Realist mit Wirklichkeitssinn

by f.luebberding on 21. August 2015

Egon Bahr ist gestorben. Er war zu Beginn der Entspannungspolitik bei seinen rechten und konservativen Kritikern verhasst gewesen. Er galt damals als die graue Eminenz im Hintergrund, der böse Geist der sozialliberalen Koalition, der zuerst die Ostgebiete und schließlich sogar die Wiedervereinigung an die Sowjetunion verkauft hätte. Bahr wird heute für seine damaligen “geheimen Kanäle” nach Moskau gelobt, aber viele Autoren sind sich wohl nicht über deren Bedeutung im Klaren. Sie sind das genaue Gegenteil von Transparenz und befinden sich in der Tradition der klassischen Geheimdiplomatie. Wer die Aktivitäten von Wikileaks für vorbildlich hält, kann nicht ernsthaft Egon Bahr als ein Vorbild betrachten.

Die Entspannungspolitik geriet im Jahr 1970 in ihre größte Krise als Teile der deutschen Verrhandlungsposition in diversen Medien auftauchten. Das Ziel war klar: Man wollte eine politische Stimmung erzeugen, die jeden Kompromiss mit Moskau schon im Vorfeld verhindern sollte. Die deutschen Kritiker der Entspannungspolitik wollten mit dieser Transparenz Bonn und Moskau auf ihre Ausgangspositionen öffentlich festlegen. Jeder Kompromiss wäre damit als Eingeständnis einer politischen Niederlage erschienen. Diesen Prestigeverlust konnten sich aber beide Seiten nicht leisten. Wären diese andauernden Lecks im Auswärtigen Amt schon früher aufgetreten, hätte es keine Entspannungspolitik gegeben. Erst Bahrs Geheimdiplomatie schaffte somit die Voraussetzungen für den Aufbau wechselseitigen Vertrauens, damit beide Seiten überholte Positionen aufgeben konnten.

Davon wollen viele Bewunderer Egon Bahrs aber heute wahrscheinlich nichts mehr wissen. So geistert in den sozialen Netzwerken folgendes Zitat von Bahr herum.

Eingebetteter Bild-Link

Es wird zumeist als Beleg für den Zynismus der Politik interpretiert. Nur betrachtete das Bahr nicht als Beleg für die moralische Verkommenheit der Politik. Es sind Handlungsvoraussetzungen, um die deutsche Lage in der Weltpolitik zu definieren. Er machte auch nicht die Entspannungspolitik, weil er das Feindbild namens “Kommunismus” überwinden wollte. An seiner Gegnerschaft zum Marxismus-Leninismus konnte nie ein Zweifel bestehen. Gerade deshalb war die damalige Kritik der Rechten auch so demagogisch gewesen. Sie wollten Bahr in diese Ecke stellen, um das Misstrauen gegenüber einer anderen Form des Umgangs mit der Sowjetunion zu schüren. Die Entspannungspolitik war die intelligentere Variante der Politik der Stärke gewesen – und kein Ausdruck eines schwach gewordenen Westens.

Insofern wäre es im Sinne Bahrs, wenn man jetzt das diskutiert, was Herfried Münkler heute in der FAZ so formuliert:

Daran jedoch mangelt es in Deutschland bislang, und dass dem so ist, ist weniger das Versagen der Politiker als vielmehr das der sonst so debattenfreudigen Intellektuellen, die sich um diese Frage (den “Herausforderungen zu genügen, die an die Zentralmacht Europas gerichtet sind”) notorisch herumdrücken. Es ist dies freilich eine Debatte, die nicht im Stil des beliebten Alarmismus, der besorgten Hinweise und warnenden Gesten zu führen ist, sondern als verantwortliche Auseinandersetzung mit einem großen Thema, das nicht nach einigen Wochen wieder aus den Schlagzeilen verschwunden sein wird und bei dem es nicht genügt, Mahnungen an die Bevölkerung zu richten und diese mit Erwartungen zu konfrontieren, sondern in der es um die Überzeugungskraft politischer Argumente geht.”

Es geht um die Interessen Deutschlands – und Europas. Sie nicht in einen unauflösbar erscheinenden Widerspruch geraten zu lassen, die eigentliche Aufgabe. Die ist aber nicht neu. Bahr musste sich zeitlebens mit dem Vorwurf auseinandersetzen, er wäre in Wirklichkeit ein deutscher Nationalist. Der Unterschied zu den Nationalisten der Rechten ist aber nicht im Patriotismus von Bahr zu finden. Im Gegensatz zu den Verrückten der alten deutschen Rechten hatte er aber ein hoch entwickeltes Gespür für die Grenzen deutscher Machtentfaltung. Die These, Deutschland wäre besser machtlos, hat er allerdings nie vertreten.

Bahr war ein Realist mit Wirklichkeitssinn gewesen. Das war in der deutschen Politik bis 1945 selten der Fall gewesen. Dieses Land musste erst die Katastrophe des Nazismus erleben, damit so einer wie er an die Schalthebeln der Macht geraten konnte. Er nutzte dabei die Mittel der klassischen Diplomatie. Es wäre ein Fortschritt, wenn man sich anläßlich seines Todes daran wieder erinnerte. Politische Konflikte werden nämlich nicht in sozialen Netzwerken gelöst: Sie kommen dort nur zum Ausdruck.

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ruby September 2, 2015 um 21:40

Kann mich mit folgender Herleitung zur Geldtheorie von :

rjmaris zu Bernd Klehn im Herdentrieb:

“”Höhere Steuern können zu Arbeitsplatzverlusten führen”. Nun, angenommen wird eben: es wird genutzt, um mehr auszugeben (anstelle von Schuldenmachen).

Sie haben Recht, wenn mit den Mehreinnahmen Schulden getilgt würden.

Aber wenn damit Investitionen getätigt würden, wo liegt dann der Unterschied zum Schuldenmachen? Immerhin, in der Tatsache, dass Leute, die sonst konsumieren, auch betoffen wären. Es kommt also auf die Progressivität bzw. die Art der Steuern an.

Mein Fazit: Höhere Steuern ohne Tilgungszweck und ohne besondere Progressivität würden allenfalls die Beschäftigung mindestens aufrechterhalten; eher tendenziell etwas verbessern (weil trotzdem auch Gelder hereinkommen, die sonst nicht ausgegeben würden).
Neue Schulden bewerkstelligen zwar mehr Beschäftigung, aber dieser Weg wird ja immer problematischer (bzw. unerwünschter).

Ich kann auch sagen: höhere Steuern, ausschließlich zum Investieren „riecht“ nach MMT. Der Unterschied: bei MMT wird das Geld „ohne Schuld“ (stattdessen „gedeckt“ durch sichere Steuereinnahmen) vorher geschöpft, und danach kommt die Steuer. Diese Kausalität ist vorteilhaft, weil die Investitionen vor den Einnahmen kommen – wie bei der klassischen Kreditgeldschöpfung.”

und dem Link zum Gerald :

http://blogs.faz.net/fazit/2015/09/02/illusionen-ueber-geldpolitik-6429/

den M. Stöcker bereits gewürdigt hat verabschieden.
Mission completed!
Nicht ohne enigma / soffisticated zu danken, ohne den der Paradigmenwechsel nicht möglich gewesen wäre …
read you in heaven

ruby September 2, 2015 um 16:22

“In allen Fällen muß eine aufmerksame Kredit­politik zu ergründen suchen, welche güterwirtschaftlichen Hergänge sich hinter den Erscheinungen verbergen, die als Formen des Sparens auftreten; und die Kreditpolitik muß jederzeit bereit sein, korrigierend und kompensierend einzugreifen.
Daß in der modernen Volkswirtschaft das kredithemmende Sparen in der Form der Ansammlung von Bankguthaben großen Umfang annehmen kann und wegen seiner weittragenden Folgen besondere Aufmerksamkeit und Bereitschaft beansprucht, ist zweifellos richtig .”
Seite 84

ruby September 2, 2015 um 16:10
ruby September 2, 2015 um 16:02

Dank dem riesigen Banken- und Kreditmeister
rjmaris vom Herdentrieb…

“Im 5. Kapitel haben wir bereits die Abneigung der Privatbankiers erwähnt, die Fähigkeit der kreditbanken zur Geldschöpfung anzuerkennen. Wir sind auch auf die Umstände eingegangen, die es den einzelnen Bankleiter schwer erkennen lassen, daß er Geld schöpft, wenn er Kredit gibt . Jedoch hat die besagte Abneigung noch einen anderen, in der bankpolitischen Praxis vielleicht schwerer wiegenden Grund: Der Privatbankier meint , daß ihm durch die moderne Ikredittheorie ein gänzlich neuartiges geschäftliches Verhalten zugemutet wird, eine Meinung, an der manche Ausführungen in der Publizistik, die auf unvollständigem Verstehen der Theorie beruhen, nicht unschuldig sind. Wozu noch um Kunden und Einlagen werben, wenn man sich das erforderliche Geld selbst „schöpfen“ kann, wozu dann noch jeden Kredit sorgfältig auf Bonität und Grad der Liquidität prüfen ? Natürlich handelt kein Bankier nach derartig törichten Maximen, denn darüber ist sich doch jeder klar, daß er damit alsbald seinen geschäftlichen Tod herbeiführen würde.
Aber natürlich muß ihm eine Theorie, die dem Bankier solche Ratschläge zu erteilen scheint , wirklichkeitsfremd, windig und unsolide erscheinen, selbst wenn die Ratschläge nicht mit der groben Offenheit erteilt werden, die hier der Deutlichkeit halber angewendet wurde. Wir können das 5. Kapitel hier nicht repetieren, aber es sei doch immerhin ausdrücklich gesagt, daß kein ernst zu nehmender Autor der modernen Kredittheorie solche Grundsätze für das geschäftliche Verhalten von Bankiers verkündet hat. Tatsächlich wird hier das, was für das ganze Banksystem gilt, durcheinandergeworfen mit dem, was für die einzelne Bank zutrifft .”

http://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/KREDIT%20UND%20SPAREN%20(1944)%20Hans%20GESTRICH%20(67%20MB).pdf – S.114.

ruby September 2, 2015 um 15:45
ruby August 31, 2015 um 15:44

@ matt_us

Werden die “Schuldenphobiker” schnell begreifen, wie Europa fortgeführt werden kann?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/eurokrise-frankreich-will-waehrungsunion-mit-finanzausgleich-13777434.html
Wer bietet die angemessenen Ausgleichsmechanismen zum Disput und zur Vereinbarung sowie zur Abstimmung?

ruby August 31, 2015 um 04:47

EU-Vertrag wurde durch FR-Finanzminister als selbstzerstörerisch bewertet.
Währungsgemeinschaft bisheriger Praxis ist somit beendet, Reform unterschiedlicher Geschwindigkeiten steht vor Bürgerentscheidung!
Diskutieren wir die zukünftige Lösung.
Real mit Wirklichkeitssinn,

ruby August 30, 2015 um 10:28
ruby August 30, 2015 um 07:22
ruby August 29, 2015 um 22:01
ruby August 28, 2015 um 18:45

on tour
https://www.youtube.com/watch?v=p4plqD8_4Ao
Zweistimmigkeit

mit “Pack” – Stationen und Flüchtlingstransportleichen ist nicht mitzuhalten – sorry

ruby August 26, 2015 um 21:35

Wer argumentiert, dass Investitionen durch Ersparnis finanziert werden statt durch Kredit (Vertrauen (im Rückzahlung)), der glaubt auch, dass Investitionen Gold schaffen können ;-)

ruby August 26, 2015 um 20:59

Burning Wheels Turning :

There was turning and yearning
transition to crime
And slaughter and dancing
and cheating in rhyme.
In the lanes there were standing
A few of the Blessed
And the flames in their right hands
Shone bright through the mess.
And their message was strong
As their teaching was love
But the mass did them wrong
And they mockers the dove.
And wisdom was smiling in white and soft
blue…
See burning wheels turning and he’ll burn
in you, too.
And the ages werepassing
Then Mars took the rule
Pouring gem rains of ruby
As a war bait for fools.
And gazing in concern
At the fight on these planes
Other planets came closer
to take over the reins.
Deluge was their weapon -
Skies drowned in the sand -
Changing land into water
And water to land.
And wisdom was smiling in white and soft
blue…
See fiery wheels burning and He’ll burn in
you, too.
And a crowd of crusaders
Outliving the night
Stared shocked at the silence
Of the white blinding light!
And the bloodstained remains
Of the great anti-christ
Were shattered by archangels -
those whom he despised.
And dissolved was his spirit
Soaked up by the Sun
And a new age was dawning
Thus all had begun…
And wisdom, was smiling eternal soft blue…
See fiery wheels burning and He’ll burn in
you, too.

ruby August 26, 2015 um 20:34

Still So Many Lives Away :

Once somebody told me,
I read it in his eyes:
“Be careful what you’re doing.
Don’t ever criticise.
Forget all your illusions,
they’re just a mad confusion.
Man is a killing beast
and there’s no paradise’…
Chorus:
He thought he was a wise man
who had fought so many fights.
Yet he was just a child then
who hadn’t yet escaped the night.
You’re still so many lives away
You’re still so many lives away
You’re still so many lives away
And you’re as blind as only man can be!
Yesterday I met him.
He hadn’t changed his mind.
They didn’t even let him
behold what he did find.
He’d lost his cars, he’d lost is wife,
he had lost everything
and nothing could remind you
that once they crowned him King…
Repeat chorus
He didn’t recognise me,
I had to realise he
was staring like a mad man
at me who’s just a sad man.
He threw a stone and he did moan
and finally he hit my bone.
He wouldn’t listen and he screamed.
Shoutin’ at the crowds it seemed.
And then he grabbed a knife
and robbed himself of life.
But he could only kill his flesh
and now his hatred stays quite fresh.
And he doesn’t find relief, no, he doesn’t
find relief.
And he doesn’t find relief.
And he still cannot believe that
He’s never been a wise man
Who hadn’t fought any fights
And he was just a child then
Who hadn’t yet escaped the night
You’re still so many lives away
You’re still so many lives away
You’re still so many lives away
And you’re as blind as only man can be!

Natalius August 25, 2015 um 21:55

gelegentlich August 25, 2015 um 17:19

“Der fragliche Herr hat hier im Blog seine Gechichte, die jeder in den Archiven nachlesen kann. Die am wenigsten unwahrscheinliche Annahme war daher die, dass er das ernst gemeint hatte. Andernfalls hatte er reichlich Zeit das zu lorrigieren und sich zu entschuldigen. Wie man das eben so macht.”

So ist es. Lallkoholiker – vollbreit schon um 17:19 – lorrigieren die Gechichte und verlangen Enchuldigung – wie man das als linksbräsiger Lallkoholiker eben so macht.

ruby August 25, 2015 um 17:39

@ FL
kurz :
weil ein systemischer Tunnelblick Maxime ist und seit Flick Grundgesetzwidrigkeit eiskalt mit allen Mitteln bis heute durchgezogen wird – Schwarze Kassen mit Walther Leissler Kiep.
Und das vom führenden Finanzminister Europas gedeckt !!!
Vorbildfunktion unmöglich .

ruby August 25, 2015 um 17:35

@ chabis
habe HH schon gelesen aber im Moment keine Zeit.
aber habe bei anlasslos schon zu Zypern den Schäuble mächtig hart kritisiert.
Finde der Begreifvogel passt nicht ganz – bin noch auf der Suche nach den tiefsten Motiven ;-)

gelegentlich August 25, 2015 um 17:19

@Herbert, August 25, 2015 um 12:16
„Übrigens wäre für einen multimedial informierten Moderator auch die Anrede “Du Hurensohn” leicht als Anspielung auf einen Sketch mit Anke Engelke erkennbar gewesen, der im Vorfeld verlinkt worden war.“
Süß, eine Anspielung, bei der lediglich der Ironie-Tag vergessen worden ist ? Der fragliche Herr hat hier im Blog seine Gechichte, die jeder in den Archiven nachlesen kann. Die am wenigsten unwahrscheinliche Annahme war daher die, dass er das ernst gemeint hatte. Andernfalls hatte er reichlich Zeit das zu lorrigieren und sich zu entschuldigen. Wie man das eben so macht.

holger August 25, 2015 um 15:00

@BB

—>>>Die Sendung gestern war quasi schon sein vorweggenommener Nachruf.”

Wo du Recht hast, hast du Recht… kam mir auch so vor. Nun noch der Abgang vom Wolf-Gang und gut ist…

Herbert August 25, 2015 um 14:52

@ BB

:)

BB August 25, 2015 um 14:43

@Herbert

“……Leider lag BB mit seiner Prognose, dass Schäuble ab Juli weg sei, trotzdem völlig daneben……”

ich könnte jetzt spezifizieren: “Im Juli 2016 ist Schäuble Geschichte ….”, aber ich verzichte mal auf so kleine Fingerkreuzer.

Ich sach ab jetzt:

“Seit Juli ist Schäuble Geschichte ….”,

… weil: der Mann ist fertig und nach seinem peinlichen Showdown mit seinen albernen und kontraproduktiven Forderungen gegen Griechenland, die im Juli mit dem Rücktritt von V. endeten, weiß das jeder.

Die Sendung gestern war quasi schon sein vorweggenommener Nachruf.

Kuckuck August 25, 2015 um 14:19

„Bundeswehr
Helmut Schmidt gegen Militäreinsatz im Inneren
Der Altkanzler widerspricht im ZEITmagazin Leben der Forderung von Innenminister Schäuble, im Notfall Bundeswehrsoldaten statt Polizisten im Inland einzusetzen
Aktualisiert 2. Juli 2008“
http://www.zeit.de/online/2008/27/bundeswehr-schmidt-2

„11. Mai 2010, 01:46 Uhr
Bundeswehreinsatz im Innern
Arsen für das Grundgesetz
Schäuble kämpft seit 15 Jahren dafür, jetzt kann ihn nur noch die Opposition verhindern: Den Einsatz der Bundeswehr im Inland.
Ein Kommentar von Heribert Prantl“
http://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehreinsatz-im-innern-arsen-fuer-das-grundgesetz-1.540601

Herbert August 25, 2015 um 14:18

@ chabis
Aus Fußball mache ich mir nichts und zum Weinkauf bin ich früher ab und zu mal da hin:
http://weingut-heitlinger.de/?weingalerie/uebersicht
Da hat(te) wohl auch ein ex-SAPler seine Finger drin, und so schließt sich der Kreis zum TSG Hoffenheim…

Kuckuck August 25, 2015 um 14:04

@ruby August 25, 2015 um 10:38
Schäubleportraitfilm hat gespenstische Abläufe und Zusammenhänge dokumentiert. Insbesondere das Demokratieverständnis und Demokratiehandeln der Funktionsträger in den Institutionen über die Zeit brachte gruselige Erkenntnisse.

Vor allem, wenn man weiß, welche Politik die portraitierte Person gemacht hat bzw. umsetzen wollte. Siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Sch%C3%A4uble#Politische_Positionen.2C_Kontroversen_und_Kritik

chabis August 25, 2015 um 13:59

@ Herbert
Hoffenheimfan ? Bin Fan von Cleebronn-Güglingen (Riesling)

Herbert August 25, 2015 um 13:41

@ chabis
I babbel a so ähnlich.

http://www.kraichgaumundart.de

chabis August 25, 2015 um 13:13

@Herbert
Oh man, bin politisch bestimmt kein Fan von Schäuble, und Fassade ist immer (und er muss sich vermutlich auch manchmal schieben lassen), aber ein Mensch mit dieser Lebensgeschichte, diesen täglich zu bewältigenden Arbeiten und Konflikten, kann ohne eine gute Portion Humor auf (diese) Dauer nicht bestehen, – sagt mir meine Lebenserfahrung. – Und sind Sie mit der Mentalität der schwäbisch-
badischen Region vertraut ?

Herbert August 25, 2015 um 12:41

@ chabis
Außerdem muss Schäuble immer englisch sprechen! Das strengt ihn an!
Der arme Kerl. Im Interview schafft er es noch, eine verschmitzt-überlegene Fassade zu wahren, aber mehr als Fassade ist da nicht.

Leider lag BB mit seiner Prognose, dass Schäuble ab Juli weg sei, trotzdem völlig daneben.

chabis August 25, 2015 um 12:41

Als Kontrast zu Lambys filmischer Reportage über Schäuble eine textbasierte aus dem New Yorker über Varoufakis (mit vielen Zitaten)
“The Greek Warrior
How a radical finance minister took on Europe—and failed.”
http://www.newyorker.com/magazine/2015/08/03/the-greek-warrior

Keynesianer August 25, 2015 um 12:38

@snozin

Richtig, es ist allerdings der Job des Systemjournalisten, die Sheeple über genau die brennenden Themen nicht diskutieren zu lassen, sondern stattdessen etwa über

das Wirken eines verstorbenen Politikers aus einer vergangenen Ära.

Unseren Lübberding kann ich mir da durchaus mit diabolischem Grinsen anlässlich jedes seiner Threaderöffnungen vorstellen:

So ihr Sheeple, da habt ihr wieder was zu debattieren!

Inzwischen spart Schäuble unsere Straßen, Schulen und Universitäten kaputt und wird von HH als großer Denker gefeiert. Aber die Leser selbst der ZEIT sind nicht so dumm:

Ernsthaft: Solche Meldungen machen mich nur noch wütend. Es ist völlig klar, das wir absolut gar nichts davon haben werten. Das Geld iss doch schon jetzt für die europäische ‘Solidarität’ blabla verplant. Es ist in Europa völlig sinnfrei, solide zu wirtschaften, wir haben nichts davon. Außer das wir noch mehr arbeiten dürfen, um bloß nicht den europäischen Gedanken der Transferunion zu gefährden.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-08/staatseinnahmen-statistik-2015-ueberschuss#comments

Jetzt bräuchte es eigentlich nur noch vernünftige Massenmedien unter der Kontrolle der Völker statt ihrer “Hirten”.

Herbert August 25, 2015 um 12:30

@ chabis

Das hatte ich geschrieben:
“… der sichtlich immer wieder abblockt und dicht macht, wenn er etwas vorgelegt bekommt das ihm nicht in den Kram passt.”

Ich finde die passenden Stellen in der Doku jetzt auf die Schnelle nicht. Schau selber: Die Reaktion des ungeduldigen Abblockens und geistigen “Dichtmachens” findest du immer dann, wenn Schäuble mit neuen, für ihn unverständlichen Dingen konfrontiert wird.
Für mich ein klares Zeichen von Überforderung.

snozin August 25, 2015 um 12:23

@ Speerspießer

Während Sie Überlegungen anstellen, ob Sie gegen Provokantes mit Tages- oder Wochenspeeren zu Felde ziehen, wäre vielleicht die eine oder andere Bobachtung angebracht. Die könnte dann zu der Feststellung führen, dass es Kommentatoren gibt, die sich selbst mehr oder weniger befristet aus dem Blog aussperren und ihm damit viel (oder letzte?) Substanz entziehen. Woran könnte das liegen? Vielleicht daran, dass es gleich eine ganze Reihe brennendere Themen gibt als das Wirken eines verstorbenen Politikers aus einer vergangenen Ära. Und vielleicht an der Erkenntnis, dass alles, buchstäblich alles, was da brennt, auf ein rasant in den Irrsinn galoppierendes Geldsystem zurückzuführen ist.

Herbert August 25, 2015 um 12:16

@ gelegentlich

Die rein textbasierte Moderation halte ich für unzulänglich. Mit einem multimedialem Background ergeben sich mehr Möglichkeiten und lassen sich Missverständnisse vermeiden:

Schäuble-Doku hier:
http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Schäuble-Macht-und-Ohnmacht/Das-Erste/Video?documentId=30227592&bcastId=799280

Ergänzend dazu das Varoufakis-Interview vom selben Autor:
https://www.youtube.com/watch?v=weFirlr6SrE&list=FLKNUws-u2iT4P9FissN3eHg&index=1

Übrigens wäre für einen multimedial informierten Moderator auch die Anrede “Du Hurensohn” leicht als Anspielung auf einen Sketch mit Anke Engelke erkennbar gewesen, der im Vorfeld verlinkt worden war.

chabis August 25, 2015 um 12:15

Herbert August 25, 2015 um 11:34
“..tumber Kerl” nichts weniger als das. Worauf beruht diese Ihre
Einschätzung ? Der Film transportiert nichts weniger als das. Da fallen mir im Vorbeigehen ganz andere Bilder und Namen ein, Mephisto,
Andreotti, Fouché, …alle nicht zutreffend, aber Facetten.

Manfred Peters August 25, 2015 um 12:00

Na ja, eines muss man Schäuble aber lassen, er hat alle Ossis in Persona des Katzenkadaververwerters Krause gnadenlos über den Tisch gezogen.
http://www.focus.de/politik/deutschland/20-jahre-wende/tid-20024/guenther-krause-wir-machen-aus-hausmuell-erdoel_aid_557657.html
Das Gleiche hat er wohl immer noch mit Griechenland vor. Der entsprechende “Krause” fehlt dort wohl noch.

chabis August 25, 2015 um 11:46

@Keynesianer
Wollte sagen, der Film über Schäuble ist einen Faden wert, und der
Artikel von H.Hütt ein Beitrag (von H.H. als Doku über einen durch und durch politischen Menschen besprochen, der Focus nicht auf dessen aktueller Politik).

gelegentlich August 25, 2015 um 11:42

Ein Kommentar zu dem ZEIT-Artikel:

Georg34
gestern 14:12 Uhr

„6. Der Kontrast könnte nicht größer sein

“Schäuble mokierte sich nun über die gebührenfreien
Vorlesungen des Wirtschaftsprofessors Varoufakis,
nach denen er und die anderen Finanzminister der
Eurogruppe sich gewiss gesehnt hätten.”

Varoufakis oder Schäuble der Kontrast könnte
nicht größer sein. Der eine verteidigt den Neoliberalismus
der andere die soziale Marktwirtschaft.“

Ist das eine Ergänzung zu dem STERN-Interview von Varoufakis?

Herbert August 25, 2015 um 11:34

“Geschwurbel ohne Inhalt, aber ganz tief raunend. :)”

Immerhin hat der fabelhafte Rhetoriker Hütt ein neues Wort erfunden: “Begreifvogel”.

Schade nur, dass es so gar nicht zu diesem tumben Kerl passen will, der sichtlich immer wieder abblockt und dicht macht, wenn er etwas vorgelegt bekommt das ihm nicht in den Kram passt.

Keynesianer August 25, 2015 um 11:28

@chabis

Worüber sollten wir da diskutieren?

Ob Schäuble etwas mit einer Eule gemeinsam hat?

Oder gar, wo unser Hans Hütt in der schwarzen Null einen Willen zum Wissen gefunden haben will:

In Wolfgang Schäuble hat der Wille zum Wissen sich verselbstständigt, hat sich das Begreifenwollen abgelöst vom Betriebszustand der Politik, ihren Zufällen, ihren Kompromissen, dem Arrangement mit allem Möglichen.

Einen Beleg für Schäubles Willen zum Wissen ist der Hans Hütt den Lesern schuldig geblieben, es ist ja auch alles wie immer nur Geschwurbel ohne Inhalt, aber ganz tief raunend. :)

Keynesianer August 25, 2015 um 11:14

@Herbert

Der alte Kerl ist nur ein Püppchen der Neoliberalen. Vielleicht versteht er ja wirklich nicht, was er da an Schaden in Europa anrichtet und an Hass gegen die Deutschen verursacht. Wenn man die Merkel so sieht, könnte das auf die auch zutreffen, dass sie über ihren persönlichen Tellerrand gar nicht hinaus denken kann. Merkel ist die perfekte Besetzung für die Rolle der schwäbischen Hausfrau und Schäuble für die Rolle des Betonschädels in Sachen Ökonomie.

chabis August 25, 2015 um 11:12

@ruby August 25, 2015 um 10:38
Wär einen Faden wert.
Hans Hütt zum Film
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/wolfgang-schaeuble-film

Herbert August 25, 2015 um 11:04

@ f.l.
Darf ich?
Als gruslig könnte man die Tatsache empfinden, dass ein kranker alter Mann, der physisch und geistig offensichtlich überfordert ist, eine solche Macht ausüben kann. Eine Macht, die diesem “Finanzminister” nicht durch fachliche Qualifikation, sondern alleine dadurch zuteil wird, dass sein Land die größte und derzeit scheinbar erfolgreichste Wirtschaftsmacht innerhalb der Eurozone ist. Ein Scheinerfolg, der auf dem Niederkonkurrieren der europäischen Nachbarn durch Lohndumping beruht, was diese in genau die Verschuldung treibt, die Schäuble angeblich bekämpfen will.

Ich glaube nicht, dass dieser Mann, wie gelegentlich behauptet wird, eine Agenda verfolgt, die auf ein europäisches Finanzministerium hinarbeitet. Der alte Kerl ist einfach gnadenlos überfordert und versteht NICHTS.

Keynesianer August 25, 2015 um 11:01

Was macht eigentlich der Realist mit Wirklichkeitssinn Rezzo Schlauch …

(* 4. Oktober 1947 in Gerabronn) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Rechtsanwalt. Er war von 1998 bis 2002 Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und von 2002 bis 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.
Quelle: Wikipedia

… Als Honorarkonsul von Albanien????????

20 Jahre war Rezzo Schlauch für die Grünen tätig. Danach versuchte er sich als Unternehmensberater. Dabei pflegte er Umgang mit Kriminellen. Eine Geschichte über skurrile Geschäftsvorhaben und den Traum vom großen Geld.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/ex-gruenen-politiker-rezzo-schlauch-plante-milliardendeals-mit-teldafax/4652446.html

f.luebberding f.luebberding August 25, 2015 um 10:40

ruby

Wieso waren die Erkenntnisse gruselig?

ruby August 25, 2015 um 10:38

Schäubleportraitfilm hat gespenstische Abläufe und Zusammenhänge dokumentiert. Insbesondere das Demokratieverständnis und Demokratiehandeln der Funktionsträger in den Institutionen über die Zeit brachte gruselige Erkenntnisse.

Keynesianer August 25, 2015 um 10:23

Nur das US-Militär könnte die verheerende Politik der globalen Finanzoligarchie beenden, wird es aber wohl nicht, denn die wissen das auch:

J.P. Morgan Chase & Co. will bring on Gen. Raymond T. Odierno, the recently retired chief of staff of the Army, as a senior adviser to the firm, the bank announced Thursday.

Starting Sept. 1, Gen. Odierno will advise the bank’s board and Chief Executive James Dimon on topics such as the risks of doing business in various countries, technology and physical and cybersecurity.
http://www.wsj.com/articles/j-p-morgan-names-former-army-chief-of-staff-raymond-odierno-as-adviser-1440078179

gelegentlich August 25, 2015 um 09:36

Wegen Natalius, 24.08.2015 um 22:55

Es kam dann doch eine Antwort:

„Vergiss es! Sperr mich – …“

In Ordnung.

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