuspitzung ist gut: Euro, oder Essensmarken für Hungernde (komplett einkommenslos, zur Erinnerung).
Dafür sagt Moscovici auf die Frage, ob Deutschland wegen der Überschreitung des 6-%-Überschussexportgrenzwertes (ohnehin schon absurd hoch) mit Folgen zu rechnen hat:
“Definitiv nicht! Deutschland ist der Motor Europas und darf nicht für seinen wirtschaftlichen Erfolg bestraft werden“
Keine Fragen mehr, Frankreich ist verloren“

Topi, ja, Frankreich ist verloren. Was das bedeutet, sollte klar sein!

Keynesianer März 18, 2015 um 15:59

@Soldat Schwejk März 18, 2015 um 15:15

Ich finde Häring da überzeugender als Flassbeck; die Argumentation des letzteren ist da etwas dünn und rein taktischer Natur.

Du kannst das vermutlich nicht verstehen. Flassbeck argumentiert da nicht taktisch, er hat ja mit seinem Eisenbahn-Beispiel aus Afrika gezeigt, dass der Staat jederzeit auf Kredit sinnvolle Investitionen problemlos finanzieren kann.

Aber das Häring´sche Hubschraubergeld ist ein Thema, mit dem wir uns zum Narren machen würden vor dem Publikum. Es ist außerdem makroökonomisch nicht sinnvoll und bedient zwei falsche Vorstellungen des Publikums, dass nämlich erstens Schulden schlecht seien und zweitens das ausgegebene Geld der Notenbank doch keine Verschuldung wäre.

Das ist für einen Keynesianer, der von der richtigen Darstellung der Zusammenhänge lebt, untragbar.

Aber offenbar muss jeder, der einen Job als Redakteur bekommen hat, sich den immer wieder mal verdienen durch ein übles Foul an der eigenen Mannschaft. Auch wenn er sonst ein verdienstvoller Kritiker des Systems ist.

topi März 18, 2015 um 16:01

Frankreich kommt im Euro nicht mehr auf die Beine, bedeutet das.
Mehr nicht.

Das Problem für Frankreich wird dann akut, wenn Spanien Portugal und letztlich Italien raus sind.

Dann werden sie wohl eine Einheitsregierung bilden, um Le Pen gerade noch zu verhindern; oder ein Generalstreik zwingt die regierende Klasse, einfach das gleiche wie in Griechenland, Spanien Italien zu machen.

Soldat Schwejk März 18, 2015 um 16:01

@ Bogus März 18, 2015 um 15:24

Ja, das ist er. Und HS war außerdem schon vor 10 Jahren einer der wenigen fortschrittlichen Wirtschaftsjournalisten. Hat auch so investigative Sachen gemacht.

Hier von ihm eine ältere Sache, die zwar im Archiv vom “Tagesspiegel” nicht mehr einzusehen ist, aber noch auf einem Umweg:

http://geld-arbeitet-nicht.jimdo.com/das-buch/ausl%C3%B6ser/

Keynesianer März 18, 2015 um 16:07

@Carlos Manoso März 18, 2015 um 14:51

Tatsächlich werden aber nur die Mengen an Gütern erbracht, deren Produktion das Kriterium der sogenannten Rentabilität erfüllt. Das heißt, dass sogar mit „Gewinn“ produzierte Güter dann „unrentabel“ werden, wenn der Gewinn unter dem Standard der Rentabilität liegt.

Das ist übrigens auch falsch, denn die Rentabilität, unter der nicht mehr produziert und investiert wird, hängt von der Geldpolitik ab.

Diese Mindestrentabilität kann sogar negativ sein, wenn der Realzins auf Geld auch negativ ist.

Darum sind Deine Freunde, die Neoliberalen, ja immer für die Bekämpfung der Inflation durch hohe Zinsen, weil das die geforderte Mindestrendite in die Höhe treibt.

Mit keynesianischer Geldpolitik kann die Rendite negativ sein.

Es ist nicht das kapitalistische System – es sind nur die Neoliberalen! :)

kleines Liquiditätsproblem März 18, 2015 um 16:08

“Wie Viktor Orbán Sozialhilfeempfänger zur Arbeit zwingt

Der ungarische Premier Viktor Orbán verspricht bis 2018 Vollbeschäftigung. Sein Mittel: Arbeitslose werden zur Arbeit gezwungen, sonst werden Sozialleistungen gestrichen. „Közmunka“ heißt dieses Beschäftigungsprogramm – es ist Teil von Orbáns Konzept der „illiberalen Demokratie“”

http://www.cicero.de/weltbuehne/die-illiberale-demokratie-ungarn-ein-autoritaerer-kapitalismus/58999

Hat sich das schon in der Anhängerschaft von AFD und PEGIDA herum gesprochen? Waren seinerseits bei Sarrazin nicht wenige deutsche Assis und Hartzer, die sich sein Buch “Deutschland schafft sich ab” gekauft haben. RTL Nau lässt grüßen.

topi März 18, 2015 um 16:29

“Wie Viktor Orbán Sozialhilfeempfänger zur Arbeit zwingt

Der ungarische Premier Viktor Orbán verspricht bis 2018 Vollbeschäftigung. Sein Mittel: Arbeitslose werden zur Arbeit gezwungen, sonst werden Sozialleistungen gestrichen. „Közmunka“ heißt dieses Beschäftigungsprogramm”

Közmunka ist wohl die Übersetzung von Agenda 2010, oder wie?
Leistungskürzung bis auf Null wegen Nichtteilnahme bei idiotischen Maßnahmen (Supermarktsimulation, wer erinnert sich), kennen wir doch.

In Griechenland wird die Regierung unter Druck gesetzt, weil sie Essensmarken für vollkommen Einkommenslose verteilen will.

Wie war das mit dem Glashaus?

kleines Liquiditätsproblem März 18, 2015 um 16:44

“16.08 Uhr: CDU-Politiker Jens Spahn twittert zu den Ausschreitungen in Frankfurt: „Nicht auszudenken, wenn Pegida sich benommen hätte wie Blockupy heut in FFM. Gewalt, Randale, blinde Wut. Schande für Deutschland? #nurmalso.“ (hav) ”

http://www.fr-online.de/blockupy-frankfurt/ezb-blockupy-protest-frankfurt,15402798,30135784,view,asFirstTeaser.html

Was wohl PEGIDA-Anhänger über ihre Homosexualität so denken Herr Spahn?

BB März 18, 2015 um 16:47

@Schwejk

Danke für den Link. von Häring. Der hat tatsächlich eine sehr interessante Position.

Vor allem ist wirklich wichtig, denen zu kontern, die behaupten, die EZB macht ja nur Geldpolitik und nichts anderes und jetzt müssen halt nur die Staaten richtig liefern ….. das legen nämlich die linken dann so aus, dass die Staaten jetzt Nachfragepolitik machen sollen und halten den Draghi für ein Unschuldslamm und die rechten sagen, jetzt muss halt noch mehr gespaart werden. Für die ist Draghi sowieso der Held.

Nein, die EZB gehört mit zu dem verzockten Verein, der die Transformation der EU in ein reines Markt-radikales System will.

Die EZB würde niemals Nachfragepolitik erlauben. Wer das machen möchte und von denen nur ein bisschen oder mehr abhängig ist, wie die Griechen (oder Frankreich), wird sofort gefoltert. Helfen tun der EZB dabei die anderen Verbrecher, EU-Kommission, IWF bis korrupte Politiker (Juncker, Scholz, Gabriel).

Der Gabriel wartet doch im Moment nur darauf, dass er nach der nächsten verlorenen Wahl auch 2 Mio. zugesteckt bekommt, wie der Schröder. Anders ist sein Einsatz für die EZB oder TTIP doch nicht zu erklären.

“….Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel: “Ausgerechnet die EZB zum Verantwortlichen zu machen, zeugt auch von einem ganz erheblichen Unverständnis darüber, was die EZB derzeit für den Zusammenhalt in Europa leistet.” …..

http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/a-1024161.html

Der einzige, der sich hier durch Unverständnis bemerkbar macht, ist Gabriel selbst.

Das gigantische Wachstum der Vermögenspreise ist gewollt! Sie möchten noch ein paar Jahre so weitermachen, bis die von Ihnen Begünstigten alle Immobilien der Welt aufgekauft haben. Und dann sind sie sowieso die absoluten Bestimmer, weil sie dann wirklich alles im Sack haben.

Bogus März 18, 2015 um 16:48

Soldat,
interessante Story.

“16 der 18 angeschriebenen Mandatsträger interessierten sich für die angemahnte Steuergerechtigkeit wenig. Und die
beiden, die wenigstens nachfragten, ließen sich von den Ministerialen mit dem Verweis auf das „Steuergeheimnis“ abspeisen.”

Filz und Unfähigkeit: Made in Germany – not Greece!

“In Kürze will Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) dem Bundestag ein Gesetz zur Regelung der Private-Equity-Branche vorlegen.”

Wurde daraus was? Nix verraten – ich hab’ da so eine Vermutung…

Keynesianer März 18, 2015 um 16:49

Der Hessische Rundfunk manipuliert Fotos:

Alltag in den Medien, aber die Schäflein glauben es meist nicht:

Schwarze Rauchwolken hüllten die Frankfurter Skyline ein.
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=91009&key=standard_document_54812349

Schaut Euch das Foto 1 ganz oben an, da könnte man meinen, dass ganz Frankfurt in Rauch gehüllt sei. ;)

Die von Blockupy sind zwar Vandalen, aber solche Möglichkeiten haben sie dann doch nicht.

Keynesianer März 18, 2015 um 16:52

@Bogus

Wurde daraus was? Nix verraten – ich hab’ da so eine Vermutung…

Steinbrück durfte eine sehr hoch honorierte Rede auf der nächsten Generalversammlung der Private-Equity-Branche halten?

Keynesianer März 18, 2015 um 16:57

Das Manager-Magazin hat ein noch eindrucksvolleres Foto des von Rauch geschwärzten Himmels über Frankfurt:

http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/ezb-neubau-eroeffnet-krawall-um-mario-draghis-machtzentrale-fotostrecke-124796.html

Vermutlich meint die Presse, sie wird eh nur noch von den Blöden gelesen. :)

. März 18, 2015 um 16:58

https://twitter.com/ismail_kupeli/status/578211058017574912/photo/1

Nazis mischen sich unter das Publikum von Blockupy und attackieren eine Flüchtlingsunterkunft. Eine direkte Aktion gegen “fremde Kulturträger” und dazu noch schlechte Presse für den politischen Gegner. @ Keynesianer übernehmen sie.

ruby März 18, 2015 um 17:16

@ BB
zum ersten und letzten mal es reicht :
SchUlz nicht SchOlz
ansonsten Platzverweis bis zum Grexit oder wie auch immer
;-)
https://www.youtube.com/watch?v=V8K-UXAknM8

. März 18, 2015 um 17:17

+++”EZB die wahren Randalierer” +++

Morph März 18, 2015 um 17:38

@KommentatorX März 18, 2015 um 12:25

“ein an der Oberfläche und in symbolischen Aktionen verbleibender Aktionismus, welcher meist affirmative Wirkung hat, weil er bewusstseinsmäßig nicht zur Systemfrage durchdringt und zur Theoriearbeit nich bereit oder fähig ist.”

Ganz genau. Erst kommt die Theoriearbeit und dann das Revolutionsvergnügen. ;-)

“Die jungen Leute wollen kämpfen, während angepasste und resignierte Midlifer und frustrierte Opas geschwätzige Klugscheißerei im Internet betreiben.”

Wie, die jungen Leute wollen kämpfen? Ich denke, die dringen bewusstseinsmäßig nicht zur Systemfrage vor.

Du musst Dich schon entscheiden. Entweder Blockupy ist nur eine Variante von spätkapitalistischem Hooliganismus und SM-Spielchen (Du bist echt sooo lustig! :-) ), oder irgendwie doch ernsthaft systemkritisch.

Zählst Du Dich eigentlich mehr zu den angepassten Midlifern oder schon zu den frustrierten Opas?

(Wirklich, ganz herzlichen Dank, ich habe lange nicht so etwas Höchstkomischbeklopptes gelesen!)

Morph März 18, 2015 um 17:43

Ich meine, ehrlich, @KX, was den Spaßfaktor angeht, bist Du wirklich unschlagbar! @Keynesianers Beklopptheiten z.B., die tun mittlerweile wirklich weh. Auch @Natalius, Aua, Aua, Aua! Weil, man ist ja nicht völlig herzlos.

Aber Du, Du bist pumperlxunt in Deinem Wahn. Über Dich darf man ohne schlechtes Gewissen lachen!

Carlos Manoso März 18, 2015 um 18:05

@topi März 18, 2015 um 16:01
„Frankreich kommt im Euro nicht mehr auf die Beine, bedeutet das.
Mehr nicht.
Das Problem für Frankreich wird dann akut, wenn Spanien Portugal und letztlich Italien raus sind.
Dann werden sie wohl eine Einheitsregierung bilden, um Le Pen gerade noch zu verhindern; oder ein Generalstreik zwingt die regierende Klasse, einfach das gleiche wie in Griechenland, Spanien Italien zu machen.“

Topi, wart’s doch einfach ab. Mit deiner Aussage „Frankreich kommt im Euro nicht mehr auf die Beine“ beweist du nur, dass du mit deiner deutschen Brille die Intelligenz der Franzosen/innen nicht verstehen kannst.

Ach ja, Griechenland, Syriza:

Syriza muß einfach noch die wenigen Monate die Luft anhalten, bis in Spanien gewählt wird und Podemos in die Regierung aufgenommen werden muß. Italien ist danach nur ein Klacks.

Ein anonymer Bewunderer hiesiger Geistesgrößen März 18, 2015 um 18:09

“Nicht der Hunger bringt Menschen auf die Straße, schon gar nicht der Hunger nach Luxus. ”

Morph, 12. März 2015

Manfred Peters März 18, 2015 um 18:12

@ Kenianer März 18, 2015 um 16:49 usw.
“Schwarze Rauchwolken hüllten die Frankfurter Skyline ein.”
Westsozialisierte Weicheier, Warmduscher, Suppenkasper, …Heulbojen!

Bei mir zu Hause sieht es fast täglich so aus. ;-)

Andreas Treu März 18, 2015 um 18:14

@Carlos Manoso

Topi, wart’s doch einfach ab.
Jetzt bin ich ja mal neugierig geworden. Was sollten wir denn da abwarten? Was sollte noch passieren (fällt ein Stein vom Himmel) oder ist schon eine Änderung unterwegs?

. März 18, 2015 um 18:22

Blick auf Blockupy-Krawalle vom 43. Stock des EZB-Neubaus einfach fantastisch

http://www.der-postillon.com/2015/03/blick-auf-blockupy-krawalle-vom-43.html

. März 18, 2015 um 18:34

@ Manfred Peters

“Bei mir zu Hause sieht es fast täglich so aus. ;-)”

Das könnte am Nachbarn liegen:)) Jeden Tag sein Dope rauchen man man man…

https://www.youtube.com/watch?v=CuMKIGY8oME

. März 18, 2015 um 18:40
Carlos Manoso März 18, 2015 um 18:47

@Andreas Treu März 18, 2015 um 18:14
„Topi, wart’s doch einfach ab.
Jetzt bin ich ja mal neugierig geworden. Was sollten wir denn da abwarten? Was sollte noch passieren (fällt ein Stein vom Himmel) oder ist schon eine Änderung unterwegs?“

Andreas Treu , du SOLLST nicht abwarten. Entspann dich!
Wie gesagt, warte ganz einfach nur ab!

BB März 18, 2015 um 19:14

@ruby

“…@ BB
zum ersten und letzten mal es reicht : SchUlz nicht SchOlz ansonsten Platzverweis bis zum Grexit oder wie auch immer…”

Schulz, Scholz, Brown, Smith, Jones…. ist immer das gleiche Agentenprogramm. ….. Frag Keynesianer.

Andreas Treu März 18, 2015 um 19:15

Andreas Treu , du SOLLST nicht abwarten.
Äh, ja. Bin zwar nicht das Treu, das ist nur mein Nick hier, aber okay, ich hatte auch nicht vor abzuwarten, also mache ich mal weiter ;-)

Entspann dich!
Klaro, mach’ ich stets, sonst würde ich hier nicht vorbeigucken (bin gerade mal nicht in Frankfurt)

Wie gesagt, warte ganz einfach nur ab!
Uuups?! Hattest Du nicht oben gesagt, ,,Du SOLLST nicht abwarten?”. Ja also was denn jetzt?

Egal, ich seh’ das hier jetzt mal als abgeschlossen an, da Dir scheinbar nichts gescheites mehr zum Thema einfällt. Warum sollten wir uns deshalb auch zanken. Das Pferd ist tot, der Reiter hat’s nur noch nicht gemerkt.

BB März 18, 2015 um 19:23

Hey, ihr hab das nicht zu bestimmen:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-03/griechenland-grexit-austritt-eu-kommission-euro

Wenn ihr es doch tut, werden wir euch abschaffen.

BB März 18, 2015 um 19:28

https://pbs.twimg.com/media/CAX19FwWcAA3z_N.png

http://cdn1.spiegel.de/images/image-824698-galleryV9-fvxf.jpg

Ich fass es nicht. 2, 3 Mrd. für so’n hässlichen Stadt-Penis. Sowas ist ganz schwer wieder abzureissen.

BB März 18, 2015 um 19:29

Pardon, 1,2 Mrd.. Ist aber auch zu viel

Morph März 18, 2015 um 19:34

@BB

“Ich fass es nicht. 2, 3 Mrd. für so’n hässlichen Stadt-Penis.”

Ja, schon gut. Wir haben verstanden, dass Du keinen Geschmack hast. Schon lange. Du gehörst zu jenen Fortschrittsfreunden, die Leute totschlagen würden, weil sie eine Brille aufhaben. Von wegen “proletarischem Intellekt”.

Dein Denken ist von Grund auf häßlich, @BB.

Wie schön, dass wir nicht mehr befürchten müssen, dass Arschlöcher wie Du irgend Relevanz haben werden.

BB März 18, 2015 um 19:37

Statt hässliche Stadt-Penisse zu bauen (Architekten, schämt euch, das ist ja schlimmer als die Nürnberger Feldherrenhalle) müssen wir in Zukunft Technologie so lenken, dass diese in Zukunft dafür eingesetzt wird, z.B. komfortable Null-Energie-Komfort-Hütten (75 – 120qm) mit angeschlossenen Subsistenzwirtschaftsmöglichkeiten für sozial Schwache realisierbar automatisiert zu erstellen.

http://www.derwesten.de/panorama/villa-aus-dem-3d-drucker-id10390611.html

So stelle ich mir echten Fortschritt vor.

Natürlich für jeden bezahlbar, sogar den Harz IV – Empfänger. Es ist nämlich ein Skandal, dass man immer bis kurz vor die Rente an eine kriminelle Bank abbezahlt.

Das ist die wirkliche Herausforderung für Architekten und Finanzierungskönner, aber bitte nicht solche Stadt-Penisse. Die müssen wieder aus den Augen.

BB März 18, 2015 um 19:40

Mörphchen, heute wieder depressiv? Nimm mal ‘ne Tasse Baldrian-Tee zusammen mit Johanniskraut. Dann schwebst du wieder.

ruby März 18, 2015 um 19:43

@ Andy Trusty
C.M. hat Spanien intus …
Und meine spanischen Kontakte deuten auf das einläuten eines historischen Wandels …wie Ende des Königtums und so weiter
;-)
Also kundig machen über España und ein Nuevo Europa
http://www.welt.de/wirtschaft/article106408462/Der-Geheimplan-fuer-ein-neues-Europa.html
aber akut anders

ruby März 18, 2015 um 20:01

Denken, dass das bei einem Land der Dimension Griechenlands funktioniert :
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/merkel-bei-krisentreffen-gegen-den-grexit-13490965.html
träumt weiter …

BB März 18, 2015 um 20:01

*Kecker, lach*

Eben gerade im Börsenbericht kurz vor der Tagesschau.

Börsenhändler sind heute ganz unaufällig und inkognito in Jeans zur Arbeit gekommen, manche haben direkt blau gemacht.

Andreas Treu März 18, 2015 um 20:04

@ruby
Der von dir verlinkte Artikel ist von 3. Juni 2012. Das ist ja das Problem, dass in all die ‘Anstrengungen’ der Politiker der Eurozone sich bisher nur Transferzahlungen an die Banken beschränkte. Ein Konzept gibt es nicht. Die Summen die ‘rumgeschoben werden, wurden nur stets grösser. Wenn Du den Artikel oben liest, dann kannst Du auch feststellen, dass alle Versuche gescheitert sind. Krise wieder da! Der Artikel bleibt also aktuell. Das ist das eigentliche Problem, in einer Welt des time is money.

Nochmal, sieh’ Dir an, wie die Krise in Island bewältigt wurde. Was war da anders?

BB März 18, 2015 um 20:07

PS, bei solchen Technologien, wie diese Bauroboter, die für 5000 Euro aus Bauschutt Villen erstellen, ist natürlich der König, der Grund und Boden hat.

Also Leute, Augenmerk darauf gerichtet! Verhindert, dass sich irgendwelche Bonzen und Strukturen da jetzt kumulieren.

BB März 18, 2015 um 20:12

Ansatzpunkt wäre etwas das Modell Wien/Osterreich.

2/3 der Stadtimmobilien gehören der Stadt und ihre Bewirtschaftung ist in erster Linie sozialen Zielen verpflichtet.

http://www.deutschlandfunk.de/immobilien-wien-kaempft-fuer-seinen-sozialen-wohnungsbau.795.de.html?dram:article_id=293900

Wie schaffen wir die Transformation?

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/viele-mieter-wechsel-an-der-koe-aid-1.4827924

Leute, thinked bitte big. Sonst passiert gar nix.

BB März 18, 2015 um 20:19

*kecker, lach*

Diese Volkswirte, … *kecker, lach*.. mit Dr. und Diplom ….. *kecker, lach*. Leider dreht sich die Welt nicht so, wie ihr denkt.

ruby März 18, 2015 um 20:20
KommentatorX März 18, 2015 um 20:33

@Carlos Manoso März 18, 2015 um 15:48
Krahl hab ich damals als Gymnasial-Schüler erlebt, wie er unsere Schülerversammlung in der Aula „gesprengt“ hat. In Erinnerung bleibt mir, dass mein Philosophielehrer vor tiefer Bewunderung vor Krahl „ganz spontan“ zu stottern begann.

Krahl war eine historische Ausnahmeerscheinung und dies hat Dein Lehrer wahrgenommen.

Krahl war der klügste Kopf des SDS.

Andreas Treu März 18, 2015 um 20:40
Andreas Treu März 18, 2015 um 20:44

@ry
Falls Du es knapp haben will, hier komprimiert auf 5 Minuten:
https://www.youtube.com/watch?v=C7FWNuCSFoY

Morph März 18, 2015 um 20:49

@BB März 18, 2015 um 19:40

“Mörphchen, heute wieder depressiv?”

Nein, im Gegenteil, ich bin völlig fasziniert von Dir. WIE geschmacklos man sein kann! Verblüffend!

Und, wie gesagt, ich denke, jedes totalitäre Regime hätte Verwendung für Dich. Und Du würdest Dich dem heißen Herzens unterwerfen. Du magst Einfachheit und Eindeutigkeit. Dafür nimmst Du jede Häßlichkeit in Kauf.

Keynesianer März 18, 2015 um 20:59

Hier ein Video vom

Angriff auf das Erste Polizeirevier Frankfurt
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy/film-zeigt-gewalt-exzess-angriff-auf-das-erste-polizeirevier-frankfurt-13491762.html

Das ist mitten in der Stadt, in der Einkaufsmeile Zeil. Also der Trupp von Demonstranten müsste doch schon an der Stadtgrenze jedem Blinden aufgefallen sein. Und den Kameras. Mitten in der Stadt hat so eine Randale selbstverständlich größte Wirkung auf die Bürger.

Manfred Peters März 18, 2015 um 20:59

@ Pünktchen 18.03. ,18:34
Ja ja, die Schneiders sind alt geworden!
Womit wir wieder bei der Geldvermehrung und Vernichtung wären. ;-)

Keynesianer März 18, 2015 um 21:12

Die Demo am Abend war zwar gewaltfrei, sollte aber wohl auch die nicht teilnehmenden Bürger provozieren, die das dann in Bildern und Filmen sehen. An der Spitze der Demo war ein großes Transparent mit der sinnigen Aufschrift:

Für ein Ende der Traurigkeit
http://www.fr-online.de/blockupy-frankfurt/der-demonstrationszug-am-abend,15402798,30159898.html

Ich frage mich: Wem fällt so etwas ein? Hatten die den Cohn-Bendit als Berater, sonst fällt mir da keiner ein. Völlig sinnfrei alle braven Bürger provozierend nach der blöden Randale.

Eagon März 18, 2015 um 21:34

Der Google-Algorithmus eine Gefahr für die Demokratie.

Suche nach “anzeichen für intelligentes leben auf der Erde entdeckt” blieb erfolglos.

Keynesianer März 18, 2015 um 21:40

RT hat hier ein über 5 Std. dauerndes Video von den heutigen Blockupy-Protesten in Frankfurt eingestellt.

https://www.youtube.com/watch?v=S2aOl3e4VXo

BB März 18, 2015 um 21:58

@Mörphchen

“Dein Denken ist von Grund auf häßlich, @BB. …. ich bin völlig fasziniert von Dir. WIE geschmacklos man sein kann! Verblüffend!…..”

Hast du dir als Blogwart mit deinem üblicher Gesinnungscheck auf antisimitistische Argumentationsmuster und Nähe zu Rechtem Gedankengut bei mir die Zähne ausgebissen an mir, nech? Ich bin ja sowas von entchauvinisiert.

Kreativität ist ja nicht deine Stärke, aber jetzt ist dir mal ‘ne neue Kategorie eingefallen, nech?

“Hässliches Denken” ….. Grmpf ….

Muhahahaha

BB März 18, 2015 um 22:12

Die Argumentation des Mainstreams ist dumm wie Bohnenstroh:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/blockupy-die-unklare-haltung-der-linken-zur-ezb-a-1024264.html

“…..Linke rücken die Europäische Zentralbank ins Zentrum ihrer Proteste. Dabei galt Zentralbank-Chef Mario Draghi lange als Verbündeter der Krisenländer – und wurde noch vor Kurzem selbst von Griechenlands Finanzminister Varoufakis gelobt…..”

Kann sein, dass Varoufakis den gelobt hat, denn erstens ist er ja
- Keynesianer (wie Flassbeck) und zweitens
- will er was von dem.

Was also ist ein Lob von jemandem wert, der komplett abhängig ist vom Gelobten und sich vielleicht Hoffnung macht und deshalb schmeichelt? …. Nix.

Diese Mainstream-Pudel nehmen jeden geknickten Strohhalm als Beleg für ihre verbogene Argumentation.

Selbstverständlich haben die Linken mit der Kritik an Draghi recht. Der ist niemals nie ein Freund der Südländer. Der ist ein Freund des Waterboarding für angeblich verschwenderische Staaten und der kompletten Befreiung von jeglicher Verantwortung und Belastung der Eliten.

Denn das ist die Wirkung seiner Politik . Die Reichen werden unglaublich noch reicher, die Länder aber nicht entschuldeter und senken den Sozialstandard und die Reichen müssen immer weniger steuern zahlen. Gut, er macht das alles nicht alleine, aber mit seinen Freunden in den EU-Eliten.

Und die Wirkung ist es, die zählt.

Kecker März 18, 2015 um 22:56

@b(esonders) b(löd): “Leute, thinked bitte big. Sonst passiert gar nix.”

Denn Eisen und Stein werden stets die wahren Freunde der Zwerge sein. (Deutsches Sprichwort)

Thor März 18, 2015 um 23:22

@Morph
warum bist du eigentlich so überzeugt von den “Institutionen”? Waren es nicht immer diese, die Entmenschlichung möglich gemacht haben?

Ich habe echt Angst vor diesen Megainstitutionen, wie EU, USA.

ruby März 18, 2015 um 23:26

Sensationelle Erkenntnis bei Anne Will, Einkommen aus allen Arten soll gleich besteuert werden, was demokratisch wäre …
Ja, dann machen wir das doch einfach ;-)

Soldat Schwejk März 19, 2015 um 01:13

So, noch mal zu dem Lapavitsas-Interview. Kam jetzt erst dazu, das zu lesen. Hier noch mal der Link.

https://www.jacobinmag.com/2015/03/lapavitsas-varoufakis-grexit-syriza/

Will das zur Lektüre weiterempfehlen. Sind zwar ausgedruckt 41 Seiten, aber nicht so sehr viele Zeichen pro Seite. Und außerordentlich informativ als Syriza-Innenansicht mit Einschätzungen zur griechischen Ökonomie und zu Syriza selbst im Verhältnis nach innen und außen.

Und gut verständlich. Kein Ökonomenslang. Um akademische Fragen geht es auch gar nicht, oder nur ganz am Rande.

@Keynesianer, Deine Einschätzungen weiter oben kann ich gar nicht teilen. Was Du offenbar als Lapavitsas’ marxistische Zielvorstellungen verstehst (Bankenverstaatlichungen etwa), das ist in Wirklichkeit als Teil des Krisenmanagement bei Plan B (einseitiger, nicht mit der Eurozone abgestimmter Grexit) gedacht. Lapavitsas macht deutlich, daß die marxistische Theorie für ihn gerade kein Leitfaden für kurzfristiges Reagieren auf die aktuelle Krisensituation sein kann.

Lapavitsas vertritt immer noch den Euro-Ausstieg, und er kritisiert die europäische Linke übrigens für ihr weitgehendes Festhalten an der Währungsunion und ihren Institutionen. Er hält die Währungsunion für nicht progressiv reformierbar und deren Abgleiten in Austeritätsregime für unvermeidlich.

Die Einführung von Steuergutscheinen als innerer Parallelwährung ist eine Idee u.a. von Wolfgang Münchau (FT). Lapavitsas wird darauf angesprochen und ist nicht übermäßig begeistert davon – er hält das für denkbar und hat schon Ähnliches vorgeschlagen, aber nicht als dauerhaftes Mittel gegen die Austerität, sondern als eine vorübergehende Notlösung vor einer Währungsreform, auch kurzfristig einführbar noch vor den Verhandlungen im Juni.

Er übt auch Kritik an Varoufakis’ bisheriger Verhandlungstaktik, weil ein ausschließliches Verhandeln innerhalb der Euro-Verbleibs-Option die griechische Regierung stärker erpreßbar gemacht habe als nötig.

Er schlägt eine neue Verhandlungsposition für die nächste Runde im Sommer vor. Mit Plan A: Eine mit der Eurogruppe abgestimmte kontrollierte Abwertung, wobei die EZB einen unteren Kurs der Neudrachme garantiere. Angelehnt an das Europäische Währungssystem vor dem Euro. Die Abwertung müßte dann nicht höher als 20% sein.

Falls Plan A nicht durchkommt, dann Plan B: Einseitiger, nicht abgestimmter Austritt aus dem Euro, verbunden mit einem möglichen Kursverfall der Neudrachme von 50%. Und in DIESEM Fall würden die ganzen radikaleren Maßnahmen vorübergehend eingeführt werden müssen.

Was u.a. die ‘technischen’ Fragen einer Währungsreform angeht, die erörtert er recht ausführlich, das dürfte einige hier interessieren.

Und er schreibt einiges zu Syrizas schwieriger Lage und doch auch vorhandenen Handlungsoptionen im Inneren während der 4 Monate Übergangsfrist.

Einer der informativsten Beiträge, die ich dazu gelesen habe… nachdenklich, ohne jede theoretische Borniertheit, aber mit klaren Meinungen. Glaube manches dadurch besser verstanden zu haben.

Wie gesagt, Leseempfehlung. Könnte sogar mal in einen Ausgangsbeitrag mit eingebaut werden.

Soldat Schwejk März 19, 2015 um 01:22

Ach so… @BB, @Morph

Beim Blick auf das EZB-Gebäude stellt sich ja abgesehen von Stilfragen auch die Frage: Wer soll das Ding dann eigentlich nach der EZB mal weiternutzen? Oder musses dann wieder abgerissen werden? :-) Nich daß es dann sowas wird wie der Steglitzer Kreisel in Berlin…

Morph März 19, 2015 um 04:14

@Thor

“warum bist du eigentlich so überzeugt von den “Institutionen”? Waren es nicht immer diese, die Entmenschlichung möglich gemacht haben?”

Was heißt ‘überzeugt sein’ in diesem Fall? Ich halte nur nichts davon, so zu tun, als könne man gesellschaftliche Strukturen so mir nichts, die nichts ändern. Mein Eindruck ist, dass die meisten hier nicht den Hauch einer Ahnung davon haben, wie machtvoll Verfahrensregeln sind, wenn sie erst einmal für Großregionen und ihre Bevölkerungen institutionalisiert worden sind.

Und was die ‘Entmenschlichung’ angeht: Es gibt sog. Naturvölker, in denen die künstliche Verfremdung des natürlichen Körpers alles in den Schatten stellt, was heute die Schönheitsindustrie anbietet, und in denen die Wahrscheinlichkeit für einen Mann, nicht eines natürlichen Todes zu sterben, sondern in Stammeskriegen erschlagen zu werden, bei 60% liegt.
Die größten Menschheitskatastrophen sind von dem gesellschaftlichen Gebilde ‘Nationalstaat’ hervorgebracht worden. Es gibt überhaupt keinen Grund, dem sich derzeit auflösenden Strukturmuster ‘Nationalstaat’ so wahnsinnig nachzutrauern, wie das hier im Blog unter den National- und Rational-Sozialisten so Konsens ist.

“Ich habe echt Angst vor diesen Megainstitutionen, wie EU, USA.”

Wirklich? Ich glaube, nur Großinstitutionen können andere Großinstitutionen ausbalancieren. Wenn man den gesellschaftlichen Einfluss großer Konzerne begrenzen will, braucht man große politische Entitäten.

Keynesianer März 19, 2015 um 04:15

Ja, wer war denn das:

Überwachungsvideo Von Polls Maklerbüro in der Nacht zerstört

Vermummte griffen schon am Dienstagabend um 23.20 Uhr mit einem Vorschlaghammer und kleinen Schlagwerkzeugen die Filiale an der Ecke von Feldbergstraße und Myliusstraße in Frankfurt an.
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy/von-poll-immobilien-buero-in-frankfurt-in-der-nacht-zerstoert-13491816.html

Keynesianer März 19, 2015 um 04:18

Schon ist der Fall Maklerbüro von Poll gelöst:

„Für alle nur das Beste“ – Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Einweihung des EZB-Neubaus haben wir gestern, am 17.3.2015 den Sitz der von Poll-Immobiliengesellschaft verwüstet und das großzügige Maklerbüro für längere Zeit unbrauchbar gemacht. MitstreiterInnen haben uns mit Krähenfüßen in den benachbarten Straßen die aufgebrachte Polizei vom Hals gehalten.
https://linksunten.indymedia.org/de/node/137935

Ich meine, die Typen kommen doch keine 100 Meter aus ihrer Wohnung, ohne dass die Polizei das weiß. Die kennt man doch, seit sie im Kindergarten den Papierkorb angezündet haben.

Keynesianer März 19, 2015 um 04:26

Jetzt könnte uns der System- und Kommunikationstheoretiker @Morph noch gleich erklären, warum die FAZ nicht gleich selber auf Linksunten bei Indymedia verlinkt hat.

Das müsste doch bei den Lesern der FAZ als Fall geklärt auch gut ankommen. Oder gefährdet es die Auftragsarbeit der V-Leute in dieser Szene?

topi März 19, 2015 um 08:11

Schwejk

“Lapavitsas vertritt immer noch den Euro-Ausstieg, und er kritisiert die europäische Linke übrigens für ihr weitgehendes Festhalten an der Währungsunion und ihren Institutionen. Er hält die Währungsunion für nicht progressiv reformierbar und deren Abgleiten in Austeritätsregime für unvermeidlich.”

Guter Mann.

“Die Einführung von Steuergutscheinen als innerer Parallelwährung…

Er übt auch Kritik an Varoufakis’ bisheriger Verhandlungstaktik, weil ein ausschließliches Verhandeln innerhalb der Euro-Verbleibs-Option die griechische Regierung stärker erpreßbar gemacht habe als nötig.”

Er ist halt kein Politiker.
Syriza muss mit den 75% umgehen, die i Januar nch den Euro behalten wollten (gibt es neue Umfragen?).

Also den Landsleuten aufzeigen, welche Alternativen es zum Euraustritt gibt; dass Teile der EU Essensgutscheine für einkommenslos Hungernde ablehnten, dürfte ein starkes Symbol werden.

“Er schlägt eine neue Verhandlungsposition für die nächste Runde im Sommer vor. Mit Plan A: Eine mit der Eurogruppe abgestimmte kontrollierte Abwertung, wobei die EZB einen unteren Kurs der Neudrachme garantiere. Angelehnt an das Europäische Währungssystem vor dem Euro. Die Abwertung müßte dann nicht höher als 20% sein.

Falls Plan A nicht durchkommt, dann Plan B: Einseitiger, nicht abgestimmter Austritt aus dem Euro, verbunden mit einem möglichen Kursverfall der Neudrachme von 50%. Und in DIESEM Fall würden die ganzen radikaleren Maßnahmen vorübergehend eingeführt werden müssen.”

Eine Währungsreform muss IMMER mit radikalen Maßnahmen einhergehen.

Obwohl: Da in ein paar Monaten das ganze Geld auf griechischen Konten von der EZB gesponsort ausgezahlt sein wird, ist es egal. :roll:

Das ist allerdings eine extrem radikale Maßnahme durch die EZB, wenn man es genau nimmt.

topi März 19, 2015 um 08:11

schönen Gruß von holger, kann ich ausrichten :-D

BB März 19, 2015 um 08:21

@Mörphchen

“…..Ich glaube, nur Großinstitutionen können andere Großinstitutionen ausbalancieren. Wenn man den gesellschaftlichen Einfluss großer Konzerne begrenzen will, braucht man große politische Entitäten……”

Du kleiner Fascho, du. Mit der Begründung haben sich die Nazis auch an die Macht gebracht. Gegen das Weltfinanzjudentum und so. :-)

(Jetzt hab ich Morphs übliche billige Knallkörperchen mal zurückgeworfen bevor sie wpuff gemacht haben :-) )

keiner März 19, 2015 um 08:27

Die Schwachsinnsmedian, ala Zeitonline und FAZonline fanzen sich wieder ihr neolib-rechtes Weltbild zurecht: Die LINKE hat ein grundsätzliches Gewaltproblem, während in Deutschland staatlich unterstützt (oder gar bezahlt?) Neonazis Ausländer dutzendweise ermorden. Geht’s noch?

BB März 19, 2015 um 08:59

@keiner

“……Die LINKE hat ein grundsätzliches Gewaltproblem,….”

Nun, wie kann man auch dieses billige Knallkörperchen zurückwerfen, bevor es puff macht?

Es sind die EU-Eliten, die diesen Gewaltausbruch zu verantworten haben und nur sie!

Wenn sie noch nicht einmal eine demokratisch gewählte linke Regierung akzeptieren können und vom ersten Tag daran arbeiten, dass diese scheitert, dann entsteht eine Hoffnungslosigkeit bei vielen Menschen, die keine marktradikale Politik wollen im Gegensatz zu unseren EU-Eliten, so dass als einzige Möglichkeit nur noch die Gewalt als Möglichkeit erscheint, um die Verhältnisse zu ändern.

So wie sich Schäuble, Djisselblom und andere verhalten, machen sie offensichtlich den Durchmarsch. Sie scheinen die totale Macht zu haben.

Es gibt ja keine Möglichkeit mehr, sich gegen ihren politischen Kurs zu wehren. Nicht einmal mit demokratischen Wahlen! Das Beispiel Griechenland belegt es.

Es kann auch nicht sein, dass Schuldner/Gläubiger-Verhältnisse demokratischer Macht übergeordnet werden. Es ist bekannt, dass IWF, EU und andere Institutionen solche Beziehungen nutzen, um Staaten ihre mittlerweile als falsch erkannten marktradikalen Ideen aufzuzwingen. Aber die unbelehrbaren machen einfach weiter!

Genau in dieser Situation wird Gewalt legitim, wenn eine demokratisch nicht mehr gewollte Politik einem Land trotzdem aufgezwungen wird.

Ich glaube, das ist sogar in unserem Grundgesetz verankert (Artikel 20 Absatz 4). Und da sich ja die Nationalstaaten immer stärker auflösen und durch demokratisch nicht mehr legitimierbare Strukturen (Troika, EU-Kommission) abgelöst werden, wird Gewalt immer wahrscheinlicher und besitzt sogar Legitimität.

Was ich hiermit einwandfrei logisch gefolgert habe.

Ich würde aber trotzdem davon abraten, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt, aus verschiedenen Gründen, die aber nicht das skizzierte grundsätzliche Problem betreffen.

keiner März 19, 2015 um 09:10

@topi: Hatter ein Schweigegelübte abgelegt? Wegen Fastenzeit? :-D

BND März 19, 2015 um 09:37

Der Blogger @smash it, der auf der Website linksunten.indymedia.org ein Bekennerschreiben zur Zerstürung eines Frankfurter Maklerbüros hinterlassen hat, wurde heute morgen verhaftet. Derzeit laufen intensive Verhöre (*) zur Ermittlung der Mittäter.

Wir danken dem wiesasussieht-Kommentator @Keynesianer für seinen sachdienlichen Hinweis.

(*) http://www.westendverlag.de/buecher-themen/programm/cia-folterreport-wolfgang-neskovic.html?gclid=CMXciMeBtMQCFSIIwwodeUgAfA#.VQqKsI6hyig

Keynesianer März 19, 2015 um 09:40

@keiner

… während in Deutschland staatlich unterstützt (oder gar bezahlt?) Neonazis Ausländer dutzendweise ermorden.

Wie kann man nur so einen Blödsinn glauben, auch wenn man selber links ist und es in allen Zeitungen steht?

ruby März 19, 2015 um 09:41

Heute abend liest Supermario Alexis die Austrittsmesse
http://www.manager-magazin.de/politik/europa/bis-zu-95-prozent-abschreibungsbedarf-bei-grexit-a-1024206.html
Blumen zum Abschied für Athen!!!
Essenmarkensausgabe für den EU-Gipfel heute und morgen
http://www.schwemmlein.com/xist4c/web/Rollenkarten_id_19161_.htm
;-)

Keynesianer März 19, 2015 um 09:42

@Zu blöd zum Googeln

Wir danken dem wiesasussieht-Kommentator @Keynesianer für seinen sachdienlichen Hinweis.

Gern geschehen, keine Ursache, Du lernst das auch noch. :)

BND März 19, 2015 um 10:14

Zu blöd zum Googeln?
Na, so richtig verblödet sind wohl Leute, die sich im Internet mit Usernamen – und somit Rückverfolgbarkeit der IP – zu Straftaten bekennen. Das stinkt gewaltig, so dumm ist keiner => Inszenierung!

ruby März 19, 2015 um 10:30

Regierungserklärung
same business as usual : “scheitert der € scheitert Europa”
so wird das nix mit der Erneuerung bzw. Fortentwicklung …
the ladies in red loosing their religion
https://www.youtube.com/watch?v=xwtdhWltSIg

Keynesianer März 19, 2015 um 10:51

@Gute Frage

Das stinkt gewaltig, so dumm ist keiner => Inszenierung!

Solche hirnlosen Krawallgruppen sind in aller Regel eine Kreation der Dienste. Anderenfalls wären die nämlich alle schon eingelocht.

Das müssen aber keine deutschen Dienste sein, da spielen auch andere Staaten mit, bei denen Polizei und Justiz nicht zugreifen können.

Jedenfalls wird mit den Horden von Vandalen, wie gestern zu erleben war, jede inhaltliche Kritik vom Krawall übertönt. Die braven Bürger, die keine Randale wollen, bleiben dann den Demos fern.

Umgekehrt waren gerade die Pegida-Demos am Anfang krawallfrei, zumindest in Dresden, was den großen Zulauf normaler Bürger begünstigt hat. Außerdem natürlich noch die Medienpropaganda und die Merkel hat in ihrer Ansprache zum Jahreswechsel die auch noch groß erwähnt und damit Werbung gemacht.

Man kann also steuern, ob so Demos wachsen oder wegen Randale jede Unterstützung verlieren. Dafür werden die schwarzen Blocks von V-Leuten geführt. Der Trupp aus Genua wäre auch schon bei der Alpenüberquerung gescheitert, wenn man die nicht in Frankfurt hätte haben wollen, damit sie dort die Autos direkt vor der Polizeiwache abfackeln.

Aber das kann die örtliche Polizei meist nicht entscheiden, wenn zum Beispiel jemand wie der Draghi die Kritik an der EZB in Frankfurt den Bürgern madig machen wollte.

Was Blockupy soll, war selbstverständlich schon am Namen und den ersten Erklärungen zu erkennen: sinnlose Randale, um von jeder vertieften Kritik an der Geldpolitik abzulenken. Das war mir bei deren Gründung klar. Da erfährt man halt nachher aus den Medien, dass in Frankfurt die Straßen und U-Bahnen blockiert waren und die Bürger nicht dahin konnten, wo sie dringend hin mussten, oder nicht mehr zur rechten Zeit heim kamen. Das ist natürlich sehr sinnvoll (für die Gegenseite).

KommentatorX März 19, 2015 um 11:04

Hooligans wollen ihre Aggressionen ausagieren. Darin unterscheiden sich die Polit-Hooligans nicht von den Fußball-Hooligans. Und die „linken“ von den „rechten“ Hooligans.

Polit-Hooligans begründen ihr aggressives und destruktives Verhalten damit, dass sie politische Motive besitzen und politische Ziele erreichen wollen..

Für jeden logisch denkenden Menschen ist jedoch klar, dass man mit der Besetzung der Wall Street oder Blockierung der EZB nicht den Kapitalismus überwinden kann. Selbst wenn man das EZB-Gehäuse sprengen würde, so ginge der Kapitalismus weiter wie zuvor.

Was wird durch die Kämpfe gegen die Polizei, durch Anzünden von Autos und Barrikaden, durch Beschädigung und Zerstörung von öffentlichem und privatem Eigentum usw. erreicht?

Das Resultat der Hooligan-Aktionen ist, dass die Polizei ihre Strategie und Ausrüstung verbessert, dass der Überwachungsstaat perfektioniert wird etc.

Das Ziel der Überwindung von kapitalistischer Herrschaft und steht eindeutig im Widerspruch zum praktizierten aggressiven und destruktiven Verhalten. Denn es ist offensichtlich, dass so der Kapitalismus niemals überwunden werden kann.

Wenn von den Hooligans trotzdem als Motiv der Kampf gegen den Kapitalismus ernsthaft behauptet wird, so zeigt sich, dass ihnen nicht bewusst ist, was bei ihnen tiefenpsychologisch abläuft. Die Psychoanalyse spricht in diesem Fall von einer Rationalisierung.

Nun gibt es Hooligan-Verhalten auch im Internet.

Besonders auffällig ist in diesem Blog eine aggressiver und frustrierter Midlifer, der ständig Angriffe ad hominem praktiziert, dabei abwertet und beleidigt, sich selbst aber edle Motive zuschreibt.

Bogus März 19, 2015 um 11:39

“Besonders auffällig ist in diesem Blog eine aggressiver und frustrierter Midlifer, der ständig Angriffe ad hominem praktiziert, dabei abwertet und beleidigt, sich selbst aber edle Motive zuschreibt.”

Ach was, der Morph, der will nur spielen!

Morph März 19, 2015 um 11:48

“Besonders auffällig ist in diesem Blog eine aggressiver und frustrierter Midlifer, der ständig Angriffe ad hominem praktiziert, dabei abwertet und beleidigt, sich selbst aber edle Motive zuschreibt.”

Ach, @KommentatorX, jetzt sei mal nicht so eine humorlose Krampfhenne! Meine Ad-Hominem-Angriffe und Beleidigungen zielen immer und ausschließlich auf selbstgerechte und selbstgefällige Kommentatoren ab, die andere verächtlich machen. Du z.B. machst hier nichts anderes als ziemlich oberflächlich einen schmalen 68er-Lektüre-Kanon zu referieren und Deine Elitensehnsucht spazieren zu führen, am liebsten dadurch, dass Du Dich von Personengruppen absetzt, die Dir ‘subaltern’ und/oder ‘dumm’ erscheinen. Demgegenüber schwärmst Du für solche Kaliber wie DSK und Putin. Zu lustig. Und erzählst uns etwas von Rationalisierung! Ohjemineh!!

Übrigens treten Hooligans in Gruppen auf und haben Spaß an körperlicher Gewalt. Nur so, als bildender Hinweis. ;-)

Ach übrigens, apropos Kommunikationsguerilla: Ihr habt sicher alle schon Böhmermanns Coup mitbekommen, oder?

https://www.youtube.com/watch?v=Vx-1LQu6mAE

Respekt! Was für ein Held!

Bogus März 19, 2015 um 11:53

“Jedenfalls wird mit den Horden von Vandalen, wie gestern zu erleben war, jede inhaltliche Kritik vom Krawall übertönt.”

Richtig. Und genauso war’s neulich beim Jauch. Was war da nochmal, in der Sendung, außer dem ausgestreckten Mittelfinger?

Jauch, ein medialer Vandale.

Übrigens, der Finger war doch ein Fake. Jan Böhmermann hat’s verbrochen. Richtig, das ist der mit “V for Varoufakis”.

https://www.youtube.com/watch?v=Vx-1LQu6mAE

Angucken, herrlich!
(gefunden via Fefe).

Bogus März 19, 2015 um 11:54

Mist. Der Morph war schneller!

Zwei Deppen, ein Gedanke, Morph!

Morph März 19, 2015 um 11:55

Dazu muss man wissen, dass V’s Mittelfinger erst durch ein Böhmermann-Video publik wurde

https://www.youtube.com/watch?v=Afl9WFGJE0M
(ganz am Ende)

und dass die Jauch-Redaktion dadurch erst auf ihren Einfall gebracht wurde, Varoufakis durch eine verkürzte Montage vorführen zu wollen.

Bei all dem Müll, den man tagtäglich vorgesetzt bekommt. So intelligent kann man Medien in den Medien vorführen! Sehr erfreulich, in diesen deprimierenden Tagen, in denen das dumpfe “Lügenpresse”-Geplärre alle bedenkenswerte Kritik übertönt.

https://www.youtube.com/watch?v=BRvfZmwwHF0

Morph März 19, 2015 um 11:59

äh, @Bogus, der Finger war kein Fake. (seufz)

Böhmermann hat einen genialen Fake 2. Ordnung produziert, der die Beklopptheit dieser Stinkefinger-Diskussion deutlich machen soll.

ruby März 19, 2015 um 12:01

Die Waschbärstänkerei tut doch ganz gut – runter vom Sofa oder raus aus den Kartoffeln rein in die Kartoffeln ;-)
https://www.youtube.com/watch?v=fA6UM0ZM6r4

Bogus März 19, 2015 um 12:05

“äh, @Bogus, der Finger war kein Fake. (seufz)”

Leute, schaut her, der Morph ist sehr viel schlauer als der dumme kleine Bogus!

Keynesianer März 19, 2015 um 12:06

Jedenfalls schaffen es die Massenmedien, dass jetzt nicht über die Not der Griechen, sondern über einen Finger von Varoufakis debattiert wird und ob das eine Frechheit war oder ein Fake …

Darum schaue ich mir solchen Müll in den Medien gar nicht mehr an.

QuestionMark März 19, 2015 um 12:08

@Morph März 19, 2015 um 11:55
Vielleicht wird dann aber auch nur der Zuschauer vorgeführt. Eine gewisse Art von Zuschauer die einfach gefälschte Bilder und “Verschwörungen” sehen möchte.
Fakt ist: Wir haben (nach wie vor) keine seriöse Recherche zum Thema. Das ist der eigentliche Skandal: Es gibt keinen Journalismus mehr. Man instrumentalisiert hier “Nachrichten” zu Propagandazwecken. Und das ist auch wieder bei der Stinkefinger-Angelegenheit passiert. Auch die Nachdenkseiten sind mit Jens Berger wahrscheinlich nur auf eine Böhmermann-Verarsche reingefallen (s.dazu aktueller Artikel auf den NDS).
Anstatt wild herumzuspekulieren und sich auf eine Aussage von Böhmermann zu verlassen (der sich selbst und andere berufsmäßig nicht ernst nimmt) sollte man als Journalist doch einfach mal recherchieren. Also in diesem Fall würde man sich das originale Videomaterial einfach organisieren. Ist das so schwer? Für die deutschen Hurenmedien anscheinend schon.
Hier haben sich bisher alle medialen Organe (inklusive der NDS) auf allen Ebenen blamiert und das wirklich Deprimierende dabei ist: Man möchte diese hetzerische und doofe Arbeitsweise auch offensichtlich nicht abstellen.

ruby März 19, 2015 um 12:09
ruby März 19, 2015 um 12:15

Zeigt dem Alexis mal den Wikinger …
https://www.youtube.com/watch?v=MTwq1_9VH68
;-)
savage brutality

ruby März 19, 2015 um 12:28
QuestionMark März 19, 2015 um 12:38

Zwischenzeitlich haben die NDS einen Artikel eingestellt, der die Aussagen vom Vormittag aktualisiert: Man sei wohl auf einen Scoop hereingefallen.
Toll, wenn man das Hirn wenigstens mit etwas Verzögerung aus dem Standby-Modus bekommt.

Carlos Manoso März 19, 2015 um 12:48

+++ EIL +++
„OSLO—The Norwegian Nobel Committee, which decides who is awarded the prestigious Nobel Peace Prize, on Tuesday replaced its chairman, Thorbjørn Jagland, whose tenure has been marked by controversy.
After six years in the post, Mr. Jagland is succeeded by Kaci Kullmann Five, a former leader of Norway’s conservative party. At a news conference, Ms. Five declined to explain the committee’s decision to replace Mr. Jagland, but said the members agreed that he had done a good job.
Mr. Jagland, a former prime minister of Norway and currently the secretary-general of the Council of Europe, will continue as a regular member of the five-member committee. Mr. Jagland told public broadcaster NRK that the decision to replace him was made by the committee members appointed by Norway’s right-wing parties. …
The Nobel committee has been criticized for several decisions under Mr. Jagland’s leadership, including the 2009 award to U.S. PresidentBarack Obama,”
http://www.wsj.com/articles/nobel-committee-replaces-chairman-thorbjrn-jagland-with-kaci-kullmann-five-1425403638
+++ EIL +++
http://de.wikipedia.org/wiki/Thorbjørn_Jagland

Morph März 19, 2015 um 12:50

@QM

Ja, aber Jens Berger hinkt immer noch hinterher. Die Lektion, die er ziehen zu können mein, nämlich dass wir der Bildberichterstattung im Zeitalter der Digitalität nicht mehr trauen können, ist zu kurz gegriffen. Die erste Videoanalyse, die Böhmermanns Coup als Meta-Fake entlarvte war ca. 6 Stunden, nachdem das Neo-Magazin den Clip hochgeladen hatte, online.
Das Internet hat, was technische Medienanalysen angeht, eine ganz bemerkenswerte Schwarmintelligenz, wie wir schon seit #Guttenplag wissen. Allerdings muss man bereit sein, sie zur Kenntnis zu nehmen. Insbesondere Verschwörungstheoretiker verharren in einer selbstverschuldeten Unmündigkeit den Medien gegenüber und weigern sich, das materialreiche debunking ihrer Lieblingsüberzeugungen nachzuvollziehen.

Bogus März 19, 2015 um 13:01

“Toll, wenn man das Hirn wenigstens mit etwas Verzögerung aus dem Standby-Modus bekommt.”

Dabei hätte man einfach nur genau hinhören müssen. Böhmermann im Video:

„Liebe Redaktion von Günther Jauch: Giannis Varoufakis hat Unrecht. Ihr habt das Video nicht gefälscht. Ihr habt einfach nur das Video aus dem Zusammenhang gerissen und einen griechischen Politiker am Stinkefinger durch das Studio gezogen, damit sich Mutti und Vati abends nach dem Tatort noch mal schön aufregen können.“

“Die erste Videoanalyse, die Böhmermanns Coup als Meta-Fake entlarvte war ca. 6 Stunden, nachdem das Neo-Magazin den Clip hochgeladen hatte, online.”

Videoanalyse? VIDEOANALYSE, Morph?

QuestionMark März 19, 2015 um 13:03

@Morph März 19, 2015 um 12:50
Mit “Videoanalyse” hast du jetzt das falsche Schlüsselwort gebracht. Gleich kommt der Kenianer und macht uns alle fertig. :-)

Und zur Schwarmintelligenz: Die kann auch ganz schnell zur Schwarmdummheit werden. (s. Marktwirtschaft)

Soldat Schwejk März 19, 2015 um 13:25

Da ist dem @Keynesianer zur Abwechslung mal wieder zuzustimmen. Der