Altpapier von heute

by f.luebberding on 31. August 2015

Damit die Debatte wieder in einem Rahmen stattfinden kann, der auch für für den Leser nachvollziehbar ist: Das Altpapier von heute.

Update

Dieser Artikel vom Münchner Soziologen Armin Nassehi schärft den Blick.

01.09.2015

Hier jetzt auch meine Frühkritik zu Plasberg.

{ 460 comments… read them below or add one }

BB September 3, 2015 um 09:07

@CM, @Mörphchen

Es geht hier nicht um einen Wettbewerb, wer die meisten Bücher von Foucault gelesen hat oder wer noch etwas komplizierter erklären kann, wodurch sich der Preis einer Ware bestimmt.

(*kecker, lach*, genau die beiden, die sich hier verbissen darum bemühen, jedem einzureden, dass alles sowieso zwecklos ist, die wollen hier Führerscheine verteilen, wer hier mitreden darf. Wenn die INSM Sockenpuppen bräuchte, sie würde euch sofort einstellen)

BB September 3, 2015 um 09:13

Darum geht’s nämlich jetzt

http://www.n24.de/n24/Wissen/Job-Karriere/d/7237004/wirtschaftsforscher-fordert-vier-tage-wochenende.html

Wie kommen wir dahin? Was machen wir deshalb als erstes, zweites drittes. Kapitsche?

(Und dann haben wir hier auch genug Arbeit für Flüchtlinge, aber die brauchen dann auch gar nicht mehr zu flüchten, weil: die haben dann nämlich auch in ihrem Ursprungsland wieder Arbeit)

paranoider wahn September 3, 2015 um 09:31

@ Keynesianer

ja, ne ist klar !

,,Da muss eine wirklich globale Kraft dahinter sich verbergen und ich möchte diese als das absolute Böse kennzeichnen.”

ganz ruhig.

einmal:

,,Du kannst nicht von den kleinen Leuten erfordern, dass sie den kriminellen Betrug mit der Schuldenbremse durchschauen, wenn die Mitglieder des Sachverständigenrates die angepriesen haben.”.

zweimal:

,,Verfälsch und unterdrückt, obwohl ein Kind die wahren Zusammenhänge in wenigen Tagen verstehen könnte. ”.

was denn nun? undurchschaubar schwer oder kinderleicht?

du redest oben von bestimmten kreisen in washington. wer ist da gemeint?

Bogus September 3, 2015 um 09:45

@ Fakten statt Fiktionen

Was glaubst du, warum wird überall in Presse und TV die (vielleicht zu hohe) Zahl von 800.000 verbreitet? Und von niemandem hinterfragt, einschließlich dem Blogbetreiber?

Herbert: “Kannst du mir erklären, wie die Zahl 800.000 zustandekommt?”
Lübberding: “Sicher. Teile 800.000 durch 365 Tage und vergleiche das mit den gegenwärtigen täglichen Zugängen an bundesdeutschen Aufnahmestellen. Schon kommst Du auf eine Zahl.”

#Erwachsenenblog

Linus September 3, 2015 um 09:48

@Goodnight:
Du musst dich nicht ärgern! Der Punkt ist doch folgender:

“Also: Alles Rechte erlangen ihre Legitimation durch die exakte Abfolge eines bestimmten Verfahrens. Sie erlangen keine Legitimation durch ihren Inhalt. Der Inhalt ist beliebig. Das Verfahren nicht.”

Und das ist falsch! Ich habe das oben schon dargelegt:
“Legitimation durch Verfahren bedeutet nicht, dass der Inhalt legitim ist, und verleiht auch keine Legitimität.
Das bedeutet umgekehrt: ist der Inhalt offensichtlich illegitim, so hilft auch keine Legitimation. Er bleibt illegitim.”

Die Legitimität (-> Legitimierbarkeit) des Inhalts ist notwendige Bedingung. Ein illegitimer Inhalt kann nicht gerecht sein und damit in engerem Sinne kein Recht, auch wenn Julius Cäsar selbst ihn zum Recht erklärt hat. Aus einer Mähre wird kein Zuchthengst, auch wenn man sie golden anmalt.

Einmal in Kraft gesetzt, ergeben sich die Rechtsfolgen aus dem Inhalt des Rechts, nicht aus dem Legitimationsverfahren. Es ist der Inhalt, mit dem sich Recht im gesellschaftlichen Alltag auswirkt. NB: Daher erfüllt ein legitimes Recht, das auf äusserst fragwürdige Weise eingesetzt wurde, weit besser seine Aufgabe, als ein illegitimes Recht, das ein blitzsauberes Legitimationsverfahren durchlaufen hat.

Der Inhalt spielt also die entscheidende Rolle.

Welcher Inhalt ist nun legitim ist und welcher nicht?
Dafür gibt es die Rechtsgrundsätze, also ‘nulla poena sine lege’, ‘Gleichheit vor dem Gesetz ohne Anschaung der Person’, ‘habeas corpus’ etc.
Es sind Grundsätze, die sich als bestmögliche “Orientierungen”, als Ordnungsprinzipien im Raum des Rechts erwiesen(!) haben. Also ganz analog zu den Ordnungsprinzipien der Mathematik.
Diese Ordnungsprinzipien unterliegen NICHT der Willkür der Herrschenden (ebenso wenig wie die mathematischen Ordnungsprinzipien der Willkür der Mathematiker unterliegen). Sie sind in diesem Sinne ewig und allgemeingültig. Sie bedürfen daher auch keiner “Legitimation”. Eine Wandelbarkeit und Neuformulierung ist, wenn überhaupt notwendig, dann nur der Unschärfe der Erkenntnis geschuldet.

Nun magst du einwenden, das seien alles westliche Rechtsgrundsätze. Das stimmt zwar für die Formulierung. Tatsächlich sind aber sehr ähnliche oder sogar dieselben Grundsätze in allen Kulturen anzutreffen, ohne dass die sich miteinander abgesprochen hätten. Sie sind also allgemein emergiert, d.h. ohne willkürliches Zutun.

Diese Rechtsgrundsätze legen also eine Ordnung im “Rechtsraum” fest. Sie bilden eine Grammatik.

Die Menschenrechte definieren dazu gewisse Randbedingungen, Minimalbedingungen. Sie legen gewissermassen die Aussengrenzen des Rechtsraum fest, innerhalb derer die Ordnung der Rechtsgrundsätze zur Anwendung kommt.

NB: Anders als die Ordnung (die selbsterklärend ist), unterliegt die Festlegung der Aussengrenzen (also der Menschenrechte) einer gewissen Willkür. So mag man z.B. zwar ein Folterverbot als allgemeingültig anerkennen (und so ist es in den Menschenrechten formuliert), es ist aber Auslegungssache, wo Folter anfängt.

H.K.Hammersen September 3, 2015 um 10:27

@Sesshuman
“Wer so etwas macht den darf ich nicht als Pack bezeichnen?

Artikel 11
Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

petervonkloss September 3, 2015 um 10:51

Zur Erinnerung:

“soldatenkoenig September 1, 2015 um 12:56

Der visionäre Roman einer Flüchtlings-Invasion aus dem Jahr 1973
»Sie kommen über das Meer, und es sind Millionen. Europa nimmt die Fremden hilfsbereit auf, Kirche und Linke orchestrieren die Willkommenskultur. Was heute passiert, hat ein französischer Romancier schon vor über 40 Jahren beschrieben – als Albtraum.
Seit seinem Erscheinen im Jahr 1973 ist der Status von Jean Raspails Das Heerlager der Heiligen als prophetischer Roman mit jedem Jahrzehnt gestiegen. Mehr als 40 Jahre später liest er sich verblüffender, hellsichtiger und beklemmender als je zuvor. In parabelhafter Zuspitzung schildert Raspail den Aufbruch einer Flotte von einer Million zerlumpter Inder, die auf einhundert Schiffen Kurs Richtung Westen nehmen. Auf der Flucht aus einem überbevölkerten und von Hungersnöten geplagten Land steigern sie sich in den Glauben hinein, dass in Europa ein messianisches Paradies auf sie wartet, in dem sie von ihrem Elend erlöst werden. Die Bewohner dieses vermeintlichen Paradieses, die westeuropäischen Nationen, regressiv, infantil und realitätsblind geworden, reagieren auf diese bevorstehende Invasion mit einem humanitären Taumel, in den sich jedoch ein erkleckliches Maß an Heuchelei und Feigheit mischt. Die Presse und Politiker fordern, unsere >Brüder vom Gangesneue Form des globalen Sozialismus< ankündigt.
Raspail hat dieses Szenario als bitterböse Satire in der Tradition der großen Dystopien des 20. Jahrhunderts von Robert Hugh Benson und Aldous Huxley bis George Orwell und Ray Bradbury aufbereitet. Die überbordende Fülle an pointierten, oft makabren und bizarren Szenen prägt sich dem Leser unvergesslich ein, während der Wiedererkennungseffekt an manchen Stellen geradezu unheimlich ist: Vieles davon spielt sich heute in der einen oder anderen Form tagtäglich an den Küsten des Mittelmeeres und in westeuropäischen Ländern ab. Die Klagen der Betroffenen sind nahezu identisch mit dem Text des Romans.
Abendland in Teufels Hand
Dass Raspail die Zerstörung des Abendlandes dennoch als einen satanischen Vorgang schildert, vorangetrieben von apokalyptischen Tieren, Antichristen und falschen Propheten, ist eine der vielen Doppelbödigkeiten des Romans. Denn zum Geniestreich wird das Werk vor allem durch den Entschluss des Autors, seine europäische Apokalypse als eine Art Persiflage auf die christliche Heilsgeschichte zu erzählen. (.) Der wesentliche Gedanke ist hier, dass die Krise und Krankheit des Abendlandes eine metaphysische, eine religiöse ist, und dass hier das im Roman refrainartig angesprochene Geheimnis seines Verfalls zu suchen ist.
Die gerade erschienene Neuübersetzung von Das Heerlager der Heiligen tritt an die Stelle der deutschen Erstausgabe von 1985, die eine erhebliche Anzahl an sinnentstellenden Fehlern enthielt und obendrein um wichtige Stellen gekürzt war. Es ist und bleibt ein schockierendes, brutales, anstößiges, dabei grimmig-komisches Buch, dessen provokative Kraft nicht im Mindesten nachgelassen hat.
WAS LINKE TRÄUMER NIE LERNEN UND AUCH NIE LERNEN WERDEN:
ZUM SCHLUSS GEWINNT ÜMMER DIE ÖKONOMIE.
Noch 1-2 Jahre so eine solide Zuwanderungspolitik und die bunte Bimbesrepublik ist vollständig im Arsch.
Die Einstiegszahlen kommen ja schon mal leise auf den Tisch.
http://www.n-tv.de/politik/Nahles-rechnet-mit-Milliarden-Mehrkosten-article15836506.html
Und diese Kosten kann die schwarze Null nicht irgendwo versteckeln, die schlagen direkt durch.“.

corbeau September 3, 2015 um 11:13

@Morph

“Die moderne Gesellschaft ist (im Unterschied zur vormodernen, feudalen Gesellschaft) rechtsmäßig grundiert durch ein Menschenrechtsverständnis. Das musste nicht formuliert werden, um zu gelten, sondern umgekehrt, weil es in der Moderne gelten MUSSTE haben sich Juristen bemüht, es zu codifizieren.”
Da habe ich noch eine andere Version im Kopf, die möglicherweise langsam wieder in Vergessenheit gerät: Die ‘Menschenrechte’ waren danach eine Erfindung des Bürgertums im Kampf um seine Emanzipation vom Feudalsystem. Geschickterweise wurden sie für alle Menschen proklamiert, denn man konnte das Volk in diesem Kampf als zeitweiligen Verbündeten gut brauchen. In der Realität und im Konfliktfall kam es natürlich darauf an, wen man als vollgültigen Menschen ansah und das war idR eben schon von der Ursprungslogik dieser Rechte her: ja, der Bürger. Die zahlreichen Belege dafür bitte ich -notfalls mit etwas Nachdenken- dem eigenen historischen Wissen besonders über die Ursprungsländer dieser ‘Moderne’, USA und Frankreich zu entnehmen; ich will hier nur die anwesenden Bildungsbürger an ein harmloses Schmankerl aus der deutschen ‘Klassik’ erinnern. Bekanntlich musste Goethes irgendwann dann doch geehelichte Frau, wenn “Alle-Menschen-werden-Brüder”-Schillers zu Gast waren, in der Küche bleiben, weil sie etwas einfacherer Herkunft und somit nicht ‘gleich’ genug war.

Und dann gibt es da im öffentlichen Diskurs der bürgerlichen Gesellschaft ja auch den präventiven Terminus “entmenscht” für alle, auf die die Menschenrechte nicht mehr zutreffen sollen und um die man sich keine diesbezüglichen Gedanken mehr machen muss. Wie etwa den ‘braunen Sumpf’ in Sachsen, den es im Auftrag der bürgerlichen Chlorophyll-Fraktion ‘auszutrocknen’ gilt, obwohl Moore gerade für diese Partei äußerst erhaltenswerte Ökosysteme darstellen. Dieselbe Konnotation haben für mich auch die gegenwärtigen Kampfbegriffe ‘Nazi’, ‘Rassist’.
Unsicher bin ich nur noch bei der Frage, ob es in der Moderne noch so was wie ‘Bürgertum’ und bürgerliche Interessen gibt, wo wir doch jetzt alle eine Volksgemeinschaft zum Wohle der Unterbringung der Notleidenden dieser Welt sind.

Keynesianer September 3, 2015 um 11:21

@petervonkloss September 3, 2015 um 10:51

Und diese Kosten kann die schwarze Null nicht irgendwo versteckeln, die schlagen direkt durch.

Die Kosten wären nicht so sehr das Problem. Da hat @Linus schon Recht, dass wir ja jedes Jahr über 200 Mrd. Euro durch Exportüberschüsse ans Ausland verschenken. Das Geld wäre sinnvoller im Inland für Infrastruktur, sozialen Wohnungsbau, Schulen und Universitäten verwendet. Die 10-20 Milliarden für die Asylforderer dieses Jahres wären auch noch als Mittel zur Belebung der Binnenkonjunktur zu verbuchen.

Wir kennen aber die neoliberalen Propagandaschleudern, die gerade den unbeschränkten Zuzug von Asylforderern den Schäfchen in die Birne hämmern und dabei kein Wort über die Finanzierung durch eine Besteuerung der Vermögen und Erbschaften verlieren.

Das ist kein Versehen, sondern böse Absicht. Die Asylforderer sollen die Sozialsysteme in Deutschland möglichst stark belasten und dann werden dieselben neoliberalen Propagandaschleudern wie ZEIT und SPIEGEL oder die FAZ unter Duldung der TAZ wieder den Abbau des Sozialstaats, die Kürzung der Renten und die Streichung von Leistungen der Krankenkassen fordern.

Das sind ja keine edlen Menschenfreunde, die hier ein publizistisches Trommelfeuer von Begrüßungskultur schaffen, sondern das ist das altbekannte neoliberale Journalisten- und Politiker-Pack im Sold der globalen Finanzoligarchen, denen es um die Ausplünderung der Staaten und die Verelendung der Völker geht seit jeher.

Linus September 3, 2015 um 11:49

@corbeau:
bitte um Entschuldigung, dass ich so reinplatze. Aber genau dieses Problem habe ich in meinem letzten Post behandelt.

“Die ‘Menschenrechte’ waren danach eine Erfindung des Bürgertums im Kampf um seine Emanzipation vom Feudalsystem. Geschickterweise wurden sie für alle Menschen proklamiert, denn man konnte das Volk in diesem Kampf als zeitweiligen Verbündeten gut brauchen. In der Realität und im Konfliktfall kam es natürlich darauf an, wen man als vollgültigen Menschen ansah und das war idR eben schon von der Ursprungslogik dieser Rechte her: ja, der Bürger.”

Zwar ist es zweifellos richtig, dass die Formulierung der Rechte in der französichen Revolution massiv von Eigeninteressen geprägt war. Nichtsdestoweniger sind dabei allgemeine Rechtsgrundsätze ‘ausgegraben’ worden, die sich einer Übernahme durch Interessengruppen aus oben genannten Gründen erfolgreich widersetzen konnten. Uneinigkeit und Interpretationsspielraum gab es nur in der Frage, wer alles in den Genuss dieses neuen Rechtsrahmens kommen sollte (Vollgültigkeit). Die berühmte Definitionshoheit, die Frage also, wer als Rechtssubjekt zu betrachten ist? Das ist keine Frage der ‘Qualität’, sondern eine Frage der ‘quantitativen’ Festlegung der Grenze zwischen Inkludierten und Exkludierten, des Masses also.
Dies war und ist bis heute ist das meistbeackerte Feld der Auseinandersetzung, z.B. Rassismus (-> zwei verschiedene Rechtsräume), ‘Tierrechte’ etc.

Ein ganz ähnliches Problem ergibt sich bei dem ‘Menschenrecht’ auf Existenzminimum. Ein solches Recht lässt sich mE problemlos zumindest im Grundsatz aus der Menschenwürde herleiten. Doch wie ist das Existenzminimum quantitativ festzulegen?

Langer Rede kurzer Sinn: Was die Rechtsgrundsätze anbetrifft, halte ich die geschichtliche Entwicklung für weitgehend unerheblich. Sie sind, fertig. Was das Mass anbetrifft, unterliegt dies klar den herrschenden Verhältnissen, steht also unter historischem Einfluss.

Ich habe keine Idee, ob und wie sich das ändern liesse. Und vermutlich ist es – bei aller ‘Ungerechtigkeit’ – auch gut so, dass es sich nicht absolut festlegen lässt. Nur so ist gesellschaftliche Entwicklung und Dynamik möglich, freilich auch Willkür.

"was in guantanamo passiert bleibt in guantanamo" September 3, 2015 um 11:56

@ Morph

,,Soziale Ungleichheit lässt sich nicht endgültig beseitigen. Es wird immer Formen von Ungerechtigkeit geben.”

Na egal, welche Abwandlung es auch sein mag, dienen Phrasen wie “willste etwa das Sozialamt der Welt sein” oder “etwas Ungerechtigkeit wird es immer geben, da kannste nix gegen machen” und ” du kannst es nicht allen Recht machen” nur einem einzigen Zweck: Der Immunisierung gegen Kritik. Sicher, mit dem Paradies auf Erden, dit wird schwierig. Aber da geht noch was.

,,Alle Versuche, vollkommen gerechte Gesellschaften zu verwirklichen, haben bisher zu Katastrophen geführt.”

Der vollständige Abschiedsbrief vom Amokläufer Sebastian B. “Ich hasse es, überflüssig zu sein” http://www.heise.de/tp/artikel/24/24032/1.html

Nicht falsch verstehen Digger. Ich bin weder für die reaktionäre Lösung Modell Taxi Driver / Amoklauf von Emsdetten, noch will ich Nazis entschuldigen. Aber Rassismus, Ausgrenzung, Hass sind Symptome dafür, dass etwas nicht mehr stimmt. Eine Diskussion über Lösungen ist relativ zweckfrei, wenn wir uns mit den Ursachen von Ungerechtigkeit nicht befassen wollen. Ein Schüler, der nichts mehr zu verlieren hat, außer seiner Verzweiflung. Klar, die meisten in seiner Situation reagieren nicht so. Aber wir können mehr machen.

,,Ich weiß nicht, ob Du schon mal Anlass hattest, Dein Recht einklagen zu müssen. Ich sage Dir nur: wir haben es hier in diesem Land sehr, sehr gut!”

Stimmt.

,,Klar gibt es noch Ungerechtigkeit!”

Gegen Diskriminierung ist in den letzten 15 Jahren viel passiert. Aber die soziale Ungerechtigkeit hat massiv zugenommen.

,,Ich meine, letztlich kommt man doch wieder zu der ganz simplen Einsicht: Wer sein Schicksal ändern will, muss es in die Hand nehmen.”

Und ich sag nur: Neue Gerechtigkeit durch mehr Freiheit. Wir haben so viele Möglichkeiten, wie keine Generation vor uns. Jeder sollte seine Chancen nutzen. Jeder, kann alles erreichen. Du musst es nur wollen;)) Ne, quatsch. Mit der Gesellschaft ist es, wie mit der Familie: es gibt starke – und schwache Mitglieder. Watt mir einfach fällt, ist für den anderen Menschen unmöglich zu schaffen. Ich bin nicht selbstgerecht und ich werd deswegen dem schwachen Menschen, dessen Schwäche nicht zum Vorwurf machen. Die simple Einsicht ist wohl eher: Menschen sind unterschiedlich körperlich und geistig stark und darauf muss Rücksicht genommen werden. Ich bin eben so ein bekloppter Gerechtigkeitstyp, mit zu viel Empathie im Blut und viel, viel Glück im Leben. Ich gebe watt zurück. Aber nicht alleine Charity, noch mehr muss von Staat und den richtig Starken kommen.

http://ilovegraffiti.de/blog/2015/09/01/dresden-احلاً-و-سهلاً-herzlich-willkommen-wholecar-auf-dresdener-s-bahn/

"was in guantanamo passiert bleibt in guantanamo" September 3, 2015 um 12:08
gelegentlich September 3, 2015 um 12:32

Goodnight September 3, 2015 um 06:42
“Abgesehen davon, dass ich solche Kommentare wirklich liebe, wo man kein einziges Argument liefert, aber darauf verweist, dass man jemanden kennt, der vom Habitus und Position all das besser wissen müsste.”
Könnte ein Problem werden, das ich aber lösen kann. Im Übrigen sind Sie in diesem Blog genau damit notorisch, seit vielen Jahren. Immer sogenannte Insiderinfos von nicht Genannten, “above Mittelschicht”, aus Ihrer Region.
“Whatever, jeder, der einmal mit solchen Leuten zusammengearbeitet hat, der weiß das diese Personen auch nicht mehr wissen als alle anderen Personen die mit Wissen arbeiten. Solche Kommentare zeigen nur, dass Sie mit solchen Personen noch nie gearbeitet habe.”
Falsch. Das kann ich aber leicht ändern. ich weiß nicht welche Beziehung Sie zu @fl haben. Dem kann ich so etwas schreiben, hier im Blog nicht. Und das mache ich jetzt gleich..
“Egal, einfach mal in den nahen Osten schauen und entlang meines Beobachtungsmusters beobachten. Und dann bitte all die Beobachtungen der Personen verfolgen, die sie kennen. Und dann sich fragen, warum es gerade so ist, wie es ist. Im Irak und Syrien und so.”
Sie scheinen übersehen zu haben dass ich genau das seit vielen Jahren tue. Und dass genau deshalb mir Ihre Absonderung so verstörend grotesk erschien.
Außer Ihrem “Schema”, das noch nicht mala Klippschulniveau hat, schreiben Sie ja überhaupt nichts Konkretes dazu.

@Morph September 2, 2015 um 22:53
“Was bewegt mich an einem Beitrag, dass ich ihn als eines Erstsemesters unwürdig bezeichne, und zwar vor dem Hintergrund, dass das ein völlig beklopptes Kriterium ist. M.a.W. was provoziert mich an dem Beitrag, dass ich ihn in Grund und Boden schimpfen möchte,…”

Dass er, im Gegensatz zu Vielem, das @Goodnight hier schreibt, von Grund auf bekloppt ist. Im Übrigen bin ich immer noch neugierig darauf, was sich mit inkludieren und exkludieren erklären läßt, über die triviale Beschreibung hinaus. Wurde ja vollmundig “Kapital” und “Arbeit” gegenübergestellt. Es muss ja so etwas Tolles sein dass man Leseempfehlungen dazu aussprechen möchte.

Morph September 3, 2015 um 12:50

@gelegentlich

“Im Übrigen bin ich immer noch neugierig darauf, was sich mit inkludieren und exkludieren erklären läßt, über die triviale Beschreibung hinaus. Wurde ja vollmundig “Kapital” und “Arbeit” gegenübergestellt. Es muss ja so etwas Tolles sein dass man Leseempfehlungen dazu aussprechen möchte.”

Dem Ton der Anfrage entnehme ich, dass sie nicht Ernst gemeint ist.

gelegentlich September 3, 2015 um 12:56

@Morph
Sorry, dann entschuldige ich mich für den Ton. War ernst gemeint. Bin aber weg bis heute abend.

Morph September 3, 2015 um 13:23

@ guantanamo

“Eine Diskussion über Lösungen ist relativ zweckfrei, wenn wir uns mit den Ursachen von Ungerechtigkeit nicht befassen wollen.”

Glaube ich nicht. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass der Wunsch, das Übel an seiner Wurzel zu packen, auf einer grundfalschen Prämisse beruht, nämlich der Idee, dass man die Gesellschaft als Ganze ‘grundlegend’ verändern könnte. Diese Idee beruht auf einer falschen Analogie: Wir erleben in unserem Alltag, dass wir unser Zusammenleben mit anderen Menschen regeln können und dass wir bestehende Regeln, wenn sie das Zusammenleben beeinträchtigen, ändern können. Menschliche Klein- und Großgruppen unterscheiden sich quantitativ. Daher spricht überhaupt nichts dagegen, im Großen zu versuchen, was im Kleinen funktioniert, nämlich dem Zusammenleben vernünftige Regeln zu geben.

Der Fehler dieses Arguments liegt darin, Klein- und Großgruppen nur als etwas quantitativ nicht aber als etwas qualitativ verschiedenes zu erkennen. Der radikale Unterschied zwischen Klein- und Großgruppen besteht in der Rolle, die in ihnen Fremdheit spielt. Großgesellschaften regeln das Zusammenleben von Menschen, die einander fremd sind. Das begrenzt massiv die Möglichkeiten konsensueller Regelsetzung und Regelveränderung.

Daher halte ich es für richtiger, nicht die allgemeinen Ursachen von Ungerechtigkeit zu bekämpfen, sondern ihre besonderen Folgen.

“Ich bin nicht selbstgerecht und ich werd deswegen dem schwachen Menschen, dessen Schwäche nicht zum Vorwurf machen.”

Klar, man sollte niemandem seine Natur zum Vorwurf machen, egal ob diese als ‘stark’ oder als ‘schwach’ gilt. Aber bestimmte ‘Schwächen’ gehören nicht zur Natur des einen oder anderen, sondern sind ‘gelernt’, d.h. gesellschaftlich vermittelt, und zwar durch Strukturen, die man nicht von heute auf morgen ändern kann. Kompliziertes Thema.

petervonkloss September 3, 2015 um 13:32

Keynesianer September 3, 2015 um 11:21

Zu Jean Raspail:
Lieber, Sic! ,…. ich habe hier einen Fehler des Zitats perpetuiert.
Richtig heißt es wohl…
„Die Presse und Politiker fordern, unsere >Brüder vom Gangesglobalen Sozialismus< entschieden MIT anzukündigen.“

Desweiteren:

Für die Unfähigkeit zum Widerstand und die Blindheit des Westens macht Raspail die höchste Ethik des Christentums verantwortlich:

"Denn da stand die breite Masse. Finstere Bataillone von Abgeordneten der Dritten Welt in Paris. Und auch sie waren da: der „Doyen“ der Schwarzen aus den Vororten, der Chef des Rattenvolkes samt seinen weißen Beratern und dem militanten Straßenfegerpriester, dann der „einäugige Kadi“ und sein Stab, der lächelnde Mamadou, und alle Kräuselhaarigen, diese unzähligen Braungebrannten, Verachteten, Gespenster, die Fleißigen des weißen Wohlstands, die Putzer, die Höhlenbewohner, die Widerlichen und Wüstlinge, die Spucker, die Frauenlosen, die Austauschbaren, die Geopferten und Unentbehrlichen. Sie alle sagen nichts Besonderes. Sie sind die Macht, und von nun an wissen sie es und werden es nie vergessen. Wenn sie nicht einig sind, knurren sie einfach, und man bemerkt schnell, daß dieses Knurren die Debatten bestimmt. Denn wohlverstanden, fünf Milliarden Menschen auf der ganzen Erde. Wenn diese knurren! Indessen schließen mit Marcel und Josiane siebenhundert Millionen Weiße die Augen und verstopfen sich die Ohren …".

gelegentlich September 3, 2015 um 13:52

@pvk
Der erinnert an eine Rede, die Lyndon B. Johnson im Dschungel Vietnams zu eigenen Truppen gehalten hat. Es ging um die Frage aus welchem Grunde diese Soldaten eigentlich dort sind. Er verwies auf die schiere Menge von “Gelben”, “da draußen”, und fragte: was wollen die? Und dann: die wollen haben was wir haben. Aber: sie kriegen es nicht!
Wie ist nun Ihr Beitrag zu verstehen? Sollen wir jetzt unsere Besiegtengeistigkeit überwinden und das verteidigen, was wir haben? “Wir”, natürlich nicht Sie, die Jüngeren. Denn Führung heißt doch auch zuallererst, das Leben der => Anderen aufs Spiel zu setzen.

H.K.Hammersen September 3, 2015 um 14:04

@Morph
“Aber bestimmte ‘Schwächen’ gehören nicht zur Natur des einen oder anderen, sondern sind ‘gelernt’, d.h. gesellschaftlich vermittelt, und zwar durch Strukturen, die man nicht von heute auf morgen ändern kann.”

Hauptunterschied zwischen den Menschen ist der Unterschied im Selbstwertgefühl. Dieser Unterschied bestimmt viel mehr als die Unterschiede in Intelligenz und Begabung den Lebensweg in modernen Gesellschaften. Ein Mangel an Selbstwertgefühl scheint mir in der deutschen Mittel- und Unterschicht besonders ausgeprägt.
Als Kompensation bietet sich der Asylbewerber an. Bei den Begrüßungskomitees als Hilfsbedürftiger und bei den Glatzen als nicht Zugehöriger. Daraus ergibt sich für die Oberschicht eine hervorragende Situation. Die Mittel- und Unterschicht richtet ihre Aktionen zur Selbstwertstabilisierung auf die Neuankömmlinge anstatt auf die Oberschicht und die Neuankömmlinge vergrößern die Zahl der Unsicheren, was eine Koalition der sich minderwertig fühlenden Menschen erschwert und es der Oberschicht erleichtert, ihre Position zu erhalten und ihre Reproduktion aus sich selbst heraus zu erleichtern. Die Begrüßungskultur der Oberschicht speist sich aus ganz anderen Beweggründen als die der Begrüßungskomitees an den Bahnhöfen und in den Flüchtlingslagern. Diese Komitees setzen sich vorzugsweise aus gebildeten, wirtschaftlich abgesicherten Frauen aus der Mittelschicht zusammen.

Oz September 3, 2015 um 15:53

Wenn Politiker nicht den Arsch in der Hose haben, sich gegen volksgemeinschaftlichen Sadismus durchzusetzen:

http://derstandard.at/2000020722311/Amnesty-praesentiert-Bericht-ueber-Traiskirchen .

Die Frauen müssen sich nackt vor Kerlen ausziehen. Ihr Wichser! Um die Kranken kümmert sich niemand. Die Kinder bleiben sich selbst überlassen. Für Männer und Frauen gibt es nur gemeinsamem Duschräume. Alles nach dem Geschmack xenophober Volksverhetzer-Bürger.

Die Asylanten dienen als Versuchsobjekt. Diskriminierung und absichtliche Verelendung werden bei Asylanten geübt, um sie an weißen Deutschen weiter zu führen.

Wohin die Reise auch für deutsches Rassistenpack geht: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/asylbewerber-thomas-de-maiziere-will-zurueck-zu-sachleistungen-a-1048105.html . Warum nicht auch nur noch Sachleistungen für deutsche Alg – 2 – Bezieher? Wer Asylanten jagt und Heime ansteckt, hat keine Zeit zum lesen.

In den USA wird Cannabis legalisiert, Illegale bekommen Papiere und ein Bundesstaat nach dem anderen führt den Mindestlohn ein. Währenddessen feiern die Nazi-Spackos überall in Europa. Der Nationale Widerstand geht auf Jagd und die deutsche Mittelschicht geifert sich was von “Humanitätsduselei” zusammen. Europa auf dem Highway to hell und ich kotzend in den Feierabend.

petervonkloss September 3, 2015 um 16:29

Sehr geehrter @gelegentlich

Sie müssen schon den Sinn im Übertragenen sehen; es geht nicht um asiatische Inder und Vietnamesen; …… (die ich beide als Pfleger meiner Krankheiten des Alters hier ausgesprochen häufig begrüßen möchte!
…dazu auch Russen und Chinesen!) … die sind mir alle lieb!

Die anderen werden höchste levantinische Probleme verursachen und vereinzelt genauso gut sein, im Vergleich, sogar sehr selten!

Und die Besiegtengeistigkeit,…..sie scheint dem gemeinen Habitus des mediokren Deutschen in Gestalt seines etwas ins Abstrakte und Leichte des Wohlstands und Konsums sublimierten Selbsthasses der überall übertriebenen Willkommenskultur nun zur Normalität gewordener Körperlichkeit erstanden (Habermas und die Folgen), und wird sie als solche nicht mehr folgern können.

So entsteht im Übrigen jegliche Geschichte, auch die des Unheils, wonach das nahe absolute Kleinteil nicht im entsprechenden Zeitraum realisiert werden kann.

Manfred Peters September 3, 2015 um 17:02

Ein Lied … 2 … 3 … 4!
Für alle hier kommentierenden und lesenden “Besorgten Bürger” , besonders gewidmet dem Ummnachteten, der uns hier so fleißig Zahlen und Lügen aus den 3,14-news unterjubeln will. :-(
Lied durch!

topi September 3, 2015 um 17:15

Zitat Schwejk
“führt in der Realität dazu, daß verschiedene Gruppen von Habenichtsen um Ressourcen streiten, die von “oben” her, durch eine deflationäre Finanzpolitik noch künstlich verknappt werden. Was das für politische Konsequenzen hat, ist unschwer vorauszusehen. Da hat m.E. auch @Keynesianer grundsätzlich recht, selbst wenn sein Großverschwörungsdesign immer stark überzeichnet wirkt.”

Da Keynesianer regelmäßig Prügel bezieht, kann man das ja auch mal wieder etwas gründlicher thematisieren.
Ist ja auch zum Thema; erinnert sei an Haukes Aussage: über die Mittel für Flüchtlinge hat man gar nicht zu sprechen, die sind einfach zu zahlen, wenn der Plebs mehr haben will als nach den zusätzlichen Ausgaben noch abfällt, muss er das halt gegen andere erkämpfen.

In dieser Offenheit formuliert das zwar kein Politiker; aber das praktische Handeln folgt ja genau dieser Maxime, es findet keine Diskussion darüber statt, wo die zusätzlichen Mittel herkommen sollen. Die schwarze Null ist religiös überhöht, so scheidet der übliche Vorgang, anfallende Mehrausgaben in Schuldenfonds, gerne “Sondervermögen” genannt, aus.

Erst mal zum Terminus, du sagst “deflationäre Finanzpolitik”; als Begriff eher unüblich, eher spricht man von restriktiver Fiskal(Finanz)politik. Die wirkt zwar in Richtung Deflation, aber die Geldpolitik kann ja noch gegenhalten, so dass die Rezession sehr wahrscheinliche Folge ist, Deflation muss nicht sein (v.a. wenn man von veränderbaren WK ausgeht)

Aber das ist ja auch die entscheidende Aussage, die verfügbaren, erwirtschafteten, Mittel werden knapper, weil man eine, ähh, spezielle Fiskalpolitik betreibt.

Keynesianers Aussage dagegen ist immer, die restriktive Geldpolitik verursacht gezielt Wirtschaftskrisen, um Mittels Deflation die Vermögen der Vermögenden wertvoller werden zu lassen (richtig?)

Geldpolitik und Finanzpolitik müssen dabei nicht gleichschrittig gemacht werden; die Eurozone wäre schon längst in brüningschem Ausmaß abgekackt, wenn sich zu der restriktiven Fiskalpolitik auf Anordnung noch eine restriktive Geldpolitik gesellt hätte.

Zur Geldpolitik ein interessanter Artikel von Bernegger in den DWN.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/09/03/zu-viel-risiken-zu-viele-fehler-die-zentralbanken-sitzen-in-der-falle/

“Die ganze Wahrheit ist eine andere: Die amerikanische Notenbank hat während mehr als sechs Jahren die Zinsen auf Null festgezurrt und durch drei Phasen quantitativer Lockerung die Konjunktur unterstützt oder angeheizt. Diese lange Phase der Nullzinspolitik hat aber Nebeneffekte gehabt, die jetzt sichtbar werden. Sie hat eine Risiko-Kumulation begünstigt, die jetzt zum Platzen von Blasen führt.

Die Nullzinsen sollten eine absolute Ausnahme darstellen, sie sind gerechtfertigt in einer Situation wirtschaftlichen Ausnahmezustandes, drohenden Systemzusammenbruchs oder schwerer Depression. Lang anhaltende Nullzinsen sind in einem deregulierten Finanzsystem gefährlich, sie sorgen für eine Fehlallokation und für Nebeneffekte, die im Moment schwer erkennbar sind, aber nachher massiv und kumulativ ausfallen können. Während der Zeit viel zu tiefer Zinsen wird die Konstellation als angenehm empfunden, nachher endet die ganze Episode mit einem bösem Kater oder mehr.


Die Nullzinsen haben Akteure mit Restriktionen in Bezug auf Mindesterträge, im Klartext die großen Institutionellen, bewogen oder gezwungen, sich auf die höchsten Erträge zu werfen. Versicherer und Pensionskassen erwarben Dividendentitel, Corporate und high-yield bonds, Anlagen in Schwellenländern, Immobilien. Banken vergaben hohe Kredite dorthin. Sie taten dies, weil ihre traditionellen Anlagen, etwa in Staatsanleihen, keine genügenden Erträge mehr abwarfen, um die Renditen auf den Verpflichtungen zu decken. Die Risikoprämien dieser Anlageklassen wurden gnadenlos zusammengedrückt, und realwirtschaftlich die Allokation in diese Bereiche weit überhöht.


die Situation zeigt, in was für eine Ecke zwölf Jahre fehlgeleiteter Geldpolitik die amerikanische Zentralbank gebracht haben.”

Nun würde ich zwar nicht von 12 Jahren, sondern in der Tendenz von 4 Jahrzehnten sprechen, aber sei es drum. Bernegger ist ja noch irgendwie “drinnen” und muss sich innerhalb untauglicher Modelle bewegen, wegen der Anschlussfähigkeit.

Die Darstellung, wie die lange Geldschleuderei wirft, letztlich alle Risikomodelle untauglich werden lässt, ist gut.

Interessant wird es dann hier

” Mit zu expansiver Geldpolitik gehen nicht nur wie im Standard-Lehrbuch-Modell Nachfrage-, sondern auch Angebots- und sektorale Allokationseffekte einher.”

Das letzteres nicht gesehen wird, deshalb die üblichen Risikomodelle nur im Nebel stochern können, könnte anhand der Ergebnisse jedem Beobachter klar sein; kannte.

Aber zu den Nachfrageeffekten.
Hier sind wir nämlich bei unserem Freund Keynesianer: expansivere Geldpolitik soll die Nachfrage erhöhen, damit wird alles gut.

Nr ist ja nicht erst die Nichtbetrachtung der Angebots- und Sektoraleffekte durch expanisve Geldpolitik das Problem, sondern schon die Behauptung, dass dadurch reale Nachfrage nach “frisch produzierten” Gütern entsteht.
Alle andere Nachfrage ist jedoch sinnlos; es ist doch egal, wenn einer eine “alte” Aktie einem anderen abkauft, ob er dafür 10 oder 10.000 bezahlt.
Oder ob ein existierendes Haus für 100K oder 500K verkauft werden kann. Etc.pp.

Die Nachfrage nach existierenden “Assets” führt nicht zu einer Produktionsausweitung; nur über Zweitrundeneffekte (bei diesen Wertsteigerungen will jeder ein Haus), oder indirekt durch gefühlt höheren Besitz oder solcherlei Konstruktionen. Da sind dann die Blasen angelegt.

Ganz anders dagegen die konkrete Nachfrage nach aktuell produzierten Gütern; da braucht man nichts konstruieren, dies führt direkt zur Produktionsausweitung, und zu tendenziell steigenden Löhnen. keine Blasen, keine “Nachfragelücken” (die ja nur die Kehrseite der “Übersparberge” sind), die durch ständige Erhöhung der Gesamtverschuldung irgendwie aufgefangen werden müssen.

Keynesianer meint da das richtige; ist aber mit seinem Terminus “restriktiver Geldpolitik” völlig auf dem Holzweg, die ist eben nicht restriktiv, und Geldpolitik als i.E. Handeln der Zentralbanken ist gar nicht geeignet, effektiv die reale Nachfrage zu erhöhen (ja damals; das gängige Schema ist ja so: Unternehmer A kriegt Kredit von Bank B wegen Zinssenkung Z, damit stellt er Leute ein und zahlt Lohn, womit die dann die mehrproduzierten Güter kaufen; das gilt heute nur noch in der Umkehrung, wenn wie in Griechenland massive Kreditrestriktion stattfindet)

Ergo: die Wirtschaftspolitik, die letztlich dazu führt, dass Ottonormalverbraucher und Klein Erna keine Kohle mehr haben, ist das Problem; angeschts der aktuellen Notenbankenzahlen nahezu ausschließlich in der Fiskalpolitik zu finden, politisch gesteuert in der Eurozone von den schwäbischen Hausfrauen, propagiert von der deutschen Volkswirtschaftslehre, nachgebetet von nahezu der gesamten Presse.

topi September 3, 2015 um 17:16

Zur “Verschwörung”.

Bernegger beschreibt ja schön, wie das Handeln von Fed (und co.) ganz direkt auf die Assetpreise der Vermögenden durchschlägt.
In den Notenbanken sitzen Investmentbanker, und umgekehrt. In welchem Interesse handelt wohl ein Investmentbanker, also ein Bezieher höchsten Einkommens, der sein Geld damit verdient, die Geldvermögen anderer Spitzenverdiener und natürlich der Kapitalklasse anzulegen?
Warum sollte sich das als Notenbanker ändern?

Ich sehe da überhaupt keine Notwendigkeit zur Kreation irgendeiner “Verschwörung”.

Das ist ganz konkrete Handeln im Sinne der eigenen Schicht, der eigenen Unternehmen und der Kunden.

Wie schwer ist das denn?

Schade, das es durch das Verschwörungs-Gedöns vielen leichter gemacht wird, so banale Zusammenhänge zu ignorieren oder gar zu negieren.

gelegentlich September 3, 2015 um 19:53

@Goodnight
Dieser Link kam im Nachbarthread von @wowy.
http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/syrien-der-westen-ist-schuldig-12314314.html
Der Artikel stammt von 2013. Vor der “Initialzündung” durch eine Sniper-Schießerei in Damaskus hatte ich Monate vorher (Quelle war ein israelischer linker Blog) hier darauf hingewiesen, dass “Spezialkräfte” in Gebieten Nordjordaniens offenbar für einen Regime Change in Syrien in Stellung gebracht wurden.
Dem Vernehmen nach wird IS aus der Luft angegriffen. ABer viel einfacher ist es natürlich denen die Ressourcen abzudrehen: das Öl, das via Türkei nach Israel zum Raffinieren geht. Ist das geschehen? Bomben und unter der Hand weiter unterstützen schließen sich ja nicht aus.
So, und jetzt kommen Sie bitte mit Ihrer Moderne und zeigen uns, was hier easy as f… bedeutet.
(Die Zusage von heute morgen habe ich natürlich gehalten, per PM an @fl. Die richtige Vorhersage solch eines amerikanischen Experten)

ruby September 3, 2015 um 19:58

@ topi
Die Zeit ist allmählich reif, das wirkungslose herumpaddeln im Nebel abzustellen.
Will noch irgendjemand eine marginale Zinsveränderung für allokative Investitions- und Wachstumseffekte prospektiv herbei beten?
Vorfinanzierungskredit für jeden zu Nullzins, der wie versprochen zurückzahlt, tilgt.
Woher kommt dann der Mehrwert, gewünschte Zinsertragsglaube?
Ideen bitte …

gelegentlich September 3, 2015 um 20:10

@Gkoodnight
Ein kleiner Nachtrag für Sie:
http://www.independent.co.uk/voices/comment/turkey-duped-the-us-and-isis-reaps-rewards-10478720.html
Sie werden jetzt bitte nicht sagen der Independent sei unmodern, nicht wahr?

Linus September 3, 2015 um 20:33

@gelegentlich:
“Dem Vernehmen nach wird IS aus der Luft angegriffen. ABer viel einfacher ist es natürlich denen die Ressourcen abzudrehen: ”

Apropos Ressourcen. Wie wird ISIS-Land denn heute versorgt?
Gilt das hier immer noch?
http://www.dw.com/en/is-supply-channels-through-turkey/av-18091048

Goodnight September 3, 2015 um 20:44

@gelegentlich

Mir ist nicht ganz klar, was jetzt genau das Thema ist, aber ich werde mal trotzdem kommentieren.
Also, der verlinkte FAZ Artikel ist völlig wirrer Blödsinn. Ich habe nach der Hälfte das Lesen eingestellt. nicht wert darüber zu reden, interessant wäre nur die Frage wie solche Sachen es in die FAZ schaffen.
Zum Independent Bericht. Yep, belegt meine These: Da ist kein Mastermind im Hintergrund, all die Think Tanks der US sind völlig überbewertet. Rein empirisch kann ich in Anspruch nehmen, zu behaupten, wie der größte Arbeitgeber der Welt operiert. Die Stärke der USA lag noch nie und liegt noch immer nicht in der geistigen Durchdringung gegenwärtiger Situationen und zukünftiger Entwicklungen. Die Stärke der USA beruht auf der unnachahmlichen Verbindung von unendlicher Risikobereitschaft, maximaler Anpassungsfähigkeit, und absoluter Brutalität. D.h. auch wenn der Erdogan die USA noch 5-10 Mal behobst, spätestens beim 11 Mal wird die USA begreifen, sich anpassen und ihn einfach platt hauen. Und, wenn nötig, den ganzen Nahen Osten auch noch. Koste es was es wolle.
Ergo: Die USA ist kein Volk der Dichter und Denker.
Es sind Pioniere. Die Besten die es gibt. Alles aufs Überleben eingestellt.
Man kann klüger sein als die, aber nicht überlebensfähiger.

Whatever, zum Irak bzw. Syrien. Die Amis hatten da niemals eine Plan. Die machen keine Pläne. Die halten sich diese think tanks um sich der Illusion hinzugeben, dass ihre Aktionen durchdacht wären. So wie Unternehmen sich Berater einkaufen. Die haben keine Bedeutung für die Ausrichtung der Aktivitäten.
Der Irak musste fallen, damit die USA nach 9.11 Stärke demonstrieren konnte. Jetzt sind die raus und die Saudis kämpfen dort gegen den Iran. In Syrien und Irak. Sunniten gegen Schiiten. Ein neuer 30 jähriger Glaubens-Krieg. Syrien und Irak sind verloren, sie sind jetzt das Schlachtfeld für alle möglichen Interessen. Aber keiner hat ein Interesse, den Konflikt wirklich zu beenden, denn es ist ganz praktisch, dass der Iran und die Saudis beschäftigt bleiben. Man muss nur darauf achten das keine der beiden Seiten die Oberhand gewinnt und/oder das sich der Konflikt ausbreitet.

f.luebberding f.luebberding September 3, 2015 um 20:49

Goodnight, gelegentlich

Erdogan wird seine Grenzen nach Griechenland schließen, wenn man ihm bzgl. der Kurden freie Hand läasst. Wenigstens ist das mein Eindruck.

gelegentlich September 3, 2015 um 21:05

@Goodnight September 3, 2015 um 20:44
Danke, aber nun verstehe ich Ihre Position, auch im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage, noch weniger. Also die black box “Moderne” ist jetzt geschlossen, Werte sind eh f…, daher überrascht Ihre Ablehnung der Positoin Merkels auch nicht.
Dafür kommt nun die neue black box “überlebensfähig”. Aber warum regen Sie sich dann auf, wenn die Kanzlerin der Deutschen (mit ihrer weniger vitalen Überlebensfähigkeit) ihrer Vasallenpflicht nachkommt und dafür sorgt, dass wir die Rechnungen Anderer begleichen?
Schmunzelnd stelle ich fest, dass Sie sich wohl die Statur eines Gummiballs erarbeitet haben: egal wie man ihn tritt – er rollt immer, irgendwie.

Goodnight September 3, 2015 um 21:33

@Lübberding

“Erdogan wird seine Grenzen nach Griechenland schließen, wenn man ihm bzgl. der Kurden freie Hand läasst.”

Würde er, aber wer würde sich auf einen solchen Deal bzw. Erpressung im Westen einlassen? Das ist für Europa zu riskant. Zumal man das Problem der Flüchtlinge dann gegen das Problem einer tobenden PKK im Land austauschen würde. Zudem kann man Erdogan grundsätzlich nicht vertrauen.
Das Problem bei Erdogan ist ja, dass man in im Westen lieber heute als morgen six feet under sehen will, jedoch ist er zu Zeit der Saddam Hussein der Türkei, d.h. ein unangenehmer Diktator, den man aufgrund seiner Brutalität jedoch benötigt. Keiner will das Risiko eingehen, die Türkei in der gegenwärtigen Situation an seiner Grenzen einer schwachen Regierung auszuliefern. Bei Erdogan weiß man nicht wo man dran ist, aber man weiß, dass er für seinen Machterhalt alles machen wird, was notwendig ist. Also muss man ihn dahin lenken, wo seine Macht mit unseren Interessen positiv korreliert.
Unangenehm.
Whatever, das eigentliche Problem ist, dass Erdogan jetzt die Kurden angeht und damit Chaos riskiert. Der Westen und die USA können aber kein Chaos in der Türkei riskieren. Und daher werden sie vielleicht doch in den sauren Apfel beißen und die Kurden opfern um die Türkei vor der IS zu retten. Und vielleicht ist dies Erdogan bewusst. Die IS ist seine Lebensversicherung gegenüber der USA. Und daher muss er sie am Leben erhalten und zugleich kontrollieren.

Manfred Peters September 3, 2015 um 21:41

@ “Mir ist nicht ganz klar, … Also, der verlinkte FAZ Artikel ist völlig wirrer Blödsinn. “
Ein “Ummnachteter Niemand” bezichtigt
einem Mitglied im Deutschen Ethikrat er sei völlig Verwirrt.
Da wäre doch endlich mal handeln angesagt. Fragt sich nur bei wem?

Goodnight September 3, 2015 um 22:03

@Manfred Peters

“Ein “Ummnachteter Niemand” bezichtigt
einem Mitglied im Deutschen Ethikrat er sei völlig Verwirrt.
Da wäre doch endlich mal handeln angesagt. Fragt sich nur bei wem?”

Ethikrat…das erklärt mal alles.
Der Umnachtete kennt diese Wissenschafts-Schauspieler nur zu gut, er war lange genug im System um zu beobachten und zu verstehen.
Daher bin ich da völlig schmerzfrei und beobachte so etwas wie Titel gar nicht mehr. Ich beobachte die Leistung.
Aber bleiben sie ruhig beim Habitus. Erleichtert alles ungemein, das ist ja dessen Funktion. Man muss Artikel gar nicht mehr lesen, man muss nur die Titel des Autors zählen um zu einer Meinung gelangen.
Ich beneide Sie. Sie haben alles um glücklich zu sein.

Manfred Peters September 3, 2015 um 23:23

“Sie haben alles um glücklich zu sein.”
Fast alles, nachdem Du durch intensives Studium der 3,14-news die Kosten für die in Deutschland wahrscheinlich in diesem Jahr aufgenommenen Flüchtlinge von 60 Mrd. € auf 20 Mrd. € gesenkt hast.
Das grenzt immer noch an “modernen Schwachsinn”, kommt aber meiner “Bruttokosten-Prognose” schon gefährlich nahe.
Bliebe die Frage, wie viel ist einem Misanthropen wie Dir ein Menschenleben überhaupt wert?

karla September 3, 2015 um 23:44

Wilma September 3, 2015 um 01:02
“@ karla

“Oder glaubt hier allen Ernstes jemand, dass die Gründe für Flüchtlingsströme weltweit nur bei deren Eliten zu suchen sind und die Einmischungen …..? ”

“Bis wir das gelöst haben, ist hier Land unter.
Kann man nicht endlich mal anfangen, die Flüchtlingswelle
pragmatisch anzugehen.”

Wer das will dem werde ich das nicht ausreden. Aber die notwendigen Ressourcen hat dazu der Staat und nicht das hiesige Kommentariat.

Die Beschreibungen “Land unter” sowie “Flüchtlingswelle” (gemeint ist damit wohl die schwappen über uns hinweg) sollte man realistischerweise mehr auf die Beschreibung der Situation der Flüchtlinge anwenden. Ich denke da beispielsweisee ans Mittelmeer.

@fl liegt mit seinem Hinweis auf den nächsten Winter nicht daneben. Mal sehen ob im Frühjahr noch die gleiche Sau durchs Dorf getrieben wird.

karla September 4, 2015 um 00:04

Keynesianer September 3, 2015 um 08:02

“Du kannst nicht von den kleinen Leuten erfordern, dass sie den kriminellen Betrug mit der Schuldenbremse durchschauen, wenn die Mitglieder des Sachverständigenrates die angepriesen haben….Aber die kleinen Leute hätten es kapiert haben sollen?”

Wenn es jemand nicht kapiert ist das keine Schande. Aber auch das setzt voraus, dass er sich damit beschäftigt.
Da habe ich etwas mehr Vertrauen in deren Fähigkeiten auch wenn es nicht einfach ist.
“Paranoider Wahn” hat im übrigen auf deinen Widerspruch hingewiesen: paranoider wahn September 3, 2015 um 09:31
“..was denn nun? undurchschaubar schwer oder kinderleicht?”

“Du willst uns jetzt hoffentlich nicht die Weltrevolution als einzig mögliche Lösung des Problems der Völkerwanderung nach Europa vorschlagen. Bis es die geben könnte, ist alles zu spät.”

Nein, ich wollte nur darauf hinweisen, dass es nicht von Übel ist Ursachen erkennen und diesen sich schon im Vorfeld entgegenzustellen und nicht erst wenn das Kind im Brunnen liegt.

Bogus September 4, 2015 um 06:44

Goodnight

“Ergo: Die USA ist kein Volk der Dichter und Denker.
Es sind Pioniere. Die Besten die es gibt. Alles aufs Überleben eingestellt.
Man kann klüger sein als die, aber nicht überlebensfähiger.”

Dieser US-Comedian dürfte dir gefallen:
http://www.ted.com/talks/thomas_barnett_draws_a_new_map_for_peace

gelegentlich September 4, 2015 um 06:50

@Goodnight September 3, 2015 um 21:33
Die folgende Frage blieb offen:
“Dafür kommt nun die neue black box “überlebensfähig”. Aber warum regen Sie sich dann auf, wenn die Kanzlerin der Deutschen (mit ihrer weniger vitalen Überlebensfähigkeit) ihrer Vasallenpflicht nachkommt und dafür sorgt, dass wir die Rechnungen Anderer begleichen?”
Die anderen Überlegungen mögen im Rückblick richtig oder falsch sein. Sie sind aber , im Sinne einer Konkretisierung dre Position einer “Moderne”, beliebiger Stammtisch.
“Und daher werden sie vielleicht doch in den sauren Apfel beißen und die Kurden opfern um die Türkei vor der IS zu retten. ”
Ist das Ihr Ernst? Die Türkei vor der IS retten?

Linus September 4, 2015 um 09:05

@Goodnight September 3, 2015 um 20:44:
Du redest dich um Kopf und Kragen.

Ich finde kein Argument in deiner Rede, nur Behauptungen. Das passiert dir öfter, s. unlängst mit @gelegentlich.
Du unterstellst den USA ‘Doofheit’, um ihre Weltpolitik zu erklären? Es erstaunt, dass sie damit Weltmacht No 1 sind. Sind die anderen noch viel doofer?
Die USA machen also Chaos – das wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Eine solche ‘Analyse’ erklärt gar nichts. Sie setzt offensichtlich am falschen Ende an.
Was bleibt also übrig: ein Ranking der Doofheiten?

Keynesianer September 4, 2015 um 14:44

@karla

“Paranoider Wahn” hat im übrigen auf deinen Widerspruch hingewiesen: paranoider wahn September 3, 2015 um 09:31
“..was denn nun? undurchschaubar schwer oder kinderleicht?”

Da war kein Widerspruch: Von der Logik her ist es für Kinder leicht zu verstehen, wenn es denen richtig erklärt wird. Die Schäflein werden aber systematisch von den Medien, Politikern und sogar unseren Universitätsprofessoren belogen.

Die kleinen Leute vertrauen halt den Medien und der “Wissenschaft” und fangen gar nicht erst an, selber zu denken. Dafür fehlt ihnen ja auch die Zeit mit Familie und Beruf und Fußball und Formel1 und all dem anderen Käse, womit sie systematisch geistig zugemüllt werden.

Wer hat schon die Kraft, sich von den Lügenmedien und sogar den VWL-Professoren geistig loszusagen, statt den kriminellen Unsinn, dass halt die Löhne zu hoch und die Profite zu niedrig wären und jetzt noch härter gespart werden müsse, nachzuplappern?

karla September 4, 2015 um 15:11

Keynesianer September 4, 2015 um 14:44

“Die kleinen Leute ….. . fangen gar nicht erst an, selber zu denken.”
Das ist aber eine Voraussetzung um” Medien und “Wissenschaft” zu hinterfragen.

“Dafür fehlt ihnen ja auch die Zeit mit Familie und Beruf”

Auf manche trifft das schon zu aber doch nicht durchgehend.

“…und Fußball und Formel1 und all dem anderen Käse, womit sie systematisch geistig zugemüllt werden.”

Mit deinen Begründungen entschuldigst du deren falsches Verständnis . Würdest du die “kleinen Leute” (blöder Begriff) wirklich ernst nehmen, dann würdest du ihr falsches Verständnis kritisieren. Kritik an einer Position ist auch das Ernstnehmen ihrer Meinung gerade auch dann wenn man sie nicht teilt.

Goodnight September 4, 2015 um 15:22

@Linus

Die Mehrheit aller erfolgreichen Menschen, Unternehmen und Nationen haben ihre Position nicht mittels Genie sondern eher mittels purer Gewalt erreicht. Intelligenz wird völlig überbewertet. Und das meine ich jetzt nicht witzig.

karla September 4, 2015 um 17:58

Morph September 2, 2015 um 09:30

“@Andreas Kreuz

Die gesellschaftliche Lage, in der wir uns heute befinden, lässt sich mit der begrifflichen Unterscheidung Arbeit/Kapital nicht mehr aufschlussreich beschreiben.

Es geht heute um Exklusion/Inklusion in der modernen Gesellschaft: Inklusion, das bedeutet: als Person behandelt zu werden, d.h. als Träger unveräußerlicher Menschenrechte; Exklusion, das bedeutet: ohne Personenstatus zu sein, unerreichbar für die gesellschaftlichen Institutionen.”

Die heutige gesellschaftliche Lage nur noch mit Exklusion / Inklusion zu beschreiben verzichtet auf die Benennung der Ursachen.

“…Die Migrationsbewegungen sind mit einer Theorie des Kapitalismus nicht zu erklären, sehr wohl aber mit einer Theorie der Exklusion. Die Menschen streben den Regionen zu, in denen die wundersame Verwandlung von einem biologischen Nichts zu einer menschlichen Person vollzogen wird, wo durch Aktenvermerke Inklusion manifest wird. ”

Natürlich ist nicht jede Migrationsbewegung dem gesellschaftlichen Verhältnis Kapital / Arbeit geschuldet. Völkerwanderungen gab es auch in nichtkapitalistischen Gesellschaften. . Was du mit “wundersame Verwandlung von einem biologischen Nichts zu einer menschlichen Person vollzogen wird” beschreibst läßt einfach beiseite, dass dieses “biologische Nichts” in seinem Herkunftsstaat schon eine bürgerliche Person ist und nicht erst wenn sie die Grenze überschreitet. Bekäme das angebliche “biologische Nichts” ein Einreisevisum – zwischenstaatliche Regelung – stünde einer Einreise nichts entgegen.

In einer Zeit in der die Durchsetzung des Kapitalverhältnisses weltweit stattfindet (nicht erst seit TTIP etc.) werden die Personen (Bürger) dieser in den Weltmarkt mehr oder weniger integrierten Staaten vom Kapitalverhältnis tangiert. Folgen können sein Flucht vor Armut durch die Zersetzung der hergebrachten Produktionsverhältnisse in diesen Ländern oder auch Flucht vor Kriegsverhältnissen sei es durch interne Bürgerkriege oder aber auch wegen auswärtiger Einmischung in diese.

Bei Flucht aus solchen Gründen handelt es sich eben nicht einfach um Exklusion / Inklusion sondern um Verlaufsformen der Resultate der Einbeziehung in den Weltmarkt auf die betroffenen Staatsbürger. Bei der Ausschließung “der begrifflichen Unterscheidung Arbeit/Kapital” sollte man genauer hinschauen.

“…Inklusion bedeutet vor allem auch: Integrationschancen (Integration = Mitgliedschaft in einer Organisation, Staat, Schule, Firma etc.).”

Mitglied kann man in einer Organisation wie Gesangverein oder Gewerkschaft etc. werden. Das ist aber eine freiwillige Entscheidung die man auch wieder rückgängig machen kann. Beim Staat ist man nicht Mitglied sondern unter den jeweiligen spezifischen Bedingungen wird man dort hineingeboren und ist dann Staatsbürger (hat man bei der Geburt Pech ist man staatenlos). In einer Firma ist man ebenfalls nicht Mitglied sondern hat einen Arbeitsvertrag. Ist man Eigentümer der Firma iat man auch nicht Mitglied. Mitglieder haben gleiche Rechte und Pflichten.

Linus September 4, 2015 um 19:49

@Goodnight:
“Die Mehrheit aller erfolgreichen Menschen, Unternehmen und Nationen haben ihre Position nicht mittels Genie sondern eher mittels purer Gewalt erreicht.”

Ach, das ist der Trick der USA? Na, dann muss man die wohl machen lassen. Ist zwar pure Gewalt, aber pure Gewalt im Namen der Moderne, dann passt das schon.

Ich sag es doch: Du redest dich um Kopf und Kragen.

Morph September 5, 2015 um 02:06

@karla

“Was du mit “wundersame Verwandlung von einem biologischen Nichts zu einer menschlichen Person vollzogen wird” beschreibst läßt einfach beiseite, dass dieses “biologische Nichts” in seinem Herkunftsstaat schon eine bürgerliche Person ist und nicht erst wenn sie die Grenze überschreitet.”

Stimmt. Aber dieser Mensch findet eben seine Bürgerrechte in seinem Herkunftsland oft derart missachtet, dass sie für ihn so gut wie nicht anerkannt, nicht geltend sind. Und auch wenn die meisten Staaten heute Verfassungsstaaten nach europäischem Modell sind, ist in den wenigsten Ländern dieser Instutionenrahmen einigermaßen verlässliche soziale Realität.

“Bei Flucht aus solchen Gründen handelt es sich eben nicht einfach um Exklusion / Inklusion sondern um Verlaufsformen der Resultate der Einbeziehung in den Weltmarkt auf die betroffenen Staatsbürger. Bei der Ausschließung “der begrifflichen Unterscheidung Arbeit/Kapital” sollte man genauer hinschauen.”

Wir können uns hier ja nur immer schlagwortartig unterhalten. Wenn mir die Debatte über Exklusion/Inklusion aufschlussreicher erscheint als die Debatte über Arbeit/Kapital, dann deshalb, weil die Marx’sche Gesellschaftstheorie, die auf der Unterscheidung Arbeit/Kapital basiert, eine Reihe falscher Prognosen gestellt hat. In der Perspektive dieser Unterscheidung muss man einfach konstatieren, dass es zu einem durchschnittlichen Wachstum des materiellen Wohlstandsniveaus gekommen ist, weltweit, und nicht zur revolutionsträchtigen Verelendung. In der Perspektive Arbeit/Kapital haben sich eher die liberalen Prosperitätsversprechen erfüllt.

Dennoch gibt es gesellschaftlich vermitteltes Unheil. Und man kommt dem heute, glaube ich, eher mit einer Theorie der Exklusion auf die Spur. Mir scheint, dass Kapitalismuskritik heute ins Leere läuft. Die Kapitalismusbefürworter können dagegen auf massive Wohlstandsgewinne durch Verlohnarbeiterung verweisen. Unangenehm wirds für den Kapitalismusbefürworter nur, wenn man ihn mit den Exklusionseffekten moderner Rationalisierung konfrontiert. Nur die lassen sich an Arbeit und Arbeitern überhaupt nicht demonstrieren. Sondern nur an den ‘Überflüssigen’, die nicht mehr Teil der ‘Reservearmee’ sind.

Morph September 5, 2015 um 02:24

es ist spät… ‘durchschnittliches Wachstum des Wohlstandsniveaus’ – besser kann man es sprachlich-theoretisch nicht verhauen…

- was ich sagen wollte: das typisch moderne, profitgetriebene Wirtschaften führt dazu, dass es den Leuten, die an ihm als Lohnarbeiter beteiligt sind, materiell BESSER geht als vor ihrer Verlohnarbeiterung, nicht schlechter. Eine materielle Verelendung, als Folge des Kapitalismus, lässt sich im Kontext der Arbeit-Kapital-Unterscheidung nicht nachweisen.

Das Unheil der Moderne vollzieht sich in einer anderen Dimension. Und hat nicht allein mit Kapitalismus zu tun, sondern mit der modernen ‘Rationalisierung’ aller Wertsphären.

Gesellschaftskritik kann heute nicht mehr nur Kapitalismuskritik sein, sondern muss in einem umfassenderen Sinn Rationalisierungskritik sein.

das bisschen totschlag September 5, 2015 um 09:28

@ a44

,,Es ist kein Gegensatz, Migranten gegenüber offen zu begegnen und bei Facebook, rassistische Hetze anzuzeigen. ”

Eben. By any means necessary.

Goodnight September 5, 2015 um 09:55

@morph

“Das Unheil der Moderne vollzieht sich in einer anderen Dimension. Und hat nicht allein mit Kapitalismus zu tun, sondern mit der modernen ‘Rationalisierung’ aller Wertsphären.”

Jesus, jetzt packst Du hier noch den Habermas aus. Willst Du das jetzt als neue Idee verkaufen? Alles schon durchgekaut:

http://www.amazon.de/Theorie-Gesellschaft-Sozialtechnologie-J%C3%BCrgen-Habermas/dp/3518063588

Morph September 5, 2015 um 11:06

@Goodnight

“Jesus, jetzt packst Du hier noch den Habermas aus. Willst Du das jetzt als neue Idee verkaufen? Alles schon durchgekaut:”

Sicher, es gibt ja auch nichts Neues unter der Sonne. Aber wenn es wirklich so durchgekaut wäre, wie Du meinst, würdest Du nicht knapp daneben tippen. Wenn schon, dann ist das Adorno und nicht Habermas. Oder wo siehst Du bei mir die ‘rettende’ Diskursethik. Die nimmst schon eher Du in Anspruch, wenn Du von mir verlangst, den ausländerfeindlichen Protest als Diskursbeitrag von Mitbürgern ernst zu nehmen.

Ich glaube, was wir heute dringlicher als alles andere brauchen, ist ein reflexiver Fatalismus. Nur aus dem heraus lässt sich die Freiheit gewinnen, situativ richtig zu handeln und das Richtige zu fordern.

https://www.youtube.com/watch?v=uQN6Be1wW70
https://www.youtube.com/watch?v=eUIjoYDKETM

Keynesianer September 5, 2015 um 11:17

Was der @Morph da vorbringt, klingt eher nach der Maschinensteuer der Memorandumgruppe in den 1980er Jahren:

Das Unheil der Moderne vollzieht sich in einer anderen Dimension. Und hat nicht allein mit Kapitalismus zu tun, sondern mit der modernen ‘Rationalisierung’ aller Wertsphären.

Gesellschaftskritik kann heute nicht mehr nur Kapitalismuskritik sein, sondern muss in einem umfassenderen Sinn Rationalisierungskritik sein.

Die “Rationalisierung der Wertsphären” (durch die bösen Mikroprozessoren?), das ist Wertformanalyse ohne Marx.

Goodnight September 5, 2015 um 11:31

@moph

Naja, Adorno wollte ich Dir nicht unterstellen. Ich war ja schon so freundlich und habe bei Habermas “Kolonialisierung der Lebenswelt”
angesetzt, d.h. Sinn von Rationalisierung sollte bewusst sein.

Aber reflektierte Fatalismus? Holy sh.t!
Ist das das Gefühl, wenn man begreift, dass man in der merde sitzt?

Morph September 5, 2015 um 11:47

@Keynesianer

“Die “Rationalisierung der Wertsphären” (durch die bösen Mikroprozessoren?)”

Nein, Modernisierung als Rationalisierung aufzufassen, geht auf die Anfänge der Soziologie um 1900 zurück. Gemeinschaft und Gesellschaft (Tönnies, Plessner), mechanische vs. organische Solidarität (Durkheim), Gehäuse der Hörigkeit (Weber), man könnte ewig weiter aufzählen. Es gibt einen spezifisch modernen gesellschaftlichen Trend, eine Art Sog, der am besten mit ‘Rationalisierung’ zu beschreiben ist, und der sowohl die Produktivität als auch die Destruktivität gesellschaftlicher Verhältnisse ‘intensiviert’. Luhmann: Es wird alles immer besser und immer schlechter.

Ein Verständnis dieser Sachlage muss die ‘Geschäftsgrundlage’ jeder Diskussion um die gegenwärtige Gesellschaft sein. Leider werden die meisten Diskussionen entweder von einem blinden Optimismus oder von einem blindwütigen Antimodernismus geprägt.

Morph September 5, 2015 um 12:03

@Goodnight

“habe bei Habermas “Kolonialisierung der Lebenswelt”
angesetzt”

“Kolonialisierung der Lebenswelt” – ja, eine ziemlich schlechte These, schon allein wegen dieser ominösen Kolonialisierungsmetapher.

Rationalisierung der Wertsphären bedeutet etwas anderes. ‘Wertsphären’, das waren für Max Weber gesellschaftliche Teilbereiche, die von eigenen Wertorientierungen bestimmt sind: Religion, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik…

Woran erinnert Dich das? Genau: an das, was Luhmann die ‘Funktionssysteme’ der modernen Gesellschaft nennt. (Und jetzt könntest Du auch Deinem geliebten Luhmann vorwerfen: “Willst Du Funktionssysteme jetzt als neue Idee verkaufen? Alles schon durchgekaut!”)

M.E. ist reflexiver Fatalismus – bezogen aufs Ganze – und umsichtige Katastrophenvermeidung – bezogen auf die lokale Situation -, die ‘Haltung’ der Systemtheorie, und nur im Kontext dieser Haltung entfaltet sie ihren gesellschaftlichen Werkzeugcharakter.

Keynesianer September 5, 2015 um 12:05

@Morph

Es gibt einen spezifisch modernen gesellschaftlichen Trend, eine Art Sog, der am besten mit ‘Rationalisierung’ zu beschreiben ist, und der sowohl die Produktivität als auch die Destruktivität gesellschaftlicher Verhältnisse ‘intensiviert’.

Die Ideen unserer Soziologen kann und will ich nicht beurteilen. Die Ökonomie erhält ihre Produktivität jedenfalls durch effiziente und rationelle Strukturen:

Freier Fluss von Information als Beispiel. Das geht vom gültigen Preisschild an der Ware statt stundenlangen Feilschens bis zum redundanzfreien Vortrag irgendwelcher Lösungen für wichtige Probleme statt des immer noch vorherrschenden akademischen Geschwurbels.

Da kann ich keine Destruktivität der Rationalisierung erkennen und sehe keinen Bedarf für Rationalisierungskritik. Natürlich werden das die Schwurbler anders sehen.

Wir werden gerade im intellektuellen Bereich noch eine Revolution der geistigen Rationalisierung erleben, wenn ich so an die VWL und ihren Modellbau-Unsinn denke und wie einfach die wirklichen ökonomischen Zusammenhänge sind und wie wenig die mit dem korrupten Unsinn der VWL zu tun haben.

Man kann aber auch das Geschwurbel in der Presse als Beispiel nehmen, was da noch an Rationalisierungsbedarf für den freien und ungehinderten Fluss wichtiger Informationen (also eben nicht Fußball und Formel1 und der übliche Medienmüll) besteht und sicher bald realisiert werden wird.

Danach wird sich ein Hans Hütt niemandem mehr als Rhetoriker andienen können.

Goodnight September 5, 2015 um 18:06

@moprh

“Rationalisierung der Wertsphären bedeutet etwas anderes. ‘Wertsphären’, das waren für Max Weber gesellschaftliche Teilbereiche, die von eigenen Wertorientierungen bestimmt sind: Religion, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik…”

Halt, warst Du nicht gerade bei Adorno? Und jetzt kommst Du mit Max Weber? Holy sh.t. Das ist ne ganz andere Hausnummer. Weber war der eigentliche Vater der Soziologe (ok, mit Dürkheim).

“Woran erinnert Dich das? Genau: an das, was Luhmann die ‘Funktionssysteme’ der modernen Gesellschaft nennt.”

Holy sh.t. Hätte ich das vorher gewusst. Verdammt, Luhmann ist Soziologe? Ich dachte der wäre Gottvater oder wenigstens Physiker. Aber nur Soziologe? Und als solcher hat er auf den Grundlagen der Soziologie aufgebaut. Verdammte merde…. ich bin jetzt total baff.

“(Und jetzt könntest Du auch Deinem geliebten Luhmann vorwerfen: “Willst Du Funktionssysteme jetzt als neue Idee verkaufen? Alles schon durchgekaut!”)”

Holy sh.t…..aber natürlich hat Luhmann einen völlig anderen Ansatz als Weber genommen. Der Luhmann kommt nämlich vom Sinn und der Kommunikation. Mit Handlungen und Menschen und so, da hatte er es nicht so ganz. Und dat mein Freund, dat war und ist das ganz dolle und Revolutionäre bei Luhmann. Eines fernen Tages wirst auch Du dat vielleicht kapieren.

“M.E. ist reflexiver Fatalismus – bezogen aufs Ganze – und umsichtige Katastrophenvermeidung – bezogen auf die lokale Situation -, die ‘Haltung’ der Systemtheorie, und nur im Kontext dieser Haltung entfaltet sie ihren gesellschaftlichen Werkzeugcharakter.”

Holy sh.t. Die Systemtheorie völlig ohne Determinismus. Und ich habe das ganze Gedöns von Programmen und Codes und Grenzen und Leitdifferenzen auswendig gelernt. Dabei ist alles nur Fatalismus …naja, wenigstens reflektiert. Verdammt, hätte ich doch Deine Seminare besucht, es wäre mir einiges an Erkenntnis erspart geblieben.

Morph September 5, 2015 um 18:14

@Goodnight

“Holy sh.t.”

Morph September 5, 2015 um 18:22

@Goodnight

“Und ich habe das ganze Gedöns von Programmen und Codes und Grenzen und Leitdifferenzen auswendig gelernt.”

Nein! Wirklich?!

Oh je, oh je, oh je…

Morph September 5, 2015 um 18:30

@Goodnight

Auswendiglernen ist unwürdig.

karla September 5, 2015 um 22:03

Morph September 5, 2015 um 02:06

“Wenn mir die Debatte über Exklusion/Inklusion aufschlussreicher erscheint als die Debatte über Arbeit/Kapital, dann deshalb, weil die Marx’sche Gesellschaftstheorie, die auf der Unterscheidung Arbeit/Kapital basiert, eine Reihe falscher Prognosen gestellt hat.”

An der Marx`schen Analyse kann man sich schon noch orientieren. Bei den Prognosen aus dieser Analyse orientiert man sich besser an Karl Valentins Kalauer: “Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.”

“Die Kapitalismusbefürworter können dagegen auf massive Wohlstandsgewinne durch Verlohnarbeiterung verweisen. Unangenehm wirds für den Kapitalismusbefürworter nur, wenn man ihn mit den Exklusionseffekten moderner Rationalisierung konfrontiert. Nur die lassen sich an Arbeit und Arbeitern überhaupt nicht demonstrieren. Sondern nur an den ‘Überflüssigen’, die nicht mehr Teil der ‘Reservearmee’ sind.”

Die Überflüssigen sind die Reservearmee. Nicht in dem Sinne sie ersetzen die noch Beschäftigten sondern sie üben den notwendigen Druck auf die Wohlstandsgewinne der Beschäftigten aus.
Deine Begründung orientiert sich an der absoluten Verelendungstheorie. Da kann man schon ein Fragezeichen setzen. Trotz des absolut gestiegenen Reichtums und auch eines temporären Wohlstandsgewinns von Arbeitnehmern ist ihre Lage immer prekär. Mal mehr mal weniger.

Morph September 5, 2015 um 02:24

“Das Unheil der Moderne vollzieht sich in einer anderen Dimension. Und hat nicht allein mit Kapitalismus zu tun, sondern mit der modernen ‘Rationalisierung’ aller Wertsphären.”

Das sind die von mir so benannten Verlaufsformen in denen sich die Gegensätze des sich weltweit durchsetzenden Kapitalverhältnisses und ihre Konfrontation mit vorkapitalistischen Gegebenheiten praktisch ablaufen.

Morph September 5, 2015 um 12:03

“Rationalisierung der Wertsphären bedeutet etwas anderes. ‘Wertsphären’, das waren für Max Weber gesellschaftliche Teilbereiche, die von eigenen Wertorientierungen bestimmt sind: Religion, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik…”

Das führt jetzt aber zu weit. Im Altpapier ging es ja um Wirtschaftsflüchtlinge.

Leave a Comment

{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: